27. April 2010

Harnik kommt – Hilbert geht

Category: Presse — Tags: , , , , , , – Franky @ 20:35

Martin Harnik steht unmittelbar vor einem Wechsel zum VfB Stuttgart. Der Stürmer des Zweitligisten Fortuna Düsseldorf, der aktuell von Werder Bremen an den Aufsteiger ausgeliehen ist, wird in Kürze bei den Schwaben einen Vertrag unterschreiben.

Damit hat sich der VfB im Werben um den spielstarken Angreifer gegen Leverkusen, Gladbach, Hoffenheim und dem potenziellen Aufsteiger FC St. Pauli durchgesetzt.

Zudem kommt der in Hamburg geborene österreichische Nationalspieler (15 Einsätze) für “kleines Geld” ins Schwabenland. Die Ablösesumme war mit 300.000 Euro festgeschrieben.

Harnik absolvierte in der laufenden Spielzeit für die Fortunen 28 Spiele, in denen er mit bisher zwölf Toren und vier Assists wesentlichen Anteil hatte am aktuellen Höhenflug der Düsseldorfer (Platz 4).

In Bremen läuft Harniks Vertrag noch bis 2011, doch an eine Rückkehr an die Weser war nicht zu denken. “Es gibt schon die ganze Saison keinen Kontakt mehr”, sagte der 22-Jährige der Stuttgarter Nachrichten.

Hilbert geht “mit Wehmut”

Zum Saisonende verlassen wird die Schwaben dagegen Roberto Hilbert. Wie der VfB bestätigte, hat der achtfache deutsche Nationalspieler mitgeteilt, eine neue Herausforderung suchen zu wollen. Gespräche über den zum Saisonende auslaufenden Vertrag haben zwar stattgefunden. “Wir wurden uns aber nicht einig”, so Hilbert zum kicker. Es sei ein Abschied “mit Wehmut”, aber auch “mit Vorfreude auf die neue Aufgabe”. Wohin der 25-Jährige wechseln wird, ist noch nicht bekannt. Immerhin ließ er durchblicken, dass es sich um einen “ambitionierten Verein” handeln würde. Dabei könnte es sich um den FC Basel handeln, der aller Voraussicht nach in der kommenden Saison an der Champions-League-Qualifikation teilnehmen wird.

Hilbert wurde 2007 mit dem VfB deutscher Meister und bestritt jeweils acht Partien in der Champions League und UEFA-Pokal. Er ist nach Jens Lehmann (Karriereende), Ricardo Osorio, Aliaksandr Hleb und Cacau der vierte Spieler, den den VfB verlassen wird, wobei bei Cacau das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.

(www.kicker.de 27.4.10)

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Hilbert geht zum Saisonende

Der frühere Fußball-Nationalspieler Roberto Hilbert verlässt den Bundesligisten VfB Stuttgart. “Er wird nach dieser Saison gehen”, sagte ein VfB-Sprecher am Dienstag und bestätigte einen Bericht von “Sport Bild online”. Der 25 Jahre alte offensive Mittelfeldspieler, dessen Vertrag beim VfB am Saisonende ausläuft, will nach Informationen des Mediums wahrscheinlich ins Ausland wechseln.

Hilbert war 2006 vom Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth nach Stuttgart gekommen und war 2007 mit den Schwaben deutscher Meister geworden. Unter dem neuen VfB-Trainer Christian Gross hatte er zuletzt jedoch nicht mehr die Rolle eines Stammspielers.

(STZ 27.4.2010)

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Torwartfrage: “Ich hoffe, dass der VfB mich ranlässt”

Das Dörfchen Grünheide mit seinen Angelseen liegt verschlafen im märkischen Sand vor den Toren Berlins. Privat hätte sich der VfB-Torwart Sven Ulreich wohl niemals hierher, nach “jwd”, verirrt. Doch “janz weit draußen”, wie man in der Hauptstadt sagt, im Ortsteil Kienbaum, trainierten einst die DDR-Leistungskader. Geblieben ist aus dieser Zeit eine Anlage, die bis heute viele Spitzensportler in ihren Bann zieht: Die Höhenkammer, in der sich ein geringerer Sauerstoffgehalt wie in 3000 Metern Höhe simulieren lässt. “In der Höhenkammer kann man mit geringerem Widerstand die Grundlagenausdauer verbessern, was nach Verletzungen optimal ist. Der Körper bildet mehr rote Blutkörperchen”, erklärt Sven Ulreich, der sich nach dem Wochenende bei der Familie gestern Abend wieder ins Flugzeug Richtung Berlin gesetzt hat. Schließlich gilt es für den 21-Jährigen, keine Zeit zu verlieren. Nach seinem Bruch des Wadenbeinköpfchens im linken Knie am 2. März im U-21-Länderspiel der DFB-Auswahl gegen Island setzt Ulreich alles daran, schnell wieder voll belastbar zu sein.

Vertragsverlängerung als Vertrauensbeweis

“Das Training schlägt gut an – ich mache große Fortschritte”, sagt Ulreich, der bisher 15 Bundesligaspiele, 44 Drittliga- und 29 Regionalligaspiele für den VfB absolviert hat und nun die große Chance besitzt, Jens Lehmann im Stuttgarter Tor zu beerben. “Seit ich im Verein bin, ist es mein Ziel, der Bundesliga-Stammtorwart zu werden”, sagt Ulreich, der in der E-Jugend zum VfB kam und in Berlin in seiner täglichen Reha-Arbeit von einem Physiotherapeuten des Clubs begleitet und behandelt wird. Die Vertragsverlängerung bis 2013 vor knapp drei Wochen hat Ulreich bereits als einen großen Vertrauensbeweis empfunden. Jetzt hofft er, “dass mich der Club als Nummer eins ran lässt. Ich erwarte mir für die nächste Saison viel.” Fast fünf Wochen hat sich der 1,91 Meter große Schlussmann nur mit einer Spezialschiene am Knie an Krücken vorwärts bewegt – und konnte daher vor allem den Oberkörper trainieren.

Also hat er im Sitzen Bälle gefaustet und gefangen. In dieser Woche soll es nun erstmals “fast ohne Krücken” gehen. Von Mai an will Ulreich das Knie dann erstmals wieder ohne orthopädische Hilfe belasten. Sven Ulreich ist ehrgeizig, wittert seine Chance, weiß aber, “dass für die Nummer eins eine schnelle Genesung und eine Topvorbereitung auf die neue Saison absolute Pflicht sind.” Neben den Aufbaumaßnahmen hat der Torwart aufmerksam Zeitung gelesen. Also ist auch ihm nicht entgangen, dass ihm vermutlich ein altbekanntes VfB-Gesicht zur Seite gestellt wird, sollte die Heilung des Knies weiter so gut verlaufen wie bisher: Marc Ziegler, 33, bei Borussia Dortmund angestellt und in der Saison 1995/96 Stammtorwart in Stuttgart, soll nach Plan A der erfahrene Gegenpol zum jungen Ulreich werden. “Es ist richtig, dass es ein Stuttgarter Interesse an Marc Ziegler gibt”, sagt der Dortmunder Sportdirektor Michael Zorc, “aber wir müssen erst mal unsere Szenarien auf der Torwartposition durchspielen. Deshalb lässt sich momentan nicht mehr sagen.”

Der VfB hat einen Plan B in der Tasche

Durchgesickert ist allerdings, dass der BVB gerne Bernd Leno, der beim VfB II das Tor hütet, im Gegenzug für Ziegler haben möchte. Aber diese Rochade lehnt der VfB ab. Auch die derzeitige Nummer drei bei den VfB-Profis, Alexander Stolz, ist bei den Westfalen im Gespräch. Doch an dem ist wiederum das Dortmunder Interesse nicht besonders groß. Es gibt in Sachen Lehmann-Nachfolge bei den Stuttgartern aber auch einen Plan B, der zum Tragen kommen könnte, sollte Ulreich nicht rechtzeitig das alte Niveau erreichen. Daher muss sich der Manager Horst Heldt auch die Alternativen prüfen – und ist dabei wieder auf einen vertrauten Namen gestoßen: auf Timo Hildebrand. Mit 221 Bundesligaspielen und tollen Paraden in der Meistersaison 2007 ist der gebürtige Wormser ein populärer Name in der Clubgeschichte. So wurde der Torwart in einer Zuschauerumfrage des SWR-Fernsehens nach den beliebtesten VfB-Akteuren aller Zeiten auf Rang neun gewählt – und der Cheftrainer Christian Gross nennt den Goalie wohl nicht ohne Hintergedanken “einen erfahrenen Mann”.

Ist Hildebrand also einer, mit dem sich der VfB – und vor allem Christian Gross – ernsthaft beschäftigt? Seit seinem Abschied aus Stuttgart blickt der 31-Jährige auf wechselvolle drei Jahre zurück: Da gab es die 18 verlorenen Monate in Valencia – und die Ausbootung aus der Nationalelf vor der EM 2008. Auch in Hoffenheim agieren der Trainer Ralf Rangnick und der Manager Jan Schindelmeiser beim Thema Hildebrand sehr defensiv. Bei saisonübergreifend 41 Spielen hätte sich Hildebrands Vertrag automatisch verlängert. Diese Marke kann der Goalie nicht mehr erreichen. Sven Ulreich hat ohnehin keine Angst vor möglicher Konkurrenz – ob sie nun Hildebrand heißt oder nicht. “Ich bin inzwischen so stark”, sagt der 21-Jährige, “dass ich auch erfahrenen Torhütern ordentlich Dampf machen kann.”

(STZ 25.4.10)

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2:0 – VfB fegt Bochum vom Platz

Der VfB ist auf alles eingestellt gewesen, nur nicht auf eine Partie, die bereits nach 18 Minuten entschieden ist und in der der abstiegsbedrohte Gegner ein bemitleidenswertes Bild abgibt. Eine angenehme Überraschung für das Überraschungsteam der Rückrunde. Die Teilnahme an der Europa League ist nach dem 2:0-Sieg in Bochum und vor den ausstehenden letzen beiden Saisonspielen gegen Mainz und in Hoffenheim nun greifbar nahe. Selbst die Champions-League-Qualifikation scheint kein Tabuthema mehr zu sein: “Wir wollen Druck nach vorne ausüben”, sagt der Sportdirektor Horst Heldt.

Spiele gegen den VfL Bochum hatten für den VfB zuletzt schon zweimal weitreichende Folgen. Am vorletzten Spieltag der Saison 2006/2007 übernahmen die Stuttgarter durch einen 3:2-Auswärtssieg die Tabellenführung und wurden Meister. In der Hinrunde war das Team von Markus Babbel zuhause nicht über ein 1:1 gegen Bochum hinausgekommen, was wütende Stuttgarter Fanproteste und die Entlassung des Teamchefs nach sich zog. Seitdem steht Christian Gross der Mannschaft vor, der Anfang der achtziger Jahre ausgerechnet für die Bochumer zwei Jahre am Ball war. Was den Schweizer allerdings nicht daran hinderte “emotionslos”, wie er sagte, in diese Parte zu gehen.

Auch die VfB-Spieler agierten am Freitagabend sehr abgebrüht. Nach 18 Minuten und zwei Stuttgarter Chancen führte der VfB schon mit 2:0. Erst drückte Cacau den Ball nach der Vorarbeit von Ciprian Marica und Timo Gebhart über die Linie (14. Minute). Dann erhöhte Marica nach schönem Zuspiel von Cacau sehr entspannt. Mit dieser Vorlage und seinem vorangegangenen 12. Saisontor verbesserte Cacau vor den Vertragsgesprächen mit dem VfB, die in der nächsten Woche wieder aufgenommen werden, weiter seine Verhandlungsposition.

Aber auch die Defensive agierte gegen die nur anfangs um den Klassenverbleib kämpfenden und spielerisch limitierten Bochumer souverän. Für den am Knie verletzten Stefano Celozzi begann auf der rechten Abwehrseite Ricardo Osorio. Der Mexikaner, der Stuttgart am Ende der Saison wohl in Richtung FC Villarreal verlassen wird, bekam den Vorzug vor Khalid Boulahrouz, der das als deutliches Zeichen werten muss. Zumal er auch nach Osorios Verletzung in der zweiten Halbzeit abermals nicht zum Zug kam.

Auf der Stuttgarter Bank saß außerdem noch Alexander Hleb. Der Weißrusse dürfte den Ärger des Trainers durch eine etwas laxe Einstellung auf sich gezogen haben. So hatte Hleb beispielsweise zuletzt eine Trainingsübung sitzend verfolgt.

Das zeigt aber gleichzeitig auch: die Stärke der besten Rückrundenmannschaft, die nun schon den sechsten Sieg in Folge verbucht hat, ist die Ausgeglichenheit des Kaders. Fast jeder Spieler scheint ersetzbar zu sein. Ausnahmen bilden im Moment der Linksverteidiger Cristian Molinaro, Cacau, der mit 29 Jahren möglicherweise seine besten Jahre noch vor sich hat, und Christian Träsch im defensiven Mittelfeld, dessen Chancen auf eine WM-Teilnahme stetig steigen.

Gegen harmlose Bochumer verlegte sich der VfB in der zweiten Halbzeit auf Konter, die allerdings nicht mit letzter Entschlossenheit vorgetragen wurden. Konzentriert verrichtete dagegen weiterhin die VfB-Abwehr ihre Arbeit. Nicht eine einzige ernstzunehmende Torchance über die gesamten 90 Minuten wurde den Bochumern gestattet. Das war für den VfB-Torhüter Jens Lehmann eine ganz gute Einstimmung auf den bevorstehenden Ruhestand.

So schlug die Stimmung der zunächst geduldigen Bochumer Fans am Ende auch in fassungslose Enttäuschung um, so wie einst bei der Stuttgarter Anhängerschaft nach dem 1:1 im November-Hinspiel. Aber auch das dürfte Christian Gross wieder einmal ziemlich egal gewesen sein.

VfL Bochum:

Heerwagen – Pfertzel, Maltritz, Mavraj, Bönig – Maric, Yahia, Fuchs – Holtby (84. Freier) – Sestak (69. Dedic), Epallé (62. Azaouagh)

VfB Stuttgart:

Lehmann – Osorio (64. Kuzmanovic), Tasci, Delpierre, Molinaro – Träsch, Khedira – Gebhart, Hilbert – Marica (79. Schieber), Cacau

Schiedsrichter:

Gagelmann (Bremen)

Zuschauer: 25.431
Tore:

0:1 Cacau (14.), 0:2 Marica (18.)

Gelbe Karten:

Bönig (3), Maltritz (4), Pfertzel (4), Sestak (4)

(STZ 23.4.10)

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Interview mit Alexander Hleb: “Ich will mit dem VfB Platz drei”

Der VfB Stuttgart ist die beste Rückrundenmannschaft in der Fußball-Bundesliga – und der wiedererstarkte Alexander Hleb hat einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet. Das Selbstvertrauen des 28-Jährigen ist mittlerweile so groß, dass er sich mit einem Platz in der Europa League nicht zufriedengeben will.

Herr Hleb, Ihr Jahr beim VfB ist bald wieder vorbei. Ziehen Sie doch mal ein Fazit.

Es ist schnell gegangen. Aber noch ist es nicht so weit. Noch bin ich hier – und abgerechnet wird erst zum Schluss. Schließlich können wir noch einiges erreichen.

Sie treffen nun noch auf Bochum, Mainz und Hoffenheim. Was ist da das Ziel?

Nachdem wir schon die letzten fünf Spiele gewonnen haben, sage ich, wir wollen noch drei Siege. Das wäre eine schöne Serie.

Und dann?

Ich will den dritten Platz. Mit weniger möchte ich mich nicht zufriedengeben. Damit hätten wir das Vorjahresergebnis wiederholt und könnten erneut die Qualifikation zur Champions League bestreiten. Nach dem Verlauf der Hinrunde wäre das eine riesige Sensation. Die Chancen sind da. Wir geben alles und greifen an.

Der Rückstand auf Bremen und Leverkusen beträgt jedoch vier Punkte – und auch Dortmund hat drei Zähler mehr als der VfB.

Natürlich haben wir es nicht mehr selbst in der Hand, weil wir im Herbst viel verpasst haben. Da haben wir wichtige Punkte verloren, und das hängt uns nach. Deshalb müssen wir jetzt auf die anderen schauen. Aber wir können die Konkurrenten unter Druck setzen – und das werden wir auch.

Dazu würden Sie am Ende Ihres Engagements in Stuttgart wahrscheinlich auch gerne noch ein Tor schießen, nachdem Sie in dieser Bundesligasaison noch nicht getroffen haben?

Ja, am besten sogar das entscheidende Tor am letzten Spieltag. Das wäre ein Traum.

Haben Sie in der Realität eigentlich schon Ihre Koffer gepackt und den Möbelwagen bestellt für die Fahrt zu Ihrem neuen Club?

Dafür ist es noch zu früh. Ich wüsste ja noch nicht einmal, wohin ich den Möbelwagen schicken muss.

Vielleicht zu Inter Mailand oder zu Manchester City, die an Ihnen interessiert sind.

Jetzt warten wir mal die letzten drei Spiele ab. Dann muss ich zu meiner weißrussischen Nationalmannschaft. Anschließend mache ich dann Urlaub – und den Rest muss mein Berater für mich regeln.

Ist auch eine Rückkehr zum FC Barcelona möglich, wo Sie ja noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2012 haben?

Ich werde sogar auf jeden Fall zuerst wieder nach Barcelona gehen. Mein Berater ist mit den Leuten dort in Kontakt.

Inter Mailand und Manchester City haben Sie auch schon vor einem Jahr umworben. Warum haben Sie sich damals für den VfB entschieden?

In der Saison zuvor war ich in Barcelona oft verletzt und habe nicht so regelmäßig gespielt wie erhofft. Um wieder die nötige Sicherheit zu bekommen, wollte ich deshalb dahin, wo ich mich heimisch fühle und wo ich viele Freunde habe. Das gab für mich letztlich den Ausschlag.

Das dürfte auch jetzt ein Argument dafür sein, um Sie in Deutschland zu halten.

Natürlich kann ich mir das sehr gut vorstellen. Ich spreche die Sprache und bräuchte keine Eingewöhnungszeit. Außerdem gefällt mir die Bundesliga. Aber man muss sehen, was wird.

Fest steht, dass der VfB am Freitag in Bochum antritt. Können Sie sich noch an das Hinspiel erinnern?

Wir kassierten in der letzten Minute durch einen Freistoß das 1:1. Es gab Proteste der Fans – und es war der letzte Arbeitstag unseres Trainers Markus Babbel.

Unter dem Nachfolger Christian Gross ist der VfB die beste Rückrundenmannschaft. Wie erklären Sie sich den Wandel?

Wir haben auch gekämpft, als Markus Babbel noch da war. Aber damals fehlte uns das nötige Glück. Glück ist ein wichtiger Faktor. Denken Sie nur daran, wie sich der FC Bayern kürzlich in der Champions League gegen Florenz durchgesetzt hat. Oder an den Sieg von Inter jetzt gegen Barça.

Gibt es neben dem Glück noch weitere Unterschiede zwischen dem VfB im Herbst 2009 und dem VfB im Frühling 2010?

Ja, den neuen Trainer. Christian Gross hat uns gutgetan. Er ist ein gewiefter Taktiker und lebt total für den Fußball. Jetzt funktioniert wieder alles in der Mannschaft. Das Selbstvertrauen ist wieder da.

Das überrascht, weil Sie von Gross anfangs in jedem Spiel ausgewechselt wurden und darüber nicht glücklich waren. Wie ist das Verhältnis heute?

Wir mussten uns eben zunächst aneinandergewöhnen. Inzwischen ist es viel besser geworden und ganz normal. Schließlich wollen wir beide dasselbe: Erfolg. Christian Gross weiß ganz genau, warum er nach Stuttgart gekommen ist – nicht allein, um den Abstieg zu verhindern. Er kann sich hier nach oben orientieren und jedes Jahr in die Champions League kommen.

Wenn Sie zurückblicken – haben Sie in dieser Saison auch Fehler gemacht?

Das ist keine Frage. Vielleicht war ich aus meiner Zeit in Barcelona und Arsenal ein bisschen verwöhnt. Da konnten wir auf dem Platz die meisten Probleme mit spielerischen Mitteln lösen. Hier beim VfB funktioniert das nicht immer. Da muss man auch viel kämpfen und rennen, von vorne nach hinten und von hinten nach vorne. Das habe ich womöglich ein wenig unterschätzt. Ich hätte mehr Gas geben und mich vielleicht mehr in die Mannschaft einbringen müssen.

Welche Perspektiven hat der VfB?

Wenn es gelingt, die Mannschaft weitgehend zusammenzuhalten und noch punktuell zu verstärken, ist immer ein Platz in der Champions League drin. Dann kann der VfB sogar mit den Bayern mithalten. Wenn man an Spieler wie Ribéry, Robben, Gomez oder Olic denkt, ist dort die Qualität zwar vielleicht noch etwas höher, anscheinend sind die Bayern auch stabiler als wir, aber gravierend sind die Unterschiede nicht.

Wie wichtig wäre es für die Entwicklung des VfB, Sami Khedira und Cacau zu halten?

Sami muss meiner Meinung nach sowieso bleiben. Ich denke, er braucht noch zwei Jahre, bis er reif ist für einen Wechsel zu einem noch größeren Verein. Wenn er diesen Schritt jetzt schon macht, glaube ich, käme das noch zu früh.

Und Cacau?

Er fühlt sich mit seiner Familie wohl in Stuttgart. Der VfB sollte auf jeden Fall versuchen, ihn zu halten.

Sie verlassen den VfB definitiv. Wen empfehlen Sie dem Club als Nachfolger?

Franck Ribéry oder Cristiano Ronaldo wären nicht schlecht. Im Ernst: ich bin zuversichtlich, dass der Verein den richtigen Spieler findet.

(STZ 23.4.2010)

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