21. März 2017

Rückschlag in Fürth!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , – Franky @ 09:03

Dreierkette, Viererkette, Lichterkette! Hätte Carlos Mané in der 4. Spielminute bei seiner Hundertprozentigen kaltschnäuziger agiert und die frühe Führung für den VfB hergestellt, würde in den Tagen danach wohl kaum die Systemfrage und ob sich Hannes Wolf vercoacht hat, gestellt werden.

Hätte man auf einem Bundesligateppich gespielt und nicht auf dem Dorfacker von Fürth, hätte Mané, der mit Ball schneller als die meisten 2. Liga-Spieler ohne ist, den Torhüter umkurvt und leicht und locker eingeschoben. Hätte, hätte, Fahrradkette.

So nutzte der VfB diese Chance, im Übrigen die einzige in der gesamten ersten Halbzeit, nicht und machte den großen Fehler, sich früh von den Fürthern den Schneid abkaufen zu lassen.
Wie bereits gegen Bochum fehlte es an der richtigen Einstellung und der Bereitschaft, sich mit Macht gegen das Ungemach zu stemmen.

Das ist 2. Liga-Fußball, das sollte das Team langsam wissen. Wenn man agiert, wie über weite Strecken in Fürth, stellt sich für mich mehr die Grips- als die Systemfrage. Man kann als vermeintlich besseres Team natürlich versuchen, die Aufgabe spielerisch zu lösen, aber, das bedingt eine gewisse Ballfertigkeit, Sicherheit im Umgang mit dem Spielgerät und einen besser bespielbaren Rasen. Wenn ein Fußballprofi auf dem glitschigen Rasen nicht schon beim Warmmachen erkennt, dass mit Filigranität heute kein Blumentopf zu gewinnen sein würde, dann fehlt es ihm offenbar im Kopf.

Nachdem ich den Auftritt gegen den VfL Bochum noch verteidigt und die Ursachen dafür im Kampfspiel in Unterzahl in Braunschweig gesehen habe, muss ich nach dem blutleeren in Fürth hart mit der Mannschaft ins Gericht gehen.

Jan Schindelmeiser und Hannes Wolf stehen für mich über Allem und sind ein Versprechen in die Zukunft. Dass Wolf nach seinen Wechselspielen von einigen bereits wieder in Frage gestellt wird, empfinde ich als eine Frechheit und hoffe nur, dass diejenigen in der absoluten Unterzahl bleiben und nicht der möglicherweise beste und vielversprechendste Trainer, den der VfB je hatte, wie so viele vor ihm, vom Hof gejagt wird, ehe sein Werk vollendet ist.

Was ihm zum Vorwurf gemacht wird, nämlich, dass er sich nicht stur auf ein System und eine Stammformation festlegt, gefällt mir gerade außerordentlich. Dadurch hält er sowohl die Spannung im Kader hoch, weil jeder jederzeit mit seiner Chance rechnen kann und der VfB ist für die Gegner schwerer ausrechenbar. Spieler, die wegen Sperren oder Verletzungen in die Mannschaft kamen und sich ordentlich präsentiert haben, sind nicht, wie es in all den Jahren zuvor war, automatisch wieder draußen, sondern haben eine echte Chance sich festzuspielen. Anderen wie einem Daniel Ginczek, dessen Tor gegen Bochum ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zurück zu alter Stärke gewesen sein könnte, werden belohnt und bekommen beim nächsten Mal von Beginn an die Chance sich zu präsentieren (wie ja auch Berkay Özcan nach seinem Tor gegen Kaiserslautern).

Daher passt Wolf hie und da sein System den Spielern an, die sich den Startelfeinsatz verdient haben. So durften sowohl Pavard, der jüngst Marcin Kamiński gegen Bochum ordentlich vertreten hatte, wie auch Daniel Ginczek von Beginn an ran.

Den Ansatz, eine Dreierabwehrkette spielen zu lassen, die bei gegnerischen Angriffen ohnehin zu einer Fünferkette werden soll(te), halte ich für gut. Wird dieses System gut umgesetzt, rücken die Außenverteidiger bei eigenem Ballbesitz weiter vor, unterstützen dadurch das Mittelfeld und helfen mit, Überzahlsituationen zu schaffen. Dass dieses Vorhaben derart in die Hose ging, lag weniger am Plan des Trainers, sondern vielmehr daran, dass im VfB-Spiel überhaupt kein Mittelfeld vorhanden war. An der taktischen Ausrichtung kann man genauso wenig festmachen, dass ein Marcin Kamiński ins Leere stochert und der Flachschuss von Berisha aus 30 Metern auf dem nassen Boden derart an Fahrt aufnimmt, so dass er (wohl) unhaltbar für Mitch Langerak in sein linkes Tornetz einschlägt.

Systemgeschuldet ist es genauso wenig, wenn man meint, gegen eine durchschnittliche Zweitligamannschaft, spielerisch glänzen und den Fuß zurückziehen zu können, anstatt in den Pressschlag zu gehen und dem Gegner zu zeigen, dass man die Bedingungen anzunehmen bereit ist. Daniel Ginczek hatte auf ungewohnter Position Linksaußen hinter der Spitze Terodde einen schweren Stand und fand zu keiner Zeit ins Spiel. Dennoch war er es, der mit der sprichwörtlichen Wut im Bauch, die Wolf von allen einforderte, einen Gegenspieler an der Seitenlinie weggrätschte und dafür die gelbe Karte sah.

Diese Aktion erinnerte mich an ein VfB-Spiel im September 1996 bei den Münchner Löwen. Der Tabellenzweite VfB lag beim TSV 1860 mit 1:0 in Rückstand, als Fredi Bobic die Blutgrätsche auspackte und einen Gegenspieler von hinten mit Anlauf abräumte. Nach dem Spiel gestand Bobic ein, er habe ein Zeichen setzen wollen. Dieses hatte offenbar gefruchtet, der VfB gewann mit 2:5 und erklomm an jenem Spieltag die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga.

Der Unterschied zu damals? Während im Olympiastadion außer Bobic noch Typen wie Wohlfahrt, Verlaat, Soldo, Poschner und Elber auf dem Feld standen, die alle Ehrgefühl und Führungsqualitäten in sich vereinten, sucht man solche Tugenden in der Elf vom Samstag vergeblich. Christian Gentner sollte das kraft seines Amtes und aufgrund seiner Erfahrung eigentlich sein, doch, weit gefehlt.

Wie so oft, wenn es schwierig wird, tauchte Gentner auch am Samstag komplett unter. Wenn DER vermeintliche Führungsspieler es gerade mal auf ca. 65 Ballkontakte bringt und mit diesen noch fast zwanzig (!) Fehlpässe fabriziert, kann es nur heißen: setzen, sechs!

In einer katastrophalen ersten Halbzeit ließ sich der VfB von aggressiven Fürthern den Schneid abkaufen und ergab sich in sein Schicksal. Ein Mittelfeld suchte man, wie angesprochen, vergeblich. Erst als nach dem Seitenwechsel Anto Grgić für den verletzten Zimmer ins Spiel kam, war so etwas wie eine Schaltzentrale erkennbar und die Angriffe wurden strukturierter.

Hannes Wolf arbeitete in seiner ersten Vorbereitung im portugiesischen Lagos akribisch daran, dem Team seine Handschrift zu verpassen, ihm verschiedene Systeme beizubringen und feilte am Teamgeist. Alles schien gut, die ersten fünf Rückrundenspiele wurden gewonnen, nicht nur wir Fans, auch die Spieler liefen mit einem Dauergrinsen durch die Gegend, so dass lange nur die Frage war, wann wir denn aufsteigen und nicht ob, schließlich hatte man sich ja einen komfortablen Vorsprung in der Tabelle erspielt.

Zwei Remis und eine Niederlage später ist diese Euphorie wie weggeblasen. Zweifel machen sich breit, viele sehen das Team nicht mehr imstande, den Schalter nochmal umzulegen. Wenn man die Hilflosigkeit der Mannschaft in Fürth sah, fühlte man sich an die schlechtesten Auftritte der Hinrunde erinnert. Ob in Düsseldorf, in Dresden, in Würzburg oder jetzt in Fürth, kassiert die Mannschaft auswärts das 0:1, war’s das und man könnte eigentlich heimgehen oder am Bierstand auf den Schlusspfiff warten.

Wo sind der Teamgeist und die Bereitschaft, sich gegenseitig zu helfen, geblieben? Es kann doch nicht daran liegen, dass der ausgewiesene Mentalitätsspieler Kevin Großkreutz nicht mehr da ist!? Auch wenn er im Team nicht sonderlich beliebt gewesen sein soll, war er doch einer, der Aufmerksamkeit auf sich zog und damit Druck von den Anderen nahm. Dieser Druck entlädt sich nun wieder fast vollständig auf Christian Gentner, zumindest so lang Simon Terodde aufgrund seiner Maske der vollständige Durchblick fehlt. Er wirkte zuletzt mit Maske gehemmt und wird hoffentlich nach der Länderspielpause wieder der alte sein.

Gentner macht in Interviews derweil nebulöse Andeutungen „In den letzten Wochen haben sich einige Dinge eingeschlichen, die nicht gut sind“, anstatt die „Dinge“ beim Namen zu nennen. Des Weiteren meinte er nach dem Spiel “Das Vereinsziel muss über allem stehen. Jeder muss auch im Privatleben diesem Ziel alles unterordnen.”

Es scheint also durchaus so zu sein, dass großer Redebedarf herrscht und Tendenzen zu Tage treten, die auf mangelnden Teamgeist und mangelnde Professionalität hindeuten. Dies wäre natürlich Gift und gäbe Anlass zu großer Sorge.

Viele der großen Skeptiker im VfB-Umfeld ziehen nun Parallelen zur Vorsaison, als man nach ebenfalls fünf Siegen zu Beginn der Rückrunde gnadenlos abstürzte. Durchaus möglich, dass einige der Bähmullen in der Mannschaft, die im Vorjahr schon dabei waren, angesichts dieser Erinnerungen schon weiche Knie bekommen und doch sollte uns Hoffnung machen, dass die nächsten Gegner „nur“ Dynamo Dresden, 1860 München und Karlsruher SC heißen und nicht Leverkusen, Dortmund und Bayern. Zum Anderen dilettieren auch nicht mehr Kramny und Dutt vor sich hin und sprechen die Mannschaft von jeglichem Druck frei, mit Wolf und Schindelmeiser weht inzwischen ein ganz anderer Wind.

Jan Schindelmeiser legte den Finger unmittelbar nach dem Fürth-Desaster in die Wunde, indem er anmahnte, “Wir müssen das, was die zweite Liga ausmacht, wieder stärker in den Vordergrund stellen. Sich durchzusetzen, Zweikämpfe zu gewinnen, den Gegner körperlich zu dominieren und dann Fußball zu spielen – nicht umgedreht. Das funktioniert in der zweiten Liga nicht.” Auch Hannes Wolf schlug in dieselbe Kerbe und wird die Mannschaft noch mehr in die Pflicht nehmen. Ein solches Negativerlebnis vor einer Länderspielpause ist immer schlecht, weil die eigentliche Aufarbeitung dieses erbärmlichen Auftritts erst mit einer Verzögerung von zehn Tagen erfolgen kann.

Es wird spannend sein, zu beobachten, wie Hannes Wolf im nächsten Spiel auf die Niederlage reagiert. Ob man dem Team, das nun nichts mehr als Stabilität benötigt, einen Gefallen tut, ständig mit einer anderen Aufstellung anzutreten, sei dahingestellt. Möglicherweise wähnt Wolf sein Team schon weiter, als es tatsächlich ist. Wer weiß, wofür solche Rückschläge noch gut gewesen sind, sollte am Ende tatsächlich der Aufstieg stehen. Dann hat man die Gewissheit, dass personell noch einiges im Argen liegt und auch die letzten Altlasten „entsorgt“ werden müssen, möchte man im Oberhaus eine bessere Rolle als in den letzten Jahren spielen.

Wenn diese Niederlage kurzfristig ihr Gutes hat, dann auf jeden Fall, dass die wenigsten Protagonisten vom Samstag, Ansprüche auf einen Stammplatz zu stellen brauchen. Da fallen mir derzeit allenfalls Langerak, Baumgartl, Terodde (hoffentlich gegen Dresden wieder ohne Maske) und mit Abstrichen noch, mangels ernsthafter Alternative, Emiliano Insúa ein.

Die Gelegenheit war noch nie günstiger, unsere neuen Hoffnungsträger Ofori und Onguéné hineinzuwerfen, sofern sie gesund und nicht allzu gestresst von ihren Länderspielreisen zurückkehren. Kamiński, der bis zu seinem Platzverweis in Braunschweig eine solide Rückrunde spielte, war nicht nur beim Gegentor nicht Herr der Lage, auch ein viel zu kurz geratener Rückpass hätte den frühzeitigen Knockout bedeuten können. In einigen Situationen des Polen glaubte man ein Déjà-vu zu haben und Toni Šunjić im Kamiński-Kostüm auf dem Platz zu sehen.

Gerade Ebenezer Ofori würde ich gerne einmal neben Anto Grgić und anstelle von Christian Gentner sehen, wer weiß ob nicht gerade durch eine solche vorübergehende Wachablösung neue Helden geboren und die Anderen noch mehr in die Pflicht genommen werden, anstatt sich stets hinter Gentner zu verstecken.

Seit gestern ist der VfB in der Verfolgerrolle, nachdem der 1. FC Union Berlin durch den späten Sieg gegen den 1. FC Nürnberg den Platz an der Sonne eingenommen hat. Noch kein Grund in Panik zu verfallen, wenngleich eine gewisse Wachsamkeit da sein sollte.

Noch liegt der VfB im Soll, schließlich steigt auch der Zweite direkt auf, aber, allzu viele Ausrutscher sollte sich der VfB freilich nicht mehr erlauben.

Sich auf die Gegebenheiten in der zweiten Liga einzustellen, bedeutet auch, sich damit abzufinden, dass die Schiedsrichter nur noch zweitklassig sind. Simon Terodde wurde ein klares Tor aberkannt, während der Fürther Dursun nicht mit gelb-rot vom Platz geschickt wurde. Es war nicht das erste Mal in den letzten Spielen, dass der VfB benachteiligt wurde, während bspw. Eintracht Braunschweig zuletzt von Schiedsrichterentscheidungen profitierte und daher auf dem Relegationsplatz platziert ist.

Nach der Pause kommt die Woche der Wahrheit. Zunächst geht es im ausverkauften Neckarstadion gegen die lautstarken Dresdner. Mit einem Sieg könnte sich Dynamo gar noch Hoffnungen zumindest auf die Relegation machen, so dass dies sicher keine einfache Aufgabe werden wird. Zwei Akteure in Reihen der Dynamos werden dabei besonders motiviert sein. Zum einen Winterneuzugang Philip Heise, dessen Qualitäten beim VfB meiner Meinung nach verkannt wurden, zum anderen Erich Berko, der schon für unsere Amateure am Ball war. Der VfB muss ein anderes Gesicht zeigen als zuletzt und sollte motiviert genug sein, die Schmach aus dem Hinspiel vergessen zu machen.

Danach wartet mittwochs der TSV 1860 München, für den es ein Vorteil sein könnte, dass er Freitag-Mittwoch spielt, während wir durch das Sonntagspiel zwei Tage weniger Zeit zur Regeneration haben. Und, zum hoffentlich krönenden Abschluss der englischen Woche kommt der KSC zum Derby nach Stuttgart, wieder vor ausverkauftem Haus mit der Gelegenheit, unsere Position im Aufstiegsrennen zu festigen und die Ostfranzosen dem Abgrund ein Stück näher zu bringen.

Es bleibt also spannend, mir ist vor den nächsten Wochen nicht bange, mein Vertrauen gründet sich auf die Arbeit von Hannes Wolf, der schon so viel richtig gut gemacht hat und dem ich auch jetzt Lösungen zutrauen, aus dieser Minikrise nach der Länderspielpause gestärkt heraus zu kommen.

VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 7.8/10 (11 votes cast)
VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 0 (from 0 votes)
12. März 2017

Ein 1:1 der anderen Art

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , – Franky @ 15:24

Es ist schon faszinierend, wie sich binnen vier Tagen ein und dasselbe Ergebnis so grundverschieden anfühlen kann. Hat man bei heimstarken Braunschweigern in Unterzahl bravourös einen Punkt erkämpft und einen direkten Kontrahenten auf Distanz gehalten, kam man gegen eine graue Maus der Liga zu Hause nicht über eine Punkteteilung hinaus.

Immerhin kamen die Bochumer als Tabellenzwölfter und derzeit tabellarisch jenseits von Gut und Böse stehendes Team zum Tabellenführer, was sollte da also schon schief gehen? Als wir vor dem Spiel zusammensaßen und dem Spiel entgegenfieberten, fiel dennoch schon die Befürchtung, dass es ein schwieriges Spiel werden könnte, an dessen Ende man sich möglicherweise mit einem Punkt zufrieden geben müsse. Warum? Einfach weil die Bochumer taktisch hervorragend agieren und ein sehr unangenehmes Pressing spielen und es fraglich sei, was der VfB dem, das Montagspiel noch in den Knochen, entgegen setzen werde können.

Der Taktikblogger Jonas Bischofsberger formulierte dies hinterher bei STN online so: „Am Freitagabend erwartete den VfB die taktisch wohl komplizierteste Herausforderung der Saison gegen den VfL Bochum. Gertjan Verbeeks VfL Bochum hebt sich mit mutigem Offensivfußball, extremer Mannorientierung und hohem Pressing deutlich von den anderen Mannschaften der Liga ab“. So entwickelte sich ein Spiel, indem sich der VfB der Manndeckung der Bochumer kaum entziehen konnte, zumal in den ersten dreißig Minuten Bewegung im Stuttgarter Spiel fehlte. Wenn mal ansatzweise Kombinationsfußball versucht wurde, wurden diese Bemühungen jäh durch taktische Fouls der Bochumer gestoppt. Der Schiedsrichter „Meister Proper“ Benedikt Kempkes, erst in seinem sechsten Zweitligaspiel, war äußerst gnädig bei der Vergabe persönlicher Strafen, bei härterem Durchgreifen hätten die Bochumer mit dieser Gangart das Spiel nie und nimmer zu elft beendet.

Dem VfB fehlte spürbar die Frische und er musste nach der gelb-roten Karte von Kamiński in Braunschweig zudem die zuletzt eingespielte Viererkette sprengen. Ehe man sich auf das harte Bochumer Spiel richtig einstellen konnte und sich versah, lag man auch schon mit 0:1 in Rückstand.

Aus einer Kontersituation heraus, in der Emiliano Insúa nicht schnell genug zurück eilte, offenbarten sich auch just Abstimmungsprobleme zwischen Timo Baumgartl und Benjamin Pavard. Letzterer orientierte sich in die Mitte und stand Timo Baumgartl auf den Füßen anstatt sich links zu Losilla hin zu bewegen. Dieser stand dadurch mutterseelenallein stand und konnte problemlos zur Führung einschieben. Auf eine Reaktion der Mannen von Hannes Wolf wartete man als VfB-Fan vergeblich, im Gegenteil, Mlapa und Wurtz verpassten es, die Bochumer Führung höher zu schrauben, so dass wir nach einer halben Stunde mit dem 0:1 noch sehr gut bedient waren.

Erst als Hannes Wolf in der 31. Minute reagierte und Matthias Zimmermann für den dieses Mal schwach agierenden Anto Grgić brachte, wurde das VfB-Spiel griffiger und zielstrebiger. Grgić schmeckte die Manndeckung der Bochumer überhaupt nicht, so dass seine Auswechslung nachvollziehbar war. Bis zum Pausenpfiff hatte der VfB dann auch die große Ausgleichschance durch Takuma Asano, der das Gehäuse mit einem Schuss aus der zweiten Reihe nur knapp verfehlte.

Zur zweiten Hälfte riss der VfB das Spiel zwar mehr und mehr an sich, musste bei Bochumer Kontern aber weiterhin hellwach und auf der Hut sein. Klare Torchancen der Brustringträger blieben Mangelware. Auch nach den Einwechslungen von Ginczek und Maxim änderte sich zunächst wenig an der Ideenlosigkeit, es fiel den Jungs vom VfB nach wie vor schwer gegen den kompakten VfL klare Chancen herauszuspielen.

Just jenen Moment, in dem die Bochumer wegen einer Behandlungspause des ehemaligen VfBlers Tim Hoogland nur zu zehnt auf dem Feld standen, nutzte der VfB mit einem schnell hervor getragenen Angriff zum Ausgleich. Carlos Mané wurde von Terodde steil geschickt, drang bis zur Grundlinie vor und passte scharf in die Mitte, wo Daniel Ginczek stand und nur noch den Fuß hinhalten musste. Tonnenschwere Steine hörte man im weiten Rund plumpsen. Die Hoffnung, doch noch den Heimsieg einzufahren, war zurückgekehrt. Da die Bochumer bereits drei Mal ausgewechselt hatten, schleppte sich Hoogland bis zum Schluss durch, was der VfB jedoch zu keinem weiteren Treffer nutzen konnte.

Für Daniel Ginczek war es nach seiner schier endlosen Verletzungspause sein erstes Pflichtspieltor seit dem 26.09.2015, damals beim 1:3 gegen Borussia Mönchengladbach am 7. Spieltag der Vorsaison. Wohl jeder im Stadion gönnte ihm diesen Moment und hofft darauf, dass bei ihm nun endgültig der Knoten geplatzt ist. Er macht eine schwierige Phase durch, weil er sich schon weiter sieht als es Hannes Wolf tut und dieser wohl kaum zum System mit zwei Spitzen wechseln wird. Simon Terodde herauszunehmen verbietet sich aufgrund seiner Leistungen von selbst, zudem arbeitet Terodde noch mehr fürs Team als es Daniel Ginczek tut. Dieser wollte im Anschluss dann auch zu viel und verzettelte sich lieber in einer Einzelaktion als den besser postierten Mitspieler zu sehen. Diesen Egoismus, der sicherlich auch in seiner Ungeduld begründet liegt, wird ihm Hannes Wolf hoffentlich für die nächsten Spiele austreiben.

Insgesamt zeigte der VfB zu wenig von dem, was ihn in den Wochen zuvor stark gemacht hat. Terodde schien mit seiner Gesichtsmaske im wahrsten Sinne des Wortes der Durchblick zu fehlen, ein Mittelfeld war kaum vorhanden und die Müdigkeit und die daraus resultierende Schwierigkeit, aufopferungsvoll verteidigende Bochumer in größere Gefahr zu bringen, ließen sich einfach nicht verleugnen.

Von Alexandru Maxim, der zuletzt überhaupt nicht mehr im Kader stand und erst zu seiner zweiten Einwechslung im Kalenderjahr 2017 kam, war ich gelinde gesagt enttäuscht. Ob es die Vorgabe vom Trainergespann war, auf links außen festzukleben, weiß man natürlich nicht. Dennoch hätte ich von ihm, der der mit Abstand frischeste Spieler hätte sein müssen, mehr erwartet, nämlich, dass er sich die Bälle weiter hinten abholt, wenn sie schon nicht von selbst zu ihm kommen. Mit dieser „Leistung“ konnte er keine Eigenwerbung für weitere Einsätze in den nächsten Spielen betreiben.
Auch wenn ich mich normalerweise zurück halte, was das Klagen über die Belastung von Profifußballern angeht und Gründe von schlechten Spielen selten darin suche, grenzte diese Ansetzung Freitags nach einem Montagsspiel schon fast an Wettbewerbsverzerrung.

Während Bochum zwischen dem Freitagspiel zu Hause gegen Fortuna Düsseldorf und dem Spiel den Freitag darauf beim VfB eine ganze Woche Zeit zur Regeneration und Vorbereitung zur Verfügung hatte, blieben dem VfB gerade einmal vier Tage Zeit, inklusive der Rückreise aus Braunschweig.
Der VfB hatte dabei nicht nur eine der weitesten Reisen, die die Liga zu bieten hat, zu bewältigen, sondern auch ein schwieriges Spiel bei einem Spitzenteam, bei nasskaltem Wetter, auf tiefem Geläuf, welches als Rasen zu bezeichnen noch geschmeichelt wäre, und wo man zudem aufgrund der zu harten gelb-roten Karte für Marcin Kaminski fast fünfzig Minuten in Unterzahl alles reinwerfen musste, was die geschundenen Körper hergaben.

Dass Trainer Hannes Wolf auf der Prä-Spieltags-Pressekonferenz das Montagspiel als mögliches Alibi für eine schlechte Leistung gegen Bochum nicht gelten lassen wollte, ehrt ihn zwar, es ist aber nicht von der Hand zu weisen, dass diese Tatsache für das Spiel gegen die Pressingmaschinen des VfL Bochum bei der Analyse durchaus herangezogen werden kann und einen Nachteil bedeutete. Einem defensiv stark arbeitenden und kompakt stehenden Kollektiv wie dem der Bochumer ist am ehesten, wie beim Ausgleich kurz aufgeflammt, beizukommen, wenn schnell gespielt wird. Dieses schnelle Offensivspiel, das der VfB in dieser Saison immer wieder phasenweise herausragend gezeigt hat, bedingt geistige und körperliche Frische, die am Freitag einfach nicht da waren.

Da der VfB in dieser Saison bereits zum zweiten Mal nach einem Montagspiel freitags ran musste und zum zweiten Mal seine „normale“ Leistung dabei nicht abrufen konnte (im August 0:1 in Düsseldorf), interessierte es mich, wie es um die anderen Vereine, die nach einem Montagspiel freitags schon wieder ran mussten, bisher bestellt war. Und siehe da, elf Spiele, ein Sieg, drei Remis, jedoch sieben Niederlagen stehen zu Buche für die so belasteten Mannschaften. Dabei stechen außer unseren Punktverlusten, die ohnehin stets ungewöhnlich anmuten, das 1:4 von Hannover 96 in Fürth und ein 0:3 vom 1. FC Union Berlin in Heidenheim heraus.

So bringt es den VfB zwar nicht weiter, über solche Ansetzungen, die es auch in Zukunft geben wird, zu lamentieren, aber, man muss Niederlagen, die ihre Ursache möglicherweise mit in einer solchen Terminierung haben, auch nicht überbewerten. Ein Vergleich mit dem Europapokalmodus, der gerne herangezogen wird, verbietet sich sowieso, weil die meisten Zweitligakader nicht breit genug aufgestellt sind, um ausreichend rotieren zu können.

In Anbetracht dieser Widrigkeiten fühlt sich ein Punkt gegen Bochum zu Hause zwar immer noch nicht viel besser an, wird aber pragmatisch an- und mitgenommen. Es handelte sich auf jeden Fall um ein gerechtes Ergebnis, das sich die Bochumer redlich verdient haben. Der Bochumer Trainer Gertjan Verbeek bleibt damit gegen den VfB ungeschlagen, ob als Trainer vom VfL Bochum, dem 1. FC Nürnberg oder auch 2004 in der Europa League mit dem SC Heerenveen.

In der Fangemeinde gehen die Meinungen auseinander, ob man sich daran erfreuen sollte, dass wir in der Rückrunde noch ungeschlagen sind (5 Siege, 2 Unentschieden) oder ob schon sämtliche Alarmglocken schrillen sollten, weil wir zuletzt zwei Mal in Folge nicht gewonnen haben.
Ich bin zwar auch ein gebranntes Kind, der Absturz letzte Saison nach kurzem Zwischenhoch ist schließlich noch sehr präsent, und doch lehne ich Vergleiche mit der Vorsaison kategorisch ab.

Zum einen spielen wir inzwischen eine Liga tiefer, die Gegner sind entsprechend schwächer. Zum anderen wurschteln auf dem Wasen nicht mehr Kramny und Dutt vor sich hin, die mit freien Tagen um sich werfen und das Team am Ballermann auf die entscheidenden Wochen einstimmen, sondern es ist Seriosität eingekehrt. Jan Schindelmeiser und Hannes Wolf werden wachsam bleiben und nicht nachlassen, die Konzentration hochzuhalten.

Für mich ist auch nach diesen zwei sieglosen Spielen noch nicht allzu viel passiert, auch wenn die Konkurrenz etwas näher gerückt ist. Daher ist es mir weiterhin nicht bange und ich bin zu 100% überzeugt, dass wir am Ende relativ ungefährdet aufsteigen werden.

Die Zuschauer werden die Mannschaft weiter von Sieg zu Sieg tragen und Erstligaflair ins Neckarstadion hinein tragen. 45.300 Zuschauer auch zu dieser frühen Anstoßzeit am Freitagabend unterstreichen den Rückhalt, den die Truppe heute und schon die ganze Saison über genießt.

Erfreulich empfand ich es, dass die Personalie Kevin Großkreutz überhaupt keine Rolle mehr spielte, zumindest habe ich kein einziges Banner in diese Richtung gesehen. Das Thema ist abgehakt und lediglich ein paar Wichtigtuer, für die einzelne Spieler über dem Verein stehen, geben noch nicht auf, von einer Rückholaktion zu träumen.

Die nächsten beiden Heimspiele gegen Dynamo Dresden und die Abordnung aus Ostfrankreich werden auf jeden Fall ausverkauft sein, danach steht zu Hause dann noch das Gipfeltreffen mit dem 1. FC Union Berlin an, das schon wegen der Tabellensituation hochfrequentiert sein dürfte, ehe Erzgebirge Aue im Neckarstadion antritt.

Bis dahin fließt zwar noch viel Wasser den Neckar hinunter und doch träume ich auch da von einem ausverkauften Haus, nämlich dann, wenn das Timing so passen würde, pünktlich zu diesem Spiel den Aufstieg perfekt machen zu können. Das allerletzte Saisonspiel gegen die Würzburger Kickers ist ohnehin ein Selbstläufer, so dass der VfB die Saison mit einem Zuschauerschnitt von über 50.000 abschließen könnte. Kein Mensch hätte nach dem Abstieg mit einem solch immensen Zuspruch, trotz der oft unsäglich blöden Anstoßzeiten, gerechnet.

Meine Aufstiegshoffnungen sind nach den beiden sieglosen Spielen zuletzt jedenfalls nicht gedämpfter als davor. Dass kein Spiel in der 2. Liga ein Selbstläufer ist, wissen wir seit es los ging, dass der Weg zum Aufstieg steinig und schwer werden würde, war auch bekannt. Dies reflektiert doch schon allein, dass kein Mensch erwarten kann, dass wir jedes Spiel gewinnen und mit Siebenmeilenstiefeln durch die Liga eilen. Punkteteilungen, ja, vielleicht sogar auch mal wieder eine Niederlage, gehören dazu und werden das Team nicht umwerfen. Jetzt hat man fast eine Woche lang Zeit, die Wunden von Braunschweig und Bochum zu lecken und in Fürth mit neuer Kraft anzugreifen. Ich bin dabei, bleibe optimistisch und freue mich darauf.

VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 9.1/10 (8 votes cast)
VN:F [1.9.7_1111]
Rating: +1 (from 1 vote)
7. März 2017

Aufopferungsvoll erkämpft!

Der VfB Stuttgart bleibt auch nach dem 23. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga unangefochtener Tabellenführer und hielt den Vorsprung auf den Relegationsplatz dank des Patzers der Hannoveraner in Ostfrankreich bei sechs Punkten.

Für uns ständige Begleiter des Brustrings hieß es montags erstmals auswärts ran zu müssen und dies auch noch fast von einem Ende der Republik zum anderen. Wie war das einst mit der angedachten 300km-Regel, liebe DFL? Das Stadion erreichten wir sehr frühzeitig, so dass noch genügend Zeit blieb, ein Bierchen mit Freunden und Bekannten, die nach und nach eintrafen, zu trinken und die Ereignisse der vergangenen Woche zu diskutieren.

Eigentlich wollte ich das Thema nach meinem letzten sehr ausführlichen Statement für beendet erklären und, wie es allen gut tun würde, nur noch nach vorne blicken. Da es jedoch offensichtlich sehr viele gibt, die sich mit der unter sorgfältiger Abwägung aller Möglichkeiten von der Vereinsführung getroffenen Entscheidung nicht abfinden wollen, noch einmal ein paar Worte von mir dazu.

Wie bereits dargelegt, ist die getroffene Entscheidung richtig, weil es um die Glaubwürdigkeit des Vereins geht. Um die Glaubwürdigkeit der Eltern, die ihre Sprösslinge im VfB-Jugendinternat unterbringen, um die Glaubwürdigkeit gegenüber Sponsoren, die eine Menge Geld in die Jugendarbeit investieren und es geht um die Glaubwürdigkeit der Mannschaft gegenüber. Diese spürt, seit Hannes Wolf das Sagen hat, dass sich Leistung lohnt und es jeder selbst in der Hand hat, sich ins Team zu spielen und sie bekommt auf der anderen Seite auch zu spüren, dass diese Chance verwirkt, wer nicht mitzieht und sich nicht professionell genug verhält.

Da kann einer noch so auf Schönwetter mit den Fans machen, indem er alle paar Wochen mal so richtig einen raushaut, entscheidend ist aber auf dem Platz und wie man sich innerhalb der Gruppe gibt. In diesen Punkten hatte Großkreutz zu seiner Zeit beim VfB große Defizite und legte zudem nicht den Lebensstil eines Profis hin.

Wenn jetzt welche meinen, eine Online-Petition an den Start bringen zu müssen, deren Ziel es ist, dass der VfB eine Rolle rückwärts vollzieht, diejenigen können den VfB nicht lieben und können kein Interesse daran haben, dass weiterhin in aller Ruhe gearbeitet und alles dem Ziel Aufstieg untergeordnet werden kann.

Vereinsübergreifend wird für diese schwachsinnige Petition die Werbetrommel gerührt und sich damit gerühmt, dass schon 40.000 Leute diese unterzeichnet hätten. Nicht einmal ein Bruchteil derer, die hier unterschrieben haben, haben ein Interesse am VfB und haben geschweige denn Einblick in Großkreutz‘ Großtaten während seiner Stuttgarter Zeit und könnten diese beurteilen.

Den VfBlern, die die Petition unterzeichnet haben, kann man die Frage stellen, was sie damit bezwecken wollen, was ihnen an der derzeitigen Vereinspolitik nicht passt. Man muss nicht jede Personalentscheidung gut finden, das tue ich auch nicht, und doch sollte man sich eben mit dieser Tatsache abfinden und der Vereinsführung, die in dieser Konstellation bislang sehr viel richtig macht, vertrauen.

Zudem lautet die offizielle Sprachregelung, dass man sich im gegenseitigen Einvernehmen getrennt habe. Gibt es irgendwelche Indizien, dass Großkreutz und sein Berater selbst diese Petition gutheißen? Oder kann es nicht sein, dass von Kevin Großkreutz durch diese Entscheidung eine Menge Ballast abgefallen ist und er die avisierte Pause vom Profifußball dringend benötigt? Wie man ihn auf der Pressekonferenz gesehen hat, würde einen auch das nicht wundern.

So steht möglicherweise also eine Petition im Raum, die medienwirksam ist und auf die die Medien auch dankend anspringen, die jedoch weder dem „Betroffenen“ Kevin Großkreutz noch dem VfB dienen, sondern nur das eine schafft, nämlich das, was die Medien am liebsten haben, Unruhe zu schüren. Daher handelt es sich hierbei für mich um Wichtigtuerei und unnötig wie ein Kropf, wird uns aber dennoch nicht vom Weg zum Aufstieg abbringen.

Hannes Wolf hatte auf der Spieltagspressekonferenz bereits erfreut festgestellt, dass das Team trotz der Negativschlagzeilen unter der Woche eine gute Vorbereitung auf das Braunschweig-Spiel hingelegt hat, was auf dem Platz auch eindrucksvoll unterstrichen wurde.

Der VfB, bei dem Tor-Vorlagengeber Özcan für den zuletzt überspielt wirkenden Asano mit einem Startelfeinsatz belohnt wurde und Jean Zimmer, wie schon gegen seinen Ex-Club Kaiserslautern hinten rechts verteidigte, kam hellwach aus der Kabine und erzielte bereits nach 131 Sekunden die Führung durch Mané.

Ein erster Paukenschlag in diesem „Sechs-Punkte-Spiel“, der eigentlich für Sicherheit sorgen sollte. In den ersten 20 Minuten machte es der VfB auch geschickt und hätte beinahe durch Timo Baumgartl, zwei Tage nach seinem 21. Geburtstag, nachgelegt.

Danach kamen die Niedersachsen auf dem bei Dauerregen schwer bespielbaren Untergrund besser auf und drängten den VfB zunehmend in die Defensive. Chancen aus dem Spiel heraus ließ der VfB wenige zu, dafür legte dann Insúa nach einer guten halben Stunde im Strafraum bei seinem Gegenspieler Hand an, was dieser zu einer theatralischen Flugeinlage nutzte und den Schiedsrichter dazu veranlasste, Elfmeter zu pfeifen.

Diesen von Boland getretenen Strafstoß parierte Mitch Langerak glänzend. Zehn Minuten später zeigte der schwache Schiedsrichter Brand aus Bamberg erneut auf den Punkt, dieses Mal gegen Kamiński, der dafür zudem die gelb-rote Karte vor die Nase gehalten bekam. Reichel, mit einem schlimmen Fehlpass Ausgangspunkt des 0.1, fasste sich diesmal ein Herz und traf zum Ausgleich.

Der Schiedsrichter ließ während des gesamten Spiels jegliche einheitliche Linie vermissen und pfiff gefühlt konsequent gegen den VfB. Eine einseitige kleinlich geführte Regelauslegung bei sehr schwierigen Wetter- und Platzverhältnissen kann ein Team schon mal zermürben. Nicht so den VfB 2017!
Über beide Elfer kann man streiten, wenn er die gibt, müsste Baumgartl auch einen bekommen, falsche Abseits- und Einwurfentscheidungen gegen den VfB, nicht geahndete taktische Fouls, Bolands fast schon rotwürdiges Einsteigen gegen Gentner nicht geahndet und vieles mehr.

Mehr als eine Halbzeit musste der VfB also dank des Pfeifenmannes zu zehnt überstehen und nahm den Kampf an. Wie bereits in Heidenheim kämpfte Wolfs Rudel wie die Löwen und verdiente sich so diesen einen Punkt. Neben Langerak verdiente sich vor allem der nimmermüde und wegen seines Nasenbeinbruches mit Maske spielende Simon Terodde Bestnoten. Bei ihm darf ein Kevin Großkreutz gerne nachfragen, aus welchem Holz echte Typen geschnitzt sind.

Solche kämpferisch starken Vorstellungen wie zuletzt bekommt man nur auf den Platz, wenn es in der Mannschaft stimmt und wenn da ein Trainer ist, der das Team optimal einstellt.

Die Begeisterung, mit der Wolf auf den Pressekonferenzen Spielsituationen und mögliche Konstellation erklärt, vermag er offensichtlich auch der Mannschaft zu vermitteln. Klug war es auch, wie Wolf auf die veränderte Ausgangslage reagierte, indem er bereits in der Pause doppelt wechselte und später, trotz Unterzahl auch noch Daniel Ginczek ins Rennen schickte, um womöglich doch noch den Lucky Punch zu schaffen, anstatt sich ängstlich hinten reinzustellen und um den Knockout zu betteln.

Vor noch nicht allzu langer Zeit, wohl auch in der Vorrunde, hätte der VfB einem solchen Druck nicht standgehalten und ich hätte Haus und Hof verwetten können, dass es noch eine Niederlage setzt.

So aber warf man alles hinein, ging über die Schmerzgrenze und stand am Ende als moralischer Sieger da. Seit der Einführung der Drei-Punkte-Regel sind für mich Punkteteilungen nicht Fisch und nicht Fleisch.

So kann ich mich nicht erinnern, nach einem Unentschieden jemals so zufrieden und auch stolz auf die Mannschaft gewesen zu sein, wie gestern. Dieser Punkt war eher für den VfB ein gewonnener wie für die Braunschweiger, die aufpassen müssen, den Anschluss nicht völlig zu verlieren.
Braunschweig kam nach den Punktverlusten zu Hause gegen St. Pauli und Aue auch gegen zehn VfBler nicht über ein Unentschieden hinaus, was auf dem Papier ebenfalls kein Ruhmesblatt ist.

Für den VfB geht es bereits am Freitag zu Hause gegen den VfL Bochum weiter. Die Bochumer sind eine Wundertüte und schwer ausrechenbar. Gewinnen in Nürnberg, verlieren zu Hause aber gegen Fortuna Düsseldorf. Bei Union und Hannover 96 verloren sie jeweils knapp mit 1:2. Im Hinspiel, dem allerersten von Hannes Wolf, musste der VfB am Ende froh über das 1:1 sein. So verbietet es sich von selbst, die Aufgabe auf die leichte Schulter zu nehmen, auch das könnte ein, wie es Hannes Wolf immer so nett formuliert, fieses Spiel, in dem der Mannschaft alles abverlangt wird, werden.

Der Kader gibt mittlerweile einige interessante Alternativen her, so dass ich über die Sperre von Marcin Kamiński nicht einmal besonders traurig bin. Ob Benjamin Pavard oder Jérôme Onguéné, ich denke, man muss kein Prophet sein, um im Nebenmann von Timo Baumgartl einen Franzosen zu suchen. Der VfB muss gegen Bochum bereits zum zweiten Mal in dieser Saison nach einem Montag-Spiel gleich Freitagabend wieder ran. In wieweit dies üblich ist im Unterhaus weiß ich nicht. Ich hoffe, das stellt sich nicht als Nachteil heraus, denn, das gestrige Kampfspiel auf schwierigem Geläuf könnte dann noch in den Knochen stecken.

VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 9.4/10 (16 votes cast)
VN:F [1.9.7_1111]
Rating: +4 (from 4 votes)
5. März 2017

Alles richtig gemacht, VfB!

Nach der Vertragsauflösung des VfB Stuttgart 1893 e. V. mit dem Spieler Kevin Großkreutz macht sich Empörung in großen Teilen der Stuttgarter Fanszene breit und schiebt der Vereinsführung den schwarzen Peter in dieser Angelegenheit zu. Von einer Online-Petition „Großkreutz zurück zum VfB“ über „Kevin, für immer einer von uns“ bis hin zu „Je suis Großkreutz“ und dem Vorwurf, der VfB habe völlig überzogen auf die Geschehnisse in der Nacht vom Rosenmontag auf den Faschingsdienstag reagiert, gehen die Vorwürfe in Richtung unserer Vereinsführung.

Dass die Trennung in gegenseitigem Einvernehmen erfolgt ist, interessiert dabei überhaupt nicht! Um eine Schlammschlacht zu vermeiden, wurde Stillschweigen über die Gründe der Trennung vereinbart. Es geht offensichtlich darum, weiteren Schaden von Großkreutz abzuwenden und ihm auf seinem weiteren, privaten und beruflichen, keine Steine in den Weg zu legen. Dieser hat zunächst genug damit zu tun, sich wegen der peinlichen Details, die aus besagter Nacht im Raum stehen, vor seinen Freunden und seiner Familie zu erklären und sein Leben zunächst einmal neu zu ordnen.
Kevin Großkreutz will sich jetzt erst einmal komplett vom Profifußball zurückziehen. Dabei kann man ihm in erster Linie die Daumen drücken, dass er schnell wieder gesund wird. Ich hoffe sehr, dass wir ihn bald wieder auf dem Platz sehen werden. Dabei ist ihm zu wünschen, dass er aus seinen Fehlern der Vergangenheit lernt und sich gegebenenfalls auch professioneller Hilfe nicht verschließt. Er mag auf dem Platz und in puncto Fan-Nähe ein Musterprofi, außerhalb des Platzes ist er es nicht.

Viele Medien und selbsternannte Experten, die das Innenleben des Vereins noch weniger kennen als wir Fans, kritisieren die Entscheidung ebenfalls, vergessen dabei aber, dass zu einer Trennung im gegenseitigen Einvernehmen stets zwei gehören und es wohl KEINEN Profifußballer gibt, der freiwillig auf seine weiteren Bezüge verzichten würde, wenn er nur die geringste Chance hätte, diese vor Gericht einklagen zu können.

Noch vor nicht allzu langer Zeit beklagten wir uns über die Wohlfühloase auf dem Cannstatter Wasen und darüber, dass den Spielern alles andere wichtiger sei, als die Identifikation mit dem Verein und einer bedingungslosen Einsatzbereitschaft auf dem grünen Rasen für eben jenen diesen.
Seit Jan Schindelmeiser und später Hannes Wolf das Zepter beim VfB übernommen haben, weht ein anderer Wind. Mit den beiden kehrte Professionalität ein und der VfB ist auf dem Weg zurück zu einer Leistungsgesellschaft, was sich u. a. darin ausdrückt, dass Spielern ohne Perspektive dies schonungslos offengelegt wurde und dass junge, hungrige Jungs dazu gekommen sind, die den Arrivierten Feuer unterm Arsch machen sollen.

Jüngst hatte ich davon geschwärmt, dass derzeit ein ergebnisoffener Konkurrenzkampf im Kader herrscht, wie schon lange nicht mehr. Um den „neuen“ Leistungsgedanken im Club nicht ad absurdum zu führen, war der Rauswurf von Großkreutz, der er de facto war, absolut alternativlos. Was will man von den anderen Spielern sonst auch einfordern, wenn man den Lebensstil eines Kevin Großkreutz, der nicht dem eines Profifußballers entspricht, dauerhaft durchgehen lässt.

Die neue Devise auf der Mercedesstraße lautet „kein Spieler ist größer als der Verein“, auch ein Weltmeister nicht. Es herrscht Chancengleichheit, dafür muss sich aber auch ein jeder, wie im Mannschaftssport üblich, an gewisse Regeln halten.

Kurz nach dem Amtsantritt von Präsident Wolfgang Dietrich, wurde ALLEN Vereinsmitarbeitern ein Verhaltenskodex auferlegt, an den sich ein jeder zu halten hat. Dieser enthält neben vielen Selbstverständlichkeiten im Umgang miteinander auch Maßgaben die Außendarstellung des Vereins betreffend.

Der VfB ist sportlich in der Spur und bis letzten Montag herrschte eine fast gespenstische und lange nicht gekannte Ruhe im Verein, bis eben Kevin Großkreutz mal wieder für „Schlag“zeilen sorgte.

Seit Jan Schindelmeiser beim VfB das Sagen hat, dringen keine Interna mehr nach außen. Dass er sich im Spätsommer dennoch dazu gezwungen sah, Großkreutz wegen seiner Häme anderen Vereinen gegenüber öffentlich zu schelten und ihn an seine repräsentative Verantwortung dem VfB gegenüber zu erinnern, lässt einen davon ausgehen, dass intern schon viel versucht wurde, Großkreutz diesbezüglich zu größerer Zurückhaltung zu bewegen.

Ob gelegentlich übermäßiger Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit und prolliges Auftreten, von dem man hier und da schon hörte, auch schon Themen interner Unterredungen waren, ist nicht bekannt.

Nun kam letzten Montag ein Vorfall dazu, der das Fass zum überlaufen brachte. Nicht nur, dass Großkreutz verletzt ist und somit sicher besser zu Hause die Füße hochgelegt hätte, nein, er zog mit Spielern aus dem VfB-Jugendinternat nachts um die Häuser, was in einer Schlägerei, aus der Großkreutz schlimme Kopfverletzungen davon trug, mündete.

Das sind die Fakten, die bestätigt sind und für mein Dafürhalten allein schon die Konsequenz einer sofortigen Trennung rechtfertigen. Einfach nur dumm war es dann von Kevin Großkreutz, Bilder seiner Verletzungen aufnehmen und im Internet verbreiten zu lassen. Sollte je ein Interesse beider Parteien vorgelegen haben, die Sache unter der Decke zu halten, damit war diese Gelegenheit vom Tisch.

Dass Großkreutz auch noch Spieler aus dem VfB-Jugendinternat dabei hatte und diese Gerüchten zufolge von der Polizei zurück ins Internat gebracht wurden, ließ dem VfB keine andere Wahl als diese Eskapade hart (und öffentlichkeitswirksam) zu sanktionieren.

Daher konnte der VfB einfach nicht zur Tagesordnung übergehen, wie es einige wohl gerne gesehen hätten, sondern musste sich die Grundsatzfrage stellen, ob man einem (bei den Fans beliebten) Spieler zum wiederholten Male verzeiht und auf Besserung hofft, oder ob man nicht doch irgendwann die Reißleine ziehen muss.

Dass man sich für Letzteres entschieden hat, nötigt mir allergrößten Respekt ab. Der VfB, allen voran Jan Schindelmeiser, beweist Mut zu unpopulären Entscheidungen, die auch keinen Halt vor einem Weltmeister machen. Zudem ist diese harte Maßnahme als Warnung für Großkreutz‘ ehemalige Mitspieler zu verstehen, dass es der Verein nicht duldet, wenn einer aus der Gruppe ausschert und das Erreichen der gemeinsamen Ziele grob fahrlässig gefährdet.

Es geht dabei aber bei weitem nicht nur um die Glaubwürdigkeit den anderen Spielern gegenüber, es geht auch um die Glaubwürdigkeit den Eltern gegenüber, die ihre Sprösslinge in die Obhut des VfB geben haben und um die Glaubwürdigkeit den Sponsoren gegenüber, die, wie künftig Porsche, eine Menge Geld in die VfB-Jugendarbeit stecken werden und sicherlich erwarten, dort auch eine gewisse Professionalität vorzufinden.

Man kann natürlich argumentieren, dass es sich bei den Jugendspielern um Heranwachsende handelt, die mutmaßlich auch ohne Kevin Großkreutz herumgezogen wären. Dass auch dies die Erziehungsberechtigten höchstwahrscheinlich nicht goutiert hätten und sich Eltern da eben auf die Internatsleitung verlassen müssen, ist trotzdem nicht wegzudiskutieren. Hätte, wenn und aber ist jedoch völlig unwichtig, Fakt ist, dass Großkreutz die Jungs im Schlepptau hatte und weder seiner Vorbildfunktion noch seiner Pflicht den Verein standesgemäß zu repräsentieren nachkam.
So hat der Verein nur konsequent reagiert, auf das, was Großkreutz da veranstaltete, so dass es völlig fehl am Platze ist, Täter- und Opferrolle zu vertauschen.

Berichten zufolge war Großkreutz ja auch nicht reines Opfer des tätlichen Übergriffes, sondern soll diesen durch Pöbeleien provoziert haben. Daher ist er nicht rein als Opfer anzusehen, wenngleich er beim Sturz auf den Hinterkopf Glück im Unglück hatte.

Diejenigen, die Jan Schindelmeiser vorwerfen, unangemessen hart reagiert zu haben, kommen mitunter auf diffuseste Vergleiche, und rechnen Vorfälle mit anderen Spielern bei anderen Vereinen, die weniger hart sanktioniert wurden, dagegen auf.

Sei es Franck Ribéry’s Techtelmechtel mit einer minderjährigen Prostituierten, Reus‘ Fahren ohne Führerschein oder auch Hoeneß‘ Steuerhinterziehung. Jede Untat für sich hätte auch für mich strenger bestraft gehört, ist aber weder unser Thema noch unmittelbar miteinander vergleichbar.

Wären bei deren Straftaten andere, womöglich minderjährige, Vereinsmitglieder involviert gewesen, wären die Strafen unter Umständen auch härter ausgefallen, daher müßig, sich den Kopf darüber zu brechen.

Spekuliert werden kann darüber, ob dem VfB dieser Vorfall gerade recht kam, um einen Großverdiener aus dem Kader zu werfen, bei dem das Preis-/ Leistungsverhältnis nie so richtig gestimmt hat. Das glaube ich nicht, dazu menschelt es neuerdings zu sehr auf dem Clubgelände. Zudem ist Trainer Hannes Wolf für jede zusätzliche Option im Kader dankbar.

Wie man hört, soll Großkreutz nicht sonderlich beliebt in der Mannschaft gewesen sein, so dass uns dessen Demission auf dem Weg zum Aufstieg auch nicht ausbremsen sollte. In wieweit Großkreutz als Mentalitätsspieler der Truppe fehlen wird, oder auch nicht, kann ich nicht seriös einschätzen. Für mich standen seine großmaulig anmutenden Posts und sein schmallippiges Auftreten, wenn man ihn „live“ erlebt hat, schon immer in krassem Gegensatz. Vielleicht war das ja auch teamintern der Fall, so dass man seine Rolle dort von außen wichtiger einschätzt, als sie es tatsächlich war.

Insgesamt stand die Zeit von Kevin Großkreutz beim VfB unter keinem guten Stern. Überragende Vorstellungen, die man sich vom Weltmeister erhofft hatte, sind mir überhaupt nicht im Gedächtnis. Unterm Strich stehen der erste Abstieg seit vierzig Jahren und seine Verletzungsanfälligkeit. Dass er sich dabei angeschlagen und selbstlos in Ingolstadt und gegen Mainz für den VfB aufgeopfert hat, ist zwar aller Ehren wert, hat aber nichts gebracht.

Ein 28-jähriger Profi, der schon früher (zu Dortmunder Zeiten) eine sehr lange Ausfallzeit wegen eines Muskelbündelrisses zu beklagen hatte, sollte seinen Körper gut genug kennen und sensibler auf ihn hören, wenn dieser nach einer Pause schreit. So verschlimmerte sich die Muskelverletzung in Ingolstadt eher noch, so standen wir gegen Mainz de facto mit einem Mann weniger Platz und so zogen sich die Nachwehen dieser Verletzung fast bis zur Winterpause hin.

Man kann ihm zu Gute halten, dass er dem Team im Abstiegskampf unbedingt noch einmal helfen wollte, womit er uns Fans ja auch noch einen Funken Hoffnung gegeben hat. Ebenfalls hoch anrechenbar ist ihm, dass er nach dem Abstieg einer der ersten war, der sich bekannt hat, auch in der 2. Liga an für den VfB an Bord sein und mithelfen wollte, sofort wieder aufzusteigen. Da war er ganz Ehrenmann und wollte sich schon aus Dankbarkeit dem VfB gegenüber, der ihn von seinem unglücklich verlaufenen Türkei-Engagement erlöste, nicht mit dem Abstieg gleich wieder verabschieden.

Großkreutz ist zweifellos kein Profi wie jeder andere. Er stand als Junge in der Kurve, weiß wie die Fans ticken und weiß auch, wie er den Nerv der Fans trifft. Grundtugenden wie Ehrlichkeit, Kampf und bedingungslose Maloche auf dem Platz wurden ihm als gebürtigem Dortmunder fast schon in die Wiege gelegt. Deshalb und weil er auf dem Platz immer alles aus sich herausholt und nach den Spielen nicht die Standardfloskeln von sich gibt, ist er so beliebt.

Um ein Typ zu sein, den man sich als Fan in seinem Team wünscht, gehören allerdings nicht derartige nächtliche Eskapaden mit Party, Suff, Puff (mutmaßlich) und Schlägereien. Seine Vorgeschichte, Stichworte Döner- und Pinkel-Affäre, waren mir völlig egal, als er zum VfB gekommen war und doch holen sie ihn jetzt wieder ein, weil sich dieser neuerliche Vorfall genau dort einreiht.

Großkreutz scheint aus seinen Fehlern der Vergangenheit, zumindest bis letzten Montag, nichts gelernt zu haben und weiter von einem Fettnäpfchen ins nächste zu treten. Wer derart lern- und wohl auch beratungsresistent wie Großkreutz ist, ist letztlich selber schuld, wenn er jetzt vor dem Scherbenhaufen seiner doch so großen Karriere steht.

Den Hype um Großkreutz, den einige derzeit veranstalten und die ihn nach gerade einmal 14 (dürftig verlaufenen) Monaten am liebsten schon in die Hall of Fame vom VfB aufnehmen würden, kann ich in keinster Weise nachvollziehen.

In der gut 123-jährigen Vereinsgeschichte haben sich ganz andere um den VfB verdient gemacht, Großkreutz sicher nicht. Ich mochte ihn, weil er anders war als andere und es mit ihm im Team sicher auch nie langweilig wird.

In Grassau hat er nach Trainingseinheiten noch mit der Dorfjugend und den Jungs von Bekannten herum gekickt oder kam noch schnell auf ein Weizen ins Vereinslokal, während die anderen zur Pflege und Massage ins Hotel abzogen. Das machen nicht viele Profifußballer! Daher finde ich es auch schade, wie die Liaison jetzt geendet ist, werde dabei jedoch nicht sentimental wie so viele Andere. Spieler kommen und gehen, wichtig ist nur der VfB!

Auch die Pressekonferenz vom Freitag, auf der er sich immerhin stellte und verabschiedete, konnte mich nicht zu Tränen rühren. Ich wüsste nicht, weshalb ich Mitleid mit Großkreutz haben sollte. Zum einen ist er selbst verantwortlich für die Lage, in der er nun steckt, zum zweiten fällt er als langjähriger Profi sehr weich und zum dritten hege ich eher einen Groll auf ihn, weil er den Verein kurzzeitig ins Chaos gestürzt hat.

Deshalb bin ich auch so froh darüber, dass unsere Vereinsführung nach sorgfältiger Abwägung die Trennung zeitnah vollzogen und verkündet hat, damit der VfB schnell wieder zur Tagesordnung übergehen kann. Ich bin froh, dass wir mittlerweile eine Vereinsführung haben, die Probleme löst und unpopuläre Entscheidungen zeitnah trifft, anstatt sie vor sich herzuschieben, und wünsche mir von Teilen der Fanszene einfach mehr Vertrauen in das Handeln dieser Herren.

Petitionen „pro Großkreutz“ oder der Aufruf, Transparente zu basteln, die darauf abzielen, dass man Großkreutz zurückholen sollte, sind für mich Kindergarten-Getue. Da hoffe ich schwer darauf, dass unsere Ultras ihre anfängliche Skepsis und Aversion gegen den mit Dortmunder Desperados und Kölner Boyz befreundeten Großkreutz über die 14 Monate bewahrt haben und auch in der Kurve „Business as usual“ einkehrt. Man darf gerne verdienten Spielern huldigen und das auch weit über ihr Karriereende hinaus, Großkreutz jedoch gehört nicht dazu.

Die Tatsache, dass Großkreutz kein VfB-Spieler mehr ist, sollte nun von allen akzeptiert werden. Es ist traurig genug, dass sich Hannes Wolf auf der heutigen PK dazu genötigt sah, um Unterstützung wie bisher zu bitten und seine Hoffnung zum Ausdruck brachte, dass sich die Fanszene durch die Vorfälle nicht entzweit.

Morgen steht ein ganz wichtiges Spiel in Braunschweig an, bei dem wir alles versuchen sollten, den VfB zum Sieg zu schreien. Es könnte ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Aufstieg sein, denn, mit einem Auswärtssieg hätte der VfB schon acht Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz und gleichzeitig hätte man Eintracht Braunschweig schon fast aus dem Titelrennen geboxt. Ein Big Point also, den die Mannschaft trotz der turbulenten Woche nicht liegen lassen sollte.

VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 9.0/10 (41 votes cast)
VN:F [1.9.7_1111]
Rating: +16 (from 18 votes)
1. März 2017

Siegesserie ausgebaut!

Nach dem am Ende schmeichelhaften Sieg beim 1. FC Heidenheim hieß es letzten Sonntag die Serie zu Hause gegen den 1. FC Kaiserslautern auszubauen.

Die Pfälzer kamen mit dem neuen Trainer Norbert Meier ebenfalls gut aus der Winterpause und reisten daher mit neuem Selbstbewusstsein an. Das Aufeinandertreffen der „Serientäter“ und die von Teilen der Fanlager gelebte Fanfreundschaft mobilisierte die Massen. Gut 52.000 Zuschauer, darunter etwa 6.000 Pfälzer ließen Bundesligaflair durchs Neckarstadion ziehen und verliehen dem Spiel bei frühlingshaften Temperaturen einen hervorragenden äußeren Rahmen.

Beim VfB stand Neuzugang Ofori erstmals im Kader. In der Startformation ersetzte der Siegtorschütze von Heidenheim, Josip Brekalo, zunächst Julian Green, während der Ex-Lauterer Jean Zimmer anstelle des verletzten Kevin Großkreutz hinten rechts verteidigte. Für meine Begriffe machte Zimmer, der beim VfB einen schweren Stand und viel Konkurrenz hat, ein ordentliches Spiel, vor allem offensiv jedoch noch mit Luft nach oben. Bei ihm bin ich guter Hoffnung, dass er sein Potential bei uns bisher bei weitem noch nicht ausgeschöpft hat und zu einer Verstärkung werden könnte, wenn er mehr Spielpraxis bekommt. Viele stempeln ihn zwar bereits als Fehleinkauf ab, für mich verfrüht!

Das Spiel war eine zähe Angelegenheit, weil die Lauterer dicht gestaffelt standen und der VfB in der ersten Hälfte keinerlei Lösungen fand, den Pfälzer Abwehrriegel zu durchbrechen. Der VfB spielte durchaus engagiert. Als Zuschauer musste man sich eigentlich nie Sorgen machen, dass in diesem Spiel etwas anbrennen könnte, weil der VfB eindeutig Herr im eigenen Haus war, nur Torchancen blieben in der ersten Hälfte absolute Mangelware.

Dabei plätscherte die Partie eigentlich nicht einmal vor sich hin, weil das Bemühen erkennbar war, sich den Gegner langsam zurechtstellen zu wollen. Das Spiel gegen die beste Abwehr der 2. Liga war nun mal kein Selbstläufer, der VfB musste einiges investieren.

Unter Hannes Wolf scheinen die trostlosen Begegnungen, die man in den Vorjahren, vor allem zu Hause, oft hat über sich ergehen lassen, der Vergangenheit anzugehören. Wolf, unsere guten Individualisten und die Möglichkeit von der Bank Qualität nachlegen zu können, geben mir derzeit die Zuversicht, dass stets etwas passieren kann.

Wie schon in Heidenheim kamen die Brustringträger hungrig aus der Halbzeitpause und hatten durch Baumgartl und Gentner gleich die ersten Torannäherungen zu verzeichnen. Auch an den Frühstarts, die der VfB regelmäßig in beiden Halbzeiten hinlegt, lässt sich ablesen, dass die Jungs in der Kabine gut eingestellt wurden und die ihnen mit auf den Weg gegebenen Vorgaben noch frisch im Gedächtnis haften.

Der VfB erspielte sich nun ein Übergewicht, kam dem erlösenden Treffer peu à peu näher und erzwang die Führung schließlich auch. Simon Terodde bewies dabei einmal mehr seinen Torriecher, als er eine Insúa-Flanke zur Führung verlängerte. Dieses Tor war bereits sein 15. in dieser Saison, womit er die alleinige Führung in der Torjägerliste übernahm. Dass er dieses bereits mit gebrochenem Nasenbein erzielte, bekam man auf der Tribüne nicht mit, unterstreicht aber die Nehmerqualitäten, die in „Torodde“ schlummern.

Kurze Zeit später hatte er dann seine Schuldigkeit getan und wurde gegen Daniel Ginczek ausgewechselt. Wohl dem, der so nachlegen kann wie der VfB. Ginczek hatte das 2:0 noch auf dem Fuß, vergab aber letztlich kläglich. Dennoch ist es nur eine Frage der Zeit, bis bei ihm der Knoten platzt und er wieder ganz der Alte ist. Immerhin sicherte er sich kurz vor Spielende noch einen Scorerpunkt, indem er den ebenfalls eingewechselten Özcan glänzend in Szene setzte und dieser schließlich mit seinem 2. Saisontreffer für die Entscheidung sorgte.

Somit stand unterm Strich ein abgeklärt errungener Sieg gegen stark verteidigende Lauterer und die Erkenntnis, dass der VfB auch eine eher zähe Partie grundsolide und konzentriert für sich entscheiden kann. Mir fällt derzeit sehr wenig ein, was gegen den Aufsteiger VfB sprechen sollte. Fünf Punkte Vorsprung auf Hannover 96, das zu Hause gegen Arminia Bielefeld nicht über ein Unentschieden hinauskam und sechs Punkte Vorsprung auf den Dritten Union Berlin sprechen schon jetzt eine deutliche Sprache.

Unser kommender Gegner Eintracht Braunschweig, in der Vorrunde stets auf einem direkten Aufstiegsplatz platziert, fand nach zuletzt fünf Spielen ohne Sieg durch den Auswärtssieg in Sandhausen wieder in die Spur und darf im Aufstiegsrennen weiterhin nicht außer Acht gelassen werden. Rechtzeitig vor dem Gipfeltreffen mit dem VfB tankte das Team des langjährigen Trainers Thorsten Lieberknecht neues Selbstvertrauen und dürfte am kommenden Montag eine harte Nuss werden.

Braunschweig hat lediglich eine (kürzlich gegen den FC St. Pauli) Heimniederlage zu beklagen, aber bereits acht Heimsiege vorzuweisen. Im Hinspiel (unter Olaf Janßen) war es eine relativ klare Angelegenheit für den VfB, zu Hause aber, mit ihrem enthusiastischen Publikum im Rücken, dürfte es für den VfB ungleich schwerer werden.

Doch, der VfB ist seit dem Trainingslager in Lagos mit dem aus der Vorrunde überhaupt nicht mehr zu vergleichen. Fünf Siege in fünf Rückrundenspielen sprechen Bände. Das Team wirkt stabiler und hat vor allem in puncto Zusammenhalt und Teamgeist zugelegt. Spieler wie Anto Grgic, die in der Vorrunde noch überhaupt keine Rolle gespielt haben, sind nicht mehr wegzudenken und der Konkurrenzkampf ist größer denn je.
In Braunschweig erwartet den VfB eine echte Reifeprüfung, denn, Spitzenmannschaften waren noch nicht unter den Rückrundengegnern. Mit einem Auswärtssieg könnte ein wahrer Big Point gelandet werden, der nicht nur drei Punkte sondern auch Rückenwind für die nächsten Aufgaben einbringen sollte. Gut sind die Erinnerungen an das Bundesligaspiel 2013 im Stadion an der Hamburger Straße, das der VfB, mit Thomas Schneider auf der Bank, mit 0:4 für sich entschied.

Weniger gut dagegen sind die Erinnerungen an die damalige Busfahrt, als wir bereits auf der Hinfahrt Probleme mit dem Bus hatten und dieser vor dem Stadion notdürftig „behandelt“ wurde, um dann völlig den Geist aufzugeben und uns zu einem mehrstündigen Stopp auf dem Rasthof Kassel zu zwingen. Das Spiel fand sonntags, 17.30 Uhr, statt, zu Hause war ich gegen 6 Uhr morgens und durfte da schon fast wieder ins Geschäft aufbrechen. Daher ist es geradezu ein Segen, dass das nächste Spiel in Braunschweig am Montagabend ist und man den Dienstag sowieso gleich mit freinehmen musste. *Ironieaus*

Eine wahre Freude ist es derweil, Hannes Wolf zu beobachten. Pressekonferenzen mit ihm sind schon allein ein Erlebnis. Man nimmt ihm dabei sogar ab, dass er das Team, das zwei Tage später auf dem Platz beginnen soll, wirklich noch nicht komplett im Kopf hat.

Er achtet bei seinen Spielern auf jedes Detail und beobachtet die Jungs bis zum Abschlusstraining, am Vortag des Spiels, ehe er elf Spielern sein Vertrauen schenkt. Wolf wägt dabei genau ab, wen er aus der Stammelf herausnehmen kann und wer sich dessen Platz auch wirklich verdient hat. Ich kann mich nicht erinnern, jemals einen solch ergebnisoffenen und gerechten Konkurrenzkampf beim VfB erlebt zu haben.

Wenn sogar ein Thomas Tuchel Hannes Wolf adelt, indem er ihm bescheinigt, noch nie einen Trainer erlebt zu haben, der sich derart in die Gefühlswelt seiner Spieler hineinversetzen kann wie Hannes Wolf, drückt dies viel über die menschlichen Qualitäten aus und sollte uns Hoffnung geben, dass die Mannschaft Wolf auch weiterhin folgen wird.

Derzeit sehe ich uns auf den meisten Ebenen personell gut aufgestellt und die richtigen Leute am richtigen Platz wirken. Die Personalrochaden bei den Amateuren und den Junioren tragen erste Früchte, die Profis sind im Soll und Jan Schindelmeiser und Hannes Wolf ordnen die Situation nach wie vor sachlich ein und werden genau ein Auge darauf haben, ob jemand meint, nachlassen zu können.

Schindelmeiser habe ich oft genug für seine Transfers gelobt und dafür, dass diese Transfers unter Verschluss bleiben, bis sie in trockenen Tüchern sind. Zudem krempelt er den Verein im Hintergrund weiter um und versucht die Kollateralschäden, die Bobic und Dutt verursacht haben, Stück für Stück zu kitten und den Verein zukunftsfähig aufzustellen.

Auch Wolfgang Dietrich macht auf mich bisher, wider meine eigenen Befürchtungen, einen sehr guten Eindruck.

Jüngst, am Rande des Spiels unserer Amateure gegen Nöttingen, hatte ich die Gelegenheit mit ihm zu sprechen und umriss dabei Themen wie seinen Social-Media-Auftritt, sein Treffen mit Ottmar Hitzfeld und den Aufstiegshelden von 1977, das Einbinden Altgedienter in den Verein (wurden laut seiner Aussage jahrelang sträflich vernachlässigt), wie der Wechsel von Brekalo zustande kam und einiges mehr.

Insgesamt war das ein sehr offenes Gespräch, in dem er einen ehrlichen Eindruck erweckte und man ihm anmerken konnte, mit welcher Freude und welchem Engagement er bei der Sache ist.

Viele VfB-Fans und -Mitglieder lehnen ihnen von vornherein ab, weil er als absoluter Befürworter der Ausgliederung der Profiabteilung gilt. Meiner Meinung nach sollte man aber seine Präsidentschaft und die mögliche Ausgliederung getrennt betrachten. Dietrich hat immer betont, dass dieses Thema in diesem Jahr entschieden und vom Tisch sein muss. Dabei wird er, wie seine Vorstandskollegen auch, für die Ausgliederung werben, das Ergebnis der Abstimmung dann aber akzeptieren und dieses Thema bis auf Weiteres von der Tagesordnung nehmen.

Schon bei der Gesprächsrunde mit ihm in Lagos hat er beklagt, wie das Thema den Verein jahrelang lähmte und durch die Blume zugegeben, dass die dadurch gebundenen Kapazitäten an anderer Stelle gefehlt haben und dort Stillstand herrschte. Deshalb habe ich Verständnis dafür, dass der VfB eine schnelle Entscheidung anstrebt, so oder so!

Friede, Freude, Eierkuchen rund um den VfB also, sollte man meinen. Als Blogger fehlen da einem schon fast die Themen, wenn man, wie das ganze Jahr schon, nur noch mit dem Dauergrinsen unterwegs ist. Selbst die Edel-Tribünenhocker Maxim und Klein sind kein Thema mehr, ja, es wäre so schön ruhig, wäre da nicht Kevin Großkreutz.

Dieser war in der Nacht zum Dienstag gegen 2.15 Uhr in der Stuttgarter Innenstadt in eine Schlägerei verwickelt und wurde ins Krankenhaus eingeliefert, das er am heutigen Mittwoch wieder verlassen konnte.

Als von SWR Sport gestern um die Mittagszeit auf Facebook die Meldung „Kevin Großkreutz musste gestern Abend nach einer körperlichen Auseinandersetzung ins Krankenhaus. Genaueres ist noch unklar.“ gepostet wurde, war meine erste Reaktion, die ich dort auch auf der Seite hinterließ, „Drecks Medien“.

Gerade jener Sender, der sich bei Sport im Dritten in seiner Rubrik „Klartext“ zum Moralwächter des Sports aufschwingt, gibt eine solche Meldung ohne jegliches Hintergrundwissen heraus, und legt dabei offensichtlich mehr Wert auf Exklusivität, als dass man sich auf die journalistische Sorgfaltspflicht besinnen und weiter recherchieren würde.

Kevin Großkreutz ist nun mal kein x-beliebiger Profi sondern polarisiert wie kaum ein anderer. Nachdem Onlineredaktion für Onlineredaktion in Geiermanier nachzog und diese Meldung, natürlich noch immer ohne weitere Fakten, im Netz seine Kreise zog, ließ der Shitstorm nicht lange auf sich warten.

Einer Redaktion, wie der des SWR, hätte es gut zu Gesicht gestanden, Fingerspitzengefühl an den Tag zu legen, Großkreutz (und seine Familie) zunächst einmal zu schützen. Von einem öffentlich-rechtlichen Sender erwarte ich hier einfach, auch mehr als sieben Jahre nach dem Suizid von Robert Enke, einen verantwortungsvolleren Umgang mit Informationen, die ihnen auf mysteriösem Wege (wohl aus dem Krankenhaus) zugespielt wurden.

Es scheint gerade so, als dass es den Stuttgarter Medien und dem SWR rund um die Mercedesstraße zu ruhig ist und sie Unruhe schüren wollen, um dies schleunigst zu ändern.

Auch wenn es noch so gut läuft, überall wird das Haar in der Suppe gesucht und medial breit ausgetreten. Dagegen sollten sich Medienvertreter, denen die Türen im VfB-Clubzentrum meist weit offen stehen und denen der VfB wirklich am Herzen liegt, als Partner des Vereins sehen und sich bei derart brisantem Sachverhalt mit dem Verein abstimmen. Tut man das nicht, liegt die Vermutung nah, dass man dem VfB Schaden zufügen und der Ruhe um den Verein ein schnelles Ende setzen möchte.

Bis keine endgültigen Erkenntnisse vorliegen und man nicht sicher weiß, was sich wirklich zugetragen hat, halte ich mich mit einer Wertung der Geschehnisse vollkommen zurück und wünsche Kevin Großkreutz einfach nur eine schnelle und vollständige Genesung.

Inwieweit der Verein den Vorfall bewerten und womöglich sanktionieren wird, steht noch aus. Eine Rolle spielt dabei sicherlich, ob die Sprunggelenksverletzung, die Großkreutz gegen Lautern zum zuschauen zwang, bereits auskuriert war oder ob es für einen besseren Heilungsverlauf nicht besser gewesen wäre, zu Hause die Füße hochzulegen.

Mit der Ruhe dürfte es also vorerst vorbei sein, ich befürchte, dieses Thema wird uns noch länger beschäftigen. Bleibt nur zu hoffen, dass es das Team ums Team schafft, diese Angelegenheit so weit wie möglich von der Mannschaft fernzuhalten und eine normale Vorbereitung auf das Braunschweig-Spiel hinlegen kann.

VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 9.2/10 (20 votes cast)
VN:F [1.9.7_1111]
Rating: +1 (from 3 votes)