21. November 2010

Zum Heimsieg verdammt!

Heute geht es gegen das Schlusslicht der Liga, den einst so ruhmreichen 1. FC Köln. Bei den Kölnern war diese Woche mächtig Feuer unterm Dach, erst das 0:4 zu Hause gegen den Erzrivalen Mönchengladbach, was sich für die FC-Fans wohl in etwa so anfühlen dürfte, wie für uns, wenn wir den KSC vergeigen würden, also eine Form von “No Go”. Eine Niederlage im Derby ist schon schlimm genug, aber dann bitte nicht in dieser Art und Weise!

Dann stand noch die Jahreshauptversammlung an, in dem die Mehrheit der Mitglieder dem Vorstand die Entlastung verweigerte und der Manager Michael Meier sich böse Schimpftiraden anhören durfte. Es war also eine Woche in Köln, wo auch der letzte Spieler in Köln mitbekommen haben dürfte, worum es geht. Uns dürfte also sicher erst einmal eine hochmotivierte und unter wahnsinnigem Druck stehende Kölner Mannschaft erwarten. Sie werden auch durchaus mit breiter Brust kommen, wenn man sich vor Augen führt, dass der VfB seit 1996 keinen Hemsieg mehr gegen die Geißböcke eingefahren hat und die letzten Auftritte in der Mercedes Benz-Arena allesamt verloren wurden.

Doch aus VfB-Sicht dürfen diese Umstände natürlich keine Rolle spielen. Ein Heimsieg muss her, egal wie! Umso mehr, als dass ja vor Wochenfrist in Kaiserslautern der schon sichere Sieg leichtfertig verschenkt wurde. Beim VfB scheint sich jetzt langsam doch eine Formation herauszukristallisieren, die in der Liga etwas reißen kann. Für die, die nach Verletzungen jetzt nach und nach zurück kommen, mag es zunächst hart sein, aber derzeit gibt es eigentlich keinen Grund an der Stammformation zu rütteln.

So pläidere ich weiterhin für

  • Sven Ulreich (sowieso außer Frage derzeit)
  • Patrick Funk (hatte in Kaiserslautern gegen Rivic zwar nicht seinen besten Tag, vor allem wegen seiner Schnelligkeitsdefizite, beißt sich aber in ein Spiel rein und ist konzentrierter bei der Sache, als z. B. Boulahrouz, dessen Einwechslung der Anfang vom Ende in Lautern bedeutete. Celozzi ist wieder einsatzfähg, hat aber noch nie so überzeugt, als dass Keller für ihn die Mannschaft ändern müsste. Degen steht auch wieder zur Verfügung und zeigte in Kaiserslautern vor allem in Sachen schnelle Vorstöße gute Ansätze. Ist der auch konditionell wieder für 90 Minuten bereit, sehe ich ihn vor Celozzi.
  • Matthieu Delpierre und Georg Niedermeier stellen sich von selbst auf, da Tasci und Boulahrouz ausfallen.
  • Cristian Molinaro, mit ansteigender Form und gutem Zusammenspiel mit Boka auf der linken Seite
  • Mittelfeldzentrale mit den Christians Träsch und Gentner. Träsch sowieso über jeden Zweifel erhaben, Gentner ebenfalls mit ansteigender Formkurve. Das Zusammenspiel und die Abstimmung mit Träschi funktioniert weitaus besser als zuvor mit Kuzmanovic. Diesen 8-Millionen-Mann sehe ich daher bis auf weiteres auf der Ersatzbank, ebenso wie Mamadou Bah.
  • Arthur Boka hat sich erst einmal auf dem linken Flügel festgespielt und beweist neuerdings sogar Torjägerqualitäten. Technisch anspruchsvoller Lupfer gegen Lautern zum 0:1. Für ihn freut es mich besonders, dass er sich in die Mannschaft gespielt hat. Schon im Sommer, als verzweifelt Außenbahnspieler gesucht wurden, plädierte ich für ihn aus zweierlei Gründen. Offensiv gefällt er mir besser als defensiv, schon von daher ein Versuch wert, zum anderen ist er ein zu teurer Mann für die Ersatzbank. Dort sollten optimalerweise wirklich Leute aus der zweiten Reihe sitzen und keine hochdotierten Nationalspieler. Wenn Arthur die Leistungen festigt, wird es für Didavi und Audel schwer in die erste Elf zu kommen.
  • Timo Gebhart hat sich auch unter Jens Keller fest in der Mannschaft etabliert und derzeit die Nase vorn vor einem (alternden) Weltmeister Mauro Camoranesi.
  • Bliebe noch Elson, der, wie Jens Keller sagte, auf einer sehr speziellen Position spielt. Man könnte auch sagen, er spielt auf einer Position, die es bei uns nicht gibt, nämlich der des klassischen Zehners. Leider ist Elson kein Außenbahnspieler, wenn käme er allenfalls noch auf einer Position der Doppel-Sechs in Betracht, wo wir aber fast schon traditionell ein Überangebot haben. So wird sich an seiner Situation auf Sicht leider nichts ändern. Mir persönlich tut es Leid. Ich sehe ihn gerne spielen und empfinde ihn als einen der sympathischsten VfB-Profis überhaupt, einer der wirklich nach jedem Training noch minutenlang zu den Fans geht und sich nicht sofort verpisst. Bei ihm hat man auch nicht den Eindruck, dass es ihm lästig wäre, er ist einfach ein netter Kerl. Daher wünsche ich mir, dass er, nach dem Intermezzo bei Hannover 96 und seiner langwierigen Knieverletzung wieder Fuß fasst und als Einwechselfspieler noch das ein oder andere Mal helfen kann. Er ist jedenfalls einer, der das Auge für den tödlichen Pass hat, auch mal aus 25 Metern abzieht und brauchbare Standards schlägt. Sicher ist er der technisch versierteste Spieler, den wir haben.
  • Im Sturm haben derzeit Ciprian Marica und Cacau die Nase vorn. Pogrebnjak ist momentan ganz außen vor, Martin Harnik war zuletzt verletzt und bewies zumindest schon einige Male als Joker, dass er einen Riecher hat. In den letzten beiden Spielen war Marica an sechs der neun Tore direkt beteiligt. Nicht zum ersten Mal hofft man bei ihm, dass er endlich explodiert und eine solche Form auf Dauer halten kann. Cacau ist noch immer nicht der Cacau, der ihn zum Nationalspieler gemacht hat. Er ist überall, will zu viel und im entscheidenden Moment fehlt ihm dann die Konzentration. Sein Anspruch ist es, aufgrund seiner Gehaltserhöhung und WM-Teilnahme Führungsspieler zu sein, momentan trägt er an dieser Last schwer. Zuallererst sollte ein Führungsanspruch über Leistung angemeldet werden. Ich hoffe, er knüpft bald an seine Leistungen der vergangenen Rückrunde an, möglichst schon heute. Im letzten Spiel in Köln, beim 1:5, erlegte Cacau mit seinen vier Treffern den Geißbock fast im Alleingang.

Insgesamt betrachtet bin ich also für heute durchaus zuversichtlich, dass es mit dem vierten Heimsieg unter Keller etwas wird. Wichtig wird sein nicht in Rückstand zu geraten und die Offensive der Kölner in Schach zu halten. Da Podolski viel über links kommt, wird es an Funk oder Celozzi liegen, diesen einbremsen zu müssen. In der Mitte gilt es ein Augenmerk auf den wieder erstarkten Novakovic zu haben. Auch Lanig dürfte gegen die Ex-Kollegen besonders motiviert sein. Ihn darf man vor allem bei Standards nicht aus den Augen verlieren. Dennoch hat der VfB mehr Klasse in den Reihen als die Kölner. Dem VfB dürfte der Trainerwechsel der Kölner von Soldo zu Schäfer eher entgegen kommen, da sich die Kölner nicht mehr so einigeln wie noch unter Soldo und der VfB daher mehr Räume haben dürfte als noch in der letzten Saison.

Ich bin zuversichtlich, dass wir heute Grund zum Feiern haben werden. An eine Niederlage möchte ich gar nicht denken, dann wären wir punktgleich mit den Kölnern und hätten vor den Gladbachern, die in diesem Fall die rote Laterne übernehmen würden gerade einen Punkt Vorsprung. Und das vor den nächsten schweren Spielen in Hamburg, gegen Hoffenheim, in Hannover und gegen die Bayern. Das Spiel heute ist also das vermeintlich leichteste der noch anstehenden Bundesligaaufgaben in 2010 und daher immens wichtig. Mit einem Sieg würde das Selbstvertrauen weiter wachsen und wir könnten mit etwas Druck nach Hamburg reisen. Diese schwächeln ja ebenfalls.

Bilder vom heutigen Spiel folgen bereits heute abend, die aus Hamburg dann Sonntag-Nacht oder Montag früh. Bis dahin, drückt die Daumen heute, viele Grüße, Franky!

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