3. Juni 2017

Neues von der VfB Stuttgart 2017 AG

Die Würfel sind gefallen! Mit überwältigenden 84,2% der Stimmen auf der am Donnerstag Abend stattfindenden außerordentlichen Mitgliederversammlung stimmten „die“ VfB-Mitglieder für die Ausgliederung der Fußball-Abteilung in eine Aktionengesellschaft.

Damit wurde die erforderliche Dreiviertelmehrheit deutlich übertroffen und es wurden die Weichen in eine glorreiche Zukunft gestellt. Ein guter Tag also für den VfB Stuttgart, so der allgemeine Tenor der sich ein zweites Loch in den Allerwertesten freuenden Mitgliedergemeinde.

Ja zum Erfolg! Ja, wir sind wieder wer! Weiß, rot, geil!

Als aufrechte Demokraten haben wir natürlich das Votum des Wahlvolks zu akzeptieren, 84,2% können schließlich nicht irren.

Folgt man dieser Logik, verböte sich Kritik an Donald Trump und allen Despoten dieser Welt, bzw. an ihren Wählern, schließlich wurden die meisten ja demokratisch gewählt und den Willen ihres Volkes gelte es zu respektieren. Auch das Hinterfragen des Tuns unserer Volksvertreter verbietet sich (oder etwa nicht?), man bekommt ja auch dort, genau das, was man gewählt hat.

Diese Abschweifung in die Politik sollte auch nur kurz angerissen werden, um gleich in der Einleitung festzuhalten, dass auch ich ein Wahlergebnis, auch wenn es noch so deutlich ausgefallen ist, zwar akzeptieren, es deshalb aber trotzdem nicht für gutheißen muss.

Wenn sich Befürworter der Ausgliederung jetzt getreu dem Wahlkampf-Slogan „Ja zum Erfolg“ gegenseitig auf die Schultern klopfen und jeder zweite Jubelbeitrag mit „die Mitgliederschaft war so schlau…“ oder „die Vernunft hat gesiegt…“ beginnt, darf sich die „Gegenseite“ durchaus als „nicht schlau“ bezeichnet angesprochen und zu einer Reaktion veranlasst sehen. Dies auch nur für diejenigen, denen ein „jetzt lass mal gut sein“ auf der Zunge steckt.

Die Mitgliederschaft ist gespalten, was sich nicht nur an meinen ersten Worten erkennen lässt. Dass dies so ist, hat sich einzig und allein die Vereinsführung zuzuschreiben, die schon im Oktober auf fragwürdige Weise „ihren“ Präsidenten durchgeboxt hat, der wohl in erster Linie deshalb für den Posten prädestiniert erschien, weil er die ihm aufgetragenen Vorhaben ohne Rücksicht auf Verluste durchzieht und, wie man jetzt auch beim VfB weiß, im Zusammenhang mit Stuttgart 21 nicht zu Unrecht den Beinamen „Spalter“ erhielt.

Die Wahlpropaganda mag aus deren Sicht, weil sie von ihrem „Plan“ überzeugt waren, nachvollziehbar gewesen sein. Es wurde jedoch deutlich, dass diese Vereinsführung nicht die Vereinsführung ALLER Mitglieder ist, sondern nur eine für diejenigen, die ihnen blind folgen und vertrauen.

Dass der VfB im Endeffekt alles richtig gemacht hat und die billige Propaganda bei den meisten gewirkt hat, spricht für mich nicht unbedingt für die Wählerschaft.

Um das Wahlvolk zu überzeugen genügte der bloße Wiederaufstieg, die Aussicht auf 41,5 Millionen Daimler-Millionen, das Versprechen wieder mehr auf die eigene Jugend zu setzen und in absehbarer Zeit wieder eine Größe im deutschen Fußball sein zu wollen.

Wie risikobehaftet diese Ausgliederung ist, was man dafür als Mitglied im e. V. hergibt und wie wenig realistisch die heraus posaunten Ziele sind, interessierte die meisten überhaupt nicht. Auch dass von allen Gegnern DIESER Ausgliederung Gesprächsbereitschaft über andere Modelle signalisiert wurde, wurde von kaum jemanden wahrgenommen, sonst würde man als Gegner nicht ständig als „ewiggestriger Traditionalist“ oder als „Ultra“ beschimpft werden, weil „die“ ja ohnehin immer gegen alles seien.

Die vom VfB bzw. der Daimler AG auserwählte Rechtsform der AG, bietet die mit Abstand wenigsten Einflussmöglichkeiten der Vereinsmitglieder im Vergleich zu anderen möglichen Rechtsformen. Das Projekt Vereinsentwicklung und die daraus resultierenden Handlungsempfehlungen für die eine Vielzahl an Mitgliedern viele Stunden ihrer Freizeit geopfert hatten, wurden in die Tonne gekickt. Die Webseite, auf der die Ergebnisse dieser Konferenzen und Workshops abgelegt war, wurde mit der Veröffentlichung des Daimler-Deals „auf Nimmerwiedersehen“ vom Netz genommen. Auch wenn Stefan Heim am Donnerstag behauptete, das jetzige Modell resultiere aus den Ergebnissen der VfB Zukunftswerkstatt, erkennt man darin nichts wieder. Hätte man sich also getrost schenken können!

Bei den Ausgliederungsgegnern bzw. genauer gesagt, denen, die sich mehr Mitsprache bei der Art der Ausgliederung gewünscht hätten, stieß außer, dass man nicht mit ins Boot genommen wurde, sauer auf, dass einem die „Pistole auf die Brust“ gesetzt wurde und Horrorszenarien an die Wand gemalt wurden, für den Fall der Ablehnung.

Wenn Dietrich zudem im Wahlkampf immer wieder betonte, während seiner vierjährigen Amtszeit würde dieses Thema zum ersten und letzten Mal auf dem Tisch sein, anstatt sich gesprächsbereit über Modifizierungen der Pläne zu zeigen, zeugt dies von wenig Kooperationsbereitschaft. Es hatte eher etwas von „den Gegnern den schwarzen Peter zuschieben“, denn, wer nein sagen würde, würde nein zum Erfolg sagen und hätte im schlimmsten Fall den VfB auf dem Gewissen, wenn es denn ohne Ausgliederung weiter den Bach runter gehen würde.

Die bedingungslosen Befürworter, die diesen Drohgebärden Glauben schenkten, hatten indes ein weiteres „Argument“, nämlich jenes, dass es unbedingt zu vermeiden gilt, dass der VfB auf immer und ewig Fahrstuhlmannschaft sein würde.

Dass in der Vergangenheit sehr viel mehr Geld als die besagten 41,5 Millionen Euro von den Manager-Azubis Heldt, Bobic und Dutt verbrannt wurden und sie der Hauptgrund für die Talfahrt seit der Meisterschaft 2007 sind, wollte leider keiner hören.

Jetzt haben wir mit Jan Schindelmeiser einen absoluten Glücksgriff als Sportdirektor und mit Hannes Wolf einen weiteren Glücksgriff und Sympathieträger an der Seitenlinie. Dass diese beiden Vereinsangestellten dann auch noch Tage vor der aoMV unisono erklärten, ohne Ausgliederung würde es für den VfB sehr schwer in der Bundesliga werden, brachte sicherlich auch noch einige Stimmen ein.

Der VfB, das muss man ihm lassen, betrieb schon einen ausgeklügelten Wahlkampf und scheute dabei keine Kosten und Mühen. Dieser Schuss musste sitzen, daher wurde alles auf diese eine Karte gesetzt, anstatt den Mitgliedern seriös aufzuzeigen, wie es um den VfB im Falle einer Ablehnung dieser Ausgliederungspläne bestellt sein würde. Nein, der Plan B hieß „Ängste schüren“, hat ja letztlich auch vorzüglich geklappt.

So konnte man durch gezieltes Marketing und dadurch, dass man nichts dem Zufall überlassen hatte, bereits sehr viele Wähler „fangen“. Da die Social-Media Zielgruppenanalyse, die man betrieb und die Stimmungen, die man einfing, offensichtlich noch Zweifel an der Dreiviertelmehrheit offen ließen, kam man auf die glorreiche Idee, noch mehr Mitglieder durch materielle Anreize ins Neckarstadion zu locken.

Außer dem obligatorischen VVS-Gutschein, lockte dieses Mal ein Gratis-Trikot, sowie je ein Essens- und Getränkegutschein. Dies führte dazu, dass einige Spezialisten nur kamen, um das Trikot abzustauben und das Stadion dann wieder verließen. Für solche Mitglieder schämt sich sogar ein Schwabe!

Die Trikot-Aktion schien ihr Übriges zu tun, um genügend „Ja-Stimmen“ zu erhalten. Eines war auch mir bereits im Vorfeld klar, je mehr Mitglieder an der aoMV teilnehmen würden, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass der VfB die Ausgliederung durchbekommt.

Diese Mitglieder, die meisten davon sicherlich das erste Mal auf einer Mitgliederversammlung und lediglich wegen des kostenlosen Trikots gekommen sind, nenne ich jetzt einfach mal Event-Mitglieder.

Auffällig war es, wie viele Leute sich scheinbar im Stadion nicht auskannten und über die Thematik, über die abzustimmen war, wenig bis überhaupt nichts wussten. Da waren Leute am Start, die ernsthaft im Glauben schwebten, wir würden bei einer erfolgreichen Ausgliederung von jetzt auf gleich wieder Champions League spielen. Diese Leute sagen einfach „Ja zum Erfolg“, zumindest zuhause auf der Playstation.

Dieses Klientel, das sich so wenig mit dem VfB und der seit Monaten geführten Debatten auskennt, nenne ich deshalb Event-Mitglieder, weil das vermutlich solche sind, die Mitglied geworden sind, um ihre Chance auf Karten gegen die Bayern oder Dortmund zu erhöhen, sonst jedoch eher selten im Stadion zugegen sind.

Diese haben natürlich vor allem Interesse an „großen Spielen“, sind jedoch die ersten, bei denen das Interesse am Verein erlischt, wenn er nicht auf der Sonnenseite der Tabelle steht.

Wenn ihnen dann von Vereinsseite aus rauschende Champions-League-Abende in Aussicht gestellt werden und man ihnen bildlich im „Sendung mit der Maus“-Stil unsere künftigen Platzierungen zeigt, geht denen natürlich gleich einer ab.

Dieses Klientel, das mit dem Herzen nicht ganz so dabei ist, wie unsereins, ist mutmaßlich auch jenes, deren Karten zuhauf auf Ebay zu ersteigern sind, aber, ist ja nicht so schlimm, Hauptsache sie haben das richtige Knöpfchen gedrückt.

Mir war das am Donnerstag schon ein wenig suspekt, was sich alles VfB-Mitglied schimpfte. Ist ja auch klar, dass man von 50.000 Mitgliedern im Verhältnis immer weniger kennt und doch frage ich mich, ob ich in Zukunft noch Teil dieser Gemeinschaft sein will. Das hat überhaupt nichts damit zu tun, dass die Wahl nicht wie von mir erwünscht ausgegangen ist.

Dieses arrogante „von oben herab“ unserer Vorstände und Aufsichtsräte und die notorische Kritikresistenz sind mir schon länger ein Dorn im Auge. Dass aber Mitglieder gegen Mitglieder giften und Redner bei der Aussprache ausgepfiffen und ausgebuht werden, hat mit Respektlosigkeit zu tun. Eines der elementarsten Rechte, von zugegeben nicht vielen, ist die Aussprache.

Dass nun bereits zum zweiten Mal in Folge die Aussprache nach Antrag eines Mitglieds und per Abstimmung abrupt beendet wurde, empfinde ich als ein Armutszeugnis und erkenne eine nicht vorhandene Diskussionsbereitschaft. Auch das zeugt von mangelndem Respekt den Rednern gegenüber, die noch an der Reihe gewesen wären und sich möglicherweise akribisch auf ihren Auftritt vorbereitet hatten.

Gerade bei einer zeitlich begrenzten Redezeit von fünf Minuten, hätten diese 45 Minuten den Kohl auch nicht mehr fett gemacht. Da die Vereinsführung, wie auch schon im Oktober, von Beginn an auf Zeit spielte, hielt sie es wohl auch nicht für angebracht, gleich am Anfang darüber zu informieren, wie viele Redner sich denn angemeldet hatten.

Ich hinterfrage meine Mitgliedschaft, weil man künftig im e. V. den Fußball betreffend noch weniger zu melden hat als ohnehin schon. Ich bin nicht das „Lebenslang“-Mitglied, das sich überlegen müsste, ein besonders „großes“ Jubiläum aufs Spiel zu setzen, denn, als Gerhard Mayer-Vorfelder Winfried Schäfer als Trainer verpflichtete, habe ich die Mitgliedschaft schon einmal gekündigt und mich erst vor einigen Jahren neu angemeldet.

Meine Liebe zum VfB bringe ich als Dauerkarteninhaber, Fanclubmitglied und Allesfahrer auch ohne Mitgliedschaft zur Genüge zum Ausdruck.

Dass der Termin unter der Woche um 18.30 Uhr äußerst ungünstig, wohl aber von den Herren der Vereinsführung kühl kalkuliert, war, hatte ich mehrfach kritisiert. Dass die Veranstaltung dann noch mit einer guten Stunde Verspätung begann, war für mich eine bodenlose Frechheit. Die Werbefilmchen der Ikonen der Vergangenheit hat wohl jeder schon gesehen, die „Meistermannschaft“ durfte am letzten Spieltag auch jeder herzen, wenn ihm danach war.

Weshalb vergeudete man also wertvolle Zeit schon am Anfang, anstatt auf die Tube zu drücken, im Wissen darum, dass die meisten Mitglieder am nächsten Tag wieder früh raus müssen? Wohl auch hier, um auf Zeit zu spielen, die Leute zu ermüden und darauf zu hoffen, dass sie dann schon alles von selbst beschleunigen werden. Dieser Plan ging ja auch ganz gut auf.

So erinnerte mich die Veranstaltung zu Beginn wegen der Jubel-Show eher an eine US-amerikanische Wahlkampfveranstaltung, ein Opening oder die Meisterfeier, jedoch nicht an eine außerordentliche Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart 1893 e. V., einer DER wichtigsten in der Vereinsgeschichte.

Hätten sie diesen Programmpunkt in der Tagesordnung stehen gehabt, wäre ich von vornherein erst später gekommen, nach Abfeierei des Vereins war es mir ob der anstehenden Entscheidung gleich überhaupt nicht. Aufgrund der ganzen Begleitumstände war ich eh schon ziemlich geladen, so dass mich diese Verzögerungstaktik fast zum überschäumen brachte. Das ungenießbare Schnitzelbrötchen, welches man für den Gutschein bekommen konnte, hellte meine Laune dann logischerweise auch nicht auf.

Mit der aufgesetzten Euphorie kann ich ohnehin überhaupt nichts anfangen. Wir sind aufgestiegen, nicht mehr, nicht weniger. Es ist das, das man vom Verein, von der Truppe erwarten können musste, Pflicht erfüllt, mehr nicht!

Dass es zu allem Überfluss mal wieder nur alkoholfreies Bier gab, machte den Abend noch unerträglicher. Diese Gängelei kotzt mich an, zeigt aber auch, was dieser Verein von seinen Mitgliedern hält. So wie sie offensichtlich nur einfach gestrickte Filmchen verstehen, können sie auch mit Alkohol nicht umgehen. Und da soll man sich ernst genommen fühlen?

Insgesamt also ein sehr frustrierender Abend in einer enorm aufgeheizten Atmosphäre und das nicht nur der Temperaturen wegen. Es waren bei der Aussprache gute Redner zugegen, deren Argumente und Bedenken gegen die Ausgliederung von der Masse jedoch nicht gehört werden wollten. Von denen, die nicht zu Wort kamen, hätte man ebenfalls noch gute Einwände erwarten dürfen, leider wollte dies ein Großteil nicht mehr über sich ergehen lassen.

Eigentlich jedoch auch wieder nicht verwunderlich, dass diejenigen, die der Wegfall von Mitgliederrechten in der AG nicht kümmert, wichtige Elemente einer e.V.-Mitgliederversammlung schlicht egal sind. Hauptsache zeitig Feierabend!

Magnus Missel, Betreiber vom VfB Blog, stellte einige kritische Fragen, welche leider vom immer dünnhäutiger reagierenden Wolfgang Dietrich unbeantwortet blieben. Stattdessen warf dieser Missel vor, einige Gesprächsangebote seitens des VfB nicht angenommen zu haben. Schade, dass bei diesen Reaktionen des Vorstands auf Redebeiträge der Redner nicht mehr am Podium steht und ad hoc Stellung beziehen kann. So stehen diese Behauptungen Dietrichs jetzt im Raum, ohne dass Missel noch hätte darauf eingehen können.

Auch Benno vom Commando Cannstatt 97 traute sich wieder und bat unter anderem darum, vor der Abstimmung zur Ausgliederung eine Probeabstimmung durchzuführen. Dieser Bitte wurde leider nicht stattgegeben, es werde schon alles mit rechten Dingen zugehen. Das kann man glauben oder auch nicht.

Es scheint einige Geräte gegeben haben, die nicht funktionierten, zudem müssen die Volunteers an den Eingängen auch falsche Informationen weitergegeben haben, welche Geräte wo funktionieren.

Ob es im 21. Jahrhundert nicht fortschrittlichere und damit verlässlichere Abstimmungstechniken gibt? Wir jedenfalls waren uns des öfteren unsicher, ob denn die Abstimmung richtig funktioniert hat. Dass bei einigen Abstimmungen Tausende nicht mit abgestimmt haben, halte ich schlicht für sehr unwahrscheinlich.

Eine Mitgliederversammlung mit über 14.000 Mitgliedern ist schon einmalig im deutschen Fußball, die Lockangebote haben offensichtlich gewirkt. Die nächsten Mitgliederversammlungen wird der verbliebene e. V. mit seinen Faustballern, Leichtathleten, Hockey-Damen und Schiedsrichtern vermutlich wieder im Carl-Benz-Center abhalten können.

Kamen beim HSV zur Abstimmung über die Ausgliederung knapp 10.000 stimmberechtigte Mitglieder waren es bei jener am 08.01.2017 gerade noch 344 Mitglieder! Die Musik spielt künftig in der AG, viel mehr als den trocken verlesenen Geschäftsbericht wird es auf den e. V.-Versammlungen nicht mehr zu besprechen geben.

Die Einflussmöglichkeiten bisher waren zwar auch nicht gerade immens, doch hatte man immerhin bei der alljährlichen Aussprache das Recht, unbequeme Fragen zu stellen und Vorstand und Aufsichtsrat nicht entlasten, was bekanntlich schon zum einen oder anderen Rücktritt geführt hat.

Des weiteren sind theoretisch Schadenersatzansprüche wegen grober Pflichtverletzung gegen Aufsichtsräte möglich, während wir jetzt drei Kreuze machen und hoffen müssen, dass die handelnden Personen ihren Job gut machen.

Wenn die 41,5 Millionen Euro und das Geld potentiell weiterer Investoren ausgegeben, verpufft oder verbrasst sind, kann höchstens der zustimmungspflichtige Verkauf weiterer Anteile noch einmal die Gemüter erhitzen.

Dass der Präsident des e. V. den Verein mit 75% in der Hauptversammlung der AG vertritt, ist ein Proforma-Recht, weil sich in dieser nicht viel abspielt, außer dass ihm der Geschäftsbericht der AG vorgelegt wird. Ein weiteres Recht, wie Magnus Missel schreibt, wäre, die Gesellschaft aufzulösen und Satzungsänderungen in der AG herbeizuführen. Dass Dietrich den Verein zu 75% in der Hauptversammlung vertritt ist für mich ohnehin nicht der Burner, da mir das Vertrauen in ihn fehlt. Nach diesem Wahlkampf mehr denn je!

Spätestens seit Donnerstag ist also auch der VfB angekommen in der Welt des fußballerischen Kapitalismus. Für ein paar Kröten verkaufen wir unser Mitspracherecht über die Fußballabteilung an Wirtschaftsbosse. Dies belohnen wir mit Sitzen im Aufsichtsrat welcher wiederum den Vorstand bestellt. In den Aufsichtsrat wird der e. V. zwei Mitglieder entsenden, so dass der Verein dort bei neun Mitgliedern klar unterrepräsentiert sein wird. Ob außer Sponsoren- bzw. Investorenvertretern noch Leute aus dem Sport in den Aufsichtsrat nachrücken, steht noch in den Sternen.

Klar ist nur, dass Dietrich Präsident im e. V. bleiben wird und die anderen Vorstände Heim, Röttgermann, Schindelmeiser als Vorstand der AG fungieren werden. Da alle dieser Herren relativ jung sind, werden sie wohl, sollten sie keinen Scheiß bauen, diese Posten einige Jahre lang ausüben.

Interessant dürfte es dann werden, wenn Posten neu zu besetzen sind, weil Vorstände vom vom VfB e. V. unterrepräsentierten Aufsichtsrat entsandt werden und theoretisch eines Tages in der AG immer weniger VfB enthalten sein könnte.

Was die Zukunft bringt, ob uns dieser Schritt entscheidend voran bringt oder nicht, können weder Gegner noch Befürworter zur jetzigen Zeit seriös beantworten.

Jan Schindelmeiser hat zeit seines Wirkens auf dem Cannstatter Wasen Geschick bei seinen Transfers, der Ausgestaltung der Verträge und nicht zuletzt Mut bei der Verpflichtung von Hannes Wolf bewiesen. Hätte man uns Dutt erspart und gleich Schindelmeiser präsentiert, stünden wir vermutlich um einiges besser da als derzeit, auch ohne Ausgliederung.

Daher traue ich Jan Schindelmeiser in der anstehenden Transferperiode ein glückliches Händchen zu, dies im übrigen unabhängig davon, dass wir jetzt ausgegliedert haben. Ich hätte auch ohne Ausgliederung ein gutes Gefühl gehabt, dass er für die Bundesliga eine schlagkräftige Truppe an den Start hätte bringen können.

Insgesamt hoffe ich, dass der angekündigte Großangriff nur ein Wahlversprechen war, um Stimmen zu erhaschen, und nicht von heute auf morgen in die Tat umgesetzt wird.

Mir sind Vereine, die kleinere Brötchen backen und aus geringeren Mitteln das Optimale herausholen, weitaus sympathischer, als Vereine, bei denen Geld keine Rolle spielt und die mit horrenden Gehältern um sich werfen.

Wollen wir, wie es Dietrichs Vision zu sein scheint, in Sachen Gehaltsniveau mit Vereinen wie Leipzig, Wolfsburg und Hoffenheim mithalten, setzt man sich gewaltig unter Zugzwang und spielt mit dem Feuer. Für mich ist es absolut unrealistisch in absehbarer Zeit wieder Stammgast in den Top 5 zu sein.

Die Konkurrenz schläft ja auch nicht und steckt Summen, für deren einmaligen Erhalt wir uns verkaufen und wegen der die meisten „hurra“ schreien, Jahr für Jahr in die Fußballabteilung.

Da geben mir einmalige Ausschläge nach oben und sporadische Europapokal-Teilnahmen, wie sie der SC Freiburg und der 1. FC Köln in der nächsten Saison erleben, mehr, als wenn man mit einem 100 Millionen-Euro-Etat nur Fünfter werden und nicht wissen würde, wie die darauffolgende Saison finanziert werden soll.

Deshalb hoffe ich, dass der VfB, auch als AG, schwäbisch vernünftig wirtschaftet und nicht größenwahnsinnig wird.

Von vielen hörte ich im Vorfeld „der Schindelmeiser hat’s ja schon bewiesen, dass er mit Geld umzugehen weiß“. Ein bisschen kurz gedacht, schon morgen könnte Schindelmeiser Geschichte sein und einer wie Bobic oder Dutt sein Unwesen treiben. Und dann?

Aber, keine Sorge, ist ja alles rosarot, auch Dietrich sagte, ist das Geld verprasst, ohne die erhoffte Wirkung erzielt zu haben, dann sei nichts weiter passiert, als dass wir schlimmstenfalls dastehen könnten wie heute auch. Wer’s glaubt, wird selig.

Im Einzelnen möchte ich mich über etwaige Risiken und die Auswirkungen des nun erfolgten Schrittes auch gar nicht mehr auslassen, diese sind in den einschlägig bekannten und von mir auch verlinkten Blogs ausführlich erläutert (eine Zusammenfassung hier http://vertikalpass.de/vfb-ausgliederung-links/).

Die Aufgabe zu informieren lastete im Vorfeld aufgrund der einseitigen Propaganda vom Verein auf den Bloggern, Podcastern und Ultrasgruppierungen auf. Man tat es, so gut man konnte und so gut es die Zeit zuließ. Da es DIE Opposition als Einheit und koordiniert nicht gab, wurde mit ungleichen Waffen gekämpft. Von den Stuttgarter Zeitungen hätte man sich wenigstens den einen oder anderen kritischen Artikel gewünscht, doch, Fehlanzeige.

Dass ich dem VfB, solang er weiter unser Wappen trägt, auch weiterhin die Stange halten werde, versteht sich von selbst. Man wird eben noch kritischer hinschauen, hat man doch einige Vereine vor Augen, bei denen eine Ausgliederung auch schon gewaltig schief gegangen ist. Gerade das aktuelle Beispiel TSV 1860 München mit seinem jordanischen Investor Ismaik sollte Warnung genug sein, was passieren könnte, bekäme der Investor zu viel Einfluss. Von diesem Modell sind wir selbstredend weit entfernt, doch, der Anfang in diese Richtung wurde Donnerstag gemacht.

Dem VfB würde es gut zu Gesicht stehen, sich die in der 2. Liga wiederentdeckte Demut zu bewahren und langsam wieder in die Bundesliga hineinzuwachsen.

Das jahrelang zerrüttete Verhältnis zwischen Spielern und Fans scheint gekittet und könnte kaum besser sein als im Moment. Die Spieler lernten die Unterstützung, die sie in der Bundesliga als selbstverständlich ansahen, neu schätzen, während man als Fan seit langem wieder den Eindruck hatte, es stünde ein Team auf dem Platz und ein Trainer an der Seitenlinie, bei dem sich jeder seinen Einsatz Woche für Woche neu erarbeiten muss.

Wird jetzt noch an Ur-Alt-Baustellen und Stammplatzgarantien herangegangen, ist mir vor der Bundesliga überhaupt nicht bange. Es wäre schön, wenn dieses Klima in die Bundesliga hinüberzuretten wäre.

Der AG-Vorstand und dabei vor allem Jan Schindelmeiser kann dazu beitragen, indem vernünftige, leistungsgerechte und vor allem durch sichere Einnahmen abgedeckte Gehälter bezahlt werden und man wegen der größeren Möglichkeiten nicht sofort wieder unvernünftig wird und Fehler der Vergangenheit wiederholt.

Mit dem modernen Fußball und seinen Begleitumständen vor und in den Stadien kann ich ohnehin immer weniger anfangen, so dass mir wenigstens mein eigener Verein, oder doch besser meine Fußball-Abteilung der VfB AG (?), noch Spaß machen sollte.

Nimmt die Kommerzialisierung weiterhin überhand, wird eine Helene Fischer auch in unseren Halbzeitshows Bestandteil, bin ich bald geneigt, nur noch mit den Amateuren mitzufahren, wenn es sie denn auf lange Sicht überhaupt noch gibt.

Als Mitglieder des e. V. haben wir nämlich auch die U23-Mannschaft nicht mehr in unserem Einflussbereich, so dass unsere Amateure schneller weg vom Fenster sein könnten, wie wir gucken können. In einer Kapitalgesellschaft geht es schließlich um Profit Center, bringen die Amas auch in naher Zukunft kein Futter für die Profiabteilung hervor, ist sie verlustträchtig und dürfte auf den Prüfstand kommen. Aufgelöst und abgemeldet ist die Abteilung schnell, schließlich muss man ja dafür die lästigen Mitglieder nicht mehr befragen.

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26. Mai 2017

“Nein zur AG” heißt nicht #neinzumerfolg

Nach dem „So gut wie Aufstieg“ in Hannover durch das Bielefelder 6:0 gegen Eintracht Braunschweig, machte der VfB am Sonntag gegen die Würzburger Kickers erwartungsgemäß sein Meisterstück. Dem Schlusspfiff folgten Platzsturm und eine rauschende Feier auf dem Wasen, der ich, wie wohl viele andere auch, wegen der befürchteten Überfüllung gleich von selbst fern geblieben bin.

Jedoch muss ich auch zugeben, dass ich wegen des Aufstiegs nicht in eine allzu große Euphorie verfallen bin und auch nicht das Bedürfnis hatte, ein Stück Rasen oder einen Torpfosten mitzunehmen oder gar die „Aufstiegshelden“ zu herzen. Einige davon sind immerhin auch die Versager des Vorjahres, die lediglich mitgeholfen haben, zu reparieren, was über all die Jahre kaputt gegangen ist.

Die Aufstiege von Hannover 96 und vom VfB waren reine Pflichterfüllung, alles andere als der Aufstieg wäre in beiden Städten schlicht nicht zu vermitteln gewesen. Der finanzielle Vorsprung vor dem Rest der Liga war einfach zu gewaltig, um erneut ein Übergangsjahr zu gestatten. Zudem war in dieser 2. Liga kein Team, wie noch im Vorjahr Red Bull Leipzig, mit von der Partie, welches mit unlauteren Mitteln gekämpft hätte. Daher war es eher überraschend, dass bis zum letzten Spieltag noch kein Aufsteiger definitiv fest stand und letzte Restzweifel noch ausgeräumt werden mussten.

Dabei möchte ich die 2. Liga nicht kleiner reden, als sie ist. Auch dort wird ordentlicher Fußball gespielt, die meisten Vereine und Fanszenen habe ich im Laufe des Jahres ohnehin in mein Herz geschlossen, und dennoch, ein Blick auf das Budgetranking allein genügt, um zu erkennen, dass Hannover 96 und der VfB finanziell in einer anderen Liga spielten.

Der VfB schloss die Saison also als Meister ab und bekam als Lohn die „Radkappe“ überreicht. Schmückt dieser Titel alsbald noch unseren Briefkopf wäre dies der Gipfel der aufgesetzt wirkenden Euphorie. Als Fan begleitet mich derzeit eher Wehmut, diese tolle Liga nach nur einem Jahr schon wieder verlassen zu müssen.

Für den Verein war der Aufstieg jedoch überlebensnotwendig, um nicht Gefahr zu laufen, den Anschluss nach oben völlig zu verpassen und ein „normaler“ Zweitligaverein zu werden wie bspw. Fortuna Düsseldorf, VfL Bochum, 1. FC Kaiserslautern und mittlerweile auch der 1. FC Nürnberg. Zukünftig spielen wir also wieder mit im Konzert der Großen und die Intention der Vereinsführung ist es, den zweiten vor dem ersten Schritt tun zu wollen.

Anstatt sich zunächst einmal wieder zu etablieren, möchte man mit den Daimler-Millionen den Großangriff nach oben starten. Dafür wurde für kommenden Donnerstag (01.06.) eine außerordentliche Mitgliederversammlung angesetzt, um im Zuge (der erhofften) Euphorie die Ausgliederung durchpeitschen zu können.

Euphorisch mögen die Selfie-Knipser auf dem Rasen gewesen sein, ich war es nicht und, wäre ich es gewesen, wäre meine Euphorie seither schon wieder längst verflogen.

Bereits am Tag nach dem Aufstieg, kaum trocken von den Bierduschen, wurde publik, dass Controller Heim und Trikotverkäufer Röttgermann, zwischen Dutts Entlassung und Schindelmeisers Amtsantritt so etwas wie die letzten Mohikaner in der Vereinsführung, Simon Terodde eine Ausstiegsklausel in den Vertrag drucken ließen, die es ihm erlaubt, für die festgeschriebene Ablösesumme von sechs Millionen Euro den Verein bis zum 31.5. verlassen zu können.

Unser Aufstiegsgarant also vor dem Absprung? Knallhart holte uns somit die Bundesligarealität schon wenige Tage nach dem Aufstieg ein, nämlich, dass wir im Vergleich zu etablierten Bundesligisten doch nur ein kleines Licht sind und in Sachen Gehaltsangeboten auch mit Vereinen aus der Tabellenmitte nicht mithalten können. Einige fühlten sich in diesen Diskussionen bestätigt, der VfB brauche die Ausgliederung schon deshalb, um einen wie Terodde halten zu können. Ich sage, beim zunächst kolportierten Vertragsangebot von Borussia Mönchengladbach, 4-Jahresvertrag für einen 29-jährigen und 6 Millionen Euro Jahresgehalt, mitzubieten, wäre wahnwitzig gewesen, egal wie viel man auf dem Konto hat. Natürlich verleitet es, je mehr Geld man zur Verfügung hat, auch unvernünftige Sachen zu machen, doch, wollen wir das wirklich?

Wenn ich schon nicht sonderlich euphorisch war, ob des zu erwartenden Aufstiegs, gefallen haben mir die „ERSTKLASSIG“-T-Shirts schon, mit denen die Jungs zusammen mit den Fantastischen Vier auf der Bühne des Cannstatter Wasens herumgehüpft sind. Der Slogan „ERSTKLASSIG“ ist zwar nicht sonderlich der Rede wert, waren wir doch die meiste Zeit der Vereinsgeschichte erstklassig, aber, sei’s drum. Einen Aufstieg erlebt man trotzdem nicht alle Tage, so war ich gewillt, mir dieses Shirt für stolze 20 Euro zu gönnen.

Dann allerdings das böse Erwachen: einen Tag nach dem Aufstieg (und bis heute) war dieses Shirt im Online-Shop auf der VfB-Seite nur in extrem kleinen Größen bestellbar. Es ist ja auch nicht so, dass man in seinem Online-Shop unbegrenzt Bestellungen annehmen und nach Auftragseingang produzieren lassen könnte, nein, beim VfB ist in einem solchen Fall die Bestellung überhaupt nicht möglich! Für mich wäre das Shirt JETZT interessant gewesen, nach der Terodde-Ernüchterung und wohl erstrecht nach der Mitgliederversammlung ist es das wohl nicht mehr.

Ich habe mir zwar sagen lassen, im Shop sei das Shirt in rauen Mengen und sämtlichen Größen verfügbar, doch, manchmal kommt man einfach nicht „runter“ und zahlt dann lieber die Versandkosten, um ein Produkt bequem nach Hause geliefert zu bekommen. Ein wirkliches Argument ist die Verfügbarkeit vor Ort ohnehin nicht, in Anbetracht der vielen auswärtigen Fans, die schon gar nicht die Möglichkeit haben, den Shop außerhalb von Spieltagen zu besuchen.

Solang der VfB nicht in der Lage ist, die bei vielen Fans existente Euphorie in bare Münze umzuwandeln, frage ich mich, weshalb man dem Verein mehr Geld in die Hand geben sollte. Um solche Versäumnisse zu kaschieren? Der VfB hat durchaus, auch ohne die Daimler-Millionen, noch längst nicht alle Potentiale ausgeschöpft, um mehr Geld als bisher einzunehmen.

Nicht nur aus diesem Grund steht es mittlerweile fest, dass ich am kommenden Donnerstag für „Nein“ stimmen werde. Es ist die Art des „Wahlkampfs“, die mir so sauer aufstößt. Je mehr Skeptiker, als solche hingestellt werden, die „nein zum Erfolg“ sagen würden, je mehr Vorbehalte gegen die Ausgliederung, wie sie vollzogen werden soll, ganz im Trump-Stil als „Fake-News“ abgetan werden, desto mehr wächst mein Misstrauen, desto mehr bin ich mir sicher, dass wir unser blaues Wunder erleben würden, wenn denn mit „Ja“ gestimmt wird.

Es ist natürlich gutes Recht vom VfB, seine Position als die einzig wahre darzustellen, wenn er derart vom eigenen Konzept überzeugt ist. Solang er aber lediglich seine Position propagiert und keinerlei Informationen zu Alternativen mit deren Fürs und Widers zur Entscheidungsfindung an die Hand gibt, darf er sich nicht wundern, wenn man sich anderer Quellen bedient und der Vereinsführung und deren Propaganda kein Wort mehr glaubt.

Die Propaganda nimmt dabei immer groteskere Züge an. Dass ein Vereinsangestellter wie Thomas Hitzlsperger für das Vorhaben des Vereins wirbt und dass der Aufsichtsrat Hermann Ohlicher sich fürs neu zu wählende Gremium in Stellung bringen lässt, verständlich.

Wenn jedoch zudem ein Sami Khedira vor den Propaganda-Karren gespannt wird, ist das für mich an Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Wir stehen vor einer ernsten Entscheidung, die genau abgewogen gehört und zu der die Mitglieder gut beraten wären, sich eingehend zu informieren.

Da gehört es sich einfach nicht, Vereinsikonen als Stimmungsmacher zu missbrauchen und dadurch Stimmenfang betreiben zu wollen. Ich würde gerne einmal von Sami Khedira wissen, inwieweit er sich nach dem Gewinn der Coppa Italia und des Scudetto und mitten in den Vorbereitungen für das große und alles überstrahlende Champions League Final gegen Real Madrid mit den Auswirkungen der Ausgliederung befasst und sich in die Materie eingelesen hat.

Den Gegnern der Ausgliederung wird von den Befürwortern, weil ihnen echte Argumente fehlen, meist vorgeworfen, Ewiggestrige oder Ultras zu sein. Ich bin weder Fortschritt nicht aufgeschlossen, noch ein Ultra und dennoch dagegen, am Donnerstag dem Vorhaben des Vereins zuzustimmen.

Dass der e. V. in der derzeitigen Form für Profivereine bald ausgedient hat und irgendwann auch nicht mehr zulässig sein dürfte, dem verschließe ich mich nicht. Schon aufgrund dieser Tatsache bin ich kein „e. V.-Verfechter“, sondern sehe die gewählte Rechtsform der AG als diskussionswürdig an.

Es gäbe andere Formen, durch die sowohl den Steuergesetzen als auch neuer Möglichkeiten von Kapitalbeschaffung Rechnung getragen würde. Das Commando Cannstatt 97 hat die Alternativen was die Rechtsform angeht fundiert beleuchtet unter http://www.cc97.de/stellungnahme-zur-aomv und kommt zu dem Schluss, dass der VfB (und die Daimler AG) die Rechtsform der AG wohl in erster Linie deshalb gewählt haben dürfte, um dem Investor größtmöglichen Einfluss zu gewähren.

Auch auf die schwindende Möglichkeit der Mitbestimmung wird dabei eingegangen und zu dem Schluss gelangt, dass der Investor (bzw. die Investoren) im Aufsichtsrat in der Überzahl sein wird und das Mitglied eben nur noch bei belangloseren Entscheidungen weiterhin Mitspracherecht genießt.

Geht diese Ausgliederung durch, hinterfrage ich meine Mitgliedschaft auf jeden Fall und werde höchstwahrscheinlich aus dem Verein austreten. Meine Verbundenheit zum Verein bringe ich auch anders zum Ausdruck, der einzige „Vorteil“, den meine Mitgliedschaft dann noch mit sich brächte, wäre die vierteljährlich erscheinende Ausgabe von Dunkelrot. Als Dauerkarteninhaber, Allesfahrer und Fanclubmitglied ist für mich bspw. das Vorkaufsrecht auf Eintrittskarten völlig uninteressant und somit kein Grund, an der Mitgliedschaft festzuhalten.

Da der Verein durch sein Vorgehen eine unnötige Schärfe in die Debatte bringt, in „Gute und Schlechte Mitglieder“ unterteilt, sich selbst einen unnötigen Zeitdruck auferlegt und sich offensichtlich auch noch erhofft, Mitglieder durch materielle Anreize ködern zu können, bin ich mal gespannt, wie sich das Klima entwickelt, sollte der Ausgliederung die Zustimmung verweigert werden.

Das, was man bei Präsident Dietrich schon aufgrund seines ehemaligen Postens als Stuttgart21-Sprecher befürchtet hatte, nämlich, dass er die Mitglieder eher spaltet als eint, steht nun auf dem Prüfstand. Es wurden Horrorszenarien für den Fall einer Ablehnung gesponnen, auch Jan Schindelmeiser meinte in diesen Tagen, ohne Ausgliederung würde es „sehr schwer für uns“ werden.

Dabei fußt meine Hoffnung auf eine bessere Zukunft sehr auf der Kompetenz eines Jan Schindelmeiser, auch mit geringeren Mitteln erfolgreich wirtschaften zu können. Unser Problem in den letzten Jahren war ja auch nicht, dass zu wenig Geld vorhanden war, sondern, dass der VfB das sich selbst auf die Fahne geschriebene “Ausbildungsverein” auch bei der Ernennung der Sportdirektoren wörtlich nahm. Seit Rolf Rüssmann war kein Mann vom Fach mehr in dieser Position tätig. Von Übergangslösungen wie Briem/ Schneider über Heldt, den man vom Spielfeld direkt auf den Posten des Sportdirektors hob, über Fredi Bobic, seines Zeichens bis dahin als Dummschwätzer in der Krombacher Saufrunde tätig und als ehemaliger Einzelhandelskaufmann-Azubi bei Hertie prädestiniert für den Job, bis hin zu Robin Dutt, der zwar Trainer durch und durch war, als Sportdirektor beim DFB jedoch schon heillos überfordert war. Diese Personalentscheidungen auf der für ein Fußballunternehmen neben dem Trainer wichtigsten Position, haben uns schleichend dem Abgrund näher gebracht. In Folge dessen wurde auf falsche Trainer gesetzt, das Gehaltsniveau unverantwortlich angehoben, falsche Spieler geholt und dafür gesorgt, dass uns Koryphäen im Nachwuchsbereich fluchtartig verließen und inzwischen Leipzig noch größer machen, als die ohnehin schon geworden sind. Mit Jan Schindelmeiser haben wir erstmals seit langem einen Mann vom Fach, dessen Geschick bei Transfers er ja bereits in den 10 Monaten, in denen er beim VfB ist, unter Beweis gestellt hat.

Spannend dürfte es in jedem Fall werden, wie die „Verlierer“ der Abstimmung mit dem Ergebnis umgehen werden und ob es gelingt, die Fangemeinde dann wiederzuvereinen.

Mir erschließt es sich noch immer nicht, wie man am Tiefpunkt der Vereinshistorie Anteile verscherbeln kann und warum man das nicht tut, wenn man wieder in der Bundesliga Fuß gefasst hat und im besten Fall mal wieder international spielt. Dass die Qualifikation fürs internationale Geschäft noch immer durch gute, kontinuierliche Arbeit geschafft werden kann, bewies in der abgelaufenen Saison der 1. FC Köln.
Von Vereinsseite wird immer kommuniziert, der Daimler engagiere sich allein aus Verbundenheit zum Verein und verlange keinerlei Gegenleistung. In diesem Licht stelle ich mir die Frage, wie es kommt, dass der VfB jetzt als Aufsteiger über 300 Millionen Euro wert sein soll, wenn vor anderthalb Jahren, als der Verein 40 Jahre ununterbrochen Bundesliga gespielt hat, schon 180 Millionen Euro als zu hoch gegriffen erschienen.

Ist die Marke von 41,5 Millionen Euro, die der Daimler dem VfB sofort zur Verfügung stellen würde, ein „Zuckerle“ für die Mitglieder, um ja nicht auf die Idee zu kommen, „falsch“ abzustimmen?

Bei #vfbimdialog trat zutage, dass es sich bei den 300 Millionen Euro gar nicht um den derzeitigen Wert des Vereins handelt, sondern man diesen mit Hoffnungen in die Zukunft errechnet habe.

„Ja zum Erfolg“, besserer Tabellenplatz, dadurch mehr Fernseheinnahmen, dadurch exorbitantes Ansteigen der Merchandising- und Sponsoring-Erlöse, und, und, und. Siehe oben, gerade im Merchandising-Bereich genügt es meiner Ansicht nach, einfach besser zu werden, um brach liegende Potentiale zu nutzen. Das oben aufgeführte war nur eines von unzähligen Beispielen der jüngeren Vergangenheit, bei dem man nur den Kopf schütteln kann. Größen fallen höchst unterschiedlich aus, die Qualität ist nicht die beste und fehlende Verfügbarkeit führen dazu, dass mit Rabattgutscheinen um sich geschmissen wird, um die wütende Kundenschar zu besänftigen.

Die Errechnung eines Unternehmenswertes mit Hoffnungen in die Zukunft erscheint mir höchst fragwürdig. Was passiert denn, wenn diese Hoffnungen nicht eintreten? Was, wenn Jan Schindelmeiser mit seinen nächsten Transfers daneben liegt, Hannes Wolf im Herbst entlassen wird und wir dem neuerlichen Abstieg entgegen taumeln sollten? Sind dann die bislang lediglich feststehenden 41,5 Millionen Euro nicht nur die Anschub-, sondern auch die Endfinanzierung?

Ist das dann die Summe, für die wir uns letztlich in die Hände eines Investors begeben haben? Wer davon träumt, dass wir mit diesem Geld auf Anhieb in der Bundesliga oben mitspielen werden, ist ein Phantast. Es fließt zunächst nur ein Bruchteil in den Kader. Ein Großteil wird für die Sanierung der Trainingsplätze und des Clubheims benötigt, zudem soll der Jugend- und Scouting-Bereich weiter professionalisiert werden. Die restlichen 58,5 Millionen Euro, um die 100 mit weiteren Investoren voll zu machen, sind derzeit noch genauso unsicher wie der weitere sportliche Werdegang unseres VfB. Abstimmen tun wir also zunächst einmal über eine 41,5 Millionen Euro Finanzspritze.

Magnus Missel hat in seinem Blog unter https://dervfbblog.wordpress.com/2017/05/26/rueckblick_ausblick_blicksch-du-s-net/ einige von mir am Rande erwähnten zu hinterfragenden Punkte analytisch herausgearbeitet und wundert sich ebenso wie ich, weshalb plötzlich im Nachwuchsbereich ein so großer Renovierungsbedarf herrschen soll.

Der VfB rechnet diese 41,5 Millionen Euro zwar dem Eigenkapital zu, weil er diese unverzinst erhält. Das Geld soll in Beine und Steine investiert werden und ist demzufolge in Kürze weg. Was aber, wenn der Daimler von seinem theoretischen Recht Gebrauch macht und seine Anteile weiter veräußern möchte? Der VfB hat zwar die Möglichkeit, beim Weiterverkauf an einen Dritten sein Veto einzulegen und die Anteile selbst zurückzukaufen, doch, wie soll das funktionieren, wenn kein Geld mehr da ist? Es wurde zwar wohl ein Modell ausgearbeitet, die es dem VfB erlaubt, die Anteile „im Rahmen seiner Möglichkeiten“ vom Daimler zurückzukaufen bzw. abzustottern und doch würde uns dieses Szenario über Jahre belasten.

Was mir ferner Angst macht, ist, dass Jan Schindelmeiser bei #vfbimdialog gesagt hat, um mit den Emporkömmlingen der letzten Jahre, wie Hoffenheim und Leipzig, (finanziell) konkurrieren zu können, müsse sich unser Gehaltsvolumen von derzeit 25 Millionen Euro in den nächsten Jahren bis auf 100 Millionen Euro erhöhen.

Bei einem Kader von 20 Spielern hieße das, dass JEDER im Schnitt fünf Millionen Euro mit nach Hause nehmen würde. Ich dachte, wir hätten aus der Vergangenheit unsere Lehren gezogen und würden nicht noch einmal in die Championsleague-Falle tappen.

Persönlich habe ich ein Problem mit der Gehälterentwicklung im Profifußball und bin froh, dass der Verein sein Gehaltsniveau von ca. 60 Millionen in der Heldt-Ära auf jene 25 Millionen Euro heruntergefahren hat. Dieses darf sich auch gerne jetzt wieder auf ein Normalmaß für Bundesligaverhältnisse erhöhen. Normalmaß heißt für mich, dass die Ausgaben- die Einnahmenseite nicht übersteigt und wir keine Gehälter zu stemmen haben, die uns bei Misserfolg um die Ohren fliegen. Hier bin ich ganz Fußballromantiker und sage, man muss nicht jeden Irrsinn auf Teufel komm raus mitmachen.

Das Investment des Daimler und mutmaßlich weiterer Investoren fließt ja auch nicht jährlich sondern einmalig, so dass jeder Euro, der zusätzlich in die Taschen der Spieler fließt, an anderer Stelle wieder eingenommen werden muss. Sollten wir je mal wieder Champions League spielen, dürfen die Spieler gerne an den Einnahmen partizipiert werden, jedoch wäre ich vorsichtig, wie in der Vergangenheit, mit horrenden Grundgehältern in Vorleistung zu gehen, die einem die Luft zum Atmen nehmen, sollte der sportliche Erfolg ausbleiben.

Daher ist für mich noch immer Vernunft das oberste Gebot. Ich sehe als den Lauf der Zeit an, dass wir niemals alle Spieler werden halten können und es immer Vereine geben wird, die einem Spieler mehr bereit sind zu bezahlen als es der VfB tun sollte. Gibt man diesen Befindlichkeiten nach und macht die Preistreiberei gegen Vereine wie Hoffenheim und Leipzig mit, ufert das aus und weckt neue Begehrlichkeiten bei denen, die schon da sind. Auch hier gilt es langsam zu wachsen und nicht plötzlich das Geld mit vollen Händen hinaus- bzw. in den Rachen der Spieler zu werfen.

Das Stellen des Nachwuchsbereiches auf eigene finanzielle Beine ist für mich ein großer Schritt in die richtige Richtung. Hier benötigt es Geduld, bis die erfolgten Umstrukturierungen den ersten Ertrag bringen. Durch Ungeduld und finanzielle Unvernunft würde der Druck gewaltig und unnötig erhöht werden, schnellen sportlichen Erfolg einzufahren.

Da freunde ich mich doch lieber mit dem „Freiburger Modell“ an und kalkuliere notfalls auch einen Abstieg mit ein, wenn die getroffenen Personalentscheidungen nicht ins Schwarze trafen oder ein Jahrgang aus dem Jugendinternat nicht die erhoffte Verstärkung für den Profifußball brachte. Freiburg ging aus seinem letzten Abstieg gestärkt hervor, indem man Leistungsträger gewinnträchtig verkaufen und die Mannschaft für die 2. Liga weitestgehend aus dem eigenen Nachwuchs und günstigen Neuzugängen rekrutierte. Die Transfererlöse wurden also überwiegend für schlechtere Zeiten auf die hohe Kante gelegt, so dass der SC derzeit liquider als der (große) VfB sein dürfte.

Auch der VfB konnte nach dem Abstieg hohe Transfererlöse erzielen, um den finanziellen Aderlass durch den Abstieg aufzufangen. Vor allem seit Jan Schindelmeiser und Hannes Wolf hier sind, wird wieder vermehrt auf die Jugend gesetzt, was auch der Schlüssel für die meisten großen Erfolge der Vergangenheit war. Dieser Weg muss konsequent weiter gegangen werden. Hat man mal wieder ein absolutes Top-Talent wie Joshua Kimmich in den eigenen Reihen, muss dieses erkannt und gefördert werden und darf uns nicht noch einmal durch die Lappen gehen. Die vom Daimler versprochenen 41,5 Millionen Euro sind im heutigen Fußball-Business nicht mehr die Welt und könnten heute allein durch einen Verkauf eines Spielers wie Kimmich generiert werden, ganz ohne die Seele des Vereins zu verkaufen.

Der VfB ist ein Ausbildungsverein und wird meiner Ansicht nach auch einer bleiben (müssen). An die Mär, die uns die Vereinsführung in ihrem im „Sendung mit der Maus“-Style erstellten Erklärbär-Video weismachen möchte, dass wir durch die Ausgliederung wieder in der Lage sein würden, Spieler zu halten, glaube ich im modernen Fußball nicht. So gut wie jeder wird dorthin gehen, wo es mehr zu „verdienen“ gibt, fast immer gibt es für Spieler, die Begehrlichkeiten anderer Clubs geweckt haben, einen Verein, der über das vom VfB vertretbare Maß hinaus eine Schippe drauf legt, so dass es nur vernünftig ist, irgendwann aus den Verhandlungen auszusteigen.

Auch wenn ich ein Gegner der Ausgliederung in der zur Abstimmung stehenden Form bin, heißt das nicht, dass ich den VfB nicht auch gerne erfolgreich sehen möchte. Erfolg ist dabei jedoch relativ. Im letzten Jahrzehnt hat der VfB derart den Anschluss verpasst, so dass dieser auch mit einer 41,5 Millionen Euro Spritze nicht so schnell wieder hergestellt werden kann.

Der Aufstieg war ein erster Schritt. Wie die Fans den Verein auch in der 2. Liga unterstützt haben, war phänomenal. Das ist das Fundament, auf dem sich aufbauen lässt. Das Wissen um eine treue Fangemeinde, die dem Verein auch in schwierigeren Zeiten die Stange hält. Wunderdinge werden nach dem Wiederaufstieg die wenigsten vom VfB jetzt erwarten.

Der Verein muss sich weiter konsolidieren und nach zehn Jahren Misswirtschaft den Anschluss langsam wieder herstellen. Die einmalige Finanzspritze der Daimler AG würde zwar helfen, diesen Prozess zu beschleunigen, jedoch zu einem für mich zu hohen Preis, ohne Erfolgsgarantie und mit erheblichen Risiken!

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20. Mai 2017

So gut wie durch!

Eine Ruhmestat war es nicht gerade, was der VfB da in Hannover abgeliefert hat, aber, diese knappe Niederlage sollte wider vorherigem Erwarten für den Aufstieg reichen, weil Arminia Bielefeld den bis dahin so konstanten Kontrahenten Eintracht Braunschweig mit 6:0 aus der Schüco-Arena schoss. Bereits jetzt legendär dazu, die Rede von Bielefelds Co-Trainer Carsten Rump, die er vor dem Spiel in der Kabine hielt und in der er an die Ehre seiner Mannschaft und die Verpflichtung den Fans und ihrer Familien gegenüber appellierte. Insbesondere der Part, indem er darauf verwies, dass seine Ansprache gefilmt werde, und sie an die Spielerfrauen weiter versendet werde, verlieh den Arminen offensichtlich Flügel.

Der mögliche, vielleicht sogar gemeinsame Aufstieg, in und mit Hannover beeinflusste unsere Reiseplanungen für dieses Spiel schon Ende Februar/ Anfang März diesen Jahres. Nachdem ein Bekannter den Vorschlag ins Spiel brachte, man könne doch in der Düsseldorfer Altstadt schon vorfeiern und von dort aus Sonntags nach Hannover fahren, hatte ich den genialen Einfall, dass man dann auch gleich aus Malle einfliegen könnte. Gesagt, getan!

Dass man das vor einem Spiel im Norden schon mal machen kann, haben zwei Gesichter unseres Niedergangs, nämlich Dutt und Kramny, im Vorjahr ja bereits vorgemacht. Der sportliche Ertrag danach war zwar bescheiden, immerhin aber ließen sie sich in den paar Tagen die Sonne auf den Bauch scheinen und konnten derart abschalten, dass sie hinterher den Schalter nicht mehr fanden.

Für die Nichtabstiegsbemühungen vom VfB war das Trainingslager am Ballermann daher eher kontraproduktiv, was jedoch nicht zwangsläufig für uns Fans gelten muss.

Im Gegensatz zur Absteigertruppe von damals nahmen wir unser Trainingslager bierernst. Zwischen Aue und Hannover konnten wir so unsere Gedanken sortieren, absolvierten intensive Einheiten im Bierkönig und führten anregende Gespräche, immer mit dem großen gemeinsamen Ziel des direkten Wiederaufstiegs vor Augen. Wir schworen uns auf die beiden letzten Herausforderungen in der 2. Liga ein und rüsteten uns für harte Tour nach Hannover, inklusive Rückfahrt mit dem Bus, sowie für die Fahrt auf dem Stuttgarter Partyfloß vor dem letzten Saisonheimspiel gegen die Würzburger Kickers.

So schlugen wir also Mittwochabend unser Trainingslager auf Mallorca auf und flogen leicht übernächtigt am Sonntag früh, Abflug 8.15 Uhr, direkt weiter in die Leinestadt.

Dort angekommen hatte unser auf Malle überraschend zu uns gestoßener Tonga-Tonga-Mann einen Bekannten organisiert, der uns VIP-Shuttle-like mit einem Mercedes Vito mit Ledersitzen und genügend Raum für uns vier und unser Gepäck, vom Flughafen abholte.

Auf dem Wagen prangte auf beiden Seiten das 96er-Wappen, doch drinnen lief uns zu Ehren „VfB, ein Leben lang“. Die Logistik also perfekt, fuhren wir in die Stadt, bekamen gar noch eine Stadtrundfahrt inklusive Erklärungen zu einigen Gebäuden geboten, genossen die Aussicht auf das Stadion vom Maschsee aus und fanden unser Ziel schließlich im Waterloo-Biergarten unweit des Stadions. Nach gut und reichlich Speis und Trank begaben wir uns dann auf den Weg zu den Fanbussen, um unser Gepäck loszuwerden.

Das war schon einmal die erste nette Begegnung mit einem Hannover-Fan, weitere sollten folgen. Unsere Plätze hatten wir auf der Osttribüne, von der aus man gut in beide Fankurven fotografieren kann. Da Hannover 96 für dieses Spiel der beiden Top-Aufstiegsfavoriten am vorletzten Spieltag keine Probleme hatte, das Stadion „nur“ mit 96-Fans voll zu bekommen, wurden Karten lediglich in norddeutsche Postleitzahlengebiete verkauft und es den VfB-Fans somit erschwert, an Karten in anderen Bereichen zu kommen.

Da ich einen Bekannten habe, der bei Hannover 96 beschäftigt ist, klappte es bei uns mit Tickets schon über den Mitgliederverkauf des Gastgebers.

Daher saßen wir also, wie in jedem Jahr, auf der Osttribüne, dieses Mal nicht so mittig wie sonst, inmitten von Hannover 96 Fans. Verstreut sah man zwar VfBler um uns herum, jedoch bei weitem nicht so viele, wie da gewesen wären, hätte man sich aus Stuttgart aus unbegrenzt mit Karten eindecken können.

Hannover gehört seit dem Umbau des Stadions zu meinen Lieblingsspielen. In den 80er-Jahren, also lange Zeit vor Billigfliegern, ICE, Socialmedia und Onlinepreisvergleichen, war Hannover DAS „Graue-Maus-Spiel“ schlechthin, wo ich eigentlich nur mal zugegen war, wenn es einen gerade ohnehin in den Norden verschlagen hatte. Ich kann mich an ein tristes 0:2 im Februar 1989 erinnern, 15.000 Zuschauer im alten zugigen Niedersachsenstadion, geschätzt kaum mehr als 100 Unentwegte im Gästeblock. Damals war Hannover noch so etwas wie die Höchststrafe für einen Fan.

Doch, das ist lange her, seitdem hat sich Hannover herausgeputzt. Das zur WM 2006 umgebaute Stadion ist zu einem Stimmungstempel geworden, wenn denn alle auch mitmachen und an einem Strang ziehen. Die kühlen Norddeutschen können ganz schön aus sich herausgehen, wie man in jenen Zeiten gesehen und gehört hat, als Hannover international vertreten war.

Als die Ultras im Clinch mit Klub-Mäzen Martin Kind lagen und demonstrativ Spiele der Profis mieden und nur die Amateure unterstützten, war die Atmosphäre eher gespenstisch. Das hat sich wieder gebessert, wenngleich die „Kind muss weg“-Rufe wohl nie verstummen werden, solang der Hörgeräte-Fabrikant durch sämtliche Hintertürchen versucht, die 50+1-Regel zu kippen und zu untergraben. Am Sonntag sollte dieser schwelende Konflikt, ebenso wie der Schatten, den unsere außerordentliche Mitgliederversammlung am 01.06. vorauswirft, kein Thema sein und alles dem Ziel des direkten Wiederaufstiegs untergeordnet werden.

Wir freundeten uns sogleich mit unseren direkten Nebensitzern an und stellten schnell fest, dass aktive Fußballfans doch auf einer Wellenlänge funken, auch wenn sie verschiedene Farben tragen. Einer der drei 96er war früher Mitglied der inzwischen aufgelösten Hannoveraner Ultras-Gruppierung Brigade Nord 99. Schnell stellten wir fest, dass wir einen gemeinsamen, mich betreffend durch Mail-Kontakt, Bekannten haben, dem ich vor einigen Jahren zwei Mal Bilder für den Ultras-Jahreskalender zur Verfügung stellte. So klein ist die Welt.

Die Chemie stimmte also, das Bier floss in Strömen, musste nur noch das (für beide Seiten!?) passende Ergebnis her. Von der Atmosphäre im Stadion war ich auch am Sonntag wieder begeistert, und das beide Fankurven betreffend. Einmal mehr ein Spiel, dessen äußerer Rahmen bundesligareif war, weshalb ich auch beiden Vereinen den Aufstieg gönne.

Nach dem jahrelangen Herumdümpeln in der Abstiegszone der Bundesliga gab es nicht wenige Fanszenen, die uns schon lange den Abstieg an den Hals wünschten. Deren Wunsch wurde dann ziemlich genau einem Jahr (endlich) erhört, doch, dieselben höre ich jetzt rufen, dass sie uns wieder herbeisehnen, weil ein adäquates Gegenüber im Gästeblock und dessen Auftritte für so manchen in der Kurve eben doch mehr wiegen, als die bloßen Darbietungen auf dem Platz. Fast schon neidisch blickte da so manche Kurve der Bundesliga hinab in die 2. Liga, die der VfB bereicherte wie kaum ein Absteiger zuvor. Wir füllten die Stadien, ob daheim oder auswärts, während man bei Bundesligaübertragungen leere Ränge wie schon Jahre nicht mehr ausmachen konnte.

Ähnlich wird es wohl auch mit dem Wunsch nach dem Abstieg des HSV ablaufen. Was man an ihm hat, merkt man erst, wenn er tatsächlich einmal nicht mehr da ist. Mir persönlich würde es schon genügen, wenn sie diese unsägliche Uhr endlich abmontieren würden, das Auswärtsspiel im Volkspark möchte ich auf keinen Fall missen.

Der VfB trat in Hannover mit derselben Aufstellung an wie schon in der Vorwoche beim 3:0 gegen Erzgebirge Aue, also auch mit Florian Klein in der Startelf. Von Beginn an war vom Elan der vorigen Wochen, in denen man immerhin fünf Siege in Folge einfuhr, wenig zu sehen. Die Bemühungen um Spielkontrolle wurden von den 96ern energisch gestört, was zu vielen Ballverlusten und ersten Chancen für Hannover führte. Die Mittelfeld-Zentrale der Niedersachsen um Anton und Bakalorz zog den VfB-Bemühungen um ein kontrolliertes Spiel nach vorne schnell den Zahn, während Terodde bei Salif Sané in (für uns nicht so) guten Händen und kaum ins Spiel eingebunden war. Die Passwege waren zugestellt, so dass auch Maxim nicht so zur Geltung kam wie in den letzten Wochen. Der VfB kam in der ersten Hälfte lediglich zu einem (!) Torabschluss durch Brekalo und fing sich zu allem Überfluss kurz vor der Pause auch noch den Rückstand ein.

Felix Klaus, der auch schon im Hinspiel für den endgültigen Knockout gesorgt hatte, lief unbehelligt übers halbe Spielfeld, ehe ihm Timo Baumgartl mehr Geleitschutz gab, als dass er ihn angriff. Dieser kam dann mühelos zum Abschluss und ließ auch Mitch Langerak bei seinem Schuss an den Innenpfosten keine Abwehrchance.

Überschwänglicher Jubel machte sich bei den 96ern breit, zumal zu diesem Zeitpunkt Bielefeld bereits mit 2:0 gegen Eintracht Braunschweig führte und man damit den Lokalrivalen nicht nur überholte sondern auch distanzieren konnte. Den Druck hatten nämlich mal wieder die Anderen, nämlich Hannover 96, die dieses Spiel unbedingt gewinnen mussten, während dem Brustring bereits ein Unentschieden genügt hätte. Dies ließ sich auch durchaus am Engagement auf dem Platz erkennen. Während die Hannoveraner um ihr Leben rannten, ging der VfB im Wissen, im nächsten Spiel noch einen zweiten Matchball in der Hinterhand zu haben, (zu) relaxed an die Sache heran.

Im Fußball gibt es immer wieder Gegner, die einem „ums Verrecken“ nicht liegen. In dieser Saison war Hannover ein solcher. Schon im Hinspiel war ein eklatanter Leistungseinbruch gegen die Niedersachsen zu beklagen und auch am Sonntag beim Rückspiel war nichts zu sehen von dem, was den VfB in den Wochen zuvor stark gemacht hat. Wenn an der Floskel, dass man nur so gut spielen kann, wie es der Gegner zulässt, etwas dran sein sollte, dann trifft dies auf die beiden Begegnungen gegen 96 komplett zu. Hannover ließ den VfB nicht zur Geltung kommen und offenbarte im Umschaltspiel, dass der VfB im Defensivverhalten von einer Bundesligatauglichkeit weit entfernt ist.

Die Körpersprache bei Hannover sah anders aus als die vom VfB. Martin Harnik, über den man sagen kann, was man will, merkte man es, wie auch schon im Hinspiel, an, dass er gewillt war, es seinem langjährigen Arbeitgeber und auch seinen Fans, die ihn zum Schluss mit Schimpf und Schande davon gejagt hatten, zu zeigen. Er legte jenes Engagement an den Tag, welches man sich von seinem Freund und unserem Kapitän Christian Gentner gewünscht hätte. Wie immer, wenn es beim VfB nicht läuft, tauchte dieser nämlich gänzlich unter und ergab sich, wie die gesamte Mannschaft, seinem Schicksal.

Unter Breitenreiter sind die 96er noch stabiler geworden und lassen wenige Torchancen des Gegners zu. Da reicht es dann eben nicht mit halber Kraft ins Spiel zu gehen und abwartend zu agieren. Das Team wirkte, als hätte es schon beim Anpfiff die Hosen voll gehabt, was neuerdings charmanter so formuliert wird, der VfB habe übergroßen Respekt vor dem Gegner gehabt.

Hannover kaufte dem VfB den Schneid ab, weil es gieriger, williger, bissiger, ja, auch motivierter wirkte und sich vor allem vor keinem Zweikampf scheute. Mit zunehmender Spieldauer, als das Braunschweiger Debakel Konturen annahm, kam hinzu, dass es der Stuttgarter Bequemlichkeit ganz entgegen kam, dass ein 0:1 gar kein ganz so schlechtes Ergebnis mehr war. Wozu sich also noch extrem schinden, wenn man auch mit dieser knappen Niederlage so gut wie durch ist?

War es einfach nur intelligent, die Hannoveraner nicht mehr als nötig zu reizen und sich mit ihnen auf den knappen Sieg quasi zu einigen, oder war es die noch immer latent vorhandene Bequemlichkeit, gerade mal so viel zu tun, wie unbedingt erforderlich ist? Wäre man mehr Risiko gegangen und hätte sich auskontern lassen, wäre dem Team von Hannes Wolf mit Sicherheit Dummheit unterstellt worden.

Ich sehe beides gegeben! Für die Verantwortlichen zählt sicherlich in erster Linie die Tabelle, die uns vor dem letzten Spiel in einer ausgezeichneten Ausgangsposition ausweist. Und doch gilt es, dem Verein die Mentalität auszutreiben, immer nur das Notwendigste zu tun, anstatt nach dem maximal Möglichen zu streben. Mit ein wenig mehr Willen, sich dem Gegner zu stellen und sich gegen ihn zu stemmen, wäre durchaus die Chance da gewesen, den Sack auch schon letzte Woche zuzumachen.

Ich anerkenne die Leistung der Hannoveraner zwar und sehe es auch so, dass es keine Schande war, gegen sie zu verlieren. Die Art und Weise aber, wie die Mannschaft in diesem ersten Endspiel aufgetreten ist, ärgert mich trotzdem immer noch sehr.

Wenn man die Chance hat Großes zu erreichen, wenn trotz erschwerter Kartenvergabe zwischen 8.000 und 9.000 Fans die weite Reise auf sich nehmen, dann hätte ich schon ein Mehr an Konzentration, Engagement und Siegeswillen erwartet. Es war über weite Strecken eine lethargische Vorstellung, so dass es am Sieg der 96er überhaupt nichts zu deuteln gab, im Gegenteil, hätte nicht Mitch Langerak einen so guten Tag gehabt, hätte die Niederlage noch deutlich höher ausfallen können.

Am Ende jubelten die Hannoveraner, als hätten sie die Meisterschaft gewonnen, während es auf VfB-Seite doch eher verhalten zuging und der Frust über die Leistung der Mannschaft überwog.

Vielleicht weil wir inmitten der Jubelarien saßen und unseren neuen Bekannten den Sieg auch durchaus gönnten, verließ ich das Stadion mit einer anderen Gefühlslage als wohl die meisten, die im VfB-Bereich standen. Auch ich hatte da zunächst in erster Linie die Tabelle im Blick und hier hat der VfB, trotz der Niederlage, sein Saisonziel zu 99,9% erreicht. Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, ließen wir uns jetzt noch die Butter vom Brot nehmen. Faktisch sind wir so gut wie durch, die Freude darüber überwog zunächst einmal.

Jan Schindelmeiser und Hannes Wolf ordneten den Auftritt selbst schon richtig ein und werden dafür sorgen, dass im Team, das am Sonntag gegen Würzburg am Start ist, kein Einziger mit dem Bewusstsein den Rasen betritt, schon durch zu sein und nicht mehr alles geben zu müssen.

Das Hinspiel gegen die Würzburger Kickers, das gleichzeitig auch der letzte Sieg der Unterfranken war, sollte Warnung genug sein, dass man mit halber Kraft gegen keinen Gegner dieser Liga bestehen kann. Der VfB muss Revanche nehmen und Würzburg schlagen, damit wir erst gar nicht mit Rechenspielen beginnen müssen. Hannover 96 hat die deutlich schwerere Aufgabe beim SV Sandhausen zu bewältigen und muss dort in den gesperrten Prib und Harnik auf zwei Leistungsträger verzichten. Wie schwer diese Aufgabe wird, dürfte davon abhängen, ob Sandhausen, das seit dem vorigen Spieltag gerettet ist und für das es also um nichts mehr geht, bereit ist, an die Schmerzgrenze zu gehen und sich ordentlich von seinem Anhang in die Sommerpause zu verabschieden.

Dass man sich gegen Ende der Saison, wenn einige Vereine nur noch um die goldene Ananas spielen, am besten nur auf sich selbst verlässt, weil kuriose Ergebnisse an der Tagesordnung sind, wurde uns schon einige Male schmerzhaft vor Augen geführt. Die Mutter aller Wettbewerbsverzerrungen erlebten wir 2004, als am vorletzten Spieltag der schon feststehende Meister SV Werder Bremen im Vollsuff gegen Bayer Leverkusen, mit denen wir noch um den Einzug in die Champions League rangen, zu Hause 2:6 unterlag.

So ist es auch sehr ungewiss, was man vom KSC in Braunschweig erwarten darf. Die Braunschweiger werden sich in der Pflicht sehen, Wiedergutmachung für das 0:6 zu betreiben und versuchen, durch frühe Tore die Kontrahenten unter Druck zu setzen. Was man vom Gegner und hoffentlich nicht Sparringspartner Karlsruher SC dort halten kann, wird man sehen. Reißt sich der seit langem feststehende Absteiger noch einmal zusammen und nimmt am Spiel teil oder sehen die Badener dieses Spiel als willkommene Gelegenheit, dem Erzrivalen eins auszuwischen und gehen 0:10 unter?

Da alle Spieler um neue Verträge und für neue Vereine vorspielen wollen, glaube ich nicht, dass sie sich bewusst abschießen lassen. Dennoch, der VfB wäre am Sonntag gut beraten, die Sache selbst zu regeln und sich die Radkappe, die es in der 2. Liga für den Meister gibt, aus eigener Kraft zu sichern. Dann fühlt sich auch sicher der Aufstieg, den man vor Wochenfrist noch nicht zu feiern bereit war, besser an und man geht mit einem guten Gefühl in die Sommerpause.

Jetzt, wo die Konstellation ist, wie sie ist, hat natürlich der Tickethandel zu überhöhten Preisen Hochkonjunktur. Anfang April fand der Mitgliedervorverkauf beim VfB statt. Jeder, der einigermaßen in der Fanszene vernetzt ist und jemanden kennt, der jemanden kennt, der Mitglied ist, hatte damals die Chance, Tickets zu regulären Preisen zu ergattern.

Den meisten, die jetzt angekrochen kommen, unterstelle ich, dass es sich zu 90% um „Feierbiester“ handelt, die auf einmal dabei sein wollen, wenn die große Party ansteht und die den VfB in den letzten Jahren links liegen gelassen haben. Mit solchen habe ich keinerlei Mitleid und kann nur sagen, geht auf den Wasen und habt Spaß.

Wenn aber einige dieser Leute jetzt auf die Idee kommen, sich in den als „GÄSTEBLOCK“ deklarierten Bereich der Würzburger einzunisten und im Block eines gerade abgestiegenen Vereins ihre Aufstiegsparty feiern möchten, fehlt mir jegliches Verständnis.

Diese Leute legen eine egoistische Denkweise an den Tag und lassen jeglichen Respekt vor dem Gegner vermissen. Wenn man das Treiben in den Ticketbörsen verfolgt, ist mit solchen „Fans“ zu Hunderten zu rechnen. Ich hoffe sehr, dass schon am Einlass knallhart, notfalls mit Ausweiskontrollen, kontrolliert und ausgesiebt wird und diejenigen, die es in den Block hinein schaffen, Bekanntschaft mit „härteren“ Würzburger Jungs machen. Anders haben es diese Trottel nicht verdient.

Vor einem Platzsturm indes, im Falle des Titelgewinns, bittet der VfB abzusehen. Die Zeiten haben sich geändert. Mit 1992 ist die Situation zum einen nicht zu vergleichen, weil der Sturm schon vor dem offiziellen Schlusspfiff erfolgte und weil der Sicherheitswahn damals bei weitem noch nicht so ausgeprägt war. In die heutige Zeit projiziert hieße das wohl Spielwiederholung und eine Strafe, die sich gewaschen hat. Das muss nicht sein, zumal diejenigen, die jetzt dazu aufrufen, der Bitte vom Verein nicht nachzukommen, wohl in erster Linie die Intension haben, selbstdarstellerisch Selfies auf dem Platz zu schießen.
Mir ist es schon deshalb nicht nach einem Platzsturm, weil wir nicht Deutscher Meister werden, sondern „nur“ aufsteigen werden. Der Aufstieg war Pflicht und ist so etwas von selbstverständlich, wenn man sich nur die Budgets der Liga anschaut und sieht, mit welch ungleichen Mitteln dort ums Überleben gekämpft wird.

Dass man jedes Spiel dennoch seriös angehen musste und gegen fast jeden Gegner auch verlieren hätte können oder verloren hat, steht außer Frage. Da möchte ich die 2. Liga nicht kleiner reden, als sie ist, zumal die Umstellung auf die Liga für langjährige Bundesligarecken nicht ganz so einfach war.

Doch, man durfte, ja man musste sogar nach Jahren des Niedergangs und des Missmanagements vom Verein erwarten können, dass eine Mannschaft an den Start gebracht wird, die das Zeug zum direkten Wiederaufstieg hat. Alles andere wäre schlicht nicht vermittelbar gewesen.

Ich habe drei Meisterschaften gefeiert, einen Pokalsieg, zwei weitere Finals in Berlin erlebt und durfte zwei europäischen Endspielen beiwohnen. Diese Erfolge waren alle weniger selbstverständlich als dieser Aufstieg. Daher drehe ich nach Schlusspfiff gewiss auch nicht durch und bin von einem Platzsturm genauso weit entfernt wie der VfB derzeit von seiner sechsten Deutschen Meisterschaft.
Richtig feiern werde ich zum Ende der nächsten Saison, wenn der VfB es tatsächlich geschafft haben sollte, die letzten Bundesligajahre vergessen zu machen.

Wenn wir eine Mannschaft sehen, die körperlich und geistig fit genug ist, den Anforderungen der Bundesliga gerecht zu werden.

Eine Mannschaft, die nicht als Kanonenfutter zu den „Großen“ reist, sondern auch dort zu punkten imstande ist, wenn man, um in Wolfs Worten zu sprechen, „das Momentum“ auf seiner Seite hat.

Ich feiere dann, wenn wir nicht mehr um die 30-Punkte-Marke herum krebsen und uns daran ergötzen, dass es drei noch schlechtere Teams in der Liga gibt, sondern wenn der VfB aus seinen Möglichkeiten das Maximum herausholt und in jedem Spiel zumindest alles gegeben hat.

Wird die Mannschaft weiter punktuell und intelligent verstärkt und bewahrt die Spielstärke, die in Phasen in dieser Saison immer wieder aufblitzte, traue ich es dem Team zu, eine gute Rolle in der Bundesliga zu spielen und am Ende Platz 7-10 anpeilen zu können. Ich habe die große Hoffnung, dass wir gestärkt aus dem Abstieg hervorgehen und in ein paar Jahren davon sprechen, der Abstieg sei das Beste gewesen, was dem VfB hat passieren können.

Natürlich nehme ich die Feierlichkeiten am Sonntag auch gerne mit und werde ausnahmsweise auch ein Bierchen mehr darauf trinken. Los geht es bereits um 9 Uhr mit dem Treffen zur Fahrt auf dem Partyfloß. Dann freue ich mich auf das Spiel und die (hoffentlich) anschließende Feier im Stadion.

Den Cannstatter Wasen einschließlich womöglich wieder den Fanta 4 und der Präsentation der Mannschaft wird man als Stadiongänger zwar wohl vergessen können, weil auf dem Gelände lediglich 60.000 Menschen zugelassen sein sollen.

Bedauerlich zwar für uns und nicht zu ändern und doch wirft es wieder die Fragen auf, was der Stadt Stuttgart die Menschen wert sind, wenn sie just für den Tag des wahrscheinlichen Aufstiegs in der Innenstadt eine Radsternfahrt genehmigt.

Zum Public Viewing wird mit 30.000 bis 40.000 Besuchern gerechnet, plus jene 60.000 im Stadion, plus sicherlich vielen, vielen, die das Spiel in Sportsbars oder zu Hause anschauen und nach Spielende auch noch zum feiern gen Wasen strömen werden, um diese hautnah in sich aufsaugen zu können.

Am Ende könnte man hier locker mit 150.000 Leuten konfrontiert sein, mit denen der Stadt ihre Organisation um die Ohren fliegen dürfte.
Wie schon bei abgesagten Public Viewings zu Welt- und Europameisterschaften in den letzten Jahren wird dabei von einem Minimum an Interessierten ausgegangen und sich davor gescheut, in Vorleistung zu gehen und alleine durch eine perfekte Organisation Leute zu mobilisieren. Anschauen werde ich es mir trotzdem mal und lasse mich auch gerne positiv überraschen. Bislang aber ließ die Organisation, wenn Stadt und VfB etwas gemeinsam ausrichteten, stets zu wünschen übrig. Viel zu wenig Platz, viel zu wenig Bierstände, viel zu wenig Toiletten und ein Gedränge sondergleichen. 2007 hat mich das noch aufgeregt, als kein Durchkommen war, morgen, zur Feier der 2. Liga-Meister, nehme ich es, wie es kommt, notfalls werden eben die umliegenden Gastronomiebetriebe unterstützt.

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1. Mai 2017

Warum ich (Stand jetzt) nicht pro Ausgliederung stimmen kann

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , – Franky @ 18:02

Meinen Unmut darüber, dass der VfB die geplante Ausgliederung just wieder auf die Tagesordnung setzte, zu einer Zeit, in der eigentlich alles der Konzentration auf den Aufstieg in die Bundesliga untergeordnet werden sollte, habe ich bereits beschrieben.

Ebenso darüber, dass ein Termin unter der Woche um 18.30 Uhr einen Affront gegen die vielen, vielen auswärtigen Mitglieder darstellt, die entweder Urlaub nehmen müssen oder aber an dieser zukunftsweisenden Entscheidung nicht mitwirken können.

Wenn sich der Präsident dann hinstellt, einem Mitglied müsse der VfB so wichtig sein, sich „EINMAL“ für den VfB frei zu nehmen, soll er mal den Spielplan Revue passieren lassen, und zusammenzählen, wie oft der VfB Freitags, Montags oder eine englische Woche gespielt hat und sich bewusst machen, dass es gerade die bei der MV ausgegrenzten auswärtigen Mitglieder sind, die am meisten Urlaub opfern mussten und für die schon jedes Heimspiel ein Auswärtsspiel darstellt. Eine ganz unglückliche und unbedachte Äußerung unseres Präsidenten!

Als Rechtfertigung, dass dieser Termin genauso alternativlos wie wohl die Ausgliederung sein soll, dient, man wolle die Entscheidung direkt nach dem Ende der Relegationsspiele zur Abstimmung bringen, wenn man endgültig weiß, in welcher Liga der VfB in der nächsten Saison spielt. Zudem solle die außerordentliche Mitgliederversammlung bzw. die Abstimmung über die Ausgliederung noch vor den Pfingstferien durchgepeitscht werden. Dieses Fass wurde mitten in einer sportliche Krise aufgemacht und spaltet die Fangemeinde seither zunehmend.

Auf der einen Seite stehen diejenigen mit den Dollarzeichen in den Augen, die den VfB mit dem 41,5 Millionen-Scheck vom Daimler von jetzt auf gleich in höheren Sphären sehen und dem VfB abnehmen, dass wir ohne die Finanzspritze von Investoren auf Dauer neudeutsch nur noch ein „Opfer“ sein würden, auf der anderen stehen diejenigen, die kritisch hinterfragen, ob denn diese zunächst nur gesicherten 41,5 Millionen Euro tatsächlich den Erfolg garantieren, wie uns die derzeit über uns hinweg rollende Propagandamaschinerie vom VfB Glauben machen will.

Ich bin sehr skeptisch, was das angeht. Man braucht nur die derzeitige Bundesliga-Tabelle anschauen und erkennt, dass allein Millionen-Spritzen keine Tore schießen, Leverkusen, Wolfsburg und der HSV lassen grüßen.

Mehr als auf die Höhe etwaiger Einlagen kommt es im Fußballgeschäft darauf an, wie man mit dem Geld umgeht, ob nachhaltig investiert wird oder ob man in der Hoffnung auf schnellen Erfolg sich eine teure Mannschaft zusammenkauft und das Wohl und Wehe des Vereins in deren Händen liegt. Eine Finanzspritze oder wie es der VfB betitelt, Anschubfinanzierung, verbessert zweifellos die Voraussetzungen, im Oberhaus auf Anhieb wieder Fuß zu fassen, birgt aber auch das Risiko diese Chance zu einem sehr hohen Preis ein für allemal zu verspielen, weil es sich um Einmalzahlungen handelt.

Seit dem Abstieg hat der VfB viel richtig gemacht. Er hat durch erhebliche Transfererlöse die Verluste, die durch den Abstieg zu erwarten waren, kompensieren können und mit Jan Schindelmeiser auf dem Sportdirektor-Posten einen Glücksgriff getan. Auch Präsident Dietrich, von der Ausgliederungsthematik einmal abgesehen, hat mich bislang positiv überrascht. Durch die Euphorie im Umfeld, einem neuen Zuschauerrekord für die 2. Liga und steigender Mitgliederzahl käme der VfB im Fall des sofortigen Wiederaufstiegs mit einem blauen Auge davon.

Schindelmeiser hat bisher kluge Transfers getätigt und mit Hannes Wolf auf dem Cheftrainer-Posten eine sensationelle Lösung präsentiert. Dennoch ist Schindelmeiser erst ein Dreivierteljahr im Amt, Dietrich ein halbes, so dass ich nach Jahren des Missmanagements mit vorschnellem Beurteilen ihrer Arbeit vorsichtig bin. Noch immer schwebt der Aufsichtsrat in fast unveränderter Konstellation über allem, so dass ich mich schwer tue, den Vertrauensvorschuss zu leisten, der mit einer Stimme für die Ausgliederung von den Mitgliedern eingefordert wird.

Vertrauensbildend ist es nach meinem Empfinden schon gleich gar nicht, wenn von Vereinsseite die Skeptiker und Kritiker der Ausgliederung zu möglichen Totengräbern des VfB erklärt werden. Allein die Webseite http://www.ja-zum-erfolg.info/ mit dem Abschmettern von Bedenken als „Fakes“, dazu das Erklär-Bär-Video im „Sendung mit der Maus-Style“ empfinde ich als Respektlosigkeit den (wahlberechtigten erwachsenen) Mitgliedern gegenüber und als Indiz dafür, für wie minderbemittelt das VfB-Mitglied gehalten wird. Wie man die Mitglieder einschätzt, erfährt man dann noch durch den Hinweis auf der Einladung zur außerordentlichen Mitgliederversammlung, die bekanntermaßen im Neckarstadion und damit im Freien stattfinden wird, dass man auf „der Witterung angemessene Kleidung“ achten solle.

In puncto Offenheit den Mitgliedern gegenüber kann sich der Verein ein Beispiel am 1. FSV Mainz 05 nehmen, der vor der gleichen Entscheidung steht und seine Mitglieder umfassend mittels eines vom Verein in Auftrag gegebenen Rechtsgutachtens über die Vorteile, Nachteile und Auswirkungen einer Ausgliederung informiert (nachzulesen unter https://dervfbblog.files.wordpress.com/2017/04/gutachten_zur_ausgliederung_der_lizenzspielerabteilung-1.pdf).

Dass eine Ausgliederung durchaus Vorteile haben kann und möglicherweise früher oder später auf Druck des jeweiligen Vereinsregisters erfolgen muss, liegt auf der Hand. Mit einem gemeinnützigen Verein hat ein Millionen-Unternehmen, wie es der VfB ist, schon lang nichts mehr zu tun.

Es gäbe aber ja noch andere Gesellschaftsformen, die man wählen könnte, ohne Anteile des Vereins zu veräußern und sich damit, wenn auch indirekt, in die Hände eines Investors zu begeben. Die Auswahl zwischen mehreren Varianten, wie z. B. der KGaA, bei der Investoren einsteigen könnten, ohne dass mein Stimmrecht (bzgl. der Lizenzspielerabteilung) aufgeben würde, wäre meiner Ansicht nach fairer gewesen. Dafür hätte es Zeit benötigt, die man den Mitgliedern jetzt nicht einräumt.

Alternativen werden den Mitgliedern nicht aufgezeigt, es heißt lediglich „friss oder stirb“. Genauso hinterfragenswert ist es, ob man nur mit der Daimler AG oder auch noch mit anderen potentiellen Investoren gesprochen hat und was diese für einen Einstieg beim VfB bereit gewesen wären zu zahlen. Den Mitgliedern bleibt nichts anders übrig, dem Verein zu glauben (oder auch nicht) und das, obwohl doch Vertrauen in den letzten Jahren ein absolutes Fremdwort auf dem Wasen war.

Wie kommt es plötzlich, dass der VfB auf einen Wert von 350 Millionen Euro taxiert wird, wenn vor einem Jahr noch von etwa der Hälfte die Rede war. Handelt es sich hier gar um eine Scheinmarke, die den den Mitgliedern genannt wird, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass 75% der Stimmberechtigten für die Ausgliederung stimmen? Hofft man, dass diese beträchtliche Summe, aus der die 41,5 Millionen Euro (11,75%), die der Daimler an Anteilen erwerben möchte, hervorgehen, die Sinne der Mitglieder vernebelt? Etwas mehr Transparenz bei der Ermittlung des Unternehmenswerts wäre hilfreich gewesen.

Für den Daimler ist die Summe, die er investiert, zunächst einmal irrelevant, da sich diese Einlage bilanziell nicht auswirkt und er somit auch vor seinen Aktionären und Mitarbeitern keine Rechenschaft darüber ablegen muss. Für ihn stellt es eine Beteiligung dar und beeinträchtigt lediglich seine Liquidität. Somit hält sich sein Risiko in engen Grenzen, zumal er ja wieder aussteigen könnte, sollte sich der VfB einmal im Sinkflug befinden.

Sollte die Höhe der Einlage vom Daimler tatsächlich zu hoch angesetzt sein, könnte es dem Verein zudem schwer fallen, weitere Investoren zu denselben Konditionen zu finden, um am Ende des Tages die gewünschten 24,9% der Anteile verkauft zu bekommen. Wer dann zusätzlich noch mit ins Boot genommen wird, darüber haben die Mitglieder dann allerdings kein Stimmrecht mehr, sollte die Ausgliederung durchgehen. Dies läge dann in der Entscheidungsbefugnis der AG, womit die Mitglieder in dieser Hinsicht mit ihrem Kreuzchen Stand jetzt die Katze im Sack kaufen würden.

Eine weitere Frage, die mir unter den Nägeln brennt und die mir bislang keiner zu meiner Befriedigung erklären konnte, ist die, was passiert, wenn der Daimler aus welchen Gründen auch immer keine Lust mehr hat, den VfB zu unterstützen und seine Anteile weiter veräußern möchte?

Der VfB betont zwar immer wieder, dass es vertraglich geregelt werde, dass kein Investor seine Anteile ohne Zustimmung vom VfB weiter verkaufen dürfe und dass der VfB ein Rückkaufrecht auf die Anteile habe. In der Praxis erscheint es mir schwierig, kurz mal 41,5 Millionen (plus/ minus Wertanstieg bzw. -verfall) auf den Tisch des Hauses zu legen, um dadurch den Einstieg bspw. eines chinesischen Investors zu verhindern.

In diesem Zusammenhang stößt mir auch die Aussage, das vom Daimler erhaltene Geld würde ins Eigenkapital fließen, sauer auf. Buchhalterisch ist es wohl tatsächlich so, aber doch nicht in der Realität, wenn jederzeit damit gerechnet werden muss, dass die entsprechende Einlage der AG theoretisch wieder entzogen werden kann. Ich gebe zu, ich bin kein Finanzexperte, da der VfB es aber nicht für nötig hält, Bedenken stichhaltig auszuräumen, macht man sich als Laie eben seine eigenen Gedanken.

Würden die Gelder regelmäßig fließen, stiege die Erfolgswahrscheinlichkeit in den nächsten Jahren sprunghaft an. Da es sich aber um eine einmalige Einlage von 41,5 Millionen Euro handelt, wird uns diese Summe vermutlich nicht so weit voran bringen, wie es sich viele erhoffen. Der Daimler hat zwar, wenn man der Propaganda-Seite vom VfB glauben darf, ein höheres Sponsoring-Engagement zugesagt, solang aber keine Zahlen auf dem Tisch liegen und man sich als Mitglied kein Bild davon machen kann, ist auch dieses Versprechen eher unter der Kategorie „Katze im Sack“ einzuordnen.

Damit stehen weiter die 41,5 Millionen Euro als Fixum (und das auch nur im Fall des Aufstiegs), der Rest, der im Raum steht, ist theoretischer Natur, so dass man das glauben kann oder eben auch nicht.

41,5 Millionen Euro sind im heutigen Fußball nicht mehr die Welt und helfen dem VfB höchstens kurzfristig weiter. Ein Teil der Summe soll sofort in den Profikader fließen, ein weiterer in den Nachwuchsbereich und schließlich soll davon auch noch die marode Infrastruktur auf Vordermann gebracht werden.

Wer davon träumt, dass sich mit diesen Mitteln kurz- und mittelfristig Vereine wie Hoffenheim und Leipzig, die uns in den letzten Jahren enteilt sind, wieder einholen lassen, ist ein Phantast.

Diese 41,5 Millionen hätten sich durch gute Arbeit im Kerngeschäft in den letzten Jahren auch aus dem Spielbetrieb heraus erwirtschaften lassen. Ich möchte gar nicht so weit zurück gehen und noch einmal daran erinnern, wie schnell die 35 Millionen Euro, die man beim Verkauf von Mario Gomez eingenommen hat, versickert sind.

Aus der jüngeren Vergangenheit ist das Beispiel Joshua Kimmich zu nennen und das Vergraulen unserer Ikonen im Jugendbereich Albeck und Schrof. Besäßen wir heute noch die Transferrechte an Kimmich, würden wir diese Summe durch einen einzigen Verkauf einnehmen, ohne dafür auch noch unsere Mitgliederrechte verschachern zu müssen.

Seit Schindelmeiser beim VfB ist, wurde im Nachwuchsbereich bereits an einigen wichtigen Stellschrauben gedreht, der Einstieg von Porsche als Hauptsponsor des Nachwuchsleistungszentrums sowie das Stellen des Nachwuchsbereichs auf eigene finanzielle Beine ist ein weiterer wichtiger Schritt. An dieser Stelle müssen die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt werden, wenn die richtige Leute am richtigen Ort sind und nicht nach Kumpanei eingestellt oder entlassen werden, wie es in der Ära Bobic gang und gäbe war. Dann lassen sich schon bald und auch ohne Ausgliederung erste Früchte in Form von erstklassigen Bundesligaspielern ernten.

Die 41,5 Millionen Euro vom Daimler erscheinen noch mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn man sich vor Augen führt, wie sich die Fernsehgelder ab der kommenden Saison entwickeln werden. Der durchschnittliche Bundesligist erhält demnach gut 47 Millionen Euro jährlich und damit etwa zehn Millionen Euro mehr als der FC Bayern in dieser Saison oder fast doppelt soviel wie der VfB in der Vorsaison als Bundesligist.

Dadurch wird insgesamt mehr Geld in den Kreislauf fließen, von dem alle Vereine profitieren (die Top Ten logischerweise noch mehr als die Anderen), so dass es mir äußerst unrealistisch erscheint, dass der VfB, wie er in seinem „Sendung mit der Maus Video“ propagiert, schon bald wieder die Lücke nach oben schließen und die Plätze 2-5 anvisieren können wird.

Es wird ebenso die Hoffnung geschürt, dass der VfB nach einer Ausgliederung wieder selbst bestimmen kann, welcher Spieler bleibt und welcher geht. Auch das erscheint mir eine gewagte These zu sein, denn, Profifußballer gehen ausnahmslos dort hin, wo es das meiste Geld zu „verdienen“ gibt.

Ich bin froh, dass der VfB den Gehälterirrsinn nur bedingt mitgeht und unser Top-Verdiener derzeit „nur“ ca. 2 bis 2,5 Millionen jährlich in den Allerwertesten geschoben bekommt. Ich habe überhaupt kein Interesse daran, dass man einen Verein wie Hoffenheim beim Wettbieten um einen Spieler aussticht und somit ein Gehaltsniveau im doppelt oder dreifach so hohen Bereich aufbaut.

Geht man diese Entwicklung mit, läuft man schnell Gefahr, den Schritt zurück in die Heldtsche Ära zu machen, als man Gehälter auf Championsleague-Niveau zu bezahlen hatte und die entsprechenden Einnahmen plötzlich fehlten. Da kann ich mich eher noch mit der Philosophie eines SC Freiburg anfreunden, der sich als Ausbildungsverein sieht und für den es Teil seiner Philosophie ist, Transfererlöse zu generieren und sich dadurch sein Überleben zu sichern.

Bei der Selbstbeweihräucherung seitens des VfB erkenne ich noch kein nachhaltiges Konzept, wie es weiter gehen soll, wenn die einmaligen Einnahmen, die aus der Ausgliederung generiert wurden, ausgegeben oder auch versickert sind.

Beim Daimler bin ich mir zudem nicht sicher, mit welcher Ernsthaftigkeit er sein Sponsoring beim VfB betreibt oder ob er weiterhin gerade nur das Mindestmaß dessen für den VfB tut, was nötig ist, um den Einstieg eines oder mehrerer Konkurrenten zu verhindern.

Die Erfahrungen aus der Vergangenheit lehren, dass der Daimler gemäß seines Leitspruchs „Das Beste oder nichts“ hauptsächlich Spitzensport fördert. Sei es im Motorsport, wo für ihn bereits der zweite Platz eine Niederlage darstellt, bei der deutschen Fußballnationalmannschaft oder auch im Spitzen-Tennis gibt der Konzern ein Vielfaches dessen aus, was ihm der Nachbar VfB wert ist.

Schon beim „Verkauf“ der Namensrechte am Neckarstadion, hat man dem Vernehmen nach die Stadt gehörig über den Tisch gezogen (10 Millionen Mark einmalig!), auch den Namen Mercedes-Benz Arena bekam man nach dem letzten Stadionumbau Presseberichten zufolge zum Schnäppchenpreis.

Dem Daimler stünde es ja frei, den VfB als Hauptsponsor nach Kräften zu unterstützen wenn er denn schon seit Jahren als Gegenleistung einen Aufsichtsratsposten für sich beansprucht und maßgeblich über die Geschicke des VfB mitbestimmt und demzufolge am Absturz in den letzten Jahren nicht ganz unbeteiligt ist.

So lang der Verein und Daimler klüngeln und nicht mit offenen Karten gespielt wird, so lang Kritiker als Ewiggestrige abgetan werden, fällt es mir schwer, für die Ausgliederung zu stimmen und mein Stimmrecht, was die künftige AG betrifft, aufzugeben.

Auch wenn der Verein weismachen möchte, die Stimme der Mitglieder bleibe entscheidend heißt es in dem oben erwähnten Gutachten „Jede Ausgliederung führt zu einer Verringerung der Einflussmöglichkeiten des Vereins, seiner Organe und Mitglieder auf den Profisport.“

Ich bin gewiss weder Ultra, noch einer, der sich der Moderne verschließt. Als Mitglied möchte ich aber ernst genommen und umfassend informiert werden und nicht die Pistole auf die Brust gesetzt bekommen, wie es derzeit geschieht.

Ich hoffe, dass bis zum 01.06. noch Fakten auf den Tisch kommen und nicht nur Vorhaben verkündet werden, über deren Eintrittswahrscheinlichkeit nur spekuliert werden kann. Für die Katze im Sack werde ich sicherlich nicht stimmen.

Sollte es tatsächlich so schlecht um den VfB bestellt sein und der Laden im Fall einer Ablehnung der Ausgliederungspläne mutmaßlich zugemacht werden müssen, möge man auch dies offenlegen, weshalb das so sein soll. Sonst ist das für mich nur Panikmache und unseriöse Stimmenfängerei.

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28. April 2017

Erstligareif

Wahnsinn, was für ein Spiel, was für eine Atmosphäre am Montag! Alle Gazetten titeln „erstligareif“ und das war es in jeder Hinsicht. Der Aufstieg ist nun greifbar. Wenn er denn Realität wird, werde ich sowohl ein weinendes als auch ein lachendes Auge haben. Weinend, weil wir die geilste 2. Liga nach „nur“ einem Jahr wieder verlassen (müssen). Tolle Stadien, geile Fanszenen, Traditionsvereine, wohin das Auge blickt, Abwechslung zum oft eintönigen Bundesligaalltag.

Das lachende Auge deshalb, weil die Voraussetzungen gut sind, mit dieser Mannschaft und punktuellen Verstärkungen eine gute Rolle im Oberhaus zu spielen. Gestern war ein Teamspirit zu spüren, wie man ihn schon lang nimmer beim VfB gesehen hat. Einer für alle, alle für einen, dazu die Symbiose mit dem Publikum. Es wächst was zusammen. Sollte der Aufstieg nicht gelingen, stünde der nächste Neuanfang mit ungewissem Ausgang bevor. Daher gilt es jetzt, nicht nachzulassen und das Ding durchzuziehen.

Hannes Wolf begann zunächst mit Josip Brekalo anstelle von Berkay Özcan. Gentner rückte dafür nach hinten auf die Doppel-Sechs und Maxim auf seine Lieblingsposition hinter den Spitzen.

Von Beginn an entwickelte der VfB im Spitzenspiel Erster gegen Dritter viel Zug nach vorne und zeigte sich eminent spielfreudig. Vor allem der wiedererstarkte Alexandru Maxim tat sich dabei zunächst hervor und stellte unter Beweis, dass er den in den letzten Spielen zurückeroberten Stammplatz in dieser Saison nicht mehr herzugeben gewillt ist. Selbst nach hinten arbeitete er fleißig mit, so dass man sich schon fragen darf, warum nicht immer so?

Die Zeichen standen ja längst auf Trennung im Sommer, da Maxim beim VfB seit Jahren stagniert und sich letztlich bei keinem einzigen der vielen Trainer durchsetzen konnte. Immer wieder vorgeworfen wurde ihm dabei Trainingsfaulheit, Bequemlichkeit, kein Integrationswillen (Sprachbarriere), eine sehr ausgeprägte Laissez-Faire-Mentalität und zudem mangelnde Professionalität.

Daher bin ich auch sehr vorsichtig mit Prognosen, was die Zukunft von Maxim angeht. Spielt er immer so auf wie zuletzt, wäre er auf jeden Fall eine Bereicherung und es wäre fast schon fahrlässig ihn (derzeit) unter Wert ziehen zu lassen.

Oder gibt Maxim gerade deswegen so Gas, um Umfeld und Verantwortliche um den Finger zu wickeln und weiter hier seinen Dienst verrichten zu können, um in der nächsten Saison wieder in den alten Schlendrian zu verfallen? Gerade vorm Hintergrund, dass Carlos Mané mindestens sechs Monate lang ausfallen wird, könnte Maxim, zumindest in der Vorrunde, auch in der nächsten Saison noch wichtig werden.

Maxim war es dann auch, der nach einer knappen halben Stunde die hochverdiente Führung durch einen direkt verwandelten Freistoß erzielte. Unterschlagen darf man freilich nicht, dass der 1. FC Union Berlin im vorausgegangenen Spielzug eine hundertprozentige Chance zur Führung durch Polter vergab und der Treffer auf die Kappe von Keeper Mesenhöler ging, da der Ball im Torwarteck einschlug.

Dennoch sind Freistoß-Tore beim VfB seit dem Karriereende von Krassimir Balakow zur absoluten Rarität geworden, so dass man bis 2010 zurückdenken muss, als Kuzmanovic mal einen direkt verwandelte. In unserem bislang letzten Bundesligaspiel in Wolfsburg traf zwar auch Didavi per Freistoß, dieses Tor stellte jedoch nur noch Ergebniskosmetik dar und änderte am Abstieg nichts mehr. Da er zudem in seinem letzten Spiel bei seinem neuen Arbeitgeber allenfalls Eigenwerbung betrieb, verdränge ich diesen Treffer lieber.

Der zweite VfB-Treffer resultierte dann aus einem Bilderbuch-Konter, an dem drei weitere ganz starke Akteure dieses Montagabend-Topspiels beteiligt waren. Zunächst einmal trieb Ebenezer Ofori die Kugel durch das Mittelfeld, hatte die Übersicht und passte Brekalo in den Lauf, dieser schnörkellos und mit Übersicht weiter auf Simon Terodde, welcher direkt zum 2:0 einschob.

Was dieser Ofori mit seinen erst 21 Jahren und als Neuankömmling bereits leistet, ist nicht hoch genug zu bewerten. Der Junge hat eine Übersicht und eine Ballbehandlung zum Zunge schnalzen, ist zudem schnell, geschickt im Zweikampf und hat ein ausgeprägtes Raum- und Spielverständnis. Wenn er bald auch noch Luft für 90 Minuten hat und seine Form anhält, haben wir einen Sechser, wie wir ihn jahrelang vermisst haben.

Ferner zeigte Josip Brekalo eine ganz starke Vorstellung, auch wenn er unglücklich im Abschluss war und das eine oder andere Mal noch immer zu eigensinnig ist. Dass er lieber an einem weiteren Tor des Monats arbeitet, anstatt einfach und zielgerichtet zu spielen, ist wohl seiner Jugend geschuldet. Darüber kann man hinwegsehen, wenn das Spiel trotzdem gewonnen wird. Positiv ist es doch erst einmal, überhaupt in aussichtsreiche Positionen zu kommen, das Tor kann er gerne dann machen, wenn wir es dringender benötigen, so wie einst in Heidenheim oder auch kommenden Samstag in Nürnberg.

Der letzte in der Kette des 2:0 war Simon Terodde. Er ist nicht der Typ Mittelstürmer, der im Zentrum wartet, bis ihm die Kugel auf den Kopf oder den Fuß fällt, sondern arbeitet mit und antizipiert herausragend. Wie er darüber hinaus rackert, ballführende Spieler des Gegners anläuft und zu Fehlern zwingt, ist immens wichtig für die Mannschaft.

Durch diesen Treffer schraubte er seine Marke auf 20 hoch und ist der erste 2. Liga Spieler überhaupt, dem es zwei Saisons in Folge gelang, 20 Tore und mehr, und das noch für zwei unterschiedliche Vereine, zu erzielen. Da dieses Tor zum richtigen Zeitpunkt fiel und die Führung in diesem so wichtigen Spiel auf 2:0 schraubte, verhehlte Terodde auch gegen seinen Ex-Verein seine Freude nicht und deutete sein Markenzeichen nach Toren, die Ahoi-Geste, wenigstens an.

Nach dem 2:0 hatte der VfB die Angelegenheit gut im Griff, bis durch eine Unachtsamkeit in der 57. Minute aus dem Nichts der Anschlusstreffer durch Sebastian Polter fiel. Der VfB zeigte sich jedoch nur kurz erschrocken und nahm das Zepter schnell wieder in die Hand.

Ginczek kam in der 63. Minute für den oft unglücklich wirkenden Asano und erzielte nur fünf Minuten später die Entscheidung. In Bielefeld noch legte Ginni Simon Terodde den Siegtreffer auf, gegen Union war es nun umgekehrt. Ginnis aggressivem Pressing und seiner Balleroberung war es zu verdanken, dass der Ball zu Terodde gelangte, dieser zurück auf Ginczek, der eiskalt gegen die Laufrichtung des Torwarts das vielumjubelte 3:1 machte. An der Art, wie sich das komplette Team für Ginni mitfreute, ließ sich erkennen, wie sehr man es ihm gönnt, dass er wieder ganz der Alte wird.

Daniel Ginczek hat es nicht leicht in dieser Rückrunde. Er selbst sieht sich offensichtlich schon weiter und scharrt mit den Hufen, während er von Hannes Wolf langsamer herangeführt wird und sich dieser zudem glücklich schätzen kann, einen solchen Joker in der Hinterhand zu haben. Bei wohl jedem Ligakonkurrenten würde der Spieler in der Stammelf stehen. Da Simon Terodde aber über jeden Zweifel erhaben ist und das Experiment mit beiden zusammen in der Startelf in Fürth gründlich daneben ging, wird sich Ginni bis zum Rest der Saison mit der Joker-Rolle zufrieden geben müssen, ehe im Sommer die Karten neu gemischt werden.

Mit dem 3:1 war das Ding durch, danach war Jubel, Trubel, Heiterkeit im Neckarstadion angesagt. Die La-Ola-Welle schwappte durchs Stadion, „Oh, wie ist das schön“-Gesänge und „Wenn Du mich fragst, wer Meister wird“ wurden intoniert. In den letzten zehn Minuten stand das ganze Stadion und huldigte der Mannschaft für diese reife Vorstellung.

Die rund 3.000 Unioner, die an diesem Werktag die weite Reise auf sich genommen hatten, trugen die sich anbahnende Niederlage mit Fassung und sangen minutenlang und bis weit nach Spielende „Always look on the bright side of life“. Die Köpenicker sind nicht zum Aufsteigen verdammt und erfreuen sich an ihrer guten Saison, weshalb diese Niederlage auch kein Beinbruch für sie war. Zudem sind sie nach der Niederlage noch nicht aus dem Aufstiegsrennen und haben im allerletzten Montagabend-Topspiel der Saison in Braunschweig die Möglichkeit, einen Bigpoint zu landen.

Wenngleich ich Union und auch Hannover 96 es gönne, mit uns aufzusteigen, müssen zunächst einmal wir selbst unsere Hausaufgaben machen. Gegen Union kam die Leistungssteigerung zur rechten Zeit, so dass ich seit Montag sehr optimistisch, fast schon überzeugt davon bin, dass wir in der nächsten Saison wieder aus der Bundesliga grüßen werden.

Noch immer bin ich perplex, wie cool die Mannschaft die wichtige Hürde genommen hat und wie wenig sie sich von den äußeren Einflüssen beeindrucken ließ. Man darf nicht vergessen, dass wir eine sehr junge Mannschaft haben, die mit dem Druck des „Gewinnen Müssens“ vor ausverkauftem Haus und mit einer Live-Übertragung im Free-TV erst einmal fertig werden muss. Da war die Nervosität unter uns Fans vermutlich größer, als die der Protagonisten.

In Nürnberg erwartet den VfB ein schwer ausrechenbarer Gegner, der zuletzt vier Punkte aus zwei Spielen holte und sich in den letzten Spielen defensiv stabilisiert hat. Mit 39 Punkten hat der 1. FC Nürnberg den Nichtabstieg fast geschafft, aber eben nur fast. Die Clubberer werden alles daran setzen, den Haken darunter ausgerechnet im fast ausverkauften Max-Morlock-Stadion im Süd-Schlager gegen den Top-Favoriten VfB zu setzen, und uns gleichzeitig gehörig in die Aufstiegs-Suppe zu spucken.

Vermutlich weit über 15.000 Schwaben begleiten den VfB ins Frankenland, dies dürfte Motivation für beide Seiten bedeuten. Spiele gegen den Glubb boten in der Vergangenheit alle Facetten, die man sich im Fußball nur vorstellen kann. Am liebsten erinnere ich mich ans Meisterjahr 1983/1984 als wir den Club im Hinspiel im Neckarstadion nach einem 0:0 zur Halbzeit mit 7:0 aus dem Stadion schossen und im Rückspiel beim 0:6 einen Meilenstein auf dem Weg zur Meisterschaft setzten. Damals wie heute gab es eine Völkerwanderung an den Valznerweiher, wenn auch nicht ganz in diesem Ausmaß, so zumindest meine Erinnerung.

Dann war da das Meisterjahr 2007, in dem wir einschließlich Pokalfinale alle drei Spiele gegen den Club teils derbe verloren haben und schließlich zuletzt im März 2014 das „Abstiegsendspiel“ unter der Woche, das der VfB sang- und klanglos 2:0 verlor, was gleichbedeutend mit einem der unzähligen gefühlten Abstiege in den letzten Jahren war.

Raphael Schäfer ist für mich seit dem Pokalfinale und erstrecht seit seinem VfB-Jahr noch immer ein absolutes Feindbild, erlebt beim Club indes aber seinen mindestens schon vierten Frühling. So wurmt es mich bis heute, dass es dem VfB seit seiner Rückkehr zum Club nicht ein einziges Mal gelungen ist, ihm die Bude so richtig voll zu hauen. Der Samstag wäre, zumal Schäfer zum Saisonende seine Karriere beendet, ein guter Zeitpunkt genau das zu tun!

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