10. Februar 2010

VfB feiert «geilen Sieg» – Komplimente für den FCN

Jede Menge Komplimente für den «Club» – aber die drei Punkte bleiben wieder beim Gegner. «Ein richtig geiler Sieg», jubelte VfB-Torschütze Timo Gebhart nach Stuttgarts glücklichem, aber verdienten 2:1 (1:0) beim 1. FC Nürnberg.

Der «Schwaben-Express» nimmt Kurs auf Europa, doch Coach Christian Gross macht lieber kleine Schritte als große Worte. «Jetzt wollen wir erst mal am Samstag gegen den HSV gewinnen, dann sehen wir weiter», sagte der Schweizer. Dieter Hecking traut Stuttgart in der Fußball-Bundesliga noch einiges zu. «Für mich zählt der VfB zu den besseren Mannschaften», meinte der FCN-Trainer, der trotz weiterhin akuter Abstiegsnot keine Zweifel an der Erstligareife seiner Mannschaft hat: «Sie hat klasse gespielt, und wenn sie so weitermacht, kommt sie da unten raus».

Fünf Siege in Serie unter Gross und sieben Spiele ohne Niederlage haben die verkorkste Hinserie mit der Entlassung von Trainer Markus Babbel vergessen lassen. «Das Pech der Vorrunde kommt als Glück zurück», beschrieb VfB-Schlussmann Jens Lehmann die Wandlung des VfB zur «Mannschaft der Stunde» – und sah gelassen über den unglücklichen Gegentreffer hinweg, als der Schweizer Albert Bunjaku (60. Minute) mit seinem zehnten Saisontor die Stuttgarter Führung durch Gebhart (22.) ausglich. «Normal hätte ich den gehalten», sagte Lehmann, «aber mit diesem neuen Ball werden die Torhüter noch viele Probleme haben».

Probleme hatte der VfB auch mit dem «Club», der sehr engagiert und entschlossen zu Werke ging, in der ersten Halbzeit ein deutliches Plus im zentralen Mittelfeld besaß, aber im Abschluss oft zu überhastet agierte. «Die Gier nach dem Heimsieg war vielleicht zu groß», lautete Heckings Begründung für die Hektik seiner Spieler vor Lehmanns Tor. Kollege Gross sorgte mit der Einwechslung von Zdravko Kuzmanovic (51.) für mehr Stabilität im Mittelfeld und hatte auch beim eingewechselten Roberto Hilbert ein glückliches Händchen. In der 87. Minute erzielte der gebürtige Franke den VfB-Siegtreffer.

Gross reagierte mit einem Freudensprung, blieb aber später ganz Realist: «Ich denke, wir haben unser Ziel, den Klassenerhalt, geschafft». Lehmann denkt schon an mehr. «So ein Lauf ist schön, mal sehen, was noch nach oben geht», meinte der Ex-Nationaltorwart und attestierte den Nürnbergern eine gute Leistung: «Sie waren spielüberlegen». Auch Gross verteilte Komplimente: «Nürnberg hat leidenschaftlich gespielt und gekämpft und uns alles abverlangt». Was Hecking allerdings wenig tröstete. «Wir haben zu einem denkbar ungünstigen Moment das Gegentor bekommen. Wir hätten zum Schluss nicht in den Konter laufen dürfen», stellte er verärgert fest.

Das ganze Elend der Franken brachte Torwart Raphael Schäfer zum Ausdruck, als er sich nach einem schmerzhaften Tritt von Serdar Tasci in der Nachspielzeit auswechseln ließ. Frustriert und wütend zugleich warf er die Handschuhe zu Boden, riss das Trikot vom Körper und baute sich auf dem Gang in die Kabine drohend vor der VfB-Bank auf. «Es war keine Absicht vom Stuttgarter. Aber klar, dass Raphael da erregt ist und Emotionen hoch kommen», kommentierte Hecking.

Beim Gastspiel in Mönchengladbach muss er womöglich auf Schäfer verzichten. Der Schlussmann zog sich eine tiefe Fleischwunde in der Wade zu, die noch im Stadion genäht wurde. Der «Schlag ins Kontor», wie FCN-Präsident Franz Schäfer die bittere Heim-Niederlage beschrieb, lässt Nürnberg aber nicht verzweifeln. «Es wird noch ein langer Weg, der vom einen oder anderen Rückschlag gepflastert sein wird», sagte Hecking. Und: «Wichtig ist, dass wir wieder aufstehen.

FTD 7.2.2010

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