19. November 2014

Angekommen auf Platz 18

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , – Franky @ 08:26

Trotz des Bahnstreiks fanden gut 2.000 VfBler den Weg an den Osterdeich ins Bremer Weserstadion. Wir vertrauten dem Notfahrplan der Deutschen Bahn und fuhren eben knapp zwei Stunden früher als geplant in Stuttgart los. Vorteil unseres Intercitys war, dass er in Stuttgart begann und somit zu erwarten war, dass der Zug beim Einstieg noch nicht brechend voll war, was sich auch bewahrheitete. Wir enterten sofort das Bordbistro und gaben den Tisch bis zum Ziel Bremen auch nicht mehr auf. Die Fahrt war megalustig und sehr kurzweilig. Sämtliche Regeln wurden kurzerhand aufgehoben. Vorteil bei den alten Intercity-Zügen ist ja, dass man die Fenster noch öffnen kann, so dass sich zeitweise auf der sehr geräumigen Behindertentoilette des Zuges gleichzeitig sieben (!) Leute aufhielten, rauchten und Party machten. Selten so gelacht! Fast planmäßig, gegen 14.30 Uhr, erreichten wir Bremen und hatten somit noch genügend Zeit, einzuchecken und uns auf das Spiel einzustimmen. Noch etwas feste Nahrung zu uns zu nehmen vergaßen wir dabei gänzlich. Mit dem Taxi ging es dann von der Jimi Hendrix Bar zum Stadion. Da wir zu fünft waren und kein Großraumtaxi zu bekommen war, musste leider einer von uns im Kofferraum Platz nehmen, was den Taxi Driver zu Schweißausbrüchen hinriss. Er war die ganze Fahrt über nur am herum heulen und sah schon, erst recht als in Stadionnähe die Präsenz der Ordnungshüter zunahm, seine Taxikonzession entschwinden. Da das nicht unser Problem war, ertrugen wir sein Gezetere mit Fassung.
Am Stadion angekommen tranken wir noch kurz ein Bierchen, ich versuchte noch eine überzählige Karte loszuwerden, was mir leider nicht gelang. Ein großer Andrang auf das „Topspiel“ des Tages (18. gegen 15.) fand an der Tageskasse nicht mehr statt, wer sich den Kick antun wollte, hatte sich sein Ticket schon vorher besorgt.
Den letzten Sieg in Bremen feierte der VfB 2006 in der Meistersaison, unter Trainer Armin Veh. Sonst gab es für uns im Weserstadion oft nichts zu bestellen. Das raue Klima, die steife Brise, man weiß nicht woran es liegt, es gibt jedenfalls bessere Pflaster für den VfB. Natürlich traten wir dort oft an, als Bremen eine Spitzenmannschaft und zudem eine Heimmacht war. Weshalb es dort auch in der Gegenwart nicht für uns laufen will, verstehe wer will.
Bremen hat ganz ähnliche Probleme wie der VfB. Der Kader war lang auf Championsleague-Einnahmen gebürstet, als diese wegbrachen fraßen die Spieler Werder förmlich die Haare vom Kopf. Damit hat es sich aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Tauschen wir im Schnitt knapp alle zwei Jahre den Übungsleiter aus, hatte Bremen über Jahrzehnte mit Otto Rehhagel und Thomas Schaaf Kontinuität auf dieser so wichtigen Position. Auch das Umfeld ist erstaunlich ruhig und verständnisvoll und steht zu 100% zu Werder, dem Aushängeschild Bremens. Wie in der Post-Rehhagel-Ära klappt die Neubesetzung des Trainerpostens auch nach Schaaf nicht auf Anhieb. Robin Dutt ist Geschichte und wurde leider aus VfB-Sicht zwei Wochen zu früh entlassen. Wie schon damals in Thomas Schaaf rekrutierte Werder jetzt mit dem Duo Skripnik/ Frings zwei Werder-Urgesteine, die einen bemerkenswerten Start hinlegten mit dem Pflichtsieg im Pokal und dem Ausrufezeichen ein paar Tage später in Mainz.
Es gab also wahrlich bessere Zeitpunkte für einen selbst angeschlagenen VfB die weite Reise in den hohen Norden anzutreten. Der VfB war zweifelsohne angeknockt nach dem 0:4 gegen Wolfsburg und stand vor dem Abstiegsgipfel unter Druck. Ob sie diesem gewachsen sein würden, da hatte ich schon vor dem Spiel so meine (berechtigten) Zweifel. Schließlich haben wir keinen Spieler, der humorlos seinen Stiefel herunterkickt und einfach sein Leistungsvermögen abrufen kann, wie verfahren die Situation auch ist. Jeder, wirklich jeder in der Truppe hat genügend mit sich selbst zu tun und kann den vorhandenen Druck weder ausblenden noch in positive Energie umwandeln.
Wir haben derzeit in der Tat elf Zappelphilippe auf dem Platz, denen selbst die einfachsten Dinge misslingen. Unterläuft einem ein Fauxpas ist keiner da, der diesen ausbügelt. Es scheint gerade so, als ob die Anderen froh wären, dass dieser nicht ihnen selbst unterlaufen ist.
So war einfach nur zu hoffen, man möge selbst in Führung gehen, dann spielte es sich leichter, das eigene Selbstvertrauen würde zurück kehren und Bremen finge wieder an nachzudenken, als umgekehrt.
Da der Gästeblock in Bremen eine Frechheit ist, hatte ich, wie schon in der Vorsaison, meine Karte direkt bei Werder bestellt. Im Gästeblock kostet ein Sitzplatz ja stolze 40 Euro, man sitzt hinter Gittern und hat zu allem Überfluss noch einen Fangzaun vor der Nase. In der Rückrunde soll der Gästeblock fanfreundlicher umgestaltet werden, man darf gespannt sein. Trotzdem würde ich in Bremen immer wieder diesen Platz bestellen, hat man doch auch andere Vorteile, wenn man nicht in den Gästebereich geht. Man bekommt Vollbier, kann Speis und Trank auf die Tribüne mitnehmen, und die Einlasskontrolle geht relaxter vonstatten.
Einige VfBler waren auch um mich herum, die überwiegende Mehrzahl aber natürlich Werderaner. Die Stimmung der Bremer war von Beginn an gut. Es war eine gewissen Erleichterung herauszuhören, dass die Ära Dutt zu Ende ist und so etwas wie eine Aufbruchstimmung zu erkennen. Nach dem Bremer Vereinslied „Ein Leben lang grün-weiß“, ja, wie schon berichtet, werde ich bei der Schalparade des Gegners schon mal wehmütig, dass wir keine eigene Hymne haben, erfolgte der Einlauf der Mannschaften und als Intro aus beiden Fanlagern die Rote Karte für Red Bull.
Dieses Konstrukt möchte kein Traditionalist in der Bundesliga sehen. Ein Spielzeug des österreichischen Brausemilliardärs Mateschitz, das sämtliche Regelungen bzgl. des 50+1 unterläuft und ad absurdum führt. Gut, wenn man einen Ex-Manager des Konzerns wie Helmut Sandrock beim DFB platzier hat, der im Sommer mitverantwortlich dafür war, dass Red Bull überhaupt in die zweite Liga aufsteigen durfte. Leider werden die Proteste nichts bringen. Über kurz oder lang wird sich Leipzig neben Wolfsburg, Leverkusen und Hoffenheim mit um die Europapokal-Plätze rangeln, während Vereine wie der VfB und Werder Bremen um ihre Existenz kämpfen. Natürlich boykottiert nahezu jede Fanszene das Auswärtsspiel in Leipzig, von den Leipzigern aber wird dieses Projekt angenommen. Wären die Leute dort mal konsequent und würden ausschließlich zu Lok oder anderen umliegenden Vereinen gehen, wäre die Chance vorhanden gewesen, dass sich Mateschitz zumindest einen anderen Dummen hätte suchen müssen, so aber wird der steile Aufstieg nicht aufzuhalten sein. Leider! Noch trauriger finde ich dabei, dass es ausgerechnet eine Schwaben-Connection ist, die maßgeblich den Aufstieg dieses unerwünschten Konstrukts begleitet.
Zum Spiel braucht man eigentlich nicht mehr viel zu sagen. Da wir sonntags och eine anstrengende Rückfahrt hatten, hatte ich weder die Muße meine Bilder noch zu bearbeiten und online zu stellen, noch mir den Kick noch einmal in voller Länge zu Gemüte zu führen und zu analysieren.

Montags wollte ich dann meinen Blog schreiben, zu mehr als zu einem Entwurf kam es leider nicht. Trotz der Bundesligapause hatte ich viel um die Ohren und bin ja auch, wie die meisten mitbekommen haben, mit dem Buchprojekt „Das sind die Fans“ nebenbei beschäftigt. Noch werden Autoren gesucht, Fanclubs und Einzelpersonen, die Geschichten aus ihrem Fandasein erzählen möchten. Es würde mich freuen, Beiträge aus den Epochen zu bekommen, die ich auch bewusst miterlebt habe, also ab ca. Mitte der 1970er-Jahre bis heute. Bis zum 23.12.14 muss man sich entschlossen haben mitzumachen und eine Einverständniserklärung unterschrieben beim Verlag vorliegen, bis zum 06.01.2015 dann der Beitrag fertig sein. Interessenten können sich an die in den Rundmails veröffentlichte Email-Adresse oder auch an info@frankys-stadionpics.de wenden.

Das Fazit des Spiels lautet, teilweise gefällige Spielanlage, fahrig, teils kläglich im Abschluss und hinten anfällig bei Standardsituationen. Bremen hatte den klaren Plan, den VfB das Spiel machen zu lassen, im Wissen darüber, dass der VfB das nicht kann, um dann überfallartig zu kontern, weil es sich in der Liga herumgesprochen hat, dass der VfB einige Zeit braucht, um sich nach eigenen Angriffen defensiv zu sortieren. Dies funktionierte zwar nicht, dafür schlug es zwei Mal (eigentlich sogar drei Mal) nach Eckbällen ein. Beim ersten Gegentor ließ sich Klein von Prödl wegdrücken, der Rüdiger anköpfte und von dessen Körper der Ball den Weg ins Tor fand. Der eine oder andere Schiri pfeift das vielleicht ab, dennoch, das ging zu einfach. Und beim zweiten Tor wollten alle auf einmal, wie nach einer Strafecke beim Feldhockey, das Tor absichern und ließen dem Schützen Fin Bartels allen Raum der Welt, um die Kugel mit einem satten Schuss zu versenken. Wäre da nur einer herausgerückt, und hätte das Spielgerät erobern wollen, eine schöne Kontersituation hätte entstehen können. Der VfB fängt sich Tore ein, die gibt’s eigentlich gar nicht. Das einzig „positive“, am Samstag musste man nicht über unser Torwartproblem sinnieren.
Vorne waren wir weitestgehend kläglich, slapstickverdächtig schon der „Abschluss“ von Kapitän Gentner als er auf den Boden köpfte anstatt ins leere Tor. Das wäre das 1:1 gewesen und hätte neuen Mut gebracht. Nach dem 2:0 war dann „aus die Maus“, nichts ging mehr. Der VfB noch mehr verunsichert brachte keine klare Aktion nach vorne mehr zustande und Bremen brachte den Heimsieg sicher über die Runden.
So stand bei biederen Bremern ein 0:2 am Ende. Um mich herum Feierlaune ohne Ende. Das muss man eben aushalten können, wenn man sich seinen Platz bei den Heimfans sichert.
Und, ich muss sagen, mir fiel es nicht einmal schwer die Kontenance zu bewahren, konnte ich mich doch schon mindestens eine halbe Stunde lang darauf einstellen. Am Ende wünschte man sich gegenseitig noch viel Glück für den Klassenerhalt, war man sich doch auch da einig, dass besser Vereine wie Bremen, der VfB oder der HSV in der Liga bleiben sollen, als dass die Retortenvereine aufsteigen oder drin bleiben.
Der VfB ist am 11. Spieltag also dort angekommen, worauf schon einige Jahre emsig drauf hingearbeitet wurde. Wir sind Letzter. Veh macht derzeit auch nicht gerade den Eindruck, dass er den Schalter finden würde und wüsste, wie er den Karren wieder flott bekommt. Er lamentiert über die nicht vorhandene Qualität im Kader, die falsche Kaderzusammenstellung und die amateurhaften Fehler, die uns immer wieder das Genick brechen. Alles bekannte Tatsachen. Die Tabelle lügt nun mal nicht. Wir haben nach elf Spielen neun Pünktchen, die meisten Gegentore der Liga und auch die meisten Niederlagen auf dem Konto. All dies mache ich jedoch nicht am Trainer fest. Ich stelle mir nur die Frage, unter welchen Voraussetzungen, mit welchen Versprechungen er gelockt wurde und ob er nicht ein wenig blauäugig an die Aufgabe herangegangen ist. Man hört ja immer wieder heraus, dass Veh gerne noch etwas gemacht hätte auf dem Transfermarkt, jedoch kein Geld mehr da war. Beratungsresistent wie Fredi Bobic war, auch wie überzeugt er von der Qualität des von ihm zusammengestellten Kaders war, ist es nicht auszuschließen, dass Bobic eben auch alles abgeschmettert wurde, was an Änderungswünschen kam. Jedem, der die Vorsaison intensiv verfolgt hat, war es klar, dass im Defensivbereich etwas getan werden muss, dass wir auch da nur mit einem blauen Auge davon kamen, weil es eben noch drei blindere Teams in der Liga gab. Dass dies nicht immer gut ausgeht, dass 32 Punkte wohl kein zweites Mal für den 15. Platz reichen würden, ist ebenfalls so sicher wie das Amen in der Kirche. Aber, da der große Knall nicht erfolgte, ging man das Unternehmen Saison 2014/2015 abermals sehr naiv an und der Trainer darf jetzt die Suppe auslöffeln. Daher ist es zu billig jetzt schon wieder den Trainer anzuzählen. Ich sehe den Zustand der Truppe mittlerweile als irreparabel an, vor allem was das Defensivverhalten und das Fehlen von Führungsspielern angeht. Und wenn man dann noch offensiv Zaubermäuse wie Maxim aufbieten muss, der es auch im Abstiegskampf mit Hacke, Spitze, eins, zwei, drei lösen möchte, dann gute Nacht VfB. Für den VfB geht es in den verbleibenden sechs Spielen bis zur Winterpause nur darum, noch das eine oder andere Pünktchen zu ergattern und den Abstand auf einen Nichtabstiegsplatz nicht zu groß werden zu lassen.
Ob es förderlich ist, dass Veh seine Spieler, einen nach dem anderen, öffentlich abwatscht und somit noch mehr verunsichert, sei dahingestellt. Psychologisch vielleicht nicht der allerbeste Kniff. Auf der anderen Seite, wir haben es hier mit Männern zu tun, die das aushalten und ihre Schlüsse ziehen sollten. In der Ära Bobic/ Labbadia wurden die Spieler lange genug in Watte gepackt und sie konnten es sich in der Wohlfühloase VfB bequem machen, irgendwann ist eben auch Schluss mit lustig. Schon Stevens fasste die Jungs härter an und hatte Erfolg damit. Das allerdings in der Schlussphase der Saison, als man bereits zwei Übungsleiter verschlissen hatte und die Tabelle den Ernst der Lage unmissverständlich deutlich machte. In der Vorrunde hat es ein Trainer ungleich schwerer. Noch schwärmen die meisten von der Qualität, die man im Kader habe und sind der Auffassung, dass man zu Unrecht da unten festsitze.
Die Gefahr ist groß, dass, sollte die Mannschaft sich nach dem Kuschelkurs zurück sehnen und die harten und mahnenden Worte des bösen Veh als ehrabschneidend empfinden, den Trainer schneller abgeschossen hat, wie der gucken kann. Alles schon mal dagewesen!
Bitter war es, mit diesem Negativerlebnis als Inhaber der roten Laterne in die Bundesligapause zu gehen. Eine Aufarbeitung des Spiels, eine Fehleranalyse kann dadurch erst gut zehn Tage nach dem Bremen-Spiel erfolgen, wenn die Hälfte der Mannschaft wahrscheinlich gar nicht mehr weiß, wo wir gekickt haben.
Danach kommt dann der FC Augsburg ins Neckarstadion, gegen den wir in der letzten Saison sang- und klanglos 1:4 unter gingen. Einfacher als in Bremen dürfte es dann auch nicht werden. Augsburg weiß, wie man dem VfB Probleme bereitet, vor allem in Stuttgart. Köln und Hoffenheim haben es schließlich vorgemacht, hinten sicher stehen und vorne zumindest einen der Fehler ausnützen und fertig ist der Auswärtssieg. Ich würde es mir wünschen, dass der VfB dem Gegner diesen Gefallen nicht tut und den Fuggerstädtern nicht ins offene Messer laufen möge.
Lieber selbst hinten Beton anrühren, dass die Null ausnahmsweise einmal möglichst lange steht. Nur über die Defensive ist der Misere beizukommen. Wenn dann beide nicht viel Risiko gehen, birgt das natürlich die Gefahr eines langweiligen 0:0, was in der derzeitigen Situation jedoch schon als Achtungserfolg zu bewerten wäre.
Daniel Schwaab fällt verletzt aus, für ihn dürfte Georg Niedermeier wieder in die Innenverteidigung rücken. Timo Baumgartl, der in Bremen ein gutes Debut feierte, stünde ebenfalls als Alternative zur Verfügung. Ob man ihm bei diesem Hühnerhaufen, der sich Abwehr schimpft, jedoch einen Gefallen tun würde, ihn von Anfang an zu bringen, da habe ich meine Zweifel. Hier fehlt einmal mehr DER Abwehrchef, den man im Sommer versäumt hatte zu holen. Zudem plädiere ich dafür, Gruezo mal wieder zu bringen. Er war doch maßgeblich am Klassenerhalt in der letzten Rückrunde beteiligt, glänzt durch sein Stellungsspiel und fängt dadurch viele Bälle schon im Ansatz ab. Gentner, auch wenn er Kapitän ist, würde ich auf die Bank setzen, ist er doch vor allem defensiv keine Hilfe. Im Sinne einer erfolgversprechenden Taktik und Formation müssen nun mal Opfer gebracht werden.

Klar ist, in den nächsten beiden Spielen gegen Augsburg und in Freiburg sollte tunlichst gepunktet werden, um nicht schon aussichtslos ins Hintertreffen zu geraten. Allein, es fehlt der Glaube, wenn man sich die Hilflosigkeit der Truppe anschaut. Diese Saison könnte es wirklich so weit sein, dass sich das Missmanagement der letzten Jahre rächt. Man würde es sich ja manchmal wünschen, wenn man die Garantie hätte, dass wir, wie 1977, zurück kommen würden, als wir mit einer jungen, hungrigen und einen herzzerreißenden Fußball zelebrierenden Mannschaft auf Anhieb Vierter wurden. Doch, das waren andere Zeiten. Mittlerweile ist die (finanzielle) Kluft zwischen erster und zweiter Liga riesig. Ein Abstieg könnte den Ruin des Vereins bedeuten, es wäre fraglich, ob wir uns davon je wieder erholen würden. Sportlich würde ich es gelassener sehen. Da ich Pragmatiker bin und es versuche, mich auf neue Situationen immer schnell einzustellen, sehe ich zuerst das Positive. Die Wahrscheinlichkeit wäre groß, dass wir im Unterhaus wieder öfter jubeln könnten als zuletzt, Gegner wie Düsseldorf, Lautern, Bochum, Braunschweig, 1860, St. Pauli, KSC, Glubb, wären attraktiver als Paderborn, Augsburg, Hoffenheim & Co., in der Fangemeinde würde sich endlich wieder die Spreu vom Weizen trennen. Bis auf die Anstoßzeiten hätte die Liga schon ihren (eigenen) Charme und es wäre auch nicht aller Tage Abend. Wenn eben die finanzielle Ungewissheit nicht wäre! Diese erscheint mir derzeit unkalkulierbar, wenn man immer wieder zwischen den Zeilen heraushört, es dürfe nicht viel passieren, in der Bundesliga wohlgemerkt, und der Verein befände sich am Rande der Zahlungsunfähigkeit.

Daher müssen im Winter die Weichen für eine starke Rückrunde gestellt werden und Verstärkungen, notfalls fremdfinanziert, her. Ein Abstieg käme nämlich ein Vielfaches teurer.

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