27. Februar 2010

Heimlich, still und leise: Frankfurt bleibt weiterhin auf Tuchfühlung zu den internationalen Rängen

Michael Skibbe kann wahrlich zufrieden sein in diesen Tagen. Schließlich gelang es dem Eintracht-Trainer seine Mannschaft nachhaltig im Kreis der Europa League-Anwärter zu etablieren. Platz sieben bei nur vier Punkten
Rückstand auf die Dortmunder Borussia nährt den Traum vom internationalen Fußball in der Mainmetropole. Beim Traditionsklub selbst hält man sich aber gewohnt bedeckt. Keiner würde öffentlich von Rang fünf oder gar noch mehr sprechen – und dies obwohl die Eintracht die beste Saison seit Jahren spielt. Schon jetzt hat man drei Zähler mehr gesammelt als in der gesamten letzten Spielzeit. Aber Understatement ist längst zum guten Ton geworden am Riederwald. Seit dem Wiederaufstieg präsentierte sich Frankfurt als unauffälliges Team aus dem
Mittelfeld der Liga, das weder mit den vorderen Platzierungen, noch mit den Abstiegsrängen wirklich viel zu tun hatte. Die Vereinsführung um Vorstand Heribert Bruchhagen und den sportlichen Berater Bernd Hölzenbein
haben die Weiterentwicklung der Mannschaft und der professionellen Strukturen kontinuierlich vorangetrieben und es scheint so, als ob bei den Hessen nun die Zeit anbricht, in der die Früchte dieser Arbeit geerntet werden können. Ohne spektakuläre Neuverpflichtungen formte Trainer Michael Skibbe ein Team, das es jedem Gegner schwer macht. Kompakt in der Abwehr, aber dennoch mit der notwendigen Durchschlagskraft in der Offensive rangen die Frankfurter der Konkurrenz bereits neun Siege und acht Unentschieden ab. Der VfB könnte heute die
erste Mannschaft werden, die beide Begegnungen gegen die Eintracht gewinnt, was Alexander Meier, Benjamin Köhler und Co. allerdings verhindern wollen. Gerade Meier spielt in seiner neuen, offensiveren Rolle eine Topsaison. Bereits sieben Treffer verbuchte er auf seinem Konto, womit er die klubinterne Torjägerliste anführt. Seine Tore sind auch notwendig für das Team, trafen die etatmäßigen Angreifer bislang zusammen doch nur
sechs Mal ins Schwarze – Eine Abschlussschwäche, die zum einen in Skibbes System bisher durchaus erfolgreich vom starken Kollektiv aufgefangen wird, zum anderen aber durch die Verpflichtung von Schalkes Halil Altintop in der Winterpause endgültig behoben sein sollte. Tore werden auch noch einige gebraucht in der Rückserie, damit am 8. Mai tatsächlich der Einzug in die Europa League bejubelt werden darf – und dies dann ausnahmsweise einmal nicht heimlich, still und leise.

Top Facts: Die heutige Paarung im Fokus

1 Torreichstes Spiel zwischen beiden Vereinen war ein 5:5 in Frankfurt am 16. November 1974. Für die Eintracht traf Charly Körbel doppelt, für den VfB netzte Hermann Ohlicher zweimal ein.
2 Mit Cacau erzielte erstmals seit 1986 wieder ein VfB-Spieler vier Tore in einem Bundesliga-Auswärtsspiel. Damals war es Jürgen Klinsmann, der sogar noch einen fünften Treffer markierte beim 7:0-Sieg in Düsseldorf.

3 Frankfurt steht mit 35 Zählern punktemäßig nach 23 Spieltagen so gut da wie seit 16 Jahren nicht mehr. 1993/94 hatten die Hessen nach 23 Spielen, umgerechnet auf die 3-Punkte-Regel, sogar noch einen Punkt
mehr auf dem Konto als aktuell.
4 Die Frankfurter Eintracht gewann bislang 52,3 Prozent ihrer Zweikämpfe – der beste Wert der gesamten Bundesliga. Auch Keeper Oka Nikolov ist ein Fall für die Statistiker. Das Eintracht-Urgestein konnte 77,1
Prozent aller Schüsse auf sein Tor parieren. Nur FCB-Torhüter Jörg Butt ließ noch weniger Bälle rein.
5 Seitdem Christian Gross Anfang Dezember das Traineramt beim VfB übernahm, wurden 19 Punkte aus acht Spielen geholt. Einzig der FC Bayern München, der 22 Zähler einfuhr, war in diesem Zeitraum noch ein wenig erfolgreicher.
6 Das 5:1 in Köln war der höchste Saisonsieg für den VfB. Fünf Tore auf des Gegners Platz gelangen einer VfB-Elf zuletzt vor fast sechs Jahren beim 5:1 in Wolfsburg.

Gesamtbilanz

79 Spiele, 34 VfB-Siege, 18 Unentschieden und 27 Frankfurt-Siege, bei einem Torverhältnis von 147:133
für den VfB Stuttgart.
Heimbilanz des VfB gegen die SGE: 24 VfB-Siege, 9 Unentschieden und 6 Heimniederlagen bei einem Torverhältnis von 91:47 für den VfB Stuttgart.

(Stadion Aktuell 27.2.10)

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26. Februar 2010

Den Dom ließen wir in Kölle – die Punkte nahmen wir eindrucksvoll mit

Nachdem mich anfangs der Woche noch eine heftige Grippe plagte, wurde ich rechtzeitig zum Spiel in Köln wieder fit. So begaben wir uns an diesem Samstag pünktlichst zum Bahnhof, um den Intercity, der planmäßig um 7.37 Uhr starten sollte, ohne Streß zu erreichen. Aufgrund “technischer Probleme”, mehr wollte uns die Deutsche Bahn nicht mitteilen, verzögerte sich die Abfahrt aber leider um etwa 20 Minuten, Zeit, die uns natürlich in Köln fehlen würde. Zumal wir uns dieses Mal aufgrund der Sparpreise der Bahn für einen normalen IC und nicht den ICE entschieden hatten, und somit etwa eine Stunde länger unterwegs sein sollten. Wir begaben uns sofort in den Bistrowagen, in dem wir uns zunächst mit unseren mitgebrachten Fleischküchle-Wecka eine erste Grundlage schufen. So dauerte es dann auch nicht lange, bis ich mich dazu entschloss, zu testen, wie das Franziskaner Weißbier an diesem frühen Samstag-Morgen schmecken würde. Leider erstreckten sich die technischen Probleme der Bahn auch auf die Kühlung der Getränke. Das erste Weizen gleich soichwarm, das kann ja heiter werden… In Mannheim stiegen dann auch Heiko und Konrad von den Murgtalschwaben zu. Da wir dann natürlich sofort nachträglich auf Carles Geburtstag anstoßen “mußten”, trank ich eben noch ein Weizen, das zu meiner großen Freude deutlich kälter war, als das vorherige. Hätte die Bahnangestellte das erste doch auch nur von hinten weggenommen… ;-) . Im weiteren Verlauf der Fahrt, die über die schöne Strecke dem Rhein entlang über Mainz, an der Loreley vorbei und über Koblenz führte, klopften wir dann noch einen Skat, für mich mein erster seit bestimmt 15 Jahren, wir lasen die Tagespresse und diskutierten natürlich schon unsere Erwartungen für das Spiel. Da Marica gelbgesperrt ausfiel und Cacau sowie Schieber nach ihren Verletzungen noch kein Spiel bestritten haben, befürchteten wir fast, Christian Gross würde nur mit einer echten Spitze, nämlich Pavel Pogrebnjak antreten. Eine Taktik, vor der es mir immer graut, zeigt man doch damit indirekt dem Gegner, dass er mal schön die Initiative ergreifen darf. Wir haben einfach nicht die gefährlichen Flügelspieler, wie z. B. die Bayern mit Ribery und Robben, um nur mit einem Stoßstürmer spielen zu können.

Dadurch war die Fahrt natürlich sehr kurzweilig und ging im Zug um wie im Flug. Was machen Köln-Touristen, wenn sie aus dem Bahnhof kommen? Richtig! Ein Bild vom Dom. Dass das Bild noch den richtigen Touch bekam, gesellte sich schnell noch Charlie Chaplin zu uns.

Unsere erste Anlaufstelle in Köln war dann das Früh-Kölsch. Hier sind wir erfahrungsgemäß wohlgelitten, das Personal ist freundlich, die Bierversorgung klappt bestens und essen kann man dort auch noch etwas. Etwas störend für einen Süddeutschen sind natürlich die Reagenzgläser, in denen man in Köln sein Bier bekommt. Aber, wie geschrieben, die Versorgung klappte bestens, “unser” Kellner behielt uns ständig im Auge und brachte Nachschub, wenn wieder zu viel Luft in den Gläsern war.

Nachdem wir uns im Früh mit fester und flüssiger Nahrung gestärkt hatten, ging es ab ins Stadion. Da mir der Weg dorthin immer elends lang vorkommt, probierten wir es dieses Mal mit dem Taxi. Das war leider auch keine gute Entscheidung, schnell standen wir im Stau, brauchten somit mindestens genau so lang wie mit der Bahn und bezahlten noch 19 Euro für die Strecke. Da wir zu viert fuhren, ging das natürlich, dennoch lohnt sich das nur, wenn man eine Zeitersparnis dabei hat. Im Stadion dann trennten sich zunächst unsere Wege. Ich hatte mir zwar Karten über den VfB besorgen lassen, war mit diesen aber nicht einverstanden. Im gleichen Block über unserem Fanblock saßen wir letztes Jahr auch, damals hinter einer Plexiglasscheibe, schlecht zum Fotografieren natürlich. Auch den davor liegenden Strafraum konnte man nicht komplett einsehen. So entschloß ich mich kurzerhand dazu, beim FC Karten für die Gegentribüne zu bestellen, in einem Block, in dem im letzten Jahr massenhaft VfB-Fans waren, und meine Karten weiter zu geben. Am Einlaß gab es überhaupt keine Probleme, schnurstracks waren wir drin. Für mich ist es immer ein erhebendes Gefühl, in dieses Stadion zu kommen. Mir persönlich gefällt das Rheinenergiestadion von den neuen bzw. umgebauten Stadien in Deutschland mit am besten. Vor dem Spiel herrscht hier immer eine besondere Atmosphäre, vor allem, wenn Viva Colonia oder das Vereinslied Mer stonn zu Dir gespielt werden. Dann ist das weite Rund eine einzige rot-weiße Schalparade, die auch für mich als Gästefan schön anzusehen ist.

Ich fand die Plätze, die wir hatten, super. Der Block dürfte zu je 50% von Kölner und VfBlern belegt gewesen sein. Es gab aber keinerlei Probleme zwischen den Fangruppen. Rechtzeitig zum Verlesen unserer Mannschaftsaufstellung waren wir auf unseren Plätzen. Der leider angeschlagene Sami Khedira wurde durch Zdravko Kuzmanovic ersetzt, Marica also doch durch Cacau. Mich persönlich hätte es doch verwundert, wenn Gross anders aufgestellt hätte. Donnerstags war ich noch beim Training und da machte Cacau auf mich als Laien nicht den Eindruck, er wäre noch nicht fit genug.

Durch ein Spalier von Cheerleadern ging es für unser Team also hinein in das stimmungsvolle Stadion. Der VfB war gefordert heute. Es galt zu zeigen, dass die Niederlage gegen den HSV nur ein Ausrutscher war und Selbsvertrauen zu tanken vor dem bevorstehenden Highlight gegen den großen FC Barcelona. Außerdem war es interessant zu sehen, wie die Mannschaft reagieren würde, wenn zwei Stammspieler der vergangenen Wochen fehlen würden. Vor allem Sami Khediras Ausfall dürfte schwer wiegen, ist er doch mehr und mehr das Gesicht und die Lunge des neuen VfB.

Das Spiel begann dann recht schwungvoll. Der VfB hatte früh erste Torchancen durch Cacau (5.), Delpierre (6.) und Träsch (10.). Vor allem Delpierre hätte mit seinem Kopfball freistehend gerne für die Beruhigungspille sorgen dürfen. Dennoch stimmte der Auftakt zuversichtlich. Der Mannschaft merkte man das Vorhaben an, die Scharte der HSV-Niederliege auswetzen zu wollen. Die neuen fügten sich auch nahtlos in das Mannschaftsgefüge ein. Cacau wirkte sehr motiviert. Nachdem unter Gross zunächst Pogrebnjak und Marica gesetzt waren und er zu allem Überfluß noch durch eine Verletzung ausgebremst wurde, kam er in Köln erst zu seinem allerersten Rückrundeneinsatz. Viele schrieben ihn schon, vor allem in Bezug auf seine mögliche WM-Teilnahme, ab, was ihm deutlich zusetzt. In einigen Interviews in der Woche vor dem Spiel machte er deutlich, dass er nicht kampflos aufgeben und sich zeigen wolle. Eine Woche danach wissen wir, dass dies keine leeren Worthülsen waren. Er muß einfach besser und auch für die Mannschaft wertvoller sein, als seine direkten Konkurrenten, dann wird auch sicher Christian Gross der letzte sein, der ihn in seinem Eifer bremsen möchte. Diesen Kampfgeist hätte ich mir im übrigen auch von Thomas Hitzlsperger gewünscht, der sich möglicherweise gewaltig “verwechselt” hat. Wie ich Christian Gross bislang einschätze, kann sich jeder seine Einsätze verdienen oder er sagt ihm klipp und klar, dass er keine Zukunft unter ihm haben wird. Dem Hitz konnte er aber, und das sicher gerechtfertigt, keine Einsätze garantieren, Chancen hätte er aber durchaus gehabt.

Doch zurück zum Spiel. Die beiden Trainer verfolgten das Geschehen auf dem Spielfeld jeweils im Stehen. Für uns war es ja auch ein Wiedersehen mit Zvoni Soldo, der 10 Jahre lang die Kickstiefel für den VfB geschnürt hatte und lange unser Kapitän war. Ihm möchte man ja in Köln Alles Gute wünschen, aber bitte nicht in diesem Spiel.

Christian Gross wie immer engagiert an der Seitenlinie

Auch Zvonimir Soldo verfolgt das Geschehen im Stehen

Im Kölner Strafraum ging es bereits in der Anfangsphase heiß her

Nach den ersten guten VfB-Chancen gaben auch die Kölner in Person von Novakovic ihre erste Duftmarke ab, der in einer 1:1-Situation am glänzend reagierenden Jens Lehmann scheiterte. Im Gegenzug dann fiel das 0:1 durch Cacau, als die Kölner noch über die vergebene Chance haderten. Vorausgegangen war dem Tor ein glänzendes Zusammenspiel auf der linken Seite von Hleb und Molinaro, der sich immer mehr zu einem Glücksgriff mausert. Mit Verlaub: wer fragt heute noch nach Ludovic Magnin? Die Kölner brauchten eine gute Viertelstunde, um sich vom Gegentreffer zu erholen und näherten sich nun mal wieder zaghaft dem VfB-Tor. Christopher Schorch aber vertändelte den Ball. Postwendend folgte der Konter, der zum 0:2 nach 31 Minuten führte. Cacau war schon auf und davon, verstolperte dann fast die Kugel, so dass er die Situation nur noch mit einem Distanzschuß retten konnte. Dabei schlenzte er den Ball aber technisch anspruchsvoll und sehenswert ins rechte Toreck. Im VfB-Sektor brachen daraufhin natürlich alle Dämme. Mit 2 Toren lagen wir auswärts in dieser Saison bislang nur in Frankfurt in Front, da waren wir aber nicht mit dabei. Das Spiel lief also ähnlich gut wie letzte Saison an gleicher Stelle, als wir durch 3 Gomez-Tore mit 3:0 gewannen. Danach profitierte Novakovic abermals von einem Stellungsfehler von Delpierre, auch hier bügelte Lehmann die Gefahr glänzend aus, danach scheiterte Gebhart mit einem satten Schuß an Mondragon.

In der 38. Minute machte Cacau dann seinen Hattrick perfekt, als nach einer Ecke der Ball über Schorch und Mondragon Cacau der Ball genau vor die Füße sprang. Die VfB-Fans waren jetzt natürlich völlig aus dem Häuschen und die Kölner bedient.

Cacau macht seinen Hattrick perfekt

Kein Protest, nur Teil einer Hüpfeinlage :-)

Dass den Kölner durch Schorch noch vor der Pause der Anschluß gelang, tat unserer guten Stimmung keinen Abbruch. Trotz teilweise guter Chancen der Kölner sah es nicht danach aus, dass der VfB noch einbrechen könnte.  Nach dem Seitenwechsel war Köln zunächst optisch überlegen und hatte einige Chancen. Sie waren aber entweder zu unpräzise oder fanden in dem fehlerfreien Jens Lehmann ihren Meister. Köln konnte es sich allerdings auch nicht leisten, kopflos nach vorne zu rennen, da der VfB stets präsent war und immer wieder Nadelstiche setzte. In der 65. Minute war dann der Arbeitstag von Aleks Hleb beendet. Auch er steigert sich seit dem Amtsantritt von Gross kontinuierlich, warum ein Fußballprofi aber keine Luft für 90 Minuten hat, erschließt sich mir nicht. Er wurde von dem wiedererstarkten Roberto Hilbert ersetzt, der prompt 4 Minuten später die Flanke zum vorentscheidenden 1:4, ausnahmsweise durch Pavel Pogrebnjak, schlug.

Cacau traf schließlich in der 74. Minute zum Endstand von 1:5. Sein erster Viererpack in der Bundesliga. Für den VfB war es der erste lupenreine Hattrick seit 1986, als dies Jürgen Klinsmann beim 0:7 in Düsseldorf gelang. Auch damals war ich schon dabei. :-) . Jetzt waren nicht nur die VfB-Fans aus dem Häuschen, jetzt waren auch die Kölner aus dem Stadion. Mit dem 1:4 begann eine Massenflucht, zum Schlußpfiff waren wir dann fast unter uns.

Hellseher?

Nach dem 1:5 war es dann mehr oder weniger ein Schaulaufen. Die Kölner hatten längst resigniert, der noch immer torhungrige VfB hätte sogar noch um das ein oder andere Tor höher gewinnen können. So ließ sich die Mannschaft natürlich nach Schlußpfiff feiern, vor allem Cacau wurde natürlich besungen. Er hat sich hoffentlich jetzt in die Mannschaft hineingespielt. In dieser Form wäre er eine Bereicherung für jede Bundesligamannschaft und so bleibt zu hoffen, dass sich beide Parteien in vernünftigem Rahmen auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit einigen können. Hervorzuheben ist aber auch die insgesamt gute Mannschaftsleistung. Lediglich Delpierre und mit zunehmender Spieldauer Hleb fielen hier ab, die besten beim VfB waren Lehmann und Cacau.

Nach dem Feiern der Mannschaft gingen wir hinunter, um die anderen wieder zu treffen. Den VfB-Sportshop hatten wir als Treffpunkt ausgemacht. Doch diese Rechnung hatten wir ohne die Kölner gemacht. Im Gegensatz zu vor dem Spiel war der Zugang zum Gästebereich mit Zäunen und Ordnern zugestellt. Wir, natürlich in voller VfB-Montur, sprachen dann einen Ordner an, der uns zu jemandem brachte, der uns Zugang zum Gästebereich verschaffen konnte. Also ganz freundlich das Personal dort, er wunderte sich selbst über die Organisation, indem er “tolle Fantrennung” murmelte. Schnell haben wir uns dann also wiedergefunden und machten uns auf den Weg zur Straßenbahn. Auf dem Weg dorthin kam uns dann ein Bierstand sehr gelegen, nachdem es im Stadion nur alkoholfreies Bier gab. Dort trafen wir dann noch Freunde aus dem Bierhexle und begossen erst einmal den Sieg.

Danach ging es mit der Straßenbahn zurück zur Kölner Altstadt. In der Pfaffen-Brauereigaststätte am Heumarkt aßen wir erst einmal etwas, danach gingen wir noch in die Bar Keks direkt in der Altstadt, wo es laute Musik und reichlich Kölsch gab. Hier gab es auch keine Fantrennung, Kölner und VfBler feierten gemeinsam.

Kurz vor 10 Uhr fuhr dann leider wieder unser Zug Richtung Heimat. Letztes Jahr hatten wir in Köln übernachtet, das wäre auch dieses Mal eine gute Wahl gewesen. So ging die Party eben im Zug weiter, der überwiegend von fröhlichen Schwaben bevölkert war.

Fröhliche Schwaben überall

Um 0.40 Uhr kamen wir planmäßig und vom langen Tag gezeichnet wieder in Stuttgart an. Es war ein klasse Tag mit einem Super-Auswärtssieg und guten Freunden. Kurz gesagt: PERFEKT!

Ein Bericht über das Barcelona-Spiel und den Ausblick auf Frankfurt folgt in Kürze.

Viele Grüße

Franky

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25. Februar 2010

Eine Saison ohne Europacup? Gedanken zur Transferpolitik!

Gegen den Hamburger SV setzte es leider die erste Niederlage unter unserem neuen Trainer Christian Gross. Letztendlich zwar ungerecht, weil der VfB nach dem Ausgleich drauf und dran war, das Spiel zu drehen, leider aber das 2:1 nicht machte. Dann kam der einstige Weltstar Ruud Van Nistelrooy und brauchte gerade mal gute 10 Minuten, um mit einem Doppelpack die Niederlage zu besiegeln. Aus meiner Sicht unnötig nahm Christian Gross den in den letzten Spielen guten und sicheren Georg Niedermeier aus dem Team und brachte den wiedergenesenen Matthieu Delpierre, der einige Unsicherheiten zeigte. So fiel besonders beim 0:1 auf, dass die neuformierte Innenverteidigung sich nicht einig war, vermutlich, da sie schon eine Weile so nicht mehr zusammen spielten. Die beiden Tore machte der Holländer im Stile eines Weltklassemannes, da er einer ist, der nicht lange fackelt und sofort den Abschluß sucht.

Das Spiel bot die große Chance näher an die Plätze 4 und 5 zu rücken, um im nächsten Jahr vielleicht doch noch in den internationalen Wettbewerb rutschen zu können. Allerdings wollen wir auch nicht vermessen sein und nicht vergessen, wo wir herkommen. Beim Amtsantritt von Christian Gross am Nikolaustag 2009 standen wir am Abgrund auf einem Abstiegsplatz. Daher sehe ich nur das Positive, nämlich, dass wir uns mittlerweile nach unten genügend Luft verschafft haben. Auch einer Saison ohne internationalen Wettbewerb würde ich viel Positives abgewinnen. Die Doppelbelastung fiele weg. Der Kader kann konsolidiert und Großverdiener wie Aleks Hleb aussortiert werden. Die Vereinsführung wird genau rechnen, welche Gehaltszahlungen ohne internationale Einnahmen gestemmt werden können und welche man stemmen möchte. Der Verein täte gut daran, nicht alle überzogenen Gehaltsforderungen zu akzeptieren. Auch Fußballprofis dürfen ruhig spüren, dass wir uns in einer weltweiten Rezession befinden und Einbußen in Kauf nehmen, zugegeben wären das immer noch Einbußen auf sehr hohem Niveau. In diesem Zusammenhang wäre ich aber doch interessiert, Eigengewächse wie bspw. Sami Khedira und Serdar Tasci versuchen zu halten. Auch diese werden nicht für einen Appel und ein Ei spielen, doch sind es gerade diese Spieler, die sich in besonderem Maße mit dem Verein identifizieren.  Es geht mir mehr um die Legionäre von außen, die man mit Unsummen an Geld ködert und die oft mehr verdienen als die besagten Eigengewächse, was automatisch zu Mißstimmung in der Mannschaft führt. Der Verein sollte ein Ausbildungsverein bleiben und zusehen, dass vielversprechende Talente für die Reserve verpflichtet werden, die dann auch bei entsprechender Leistung eine Chance bei den Profis erhalten. Christian Träsch ist ein gutes Beispiel, dass dieser Weg zum Erfolg führen kann. Seine Entwicklung ist sensationell.

Wenn man dann noch Verträge abschließt wie mit Mario Gomez, die uns, im Falle des Abgangs, marktgerechte Ablösesummen garantieren, hat der Verein in kaufmännischer Hinsicht alles richtig gemacht. Optimal wäre natürlich, wenn parallel zum zu befürchtenden Abgang, schon ein Nachfolger aufgebaut werden könnte, wie es Ajax Amsterdam über Jahre erfolgreich hinbekommen hat.

Ich hoffe, dass unsere Zweite jetzt mit Jürgen Seeberger wieder einen Trainer hat, der diesem Auftrag gerecht werden kann. Das ist ein Weg, der von den Fans mitgetragen wird, auch dann, sollte es mal eine Zwischensaison mit Umbruch geben, und der Verein nicht im oberen Drittel mitspielen können.

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23. Februar 2010

Cacau gibt sich mit einem Hattrick nicht zufrieden

Der 1. FC Köln kam zu Hause gegen den VfB Stuttgart trotz einer über weite Strecken soliden Vorstellung gehörig unter die Räder und kassierte am Ende eine bittere 1:5-Pleite. Besonders im Blickpunkt stand dabei Stuttgarts Cacau, der bei seinem ersten Einsatz in der Rückrunde gleich viermal erfolgreich war.

Kölns Trainer Zvonimir Soldo musste im Vergleich zur 0:2-Niederlage bei Schalke Maniche wegen eines Blutergusses im Oberschenkel verzichten. Tosic fand sich dafür in der Startelf wieder. Auch Stuttgarts Coach Christian Gross war nach der 1:3-Niederlage gegen dem Hamburger SV zum Handeln genötigt. Für Marica (Gelb-Sperre) und Khedira (muskuläre Probleme) begannen Cacau und Kuzmanovic.

Von Anfang an entwickelte sich ein temporeiches Duell zweier Mannschaften, die jeweils über gepflegtes Kombinationsspiel zum Erfolg kommen wollten. Den Geißböcken fehlte es aber zunächst an geeigneten Mitteln, um die gegnerische Abwehrreihen in Bedrängnis zu bringen. Die Schwaben dagegen hatten mehr Struktur in ihrem Spiel, wodurch sie auch zu ersten Einschussgelegenheiten durch Cacau (5.), Delpierre (6.), und Träsch (10.) kamen.

Nach zwölf Minuten wurde es dann auf der Gegenseite erstmals brenzlig: Novakovic tankte sich gegen Delpierre durch, zog dann aber im Eins-gegen-Eins gegen VfB-Schlussmann Lehmann aus spitzem Winkel den Kürzeren. Die bis dato beste Chance der Begegnung wurde damit von den Rheinländern liegen gelassen, zudem kassierten sie im direkten Gegenzug das Tor. Hleb passte wunderbar in die Schnittstelle der Abwehr zu Molinaro, der von der linken Grundlinie in die Mitte zu Cacau flankte – 0:1 (13.).

Dem FC war das Bemühen nicht abzusprechen, allerdings konnten sich die Gastgeber kaum gegen die gut sortierten Schwaben durchsetzen. Nach 31 Minuten schaffte es Schorch dann doch einmal in den Sechzehner einzudringen. Sein anschließender Pass missriet aber vollends und landete beim Gegenspieler. Postwendend folgte das 0:2. Cacau startete aus der eigenen Hälfte und wurde angespielt, der gebürtige Brasilianer behauptete sich dann gegen Geromel und vollendete schließlich aus 17 Metern sehenswert ins rechte Eck (31.).

Kurz darauf profitierte Novakovic von einem Stellungsfehler von Delpierre, der Slowene zog aber erneut im Eins-gegen-Eins gegen Lehmann den Kürzeren (36.). Zwei Zeigerumdrehungen später zwang Gebhardt Mondragon mit einem satten Schuss zu einer Parade. Bei der anschließenden Ecke musste der kolumbianische Keeper der Kölner erneut eingreifen, diesmal gegen Tasci. Der Abpraller landete aber bei Cacau, der aus kürzester Distanz seinen lupenreinen Hattrick perfekt machte (38.).

Es schien bereits alles klar, doch kurz vor der Halbzeit hauchte Schorch den Domstädtern wieder Leben ein. Nach einer Eckballvariante verkürzte der Rechtsverteidiger per Kopf auf 1:3 (44.). Damit blieb die Hoffnung auf ein “Wunder” in der zweiten Hälfte erhalten.

In dieser ging es zunächst mit unverändertem Personal weiter. Die Kölner drängten nun vehement auf den Anschluss, den der inzwischen deutlich agilere Podolski dann auch gleich zweimal auf dem Fuß hatte. Zuerst schoss er aber knapp links vorbei (47.), ehe er per Kopf am glänzend reagierenden Lehmann scheiterte (51.). Auf der Gegenseite gab Kuzmanovic per Freistoß, der haarscharf über die Latte ging, ein Lebenszeichen für den VfB ab (53.).

Beim Freistoß des Serben war das Spiel für Kölns Chihi allerdings bereits beendet. Der Deutschmarokkaner war leidtragender eines Foulspiels von Geromel an Pogrebnyak, bei dem der Russe unglücklich auf Chihi fiel. Freis kam rein. Am Spielverlauf änderte sich jedoch nichts, Köln drängte nach vorne. Doch sowohl Freis (58.) als auch Brecko (68.) waren zu unpräzise.

Wie man es besser macht, zeigten die Schwaben in der 69. Minute: Hilbert – mittlerweile für Hleb gekommen – durfte von der linken Außenbahn unbedrängt flanken, Pogrebnyak schraubte sich hoch und nickte kompromisslos aus fünf Metern ein. Danach fügten sich die Soldo-Schützlinge in ihr Schicksal, vom FC kam nun nichts mehr. Anders die Schwaben, die Torhunger hatten. Dies galt insbesondere für Cacau, der dann auch nach 74 Minuten wunderbar von der Strafraumgrenze ins linke Eck traf und somit den Endstand besorgte.

Der 1. FC Köln ist kommende Woche wieder samstags bei Bayer Leverkusen gefordert. Für den VfB Stuttgart wird es dagegen bereits am Dienstag ernst. Dann steigt zu Hause der Kracher in der Champions League gegen den FC Barcelona, ehe in der Bundesliga Eintracht Frankfurt am Samstag einen Besuch im Ländle abstattet.

kicker.de 20.2.10

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Van Nistelrooy braucht keine Anlaufzeit

Die Siegesserie des VfB unter Coach Christian Gross ist gerissen: Nach fünf Siegen in Folge musste Stuttgart in einer intensiven und kurzweiligen Partie gegen Hamburg eine unglückliche und unverdiente Niederlage einstecken. Stuttgart war über weite Strecken das aktivere Team, doch der eingewechselte Ruud van Nistelrooy machte bei seinem ersten längeren Einsatz für die Hanseaten den Unterschied.

Beim VfB veränderte Trainer Christian Gross seine Erfolgself nach dem 2:1-Sieg beim 1. FC Nürnberg  auf einer Position: Der wiedergenesene Kapitän Delpierre kam für Niedermeier zum Einsatz. Auch HSV-Coach Bruno Labbadia tauschte im Vergleich zum 3:3-Unentschieden beim 1. FC Köln einmal Personal aus und brachte Trochowski für Elia (Knöchelprobleme).

Der HSV zeigte in der Anfangsphase zunächst mehr Präsenz als die schon im Aufbau sehr fehlerhaften Schwaben, die sich über eine intensive Zweikampfführung aber bald auf Augenhöhe bewegten. Das Geschehen spielte sich vor allem im Mittelfeld ab, beide Abwehrreihen standen gut und hatten die Offensivkräfte sicher im Griff.

Der VfB schnupperte nach flüssiger Kombination durch Khediras verkappten Kopfball genauso an einer Torchance (14.) wie auf der Gegenseite die Hanseaten durch Rozehnal (17.), der nur eine Minute später wieder vor dem eigenen Tor im Blickpunkt stand: Pogrebnyaks Sololauf endete in hohem Tempo mit einer leichten Berührung durch den Tschechen – zu wenig für einen Strafstoß, befand Referee Aytekin.

Just als sich die Schwaben leichte Vorteile erarbeitet hatten, schlugen die Gäste wie aus dem Nichts zu: Demel passte noch aus der eigenen Hälfte auf Berg, der zwischen beiden Innenverteidigern aus 15 Metern per Rechtsschuss trocken ins linke Eck einnetzte (23.).

Die Reaktion der Hausherren ließ nicht lange auf sich warten, HSV-Keeper Rost sollte im weiteren Verlauf immer mehr in den Blickpunkt rücken: Molinaro und Tasci (jeweils 26.) sowie Khedira (39.) und auch Marica (40.) scheiterten allesamt am Routinier. Des Weiteren ließ der Referee erneut weiterspielen, als wieder Pogrebnyak im Duell mit Rincon im Sechzehnmeterraum zu Fall kam (34.). Auf der Gegenseite sorgte Trochowski aus der Distanz zweimal für Gefahr (30., 45.+2.), ehe der von den Zuschauern mit Pfiffen in die Kabine begleitete Unparteiische den kurzweiligen ersten Durchgang beendete.

Eine tief stehende Labbadia-Elf, genau wie der Kontrahent unverändert aus der Kabine gekommen, erwartete die unverminderten Offensivbemühungen der Schwaben. Gebhart platzierte per Kopf freistehend vom rechten Fünfereck genau auf Rost (53.), dann aber erhielten die Gäste die Quittung für ihre Passivität: Hleb legte links im Strafraum diagonal zurück auf Träsch. Jarolim kam nicht ran, der Mittelfeldspieler zog aus 18 Metern zentraler Position mit dem rechten Innenrist ab und traf genau ins rechte Eck (55.).

Kuzmanovic und Hilbert kamen für Hleb und Gebhart (56.). Der Ausgleich verschaffte den Gross-Schützlingen Rückenwind und die Riesenchance durch Marica, der einen Abpraller aus sechs Metern Zentimeter rechts vorbeischnippelte (59.). Auf der Gegenseite unterbrach Bergs Lupfer nach einer Stunde das Anrennen der Schwaben, die frischer wirkten als die Gäste und denen der Siegeswille deutlich anzumerken war.

Doch die Hausherren hatten die Rechnung ohne die beiden Joker der Hanseaten gemacht: Rozehnal brachte den Ball per Freistoß an den Strafraum. Der zusammen mit van Nistelrooy eingewechselte Tesche verlängerte per Kopf auf “Van the Man”, der per Linksschuss aus acht Metern flach ins rechte Eck einnetzte (75.).

Nur zwei Zeigerumdrehungen später zeigte der Niederländer erneut seine Cleverness vor dem Tor: Nach einem Doppelpass zwischen Berg und Tesche spitzelte der Schwede die Kugel im Strafraum mit letztem Einsatz zu van Nistelrooy, der aus zehn Metern halbrechter Position die Ruhe bewahrte und überlegt diesmal mit rechts ins lange Eck einschob.

Danach passierte nichts mehr, die beiden Tore hatten den Schwaben den Zahn gezogen, deren Serie nach sieben ungeschlagenen Partien ein Ende fand. Hamburg festigte mit dem zweiten Rückrundensieg Platz vier.

Auf den VfB Stuttgart wartet am Samstag das Gastspiel in Köln. Der HSV bestreitet am Donnerstag in der Zwischenrunde der Europa League das Heimspiel gegen die PSV Eindhoven und empfängt in der Liga zwei Tage später die Eintracht aus Frankfurt.

kicker.de 13.2.10

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