20. September 2016

Mal wieder auf Trainersuche

Eine turbulente Woche liegt mal wieder hinter dem VfB Stuttgart. Jos Luhukay warf nach kaum mehr als zehnwöchiger Tätigkeit beim VfB entnervt das Handtuch, weil seine Auffassungen mit denen des Vereins nicht korrespondierten. Ihm, von dem man wusste, dass er ein eigenbrötlerischer Typ ist, setzte man mit Jan Schindelmeiser einen Vorgesetzten vor die Nase, zu dem die Chemie offensichtlich nicht stimmte.

Als dieser schon seit Wochen schwelende Zwist in die Öffentlichkeit getragen wurde und Daimler-Aufsichtsrat Wilfried Porth nichts Besseres zu tun hatte, als Luhukay öffentlich in die Schranken zu weisen, war das Tischtuch endgültig zerschnitten. Sollte Luhukay tatsächlich auf sämtliche Ansprüche verzichten, ist er wahrlich ein Ehrenmann. Allein, mir fehlt der Glaube. Für mich hat der Verein in dieser Angelegenheit mindestens genau so viel Dreck am Stecken wie Jos Luhukay, so dass es nachvollziehbar wäre, er hätte sich einfach rausschmeißen lassen und ließe den Verein finanziell noch ordentlich bluten.

Es könnte sich also durchaus um die offizielle Sprachregelung handeln, seitens des Vereins, getragen von der Hoffnung nicht noch mehr in einem schlechten Bild zu erscheinen, als ohnehin schon. Von einem Rücktritt überrascht zu werden ist in der öffentlichen Wahrnehmung dann doch noch etwas Anderes, als müsste man eine Kette von Fehlentscheidungen kleinlaut einräumen.

Spätestens nach dem Heidenheim-Spiel war es klar, dass diese Zweckehe in die Brüche gehen und jeder weitere Tag dem VfB schaden würde. Deshalb habe ich es absolut begrüßt, als am Donnerstag vor dem wichtigen Auswärtsspiel in Kaiserslautern Tatsachen geschaffen waren und alle Seiten nun nach vorne schauen können und sich nicht mehr durch interne Grabenkämpfe zerfleischen und zermürben müssen.

Bei Sport im Dritten erläuterte Aufsichtsrat Porth die Denke des Aufsichtsrats und blieb dabei, dass es richtig gewesen sei, zunächst den Trainer und dann erst den Sportdirektor zu verpflichten. Ich kann darüber nur den Kopf schütteln, wenngleich diese Aussagen meine Meinung über die (eigentliche) Vereinsführung nur bestätigen, denn, auch hier haben sie wieder nichts gelernt und würden denselben Fehler offensichtlich beim nächsten Mal wieder begehen.

Für mich ist das Thema Luhukay mit diesem Blog beendet. Jeder Mensch hat sein eigenes Naturell. Da die im Fußball-Business tätigen Insider über alles und jeden Bescheid wissen oder zumindest Quellen haben, über die sie sich informieren könn(t)en, hätte man bei sorgfältiger Abwägung aller Fürs und Widers wissen müssen, wen man sich da ins Haus holt. Luhukay hat zwar als Referenzen einige Aufstiege in seiner Vita stehen, genauso stechen aber auch zwischenmenschliche Differenzen mit Vorgesetzten und Spielern heraus, in der Branche gilt Luhukay gemeinhin als schwieriger Typ.

Wenn ich ihn dann als Heilsbringer sehe und noch vor dem Sportdirektor verpflichte, muss ich die beiden vorher “auf sich loslassen” und beide ausloten lassen, ob eine Zusammenarbeit miteinander überhaupt möglich ist. Es ist zwar nicht gerade üblich, dass sich der Trainer seinen Vorgesetzten aussucht, da der VfB aber schon bei Luhukays Verpflichtung den unkonventionellen Weg eingeschlagen hat, hätte er diesen in dieser Konstellation konsequent weiter gehen müssen.

So aber hat es laut Schindelmeiser vom ersten (!) Gespräch an nicht gepasst, so dass man diese Liaison im Grunde viel früher hätte beenden müssen. Die Vorstellungen gingen schon deshalb weit auseinander, weil Luhukay nicht etwa als Trainer verpflichtet wurde, der helfen sollte etwas aufzubauen, sondern sein einziger Auftrag darin bestand, den VfB zurück in die Bundesliga zu führen.

Schindelmeiser steckte da in der Zwickmühle, da es für ihn auch ein Leben nach dem Aufstieg gibt und er eine Mannschaft, die auch in der Bundesliga konkurrenzfähig wäre, aufbauen soll. Während Schindelmeiser hoffnungsvolle Talente an den Neckar lockte, wollte Luhukay mit ihm bekannten, altbewährten und in die Jahre gekommenen Weggefährten den Aufstieg schaffen. Da sich letztlich der Chef Schindelmeiser durchsetzte und Luhukay durch die jüngsten Verpflichtungen seine Ziele konterkariert sah und auf bockig umschaltete, kam es schließlich zum nicht mehr zu kittenden Bruch.

Dass ich mit einigen Aufstellungen, Äußerungen und Entscheidungen von ihm nicht einverstanden war, habe ich mehrfach beschrieben. Dennoch habe ich Verständnis für Luhukays Reaktion unter Berücksichtigung des Gesamtkontexts und möchte auch nicht nachkarten.

Vielmehr beschäftigt mich die Frage, was nun, VfB? Schindelmeiser beschreibt sich selbst als Teamplayer und führt aus, dass Teamarbeit zuletzt nicht möglich war, weil zwischen Luhukay und ihm Funkstille geherrscht hätte.

Wie definiert Schindelmeiser „Team Play“, was muss der Neue haben, was Luhukay nicht hatte? Bereits Robin Dutt referierte zu Beginn seiner Amtszeit, dass es auf dem Wasen keine One-Man-Show mehr geben dürfe und war dann doch DAS Gesicht für den Niedergang, das keiner stoppte.

Will Schindelmeiser bei Transfers einen Konsens zwischen Trainer und einem Team von Hitzlsperger (dem Luhukay angeblich den Dialog verweigerte), Kienle, Cast und Schindelmeiser erreichen?

Oder bedeutet für ihn Teamarbeit, wie einst unter Fredi Bobic, immer und überall seine Ohren haben und dem Trainer reinreden zu wollen? Weshalb wollte Luhukay Jan Schindelmeiser von der Trainerbank und aus dem Mannschaftsbus verbannen? „Nur“, weil die beiden von Beginn an nicht auf einer Wellenlänge funkten oder wollte Schindelmeiser doch mehr Einfluss auf das Team nehmen, als es einem Sportdirektor zustünde?

Weil ich noch an das Gute im Menschen glaube und denke, dass vor allem die verschiedenen Ansätze, mit denen der VfB zurück in die Spur zu bringen sei zwischen den beiden Alpha-Tieren zum Zerwürfnis führten, glaube ich nicht, dass Schindelmeiser nach der pflegeleichten Lösung sucht.

Würde man nach einer solchen streben, verböten sich bereits die “schwierigen” Charaktere Gisdol und Breitenreiter, die als mögliche Nachfolgekandidaten am häufigsten genannt werden. Beide scheiterten in ihren letzten Vereinen (von der sportlichen Entwicklung einmal abgesehen) in erster Linie daran, weil sie von ihrer Linie nicht abzurücken bereit waren, Teile der Mannschaft gegen sich aufbrachten und sich von niemandem reinreden ließen. Auch mein Lieblingstrainer der letzten Jahre, Christian Gross, wäre einer, der sich nicht bevormunden lassen würde.

Ohne Schindelmeiser lange genug zu kennen, kann ich es mir nicht vorstellen, dass er so tickt, stand er doch auch bei Hoffenheim recht lang im Schatten von dem alles überstrahlenden Ralf Rangnick.

Daher ist eher davon auszugehen, dass der Aufsichtsrat auf die Schnelle einen Trainer präsentierte, der nicht zum VfB und zur Mannschaft passte und dieses „Missverständnis“ nun korrigiert wurde.

Aufsichtsrat Porth entlarvte bei seinem Fernsehauftritt die Arbeit des Aufsichtsrats ungewollt und doch schonungslos. Er bestätigte, was ich schon seit Jahren anprangere, nämlich, dass sich der Verein von der Meinung der Öffentlichkeit leiten lässt und Entscheidungen hauptsächlich politisch fällt, indem man Krisen aussitzt, und dann und gegen die eigene Überzeugung handelt, jedoch erst, wenn das Kind längst im Brunnen liegt.

In den letzten Jahren wurden überfällige Entscheidungen oft erst getroffen, wenn die Kurve kaum mehr zu bändigen war, anstatt Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern. Mit dieser „Wir schaffen das, weil wir so gut sind“ (Robin Dutt) Politik und der an den Tag gelegten Ignoranz der Sorgen und Nöte des Vereins und seiner Fans und Mitglieder wurde der Verein dorthin geführt, wo wir jetzt stehen. Dies ist hauptsächlich auf die gänzlich fehlende sportliche Kompetenz in Aufsichtsrat und Vorstand (vorher Bobic/ Dutt, jetzt Schindelmeiser ausgenommen) zurückzuführen, weshalb wir in der letzten Saison auch ungebremst auf den Abstieg zugesteuert sind und niemand Robin Dutt stoppte und uns vom Trainer Kramny erlöste.

Nach Porths Auffassung war die Luhukay-Verpflichtung richtig, weil die Entscheidung von den Medien gefeiert wurde, ebenso wie die jüngsten Transfers schon deshalb richtig sind, weil die Resonanz bei den Fans eine positive war, wohlgemerkt, bevor wir und auch bevor Herr Porth die Jungs jemals haben spielen sehen. Wenn mir dieser Fernsehauftritt eines gebracht hat, dann die Erkenntnis, dass Aufsichtsrat wohl jeder kann (oder auch nicht!).

Schindelmeiser traue ich ein gutes Händchen bei der Trainerwahl zu. Er kennt inzwischen den Verein und er kennt die Mannschaft, so dass er beurteilen kann, welcher Trainer für welches System steht und ob man dieses mit dieser (gegebenen) Mannschaft auch realisieren kann. Jüngst geistern die Namen Hannes Wolf, U19-Trainer des BVB, und David Wagner, Coach von Huddersfield durch den Blätterwald. Beide kann ich nicht beurteilen, bin jedoch kein Freund davon, wegen eigener Misswirtschaft andere Vereine mitten in der Saison ins Chaos zu stürzen, indem man ihnen den Trainer weg kauft. Ein Rücktritt ist schon schlimm genug, dann muss man reagieren, aber einem Verein den Trainer einfach wegzukaufen, wäre für mich eine andere Dimension und spräche schon im Vorfeld nicht für einen guten Charakter des Neu-Coaches. Dies träfe jetzt jedoch allerdings mehr auf David Wagner zu. Im Jugendbereich sind die Vereine i. d. R. gut aufgestellt und sehen die Trainer die Tätigkeit dort oft als Sprungbrett, so dass die BVB-Jugend dadurch sicher nicht ins Bodenlose fallen würde.

Als Interimslösung präsentierte der VfB Olaf Janßen als Cheftrainer und Heiko Gerber sowie Andi Hinkel als Assistenten. Für mich für den Übergang durchaus eine Lösung mit Charme (und auch mit Zukunft?).
Janßen bringt Cheftrainer-Erfahrung mit, Gerber und Hinkel sind beliebte VfB-Ikonen, bei denen wohl jedes VfB-Herz aufgeht, die beiden auf der VfB-Trainerbank zu erleben. Am Ende des Tages kommt es doch in erster Linie darauf ein, wie das neue Gespann harmoniert und wie es mit der Mannschaft auskommt.

Diese Mannschaft wird auch zukünftig jeden Trainer schassen, dessen Nase ihr nicht passt, so dass für mich tatsächlich das A&O ist, dass sich jeder verstanden und als wichtigen Teil des Großen Ganzen sieht. Ist diese Grundvoraussetzung gegeben und das Trainerteam schafft es, der Mannschaft einen Plan mit auf den Platz zu geben und sie von Spiel zu Spiel weiterzuentwickeln, spräche für mich zunächst einmal nichts dagegen, an dieser Konstellation vorerst etwas zu ändern. Hat das Trainerteam die Mannschaft auf seine Seite gezogen, wird sie ihm helfen und versuchen so wenig Gründe wie möglich zu liefern, ihnen einen neuen Cheftrainer vor die Nase zu setzen.

Schindelmeiser lässt zwar keine Zweifel offen, dass dies nur eine Übergangslösung darstellt, aber, man hat auch schon Pferde kotzen sehen oder eben auch erlebt, dass Mayer-Vorfelder nach einer beispiellosen Siegesserie nicht umhin kam, Jogi Löw einen Cheftrainervertrag zu geben und auch, dass Max Eberl vor Jahresfrist trotz gegenteiliger Beteuerungen Andre Schubert die Mannschaft schließlich endgültig anvertraute. So daneben ich es in der letzten Saison fand, Jürgen Kramny nach der Zorniger-Entlassung umgehend zum Cheftrainer zu ernennen, so voreilig fände ich es jetzt auch, dem neuen Gespann überhaupt keine Zukunft zu geben.

Lieber jetzt in Ruhe beobachten, als eine Verpflichtung übers Knie zu brechen und die Entscheidung in wenigen Wochen bereits wieder zu bereuen.

Der Beginn unter Leitung von Olaf Janßen ließ sich ordentlich an. Nach der Heimpleite gegen Heidenheim zeigte sich der VfB, wenn auch gegen schwache Lauterer, verbessert.

Der äußere Rahmen war perfekt. Entgegen der Prognosen regnete es nicht, bestes Herbstwetter bei endlich wieder angenehmeren Temperaturen erwartete uns in Kaiserslautern. Zunächst einmal ging es vom Busparkplatz in einem gut zwei Kilometer langen Fußmarsch hinauf auf den “Berg”.

Der Einlass verlief äußerst professionell, auch mit der “großen” Kamera hatten wir keinerlei Probleme. Durch die inzwischen von vielen gelebte Fanfreundschaft, die ihren Ursprung in der Hool-Szene hat, war die Atmosphäre sensationell, so wie man es sich eigentlich immer wünschen würde.

Das Stadion war mit knapp 46.000 Zuschauern für Zweitligaverhältnisse hervorragend gefüllt. Ein Wahnsinn, wie viele Schwaben mitgekommen sind. Die Schätzungen reichen von 10.000 bis zu 15.000 Brustringträgern. Auch in unserem Bereich auf der Gegentribüne tummelten sich gefühlt halb so viele Schwaben wie Pfälzer. Selbst der VfB-Ehrenrat mit den Meisterschafts-Torschützen von 1984 und 1992 saßen fast neben uns und nahmen sich nach dem Spiel, sichtlich erleichtert und gut gelaunt, ausreichend Zeit für das eine oder andere Erinnerungsfoto.

Es war eines jener Spiele, zu denen sich ein jeder, also auch Gelegenheitsfahrer, aufrafft. Relativ kurze Anfahrt, eine traditionsreiche Spielstätte und der Spieltermin an einem Samstag. Freitag in Bochum dürfte sich dann wieder die Spreu vom Weizen trennen und man wird hauptsächlich auf die altbekannten Gesichter treffen, die sich von den Begleitumständen nicht so beeinflussen lassen und immer und überall dabei sind.

Zum Einlauf der Mannschaften gab es auf beiden Seiten jeweils eine schöne Choreographie zu bestaunen. Die Pfälzer feierten schlicht und mit zahlreichen weißen und roten Fahnen ihre Westkurve, während die Choreo auf der anderen Seite mit roten und schwarzen Fahnen untermalt ganz im Zeichen Württembergs stand.

Die Atmosphäre im Stadion war überragend. Jedes Mal, wenn ich auf dem „Betze“ bin, finde ich es ein Jammer, dass dieser tolle Verein mit diesen begeisterungsfähigen Fans schon über viele Jahre hinweg solch ein Schattendasein führt und wohl auch in dieser Saison wieder mit dem Aufstieg nichts zu haben wird. Im Gegenteil, als Schlusslicht geht der Blick naturgemäß nach unten.

Janßen veränderte die Startformation auf gleich vier Positionen. Erwartungsgemäß durfte Alexandru Maxim mal wieder von Beginn an ran und auch Timo Baumgartl kehrte nach langer Verletzungspause in die Innenverteidigung zurück. Stephen Sama, der gegen Heidenheim heillos überfordert war, stand dafür nicht im Kader. Auch der japanische Wirbelwind Asano durfte von Beginn an sein Können zeigen und Hosogai kehrte nach auskuriertem Muskelfaserriss auf die Sechs zurück.

Die Grundordnung sah über weite Strecken besser aus als zuletzt, wenngleich es einige Zeit dauerte, bis sich der VfB gefunden hatte und man vor allem in der Anfangsviertelstunde froh sein konnte, dass harmlose Lauterer aus der Stuttgarter Findungsphase kein Kapital schlugen. Im Gegensatz zu Luhukay, der stoisch auf der Bank saß, gefiel mir das Coaching von Olaf Janßen wesentlich besser. Er war ständig auf Achse, dirigierte und zitierte den einen oder anderen zum Gespräch in die Coaching Zone. Auch wenn es durchaus erfolgreiche Trainer geben soll, denen man während der Spiele keine Gefühlsregung anmerkt, ist mir persönlich doch jemand an der Linie lieber, der richtig bei der Sache ist und die Mannschaft nicht sich selbst überlässt.

Zwischen der 15. und 60. Spielminute hatte der VfB das Spiel ganz gut im Griff. In der 52. Minute gelang dem VfB das Tor des Tages, nachdem der starke Emiliano Insúa seine Freiheiten auf der linken Seite nutzte und präzise auf Simon Terodde flankte, der nur noch einzuköpfen brauchte. Es war der zweite Treffer für den Mann mit der eingebauten Torgarantie, wie in Sandhausen, erneut auswärts.
Als Kaiserslautern nach einer knappen Stunde zunehmend alles auf eine Karte setzte, war es vorbei mit der VfB-Herrlichkeit und man begann einmal mehr zu wackeln.

Schon mit dem Führungstreffer fing sie wieder an, die Selbstherrlichkeit und der Zwang den Gegner lieber vorführen zu wollen anstatt einfach zu spielen und mit aller Macht auf die Entscheidung zu drängen. So wurde es am Ende ein Zittersieg, über den Ausgleich hätte sich der VfB nicht beschweren dürfen, weil man die eigenen Bemühungen schon früh ad acta legte und sich mit dem 0:1 sicher wähnte. Allzu sehr sollte der VfB sein Glück nicht mehr strapazieren, hatte man doch in Sandhausen schon vehement um den Ausgleich gebettelt.

Was bleibt also haften, zu Beginn der englischen Woche? Positiv ist auf jeden Fall, dass den VfB die Unruhe im Verein nicht vollends aus der Bahn geworfen hat und er nach der Heimpleite gegen Heidenheim zumindest kurzfristig in die Erfolgsspur zurück gefunden hat. Zudem machten die beiden Japaner Spaß. Hosogai aufmerksam und giftig, Asano wahnsinnig schnell und mit guter Ballbehandlung. Ich denke, an ihm werden wir noch sehr viel Freude haben.

Negativ sehe ich noch immer die Abwehrschwächen und die Durchlässigkeit unserer Mittelfeldzentrale um Hosogai und vor allem Gentner. Offensiv legte Gentner zwar eines seiner besseren Spiele hin. Wenn es dem Gegner jedoch gelingt, in seinen Rücken zu kommen, brennt es oft lichterloh. Teams mit größerem Selbstvertrauen und höherer Qualität nutzen solche Stellungsfehler gnadenlos aus. In der Abwehr war ich angetan von Baumgartls Saisondebüt und auch der Leistungssteigerung von Insúa. Toni Sunjic unterlief zwar kein spielentscheidender Fauxpas und doch ist es seine fehlende Geschwindigkeit, die ihn zum permanenten Sicherheitsrisiko macht. In Kombination mit Florian Klein bereitet mir die Abwehr noch immer allergrößte Sorgen.

Ein richtiger Gradmesser, wie stabil Janßens Formation schon ist und wie konzentriert das Team seine Vorgaben umsetzt gibt es bereits morgen gegen den noch verlustpunktfreien Spitzenreiter Eintracht Braunschweig. Die Braunschweiger kommen mit breiter Brust und durchaus guten Erinnerungen an den Neckar. Zu Bundesligazeiten bedeutete ein 2:2 beim VfB das Aus für Thomas Schneider und auch letzten Dezember im DFB-Pokal trotzte man dem Favoriten nach regulärer Spielzeit ein Unentschieden ab.

Für den VfB darf dies keine Rolle spielen. In der 2. Liga, die hoffentlich nur Übergangsstation ist, muss man zwingend daran arbeiten, das Neckarstadion wieder zu einer Festung werden zu lassen. Verliert man nach Heidenheim im dritten Heimspiel bereits zum zweiten Mal, beschwört man die Geister, die Luhukay rief, nämlich die, dass der große Zuschauerzuspruch die Mannschaft lähme. So weit wollen wir es nicht kommen lassen, daher zählt nur ein Heimsieg!

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