18. April 2019

Frust!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , – Franky @ 06:20

„Wir dürfen nicht anfangen, den Frust über die derzeitige Lage nach außen zu tragen. Wenn wir dies tun, sind wir auf dem falschen Weg. Ich appelliere an jeden einzelnen, die Ruhe zu bewahren. Jeder einzelne ist in unserer Situation gefordert“, so Sportvorstand Thomas Hitzlsperger nach der Heimniederlage gegen Bayer 04 Leverkusen.

Auslöser dieser mahnenden Worte dürften Anzeichen einer Selbstauflösung des Teams sein. Gegen Leverkusen drückte sich dies in Ascacibars Spucken gegen Havertz, dem Disput von Kempf mit Co-Trainer Beller sowie überzogenen Reaktionen nach ihren Auswechslungen von Zuber und Gonzalez aus.

Weshalb dann ausgerechnet der Chef des Teams sich nicht an die Vorgabe Hitzlspergers hält (womit er einen weiteren Kündigungsgrund liefert), gibt Rätsel auf. Auf der Spieltags-Pressekonferenz platzte der Frust aus Weinzierl förmlich heraus. Und das nicht im Affekt, er erschien bereits mit geballten Fäusten in der Tasche und wartete förmlich darauf, endlich lospoltern zu können. Ich werte dies als einen Affront gegen Hitzlsperger und neuerlichen Hilferuf, ihn endlich zu entlassen. Bereits vor ein paar Tagen schrieb ich, es sei wohl besser, beide Seiten voneinander zu erlösen, dieser These gibt Weinzierl mit seinem denkwürdigen Auftritt neue Nahrung.

Dabei bin ich keineswegs der Auffassung, ein Trainer müsse sich alles gefallen lassen. Zu gegebener Zeit darf sich ein Jeder gerne auskotzen und Medienschelte betreiben, sind doch die Kollegen auf der anderen Seite des Podiums auch nicht gerade zimperlich, was die Beurteilung der Übungsleiter angeht. Vor allem in Stuttgart sind wir gebrannte Kinder und wissen, Alexander Zorniger lässt grüßen, wie sehr die Medienvertreter es beeinflussen, ob ein Trainer in Ruhe arbeiten kann oder nicht.

Was Weinzierl angeht, bin ich mit der Berichterstattung und dem Umgang mit ihm in den Pressekonferenzen, auch nicht einverstanden. Es geht vieles ins persönliche und es wird eher gefragt, wie es sich anfühlt, wenn man ständig verliert, den Nichtabstiegsplatz aus den Augen verliert und die Stürmer nicht treffen, als danach, was er anders zu machen gedenkt, um den Bock endlich umzustoßen und weshalb Spieler wie zum Beispiel Thommy und Akolo in seinen Überlegungen nicht vorkommen, während Gomez und Gonzalez einen bedauernswerten Auftritt nach dem anderen hinlegen.

Weinzierl hat natürlich Recht, wenn er sagt, er sei nicht schuld, wenn Ascacibar einen Gegenspieler anspuckt und wenn Gomez das Tor nicht trifft. Aber, er ist schuld daran, dass sich das Team seit seiner Amtsübernahme so gut wie überhaupt nicht weiterentwickelt hat. Durch Aussagen wie „wir müssen das besser machen“, wir müssen das, wir müssen jenes und wir dürfen das nicht, beruhigt er uns VfB-Fans in keinster Weise.

Eher das Gegenteil ist der Fall, es ist das Hoffen auf den lieben Fußballgott, nicht aber ein Indiz dafür, dass er einen Plan in der Tasche hätte, wie wir uns in den nächsten Spielen noch steigern könnten. Das macht Angst!

Zudem haut er allzu gern seine eigenen Spieler in die Pfanne, was bei denen nicht sonderlich ankommen dürfte. Mich würde es brennend interessieren, ob Weinzierl im Winter außer Esswein noch weitere Wunschspieler auf dem Zettel hatte, die Reschke ihm nicht genehmigt hat oder was sonst sein Plan gewesen war, eine bessere Rück –als Vorrunde spielen zu können.

Die Vakanz im kreativen Mittelfeld (Alternative zu Didavi) und Sturm (5 Tore Gomez, 2 Tore Gonzalez) war bekannt, so dass es äußerst fahrlässig gewesen ist, nur mit diesem Personal auch in die zweite Saisonhälfte zu gehen.

Aufgrund seiner Bilanz hätte Weinzierl nach dem Debakel in Düsseldorf zusammen mit Reschke gehen müssen. Danach hatte man zwar kurz den Eindruck, er wirke gelöster mit Hitz anstatt Reschke an seiner Seite, doch, der zarte Aufschwung mit gerade mal dem Pflichtsieg gegen Hannover 96 und zwei Achtungs-Unentschieden in Bremen und gegen Hoffenheim erwies sich als Strohfeuer.

Weshalb jetzt immer noch nicht gehandelt, erschließt sich mir überhaupt nicht. Weinzierl und der VfB, das passt einfach nicht. Schon als Augsburg-Trainer tat er uns nicht gut, bei 7 Siegen und nur einer Niederlage (18:5 Tore), womit er den Trainern Labbadia, Veh und Zorniger den Gnadenstoß versetzte.

Als VfB-Trainer ist seine Bilanz verheerend. Vier Siege, vier Unentschieden und 14 Niederlagen sprechen Bände und sollten Grund genug sein, ihn zu entlassen, jetzt, wo wir langsam aber sich den Atem der Nürnberger spüren.

Wie am Schluss Hannes Wolf, scheint Weinzierl um seine Entlassung zu betteln, siehe seine fragwürdigen Aufstellungen und das jüngste Konterkarrieren von Hitzlspergers Appell. Der Verdacht drängt sich auf, man setze darauf, Weinzierl im Falle des Abstiegs günstiger loszubekommen.

Für mich ein Spiel mit dem Feuer, zumal ein professionell wirtschaftender Verein wie der VfB, der um die Verweildauer seiner Trainer weiß, bestimmt ausreichend Rücklagen für Abfindungen gebildet hat! Ein Abstieg käme uns um ein Vielfaches teurer, so dass ich es nicht kapiere, weshalb man drauf und dran ist, die Fehler von 2016 zu wiederholen.

Nichtsdestotrotz hat Augsburg für Weinzierl Endspielcharakter. Ein neuerlicher blutleerer Auftritt, weitere Eskapaden auf und neben dem Platz oder eine Eskalation auf den Rängen. Es fühlt sich an, als fehle nur noch der berühmte Tropfen, um den VfB endgültig ins Chaos zu stürzen. Hitzlsperger hätte ich ruhigere Zeiten gewünscht, sich ins neue Aufgabengebiet einzuarbeiten. Er ist fast ausschließlich als Krisenmanager gefragt und hat einen Brandherd nach dem anderen zu löschen.

Je weniger die Spiele, desto schwieriger die Suche nach einer Interimslösung, denn, nur eine solche kommt in Frage, will man im Sommer unbelastet mit einem neuen Trainer in die nächste Saison gehen. Ich bin gespannt, wen Hitz aus dem Hut zaubern wird und würde derzeit jede Wette eingehen, dass Weinzierl nicht bis Saisonende unser Trainer ist.

Ascacibar indes wurde inzwischen von der DFL mit der Mindeststrafe von sechs Wochen für eine Tätlichkeit, zu der auch Spucken zählt, belegt. Mildernde Umstände, die das Strafmaß hätten drücken können, gab es offensichtlich nicht, sonst hätte der VfB wohl Einspruch eingelegt.

Somit steht uns Ascacibar erst bei einem möglichen Relegationsrückspiel wieder zur Verfügung. Ich hatte bereits unmittelbar nach dem Spiel harsche Kritik an den selbsternannten Experten geübt, die allzu hart mit Santi ins Gericht gingen und ihn am liebsten wieder zurück in der argentinischen Pampa sähen, weil für Spucker kein Platz in unserer Gesellschaft sei. Auch ich war von seiner Aktion entsetzt und will so etwas von keinem VfB-Spieler sehen. Daher bin ich mit der Bestrafung einverstanden, weil Santi eine Grenze überschritten hat, egal in welcher emotionalen Ausnahmesituation er sich befand.

Ascacibar wird die Sperre selbst am meisten treffen! Als einer der wenigen, für die Fußball noch Kampfsport und nicht nur Ballett ist, dürfte er durchdrehen, wenn er in den nächsten Wochen nicht mitwirken kann und womöglich miterleben muss, wie der Absturz des VfB noch mehr an Rasanz aufnimmt.

Daher sollte es mit der Strafe gut sein und sämtliche Kritiker, die eh alles besser wissen, sollten von nun an die Klappe halten und dem jungen Burschen, der er noch immer ist, die zweite Chance zugestehen. Ich bin mir sicher, auch einem Hitzkopf wie ihm, wird das kein zweites Mal passieren. Kopf hoch, Santi, wir VfBler stehen zu Dir!

Ob mit oder ohne Santi, Augsburg wird schwer. Durch den Trainerwechsel und den Sieg in Frankfurt wittern die bayerischen Schwaben Morgenluft und könnten sich durch einen Sieg fast aller Abstiegssorgen entledigen. Gut möglich also, dass Weinzierl ausgerechnet von seinem Ex-Verein in die gut dotierte Arbeitslosigkeit geschickt wird.

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15. April 2019

Ruhe bitte!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , – Franky @ 06:40

Wer kennt ihn nicht, den Kollegen, der die Ruhe weg hat, obwohl es um ihn herum lichterloh brennt und alle anderen in Aufruhr sind. So kommt mir Thomas Hitzlsperger gerade vor. Panik und Endzeitstimmung überall, während Hitz die Devise ausgibt, „Ruhe bewahren“.

Ein Sieg aus den letzten 14 (!) Spielen, vier Siege, vier Unentschieden, 15 Niederlagen, seit Markus Weinzierl unser Trainer ist und wir sollen Ruhe bewahren? Seit dem Augsburger Sieg gestern scheint der Relegationsplatz das Höchste der Gefühle zu sein, und es ist alles gut?

Hitzlsperger, wie die meisten seiner Amtsvorgänger seit Rolf Rüssmann absoluter Novize in diesem Metier, sollte man Anfängerfehler zugestehen. Besonders klug war es sicherlich nicht, nach dem enttäuschenden Remis gegen den Club Markus Weinzierl mittels „wir ziehen das gemeinsam durch“ eine Jobgarantie auszusprechen. Nach dem erneut an Harmlosigkeit kaum zu überbietenden Auftritt gegen Bayer 04 Leverkusen fliegen ihm diese Worte bereits um die Ohren.

So relativierte er inzwischen diese Jobgarantie und meinte, „ein paar Tage müsse jetzt Ruhe sein“, was Spekulationen den Raum öffnet, Augsburg könnte das endgültige Endspiel für Weinzierl sein.
Der nette Herr Hitzlsperger ist wahrlich nicht zu beneiden. Nach dem Tollpatsch und Unsympathen Reschke von Dietrich bewusst installiert, um dem VfB ein sympathischeres Gesicht zu verleihen und selbst ein wenig aus der Schusslinie zu kommen, muss er, trotz aller Treuegelübde, Kante zeigen und diese unangenehme Personalentscheidung treffen. Es hilft keinem weiter, das Unvermeidliche weiter vor sich herzuschieben. Handeln ist gefragt!

Nicht nur das schwierige Umfeld und die Fußball AG sollen laut Hitz Ruhe bewahren, sondern in erster Linie die Mannschaft. Dort sind schon während der gesamten Rückrunde Selbstauflösungstendenzen zu verzeichnen, die nach Reschkes Entlassung nur kurz Pause hatten. Bettelten damals schon Spieler (Pavard, Gonzalez, Ascacibar) um Platzverweise, flog am Samstag Santiago Ascacibar mit einer Unsportlichkeit sondergleichen vom Platz.

Auch wenn Santi das ganze Spiel über immer wieder mit Kai Havertz aneinander geraten und auch böse gefoult worden war, rechtfertigt das seine Spuckattacke in keinster Weise. Ein Profi muss sich dahingehend im Griff haben, zumal spucken eine Demütigung der ekligsten Sorte darstellt.

Da Santi auch nach der roten Karte nicht zu bändigen war, den Schiedsrichter leicht stieß und Havertz an den Kragen wollte, dürfte die Saison für den kleinen Argentinier beendet sein. Ein Bärendienst also, den er uns und seinem Team damit erwiesen hat. Er, noch einer der wenigen, denen man in puncto Einsatz nie etwas vorwerfen konnte, wird uns sehr fehlen. Bitter! Als Ersatz dürfte nun Dennis Aogo bereit stehen, doppelt bitter!

Unangebracht ist es allerdings, wenn selbsternannte Experten den Stab über ihn brechen und dabei soweit gehen, wie Peter Neururer beim Fußball-Stammtisch bei Sport 1, „Spucker“ hätten keinen Platz in unserer Gesellschaft oder auch Spieler von Leverkusen, die verbal nachtreten. Gerade in der Bundesliga ist schon seit Jahren ein Verfall der Sitten zu verzeichnen, so dass diese Leute erst einmal vor der eigenen Haustür kehren sollten. Es wird doch nur noch geschauspielert und betrogen, was genauso zu verurteilen ist.

Santi Ascacibar wird seine Strafe bekommen und damit sollte es dann auch gut sein. So wenig Verständnis ich für Santis Aussetzer habe, so sehr fehlt mir bei dessen Beurteilung die Verhältnismäßigkeit. Für Casteels‘, im BILD-Jargon würde man sagen Brutalo-Foul an Christian Gentner gab es weder Karte, noch Elfmeter, noch Videobeweis, noch eine nachträgliche Bestrafung, obwohl man durchaus von vorsätzlicher Körperverletzung sprechen konnte.

Ruhe bewahren sollten laut Hitzlsperger aber auch alle anderen. Kempf gerät mit Co-Trainer Beller aneinander, Zuber beschwert sich (berechtigt) lautstark über seine Auswechslung und Mario Gomez muss offensichtlich von Weinzierl der Kopf gewaschen werden. Dieser war bestimmt nicht „amused“, als Weinzierl in der Vorwoche referierte, hätte Gomez die Hälfte seiner Großchancen genutzt, stünden wir jetzt besser da! So sieht alles nach Auflösungserscheinungen aus, getreu dem Motto, rette sich, wer kann.

Es gibt wenig, was Hoffnung auf Besserung, zumindest in der derzeitigen Konstellation mit Weinzierl als Trainer, macht. Mit 21 Punkten nach 29 Spielen stünde man in einer normalen Spielzeit zehn Punkte hinter dem rettenden Ufer als bestenfalls Siebzehnter und die Trainerfrage hätte sich längst beantwortet. Einzig die Schwächen von Hannover und Nürnberg sind es, die Weinzierl noch im Amt halten.

Ob er selbst darüber so glücklich ist, darüber hege ich so langsam meine Zweifel. Seine immer wiederkehrenden Durchhalteparolen, seine Aufstellungen, die taktische Ausrichtung, seine Wechsel, nichts lässt eine Strategie, den VfB aus der Krise zu führen, erkennen. Weinzierl hat den Schalter beim Team nie gefunden und ist längst gescheitert, so dass man beide Seiten voneinander erlösen sollte.

Wie am Rande der Mislintat-Bekanntgabe des Öfteren zu lesen war, soll der Trainer der kommenden Saison ja bereits feststehen. Dann wäre es umso unverständlicher, den VfB mit Weinzierl ungebremst ins Verderben rasen zu lassen. Das würde erklären, dass inzwischen von Teilen des Teams der offene Aufstand geprobt wird. Wer soll schon einem Respekt entgegenbringen, der ohnehin nur noch ein paar Wochen hier ist.

Von einem externen Feuerwehrmann, der fünf bzw. sieben Spiele lang tätig ist und dann das Feld wieder räumt, halte ich wenig. Ich favorisiere nach wie vor eine interne Lösung, jedoch weder Hinkel, der die Amateure retten soll, noch Willig von den U19-Junioren, der ebenfalls eine wichtige Mission zu erfüllen hat und vor dem dieser Sauhaufen von Mannschaft wohl auch nicht den nötigen Respekt hatte.

Für meinen Vorschlag auf Facebook, Günther Schäfer als Teamchef zu installieren, wurde ich von manchen belächelt, andere goutierten ihn. Mein Gedanke dabei ist, dass ein Verein wie der VfB genügend ausgebildete Trainer für die tägliche Arbeit und auch taktische Ausrichtung beschäftigt. Ein Günther Schäfer als Teamchef stünde an vorderster Front und wäre für die richtige Ansprache ans Team prädestiniert. Er lebt den VfB wie kaum ein anderer, weiß wie der Hase auf dem Fußballplatz läuft und ist nah genug dran, um einzuschätzen, wie das Team tickt und wo die Probleme tatsächlich liegen.

Nachdem es beim FC Augsburg den Trainer-Effekt gab und dieser kurzerhand das Bonusspiel in Frankfurt gewann (was erlaube FCA?), geht es einzig und allein noch um den Relegationsplatz, den ich weiterhin nicht groß gefährdet sehe, weil sich auch der 1. FC Nürnberg mit dem Siegen sehr schwer tut und das schwerere Restprogramm als der VfB hat.

Auf das Leverkusen-Spiel möchte ich gar nicht groß eingehen, weil es das Spiegelbild etlicher Partien in dieser Saison war. Vorne harmlos und gerade einmal mit einem einzigen Torschuss in 90 Minuten, während hinten immer einer für eine Dämlichkeit gut bzw. schlecht ist.

Duplizität der Ereignisse: wie schon in Dortmund war es Gonzalo Castro, der an der Strafraumgrenze einen völlig unnötigen Strafstoß verursachte, welcher schließlich das Spiel zugunsten der Werkself entschied. Diese spielentscheidende Szene unterstreicht einmal mehr, welchen Seuchenvogel wir uns mit Markus Weinzierl ins Haus geholt haben. Setzt alles daran, seinen Schlüsselspieler rechtzeitig für das Spiel fit zu bekommen und dann ist es ausgerechnet er, der so dämlich foult, dass dem Schiri nichts anderes übrig bleibt, als Elfmeter zu pfeifen. Ein Schelm, der sich etwas dabei denkt, dass Castro die beiden Elfmeter in ähnlicher Art und Weise ausgerechnet gegen seine Ex-Vereine verschuldet hat.

Was uns gestern zu Diskussionen am Rande des Spiels unserer Amateure gegen Hoffenheim II anregte, war die Überlegung, seit wann es eigentlich für Vergehen im Strafraum, die keine Torchance betreffen, nicht mehr indirekten Freistoß gibt…

Sollte man tatsächlich mit Weinzierl in das Spiel in Augsburg gehen, dürfte Augsburg einmal mehr der Job-Killer für einen VfB-Trainer werden. Augsburg, das monatelange Querelen zwischen Trainer Baum und dem Team durchstand und in der letzten Woche doch die Reißleine zog, wirkte in Frankfurt wie von einer Zentnerlast befreit. So ist für den VfB bei den bayerischen Schwaben das Schlimmste zu befürchten. Ich freue mich dennoch auf das Spiel. Schöner Platz, wie schon in den letzten Jahren auf der Haupttribüne, super Sicht auf Spielfeld und Gästeblock, „richtiges“ Bier und genügend Zeitpuffer, um vor und nach dem Spiel das Brauhaus 1516 direkt am Bahnhof aufsuchen zu können. So lässt es sich auswärts, trotz der lächerlichen Darbietungen, bestens aushalten.

Seit gestern gibt es außer dem sportlichen Brandherd möglicherweise auch noch einen außerhalb des Platzes. Der kicker beleuchtet noch einmal das Firmengeflecht von Quattrex und führt auf, wie Dietrich an den Erlösen partizipiert.

Brisant ist, dass die Quattrex unter anderem Investor von Heidenheim und Union Berlin, zwei möglichen Relegationsgegnern des VfB, ist, und somit mittelbar ein Interessenskonflikt vorliegen könnte, sollten wir gegen einen der beiden in der Relegation antreten müssen. Demnach stünde der erste Gewinner der Relegationsspiele, egal wie sie ausgehen, bereits vor Anpfiff fest: Wolfgang Dietrich.

Was an den kicker-Recherchen wirklich neu ist und ob Tatsachen vor der DFL verschleiert wurden, werden die nächsten Tage und Wochen zeigen. Sollte dem so sein, dürfte eine drakonische Strafe bis hin zum Lizenzentzug drohen und, das Gute daran, Wolfgang Dietrich nicht mehr zu halten sein.

Es ist also leichter gesagt, als getan, Ruhe zu bewahren, wenn es an allen Ecken und Enden lodert und man mit dem Löschen der Brandherde nicht mehr hinter her kommt.

Da passt es ins Bild, dass just nachdem Thomas Hitzlsperger eindringlich an alle appelliert hat, das eigene Ego hinten an zu stellen, Benjamin Pavard zum Medizincheck nach München rauscht. Sein gutes Recht zwar, am trainingsfreien Tag, er wird dadurch mutmaßlich am Samstag nicht schlechter spielen und doch stellt man sich die Frage, ob ein Profi so etwas wie Taktgefühl besitzt.

Der VfB scheint, wohin man schaut, am Ende zu sein. Hoffentlich ist diese Saison bald rum, mich macht sie müde!

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12. April 2019

#Ja zum Teilerfolg

#jazumerfolg war gestern. Die Champions League-Träume der Herren Reschke (Geschichte) und Dietrich (bald Geschichte) sind längst ausgeträumt. Wie sich Erfolg für die Vereinsführung definiert und vor allem weshalb dieser ausschließlich durch größeren finanziellen Spielraum garantiert sein sollte, blieben die Herren der Vereinsführung, hier Reschke selbstredend noch ausgenommen, schon bei der Ausgliederungsdebatte schuldig.

Inzwischen ist das Geld weg und der Geldgeber wird nervös, wie jüngst einer der Daimler-Leute im Aufsichtsrat, Wolfgang Porth, offenbarte, als er in den Katakomben des Neckarstadions Guido Buchwald am liebsten den Kragen umgedreht hätte.

Wirtschaftsbosse, die den Aufsichtsrat dominieren, und ihr Vorsitzender Dietrich sind der festen Auffassung mit Geld gehöre ihnen die Welt und damit auch die Fußballwelt. Dass ein Wirtschaftsunternehmen und ein Fußballunternehmen verschieden ticken, haben diese Herren wohl bis heute nicht realisiert.

Während ein Unternehmenschef Erfolg dadurch erfährt, wenn die Kundschaft mit seinen Produkten zufrieden und die Belegschaft motiviert genug ist, bestmöglich für den Unternehmenserfolg zu arbeiten, am Ende auch noch die Zahlen stimmen, definiert sich Erfolg im Fußballgeschäft in erster Linie über die Ergebnisse, die auf dem grünen Rasen eingefahren werden. Keinen Menschen interessieren in dem Moment hervorragende (nicht sichtbare) Rahmenbedingungen, wenn sich die Jungs auf dem Rasen schlecht wie nie zuvor präsentieren.

Ein weiterer gravierender Unterschied zwischen dem Fußball und der Wirtschaft sind die damit verbundenen Emotionen. Mache ich einen besonders guten Kauf, ziehe ich genauso wenig jubelnd vor die Firmenzentrale, wie ich den Unternehmensboss auspfeifen und alles heißen würde, wenn ich mich über den Tisch gezogen fühle.

So kapiert Dietrich bis heute die Anfeindungen gegen seine Person nicht, „wo er doch alles für den VfB gibt“. Schon die Tatsache, dass der Aufsichtsrat den ehemaligen S21-Sprecher, der sich im Rahmen dieses Jahrhundert-Projektes einen Namen als Spalter gemacht hatte, zum alleinigen Kandidaten für die Präsidenten-Wahl machte, sorgte für Missstimmung. Als Mitglied hatte man keine Wahl, umso beschämender war es, dass er dennoch nur knapp „gewählt“ wurde und am Ende gerade einmal auf 57% der anwesenden und 6 (!) der Gesamtmitglieder kam. Dietrich sollte die Ausgliederung durchdrücken, egal mit welchen Mitteln. Homeoffice-Wahler setzte den Herren im Aufsichtsrat, den wahren Regenten des VfB, zu sehr auf Dialog, mit dem man bei der kritischen Mitgliederschaft jedoch offensichtlich nicht weiterkam. So boxte Dietrich dieses Thema im Eiltempo, zur Unzeit (Aufstiegsrennen 2. Liga) und in einer Zeit durch, in der der VfB als Zweitligist für die wenigsten Geldgeber ein lohnendes Investment gewesen wäre.

Aber, da war ja noch der Daimler, der den Mitgliedern ein 41,-5-Millionen-Zuckerle hinwarf, das (zu) vielen Mitgliedern offenbar den Kopf verdrehte. Dass der Daimler durch diese Einlage keinerlei Risiko eingehen musste, den VfB jedoch mehr als ohnehin schon in die Abhängigkeit vom Nachbarn mit dem Stern trieb, womit auf lange Sicht die Tür für andere interessierte Investoren wie den Automobilhersteller aus Zuffenhausen zugeschlagen wurde, interessierte angesichts der im Trump-Style geführten Propaganda und eines Gratis-Trikots die wenigsten.

Jetzt, wo den Herren der Slogan #jazumerfolg um die Ohren fliegt und der VfB trotz der Millionen-Spritze in Trümmern liegt, wird der Gegenwind für Dietrich und seine Schergen rauer. Wir, die den Ablauf der Mitgliederversammlungen zur Wahl Dietrichs (vom Verein rekrutierte Jubelperser) und zur Ausgliederung (nicht funktionierende Abstimmungsgeräte) noch nicht vergessen haben, sind ohnehin sauer, mittlerweile fühlen sich aber auch jene veräppelt, die an #jazumerfolg geglaubt hatten.

Dass Dietrich höchstselbst es war, der den VfB ohne Not und in Rekordtempo von einer kaum zu toppenden Euphoriewelle in eine tiefe Depression gestürzt hat, sieht er partout nicht ein, wo doch die geschaffenen Rahmenbedingungen so toll sind.

Dass es beim VfB, nicht erst seit Buchwalds „Rücktritt“ aus dem Aufsichtsrat, in den Führungspositionen an Sportkompetenz fehlt, ist bekannt. Ehemalige Sportler mögen nicht immer die hellsten Kerzen auf der Torte sein, doch, sie können es jedoch eher einschätzen, wie eine Mannschaft tickt und was ihr fehlen könnte, als ein Wirtschaftsboss oder auch ein Reschke, der die Mannschaft mehr genervt hat, als dass er zu ihr Vertrauen hätte aufbauen können.

Es war ganz nett und vor allem ungewohnt, nach der Ausgliederung ein paar Milliönchen mehr gehabt zu haben und Spieler an den Neckar gelockt zu haben, die auch zu weitaus größeren Vereinen hätten gehen können, aber, sie funktionieren nicht beim VfB, womit Unsummen auf Nimmerwiedersehen sinnlos verbrannt wurden.

Beim VfB ist seit der Schindelmeiser-Entlassung keinerlei Plan mehr erkennbar, für welchen Fußball er stehen soll. Platzhirsche jenseits der dreißig sollten für Stabilität sorgen, stehen jedoch in erster Linie für das Ausklingenlassen ihrer Karrieren und Altherrenfußball.

Jungnationalspieler hingegen, die man geholt hat, wie Maffeo und Borna Sosa, müssen sich seit Beginn der Saison hinter Platzhirschen wie Beck und Insúa anstellen, obwohl deren Leistungen kaum Anlass dazu gäben. Da eine Fußballerkarriere relativ kurz ist, haben aufstrebende Talente in der Regel keine Zeit zu verschwenden, so dass ich es nachvollziehen kann, dass sie ungeduldig werden, wenn sie überhaupt keine Rolle spielen.

Was man den Jungs versprochen hat, dass sie gen Neckar zogen, weiß ich nicht. Ich kann es mir jedenfalls nicht vorstellen, dass es nur die Karawane Cannstatt war, die sie derart beeindruckt hat, dass sie nirgends anders mehr hinwollten. Man hat ihnen sicherlich nicht verraten, dass wir da Vereinslegenden jenseits der dreißig haben, hinter denen sie sich schön anzustellen haben. Es sind wohl eher politische Gründe (vermeintliche Führungsspieler) zu vermuten, dass so mancher junge Spieler beim VfB kein Bein auf den Boden bekommt und früher oder später resigniert.

Ich möchte die Jungs an dieser Stelle keineswegs frei von jedweder Schuld sprechen. Es gehört sich als Profi nicht, schlechte Stimmung zu verbreiten (Maffeo), in Interviews über den VfB herzuziehen (Maffeo, Sosa) und es gehört sich als hochbezahlter Profi schon gar nicht, auf stur und beleidigte Leberwurst zu schalten und darauf zu vertrauen, im Sommer wieder weg zu sein. Sportlich täten uns beide gut, brächten sie doch wenigstens Geschwindigkeit in unser unerträglich träges Spiel.

Auch einstige Hoffnungsträger wie Akolo, Thommy und Donis spielen nur Nebenrollen, was unter anderem daran liegt, dass Weinzierl, ähnlich wie Korkut vor Jahresfrist, auf einen nahezu geschlossenen Kreis an Spielern setzt. Konnte man Korkut noch wenig vorwerfen, weil die Ergebnisse ja stimmten, fragt man sich bei Weinzierl schon, was einige verbrochen haben, dass sie an seit Wochen formschwachen und dennoch gesetzten Spielern nicht vorbeikommen.

Wie sich der eine oder andere in der Gruppe verhält und ob er überhaupt ein Interesse daran hat, dass der VfB in der Liga bleibt, lässt sich von außen schwer beurteilen. Wenn man jedoch hört, dass für Disziplinlosigkeiten erhobene Strafen in Höhe von mehreren zehntausend Euro einfach nicht gezahlt werden, weil die Rechtsgrundlage fehle und bei als Teambuilding gedachten Mannschaftsabenden das Desinteresse überwiegt, lässt dies auf eine scheiß Stimmung innerhalb der Truppe schließen und macht wenig Hoffnung, dass es diese Jungs sind, die für uns die Kohlen aus dem Feuer holen.

Ich kann nicht sagen, was beim VfB seit Jahren schiefläuft, weshalb es nicht gelingt, „Verstärkungen“ ins Gefüge zu integrieren und ob hier wer bewusst gegensteuert, um sein (und das seiner Spezies) Standing zu erhalten. Es wäre Aufgabe der Kaderplaner, Spieler nicht nur nach den fußballerischen, sondern auch den menschlichen Qualitäten auszusuchen und derer, die nah am Team sind, Integrationsarbeit, auf und neben dem Platz, zu leisten, damit sich ein Transfer für alle Seiten auszahlt.

Dieser Kaderplaner (bzw. Sportdirektor) wird nun, seit gestern ist es offiziell, Sven Mislintat. Ihm eilt ein hervorragender Ruf voraus, der sich auch an Namen und Wertsteigerungen von Spielern aus seiner Dortmunder Zeit untermauern lässt. Bei seinem Beinamen „Diamantenauge“ zucke ich schon mal reflexartig zusammen, liegt die Zeit des Perlentauchers, der beim VfB krachend gescheitert ist, doch noch keine zwei Monate zurück.

Der kicker empfahl Mislintat „”Nachdem der aktuelle VfB-Kader den Eindruck eines irreparablen Totalschadens macht, gilt es, die wenigen den Erfordernissen genügenden Teile daraus zu retten und den großen Rest komplett auszutauschen“, was einer Herkulesaufgabe gleichen dürfte.

Vergleiche zu Reschke und zu den allgemeinen Vorschusslorbeeren, die schließlich auch Reschke vorauseilten, möchte ich erst einmal nicht ziehen. Mislintat wird vermutlich jene Rolle ausfüllen, die auch Reschke besser gestanden hätte, nämlich im Hintergrund die Strippen zu ziehen, während Hitzlsperger für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Dass man bei der offiziellen Pressemitteilung den Satz „”Auch die gute Verbindung von Wolfgang Dietrich zu Sven Mislintat hat dazu beigetragen, Sven vom VfB zu überzeugen” einschieben muss, lässt tief blicken, wie angeschlagen Dietrich ist und macht Hoffnung, dass er nicht mehr allzu viele Stürme als VfB-Präsident überstehen wird.

Unter Schindelmeiser/ Wolf wähnte ich uns, zumindest was das Arbeitsklima anging, auf einem guten Weg. Seit Dietrich und später Reschke das Sagen hatten und von oben herab mit der Dampfhammermethode führen, Kritiker als ahnungslose Vollidioten abgetan wurden und Fake News zum Tagesgeschäft gehören, ist ein Verfall der guten Sitten zu verzeichnen, der bis in die Mannschaft getragen wird. Die „Mannschaft“ präsentiert sich so, wie von oben vorgelebt! Hier gilt es, im Sommer radikal auszumisten, gut dass Mislintat schon zum 01.05. seinen Dienst antritt, es gibt viel zu tun!

Wie es um den Teamgeist und die Leistungsfähigkeit der Mannschaft derzeit bestellt ist, kann es einem nur angst und bange werden. Da sind die Alten, die zwar die profihafte Einstellung haben, auf dem Platz jedoch nur noch ein Schatten ihrer selbst sind und die Jungen, die sich mutmaßlich bei einem Abstieg eher noch finanziell verbessern dürften, weil sie der VfB dann um jeden Preis losbekommen muss, um das seit Reschke sprunghaft gestiegene Gehaltsgefüge wieder auf Normalmaß zu stutzen. Wiederum andere, wie die Leihspieler Esswein und Zuber bringen zwar Mentalität ein, haben es aber, zumindest bei Esswein ist das so, nicht so mit dem Fußball spielen.

In dieser Mannschaft macht derzeit nur Ozan Kabak Spaß! Wissbegierung, ehrgeizig und fußballerisch extrem stark präsentiert sich der seit kurzem 19-Jährige, ihm darf man schon jetzt eine große Karriere prophezeien, wenn er so weiter macht und immun gegen den VfB-Bazillus bleibt, der jeden Profi schlechter werden lässt. Ob und wann seine Karriere in München die Fortsetzung findet und Dietrich/ Reschke damit der nächsten Lüge überführt werden, wird sich zeigen. Bei einem Abstieg jedenfalls dürften sich die Wege im Sommer bereits trennen.

Der Fußball sollte Emotionen schüren und von denen im Idealfall nicht ausschließlich negative.
Über den Ausgleich am Samstag konnte ich mich ebenso wenig freuen, wie darüber, den Abstand zu Nürnberg gehalten zu haben. So wie die Spieler nach dem Schlusspfiff zu großen Teilen auf dem Rasen zusammensackten und wie sie in die Kurve schlichen, hätte man daraus schließen können, sie seien ähnlich entsetzt über den Auftritt gewesen, wie das Gros der Fans.

Doch, weit gefehlt, am Tag danach wurde man dann eines Besseren belehrt. Oder wie ist es zu erklären, dass Andi Beck bei Sport im Dritten zum Besten gibt, es sei das Ziel gewesen, Nürnberg nicht näher heranrücken zu lassen. Super, Ziel erreicht, wurde bestimmt auch noch eine Prämie für dieses Meisterstück ausgelobt!

Des Weiteren schwafelte Beck von Teilerfolg, was das Erreichen des Relegationsplatzes angeht. Wie tief bitte sind unsere Ansprüche gesunken? Wir spielen die mit Abstand schlechteste Saison der Vereinsgeschichte, für die uns nichts anderes als der Abstieg gehört und dann erwarten diese Fußballmillionäre, dass man sie für das Erreichen der (dem Zweitligisten gegenüber ungerechten) Relegation noch feiert? Gewinnt man diese, was zu befürchten ist, wäre es vermutlich ein voller Erfolg und das Saisonziel Nichtabstieg wäre erreicht. Toll, ich hoffe nur, dass sie uns so nicht davonkommen!

Diese Sichtweise des Führungsspielers und Ersatz-Kapitäns Andreas Beck relativiert dann auch die doch zurückhaltenden Reaktionen auf dem Rasen nach dem Schlusspfiff. Nur weil Pfiffe zu hören waren und sich Unmut breit machte, konnten die Jungs ihrer Freude über den gewonnenen Punkt nicht freien Lauf lassen. Es hätte wahrlich auch nicht zur Stimmung im weiten Rund gepasst, hätten sie die Arme hochgerissen und wären vor Freude über den Rasen gehüpft. Das wäre unpassend gewesen, war der Großteil der Zuschauer doch ähnlich entsetzt wie ich.

DER Abstiegsgipfel, Karawane, volles Haus, tolle Choreo, Kaiserwetter und dann ein, vor allem in der ersten Halbzeit, derart lebloses Gekicke, ich war, und bin es immer noch, fassungslos.

Bereits vor dem Hannover-Spiel prophezeite ich, der VfB gewänne noch ganze zwei Spiele, nämlich die gegen die beiden hinter uns platzierten Teams. Vor dem Spiel gegen den Club lehnte ich mich weit aus dem Fenster und glaubte gar an einen 4:0-Sieg, einfach weil ich uns zwar schwach, jedoch nicht so schwach wie den Club sah. Auch wenn dieser mit dem Rückenwind des 3:0 gegen den FC Augsburg angereist kam, dem ersten Sieg seit September 2018, glaubte ich lediglich an ein Strohfeuer und war überzeugt davon, dass der VfB, so schwach er sich auch in dieser Saison präsentiert, die Franken überrennen wird.

Doch, weit gefehlt, es fehlten die Mittel, den tief gestaffelten Gegner in Bedrängnis zu bringen. Mehr noch, am Ende durfte man sich bei Ron-Robert Zieler bedanken, dass man nicht ganz mit leeren Händen dastand. Erbärmlich!

Wer jetzt daher kommt und denkt, Leverkusen liege uns besser, weil sie mehr am Spiel teilnehmen, ist für mich ein unverbesserlicher Optimist.

Ich rechne damit, dass uns Leverkusen überrennen wird. Bayer hat zwar seine letzten drei Spiele allesamt verloren, aber, wenn der VfB eines wirklich kann, dann Aufbaugegner. Bayer hat auch nicht gegen irgendwen verloren, sondern gegen drei spiel- und formstarke Teams, Bremen, Hoffenheim und Leipzig, gegen die der Bosz‘sche Hurra-Fußball nach hinten los ging. Da der VfB offensiv so gut wie keine Gefahr entfacht, werden wir sicherlich kein Kapital aus den Abwehrschwächen der Werkself schlagen können. Bayer bietet nämlich durch sein brutales Pressing schon einiges an, nur, man müsste dazu auch hinter ihre Linien kommen, was ich dem VfB in der derzeitigen Verfassung und dem derzeitigen Personal kaum zutraue.

Nach Schalke, Nürnberg und dem VfB haben sich seit dieser Woche auch Hannover 96 und der FC Augsburg in dieser Saison sowohl vom Trainer als auch vom Sportchef getrennt. Alle Mitkonkurrenten wechselten den Trainer in diesem Kalenderjahr, einzig beim VfB wird sich vor der zweiten Trainerentlassung in dieser Saison (noch) gescheut. „Wir ziehen das gemeinsam durch“, so unisono zu hören von Thomas Hitzlsperger und Markus Weinzierl.

Für mich stellt es ein Armutszeugnis dar, dass Weinzierl nur deshalb weiter Dienst tun darf, weil Woche für Woche keine Bewegung im Tabellenkeller ist und dem VfB wohl nach wie vor schlimmstenfalls die Relegation droht.

Rationale Gründe an Weinzierl festzuhalten, fallen mir keine ein. Seine Bilanz ist niederschmetternd (4S, 4U, 13N) und genügten, dieses Missverständnis zu beenden. Weinzierl wirkt noch immer aufreizend distanziert zum VfB und verscherzt es sich mit immer mehr Spielern. Zum einen werden sie öffentlich denunziert, andere sind völlig außen vor, während wieder andere Woche für Woche aufs Neue auf dem Platz herumstümpern dürfen.

Da Weinzierl „sein“ Team gefunden zu haben scheint, dieses jedoch keinen Erfolg verspricht wie man jedes Wochenende aufs Neue vorgeführt bekommt, habe ich in dieser Konstellation keine Hoffnung, dass wir den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen.

Ob ein Trainerwechsel zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt noch irgendeinen Effekt hätte, kann keiner mit Gewissheit vorhersagen. Für mich wäre er ein kleiner Hoffnungsschimmer für die Schlussphase der Saison.

Wie diverse Medien im Zusammenhang mit der Mislintat-Verpflichtung berichteten, solle der Trainer für die nächste Saison bereits feststehen. Das würde das Zaudern in der Trainerfrage zwar begründen, nicht jedoch plausibel erklären. Ein Trainer, von dem die Mannschaft weiß, dass er nur noch ein paar Wochen hier ist, verliert automatisch an Autorität, erst recht bei einem solchen Sauhaufen.

Wohl dem Verein, der einen Huub Stevens im Verein hat und diesen als Interimslösung präsentieren kann. So einen haben wir leider nicht. Andi Hinkel hat jüngst die Amateure übernommen und sollte auch nicht verheizt werden und für Jürgen Sundermann‘s Herz wäre dieser Stressjob vermutlich auch nichts mehr. So dürfte Weinzierl allein mangels Alternativen und weniger wegen rationaler Gründe die Saison als VfB-Trainer überleben, es sei denn, es setzt noch eine Klatsche, die zum Handeln zwingt.

Was den Abstieg 2016 angeht, ist man heute so schlau, sich einzugestehen, dass es ein Fehler war, bis zum Schluss an Jürgen Kramny festzuhalten, es wäre aber nicht der VfB, würde man dieselben Fehler nicht immer wieder machen. Am Ende des Tages kann zwar nicht immer der Trainer schuld sein, die Spieler stehen in der Pflicht, doch, auch diese scheinen nach einem neuen Impuls zu lechzen.

Die Kaderzusammenstellung ist unter aller Sau. Noch Reschke hat es im Winter versäumt, eine Alternative zu Daniel Didavi sowie einen torgefährlichen Stürmer zu verpflichten. Beides fliegt uns derzeit um die Ohren, weil an Gomez das Alter zehrt, Gonzalez zwar Einsatzwillen zeigt, ihm die nötige Härte für die Bundesliga aber noch fehlt und weil Didavi nur noch ein Schatten früherer Tage ist. Wenn er denn überhaupt mal einsatzbereit ist, wirkt er, als wenn er mit Medikamenten vollgepumpt sei und offenbart, dass ihm die Fitness komplett abgeht. Mangels kreativer Alternativen muss er sich so der Öffentlichkeit präsentieren, da kann man nur hoffen, dass er nicht eines Tages noch umkippt.

So gibt es für mich derzeit wenig Hoffnung auf noch den einen oder anderen Punkt in den verbleibenden Spielen, so dass einem nichts anderes übrigbleibt, weiter auf die Schwäche der Konkurrenz und einen machbaren Relegationsgegner zu hoffen. Eine desaströse Momentaufnahme für die VfB Stuttgart AG, in die uns die Egoisten vom Aufsichtsrat und auf dem Präsidentensessel da hineinmanövriert haben. Spätestens nach dieser Saison, aus der wir womöglich mit einem blauen Auge kommen, ist Kehrwoche angesagt, denn, auch beim VfB stinkt der Fisch vom Kopf!

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20. Februar 2019

Explosionsgefahr!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , , – Franky @ 08:36

In einer turbulenten Woche, in der Michael Reschke (endlich) gefeuert und von Thomas Hitzlsperger abgelöst wurde, legte „der Neue“ sein Hauptaugenmerk auf das Innenleben der „Mannschaft“ und eruierte zusammen mit Markus Weinzierl, wie man die Lebensgeister wieder wecken könnte.

Gewisse Blockaden konnten wohl gelöst werden, war doch, was jedoch nicht schwer war, eine Leistungssteigerung im Vergleich zum Debakel in Düsseldorf zu verzeichnen. Statt kollektiver Leistungsverweigerung, war sie plötzlich da, die Bereitschaft das zu tun, was das Mindeste ist, was man von einem Sportler erwarten kann. Laufen, grätschen, kämpfen, dem Nebenmann helfen, einfach der Wille, sich nicht ohne Gegenwehr zu ergeben.

Genauso lesen sich die Stimmen zum Spiel, deutlich verbessert, jeder hat sich den Allerwertesten aufgerissen oder „wenn wir so spielen, steigen wir definitiv nicht ab“. Selbstbeweihräucherung as it’s best, dabei stehen wir auch nach nunmehr 22 Spieltagen mit erbärmlichen 15 Punkten da. Der VfB spielt seine schlechteste Bundesliga-Saison aller Zeiten, fuhr gerade die sechste Niederlage im elften Heimspiel ein und alle klopfen sich auf die Schultern.

Unter normalen Umständen müssten wir bereits jetzt hoffnungslos zurückliegen und dürften die Nichtabstiegsplätze nur noch mit dem Fernglas betrachten. Einzig Hannover und Nürnberg ist es zu verdanken, dass doch alles nicht so schlimm ist, wie man uns gern weismachen möchte. Augsburg ist ebenfalls noch in Reichweite, Glück für uns, dass sie durch zwei Torwartfehler gerade noch 2:3 gegen die Bayern verloren haben.

Dass allein das auf den Platz bringen der Basics für den Klassenerhalt zu wenig ist, sollte jedem klar sein. Das Spiel des VfB war auch am Samstag wieder von Ideen-, Plan- und Harmlosigkeit nicht zu überbieten. Wo sind der Esprit, die Spielfreude, der Spielwitz und die Konzentrationsfähigkeit?

Auch das sind Eigenschaften, die man von elf Jung-Millionären, die ihr Hobby zum Beruf machen durften, erwarten können muss. Nahezu nach jedem Spiel werden uns die Minuten vorgerechnet, in denen man gut mitgehalten habe, und was gewesen wäre, wenn.

Doch, hier gilt kommt eine alte Fußballer-Weisheit, die Adi Preißler von sich gab, zum tragen „Grau is’ im Leben alle Theorie – aber entscheidend is’ auf’m Platz“ oder auch „ein Spiel dauert 90 Minuten“.
Die dieses Mal von der sechsten bis zur 68. Minute erstaunlich lang andauernde „gute Phase“, wie Weinzierl vorschwärmte, kann man sich natürlich besser reden als sie war.

Dabei wäre dieser Tag doch wie gemacht gewesen für die Wende. Kaiserwetter, vorfrühlingshafte Temperaturen Mitte Februar, endlich mal wieder ein Spiel Samstag 15:30, die Mannschaft befreit von Dampfplauderer Reschke und Gentner erstmals seit 2012 (!) 90 Minuten lang auf der Bank.

Einziger Schönheitsfehler war zunächst das spärlich gefüllte Stadion, 46.072 Zuschauer zwar offiziell, in Wahrheit dürften es noch 10.000 weniger gewesen sein, und ein fast leerer Gästeblock. Wie Rangnick darauf kommt, Leipzig habe mit Schalke und Dortmund die meisten Auswärtsfans, wird sein Geheimnis bleiben. Aber halt, vielleicht boykottieren die Leipziger ja die Traditionsvereine!

Dass etliche VfBler, die nicht zum Spiel wollten oder nicht konnten, ihre Karten in der Cannstatter Kurve nicht einmal mehr über den Zweitmarkt losbekommen, spricht Bände. Zum einen hat die „Mannschaft“ es langsam aber sicher mit ihren bemitleidenswerten Auftritten geschafft, das Stadion leer zu spielen, zum anderen verramscht der VfB hochpreisige Tribünen-Tickets und wirft den Käufern noch Restbestände der Puma-Kollektion hinterher, so dass der eine oder andere sicherlich gedacht hat, o. k., kauf ich mir das Ticket, nehme das Präsent und setze mich gediegen auf die Gegengerade. Ein weiterer Aspekt, weshalb es bei diesem Spiel gegen einen durchaus attraktiv spielenden Gegner, diese Minuskulisse gab. Plastikclubs ohne Fankultur und Tradition ziehen eben nicht!

Dass Gentner ausgerechnet in Spiel eins nach Reschke, das Geschehen von der Bank aus betrachten durfte, erinnert mich an die Demission von Fredi Bobic, als sich Sven Ulreich nach Jahren der Unantastbarkeit umgehend (zunächst) auf der Ersatzbank wiederfand. Unwahrscheinlich, dass da nicht die Sportdirektoren, aus unterschiedlichsten Beweggründen, in die Aufstellung reingeredet haben. Vermisst wurde Gente indes nicht, sein Vertreter Gonzalo Castro „ersetzte“ ihn über weite Strecken ordentlich, so dass es keinen Grund gibt, für Bremen auf dieser Position etwas zu ändern.

Castro scheint es geholfen zu haben, dass sein „Ziehvater“ Reschke nicht mehr da ist. Dass Reschke massiv in die Aufstellungen reingeredet hat und die Spieler in der Kabine totgequasselt haben soll, ist schon ein starkes Stück. Da frage ich mich, nachdem dies schon Wolfs Ende eingeläutet hat, weshalb man mit dessen Rauswurf so lange gewartet hat. Ein absolutes No-Go im Fußball.

Gerade bei einem sensiblen Spieler wie Castro, ist es der Leistung nicht zuträglich, wenn da einer, der dessen Verpflichtung zu verantworten hat, ihm ständig erzählt, wie enttäuscht er von ihm sei und was er alles von ihm erwarte, vor allem dann nicht, wenn der Trainer das womöglich anders sieht.

Dass wir auch nach dem Leipzig-Spiel gegen die Top-7 der Tabelle noch ohne jeglichen Punktgewinn da stehen, hat sicher nichts damit zu tun, dass der Capitano nicht auf dem Platz stand.

Abermals lag man in Rückstand, ehe das Spiel richtig begonnen hatte. Erneut hatte das Tor etwas von Slapstick. Flache Hereingabe in den 5-Meter-Raum durch Timo Werner, Zieler lenkt den Ball mit den Fingerspitzen in die Mitte ab, wo Kempf über den Ball tritt und Poulsen freistehend nur noch einzunetzen braucht. Einfacher geht’s nicht.

Beide von uns beteiligten Spieler, aber auch Kabak, der sich von Werner ausspielen ließ, geben dabei keine gute Figur ab. Dass Zieler in dieser Saison nicht der Rückhalt der Vorsaison ist und die Seuche hat, zeigte sich auch beim zweiten Leipziger Treffer, als er sein direktes Freistoßtor Nummer 17 fing und damit die Torhüter-Rangliste in dieser Statistik mit deutlichem Vorsprung anführt. Dahinter folgen übrigens direkt Ulreich, Benaglio und Leno, Stuttgarter Torwartschule, könnte man da fast meinen! Hier aber kein Vorwurf an Zieler, der Freistoß war sensationell geschossen, zudem hielt es Pavard in der Mauer nicht für nötig, hoch zu springen, und dennoch passt es ins Bild, wenn in unserer misslichen Lage uns nichts und den Gegnern alles gelingt.

Davor erhielt der VfB ein Elfmetergeschenk, welches Zuber dankend annahm, und wir waren überraschend im Spiel zurück. Man hätte sogar durch Kabak oder Ascacibar mit 2:1 in Führung gehen und durchaus punkten können, wenn eben der Freistoß nicht gepfiffen worden wäre und sich unsere Abwehr beim 1:3 nicht so einfach hätte aushebeln lassen. Da der Elfer ebenfalls unberechtigt war, möchte ich nicht über den Freistoß lamentieren, der zum 1:2 geführt hat, auch wenn es ein Stürmerfoul von Poulsen war. Es ist dennoch schade, dass wir nach dem geschenkten Elfmeter das Momentum nicht nutzen konnten.

Weinzierl hat es bislang noch nicht geschafft, die Abwehr zu stabilisieren. Mit 50 Gegentoren stellen wir DIE Schießbude der Liga. Wird diese defensive Anfälligkeit nicht umgehend abgestellt, dürfte es schwierig werden, den Klassenerhalt zu schaffen. Nominell lesen sich die Aufstellungen zwar nicht schlecht, dennoch frage ich mich, weshalb ein erfahrener Spieler wie Holger Badstuber überhaupt keine Chance mehr erhält, den Laden zusammenzuhalten.

Er hat, wie alle anderen auch, Fehler gemacht und ist ein Ehrgeizling, der sicherlich das eine oder andere Mal, einem Spiel oder auch seiner Situation geschuldet, ungenießbar ist und übers Ziel hinausschießt, doch, wenn man mitbekommt, wie es um das Innenleben der Truppe bestellt ist, ist er bei weitem nicht der einzige Unruheherd und müssten einige andere ebenfalls auf immer und ewig verbannt werden. Ich denke, mit seiner Erfahrung, Ruhe und Übersicht könnte er uns stabilisieren.

Dass der Gegner für einen erfolgreichen Neubeginn zu stark sein würde, war mir schon vor dem Spiel klar. Frappierend ins Auge stachen gegen die flinken Leipziger die Schnelligkeitsdefizite und dass wir nach vorne weiterhin null Durchschlagskraft entwickeln. Bei den Leipzigern hatte man stets den Eindruck, dass sie jederzeit noch zulegen konnten, während der VfB am Limit spielte und es nach wie vor nicht versteht, mit eigenem Ballbesitz etwas anzufangen. So wird es schwer, auch nur noch ein einziges Spiel zu gewinnen!

Ob das in Bremen besser wird? Mut könnte machen, dass Werder eine der vier Mannschaften ist, gegen die uns in dieser Saison überhaupt ein Sieg gelang und dass Werder nicht einmal aus dem Eigentor des Jahres Kapital geschlagen hat.

Der letzte Sieg bei Werder datiert aus der Meistersaison, es gibt also bessere Pflaster für ein Endspiel für Markus Weinzierl, das es wohl ist. Werder spielt eine solide Saison und ist den Europacuprängen näher als den Abstiegsplätzen. Letzteres verwundert nicht, bei diesem Schneckenrennen, das wir uns liefern. Zuletzt kam Werder bei Hertha BSC zum Lastminute-Ausgleich, wobei Claudio Pizarro im 20. (!) Jahr in Folge ein Liga-Tor erzielte und zudem mit 40 Jahren und 136 Tagen als ältester Bundesliga-Torschütze aller Zeiten in die Annalen einging. Dies war sein 3. Saisontor, womit er als Standby-Profi bei uns Platz zwei der „Torjäger“-Liste einnehmen würde.

Ein ganz großer Spieler und sympathisch dazu. Bin gespannt, ob wir ihn am Freitag noch einmal erleben werden. Vielleicht darf er ja zum dritten Mal in dieser Saison von Beginn an ran. Gegen Abstiegskandidaten riskiert es der Bremer Coach schon mal, mit 10 ½ Mann aufzulaufen, so bisher nur gegen Augsburg und Düsseldorf. Dass es den Joker kurz vor Schluss gegen uns noch braucht, bezweifle ich.

Davon, Weinzierl nach dem Leipzig-Spiel rauszuschmeißen, hätte ich nichts gehalten. Zum einen ist ihm nach diesem Spiel nicht sehr viel vorzuwerfen, auch weil Leipzig nicht unsere Kragenweite ist, zum anderen könnte ein neuer Mann bis Freitag nicht viel bewirken. Nach dem Bremen-Spiel Freitags bis Hannover Sonntags wäre länger Zeit und es stünde eine dankbarere Aufgabe für einen Debütanten an als bei Werder, wo die Trauben traditionell hoch für uns hängen.

Ich bin nicht einmal davon überzeugt, dass uns ein Trainerwechsel jetzt überhaupt noch weiterhelfen würde. Wer soll es denn machen? Bei den üblichen Verdächtigen auf der Liste der arbeitslosen Fußballlehrer kommt mir das Grausen. Einzig mit Felix Magath bis Saisonende und dann einem richtigen Neuanfang im Sommer könnte ich mich anfreunden. Jetzt aber einen zu holen, wie einst Korkut, mit Vertragslaufzeit über die Saison hinaus, würde uns sehr wahrscheinlich garantieren, dass sich die Scheiße nächste Saison nahtlos fortsetzt.

Wobei, seit neuestem ist die Liste der arbeitslosen Trainer um einen prominenten Namen reicher: Alex Zorniger! Ihn würde ich mit Kusshand wieder nehmen, unter ihm hatten wir zwar fast genauso oft verloren wie unter Weinzierl, aber, attraktiver. Ich ging selten nach Niederlagen so frohgelaunt nach Hause wie in der kurzen Ära Zorniger. Ein Jammer, dass ihm das Glück fehlte, er es mit zu vielen aus der Mannschaft verscherzt hatte und die hiesigen Medien mit seiner schroffen Art nicht zurechtkamen.

An Weinzierl festzuhalten, dafür fehlen mir ehrlich gesagt die Argumente. Er hat in einem halben Jahr weder seine Formation gefunden noch ist ein Spielsystem zu erkennen, welches ihm vorschwebt. Da hätte ich mir nach der Winterpause ein klareres Konzept erwartet. Daher bin ich eigentlich nur gegen einen Trainerwechsel, weil kein Mann verfügbar ist, dem ich es zutraue, neuen Schwung zu entfachen und der den Job lediglich bis zum Saisonende machen würde. Jeder Kandidat ab dem Sommer, von den derzeit verfügbaren Andi Hinkel oder auch David Wagner, sähe ich ungern durch den möglichen Abstieg verbrannt. Ich halte es für unmöglich, dass der Abstiegs-Trainer auch Trainer in der neuen Saison sein kann.

Der Protest gegen Dietrich indes setzt sich fort und wird lauter. Ich hoffe, dieser geht mit einer Vehemenz weiter, dass Dietrich in absehbarer Zukunft nichts anderes übrig bleibt, als seinen Sessel zu räumen, steht für ihn das Wohl des VfB wirklich an erster Stelle und nicht nur sein eigenes. Dieser Mann hat außer leeren Versprechungen und der Verpflichtung des rheinischen Hofnarren nichts geleistet und trägt daher die Verantwortung für das derzeitige Dilemma.

Wer weiß, ob er den „pflegeleichten“ Thomas Hitzlsperger nicht gar aus Kalkül auf den Sportvorstand-Posten gehievt und ihm gleich einen 3 ½-Jahresvertrag gegeben hat, um andere klangvolle Namen, die im Raum schweben, wie Rangnick und Klinsmann, von vornherein zu verhindern? Diese würden nämlich große Macht für sich beanspruchen, was so überhaupt nicht den Vorstellungen Dietrichs entspricht. Ihm geht es um Eigeninteresse und um eigenen Machterhalt. Schwache Führungskräfte scharen schwaches Personal um sich, daher sind diese Namen in der derzeitigen Konstellation wohl ins Reich der Fabel zu verweisen.

Reschke verabschiedete sich mit den Worten „Er gibt mit großer Leidenschaft und viel Herzblut alles für seinen VfB, er hat den Respekt und die Unterstützung aller VfBler verdient. Ich bitte alle, auch die, die mich skeptisch oder negativ sehen: Hört auf mit den Schmähungen gegen Wolfgang Dietrich. Sie sind ungerecht und schaden dem Verein und der Mannschaft in dieser schwierigen Phase.“ Zum Glück richtet sich dieser Appell an die ahnungslosen Vollidioten und zum Glück weiß man, dass sie aus einem Mund kommen, der während seiner VfB-Zeit wenig Sinnvolles von sich gegeben hat.

Wenn einer dem Verein schadet, dann doch Dietrich selbst, der es in knapp zwei Jahren geschafft hat, den VfB vom Ritt auf der Euphoriewelle in die Depression zu „führen“ und sich jedem entledigt, der nicht zu Allem „Ja und Amen“ sagt. Von Außenstehenden auferlegt zu bekommen, Ruhe zu geben und die Mannschaft bedingungslos zu supporten in den verbleibenden Spielen, können sich die Kommentatoren wie Thomas Wehrle (SWR) sparen.

Unter Dietrich ging es nicht nur sportlich bergab, auch der Ton hat sich geändert. Wurde versucht, unter Bernd Wahler eine Diskussionskultur einzuführen und Fans und Mitglieder mitzunehmen, wird, seit die Ausgliederung durch ist und Dietrich die Mitglieder nicht mehr braucht, von oben herab diktiert, gelogen und beleidigt.

Der VfB lebt es vor und bekommt es zurück, wer Wind sät, wird Sturm ernten. Haben sich die VfB-Oberen mitten im Aufstiegsrennen um Ruhe bemüht, als das Fass mit der Ausgliederung aufgemacht wurde? Hat sich VIP-Logen-Hooligan Porth um Diskretion in der schwierigen Situation bemüht, als er Guido Buchwald angegangen ist, hat ein Reschke, vor irgendeinem seiner, Außenstehende würden sagen legendären, die VfBler sagen peinlichen Auftritten sagen, überlegt, welche Lawine er lostreten würde?

Nein, also hat die zahlende Kundschaft und Mitgliederschaft ein Anrecht, auf Missstände aufmerksam zu machen, wenn sie merkt, dass der Tanker dem Grund immer näher kommt. Die Basta-Rhetorik mag einige zwar vor der Ausgliederung eingeschüchtert und beeindruckt haben, jetzt, wo wir kurz davor sind, „ja zum Abstieg“ anstatt „ja zum Erfolg“ zu sagen, haben die meisten gemerkt, dass von den Herren nur heiße Luft kommt. Herrn Dietrich steht es frei, wenn ihm die Unruhe zu groß wird, seinen Posten zu räumen, für Ruhe zu sorgen und den Weg für einen neuen Schulterschluss Verein/ Fans freizumachen.
Es wäre auch keine gute Idee, wie in besagtem SWR-Artikel gefordert, den Protest ruhen zu lassen und im Sommer fortzusetzen. Sollte der VfB mit einem blauen Auge davon kommen, würde doch ohnehin wieder zur Tagesordnung übergegangen und die Herren würden sich gar noch feiern, das schwere zweite Bundesligajahr überstanden zu haben.

Das kann es nicht sein, nach dieser Saison, in der die Verantwortlichen so ziemlich alles falsch gemacht haben, was man falsch machen konnte. Jeder weitere Tag mit Wolfgang Dietrich an der Spitze schadet dem VfB. Natürlich ist es richtig, dass Dietrich keine Tore schießt und keine verhindert und die „Mannschaft“ in erster Linie in der Pflicht steht. Dennoch ist so viel schief gelaufen, dass meiner Meinung nach nur ein totaler Neuanfang helfen kann, in die Erfolgsspur zurückzufinden und die Außendarstellung zu verbessern. Je früher, desto besser.

Dass wir mit dem Fortsetzen des Protestes die „Mannschaft“ schwächen, glaube ich nicht. Sie kann sich dies allenfalls als zusätzliches Alibi für den nächsten Grottenkick zurechtlegen, denn, hinge die Leistung vom Support ab, stünden wir auf einem Championsleague-Platz.

Gegen Leipzig herrschte gegen Ende des Spiels eine bedrückende wie angespannte Atmosphäre, so mein Eindruck von der anderen Seite des Stadions aus. Viel darf also wohl nicht mehr passieren, bis die Stimmung total kippt und die Situation eskaliert. Obacht, VfB!

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15. Februar 2019

Ein Wahrheitsbeuger weg – wann folgt Dietrich?

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , – Franky @ 13:07

Der Auftritt zuletzt bei Fortuna Düsseldorf sollte dem Letzten die Augen geöffnet haben, wie es derzeit um den VfB bestellt ist.

Das war unterirdisch und nicht bundesligatauglich. Gegen eine Fortuna, die zweifellos in dieser Saison schon Duftmarken gesetzt hat, die aber auch ihr letztes Heimspiel sang- und klanglos gegen Leipzig mit 0:4 verloren hatte, derart unterzugehen, hätte selbst ich als derzeitiger Dauerpessimist nicht für möglich gehalten.

Auch wenn uns der Kapitän erst kürzlich weismachen wollte, dass Spiele gegen direkte Konkurrenten keine Endspiele seien, war dies ein Sechs-Punkte-Spiel in Reinkultur. Der Abstand zur Fortuna betrug sieben Punkte, bei einem Sieg wären es nur noch deren vier gewesen und nach dieser auch in der Höhe hochverdienten Niederlage sind es eben zehn.

Das muss man sich mal vor Augen führen. Düsseldorf, wie Nürnberg gefühlter Zweitligist, hängt einen VfB, der fast 50 Millionen Euro in neues Personal investiert hat, um Längen ab.

Bei einem Verein wie Düsseldorf muss jeder Transfer sitzen, wenn nicht, bekommt er ein Problem, während beim VfB müde darüber gelächelt wird, wenn „mal ein Flop dabei ist“ (10 Millionen Euro schwer).

Alle Achtung, was Friedhelm Funkel geschaffen und welches Kollektiv er auf den Platz gebracht hat. Dieses Zehn-Punkte-Polster könnte unter anderem daher rühren, dass man jedes Spiel wie ein Endspiel angeht und in Partien, die für uns Bonus-Spiele darstellen, Punkte hamstert. Während wir gegen die ersten sieben der Tabelle keinen einzigen Punkt holten, punktete Düsseldorf in München, Leipzig und Hoffenheim, gewann zuhause gegen Hoffenheim und Dortmund und hat daher sehr gute Karten im Kampf um den Klassenerhalt.

Dass Teamgeist Berge versetzen kann, sah man am Sonntag ganz deutlich. Während bei uns Lauf-, Leistungs- und Kampfbereitschaft komplett fehlten, pflügten die Fortunen von Beginn an den Rasen um. Ein Matthias Zimmermann, bei uns gescholten und für zu leicht befunden, wuchs in eine Führungsrolle, war überall auf dem Platz zu finden und pushte seine Mitspieler, während die Unseren ohne jegliche Gegenwehr dem Debakel entgegen stolperten.

Ein derartiges Auftreten beschmutzt unsere Farben, es tut weh, diese Leistungsverweigerer unser Trikot spazieren tragen zu sehen. Wenigstens Daniel Didavi dachte an die mitgereisten Fans und meinte, im Grunde müssten sie uns Geld zurückzahlen (ob Taten folgen? We will see – ich würde auch zum Grillen kommen!).

Zum Glück entschlossen wir uns, zum Spiel nicht nur hin- und gleich wieder zurückzufahren, sondern verbrachten ein schönes Wochenende mit Freunden in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt. Somit war die 90-minütige Demütigung im schmucken Rheinstadion „nur“ eine weniger schöne Episode eines ansonsten herausragenden langen Wochenendes.

Die Frage, die mir nach vier äußerst dürftigen Darbietungen in der Rückrunde unter den Nägeln brennt, lautet, was trainieren die eigentlich. In der Winterpause stießen zwei Neuzugänge zu uns, wir haben viel weniger Verletzte als vor Weihnachten und den Bildern nach zu urteilen, stimmten Stimmung und Trainingsintensität in La Manga.

Offensichtlich brachten die Disziplinarstrafen von Maffeo, Donis und Borna Sosa nicht den erhofften Effekt, wonach sie danach geläutert und wieder vollwertige Teammitglieder sein sollten. Es scheint eher ins Gegenteil umzuschlagen, dass sie sich noch mehr in den Schmollwinkel verziehen und schlechte Stimmung verbreiten.

Ich glaube nicht, dass es besonders klug von Reschke und Weinzierl war, die Spieler öffentlich an den Pranger zu stellen! Die (Jung-)Profis präsentieren sich seitdem wie bockige kleine Kinder, denen man den Lolly weggenommen hat.

Dass es im Team nicht stimmt, zeigt sich Woche für Woche auf dem Platz. Wir haben keine Einheit, kein Miteinander, die Jungs reden nicht untereinander, womit auch erklärt ist, weshalb nach einem Rückstand kein Aufbäumen stattfindet.

Wir haben mehr und minder begabte Einzelspieler. Führungsspieler, die ihrer zugedachten Rolle gerecht werden und nicht genug mit sich selbst zu tun hätten, Fehlanzeige! Der Frust scheint bei allen tief zu sitzen, deutlich an den Platzverweisen zuletzt von Mario Gomez und Nicolás González abzulesen. Benjamin Pavard indes bettelte zuletzt gegen Freiburg und in Düsseldorf gleich zwei Mal um Rot, so dass ihm eine Denkpause sicher gut tun würde.

Seit Reschke den Dienst antrat, maß man der charakterlichen Eignung der Spieler keinerlei Bedeutung mehr zu. Hier ein Tipp, dort ein Tipp und dort einer, der gerne wieder daheim bei Muttern futtert, und fertig war er, der Trümmerhaufen von Mannschaft 2018/2019.

Was gibt Anlass zur Hoffnung? Derzeit sehr wenig. Teamgeist lässt sich nicht verordnen, da ist die Gruppe gefragt, sich im Sinne des VfB und seiner Fans zusammenzuraufen.

Doch, wer ist überhaupt gewillt, den Kampf anzunehmen, bei dieser Ansammlung von Legionären? Die Älteren wie Beck, Gomez, Didavi und Gentner lassen zwar nicht die Identifikation mit dem VfB vermissen, aufgrund ihrer „Leistungen“ oder Verletzungsanfälligkeit sind sie es aber nicht, die das Ruder für uns herumreißen können.

Das Gros des Kaders aber gehört der Generation Fußballer an, denen der Arbeitgeber, der ihnen ihr fürstliches Gehalt überweist, egal ist, und die sich selbst am nächsten sind. Für die meisten dürfte zudem gelten, Abstieg = Gehaltserhöhung. Der VfB wird zwar wieder weismachen, dass alle Verträge in der 2. Liga Bestand hätten. Dies jedoch nur auf dem Papier.

Wie beim letzten Abstieg würde jeder gehen (dürfen), der Geld einbringt. Dabei ist es dann mutmaßlich auch egal, dass man einen Spieler mit einem Marktwert von 15 Millionen Euro für acht Millionen Euro hergibt, Hauptsache man bekommt einen Großverdiener von der Gehaltsliste.

Über die „Ersparnis“ von sieben Millionen freut sich dann aber nicht der aufnehmende Verein, sondern der Spieler, der diese Differenz als Handgeld einstreicht. So gesehen fragt man sich, ob Spieler ohne emotionale Bindung zum Verein überhaupt motiviert sind, den Abstieg zu vermeiden oder ob dieser ihnen gerade recht käme. Aus diesem Blickwinkel sind wir bereits jetzt verloren, da nützt es auch nichts mehr, dass der Mann, der diesen Kader zu verantworten hat, in den vorzeitigen Ruhestand geschickt wurde.

Ob Weinzierl, dessen Kommunikationsdefizite schon zum Scheitern beim FC Schalke geführt haben sollen, der Richtige ist, die Spieler bei der Ehre zu packen, wage ich zu bezweifeln.

Ich würde es mir zwar wünschen, dass wir ohne weiteren Trainerwechsel auskommen, doch deutet derzeit wenig darauf hin, dass sich die verfahrene Situation noch kitten lässt.

Es ist ja beileibe nicht „nur“ die miserable Bilanz von Markus Weinzierl. Es ist kaum erkennbar, wie er spielen lassen möchte, wenn er ständig und auch während der Spiele die Formation ändert, weil die Spieler seine Vorgaben nicht erfüllen, sie ihnen zu hoch sind und/ oder sein „Plan“ nicht aufgeht.

Aufgrund der dürften Rückrundenbilanz mit einem Punkt aus vier Spielen, sah sich der VfB (zurecht) zum Handeln gezwungen. Die Frage war eigentlich nur, wer zuerst dran glauben muss, Trainer oder Sportdirektor. Da man Reschke nach zwei Fehlgriffen nicht auch noch den nächsten Trainer aussuchen lassen wollte, traf es den Rheinländer, den der Aufsichtsrat von seinem Vorstandsposten „abberief“.
Reschke war für mich neben Dietrich der zweite große Unsympath im Verein und reiht sich historisch zu Egon Coordes und Winfried Schäfer in die Personae non gratae der langen VfB-Historie ein.

Weil Wolfgang Dietrich Schindelmeiser misstraute, dieser es sich getraute, dem großen Maestro Widerworte zu geben und weil Schindelmeiser in der öffentlichen Wahrnehmung deutlich besser weg kam, als er selbst, tauschte er ihn gegen den von Dieter Hoeneß empfohlenen Clown aus Frechen aus.

Nach Jahren des Dahinsiechens und dem folgerichtigen Abstieg wurden mit Jan Schindelmeiser und kurze Zeit später auch Hannes Wolf die Weichen in eine vielversprechende Zukunft gestellt. Die beiden verstanden es, die notwendige Euphorie zu entfachen und verhalfen Dietrich maßgeblich zur Ausgliederung der Fußball-Abteilung in eine AG.

Dieser Stuttgarter Weg sorgte nicht nur regional für Bewunderung, sondern entfachte Begeisterung weit außerhalb des Einzugsgebiets. Wir wurden als Verein gesehen, der seine Hausaufgaben nach dem Abstieg gemacht hat und das „schwierige Umfeld“ genoss plötzlich ein hohes Ansehen dafür, wie es in den bittersten Stunden zum Verein stand.

Alles war super, alles war toll, bis zum Tag der Schindelmeiser-Entlassung! Nach dem Barner-Artikel in den Stuttgarter Nachrichten, der einen im Nachhinein betrachtet, auf die bevorstehende Entlassung vorbereiten sollte, behauptete Dietrich mir gegenüber, an dem Artikel wäre überhaupt nichts dran und dass lediglich sich benachteiligt fühlende Spielerberater schlechte Stimmung verbreiten wollten. Ich fragte ihn direkt, ob man sich um Jan Schindelmeiser Sorgen machen müsse. Gut, damals regte ich mich noch auf, dass mir der Präsident ins Gesicht gelogen hat. Mittlerweile kennen wir den beim VfB salonfähig gewordenen Begriff der Wahrheitsbeugung, da erscheint das Ganze dann doch in einem netteren Gewand – nicht!

Abgesehen davon, dass man die Arbeit eines Sportdirektors nach Ende der Transferfrist erst abschließend bewerten kann und somit Anfang August noch überhaupt kein Grund zur Panik bestanden hat, war der Zeitpunkt, den Sportdirektor zu wechseln, denkbar ungünstig, um nicht zu sagen dumm.

Wolf und Schindelmeiser hatten einen Plan, wie das Abenteuer Bundesliga anzugehen war, Reschke konterkarierte diesen total und besorgte Spieler, die vielleicht Wolfgang Dietrich haben wollte, der Trainer jedoch bestimmt nicht. So war auch das Ende von Hannes Wolf eingeleitet, der ein halbes Jahr später das Handtuch schmiss.

Es ist jetzt müßig darüber zu diskutieren, ob Schindelmeiser und Wolf zu blauäugig in die Bundesliga gegangen wären, weil der Kader zu jung und zu unausgewogen besetzt war. Das „schwierige Umfeld“ hat den beiden Vertrauen entgegengebracht und nicht die Nerven verloren, zumal das Transferfenster noch gut drei Wochen geöffnet war. Man hatte zu dieser Zeit einfach die Hoffnung, dass der VfB seine Lektion habe, während es nun noch schlimmer aussieht, wie vor dem Abstieg 2016.

Dass Dietrich in Reschke den totalen Gegenentwurf zu Jan Schindelmeiser holte, zeugt davon, dass Dietrich keinen Plan hat(te) und seine Versprechen im Zuge des „Make VfB great again“-Wahlkampfes zur Ausgliederung erstunken und erlogen waren.

Diese „Mannschaft“, die keine ist, und die scheinbar unaufhaltsam dem Abstieg entgegen taumelt, hat sich Dietrich zuzuschreiben. Gegensätzlicher wie die Vorstellungen von Schindelmeiser und Reschke nicht sein konnten, so stellt sich nun der Kader dar. Ein bisschen Wolf, ein bisschen Korkut, ein bisschen Weinzierl, es passt nicht zusammen!

Buchwald hat mit seiner jüngst erneuerten Kritik Recht. Dass er diese gerade jetzt, wo Reschke weg ist, noch einmal bekräftigt, kann nur in Richtung Dietrich gemünzt sein, der Reschke totale Narrenfreiheit ließ.

Nahezu alles, wovor wir Skeptiker im Zuge der Ausgliederungs-Debatten gewarnt hatten, ist eingetreten. Erstes Problem schon einmal die Unglaubwürdigkeit Dietrichs. Dann mahnte man an, das Votum nicht an seinerzeit handelnden Personen festzumachen, da es eine Entscheidung „fürs Leben“ werde. Ich hatte Bauchschmerzen, als die Rede davon war, wie hoch unser Gehaltsniveau steigen müsse, um wieder konkurrenzfähig zu sein. Lang war Gentner DER Top-Verdiener mit kolportierten 2,5 bis 3 Millionen Euro, mittlerweile soll ein Mario Gomez zwischen 5 und 6 Millionen Euro „verdienen“. Für was? Dann doch lieber ein junges, hungriges und bezahlbares Team aufbauen, in dem die Motivation steckt, irgendwann in höhere Sphären aufzusteigen.

Man kann Reschke zwar nicht vorwerfen, dass er nur Oldies geholt hat, mit unserem einstigen Image, ein Ausbildungsverein zu sein, hatten seine Transfers von jüngeren Spielern jedoch auch nichts zu tun. Gerade den extrem teuren Top-Talenten, die von großen Vereinen kamen, fehlt scheinbar der Antrieb, den Abstiegskampf im kalten deutschen Winter anzunehmen.

Das sind Jungs, die denken, etwas erreicht zu haben, schon allein, weil sie teuer waren und vermutlich auch mehr „verdienen“ als der eine oder andere vorgesehene Führungsspieler. Der Neidfaktor dürfte in diesem zerstrittenen Kader eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen.

Ein gesundes Wachstum, wie es Schindelmeiser präferierte, gab es unter Reschke nicht mehr. Dieser dachte, es genüge, einen Traktor zu frisieren, um an den Porsches dieser Welt vorbei zu kommen.
Dann hole ich lieber Jungs wie Pavard und Mané, die zunächst einen Bruchteil des Geldes kosten und die sich „hocharbeiten“ müssen. Die Mär, die uns die Ausgliederungspropaganda weismachen wollte, dass es dem VfB mit ein paar Millionen mehr auf dem Konto wieder gelänge, Spieler halten zu können, hatte ich schon damals ins Reich der Fabel verwiesen, weil nahezu jeder Profi seinen Wechsel zu erzwingen versucht, wenn es woanders mehr zu „verdienen“ gibt.

Nicht genug, dass Reschke, kaum da, Gentner in den Stand eines Heiligen erhob. Kritiker seiner ersten Transfers Badstuber, Aogo, Beck stempelte er als ahnungslose Vollidioten ab, womit er bei mir auf Anhieb ähnlich unten durch war wie Dietrich.

Reschkes peinliche Auftritte alle aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Den dicksten Hund leistete er sich bei seiner legendären Schalte ins Aktuelle Sportstudio und zu dessen Studiogast Hannes Wolf, als er einem Millionenpublikum verriet, die Taktik von Hannes Wolf mit ihm überarbeiten zu wollen und damit den Hannes wie einen Schulbuben aussehen ließ, der in die Ecke gestellt wurde.

Dieser Mann war in der zweiten Reihe, wo er bei Leverkusen und den Bayern wirken durfte, genau richtig aufgehoben. Auf die Öffentlichkeit losgelassen hat ihn bislang nur der VfB, auch das Dietrichs Werk. Dass Hannes Wolf danach das Handtuch schmiss und Reschke Korkut holte, weil er nahe des Stadions wohnt, rundete sein Wirken ab. Eines der größten Trainertalente Deutschlands wurde durch die personifizierte Erfolgslosigkeit ersetzt, das muss man sich noch einmal auf der Zunge zergehen lassen.

Reschke wunderte sich wahrscheinlich noch darüber, dass das Entsetzen in der Anhängerschaft groß war. Anfangs profitierte Korkut noch sehr von Wolfs Vor- und Grundlagenarbeit und schien das Glück gepachtet zu haben. Die Rückrunde, nach der wir fast noch in die Europaleague gestürmt wären, war von den Ergebnissen her tatsächlich sensationell, dennoch gab es keinen vernünftigen Grund, im Überschwang der Gefühle Korkuts Vertrag frühzeitig zu verlängern.

Genauso dusselig war es, Reschkes Klausel, seinen Vertrag auflösen zu können, wenn man mit seiner Arbeit unzufrieden wäre, einfach und ohne Not zu streichen.
Ein millionenschwerer Fehler Dietrichs, der zwar abzuwiegeln versucht, man werde eine für den VfB gute Lösung finden, doch, ich glaube nicht, dass Reschke Geld zu verschenken hat, schon gar nicht, wenn man nicht im Guten auseinander gegangen ist.

Für Gefühlsduseleien sind wir Fans zuständig. Von einem Unternehmer, der die Verantwortung für den Herzensverein Zehntausender Menschen übernommen hat, erwarte ich rationales Handeln und Weitsicht. Deshalb schart man Experten um sich und dann zählen auch keine Ausreden wie „da haben doch alle geklatscht“.

Doch, Dietrich maßt es sich eben an, seinen Experten in ihren Bereich hineinzureden, so dass er sich dann auch nicht aus der Verantwortung stehlen darf. Der Sonnenkönig sonnt sich gerne im Erfolg seiner Leute und zeigt mit dem Finger auf sie, wenn sie den Erfolg nicht vorweisen. Schlechter (Führungs-)Stil!

Ein ehemaliger Firmenchef wie Dietrich mag zwar über ein paar Milliönchen anders denken als Otto Normalbürger, wie man ja bereits feststellen durfte, als er die versenkten zehn Millionen für Maffeo damit abtat, ein Flop sei immer mal drin. Hier zehn Millionen, bei Korkuts und Reschkes Abfindungen etwa die Hälfte davon, Top-Gehälter für Spieler, die keine Gegenleistung (mehr) bringen, ich kann mir nicht vorstellen, dass das die Vorstellung des Ankerinvestors Daimler war, wie der VfB mit seinem Geld umzugehen hat. Vielleicht aber ja doch, sitzen doch genügend Vertreter dieses Konzerns im Kontrollgremium Aufsichtsrat!

Jetzt, wo Reschke Geschichte ist, würde ich gerne über seine Fehler und Verfehlungen kein Wort mehr verlieren, doch, ich befürchte, diese werden uns in den nächsten Jahren mehrfach einholen.

Als Reschkes Nachfolger im Amt des Sportvorstandes wurde Thomas Hitzlsperger vorgestellt. Positiv daran ist zunächst einmal, dass auf den größten Unsympathen seit Winfried Schäfer ein netter jugendlich gebliebener Herr folgt, der dem VfB ein sympathischeres Gesicht verleihen wird. Der 36-jährige ist eine Vereinslegende, schon allein wegen seines so eminent wichtigen und noch schöneren Tores zum 1:1 beim Meisterstück gegen Cottbus 2007. Ihm dürfte der Vertrauensvorschuss der Fanbasis gewiss sein!

Ob nett und sympathisch jedoch reichen wird, den Scherbenhaufen, den Reschke hinterlässt, aufzukehren, wird die Zeit erweisen.

Fakt ist zunächst einmal, dass seit Rolf Rüssmann, mit Ausnahme von Jan Schindelmeiser, nur Novizen diesen Posten bekleideten. Ob Briem/ Schneider, Heldt, Bobic, Dutt, Reschke oder nun Thomas Hitzlsperger, alle betraten Neuland. Man könnte fast meinen, das auf die Fahnen geschriebene „Ausbildungsverein“ gelte in der heutigen Zeit beim VfB hauptsächlich für Sportdirektoren.

Hitzlsperger geht die Aufgabe optimistisch und voller Tatendrang an. Wie er zu Protokoll gab, hat er großen Respekt und Demut vor der Aufgabe. Hitz ist lernfähig und -willig und ein absoluter Teamplayer, so dass mein Gefühl zunächst einmal nicht schlecht ist, und ich denke, der VfB könnte eine gute Wahl getroffen haben. Hitzlsperger wird sich ein starkes Team mit fähigen Leuten aufbauen müssen, das ihn tatkräftig unterstützt und auf das er sich verlassen kann.

Dass manch einer es als großes Risiko erachtet, in der momentan schwierigen Situation alle Hoffnung auf Besserung in einen Neuling zu setzen, kann ich nachvollziehen.

Doch, im Fußballgeschäft lassen sich Zeitpunkte oft schwer planen. Sollte Hitz seine Zukunft nicht als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums gesehen haben, hätte man möglicherweise riskiert, dieses Aushängeschild zu verlieren, hätte man den Posten extern besetzt und Hitzlsperger von einem anderen Verein ein ähnliches Angebot erhalten. Einen Sportdirektor soll er noch an die Seite bekommen, so dass Hitz die Funktion des Managers dem Vernehmen nach nur kommissarisch bekleiden wird.

Wie er in der Pressekonferenz anklingen ließ, gehe es ihm bis Saisonende in erster Linie darum, Trainer Weinzierl zu unterstützen und mit ihm zusammen den Klassenerhalt zu schaffen.
Ob ein neuer Sportvorstand DER Impuls im Abstiegskampf sein wird, um die verfahrene Situation aufzulösen, da habe ich doch erhebliche Zweifel.

Die „Mannschaft“ spielte zuletzt so, als würde sie gegen Trainer spielen. Es wird zwar immer wieder behauptet, das mache keine Mannschaft und schon gar nicht über eine so lange Zeit, doch, wenn man die Auftritte zuletzt betrachtete, konnte man es sich auch kaum vorstellen, dass sie wirklich so schlecht ist. Dass der eine oder andere fußballerische Defizite hat, weiß man.

Dass aber Kampf, Einsatz, Spielfreude, Leistungsbereitschaft, also sämtliche Attribute, die ein Sportler im Blut haben sollte, gänzlich fehlten, gibt schwer zu denken. Ist es wirklich so, dass das Team Motivationsprobleme hat oder müssen in den Köpfen Blockaden gelöst werden? Da das Team bereits längere Zeit und nicht nur, seit Weinzierl Trainer ist, peinliche Auftritte en masse hinlegt, könnte auch Reschke das Problem gewesen sein.

Wo kommen wir denn hin, wenn ein Sportdirektor, der selbst den Trainerschein hat, regelmäßig in der Kabine Ansprachen hält, so dass die Spieler nicht mehr wissen, ob sie auf den Trainer oder auf den Sportdirektor hören sollen. Ob dies so krass vorgefallen ist, wie man hört, und weshalb außer Wolf kein anderer Übungsleiter den Bettel von selbst hinschmiss, verstünde ich dann nicht so ganz.

Jedenfalls haben die Spieler jetzt ein Alibi weniger und Weinzierl dürfte von nun an alleine für die Ansprachen zuständig sein. Dumm eben, dass es am Samstag gleich gegen die formstarken Leipziger geht und gegen diese, mit welcher Einstellung auch immer, kein Kraut gewachsen sein dürfte.

Nach der zu erwartenden Niederlage müsste man Weinzierl aufgrund von dessen niederschmetternden Bilanz von elf Niederlagen in 15 Spielen im Grunde entlassen.

Da hat Dietrich den Schwarzen Peter zunächst einmal elegant an Thomas Hitzlsperger übertragen, der als eine seiner ersten Amtshandlungen vermutlich nicht umhinkommt, Weinzierl seine Papiere zu überreichen.

Noch hat Hitzlsperger ein paar Tage Zeit, das Innenleben des Teams zu beobachten und zu beurteilen. Nach Leipzig ist er gefordert, eine Entscheidung zu treffen, pro oder kontra Weinzierl, beneiden tue ich den neuen Sportvorstand bei dieser Entscheidung nicht.

Ob ein neuer Trainer noch helfen könnte und vor allem, wer das dann sein sollte, ich weiß es nicht. Bei allen den verfügbaren Trainern ist mir kein einziger bekannt, der für Aufbruchsstimmung stehen könnte und am Ende der Saison seinen Platz auch freiwillig wieder räumen würde.

Einen wie Christoph Daum 1991, als man nach dem Trainerwechsel sofort einen wie verwandelt aufspielenden VfB sah, sehe ich weit und breit nicht.

Ein über den Sommer hinaus gehendes Engagement mit einem der üblichen Verdächtigen abzuschließen hielte ich für grob fahrlässig, wenn man denn nicht zu 100% von ihm überzeugt ist und dieser nur als Feuerwehrmann, nicht aber zum Baumeister eines neuen VfB etwas taugt.

Im Sommer muss Bilanz gezogen und mit einem neuen Trainer, der zu einer dann hoffentlich wieder vorhandenen Vereinsphilosophie passt, der x-te Neuanfang gestartet werden. Mein Favorit auf diesen Job wäre Andi Hinkel, wobei ich inständig hoffe, dass man für den Rest dieser Saison die Finger von ihm lässt, um nicht Gefahr zu laufen, ihn durch einen Abstieg zu verbrennen.

Hitzlsperger steht hier also vor einer extrem schwierigen Entscheidung. Im Abstiegsjahr hielt man bis zum Schluss an Kramny fest, obwohl es eigentlich jedem klar war, dass er die Kurve nicht mehr kriegen wird.

Bei Weinzierl bin ich genauso skeptisch, würde ihn jedoch erst ersetzen, wenn ich von einer Alternativlösung überzeugt wäre (und diese nicht Hinkel hieße!). Hitzlsperger kann man bei dieser Entscheidung nur ein glückliches Händchen wünschen.

Wolfgang Dietrich wähnt sich indes fein raus. Ob die Wahl auf Hitz als Sportvorstand nicht aus reinem Kalkül getroffen wurde, damit er ihm nicht als Konkurrent für den Präsidentenposten gefährlich wird? Zutrauen würde man es Dietrich.

Da Dietrich der Hauptverantwortliche unserer prekären Situation ist und er, der Kontinuität versprochen hat, eine Hire and Fire „Strategie“ fährt, muss der Schuss mit Hitzlsperger auch für ihn sitzen. Geht dieser Schuss nach hinten los und/ oder wir steigen ab, muss für ihn (spätestens) Schluss sein.

Ich hoffe, Hitzlsperger weiß sich intern durchzusetzen und Dietrich die Meinung zu geigen, wenn es mal wieder mehr um den persönlichen Machterhalt und weniger um das Wohle des VfB geht.

Eine schlagkräftige Opposition im Verein mit dem Ziel, Dietrich aus seinen Ämtern zu bekommen, wäre wünschenswert, allein mit Spruchbändern in der Kurve wird man sich dieses Problem-Bärs nicht entledigen. Drohungen seitens Aufsichtsrat und Vorstand, Gegner ihrer Pläne wöllten den Verein in Schutt und Asche legen, ziehen heute nicht mehr, das hat Herr Dietrich durch die Verpflichtung von Reschke und mit Unterstützung des Aufsichtsrats schon selber hinbekommen. Nun geht es darum, zu retten, was zu retten ist, dem nötigen (erneuten) Neuanfang würde Machtmensch Dietrich nur im Wege stehen.

Mögliche Nachfolger scheinen sich auch bereits ins Gespräch zu bringen oder gebracht zu werden. Da wäre zum einen der Trainer des morgigen Gegners, Ralf Rangnick. Normalerweise total unrealistisch, dass er sein gemachtes Nest in Leipzig verlässt und den erforderlichen Neuanfang beim VfB leitet, der ihn einst mit Schimpf und Schande davongejagt hat. Heimgezahlt hat er uns dies mehrmals schon, nicht zuletzt durch das Abwerben unserer einstigen Koryphäen im Nachwuchsbereich, Albeck und Schrof oder auch Spielern wie Kimmich und Werner.

Vielleicht aber wird ja auch Rangnick altersmilde und möchte in die Nähe seiner Backnanger Heimat zurückkehren, dann würde er zumindest bei mir offene Türen einrennen. Was wir an Rangnick hatten, erkannte man erst Jahre später, war er es doch, der den Grundstein für die Jungen Wilden setzte. In welcher Funktion man sich Rangnick vorstellen könnte, völlig offen, alleine ihn wieder hier zu wissen, vermittelte mir schon ein gutes Gefühl.

Bekannt ist, dass sich Jürgen Klinsmann vermehrt ins Gespräch bringt und bereit wäre, einen Posten beim VfB zu übernehmen. Sollte Klinsmann seine Zelte in den USA wirklich abbrechen und seinem Heimatverein helfen wollen, wäre es fahrlässig, sich mit ihm nicht über mögliche Tätigkeitsfelder zu unterhalten.

Ihn könnte ich mir sehr gut als Präsidenten vorstellen, der dem VfB sein seit Jahren um sich greifendes Bequemlichkeits-Gen auszutreiben und den VfB leistungsfähiger und leistungsgerechter aufstellen könnte. Dass er ein mitunter unbequemer Reformator ist, weiß man aus DFB-Zeiten.

Zudem würde der VfB nach Dietrich/ Reschke durch Klinsmann/ Hitzlsperger ein extremes Face-Lifting erfahren; diese Kombination hätte das Zeug dazu, den gespaltenen Club zu einen, damit wieder alle an einem Strang ziehen. Dietrich hat für verbrannte Erde gesorgt, unter ihm ist der Riss in der Anhängerschaft nicht mehr zu kitten.

Ich hoffe, der VfB lässt diese Chance nicht verstreichen, denn, ewig wird Klinsmann nicht auf den Anruf des VfB warten! Wie gesagt, ideale Zeitpunkte gibt es im Fußball-Geschäft nicht. Sollte Klinsmann jetzt bereit sein, dem VfB zu helfen, machen Sie den Weg frei, Herr Dietrich. Sie betonen ja stets, nur zum Wohle des VfB zu handeln.

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