12. Januar 2010

Der VfB Stuttgart im Dezember 2009

Dezember

1.12.2009

Babbel bekommt eine Schonfrist

Markus Babbel bleibt Trainer des VfB Stuttgart. Trotz des Absturzes auf Platz 17 sprach die Führung des Fußball-Bundesligisten dem Coach am Dienstag eine Jobgarantie bis zur Winterpause aus. “Wir werden nicht ein Trainerteam opfern, das sich voll reinhängt”, erklärte VfB-Präsident Erwin Staudt. Erst für die Zeit nach dem Ende der Hinrunde kündigte er einen “Kassensturz” an.

Babbel selbst gab danach bekannt, dass er Nationalspieler Thomas Hitzlsperger als Kapitän abgesetzt hat. “Er ist nicht der Sündenbock. Aber ich wollte diesen Ballast von ihm wegnehmen, damit er sich wieder voll auf sich selbst konzentrieren kann. Wir brauchen ihn in Bestform.” Nachfolger wird Matthieu Delpierre. Babbel freute sich darüber, “dass das Vertrauen in unsere Arbeit immer noch da ist”.

Mit diesen Entscheidungen machte der Club ausdrücklich die Spieler und nicht den Trainer für die seit Monaten anhaltende Krise des VfB verantwortlich. “Das 0:4 in Leverkusen wird Konsequenzen haben. Aber die Konsequenzen werden diejenigen zu spüren bekommen, die nicht an unserer Ziel-Erfüllung mitarbeiten”, sagte Staudt. In der Winterpause möchte sich der Club von einigen Spielern trennen. Bis dahin kündigte Babbel eine härtere Gangart an. Er werde die Trainingspläne nur noch von Tag zu Tag bekanntgeben und Jens Lehmann büßt seine Sonderrechte ein. Der Torhüter muss ab sofort zu jeder Übungseinheit erscheinen.. “Die Annehmlichkeiten sind zu Ende.” (STZ online)

2.12.2009

Magnin wechselt zum FC Zürich

Der Schweizer Ludovic Magnin wird den VfB in der Winterpause in Richtung seiner Heimat verlassen. Der 30 Jahre alte Linksverteidiger ist sich mit dem Erstligisten FC Zürich einig. “Ludovic ist ein verdienter Spieler, der für die Schweiz im Sommer zur WM fahren will und Spielpraxis braucht”, sagt der VfB-Manager Horst Heldt, “daher haben wir ihm gesagt, dass wir ihm im Fall eines Wechsels keine Steine in den Weg legen werden.”

5.12.2009

Der Trainerwechsel: Von Babbel zu Babbel

Beim VfB Stuttgart brennt der Baum. Damit will der Fußball-Bundesligist auf seiner Geschäftsstelle für eine nette Vorweihnachtsstimmung sorgen. Unglücklich ist nur, dass der Baum auch im übertragenen Sinn und an anderer Stelle brennt. Der Absturz auf den 17. Tabellenplatz führte in der Vereinsführung am Wochenbeginn zu kontroversen Debatten, die mit einem Wechsel endeten. Der alte Markus Babbel wurde gefeuert. Ersetzt wird er durch den neuen Markus Babbel.

Der alte Markus Babbel präsentierte sich als Spielerversteher, der die Mannschaft tapfer verteidigte. So durfte Roberto Hilbert nach seiner Auswechslung beim 0:2 am 4. Oktober gegen Bremen im Stile eines HB-Männchens seine Jacke und seine Schienbeinschoner vor der Trainerbank auf den Boden werfen. Es passierte nichts, der Teamchef lächelte die öffentliche Provokation weg. Dagegen schritt der alte Markus Babbel ein, als Horst Heldt den Profis kürzlich vor Auswärtsbegegnungen das Einzelzimmer streichen wollte. Um den Teamgeist zu stärken, ordnete der Manager die Unterbringung in Doppelzimmern an. Die Spieler murrten – und der Torwart Jens Lehmann buchte gleich auf eigene Kosten die Suite des besagten Hotels. Am nächsten Morgen sagte Babbel dann, dass wieder die Regelung mit den Einzelzimmern gelte.

Das war sicher gut gemeint von dem alten Markus Babbel, der in jedem dritten Satz von “meinen Jungs” gesprochen hat, wenn er die Spieler meinte. Aber seine lange Leine im Umgang mit der Mannschaft führte dazu, dass die Disziplinlosigkeiten zunahmen. Darunter litt wiederum die Autorität des Teamchefs merklich.

Babbel versucht sich als Respektsperson zu positionieren

Der alte Markus Babbel erinnerte in seinem Auftreten sehr an Thomas Doll. Der war auch ein dicker Freund der Spieler und sprach gerne von seinen Jungs, als er mit dem Hamburger SV im Mai 2006 den dritten Tabellenplatz und die Champions League erreichte. Das ist nicht die einzige Parallele zu dem alten Markus Babbel. In der darauffolgenden Saison lag der HSV nach dem 14. Spieltag mit elf Punkten auf Rang 17 – genau die gleiche Bilanz weist der VfB jetzt auch auf. Zudem traf der HSV am 15. Spieltag auf Bochum, wie der VfB am Samstag. Bochum gewann damals mit 2:1.

Um Doll entbrannte ein Machtkampf zwischen dem Präsidenten Bernd Hoffmann, der sich von dem Trainer trennen wollte, und dem Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer, der hinter dem Coach stand. Der VfB ist beim Babbel-Thema ebenfalls gespalten. In Hamburg durfte Doll dann bis zum 19. Spieltag mit seinen Jungs weitermachen. Im Januar war der HSV Letzter und zog die Notbremse. Nachfolger wurde Huub Stevens, der noch Rang sieben schaffte.

Der Nachfolger von Babbel heißt dagegen Babbel. Aber er will nun nicht mehr so lieb zu den Spielern und nicht mehr so ein Kumpeltyp wie Doll sein, sondern eher so wie Felix Magath. Auf diese Weise versucht sich der neue Markus Babbel als Respektsperson zu positionieren. Dazu hat er sich unter anderem überlegt, die Trainingseinheiten immer erst einen Tag vorher festzusetzen, damit die Spieler ihre privaten Termine nicht mehr so genau abstimmen können. Doch in dieser Woche änderte sich der Plan nur ganz unwesentlich im Vergleich zu dem am Montag verkündeten Programm, als noch der alte Markus Babbel im Amt war.

Wie glaubwürdig ist ein strenger Markus Babbel?

Der neue Markus Babbel hat auch drei Spieler bestraft: Thomas Hitzlsperger, den er als Kapitän absetzte, Serdar Tasci, den er nicht zum Spielführer beförderte, und Jens Lehmann, dem er Sonderrechte strich. Für die Betroffenen mag das hart sein, aber ob die Aktionen auch als Warnschuss für die Mannschaft taugen, ist zu bezweifeln. Magath hätte in diesem Fall wohl anders durchgegriffen, so wie er das einst beim VfB mit Fabio Morena machte, den er ganz aus dem Kader verbannte.

So weit geht auch der neue Markus Babbel nicht. “Ich denke, dass meine Maßnahmen reichen, um einen Hallo-wach-Effekt zu erzeugen”, sagt er. Die Frage lautet ohnehin, wie authentisch und glaubwürdig ein strenger Markus Babbel ist. Außerdem könnten die Spieler eine Verwandlung auch so werten, dass der Teamchef die Lage zuvor völlig falsch eingeschätzt hat – was seine Stellung kaum verbessern würde.

In der Wortwahl passt sich der neue Babbel ohnehin dem alten an. Die Spieler sind weiter “meine Jungs, die ich jetzt alle in die Verantwortung nehmen will”, sagt er. Das habe er den Jungs auch vermittelt. Wenn sie es nicht verstanden haben, könnten die Lichter beim VfB bald ausgehen – obwohl der Weihnachtsbaum noch weiter brennt. (STZ online)

5.12.2009

1:1 gegen Bochum: der VfB taumelt Richtung Abstieg

Der VfB Stuttgart hat im Kellerduell der Fußball-Bundesliga einen sicher geglaubten Sieg gegen den VfL Bochum zwei Minuten vor Schluss verspielt. Die Schwaben kamen am Samstag nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus.

Bochums Christian Fuchs glich mit einem Freistoß aus 20 Metern die VfB-Führung durch Serdar Tasci (63.) aus. Durch dieses Ergebnis verließen die Stuttgarter zwar wieder den Abstiegsplatz 17. Aber alles an diesem Samstag fühlte sich bei ihnen an wie eine Niederlage. Die Leistung war über weite Strecken wieder trost- und leidenschaftslos. Die Fans pfiffen ihre Mannschaft gnadenlos aus. “Wir haben die Schauze voll”, hieß es nach dem Schlusspfiff.

5.12.2009

Tumulte nach dem 1:1: VfB-Fans protestieren vor dem Stadion

Nach dem 1:1 (0:0) des VfB Stuttgart im Kellerduell gegen den VfL Bochum ist es vor dem Stadion zu tumultartigen Szenen gekommen. Hunderte enttäuschte VfB-Fans versammelten sich vor dem VIP-Bereich der Mercedes-Benz Arena und skandierten lautstark “Wir haben die Schnauze voll!”. Auch eine halbe Stunde nach dem Abpfiff hatte sich die Menge noch nicht aufgelöst.

Bereits vor dem Anpfiff hinderten etwa 100 Fußball-Anhänger den VfB-Mannschaftsbus an der Einfahrt ins Stadion. Die Fans blockierten kurz den Bus, skandierten Parolen und entzündeten ein bengalisches Feuer. Verletzt wurde niemand, auch der Bus blieb unbeschädigt. Nach dem Einschreiten der Polizei konnten die Stuttgarter Spieler und Trainer Markus Babbel ihren Weg fortsetzen.

6.12.2009

Der VfB zieht Konsequenze: Gross soll es richten

Der VfB Stuttgart hat nach dem enttäuschenden 1:1 gegen den VfL Bochum die Reißleine gezogen. Markus Babbel ist seit Sonntag nicht mehr Teamchef bei den Schwaben, und auch die beiden bisherigen Co-Trainer Rainer Widmayer und Alexander Zorniger (beide 42) sind nicht mehr im Amt. Sein Nachfolger wird der Schweizer Christian Gross (55), zuletzt beim FC Basel tätig.

Am frühen Sonntagabend bestätigte der Verein die Entlassung Babbels im Rahmen einer Pressekonferenz. “Es enttäuscht schon sehr, dass wir diesen Schritt machen mussten,” sagte Sportdirektor Horst Heldt, während Markus Babbel zu Protokoll gab, dass es nun “nicht um Einzelschicksale” ginge. Babbels Nachfolger Christian Gross soll um 19.00 Uhr vorgestellt werden. Die Spieler waren zuvor über die Entscheidung informiert worden. Am Samstag war der VfB in der Bundesliga zum achten Mal in Folge sieglos geblieben und hatte sich im Heimspiel gegen Bochum mit einem 1:1 begnügen müssen. Nach 15 Spieltagen belegen die Schwaben mit nur zwölf Punkten den Relegationsplatz 16.

Babbel fand auf der Pressekonferenz deutliche Worte und kritisierte die Fußballszene. “So etwas wie am Samstag habe ich in meiner Karriere noch nie erlebt”, sagte er. “Vier Wochen nach der Tragödie um Robert Enke” verrate das, “dass die Fans und die gesamte Fußballszene daraus nichts gelernt haben”. Nach dem Selbstmord des Nationaltorwarts hätten sich “viele zu Wort gemeldet. Doch die Ereignisse vom Samstag zeigen mir: Das ist alles Heuchelei. Jeder versucht nur seine Plattform zu nutzen, um sich darzustellen”.

Anhänger des VfB hatten vor dem Spiel gegen den VfL Bochum (1:1) versucht, den Mannschaftsbus an der Einfahrt ins Stadion zu hindern. Nach dem Abpfiff kam es zu Tumulten, als rund 3000 Fans das Verwaltungsgebäude des Vereins belagerten. “Selbst sogenannte Fußball-Millionäre haben es nicht verdient, dass man ihnen Mordgesten und Hass entgegenbringt”, sagte Babbel.

Babbel hatte in Stuttgart am 23. November 2008 die Nachfolge von Armin Veh angetreten und den VfB von Platz zehn noch in die Champions League geführt.

Gross unterschreibt bis 2011

Sein Nachfolger Christian Gross war von 1999 an Trainer beim FC Basel und eroberte je viermal den Meistertitel (2002, 2004, 2005, 2008) und den Cup (2002, 2003, 2007 und 2008). 2002 und 2008 konnten sich die Basler für die Champions League qualifizieren. Der Vertrag mit Basel wurde im Sommer aufgelöst. Internationale Erfahrung sammelte er als Coach von Tottenham Hotspurs. Zudem war Gross neunmal Fußballtrainer des Jahres in der Schweiz. Als Co-Trainer fungiert bis zum Jahresende Jens Keller, der U19-Trainer des VfB.

“Ich freue mich, hier zu sein und will mit der Mannschaft auf die Siegerstraße zurück”, sagte Gross bei seiner Vorstellung. Der Schweizer leitete noch am Abend sein erstes Training. Denn bereits am Mittwoch steht für den VfB das wichtige Champions-League-Spiel gegen Unirea Urziceni an.

“Ich will alles rausholen aus den Spielern, damit sie und auch die Fans wieder zufrieden sind. Ich verlange von den Spielern immer volle Leidenschaft, das habe ich in den 20 Jahren, in denen ich nun Trainer bin, immer getan. Ich bin ein positiv strukturierter Mensch, der wenige negative Gefühle hat. Man kann ein Spiel verlieren, wenn der Gegner besser ist, aber wenn der Gegner schlechter war, dann explodiere ich”, so Gross.

VfB-Präsident Erwin Staudt bedankte sich nochmals für die Arbeit von Markus Babbel und hofft nun auf bessere Zeiten mit dem neuen Trainer. “Ich freue mich nun, mit Christian Gross einen Trainer vorzustellen, der für Erfolg und Erfahrung steht und der gezeigt hat, dass er mit jungen Spielern arbeiten kann. Er will sich nun in der Bundesliga beweisen und ich bin mir sicher, dass er alles geben wird, um den VfB Stuttgart aus dieser schwierigen Lage herauszuführen.” (kicker.de)

8.12.2009

Torhüter kritisiert Vorstand: Jens Lehmann sorgt für Ärger

Der Torhüter Jens Lehmann wird für sich beanspruchen, bei all seiner Erfahrung das richtige Gespür für Situationen zu haben. Außerhalb des Rasens aber scheint es nicht besonders ausgeprägt zu sein.

or Wochen etwa hatte der Keeper des VfB Stuttgart auf der Mitgliederversammlung der Roten Sportvorstand Horst Heldt düpiert – und per Videobotschaft Verstärkungen gefordert. Und jetzt sorgt Lehmann ausgerechnet vor dem entscheidenden Spiel um den Einzug ins Champions-League-Achtelfinale gegen Unirea Urziceni wieder für Ärger.

In einem Fernsehinterview, das vor der Partie ausgestrahlt wird, greift er nicht nur Teamkollegen an, sondern auch die Vereinsführung, der er indirekt vorwirft, sich von den wütenden Fans erpresst haben zu lassen. “Wenn man die Stärke hat und auch die Qualität, Entscheidungen zu treffen, die dem öffentlichen Verlangen widersprechen, fährt man auf Dauer besser”, sagte Lehmann. Und mit Blick auf einige Kollegen, die ihm angeblich seine nun gestrichenen Sonderrechte neideten, erklärte er: “Aus meiner Erfahrung im Fußball sollte man immer sehen, dass man den Schwachen im Verein zuhört, aber nie das macht, was die Schwachen verlangen.” Die sportliche Lage schätzte er so ein: “Ich weiß nicht, ob das eine Frage der Verunsicherung oder der Qualität ist – zumindest bei einigen.”

Als Teambuildingmaßnahme ist das nicht zu deuten – und so verwundert es kaum, dass die Führungsriege des VfB genervt und sauer auf Lehmanns Vorstoß reagierte. “Im Vorstand haben wir andere Themen, als über die freien Tage einzelner Spieler zu sprechen”, sagte Präsident Erwin Staudt. Horst Heldt will sich erst nach dem Spiel heute zum Fall äußern. (STN online)

9.12.2009

Vor dem Spiel gegen Urziceni: VfB-Vorstand schreibt den Fans

“Liebe Fußballfreunde, liebe Fans des VfB Stuttgart, die Ereignisse rund um das Bundesligaspiel gegen den VfL Bochum am vergangenen Samstag, insbesondere die Blockade des Mannschaftsbusses vor der Partie und die eskalierende Situation auf der Mercedesstraße nach dem Spielende, haben uns alle geschockt. Ein großer Schatten trübte das positive Bild unseres VfB Stuttgart in ganz Deutschland.

Randalierer, Chaoten und blinder Fanatismus haben dem Fußball allgemein, insbesondere aber dem VfB Stuttgart massiv geschadet: Unsere Spieler wurden bedroht, Ordnungskräfte sowie Polizisten verletzt und die große Mehrzahl friedlicher Fans in Misskredit gebracht. Wir haben Verständnis für jeden, der seinen Unmut über die momentane sportliche Situation des VfB kundtut. Fußball lebt von Emotionen, aber Hass und Gewalt haben in unserem geliebten Sport und in unserer Gesellschaft nichts zu suchen!

Am heutigen Abend findet in der Mercedes-Benz-Arena ein eminent wichtiges Spiel statt. Mit einem Sieg gegen den amtierenden rumänischen Meister Unirea Urziceni kann unsere Mannschaft den Einzug ins Achtelfinale der Uefa-Champions-League perfekt machen. Für diese schwierige Aufgabe ist von der ersten Minute an eine engagierte und konzentrierte Leistung der Spieler und auch die leidenschaftliche Unterstützung von den Rängen notwendig. Lautstark, farbenfroh und mit dunkelrotem Herzen – aber kompromisslos gegen Hass, Gewalt und Ausschreitungen aller Art! Nur gemeinsam können wir unsere Farben in Europa würdig vertreten.

Der Vorstand des VfB Stuttgart 1893 e.V.

Erwin Staudt (Präsident), Ulrich Ruf (Finanzen), Horst Heldt (Sport)

9.12.2009

3:1 gegen Unirea Urziceni: Der VfB spielt wie entfesselt auf

Die Freude ist in die Mercedes-Benz-Arena zurückgekehrt. Auf den Rängen sangen und tanzten die Fans, in der Coachingzone jubelte der neue Trainer Christian Gross, und auf dem Rasen des Stuttgarter Stadions glänzte tatsächlich die Mannschaft mit dem roten Brustring auf den weißen Trikots. Der VfB spielte am Mittwochaabend zumindest anfangs wie entfesselt auf und gewann das Gruppenfinale mit 3:1 (3:0) gegen den FC Unirea Urziceni.

Durch diesen Erfolg schaffte der Tabellen-Sechzehnte der Fußball-Bundesliga den Sprung unter die 16 besten Clubs in Europa. Der VfB steht nach den frühen Toren von Ciprian Marica, Christian Träsch und Pawel Pogrebnjak im Achtelfinale der Champions League und darf sich nach Wochen des Misserfolgs nicht nur über einigen Ruhm freuen, sondern ebenso über viel Geld. Knapp 18 Millionen Euro haben die Schwaben schon kassiert, acht weitere Millionen (Prämien plus Fernsehgelder und Zuschauereinnahmen) kommen jetzt dazu.

Klappt es jetzt auch in der Bundesliga?

Ein weiterer wesentlicher Aspekt des Auftritts ist, dass die VfB-Mannschaft gleich im ersten Spiel unter Gross viel Selbstvertrauen tanken konnte. Sogar sehr viel mehr als nach den Leistungen zuletzt zu erwarten war. Und nun ist die Hoffnung rund um den Wasen groß, dass die Stuttgarter auch in der nationalen Liga die Wende zum Guten schaffen. Am Sonntag gastiert der VfB beim FSV Mainz 05.

Gegen Urziceni veränderte Gross im Vergleich zu seinem Vorgänger Markus Babbel die Anfangself auf sechs Positionen. Verletzungsbedingt, aber auch aus Überzeugung. Thomas Hitzlsperger fehlte verletzt, die angeschlagenen Zdravko Kuzmanovic und Cacau saßen auf der Bank. Dafür rückten Sami Khedira und Timo Gebhart im Mittelfeld sowie Stefano Celozzi und Arthur Boka in der Abwehr in die Mannschaft – und im bislang schwächelnden Sturm setzte der erst am vergangenen Sonntag verpflichtete Trainer auf Ciprian Marica und Pawel Pogrebnjak.

Eine Maßnahme mit durchschlagendem Erfolg: Marica köpfte zum 1:0 ein (5.), Pogrebnjak schloss elegant zum 3:0 ab (11.), dazwischen vollendete Träsch noch einen Konter (8.). Drei Offensivaktionen, drei Volltreffer – bereits nach wenigen Minuten war zu spüren, dass der VfB wie befreit wirkte. Damit scheinen die Stuttgarter zumindest ihr Trainerproblem gelöst zu haben. Denn unter Babbel spielte die Mannschaft – mit Ausnahme des 2:0 bei den Glasgow Rangers – zwar bemüht, aber ohne innere Überzeugung, ohne klare Linie.

Nach den Fankrawallen am vergangenen Samstag nach der Begegnung mit dem VfL Bochum (1:1) bahnt sich auch wieder die Versöhnung mit den Anhängern an. Der Mannschaftsbus, der diesmal von einer Polizeieskorte in die Mercedesstraße begleitet wurde, kam ungehindert durch. Von Anfang an unterstützten die Fans im Stadion ihre Mannschaft lautstark, und am Ende feierten sie gemeinsam das Weiterkommen in der Königsklasse.

Der Weg zur Normalität führt über den Erfolg

Der Weg zurück in die Normalität führt beim VfB also nur über Erfolge. Dabei mussten sich die Zuschauer in Stuttgart lange gedulden. Der letzte Heimsieg datierte vom 15. August. 4:2 hieß es damals gegen den SC Freiburg, zehn Heimspiele später klappte es gegen den als auswärtsstark eingestuften rumänischen Meister wieder. Selbst das sogenannte Baustellentor in der Untertürkheimer Kurve war nicht mehr vernagelt.

Die Frage bleibt jedoch, wie stabil der VfB schon wieder ist. Nach der Pause erlaubte sich Arthur Boka einen Fehler, den Antonio Semedo gleich zum Anschlusstreffer nutzte (46.). Danach musste der Torhüter Jens Lehmann einige Male eingreifen. Die Gäste aus der Walachei waren offenbar gewillt, zu zeigen, warum sie bis zur letzten Gruppenpartie auf dem zweiten Platz hinter dem FC Sevilla standen.

Der Sieg der Gastgeber – Gebhart traf noch das Lattenkreuz (72.) – geriet aber nicht mehr in Gefahr, was vor allem Horst Heldt gefreut haben wird. Der Manager wurde am Mittwoch 40 Jahre alt, und die Krise des Vereins wird auch an ihm festgemacht. Nun scheint Heldts Position wieder etwas gestärkt, denn das Team hat bewiesen, dass es über Potenzial verfügt – und es in einem Schlüsselspiel auch abrufen kann. Das gilt nicht zuletzt für die viel gescholtenen Ciprian Marica und Pawel Pogrebnjak.

VfB Stuttgart:

Lehmann – Celozzi, Tasci, Delpierre, Boka – Gebhart, Träsch, Khedira (60. Kuzmanovic), Hleb (55. Rudy) – Marica (82. Cacau), Pogrebnjak.

Unirea Urziceni:

Arlauskis – Bordeanu, Bruno Fernandes, Mehmedovic, Brandan – Apostol (85. Todoran), Paduretu – Semedo, Onofras (46. Varga), Balan (62. Rusescu) – Bilasco.

Schiedsrichter:

Kassai (Ungarn).

Zuschauer:

38.000.

Tore:

1:0 Marica (5.), 2:0 Träsch (8.), 3:0 Pogrebnjak (11.), 3:1 Semedo (46.).

(Bericht STN online)

11.12.2009

VfB mahnt Lehmann ab: Geldstrafe, keine Sperre

Jens Lehmann vom Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart hat für seine Kritik an der Vereinsführung im Zuge der Entlassung von Teamchef Markus Babbel eine Geldstrafe erhalten. “Wir haben einen Fall, den wir so nicht tolerieren”, sagte VfB-Präsident Erwin Staudt am Freitag in Stuttgart. Man habe mit einer “angemessenen Geldstrafe” reagiert. Diese dürfte im fünfstelligen Bereich liegen. Staudt monierte, dass der ehemalige Nationaltorhüter die Kritik über die Medien geäußert habe. Suspendiert wurde Lehmann, der schriftlich vom Club abgemahnt wurde, nicht. Er soll am Sonntag im Spiel beim FSV Mainz 05 im Tor stehen.

11.12.2009

Meine Einschätzung zur Lage:

Der peinliche Auftritt gegen Bochum, Trainerwechsel und Wiedergeburt gegen Urziceni

Am Samstag vor dem Spiel gegen Bochum war mein Gefühl wie die letzten Wochen auch schon: es war nicht vorhanden. Nichts von “die hauen wir weg”, eher Unbehagen, weil man bei der Schlappe von Leverkusen wieder vor Augen geführt bekam, wie schlecht unsere Mannschaft im Augenblick ist. Und so kam es wie es kommen mußte, wieder kein Sieg, wieder Unentschieden zu Hause gegen einen Abstiegskandidaten, wieder eine hilflose Vorstellung ohne Mumm, Esprit, Spaß. Als Fan leidet man auch schon seit Monaten. Nicht alleine, weil die Resultate nicht stimmen, auch weil das VfB-Spiel meist so dahin plätschert und nichts aufregendes passiert. Vor allem die ersten Halbzeiten sind in der Regel furchtbar, weil man ja 90 Minuten Zeit hat, ein Tor zu machen. Dabei vergißt derjenige, der diese Maxime ausgibt, daß wir derzeit auch hinten immer für ein oder mehr Gegentore gut sind. Ich denke, diesbezüglich hat sich Markus Babbel etwas zu viel von Giovani Trapatoni abgeschaut… Der hat es zum Schluß auch geschafft, die Zuschauer aus dem Stadion zu spielen.
Von den Vorkommnissen vor dem Spiel, als der Mannschaftsbus aufgehalten wurde und Spieler angeblich bedroht wurden, habe ich nichts mitbekommen. Wir waren bis kurz vor Ultimo beim SSC und waren erst knappe 10 Minuten vor Anpfiff im Stadion. Daß aber die Spieler die Hosen voller hatten als in den letzten Spielen, das ist mir als Beobachter nicht aufgefallen. Ich sah keinen Unterschied zu den letzten Monaten.
Auch nach dem Spiel bekamen wir nicht sehr viel mit. Dass es vor dem Stadion tumultartige Szenen gab und Bengalos gezündet wurden haben wir aus der Ferne gesehen. Da wir uns aber gesammelt haben, um mit der Bahn Richtung Innenstadt zu fahren, war es das dann aber auch schon. In meinem Bochum-Vorbericht hatte ich geschrieben, dass die Stimmung unter den Fans auch schnell umschlagen könnte. In diesem Ausmaß hätte ich das aber nicht erwartet, immerhin spricht man von 3.000 Fans. Sollten Einzelne tatsächlich Morddrohungen geäußert haben, verurteile ich das aufs Schärfste. Wir haben es immer noch “nur” mit der schönsten Nebensache der Welt zu tun. Da sind wohl einige über das Ziel hinausgeschossen. Auch dass es Verletzte unter den Fans und den Polizisten gab ist bedauerlich. Die Fanproteste an sich aber finde ich gerechtfertigt. Die Fanszene hat lange genug stillgehalten und wenn es auch keiner zugibt, oder demjenigen der es ausspricht (Jens Lehmann), Konsequenzen androht. ohne diese Eskalation wäre Babbel wohl noch unser Trainer. Dass aber Handlungsbedarf bestand, lag auf der Hand. Babbel hat, wie es auch jetzt immer mehr herauskommt, die Mannschaft nicht mehr im Griff gehabt. Es war schon die gesamte Vorrunde keine Besserung zu erkennen. Seit dem Bremen-Spiel (4.10.) hatte ich den Eindruck, dass der Verein handeln muß. Auch wenn ich das Trainerteam um Markus Babbel, Rainer Widmayer und Alex Zorniger gemocht hatte und mir insgeheim trotzdem wünschte, dass mit ihnen die Wende gelingt, fehlte mir der Glaube daran. Spätestens nach Pokal-Aus gegen Fürth war das Kind in den Brunnen gefallen. Immer weniger Leute, mit denen man sprach, konnten noch nachvollziehen, weshalb die Vereinsführung weiterhin am Trainerstab festhielt und damit sehenden Auges Richtung Abstiegszone steuerte. Und so entlud sich vergangenen Samstag die Wut und der Zorn der vergangenen Monate. Die Vereinsführung selbst zeigt sich jetzt überrascht über das Ausmaß der Proteste, hätte aber entsprechende Tendenzen erkennen müssen, da sie ja auch schon vor Wochen mit Vertretern der größten Fangruppierungen in Kontakt waren und die Unzufriedenheit über die Leistungen kundgetan wurde und daess es in der Masse brodelt.
Am Sonntag dann kam es wie es kommen mußte. Wir wollten zum Training gehen und haben uns trotz unserer Weihnachtsfeier am Vorabend aus dem Bett gequält. Am Vereinsgelände angekommen erfuhren wir aber schnell, dass die Trainingseinheit abgesetzt wurde. Außer einigen Pressevertretern und enttäuschten Fans war wenig los. Einige wenige Spieler wie Cacau waren zur Behandlung da, der große Rest war ausgeflogen. Als sich auch das DSF für eine Live-Schaltung in den Doppelpass bereit machte, war auch dem letzten klar, dass der Tag der Entscheidungen angebrochen war. Also fuhren wir wieder nach Hause und informierten uns via Internet und Fernsehen über die neuesten Entwicklungen. Bald verdichteten sich die Gerüchte, Babbel wäre entlassen und Christian Gross der Favorit auf die Nachfolge und so kam es ja auch. Was folgte war die viel beachtete Pressekonferenz am Abend, auf der zunächst Babbel seine Abschiedslaudatio halten durfte, ehe Christian Gross, der schweizer Erfolgstrainer, als neuer Mann vorgestellt wurde.
Dass man dem entlassenen Trainer noch eine Plattform bot, um seinen Frust abzulassen, hat mich sehr gestört. Normalerweise schneidet man mit einer Trainerbeurlaubung alte Zöpfe ab und kartet beiderseits nicht mehr nach. Was sich Babbel aber noch geleistet hat, war in meinen Augen unverschämt. Er schert alle Fans über einen Kamm, vergisst aber dabei, dass gerade die Fans es waren, die ihn solange über Wasser gehalten haben. Er schiebt den Fans den schwarzen Peter zu und wirft ihnen Heuchlerei vor, und dass sie vom Selbstmord von Robert Enke nichts gelernt hätten. Höhepunkt seines Dampfablassens war dann, dass er den Fans auch noch die Schuld an dem schwachen Spiel gegen Bochum gab, weil angeblichvor allem die jüngeren Spieler mit Angst gespielt hätten, ob der Ereignisse vor dem Spiel. Null Selbstkritik, nicht einmal hat er eigene Fehler erwähnt und zugegeben, dass er bis zum Schluß aus der Mannschaft keine funktionierende Einheit formen konnte. Er hat nur zum Schluß den Knopf nicht mehr gefunden, wie er es formulierte. Gut, er ist ja noch Lehrling, ich wünsche ihm, dass er in den kommenden Monaten in Köln gut aufpasst und gerade in Sachen Psychologie und Menschenführung dazu lernt. Sonst wird er auch bei seiner nächsten Station Schwierigkeiten bekommen. Der Start beim VfB als Teamchef war ja verheißungsvoll und führte uns in die Champions League, mit seinen markigen Worten hat er zu Beginn den Nerv der Mannschaft getroffen, später verpuffte dieser Effekt mehr und mehr und zum Schluß tanzte ihm die Mannschaft auf der Nase herum. Da wer er zu sehr Freund der Spieler und er merkte nicht, als “seine Freunde” dieses Verhältnis immer mehr ausnutzten. Die Pressekonferenz zum Schluß war eine reine Selbstinszenierung. Damit hatte Babbel dann endgültig fertig in Stuttgart.
Ich bin guter Hoffnung, dass wir jetzt mit Christian Gross den Gegenentwurf bekommen haben. Seine Erfahrung wird der Mannschaft gut tun. Schon von seiner Erscheinung her wirkt er Respekt einflößend. Die ersten Interviews finde ich vielversprechend. Er scheint ein autoritärer Typ zu sein, der nach Leistung aufstellt und keine Rücksicht auf Namen nimmt. Dies spiegeln auch die ersten Aussagen der Spieler wieder. Ich denke, es wird wieder gerechter zugehen auf dem Wasen. Er erinnert die Spieler daran, dass sie den schönsten Job überhaupt haben und mit Freude an die Arbeit gehen sollen. Er möchte, dass um jeden Ball gekämpft wird, man jeden Ball haben möchte usw. Im Grunde alles Selbstverständlichkeiten, die aber zuletzt nicht mehr selbstverständlich waren.
So war ich sehr gespannt auf den ersten Auftritt und das gerade im alles entscheidenden Spiel gegen Unirea Urziceni in der Champions League. Aufgrund der ersten Eindrücke hatte ich seit langem mal wieder vor dem Spiel ein sehr gutes Gefühl, da mir klar war, dass die Mannschaft nicht so schlecht ist, wie sie zuletzt gespielt hat. Vor dem Spiel hatte ich dann auch im SSC zum besten gegeben, dass wir, wie im letzten Jahr gegen Standard Lüttich, was ja auch das letzte und entscheidende Spiel fürs Weiterkommen war, das Spiel in der ersten Hälfte entscheiden und erstmals in dieser Saison ins Tor auf der Untertürkheimer Seite treffen werden. Und genau so kam es ja auch. In der 5., 8. und 11. Minute legten die Jungs ein 3:0 vor, was die schnellste so hohe Führung in der Champions League Geschichte
bedeutete.
Als Zuschauer rieb man sich die Augen, waren das die selben Jungs, die uns über Monate an den Rand der Verzweiflung trieben? Was hat Gross mit denen in so kurzer Zeit gemacht? Unglaublich einfach. Noch unglaublicher, dass unter den Torschützen Marica und Pogrebnjak waren, die in den Spielen davor kaum unfallfrei geradeaus laufen konnten und Torchancen dilettantisch versiebten. Und jetzt köpft Marica gekonnt gegen die Laufrichtung des Torwarts und Pogrebnjak umkurvt die rumänische Abwehr wie Slalomstangen. Zwischen den beiden Toren noch das Solo von Christian Träsch mit energischem Abschluss, der vom ebenfalls kürzlich noch auf dem Abstellgleis stehenden Gehart geschickt wurde. Damit war das Spiel entschieden und der VfB konnte einen Gang zurück schalten. Auch nach dem 3:1 kurz nach der Pause geriet der Sieg nicht mehr ernsthaft in Gefahr.Die Abwehr geriet zwar hin- und wieder ins schwimmen, richtig gefährlich waren die Rumänen aber auch nicht. Gut so, daß noch nicht alles lief wie am Schnürchen. So hatte Gross auch bei dem Spiel einiges gesehen, das ihm nicht gefallen hat. Stück für Stück kann er jetzt daran arbeiten die Stärken zu stärken und die Schwächen abzustellen.
Wir sind also noch dabei im Millionenspiel Champions League und es wartet sicher eine reizvolle Aufgabe auf den VfB. Die Möglichkeit wird wieder groß sein, eine englische Mannschaft zu erwischen, da eben Arsenal, Chelsea und ManU Gruppensieger wurden. Von diesen wäre mir Arsenal am liebsten. Das Spiel wäre für Aleks Hleb und Jens Lehmann sicher etwas ganz Besonderes, und für mich auch, da mir der Stil und die Philosophie des Vereins gefallen und ich auch mal gerne ins Emirates Stadium nach London kommen würde. Aber, die Auslosung ist kein Wunschkonzert, nehmen wir es, wie es kommt. Nächsten Freitag wissen wir mehr.

Jetzt gilt es erst noch, die Hinrunde einigermaßen versöhnlich zu beenden. Zunächst bei den heimstarken Mainzern, dann noch gegen Hopp Hoffenheim. Ein schweres Programm zum Jahresabschluss also, Gross hätte es auch einfacher gehabt, wenn er früher hätte kommen können. So sollte jetzt erst einmal am Sonntag in Mainz gewonnen werden. Mit Mut und Aggressivität, wie wir sie gegen Urziceni gesehen haben, sollte das was werden können. Torgefahr wurde gegen die Rumänen mal wieder das gesamte Spiel über ausgestrahlt und nicht nur in den letzten 20 Minuten mit dem Mute der Verzweiflung. Dieser Auftritt macht Hoffnung. Allerdings müssen unsere Jungs alles in die Waagschale werfen und zunächst den Kampf annehmen. In dieser Jahreszeit und Temperaturen um den Gefrierpunkt gibt es selten einen Schönheitspreis zu gewinnen. Ich bin guten Mutes, dass Christian Gross die Mannschaft wieder gut einstellen wird und die Spieler die Vorgaben auf dem Platz erfüllen werden. Wir sind dabei am Mainzer Bruchweg, Sonntag um 10 Uhr geht es los im Doppeldeckerbus vom Fanclub RWS Berkheim.

13.12.2009

Ein Punkt in Mainz oder wie bringe ich mich um den verdienten Lohn?

Nach der Wiederauferstehung gegen Urziceni in der Championsleague, machten wir uns guter Hoffnung auf den Weg nach Mainz. Dieses Mal schlossen wir uns dem RWS Berkheim an, der einen Doppeldeckerbus für 75 Personen gechartert hatte. 10 Uhr war Treffpunkt in Esslingen Berkheim. Mit reichlich Bier an Bord und guter Laune ging es auch fast planmäßig los.

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Nach einem kurzen Einstiegstop in Heimsheim nahmen wir zunächst über die A8, dann über die A5 Kurs auf Mainz. An der Raststätte Bergstraße legten wir eine ca. halbstündige Pause ein.

Als wir die Raststätte wieder verließen folgte eine Schrecksekunde. Direkt auf unserer Höhe, wo wir im Bus saßen, sahen wir ein Auto abheben und auf uns zufliegen. Die Fahrerin dieses Fahrzeugs (Fiat) fuhr, wie wir von Augenzeugen erfuhren, hinter uns aus dem Rasthof heraus und zog sofort auf die linke Spur, um unseren Bus gleich überholen zu können. Dabei wurde sie mit hoher Geschwindigkeit von einem heranbrausenden BMW mit Balinger Kennzeichen gerammt und auf unseren Bus “geschossen”. Die Dame hatte dabei noch Glück im Unglück. Nach meiner Wahrnehmung ist ihr körperlich nicht viel passiert, sie hatte lediglich einen Schock zu beklagen und ihr Bein schmerzte. Hätte der Bus den Aufprall nicht abgedämpft, wäre sie womöglich durch die Leitplanke an einen Baum geprallt, was dann wohl weniger glimpflich ausgegangen wäre.

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Der Notarzt kam sofort, bis die Polizei eintraf dauerte es wesentlich länger. Insgesamt gute eineinhalb Stunden vergingen, bis wir weiter fahren konnten. Da die Insassen des Balinger BMWs ebenfalls VfB-Fans und beide Autos schrottreif waren, nahmen wir sie mit.

In Mainz muß man mit dem Bus ziemlich mit der Kirche ums Dorf fahren, um an den Busparkplatz zu gelangen, was weitere Zeit gekostet hat. Dieser ist in Mainz relativ weit vom Stadion entfernt liegt. Nach dem Fußmarsch trafen wir gegen 15.15 Uhr am Mainzer Bruchweg-Stadion ein. Am Gästeeingang befanden sich noch lange Schlangen, so daß ich schon befürchtete, nicht rechtzeitig zum Spielbeginn im Stadion zu sein. Da auf unserer Karte aber Orgentec-Tribüne stand und wir einen Wegweiser zu dieser sahen, machten wir uns auf den Weg dorthin. Der Einlaß funktionierte problemlos und schnell. Auf zum Block und hinein. Denkste! Es stellte sich plötzlich heraus, daß wir zu unserem Block doch nur über den Gästeeingang gelangen können. An der Einlasskontrolle hätten sie uns normalerweise gar nicht reinlassen dürfen. Da unsere Karten schon eingerissen waren mußten wir diese noch von einer besonders wichtigen Ordnungskraft (orangene statt neongelbe Weste) abzeichnen lassen, um überhaupt wieder eingelassen zu werden. Gott sei Dank hatten sich die langen Schlangen einigermaßen aufgelöst, bis wir ankamen. Im Inneren des Stadions dann die nächsten Hindernisse. Es staute sich auf den Aufgängen in die Blöcke, so daß man da auch kaum vorankam. Genau pünktlich zum Anpfiff schließlich erreichte ich meinen Platz. Anita wollte etwas später nachkommen, doch sie wurde von den Ordnern nicht mehr auf ihren Platz gelassen, weil die Gänge voll standen. Stattdessen wurde ihr ein Sitzplatz in einem anderen Block angeboten. Da muß ich wirklich sagen: die Infrastruktur, das Stadion, die Organisation, alles höchstens 2. Liga-Format. Um so mehr war die Gier vorhanden, diesen Ort wenigstens mit 3 Punkten im Gepäck wieder verlassen zu können.

Das You”ll never walk alone und die Mainzer Schalparade verpaßte ich leider und konnte keine Bilder davon schießen. Die Intonation des Vereinsliedes und wie die heimischen Fans dabei abgehen, üben auf mich in vielen Stadien eine Faszination aus, auch wenn ich mit dem jeweiligen Verein und deren Fans nichts anfangen kann.

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Hinein ins Spiel. Der VfB im Gegensatz zum Championsleague-Spiel nur auf einer Position verändert – Niedermeier ersetzte den gelbgesperrten Tasci. Die ersten Minuten gehörten den Mainzern, bereits in der 2. Minute hätte Ivanschitz Mainz in Führung bringen können. Stattdessen nutzte der VfB gleich seine erste Chance zur Führung. Boka flankte von links, Pogrebnjak drückte den Ball mit der Hüfte zum 0:1 in die Maschen. Riesen-Jubel natürlich unter den 2.000 VfB-Anhängern. Wir saßen oberhalb des VfB-Fanblocks, so daß ich von dem leider keine Bilder machen konnte, das tat aber der Stimmung zu diesem Zeitpunkt keinen Abbruch.

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Danach entwickelte sich eine recht ausgeglichene kampfbetonte Partie, in der der VfB vor der Pause die besseren Chancen, vor allem durch Ciprian Marica besaß. Dieser blüht bisher durch den Trainerwechsel richtig auf und stellte in Mainz Pogrebnjak, trotz dessen Tores, eindeutig in den Schatten.

Unter den Zuschauern befand sich auch Bundestrainer Jogi Löw.

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Unsere Nationalspieler Hitz und Tasci bekam er ja nicht zu sehen, dafür aber einen starken und immer präsenten Sami Khedira. Es gibt schon Leute, die die Leistungssteigerung in den letzten beiden Spielen weniger dem neuen Trainer als vielmehr der Rückkehr von Sami Khedira zuschreiben. Wenn er dieses Level auch nach der Weihnachtspause halten kann, ist er sicher bei Jogi auch ein Kandidat für Südafrika. Khedira stellte sich als Kapitän bei der U21-EM in Schweden in den Dienst des  Teams und verzichtete stattdessen auf die Asien-Reise der A-Nationalmannschaft. Deshalb dürfte er bei der Nominierung einen kleinen Bonus haben.

In der 2. Halbzeit dann war vom VfB relativ wenig zu sehen. Sie zogen sich zurück, standen tief und verwalteten das 1:0 gegen relativ harmlose Mainzer, denen man auch nicht unbedingt zutraute, ein Tor schießen zu können. Die VfB-Abwehr ließ wenig zu. Auch Niedermeier, der nervös begann, steigerte sich mit zunehmender Spieldauer zu einem zuverlässigen Part. Das Spiel plätscherte so dahin, aus VfB-Sicht ja eigentlich optimal, wären die drei Punkte doch soooo wichtig gewesen. Nur einem war der Nachmittag wohl zu langweilig: Jens Lehmann. Bereits über die gesamte Spieldauer provozierte er die Mainzer, sowohl Publikum als auch Mannschaft. Jede Ballaufnahme zelebrierte er provokativ langsam, sobald ihm jemand zu Nahe kommt, baut er sich vor demjenigen auf. In der 2. Halbzeit ging dieses “Spiel”, vor allem eine Privatfehde mit Bancé, weiter. Als er sich wieder einmal dazu entschloß, die Kugel erst aufzunehmen, als er schon den Atem des herannahenden Gegners spürte, wurde er von Bancé attackiert und kam zu Fall. Lehmann ließ sich daraufhin auf dem Platz behandeln.

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Bancé hätte gelb für diese Aktion bekommen müssen, was Schiri Stark aber anders sah. Wenige Minuten später hatte Lehmann den Ball sicher, ging aber dennoch auf Bancé zu und trat ihm mit voller Wucht auf den Fuß. Die (fast) logische Folge: rote Karte und Elfmeter.

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Mit diesen Sperenzchen hat Lehmann der Mannschaft, den Fans und dem Verein einen Bärendienst erwiesen. Eine unnötigere rote Karte und einen unnötigeren Elfmeter habe ich glaube ich noch nie gesehen. Und das in der jetzigen Situation, wo der Befreiungsschlag so etwas von wichtig gewesen wäre. Lehmann sollte sich selbst hinterfragen, ob es für ihn noch Sinn macht bis Saisonende weiter zu spielen. Er hat ja schon betont, daß für ihn der Kampf gegen den Abstieg keine Motivation darstellt. Wenn er dem VfB weiterhin mehr schadet als daß er nützt, sollte man diese Liaison schnell beenden. Binnen einer Woche sorgte er zunächst durch die Kritik an der Vereinsführung (In der Sache hatte er meiner Meinung nach Recht, als er sagte, dass Babbel in erster Linie wegen der Eskalation nach dem Bochum-Spiel entlassen wurde, nur sollte er so etwas intern vorbringen), dann durch die Pinkelaffaire für Schlagzeilen. Danach erklärte er öffentlich, dass er die Geldstrafe in Höhe von 40.000 Euro nicht bezahlen werde und jetzt kostet er den VfB die dringend benötigten 2 Punkte. Lehmann ist ein egozentrischer Selbstdarsteller, der immer im Mittelpunkt stehen muß und kein Teamplayer. Um zu erreichen, dass er nach dem Desaster mit Schäfer beim VfB unterschrieb, machte man Zugeständnisse, wie dieses, daß er vom sonntäglichen Auslaufen befreit wird und diese Zeit bei seiner Familie am Starnberger See verbringen kann. Dies wurde solange auch akzeptiert und hingenommen, als er seine Leistung brachte und ein tadelloser Vollprofi war. Jetzt allerdings, vor allem in diesen schwierigen Zeiten, sind Kerle gefragt, die an einem Strang ziehen. Wenn Lehmann jetzt die Vereinsführung wegen der Entlassung von Babbel kritisiert, muß man hinterfragen dürfen, ob er nicht auch eifrig an Babbels Stuhl gesägt hat. War nicht er es, der aufgrund der Maßnahme, die Babbel vor dem Leverkusen-Spiel anordnete, dass die Mannschaft fortan in Doppelzimmer nächtigen solle, war es nicht Herr Lehmann himself, der sich daraufhin eine Suite nahm und so Babbels Autorität nachhaltig untergrub? Hat Herr Lehmann nicht in Hannover die gute Kinderstube eines Balljungen vermißt, reißt aber selbst einem aufgebrachten Fan in Mainz die Brille von der Nase? Benimmt sich nicht Herr Lehmann schon seit eh und je, Tendenz eher zunehmend im reifen Alter, wie ein Rüpel. Und das, obwohl doch er immer den Verfall der Sitten in der Bundesliga anprangert. Er hat doch in Mainz geschauspielert und die Zuschauer gegen uns aufgebracht, so daß man sich wegen dem peinlichen Clown schämen muß. Nachdem ich jetzt solch drastischen Worte benutze, muß ich an dieser Stelle betonen, daß ich bisher immer ein großer Fan von Jens Lehmann war und glücklich war, als er zu uns kam. Daß er nicht einfach ist und manchmal provokant, das wußte man ja. Er ist aber immer noch ein guter Torwart und vor allem bei Standars im Herauslaufen absolute Spitze. Wenn wir aber wegen unseres Torwarts aus den Schlagzeilen nicht herauskommen, jetzt da nach dem Trainerwechsel endlich mal Ruhe einkehren sollte, wenn uns dieser Torhüter nicht mehr nur außerhalb des Platzes sondern immer häufiger auch auf dem Platz schadet, ist es höchste Zeit über einen Torwartwechsel nachzudenken. Alex Stolz oder Sven Ulreich haben jetzt, mindestens bis zum Ablauf der Sperre von Jens Lehmann, die Chance, danach einen erneuten Torwartwechsel unnötig zu machen, wenn sie stark halten. Die Mannschaft ist natürlich gefordert, ihnen dabei zu helfen.

Ich bin wirklich gespannt, ob die Vereinsführung dieses Verhalten weiterhin duldet. Kündigen werden sie ihn kaum  können, hier sei noch einmal an sein Ehrgefühl appeliert, die Schuhe an den Nagel zu hängen, wenn ihm der Job keine Freude mehr bereitet. Ein wie gestern fast schon amoklaufender Jens Lehmann schadet mehr als dass er nützt. Ich denke, unser neuer Trainer wird jetzt genau hinschauen, auf wen er zählen kann und auf wen nicht. Wenn ihm unsere beiden Torhüter Stolz und Ulreich nicht gut genug erscheinen, kann in der Transferperiode auch noch reagiert werden. Gross hat ja bereits gestern betont, der Mannschaftserfolg stehe über allem. Wenn wir von Feldspielern erwarten, einander auf dem Platz zu helfen und füreinander da zu sein, muß das auch für den Torwart gelten. Ich denke, die nächsten Tage dürften spannend werden. Alex Stolz oder Sven Ulreich wünsche ich auf jeden Fall gegen Hoffenheim ein gutes Spiel und Jens Lehmann eine lange Sperre und eine harte Strafe vom Verein.

Zurück zum Spiel, Ulreich kam für Gebhart ins Spiel und stand zunächst einmal dem Mainzer Elfmeterschützen Polanski gegenüber. Dieser verwandelte sicher, so daß sich die Mainzer doch noch über einen nicht mehr erhofften Punktgewinn freuen durften. Die Fans forderten dann noch ihren 12. Mann Jens “Lehmann auf den Zaun”, da er ihnen den Elfmeter herausgeholt hatte. Doch zu diesem Zeitpunkt irrte Lehmann wohl schon durch die Dunkelheit in Mainz, als er auf der Suche nach einem Taxi einen recht planlosen Eindruck machte. Vielleicht ja ein Indiz dafür, dass ihn dieser Ausraster doch mal nachdenklich gemacht hat.

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Wir VfB-Fans waren natürlich stinksauer nach dem Abpfiff.  Zwei Punkte hergeschenkt, hoffen wir mal, dass uns nicht gerade diese am Ende der Saison fehlen. Nach dem Marsch durch die Mainzer Nacht in der eisigen Kälte fuhren wir gegen kurz nach 18 Uhr, ohne nennenswerte Zwischenfälle, zurück. Auch auf der Fahrt gab es natürlich nur ein Thema. Die Schlagzeilen gehören auch diese Woche, Jens Lehmann sei Dank, dem VfB. Der Trainerstab und die Mannschaft werden sich davon aber hoffentlich nicht einlullen lassen und mit höchster Konzentration an die Vorbereitung auf das Hoffenheimspiel gehen. Ein Sieg zum Jahresabschluss wäre ja so wichtig.

14.12.2009

Machtwort von Gross: Der Torwart bleibt

Jens Lehmann kommt morgens um halb zehn am Vereinsheim des VfB Stuttgart an und gibt ein besorgniserregendes Bild ab. Schwer humpelnd schleicht der Torhüter über den Parkplatz, mit schmerzverzerrtem Gesicht zieht er sein linkes Bein hinter sich her. In solcher Verfassung hat ihn niemand erwartet – wenn er denn überhaupt erwartet worden ist an diesem bitterkalten Montagmorgen. So genau jedenfalls wusste vorher niemand, ob Lehmann am Tag nach dem 1:1 in Mainz wieder auftauchen würde.

Ein bizarrer Abgang

Abgetaucht war der Torhüter nach seiner törichten Roten Karte, mit der er einen Elfmeter und damit das Tor zum Endstand verschuldet hatte. In ein Taxi zum Frankfurter Flughafen stieg er und reiste von dort nach München weiter, nachdem er zuvor einem Fan die Brille von der Nase gerissen hatte und vor dem Stadion umhergeirrt war. So bizarr war sein Abgang, dass man sich nicht gewundert hätte, wäre er erst einmal auf Tauchstation gegangen.

Nun ist Lehmann also doch zurück nach Stuttgart gekommen, angeschlagen zwar, aber immerhin. Und so darf man davon ausgehen, dass selbst ein Mann mit so unerschütterlichem Selbstvertrauen hin und wieder vom schlechten Gewissen geplagt wird. Offenbar hat ihn über Nacht dann doch die Furcht davor beschlichen, dass seine Karriere auf derart unrühmliche Weise zu Ende gehen könnte. Der Manager Horst Heldt jedenfalls hat es am Vorabend zumindest nicht völlig ausgeschlossen, dass das Spiel in Mainz Lehmanns letzter Auftritt für den VfB gewesen sein könnte.

Lehmann will einen tollen Abschluss hinlegen

Jens Lehmann, so viel steht seit Montag fest, bleibt auch in Zukunft der Torhüter des Achtelfinalisten in der Champions League und des Abstiegskandidaten in der Bundesliga. Er habe sich in der Kabine bei der Mannschaft für seinen Platzverweis entschuldigt, wie nach dem Regenerationstraining seine Mitspieler Sami Khedira und Ciprian Marica übereinstimmend berichten. Und er hat ein längeres Gespräch mit Christian Gross geführt, an dessen Ende der neue VfB-Trainer zu der Überzeugung gelangt, “dass Jens nach der Vorbereitung hochmotiviert in die Rückrunde starten und alles für einen tollen Abschluss seiner Karriere im Sommer 2010 tun wird.”

Am Ende ist es also der Schweizer Trainer, der sich für Lehmann ausspricht – und dem Torhüter damit wohl den Job rettet. Denn ansonsten hat der 40-Jährige im Verein nicht mehr viele Fürsprecher, schon gar nicht in der Clubspitze. Zerrüttet scheint das Verhältnis mit dem Vorstand, den Lehmann vor einer Woche mit dem Vorwurf der Führungsschwäche heftig attackiert hatte. Auf die Spitze trieb es Lehmann mit seiner Weigerung, die Abmahnung und die Geldstrafe in Höhe von 40.000 Euro zu akzeptieren, die der Präsident Erwin Staudt “wegen vereinsschädigenden Verhaltens” verhängt hatte.

Offenbar wollte der VfB-Vorstand auf die Brüskierung schon am Samstag reagieren und war fest entschlossen, Lehmann für das Spiel in Mainz zu suspendieren. Der Trainer hat sein Veto eingelegt und erklärt, er wolle sich erst selbst ein Bild machen. Das erhielt Gross beim Spiel in Mainz, nach dem auch er sich nachdenklich zeigte. Den Fußballer Lehmann kenne er gut, sagte er, den Menschen allerdings recht wenig.

Eine interne Aufarbeitung erfolgt

Wieder wäre der VfB anschließend bereit gewesen, weiter reichende Konsequenzen zu ziehen und hätte wohl nicht davor zurückgescheut, auf die Dienste Lehmanns künftig ganz zu verzichten, doch wieder stellte sich Gross hinter den Schlussmann – sei es aus Überzeugung oder dem Mangel an Alternativen. Beschränkt scheint jedenfalls der Glaube daran, mit den unerfahrenen Ersatztorhütern Sven Ulreich und Alexander Stolz den nervenaufreibenden Abstiegskampf bewältigen zu können. Horst Heldt wollte die Debatte nicht kommentieren – der Manager ließ lediglich ausrichten, dass “eine Aufarbeitung der Ereignisse” beim Spiel in Mainz “intern erfolgt”.

Die Pressemitteilung, die der VfB am Nachmittag veröffentlicht, enthält übrigens auch den Grund für das schwere Humpeln Lehmanns. Demnach habe sich der Torwart “bei der Attacke des Mainzer Angreifers Bancé” eine Innenbandzerrung mit Gelenkkapseleinriss und einen Bluterguss im linken Knie zugezogen. Er könne daher “bis auf Weiteres” nicht am Mannschaftstraining teilnehmen. Sein Einsatz am Samstag im Heimspiel gegen Hoffenheim wäre unabhängig von der Roten Karte “nicht möglich gewesen”. (STZ online)

16.12.2009

Jens Lehmann nach der Roten Karte: Sperre für drei Spiele

Torhüter Jens Lehmann vom VfB Stuttgart ist nach seinem Ausraster in Mainz glimpflich davongekommen. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) beurteilte Lehmanns Foul gegen Aristide Bancé als “Tätlichkeit gegen den Gegner in einem leichteren Fall” ein und sperrte den 40-Jährigen am Mittwoch für drei Spiele. Damit kann Lehmann frühestens im Bundesliga-Heimspiel am 31. Januar gegen Borussia Dortmund wieder eingesetzt werden. Der VfB ist bei der “internen Aufarbeitung” der jüngsten Verfehlung des Schlussmanns indes offensichtlich um Besonnenheit bemüht. Einen angeblichen Beschluss, nach dem sich der Verein beim nächsten Vorfall definitiv von dem eigenwilligen Schlussmann trennen will, bestätigten die Schwaben nicht. “Zu dem Thema ist alles gesagt”, erklärte Vereinssprecher Oliver Schraft.

Die “Bild” (Mittwoch-Ausgabe) berichtete, Lehmann würde bei jedem noch so kleinen Vorfall fliegen. Offen ist damit nach wie vor, ob Lehmann mit seiner Weigerung durchkommt, die noch ausstehende 40.000-Euro-Geldstrafe zu zahlen. Diese hatte der Vorstand in der vergangenen Woche nach einem kritischen Fernseh-Interview gegen Lehmann ausgesprochen und den 40-Jährigen deswegen zudem schriftlich abgemahnt. Nach seinem Platzverweis in Mainz und seinem skurrilen Abgang mit einem Angriff auf einen Fan und seiner Taxi-Flucht aus dem Stadion hatte die VfB-Führung auf eine weitere Strafe verzichtet. Dabei soll der neue VfB-Trainer Christian Gross sich für Lehmann eingesetzt und ihn damit vor einer Suspendierung bewahrt haben. Sein früherer Rivale und Weggefährte Oliver Kahn hatte Lehmann am Dienstag öffentlich einen Rücktritt nahe gelegt. (STZ online)

18.12.2009

Die Woche zwischen Mainz und Hoffenheim:

Aufarbeitung der Geschehnisse um Jens Lehmann; in der CL gegen den großen FC Barcelona!

Nach den Vorkommnissen in Mainz rund um Jens Lehmann, war damit zu rechnen, dass zunächst er die Schlagzeilen bestimmen würde. Es waren ja nicht nur seine ständigen Provokationen, nach dem Spiel hat er ja dann noch Medienwirksam und vor laufenden Kameras einem VfB-Fan die Brille von der Nase gerissen, als dieser ihn  (zu Recht) fragte, ob er nicht ein Mal normal sein könne. Nach seiner Flucht aus dem Stadion mit einem Taxi zum Frankfurter Flughafen und dem Flug nach München hatte er, ebenfalls wieder vor laufenden Kameras, noch einen Reporter um 5 Euro angeschnorrt, weil er Hunger bekam. Bei alledem konnte man schon den Eindruck gewinnen, dass Jens Lehmann an diesem Abend nicht richtig tickte.

Wie in meinem Mainz-Bericht geschrieben, hätte ich vollstes Verständnis gehabt, wenn der Verein mit dem Rauswurf oder einer Trennung in gegenseitigem Einvernehmen reagiert hätte. Der neue Trainer aber legte zu derartigen Maßnahmen sein Veto ein, da er im Abstiegskampf auf einen erfahrenen Torhüter setzen möchte. Dies ist sein gutes Recht. Lehmanns Glück in dieser Angelegenheit ist sicher, dass ein neuer Trainer da ist und er (fast) bei Null anfangen kann. Jetzt hat er noch einmal die Möglichkeit, seine Karriere vernünftig zu beenden und dem VfB das Vertrauen und die Nachsicht zurückzuzahlen, die der Verein in den letzten Wochen und Monaten mit Jens Lehmann geübt hat.Ich hoffe, er packt diese Gelegenheit beim Schopfe und konzentriert sich voll und ganz auf seine Aufgabe auf dem Platz.

Am Montag gab der Verein dann folgende Pressemitteilung heraus: “Für VfB-Torhüter Jens Lehmann hat das gestrige Bundesligaspiel beim FSV Mainz 05 unangenehme Folgen. Der 40-Jährige zog sich bei der Attacke des Mainzer Angreifers Aristide Bancé eine Innenbandzerrung mit Gelenkkapseleinriss und einen Bluterguss im linken Knie zu.”

Ich musste dabei schmunzeln und vermutete, der VfB will zum einen ein milderes Strafmaß vor dem Sportgericht erreichen und zum anderen Jens aus der Schusslinie nehmen, da sich in der Woche vor dem wichtigen Hoffenheim-Spiel sonst alles auf ihn gestürzt hätte, obwohl er ja doch nicht spielen darf.  So wäre automatisch Unruhe und ein riesiger Medienwirbel auf dem Vereinsgelände gewesen.

Das Sportgericht verhängte schließlich 3 Spiele Sperre. Im Laufe der Woche hatte Jens Lehmann dann noch seinen Auftritt bei Kerner und nahm Stellung zu den Vorkommnissen der letzten Wochen. Viel bedauerndes brachte er aber leider nicht heraus, außer dass ihm sein Verhalten in Mainz für die Mannschaft Leid tue. Ich, als einer der Mainz-Fahrer, hätte mir eine Entschuldigung beim gesamten Verein und den Fans gewünscht.

Nach der Aufarbeitung dieser Geschehnisse konnte die Mannschaft relativ unbeeindruckt die Vorbereitung auf das Spiel gegen Hoffenheim in Angriff nehmen. Es bestand doch durchaus Grund für Optimismus, schließlich fand seit dem Trainerwechsel eine klare Leistungssteigerung in der Mannschaft statt. In der Woche zwischen Mainz und Hoffenheim schaute ich erstmals, seit Gross da ist, wieder beim Training vorbei und war angetan davon, wie er sich einbringt. Babbel stand oft wie ein Feldherr im Mittelkreis und beobachtete die Arbeit seiner Co-Trainer und der Mannschaft aus der Ferne. Gross wirkt engagierter, dirigiert und korrigiert viel, und steckt die Spielfelder penibel genau selbst ab. Da auch an diesem Tag schon eisige Temperaturen herrschten, machten wir uns auch schon bald wieder vom Acker.

Am Freitag stand dann noch die Auslosung zum Champions League Achtelfinale an. Dass wir einen Kracher bekommen würden, war fast klar. Leichte Gegner gab es sowieso nicht, auch wenn Bordeaux oder Florenz nicht die ganz großen Kaliber gewesen wären. Mein Traumlos wäre ja Arsenal gewesen. Aber die Auslosung ist kein Wunschkonzert, gleich die erste Paarung hieß VfB-FC Barcelona.

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Also gegen die derzeit stärkste Mannschaft auf der Welt, die vergangene Woche ihren 6. Titel innerhalb eines Jahres unter Dach und Fach brachten. Gegen Weltklassespieler wie Messi, Ibrahimovic, Henry, Xavi, Iniesta und viele mehr. Hoffen wir, dass sich der VfB bis dahin weiter steigert und gegen Barca zwei, im Rahmen unserer Möglichkeiten, gute Spiele hinzulegen in der Lage ist. Das erste Spiel findet in der Mercedes-Benz-Arena statt. Für mich sind die Aufeinandertreffen derzeit noch schwer einzuschätzen. Wer weiß, wie der VfB aus der Weihnachtspause kommt. Gross ist ja ein erfahrener Hase und hat mit Basel auch schon CL-Erfahrungen gesammelt. Vielleicht bekommt er es ja hin, dass die Mannschaft bis zum Hinspiel stabil genug ist, um es den Katalanen schwer zu machen, ein Tor gegen uns zu erzielen. Ich würde es mir wünschen. Wir sind bei beiden Spielen am Start und ich hoffe, anders als vor 2 Jahren im Camp Nou, dass der VfB nicht ganz aussichtslos nach Barcelona fährt. Die Reise nach Barcelona ist bereits gebucht, am 16.3 geht es hin, am 18. wieder zurück. Letztes Mal nahmen wir den Tagesflieger vom VfB. Naturgemäß hat man da nicht so viel Zeit wie in einer Stadt wie Barcelona nötig wäre. Dennoch hatte der Trip etwas. Im Dezember nochmal einen frühlingshaften Tag bei strahlend blauem Himmel zu erleben. Bei diesen Bedingungen durch den Weihnachtsmarkt in Barcelona zu schlendern und einfach den Tag genießen.

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Am Yachthafen gab dann die Rote Tor Fraktion ihr “VfB ein Leben lang” zum besten und man konnte sich schon einmal einsingen.

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Anders dann im Stadion. Der “Gästeblock” im Camp Nou liegt im 4. Rang, also ganz oben, in diesem riesigen Stadion und ist fast über die gesamte Gerade gezogen. So kommt natürlich schwer eine richtige Atmosphäre was den Auswärtssupport angeht rüber. Dazu hat es wie Hechtsuppe gezogen und es war richtig kalt abends.

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Das Spiel selbst hätte man sich schenken können. Es war das letzte Gruppenspiel. Barca stand als Gruppensieger fest, der VfB als Gruppenletzter. Highlight war, als da Silva einen Freistoß zur 1:0-Führung versenkte, danach aber spielte fast nur noch Barcelona groß auf. Die Heimreise schließlich war eine mit Hindernissen. Von den 7 Tagesfliegern starteten 6 planmäßig, nur unserer blieb die ganze Nacht auf dem Rollfeld in Barcelona stehen, da es in Stuttgart Probleme mit der Nachtlandeerlaubnis gab. Schon aus diesem Grunde planten wir den nächsten Trip dorthin individuell. :-)

19.12.2009

Gelungener Jahresabschluss: 3:1 gegen Hoffenheim

Seit dem Trainerwechsel ist die Hoffnung wieder zurückgekehrt. Nach dem Sieg gegen Urziceni und dem Remis in Mainz war die Mannschaft unter Christian Gross ja noch ungeschlagen. So machten wir uns warm eingepackt und voller Zuversicht auf den Weg. Da uns die Terminplaner der DFL das Samstagabend-Spiel bescherten, schauten wir zunächst beim SSC die Sky-Konferenz an. Bayer 04 Leverkusen sicherte sich die Herbstmeisterschaft, wir müssen unsere direkten Konkurrenten leider weiter unten in der Tabelle suchen und staunten nicht schlecht, dass Bochum in Hannover gewann und uns zu enteilen drohte. Was solls: mit einem Dreier am Abend holen wir die schon wieder ein. Die Vorzeichen standen nicht schlecht. Mit Ba, Compper, Weis und auch Timo Hildebrand fehlten den Hoffenheimern vier wichtige Spieler wegen Schweinegrippe. Beim Timo hege ich so meine Zweifel: es wird gemunkelt, er wäre sich mit dem VfB über eine Rückkehr einig. Da könnte in so einem Spiel eine Menge Porzellan zerschlagen werden. Vielleicht hat er also auch gekniffen. Des weiteren fehlte Salihovic gelbgesperrt. Beim VfB spielte Tasci wieder für Niedermeier und natürlich Sven Ulreich für den gesperrten Jens Lehmann. Kurz nach 18 Uhr faßten wir uns ein Herz, packten uns warm ein und trotzten der Kälte, indem wir den Weg zum Eisschrank Mercedes-Benz Arena antraten. Bei Temperaturen um die -15° nahmen wir also unsere Plätze im Block 17 ein. 41.000 Zuschauer kamen zu diesem, angesichts der äußeren Bedingungen, denkwürdigem Spiel.

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Noch kurz warm einpacken und schon geht es los. Beim VfB spielte lediglich Aleks Hleb in Strumpfhosen, bei den Hoffenheimern waren es einige mehr.

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Auf dem gefrorenen Boden kam das Spiel schwer in die Gänge. Der VfB erspielte sich zwar ein Übergewicht. Torchancen blieben aber zunächst Mangelware. Den Brasilianern von Hoffenheim merkte man zuweilen an, dass diese Temperaturen nicht ihre Welt sind, zumal sie schon den Weihnachtsurlaub in den warmen heimatlichen Gefilden vor Augen hatten.

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Sven Ulreich hatte in seinem ersten Bundesligaspiel seit über eineinhalb Jahren zunächst wenig bis überhaupt nichts zu tun.

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Nachdem Träsch zwei kleinere Möglichkeiten zur Führung vergab, zeigte der Schiedsrichter in der 32. Minute nach einem Handspiel von Ibertsberger auf dnm Elfmeterpunkt. Für Hoffenheim eine unglückliche, aber vertretbare Entscheidung. Marica ließ sich die Chance nicht entgehen und verwandelte. Haas im Hoffenheimer Tor ahnte zwar die aus seiner Sicht rechte Torecke, kam aber letztendlich nicht heran. Wenn man Marica die ersten drei Spiele unter Gross beobachtet hat, erkennt man ihn gegenüber vorher fast nicht wieder. Er arbeitet und rennt unheimlich viel für die Mannschaft, im Abschluss macht er aber nach wie vor eine unglückliche Figur. Dass er das Vertrauen erhielt und den Elfmeter schießen durfte, stärkt hoffentlich sein Selbstvertrauen. In den ersten drei Spielen unter Gross heißen die Gewinner sicher Ciprian Marica, Timo Gebhart und Pavel Pogrebnjak. Gegen Hoffenheim war Pogrebnjak mit Sami Khedira der beste Spieler auf dem Platz.

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Auch nach dem Führungstreffer blieb der VfB dran, hatte aber weiterhin Schwierigkeiten klare Chancen herauszuspielen. Hoffenheim brachte nach vorne überhaupt nichts zustande. Das änderte sich allerdings in der 44. Minute. Delpierre legte Ibisevic und Maicosuel verwandelte den darauf folgenden Freistoß aus 24 Metern Torentfernung. Der schmeichelhafte Ausgleich für den Dorfclub, der eine Minute später durch Obasi sogar hätte in Führung gehen können, doch Ulreich reagierte mit einem Super-Refelex.

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Danach pfiff Schiri Gräfe zur Halbzeit. Auch nach dem Seitenwechsel übernahm der VfB wieder die Initiative. Pogrebnjak hätte den VfB in der 49. Minute in Führung bringen können, vergab aber freistehend gegen Haas, den Hildebrand-Vertreter.

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Die Vorentscheidung in diesem Spiel fiel dann in der 57. Minute als Luiz Gustavo Khedira im Mittelkreis von den Beinen holte und zu Recht gelbrot sah. Zunächst versuchten es Boka und Träsch mit Distanzschüssen, scheiterten aber an Haas. In der 68. Minute brach aber der Bann, denn Cacau erzielte nach Vorarbeit von Pogrebnjak das 2:1. Er war in der 60. Minute für Marica eingewechselt worden.

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Im Anschluß daran hatte der ebenfalls eingewechselte Rudy mit einem Distanzschuß, den er verzog, ein wenig Pech. Dann lief  Timo Gebhart alleine auf das Tor zu und scheiterte an Haas, nachdem er zuvor den mitgelaufenen und nicht im Abseits stehenden Cacau übersehen hatte, woraufhin dieser sich energisch echauffierte. Besser machte es schließlich in der 82. Minute Sami Khedira aus ähnlicher Position.

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Mit dem 3:1 war das Spiel natürlich gelaufen. Wir VfB-Fans hatten endlich mal wieder auch in der Bundesliga etwas zu feiern. Die Stimmung war das gesamte Spiel über gut. Hoffenheim schaffte es nicht einmal den Gästeblock voll zu bekommen und war auch kaum zu hören. Deren Mode-”Fans” kommen dann wieder bei angenehmeren Temperaturen.

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Der VfB ließ die restliche Spieldauer nichts mehr anbrennen. Hoffenheim stellte seine Bemühungen ein, der VfB hätte sogar durch Boka noch höher gewinnen können. In die Einzelkritik möchte ich nicht groß gehen, die Besten habe ich weiter oben erwähnt. Schwächster Mann beim VfB war einmal mehr Aleks Hleb. Christian Gross war am dem Spiel folgenden Sonntag in Sport im Dritten und ließ durchblicken, daß er mit Hleb ganz und gar nicht zufrieden ist. Und das nicht nur seiner Leistungen wegen sondern auch wegen seiner Berufsauffassung. Auch diese Personalie dürfte spannend werden. Wenn er sich nicht voll und ganz für die Mannschaft einbringt und alles dem Beruf unterordnet, sollte man auch vor diesem Namen nicht Halt machen und ihn auf der Tribüne versauern lassen. Trotz der angeblich 6-Millionen-Nettogehalt, die der VfB dem Weißrussen für sein einjähriges Gastspiel überweist. Vielleicht gibt ihm ja das Aufeinandertreffen mit dem FC Barcelona Auftrieb und eine Perspektive, dass er bis zu diesen Spielen in Topform sein möchte. Zu wünschen wäre es ihm und uns.

In der 89. Minute durfte dann noch Ludovic Magnin seine Abschiedsvorstellung geben. Er wechselt ja in der Winterpause zum FC Zürich in seine schweizer Heimat, um mehr Spielpraxis zu bekommen und seine WM-Teilnahme nicht zu gefährden. Ich sehe seinen Abgang mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Auf dem Platz hat ihm Arthur Boka, spätestens seit dem Länderspiel Deutschland-Elfenbeinküste, das ihm enormen Auftrieb gegeben hat, den Rang abgelaufen. Nicht nur deshalb, auch weil Lude in dieser Saison nicht ein gutes Spiel abgeliefert hat, ist der Abgang aus sportlicher Sicht zu verschmerzen und logisch. Menschlich jedoch wird er uns fehlen. Als Stimmungskanone und als positiver Typ, nicht zuletzt auch im Umgang mit den Fans in den Trainingslagern, Fanfesten oder sonstigen “Pflicht-”Terminen. Ludovic hat solche Zusammenkünfte immer gerne wahrgenommen und sie nicht als lästiges Übel angesehen, wie es viele andere tun. Alles Gute in der Heimat Ludovic und viel Erfolg. Laß Dich im Schwabenland mal wieder blicken!

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Trotz eines erwärmenden Auftritts unserer Mannschaft war sicher jeder froh, als der Schiedsrichter um 20.22 Uhr zur Winterpause pfiff. Die Mannschaft scheint wieder ihren Frieden mit den Fans geschlossen zu haben und kam zur La-Ola in die Cannstatter Kurve. Jetzt haben sie sich ihren, dieses Mal sehr kurzen, Weihnachtsurlaub verdient. Der VfB hat sein Nahziel erreicht und “überwintert” nicht auf einem Abstiegsplatz. Man darf gespannt sein, welche personellen Änderungen es in der Rückrunde geben wird. Christian Gross konnte sich in 2 Wochen ein Bild von der Mannschaft machen. Außer Magnin wird uns sicher noch der ein oder andere Ergänzungsspieler verlassen. Der Kader jedenfalls ist immer noch viel zu groß und müßte eigentlich um fast 10 Spieler verkleinert werden. Dazu wird laut Horst Heldt ein Ersatz für Magnin gesucht. Ebenfalls könnten wir einen treffsicheren Stürmer sowie einen torgefährlichen Mittelfeldspieler (Jovanovic?) gebrauchen. Einige Baustellen also für Horst Heldt. Hoffentlich sind diese bereits mit Start des Trainingslagers abgearbeitet, damit sich die Neuzugänge bereits integrieren und die Mannschaft kennen lernen können.

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Aus VfB-Sicht geht also ein Jahr der Extreme zu Ende. Zunächst die nicht für möglich gehaltene Aufholjagd in der Rückrunde der letzten Saison, als wir am letzten Spieltag sogar noch Meisterschaftschancen hatten und schließlich die Championsleague erreichten. Und dann die ebenfalls nicht für möglich gehaltene Vorrunde der aktuellen Saison, die uns bis auf den 17. Platz abstürzen ließ. Höhepunkt der Peinlichkeiten war das Pokal-Aus in Fürth. Für 2010 wünsche ich Christian Gross ein glückliches Händchen und daß er der Mannschaft wieder die notwendige Stabilität, vor allem im Defensivverhalten, verleiht. Gute Ansätze sind nach den ersten Spielen unter seiner Ägide zu sehen, die Mannschaft tritt wieder mehr als Einheit auf als noch unter Babbel.  In dieser Form werden wir hoffentlich nach ein paar Spielen der Rückrunde wieder das gesicherte Mittelfeld ins Visier nehmen können.

20.12.2009-27.12.2009 Weihnachtsurlaub

21.12.2009

Ex-VfB-Profi rückt auf: Keller bleibt Co-Trainer

Noch ist es nicht offiziell, und noch gibt es keinen neuen Vertrag geschweige denn eine Unterschrift. Klar ist allerdings: Jens Keller bleibt auch nach der kurzen Winterpause Co-Trainer von Christian Gross beim Bundesligateam des VfB Stuttgart.

Der 39-jährige gebürtige Stuttgarter hatte bislang die A-Junioren der Roten betreut und das Nachwuchsteam in der Vorrunde auf Platz eins der Bundesliga-Tabelle geführt. “Wir haben uns dort etwas aufgebaut”, sagt er. Direkt nach der letzten Vorrunden-Begegnung mit dem Talentschuppen trennte sich der VfB von Teamchef Markus Babbel. Es kam der Schweizer Christian Gross, und der brauchte einen Co-Trainer. Keller sprang ein – und wird nun dauerhaft befördert.

Die erste Personalentscheidung ist also so gut wie gefallen. Weitere sollen folgen – aber wohl nicht mehr vor Weihnachten. Linksverteidiger Pablo Brandan (26) von Unirea Urziceni ist aber weiterhin ein heißer aussichtsreicher Kandidat. Wenn auch nicht der einzige.

28.12.2009

Trainingsbeginn beim VfB: Vorbereitung auf die Rückrunde

Mit dem Klassenverbleib als Ziel hat der VfB Stuttgart die dreiwöchige Vorbereitung auf die Rückrunde der Fußball- Bundesliga aufgenommen. “Wir müssen den Abstieg verhindern und nur das ist unser Ziel. Dafür gilt es, alle Kräfte zu bündeln”, sagte VfB-Trainer Christian Gross beim Trainingsauftakt am Montag. Bei einem ersten 50-minütigen Jogginglauf am Neckar fehlten nur Kapitän Matthieu Delpierre wegen eines angebrochenen Zehs, der bereits wegen des Afrika-Cups abgereiste Arthur Boka und der Langzeitverletzte Martin Lanig. Am Nachmittag folgte ein Krafttraining.

29.12.2009

Gesucht: ein Hauptsponsor: EnBW will Vertrag mit dem VfB lösen

Am Donnerstag ist Stichtag. Bis zum 31. Dezember muss sich der Energieversorger EnBW per Option dazu bekennen, wenn er den am Ende der Saison auslaufenden Vertrag als Hauptsponsor des VfB Stuttgart verlängern will. Nach Information der Stuttgarter Zeitung ist die Entscheidung aber schon gefallen. Das Unternehmen mit Stammsitz in Karlsruhe hat sich dazu entschlossen, seinen Schriftzug am Ende der Saison von den Trikots des Fußball-Bundesligisten zu nehmen. Diese Maßnahme trifft den VfB nicht unvorbereitet. Der Club befindet sich mit der EnBW bereits in Verhandlungen, wie die Partnerschaft auf andere Weise fortgeführt werden kann. Denkbar ist, dass der Energieversorger in die zweite Sponsorenreihe wechselt – als sogenannter Exklusivpartner.

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11. Januar 2010

Der VfB Stuttgart im November 2009

November

4.11.2009

FC Sevilla-VfB 1:1: Der nächste Schritt aus der Krise

Schulmäßig flankte Arthur Boka kurz vor Schluss von links in die Mitte, ebenso schulmäßig war Julian Schiebers Haltung beim Volleyschuss. Das Problem war nur: der Ball flog hauchdünn vorbei am rechten Torpfosten des FC Sevilla. Vergeben war die Chance zum ganz großen Befreiungsschlag, der ein Sieg in Spanien für den VfB Stuttgart bedeutet hätte. Allerdings bedeutet auch das 1:1 (0:1), dass sich die Mannschaft von Markus Babbel gestern Abend nach einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte erkämpft hat, ein sehr achtbares Ergebnis. Nach dem 0:0 am Samstag gegen die Bayern war es einerseits der nächste Schritt aus der Krise; andererseits hat es der VfB nun selbst in der Hand, mit zwei Siegen in Glasgow und gegen Urziceni ins Achtelfinale der Champions League einzuziehen.

Mit einigen Personalsorgen war Babbels Team nach Sevilla gereist. Fünf Mann fielen angeschlagen aus (Osorio, Träsch, Khedira, Cacau und Marica), und weil im Abschlusstraining Julian Schieber über Knieprobleme klagte, ließ der VfB am Morgen des Spiels vorsichtshalber sogar den Ersatzstürmer Manuel Fischer einfliegen. Der 20-jährige Reservist aus der zweiten VfB-Mannschaft brauchte jedoch nicht einzugreifen – Schieber konnte auf der Bank Platz nehmen. Pawel Pogrebnjak bildete die einzige Spitze, während in der Abwehr wegen der Ausfälle von Träsch und Osorio wie erwartet Khalid Boulahrouz erstmals in dieser Saison rechts in der Viererkette agierte.

Der Niederländer spielt lieber im Abwehrzentrum – und tat dann von Beginn an alles dafür, beim nächsten Mal nicht mehr außen aufzulaufen. Ein Sicherheitsrisiko war Boulahrouz und ermöglichte den Spaniern mit einem Fehlpass bereits nach fünf Minuten die erste Chance. Da hatte der VfB noch Glück, dass Koné nach innen passte, anstatt selbst zu schießen. Schon neun Minuten später jedoch fiel es dann, das 1:0 für Sevilla: Eine einzige Direktkombination über Luis Fabiano genügte, um die gesamt VfB-Hintermannschaft auszuspielen – frei stehend traf Jesus Navas rechts unten ins Eck.

Es war eine verdiente Führung, weil dem VfB in der ersten Halbzeit der Mumm und die Struktur fehlte. Eine Vielzahl von Abspielfehlern leistete sich Babbels Mannschaft, allen voran neben Boulahrouz auch Matthieu Delpierre; sie wirkte verunsichert, behäbig und hatte dem Spielfluss des Gegners nichts entgegen zu setzen. Der FC Sevilla, der schon vor dem Spiel so gut wie sicher fürs Achtelfinale qualifiziert war und mit dem Unentschieden nun auch weiter ist, tat nur das Nötigsten. Trotzdem waren die Spanier in der ersten Hälfte klar überlegen und hätten zur Pause deutlich höher führen können. Die beste VfB-Chance im ersten Abschnitt vergab der aufgerückte Außenverteidiger Arthur Boka, der nach einem Zuspiel von Elson an Sevillas Schlussmann Javi Varas scheiterte (36.).

Viel Zeit für eine Standpauke nahm sich Babbel in der Pause nicht. Gleich nach ein paar Minuten kam der Teamchef wieder aus der Kabine, um die Reservisten Stefano Celozzi und Sebastian Rudy auf ihren Einsatz vorzubereiten. Sie kamen für Boulahrouz und den ebenfalls völlig enttäuschenden Roberto Hilbert. Und siehe da: der VfB spielte fortan deutlich mutiger und erspielte sich gute Torchancen. Vor allem Rudy war es, der für viel Belebung sorgte. Im Anschluss an einen Freistoß tauchte der 19-Jährige frei am zweiten Pfosten auf und schoss knapp drüber (53.). Und eine Minute später traf Pogrebnjak mit einem Kopfball nur die Latte, nachdem Javi Varas zuvor einen Distanzschuss von Kuzmanovic nach vorne hatte abprallen lassen.

Fehlendes Engagement war dem VfB nun keineswegs mehr vorzuwerfen. Entschlossen suchten die Stuttgarter den Weg nach vorne und wurden in der 78. Minute für ihren Einsatz belohnt: Mit einem Gewaltschuss aus 20 Metern traf Kuzmanovic zum verdienten Ausgleich. In der Schlussphase – Sevilla war verletzungsbedingt nur noch zu zehnt – war der VfB dann dem Sieg sogar ganz nahe. Doch Schiebers Volleyabnahme ging knapp vorbei – trotz der schulmäßigen Schusshaltung.

Sevilla

Javi Varas – Konko, Squillaci, Escude, Fernando Navarro – Jesus Navas, Zokora, Romaric (62. Duscher), Capel (58. Perotti) – Koné (31. Negredo) – Luis Fabiano.

Stuttgart

Lehmann – Boulahrouz (46. Celozzi), Tasci, Delpierre, Boka – Hilbert (46. Rudy), Kuzmanovic, Hitzlsperger (64. Schieber) – Elson, Hleb – Pogrebnjak.

Schiedsrichter

Atkinson (England).

Tore

1:0 Jesus Navas (14.), 1:1 Kuzmanovic (78.).

(Bericht: STZ online)

5.11.2009

Babbel sauer: “Erste Halbzeit nicht VfB-würdig”

Das grottenschlechte Gekicke seiner Schützlinge trieb Markus Babbel zur Weißglut. “Die erste Halbzeit war nicht VfB- würdig. Das war eine Katastrophe”, wetterte der erboste Teamchef des VfB Stuttgart nach dem letztendlich noch verdienten 1:1 (0:1) beim FC Sevilla.

Durch das Remis wahrten die Stuttgarter ihre Chance auf den Achtelfinaleinzug in der Champions League. “Die Mannschaft hat ängstlich, ohne Mumm und nur passiv agiert und sich unheimlich viele Fehlpässe erlaubt.” Sportdirektor Horst Heldt sprach von “Angsthasenfußball”.

Click here to find out more!Die Schwaben ließen sich im ersten Durchgang vom haushohen Favoriten faktisch ohne Gegenwehr regelrecht vorführen. Wie gelähmt ergaben sie sich beinahe teilnahmslos ihrem Schicksal. Für Babbel war der erschreckend schwache Auftritt ein Rätsel: “Dass sich ein Großteil der Mannschaft vor Angst in die Hosen gemacht hat, ist mir unerklärlich.” Dank Torhüter Jens Lehmann lag der Bundesligist zur Pause nur 0:1 zurück nach einem glänzend herauskombinierten Treffer von FC Kapitän Jesús Navas (14. Minute). “Wir hatten Glück, dass nur ein Tor gefallen ist”, räumte Heldt ein.
Mit einer kurzen, knallharten Kabinenpredigt und der Auswechslung der beiden Schwachstellen Khalid Boulahrouz und Roberto Hilbert erzielte der vor Wut und Enttäuschung kochende Coach die erhoffte Wirkung. “Ich musste laut werden”, rechtfertigte Babbel sein Donnerwetter. “Es war wie bei Kindern, wo man manchmal auch lauter werden muss.” Zudem hatte der Teamchef die Profis in Anspielung auf seine weiterhin unsichere Arbeitssituation bei der Ehre gepackt: “Ich habe den Jungs klar gemacht, dass ich der Einzige bin, der Angst um seinen Kopf haben müsste.” Heldt lobte den Teamchef: “Markus hat eine gute Ansprache gehalten.”
 

Der VfB agierte nach dem Wechsel wie verwandelt und dominierte nun das Geschehen weitgehend. Die Herausnahme des ebenfalls äußerst schwachen Kapitäns Thomas Hitzlsperger nach gut einer Stunde brachte dem VfB einen weiteren positiven Impuls. Mehr als der hochverdiente Ausgleich durch Zdravko Kuzmanovic (79.), dessen strammen Schuss Julian Schieber noch leicht abgefälscht hatte, glückte den aufopferungsvoll kämpfenden Stuttgartern indes nicht. “Ich bin froh, dass ich endlich mein erstes Tor für den VfB erzielt habe”, sagte der Serbe erleichtert.

Sebastian Rudy aus Nahdistanz (53.) und Pawel Pogrebnjak mit einem Lattentreffer (54.) hatten zuvor Pech gehabt. Schieber vergab das mögliche 2:1 (83.). “Ich bin sauer und unzufrieden, dass wir nicht gewonnen haben”, sagte Lehmann angesichts der gewaltigen Steigerung nach dem Seitenwechsel und der guten Chancen. Babbel war hingegen nach der kaum noch zu erwartenden Reaktion “stolz auf meine Jungs”.

Nach dem Achtungserfolg bei den Andalusiern, die trotz des ersten Unentschiedens bereits für das Achtelfinale qualifiziert sind, rechnet Babbel fest mit dem Weiterkommen: “Ich bin hundertprozentig davon überzeugt, dass wir es schaffen.” Der Gruppendritte hat es nun selbst in der Hand, mit zwei Siegen gegen Glasgow und Urziceni alles klar zu machen. (STN online)

6.11.2009

VfB-Sportdirektor und die Fehleinkäufe: Held oder Versager

Der VfB riskiert, dass er alles verliert, was er sich nach der Meisterschaft 2007 aufgebaut hat. Die Misere binden die Kritiker vor allem Horst Heldt ans Bein. Aber auf seinem Tiefflug befindet sich der Manager in bester Gesellschaft.

Es ist nicht so, dass der ehemalige Fußballprofi Horst Heldt (39) immer nur auf der Sonnenseite des Lebens stand. Als ihn Felix Magath 2002 zum VfB Stuttgart holte, bestellte er den Mittelfeldspieler zu sich ins Büro, knallte einen Vertrag auf den Tisch, der das Gehalt eines gehobenen Platzwarts vorsah und murmelte mit grantigem Gesicht: “Du bist körperlich ja auch nur auf dem Niveau eines Bezirksligaspielers.” Da straffte Heldt den Rücken und antwortete mit betonfester Stimme: “Okay, dann lassen wir das eben!”

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Das war mutig. Horst Heldt, damals 31, kam aus der österreichischen Operettenliga von Sturm Graz, und es fielen ihm vermutlich nicht viele gute Argumente ein, um auf seine reiferen Fußballertage den Vertrag seines Lebens auszuhandeln. Aber er hatte seinen Stolz, und es ging ihm um seine Würde. Am Ende haben sich die beiden Dickschädel doch noch geeinigt. Ein Schaden war es nicht. Weder für Horst Heldt, der sich durch die gnadenlose Fußballwelt seines Trainers biss, noch für den VfB, der für wenig Geld einen brauchbaren Organisator seines Angriffspiels bekam.

Manchmal wird dem heutigen Sportdirektor des VfB dieser schwergängige Anfang in Erinnerung kommen, wenn er – wütend, enttäuscht oder einfach nur menschlich verletzt – von den Kübeln ätzender Kritik hört und liest, die in den Tagen des sportlichen Misserfolgs über ihm ausgeschüttet werden. Wer ihn erlebt, wie er bleichgesichtig zusammengesunken und mit vor der Brust verschränkten Armen von der Bank aus das Spiel verfolgt, der hat eine ungefähre Vorstellung davon, wie bleiern die Lage der Dinge auf ihm lastet.

Nicht, dass man Mitleid mit ihm haben müsste. Er hat es selbst so gewollt und ein Teil seines Gehalts, das bei 1,2 Millionen Euro liegen dürfte, nennt sich Schmerzensgeld. Aber die Rolle des öffentlichen Fußabtreters verlangt besondere Opfer.

Wie Don Quichotte stellt er sich seit Wochen in Interviews, Fernsehauftritten und Diskussionen der Verantwortung, die er übernommen hat, als er am 3. Januar 2006 den Tausch vollzog vom Kicker in kurzen Hosen zum Manager mit Schlips und Kragen. “Das ist mein Job”, sagt Heldt, “ich laufe vor den Problemen nicht davon.” Und er ist Pragmatiker genug, um zu akzeptieren, dass die Erfolge von gestern im Hier und Jetzt nichts mehr zählen.

So sehr er sich bemüht, die Bilanz seiner Arbeit in etwas milderem Licht erscheinen zu lassen, die Rolle des Sündenbocks und Prügelknaben wird er so schnell nicht mehr los. “Ich kann diese gequirlte Scheiße nicht mehr hören”, entfuhr ihm vor Tagen als Telefongast am Stammtisch des Deutschen Sportfernsehen (DSF), als ein schlecht informierter Journalist bemängelte, dass der VfB auf den Abgang von Mario Gomez miserabel vorbereitet war.

Wer die Wahrheit kennt, weiß, dass erst der Kreuzbandriss des Wunschkandidaten Patrick Helmes (Bayer Leverkusen) beim Freizeitkick in der Sommerpause die Personalie im Angriff zum Problemfall machte. Aber in Bierkrughöhe über den Stammtischen wirken Emotionen nun mal besser als Argumente. Und weil der nette Herr Babbel auf der Sympathie-Skala öffentlicher Beo-bachtung so unschuldig daherkommt wie ein Klosterschüler, macht er als Teamchef offenbar verzeihliche Fehler – er muss seine Jungmillionäre nur mal richtig scheuchen.

Der Präsident, des gesprochenen Wortes durchaus mächtig, schwieg zu all dem wochenlang wie ein Grab. Erst jetzt besann sich Erwin Staudt einer gewissen Mitverantwortung und stellte sich ein wenig lau an die Seite seines Vorstandskollegen: “Ich glaube, dass bei unseren Transfers die Treffer überwogen haben.” Bedingungslose Unterstützung klingt irgendwie anders.

Wie sich die Zeiten doch ändern. Nur eineinhalb Jahre, nachdem Horst Heldt seinen Job angetreten hatte, feierte der VfB die deutsche Meisterschaft und stand im Pokalfinale. Experten lobten seine kluge Transferpolitik, bescheinigten ihm bei der Auswahl des Trainers Armin Veh Weitsicht und sicheren Instinkt. Die Liga feierte ihn als zweiten Uli Hoeneß, und als zwischen den Spielzeiten Felix Magath erst in Wolfsburg und dann auf Schalke um die Dienste seines Freundes buhlte, berief ihn der VfB flugs in den Vorstand. Das war am 1. Juli 2009, und Aufsichtsratschef Dieter Hundt schrieb dem Manager ins Zeugnis: “Seine Bestellung ist Ausdruck unserer Wertschätzung seiner Arbeit.”

Erst Held, jetzt Versager? Mehr und mehr senkt sich der Daumen über dem Glückspilz von einst. Schließlich hat er die mutmaßlichen Luschen im Trikot mit dem roten Brustring für viel Geld gekauft. Diese Sicht der Dinge ignoriert zwar fast schon böswillig, dass wohl kein Manager dieser Welt Spieler holt, die sein Coach partout nicht will, aber wen interessiert das schon, wenn beim sportlichen Tiefflug die Bauchlandung droht?

Nach der Meisterschaft 2007 hatte Armin Veh gegen jeden Rat auf den Transfer des verletzungsanfälligen Yildiray Bastürk gepocht. Dass er ihn bekommen hat, ist aus heutiger Sicht der bisher wohl größte Fehler von Horst Heldt. Aber hätte sich der Manager gegen den plötzlich so selbstbewussten Meister-Trainer gestellt, wäre noch vor Saisonbeginn das Tischtuch zwischen beiden zerschnitten gewesen.

In solchen Situationen sind Vereine regelrecht erpressbar, was auch die Option in Bastürks Vertrag erklärt, wonach er nach Ende dieser Saison noch ein Jährchen bleiben könnte, sollte es ihm am Neckar besonders gut gefallen. Die Klausel war indirekt der Preis für den ablösefreien Transfer.

Wie kein anderer Fall veranschaulicht der Bastürk-Handel die eigentliche Misere im Verein für Bewegungsspiele. Nach Fehlgriffen (Giovanni Trapattoni) und Beinah-Blamagen (Jürgen Kohler) auf der Suche nach einem passenden Trainer, folgte der in sportlichen Fragen eher unbefangene Erwin Staudt den Stimmen, die ihm dringend zur Verpflichtung eines Managers rieten – auch um sich selbst aus der Schusslinie der öffentlichen Kritik zu nehmen. Horst Heldt stürzte sich mit Leidenschaft in die neue Aufgabe, die neben Fachwissen vor allem eines erfordert: reichlich Erfahrung.

Doch über die verfügt beim VfB Stuttgart bis heute im Grunde nur einer: der alte Kämpe Ulrich Ruf – der Dino auf der Chefetage. “Der liebe Uli” (Staudt) fühlt sich aber nicht wohl in der Rolle des sportfachlichen Korrektivs und bewertet in Vorstandssitzungen derlei Entscheidungen zuvorderst unter kaufmännischen Gesichtspunkten. Als Finanzdirektor hält er es im Zweifelsfall mit seinem früheren Lehrmeister Ulrich Schäfer (“Die Bomb geht net unter meinem Hintern hoch!”). Und der ebenfalls noch unerfahrene Jochen Schneider, Heldts Helfer bei Vertragsverhandlungen, macht kein Geheimnis daraus, dass er sportliche Qualität und Perspektiven eines Spielers oder Trainers nur schwerlich beurteilen kann.

Deshalb kümmert sich die One-Man-Show Horst Heldt fast ohne konstruktiven Widerspruch um sportliche Strategien und Konzepte. Dass er dabei seit der Meisterschaft 2007 vom Glück verfolgt ist, wird selbst er nicht ernsthaft behaupten. Jetzt laufen Horst Heldt und der VfB Gefahr, dass alles wieder zusammenfällt, was mit der Meisterschaft 2007 begann. Wenn es dumm läuft, braucht Heldt spätestens in der Winterpause einen neuen Trainer – und der VfB am Ende der Saison einen neuen Manager. Und Felix Magath hätte diesmal wohl leichtes Spiel. (STN online)

7.11.2009

0:0 in Gladbach: Warten auf den Erfolg

Normalerweise fahren wir ja mit dem Auto oder mit dem ICE zu den Auswärtsspielen vom VfB. Für das Spiel in Mönchengladbach aber schlossen wir uns den Murgtalschwaben an, die eine Busfahrt organisierten. Vorneweg: herzlichen Dank an Heiko & Co. für die gute Organisation und den gelungenen Tag sowie an die Busfahrer Peter und Klaus für die sichere und unterhaltsame Fahrt.

Unser Zustieg war um 8.30 Uhr auf dem P&R-Parkplatz Ettlingen nahe der Autobahnabfahrt Karlsruhe-Süd. Über die Südtangente Karlsruhe fuhren wir die A65 bis Ludwigshafen, um von dort über die A61 direkt Kurs Richtung Mönchengladbach zu nehmen.

Beine vertreten am Rasthof

Zunächst eine kürzere Pinkel- und Zigarettenpause, am Rasthof Mosel dann ein längerer Halt mit Brötchen und Würstchen. Um die Fahrt kurzweilig zu gestalten, gab es im Bus dann noch ein VfB-Quiz mit durchaus schwierigen Fragen aus der Geschichte des VfB zu lösen, das Anita und ich mit knappem Vorsprung vor Geli und Carle auch prompt gewannen. Unser Preis: ein schöner Murgtalschwaben-Schal, den wir von nun an in Ehren halten werden. Danke! Gegen 13.30 Uhr schließlich kamen wir auf dem Gästebusparkplatz am Borussia-Park an. Die Stadiontore waren noch geschlossen, so daß sich schon eine Menge VfB-Fans auf dem Platz tummelten, nach und nach trudelten weitere Fan-Busse ein. Wie eigentlich immer konnte sich der VfB auch in Gladbach einer zahlenmäßig beachtlichen Fanschar sicher sein. Die Vorfreude, auch bei uns, war groß.

Geli, Carle und Anita voller Vorfreude

Nach kurzem Abwägen, ob wir noch was trinken gehen sollen, entschlossen wir uns, ob der Lage des Stadions in der Pampa, am Stadion zu bleiben, schließlich waren von den 10 mitgebrachten Bierkästen noch Restbestände vorhanden. Alles andere hätte sich ja kaum mehr gelohnt. So vertrieben wir, wie viele andere Mitgereiste, uns die Zeit zunächst vor dem riesigen Stahlkoloß namens Borussia-Park.

Der Borussia-Park

So tranken wir noch gemütlich unser, wenn auch badisches, trotzdem “einheimisches” Bier. Als ein Fläschchen ungewollt in einen Borussia-Eimer fiel, startete Geli die Rettungsaktion und präsentierte sich dann auch sichtlich erfreut mit dem “Fund”.

Wer suchet, der findet

YES

Heiko unterdessen konnte es kaum erwarten, bis sich die Tore öffneten.

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Um ca. 13.45 Uhr wurden dann die Tore für die Gästefans geöffnet.

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Während sich die meisten Leute auf dem Platz auf den Weg in den Block machten, stellten wir fest, daß auch noch Hofbräu im Bus war. Und das zogen wir zunächst dem Jever, von dem wir ja nicht einmal sicher waren, ob es Vollbier oder so eine Light-Plörre war, vor.

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Gegen 14.15 Uhr machten auch wir uns auf den Weg ins Stadion. Der Einlaß verlief schnell und problemlos. Im Stadion rund um die Essens- und Getränkestände trafen wir natürlich jede Menge bekannter Gesichter.

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Nach einem weiteren Bierchen (nun also doch ein Jever), gingen wir hoch auf unseren Platz. Zunächst einmal war die Enttäuschung groß. Direkt nebenan ein bescheuertes Gitter.

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Ich befürchtete schon, daß an diesem Tag bildertechnisch nicht viel gehen wird. Da der Block noch reichlich andere Plätze bot und sich auch nicht dramatisch füllte, als es auf dem Anpfiff zuging, stellte ich mich etwas weiter nach unten in den Gang, wo Gott sei Dank auch das ganze Spiel über keiner deswegen herumstresste. An gleicher Stelle traf ich dann auch Soke einmal wieder, mit dem ich dann während des Spiels ein wenig fachsimpeln konnte, vor allem natürlich, was die Situation beim VfB betrifft.

Wie schon vor den letzten beiden Spielen, kam die Mannschaft nach dem Aufwärmen zum VfB-Block. Ob die Mannschaft dabei die Fans zum Support anstacheln möchte oder sich selbst die letzte Portion Motivation abholen möchte, hat sich mir noch nicht erschlossen. Ersteres ist eigentlich unnötig, der Support stimmt trotz der zuletzt dargebotenen Leistungen immer noch 100%ig. Es soll wohl vielmehr ein Wir-Gefühl demonstriert werden. Dies sollte die Mannschaft aber mal auf dem Platz zeigen, nicht nur den Fans gegenüber sondern auch mannschaftsintern.

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VfB-Fans: lautstark und farbenfroh

Beim Gegner kam beim Schmettern des Vereinsliedes und der Präsentation der Mannschaftsaufstellung erstmals Stimmung auf.

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Beim Einlaufen und vor dem Anpfiff machte die Mannschaft wie immer einen entschlossenen Eindruck. Weshalb sie das im Spiel bisweilen nie umzusetzen imstande ist, bleibt mir rätselhaft. Wie das Kaninchen vor der Schlange versteckt man sich bereits in den Anfangsminuten und überläßt einer Mannschaft wie Mönchengladbach, die ja nicht gerade zu den Spitzenmannschaften gehört, das Spiel. Daß der VfB wieder nur mit einer Spitze angetreten ist, ließ von Anfang an nicht den unbedingten Willen erkennen, den Befreiungsschlag eindrucksvoll erreichen zu wollen (“Sieger” im Stürmerlotto dieses Mal Pavel Pobrebnjak). Diese Maßnahme signalisierte eher den Gladbachern, die Initiative übernehmen zu sollen, und die ließen sich auch nicht lange bitten. Der VfB hätte bereits nach 20 Minuten aussichtslos zurückliegen können, wenn nicht, aus Gladbacher Sicht, müssen. Jeweils die Anfangsminuten der beiden Halbzeiten dominierte Gladbach eindeutig, danach gelange es dem VfB jeweils hinten weniger zuzulassen, ohne vorne aber richtig gefährlich zu werden. Einzig einem überragenden Jens Lehmann konnte es der VfB verdanken, bis zum Schluß im Spiel geblieben zu sein. Und so wäre am Ende sogar noch der, wenngleich auch unverdiente, Sieg möglich gewesen, wenn man an den Pfostenschuß von Kuzmanovic und den Schlenzer von Bastürk (Ist es Verzweiflung des Trainers oder ein letzter Strohhalm, nachdem bereits alle aus dem aufgeblähten Kader ihr Können zeigen konnten, nur der kleine Bastürk nicht, wenn der Trainer diese teure Fehlinvestition plötzlich aus dem Hut zaubert? Die Begeisterung darüber hielt sich auf den Rängen schwer in Grenzen), der  knapp neben das Tor ging, denkt. Ich persönlich war einmal mehr schwer enttäuscht über die Leistung der Mannschaft. Einzig Lehmann, Boka und Celozzi konnte man gestern Bundesligatauglichkeit attestieren, alle andere eine einzige Enttäuschung. Von den einen bin ich mehr enttäuscht, wie Hleb, der nur noch ein Schatten seiner selbst ist. Er hätte sich vorher überlegen können, ob er dem Druck als Hoffnungsträger beim VfB, auch angesichts des kolportierten Jahresgehalts von 6,5 Mios, gewachsen sein wird und ob der VfB in der Verfassung weiterhelfen kann. Gestern spielte er einmal mehr grottenschlecht, war langsam, sowohl körperlich als auch gedanklich und wirkte unkonzentrierte. Auch Hitz The Hammer, derzeit allenfalls noch ein Hämmerle, spielt nur noch unterirdisch und ist in diesen Krisenzeiten alles andere als ein richtiger Kapitän, der auch mal dazwischenhaut. Er ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Wenn der Kerle Mumm hätte, sollte er das Gespräch mit Jogi Löw suchen und sich für die beiden Länderspiele befreien lassen, um bei der Mannschaft zu sein. Außerdem ist es mehr als lächerlich, wenn er nach seinen bisherigen Leistungen, noch immer ins Eliteteam berufen wird. Wenn hier wieder von der Spätzle-Connection gesprochen wird, in diesem Fall sicher zu Recht.

Auch Pavel Pogrebnjak gelang gestern wenig, er wirkte sehr phlegmatisch. Bei ihm spürt man, daß er quasi seit März ohne Pause durchspielt. Da kommt es gerade recht, daß Cacau wieder fit ist und man dem Pavel mal eine Pause gönnen kann.

Die Liste der Formschwachen ließe sich weiter fortführen, für heute belasse ich es aber dabei.

Ich habe keine Ahnung, wie hier vor der Winterpause (ohne Trainerwechsel) noch die Wende herbeigeführt werden kann. Hinten anfällig, vorne harmlos, wenig Laufbereitschaft, schwache Standards. Im Training gehören die Zügel angezogen. Die paar Male, als ich beim Training war, war ich schon verdutzt, daß mehr Joggen und Gymnastik auf dem Programm stand, als das Spiel mit dem Ball. Da gehört mehr Zug hinein. Auch über die Absetzung von Hitz als Kapitän würde ich ernsthaft nachdenken und die Binde jemandem geben, der Vorbild an Einsatz und Nervenstärke ist. Der einzig Wahre wäre natürlich Jens Lehmann, wenn er dazu bereit wäre. Hier noch einige Bilder vom Spiel, mehr davon unter in meiner Bildergalerie.

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Jetzt kommt erst einmal wieder eine nervige wie überflüssige Länderspielpause. Danach gegen Hertha BSC sind wir sicher wieder frohen Mutes, daß dann endlich die Wende gelingen möge. Wer dann für die dazu nötigen Tore sorgen soll, weiß ich nicht, vielleicht hilft ja vorne doch einmal wieder der liebe Gott. :-) .

Nach dem Spiel war um 18 Uhr Treffpunkt am Bus, mit dem wir uns erst einmal in den Stau Richtung Autobahn einreihten. Auf dem Programm stand dann noch ein Essens- und Trinkenstopp in Koblenz beim alten Brauhaus. Nachdem uns das Navi einige Male in Koblenz im Kreis und auf Straßen, die für Busse nicht unbedingt geeignet waren, lotste fanden wir das Brauhaus dann doch in einem netten Gässchen. Gegen 20.15 Uhr trafen wir dort ein, die Betreiber hatten uns Gott sei Dank die Tische noch freigehalten, die ja bereits ab 19 Uhr reserviert waren. Das Lokal selbst ist urgemütlich, wer Interesse hat siehe selbst unter www.altesbrauhaus-koblenz.de. Das Bier war hervorragend und auch das Essen war klasse. Dazu gemischtes Publikum, Partymusik und das alles in urigem Ambiente, wofür nicht allein die netten Fäßchen auf dem Tisch sorgen. Anfangs kam etwas schwer in Feierlaune, wie diese Bilder zeigen.

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Nachdem die ersten Fäßchen angezapft waren, wurde die Stimmung dann auch besser. :-)

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Kurz nach 22 Uhr hießt es dann aber schon wieder “Abfahrt”. Carle und ich bedauerten sehr, daß wir keine Übernachtung in Koblenz gebucht hatten und verließen das Lokal schweren Herzens. Wir hätten ja gerne noch ein Fäßchen für die Rückfahrt mitgenommen, aber 50 Euro Pfand war uns dann doch zu viel.
Noch im Lokal aber beschlossen wir, zusammen am 12.12. nach Koblenz zu fahren, einen schönen Abend im Brauhaus zu verbringen, zu übernachten und am 13. dann weiter nach Mainz zum Spiel zu düsen. Unsere Regierungen gaben hierfür auch bereits ihr Einverständnis. :-) .

Danach ging es dann schnurstracks zurück auf die Autobahn. Gegen 1.15 Uhr waren wir wieder am P&R-Platz, gegen 2 Uhr zu Hause. Wie anfangs erwähnt, ein gelungener Tag mit den Murgtalschwaben. Nächstes Mal sind wir gerne wieder dabei, vielleicht laßt Ihr ja dann die 5 Gladbacher zu Hause. ;-)

10.11.2009

Herzlichen Glückwunsch! Jens Lehmann wird 40

VfB-Torwart Jens Lehmann feiert am heutigen Dienstag seinen 40. Geburtstag. Der VfB Stuttgart wünscht Jens an seinem Geburtstag alles Gute, viel Glück und Gesundheit und noch viele tolle Paraden für den Verein mit dem roten Brustring.
Noch am Samstag bewahrte der Schlussmann seine Mannschaft beim 0:0 mit zahlreichen Glanzparaden vor einer Niederlage in Mönchengladbach und sicherte mit einer überragenden Leistung dem VfB einen wichtigen Punkt. Spiele wie gegen Gladbach waren in seiner bisherigen Karriere keine Seltenheit, im Gegenteil: Jens Lehmann bewies bei all seinen Vereins-Stationen und in der Nationalmannschaft seine Extraklasse und sammelte viele Titel, die ihn zu einem der besten Torhüter der Welt werden ließen. Unvergessen bleibt sein gehaltener Elfmeter im Viertelfinale der WM 2006 in Deutschland gegen Argentinien. Am 30. Juni im Berliner Olympiastadion hielt er den Versuch von Esteban Cambiasso, vierter Schütze der “Gauchos”, und bescherte Deutschland einen kollektiven Jubeltaumel und seinem Team den Einzug ins Halbfinale der WM im eigenen Land. Dort schied das deutsche Team jedoch im Halbfinale gegen Italien mit 0:2 in der Verlängerung unglücklich aus. Im selben Jahr führte er seinen damaligen Verein Arsenal London als sicherer Rückhalt ins Finale der UEFA Champions League, wo sich die Engländer dann aber dem FC Barcelona geschlagen geben mussten. Zudem erhielt Lehmann bereits in der 17. Minute die rote Karte. Über diese beiden Partien sagt der Jubilar heute: “Diese Spiele würde ich gerne noch mal umdrehen.”

Kopfballtor im Revierderby gegen Borussia Dortmund

Zu den Meilensteinen in der Karriere des gebürtigen Esseners zählen sicherlich der UEFA-Cup Sieg 1997 mit dem FC Schalke 04, der Deutsche Meistertitel 2002 mit Borussia Dortmund und der Gewinn der Englischen Meisterschaft 2004 mit den “Gunners”. Dabei blieben Lehmann und Co. die Saison über ungeschlagen! Vor allem die Schalke-Fans werden auch den 19. Dezember 1997 nicht vergessen. Im Revierderby gegen Borussia Dortmund köpfte der damals 28-jährige Keeper in der Nachspielzeit einen Eckball zum 2:2-Endstand über die Linie. “Dieses unbeschreibliche Gefühl eines geschossenen Tores wird mir immer in Erinnerung bleiben. Es wurde übrigens auch noch Tor des Jahres 1997″, so Lehmann. Bislang absolvierte Jens Lehmann, der im Sommer 2008 zum VfB kam, 375 Spiele in der 1. Bundesliga, 147 Partien in der englischen Premier League, fünfmal stand er für den AC Mailand in der Serie A im Tor, 57 Einsätze stehen in der Champions League zu Buche, 31-mal war er im UEFA-Cup in Aktion und 57-mal hütete er das Tor der deutschen Nationalmannschaft. Nach seiner Karriere wird er den Fans voraussichtlich auch weiterhin erhalten bleiben, denn: “Ich will weiter im Bereich Fußball arbeiten, als Manager oder Trainer. Da kenne ich mich am besten aus.”

Jens Lehmann wird für seine offene Art geschätzt, seine Mitspieler können sich jederzeit auf ihn verlassen, und auch im fortgeschrittenen Fußballeralter von nunmehr 40 Jahren gehört er noch immer zu den Top-Torhütern des deutschen Fußballs.

14.11.2009

Länderspiele:

Das an diesem Tag geplante Testspiel der Deutschen Nationalmannschaft gegen Chile wurde wegen des Suizids von Robert Enke abgesagt.

Elfenbeinküste-Guinea 3:0, Boka 90 Minuten nur Reservist

Nordirland-Serbien 0:1, Kuzmanovic in der 52. Minute ausgewechselt.

Polen-Rumänien 0:1, Marica, mit Torvorlage, wurde in der 61. Minute ausgewechselt.

Italien-Holland 0:0, VfB-Verteidiger Khalid Boulahrouz gehörte zum holländischen Aufgebot, kam aber nicht zum Einsatz.

18.11.2009

Länderspiele:

Deutschland-Elfenbeinküste 2:2: Überzeugender Auftritt

Im letzten Testspiel des Jahres kam die deutsche Nationalmannschaft am Mittwochabend vor 30.000 Zuschauern gegen die Elfenbeinküste in Gelsenkirchen zu einem 2:2-Unentschieden.

Gedenken an Robert Enke

Die Teams, die beide für die WM 2010 qualifiziert sind, gedachten vor dem Spiel dem am 10. November 2009 verstorbenen Nationalkeeper Robert Enke. Die Ivorer, bei denen VfB-Verteidiger Arthur Boka in der Startformation stand, über die volle Distanz die linke Seite gut im Griff hatte und für einige Offensivaktionen sorgte, trugen beim Einlaufen ein Gedenk-T-Shirt. Michael Ballack legte ein Enke-Trikot auf die Auswechselbank, und noch vor dem Abspielen der Hymnen lief ein Film über Robert Enke.

Hitzlsperger und Boka spielten durch, für die deutschen Tore sorgte Lukas Podolski.

Slowenien-Russland 1:0 (Playoff-Rückspiel), Die russische Nationalmannschaft scheiterte in den Play-off Spielen für die WM 2010 in Südafrika an Slowenien. Nach dem 2:1-Hinspielerfolg in Moskau verlor die Elf von Trainer Guus Hiddink im slowenischen Maribor mit 0:1. Durch das Auswärtstor des Bochumers Zlatko Dedic muss sich die russische Mannschaft und damit auch VfB-Stürmer Pogrebnyak, der in der 77. Minute für Diniyar Bilyaletdinov eingewechselt wurde, die WM im nächsten Jahr von zu Hause aus anschauen. Im Hinspiel wurde Pogrebnjak nicht berücksichtigt.

Holland-Paraguay 0:0, Khalid Boulahrouz war 90 Minuten nur Ersatz.

Serbien-Südkorea 1:0, VfB-Mittelfeldspieler Zdravko Kuzmanovic stand für den WM-Teilnehmer dabei 82 Minuten auf dem Platz.

21.11.2009

1:1 gegen das Schlußlicht: VfB-Krise spitzt sich zu

Endlich wieder Bundesliga nach der Trauer um Robert Enke und der Abwesenheit der Nationalspieler. Ich muß zugeben: vor dem Spiel konnte ich nicht einschätzen, in welcher Verfassung das Team zurück kommt. Eine gefühlte Ewigkeit lag das Spiel in Gladbach schon wieder zurück. Verfällt der VfB in den gleichen Trott wie vor der Pause oder kommt er gestärkt heraus und startet endlich die dringend notwendige Aufholjagd. Zeigt man der Hertha von Beginn an, wer Herr im Haus ist oder hat man Angst vor der eigenen Courage und beißt sich am Funkel-Riegel die Zähne aus? Und so zogen wir auch los, ohne das übliche Kribbeln an einem Spieltag. So emotionslos, wie sich die Mannschaft ihrem Schicksal ergibt. Ich hatte gestern schon ein dummes Gefühl und glaubte nicht daran, daß die Wende ausgerechnet gegen Hertha kommen sollte. Zu oft schon diente der VfB solch schwachen Mannschaften als Aufbaugegner. Meine Vorfreude beschränkte sich daher darauf, unseren kompletten Stammtisch beim SSC nach 3 Wochen wieder zu treffen. Erst um kurz nach 15 Uhr entschlossen wir uns, den Weg Richtung Stadion anzutreten. Dort angekommen lief auch schon You’ll never walk alone, begleitet von einer weiß-roten Schalparade.

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Das Spiel begann wie alle Spiele an diesem Wochenende mit einer Schweigeminute für Robert Enke.

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Und nun hinein ins Spiel. Mit Verkünden der Mannschaftsaufstellung kam die Ernüchterung wieder. Mit dieser Mannschaft müssen wir weiter leben, mindestens bis zur Winterpause.

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Marica bekam seine x-te Chance, auch Hitzlsperger und Hleb durften wieder von Beginn an ran. Niedermeier erhielt wieder den Vorzug vor Boula, Rudy vor Elson und Cacau stand erstmals seit seiner Verletzung wieder in der Startformation. Wie in letzter Zeit schon häufig gesehen, begann der VfB nicht schlecht, hatte auch die ein oder andere Torchance, ohne jedoch richtig zwingend werden zu können. Wie schon in der gesamten Saison schaffte es der VfB aber auch gegen Hertha BSC nicht, den Ball im Tor auf Seite der Untertürkheimer Kurve unterzubringen. Nach 20-25 Minuten hatte der VfB sein Pulver dann wieder verschossen und die Hertha kam mit den stümperhaften Angriffsversuchen immer besser zurecht. Auch das zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison, daß der VfB das Tempo nicht ein gesamtes Spiel über hochhalten kann. Wie zur Zeit in jedem Spiel schickte der Trainerstab nach etwa 25 Minuten die Auswechselspieler zum Warmmachen raus. Ob dies eine Drohgebärde gegen die auf dem Platzstehenden sein soll oder zur modernen Trainingslehre gehört, die Markus Babbel in Köln genießt, weiß ich nicht. Sollte ersteres gemeint sein, lachen sich die Spieler auf dem Platz darüber wahrscheinlich tot, denn erwischt hat es in dieser Phase noch keinen, und das obwohl das Spiel vom VfB deswegen auch nicht besser geworden ist. Nach guten 10 Minuten Warmlaufen, dürfen die Herren dann auch schon wieder auf der Bank Platz nehmen. Zur Halbzeit hatte dann noch das von vielen schon vorher prognostizierte 0:0 Bestand.

Die 2. Halbzeit begann dann mit einem Paukenschlag: der erst in der Pause eingewechselte Ramos erzielte quasi mit der ersten Torchance der Berliner das 0:1.

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Dieser neuerliche Rückschlag löste im Stadion fast so etwas wie eine Schockstarre aus. Es war eine merkwürdige Atmosphäre geprägt von Hoffnungslosigkeit zu spüren. Auch die Akteure auf dem Rasen scheinte die drohende Niederlage zu lähmen. Besser wurde es erst wieder als in der 65. Minute Hitzlsperger und Marica das Feld verließen und durch Elson und Pogrebnjak ersetzt wurden.

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Augenscheinlich in den letzten Wochen ist, daß das VfB-Spiel nach Hitzlspergers Auswechslung besser wird. Es wird direkter und mehr nach vorne gespielt und dadurch mehr Druck entfacht. In der derzeitigen Verfassung unseres Kapitäns wäre es für alle besser, ihn draußen zu lassen und ihm ein Sondertraining zu verordnen, mit dem er an seine alte Stärke wieder herangeführt werden kann. Daß es an der Zeit ist, diese Personalie zu überdenken, zeigte auch das Pfeifkonzert bei seiner Auswechslung.

Marica blieb wie so gut wie immer blass. Mir fehlt der Glaube, daß er hier noch sein und unser aller Glück findet. Ihm sollte eine Luftveränderung in der Winterpause dringend ans Herz gelegt werden. Er wirkt blockiert und unkonzentriert. Dann lieber Schieber oder Pavel spielen lassen (beide brachten neuen Schwung nach ihren Einwechslungen) und von der Zweiten einen jungen motivierten Spieler auf die Bank setzen.

Ein Gewinn war Cacau gestern. Auch wenn ihm manchmal wenig gelingt und er übermotiviert erscheint. Er ist ein Vorbild an Einsatz und eben einer, dem die Situation nicht egal ist, wie es bei einigen anderen zu sein scheint. Von seiner Einstellung könnten sich einige eine Scheibe abschneiden. Daß er noch ein paar Spiele braucht nach seiner Verletzung ist klar, trotzdem war er gestern einer der auffälligsten Akteure.

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Abermals enttäuscht war ich von Aleks Hleb. Zwar hatte er einige gute Szenen in Hälfte eins, trotzdem ist das viel zu wenig was er bringt und das eben nur phasenweise. In der 2. Halbzeit taucht er dann total unter.

Wir sind nunmal keine Sozialstation, um einen Profi für viel Geld aufzupäppeln, der uns im Sommer sowieso wieder verläßt. Mich würde wirklich interessieren, was er im Sommer getan hat. Und selbst, wenn er da auf der faulen Haut gelegen hätte. Jetzt, Ende November, sollte auch solch ein Fall fitgemacht worden sein, wofür haben wir denn einen solch großen Trainerstab. Hier liegt die Vermutung nahe, daß er ein unprofessionelles Verhalten an den Tag legt und nicht alles für seine Fitness tut. In dieser konditionellen Verfassung wäre er vermutlich auch in der 2. Liga kein großer Gewinn. Auch er wurde bei seiner Auswechslung mit Pfiffen bedacht, die ihm nur ein müdes Grinsen abrangen. Erinnert sei an dieser Stelle an sein Zitat “die Pfiffe der Fans sind mir scheißegal”. Apropos Pfiffe: In der Phase zwischen dem 0:1 und dem 1:1 hörte man erstmals deutlich Sprechchöre aus dem Oberrang “Babbel raus”.

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In der 82. Minute wurde dann die Schlussoffensive vom VfB doch noch belohnt, Kuzmanovic nutzte den Abpraller eines Träsch-Schusses, den Julian Schieber zu ihm durchstecken konnte, zum verdienten 1:1.

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Kuzmanovic war abermals ein Vorbild an Einsatz und mausert sich in letzter Zeit fast zu unserem torgefährlichsten Mann. Schade, daß er kurz nach seinem Tor, wegen einem eher harmlosen Foul, das er wegen eines Bockes vom ansonsten guten Boka begehen mußte, die Ampelkarte sah und im so schweren Auswärtsspiel in Leverkusen daher fehlen wird.

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Auch zu zehnt hätte mit etwas mehr Glück der Siegtreffer noch gelingen können. Aber man muß auch der Realität ins Auge sehen. Wir sind derzeit eben nur auf Augenhöhe mit dem Tabellenschlußlicht der Liga. Inzwischen sind wir auf dem Relegationsplatz angekommen, das gute daran: viel tiefer können wir nicht mehr sinken. Wann der Verein einmal handelt, steht in den Sternen. Mir ist es derzeit zu ruhig von seiten der Vereinsführung. Das Schicksal des Vereins wird scheinbar kritiklos den Freunden Heldt und Babbel  überlassen, ohne daß seit Wochen irgendwelche Anzeichen der Besserung eintreten würden. Vermutlich scheut man sich vor dem großen Schnitt, denn, eine Entlassung von Babbel müßte eigentlich mit der Trennung von Heldt einhergehen.

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Am Dienstag bereits steht der Gang nach Glasgow an. Daß ausgerechnet dort die Wende eintritt, kann ich mir nicht vorstellen. Wie man bei den Rangers spielen kann, hat nicht zuletzt Urziceni bei seinem Sieg im Ibrox-Park gezeigt. Leider neigt der VfB auswärts dazu, einem eigentlich schwächeren Gegner (wie zuletzt in Gladbach), durch eigene Passivität die Initiative zu überlassen und dadurch stark zu machen. Und das ist vor allem auf der Insel saugefährlich, wo die Mannschaft dann auch extrem vom Publikum angetrieben wird. Hoffen wir, daß das Trainerteam das ähnlich sieht und nicht wieder mit nur einer Spitze antritt.

24.11.2009

2:0 in Glasgow: der VfB hat das Siegen nicht verlernt

Gegen 7.15 Uhr am Montag ging es für Anita und mich los, um am Flughafen Stuttgart unseren Flieger nach Frankfurt, der planmäßig um 9.50 Uhr abheben sollte, stressfrei zu erwischen. Aufgrund starker Windböen in Frankfurt, startete der Flieger mit etwa 20-minütiger Verspätung. Wir bekamen aber noch den Anschluss nach Edinburgh, auch wenn bei Ankunft am richtigen Gate das Boarding schon begonnen hatte. Der Wind war auch auf dem Flug nach Edinburgh unser ständiger Begleiter. Aufgrund der Wetterumstände aber war der Flug sehr angenehm. Gegen 14 Uhr schottischer Zeit landeten wir in Edinburgh und fuhren auch gleich mit dem Airport Shuttle in die City, wo wir unser Zimmer im Holiday-Inn Hotel bezogen. Da wir den Rest der Gruppe, die von Memmingen aus nach Edinburgh flogen, erst gegen 18 Uhr erwarteten, zogen wir zunächst alleine los und erkundeten zu Fuß die Innenstadt. Edinburgh gilt ja als eine der schönsten und für Touristen attraktivsten Städte Europas. Auch uns hat die Stadt sehr gut gefallen, auch wenn wir zum einen insgesamt wenig Zeit hatten, zum anderen das Wetter für touristische Aktivitäten nicht sehr einlud. Der Montag ging eigentlich noch, da war es nur windig aber noch weitgehend trocken. Wie bereits erwähnt, sind wir irgendwann dann auch wieder zurück ins Hotel, um auf die Anderen zu warten, die dann auch bald eintrafen. Dann, als Tanja, Stefan, Gise, Uwe und Inge kamen, war das Hallo natürlich riesig. Aber halt: einer fehlte ja noch, Winne, der hatte sich schon in einem Pub mit den Einheimischen angefreundet. :-) .

Nach dem Einchecken und auch dem Eintreffen von Winne zogen wir dann los Richtung Innenstadt, um etwas zu trinken und zu essen. Die Pubs sind gemütlich, die Leute freundlich und die Preise aufgrund des Kursverlustes des Britischen Pfundes inzwischen mit unseren vergleichbar, teilweise sogar eher günstiger.

Hoch die Tassen

Danach zogen wir weiter in einen anderen Pub, um Jojo und seine Gruppe, die ebenfalls von Memmingen aus flogen, aber in einem anderen Hotel wohnten, zu treffen. Dort verbrachten wir den Rest des Abends und feierten noch in Winnes Geburtstag hinein. Und das sogar 2 Mal, einmal um 12 Uhr schottischer und dann noch mal um 12 Uhr deutscher Zeit. :-)

Smalltalk im Pub

Am Spieltag trafen wir uns zeitig zum Frühstück, um vor der Bahnfahrt nach Glasgow noch ein wenig die Stadt zu erkunden. Inzwischen war das Wetter nicht mehr nur grau, inzwischen hatten wir Dauerregen und es war nasskalt. Dennoch liefen wir Richtung Edinburgh Castle und trotzten dem Wetter, um wenigstens etwas von Edinburgh zu sehen. Ich muß sagen, die Stadt hat etwas. Ich habe mir fest vorgenommen, zu einer angenehmeren Jahreszeit wieder zu kommen. Da ich inzwischen schon zum dritten Mal mit dem VfB in Schottland war, gehe ich bei unserem “Losglück” davon aus, daß sich Fußball und Kurzurlaub in Schottland in naher Zukunft mal wieder verbinden lassen. Hier ein paar Eindrücke unseres Spaziergangs.

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Danach holten wir unser Gepäck aus dem Hotel und machten uns auf Richtung Waverley Station, dem Hauptbahnhof von Edinburgh, um mit dem Zug nach Glasgow zu fahren.

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Um keine Zeit zu verlieren legten wir den Weg von der Glasgower Queen Street Station zum Holiday Inn in Glasgow mit dem Taxi zum Spottpreis von nur 5 Pfund zurück. Da so eine Zugfahrt durstig macht, testeten wir als erstes unsere Hotelbar. Da die Schotten gestauchtes Bier nicht kennen und es eher eiskalt vernichten, heiligt der Zweck auch manchmal die Mittel. :-) ))

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Danach ging es dann schnurstracks, ebenfalls mit dem Taxi, in den Lauders Pub. Dort warteten bereits Heiko und Nico auf uns, die über Dublin nach Edinburgh kamen. Die Kneipe war voller VfB-Fans, so daß man sich schon einmal in Form singen konnte.

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Langsam kam dann doch Vorfreude auf das Spiel und (vor allem?) das Stadion auf. Nach den zuletzt gezeigten Leistungen, waren die Erwartungen im Keller. Kaum jemand rechnete wirklich damit, daß man die Schotten so einfach wegputzen könnte. Der Dauerregen in Glasgow tat sein übriges. Wie wollen unsere Schönwetterspieler den schottischen Kampfmaschinen Paroli bieten? Bei meinen ersten beiden Glasgow-Besuchen war es doch das gleiche. Wir hatten die vermeintlich bessere Mannschaft und ließen uns von den Schotten den Schneid abkaufen, dann kommt das Publikum, macht das Stadion zum Hexenkessel und unsere Jungs schleichen sichtlich beeindruckt über den Rasen und laden den Gegner zum Toreschießen ein. Warum sollte ausgerechnet jetzt, in der größten Krise seit 1974/75, alles anders werden? Das gute daran: je weniger die Hoffnung, desto geringer die Enttäuschung, wenn das Erwartete eintrifft. Unseren Schottland-Trip würden wir uns jedenfalls von einer desolaten Leistung nicht vermiesen lassen.

Da das Spiel im Ibrox-Park bereits um 19.45 Uhr schottischer Zeit begann, brachen wir gegen 18 Uhr Richtung Stadion auf. Die Buchanan-Station ist unweit des Pubs – die dort verkehrende Metro fährt direkt zum Stadion. An der Station angekommen, kam erst einmal Enttäuschung und Unverständnis auf . Berichten anderer Fans zufolge wurde in den langen Schlangen bis zum Bahnsteig von VfB-Fans geschoben und somit Unruhe gestiftet. Daraufhin ließen die den Eingang bewachenden Polizisten keine VfB-Fans mehr in die Station und forderten uns auf, die 3-4 Meilen bis zum Stadion zu laufen. Daraufhin versteckten wir unsere Fan-Utensilien und nahmen den anderen Eingang, was auch problemlos klappte. Wir befürchteten schon, daß sich dieses Vorkommnis auch auf die Kontrollen am Stadion auswirken würde, was sich aber nicht bewahrheitete. Laut der vom VfB übersetzten und abgedruckten Stadionordnung wären ja nicht einmal Fotoapparate erlaubt gewesen, doch im Stadion blitzte es an allen Ecken und Enden. Der Einlass und die Kontrollen waren eher lasch im Vergleich zu manchem Bundesligaspiel. Vielleicht liegt das am überwiegend guten Benehmen der VfB-Fans bei den letzten drei Glasgow-Besuchen. Ich würde das ganze mal als angemessen bezeichnen, da es sich auch nicht gerade um ein Problemspiel handelte und die Rangers und die VfB-Fans ja auch durchaus gemeinsam gefeiert haben.

Im Stadion war der Gästebereich bereits sehr gut gefüllt, während die Tribünen der Rangers-Fans noch sehr leer waren.Dies änderte sich kurz vor Spielbeginn schlagartig. Die offizielle Zuschauerzahl betrug 41.468, laut Rangers Webseite würden 51.082 ins Ibrox-Stadium hereinpassen, bei CL-Spielen wahrscheinlich etwas weniger. Trotzdem ist das ein Indiz dafür, daß den Schotten angesichts des schwachen Pfundes der Groschen nicht mehr so locker sitzt und andererseits die Fans mit den jüngsten Leistungen der Mannschaft unzufrieden sind. Walter Smith ist ob seiner Defensiv-Taktiken ähnlich umstritten wie bei uns derzeit Markus Babbel.

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Die Stimmung im Stadion war zu Beginn top. Im Bereich der rund 2.500 mitgereisten VfB-Fans war sowieso immer Stimmung. Die Schotten wurden von zwei kleinen Fanblöcken am linken und rechten Rand des VfB-Sektors immer wieder angepeitscht. Für kurze Zeit hat dann auch mal das ganze Stadion mitgemacht, dann hört man natürlich für diese Zeit vom Gästeblock fast nichts mehr. :-) Aber: Gott sei Dank waren das dieses Mal nur kurze Strohfeuer, über weite Strecken war der VfB-Support um Längen besser.

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Beim Abspielen der Champions League Hymne läuft es dann einem nicht so sehr von Champions League Teilnahmen verwöhnten VfB-Anhänger immer noch kalt den Rücken runter. Wenn diese Hymne ertönt, wird man wieder daran erinnert, daß man trotz Relegationsplatz in der Bundesliga noch immer im Kreis der Großen mitspielen darf. Und, anders als 2007, stehen die Chancen aufs Achtelfinale gut, und das obwohl wir bis vor dem Spiel noch sieglos waren.

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Hinein ins Spiel: der VfB war gegenüber dem insgesamt schwachen Auftritt gegen Hertha auf zwei Positionen verändert. Für Marica spielte Pogrebnjak, für Hitzlsperger Osorio. Taktisch kehrte der VfB zur Doppel-Sechs, gebildet von Kuzmanovic und Träsch, zurück. Cacau spielte allenfalls eine hängende Spitze. Der VfB begann engagiert, auch weil die Rangers ihm die Initiative überließen. So gab es bereits in der Anfangsphase eine gute Chance für Cacau, die aber McGregor im schottischen Tor hervorragend vereitelte. Der VfB ließ aber nicht nach und ging bereits nach einer guten Viertelstunde durch den glänzend aufgelegten Sebastian Rudy verdient in Führung. Der Jubel im VfB-Block war natürlich riesig. Einige Unverbesserliche haben aber wohl den Schuß nach dem Frankfurt-Spiel nicht gehört und zündeten ein Bengalo, das dicke Rauchschwaden nach sich zog. So ein Bengalo sieht ja schon gut aus, aber angesichts der drohenden Strafen an den Verein sollten Fans, denen der VfB am Herzen liegt, solche Aktionen tunlichst unterlassen. Nicht auszudenken, sollte der DFB (…gut, in diesem Fall ist die UEFA zuständig…) einmal eine Platzsperre oder ein Geisterspiel aussprechen.

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Alles in allem spielte der VfB souverän nach der Führung und stark leistungsverbessert. In zwei, drei Situationen Mitte der ersten Halbzeit hätte das Spiel nach individuellen Fehlern kippen können, wenn die Schotten ihre Chancen genutzt hätten. Damit hatten sie aber ihr Pulver auch schon wieder verschossen und der VfB das Spiel im Griff. Die 0:1 Pausenführung war hochverdient und die Stimmung im VfB-Block glänzend.

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In der 59. Minute dann erhöhte der schon seit Wochen stark spielende Kuzmanovic auf 0:2, womit das Spiel entschieden war. Der Rest war nur noch Feiern und von einigen auch Häme gegenüber den Rangers Fans, worauf diese natürlich sauer reagierten. Auf die Palme brachte sie als vom VfB-Block die Celtic-Hymne schlechthin “You’ll never walk alone” angestimmt wurde. Genauso beliebt machten sich diejenigen, die Celtic-Schals oder sonstige Celtic-Fan-Utensilien in Richtung der Rangers Fans hielten. Mir ist Celtic auch sympathisch, seit wir dort gespielt haben, trotzdem empfinde ich solche Provokationen als Respektlosigkeit gegenüber den Rangers und unterlasse so etwas deswegen. Schließlich wollen wir hinterher auch mit den Rangers noch ein Bierchen trinken können. :-) Der Großteil der anderen Rangers-Fans machte sich schon ab der 70. Minute in Scharen vom Acker, zu groß war die Enttäuschung über die Leistung der eigenen Mannschaft und dem daraus resultierenden Ausscheiden aus dem Europacup.

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Am VfB hatte ich an diesem Dienstag wenig auszusetzen. Klar waren die Rangers kein Gradmesser, ob die Krise jetzt bewältigt ist. Aber, der VfB hat auch schon bewiesen, daß man trotzdem dort verlieren kann. Das hat der VfB vermieden und war im Grunde fast die gesamten 90 Minuten spielbestimmend. In die Einzelkritik möchte ich daher auch nicht groß gehen. Hervorzuheben sind allerdings Kuzmanovic, Boka und natürlich Rudy. Formverbessert hat sich Aleks Hleb gezeigt. Er hat viel probiert, dribbelte sich aber ein ums andere Mal fest. Allerdings war auch auffällig, daß selten ein Mitspieler mitging und anspielbar war. Pogrebnjak wirkte unglücklich und bei seinen Chancen übernervös. Er rackerte aber immens und lief viel. Ich denke, wenn er mal wieder ein Erfolgserlebnis hat, wird er auch kommen. Vielleicht reicht ja auch mal “nur” ein Stürmertor, daß auch die Kollegen die schon seit Wochen andauernde Flaute beenden können. Scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Gefallen haben mir im übrigen auch Delpierre, Träsch, Osorio und Cacau, wobei ich jetzt doch wieder fast die gesamte Mannschaft aufgezählt habe. :-) .

Die Mannschaft wurde dann auch aufgrund des unerwartet starken Auftritts vom Anhang gefeiert. Höhepunkt der Feierlichkeiten im Stadion war die gemeinsam praktizierte Umba.

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Nach einer rund 15-minütigen Blocksperre verließen wir sehr zufrieden den Ibrox-Park. Der Trip hat sich in jeder Hinsicht gelohnt. Glasgow und die Stadien dort sind immer eine Reise wert, dazu mit einer klasse Truppe unterwegs gewesen und erstmals seit 2 Monaten wieder einen Sieg eingefahren.

Ich hoffe, das war der Anfang vom Ende der Krise. Gegen den Tabellenführer Leverkusen wird es natürlich sauschwer, zumal wir dort in schon deutlich besseren Phasen sehr schlecht ausgesehen haben. Leider fehlt Kuzmanovic am Sonntag wegen seiner gelb-roten Karte gegen Hertha. Auch gegen Leverkusen habe ich persönlich keine besonders hohen Erwartungen. Eine Niederlage wäre normal. Mir geht es mehr um das Wie. Mit einer gesunden Einstellung und hoher Konzentration den Leverkusenern das Leben schwer machen und eigene Nadelstiche setzen. Einfach, den Aufwärtstrend von Glasgow fortsetzen. Wenn man dann verliert und alles versucht hat, der Gegner aber besser war, kann man auch aus so einem Spiel gestärkt hervorgehen und die Punkte dann eben gegen Bochum holen. Horst Heldt hat im Interview gesagt, man darf nach diesem Spiel zufrieden aber nicht selbstzufrieden sein, meiner Meinung nach hat er es damit auf den Punkt gebracht. Selbstzufriedenheit brachte uns erst in die Abwärtsspirale.

Nach dem Spiel fuhren wir  wieder ins Lauders, wo die Party weiter ging. Mit einem netten schottischen Mädel tauschte ich dann noch meinen Schal, so daß ich auch mein Souvenir mitgebracht habe. Dumm nur, daß in Schottland die Pubs (zumindest unserer und viele umliegende) um Mitternacht schließen. Dann fuhren wir eben mit dem Taxi zurück ins Hotel, die Hotelbar hatte bis 2 Uhr auf. ;-)

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An der Bar dann mußten wir uns dann auch schon wieder von den Memmingen-Fliegern verabschieden (wir sehen uns am Samstag :) )), da sie in aller Hergotts Früh raus mußten am Mittwoch. Unser Flug stand erst um 13.55 Uhr auf dem Programm, so daß wir gemütlich in den Tag starten konnten. Aufgrund einer zweistündigen Verspätung des Abflugs verpaßten wir in Frankfurt den Flug nach Stuttgart und bekamen von der Lufthansa Gutscheine für die Bahn, mit der wir dann heimfuhren und zur zweiten Halbzeit der Champions League Konferenz schließlich daheim waren. Aber dies nahmen wir gerne in Kauf, wir, waren schließlich dabei. Alles für den Verein!

29.11.2009

Debakel in Leverkusen: Beim VfB brechen alle Dämme

Nach ziemlich genau einer Stunde waren selbst die VfB-Fans mit ihrer Geduld am Ende. Mit erstaunlicher Gleichmut hatten sie monatelang den Niedergang des Clubs verfolgt und auch in den dunkelsten Momenten einen Grund zum Feiern gefunden. Nun aber, bei dieser Vorführung in Leverkusen, wollten auch sie nicht länger zuschauen: “Wir haben die Schnauze voll”, sangen sie und riefen den Stuttgarter Spielern nach dem Schlusspfiff wüste Beleidigungen hinterher.

Nach einer desolaten Vorstellung hat der VfB bei Bayer am Sonntag Nachmittag völlig verdient mit 0:4 (0:2) verloren und liegt in der Tabelle auf dem vorletzten Platz. Auf eine Trendwende hatten die Stuttgarter nach dem Sieg in der Champions League bei den Glasgow Rangers gehofft – nun spitzt sich die Lage noch weiter zu, vor allem für den Teamchef Markus Babbel. Er steht nach diesem leblosen Auftritt seiner Mannschaft vor der Entlassung.

Im Vergleich zum Sieg in Glasgow hatte Babbel seine Elf auf zwei Positionen verändert: Der wieder genesene Serdar Tasci anstelle von Georg Niedermeier kehrte in die Innenverteidigung zurück; und für den gesperrten Zdravko Kuzmanovic brachte der Teamchef nicht etwa den Kapitän Thomas Hitzlsperger, sondern Timo Gebhart. Der spielte auf rechts, während Sebastian Rudy neben Christian Träsch im zentralen defensiven Mittelfeld begann.

Den Angriffen hilflos ausgesetzt

Der VfB fand zunächst gar nicht schlecht ins Spiel. Keine zwei Minuten waren vergangen, als Cacau nach einem Geistesblitz von Alexander Hleb allein vor dem Tor stand – und in den Boden trat. Kurz danach zeigte auch sein Angriffspartner Pawel Pogrebnjak, wie man es nicht macht: Allein steuerte der Russe aufs Tor zu, lief immer weiter – und merkte erst dann, dass für ein Torerfolg auch ein Abschluss nötig ist. Fahrlässig ging der VfB mit seinen frühen Chancen um – und sah sich fortan dem Leverkusener Angriffswirbel hilflos ausgesetzt.

Etwa von der zehnten Minute an zeigte sich in aller Deutlichkeit, warum Bayer Tabellenführer ist und der VfB ein Abstiegskandidat. Wie in einem Trainingskick müssen sich die Hausherren gefühlt haben, so ungestört durften sie sich die Bälle zuschieben. Erschreckend leidenschaftslos und ohne jegliche Struktur präsentierte sich der VfB, der den Ernst der Lage ganz offensichtlich noch immer nicht erkannt hat.

Chance auf Chance erspielten sich die Leverkusener bis zur Halbzeit. Eine davon verwertete Stefan Kießling: Im Anschluss an einen Freistoß sprang Sami Hyypiä nicht zum ersten Mal höher als der auch in der Defensive orientierungslose Pogrebnjak; sein Kopfball landete bei Kießling, der aus wenigen Metern verwertete (22.). Matthieu Delpierre hatte den Nationalstürmer zuvor aus den Augen verloren.

“Wir sind dämlich und spielen großen Mist.”

Genauso amateurhaft stellten sich die Stuttgarter beim zweiten Gegentreffer an: Kein Verteidiger fühlte sich für Eren Derdiyok zuständig, als der Schweizer aus dem Mittelfeld in den Strafraum sprintete. Also durfte er völlig ungehindert die maßgenaue Flanke von Toni Kroos einköpfen (38.). Mit dem 0:2-Pausenrückstand war der VfB bestens bedient, denn auch ein Debakel wäre zu diesem Zeitpunkt möglich gewesen. Zweimal jedenfalls landeten Schüsse von Kroos am linken Pfosten. Und dass Pogrebnjak kurz vor dem Halbzeitpfiff frei vor dem Tor viel zu umständlich eine weitere Chance verstolperte, brachte den VfB-Manager Horst Heldt vollends auf die Palme.

Über die “dilettantische Chancenverwertung” wetterte er in der Pause und ließ auch am Rest der Mannschaft kein gutes Haar. “Wir sind dämlich und spielen großen Mist”, sagte er, es sei “eine Vollkatastrophe” und “unfassbar, was einige abliefern”. Dem Teamchef empfahl Heldt, “am besten alle elf Spieler auszuwechseln”.

Babbel beließ es bei zwei Wechseln und brachte für Gebhart und Cacau Roberto Hilbert und Julian Schieber. Besser wurde es aber auch mit ihnen nicht. Nach Belieben durfte Bayer weiterhin kombinieren – die logische Konsequenz waren zwei weitere Tore von Stefan Kießling: Zum 3:0 lieferte erneut Kroos die Vorarbeit; und vor dem Elfmeter zum 4:0 rannte Jens Lehmann vor lauter Frust im Strafraum Derdiyok um. Zwölf Saisontore hat Kießling nun auf seinem Konto – genau einen Treffer mehr als der VfB in der ganzen Saison erzielt hat.

Leverkusen: Adler – Schwaab, Friedrich, Hyypiä, Castro (84. Sarpei) – Vidal (84. Bender), Reinartz – Barnetta, Kroos – Derdiyok, Kießling (89. Helmes).

Stuttgart: Lehmann – Osorio, Tasci, Delpierre, Boka – Rudy, Träsch – Gebhart (46. Hilbert), Hleb – Cacau (46. Schieber), Pogrebnjak (73. Marica).

Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf).

Tore: 1:0 Kießling (22.), 2:0 Derdiyok (38.), 3:0, 4:0 Kießling (59., 87./Foulelfmeter).

(STZ online)

30.11.2009

Die Trainerfrage bleibt offen:Die Entscheidung wird vertagt

Nach der Niederlage am Sonntag gegen den Tabellenersten Bayer Leverkusen diskutieren beim VfB die Verantwortlichen über die Konsequenzen für den Verein. Ob Markus Babbel auch weiterhin Trainer bleiben kann, ist nach wie vor unklar. Das Training hat er am Montag geleitet. Wie es weitergeht, wird wohl erst am Dienstag entschieden. (STZ online)

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9. Januar 2010

Der VfB Stuttgart im Oktober 2009

Oktober

4.10.2009

Der VfB Stuttgart trauert um Rolf Rüssmann

Zehn Tage vor seinem 59. Geburtstag verstarb in der Nacht von Freitag auf Samstag Rolf Rüssmann nach einem langen Krebsleiden. Er war beim VfB Stuttgart von Februar 2001 bis Dezember 2002 als Vorstandsmitglied für den Bereich Sport verantwortlich.

Vor dem Spiel gegen Werder fand eine Gedenkminute für den leider viel zu früh verstorbenen Ex-Manager Rolf Rüssmann statt. Der VfB hat Rolf Rüssmann einiges zu verdanken. Als der VfB finanziell am Abgrund stand und sportlich im Abstiegskampf steckte, brachte er Ralf Rangnick dazu, sein Amt abzugeben und installierte gegen einige Vorbehalte Felix Magath als neuen Trainer. Unter Rüssmanns Regie schaffte der VfB gerade noch den Klassenerhalt, und der Aufstieg begann.

Aus Spiegel online dazu zu seinem damaligem Rauswurf: Der Manager drängte die Mannschaft trotz der Erfolge auf einen Gehaltsverzicht. Als dies nicht umsetzbar war, strich Rüssmann kurzerhand die Punktprämien. Der Manager wollte die sportliche Zukunft des Vereins planen, hatte jedoch keine Vollmachten. “Ich kann alleine nicht abschließen”, so Rüssmann, “wozu habe ich einen Etat, wenn man der sportlichen Leitung nicht einräumt, im Rahmen dieses Etats Entscheidungen zu treffen.” So hatte der 52-jährige Rüssmann Kapitän Zvonomir Soldo ein neues Angebot vorgelegt. Jedoch fehlte die Unterschrift des Präsidenten, dadurch war es völlig wertlos. “Hier sind alte Seilschaften am Werk, die an allen Ecken und Enden versuchen, mich rauszudrücken”, sagte der ehemalige Vorstopper.

Dass Rüssmann beim VfB gescheitert ist und rausgeschmissen wurde, lag zum Großteil an verletzter Eitelkeit der damaligen handelnden Personen, allen voran der Ex-Präsident Haas. Ich trauerte ihm lange hinterher, alleine schon jedes Mal, wenn das Rumgeeiere in Bezug auf ein reines Fußballstadion wieder auf der Tagesordnung war. Rolf Rüssmann hätte sich von der Stadt sicher nicht so lange auf der Nase herumtanzen lassen und hätte mit Auszug aus dem (damaligen) Gottlieb-Daimler-Stadion gedroht, wäre die Leichtathletik-Lobby auch ihm gegenüber lange stur geblieben.

Er war schließlich in Deutschland ziemlich der erste, der begriff, dass einem neuen, multifunktionalen, reinen Fußballstadion die Zukunft gehört und stellte der Borussia aus Mönchengladbach den Borussia-Park hin.

4.10.2009

0:2: VfB läßt sich von Bremen vorführen

Ausgerechnet “Lieblingsgegner” Werder Bremen hat dem VfB Stuttgart sein Jubiläum verdorben. Die schwachen Schwaben verloren ihr 1500. Spiel in der Fußball-Bundesliga verdient mit 0:2 (0:1). Claudio Pizarro brachte Bremen am Sonntag bereits in der 3. Minute mit seinem fünften Saisontor auf die Siegerstraße, Aaron Hunt (51.) machte schon früh alles klar.

Dieses Mal war es Stefano Celozzi, der den frühen Rückstand der Bremer einleitete und Marin nie in den Griff bekam. In der 41. Minute traf ihn dann der Bannstrahl des Trainers, der in auswechselte. Für einen Fußballer die Höchststrafe. Für ihn brachte er Christian Träsch, der seinerseits nach seinem Fehler gegen Köln einige Zeit außen vor war. Der VfB war erneut nach vorne ideenlos, nach hinten anfällig und taumelt immer mehr im Niemandsland der Tabelle oder noch schlimmer Richtung Abstiegsplätze. Von dem, was die Mannschaft in der Rückrunde der vergangenen Saison ausgezeichnet hatte, ist rein gar nichts mehr zu sehen. Babbel macht einen hilflosen Eindruck, keine seiner Maßnahmen greift. Gegenüber dem Rumänien-Spiel wechselte er erneut das Sturmduo aus, doch auch Schieber und Cacau blieben nahezu chancenlos. Ganz anders die Bremer, die mit einer starken Mannschaftsleistung nie ernsthaft in Gefahr gerieten und die Tore zum für sie psychologisch günstigen Zeitpunkt machten.

Ich stand bisher immer hinter Babbel, weil mir seine Art gefällt, er das sogenannte Bayern-Gen eingeimpft hat und lieber an die eigenen Stärken appelliert, als den Gegner stark zu reden, wie es Armin Veh gerne getan hat. Seit diesem Spiel aber war ich für eine Trennung gewesen, um die Saison noch halbwegs retten zu können. Der Zeitpunkt wäre günstig gewesen vor der Länderspielpause. Ein neuer Trainer hätte sich zumindest mit den Gegebenheiten beim VfB vertraut machen können und die Daheimgebliebenen schon einmal kennen lernen können. Zu diesem Zeitpunkt traute ich Babbel die Wende nicht mehr zu. Die Mannschaft spielte über Wochen zu schwach mit zu vielen individuellen Patzern, ist keine Einheit auf dem Platz. Der ballführende Spieler ist die ärmste Sau, weil sich keiner anbietet. Das Spiel ohne Ball katastrophal, die Raumaufteilung auf dem Platz furchtbar. In dieser Phase hatte fast jeder Gegner leichtes Spiel mit dem VfB. Dieses Spiel zeigte auch auf, dass der Sieg in Frankfurt nur ein Ausrutscher nach oben war und keine Trendwende einleitete. Doch Manager Heldt hielt weiter stoisch an seinem Freund und Nachbarn Babbel fest. Damit war mir ziemlich klar, dass die Spiele gegen Schalke und Sevilla auch abgeschenkt werden und frühestens in Hannover, gegen einen Gegner auf Augenhöhe, die Wende eingeleitet werden kann.

Vor dem Spiel waren wir noch zum Frühschoppen auf dem Wasen, dort wenigstens war die Stimmung noch ausgelassen. Hinterher im SSC war sie dann getrübter und dem ein oder anderen wuchsen lange Ohren. ;-)

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5.10.2009

VfB in Hektik: Babbel kriegt frei

Die Talfahrt des VfB Stuttgart in der Bundesliga sorgt für hektische Betriebsamkeit. Der Sportdirektor Horst Heldt hat nun beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) erwirkt, dass der Teamchef Markus Babbel in dieser Woche nicht am Trainerlehrgang teilnehmen muss. “Wir werden nun besprechen, was die ersten Maßnahmen sind. Die Hälfte der Mannschaft ist nicht da. Aber in der momentanen Situation ist es Gift, wenn der Trainer auch noch fehlt. Ich versuche auch so viele Spieler wie möglich dazubehalten”, sagte Heldt nach der Heimpleite gegen Werder Bremen.

5.10.2009

Neue VfB-Probleme:Tasci und Khedira verletzt

Bei Serdar Tasci sind die Knieprobleme vom Sommer zurückgekehrt, er musste sogar die Reise zur Nationalmannschaft absagen. Womöglich war es doch die falsche Entscheidung, den Haarriss an einem Knorpel nicht operieren zu lassen. Auch Sami Khedira ist zunächst aus dem Training genommen worden. Sein Fuß meldet eine Überlastungsreaktion – die Vorstufe zu einem Ermüdungsbruch. Beide Probleme könnten sich auswachsen – und Khedira und Tasci somit wochenlang ausfallen.

8.10.2009

Gute Stimmung im Bierzelt

Die verbliebenen VfB-Spieler, das Trainerteam, Vorstand Sport Horst Heldt, Präsident Erwin Staudt, Direktor Sport/Verwaltung Jochen Schneider und zahlreiche VfB-Mitarbeiter pilgerten am Mittwochabend auf den Cannstatter Wasen. Das Dinkelacker-Festzelt auf dem Cannstatter Volksfest war mit  3.000 VfB-Fans gut gefüllt. Als der Präsident, Spieler und Trainer nach dem Essen die Bühne bestiegen, stieg die ohnehin schon gute Stimmung beträchtlich an.

Angesichts der jüngsten Ergebnisse und Auftritte war der Empfang der Fans sehr freundlich. Und beim Fest zeigte auch Präsident Staudt mal wieder Präsenz. Die Wochen zuvor fragte ich mich schon, ob es ihn noch gibt…

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9.10.2009

Training ohne Nationalspieler

Wenn es die Zeit zuläßt schaue ich gerne mal beim Training vorbei, so auch an diesem Tag. Es war ja ein überschaubarer Haufen übrig geblieben. Das Gros des Teams weilte bei den diversen Auswahlteams ihrer jeweiligen Nationen. Mich wundert es immer wieder, wenn ich mal beim Training bin, dass ein Großteil des Programms aus Laufen und Gymnastik besteht und so wenig an der Verbesserung der fußballerischen Schwächen gearbeitet wird. Es werden da kaum einmal Standards trainiert, obwohl die schon seit einiger Zeit katastrophal sind. Das Paßspiel wird zwar hin und wieder traniert, jedoch von den Trainern eher selten aktiv eingegriffen, wenn etwas nicht funktioniert. In dieser Hinsicht kam mir Babbel zu Beginn seiner Teamchef-Tätigkeit engagierter vor.

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10.10.2009

Zeichen gesetzt:

Die VfB-Spieler, die nicht bei ihren Nationalmannschaften weilen, traten am heutigen Samstagnachmittag in Winnenden zu einem Benefizspiel zugunsten der Opfer des Amoklaufs an der Albertville-Realschule an. Das Spiel fand im Herbert-Winter-Stadion statt. Die Mannschaft von Markus Babbel gewann mit 14:0 gegen eine Auswahl von Akteuren des SV Winnenden und umliegender Vereine aus der betroffenen Region sowie Fußballern aus Wendlingen. Torschützen: Klauß, Bastürk (5), Hofmann (2), Walch, Hilbert, Niedermeier, Simak, Elson und ein Eigentor.

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10.10.2009

Länderspiele:

Russland-Deutschland 0:1, Deutschland fährt nach Südafrika:

Die deutsche Nationalmannschaft hat sich durch einen 1:0-Sieg in Moskau gegen die russische Auswahl vorzeitig für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika qualifiziert. Das Tor des Tages erzielte der Stürmer des FC Bayern, Miroslav Klose. Vom VfB kam lediglich Pavel Pogrebnyak auf russischer Seite zu einem Kurzeinsatz. Hitz und Cacau schmorten 90 Minuten auf der Bank.

Es war ein Klasse-Spiel beider Mannschaften, indem die Deutschen die Glücklicheren waren. Adler und Klose waren die Garanten für den Sieg. Jetzt fahren “wir” also nach Südafrika, letzten Endes haben die Deutschen wieder eine souveräne Qualifikation gespielt und die Big-Points gegen Russland eingefahren. Nachdem wir bei den letzten drei großen Turnieren in Portugal, Deutschland, Österreich und der Schweiz waren, lassen wir Südafrika aus. Einen gewissen Reiz hätte auch dieses Turnier für mich gehabt. Aber ich habe große Bedenken, wie dort die infrastrukturelle und die Sicherheitslage ist. Wenn ich eine Reise mache, möchte ich mich frei bewegen und mich erholen können. Dort scheint das nicht so ohne weiteres möglich zu sein. Die Kriminalität ist immer noch immens hoch, die Organisatoren tun zwar ihr möglichstes und “säubern” die Städte von Obdachlosen und Wegelagerern, damit die weite Welt eine schöne Zeit erlebt. Um diesen Preis allerdings möchte ich die WM nicht erleben. Eine WM ist immer auch ein Fest für das Volk, doch wenn von vornherein solche Maßnahmen notwendig sind, um ein einigermaßen sicheres Fest zu veranstalten, zeigt es mir, dass das Land noch nicht so weit ist. Das Geld, das die WM kostet, hätte eingesetzt werden müssen, um die Probleme in den Griff zu bekommen und die Leute in Lohn und Brot zu bringen. Die Infrastruktur scheint auch ein großes Problem zu sein. Der Transport zu den Stadien soll in Kleinbussen vonstatten gehen, wie ich gelesen habe. Ich persönlich würde mir auch Sorgen um die Flugsicherheit machen, wenn ich einen innerafrikanischen Flug nehmen müßte, um von A nach B zu gelangen. Und an einem Ort zu verharren, um solchen Problemen und Risiken zu entgehen, das möchte ich auch nicht. Ich würde mir wünschen, dass die Fifa zukünftig Weltmeisterschaften nur noch in große und aufstrebende Fußballnationen vergeben würde, in denen WM-taugliche Stadien und die Infrastruktur bereits weitestgehend vorhanden sind und nicht innerhalb von sieben Jahren aus dem Boden gestampft werden müssen. Fraglich ist doch, was danach passiert. Was hat Südafrika späten von den riesigen teuren Stadien, werden die jemals wieder ausgelastet sein oder hat man sich dort Milliardengräber hingestellt und die Leute hungern weiter.

Die Euro 2012 werde ich voraussichtlich wieder besuchen, obwohl ja vor allem die Ukraine ebenfalls massive Probleme hat, die Anforderungen zu erfüllen.

Weitere Länderspiele an diesem Tag mit VfB-Beteiligung:

Malawi-Elfenbeinküste 1:1, Boka über 90 Minuten am Ball, dieses Remis reichte, um das Ticket für die WM in Südafrika zu lösen.

Mexiko-El Salvador 4:1, Durch einen klaren 4:1-Sieg gegen El Salvador qualifizierte sich Mexiko vorzeitig für die WM 2010. Ricardo Osorio war hierbei über die gesamten 90 Minuten in der Innenverteidigung, an der Seite von Barca-Star Rafael Marquez, im Einsatz. Gemeinsam mit seinen Teamkollegen durfte “Oso“ hernach die erfolgreiche Qualifikation der “El Tri“ zur Weltmeisterschaft bejubeln.

Serbien-Rumänien 5:0, In der Europa-Gruppe 7 konnte Serbien mit einem 5:0-Erfolg über Rumänien das begehrte Ticket zur WM in Südafrika lösen. Ciprian Marica, der über 60 Minuten für seine Farben im Einsatz war, vermochte nichts an der hohen Niederlage zu ändern. Seinem Mannschaftskameraden vom VfB, Zdravko Kuzmanovic, gelang dagegen nach seiner Einwechslung in der zweiten Hälfte der Treffer zur zwischenzeitlichen 3:0-Führung Serbiens.

Australien-Holland 0:0, VfB-Innenverteidiger Khalid Boulahrouz war auf der rechten Abwehrseite über die gesamten 90 Minuten für die “Elftal” von Trainer Bert van Marwijk am Ball und zeigte eine ansprechende Leistung bei seinem Comeback im Oranje-Trikot.

14.10.2009

Länderspiele:

Deutschland-Finnland 1:1, Unentschieden zum Abschluss:

Die deutsche Nationalmannschaft kam am Mittwochabend in der Hamburger HSH-Nordbank-Arena vor 51.500 Fans nicht über ein 1:1 gegen Finnland hinaus. Da schon vor dem letzten Gruppenspiel der Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika klar war, dass die Löw-Truppe im Sommer mit dabei ist, nahmen die Spieler die Begegnung nicht ganz so ernst. Die Führung der Finnen in der ersten Halbzeit durch Jonatan Johansson glich Lukas Podolski kurz vor Schluss noch aus. Hitzlsperger wurde in der Halbzeit ausgewechselt, Cacau spielte durch.

Nach der über weite Strecken schwachen Vorstellung, gab es vom Hamburger Publikum ein gellendes Pfeifkonzert. Die Mannschaft reagierte mit Unverständnis, hatte sie doch 4 Tage zuvor mit Bravour die Hürde Russland genommen. Das ist ein zweischneidige Angelegenheit. Zum einen ist ja ein Fußballer manchmal wie Turnierpferd, er springt nur so hoch wie er muß. Soll heißen, nachdem in Russland eine riesengroße Last abgefallen ist, nahm man das Spiel zu locker, da es um nichts mehr ging. Auf der anderen Seite gibt es ja nicht so sehr viele Länderspiele: Es war auch die Möglichkeit für einige, die in der Nationalelf nicht die erste Geige spielen, sich zu zeigen, um bei den nächsten Länderspielen wieder berücksichtigt zu werden. Gerade unsere VfBler Hitzlsperger und Cacau haben diese Möglichkeit verpaßt, wobei es natürlich schwierig ist, in einer Mannschaft, in der es in einem Spiel nicht läuft, das Ruder zu übernehmen. Und wenn die Spieler in so einem Spiel, in dem es um nichts geht, schon nicht für sich spielen möchten: die Zuschauer haben es auch verdient, dass sie sich am Riemen reißen. Der DFB braucht sich nicht zu wundern, dass er inzwischen wieder Probleme hat, Länderspiele ausverkauft zu bekommen. Die Eintrittspreise sind stolz, überwiegend zwischen 40 und 100 Euro pro Ticket. Die Möglichkeit ein Länderspiel zu beobachten, hat man ja als Fan auch nicht alle Tage, für viele ist das dann der Fußballhöhepunkt des Jahres, und da erwartet man einfach, dass mit der bestmöglichen Mannschaft gespielt wird und diese sich reinhängt. Beides war in diesem Spiel kaum der Fall. Ich weiß, wovon ich spreche. Wir waren im November 2008 in Berlin beim Spiel Deutschland-England und bekamen eine espritlose Deutschland gegen eine englische B-Mannschaft zu sehen. Einen Klassiker hatten wir erwartet und bekamen fußballerische Magerkost, vor allem von der deutschen Mannschaft, zu sehen. Da war ich auch enttäuscht, zumal wir noch relativ teure Plätze hatten, die sich allerdings fast unterm Dach des Olympiastadions befanden, und wo es dann noch hineingeregnet hatte. An diesem Abend war ich auch bedient und schwor mir eigentlich, Freundschaftsspiele dieser Art zukünftig zu meiden. Aber nur eigentlich, am 3.3.2010 sind wir dabei, wenn in der Allianz-Arena Deutschland auf Argentinien trifft. Da es der einzige Test vor der WM-Vorbereitung ist, erhoffe ich mir aber schon, dass Jogi Löw mit dem bestmöglichen Team antritt und es keine Absagen hagelt.

Weitere Länderspiele an diesem Abend mit VfB-Beteiligung

Aserbaidschan-Russland 1:1, Pogrebnjak 90 Minuten auf der Bank

Rumänien-Faröer 3:1, Marica war bis zur 82. Minute im Einsatz

Trinidad & Tobago-Mexiko 2:2, Ricardo Osorio kam auf den kleinen Antillen nicht mehr zum Einsatz.

17.10.2009

1:2 Heimniederlage gegen Schalke: Die Talfahrt geht weiter

Der kriselnde VfB Stuttgart setzt seine Talfahrt fort. Gegen den FC Schalke 04 kassierten die Schwaben mit 1:2 (0:1) die dritte Heimniederlage in der Fußball-Bundesliga in Folge.

Ivan Rakitic (24. Minute) und der Ex-Stuttgarter Kevin Kuranyi (76.) erzielten für die “Königsblauen” am Samstag vor 42.000 Zuschauern in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena die Tore. Nationalstürmer Cacau (73.) hatte mit seinem ersten Erstliga-Treffer seit 724 Minuten nur kurzzeitig für Hoffnung auf wenigstens einen Teilerfolg der Schwaben gesorgt.

Obwohl leicht verbessert, hat der VfB Stuttgart das dritte Heimspiel in Folge verloren. Auch Lieblingsgast Schalke nahm die Punkte aus dem Schwabenland mit, erst zum vierten Mal überhaupt. Weder der Systemwechsel noch die sechsfache Rotation brachten die Trendwende bei der Babbel-Elf, Schalke spielte einfach überlegter und selbstbewusster – und ist jetzt fest etabliert in der Spitzengruppe. Stuttgarts Teamchef Markus Babbel setzte auf eine Mittelfeldraute und auf sechs Neue gegenüber dem 0:2 gegen Werder Bremen. Kapitän Hitzlsperger musste wie schon am 6. Spieltag aussetzen, Kuzmanovic erhielt den Vorzug und spielte halbrechts. Außerdem war Hoffnungsträger Hleb zurück und übernahm die “Zehner”-Position, Träsch bekam im defensiven Mittelfeld eine Chance. Walch und Hilbert (erkältet) blieben draußen. In der Viererkette begannen die genesenen Tasci – als Ersatzkapitän – und Magnin für Delpierre (Adduktorenprobleme) und Boka, im Angriff Pogrebnyak für Schieber.

Die Mercedes-Benz Arena verkommt immer mehr zum Selbstbedienungsladen für die Gästeteams. Auch der Systemwechsel mit Hleb auf der Zehn (als 10er war er schon früher als Balakov-Nachfolger überfordert) brachte nicht die Trendwende. Es zeigt sich immer mehr, dass der VfB den Gomez-Abgang nicht gut genug kompensiert hat. Gomez hatte durch seine Präsenz sich viele Bälle geholt und Angriffe mit eingeleitet. Dies fehlt momentan. So strahlt der VfB relativ wenig Torgefahr aus und muß zu allem Überfluss derzeit ständig durch individuelle Patzer entstandenen Gegentoren hinterher laufen. Erneut begünstigte eine unglückliche Aktion von Celozzi den Rückstand. Das Spiel gegen Schalke kann man zwar durchaus als Besserung gegenüber den letzten Auftritten einstufen, man ist ja bescheidener geworden. Dass es mit einer solchen Leistung aber auch gegen Sevilla schwer, wenn nicht unmöglich, werden würde, etwas Zählbares mitzunehmen, war an diesem Tag auch allen klar.

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20.10.2009

1:3 gegen Sevilla: Weiterer Nackenschlag für den VfB

Der krisengeschüttelte VfB Stuttgart muss nach der dritten Pflichtspielniederlage in Folge ernsthaft um den Einzug ins Achtelfinale der Champions League und Trainer Markus Babbel mehr denn je um seinen Job bangen. Die Schwaben verloren trotz einer zunächst ordentlichen Leistung am Ende verdient 1:3 (0:1) gegen den spanischen Spitzenklub FC Sevilla und warten damit auch nach dem dritten Spiel in der Königsklasse weiter auf den ersten Sieg.

Sebastien Squillaci (23./72.) und Jesus Navas (55.) versetzten dem VfB, der in der Bundesliga nach dem schwächsten Start seit der Abstiegssaison 1974/75 nur 13. ist, mit ihren Toren einen weiteren Nackenschlag. Dem eingewechselten Elson gelang lediglich noch der späte Anschlusstreffer (74.). Mit nur zwei Punkten hat Stuttgart vor der Rückserie in der Champions League, die am 4. November mit der Partie in Sevilla beginnt, eine denkbar schlechte Ausgangsposition, um sein Ziel K.o.-Runde doch noch zu erreichen.

Wie befürchtet ging also auch das Heimspiel gegen die Andalusier in die Hose. Der VfB spielte zwar phasenweise gefällig, doch einmal mehr insgesamt zu harmlos, um die Spanier ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Beim VfB spielte Träsch erstmals auf der Sechserposition und erfüllte die Aufgabe zufriedenstellend. Der VfB legte los wie die Feuerwehr, und hatte in den ersten 12 Minuten vier Torchancen, die aber allesamt ungenutzt blieben. Sevilla nutzte dagegen seine erste Chance eiskalt aus, als Hleb die Flanke nicht verhinderte und Boulahrouz im 5-Meter-Raum nicht eingriff. Dem zweiten Treffer ging ein Fehler von Jens Lehmann voraus, der eine Flanke vor die Füße von Jesus Navas abklatschte, der, reaktionsschneller als Boka, leicht und locker einschieben konnte. Damit war das Spiel gelaufen und die vierte Heimpleite in Serie besiegelt. Unterm Strich war zwar ein Aufwärtstrend erkennbar, doch was nutzt es, wenn man Ende wieder mit leeren Händen dasteht. Und so bekam man auch nach diesem Spiel wieder zu hören, die Mannschaft lebe doch und dass man darauf aufbauen könnte.

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22.10.2009

Vormittagstraining

Da mich die Situation schon sehr beschäftigte, machte ich es noch einmal möglich, zum Training zu gehen. Erneut war ich enttäuscht darüber, dass so wenig im fußballerischen Bereich trainiert und überwiegend Lauftraining und Gymnastik gemacht wurde. Georg Niedermeier machte mit Gerhard Wörn Aufbautraining. Thomas Hitzlsperger und Yildiray Bastürk trainierten zusammen das Umspielen von Slalomstangen mit Zweikampfverhalten, Julian Schieber und Roberto Hilbert den Torabschluß, die Torhüter trainierten separat. Gegen Ende jonglierten sich die Spieler in verschiedenen Grüppchen noch die Bälle zu und das wars. Horst Heldt ließ sich auch kurz auf dem Platz blicken. Babbel wirkte unverändert und schaute sich das Geschehen meist mit Abstand an.

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24.10.2009

Erneute Niederlage: Der VfB rutscht immer tiefer in die Krise

Der VfB Stuttgart rutscht immer weiter in die Krise. Bei Hannover 96 unterlag das Team mit 0:1 und bleibt in der unteren Tabellenhälfte stecken. Dennoch wird Markus Babbel am Dienstag auf der VfB-Bank Platz nehmen. Manager Horst Heldt sprach dem Trainer nach dem Schlusspfiff sein Vertrauen aus. “Es gibt keine Trainerdiskussion. Markus Babbel wird auch am Dienstag im DFB-Pokal bei der SpVgg Greuther Fürth auf unserer Bank sitzen”, sagte Heldt. Allerdings scheinen sich Trainer und Manager nicht in allen Punkten einig zu sein. “Wir benötigen jetzt endlich Ergebnisse. Es fällt sehr schwer, nach vier Niederlagen in Folge von einem Aufwärtstrend zu reden”, sagte Heldt und widersprach Babbel damit. Denn wenige Minuten zuvor hatte der Trainer noch erklärt: “Die Mannschaft war bissiger und hat alles für den Sieg getan. Es ist wichtig, dass der Trend nach oben geht.”
Der VfB begann mit einer Spitze und fünf Mann im Mittelfeld. In der Anfangsphase hatte das Team klare Feldvorteile, nutzte diese aber nicht aus. Mit der ersten gefährlichen Aktion der Hannoveraner gelang der Heimmannschaft in der ersten Hälfte die Führung. Nach einer Unachtsamkeit der VfB-Hintermannschaft passte Arnold Bruggink geschickt auf Konan Ya, der aus einer Abseitsposition zum entscheidenden Tor traf.

Nun taumeln Babbel und der VfB am Abgrund. Nach den Pleiten in der Bundesliga und in der Champions League droht der verunsicherten Mannschaft, die selbst gegen harmlose Gegner wie Hannover verliert, auch im Pokal nun das Aus. Doch klar ist: auch wenn Heldt sich nach dem Spiel gegen Hannover für Babbel entscheidet – eine weitere Niederlage im Spiel am Dienstag gegen Greuther Fürth wird der Trainer sich kaum leisten können.

Wir fuhren zu diesem Spiel mit dem Auto, weil die Bahn Mondpreise verlangte. Für den Preis zu viert hätten wir mit dem Auto etwa 7-8 Mal diese Strecke fahren können. So fuhren wir kurz nach 7 Uhr los und kamen auch sehr gut durch. Da es doch sehr stressig wäre, diese Strecke an einem Tag hin und zurück zu fahren, übernachteten wir in Hannover und fuhren am Sonntag dann nach dem Frühstück gemütlich zurück.

In Hannover bezogen wir unsere Zimmer im Intercity Hotel und zogen dann auch gleich los. Kaum losgelaufen erspähte ich ein Franziskaner-Schild. Es gehörte zum Bayerischen Lokal Bavarium, wo wir auch gleich einkehrten und etwas tranken. Das Bavarium ist ein urig bayerisches Lokal mitten in der Niedersachsenmetropole. Wir haben uns dann vorgenommen, abends auch noch mal herzukommen, um etwas dort zu essen.

Danach fuhren wir mit der Bahn in Richtung Stadion. Dort mußten wir uns dann erst einmal eine Chipkarte besorgen, damit wir im Innenraum Speisen und Getränke erwerben konnten. Da das Stadion selten richtig voll ist und vor allem in “unserem” Bereich unterhalb des Gästefanblocks Platz zum liegen herrscht, ging alles relativ schnell. Karte aufladen, wenn notwendig oder auch das Bier holen. Das Spiel begann zunächst mit einer schönen Choreographie der VfB-Fans und einer der Hannoveraner, die das 50-jährige Jubiläum ihres Niedersachsenstadions feierten.

Das Spiel pendelte sich auf dem Niveau ein, das man angesichts des Tabellenstandes der beiden Teams erwarten mußte. Eigentlich war es einmal mehr zum wegschauen, trotzdem supporteten die mitgereisten Fans das Team unaufhörlich. Nach dem Spiel meinte Babbel, eigentlich könne er seinem Team keinen Vorwurf machen. Toll, sollen die Spieler jetzt noch denken, sie hätten gut gespielt? Das war, gemessen an den Ansprüchen, die der VfB an sich selbst stellt, mal wieder viel zu wenig. Hleb einmal mehr ein Schatten früherer Tage. Spieler, die die Schuld nur noch bei anderen suchen, wie beim Schiedsrichter, der das Abseits vor dem Tor nicht erkannte (war schwer zu erkennen) oder beim Balljungen (Lehmann: selbst die Balljungen sind Betrüger…). Und, Babbel sitzt immer noch fest im Sattel, wenn man Horst Heldt Glauben schenken darf. Wird der Pokal jetzt also auch noch abgeschenkt?

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25.10.2009

Horst Heldt schützt Babbel

Der stark unter Beschuss stehende Teamchef Markus Babbel genießt trotz der erneuten Pleite weiter den Rückhalt von Horst Heldt. “Täler sollten gemeinsam durchschritten werden”, sagte der Sportdirektor des immer tiefer in den Abstiegsstrudel taumelnden schwäbischen Fußball-Bundesligisten nach dem deprimierenden 0:1 (0:1) bei Hannover 96.

Auf die Frage des TV- Senders DSF nach einer möglichen Trennung versicherte Heldt am Sonntag: “Viel zu viele Leute lassen sich zu schnell scheiden.” Sollte er die rasante Talfahrt nicht schleunigst stoppen können, macht sich Babbel trotz dieses Treuebekenntnisse keine Illusionen über seine Zukunft beim VfB. “Es ist erfreulich, dass ich nach wie vor die Rückendeckung vom Verein genieße. Aber wenn der Erfolg ausbleibt, wird irgendwann die Reißleine gezogen.”

Möglicherweise ist der Pokal-Auftritt beim Zweitligisten SpVgg. Greuther Fürth am Dienstag Babbels letzte Chance, auch wenn Heldt und die anderen Vorstandsmitglieder bislang nichts von einem Ultimatum verlauten ließen. “Da müssen wir gewinnen”, sagte Babbel nach der sonntäglichen Trainingseinheit in Stuttgart. “Ich bin absolut überzeugt von meiner Mannschaft.” Der auf der Kippe stehende Coach kündigte nach dem erneuten Tiefschlag indes tapfer an: “Ich war immer ein Kämpfer und werde auch jetzt kämpfen.”

Nach dem schlechtesten Bundesliga-Start der Schwaben verstärkt sich die Kritik am Trainer-Lehrling, der nach der Qualifikation des VfB für die Champions League vor wenigen Monaten noch groß gefeiert wurde, immer mehr. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft inzwischen eine große Lücke. In Hannover vermied es der Coach, seine hoch eingeschätzten und hoch dotierten Profis zu kritisieren. “Ich habe eine gute Leistung meiner Mannschaft gesehen. Sie wirkte nicht verunsichert, ich kann ihr keinen Vorwurf machen. Es fehlte das Quäntchen Glück”, sagte Babbel in Anspielung auf die zwei Pfostenknaller von Elson und Kapitän Thomas Hitzlsperger.

“Wir sind nicht belohnt worden”, erklärte Hitzlsperger. “Wir haben auch Fehler gemacht. Das Entscheidende hat gefehlt, der Sieg”. Während Hitzlsperger immerhin formverbessert wirkte, grenzte der Auftritt von Alexander Hleb fast an Arbeitsverweigerung. “Alex kann natürlich noch Prozente zulegen”, formulierte Heldt milde Kritik. (STZ online)

27.10.2009

DFB-Pokal-Aus:Der freie Fall des VfB geht weiter

Und dann stand Ciprian Marica zum dritten Mal innerhalb von zwölf Minuten allein vor dem Tor. Bei seiner ersten Chance traf der Stürmer den Ball nicht richtig, obwohl der Torhüter am Boden lag. Bei der zweiten prallte sein Schuss vom Innenpfosten zurück ins Spielfeld. Und schließlich schob der Rumäne in der 90. Minute links vorbei. Bessere Möglichkeiten kann ein Angreifer nicht bekommen. Marica versiebte sie allesamt – und so verlor der VfB Stuttgart am Dienstagabend gegen die Spvgg Greuther Fürth mit 0:1 (0:1).

Nach dem jüngsten Pleiten in der Bundesliga und den Enttäuschungen in der Champions League ist die Mannschaft damit im Achtelfinale des DFB-Pokals an einem Zweitligisten gescheitert. Einen Sieg hatte zuvor der Manager Horst Heldt zur Pflicht erklärt, über den Pokal wollte der Club wieder in die Spur kommen. Das ist nicht gelungen, weshalb die Tage von Markus Babbel nun gezählt scheinen. Alles deutet darauf hin, dass der VfB am Mittwoch die Trennung von seinem Teamchef bekannt gibt und am Samstag gegen die Bayern ein neuer Mann auf der Bank sitzen wird. “Unsere Situation ist nicht einfacher geworden”, sagte Heldt nach dem Schlusspfiff: “Jetzt müssen wir das Richtige machen.” Ein Treuebekenntnis zum Trainer wollte der Manager nicht mehr abgeben.

Babbel hatte sich in Fürth dafür entschieden, den zuletzt enttäuschenden Alexander Hleb auf der Bank zu lassen. “Er hat in den vergangenen Spielen nicht den frischesten Eindruck gemacht”, sagte der Teamchef. Erst nach einer Stunde kam der Weißrusse ins Spiel – und offenbarte hinterher mit einem Eklat seinen ganzen Frust: Im Kabinengang schrie Hleb Heiko Striegel an und schubste den VfB-Teamarzt, der den Mittelfeldspieler zum Dopingtest bat.

In Pawel Pogrebnjak, der bis zu seiner Auswechslung erneut äußerst harmlos war, und Marica begann der VfB wieder mit zwei Angreifern. Julian Schieber blieb zunächst auf der Bank, auf der erstmals in dieser Saison auch Yildiray Bastürk saß. Wie bei den vergangenen Auftritten begann der VfB auch diesmal engagiert und war in der Anfangsphase die klar bessere Mannschaft. Meist von Elson initiiert, trug Babbels Elf ihre Angriffe vor. Das sah ordentlich aus – allerdings nur bis zum Strafraum. Die fehlende Durchschlagskraft im Angriff, das war auch diesmal das große Problem des VfB, der sich lange Zeit trotz aller Feldüberlegenheit keine zwingende Torchancen erspielen konnte. Marica zog mit einem Schuss aus der Drehung knapp vorbei, Thomas Hitzlsperger scheiterte mit einem Distanzschuss, das war schon alles, was der Favorit im ersten Abschnitt zustande brachte. “Das ist Wahnsinn”, sagte Hitzlsperger: “Wir haben so viel Qualität und bringen die in den entscheidenden Situationen nicht zur Geltung. Bis zum Strafraum spielen wir gut – und dann geht nichts mehr.”

Auch auf der anderen Seite bot sich dasselbe Bild wie zuletzt gegen Sevilla und in Hannover: Mit dem ersten Angriff kam Fürth, Tabellenachter der zweiten Liga und in einem Saisonvorbereitungsspiel vom VfB noch mit 5:0 bezwungen, zur überraschenden Führung. Bernd Nehrig, bis 2007 neun Jahr lang für den VfB aktiv, düpierte auf der rechten Angriffsseite den Stuttgarter Verteidiger Arthur Boka, zog nach innen und überwand Jens Lehmann mit einem Flachschuss ins linke Eck (32.).

Der Treffer zeigte Wirkung – bis zur Pause trat beim VfB die ganze Verunsicherung einer Mannschaft zutage, die von den letzten 14 Pflichtspielen nur zwei gewinnen konnte. Daran änderte sich zunächst auch im zweiten Abschnitt nichts mehr. Planlos, ideenlos, ratlos – so spielte der VfB über weite Strecken der zweiten Hälfte. Keinen Schuss brachte der Bundesligist bis zur 78. Minuten aufs Fürther Tor.

Erst in der Schlussphase, als beim aufopferungsvoll kämpfenden Gegner die Kräfte schwanden, wurden die Aktionen zwingend. Der VfB hatte nun Chancen im Minutentakt. Elson schoss drüber, Träsch wurde abgeblockt, Delpierres Schuss von der Linie gekratzt. Und Ciprian Marica, der brachte die Verantwortlichen vollends zur Verzweiflung. “Es ist unfassbar. Wir schaffen es nicht, den Ball aus zwei Metern ins Tor zu schießen”, sagte Heldt. Viel mehr wollte der Manager am Dienstag nicht sagen. Am Mittwoch jedoch, so steht zu vermuten, wird er sich wieder zu Wort melden.

SpVgg Greuther Fürth – VfB Stuttgart 1:0 (1:0)
Fürth:

Loboué – Schröck, Caligiuri, Mauersberger, Falkenberg – Fürstner – Nehrig, Müller – Haas – Sailer (67. Nöthe), Allagui (76. Schahin)

Stuttgart:

Lehmann – Osorio (71. Hilbert), Tasci, Delpierre, Boka – Träsch – Kuzmanovic (59. Hleb), Hitzlsperger – Elson – Pogrebnjak (59. Schieber), Marica

Schiedsrichter:

Rafati (Hannover)

Zuschauer:

11.800

Tor:

1:0 Nehrig (32.)

Gelbe Karten:

Loboué, Mauersberger, Müller / Boka, Delpierre, Hleb, Tasci

(STZ online)

Jetzt also ist der Super-Gau perfekt. Aus im Pokal beim Zweitligisten. Vorbei die Chance, eine verkorkste Saison über den Pokal noch zu retten, analog zu Werder Bremen in der letzten Saison. Es war erneut ein Offenbarungseid, wenn man gegen einen Zweitligisten in der 78. Minute erstmals aufs Tor schießt. Gegen wen möchte der VfB überhaupt noch gewinnen? Wie lange wartet der Verein noch, bis er die Reißleine zieht? Dieser Abend war mich der bitterste der bisherigen Saison, einfach weil eine große Chance vergeben wurde, die Saison irgendwann doch noch retten zu können. Dabei war ich nicht, da ich (leider?) nicht frei bekam.

31.10.2009

Keine Tore im Süd-Gipfel: Teilerfolg für kriselnde Schwaben

Mit einem leistungsgerechten Unentschieden trennten sich der VfB Stuttgart und der FC Bayern im Süd-Gipfel. Die Stuttgarter begannen furios, nutzten ihre frühen Chancen aber nicht. Später hatten die Gäste das Spiel unter Kontrolle, doch kein Team kreierte hochkarätige Tormöglichkeiten, so dass das torlose Remis letztlich nur folgerichtig war. Nach fünf Niederlagen in Folge ein Schritt in die richtige Richtung für die Schwaben.

Babbel wurde also auch nach dem desaströsen Pokal-Aus in Fürth nicht gefeuert. Unmittelbar danach hatte ich gedacht, dass es das war, weil Heldt erstmals nicht mehr einen Trainerwechsel ausschloß. Vielmehr wolle man das Gesehene in den Gremien diskutieren. Zwei Tage vor dem Bayern-Spiel war klar: Babbel bleibt. Erstmals kam die Mannschaft vor dem Spiel in die Kurve, um den Schulterschluß mit den Fans zu suchen. Diese Maßnahme wurde auf einem Krisengipfel der größten Fangruppierungen mit dem VfB beschlossen. In der Fanszene brodelte es bereits beträchtlich, so dass man damit hoffte, etwas Luft herauszunehmen. Wenigstens einen Achtungserfolg gab es gegen die Bayern, auch wenn einen Unentschieden in dieser Situation auch nicht wirklich weiterbringen. Der VfB hängt im Keller fest, punktgleich mit dem zur Relegation berechtigten 16., aber schon 11 Punkte hinter einem UEFA-Cup-Platz

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8. Januar 2010

Der VfB Stuttgart im September 2009

September

4.9.2009

Osorio will den VfB verlassen

Beim VfB Stuttgart bahnt sich der erste Abgang im Sommer 2010 an: Rechtsverteidiger Ricardo Osorio will die Roten verlassen.

Nach Pavel Pardo verliert der VfB am Saisonende wohl auch seinen zweiten Mexikaner. Ricardo Osorio (29) verkündete jedenfalls vor dem WM-Qualifikationsspiel in Costa Rica, er werde die Roten nach Vertragsende 2010 verlassen. Er sei enttäuscht darüber, dass ihm der VfB den gewünschten Zweijahresvertrag verwehrt habe.

“Wir reagieren nicht auf Zeitungsmeldungen. Wir werden uns mit Oso zu gegebener Zeit zusammensetzen”, sagte VfB-Manager Jochen Schneider. Osorio hatte zuletzt seinen Stammplatz als rechter Verteidiger verloren. (STN online)

4.9. 2009

Torflut in Oberschwaben

Der Rumpf der Lizenzspielermannschaft mit den Spielern, die sich nicht mit diversen Auswahlmannschaften auf Länderspielreise befinden, sowie den eben erst ins volle Teamtraining zurückgekehrten Akteuren machte sich am Freitagnachmittag auf den Weg nach Oberschwaben, wo in Altshausen ein Testspiel auf dem Programm stand. Der VfB siegte dort mit 14:0, wobei sich Roberto Hilbert dreifach und Nachwuchsstürmer Ali Pala gleich vierfach als Torschützen auszeichnen konnten. Elson und Bence Varga trafen doppelt. Torschützen: Elson, Hilbert (3), Ali Pala (4), Simak, Varga (2), Vecchione, Elson, Bastürk.

5.9.2009

Länderspiele:

Deutschland-Südafrika: Sami Khedira debütierte beim 2:0-Erfolg

Bevor die Qualifikationsrunde zur Weltmeisterschaft 2010 in die heiße Phase geht, testete Bundestrainer Joachim Löw ein letztes Mal sein Team im Rahmen eines Freundschaftsspiels. Während andere Nationen schon am selben Abend um die begehrten Tickets kämpften, maß sich die deutsche Nationalmannschaft in der gerade nach einem großen Umbau neu eröffneten Leverkusener BayArena gegen die Auswahl des Gastgeberlandes der Endrunde, Südafrika. VfB-Spieler im Einsatz: Tasci (bis 45.), Khedira (ab 73.), Torschützen: Gomez, Özil

Russland-Liechtenstein 3:0, Pavel Pobrebnjak kam nicht zum Einsatz

Schweiz-Griechenland 2:0, Magnin spielte durch

Frankreich-Rumänien 1:1, Marica spielte durch

Kroatien-Weissrussland 1:0, Hleb war zwar nominiert, reiste aber wegen muskulärer Probleme vorzeitig ab.

Elfenbeinküste-Burkina Faso 5:0, Boka spielte 90 Minuten durch.

Costa Rica-Mexiko 0:3, VfB-Verteidiger Ricardo Osorio war im WM-Qualifikationsspiel der CONCACAF-Staaten in Costa Rica über die volle Distanz für sein Heimatland im Einsatz.

9.9.2009

Länderspiele:

Deutschland-Aserbaidschan 4:0

Schwarz und weiß: Ohne den überzeugenden Auftritt im Testspiel gegen Südafrika in Gänze bestätigen zu können, hat die deutsche Nationalmannschaft gegen Fußballzwerg Aserbaidschan den erwarteten Pflichtsieg gelandet. Mit dem 4:0-Heimerfolg mit einer schwachen und einer guten Halbzeit gegen den von Berti Vogts trainierten Underdog bleibt Deutschland voll auf Kurs Richtung Weltmeisterschaft 2010. Die Grundlage für den um den Gruppensieg entscheidenden Showdown in Russland im Oktober ist geschaffen. Hitzlsperger spielte durch, Tasci, Khedira und Cacau saßen 90 Minuten auf der Bank. Torschützen: Ballack, Klose (2), Podolski

Lettland-Schweiz 2:2, VfB-Linksverteidiger Ludovic Magnin wurde von Auswahltrainer Ottmar Hitzfeld gegen Lettland nicht berücksichtigt und musste von der Bank aus mit ansehen, wie sein Rivale Christoph Spycher von der Frankfurter Eintracht auf der Linksverteidigerposition agierte.

Wales-Russland 1:3, Beim russischen Erfolg auf der Insel kam VfB-Angreifer Pavel Pogrebnyak wie schon am vergangenen Samstag gegen Liechtenstein nicht zum Zug, auch weil der zuletzt angeschlagene Andrei Arshavin wieder zur Verfügung stand.

Weissrussland-Ukraine 0:0, Hleb spielte durch,

Serbien-Frankreich 1:1, Kuzmanovic wurde in der 71. Minute eingewechselt.

Rumänien-Österreich 1:1 Marica wurde in der 78. Minute ausgewechselt.

Mexiko-Honduras 1:0, Ricardo Osorio spielte durch.

12.9.2009

VfB verliert 1:3 in Hamburg

uch ohne seinen erfolgreichsten Torjäger Paolo Guerrero hat der Hamburger SV seinen Höhenflug in der Fußball-Bundesliga fortgesetzt. Mit dem 3:1 (1:0) über den VfB Stuttgart verteidigten die Hanseaten am Samstagabend vor 57.000 Zuschauern in der ausverkauften heimischen Nordbank-Arena die Tabellenführung in der Eliteliga und versetzten Champions-League-Teilnehmer Stuttgart einen weiteren Dämpfer. Mladen Petric (30.), Eljero Elia (58.) und Ze Roberto (90.+1) erzielten die Tore für die Gastgeber mit sehenswerten Distanzschüssen. Pawel Pogrebnjak schaffte dem Anschluss (62.). Nebenbei sorgten die Norddeutschen für den besten Saisonstart seit 29 Jahren (vier Siege, ein Remis) und stimmten sich mit dem Erfolg auf den Europa-League-Einsatz am nächsten Donnerstag bei Rapid Wien ein.

Dieses Mal war unser Trainingslagerstammtisch stark vertreten. Wir fuhren zu sechst in Stuttgart los und stiegen in Mannheim dann in den Zug, in dem die anderen, aus Baden-Baden kommend bereits saßen. Auch dieses Mal nahmen wir direkt Kurs auf das Bordbistro und sagten den anderen schnell mal Bescheid, wo sie uns finden können. :-) . Dort wurde die Fahrt natürlich wieder sehr kurzweilig. Wir lernten Iris und Johnnie Walker mit der Wodkaflasche aus der Nähe von Magdeburg kennen, die mit Fußball eigentlich wenig am Hut haben. Wir hatten aber eine tolle Gaudi mit ihnen und langsam schmeckte auch schon das Bier. An diesem Tag konnten wir ja ganz gemütlich starten, das Spiel war ja erst für 18.30 Uhr angesetzt.

In Hamburg angekommen bezogen wir erstmal unsere Zimmer, luden unser Gepäck ab und machten uns schnurstracks auf den Weg zum Kiez, wo wir im Herz von St. Pauli einkehrten. Da sich der Weg zum Stadion in Hamburg über S-Bahn Stellingen ewig hinzieht und vor allem auch der Abtransport nach dem Spiel sich immer ewig zieht, wollten wir dieses Mal den Weg über Othmarschen testen. Im VfB-Forum hatte ich gelesen, dass es auch von dort einen Busshuttle zum Stadion gibt und man mit der S3, die von der Reeperbahn aus verkehrt, fahren kann. Weiterer Vorteil: der Bus hält auf der Seite des Gästeblocks. Zugegebenermaßen ist es auch von dort noch relativ weit zu gehen, gefühlsmäßig waren die Busse aber nicht so überfüllt, wie von Stellingen aus. Kann aber auch daran gelegen haben, dass wir relativ früh schon unterwegs waren. Noch im Außenbereich vor dem Stadion erblickten wir erst einmal einige Imbissbuden. Gut, hatten wir doch bisher überwiegend flüssige Nahrung aufgenommen, dachten wir. Also holte ich mir ein Steakbrötchen und stellte dann fest, dass das gar nicht durch war. Ich warf es dann weg und probierte eine Thüringer. Die war auch nicht viel besser. Nicht würzig, sehr wässrig und dann bekommt man in Hamburg als Beilage gerade mal ein halbes ungetoastetes Toastbrot. Ist also eher einzustufen mit “Hauptsache etwas im Magen”, meine Gedanken kreisten aber um eine heimische Stadion-Rote. :-) Nebenher hörten wir noch die letzten Minuten der Radio-Schlußkonferenz an. Dann ging es also ins Stadion. Mir gefällt die Schüssel und ich bin immer, wenn es geht dabei, auch weil Hamburg auf mich immer eine Faszination ausübt und immer eine Reise wert ist. Der Einlaß verlief im Gegensatz zu vor zwei Jahren reibungslos. Vor zwei Jahren öffneten die Stadiontore mit einiger Verspätung, weil ein Buchstabe auf dem Dach des Stadions ins Wanken geriet. ;-)

Das Spiel selbst war aus VfB-Sicht wieder absolut enttäuschend. Ich bekomme schon immer die Krise, wenn wir mit nur einer Spitze, dieses Mal Pogrebnjak, antreten. Dazu rotierte Babbel aus der Nürnberg-Elf wieder vier Spieler raus. Wie soll sich so das Team einspielen? Warum brauchen so viele so oft eine Pause? Zu einem so frühen Zeitpunkt der Saison?

Jedenfalls begann das Spiel wie so oft: der VfB spielte gefällig, war aber absolut ungefährlich in seinen Aktionen und oft viel zu zaghaft. Nach dem Rückstand wurde man ängstlich und reagierte nur noch. Der zuvor ebenfalls verunsicherte HSV wurde in seinen Aktionen sicherer und sicherer und hatte letztlich ein leichtes Spiel mit uns. Aus meiner Sicht haben wir das Spiel mehr oder weniger sang- und klanglos verloren und dümpeln nach 5 Spieltagen mit 5 Punkten im Niemandsland der Tabelle umher.

Wie bereits erwähnt, ist Hamburg eine Lieblingsstadt von mir und so versuche ich dann nach einer solchen Niederlage schnell zum gemütlichen Teil des Abends überzugehen und nicht mehr allzu viele Gedanken an das Dargebotene zu verschwenden. In diesem Fall allerdings nicht so einfach, hatten wir doch noch eine Verabredung mit einer ganzen Menge von VfB-Fans. Der offizielle VfB-Fanclub “Roter Brustring Hamburg” hat eine Barkassenfahrt organisiert, zu der ich Anita und mich sowie unsere Hamburger Freunde und St. Pauli Fans Christel und Holger, mit anmeldete. Leider wußte ich zum damaligen Zeitpunkt noch nicht, dass wir mit so vielen fahren würden. Als sich das herausstellte, waren die Tickets leider schon ausverkauft. So machten wir uns also vom Stadion aus auf dem schnellsten Weg Richtung Anlegeplatz. Planmäßige Abfahrt war 21.30 Uhr, wir kamen gerade mal etwa 5 Minuten vorher an, da die Abfahrt vom Stadion wieder sehr schleppend voranging. Aber, kein Problem, das Schiff fuhr sowieso mit Verspätung los, da wir noch auf den Fanclub “Cannstatter Kurve Berlin” warten, der mit dem Roten Brustring Hamburg befreundet ist und in großer Mannschaftsstärke an Bord kam. Die zweistündige Rundfahrt führte vorbei an der Speicherstadt und Hafencity hinein in den Freihafen und die Elbe hinunter und bot den faszinierenden Blick auf den Hamburger Hafen bei Nacht. Mit reichlich Bügelflaschen an Bord ging es also los. Die Stimmung war trotz der Niederlage prächtig, es wurde gehüpft und gesungen, was das Zeug hielt. Da die Nachfrage an der Fahrt so riesig war, plant Kusi nach meinen Informationen für nächstes Jahr noch ein größeres Boot zu chartern. Dann hoffe ich mal, dass wir dann alle unterkommen. :-) War wirklich klasse.

Wieder mit festem Boden unter den Füßen telefonierten wir uns wieder mit den anderen zusammen, sie wurden in der Pilsböre, Davidstraße, seßhaft, also gingen wir dorthin und ließen den Abend vollends ausklingen.

Da unser Zug erst am Sonntag nachmittag abfuhr, unternahmen wir dann morgens alle zusammen auch noch eine Bootsfahrt bei Tag. Die Rückfahrt mit dem ICE war nicht minder spaßig als die Hinfahrt. Nach der Ankunft in Stuttgart ließen wir dann den Abend im Haxnwirt am Hauptbahnhof noch gemütlich (!?) ausklingen. Hamburg war wieder sehr schön, aber auch anstrengend, so war ich froh, dass ich in weiser Voraussicht den Montag freigenommen hatte.

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16.09.2009

Nur 1:1 gegen die Glasgow Rangers: Pogrebnyaks Tor ist zu wenig

Der VfB Stuttgart hat zum Auftakt der Gruppenphase einen möglichen Sieg verpasst und musste sich gegen die Rangers aus Glasgow trotz einer starken ersten Halbzeit mit einem Remis begnügen. Die Schwaben verpassten es, aus der Überlegenheit vor dem Seitenwechsel mehr Kapital zu schlagen und hatten am Ende sogar etwas Glück, wenigstens einen Punkt am Neckar behalten zu haben. Die Tore: Der agile Cacau machte sich rechts auf, passte im richtigen Moment nach innen zu Pogrebnyak, und der Russe netzte aus zwölf Metern abgezockt gegen die Laufrichtung McGregors zur Stuttgarter Führung ein (18.). Bougherra setzte sich rechts im Zusammenspiel mit Rothen durch, drang in den Sechzehnmeterraum ein und überwand Lehmann aus 14 Metern mit einem strammen Schuss ins kurze Eck (77.).

Am Spieltag waren wir schon relativ früh in der Stadt unterwegs. Der Schloßplatz ist ja immer voll, wenn die Schotten da sind, so auch dieses Mal. Und meist geht es ja friedlich zu, wenn sie da sind. Da bekannt ist, dass die Schotten trinkfest sind, wurde vorsorglich das Bier in 1-Liter-Bechern ausgeschenkt. Auf dem Schloßplatz trafen wir dann auch gleich Nico und Heiko und stießen schon mal auf die Champions League an.

Die Auslosung hätte ja kaum günstiger für uns laufen können. Nicht nur, dass wir eine machbare Gruppe erwischt haben, wir bekamen auch das erste Mal in der Championsleague ein Heimspiel zum Auftakt und das noch gegen auswärts eher schwächere Rangers. Also mußte doch ein Sieg herausspringen, so dass man vom ersten Spieltag weg auf den ersten beiden Plätzen stehen würde.

Es wäre schön gewesen, doch es kam leider anders. Der VfB spielte 35 Minuten klasse Fußball, hatte an die 65% Ballbesitz und die Rangers nicht den Hauch einer Torchance. Dann geht man noch 1:0 in Führung, ist ja eigentlich wie gemalt, gegen eine Mannschaft, die in erster Linie daraus aus war, Tore zu verhindern und nach vorne selbst nicht viel vor hatte.

Unerklärlicherweise ruhte sich der VfB auf dem frühen 1:0 aus, anstatt aufs zweite Tor zu gehen und somit womöglich den Schotten frühzeitig die Hoffnung zu nehmen, dass hier was gehen könnte. Für mich war dieses Spiel zunächst einmal der Anfang vom Ende unserer Achtelfinalambitionen, weil ich furchtbar enttäuscht darüber war, dass es der VfB zugelassen hat, dass die biederen Schotten hier einen Punkt mitgenommen haben. Solche Punktverluste darfst Du Dir in der Champions League einfach nicht erlauben, wenn Du weiter kommen möchtest. Gegen Urziceni auswärts muß jetzt schon etwas mitgenommen werden, um nicht schon frühzeitig die Hoffnungen aufs Weiterkommen begraben zu müssen, danach folgen schließlich die beiden Spiel gegen den FC Sevilla.

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19.9.2009

0:2: Köln schießt den VfB in die Krise

Beim VfB Stuttgart herrschten nach dem Tiefschlag gegen den 1. FC Köln Katzenjammer und Krisenstimmung. “Das ist ein kapitaler Fehlstart, der nicht nachvollziehbar ist”, redete Sportdirektor Horst Heldt nach dem demütigenden 0:2 gegen den Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga Tacheles.

Teamchef Markus Babbel sprach von einer “kritischen Situation”. Nach einer schonungslosen Aufzählung der schier endlosen Schwächen seiner in allen Belangen enttäuschenden Schützlinge kündigte der einstige Weltklasse-Verteidiger Konsequenzen an: “Ich werde mir was einfallen lassen. Da kann man nicht zur Tagesordnung übergehen.”

Während bei den taumelnden Schwaben Wundenlecken und Krisenbewältigung angesagt war, konnten die zuvor sieglosen Kölner ihr Glück kaum fassen. “Das ist Schicksal, ausgerechnet in Stuttgart zu gewinnen. Damit habe ich nicht gerechnet”, sagte der in der Kritik stehende Trainer Zvonimir Soldo nach dem Befreiungsschlag. “Ich habe noch am Abend vorher überlegt, was ich erzählen soll, wenn wir wieder verlieren.”

Sebastian Freis per Kopfball (25. Minute) und Wilfried Sanou aus rund 40 Metern nach einem völlig widersinnigen “Ausflug” von VfB-Schlussmann Jens Lehmann (89.) ersparten dem Daum-Nachfolger an seiner alten Wirkungsstätte diese Qual. (STN)

Nach diesem Spiel am 6. Spieltag waren wir also bereits auf dem 15. Platz angekommen, nach einer Niederlage gegen zuvor sieglos gebliebene Kölner.  Die Kölner erwiesen sich einmal mehr als Angstgegner vom VfB, der VfB gewann nur eine der letzten 13 Partien gegen Köln, nämlich das letzte Saison, durch 3 Gomez-Tore. Diesen Nachmittag aber damit zu erklären, wäre zu billig. Beim VfB lief rein gar nichts zusammen. Das war ein Totalausfall der kompletten Mannschaft, die immer verunsicherter wirkt. Babbel hatte zwar vor dem Spiel das Ende der Rotation ausgerufen, doch dieses Kind war schon in den Brunnen gefallen. Beim VfB im September 2009 ist kein Zusammenspiel, kein Esprit, kein Teamgeist, keine Torgefahr zu erkennen. Jeder Spieler scheint mehr mit sich selbst beschäftigt zu sein, als dass er der Mannschaft helfen könnte. Allen voran Thomas Hitzlsperger, der von Babbel eine Denkpause verordnet bekam und auf der Bank saß. Oder auch Aleks Hleb (der allerdings gegen Köln nicht spielte), der derzeit weder die Erwartungen der Öffentlichkeit noch seine eigenen befriedigen kann. Bezeichnend, dass jetzt in diesem Spiel die Gegentore von den sonst mit zuverlässigsten Akteuren verschuldet wurden, nämlich von Träsch und von Lehmann.

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21.9.2009

VfB suspendiert Lehmann: Die Maß ist voll

Am Samstag gab es für Jens Lehmann kein Halten mehr. Nach dem 0:2 gegen Köln stürmte er aus dem Stadion, vorbei an den Reportern, die auf den Kommentar des Keepers zu seinem Fehler vor dem zweiten Gegentor warteten. Ein paar Stunden danach war klar, warum es Lehmann so eilig hatte. Da war er schon in München auf dem Oktoberfest. Willkommen in der Schickeria. Wiesn statt Wasen.

In der schweren Situation des VfB posierte er bei dem Edelgastronomen Käfer mit Sternchen wie Verona Pooth, Claudia Effenberg und mit Verena Kerth, der Exfreundin seines alten Rivalen Oliver Kahn. Das war die Lehmann’sche Art der Krisenbewältigung. Die Stuttgarter Fans trauerten – er feierte nach der bitteren Pleite mit dem Maßkrug in der Hand. Anders ausgedrückt: die Maß war voll – aber das Maß ist es auch. Der VfB suspendierte Lehmann, der im Pokal morgen in Lübeck nicht zum Kader gehört. Dafür steht Sven Ulreich oder Alexander Stolz zwischen den Pfosten. Das ist das Ergebnis der Bierzeltaffäre.

Diesen Beschluss fassten gestern der Manager Horst Heldt und der Teamchef Markus Babbel nach eingehenden Beratungen. Offen ließen sie noch, was nach Lübeck passieren wird. “Am Donnerstag werden Horst Heldt und ich mit Jens über die Sache reden – und dann sehen wir weiter”, sagt Markus Babbel. Möglich ist also sogar, dass das Strafmaß erhöht wird und dass Lehmann nicht nur für eine Partie draußen sitzt. Wie es überhaupt um seine Zukunft in Stuttgart bestellt ist, dürfte von seinem Verhalten abhängen, wenn er bei Heldt und Babbel zum Rapport antreten muss.

23.9.2009

3:1 – VfB zittert sich ins Achtelfinale

Das war nichts für schwache Nerven! Durch ein 3:1 (1:1, 0:1) nach Verlängerung hat der VfB Stuttgart beim VfB Lübeck mit Ach und Krach das Achtelfinale im DFB-Pokal erreicht. Damit ist die Krise nicht abgewendet – aber zumindest hat sie sich nicht verschärft.

So viele Steine, wie den Roten nach den 120 Spielminuten von den Herzen fielen, konnte kein Mensch zählen. Die Erleichterung war jedenfalls riesengroß, als Sami Khedira nach 109 Minuten eine Flanke von Roberto Hilbert zum 2:1 über die Torlinie drückte. Zuvor hatte Julian Schieber (77.) die Lübecker Führung durch Bastian Henning (6.) ausgeglichen. Mit einem Schlag kam wieder ein wenig Farbe in die aschfahlen Gesichter auf der VfB-Bank. Jeder wusste: Das war höchstwahrscheinlich die Entscheidung, weil den Lübeckern, die großartig gekämpft hatten, mehr und mehr die Kräfte schwanden. Als Cacau (117.) das 3:1 erzielte, hatten die Roten Gewissheit: Berlin, der Endspielort, ist eine Reise wert – der VfB bleibt im Rennen.

Gerade nochmal gut gegangen. Aber es stimmte doch bedenklich, dass der VfB über weite Strecken Mühe hatte in den Strafraum des Viertligisten zu gelangen und auf der anderen Seite gut und gerne hätte höher hinten liegen können. Zu diesem Zeitpunkt stellte ich mir schon die Frage, ob Babbel den Schalter noch einmal umlegen könnte oder ob ein neuer Impuls her muß. Die Leistungen zuletzt waren beängstigend und wurden in dieser Phase sogar noch von Spiel zu Spiel schlechter.

26.9.2009

3:0 in Frankfurt: War das der Befreiungsschlag?

Dank des Doppelpacks von Sturm-Hoffnung Julian Schieber hat der VfB einen Schritt aus der Krise heraus gemacht. Deshalb genoss er die Ovationen der Fans und eine Umarmung von Trainer Markus Babbel. “Ich habe gezeigt, dass ich da bin, wenn man mich braucht”, sagte der 20-Jährige nach dem 3:0 (2:0) bei Eintracht Frankfurt und dem Befreiungsschlag in der Fußball-Bundesliga. Doch Ansprüche stellte Schieber vor dem nächsten wichtigen Spiel am Dienstag in der Champions League bei Unirea Urziceni nicht: “Ob ich spiele, muss der Trainer entscheiden.”

Babbel war erleichtert und fand für Schieber nur lobende Worte. “Er dankt unser Vertrauen mit Leistung. Er hat große Fähigkeiten, die weiter geschliffen werden müssen”, sagte Babbel, warnte aber vor zu hohen Erwartungen an den U21-Nationalstürmer: “Er ist kein Ersatz für Mario Gomez.”

Ob Schieber, der den VfB schon beim 3:1 im DFB-Pokal bei Viertligist VfB Lübeck in die Verlängerung gerettet hatte, auf einen Einsatz in Europas Königsklasse hoffen darf, ließ Babbel offen und hielt es wie Rudi Carrel: “Lass dich überraschen.”

In Frankfurt hatte Babbel erneut viel gewagt, seine Startelf auf sechs Positionen verändert und Schieber den Vorzug vor Cacau und Pawel Pogrebnjak gegeben. “Ich bin ja nicht dumm und betreibe kein Harakiri. Mir war klar, dass wir frische Leute brauchten”, begründete der 37-Jährige seine erneute Rotation, wollte den Sieg aber nicht überbewerten: “Wir waren vorher nie in Panik und werden jetzt genausowenig nicht in Euphorie ausbrechen.”

Überschattet wurde die Partie von Stuttgarter Rowdys, die in der Schlussphase Feuerwerkskörper zündeten. Hitzlsperger und Babbel beruhigten die Situation. Nach dem Schlusspfiff fand Babbel bei Sky deutliche Worte: “So ein Verhalten einiger weniger Idioten kann man nicht akzeptieren. Ich hoffe, dass diese Männer entdeckt werden und sie auf immer und ewig Stadionverbot bekommen.”

Endlich mal ein relativ ungefährdeter Sieg, begünstigt natürlich durch die frühe 2:0 Führung und den Frankfurter Platzverweis unmittelbar danach. Dennoch war es, abermals ohne Hleb, eine gute Mannschaftsleistung mit einem endlich mal wieder guten Kapitän Hitzlsperger. Bleibt zu hoffen, dass die Mannschaft den Schwung mit nach Rumänien nimmt. Um auch mal ein freies Wochenende zu haben, ließen wir Frankfurt aus. Auch, weil es dort immer wieder Theater mit Frankfurtern gibt, die einem im Wald auflauern, wenn man Pech hat. Je näher das Spiel rückte aber und vor allem am Spieltag hätte ich schon große Lust gehabt, dorthin zu fahren. So aber schauten wir das Spiel im Biergarten Leinfelden auf Großbildleinwand an und freuten uns riesig, was sie dort für ein Spiel hingelegt haben. Da ich nicht dabei war, kann ich über die Vorkommnisse dort nichts sagen bzw. mir nur eine verzerrte Meinung bilden. Zum einen aus dem, was in der Presse steht, zum anderen was in Foren berichtet wird von Leuten, die dabei waren. Nichtsdestotrotz bleibe ich bei meiner Devise: “alles was dem Verein schadet, ist schädlich”. Weitere Vorkommnisse wie die in Frankfurt, werden wohl gnadenlos bestraft, unter Umständen sogar mit einem Geisterspiel oder mit einer Platzsperre. Bei diesen drohenden Strafen sollten diejenigen, die Böller abgeschossen haben, das überlegen anfangen. Dass in einem Stadion inzwischen jeder Winkel videoüberwacht ist, weiß man. So ist also die Gefahr da, entdeckt zu werden und in Regress genommen werden zu können.

29.9.2009

1:1 in Urziceni: Der VfB tritt auf der Stelle

Eine halbe Stunde vor dem Anpfiff marschiert Markus Babbel über das holprige Feld und wundert sich. Der Stuttgarter Teamchef fühlt sich eher im UI-Cup denn in der Champions League. So hat er sich die Atmosphäre beim ersten Auswärtsspiel in der Königsklasse nicht vorgestellt. Babbel blickt auf ziemlich leere Ränge. Am Ende bilden 13.000 Zuschauer die Kulisse von Bukarest, wohin Unirea Urziceni ausweichen musste, weil das eigene Stadion dem Standard nicht genügt. Aber wenig später sind Babbel die Rahmenbedingungen mit den Fans und den schlechten Bodenverhältnissen egal. Er ärgert sich über das 1:1, mit dem der VfB seine Chancen auf den Achtelfinaleinzug nicht verbessert hat. Das ist das Fazit des Abends.

Die Tore: Eine Kopfballvorlage von Gebhart landete beim Verteidiger Serdar Tasci, der im Stile eines Klassestürmers vollendete. Das 1:0 in der fünften Minute also durch den Mann mit der Rückennummer fünf. Der VfB tat danach schlicht zu wenig. “Wir waren zu passiv”, sagte Babbel. Die Strafe folgte auf dem Fuß. Nach Fehlern von Gebhart und Delpierre erzielte Varga das erste Tor seiner Elf in der Geschichte der Champions League (48.).

Auch dieses Spiel verschlug mir die Sprache. Nach dem vermeintlichen Befreiungsschlag gegen Frankfurt geht man mit etwas Selbstbewußtsein auf den Platz, geht in der 5. Minute in Führung, könnte sich vielleicht in einen Rausch spielen… Und? Was macht man? NIchts, rein gar nichts mehr. Unmittelbar nach der 1:0-Führung hat der VfB das Fußballspielen eingestellt und die Rumänen immer mehr kommen lassen. Der Ausgleich war die Konsequenz. Erst danach kam der VfB wieder zu Torchancen, konnte aber keine nutzen. So stehen wir nach 2 Spieltagen mit 2 mageren Pünktchen da, 6 hätten es sein können, wenn nicht müssen. Und Herr Babbel steht nach Spielende am Sky-Mikrofon und stellt fest “noch immer können wir unsere Ziele aus eigener Kraft erreichen”. Da fehlten mir gleich noch einmal die Worte. Meine Reaktion damals: nach den 6 Punkten gegen Sevilla sage ich nichts mehr. :-)

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7. Januar 2010

Der VfB Stuttgart im August 2009

August

1.8.2009

Hart erkämpftes 4:1:VfB enttäuscht gegen Großaspach

Nur mit Mühe hat der maßlos enttäuschende VfB Stuttgart gegen Regionalliga-Aufsteiger SG Sonnenhof Großaspach eine Pokal-Pleite verhindert. Der Bundesligist zog durch ein hart erkämpftes 4:1 (0:1) gegen den lange gleichwertigen Fußball-David in die zweite Runde ein. Shaban Ismaili brachte Großaspach bei großer Hitze vor 14 000 Zuschauer im nicht ganz ausverkauften Heilbronner Frankenstadion verdient in Führung (37. Minute). Erst als bei dem Viertligisten langsam die Kräfte nachließen, konnte sich der VfB durchsetzen. Thomas Hitzlsperger (55.), Cacau (62.) und Jan Simak (66. und 88.) sorgten für Wende. SG-Innenverteidiger Fabian Aupperle sah kurz vor Schluss wegen wiederholten Foulspiels die gelb-rote Karte (89.).

Auch wenn die Sommerpause für uns durch die Teilnahme am Trainingslager recht kurzweilig gewesen ist, spürte man doch wieder das Kribbeln vor Beginn einer Saison. Das Los bescherte uns zum Auftakt im DFB-Pokal den aufstrebenden Nachbarn SG Sonnenhof Großaspach.Das Spiel wurde ins Heilbronner Frankenstadion verlegt, da der Sportplatz in Großaspach zum einen zu klein ist und zum anderen auch derzeit umgebaut wird. Der Sonnenhof wird deshalb die komplette Regionalligasaison dort spielen.
Bei brütender Hitze fuhren wir, wohlwissend dass derzeit das Heilbronner Volksfest stattfindet, frühzeitig los, auch um eventuellen Parkplatzproblemen zu entgehen. Kaum angekommen trafen wir auch schon ein paar Bekannte aus Leogang, mit denen wir erstmal aufs Volksfest gingen, um eine Radler-Maß zu trinken und etwas zu essen. Danach gingen wir auch noch zum großen Biergarten am Stadion, der schon fest in VfB-Hand war und, wichtig an diesem Tag, einige schattige Plätze bot. Ganz im Gegensatz zum Stadion, wo wir die gesamte Dauer des Spiels Temperaturen von um die 35° ausgeliefert waren. Noch ohne Aleks Hleb tat sich der VfB sehr schwer und geriet sogar in Rückstand. In Halbzeit zwei konnte die Blamage aber noch abgewendet werden. Im Stadion herrschte Heimspielatmosphäre, da die VfB-Fans klar in der Überzahl waren. Als der Schlußpfiff ertönte war ich aber gottfroh, aus dem Glutofen herauszukommen und auf dem Volksfest wieder etwas vernünftiges zu trinken zu bekommen. Die Logistik im Stadion funktionierte überhaupt nicht, nach kurzer Zeit gab es schon keine antialkoholischen Getränke mehr, lediglich das Bier ging nicht aus. Das war aber, schon gar nicht pur, bei diesen Temperaturen nicht jedermanns Sache. Einige, die auch Frau und Kinder mit Getränken zu versorgen hatten, mußten aufs Volksfest pilgern, um für sie etwas zu trinken zu holen. Fast wie Hohn klang die Durchsage des Stadionsprechers, man solle bei diesen Temperaturen das Trinken nicht vergessen. :-)

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2.8.2009

Der Wechsel von Pogrebnyak ist perfekt

Der russische Angreifer Pavel Pogrebnyak wechselt mit sofortiger Wirkung von Zenit St. Petersburg zum VfB.
Der 25-jährige Nationalspieler unterschrieb am Sonntag im VfB-Clubhaus einen Dreijahresvertrag.

2.8.2009

1. Training von Aleks Hleb in der neuen, alten Heimat

Als die Verpflichtung von Aleks Hleb bekannt wurde, habe ich gejubelt. Ich mochte ihn schon zu seiner früheren Zeit beim VfB, auch wenn er mich damals noch oft zur Weißglut trieb mit seinen aufzehrenden Dribblings und seinem Eigensinn, die oftmals zu ineffektiv waren, weil der den richtigen Zeitpunkt für das Abspiel verpaßte. Dass er aber ein Großer werden kann, spürte man auch in dieser Zeit schon. In den letzten Jahren verfolgte ich seinen Weg mit großem Interesse. Bei Arsenal unter Arsene Wenger schien er seine Schwächen abgestellt zu haben und glänzte an der Seite von Henry, Adebayor, Rosicky und Fabregas. Mit Jens Lehmann trifft er beim VfB einen alten Bekannten aus dieser Zeit. Er beherzigte den One-Touch-Football, schon aus dem Grunde wie er selbst zugab, weil es in England schnell auf die Socken gibt, wenn man den Ball zu lange hält. Das Zusammenspiel mit Henry war in manchen Phasen eine Augenweide. Kein Wunder, dass auch der noch größere FC Barcelona auf Hleb aufmerksam wurde und ihn auch im Sommer 08 verpflichtete. Bei der besten Vereinsmannschaft der Welt faßte er aber nicht richtig Fuß bzw. schaffte es nicht unter die ersten Elf. In diesem Starensemble ist es aber auch keine Schande, es “nur” unter die besten 15 zu schaffen. Auf der Bank saß er ja meistens. Bis zum 35. Spieltag der vergangenen Saison wurde Hleb 16 Mal eingewechselt und spielte nie von Beginn an. Die letzten drei Spiele, als der Meistertitel unter Dach und Fach war und sich Barca auf das Championsleague-Finale gegen Manchester United vorbereitete, und weitestgehend mit B-Mannschaften antrat, sofern man das bei diesem Kader überhaupt so nennen darf, durfte Hleb durchspielen.

Im Sommer dann verdichteten sich die Gerüchte um einen Weggang aus Barcelona. Die Bayern buhlten wieder um ihn, er ist ja immer wieder als Ribery Nachfolger im Gespräch. Dann machte die Meldung die Runde, Hleb würde zu Inter Mailand ausgeliehen werden, woraufhin aber Hleb sein Veto einlegte. Denn schließlich war auch noch der VfB im Spiel, der sich seit dem Mai und einem ungezwungenen Besuch mit Hlebs Berater Färber in Barcelona um ihn bemühte. Der Kontakt zum VfB riß nie ab, ist Stuttgart und das Remstal doch Hlebs zweite Heimat geworden. Der VfB erhielt also den Zuschlag und so konnten wir ihn nach vier Jahren endlich wieder beim VfB begrüßen.

In meiner Euphorie ließ ich mir sogar zum Geburtstag das weiße Trikot mit der Nummer 23 schenken. Normalerweise bin ich kein Freund von Spielernamen-Beflockungen, wechselt er irgendwann zum falschen Verein, kann man das Trikot ja wegschmeißen, doch in diesem Fall ging ich das Risiko ein. Und jetzt, gerade mal ein knappes halbe Jahr später, ärgere ich mich schon wieder darüber, da ich schwer enttäuscht bin von Hleb. Er muß den Sommer über geschludert haben, kam in einem unfitten Zustand und ist bis heute nicht fit für 90 Minuten. Spätestens als in der Presse kolportiert wurde, er verdiene weiterhin seine 6,5 Millionen war ich stinksauer. Nicht nur auf ihn, an seiner Stelle würde ich das Geld ja auch nehmen, wenn es einer anböte. Auf Horst Heldt und den VfB bin ich in dieser Angelegenheit sauer: Zu diesen Konditionen hätte er nie und nimmer verpflichtet werden dürfen. Er dürfte damit etwa das anderthalbfache des bisherigen Topverdieners und mehr als das doppelte sämtlicher sonstiger Leistungsträger verdienen. Dass so etwas Neid in der Mannschaft schürt, zumal, wenn er der Mannschaften nicht oder manchmal gerade mal 45 Minuten helfen kann, liegt in der Natur der Sache. Als Hleb zurückkam, betonte er in den ersten Pressekonferenzen, der VfB wäre eine Herzensgelegenheit für ihn und er wäre zurück in der Heimat. Ich war so blauäugig, anzunehmen er verzichte auf etwa 50% seines Gehalts, um wieder in Stuttgart spielen zu dürfen oder Barcelona übernehme einen Teil davon.

Wenn man dann noch hört, dass er lieber um die Häuser zieht, als profihaft zu leben, dass er im Training und im Spiel Anweisungen mit einem Lächeln ignoriert hatte, dann verstehe ich nicht, dass Babbel ihn nicht schon lange auf die Tribüne gesetzt und Tacheles (auch in der Öffentlichkeit) geredet hat. Ich denke, für diese Maßnahme hätte jeder Fan Verständnis gehabt, spätestens nachdem Babbel vor seiner letzten Woche als Teamchef angekündigt hatte, genau hinzusehen, wer mitzieht und wer sich in die Truppe einbringt. Das wäre vielleicht noch die Chance für Babbel gewesen, seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Diesbezüglich war Babbel wirklich zu lieb und hat sich immer vor seine Spieler gestellt, auch wenn die ihm schon lange auf der Nase rumgetanzt sind.

Bilder vom ersten Training, damals noch in Vorfreude, hier:

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7.8.2009

VfB vs. Temeswar:Babbel warnt vor Überheblichkeit

Glückslos statt Kracher-Kontrahent: Der VfB Stuttgart trifft in der Qualifikation zur Champions League auf “Nobody” FC Temeswar und hat damit den vermeintlich leichtesten Gegner erwischt. VfB-Teamchef Markus Babbel warnte indes vor Überheblichkeit: “Wir werden den FC Temeswar garantiert nicht unterschätzen. Wer sich gegen den aktuellen UEFA-Cup-Titelverteidiger durchsetzt, muss über eine sehr gute Mannschaft mit Qualität verfügen.”

7.8.2009

Bundesligaauftakt: VfB verliert beim Meister 0:2

Mit einem Offensivfeuerwerk hat Meister VfL Wolfsburg zur Eröffnung der 47. Saison der Fußball-Bundesliga das erste Achtungszeichen gesetzt. Durch Treffer von Zvjezdan Misimovic (71.) und Grafite (82.) gewannen die Niedersachsen am Freitagabend das Auftaktspiel gegen den VfB Stuttgart mit 2:0 (0:0) und bescherten ihrem Trainer Armin Veh damit das erhoffte Erfolgserlebnis im Duell gegen seinen Ex-Club.

Trotz Niederlage, die erst besiegelt war, als der VfB durch Träschs Handbruch zu zehnt weiterspielen mußte, zeigte der VfB eine ansprechende Leistung, versäumte es aber in der 1. Halbzeit in Führung zu gehen. Hleb und vor allem Pogrebnjak, der ein richtiger Prellbock zu sein scheint und die Bälle für die nachrückenden Spieler gut abschirmt, haben sich zunächst gut eingefügt. In der 2. Hälfte nahm der Druck der Wölfe aber zu, Lehmann mußte einige Male in höchster Not retten. Erst als Misimovic Maß nahm und Delpierre nicht energisch genug eingriff, lief das Spiel in Richtung Wolfsburger Sieg. Als dann auch noch Träschi raus mußte, der VfB aber schon drei Mal gewechselt hatte,  war das Spiel quasi gelaufen und der VfB fing sich noch den zweiten Treffer ein. Trotzdem gab das Spiel Anlaß zur Hoffnung. Ein schwereres Auftaktspiel als auswärts beim Meister, dazu der heimstärksten Mannschaft der Liga, konnte es ja gar nicht geben.

Da das Spiel Freitags war und ich keinen Urlaub bekam, konnte ich leider nicht dabei sein.

10.8.2009

Lehmann fordert Verstärkung für den VfB:

Der Angriff bereitet große Sorgen

Es waren nicht die Laufwege oder Standardsituationen, die Lehmann überprüft wissen wollte. Er dachte vielmehr an die Zusammensetzung des Kaders, die aus seiner Sicht nicht reicht, um die hohen Ziele des VfB zu erreichen. Bereits vor Wochen hatte Lehmann machtvoll Verstärkungen angemahnt. Alexander Hleb und Pawel Pogrebnjak sind seither gekommen – doch das genügt dem Torhüter nicht. Es sei, “nicht von der Hand zu weisen, dass wir noch Bedarf an guten Spielern haben”, sagte Lehmann und stellte angesichts der Einnahme durch den Verkauf von Mario Gomez folgende Rechnung auf: “Hleb hat zwei Millionen gekostet, Pogrebnjak fünf – also müssten noch 23 Millionen Euro übrig sein.”

Zwar vergisst der ehemalige Student der Volkswirtschaft bei seiner Kalkulation die Steuern, die vom Gomez-Erlös abzuführen sind, die Verpflichtung von Stefano Celozzi, die mit 2,5 Millionen Euro zu Buche schlägt, und nicht zuletzt das gewaltige Gehalt für Hleb, das zur Leihgebühr hinzukommt. Ansonsten aber ist Lehmann nicht zu widersprechen: Geld aus dem Gomez-Transfer, der sogar 35 und nicht nur die von Lehmann veranschlagten 30 Millionen einbrachte, müsste einerseits noch übrig sein; andererseits erscheint die Personaldecke tatsächlich etwas dünn, was auch das erste Saisonspiel in Wolfsburg belegte.

War Lehmann doch der einsame Rufer in der Wüste? Es sollte sich nachhaltig herausstellen, wie Recht er doch hatte.

12.8.2009

Länderspiele

Aserbaidschan-Deutschland 0:2, Pflichtsieg im Kaukasus:

Mit Serdar Tasci und Thomas Hitzlsperger waren es zwei VfB-Akteure, die Bundestrainer Joachim Löw in das WM-Qualifikationsspiel in Aserbaidschan schickte. Beide spielten 90 Minuten durch, Torschützen Schweinsteiger und Klose.

Weissrussland-Kroatien 1:3 mit Aleks Hleb als Kapitän.

Mexiko-USA 2:1, Ricardo Osorio war die gesamten 90 Minuten für die “Tri” am Ball.

Russland-Argentinien 2:3, Pavel Pogrebnjak kam in der 81. Minute.

Ungarn-Rumänien 0:1, Marica spielte durch.

Schweiz-Italien 0:0, Magnin wurde in der 86. Minute ausgewechselt.

Tunesien-Elfenbeinküste 0:0, Boka wurde eingewechselt.

15.8.2009

4:2 gegen Freiburg: Pogrebnjak ebnet VfB Weg zum Sieg

Der VfB Stuttgart will in die Champions League, doch erst mal haben ihm der frisch erworbene Torjäger und ein nicht vorgesehener Joker einen Fehlstart in die neue Saison der Bundesliga erspart. In einem nicht gerade hochklassigen, immerhin aber recht turbulenten Spiel gewannen die Schwaben gegen den starken Aufsteiger SC Freiburg mit 4:2 (2:0) – dank Pawel Pogrebnjak, erst vor zwei Wochen für fünf Millionen Euro bei Zenit St. Petersburg ausgelöst, sowie Elson, der nach der Pause nur eingewechselt wurde, weil sich Martin Lanig einen Kreuzbandriss zugezogen hatte.

Eine Halbzeit lang war Pogrebnjak nicht zu sehen, dann schlüpfte er als Vollstrecker nach einer rasanten Kombination über Alexander Hleb und Artur Boka dank gutem Torriecher in die Rolle des Erlösers (53.). Danach holte der Russe einen Elfmeter heraus, den Elson nutzte (65.). Der Brasilianer erzielte auch den dritten Treffer mit einem fulinanten Weitschuss (76.) und sorgte so mit dem eingewechselten Julian Schieber dafür, dass die Begegnung nach den zwischenzeitlichen Anschlusstreffern der Gäste durch Mohamadou Idrissou (70./85.) nicht kippte. (Auszug aus Bericht der STN).

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Kreuzbandriss bei Martin Lanig

Beim Heimsieg gegen Aufsteiger Freiburg war Martin Lanig einer von drei Neuen, die Cheftrainer Markus Babbel in die Startelf rotierte. Doch die Partie endete für den 25-Jährigen vorzeitig und sehr tragisch. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit erlitt er eine Ruptur des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie und wurde in der Pause ausgewechselt. Martin Lanig wird am Montag in Pforzheim operiert. Daraufhin wird er dem VfB mindestens ein halbes Jahr nicht zur Verfügung stehen.
VfB-Cheftrainer Markus Babbel sagte: “Die Verletzung ist äußerst bitter für Martin, und auch für uns. Denn er befand sich nach seiner super Vorbereitung in einer guten Verfassung.”

Dem ersten Bundesligaheimspiel der neuen Saison fieberten wir auch schon lange entgegen. Wie in der vorverganenen Saison haben wir in dieser unsere Plätze wieder im Block 17, nachdem der Block 39 zum Gästeblock mutiert ist. Letzte Saison fühlten wir uns dort aber auch nicht wirklich wohl. Zu viel wechselnde Nebensitzer, zu oft Gästefans mit im Block und weniger Stimmung. Allerdings optimal um gute Bilder von der Kurve zu machen. Dieses Mal sitzen wir wieder direkt am Zaun zum 31er, so dass ich diesbezüglich unzufrieden bin. Unabhängig davon, dass nächste Saison wegen des Abrisses der Cannstatter Kurve die Aufteilung sowieso ganz anders wird, wären wir wohl erneut umgezogen. Wohin hängt natürlich davon ab, wo noch Platz ist. Sobald der Dauerkartenverkauf beginnt, werde ich mich darum kümmern.

Das Spiel bot in der ersten Halbzeit Sommerfußball, in der zweiten bekamen wir dann noch, auch dank eines überragenden Elson, 6 Tore zu sehen, 4 davon auf der richtigen Seite. Ich mag Elson, er ist einfach ein netter Kerle und bringt meistens seine Leistung, wenn er gefragt ist. Und das ist er leider aus meiner Sicht viel zu selten. Er hat einen tollen Schuß und seine Standards sind um Längen besser als die eines Hitzlspergers oder neuerdings auch die von Hleb. Ich würde mir wünschen, dass ihn der VfB nicht abgibt.

Das Stadion mit der offenen Untertürkheimer Kurve bietet natürlich ein merkwürdiges Bild, aber an das, in einer Baustelle zu spielen, werden wir uns die nächsten zwei bis zweieinhalb Jahre gewöhnen müssen. Wenn man überlegt, wie viel in diesem Stadion schon geflickschustert wurde, tränen einem die Augen. Ich freue mich aber darauf, wenn es mal fertig ist und hoffe, dass das Stadion dann zu einer echten Festung wird. Bis dahin muß sich aber die Mannschaft auf diese Situation einstellen. Wie wir heute wissen, sollte erst im Dezember das erste VfB-Tor auf der Untertürkheimer Seite fallen und der Sieg gegen Freiburg ebenfalls der letzte Heimsieg bis in den Dezember hinein bleiben.

Dass sich Lanig so schwer verletzt hat, haben wir im Stadion gar nicht mitbekommen. Es tut mir sehr leid, in der Rückrunde der letzten Saison stieg er mit seiner Kopfballstärke zu einem effektiven und wichtigen Leistungsträger auf. Hoffen wir, dass er bald zurück kommt und im Überangebot im Mittelfeld seinen Platz finden wird.

18.8.2009

2:0 beim FC Timisoara:VfB stößt Tor zur Königsklasse auf

Der VfB Stuttgart hat das Tor zum “Geldspeicher” Champions League weit aufgestoßen. Mit einem verdienten 2:0 (2:0)-Sieg beim FC Timisoara legte der Fußball-Bundesligist den Grundstein für den Einzug in die Gruppenphase der lukrativen Königsklasse, der rund zehn Millionen Euro garantieren würde.

Timo Gebhart (28. Minute/Foulelfmeter) und Alexander Hleb (30.) sicherten am Dienstag im Play-Off-Hinspiel mit ihren Treffern vor 23 446 Zuschauern den Sieg, der gegen den harmlosen Fußball-Nobody nie gefährdet war. Das Rückspiel in einer Woche, bei dem der rumänische Vizemeister auf Kapitän Dan Alexa und Artavazd Karamyan nach ihren Gelben Karten verzichten muss, dürfte eigentlich nur noch Formsache sein.

Vor allem das 2:0 von Aleks Hleb dürfte aus diesem Spiel hängen bleiben, der VfB ließ nichts anbrennen und gewann verdient.

19.8.2009

Jens Lehmann will Karriere beenden:Der VfB Stuttgart ist die letzte Station

Es sei an der Zeit, etwas Neues zu beginnen, hat VfB-Torwart Jens Lehmann in einem Interview nach dem 2:0-Sieg gegen den FC Temeswar gesagt. Die aktuelle Sasion will Lehmann noch im Tor stehen, doch danach soll mit dem Profi-Fußball endgültig Schluss sein. Wir haben einen Blick auf die wichtigsten Stationen seiner Karriere geworfen.

22.8.2009

1:1 in Dortmund dank Niedermeiers Torpremiere

Auch der VfB Stuttgart hat die imposante Heim- Serie von Borussia Dortmund nicht beendet. Die Schwaben kamen trotz einer engagierten Leistung am Samstag nur zu einem 1:1 (0:1) bei den Westfalen, die seit 19 Bundesliga-Spielen im eigenen Stadion ungeschlagen sind. Vor 72.100 Zuschauern hatte Nelson Valdez (27. Minute) die Führung für den BVB erzielt, die Georg Niedermeier (47.) kurz nach der Pause zur verdienten Punkteteilung ausglich.

Dieses Mal fuhren wir mit dem ICE mit Geli und Carle nach Dortmund und kamen so frühzeitig an, dass es noch zum Mittagessen in der Stadt reichte. Danach fuhren wir weiter zum Stadion bzw. zunächst zum Stadion Rote Erde direkt nebenan, wo wir viele bekannte Gesichter trafen und uns schon mal einsangen. Da waren VfBler und Dortmund gemischt und es gab keinerlei Probleme. So sollte es sein.

Da ich mit den Gästekarten in diesem Stadion bislang nie zufrieden war, habe ich meine über den BVB-Ticketshop gekauft. Deshalb waren natürlich überwiegend Dortmunder um uns herum, aber nicht nur. Auch auf der Tribüne gab es keinerlei Pöbeleien oder Frotzeleien. Unsere Plätze waren relativ weit oben, so hatten wir einen guten Überblick über das gesamte Spielfeld. Dank des guten Zooms meiner Kamera konnten sich auch die Bilder trotzdem sehen lassen. Die Szene als Subotic und Lehmann aneinander gerieten, haben wir ebenso eingefangen wie Georg Niedermeiers Tor zum 1:1. Wir, weil ich in der Halbzeit etwas Bier ablassen mußte und nicht rechtzeitig zurück war. :-)

Unterm Strich stand ein gerechtes Unentschieden, mit dem man auch noch zufrieden sein konnte, waren die Dortmunder doch schon längere Zeit zu Hause ungeschlagen und ähnlich ambitioniert wie der VfB für die anstehende Saison. Thema unter den Fans in dem frühen Stadium der Saison war aber bereits die Rotation, da Babbel gegenüber Timisoara erneut drei Spieler rausrotierte. Noch aber war eine Krise nicht in Sicht!

Zurück ging es dann ebenso gemütlich wie wir gekommen sind, mit dem ICE im Bistrowagen. Ich fahre nicht nur so gerne ICE, weil es Franziskaner im Speisewagen gibt, aber auch deswegen. :-)

Dann hatten wir auf dieser Fahrt eine Bedienung namens Steffi, die sich rührend um uns und die anderen Fahrgäste bemühte und den Umsatz an diesem Abend für die Bahn sicher um ein vielfaches erhöhte. Für uns hatte ihr Auftreten aber auch etwas wie Slapstick und wir fragen uns bis heute, ob sie immer noch Dienst bei der Bahn tun darf. :-)

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26.8.2009

0:0 gegen Temeswar:

Im Schongang in die Champions League

Ein Fußballfest sieht wahrlich anders aus. Doch das war den Jungs des VfB Stuttgart am Mittwochabend völlig gleich. Die Roten sicherten durch das 0:0 gegen den FC Timisoara den Einzug in die Champions League – und dürfen sich jetzt auf die wahren Festtage freuen. Millionen-Einnahmen inklusive.

Auch an diesem Abend war ich nicht enttäuscht vom Spiel, obwohl fußballerische Feinkost anders aussieht. Es ging einzig ums Weiterkommen und das wurde souverän geschafft. Den Rumänen ins Messer zu laufen und in Rückstand zu geraten, wäre fahrlässig gewesen. Dennoch wäre es auch nicht verkehrt gewesen, mehr zu investieren, um ein eigenes Tor zu erzielen und damit erst recht Ruhe zu haben. Aber am Ende war alles gut, es stand der Einzug in die Championsleague und für uns natürlich die Frage, wohin die Reise geht.

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27.8.2009

Champions League Auslosung: Wiedersehen mit alten Bekannten

Der VfB landete in Gruppe G, gemeinsam mit dem FC Sevilla, den Glasgow Rangers und Unirea Urziceni. In Sevilla war der Bundesligist im Vorjahr im Uefa-Cup angetreten (und hatte beim 0:2 nicht den Hauch einer Chance); und die Rangers waren sogar bei beiden bisherigen Champions-League-Teilnahmen des VfB in den Jahren 2003 und 2007 der erste Gruppengegner der Stuttgarter – genau wie dieses Mal.

Wie fast jeder hatte ich mir auch eine Gruppe mit Kontrahenten gewünscht, gegen die wir noch nicht spielten. Ich war sowohl schon in Glasgow als auch in Sevilla im Stadion, einzig mit dem Neuling Urziceni hatten wir noch keine Erfahrungen. Nachdem die Auslosung erstmal gesackt war, gewann ich dieser auch etwas positives ab, schien doch einzig Sevilla der Favorit. Mit den Rangers und Urziceni sollten wir mindestens auf Augenhöhe agieren können und somit schienen die Aussichten auf eine Weiterkommen gegeben zu sein. Kaum war die Auslosung gelaufen, überlegten wir natürlich wohin wir mitreisen würden. Urziceni war zu kurzfristig, um Urlaub zu bekommen, das fiel schon mal aus. Nach Sevilla wäre ich gerne mit, bekam aber leider auch nicht frei, so dass am Ende wieder Glasgow blieb, wo ich schon zwei Mal war, gegen Celtic 2003 und die Rangers 2007.  Beide Male fing sich der VfB unnötige Niederlagen ein, die Reisen waren aber jeweils klasse. Ich habe in Glasgow noch niemanden getroffen, dem Fußball egal war. Es gibt nur grün oder blau, Celtic oder Rangers. In Glasgow wird Fußball gelebt, jede Verkäuferin, jeder Taxifahrer, jeder hat seinen Glasgower Lieblingsverein. Und je nach dem, auf welcher Seite er steht, gibt er Dir auf den Weg die Bastards wegzuhauen oder macht als direkter Gegner auf  Understatement und zollt dem VfB zu allererst Respekt. Bei den Celts 2003 bedankten sich zig Schotten per Handschlag bei uns für das faire Spiel und die tollen Fans und natürlich, dass wir sie gewinnen lassen haben. :-) . Deshalb komme ich immer gerne zurück und buchte wenigstens diese eine Auswärtsspiel. Dazu dann im November-Rückblick mehr.

29.8.2009

Serdar Tasci bleibt bis 2014

Verteidiger Serdar Tasci hat seinen ursprünglich bis 30. Juni 2010 datierten Vertrag um weitere vier Jahre bis 2014 verlängert und bindet sich somit langfristig an den VfB. Der Sohn türkischer Eltern, der in Esslingen geboren wurde, ist seit 1999 beim VfB und kam aus der eigenen Jugendabteilung über den VfB II zu den Profis.

Der technisch starke Innenverteidiger, der auch auf der rechten Abwehrseite spielen kann, feierte 2007 mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft seinen bisher größten Erfolg in seiner Karriere. Beim Heimspiel gegen den SC Freiburg am zweiten Spieltag der aktuellen Saison lief der 22-Jährige erstmals als Kapitän seiner Mannschaft auf, als Thomas Hitzlsperger für das Play-Off Spiel gegen Timisoara geschont wurde.

Deutscher Meister in A- und B-Jugend

In seiner Jugendzeit beim VfB wurde Tasci auch schon zweimal Deutscher Meister; einmal mit der B-Jugend und einmal mit der A-Jugend. Für Deutschland bestritt Serdar Tasci bislang acht A-Länderspiele, drei davon Freundschaftsspiele. Für den VfB bestritt er in der Bundesliga bis zur Partie gegen Nürnberg 76 Spiele, in der Champions League und im UEFA-Pokal stand er jeweils achtmal auf dem Platz, im DFB-Pokal spielte er elfmal und im UI-Cup zweimal. Serdar Tasci erzielte bislang vier Bundesliga-Tore.

29.08.2009

VfB nur 0:0 gegen Nürnberg

Der VfB Stuttgart hat drei Tage nach dem Erreichen der Champions League den erhofften Sprung in die Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga verpasst.

Im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg kamen die Schwaben am Samstag nicht über ein 0:0 hinaus und haben weiter nur einen Liga-Sieg auf dem Konto. In einer Partie auf dürftigem Niveau konnte die Mannschaft um Kapitän Thomas Hitzlsperger den Anspruch von Trainer Markus Babbel noch nicht umsetzen, im Dreitages-Rhythmus ihr volles Potenzial abzurufen. Nürnberg zeigte nach zuletzt zwei Niederlagen vor 42.000 Zuschauern in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena eine konzentrierte Leistung und hätte wegen eines klaren Chancen-Übergewichts durchaus mehr als einen Punkt mitnehmen können.
Gegen Nürnberg wurden wir zunächst davon überrascht, dass “Die Fraktion” vor dem Stadion ihr “VfB ein Leben lang” schmetterte. Hätte die Mannschaft hinterher so viel Einsatz gezeigt wie die Jungs von der Fraktion, wäre vielleicht mehr herausgesprungen als das sogar schmeichelhafte Unentschieden gegen den Club, der die besseren Torchancen besaß. Wie gerne hätte ich es gesehen, dass der VfB dem Raphael Schäfer die Bude vollgehauen hätte, der ja mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt wurde. Der VfB war insgesamt viel zu behäbig und zu harmlos, Schäfer vereitelte die wenigen Chancen und blieb fehlerlos. Babbels früh ausgerufene Rotationsprinzip wird immer mehr zum Thema. Gegenüber dem Quali-Spiel gegen Temesvar veränderte Babbel das Team auf sage und schreibe fünf Positionen. Immer mehr zeigt sich, dass sich der VfB so niemals einspielen kann, da auch im Spiel viele Kombinationen im Ansatz stecken bleiben. Nachdem ich die bisherigen Auftritte immer schön geredet hatte und dem schweren Auftaktprogramm zuschrieb bzw. einiges entschuldigte, weil die ersten Ziele wie das Weiterkommen im Pokal oder das Erreichen der Champions League auch mit dürftigeren Leistungen erreicht wurden, war ich erstmals sauer über das Gesehene. Um in der Tabelle oben eingreifen zu können, mußte jetzt quasi schon in Hamburg gewonnen werden, um den Anschluß nicht zu verlieren.
Nach dem Spiel gingen wir noch zusammen aufs Weindorf, wo wir einen Tisch reserviert hatten. Wir Biertrinker waren dort natürlich im Nachteil, vor allem, wenn man den Wein genauso schnell trinkt wie das Bier. :-) Dieser Nachteil veränderte sich aber schnell zum Vorteil, denn: das Spiel gegen den Club war schnell kein Thema mehr.
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31.8.2009

Der VfB verpflichtet Zdravko Kuzmanovic

Zdravko Kuzmanovic wechselt mit sofortiger Wirkung vom AC Florenz zum VfB. Der Mittelfeldspieler absolvierte insgesamt 70 Spiele in der Serie A für Florenz und bestritt bislang 20 Länderspiele für Serbien.

Über diese Verpflichtung war ich doch verwundert. Eigentlich dachte, dass bei uns noch immer in der Offensive der Schuh drückt. Ich hätte eher erwartet, dass noch ein guter Stürmer oder aber ein offensiver Mittelfeldspieler kommt. Ich hätte es gerne gesehen, wenn sich der VfB um Van der Vaart bemüht hätte, der ja auch auf dem Markt gewesen ist.

Kuzmanovic ist sicher ein guter, das hat er auch in den ersten Monaten beim VfB gezeigt. Doch einen solchen Spieler holt man nicht, weil sich Martin Lanig für ein halbes Jahr verletzt hat. Das würde ja bedeuten, dass er auf die Bank muß, wenn Lanig wieder fit ist. Schon dann hat der VfB ein Luxusproblem, wenn um höchstens zwei defensive Mittelfeldpositionen Hitzlsperger, Khedira, Kuzmanovic, Lanig, evtl. sogar Elson und neuerdings auch Träsch kämpfen. Da wird es spannend werden, wer sich durchsetzt und wer den Verein verläßt. Viele befürchten ja, dass Sami Khedira im Sommer geht und der Kuzmanovic-Transfer auch schon ein bißchen ein Vorgriff auf die Zeit danach ist. Hoffen wir es nicht, gerade wieder in den letzten Spielen hat Sami Khedira bewiesen, wie wichtig er für den VfB ist.

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