8. Januar 2010

Der VfB Stuttgart im September 2009

September

4.9.2009

Osorio will den VfB verlassen

Beim VfB Stuttgart bahnt sich der erste Abgang im Sommer 2010 an: Rechtsverteidiger Ricardo Osorio will die Roten verlassen.

Nach Pavel Pardo verliert der VfB am Saisonende wohl auch seinen zweiten Mexikaner. Ricardo Osorio (29) verkündete jedenfalls vor dem WM-Qualifikationsspiel in Costa Rica, er werde die Roten nach Vertragsende 2010 verlassen. Er sei enttäuscht darüber, dass ihm der VfB den gewünschten Zweijahresvertrag verwehrt habe.

“Wir reagieren nicht auf Zeitungsmeldungen. Wir werden uns mit Oso zu gegebener Zeit zusammensetzen”, sagte VfB-Manager Jochen Schneider. Osorio hatte zuletzt seinen Stammplatz als rechter Verteidiger verloren. (STN online)

4.9. 2009

Torflut in Oberschwaben

Der Rumpf der Lizenzspielermannschaft mit den Spielern, die sich nicht mit diversen Auswahlmannschaften auf Länderspielreise befinden, sowie den eben erst ins volle Teamtraining zurückgekehrten Akteuren machte sich am Freitagnachmittag auf den Weg nach Oberschwaben, wo in Altshausen ein Testspiel auf dem Programm stand. Der VfB siegte dort mit 14:0, wobei sich Roberto Hilbert dreifach und Nachwuchsstürmer Ali Pala gleich vierfach als Torschützen auszeichnen konnten. Elson und Bence Varga trafen doppelt. Torschützen: Elson, Hilbert (3), Ali Pala (4), Simak, Varga (2), Vecchione, Elson, Bastürk.

5.9.2009

Länderspiele:

Deutschland-Südafrika: Sami Khedira debütierte beim 2:0-Erfolg

Bevor die Qualifikationsrunde zur Weltmeisterschaft 2010 in die heiße Phase geht, testete Bundestrainer Joachim Löw ein letztes Mal sein Team im Rahmen eines Freundschaftsspiels. Während andere Nationen schon am selben Abend um die begehrten Tickets kämpften, maß sich die deutsche Nationalmannschaft in der gerade nach einem großen Umbau neu eröffneten Leverkusener BayArena gegen die Auswahl des Gastgeberlandes der Endrunde, Südafrika. VfB-Spieler im Einsatz: Tasci (bis 45.), Khedira (ab 73.), Torschützen: Gomez, Özil

Russland-Liechtenstein 3:0, Pavel Pobrebnjak kam nicht zum Einsatz

Schweiz-Griechenland 2:0, Magnin spielte durch

Frankreich-Rumänien 1:1, Marica spielte durch

Kroatien-Weissrussland 1:0, Hleb war zwar nominiert, reiste aber wegen muskulärer Probleme vorzeitig ab.

Elfenbeinküste-Burkina Faso 5:0, Boka spielte 90 Minuten durch.

Costa Rica-Mexiko 0:3, VfB-Verteidiger Ricardo Osorio war im WM-Qualifikationsspiel der CONCACAF-Staaten in Costa Rica über die volle Distanz für sein Heimatland im Einsatz.

9.9.2009

Länderspiele:

Deutschland-Aserbaidschan 4:0

Schwarz und weiß: Ohne den überzeugenden Auftritt im Testspiel gegen Südafrika in Gänze bestätigen zu können, hat die deutsche Nationalmannschaft gegen Fußballzwerg Aserbaidschan den erwarteten Pflichtsieg gelandet. Mit dem 4:0-Heimerfolg mit einer schwachen und einer guten Halbzeit gegen den von Berti Vogts trainierten Underdog bleibt Deutschland voll auf Kurs Richtung Weltmeisterschaft 2010. Die Grundlage für den um den Gruppensieg entscheidenden Showdown in Russland im Oktober ist geschaffen. Hitzlsperger spielte durch, Tasci, Khedira und Cacau saßen 90 Minuten auf der Bank. Torschützen: Ballack, Klose (2), Podolski

Lettland-Schweiz 2:2, VfB-Linksverteidiger Ludovic Magnin wurde von Auswahltrainer Ottmar Hitzfeld gegen Lettland nicht berücksichtigt und musste von der Bank aus mit ansehen, wie sein Rivale Christoph Spycher von der Frankfurter Eintracht auf der Linksverteidigerposition agierte.

Wales-Russland 1:3, Beim russischen Erfolg auf der Insel kam VfB-Angreifer Pavel Pogrebnyak wie schon am vergangenen Samstag gegen Liechtenstein nicht zum Zug, auch weil der zuletzt angeschlagene Andrei Arshavin wieder zur Verfügung stand.

Weissrussland-Ukraine 0:0, Hleb spielte durch,

Serbien-Frankreich 1:1, Kuzmanovic wurde in der 71. Minute eingewechselt.

Rumänien-Österreich 1:1 Marica wurde in der 78. Minute ausgewechselt.

Mexiko-Honduras 1:0, Ricardo Osorio spielte durch.

12.9.2009

VfB verliert 1:3 in Hamburg

uch ohne seinen erfolgreichsten Torjäger Paolo Guerrero hat der Hamburger SV seinen Höhenflug in der Fußball-Bundesliga fortgesetzt. Mit dem 3:1 (1:0) über den VfB Stuttgart verteidigten die Hanseaten am Samstagabend vor 57.000 Zuschauern in der ausverkauften heimischen Nordbank-Arena die Tabellenführung in der Eliteliga und versetzten Champions-League-Teilnehmer Stuttgart einen weiteren Dämpfer. Mladen Petric (30.), Eljero Elia (58.) und Ze Roberto (90.+1) erzielten die Tore für die Gastgeber mit sehenswerten Distanzschüssen. Pawel Pogrebnjak schaffte dem Anschluss (62.). Nebenbei sorgten die Norddeutschen für den besten Saisonstart seit 29 Jahren (vier Siege, ein Remis) und stimmten sich mit dem Erfolg auf den Europa-League-Einsatz am nächsten Donnerstag bei Rapid Wien ein.

Dieses Mal war unser Trainingslagerstammtisch stark vertreten. Wir fuhren zu sechst in Stuttgart los und stiegen in Mannheim dann in den Zug, in dem die anderen, aus Baden-Baden kommend bereits saßen. Auch dieses Mal nahmen wir direkt Kurs auf das Bordbistro und sagten den anderen schnell mal Bescheid, wo sie uns finden können. :-) . Dort wurde die Fahrt natürlich wieder sehr kurzweilig. Wir lernten Iris und Johnnie Walker mit der Wodkaflasche aus der Nähe von Magdeburg kennen, die mit Fußball eigentlich wenig am Hut haben. Wir hatten aber eine tolle Gaudi mit ihnen und langsam schmeckte auch schon das Bier. An diesem Tag konnten wir ja ganz gemütlich starten, das Spiel war ja erst für 18.30 Uhr angesetzt.

In Hamburg angekommen bezogen wir erstmal unsere Zimmer, luden unser Gepäck ab und machten uns schnurstracks auf den Weg zum Kiez, wo wir im Herz von St. Pauli einkehrten. Da sich der Weg zum Stadion in Hamburg über S-Bahn Stellingen ewig hinzieht und vor allem auch der Abtransport nach dem Spiel sich immer ewig zieht, wollten wir dieses Mal den Weg über Othmarschen testen. Im VfB-Forum hatte ich gelesen, dass es auch von dort einen Busshuttle zum Stadion gibt und man mit der S3, die von der Reeperbahn aus verkehrt, fahren kann. Weiterer Vorteil: der Bus hält auf der Seite des Gästeblocks. Zugegebenermaßen ist es auch von dort noch relativ weit zu gehen, gefühlsmäßig waren die Busse aber nicht so überfüllt, wie von Stellingen aus. Kann aber auch daran gelegen haben, dass wir relativ früh schon unterwegs waren. Noch im Außenbereich vor dem Stadion erblickten wir erst einmal einige Imbissbuden. Gut, hatten wir doch bisher überwiegend flüssige Nahrung aufgenommen, dachten wir. Also holte ich mir ein Steakbrötchen und stellte dann fest, dass das gar nicht durch war. Ich warf es dann weg und probierte eine Thüringer. Die war auch nicht viel besser. Nicht würzig, sehr wässrig und dann bekommt man in Hamburg als Beilage gerade mal ein halbes ungetoastetes Toastbrot. Ist also eher einzustufen mit “Hauptsache etwas im Magen”, meine Gedanken kreisten aber um eine heimische Stadion-Rote. :-) Nebenher hörten wir noch die letzten Minuten der Radio-Schlußkonferenz an. Dann ging es also ins Stadion. Mir gefällt die Schüssel und ich bin immer, wenn es geht dabei, auch weil Hamburg auf mich immer eine Faszination ausübt und immer eine Reise wert ist. Der Einlaß verlief im Gegensatz zu vor zwei Jahren reibungslos. Vor zwei Jahren öffneten die Stadiontore mit einiger Verspätung, weil ein Buchstabe auf dem Dach des Stadions ins Wanken geriet. ;-)

Das Spiel selbst war aus VfB-Sicht wieder absolut enttäuschend. Ich bekomme schon immer die Krise, wenn wir mit nur einer Spitze, dieses Mal Pogrebnjak, antreten. Dazu rotierte Babbel aus der Nürnberg-Elf wieder vier Spieler raus. Wie soll sich so das Team einspielen? Warum brauchen so viele so oft eine Pause? Zu einem so frühen Zeitpunkt der Saison?

Jedenfalls begann das Spiel wie so oft: der VfB spielte gefällig, war aber absolut ungefährlich in seinen Aktionen und oft viel zu zaghaft. Nach dem Rückstand wurde man ängstlich und reagierte nur noch. Der zuvor ebenfalls verunsicherte HSV wurde in seinen Aktionen sicherer und sicherer und hatte letztlich ein leichtes Spiel mit uns. Aus meiner Sicht haben wir das Spiel mehr oder weniger sang- und klanglos verloren und dümpeln nach 5 Spieltagen mit 5 Punkten im Niemandsland der Tabelle umher.

Wie bereits erwähnt, ist Hamburg eine Lieblingsstadt von mir und so versuche ich dann nach einer solchen Niederlage schnell zum gemütlichen Teil des Abends überzugehen und nicht mehr allzu viele Gedanken an das Dargebotene zu verschwenden. In diesem Fall allerdings nicht so einfach, hatten wir doch noch eine Verabredung mit einer ganzen Menge von VfB-Fans. Der offizielle VfB-Fanclub “Roter Brustring Hamburg” hat eine Barkassenfahrt organisiert, zu der ich Anita und mich sowie unsere Hamburger Freunde und St. Pauli Fans Christel und Holger, mit anmeldete. Leider wußte ich zum damaligen Zeitpunkt noch nicht, dass wir mit so vielen fahren würden. Als sich das herausstellte, waren die Tickets leider schon ausverkauft. So machten wir uns also vom Stadion aus auf dem schnellsten Weg Richtung Anlegeplatz. Planmäßige Abfahrt war 21.30 Uhr, wir kamen gerade mal etwa 5 Minuten vorher an, da die Abfahrt vom Stadion wieder sehr schleppend voranging. Aber, kein Problem, das Schiff fuhr sowieso mit Verspätung los, da wir noch auf den Fanclub “Cannstatter Kurve Berlin” warten, der mit dem Roten Brustring Hamburg befreundet ist und in großer Mannschaftsstärke an Bord kam. Die zweistündige Rundfahrt führte vorbei an der Speicherstadt und Hafencity hinein in den Freihafen und die Elbe hinunter und bot den faszinierenden Blick auf den Hamburger Hafen bei Nacht. Mit reichlich Bügelflaschen an Bord ging es also los. Die Stimmung war trotz der Niederlage prächtig, es wurde gehüpft und gesungen, was das Zeug hielt. Da die Nachfrage an der Fahrt so riesig war, plant Kusi nach meinen Informationen für nächstes Jahr noch ein größeres Boot zu chartern. Dann hoffe ich mal, dass wir dann alle unterkommen. :-) War wirklich klasse.

Wieder mit festem Boden unter den Füßen telefonierten wir uns wieder mit den anderen zusammen, sie wurden in der Pilsböre, Davidstraße, seßhaft, also gingen wir dorthin und ließen den Abend vollends ausklingen.

Da unser Zug erst am Sonntag nachmittag abfuhr, unternahmen wir dann morgens alle zusammen auch noch eine Bootsfahrt bei Tag. Die Rückfahrt mit dem ICE war nicht minder spaßig als die Hinfahrt. Nach der Ankunft in Stuttgart ließen wir dann den Abend im Haxnwirt am Hauptbahnhof noch gemütlich (!?) ausklingen. Hamburg war wieder sehr schön, aber auch anstrengend, so war ich froh, dass ich in weiser Voraussicht den Montag freigenommen hatte.

P1250571

P1250585

P1250606

P1250647

P1250677

P1250734

P1250774

P1250786

P1250803

P1250811

P1250861

P1250879

P1250897

P1250916

P1250927

P1250992

P1250996

16.09.2009

Nur 1:1 gegen die Glasgow Rangers: Pogrebnyaks Tor ist zu wenig

Der VfB Stuttgart hat zum Auftakt der Gruppenphase einen möglichen Sieg verpasst und musste sich gegen die Rangers aus Glasgow trotz einer starken ersten Halbzeit mit einem Remis begnügen. Die Schwaben verpassten es, aus der Überlegenheit vor dem Seitenwechsel mehr Kapital zu schlagen und hatten am Ende sogar etwas Glück, wenigstens einen Punkt am Neckar behalten zu haben. Die Tore: Der agile Cacau machte sich rechts auf, passte im richtigen Moment nach innen zu Pogrebnyak, und der Russe netzte aus zwölf Metern abgezockt gegen die Laufrichtung McGregors zur Stuttgarter Führung ein (18.). Bougherra setzte sich rechts im Zusammenspiel mit Rothen durch, drang in den Sechzehnmeterraum ein und überwand Lehmann aus 14 Metern mit einem strammen Schuss ins kurze Eck (77.).

Am Spieltag waren wir schon relativ früh in der Stadt unterwegs. Der Schloßplatz ist ja immer voll, wenn die Schotten da sind, so auch dieses Mal. Und meist geht es ja friedlich zu, wenn sie da sind. Da bekannt ist, dass die Schotten trinkfest sind, wurde vorsorglich das Bier in 1-Liter-Bechern ausgeschenkt. Auf dem Schloßplatz trafen wir dann auch gleich Nico und Heiko und stießen schon mal auf die Champions League an.

Die Auslosung hätte ja kaum günstiger für uns laufen können. Nicht nur, dass wir eine machbare Gruppe erwischt haben, wir bekamen auch das erste Mal in der Championsleague ein Heimspiel zum Auftakt und das noch gegen auswärts eher schwächere Rangers. Also mußte doch ein Sieg herausspringen, so dass man vom ersten Spieltag weg auf den ersten beiden Plätzen stehen würde.

Es wäre schön gewesen, doch es kam leider anders. Der VfB spielte 35 Minuten klasse Fußball, hatte an die 65% Ballbesitz und die Rangers nicht den Hauch einer Torchance. Dann geht man noch 1:0 in Führung, ist ja eigentlich wie gemalt, gegen eine Mannschaft, die in erster Linie daraus aus war, Tore zu verhindern und nach vorne selbst nicht viel vor hatte.

Unerklärlicherweise ruhte sich der VfB auf dem frühen 1:0 aus, anstatt aufs zweite Tor zu gehen und somit womöglich den Schotten frühzeitig die Hoffnung zu nehmen, dass hier was gehen könnte. Für mich war dieses Spiel zunächst einmal der Anfang vom Ende unserer Achtelfinalambitionen, weil ich furchtbar enttäuscht darüber war, dass es der VfB zugelassen hat, dass die biederen Schotten hier einen Punkt mitgenommen haben. Solche Punktverluste darfst Du Dir in der Champions League einfach nicht erlauben, wenn Du weiter kommen möchtest. Gegen Urziceni auswärts muß jetzt schon etwas mitgenommen werden, um nicht schon frühzeitig die Hoffnungen aufs Weiterkommen begraben zu müssen, danach folgen schließlich die beiden Spiel gegen den FC Sevilla.

P1260006

P1260069

P1260085

P1260119

P1260145

P1260167

P1260234

P1260262

P1260295

P1260312

P1260353

19.9.2009

0:2: Köln schießt den VfB in die Krise

Beim VfB Stuttgart herrschten nach dem Tiefschlag gegen den 1. FC Köln Katzenjammer und Krisenstimmung. “Das ist ein kapitaler Fehlstart, der nicht nachvollziehbar ist”, redete Sportdirektor Horst Heldt nach dem demütigenden 0:2 gegen den Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga Tacheles.

Teamchef Markus Babbel sprach von einer “kritischen Situation”. Nach einer schonungslosen Aufzählung der schier endlosen Schwächen seiner in allen Belangen enttäuschenden Schützlinge kündigte der einstige Weltklasse-Verteidiger Konsequenzen an: “Ich werde mir was einfallen lassen. Da kann man nicht zur Tagesordnung übergehen.”

Während bei den taumelnden Schwaben Wundenlecken und Krisenbewältigung angesagt war, konnten die zuvor sieglosen Kölner ihr Glück kaum fassen. “Das ist Schicksal, ausgerechnet in Stuttgart zu gewinnen. Damit habe ich nicht gerechnet”, sagte der in der Kritik stehende Trainer Zvonimir Soldo nach dem Befreiungsschlag. “Ich habe noch am Abend vorher überlegt, was ich erzählen soll, wenn wir wieder verlieren.”

Sebastian Freis per Kopfball (25. Minute) und Wilfried Sanou aus rund 40 Metern nach einem völlig widersinnigen “Ausflug” von VfB-Schlussmann Jens Lehmann (89.) ersparten dem Daum-Nachfolger an seiner alten Wirkungsstätte diese Qual. (STN)

Nach diesem Spiel am 6. Spieltag waren wir also bereits auf dem 15. Platz angekommen, nach einer Niederlage gegen zuvor sieglos gebliebene Kölner.  Die Kölner erwiesen sich einmal mehr als Angstgegner vom VfB, der VfB gewann nur eine der letzten 13 Partien gegen Köln, nämlich das letzte Saison, durch 3 Gomez-Tore. Diesen Nachmittag aber damit zu erklären, wäre zu billig. Beim VfB lief rein gar nichts zusammen. Das war ein Totalausfall der kompletten Mannschaft, die immer verunsicherter wirkt. Babbel hatte zwar vor dem Spiel das Ende der Rotation ausgerufen, doch dieses Kind war schon in den Brunnen gefallen. Beim VfB im September 2009 ist kein Zusammenspiel, kein Esprit, kein Teamgeist, keine Torgefahr zu erkennen. Jeder Spieler scheint mehr mit sich selbst beschäftigt zu sein, als dass er der Mannschaft helfen könnte. Allen voran Thomas Hitzlsperger, der von Babbel eine Denkpause verordnet bekam und auf der Bank saß. Oder auch Aleks Hleb (der allerdings gegen Köln nicht spielte), der derzeit weder die Erwartungen der Öffentlichkeit noch seine eigenen befriedigen kann. Bezeichnend, dass jetzt in diesem Spiel die Gegentore von den sonst mit zuverlässigsten Akteuren verschuldet wurden, nämlich von Träsch und von Lehmann.

P1260370

P1260403

P1260405

P1260417

P1260446

P1260421

P1260469

P1260525

P1260532

P1260562

P1260565

P1260583

P1260600

P1260608

21.9.2009

VfB suspendiert Lehmann: Die Maß ist voll

Am Samstag gab es für Jens Lehmann kein Halten mehr. Nach dem 0:2 gegen Köln stürmte er aus dem Stadion, vorbei an den Reportern, die auf den Kommentar des Keepers zu seinem Fehler vor dem zweiten Gegentor warteten. Ein paar Stunden danach war klar, warum es Lehmann so eilig hatte. Da war er schon in München auf dem Oktoberfest. Willkommen in der Schickeria. Wiesn statt Wasen.

In der schweren Situation des VfB posierte er bei dem Edelgastronomen Käfer mit Sternchen wie Verona Pooth, Claudia Effenberg und mit Verena Kerth, der Exfreundin seines alten Rivalen Oliver Kahn. Das war die Lehmann’sche Art der Krisenbewältigung. Die Stuttgarter Fans trauerten – er feierte nach der bitteren Pleite mit dem Maßkrug in der Hand. Anders ausgedrückt: die Maß war voll – aber das Maß ist es auch. Der VfB suspendierte Lehmann, der im Pokal morgen in Lübeck nicht zum Kader gehört. Dafür steht Sven Ulreich oder Alexander Stolz zwischen den Pfosten. Das ist das Ergebnis der Bierzeltaffäre.

Diesen Beschluss fassten gestern der Manager Horst Heldt und der Teamchef Markus Babbel nach eingehenden Beratungen. Offen ließen sie noch, was nach Lübeck passieren wird. “Am Donnerstag werden Horst Heldt und ich mit Jens über die Sache reden – und dann sehen wir weiter”, sagt Markus Babbel. Möglich ist also sogar, dass das Strafmaß erhöht wird und dass Lehmann nicht nur für eine Partie draußen sitzt. Wie es überhaupt um seine Zukunft in Stuttgart bestellt ist, dürfte von seinem Verhalten abhängen, wenn er bei Heldt und Babbel zum Rapport antreten muss.

23.9.2009

3:1 – VfB zittert sich ins Achtelfinale

Das war nichts für schwache Nerven! Durch ein 3:1 (1:1, 0:1) nach Verlängerung hat der VfB Stuttgart beim VfB Lübeck mit Ach und Krach das Achtelfinale im DFB-Pokal erreicht. Damit ist die Krise nicht abgewendet – aber zumindest hat sie sich nicht verschärft.

So viele Steine, wie den Roten nach den 120 Spielminuten von den Herzen fielen, konnte kein Mensch zählen. Die Erleichterung war jedenfalls riesengroß, als Sami Khedira nach 109 Minuten eine Flanke von Roberto Hilbert zum 2:1 über die Torlinie drückte. Zuvor hatte Julian Schieber (77.) die Lübecker Führung durch Bastian Henning (6.) ausgeglichen. Mit einem Schlag kam wieder ein wenig Farbe in die aschfahlen Gesichter auf der VfB-Bank. Jeder wusste: Das war höchstwahrscheinlich die Entscheidung, weil den Lübeckern, die großartig gekämpft hatten, mehr und mehr die Kräfte schwanden. Als Cacau (117.) das 3:1 erzielte, hatten die Roten Gewissheit: Berlin, der Endspielort, ist eine Reise wert – der VfB bleibt im Rennen.

Gerade nochmal gut gegangen. Aber es stimmte doch bedenklich, dass der VfB über weite Strecken Mühe hatte in den Strafraum des Viertligisten zu gelangen und auf der anderen Seite gut und gerne hätte höher hinten liegen können. Zu diesem Zeitpunkt stellte ich mir schon die Frage, ob Babbel den Schalter noch einmal umlegen könnte oder ob ein neuer Impuls her muß. Die Leistungen zuletzt waren beängstigend und wurden in dieser Phase sogar noch von Spiel zu Spiel schlechter.

26.9.2009

3:0 in Frankfurt: War das der Befreiungsschlag?

Dank des Doppelpacks von Sturm-Hoffnung Julian Schieber hat der VfB einen Schritt aus der Krise heraus gemacht. Deshalb genoss er die Ovationen der Fans und eine Umarmung von Trainer Markus Babbel. “Ich habe gezeigt, dass ich da bin, wenn man mich braucht”, sagte der 20-Jährige nach dem 3:0 (2:0) bei Eintracht Frankfurt und dem Befreiungsschlag in der Fußball-Bundesliga. Doch Ansprüche stellte Schieber vor dem nächsten wichtigen Spiel am Dienstag in der Champions League bei Unirea Urziceni nicht: “Ob ich spiele, muss der Trainer entscheiden.”

Babbel war erleichtert und fand für Schieber nur lobende Worte. “Er dankt unser Vertrauen mit Leistung. Er hat große Fähigkeiten, die weiter geschliffen werden müssen”, sagte Babbel, warnte aber vor zu hohen Erwartungen an den U21-Nationalstürmer: “Er ist kein Ersatz für Mario Gomez.”

Ob Schieber, der den VfB schon beim 3:1 im DFB-Pokal bei Viertligist VfB Lübeck in die Verlängerung gerettet hatte, auf einen Einsatz in Europas Königsklasse hoffen darf, ließ Babbel offen und hielt es wie Rudi Carrel: “Lass dich überraschen.”

In Frankfurt hatte Babbel erneut viel gewagt, seine Startelf auf sechs Positionen verändert und Schieber den Vorzug vor Cacau und Pawel Pogrebnjak gegeben. “Ich bin ja nicht dumm und betreibe kein Harakiri. Mir war klar, dass wir frische Leute brauchten”, begründete der 37-Jährige seine erneute Rotation, wollte den Sieg aber nicht überbewerten: “Wir waren vorher nie in Panik und werden jetzt genausowenig nicht in Euphorie ausbrechen.”

Überschattet wurde die Partie von Stuttgarter Rowdys, die in der Schlussphase Feuerwerkskörper zündeten. Hitzlsperger und Babbel beruhigten die Situation. Nach dem Schlusspfiff fand Babbel bei Sky deutliche Worte: “So ein Verhalten einiger weniger Idioten kann man nicht akzeptieren. Ich hoffe, dass diese Männer entdeckt werden und sie auf immer und ewig Stadionverbot bekommen.”

Endlich mal ein relativ ungefährdeter Sieg, begünstigt natürlich durch die frühe 2:0 Führung und den Frankfurter Platzverweis unmittelbar danach. Dennoch war es, abermals ohne Hleb, eine gute Mannschaftsleistung mit einem endlich mal wieder guten Kapitän Hitzlsperger. Bleibt zu hoffen, dass die Mannschaft den Schwung mit nach Rumänien nimmt. Um auch mal ein freies Wochenende zu haben, ließen wir Frankfurt aus. Auch, weil es dort immer wieder Theater mit Frankfurtern gibt, die einem im Wald auflauern, wenn man Pech hat. Je näher das Spiel rückte aber und vor allem am Spieltag hätte ich schon große Lust gehabt, dorthin zu fahren. So aber schauten wir das Spiel im Biergarten Leinfelden auf Großbildleinwand an und freuten uns riesig, was sie dort für ein Spiel hingelegt haben. Da ich nicht dabei war, kann ich über die Vorkommnisse dort nichts sagen bzw. mir nur eine verzerrte Meinung bilden. Zum einen aus dem, was in der Presse steht, zum anderen was in Foren berichtet wird von Leuten, die dabei waren. Nichtsdestotrotz bleibe ich bei meiner Devise: “alles was dem Verein schadet, ist schädlich”. Weitere Vorkommnisse wie die in Frankfurt, werden wohl gnadenlos bestraft, unter Umständen sogar mit einem Geisterspiel oder mit einer Platzsperre. Bei diesen drohenden Strafen sollten diejenigen, die Böller abgeschossen haben, das überlegen anfangen. Dass in einem Stadion inzwischen jeder Winkel videoüberwacht ist, weiß man. So ist also die Gefahr da, entdeckt zu werden und in Regress genommen werden zu können.

29.9.2009

1:1 in Urziceni: Der VfB tritt auf der Stelle

Eine halbe Stunde vor dem Anpfiff marschiert Markus Babbel über das holprige Feld und wundert sich. Der Stuttgarter Teamchef fühlt sich eher im UI-Cup denn in der Champions League. So hat er sich die Atmosphäre beim ersten Auswärtsspiel in der Königsklasse nicht vorgestellt. Babbel blickt auf ziemlich leere Ränge. Am Ende bilden 13.000 Zuschauer die Kulisse von Bukarest, wohin Unirea Urziceni ausweichen musste, weil das eigene Stadion dem Standard nicht genügt. Aber wenig später sind Babbel die Rahmenbedingungen mit den Fans und den schlechten Bodenverhältnissen egal. Er ärgert sich über das 1:1, mit dem der VfB seine Chancen auf den Achtelfinaleinzug nicht verbessert hat. Das ist das Fazit des Abends.

Die Tore: Eine Kopfballvorlage von Gebhart landete beim Verteidiger Serdar Tasci, der im Stile eines Klassestürmers vollendete. Das 1:0 in der fünften Minute also durch den Mann mit der Rückennummer fünf. Der VfB tat danach schlicht zu wenig. “Wir waren zu passiv”, sagte Babbel. Die Strafe folgte auf dem Fuß. Nach Fehlern von Gebhart und Delpierre erzielte Varga das erste Tor seiner Elf in der Geschichte der Champions League (48.).

Auch dieses Spiel verschlug mir die Sprache. Nach dem vermeintlichen Befreiungsschlag gegen Frankfurt geht man mit etwas Selbstbewußtsein auf den Platz, geht in der 5. Minute in Führung, könnte sich vielleicht in einen Rausch spielen… Und? Was macht man? NIchts, rein gar nichts mehr. Unmittelbar nach der 1:0-Führung hat der VfB das Fußballspielen eingestellt und die Rumänen immer mehr kommen lassen. Der Ausgleich war die Konsequenz. Erst danach kam der VfB wieder zu Torchancen, konnte aber keine nutzen. So stehen wir nach 2 Spieltagen mit 2 mageren Pünktchen da, 6 hätten es sein können, wenn nicht müssen. Und Herr Babbel steht nach Spielende am Sky-Mikrofon und stellt fest “noch immer können wir unsere Ziele aus eigener Kraft erreichen”. Da fehlten mir gleich noch einmal die Worte. Meine Reaktion damals: nach den 6 Punkten gegen Sevilla sage ich nichts mehr. :-)

VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 5.0/10 (1 vote cast)
VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 0 (from 0 votes)
Der VfB Stuttgart im September 2009, 5.0 out of 10 based on 1 rating

Keine Kommentare »

Noch keine Kommentare

RSS Feed für Kommentare zu diesem Artikel. | TrackBack URI

Hinterlasse einen Kommentar

XHTML ( You can use these tags):
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong> .