21. Juni 2010

Löw läutet Countdown ein

Bei strahlendem Sonnenschein hat Bundestrainer Joachim Löw am Sonntagvormittag alle 23 Spieler sowie das komplette Funktionsteam zum Training begrüßt. Mit einer fünfminütigen Ansprache läutete der 50-Jährige den Countdown für das “Endspiel” in der Gruppe D am Mittwochabend in Johannesburg gegen Ghana (20.30 Uhr) ein. Selbst ein negativer Ausgang würde laut Manager Oliver Bierhoff “nicht alles infrage stellen”. Auf dem Trainingsplatz der deutschen Nationalelf von Atteridgeville richtete Löw in einer Art Regierungserklärung die Worte an die um ihn versammelten Nationalspieler. Damit schwor er die Spieler auf die K.o.-Partie gegen Ghana ein. Dort muss Deutschland gewinnen, um das erstmalige Scheitern in der Vorrunde bei einer WM sicher zu vermeiden. Vor dem Spiel wird es übrigens kein Abschlusstraining im Stadion Soccer City in Johannesburg geben. “Die FIFA hat uns einen Termin zwischen 20 und 21 Uhr zugewiesen. Aber wir müssten knapp eine Stunde mit dem Bus fahren und trainieren deshalb lieber in Atteridgeville”, sagte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff. Am Mittwoch wird aber auch die Personalie Kevin-Prince Boateng im Mittelpunkt stehen. Der gebürtige Berliner, der sich erst kurz vor de WM entschieden hatte, für Ghana zu spielen, hatte im FA-Cup-Finale zwischen Chelsea und Portsmouth (1:0) Michael Ballack mit einem üblen Foul niedergestreckt und den Kapitän der deutschen Nationalelf dabei schwer verletzt. Wegen eines Teilrisses der Syndesmose sowie eines Innenbandrisses musste der 33-Jährige seine WM-Teilnahme absagen.

“Ich denke, es ist nicht richtig, die Emotionen nur auf eine Person zu richten. Das wäre Energieraub, das müssen die Spieler ausblenden. Wir spielen nicht gegen Kevin-Prince Boateng, sondern gegen Ghana”, appellierte Bierhoff am Sonntag auf der Pressekonferenz des DFB und warnte zugleich vor möglichen Rache-Gedanken: “Wir müssen ihn sportlich fair angehen.”

Bierhoff schätzt Ghana als starken und unbequemen Gegner ein, vor dem die deutschen Spieler allerdings keine Angst haben müssen. “Sie sind eine physisch sehr starke Mannschaft mit herausragenden Akteuren in der Offensive. Allerdings lassen sie hinten auch ab und an Chancen zu, was auch gegen Australien zu beobachten war. Das müssen wir nutzen”, so Bierhoff.

Das Spiel gegen die Westafrikaner könnte auch zu einem Bruderduell werden, falls Bundestrainer Joachim Löw erstmals bei der WM Jerome Boateng einsetzen würde. Der 21 Jahre alte Abwehrspieler des Hamburger SV ist der jüngere Halbbruder von Kevin-Prince Boateng.

Ein “Plan B” im Falle eines erstmaligen Ausscheidens einer deutschen Nationalelf in einer WM-Vorrunde existiert laut Bierhoff nicht. Ein “positives Ergebnis” würde der Elf aber einen Schub geben. Zwar glaubt Bierhoff, dass die Mannschaft und die vielen jungen Spieler auch bei einem Scheitern “ihren Weg weiter gehen” werden, doch von einem Weiterkommen könnten die Akteure noch lange “zehren”, so der ehemalige DFB-Kapitän.

Bierhoff warnt vor “angezogener Handbremse”

Von der Kartenproblematik sollen sich die betroffenen deutschen Spieler nicht bremsen lassen. Bastian Schweinsteiger, Mesut Özil, Sami Khedira, Kapitän Philipp Lahm und Cacau gehen mit jeweils einer Verwarnung in die Partie.

Bierhoff warnte jedoch, mit angezogener Handbremse zu spielen. “Es bringt nichts, wenn ein Spieler nachher sagen kann: ‘Super, ich habe keine Gelbe Karte bekommen’ – aber wir fahren nach Hause. Wenn wir ausscheiden, spielt er das nächste Spiel auch nicht.”

(kicker.de)

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17. Juni 2010

Platz im Nelson-Mandela-Bay-Stadion schon gesperrt:

Jogis Jungs droht gegen Serbien Spiel auf „Rübenacker“

Platzsperre für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft! Der dreimalige Weltmeister darf nach einem Verbot des Weltverbandes FIFA sein Abschlusstraining für das zweite WM-Gruppenspiel gegen Serbien am Freitag nicht im Nelson-Mandela-Bay-Stadion in Port Elizabeth absolvieren. Zwischen der FIFA und dem Deutschen Fußball Bund laufen derzeit Gespräche über einen Ausweichplatz.

Der Rasen im Nelson-Mandela-Bay-Stadion ist nach tagelangen Regenfällen offenbar in einem ganz schlechten Zustand und soll bis Freitag geschont werden. Damit droht der zum WM-Auftakt gegen Australien so spielstarken Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw beim richtungweisenden Spiel gegen die Serben ein „Rübenacker“.

Unterdessen ist Nationalspieler Bastian Schweinsteiger nach wie vor angeschlagen, sein Einsatz ist aber nicht gefährdet. „Wir machen uns keine Sorgen. Es geht bergauf mit ihm. Wir gehen fest davon aus, dass er spielen kann“, sagte Assistenzcoach Hansi Flick am Mittwoch im Teamquartier Velmore Grande nahe Pretoria.

Der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler Schweinsteiger fehlte am Mittwochmittag allerdings wegen einer Infektion der oberen Atemwege beim Training im Super-Stadium von Atteridgeville. „Es ist eine reine Vorsichtsmaßnahme. Er soll im Hotel bei einer leichten Fitnesseinheit etwas anschwitzen, damit er am Donnerstag beim Abschlusstraining wieder dabei ist“, sagte Flick.

Gegen die Serben wird deshalb die gleiche Elf auflaufen, die zum WM-Auftakt 4:0 gegen Australien gewonnen hatte. „Es sind keine großen Änderungen vorgesehen“, äußerte Flick, lobte aber noch einmal „die sehr große Leistungsdichte bei uns im Kader. Wir können jeden problemlos einsetzen.“ Angesprochen auf die Probleme in der Vorbereitung fügte er an: „Die Baustellen sind alle geschlossen.“

Wie Bundestrainer Joachim Löw warnte auch dessen Assistent noch einmal ausdrücklich vor den Serben. „Wir sind jetzt genug gelobt worden. Serbien ist ein ganz anderes Kaliber mit Topleuten von Chelsea, ManU oder Inter. Da ist volle Konzentration gefragt“, sagte er. Auch Holger Badstuber sprach von „einer ganz anderen Hausnummer“.

Vor allem in der Defensivarbeit sei es „wichtig, dass wir einige Dinge verbessern. Wir müssen im Gesamtverbund besser stehen und den Gegner mehr unter Druck setzen“, verdeutlichte Flick. Er erwartet, „dass Serbien uns alles abverlangen wird. Die haben die letzte Chance, da müssen wir höllisch aufpassen.“ Die DFB-Auswahl werde den Serben „Selbstvertrauen, Lauffreude und Spaß am Spiel“ entgegensetzen.

Den Gegner charakterisiert Flick als „gestandene Mannschaft. Wir treffen auf eine sehr gute Defensive, ein technisch sehr starkes Mittelfeld und auf schlitzohrige Stürmer.“ Gemeint hat er dabei vor allem den Ex-Berliner Marko Pantelic.

Respekt hat der Vize-Europameister aber auch vor der zweiten serbischen Spitze, dem 2,02 m großen Nikola Zigic vom FC Valencia. Angesichts der Kopfballstärke von Zigic sprach Sami Khedira von einem „Spiel der zweiten Bälle. Für uns heißt das, dass wir die zweiten Bälle gewinnen müssen, um den Gegner nicht ins Spiel kommen zu lassen“.

(www.sportbild.de 16.6.10)

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