3. Januar 2010

Der VfB Stuttgart im Mai 2009

Mai

2.5.2009

Bielefeld – Stuttgart 2:2: VfB lässt zwei Punkte auf der Alm liegen

Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart hat im Kampf um die internationalen Plätze einen Rückschlag hinnehmen müssen. Bei Arminia Bielefeld kam die Mannschaft von Teamchef Markus Babbel nicht über ein 2:2 (2:1) hinaus und konnte damit die Siegesserie von fünf Siegen in Folge nicht fortsetzen.

Zwar zogen die Schwaben zumindest vorerst an Hertha BSC Berlin vorbei, doch können die Berliner, die im Spitzenspiel am Sonntag beim Hamburger SV antreten, ihre Position wieder zurückerkämpfen.

Die abstiegsbedrohten Gastgeber verbesserten sich durch das zweite Unentschieden in Folge zwar auf den 15. Tabellenplatz, warten aber weiterhin auf den ersten Heimsieg seit dem 22. November. Die Tore für die Gastgeber in einer abwechslungsreichen Partie erzielten Christopher Katongo (30.) und der nur wenige Sekunden zuvor eingewechselte Vlad Munteanu durch einen Foulelfmeter (68.). Zuvor hatten Matthieu Delpierre (4.) und Nationalspieler Thomas Hitzlsperger (35.) die Gäste zweimal in Führung gebracht.

Wir waren wir mit unserer Clique vom Bierhexle unterwegs. Deren 9-Sitzer-Busle war aber vermeintlich voll, so dass Anita und ich mit meinem Auto fuhren. An den Raststätten trafen wir uns dann immer wieder. Da ich hinfuhr, konnte ich da allerdings noch nicht mit anst0ßen.

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Schätzungsweise beim zweiten oder dritten Halt kamen wir jedoch darauf, dass das Busle doch nur mit 7 Leuten besetzt war, Ule hatte sich schlichtweg verzählt. :-) . Sonst verlief die Fahrt ohne besondere Vorkommnisse, die Strecke nach Ostwestfalen zieht sich allerdings gewaltig hin.

In Bielefeld gingen wir dann gleich ins Bistro Linie 4, einer Bielefelder Fankneipe, um sich auf das Spiel einzustimmen.

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Danach ging es nach einem kurzen Fußweg ins Stadion. Wir hatten unsere Tickets bei Bielefeld bestellt und saßen daher inmitten lauter Bielefeldern. War aber alles friedlich und ich hatte ein mal mehr eine gute Perspektive zum Fotografieren. Das Spiel begann ja super für uns, denn bereits nach 4 Minuten gingen wir durch Delpierre in Führung. Leider ließ sich der VfB in der Folge etwas den Schneid abkaufen und geriet unter Druck. Nach dem Bielefelder Ausgleich konnte der VfB zwar noch einmal in Führung gehen, mußte sich aber nach einem Elfmeter erstmals seit längerem wieder mit einem Unentschieden begnügen. In diesem Spiel traf Spielkunst auf Abstiegskampf. Der VfB schaffte es nicht, seine Linie beizubehalten und so war der Bielefelder Punktgewinn am Ende verdient. Nachdem wir im Jahr 2009 also bisher nur Siege feierten, als wir auswärts dabei waren, mußten wir erstmals mit einem Punkt zufrieden sein. Nach so vielen positiven Erlebnissen in den letzten Wochen, nahm ich das auch so hin, nach dem Motto “man kann ja nicht jedes Mal gewinnen”. Im Kampf um die Meisterschaft, die ja wieder möglich wurde, war es aber natürlich ein Rückschlag. Nach dem Spiel gingen wir noch für einige Zeit zurück in die Kneipe und fuhren dann schließlich wieder Richtung Heimat zurück. Das nächste Mal sollten wir aber übernachten. Zum einen ist es in der Kneipe ganz nett, zum anderen sind 5 Stunden Rückfahrt nach einem anstrengenden Tag auch kein Pappenstiel.

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5.5. 2009

Beim Oberligisten 1. FC Normannia Gmünd trat der VfB zu einem Testspiel an, das er 3:1 gewann. Torschützen waren Marica und Nico Klotz bei einem Eigentor der Gastgeber.

6.5.2009

Babbel bis 2011:Der VfB regelt seine Zukunft

Der VfB hat die Weichen gestellt: Der Teamchef Markus Babbel und sein Co-Trainer Rainer Widmayer bleiben bis 2011 und werden künftig von Alexander Zorniger assistiert. Reiner Geyer wird Trainer des Drittligateams, Gerhard Zuber wird Scout.

Es war der Tag der Unterschriften im VfB-Clubhaus an der Mercedesstraße. Dabei finden sich neue und alte Namen unter dem von den Vereinsbossen ausgewählten Personal, mit dem der Meister von 2007 auch künftig sportlich auf Kurs bleiben will.

Die Bundesligamannschaft: Elf Siege, vier Unentschieden und eine Niederlage – so lautet die Bilanz des VfB in der Bundesliga, seitdem Markus Babbel nach der 1:4-Niederlage beim VfL Wolfsburg am 22. November 2008 die Verantwortung übernommen hat. Nun macht der VfB in der Woche vor dem Wolfsburg-Heimspiel Nägel mit Köpfen. Was schon längst besprochen war, wird damit offiziell vollzogen: Der Teamchef Babbel, der von Juli an in Köln an der deutschen Sporthochschule seine Fußballlehrerlizenz erwerben wird, und sein Co-Trainer Rainer Widmayer haben ihre Verträge jeweils um zwei Jahre bis 2011 verlängert.

“Markus Babbel und Rainer Widmayer haben maßgeblichen Anteil an unserer Entwicklung”, sagt der Teammanager Horst Heldt, der vor allem Babbels Bezüge deutlich anheben musste. Ergänzt wird der Trainerstab des Erstligateams um Alexander Zorniger, der von der nächsten Saison an als zweiter Assistent arbeiten wird. Zorniger trainiert derzeit den Oberligisten Normannia Gmünd. Gemeinsam mit Markus Babbel hat der 41-Jährige den Lehrgang für die Trainer-A-Lizenz absolviert. Aber auch Horst Heldt ist sich sicher, mit Zorniger “einen absoluten Fachmann” gefunden zu haben, “der das bestehende Trainerteam nach unserer Überzeugung optimal ergänzt”.

Die Drittligamannschaft: Nach fünf Jahren als Trainer der zweiten Mannschaft bricht Rainer Adrion zum Saisonende seine Zelte beim VfB ab, um künftig im Dienste des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) das U-21-Nationalteam zu coachen. In die großen Fußstapfen des Stuttgarter Trainer-Urgesteins, das Anfang der achtziger Jahre 22 Bundesligaspiele für den VfB bestritt, tritt Reiner Geyer. Der 45-jährige Franke absolvierte 55 Bundesliga- sowie 80 Zweitligaspiele für Nürnberg, Saarbrücken und Schweinfurt.

Derzeit trainiert Geyer die zweite Mannschaft der SpVgg Greuther Fürth. Mit dem Team liegt der Coach in der Regionalliga Süd aktuell auf dem zehnten Platz. “Bei der Trainersuche haben wir uns die Frage gestellt, bei welchem Verein die Spieler gut ausgebildet werden”, sagt Horst Heldt. Die Wahl fiel dabei auf Reiner Geyer, der in Fürth 16 Spieler an den Profikader übergeben konnte.

Auch in der Region ist Geyer kein Unbekannter, war er doch zu Zweitligazeiten des SSV Reutlingen zunächst Co-Trainer von Armin Veh. Im Dezember 2001 rückte Geyer gar als Chef auf, nachdem Veh in die erste Liga zu Hansa Rostock gewechselt war.

Das Scouting: Mit dem Chefscout Herbert Briem verliert der VfB zum 30. Juni einen weiteren langjährigen Mitarbeiter. Während Briem künftig als Spielerberater tätig sein wird, bleiben Erwin Hadewicz und Christophe Rempp Spielerbeobachter beim VfB. Dritter Scout wird der 33-jährige Sportlehrer Gerhard Zuber, der zuvor beim Österreichischen Fußballverband tätig war. Nun sucht der VfB für seine Scoutingabteilung noch einen vierten Mann, der sich um die Jugend kümmern soll. (STZ online)

9.5.2009

Gomez erzielt schnellstes Saison-Tor: VfB besiegt Tabellenführer

Der überragende Nationalspieler Mario Gomez hat mit seinem ersten Viererpack den Titelträumen des VfL Wolfsburg einen herben Dämpfer versetzt und den VfB Stuttgart wieder zurück ins Titelrennen geschossen. Der 23 Jahre alte Angreifer erzielte beim 4:1 (2:1)-Sieg der Schwaben gegen den Tabellenführer seine Saisontore Nummer 20 bis 23 und brachte den VfB damit bis auf zwei Punkte an Wolfsburg heran. Die Wölfe blieben zwar an der Spitze, müssen aber nun mehr denn je um den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte bangen.

In einem packenden und phasenweise hochklassigen Spitzenspiel zwischen den beiden besten Mannschaften der Bundesliga-Rückrunde brachte Gomez den VfB per Doppelschlag früh in Führung (1. und 20. ). Edin Dzeko verkürzte mit seinem 20. Treffer noch vor der Pause (36.) – doch erneut Gomez machte mit seinem dritten Tor alles klar (63.) und legte in der 77. Minute sogar noch einen drauf. Vor 55.700 Zuschauern in der ausverkauften Mercedes-Benz-Arena legte Stuttgart einen Blitzstart hin. Bereits nach 28 Sekunden fand Rechtsverteidiger Christian Träsch mit einer Flanke aus dem Halbfeld Gomez, der völlig unbedrängt einköpfte.

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13.5.2009

Im Titelrennen: 2:1 auf Schalke – der VfB darf weiter träumen

Auch ohne den verletzten Mario Gomez gewinnen die Stuttgarter, die in dieser Saison noch etwas ganz Großes erreichen können. Durch ein 2:1 (1:1) beim FC Schalke hat der VfB Stuttgart seine Chancen auf den Titelgewinn in der Bundesliga gewahrt. Nun steht an den letzten beiden Spieltagen ein Herzschlagfinale bevor.

Daumen rauf. Knapp 65 Minuten sind gespielt, als Khalid Boulahrouz das Zeichen gibt. Damit will der Verteidiger zwar nur seine Kollegen auf einen Eckball des Gegners einstimmen, aber dieses Signal gilt beim VfB jetzt in jeder Beziehung.

Daumen rauf heißt es nach dem 2:1 beim FC Schalke auch in der Tabelle. Alles ist möglich – sogar die Meisterschaft. Das ursprüngliche Ziel Uefa-Pokal ist praktisch erreicht. So lautet das Fazit am Ende einer aufregenden Partie um 21.49 Uhr.

Der Sieg musste her

Als der Stuttgarter Mannschaftsbus drei Stunden zuvor in die Schalker Arena eingebogen war, war den Insassen schon zweierlei klar – zum einen, dass der überragende Torjäger Mario Gomez nicht eingesetzt werden konnte. Er fiel mit einer Adduktorenverletzung aus. Außerdem musste ein Sieg her, um weiter vom Titel oder zumindest von Platz zwei und der direkten Qualifikation für die Champions League träumen zu können. Weil am Dienstag der VfL Wolfsburg, der FC Bayern und Hertha BSC ihre Spiele gewonnen hatten, stand der VfB also unter Druck. Würde er nachlegen können?

“Wir schauen nur auf uns”, sagte Markus Babbel vor dem Anpfiff. Nach dem Abpfiff sagte der Teamchef dasselbe. Er sagte jedoch auch noch mehr. Etwa, “dass dieser Sieg unheimlich wichtig war”. Jetzt könne man befreit aufspielen und habe vieles selbst in der Hand. Und zum Schluss sagte Babbel dann noch: “Schaun mer mal, was am letzten Spieltag noch möglich ist.” Dann muss der VfB beim FC Bayern antreten. Zuvor geht es am Samstag gegen Cottbus. Babbel hatte 90 Minuten hinter sich, in denen der VfB immer wieder bewies, warum er nach Wolfsburg das zweitbeste Team in der Rückrunde stellt – jedoch nur immer mal wieder und nicht konstant. Aber es reichte. Nach dem Amtsantritt von Babbel lautete die Bilanz bis Mittwoch: zwölf Siege, vier Unentschieden und nur eine Niederlage in Bremen. Nun ist zu der Babbel-Bilanz der 13. Erfolg hinzugekommen – und das ohne Gomez.

Der hatte zuvor nur ein Saisonspiel verpasst – am 6. Dezember, als es für den VfB dennoch zu einem 3:0 in Cottbus reichte. Aber dass die Schalker ein anderes Kaliber sind als Energie, wusste Babbel. Nicht von ungefähr hat der Revierclub in dieser Runde bis jetzt die wenigsten Gegentore aller 18 Bundesligisten kassiert. Vor der Partie waren es 30, das 31. folgte in der 16. Minute.

Alle haben sich dem Teamgeist verschrieben

Nachdem zuvor Kobiaschwili die erste Schalker Möglichkeit vergeben hatte, machte es Cacau im Gegenzug besser. Der Stürmer profitierte von einem Krstajic-Fehler und ließ dem Schalker Keeper Neuer mit einem Schuss aus 20 Metern keine Chance. Cacau jubelte auf dem Platz, und Gomez freute sich auf der Bank so, als hätte er den Treffer erzielt oder zumindest vorbereitet. Diese Szene demonstrierte dann eine große VfB-Stärke im Frühling 2009 – den Teamgeist, dem sich alle verschrieben haben.

Allerdings gab es auch den ein oder anderen Aussetzer im System, beispielsweise als Farfan köpfen durfte, aber das Gehäuse verfehlte (19.). Ansonsten schien der VfB den Gegner jedoch im Griff zu haben. Die Erfolge in den vergangenen Monaten gaben der Mannschaft viel Selbstvertrauen. Womöglich war sich der VfB seiner Sache jedoch zu sicher. Woran es mangelte, war jedenfalls die letzte Konsequenz. Und Gomez war nicht da.

Dennoch begannen die Schalker Fans nach einer halben Stunde zu murren, weil ihre Mannschaft zwar oft im Ballbesitz war, aber wenig gute Aktionen zustande brachte. Im nächsten Moment schlugen die Gefühlsregungen jedoch um – als Rakitic den Ball nach einem Freistoß genauso kunstvoll wie zuvor Cacau ins Netz schlenzte (39.).

Obwohl Cacau vor der Pause noch mal scheiterte (41.), hatte der VfB seinen Schwung etwas verloren. Kuranyi setzte einen Kopfball über das Gehäuse (50). Die Schalker drückten, doch als keiner damit rechnete, schlug die Stunde des bis dahin blassen Ciprian Marica, der Gomez vertrat. Der Rumäne profitierte von einem Patzer von Neuer, der einen Hitzlsperger-Schuss abprallen ließ. Marica war da. Glück hatte der VfB allerdings, dass Kuranyi nach einem Fehler von Lehmann den Pfosten traf (71.). Der Rest war Jubel – und am lautesten jubelte Gomez. (STZ online)

14.5.2009

Kampf um die Meisterschaft:Der VfB wagt sich aus der Deckung

Durch den 2:1-Sieg beim FC Schalke steht der VfB Stuttgart unmittelbar davor, in den Uefa-Pokal einzuziehen. Doch das genügt Jens Lehmann nicht. “Für uns geht die Saison jetzt erst los”, sagt der Torhüter vor dem Heimspiel am Samstag gegen Cottbus.

Nach rechts führt der Weg zum abfahrbereiten Mannschaftsbus. Doch Markus Babbel biegt plötzlich nach links ab. Mit entschlossenem Blick schreitet der VfB-Teamchef im Untergeschoss der Schalker Arena durch eine staunende Menschenmenge immer weiter zu dieser Tür am Ende des Ganges. Erst im letzten Moment bemerkt er seinen Irrtum: Babbel steht vor der Stadionkapelle und hält an. “Solange nur ich so blind bin, geht’s ja”, sagt er, dreht sich um und findet endlich den richtigen Weg. Dabei wäre es kein Fehler gewesen, bei dieser Gelegenheit ein Kerzchen anzuzünden. Als Dank für das, was an diesem Abend passiert ist – und als Zeichen der Hoffnung für das, was jetzt noch kommt.

Glück im Spiel gegen Schalke

Mit einigem Glück hat der VfB am Mittwoch mit 2:1 bei Schalke 04 gewonnen und kann nun, mit noch mehr Glück, diese so wechselhafte Saison zu einem grandiosen Ende bringen. Als Vierter liegen die Stuttgarter in Lauerstellung und können zumindest den FC Bayern, Gegner im letzten Spiel, noch aus eigener Kraft überholen. Und sollten parallel dazu auch der VfL Wolfsburg und Hertha BSC im Saisonfinale Punkte liegen lassen, dann wäre am 23. Mai sogar der ganz große Wurf möglich: die sechste deutsche Meisterschaft in der Vereinsgeschichte.

Wie berauscht feierte der VfB den ersten Sieg auf Schalke seit der Saison 1997/1998. Leidenschaftlich hat das Team gekämpft und mit vereinten Kräften den Ausfall seines besten Spielers kompensiert. Erst in der Abschlussbesprechung hatte Markus Babbel die nichtsahnenden Profis davon in Kenntnis gesetzt, dass Mario Gomez wegen Adduktorenproblemen nicht würde spielen können. “Der Trainer hat es souverän genommen – also kam auch bei uns keine Panik auf”, berichtete hinterher der Außenverteidiger Ludovic Magnin. Ausgerechnet dem Gomez-Ersatz Ciprian Marica gelang dann der entscheidende Treffer zum VfB-Sieg, der den Manager Horst Heldt vor Freude fast platzen ließ. “Die Mannschaft hat den Charaktertest mit Bravour bestanden”, sagt Heldt und kann es ansonsten “nicht in Worte fassen, wie stolz ich auf jeden einzelnen Spieler bin”.

22 von 24 möglichen Punkten hat der VfB aus den vergangenen acht Spielen geholt und angesichts von sechs Zählern Vorsprung auf Rang sechs den Uefa-Pokal fast schon erreicht. Eher bemüht nehmen sich daher nach dem Schalke-Spiel die Versuche aus, noch Gefahr von hinten zu wittern. Der Kapitän Thomas Hitzlsperger empfiehlt zwar nachdrücklich, “mit einem Auge nach unten zu schauen”, und auch der Manager Horst Heldt weigert sich standhaft, statt des Uefa-Cups andere “idiotische Ziele” auszurufen. Allerdings setzt sich auch zunehmend die Erkenntnis durch, dass es nun um den Einzug in die Champions League geht – oder sogar um den Titel. “Wenn wir beide Spiele gewinnen, werden wir Meister”, sagt Marica. Ganz so offensiv geht Babbel nicht vor – auch er sieht sein Team aber in einer guten Ausgangsposition: “Jetzt können wir befreit aufspielen und wollen mal sehen, was noch möglich ist.”

Lehmann wirkt geradezu euphorisch

Für vorsichtige Prognosen ist Jens Lehmann nicht mehr zu haben. Geradezu euphorisch kommt der VfB-Torhüter aus der Kabine und verkündet: “Für uns geht die Saison jetzt erst los. Bisher war es ein zähes Herantasten – nun können wir noch viel erreichen.” Ungefragt fährt er dann mit seinem Lieblingsthema fort und geht wieder einmal auf die Schiedsrichter los. “Wir wären jetzt schon verdient Meister, wenn die Schiedsrichter uns nicht immer benachteiligen würden.”

Sechs bis sieben Punkte, so hat Lehmann errechnet, seien dem VfB durch falsche Entscheidungen geklaut worden. Konkrete Fehler des jungen Michael Kempter im Schalke-Spiel sind ihm diesmal nicht aufgefallen – seine Botschaft aber ist klar: Im Sinne einer sich ausgleichenden Gerechtigkeit mögen die Unparteiischen im Saisonfinale im Zweifel doch bitte schön für den VfB entscheiden.

Gegen Energie Cottbus wollen sich die Stuttgarter am Samstag allerdings nicht auf die Hilfe des Schiedsrichters verlassen. Mario Gomez soll wieder dabei sein und helfen, die Vorgabe des Trainers umzusetzen: “Wir müssen unsere Hausaufgaben machen und gewinnen”, sagt Markus Babbel. Und danach wäre endgültig alles möglich – im Endspiel gegen den FC Bayern in der Münchner Arena. (STZ online)

16.5.2009

2:0 gegen Energie Cottbus:VfB sichert sich Europa-Ticket

Der VfB Stuttgart hat sich endgültig für das internationale Geschäft qualifiziert und am letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga bei Bayern München ein “Endspiel” um die direkte Qualifikation für die Champions League. Nach einem 2:0 (1:0) gegen Energie Cottbus, das im Abstiegskampf höchstens noch den Relegationsplatz erreichen kann, haben die Schwaben auch noch Chancen auf die deutsche Meisterschaft – der VfB hat sein Schicksal in diesem Fall aber nicht selbst in der Hand.

In einem Spiel ohne große Höhepunkte, in dem die Gastgeber engagiert, aber auch ein wenig verkrampft und zunehmend fahrig auftraten, traf zunächst Thomas Hitzlsperger in der 19. Minute mit einem als Hereingabe gedachten Freistoß. Aus halbrechter Position flog der Ball an Freund und Feind vorbei und schließlich vom Innenpfosten ins Tor. Im Gegenzug nach einem Lattentreffer für Energie von Jiayi Shao (76.) machte der starke Cacau auf Vorlage von Mario Gomez alles klar (78.).

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16.5. 2009

Jubiläum der Meistermannschaft 1984

Vor dem letzten Saison-Heimspiel am heutigen Samstag gegen Energie Cottbus erlebten die Fans des VfB einen ganz besonderen Moment. Ein Großteil der VfB-Mannschaft, die 1984 Deutscher Meister geworden war, kam auf Einladung des Vereins in die Mercedes-Benz Arena. Vor 25 Jahren sicherte sich der VfB einen Spieltag vor Schluss die Meisterschaft mit einem 2:1-Sieg in Bremen. Dieses Jubiläum galt es zu feiern. Von Torwart Helmut Roleder über die Defensiv-Spieler Karlheinz Förster und Guido Buchwald bis hin zu VfB-Legende Karl Allgöwer waren viele der Einladung gefolgt. Das Team bestand bis auf die beiden Ausländer Asgeir Sigurvinsson und Dan Corneliusson und dem aus dem Ruhrpott stammenden Thomas Kempe ausschließlich aus Baden-Württembergern. VfB-Präsident Erwin Staudt, der die ehemaligen Spieler begrüßte, betonte dabei die Bedeutung des Titelgewinns 1984: “Diese Mannschaft hat mit der Meisterschaft den Grundstein dafür gelegt, dass der VfB heute einen Stern auf dem Trikot tragen darf.” Der Titel war der erste für den Klub seit Beginn der Bundesliga. Einige aus dem Team spielten für die Deutsche Nationalmannschaft, Guido Buchwald und Günther Schäfer feierten genau heute vor 17 Jahren sogar die zweite Meisterschaft in der Bundesliga-Geschichte des VfB. Und Helmut Roleder hat noch immer die meisten Spiele als VfB-Torwart auf dem Buckel.

Ein Film für die Fans im Stadion

Nach einer Ansprache von Präsident Erwin Staudt und einer Geschenkübergabe durch VfB-Vorstand Ulrich Ruf und Präsident Staudt ging es hinein ins Stadion auf die Showbühne direkt vor die VfB-Fans in der Cannstatter Kurve. Spontan stattete sogar VfB-Ehrenpräsident Gerhard Mayer-Vorfelder den Jubilaren einen Besuch ab und wurde mit großer Freude empfangen. Neben Guido Buchwald, Karl Allgöwer und Karlheinz Förster ließen sich Rainer Zietsch, Achim Glückler, Peter Reichert, Andreas Müller, Hermann Ohlicher und Thomas Kempe von den Zuschauern in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena feiern. Höhepunkt der Feierlichkeiten war ein Filmbeitrag über die Deutsche Meisterschaft 1984, der auf der Stadionleinwand vor der Partie gezeigt wurde. In anschließenden Interviews erzählten Förster, Buchwald und Ohlicher über ihre Erinnerungen und Erlebnisse aus der Zeit, als der VfB seinen Meisterstern aufs Trikot bekommen hat. Abschließend hatte Erwin Staudt dann noch einen ganz besonderen Wunsch: “Ich hoffe, dass wir in 25 Jahren alle gemeinsam das 50-Jährige Jubiläum feiern können und lade Euch hiermit dazu schon einmal ganz herzlich ein.” (vfb.de)

18.5.2009

Startschuss für die Fußballarena

Der offizielle Baggerbiss für die Umbauten der Mercedes-Benz Arena ist erfolgt.

20.5.2009

Mercedes-Benz Arena: Der Rasen ist weg.

Wenige Tage nach Ende des Spielbetriebs sind der Rasen und die Laufbahn in der Arena entfernt.

18.5.2009

Vor dem Südgipfel:Die Abteilung Attacke sitzt diesmal in Stuttgart

Anders als in der Vergangenheit ist es vor dem Südgipfel der VfB mit Jens Lehmann, der gegen die Bayern stichelt

Die psychologische Kriegsführung vor dem Spiel des VfB in München hat begonnen. Nachdem Jens Lehmann die Bayern provoziert hatte, reagierte nun der Münchner Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge: “Das ist eine Unsportlichkeit allererster Güte.”

Der Mann vom Radio wollte es ganz genau wissen. Nach den Verdiensten von Markus Babbel an der großen Aufholjagd des VfB erkundigte er sich und fragte Jens Lehmann: “Hat der Teamchef Ihnen vielleicht das Bayern-Gen eingepflanzt?” Der Stuttgarter Torhüter überlegte nur kurz und konterte dann gedankenschnell: “Wenn wir das Bayern-Gen hätten”, sagte Lehmann, “dann wären wir längst deutscher Meister. Denn dann würden uns die Schiedsrichter bevorteilen. So aber werden wir permanent benachteiligt.”

Nach dem 2:1-Sieg am vergangenen Mittwoch auf Schalke war es, als der 39-Jährige die psychologische Kriegsführung vor dem Saisonfinale startete. Über das Spiel wollte er nicht lange reden und ließ sich stattdessen ungefragt und ausgiebig über die Schiedsrichter aus, die dem VfB nach seiner Rechnung “sechs bis sieben Punkte” geklaut hätten. Auch nach dem 2:0 am Samstag gegen Cottbus hielt er sich nicht allzu lange mit den Toren von Thomas Hitzlsperger und Cacau auf, sondern befeuerte seine Kampagne. Wolfsburg, sagte er, habe dieses Jahr von den Schiedsrichtern profitiert, genau wie die Bayern, “die so manche Entscheidung, die gegen uns gepfiffen wird, zu ihren Gunsten ausgelegt bekommen”. Und noch einmal legte er sich fest: “Normalerweise müssten wir schon längst verdient deutscher Meister sein.”

Rummenigge fordert Konsequenzen für Lehmann

Die Realität ist: mit einiger Wahrscheinlichkeit holt am Samstag Wolfsburg den Titel, während sich der VfB und die Bayern im direkten Vergleich in München um den zweiten Platz streiten. Selten war ein Südgipfel derart brisant – trotzdem hielten sich die Verantwortlichen des Rekordmeisters, anders als früher, mit Sticheleien in Richtung Stuttgart lange zurück. Noch am Samstagabend hatte sich Manager Uli Hoeneß im ZDF-”Sportstudio” sehr zahm gegeben. Am Montag aber folgte sie dann, die Münchner Replik auf Lehmanns Unterstellungen.

Der Clubchef Karl-Heinz Rummenigge höchstpersönlich war es, der den VfB-Torhüter in aller Schärfe zurechtwies. “Jens Lehmann unterstellt den Schiedsrichtern Manipulation und Betrug. Das ist Blödsinn und eine Unsportlichkeit allererster Güte”, sagte Rummenigge und forderte indirekt Konsequenzen: “Ich bin gespannt, wie der DFB darauf reagiert.” Ermittlungen vonseiten des Verbandes werde es zwar nicht geben, sagte Wolfgang Niersbach am Nachmittag – jedoch fand auch der DFB-Generalsekretär Lehmanns Einlassungen “total überflüssig”.

Bayern: Volle Konzentration auf den VfB

Rummenigge wittert hinter der Kritik des Torhüters vor allem eines: “Taktik.” Es sei “völlig klar, dass Jens Stimmung gegen uns machen will”. Damit sei der Stuttgarter bereits erfolgreich gewesen – jedenfalls hatte Rummenigge beim 2:2 am Samstag in Hoffenheim den Eindruck, dass der Schiedsrichter Michael Weiner “einen angespannten Eindruck” gemacht habe. Daher forderte Rummenigge mehr Zurückhaltung – und will dabei in den nächsten Tagen mit gutem Beispiel vorangehen: “Wir werden uns zurückhalten und uns nur auf das wichtige Spiel gegen den VfB konzentrieren.”

Beim VfB jedoch ist man nicht so ganz sicher, ob es nicht doch noch ein paar Provokationen aus München geben wird. So war es zumindest häufig in der Vergangenheit, weshalb der Stuttgarter Manager Horst Heldt nach dem Cottbus-Spiel sagte: “Ich gehe davon aus, dass diese Woche noch etwas kommt. Aber wir sind da völlig entspannt.”

Nur mit der Champions League kann Gomez gehalten werden

Das naheliegendste Thema wäre es, wenn die Bayern nun öffentlichkeitswirksam ihr Interesse an Mario Gomez erneuern und damit Unruhe in Stuttgart schüren würden. Denn die Zukunft des Nationalspielers wird auch vom Ausgang der Partie am Samstag abhängen. Sollte der VfB gewinnen und die Champions League erreichen, dann wäre die Wahrscheinlichkeit, dass Gomez nach München wechselt, minimal. Der 23-Jährige jedenfalls hat immer erklärt, er gehe nur dann, wenn alles stimmt. Ein Club, dessen Champions-League-Teilnahme nicht gesichert ist, passt kaum in dieses Profil. Das würde zwar auch nicht bedeuten, dass Gomez sicher in Stuttgart bleibt, ein Verkauf des größten Stars zu einem Club ins Ausland aber dürfte dem VfB viel leichter fallen als ein Transfer zu den bei den Fans so verhassten Bayern.

Offen ist vor diesem Hintergrund, wie Mario Gomez am Samstag vom Bayern-Anhang empfangen wird. Sicher dagegen scheint, auf was sich Jens Lehmann in der Münchner Arena wird einstellen müssen. Der Torhüter ahnt bereits, “dass ich dort nicht himmelhochjauchzend begrüßt werde”.

23.5.2009

2:1 gegen Stuttgart:Bayern gewinnt Millionen-Endspiel

Ich versuchte lange Karten für das Saisonfinale zu ergattern, hatte aber leider kein Glück bei der Verlosung. Ebay beobachtete ich auch regelmäßig, es war aber der Wahnsinn, was dort verlangt wurde. So entschlossen wir uns, das Spiel beim Bierhexle mit einigen anderen Daheimgebliebenen anzuschauen. War dann auch nicht so schlimm, schließlich war ich einen Tag vor dem Saisonfinale bei AC/DC auf dem Hockenheimring und hatte somit am Samstag etwas weniger Streß. Am TV sahen wir dann, dass, wie es schien, beim VfB die Luft raus war nach einer tollen Aufholjagd und man zu fast keinem Zeitpunkt die Hoffnung hatte, dass vielleicht noch ein Sieg herausspringen könnte. Die Ergebnisse auf den anderen Plätzen taten ein übriges. Wolfsburg führt früh, so dass die Meisterschaft schon sehr bald kein Thema mehr war, der KSC schoss überraschend die Hertha ab, so dass keine der beiden Parteien noch auf Platz 4 zurückfallen konnte. Am Ende also Platz 3 und die Champions League Quali. Was für ein toller Abschluss. Ist zwar relativ schiwierig die Konstellation, da die Champions League Millionen noch nicht fest eingeplant werden können. Aber dennoch bietet dieser Abschluss glänzende Perspektiven für die nächste Saison. Wir feierten jedenfalls die Niederlage wie einen Sieg und trauerten der entgangenen Meisterschaft in keinster Weise nach.

Das kleine Fußball-Wunder, auf das ein der FC Bayern München und noch ein bisschen mehr der zuletzt so selbstbewusste VfB Stuttgart gehofft hatten in den vergangenen Tagen, ist dann doch ausgeblieben. Aber das unspektakuläre Verfolgerduell vor 69.000 Zuschauer in der Münchner Arena hatte trotzdem zwei kleine Sieger.

Der entthronte Meister sicherte sich durch den 2:1-Sieg den zweiten Platz und damit die direkte Qualifikation für die Champions League. Die Bundesliga-Saison endete somit halbwegs versöhnlich für die zwischendurch arg gebeutelten Bayern. Die Schwaben bleiben trotz der Niederlage Dritter, weil der eigentlich ungeliebte Rivale aus dem Badischen, der Karlsruher SC, Hertha BSC besiegt hatte. Der VfB hat somit ebenfalls noch eine Chance, im lukrativsten internationalen Vereinswettbewerb zu starten.

Pfiffe für Lehmann

Schon der Beginn war für Stuttgart nicht besonders erfreulich. Bei der Bekanntgabe der VfB-Aufstellung gab es laute Pfiffe, und besonders laute für Jens Lehmann. Nicht ganz unerwartet, immerhin hat sich der frühere Rivale von Oliver Kahn in der Nationalmannschaft noch nie besonderer Beliebtheit erfreut beim Münchner Publikum. Und seine Bemerkungen vor einer Woche, der FC Bayern München und der VfL Wolfsburg wären von den Schiedsrichtern in dieser Saison bevorzugt worden, steigerte die Antipathie noch ein bisschen. Lehmann erlebte keinen schönen Nachmittag in der Münchner Arena, der Stuttgarter Keeper wurde bei jeder Aktion, bei jedem Ballkontakt nicht nur ausgepfiffen, sondern auch mit unfreundlichen Rufen bedacht.

Die erste Viertelstunde entsprach nicht den hohen Erwartungen. Beide Mannschaften begannen vorsichtig, vor allem darauf bedacht, keine Fehler zu machen. Es war zu spüren, dass viel auf dem Spiel stand. Bald allerdings ging es um eines schon nicht mehr: den Gewinn der deutschen Meisterschaft. Die frühe Führung der Wolfsburger wurde zwar wie alle anderen Tore aus Niedersachsen nicht auf der Leinwand gemeldet, aber im Stadion sprach es sich herum, dass der Spitzenreiter sich keine Blöße geben wird.

Boulahrouz trifft ins eigene Tor

Nach 16 Minuten tauchten die Bayern zum zweiten Mal gefährlich im Strafraum auf, das erste Mal – zehn Minuten zuvor – hatte Kapitän Mark van Bommel nach einem Körperkontakt mit Lehmann vergeblich auf einen Strafstoß gehofft. Dann griff Franck Ribéry über die linke Seite an, zog ab und der Stuttgarter Verteidiger Khalid Boulahrouz verlängerte den Ball unglücklich ins eigene Netz zur Münchner Führung. In Wolfsburg stand es mittlerweile schon 2:0, und deshalb feierten nur diejenigen überschwänglich, die nicht über die Ergebnisse auf dem Laufenden gehalten wurden. Die Bayern waren ihrem ersten Ziel, der direkten Qualifikation für die Champions League, einen kleinen Schritt näher.

Die Schwaben bemühten sich nun zwar um mehr Schwung, aber das Spiel entwickelte sich auch nach dem ersten Tor nicht zu einem Spitzenduell. Der VfB versuchte es vor allem mit Distanzschüssen, aber da war Hans-Jörg Butt dreimal auf der Hut, er klärte zunächst gegen Christian Träsch, dann parierte er die Schüsse von Thomas Hitzelsperger und Mario Gomez. Kurz vor dem Pausenpfiff schaffte es dann Luca Toni, den Ball über das leere Tor zu schießen. Boulahrouz hatte zuvor über eine Flanke von Sosa geschlagen und den Italiener so überhaupt erst in Schussposition gebracht.

Podolski und Heynckes verabschiedet

Dieses Spiel spiegelte ganz gut die nicht immer sehr glückliche Saison von Toni wider. Dem Torschützenkönig des vergangenen Jahres ist auch an diesem Samstag nicht viel gelungen. Nur Sekunden nach der Großchance am Ende der ersten Halbzeit legte er sich den Ball auf dem Weg zum Tor zu weit vor. In der 80. Minute wurde der Italiener von Jupp Heynckes erlöst. Miroslav Klose kam nach seiner Verletzung zu einem weiteren Kurzeinsatz. Der „Fünf-Spiele“-Trainer war vor dem Anpfiff gemeinsam mit Lukas Podolski, Massimo Oddo und Willy Sagnol verabschiedet worden.

Zu diesem Zeitpunkt waren schon zwei weitere Tore gefallen. Zunächst brachte van Bommel die Bayern 2:0 in Führung (60.), drei Minuten später tanzte Gomez die Münchner Abwehr aus und schaffte den Anschlusstreffer. Da die Berliner mittlerweile aussichtslos im Rückstand lagen, ließen es auch die beiden Mannschaften in München nun etwas lockerer angehen. Die Nervosität, die Verbissenheit der ersten Hälfte war weg, aber es fehlte am Ende einer langen Saison wohl auch die Energie, den Zuschauern noch ein wenig Zauberfußball zu bieten. Zwei Minuten vor dem Ende war dann die Bayern-Karriere von Podolski zu Ende: Die Fans verabschiedeten ihn mit Applaus bei seiner Auswechslung. Es war der letzte Höhepunkt der insgesamt niveauarmen Partie.

Bayern München – VfB Stuttgart 2:1 (1:0)
München: Butt – Lucio, van Buyten, Demichelis, Lahm – van Bommel – Sosa, Ribery – Schweinsteiger (77. Ottl) – Toni (79. Klose), Podolski (88. Borowski)
Stuttgart: Lehmann – Träsch (69. Schieber), Boulahrouz, Niedermeier, Magnin – Hilbert, Khedira, Hitzlsperger (84. Marica), Gebhart (60. Elson) – Cacau, Gomez
Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)
Tore: 1:0 Boulahrouz (16., Eigentor), 2:0 van Bommel (60.), 2:1 Gomez (63.)
Zuschauer: 69.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: van Bommel (10) – Hitzlsperger (5/1)

Text: F.A.Z.

26.5.2009

Mario Gomez wird den VfB verlassen

Der Wechsel von Mario Gomez vom VfB Stuttgart zum Ligakonkurrenten FC Bayern München steht vor dem Abschluss.

VfB-Sportdirektor Horst Heldt: “Wir haben es zweimal geschafft, Mario zu halten. Jetzt hat er sich für einen Wechsel entschieden. Das ist sehr schade. Mario Gomez hat Großartiges für den VfB geleistet und auch in dieser Saison wieder einen maßgeblichen Anteil zum Erfolg der Mannschaft beigetragen.”

Die beiden Vereine müssen die endgültigen Wechselmodalitäten noch klären. “Fakt ist aber”, so Heldt weiter, “wenn der FC Bayern unsere Bedingungen akzeptiert, wird der Transfer in den nächsten Tagen vonstatten gehen.”

Mario Gomez: “Ich hatte eine super Zeit beim VfB und bin sehr dankbar für alles, was ich hier erleben durfte. Diesen Schritt zu gehen, fällt mir nicht leicht. Ich habe diese Entscheidung in Absprache mit dem VfB Stuttgart, gemeinsam mit meiner Familie und meinem Berater getroffen. Ich werde den Kontakt nach Stuttgart nicht abreißen lassen und komme auch immer wieder gerne hierher zurück. Ich verstehe, dass viele VfB-Fans nicht nachvollziehen können, dass ich nun zum FC Bayern wechseln möchte, hoffe aber, dass sie sich genauso gerne wie ich an die überragende Zeit zurückerinnern, die wir gemeinsam hier erleben durften.”

27.5.2009

Mario Gomez wechselt nach München: Die Zeit der Unbeschwertheit ist vorbei

Beim VfB Stuttgart ist Mario Gomez der unumstrittene Star gewesen. Jetzt geht er nach München – und muss beweisen, dass er sich auch auf der ganz großen Fußballbühne durchsetzen kann.

Um kurz vor halb sechs am Dienstagnachmittag steigt Mario Gomez ins Flugzeug, dann ist er erst mal weg. Vermutlich gibt es nicht viele Nationalspieler, die sich am Ende einer langen Saison auf diesen PR-Trip der deutschen Auswahl nach Fernost freuen, mit zwei eher lästigen Freundschaftsspielen gegen China und die Vereinigten Arabischen Emirate. Ziemlich sicher aber ist Mario Gomez einer davon. Denn als er das Flugzeug wieder verlässt, da befindet er sich in Schanghai. 8889 Kilometer liegen zwischen Stuttgart und Schanghai – genug Distanz also, um nichts von den Erschütterungen mitzubekommen, die er in der Heimat ausgelöst hat.

Fast zeitgleich mit Gomez’ Abflug bestätigen am Dienstag die Presseagenturen mit Eilmeldungen auch offiziell, was seit Tagen kein Geheimnis mehr war: Der Nationalstürmer verlässt den VfB Stuttgart und schließt sich in der neuen Saison dem deutschen Rekordmeister an, dem FC Bayern. Nichts trifft die Anhänger des VfB mehr als der Wechsel eines Stuttgarters nach München. Nach Madrid hätten sie ihn zähneknirschend ziehen lassen, oder auch nach Manchester oder Mailand. Nur eben nicht nach München.

“Vaterlandsverräter” war in den Internetforen denn auch eine der freundlicheren UmschreibungenderFansfürden Torjäger, den sie bis vergangenen Samstag noch verehrt hatten wie einen Halbgott. Ausgerechnet in München verlor der VfB an diesem Tag mit 1:2, Gomez hatte noch einmal ein Tor geschossen. Nun weiß man sicher, dass es sein letztes Tor für den VfB war und auch sein letztes Spiel.

Debüt mit 18 gegen den FC Chelsea

Mario Gomez, 23, wird mit den Schmähungen gerechnet haben. Er weiß, dass der Profifußball keine Dankbarkeit kennt; und er versteht, “dass viele VfB-Fans nicht nachvollziehen können, dass ich nun zum FC Bayern wechseln werde”, wie er in einer Presseerklärung mitteilen lässt. Verdient aber hat er die Schmähungen nicht. Es hat in der jüngeren Vergangenheit des VfB keinen Spieler gegeben, der diesen Verein mehr geprägt und weiter nach vorne gebracht hätte. Und es hat nicht viele gegeben, die sich so sehr mit ihrem Club identifiziert haben wie dieser bodenständige und wohlerzogene Oberschwabe mit den spanischen Wurzeln, der mit 15 Jahren seine Heimatgemeinde Unlingen verließ, um sich in Stuttgart zu einem Berufsfußballer ausbilden zu lassen.

Unter dem Trainer Felix Magath gibt er 2004, als 18-Jähriger, gegen den FC Chelsea in der Champions League sein Debüt in der Profimannschaft. Und unter Armin Veh schießt er 2005, beim 2:1-Sieg gegen Mainz, sein erstes Bundesligator. Er schafft es zum Stammspieler – und entwickelt sich fortan in atemberaubendem Tempo zu einem der großen Stürmerstars in Deutschland. Meister wird er mit dem VfB 2007 und im gleichen Jahr zum Fußballer des Jahres gewählt.

In der jetzt abgelaufenen Saison erzielt er in der Liga 24 Tore und hat, neben dem Teamchef Markus Babbel, den mit Abstand größten Anteil daran, dass der VfB Dritter wird und sich im August für die Champions League qualifizieren kann. In seinen 121Bundesligaeinsätzen für den VfB hat er 63 Tore geschossen, in den 153 Pflichtspielen insgesamt waren es 87 – eine herausragende Quote von mehr als fünfzig Prozent. Man muss nicht die gesamte Stuttgarter Vereinsgeschichte seit dem Jahre 1893 kennen, um mutmaßen zu können, dass Mario Gomez der kompletteste Angreifer war, der jemals das Trikot mit dem roten Brustring getragen hat.

Treueschwüre hat es nie gegeben

Seit mindestens zwei Jahren stand fest, dass Gomez den VfB eines Tages verlassen wird. Sehr offen sind beide Seiten mit dem Thema immer umgegangen. Es gab keine romantischen Treueschwüre des Stürmers und keine illusorischen Unverkäuflichkeitserklärungen des Vereins. Allen war klar, dass der VfB irgendwann zu klein wird für einen Stürmer mit so großen Fähigkeiten. Nie hat der Manager Horst Heldt zu versichern versucht, dass der Angreifer bis zu seinem eigentlichen Vertragsende im Jahr 2012 in Stuttgart bleiben würde. Und nie hat Gomez einen Hehl daraus gemacht, dass sein Karriereplan einen baldigen Wechsel zu einem der europäischen Großclubs vorsieht. Seinen oberschwäbischen Dialekt hat er sich, zum großen Bedauern seiner Mutter, wohl auch deshalb schon vor einigen Jahren abtrainiert.

Nach dem Titelgewinn 2007 war es Gomez, der sich gegen einen Transfer zu Juventus Turin entschied; im vergangenen Jahr war es der VfB, der seinen größten Star trotz der Angebote von Manchester City und dem FC Bayern zum Bleiben überredete. Schon vor zwei Jahren sei er bereit gewesen, sich woanders durchzusetzen, sagte der Stürmer in den vergangenen Monaten. Sehr glaubhaft jedoch versicherte er auch, dass er auf dieses eine Angebot warte, “bei dem alles stimmt”.

Aus München ist es nun gekommen, und Gomez hat zugegriffen. Er ist der teuerste Spieler in der Bundesligageschichte, teurer noch als Franck Ribéry. 25 Millionen Euro haben die Bayern vor zwei Jahren für den Franzosen bezahlt – 35 Millionen Euro bekommt der VfB nun von den Münchnern, die ihren neuen Starstürmer mit geschätzten acht Millionen pro Jahr entlohnen.

Gnadenlose Pfiffe beim Länderspiel

Nicht nur der hohen Ablösesumme wegen hat der VfB Gomez viel zu verdanken. Er war es, der das Stuttgarter Spiel in den vergangenen Jahren auf eine höhere Stufe gehoben hat. Andererseits hat aber auch Gomez seinem Verein einiges zu verdanken. In Stuttgart fand er das Umfeld, sich in Ruhe entwickeln zu können. Und als er schließlich gut genug war, bildete Gomez den unumstrittenen Mittelpunkt einer Mannschaft, die sich vollständig in den Dienst ihres Torjägers stellte. Beim 4:1-Sieg gegen den späteren Meister aus Wolfsburg schoss Gomez neulich alle Stuttgarter Tore und wurde dabei von den Kollegen glänzend bedient. Danach erklärte er: “Ich sage immer: im Leistungssport ist es wichtig, eine homogene Mannschaft zu bilden. Und die haben wir.”

Wie es ist, wenn ein solches Umfeld fehlt, das hat Gomez im Nationalteam schmerzhaft erfahren, wo nicht das ganze Spiel auf ihn zugeschnitten ist und das Publikum keine Fehler verzeiht. Seit März 2008 hat er kein Tor mehr für Deutschland geschossen. Auf haarsträubende Weise versiebte er Chancen bei der Europameisterschaft, vor deren Beginn er als potenzieller Superstar gehandelt wurde. Und gnadenlos pfeifen ihn Ende März die Leute in Leipzig aus, als seine Flaute selbst gegen Liechtenstein nicht enden will. Es sind seine schwersten Stunden als Fußballprofi. Tapfer stellt er sich damals den bohrenden Fragen der Öffentlichkeit – und kann trotzdem nichts daran ändern, dass seine Klasse plötzlich infrage gestellt wird. In Stuttgart, seiner Wohlfühloase, päppelt man ihn wieder auf. Mit den Toren für den VfB kommt das Selbstvertrauen zurück – und das benötigt Gomez künftig besonders dringend.

Beim FC Bayern darf Gomez nicht davon ausgehen, dass die Mitspieler den Ball jedes Mal quer legen, wenn sie allein vor dem Tor stehen. Und er muss damit rechnen, dass die Leute schnell die torlosen Minuten addieren und die Leistung ins Verhältnis zur Ablöse setzen. Zwar deutet alles darauf hin, dass sein immenses Potenzial ausreicht, um auch dort zum gefeierten Torjäger zu werden, den Beweis allerdings, sich auch auf Deutschlands wichtigster Fußballbühne durchsetzen zu können, den muss Mario Gomez erst antreten. Die unbeschwerte Zeit in Stuttgart ist vorbei – in München entscheidet sich nun, ob es eine ganz große Karriere wird. (STZ online)

Unsere Lebensversicherung der letzten Jahre verläßt uns also. Mario Gomez geht! Und das noch ausgerechnet zu den Bayern. Als normaler Fan kann man es sich überhaupt nicht vorstellen, erst das VfB-Wappen küssen und ein paar Tage oder Wochen später das Trikot des Erzfeindes überzustreifen. Wäre Herr Gomez nach Barcelona oder Manchester gegangen, hätte ich ihm viel Glück gewünscht und seinen Weg weiter verfolgt. So aber habe ich fertig mit ihm und würde mich freuen, wenn er an der Konkurrenz dort und der Erwartungshaltung zerbrechen würde. Dieser Transfer zeigt wieder einmal, dass wir es fast nur noch mit Legionären zu tun haben, denen es in ihrer Karriere nur darum geht, so viele Millionen wie möglich zu scheffeln und ihnen die Gefühlswelt der Fans total wurst ist. So ist es nun mal, Spieler kommen und gehen, der Verein bleibt!

29.5.2009

Länderspiele

Deutschland-China 1:1, Cacau debütierte in der DFB-Auswahl:

Mit gleich vier VfB-Spielern machte sich die deutsche Nationalmannschaft auf die Asien-Reise zum Ausklang der Spielzeit 2008/09. Zum Auftakt ging es am heutigen Freitag in Shanghai gegen Gastgeber China. Und mit Thomas Hitzlsperger sowie dem scheidenden Torjäger Mario Gomez standen dann auch die beiden etablierten DFB-Auswahlspieler in der Startformation der Mannschaft von Joachim Löw, während den Neulingen Christian Träsch und Cacau zunächst nur ein Platz auf der Bank blieb. Tor: Podolski, Gomez bis zur 63. Minute, Hitzlsperger 90 Minuten und Cacau ab 63. waren im Einsatz.

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Der VfB Stuttgart im Mai 2009, 8.0 out of 10 based on 1 rating

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