11. Oktober 2016

Kein guter Tag für den VfB Stuttgart

Die mit Spannung erwartete Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart 1893 e. V. fand vergangenen Sonntag in der Hanns-Martin-Schleyerhalle statt.
Die erste Frage, die sich mir aufwarf, war die, ob man nicht im Vorfeld einer solchen Veranstaltung, bei der theoretisch 48.000 Mitglieder oder eben auch nur 3.000 Mitglieder anwesend sein können, eine Abfrage durchführen sollte, wer es denn überhaupt vor hat, zu diesem für den Verein wichtigsten Termin des Jahres in die Landeshauptstadt anzureisen.

Für gerade einmal 3.000 Mitglieder, die sich diesen Sitzungsmarathon antun wollten, hätten sich sicherlich auch kleinere und vor allem günstigere Locations finden lassen. In Anbetracht der aufgeheizten Atmosphäre und offen zur Schau getragenen Spaltung in zwei Lager, hätte eine engere Location den positiven Nebeneffekt gehabt, näher zusammenrücken und sich in die Augen blicken zu können oder auch zu müssen.

Für mich war es seit langem mal wieder die erste Mitgliederversammlung beim VfB, da ich erst wieder eingetreten bin, um bei der Abstimmung über eine kürzlich noch im Raum stehende Ausgliederung mitbestimmen zu können.

Ich war 1998 aus dem Verein ausgetreten, als der bei mir ansonsten sehr beliebte Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder Trainer Joachim Löw entließ, um seinen Busenfreund Winfried Schäfer an den Neckar zu holen. Von diesem Schock erholte ich mich zwar wieder und ging auch wieder ins Stadion, nachdem Schäfer entlassen war, aber, Mitglied wurde ich halt erst letztes Jahr wieder.

So fanden „meine“ letzten Mitgliederversammlungen noch im guten alten Kursaal statt, aus denen mir vor allem die Bewirtung dort und durchaus launige, wenn auch hitzige, Versammlungen in bester Erinnerung blieben.

Umso enttäuschter war ich dann, als ich schon im Vorfeld erfahren musste, dass nur alkoholfreies Bier ausgeschenkt werden würde und man nicht einmal selbst Getränke mit in die Halle bringen dürfte.

So blieb mir in der trockenen Luft nichts anderes übrig, als ein 0,5-Liter-Fläschchen Ensinger Sport für sage und schreibe 3,50 € zu erwerben. Ansonsten konnte ich es bis abends „aushalten“ und verschwendete kein weiteres Geld dort für das überteuerte und qualitativ überschaubare Schleyerhallen-Catering.

Derart lange Sitzungen „im Trockenen“ wären unter MV unvorstellbar gewesen. MV war trotz seiner Ministertätigkeit und anderer Funktionärsposten, im Gegensatz zu unserer derzeitigen Vereinsführung, immer ein Mann des Volkes und nahbar und hatte vor allem keine Angst davor, dass Mitglieder, wenn sie ein paar Bier getrunken haben, ihm an den Kragen gehen könnten.

MV stellte sich den Mitgliedern, wenngleich er Gegenargumente auf seine Art erschlagen konnte, weil er hochintelligent und immer bestens vorbereitet war. Dass er Kritiker mundtot machte, bevor sie überhaupt ihre Argumente vorbringen konnten, daran kann ich mich bei ihm nicht erinnern.

Die heutige Führungsriege erinnert da schon eher an eine deutsche Politikerin aus der Uckermark, Basta-Politik, „Wir schaffen das“, alternativlos, egal was für Auffassungen die „Untergebenen“ an der Basis haben.

So stellt für sie die einmal im Jahr stattfindende Mitgliederversammlung auch nicht eine willkommene Gelegenheit dar, ihre Arbeit zu erläutern und sich der Kritik der Basis zu stellen, sondern ist vielmehr ein unangenehmer Pflichttermin, bei dem es darum geht, möglichst ungeschoren davon zu kommen. Dabei wissen sie natürlich, dass jeder Tag endlich ist und die Mitglieder irgendwann mal nach Hause wollen, so dass sogar Zeitspiel ein probates Mittel zu sein scheint, wie bspw., wenn eine auf 15 Minuten angekündigte Pause plötzlich und ohne Begründung über 30 Minuten lang wird. Hat man diesen Tag dann herum gebracht, nicht erfolgte Entlastung in beiden Fällen inklusive, hat man dann wieder ein Jahr lang Ruhe vor dem Fußvolk.

Selbstkritik ist unserem Vorstand und Aufsichtsrat völlig fremd, „Gegner“, die sie auffordern, aus dem Abstiegsjahr Konsequenzen zu ziehen und ihren Hut zu nehmen, werden pauschal dem Ultras-Lager zugeordnet und es wird ihnen unterstellt, den Verein in Schutt und Asche legen zu wollen.
Dies allein ist schon eine Frechheit! Ich selbst bin kein Ultra, wie die meisten der knapp 40% der Anwesenden sicher auch nicht, die den Antrag auf die Abwahl des Aufsichtsrates gerne auf der Tagesordnung gehabt hätten.

Sowohl Stefan Heim in seiner Eigenschaft als Versammlungsleiter, als auch Aufsichtsratschef Martin Schäfer warnten die Mitglieder davor eindringlich und malten das Horrorszenario an die Wand, dass der VfB durch gewisse Abwahlen handlungsunfähig werden könnte. Durch solch undifferenzierte Klassifizierungen wurden die Mitglieder schon früh in der Versammlung in die Guten und die Bösen unterteilt.

Die Vereinsführung unternahm nicht im Ansatz den Versuch, den Verein, die Mitglieder zu einen, im Gegenteil, sie spaltete die Lager noch zusätzlich.

Man wehrt sich vehement gegen Vorwürfe, dass man den Abstieg entscheidend mit zu verantworten hätte, obwohl man zu einem Zeitpunkt, als noch etwas zu kitten gewesen wäre, Dutts One-Man-Show freien Lauf ließ.

Man verteidigt weiterhin die völlig hirnrissige Verpflichtung von Jos Luhukay und man hat bis heute keine schlüssige Erklärung geliefert, weshalb Jan Schindelmeiser so spät kam, obwohl er doch bei Dutts Entlassung schon auf dem Markt gewesen wäre.

Die Entscheidung für Jan Schindelmeiser war zweifelsohne die beste, die die Herren in den letzten Monaten trafen. Bereits nach der Entlassung von Fredi Bobic plädierte ich in einem Blog-Bericht für Jan Schindelmeiser, weil er nach Heldt und Bobic mal wieder ein „Gelernter“ auf dieser wichtigen Position gewesen wäre.

Aber nein, man holte sich mit Robin Dutt, trotz aller Warnungen ausgewiesener Fachleute, den nächsten Azubi mit weitreichenden Vollmachten ausgestattet ins Haus, im Aufsichtsrat damals, wie heute, Porth, Jenner, Schäfer. Das Resultat dieser Fehleinschätzung: der Abstieg!

Die einzige Sequenz auf der Mitgliederversammlung, bei der es einhelligen Applaus beider Lager gab, war jene, als Sport-Vorstand Jan Schindelmeiser und Trainer Hannes Wolf zur aktuellen sportlichen Situation interviewt wurden.

Seit Luhukays Rücktritt (oder Entlassung!?) hat der VfB drei Spiele gewonnen und in Bochum remis gespielt. Ein Aufwärtstrend im sportlichen Bereich ist ohne Zweifel erkennbar. Nach dem 4:0 gegen die SpVgg Greuther Fürth und vor allem der Art und Weise, wie dieser Sieg herausgespielt wurde, schweben der VfB und seine Fans auf einer Euphoriewelle.

Dieses „zarte Pflänzchen“ des Aufschwungs, wie es Stefan Heim nannte, müsse man am Leben erhalten und dürfe den sportlichen Erfolg durch Unruhe im Verein nicht gefährden. Schon bei den Dialogveranstaltungen im Vorfeld der Mitgliederversammlung erklärten Vereinsführung und Wolfgang Dietrich unisono, dass es nichts mehr bringe, Schuldige für den Abstieg zu suchen, sondern man nur noch nach vorne schauen solle, um Ruhe einkehren zu lassen. Interessant dabei, dass Dietrich dann doch kritisierte, dass Robin Dutt kurz vor seiner Entlassung noch drei Kader-Planer einstellen durfte, die teilweise schon wieder ihre Entlassungspapiere in Empfang genommen haben. Diese Narrenfreiheit von Robin Dutt hat sicherlich auch wieder keiner derjenigen zu verantworten, der am Sonntag auf dem Podium saß.

Unruhe in einem Verein ist nie förderlich im Fußball-Geschäft, darüber dürften sich alle Parteien einig sein. Ruhe kann aber auch nicht per Dekret von oben herab verordnet werden, schon gar nicht in einem Verein, der wir noch sind und in dem Emotionen eine nicht unbedeutende Rolle einnehmen. Zur Ruhe kann man per Konsens gelangen und nicht indem man Fan- bzw. Mitgliederlager in „die Guten“ und „die Bösen“ unterteilt und darauf hofft, dass „die Bösen“ einfach mal die Klappe halten und aufhören, zu nerven.

In der im Normalfall einmal im Jahr stattfindenden Mitgliederversammlung haben die Mitglieder, auch die Bösen, ein Anrecht Antworten auf durchaus berechtigte Fragen zu erhalten. Man will ja schließlich wissen, ob die Oberen überhaupt wissen, was denn im Abstiegsjahr schief gelaufen ist, ob sie die richtigen Schlüsse gezogen haben und vor allem, ob sie es das nächste Mal überhaupt anders und besser machen würden.

Hätten die Herren die Verantwortung für den Abstieg übernommen und der Mitgliederversammlung die Entscheidung darüber überlassen, ob sie überhaupt noch die richtigen Leute am Ruder sind, wäre eine Mitgliederversammlung im Sommer und eine nachgeschobene Mitgliederversammlung für die Präsidentenwahl im Oktober auch denkbar gewesen.

So aber baute man offensichtlich darauf, bis zum Tag der Mitgliederversammlung in ruhigeres Fahrwasser im sportlichen Bereich gekommen zu sein und darauf, deswegen um eine Generalabrechnung herumzukommen.

Dass Vorstand und Aufsichtsrat so einfach davon kommen, damit bin ich nicht einverstanden! Dass sich die Fehlentscheidungen der letzten Jahre nicht rückgängig machen lassen und dass man schon drei Jahre lang förmlich um den Abstieg gebettelt hat, ist mir klar. Dieser Abstieg kam nicht überraschend und nicht zufällig, für einen Fan wie mich war er am Ende sogar eher eine Erlösung.

Dies kann aber doch nicht für den Verein der Fall gewesen sein. Für den Verein war der Abstieg eine Katastrophe. Der Super-GAU, das im Grunde Unvorstellbare war eingetreten, die schlechteste Saison seit 41 Jahren und die Verantwortlichen wollen möglichst weiter machen wie bisher?
Bei all den möglichen Konsequenzen eines Abstiegs, der uns vermutlich selbst bei direktem Wiederaufstieg um Jahre zurückgeworfen haben dürfte, wer es schwer zu begreifen, dass von Vereinsseite nicht alles Menschenmögliche getan wurde, um den Abstieg zu versuchen zu verhindern.

Aber nein, man hatte in Robin Dutt ja den Fachmann und in Jürgen Kramny den Super-Doppel-Abstiegs-Trainer, die beiden würden das Kind schon schaukeln. Man beließ nicht nur beide im Amt, nein, sie durften sogar mitten im Abstiegskampf noch ein Trainingslager auf Mallorca ausbaldowern, von dem man, fast schon erwartungsgemäß, im Urlaubsmodus zurückkam.

Man ließ die beiden gewähren und vertraute blind darauf, die nötigen Punkte gegen den Abstieg würden schon noch eingefahren werden.

Es war offensichtlich keiner dieser Herren in der Lage zu erkennen, dass spätestens nach Augsburg klar war, dass man in der bestehenden Konstellation sang- und klanglos absteigen würde.

Aus der damals absenten Sportkompetenz in der Vereinsführung hat man inzwischen Schlüsse gezogen. Hermann Ohlicher wurde am Sonntag in den Aufsichtsrat gewählt, Thomas Hitzlsperger und Marc Kienle hat man von extern geholt. Beide übrigens, wie Luhukay, bevor der neue Sportvorstand gefunden war. Dieser grübelt seither darüber, mit welchen Aufgabengebieten er die beiden betrauen soll.

Diese Fehleinschätzungen gehören, auch nach einigen Monaten Abstand, hinterfragt. Die Mitglieder haben ein Anrecht auf Antworten, zumal sich die Fehleinschätzungen ja auch nach dem Abstieg nahtlos fortsetzten.

Dutt hatte man ohne Plan B in der Tasche zu haben den Stuhl vor die Tür gesetzt. Danach gingen die Wirtschaftsbosse vom Aufsichtsrat, Finanzvorstand Heim und Marketing-Chef Röttgermann auf Trainersuche und wurden schnell beim ausgewiesenen Aufstiegsfachmann Jos Luhukay fündig.

Dass Luhukay eigenbrötlerisch ist und dass er bereits mehrfach wegen Differenzen mit der sportlichen Leitung oder sonstigen Verantwortlichen das Handtuch geworfen hat, scheint diesem Vorstand und Aufsichtsrat, der nun flehentlich um Vertrauen wirbt, entgangen zu sein. Schon durch diese krasse Fehlentscheidung wurde das Ziel des sofortigen Wiederaufstiegs fahrlässig aufs Spiel gesetzt, hat doch der neue Trainer Hannes Wolf weder eine Saisonvorbereitung zur Verfügung noch konnte er Einfluss auf die Kaderzusammenstellung nehmen.

Bei #vfbimdialog entlarvten sich die Herren vom Aufsichtsrat ein paar Tage vor der Mitgliederversammlung dann auch noch selbst, indem sie davon abrieten, den Aufsichtsrat abzuwählen, weil ansonsten ihre Arbeitgeber ihr finanzielles Engagement beim VfB überdenken würden.

Für einen Traditionsverein wie den VfB, der sich glaubhaft von den Investoren-Clubs wie Hoffenheim und Leipzig abgrenzen möchte, wäre es ein fatales Zeichen, an Führungspersönlichkeiten nur deshalb festzuhalten, weil Geldquellen wegbrechen könnten und nicht aus dem Grund, weil sie einen guten Job für den VfB machen.

Liegt ihren Konzernen wirklich so viel am VfB, wie sie stets betonen, würden sie den Verein auch dann nicht ins Bodenlose fallen lassen, wenn ihr Vertreter aus dem Aufsichtsrat gewählt würde oder freiwillig ausscheidet, zumal Verträge einen Ad-Hoc-Ausstieg sicher auch noch verhindern würden.
So sind diese Aussagen zunächst einmal ziemlich haltlose Drohgebärde und zeigen den erhobenen Zeigefinger des Aufsichtsrats, ja nicht „falsch“ abzustimmen.

Diese versuchte Manipulation der Wählerschaft setzte sich durch weitere #vfbimdialog-Veranstaltungen und durch wohlwollend geschriebene Zeitungsartikel fort. Wie man die Schreiberlinge dazu brachte, diese für den Verein so positive Berichterstattung herauszugeben, man weiß es nicht.

Ganz koscher kam mir das alles nicht vor, lassen die Medien doch sonst kaum eine Gelegenheit aus, Unruhe hinein zu bringen. Ob man die Zeitungen aufschlug, #vfbimdialog schaute, vom VfB eine Sonderausgabe „Dunkelrot“ erhielt oder unzählige Mails im Postfach hatte, die Propagandamaschinerie war schon überwältigend, so dass es einzelnen Gruppierungen wie Commando Cannstatt oder Schwabensturm schwer fiel, dagegen zu halten und vor allem genau so viele Leute zu erreichen. Immer und überall wurden die Mitglieder davor gewarnt, den Verein ins Chaos zu stürzen, sollte man nicht den Vorschlägen der Vereinsführung Folge leisten.

Martin Schäfer legte sich dann auf der Versammlung auch noch persönlich mit den Ultras an, deren Banner ihm sauer aufstießen. Auch hier ließ Schäfer sämtliche Souveränität vermissen, indem er pauschal die Aufsichtsratskritiker als solche betitelte, die nichts anderes können würden, als „Verpisst-Euch-Plakate“ zu entwerfen.

Damit ist Schäfer eindeutig übers Ziel hinausgeschossen und hat sich pauschal mit den 40% der anwesenden Mitglieder angelegt, die zumindest gerne über die Abwahl des Aufsichtsrats abgestimmt hätten.

Wären die Herren des Aufsichtsrats und des Vorstands ernsthaft gewillt gewesen, die Mitgliederschaft zu einen, hätte man den Mitgliedern zudem davon abgeraten, nach lediglich sechs von 26 angemeldeten Redebeiträgen für eine Beendigung der Aussprache zu stimmen.

Selbstredend kann man bei derart vielen Wortmeldungen nicht jedem Redner dreißig Minuten zugestehen, so wie sie der erste Redner von der Schwäbischen Alb für sich in Anspruch nahm. Mit einer Zeitbegrenzung auf fünf Minuten, in denen jeder Redner seine wesentlichen Punkte hätte loswerden können, dafür hätte eine souveräne Versammlungsleitung meiner Ansicht nach werben müssen.

So machte man eben mir nichts dir nichts potentielle Kritiker mundtot und entzog sich dieser Aussprache, die DAS zentrale Element einer jährlich stattfindenden Mitgliederversammlung darstellt, feige!

Die vielzitierte Ruhe wird durch das Totschweigen schwelender Konflikte sicherlich nicht einkehren, im Gegenteil. Dass für diesen Antrag überhaupt eine Mehrheit zustande kam, offenbart in extremer Peinlichkeit, weshalb die Mitglieder, vornehmlich jene in den vordersten Reihen, überhaupt gekommen sind, doch dazu später mehr.

Dass die Abstimmung über den Abbruch der Aussprache sich, trotz juristischen Beistands, als formal falsch herausstellte und wiederholt werden musste, spottete zudem jeder Beschreibung und war ein weiterer Hinweis darauf, wie dilettantisch der Verein derzeit geführt wird.

Auch wenn ich gerne alle Redebeiträge gehört hätte, gab es auch bei den wenigen, die man ans Mikro ließ, das eine oder andere Highlight.
Vor allem der beim VfB nicht sehr gelittene Blogger Christian Prechtl stellte Vorstand, Aufsichtsrat und Wolfgang Dietrich knallhart berechtigte, aber eben unangenehme Fragen, deren Beantwortung man gekonnt zu umschiffen wusste.

Auch hier wurde auf Zeit gespielt, viel geschwätzt und nichts gesagt, während Wolfgang Dietrich die Beantwortung der an ihn gerichteten Fragen bei seiner späteren Rede gänzlich „vergaß“.

Auch mich würden seine Verstrickungen und Beteiligungen, die er nach wie vor bei der Quattrex Sports AG hält, interessieren. Es kamen weiter die, natürlich unbeantworteten, Fragen auf, inwiefern er sich in das operative Geschäft bei den Stuttgarter Kickers eingemischt hat, in dessen Folge einige Köpfe, unter anderem der des damaligen Trainers des Jahres, Dirk Schuster, gerollt sind.

Eine Aussprache, bei der sich die Vereinsführung nicht einmal die Mühe macht, Vorwürfe zu entkräften oder Fragen einfach plausibel zu beantworten, ist auch irgendwie sinnlos.

Dies sagt einiges über unseren derzeitigen Führungskreis aus. Kritikunfähig, beleidigt, unangenehmen Fragen aus dem Weg gehend und extrem dünnhäutig geben sich diejenigen, die es „geschafft“ haben, den Verein in seine schwerste Krise seit 41 (!) Jahren zu manövrieren. Ganz großes Kino!

Der Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück, der überraschend die Bühne betrat, sorgte dann für die Comedy-Einlage des Tages.
Er erklärte vorab, dass er direkt vom Porsche-6-Stunden-Lauf käme, durch den Geld für wohltätige Zwecke gesammelt werden würde. Hück machte dabei einen extrem verwirrten Eindruck, so dass man bei seiner „Rede“ lange nicht wusste, worauf er hinaus wollte und schon gar nicht, ob diese letztendlich einen Bezug zum VfB haben würde.

Er referierte, „in Deutschland haben wir Kinderarmut und das ist gut“, sprach die Mitglieder ständig mit „liebe Kolleginnen und Kollegen“ und erweckte auch sonst den Eindruck, dass der Frühschoppen nach seinem Lauf etwas zu heftig ausgefallen war. Am Schluss seiner von heftigen Buh-Rufen begleiteten Rede trat doch noch seine Intension zutage, wegen der er sich zu Wort meldete.

Der Präsidentschafts-Kandidat Dietrich stellte bei seiner Vorstellungs-Tour in Aussicht, für den Nachwuchsbereich eigene Hauptsponsoren zu suchen, um dort unabhängiger von den Ergebnissen der Profis und deren finanziellen Mitteln zu werden. Für den Nachwuchs stellte Hück ein finanzielles Engagement von Porsche in Aussicht. So hatte dieser Auftritt dann doch noch sein Gutes.

Dass von annähernd 49.000 Mitgliedern kaum einmal 3.000 den Weg in die Hanns-Martin-Schleyerhalle fanden, war mehr als enttäuschend. Immerhin standen wichtige Themen zur Diskussion in der ersten Mitgliederversammlung nach dem Abstieg, immerhin sollte zudem ein neuer Präsident gewählt und über wichtige Satzungsänderungen befunden werden.

Dass sich dabei so wenige die Mühe machten, dieser Versammlung beizuwohnen, war ernüchternd. Erschreckend für mich war, dass derart vielen der Verein egal zu sein scheint, wenn es mal nicht nur um Punkte auf dem grünen Rasen geht. Es hätte durchaus eine denkwürdige Versammlung werden können, wenn sich denn mehr Leute aufgerafft hätten.

So gelang es offensichtlich dem Verein mehr Mitglieder des Pro-Lagers zu mobilisieren, als der Kurve die Aufsichtsrat-Kritiker und derer, die Dietrich ablehnen würden. Gerade bei einer spärlich besuchten Versammlung hatte ich mir versprochen, dass es gut möglich gewesen wäre, Dietrich zu verhindern.

Die Stuttgart-21-Problematik war mir in dessen Zusammenhang egal. Dass einer für eine Sache, für die er bezahlt wird, auch einsteht, ist legitim. Dass er Ecken und Kanten hat und sich, vielleicht sogar auch innerhalb der Vereinsführung, durchzusetzen weiß, ist auch zunächst einmal nicht schlecht. MV war mir in dieser Hinsicht immer lieber als ein „weicher“ Präsident wie Bernd Wahler.

Zu den K.O.-Kriterien, die es mir unmöglich machten Dietrich zu wählen, gehörten jedoch seine möglichen Interessenskonflikte wegen der Darlehensvergaben der Quattrex Sports AG an etliche Ligakonkurrenten und dass er dort noch immer Aktienpakete halten soll. Dass die DFL grünes Licht gegeben hat und dessen Beziehungen zu den Vereinen für seine Tätigkeit als VfB-Präsident formaljuristisch als legal angesehen werden, heißt noch lange nicht, dass sich nicht doch Interessenskonflikte ergeben könnten und dies moralisch korrekt ist.

Ein Donald Trump prahlt zum Beispiel damit, dass er in den letzten Jahren kaum Steuern gezahlt habe, weil er schlau genug war sämtliche (legale) Steuerschlupflöcher auszunutzen. Ob er damit moralisch punktet, darüber gibt es wohl keine zwei Meinungen.

Weiter seien die zur Abstimmung gestandenen Satzungsänderungen Bedingung für Dietrichs Bewerbung um das Präsidentenamt gewesen. Da in diese eindeutig Passagen aus dem Aktiengesetz verankert gewesen wären, liegt es auf der Hand zu vermuten, dass der Hardliner Dietrich auserkoren wurde, um die Ausgliederung voranzutreiben und, wie von Stuttgart 21 gewohnt, sich von heftigem Gegenwind nicht beirren lassen soll.

Dies jetzt durch die Hintertür zu versuchen ist auch schon wieder so ein Punkt, an dem man sich fragt, wann man den Verantwortlichen überhaupt wieder Vertrauen wird schenken können. Ich bin nicht generell gegen die Ausgliederung, die wird irgendwann kommen müssen, schon allein weil Profivereine als Wirtschaftsunternehmen wohl nicht mehr ewig nach dem Vereinsrecht geführt werden dürfen. Dann geht es um die Art einer Ausgliederung, um die Gesellschaftsform, ob man Anteile veräußert, etc. Für die Ausgliederung, wie sie sich der Verein vorstellt, nämlich, um Geld von außen zu generieren, braucht es den richtigen Zeitpunkt, der sicherlich nicht in der schwärzesten Stunde des Vereins liegt und es braucht Vertrauen in die handelnden Personen. Beides ist derzeit nicht gegeben, so dass man dieses Thema ganz weit hinten anstellen sollte.

Jetzt kommt noch ein ganz wesentlicher Punkt, weshalb ich in Dietrich nicht den bestmöglichen VfB-Präsidenten sehe. Er scheint vom Aufsichtsrat nicht vorgeschlagen worden zu sein, obwohl er als „Spalter“ gilt, sondern weil.

Wie in der Ausgliederungsproblematik soll er dem Anschein nach auch das Fanlager eher entzweien. Äußerungen zum Fanausschuss, dass man die Fans brauche, jedoch nicht alle, lassen tief blicken und sämtliche Alarmglocken schrillen. Einen Martin Kind II brauchen wir hier im Verein nicht, einen der auf die eigenen Fans los geht und sie bis zum geht nicht mehr sanktioniert und drangsaliert. Wir brauchen einen Präsidenten, der auf die verschiedenen Gruppen zugeht und ein guter Moderator, aber auch teamfähig ist. Ob Dietrich dieser Präsident sein kann, daran habe ich große Zweifel.

Dass der Aufsichtsrat lediglich einen Kandidaten zur Wahl zugelassen hat, den man nach dem Motto „Friss oder stirb“ wählen oder auch nicht wählen kann, ist ebenfalls ein schlechtes Signal und zeugt einmal mehr nicht von einer Kultur des sich miteinander Auseinandersetzens.

Wie zu lesen war, konnte es sich der Aufsichtsrat nach Wahlers Rücktritt vorstellen, einen ehrenamtlichen Präsidenten einzusetzen. Jetzt, bei der Begründung weshalb Dietrich der einzige Kandidat war, wurde mitgeteilt, das sei so, weil er der einzige gewesen sei, der den Job kostenlos verrichtet.

Wir bekommen also einmal mehr DIE Billiglösung und nicht die möglicherweise beste Lösung zur Abstimmung. So schränkt man natürlich den Kandidatenkreis ein, die Zeiten eines MV, der den VfB noch weitestgehend „nebenher“ führte, sind mit der zunehmenden Professionalisierung längst vorbei.

Die Fronten auf der Veranstaltung waren also verhärtet, nicht umzustimmende Dietrich-Gegner und die Dauerklatscher in den vorderen Reihen. Da hat es die Vereinsführung offensichtlich geschafft, genügend ihrer Befürworter zu mobilisieren, um die Abstimmungen in ihrem Sinne ausfallen zu lassen.

Wo die alle her kamen, man weiß es nicht! Im Stadion, zumindest in den Bereichen, in denen ich verkehre, habe ich diese Herrschaften noch nie gesehen. Waren es VfB-Mitarbeiter, der VfB-Freundeskreis, die Garde sowieso, Vertreter der anderen Sportarten? Es war jedenfalls augenscheinlich, dass jeder Pups, der auf dem Podium gelassen wurde, von diesen frenetisch beklatscht wurde, während die „Gegner“ oft von diesen noch übertönt wurden.

Es war eine beklemmende Atmosphäre und so fällt es mir im Grunde auch schwer, innerhalb eines Vereins von Befürwortern und von Gegnern zu sprechen. So aber stellte sich die Lage während der gesamten Veranstaltung dar, in den Schmährufen und Verunglimpfungen standen sich beide Seiten in nichts nach.

Ohne jetzt irgendetwas unterstellen zu wollen, fühlte ich mich durch das Wahlverhalten der „Pro-Seite“ an DDR-Verhältnisse zurückerinnert.
Den vorwiegend älteren Damen und Herren aus den ersten Reihen hätte man nur noch Vorstands- und Aufsichtsrats-Fähnchen in die Hand geben müssen, um dieses Bild abzurunden. Wie auf Kommando gab es stets großen Beifall für das, was von der Gegenseite ausgebuht wurde, während man mit Schmähungen dieser Leute bedacht wurde, wenn man einen Redebeitrag oder bspw. die Fragen eines Herrn Prechtl goutierte.

Dieses groteske Szenario wurde dann noch skurriler, als just nach der Präsidentenwahl mehrere hundert dieser Damen und Herren aus den ersten Reihen offensichtlich ihre Schuldigkeit getan hatten und die Halle verließen. Vielleicht mussten sie zur Lindenstraße daheim sein, offensichtlich war, dass sie lediglich für die Präsidentenwahl herbei gerufen waren und sie die Abstimmungen zu den Satzungsänderungen nicht die Bohne mehr interessierten. Dafür hätten freilich 75% der Stimmen zusammenkommen müssen, so dass es bei der Verteilung der Lager klar war, dass auch mit ihren Stimmen nicht mehr als 60% zusammen gekommen wären.

Passend zu diesen, meinen subjektiven Eindrücken, war dann noch, dass sich der SWR darüber beklagte, dass nur wenige Szenen zur Veröffentlichung freigegeben wurden, vornehmlich einen strahlenden Herrn Dietrich nach seiner Wahl und der Rest der Fernsehbilder der Zensur zum Opfer fiel.

Diese ca. 500 Leute genügten, um das Zünglein an der Waage zu spielen, Vorstand und Aufsichtsrat einen angenehmen Tag zu bescheren und schließlich auch noch deren Präsidenten ins Amt zu hieven. Haben die Ultras zu wenige Leute mobilisiert? Mir kam es so vor, dass relativ wenige anwesend waren. Aber auch Otto-Normal-Bruddler, der das ganze Jahr eine große Klappe hat und mit seiner Anwesenheit etwas bewirken hätte können, hat gefehlt.

Als Demokrat akzeptiere ich natürlich den Wahlausgang und die Beschlüsse, auch wenn ich mich damit nicht so überhaupt nicht anfreunden kann. Wolfgang Dietrich wurde mit 57,2% der abgegebenen Stimmen zum neuen VfB-Präsidenten gewählt, was nur knapp 3,5% der Gesamtmitgliederschaft entspricht. Bei solchen Zahlen werden natürlich Rufe nach einem Briefwahlrecht laut, das schon einmal von der Versammlung abgelehnt wurde. Dieses war nun Bestandteil des Satzungsänderungspaketes, über das man nur in seiner Gesamtheit hat abstimmen können und das abgelehnt wurde.

Ich bin gegen ein Briefwahlrecht bei eingetragenen Vereinen, weil bei „normalen“ Versammlungen die Redebeiträge im Zuge der Aussprache oftmals den Ausschlag zugunsten oder gegen eine Entscheidung geben und man als Verein ja auch wenigstens einmal im Jahr zusammenkommen können sollte.

Eher noch könnte ich mir einen Live-Stream für Mitglieder und die Möglichkeit zur Online-Abstimmung vorstellen, wenn diese unter notarieller Aufsicht durchgeführt werden könnte (Stichwort Vertrauen).

Allerdings verlören dann solche Versammlungen viel von ihrem ursprünglichen Charakter. Auch ich würde mich dann lieber mit Laptop und ein paar Freunden in das verrauchte Hinterzimmer der Kneipe meines Vertrauens verziehen, anstatt im Mief der Schleyerhalle noch einmal einer solch traurigen Veranstaltung wie am Sonntag persönlich beizuwohnen.

Aber, um solche wichtigen Beschlüsse zu fassen, muss man über Passagen in der Satzung getrennt abstimmen können und vor allem sollten sich jene Leute wenigstens einmal her bewegen, denen diese Änderungen wichtig sind.

Für mich war der Tag und die Wahl Dietrichs zum neuen VfB-Präsidenten kein guter Tag für den VfB Stuttgart. Beleidigungen, Pfiffe, Diffamierungen und das ständige Unterbrechen von Rednern der Gegenseite sprechen nicht für eine besonders kultivierte Diskussionsfähigkeit. Großen Anteil daran hat auch hier wieder die Vereinsführung, die es tatsächlich „geschafft“ hat, den Verein in zwei Lager zu spalten, wie ich es beim VfB so noch nie erlebt habe.

Mit dem Spalter Dietrich als Präsidenten, der als Vorbild einer Führungspersönlichkeit ausgerechnet das Gesicht des Abstiegs, Christian Gentner, nennt. Da Gentner in der 2. Liga eine ordentliche Saison bisher spielt und ihm zu Bundesligazeiten gerade jene Führungsfähigkeiten abgesprochen wurden, ist anzunehmen, dass Dietrich sich trotz 42-jähriger Mitgliedschaft erst in den letzten Wochen wieder etwas ausgiebiger mit dem VfB beschäftigt hat.

Ich wünsche ihm ein gutes Händchen bei seinen Entscheidungen und hoffe, dass all meine Befürchtungen nicht eintreten.

Ja, der Verein braucht Ruhe, aber nicht so! Wie diese Gräben, die die Vereinsführung ausgehoben hat, schnell wieder zuzuschütten sein sollen, kann ich mir mit den noch frischen Eindrücken der Mitgliederversammlung noch nicht vorstellen. Bevor das eintritt, gewöhnen sich die Herren von Aufsichtsrat und Vorstand wohl noch eher an Banner, auf denen sie namentlich erwähnt werden.

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17. Mai 2016

Den Abstieg als Chance begreifen!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , – Franky @ 08:36

Seit Samstag, 17.21 Uhr, ist es traurige Gewissheit. Der VfB steigt zum zweiten Mal nach 1975 in die 2. Liga ab. Die Chancen auf den Klassenerhalt waren nach der Heimniederlage gegen Mainz 05 ohnehin fast auf den Nullpunkt gesunken, zudem war es fraglich, ob die Spieler diese Aufgabe mental überhaupt bewältigen könnten, nachdem einige ob des Platzsturms vor Wochenfrist doch sehr eingeschüchtert wirkten.

Wer die Vorstellungen der letzten Wochen verfolgt hatte, für den war ohnehin der Frankfurter Sieg, der auch noch für ein gutes Ende nötig gewesen wäre, um ein Vielfaches wahrscheinlicher, als dass sich unsere Truppe, erneut ohne die Kämpfernaturen Kevin Großkreutz und Serey Dié angetreten, noch einmal aufraffen und eine gewaltige Leistungssteigerung an den Tag legen würde.
Der VfB hatte sich bereits im Vorfeld aufgegeben. Unter der Woche war es den Protagonisten wichtiger, sich für die 2. Liga zu positionieren und dem VfB die Treue zu schwören, anstatt sich zunächst auf diese allerletzte Chance zu fokussieren.

Da wir in Wolfsburg ohnehin unseren letzten Punktgewinn 2006 zu verzeichnen hatten und der letzte Sieg aus dem Jahr 2005 datiert, war es äußerst unwahrscheinlich, dass wir gerade jetzt und mit diesem ehrlosen Haufen den notwendigen Sieg einfahren würden.

So fuhren wir schon mit sehr geringen Hoffnungen und früh morgens mit dem Partyzug los und wollten das Beste aus dem Tag machen. Kramny versprach Kampf bis zum letzten Tropfen, was man dieser trostlosen Truppe ohnehin nicht zutraute, so dass es uns vorbehalten war, im Partyzug bis zum letzten Tropfen Vollgas zu geben.

Wir hatten schon ziemlich früh unser Ziel erreicht und mussten uns nichts vorwerfen lassen, so dass es zwar einmal sehr bedauerlich war, im Block nur alkoholfreies Bier vorzufinden, es aber zu verschmerzen war, zumal wir uns ohnehin bis kurz vor Spielbeginn vor dem Stadion an den Bussen und am Bierstand aufhielten.

Ungewöhnlich viele VfBler fanden sich zu diesem Entscheidungsspiel in Wolfsburg ein, so dass nicht, wie sonst in Wolfsburg, die Plätze auf dem Unterrang genügten, sondern auch der Oberrang darüber komplett in VfB-Hand war.

Kaum hatten wir Platz genommen, nahmen die Wölfe auch schon Fahrt auf und hatten nach wenigen Sekunden die erste Torchance durch Max Kruse. Früh offenbarte sich, dass der VfB aus den vorigen Begegnungen nichts, aber rein gar nichts, gelernt hatte.

Der VfB betrieb Abstiegs-Ballett statt Abstiegskampf und ließ die Wolfsburger fast nach Belieben kombinieren. Folgerichtig fiel das 1:0 bereits in der 11. Minute, Gegentor Nummer 70 und ein Paradebeispiel, wie leicht den Gegnern das Toreschießen in dieser Saison gemacht wird.

Als der VfB nach einer knappen halbe Stunde im gegnerischen Strafraum die Kugel verlor, schalteten die Wölfe blitzschnell um und ließen die VfBler dabei wie Statisten aussehen. Schürrle machte mit dem 2:0 bereits früh den Deckel drauf, so dass auch noch die letzten Hoffnungen auf die Relegation im Keim erstickt waren. Kläglich wie kampf- und emotionslos der VfB sich in sein Schicksal ergab. In diesem jämmerlichen Haufen ist weder Charakter, noch Sportsgeist, noch Ehrgefühl, nicht einmal Scham vorhanden. Der VfB nahm auch in diesem letzten Spiel den Kampf nicht auf, trat nicht als Team auf, war unkonzentriert und offenbarte erneut die gleichen taktischen und individuellen Mängel, die sich wie ein roter Faden durch die letzten Spiele zogen. Es gab wohl in der Bundesligahistorie keinen emotionsloseren Absteiger als diesen VfB. Dieser „Abstiegskrimi“ war dieses Mal den Sportsendern in den Zusammenfassungen nicht einmal mehr eine Konferenz mit dem Parallelspiel Werder-Frankfurt wert, zu kampf- und chancenlos trat der VfB auf.

Eine Schande, dass dieses elendige Team offensichtlich nicht gewillt war, den Schalter noch einmal umzulegen. Kurz nach dem 2:0 hatte ich genug von diesem Dilettantismus der Brustringträger und haute meinen ersten Wut-Post in die Welt hinaus, dass diese Söldnertruppe des Brustrings nicht würdig sei, sie nicht weiter unsere Trikots beflecken, sondern sich endlich verpissen sollen. Ich verließ dann bereits vor der Pause meinen Platz auf dem Oberrang und kehrte auch nicht mehr zu diesem zurück.

Stattdessen verfolgte ich das weitere Geschehen mit einem Auge von unten und sprach mit Dutzenden Bekannten. Das allerletzte Mal Bundesliga wollte ich eigentlich genießen, bei diesen Dilettanten in kurzen Hosen aber, kommt man eher auf den Gedanken, sich eine andere Sportart auszusuchen, so erbärmlich wie sie den Brustring repräsentierten. Während wir darüber philosophierten, was nur aus unserem VfB gemacht wurde, plätscherte die Partie ihrem Ende entgegen.

Da sich bei den meisten der Abstiegsfrust spätestens nach dem Mainz-Spiel entlud, trugen es die meisten mit einer bemerkenswerten Fassung. Die meisten waren gar erleichtert, dass es endlich vorüber ist und dass man die allermeisten dieser kümmerlichen Kicker in der nächsten Saison nicht mehr ertragen muss.

Dieser Abstieg ist folgerichtig, wenn man den stetigen Abwärtstrend der letzten Jahre betrachtet und sich vor Augen führt, wie knapp Huub Stevens zuletzt zwei Mal gerade noch retten konnte. Meiner Verachtung für diese Truppe tat auch das zwischenzeitliche 2:1 durch den zum Gegner abwandernden Didavi keinen Abbruch mehr, der erstmals seit Kuzmanovic wieder einen Freistoß direkt verwandelte. Selbst die Wende hätte uns nichts mehr gebracht, in Bremen stand es zu diesem Zeitpunkt 0:0, am Ende gewann aber Werder, so dass uns allenfalls noch ein Sieg mit sieben Toren Unterschied in die Relegation hätte bringen können.

Was bin ich froh, dass uns diese für mich unnötigen Relegationsspiele erspart bleiben. Ich bin fertig mit diesem widerlichen Haufen und wollte sie ums Verrecken nicht noch einmal ertragen müssen, zumal es gegen den Club nach einer weiteren Demütigung gerochen hätte.

Die Wölfe erzielten dann noch das 3:1 und das Spiel plätscherte seinem finalen Pfiff weiter entgegen, während sich im Block die Wut über den Vorstand und dieses klägliche Team vollends entlud. Schiedsrichter Gräfe gab noch vier Minuten Bundesliga als Zugabe obendrauf, ehe endlich der Stecker gezogen war und der Verein dorthin katapultiert wurde, worauf man jahrelang konsequent hingearbeitet hat, nämlich in die 2. Liga.

Die Situation im Stadion nach dem Schlusspfiff war bizarr. Der Stadionsprecher bedankte sich bei den Zuschauern für die Unterstützung während der Saison und rief zum Run auf die Getränkestände auf, wo es Freibier geben würde, auch im Gästeblock, wie er betonte. Nur, alkoholfreies Bier nehme ich nicht mal geschenkt und von VW gleich gar nicht, wer weiß welche Manipulationen am Zapfhahn vorgenommen wurden.

Bemerkenswert war es, wie der jetzt besiegelte Abstieg von der Fanszene fast schon lethargisch zur Kenntnis genommen wurde. Keine Pöbelszenen, nicht der Ansatz eines Platzsturms und auch keine Pyrotechnik, vermutlich hat sich die zahlreich vertretene Polizei auf wesentlich mehr Arbeit im Falle eines VfB-Abstiegs eingestellt.

Man sollte meinen, der Abstieg ziehe einer Fanszene den Boden unter den Füßen weg, Tränen und Verzweiflung überall, heulende Spieler, fassungslose Offizielle. Nichts von alledem war am Samstag in Wolfsburg zu sehen. Von einigen wenigen verzweifelten jungen Mädchen einmal abgesehen, sah ich kaum jemanden bitterlich weinen. Es war keine Trauer, Wut keimte dagegen auf, Wut darüber, was einige wenige aus dem einst so stolzen VfB gemacht haben und Wut darüber, was für Rumpelfußballer und Charakterschweine sich derzeit schon VfB-Spieler schimpfen dürfen. Ein klein wenig Talent reicht heutzutage schon aus, aus Zivilversagern Millionenverdiener zu machen. Ungerecht ist die Welt!

Ich hatte lang genug Zeit, mir auszumalen, wie sich denn ein Abstieg anfühlen würde. An 1975 habe ich keine Erinnerungen, erst an den Wiederaufstieg 1977, welches meine erste Saison war, in der ich schon regelmäßig im Stadion war. Ich spürte nur Erleichterung, Erleichterung über die Gewissheit, fast schon Vorfreude auf die neue Liga und Erleichterung darüber, dass das Dahinsiechen im Tabellenkeller der Bundesliga ein Ende fand und endlich der Weg für einen radikalen Neuanfang frei ist.

Der Schulterschluss zwischen Mannschaft und Fans gelang in dieser Saison nicht mehr. Irgendwann wird eben auch jede „Zusammenhalten“-Aktion unglaubwürdig, ist jeder Hashtag ausgelutscht, irgendwann steht einzig und allein die „Mannschaft“ in der Pflicht, die Fans mitzunehmen und nicht umgekehrt. Ein jeder Arbeitnehmer wäre mit einer derartigen Berufsauffassung lang seinen Job los, nur für Profifußballer, und dabei speziell bei denen vom VfB, scheinen andere Regeln zu gelten, wenn sie nicht das tun, für das man sie eingestellt hat.

Nach dem Spiel gab es keine Szenen, wie man sie von „normalen“ Absteigern kennt, dass sich Spieler und Fans am Zaun gegenseitig trösten und Mut zusprechen, nein, die „Mannschaft“ hielt auch in dieser bitteren Stunde die Distanz und hatte auch hier nicht den Mumm, sich zu stellen. Zwar erbärmlich, aber auch nicht mehr verwunderlich, wer den Rasen schon mit vollen Hosen betritt, geht dann eben lieber rein zu Mama und weint sich aus, weil einem von den Fans inzwischen blanker Hohn, Hass, Verachtung entgegen schlägt. Aber Jungs, das ist das einzige, was ihr euch wirklich „verdient“ habt.

Kapitän Gentner, den wir, wie wir im Laufe der Woche erfahren mussten, noch zwei Jahre länger am Hals haben werden als ursprünglich befürchtet, hielt die Seinen gar als „Rädelsführer“ zurück. War ja klar, äußerten die Mimosen doch schon öfter ihr Unverständnis darüber, dass die Leute nach desaströsen Vorstellungen aufgebracht sind und ihnen nicht zujubeln.

Schon wegen der großen Kluft zwischen „Mannschaft“ und Fans täte der Verein gut daran, das Team für die neues Saison nahezu komplett auszuwechseln und mit jungen, erfolgshungrigen, aber auch gestandenen 2. Liga-Spielern in die neue Saison zu gehen.

Der Verein muss endlich wegkommen von den Lastminute-Transfers der letzten Jahre. Dutt hatte vor Jahresfrist markige Worte gefunden und seine(n) Vorgänger deutlich abgewatscht, gerade in puncto Scouting und doch hat Dutt es keinen Deut besser gemacht.

Zu einem guten Scouting gehört es eben nicht nur, über die fußballerischen Fähigkeiten eines Spielers zu befinden, sondern auch über seinen Charakter, seine Teamfähigkeit, seine Lernbereitschaft, ob er eher ein bequemer Typ oder leistungsbereit ist und wie sich sein Sozialverhalten darstellt. Diese Tugenden kann man jedoch nicht unter die Lupe nehmen, wenn man Spieler wie Šunjić oder Kravets unter Zeitdruck kurz vor Transferschluss verpflichtet. Last-Minute-Transfers sind die Folge vorheriger Untätigkeit und Panikreaktionen, weil man zuvor seine Arbeit nicht richtig gemacht hat, schon aus diesem Grund, Dutt raus!

Dass fehlender Charakter der meisten bei uns angestellten Häufchen Elend uns die Klasse gekostet hat, offenbarte sich in den letzten Wochen und Monaten schonungslos. Anstatt nach der Erfolgsserie zu Rückrundenbeginn nach Höherem zu streben, lehnt man sich lieber zurück und nimmt den Fuß vom Gaspedal.

Das Saisonziel, das spätestens nach der Demission Zornigers Nichtabstieg hieß, hatte man vermeintlich ja schon Mitte März so gut wie erreicht, also konnte man es sich wieder einmal schön bequem machen. Kramny und Dutt unterstützten dies auch noch, nahmen die Spannung heraus, indem sie bspw. großzügigen Osterurlaub gewährten und reihen sich damit nahtlos in die Riege der VfB-Totengräber ein.

(Glückliche) Punkteteilungen in Ingolstadt und Darmstadt wurden schön geredet, weil der Druck ja stets bei den anderen lag, so Dutt, Heimniederlagen gegen Leverkusen, Dortmund und Bayern als das Normalste auf der Welt abgetan und selbst nach der katastrophalen Vorstellung beim direkten Konkurrenten in Augsburg läuteten noch immer nicht die Alarmglocken. Die Vorstellungen auf dem Rasen wurden immer schlechter, Kampfgeist war keiner vorhanden und doch vertraute man stets darauf, dass im nächsten Spiel schon die Besserung einkehren würde. Nun haben wir die Quittung, wir sind 17. und es sind keine Spiele mehr!

Wenn ein Abstieg je hausgemacht war, dann dieser. Seit Jahren hat man die sportliche Konkurrenzfähigkeit außer Acht gelassen und sich stattdessen an Projekten wie dem Stadionumbau, dem Bau des Leistungsnachwuchszentrums und der geplanten Ausgliederung (die mit dem Abstieg fürs erste vom Tisch sein dürfte) ergötzt.

Dass ich je einmal einen Präsidenten Wahler in der Rangliste unserer schlechtesten Präsidenten vor Gerd E. Mäuser kategorisieren würde, hätte ich nie gedacht. Mäuser war zwar schon die Oberpfeife und hat nichts Vernünftiges auf die Reihe gebracht, aber, durch seine öffentlichen Auftritte als Elefant im Porzellanladen nahm man ihn aber immerhin regelmäßig wahr, während Wahler als „der Unsichtbare“ in die VfB-Annalen eingehen wird.

Wahler sah tatenlos zu, wie der VfB in den letzten Wochen und Monaten seinen komfortablen Vorsprung auf den Relegationsplatz verspielte und vertraute blind darauf, Dutt würde schon das Richtige tun. Er hielt es nicht einmal für nötig, auf den Tisch zu hauen und Sportdirektor und Mannschaft in die Pflicht zu nehmen. Damit handelte er äußerst vereinsschädigend und ist folgerichtig am Tag danach zurückgetreten (worden). Ein Mayer-Vorfelder war seinerzeit noch mit Herzblut dabei und schritt ein, wenn es notwendig war, aber, er hatte auch ein Gespür und war vor allem nah dran an der Mannschaft.
Robin Dutt wiederum wollte sich partout nicht eingestehen, nach Zorniger, auch bei der Ernennung Kramnys zum Cheftrainer danebengelegen zu haben und ließ die Dinge ins Verderben laufen. Dass die „Mannschaft“ tot war und es eines Impulses von außen bedurft hätte, ignorierte Dutt. Spätestens nach dem Offenbarungseid von Augsburg lag Handlungsbedarf vor. Was tat Dutt? Nichts!

Zur allgemeinen Verunsicherung trugen die ständig wechselnden Aufstellungen und nicht nachvollziehbaren Auswechslungen von Trainer Kramny bei, der mehr und mehr einen überforderten und vor allem planlosen Eindruck machte. Dutt hätte Kramny erlösen müssen, um sich nicht vorwerfen zu müssen, nicht alles versucht zu haben, den Super-GAU abzuwenden. Dutt wollte durch das Nicht-Eingestehen einer Fehlentscheidung seinen eigenen Hintern retten und fuhr damit unseren Verein sehenden Auges gegen die Wand. Schon allein das ist vereinsschädigend, seine Äußerungen nach dem Mainz-Spiel, dass seine Saisonplanung die Möglichkeit des „Worst Case“ in Betracht gezogen hätte, schlug dem Fass den Boden aus.

Wenn der SC Freiburg eine solche Philosophie lebt und mit sich und der Welt zufrieden ist, wenn man unter den Top 25 in Deutschland steht, was automatisch auch die Möglichkeit eines Abstiegs vorsieht, ist das die Sache der Südbadener und dort auch so vermittelbar.

Als Bundesliga-Tanker aber, der 39 Jahre am Stück fester Bestandteil des Fußball-Oberhauses war, verbietet es sich von selbst, in diese Richtung zu denken. Der VfB gehört in die Bundesliga, in der Vergangenheit wurde stets noch rechtzeitig die Reißleine gezogen, um diesen Super-Gau zu verhindern. Ein Abstieg hat weitreichende finanzielle Konsequenzen, so dass in den vergangenen Jahren schon reichlich Horrorszenarien gemalt wurden, wie hart uns ein Abstieg treffen würde.

Umso verwunderlicher, oder auch nicht, ist es, dass dieses Mal der Aufsichtsrat nicht eingeschritten ist. Das seit Oktober nur noch dreiköpfige Gremium umfasst zwar Wirtschafts-Granden aus der Region, jedoch seit Hansi Müllers Rücktritt niemanden mit mehr mit auch nur ein bisschen Sportkompetenz. Wie auch Präsident Wahler vertraute der Aufsichtsrat vollständig auf Dutts Kompetenz und das, obwohl vor einem Jahr großspurig angekündigt wurde, eine One-Man-Show werde es beim VfB nicht mehr geben.

Hätte man den Abstieg tatsächlich einkalkuliert gehabt, wie Robin Dutt weismachen möchte, und wäre man von den auf den Weg gebrachten Projekten zu hundert Prozent überzeugt gewesen, hätte man Alexander Zorniger gar nicht entlassen zu brauchen. Schlimmer wäre es mit ihm mit Sicherheit auch nicht gelaufen. Eher im Gegenteil. Bei der Siegesserie zu Beginn der Rückrunde profitierte Kramny noch von Zornigers Arbeit. Für mich ist er nach wie vor kein Schlechter, mit etwas mehr Geschick im Umgang mit der Presse und einem Abrücken von seiner Sturheit, wäre er einer gewesen, der jeden einzelnen Spieler weiterbringen hätte können und mit dem man die Hoffnung hätte verbinden können, sich im weiteren Saisonverlauf noch zu verbessern. Bezeichnend ist doch, dass gerade jene Spieler, die er sich öffentlich zur Brust nahm, wie Niedermeier, Didavi und Werner, zum Saisonende hin überhaupt nichts mehr auf die Kette bekamen und damit ihren maßgeblichen Anteil am Niedergang haben.

Bei Sport im Dritten positionierte sich Dutt einmal mehr klar, dass er um seinen Job kämpfen werde und sieht die Schuld weiterhin in den Strukturen, die er zu seinem Amtsantritt vorgefunden hatte. Seine Ausführungen in allen Ehren, aber, wer den VfB in seine schlimmste Krise seit über 40 Jahren hineinmanövriert hat, muss die Konsequenzen ziehen und seinen Hut nehmen.

Dutt hat im Fußballgeschäft noch überhaupt nichts vorzuweisen, außer vielleicht bei seinen Trainerstationen bei den Stuttgarter Kickers und beim SC Freiburg, so dass ich kein Vertrauen habe, dass Dutt den Karren wieder flott bekommen könnte.

Von allen Seiten werden wir wegen Dutt belächelt. Wo Dutt ist, ist unten, so der gängige Slogan in der Liga, welcher sich auch beim VfB mehr und mehr bewahrheitet. Schon vor seiner Verpflichtung war ich sehr skeptisch, vor allem, weil er bei seiner einzigen Rolle als Sportdirektor (beim DFB) kläglich versagt und schnell wieder den Schreibtisch mit dem Trainingsplatz getauscht hat. Dass man ihn dann noch vor seinem ersten Arbeitstag mit einem 4-Jahresvertrag und einem Vorstandsposten ausgestattet hat, spottet jeder Beschreibung, oder anders, ist eben der VfB. Da Dutt offensichtlich einen Teufel tun wird, selbst das Feld zu räumen, steht auch hier wieder eine Lohnfortzahlung an, die sich gewaschen hat und die uns die nächsten Jahre immer wieder einholen dürfte. Da Dutts Ruf nicht der beste ist, um es charmant auszudrücken, besteht kaum die Hoffnung, dass ihm schon bald ein neuer Verein zum Ruinieren in die Hände gelegt wird. Ich traue es Dutt nicht zu, den VfB (möglichst schnell) wieder dorthin zu bringen, wo wir hingehören, nämlich in die Bundesliga.

Der VfB muss jetzt die Chance zur totalen Neuausrichtung nutzen und darf sich nicht von Dutt mit Phrasen einlullen lassen, dass seine auf den Weg gebrachten Projekte Zeit benötigen und erst später greifen. Wie einst Bobic ist Dutt momentan dabei, den ohnehin schon riesigen Personalapparat mit eigenen Getreuen noch weiter aufzublähen. Schon allein die Tatsache, dass Dutt ernsthaft darüber nachdenkt, die Gesichter des Niedergangs der letzten Jahre in die 2. Liga mitzunehmen, disqualifiziert ihn vollständig. Gentner ist schon „passiert“, aber die Schwaabs, Niedermeiers, Harniks sollen ihren Dilettantismus bitte zukünftig woanders zur Schau tragen, die wollen wir hier nicht mehr sehen.

Bei einem „Weiter so“ würde sich die Leistungskultur im Verein nie zum Besseren wandeln. Im derzeitigen Verantwortungs-Vakuum, ohne Präsidenten, ohne Trainer und mit einem Sportdirektor kurz vor der Entlassung, ist es ohnehin hinterfragenswert, weshalb er überhaupt noch Leute einstellen und Verträge verlängern darf. Stoppt Dutt, kann man da nur sagen!

Warum man den Vertrag mit Kapitän Christian Gentner schnell noch verlängert hat, erschließt sich mir zum Beispiel nicht. Natürlich ist es als gutes Signal zu verstehen, wenn der Kapitän auch im Abstiegsfall an Bord bleibt, aber, Gentner ist eben auch eines der, wenn nicht das Gesicht des schleichenden Untergangs. Seit seiner Rückkehr aus Wolfsburg 2010 spielen wir fast permanent gegen den Abstieg, seit er die Binde 2013 von Serdar Taşçı übernommen hat, wurde es noch schlimmer, was nun im Abstieg gipfelt. Gentner hatte noch ein Jahr Vertrag, daher war es ohnehin klar, dass er uns auch in der 2. Liga erhalten bleiben würde.

Ich hoffe nur, dass man ihm dann wenigstens die Kapitänsbinde wegnimmt. Von Zorniger hatte ich es mir seinerzeit schon erhofft, dass er die Hierarchie aufreißt. Teilweise, durch den Abgang Ulreichs und die Verbannung Niedermeiers auf die Tribüne, hat er das auch getan, Gentner aber hat leider auch bei ihm meistens gespielt.

In Zukunft darf es nur noch nach Leistung gehen und so darf auch der Stammplatz von Gentner nicht in Stein gemeißelt sein. Er mag ein Spieler sein, der gut mitspielen kann, wenn es in der Mannschaft wie von selbst läuft, ein Kampfschwein aber, das als Kapitän vorangeht und mal ordentlich dazwischen grätscht, wird er nie werden. Er steht sinnbildlich für das Behäbige und die Selbstzufriedenheit in dieser Truppe.

Der Abstieg bietet dem VfB die Chance einer Frischzellenkur, mit jungen und frischen Kräften die Liga aufzumischen muss die Devise sein. In der 2. Liga sind andere Tugenden gefragt, als in der Bundesliga, eben jene, die nun auch im Abstiegskampf notwendig gewesen wären. Spucken, kratzen, beißen, kämpferische Tugenden und keine Schönspielerei.

Der VfB steigt aus dem Grund ab, weil er diese Tugenden nicht in petto hatte und diese mit dem vorhandenen Personal wohl auch nicht abrufbar waren. Deshalb wäre es fatal, den Neuaufbau mit den Gesichtern des Niedergangs anzugehen, weil sie polemisch betonen, dass sie gerne helfen würden, den Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen.

Nein, weg mit Ihnen, die Sprechchöre „ihr macht uns lächerlich“, „außer Kevin könnt ihr alle gehen“ und „VfB Stuttgart, das sind WIR“ sind dabei durchaus wörtlich zu nehmen. Die wenigsten der Protagonisten möchte man in der nächsten Saison noch auf dem Wasen sehen, sie hatten lange genug Zeit, sich am Riemen zu reißen und alles für den Verein zu geben.

Bislang sind also Ginczek und Gentner fix für die 2. Liga, wobei Ginczek vermutlich erst ab Oktober/ November ins Geschehen eingreifen kann, sofern ihn nicht nochmal ein Rückschlag ereilt. Großkreutz, Langerak und Serey Dié haben dem Vernehmen nach Bereitschaft signalisiert, dem VfB auch in der 2. Liga erhalten zu bleiben, womit zumindest schon mal ein Gerippe vorhanden wäre. Öffentliche Liebeserklärungen der Genannten sind jedoch erst einmal mit Vorsicht zu genießen, da die Vereinsliebe beim Eintreffen lukrativerer Angebote, und wenn die Zahlen vom VfB auf dem Tisch liegen, auch schnell erloschen sein könnte.

Im Tor würde ich mit Langerak und Uphoff in die Saison gehen und Tytoń abgeben. Nicht weil ich ihn nicht auch für einen ordentlichen Keeper halten würde, sondern weil Langerak, wenn er denn verletzungsfrei bleibt, die klare Nummer eins sein wird und Tytoń als Ersatzkeeper zu teuer wäre.

In der Abwehr würde ich gerade mal Heise, Großkreutz und Baumgartl halten. Bei Insúa bin ich mir nicht ganz sicher. Er ist ein netter Kerl, der sich auch wohl zu fühlen scheint und sich mit dem Verein identifiziert, ist aber eben auch in vielen Situationen zu langsam und war an etlichen Gegentoren nicht ganz unbeteiligt, wie bspw. auch am 1:0 in Wolfsburg. Zudem dürfte er in Anbetracht dessen, was er leistet, für die 2. Liga zu teuer sein.

Aus dem Mittelfeld bleiben uns wohl Lukas Rupp, Serey Dié, Alexandru Maxim und Christian Gentner sowie die Youngster Ristl, Ferati und Wanitzek erhalten, während Kostic den Abflug machen dürfte. Der VfB wird auf Transfereinnahmen angewiesen sein und Kostic ist einer der wenigen dieses stümperhaften Kaders, der überhaupt Geld in die Kassen spült.

Seit der Kicker von Kostic‘ Ausstiegsklausel berichtet hatte, die so gestrickt sein soll, dass diese nur greife, wenn die Saison auf Platz 15 oder schlechter beendet würde, hatte man beim Spieler den Eindruck, er wäre überhaupt nicht gewillt, zu einer besseren Platzierung beizutragen.

Auch wieder so ein merkwürdiges Vertragskonstrukt Marke Dutt, zumal es in der Branche auch eher unüblich ist, dem Spieler zusätzlich zu einer satten Gehaltserhöhung auch eine Ausstiegsklausel in den Vertrag zu schreiben. Normalerweise läuft das eher andersherum, der Spieler erhält eine Gehaltserhöhung und die Ausstiegsklausel wird dafür gestrichen. Wieder ein Fall von „Jaaaaaa, der VfB“.

Bei Alexandru Maxim bin ich mir nicht ganz sicher, ob es sinnvoll wäre, ihn zu behalten. Er stagniert seit Jahren in seiner Entwicklung und wäre einer, der nach einer eventuell guten Europameisterschaft Geld einbringen könnte. Hier kommt es auf den neuen Trainer an, ob er in seinem System einen Spielmacher alter Prägung mit vielen Freiheiten bevorzugt oder doch eher ein Laufwunder, welches Maxim nie werden wird.

Im Sturm bleiben wohl nur Ginczek und Tashchy sicher, während Timo Werner sich auf dem Sprung nach Leipzig befinden soll. Über Werner wundern mich die Meldungen nur noch. Bis vor einem Jahr identifizierte er sich voll und ganz mit dem VfB und man konnte es sich kaum vorstellen, dass er, für welches Geld der Welt auch immer, die Farben wechseln könnte.

Ob sein Berater Karl-Heinz Förster den Wechsel derart forciert oder ob zu viel Porzellan zerschlagen wurde, weil ihn der VfB letzten Sommer wie Sauerbier in England angeboten hat, man weiß es nicht. Ich fände es schade, wenn wieder ein Eigengewächs den Verein verlassen würde, dem man es zumindest zutrauen kann, dass er in Leipzig explodiert, wenn er bessere Mitspieler um sich hat und das System besser auf ihn zugeschnitten wird.

Der Aderlass dürfte also gewaltig werden, was ich jedoch mehr als Chance denn als Risiko ansehe. Auch bei den Youngstern, die jüngst mit den Amateuren in die Regionalliga abgestiegen sind, habe ich meine Zweifel, ob sie die Reife mitbringen, am Projekt Wiederaufstieg tatkräftig mitzuhelfen.

Man hört nichts Gutes von einigen dieser Jungen. Charakterlich schwach, zufrieden, mit dem, was sie „erreicht“ haben und dass sie sich von den erfahrenen Führungsspielern nichts sagen ließen, weil sie vom Gehalt her schon in einer ganz anderen Liga spielten. Stimmt das so, wäre es natürlich ein Armutszeugnis für den VfB und es wäre nicht verwunderlich, dass auch bei den Amateuren nie ein Team auf dem Platz stand.

Für den (hoffentlich) neuen Sportdirektor dürfte es eine Mammutaufgabe werden, den Kader auszudünnen, wie es nötig ist. Verschenken möchte man gebundene Spieler ja auch nicht, wenngleich es eine undankbare Verhandlungsposition ist, wenn das Gegenüber weiß, dass man den Spieler loswerden muss. Im einen oder anderen Fall dürfte auch das nur mit Abfindungszahlungen gelingen, die wir in Stuttgart ja fast schon gewohnt sind, so viel Kaderschrott wie sich in den letzten Jahren hier getummelt hat.

Gelang es, Platz im Kader zu schaffen, muss dieser punktuell verstärkt werden, wobei man eine gesunde Mischung aus gestandenen Spielern und jungen, hungrigen Kräften finden muss, die bereit sind, den Kampf in Liga 2 aufzunehmen und die mit dem VfB etwas erreichen möchten.

Dabei sollte sich der Verein tunlichst nicht von abgehalfterten Altstars wie Kuranyi und Taşçı blenden lassen, die dem VfB im Herbst ihrer Karriere gerne helfen würden. Deren Zeit ist abgelaufen, die von Kuranyi, der in Hoffenheim nun wahrlich keine Bäume ausgerissen hat, sowieso und auch Serdar hat schon lang nicht mehr unter Beweis gestellt, dass er eine Hilfe wäre und wäre sicherlich für den VfB in der 2. Liga auch zu teuer.

Wenn man schon altgediente Kräfte zurück locken möchte, dann bitte welche, die noch voll im Saft stehen und einen Qualitätsschub brächten, wie Mario Gomez oder Sami Khedira, was jedoch (noch) unrealistisch sein dürfte.

Zunächst muss allerdings ein Trainer und hoffentlich auch ein neuer Sportdirektor gefunden werden, bevor man jetzt schon Spieler holt und Mittel bindet, und der neue Trainer dann ganz anderen Handlungsbedarf sieht.

Von den kolportierten Namen ist mir der von Markus Gisdol noch am sympathischsten. Ob er sich auf einen Abstieg einlassen und die finanziellen Verhältnisse akzeptieren würde, wo er doch in Hoffenheim aus dem Vollen schöpfen konnte, steht auf einem anderen Blatt.

Auch über Christian Gross könnte man ernsthaft nachdenken, sofern er das Schmierentheater seines Abgangs inzwischen vergessen und verziehen hat. Die handelnden Personen sind inzwischen zwar komplett andere, mehr Professionalität ist aber leider seither auch nicht eingekehrt.

Ich an des VfB’s Stelle würde ja alte Koryphäen abklappern, die zwar offiziell in Rente sind, die es nach Jahren des Nichtstuns aber womöglich wieder jucken könnte, ins große Business zurückzukehren. In dieser Situation und aufgrund der Inkompetenz im gesamten Verein, wäre Erfahrung Gold wert.

Mir war einst die Lösung Lattek/ Sammer beim BVB sympathisch, wo ein Sammer an der Seite des Altmeisters reifen und wertvolle Erfahrungen mitnehmen konnte.

Warum also nicht mal bei Ottmar Hitzfeld anrufen, den nicht nur seine VfB-Vergangenheit sondern auch die Nähe zu seiner Heimat Lörrach locken könnte. An seiner Seite könnte ich mir einen Sympathieträger wie Andi Hinkel vorstellen, der erste, wenn auch nicht glückliche, Erfahrungen im Trainergeschäft gesammelt hat und dem VfB wie kaum ein anderer verbunden ist und vor allem im Umfeld große Beliebtheit genießt. Der VfB täte gut daran, auf kompetente Sympathieträger in Mannschaft und Umfeld zu setzen, um sich in absehbarer Zeit mit seiner Kundschaft wieder zu versöhnen.

Der VfB muss bereit sein, neue Wege zu gehen und aus Fehlern der Vergangenheit endlich auch mal lernen. Zu den größten Fehlern der jüngeren Vergangenheit zählt, damals unter der Ägide Mäuser/ Bobic, das Vergraulen unserer Jugendabteilung und die daraus resultierende Flucht der Herren Albeck/ Schrof nach Leipzig. Es ist kein Zufall, dass aus dem Unterbau, trotz des wunderschönen Jugendleistungszentrums, seit deren Abgang nichts fruchtbares mehr hochgekommen ist und, im Gegenteil, nach und nach junge Spieler von RB Leipzig abgeworben wurden. In erster Linie Kimmich lässt da grüßen. Bezeichnend, dass jetzt auch noch unser beliebtes Torwart-Trainer-Urgestein Ebbo Trautner, den seinerzeit Bobic degradiert und ihm Andreas Menger vor die Nase gesetzt hat, den VfB auch noch in Richtung RB verlässt.

Dem VfB der Zukunft darf kein Weg zu unkonventionell sein. Man könnte sich durchaus die Blöße geben und sich jetzt, wo Mäuser, Bobic, Labbadia Geschichte sind, zum Ziel setzen, die Herren Schrof und/ oder Albeck zu einer Rückkehr, immerhin in die Heimat, zu bewegen. Vielleicht trifft es die beiden ja auch ins Mark, aus der Ferne zu beobachten, was aus ihrem VfB geworden ist, so dass sie vor der nächsten Vertragsverlängerung genau überlegen könnten, ob sie nicht doch lieber ihrem Herzen folgen sollten.

Als Fan darf man sich auf die 2. Liga freuen, ich tue das zumindest. Früher begann eine Bundesligasaison und alles war möglich. Der VfB war meist ein Kandidat für die UEFA-Cup-Plätze, es gab eine Handvoll Abstiegskandidaten, aber eben auch genauso viele Meisterschaftsanwärter. Heutzutage, wo die Bayern in einer einzigen Championsleague-Saison 100 Millionen Euro einnehmen und kürzlich an einem einzigen Tag 70 Millionen für zwei neue Spieler ausgeben, kann man den Bayern schon jetzt zur fünften Meisterschaft in Folge „gratulieren“.

Der BVB mit seinen ebenfalls üppigen Mitteln wird voraussichtlich wieder nett Paroli bieten können, danach aber hört es schon fast auf.

Schalke mit Gazprom im Rücken, Manager Heidel und immer ausverkauftem Haus dürfte auch weiterhin ein Kandidat für die Championsleague-Plätze sein.

Hoffenheim sollte mit den Hopp-Millionen eigentlich auch im oberen Tabellendrittel platziert sein, ebenso wie Bayer Leverkusen, das Gehälter zahlt, dass einem schwindlig wird.

Wolfsburg wird, trotz Abgas-Skandal, nach dieser verkorksten Saison die nächste Transferoffensive starten und auch „Aufsteiger“ Red Bull hat bereits verkündet, mindestens 50 Millionen Euro in neue Spieler investieren zu wollen und baggert an Spielern herum, von denen wir nicht zu träumen wagen.

Mönchengladbach ist der einzige Verein, der mit ungleichen Waffen kämpft und sich zuletzt oben (dank gutem Scouting und gutem Management) etablieren konnte. Für Gladbach ist jedoch keine Saison ein Selbstläufer, wie man zu Beginn der abgelaufenen Runde gesehen hat. Zudem haben sie auch einen Wettbewerbsnachteil, weil sie nicht die Gehälter der Konkurrenz bezahlen können und daher schlauer als die Anderen sein müssen, was sie in den letzten Jahren bemerkenswert gut hinbekommen.

Bei diesen Summen, die in den Top 6 bewegt werden und bei Gehältern schon jenseits der zehn Millionen Euro pro Jahr, während „wir“ Top-Verdienern zwischen zwei und drei Millionen Euro jährlich bezahlen können, frage ich mich als Fan schon seit einiger Zeit, ob es sich lohnt, diesen Wahnsinn auf Dauer mitzumachen. Beim VfB jammert man herum, 3,4 Millionen Euro Ablöse für den Königstransfer Sunjic in den Sand gesetzt zu haben, während andere ein Vielfaches allein an Handgeldern auf den Tisch des Hauses legen. Realistisch betrachtet und wenn man eben nicht schlauer als die Anderen ist, bleibt in der Liga nur noch Abstiegskampf und eine Einreihung auf die Plätze 8-18. Das bedeutet, selbst hätte man die Klasse ein weiteres Mal irgendwie gehalten, dass uns der nervenzehrende Abstiegskampf auf Sicht erhalten geblieben wäre und die Wahrscheinlichkeit auch deshalb groß gewesen wäre, dass es einen irgendwann einmal erwischt.

Möchte ich einer Liga angehören, in der mehr und mehr Einheitsbrei serviert wird und sich die Stadien fast nur noch in der Farbe unterscheiden? In der nur noch der schnöde Mammon regiert und die Ursprünglichkeit auf der Strecke bleibt? Wo nach Leverkusen, Wolfsburg, Hoffenheim, Ingolstadt sich nun mit Red Bull der nächste Retortenclub breit macht? Wo Emporkömmlinge wie Mainz und Augsburg uns den Rang abgelaufen haben, während Traditionsclubs ums nackte Überleben kämpfen. Wo Spiele gegen Bayern und Dortmund längst ihren sportlichen Reiz verloren haben und einer Demütigung gleich kommen?

Ich habe darauf ehrlich gesagt keinen Bock mehr und reduziere mein Fan-Dasein auch nicht auf sportlichen Erfolg. Die derzeitige Truppe lässt jegliche Identifikation mit Verein und Fans vermissen, so dass mir schon seit einiger Zeit die Stunden, die ich mit Gleichgesinnten am Rande des Fußballs verbringen kann, wichtiger als das Geschehen auf dem Platz sind.

Diesbezüglich ändert sich für mich in der 2. Liga also zunächst einmal überhaupt nichts. Im Gegenteil, es stehen fast durchweg interessante Touren auf dem Programm und, wenn es der Verein schafft in der Kürze der Zeit eine schlagfertige Truppe zusammenzustellen, stehen die Chancen auf ein paar Siege mehr ungleich besser.

Natürlich darf die Zweitklassigkeit nicht zum Dauerzustand werden und natürlich muss der VfB bestrebt sein, möglichst schon nach einem Jahr wieder zurückzukehren. Im ersten Jahr der Zweitklassigkeit sprudeln die Fernsehgelder aufgrund einer Übergangsregelung noch üppiger, auch die Sponsoren bleiben bei der Stange. Daher sind wir zunächst einmal von den finanziellen Möglichkeiten her der FC Bayern der 2. Liga und müssen etwas daraus machen, um nicht Gefahr zu laufen, eines Tages noch weiter nach unten durchgereicht zu werden.

Dafür muss sich der VfB in Rekordzeit runderneuern. Der Aufsichtsrat scheint sich aus Urlaubs- und Zeitgründen und wegen mangelnder sportlicher Kompetenz schwer damit zu tun, einen neuen Sportdirektor zu finden, zumal der Markt der arbeitslosen Sportdirektoren auch nicht gerade üppig ausgestattet zu sein scheint. So ist zu befürchten, dass es mal wieder einer wird, der nicht bei drei auf dem Baum ist. Von Jens Todt und Stefan Kuntz indes halte ich überhaupt nichts, da sie in dieser Position, ähnlich wie Robin Dutt, noch nichts Weltbewegendes vorzuweisen haben und überwiegend auf ihre bisherigen Vereine reduziert werden würden. Karl Allgöwer, der in diesem Zusammenhang auch genannt wurde, sähe ich eher als neuen Präsidenten, als Vereinsrepräsentanten, der, wenn nötig, auf den Tisch haut und stets den Finger in die Wunde legt. Für einen Sportdirektor war er zu lang raus dem Fußballgeschäft. In dieser Position könnte ich mich eher mit einem wie Jens Lehmann anfreunden, der sich selbst jedoch wohl mehr als Trainer sieht.

Auch Horst Heldt ist wieder auf dem Markt und damit automatisch im Gespräch. Bei seiner Personalie bin ich zwiegespalten. Er wäre mir zwar noch lieber als einige der anderen Kandidaten, aber, unter ihm wurden eben auch viele Gelder verbrannt, zudem lag er auf Schalke bei der Trainerwahl auch meist daneben.

Wo auch immer die Reise hingeht und welche Köpfe noch rollen werden, der VfB hat die große Chance für einen radikalen Neubeginn und sollte diese nutzen. Daher gilt es jetzt den Verein zukunftsfähig aufzustellen, alte Zöpfe abzuschneiden und mit Karacho zurückzukommen. Die Zweitklassigkeit bietet nicht nur die Chance, eine erfolgshungrige Mannschaft aufzubauen, auch der aufgeblähte Personalapparat um die Mannschaft herum könnte auf Zweitligaverhältnisse zurückgefahren werden. Uns wird immer eingebläut, wie eng der Gürtel zu schnallen ist, doch, bei sich selbst anzufangen, daran denkt der Verein nicht.

Ich frage mich öfter, womit sich diese „Mannschaft“ diesen Luxus, der ihr geboten wird, verdient hat. Weshalb lässt man diese traurigen Affen von Absteigern nach dem Spiel in Wolfsburg per Charterflug in die Heimat zurückbringen und setzt sie nicht zu uns in den Partyzug, dass sie ein jeder mal kurz her beleidigen kann und sie sich es das nächste Mal (das es selbstredend jetzt nicht mehr geben wird) genau überlegen, ob sie noch einmal so leidenschaftslos auftreten und sich aufgeben wie zuletzt?

Müssen es immer 5-Sterne-Wellnesstempel sein, wo er komplette VfB-Tross absteigt oder ist nicht gerade jetzt in der 2. Liga die Möglichkeit gegeben auch die eigenen Ansprüche herunterzufahren. Wenn ich mich recht entsinne, nächtigte Eintracht Braunschweig beim Pokalspiel im Dezember in einem Hotel der Holiday Inn Express Kette. Ich hoffe es sehr, dass diese Kategorie in der 2. Liga dann auch ihren Ansprüchen genügt und sie ihrem Leben in Saus und Braus im Unterhaus ein Ende setzen.

Warum muss ein Spaß-Trainingslager auf Mallorca her, wenn die Sportschule Ruit vor den Toren Stuttgarts liegt? Die 2. Liga schafft dem VfB die Möglichkeit, kleinere Brötchen zu backen und zurück zu einer Leistungskultur zu kommen. Die Wohlfühloase muss endlich der Vergangenheit angehören, das alte Motto „erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ muss Bestandteil einer Vereinsphilosophie sein, mit der sich Otto Normal-Fan auch identifizieren kann.

Nach erreichtem Klassenerhalt hätte man ja gerne zur Saisonabschlussfahrt nach Mallorca, meinetwegen auch in ein Golf-Ressort, aufbrechen dürfen, aber nicht einmal das wäre noch zustande gekommen, hatten wir es doch mit keiner Mannschaft im eigentlichen Sinne zu tun. Nach dem letzten Spiel und der Landung in Stuttgart sind wohl alle getrennt von dannen gezogen, kein Saisonabschluss mit den (alten) Kollegen mehr, eine Tatsache, die auch Bände spricht, wie es um den Teamgeist bestimmt war.

Die 2. Liga ist auch eine Chance für die Fanszene, neu zu einander zu finden. Es wird zwar nach außen stets Einigkeit demonstriert und durch den Fanausschuss auch dieselbe Sprache nach außen transportiert, bei näherem Hinsehen aber bestehen doch tiefe Gräben.

Wenn schon, wie gegen Mainz und auch in Wolfsburg, eigene „Fans“ aufeinander losgehen, verstehe ich die Welt nicht mehr. Ich hoffe, dass sich im Unterhaus wieder die Spreu vom Weizen trennen wird und jene zuhause bleiben, die mit ihrem Frust rund um den Fußball nicht umgehen können und ein Ventil für ihre eigene Unzufriedenheit suchen.

Angst und bange kann es einem dabei schon jetzt vor den Duellen gegen den KSC werden. Ich komme aus einer Zeit, in der man in den 80ern bis weit in die 90er hinein, sich noch mit VfB-Trikot frei in Karlsruhe bewegen konnte und man keine Probleme bekam, wenn man es nicht auf Ärger abgesehen hatte.

Heutzutage, wo die Fanszenen beider Lager von spätpubertären Gruppen dominiert werden, ist man selbst als Allesfahrer schon fast am überlegen, ob man sich der Gefahr, vor allem im Wildpark, noch aussetzt.

Bereits 2009, beim letzten Aufeinandertreffen in der Bundesliga, gab es vor dem Stadion bürgerkriegsähnliche Zustände, die mit Fußball meiner Auffassung nach nichts zu tun haben. Rivalität und Frotzeleien gehören zum Fußball dazu, wenn jedoch Leib und Leben gefährdet sind, hört der Spaß auf. Leute, die Feuerwerkskörper in die Menge hineinschießen, wie 2009 geschehen, sind kriminelle Straftäter, die aus dem Verkehr gezogen gehören, sowie alle anderen, die auf normale Leute losgehen, nur weil sie einen Schal tragen, der ihnen nicht passt.

Die 2. Liga wird einige hochbrisante Duelle für uns zu bieten haben, sportlich und von den Fanszenen her interessant, aber eben auch, vor allem bei Spielen bei Dunkelheit, nicht ganz ohne. Dennoch freue ich mich riesig drauf und warte nun zunächst einmal gespannt auf die Weichenstellungen in die Zukunft, die Bekanntgabe des Sommertrainingslagers und auf das Erscheinen des Spielplans, damit man endlich wieder planen kann.

Ich wünsche allen eine schöne Sommerpause und eine erfolgreiche Europameisterschaft, für wen auch immer ihr mitfiebert. Da sich beim VfB die Meldungen in den nächsten Wochen (hoffentlich) überschlagen werden, melde ich mich natürlich zwischendurch auch noch zu Wort.

Eine neue Liga ist wie ein neues Leben oder auch WIR spielen in einer anderen Liga. Ich habe den VfB in den letzten Jahren öfter mit dem todkranken Patienten verglichen, bei dem niemand bereit ist, endlich den Stecker zu ziehen.

Nun ist es geschehen, nun ist es, wenn auch traurige, Gewissheit. Der VfB war die längste Zeit erstklassig und hat (endlich) geschafft, worauf jahrelang und ungebremst drauf zu gesteuert wurde. Machen wir das Beste draus, beten wir, dass auch der Verein das Beste draus macht und wir eines Tages tatsächlich resümieren können, dass dieser Abstieg das Beste war, was uns passieren konnte.

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11. Mai 2016

Selbstaufgabe!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , , , , , – Franky @ 08:11

Der VfB ist nach dem Spiel gegen Mainz 05 endgültig am Abgrund angekommen. Es bricht mein Fan-Herz, das seit 1974 für diesen Verein schlägt, wenn man machtlos mit anschauen muss, was aus dem einst so stolzen Verein für Bewegungsspiele von 1893 e. V. gemacht worden ist.

Nach dem desaströsen 1:3 gegen den Karnevalsverein aus Mainz, sind die Chancen auf den Relegationsplatz vor dem letzten Spieltag nur noch theoretischer Natur. Man braucht sich als einer, der es mit dem VfB hält, auch nicht einmal darüber zu ärgern, dass der BVB die Eintracht aus Frankfurt „gewinnen lassen hat“, Darmstadt 98 in Berlin gewinnt und Bremen in Köln ein torloses Remis erreicht.

Wer nach dem Erreichen der 33-Punkte-Marke die Saison für beendet erklärt und innerlich darauf baut, dass vor zwei Jahren ja schon 32 Punkte zum Klassenerhalt genügten und das irgendwie schon wieder hinhauen würde, braucht die Schuld für sein Versagen nicht bei den Anderen zu suchen. Wer wochenlang den Anderen den Druck zuschiebt, weil man ja eine ach so tolle Ausgangssituation hatte, zahlt zum Schluss die Zeche.

Selbst in den Momenten während und nach dem Spiel, als sich das Schicksal abzeichnete, worauf jahrelang hingearbeitet wurde, nämlich der Abstieg, konnte ich nicht mal mehr bittere Tränen weinen. Ich bin in dieser Situation eher sauer denn traurig.

Sauer auf die Totengräber der letzten Jahre, auf die Herren Staudt und Heldt, die im Championsleague-Wahn die Personalkosten exorbitant in die Höhe schraubten und sich offensichtlich auch am Stadionumbau übernommen hatten.

Auf die Herren Hundt, Mäuser, Bobic, Labbadia, die den Kader kaputt sparten und Stück für Stück schwächten, Vereinskoryphäen und junge Hoffnungsträger vergraulten und eine katastrophale Außendarstellung an den Tag legten.

Und aktuell gilt dem wohl noch immer von der Championsleague träumenden Präsidenten Bernd Wahler, dessen einzige Sorge derzeit noch immer die geplante Ausgliederung zu sein scheint und der Robin Dutt einfach machen lässt, anstatt hin und wieder auf den Tisch zu hauen, wenn es angebracht wäre.

Robin Dutt hingegen ist der Meister des Aussitzens. Letztes Jahr ging es gerade nochmal gut, dieses Jahr nicht mehr. Er lässt es seit Monaten einfach laufen und hofft von Spiel zu Spiel auf Besserung, wohingegen seit Wochen jeder Blinde sah, dass diese Mannschaft tot ist und ohne Impuls von außen auch nicht mehr zu retten war. Jürgen Kramny ist die ärmste Sau in der Kette, ihn hätte man einfach nur zu erlösen brauchen.

Bereits am 29.03., als sich die Tabellensituation noch weitaus komfortabler darstellte, sich der Negativtrend aber bereits abzeichnete, warnte ich vor den kommenden Wochen und traute es Robin Dutt damals sogar zu, dass er diesen Trend erkennen und handeln würde: http://www.frankys-stadionpics.de/blog/?p=4005. Leider hatte ich ihn überschätzt.

Dutt hat nicht erkannt, dass Kramny die Mannschaft nicht mehr erreicht und mit der Aufgabe heillos überfordert ist. Oder hat er es erkannt und wollte es sich nicht eingestehen, dass er wie schon bei der Verpflichtung und möglicherweise auch Entlassung von Alexander Zorniger daneben lag.

Kramny war die Billiglösung, es zu versuchen auch legitim, zumal ihm die ersten Wochen ja auch Recht gaben, aber, dieses Experiment auf Kosten des Abstiegs und bis zum bitteren Ende fortzuführen, ist grob fahrlässig und vereinsschädigend.

Noch nach Augsburg, nach Dortmund, selbst nach Bremen, mit der lösbaren Aufgabe gegen Mainz vor der Brust, hätte ein Trainerwechsel Sinn gemacht und mir noch einmal Hoffnung gegeben. Oft sind es ja eine neue Ansprache, die eine oder andere Stellschraube, ein bereits in Vergessenheit geratener Reservist, die Autorität, der Wegfall der Alibis und vieles mehr, das einen Trümmerhaufen von Mannschaft, zumindest vorübergehend, zu neuem Leben erwecken könnte.

Und? Was tat Dutt? NICHTS! Er ließ diese letzte Patrone einfach stecken. Dutt ließ es weiterlaufen, ließ eine hilflose Mannschaft vor sich hin stümpern und lobte Kramny, weil er doch 100 Prozent VfB wäre. Wenn das allein genügt…. Dutt hat mehr oder weniger tatenlos zugesehen, wie der große Tanker (so Bobic) auf Grund lief.

Doch damit nicht genug, die VfB-Welt ist am Boden zerstört, sauer, fassungslos, tieftraurig und fragt sich, ob sich dieser Kollateralschaden jemals reparieren lässt, da setzt Robin Dutt noch einen drauf. „Wir haben uns letztes Jahr für einen Weg entschieden, der auch den Worst Case eines Abstiegs vorgesehen hat. Wenn es nun so kommt, dann werden wir sehr gut vorbereitet sein“. Herr Dutt möchte doch nicht allen Ernstes behaupten, sein „Plan“ sei es gewesen, einen 39 Jahre am Stück Bundesliga spielenden Verein in die 2. Liga zu managen? Das lässt auf Kommunikationsprobleme im Vorstand schließen, denn, Herr Wahler wollte ja eigentlich in die Championsleague.

So aber sind wir aller Wahrscheinlichkeit nach in der kommenden Saison Bestandteil der attraktivsten 2. Liga aller Zeiten. Abgesehen vom spielerischen Niveau und dem sicher ein oder anderen trostlosen Heimspiel, darf man sich auf Leckerbissen in fast jedem Auswärtsspiel freuen. Sandhausen und Heidenheim sind dabei noch so ziemlich das unattraktivste, was diese Liga zu bieten hat, wegen ihrer Nähe jedoch auch schon wieder attraktiv.

Sollte es denn so kommen, gehe ich absolut positiv ran und hoffe darauf, mal wieder etwas öfter jubeln zu dürfen und dass das Neckarstadion wieder zu einer Festung wird.

Seien wir doch ehrlich, die immer weiter auseinandergehende finanzielle Schere in der Bundesliga, in der mehr und mehr mit ungleichen Waffen gekämpft wird, machen die Liga langsam aber sicher gähnend langweilig.

Zehn Heimniederlagen in dieser Saison verlangen auch dem Hartgesottensten alles ab, Spiele gegen die Spitzenteams, zu denen man die Punkte gleich per Post verschicken könnte, haben ihren Reiz verloren und jetzt kommt auch noch Leipzig hinzu, die von Anfang an oben mitspielen möchten und an Neuzugänge denken, die wir uns im Leben nicht leisten könnten.

Daher sehe ich es eher positiv, den Verein konsolidieren zu können, kleinere Brötchen zu backen, das Gehaltsniveau herabzusenken und sich der einen oder anderen personellen Altlast elegant entledigen zu können.

Der Samstag indes begann hervorragend. Früh morgens ging es schon los zur traditionellen Saisonabschlussfahrt auf dem Stuttgarter Partyfloß, wie immer toll organisiert vom OFC Leintal Power 05.
Bei Kaiserwetter hüpften und sangen wir uns mit 190 Gleichgesinnten in Stimmung und waren vorsichtig optimistisch, was das Spiel anging. Mainz war in den letzten Jahren zu ähnlichen Zeitpunkten und als es für sie ebenfalls um nicht mehr viel ging (die Europaleague konnten sie nur noch theoretisch verspielen), ein dankbarer Gegner.

Frühlingsfest, ausverkauftes Haus und eine trotzige Stimmung, hat doch fast jeder, der der Fanszene eng verbunden ist, vor dem Spiel noch einmal mobil gemacht und dazu aufgerufen, bei diesem Spiel alles rauszuhauen und die Mannschaft bedingungslos zu unterstützen.

Alle in weiß war das Motto, ein tolles Bild im weiten Rund und (zunächst) ein Lautstärkepegel, der in der Liga seinesgleichen sucht. Von der Fanseite her war alles angerichtet für einen tollen Fußballnachmittag.

Dumm nur, dass die „Mannschaft“ nicht mitspielte! Sie ist dem sich mehr und mehr zuspitzenden Abstiegs- und Existenzkampf von Spiel zu Spiel nervlich weniger gewachsen. Auch in diesem Punkt rächt es sich, dass es einfach so laufen gelassen wurde. Es ist kein Führungsspieler da, der die Jungs mitreißt, keiner der sie aufrichtet und ein Trainer, dessen ständige Wechsel von Planlosigkeit und wenig Vertrauen in sein Personal zeugen.

Kramny krempelte die Mannschaft im Gegensatz zum 2:6 letzten Montag in Bremen auf gleich sechs Positionen um. Außer einer komplett neuen Viererkette durfte auch Mitch Langerak endlich sein Bundesligadebüt im Trikot mit dem Brustring „feiern“.

Dass es Kramny nicht schaffte, auf Mallorca, die Sinne zu schärfen, einen Teamspirit zu entwickeln und vor allem eine Formation zu finden, die es in den restlichen drei Spielen richten soll und dem Druck auch gewachsen ist, zeugt von der Sinnlosigkeit dieser „Auszeit“.

Dieses Trainingslager war also für die Katz, so dass man meinen kann, dieses habe den Charakter einer Saisonabschlussfahrt gehabt und Spaß und Erholung wären im Vordergrund gestanden.

Schlimmer noch, der Spannungsabfall seit der Rückkehr mutet fatal an. Bremen war eine Frechheit, von der ersten Minute an und Mainz, na ja.

Zwei eigentliche Führungsspieler, Christian Gentner und Kevin Großkreutz, kehrten zwar zurück, waren aufgrund ihrer Verletzungen jedoch noch nicht bei 100 Prozent, so dass auch sie es nicht schafften, mit Leistung voran zu gehen und spielerisch Zeichen zu setzen.

Das Spiel begann zwar wie gemalt für den VfB, in der 6. Minute brachte Gentner unsere Farben in Führung. Es hätte der Brustlöser sein können, nein, müssen, spürte man doch bei der Mannschaft und auch bei den Fans die pure Erleichterung und eine zarte Hoffnung auf DIE Trendwende.

Doch, wenn eine stark verunsicherte Mannschaft dann plötzlich meint, das Ergebnis verwalten zu wollen und den Betrieb nach vorne nahezu einstellt, braucht man sich nicht zu wundern, wenn der Schuss nach hinten losgeht.

Da der VfB ohne Stürmer spielte und ein Didavi an vorderster Front einmal mehr darauf konzentriert war, sich nicht zu verletzen, als dass er noch einmal alles für den VfB gegeben hätte, konnten vorne keine Bälle festgemacht und dadurch auch keine Gefahr erzeugt werden. Einzig in der 36. Minute wurde es noch einmal gefährlich, als ein Mainzer den Ball von Rupp von der Linie kratzte.

Das hätte die Vorentscheidung sein können, aber, das notwendige Quäntchen Glück haben wir offensichtlich in den letzten Jahren aufgebraucht. Bezeichnend, dass im direkten Gegenzug der Ausgleich fiel, als der Rückkehrer Kevin Großkreutz eine Hereingabe zuließ und Malli sich in der Mitte Freiheiten erfreute, die wohl in der Bundesliga einmalig sind. Es war Gegentor Nummer 70, was einmal mehr offenbarte, wo der Schuh drückt und wo die Versäumnisse des Robin Dutt liegen. Man kann über Antonio Rüdiger sagen, was man möchte, aber, der stand in der Schlussphase der letzten Saison seinen Mann und steckt die Schwaabs, Šunjić‘, Niedermeiers, Barbas und Baumgartls locker in die Tasche.

Nach dem Ausgleich, der im Fußball von Grund auf noch keinen Beinbruch darstellt und reparabel gewesen wäre, brachen beim VfB abermals alle Dämme. Die Knie wurden wackelig, der Kopf spielte nicht mehr mit, die Mannschaft agierte kopflos und bettelte um weitere Gegentore.

Nach dem 1:2 und schließlich dem 1:3 und wohl auch nachdem die Ergebnisse auf den anderen Plätzen durchgesickert waren, hatte es etwas von Selbstaufgabe. Robin Dutts Kopfwäsche, die er nach dem Zerfall der Mannschaft in Bremen angekündigt hatte, verpuffte, sofern er sie denn durchgeführt hat. Denn, analog zu Bremen ergab man sich wehrlos in sein Schicksal, kein Aufbäumen, keine Gegenwehr, ohne unseren Besten, Mitch Langerak, können wir das Ding gut und gern auch 1:6 oder 1:7 verlieren.

Wenn nicht noch ein Wunder geschieht und wir in Wolfsburg gewinnen, sowie Frankfurt in Bremen, war diese 39. Bundesligasaison am Stück die vorerst letzte.

Noch unwahrscheinlicher als ein Frankfurter Sieg in Bremen, die Hessen haben mit zuletzt drei Siegen in Folge immerhin einen Lauf, erscheint, dass der VfB etwas Zählbares aus Wolfsburg mitnimmt. Nicht nur die Statistik spricht gegen den VfB, nein, in der derzeitigen Verfassung würde das Team wohl auch gegen den Stadtrivalen von den Golan-Höhen verlieren, so dass ein Erfolgserlebnis bei den Wölfen, die sich mit ihrem Publikum für eine verkorkste Saison versöhnen möchten, nahezu ausgeschlossen erscheint.

Dass beim VfB selbst keiner mehr ernsthaft an ein Wunder glaubt, zeigt sich darin, dass hinter den Kulissen wohl schon eifrig die Köpfe zusammengesteckt werden, mit welcher Führungsmannschaft und welchen Spielern man das Abenteuer 2. Liga denn angehen solle. Dabei liegt der Fokus scheinbar weniger darin, wie der Super-GAU vielleicht doch noch abgewendet werden könnte, nein, jeder meint sich positionieren zu müssen und schreit „hier“, wer die Wohlfühloase auch nach dem Abstieg nicht verlassen möchte.

Christian Gentner und Daniel Ginczek haben ihre Verträge bereits vorzeitig verlängert. Sicherlich ist es ein gutes Zeichen, wenn der Kapitän an Bord bleibt und damit auch signalisiert, dass selbst bei einem Abstieg nicht alles auseinanderbrechen würde. Jetzt hat der fast 31-jährige Gentner also noch drei Jahre Vertrag, was schwer nach Rentenvertrag riecht.

Interessant zu Gentner waren die Aussagen von Hansi Müller bei Sport im Dritten. Müller, der Einblicke in das Innenleben des Vereins hat und nicht mehr in Amt und Würden steht und deshalb auch kein Blatt mehr vor den Mund nehmen muss, kritisierte Gentner, dass er eben nicht DIE Führungspersönlichkeit ist, die man sich in schwierigen Situationen wünschen würde.

Für mich ist Gentner DAS Gesicht des sportlichen Niedergangs und ein Bremser in der Mannschaft. So lang er vermeintlich eine Stammplatzgarantie besitzt und, wie Kramny kürzlich sagte, selbst entscheide, ob er spiele, wird es schwierig bis unmöglich weg von der Wohlfühloase und hin zu einer Leistungsgesellschaft zu gelangen.

Als Identifikationsfigur darf er ja gerne bleiben, hätte ohnehin noch einen Kontrakt bis 2017 gehabt, aber, die Kapitänsbinde MUSS ihm der nächste Trainer aber abnehmen. Ich hoffe schwer, sein Wort im Verein hat nicht dieses Gewicht, dass er Dutt auch noch die Vertragsverlängerungen weiterer Gesichter des Niedergangs schmackhaft macht, dann nämlich dürfte es eher noch weiter nach unten gehen.
Sehr positiv hingegen sehe ich die Vertragsverlängerung von Daniel Ginczek, der sich darüber hinaus dem Vernehmen nach eine Ausstiegsklausel streichen ließ und damit ein klares Bekenntnis für den VfB abgibt. Typen wie ihn wünscht man sich noch einige mehr in der Mannschaft. Geerdet, bodenständig, Familienvater, sympathisch und eben kein Spinner. Hoffentlich legt er die Seuche endlich ab und kann im Spätherbst wieder beschwerdefrei für uns auf Torejagd gehen.

Auch in der obersten Vereinsebene kündigt sich ein Beben an, wie mehrere Blätter in Berufung auf Aufsichtsratskreise berichten. Demnach sollen Wahler und Dutt im Falle des Abstiegs vor der Ablösung stehen. Ich denke, uns stehen spannende Wochen bevor.

Dutt gibt sich indes kämpferisch, so ist zu hören, er verzichte für eine Weiterbeschäftigung auf die Hälfte seines Gehaltes und dass er gerne bleiben würde, da er in der Region zu Hause ist. Dutt hat sicherlich einige Projekte auf den Weg gebracht, deren Früchte wir später ernten werden, wenn sie denn fruchten, aber, er lag eben bei vielen Transfers total daneben und hat zuletzt, als es dringend nötig gewesen wäre, nicht eingegriffen.

Auch die Stimmung unter den Fans hatte am Samstag etwas von Selbstaufgabe. Obwohl es erst der 33. Spieltag war und die theoretische Chance noch gegeben ist, war’s das für viele. Den Platzsturm hätte es meiner Meinung nach zu diesem Zeitpunkt (noch) nicht gebraucht und lässt den Schluss zu, dass es wohl besser ist, auswärts endgültig abzusteigen.

In Wolfsburg werden sich viele kurz nach dem Spiel zu Zug und Bus begeben müssen und nicht noch auf die „Mannschaft“ warten können. Dieser Platzsturm war in meinen Augen dumm, wobei ich die Besonnenheit unserer Ultras-Gruppierungen loben muss, die offensichtlich ihre Leute zurückgehalten haben.

So waren auf dem Feld hauptsächlich sensationslüsterne Selfie-Knipser und wütende „Normalos“, die ein Ventil für ihren Frust suchten. Es kam vereinzelt zu Schubsereien, Schlimmeres ist zum Glück nicht vorgefallen. Es ist ja nicht so, dass ich nicht auch der Meinung wäre, dass es an der Zeit ist, der Mannschaft die Meinung zu geigen, aber, erstens brauchen wir sie noch für dieses letzte entscheidende Spiel und zweitens dürfte dem VfB eine empfindliche Strafe drohen, bin hin zu einem Teilausschluss von Zuschauern, sollte die DFL Ermittlungen aufnehmen.

Dieses Platzstürmchen jetzt jedoch mit den Vorkommnissen der Kölner beim Abstieg gegen die Bayern oder in Mönchengladbach und anderen weitaus dramatischeren Ereignissen in Zusammenhang zu bringen, ist in meinen Augen überzogen und lächerlich. Die Security hatte alles im Griff, die Polizei musste nicht eingreifen, also, halb so wild.

Die Rolle des Sicherheitsdienstes ist hier trotzdem zu hinterfragen. Wohl wurde mit einem Sturm gerechnet, weshalb die Tore zum Innenraum vorab schon geöffnet wurden und Leute, die aufs Spielfeld wollten, nicht daran gehindert wurden.

Selbst Rollstuhlfahrer habe ich vor dem Kabineneingang gesehen. Das alles mutete schon seltsam an, wenn ich mir die Leute, die auf dem Rasen standen so angeschaut habe, glaube ich nicht, dass es zu einer gewaltsamen Stürmung gekommen wäre, hätte man die Tore einfach geschlossen gehalten.

Nun hoffe ich einfach, dass die DFL aus dieser Mücke keinen Elefanten macht und der VfB keine Konsequenzen zu tragen hat. Und natürlich darauf, dass die Spieler nicht zu sehr eingeschüchtert wurden und in Wolfsburg schon von Beginn an mit wackeligen Knie auf dem Platz stehen.

Bei aller Selbstaufgabe, noch sind drei Punkte zu gewinnen, noch sind wir nicht sicher abgestiegen. Für Wolfsburg gilt es seitens der Mannschaft noch einmal alles zu mobilisieren. Vielleicht hilft es ja dabei, dass der eine oder andere jetzt schon weiß, dass man auch in der 2. Liga auf ihn setzen würde, und die Mannschaft daher gieriger auftritt als zuletzt. Wenn nicht, geht die Welt auch nicht unter, alles hat seine zwei Seiten, ich sehe auch dann positiv in die Zukunft.

Lasst uns jedenfalls dieses vermeintlich letzte Bundesliga-Spiel für einige Zeit genießen. Alle in Rot nach Wolfsburg. Freue mich auf den Partyzug und einen abartig langen Tag. Bin auf alles vorbereitet, in diesem Sinne, prost und ahoi!

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3. Mai 2015

Hoffnung vs. Resignation

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , , , – Franky @ 19:30

Am Tag eins nach der neuerlichen vergebenen Chance des Befreiungsschlags sitzt der Stachel noch tief, bin noch total geplättet und das nicht nur wegen der anstrengenden und vor allem heimwärts nicht enden wollenden Busfahrt.
Was ein Spiel, erst das Luftloch Niedermeiers, der Huntelaar sein erstes Tor noch knapp 1200 Minuten Flaute ermöglichte. Zu diesem Zeitpunkt rechnete ich schon mit einer Klatsche, wenn man einen taumelnden Gegner derart aufbaut. Dann kommt man zurück, feiner Pass von Ginczek in den Lauf von Martin Harnik und der mit einem gefühlvollen Lupfer über Fährmann hinweg zum bis dahin überraschenden Ausgleich. Nach der Pause dann gar die Führung, dieses Mal Kostic nach Ginczek-Pass, um das Spiel dann in den letzten 12 Minuten doch noch her zu schenken. Dieses Mal eine ganze Fehlerkette, Schwaab lässt Aogo flanken, Niedermeiers Kopfball-Abwehr geriet zu kurz und auch Ulle war einmal mehr nicht Herr seines Fünfmeterraums, so dass der völlig freistehende Huntelaar einschieben konnte. Zwei Minuten vor Schluss dann der so schmerzliche Knockout. Wieder entwischt Aogo Schwaab, Kevin-Prince Boateng, der in der laufenden Saison noch keinen Blumentopf traf, kam zum Schuss, Klein fälschte unglücklich ab und fertig war die sechzehnte (!) Saisonniederlage.
Durch die Ergebnisse der Konkurrenz mutet die Situation inzwischen dramatisch, wenn auch noch nicht völlig aussichtslos, an. Natürlich haben wir das vermeintlich leichteste Restprogramm aller Konkurrenten, natürlich sind theoretisch noch neun Punkte machbar, die mindestens für Platz 16 reichen sollten. Zusätzliche Brisanz erfährt dieser Abstiegskampf 2015 darin, dass es, im Gegensatz zur Vorsaison als die drei Schlusslichter allesamt ihre letzten fünf Partien verloren hatten, noch etliche direkte Duelle gibt, so dass sich fast jeder noch aus eigener Kraft retten kann. Wir, die auf dem letzten Platz festsitzen, können das freilich nicht mehr.
Die direkten Duelle werden den Abstiegskampf vermutlich entscheiden, irgendwann kommen dann auch Ergebnisse der Abstiegskandidaten gegen Mannschaften, für die es um nichts mehr geht, zustande, die es unter normalen Umständen nicht gäbe. So hat für mich der SC Freiburg gegen die Bayern noch nicht verloren, wenn sie nach dem Duell mit dem FC Barcelona mit einer B-Mannschaft antreten sollten. Letztendlich hilft nur hoffen, bangen, beten, um dem Abstieg noch zu entrinnen.

Was macht denn überhaupt noch Hoffnung?

- Es sind noch neun Punkte zu vergeben.

- Unsere Offensive setzt Glanzlichter, was Maxim, Kostic, Harnik und Ginczek zeitweise auf den Platz zaubern, ist nicht 2. Liga, im Gegenteil, das sieht schon nach gehobenem Bundesliganiveau aus.

- Wir haben jetzt zwei Heimspiele in Folge vor der Brust und damit immer noch die Gelegenheit uns in einen Lauf zu spielen.

- Die Fans, die bis zum letzten Atemzug zusammenstehen und ihr letztes Hemd für den Klassenverbleib geben würden.

- das schwere Programm des SC Paderborn und des SC Freiburg und die Tatsache, dass die Freiburger ihrerseits das Siegen ebenfalls verlernt zu haben scheinen. Auf der anderen Seite sind es eben auch zum Relegationsplatz, auf dem der SC Freiburg derzeit steht, quasi vier Punkte Rückstand, wenn man das Torverhältnis betrachtet. Hannover 96, mit dem Achtungserfolg des Punktgewinns beim VfL Wolfsburg im Gepäck, ist in der Rückrunde noch immer sieglos, sollten sie das bis zum Schluss bleiben, stünde ein sicherer Absteiger bereits fest.

- Dann wären da noch Phrasen wie „Totgesagte leben länger“, „Abgestiegen ist man erst, wenn rein rechnerisch nichts mehr geht“, „die Messe ist erst gelesen, wenn der letzte Pfiff ertönt“ und viele andere mehr.

Was gäbe Anlass zur Resignation?

- Die Statistik, der VfB spielt seine schlechteste Saison der Vereinshistorie, selbst im Abstiegsjahr 1974/1975 hatte man einen besseren Punkteschnitt. Seit Herbst 2013 hat der VfB keine zwei Siege in Folge mehr eingefahren. Diese Statistik kann kein Zufall sein sondern ist Zeugnis mangelnder Konstanz. Diese Serie MUSS jedoch gebrochen werden, möchte man in die Dramaturgie des Abstiegskampfes noch als einer der Hauptdarsteller eingreifen. Des Weiteren steht noch im Saisonzwischenzeugnis, dass wir von den 31 bisherigen Spielen gerade einmal sechs siegreich gestalten konnten, drei zu Hause, drei auswärts. Da fragt man sich dann schon, ob die Erwartung an drei Siege aus drei Spielen nicht zu hoch gegriffen ist.

- Die Abwehr! Fast zwei Gegentore im Schnitt pro Spiel, d. h. wir müssen schon mindestens drei Tore schießen, um ein Spiel gewinnen zu können. Anders als noch in der letzten Saison hat es Huub Stevens dieses Mal nicht geschafft, die Abwehr so zu stabilisieren, dass sie auch einmal ein 1:0 über die Zeit retten kann. Symptomatisch gestern wieder, als die komplette Viererkette, einschließlich Torwart, den Gegner zum Tore schießen einlud. Ob Schwaab, Baumgartl, Niedermeier oder Rüdiger, ob erfahren oder Greenhorn, unerklärliche Stockfehler, fehlende Übersicht, fehlende Frische im Kopf Situationen zu antizipieren, so dass es immer wieder vorkommt, dass des Gegners Torjäger „aus den Augen verloren“ wird und dieser dann leichtes Spiel hat. Da dieses Problem schon länger besteht und man es schon im Sommer versäumt hat, einen „Turm in der Schlacht“ zu verpflichten an dessen Seite ein Antonio Rüdiger oder Timo Baumgartl reifen und auf den sie sich verlassen könnten, gibt es wenig Anlass zur Hoffnung, dass sich hier in den verbleibenden Spielen eine bisher nicht gekannte Stabilität einstellt.

- Kein Führungspersonal. Möchtegern-Führungsspieler wie Sven Ulreich, Georg Niedermeier und Christian Gentner haben nicht die Körpersprache und überzeugen erst recht nicht durch Leistung, um von den Anderen als „Chefs“ anerkannt zu werden. Führungsstärke zeigt eigentlich nur Serey Die, der mit Einsatz vorangeht, leider aber nicht alle Löcher stopfen kann, die sich so auftun.

- Wie bei den Hoffnungsschimmern ist auch hier das Restprogramm (der Konkurrenz) zu nennen. Direkte Duelle sorgen eben nicht nur dafür, dass sich die Konkurrenten die Punkte gegenseitig wegnehmen, sondern auch dafür, dass immer jemand der Konkurrenz punktet.

- In den letzten zwei Wochen haben wir drei Spiele leichtfertig her geschenkt, von neun möglichen Punkten gerade einmal einen geholt. Dann ist es klar, dass die Mitabstiegs-Kandidaten irgendwann selbst punkten und davon ziehen, wenn man selbst auf der Stelle tritt. Warum sollte sich das jetzt noch ändern? Es sieht einfach so aus, dass wir in Summe das schlechteste Team der Bundesliga haben und folgerichtig auf dem letzten Platz stehen. Augsburg hat in den letzten zwölf Spielen gerade einmal zwei Siege eingefahren, gegen Wolfsburg und gegen uns. Freiburg hat nunmehr fünf Spiele in Folge nicht gewinnen können, gegen uns schaffen sie es aber, nachdem sie bereits mausetot waren, aus einem 0:2 noch ein 2:2 zu machen. Schalke, zuletzt sechsmal sieglos, schafft gegen uns die Wende. In der gesamten Saison schafften die Königsblauen es lediglich gegen Paderborn ein Spiel nach Rückstand zu drehen, auch das gelingt gegen uns scheinbar mühelos. Und, großes Thema bei Königsblau, die „Lebensversicherung“ und Fast-VfBler (ich erinnere mich noch gut an Leogang, als wir nur noch auf Vollzug von Shopping-Hotte warteten…) Klaas-Jan Huntelaar, knapp 2000 Minuten ohne Tor, wird von Georg Niedermeier geradezu eingeladen, diesen Negativlauf zu beenden, Selbstvertrauen zu schöpfen, welches ihm wohl erst sein 2:2 und damit den Anfang unseres Endes ermöglichte. Wer derart Aufbauhilfe betreibt, fragt man sich, wie sich das Team dann erst gegen Gegner präsentieren soll, die frei von der Leber weg spielen können wie Mainz 05 und möglicherweise auch schon der HSV, bis wir auf ihn treffen, oder gegen ein Team, das nichts zu verlieren hat, jedoch um jeden Zentimeter kämpfen wird wie der SC Paderborn. Für mich ist keines der drei Spiele ein Selbstläufer und wenn doch, irgendeiner wird sich schon finden in dieser Truppe, der den Gegner zurück ins Spiel bringt.

- Es ist auffällig, dass der Mannschaft nach 70 Minuten sprichwörtlich die Luft ausgeht. Ob diese Tatsache auf konditionelle Schwächen zurückzuführen ist, was mir im Zusammenhang mit einer Profimannschaft schwer begreiflich wäre, oder die Mannschaft nicht in der Lage ist, die Konzentration über 90 Minuten auf hohem Level zu halten, sei dahingestellt. Auffällig auch, dass es zuletzt stets den Bach runter ging, nachdem Maxim und Kostic ausgewechselt wurden. Der Leistungsabfall ist dann schon frappierend, so dass es durchaus eine Überlegung wert wäre, auf diese Auswechslungen gegen Mainz gänzlich zu verzichten. Maxim und Kostic nehmen sich doch ohnehin während des Spiels ihre Kunstpausen, sind aber in der Schlussphase eines Spiels eher in der Lage für Entlastung zu sorgen, als es zuletzt Daniel Didavi und Timo Werner taten.
Bei nüchternem Gegenüberstellen der Fürs und Widers findet sich wahrlich nicht viel, an das man sich nach diesem beschissenen Wochenende noch klammern könnte. Es hilft aber nichts, wie die Mannschaft sollten auch wir Fans in der Woche die Köpfe wieder hochbekommen und zum Top-Spiel der Woche nächsten Samstag 18.30 Uhr Fußball-Deutschland zeigen, was der Liga fehlen würde, wenn es den VfB tatsächlich erwischen sollte. Die Unterstützung, auch gestern auf Schalke, ist nach wie vor phänomenal, leider gelingt es der Truppe nicht, daraus zusätzliche Kraft und Ansporn zu ziehen. Wir müssen weiter von Spiel zu denken und darauf hoffen, drei Spiele zu erleben, in denen die Kreativabteilung ihre Form beibehält und der Defensivverbund die Fehler minimiert. Schwer vorstellbar nach einer Saison, in der die Aha-Erlebnisse fast ausschließlich Fehler betrafen, die eigentlich nicht zu toppen gewesen wären, der VfB es aber dennoch immer wieder „schaffte“.

Sollte das schwere Spiel gegen Mainz tatsächlich gewonnen werden und die Ergebnisse der Konkurrenz entsprechend sein, könnte die Woche danach eine Eigendynamik entwickeln und eine Aufbruchsstimmung erzeugen, so dass der Glaube an das Wunder zurückkehren könnte.
Irgendwann, nach allem Rechnen, Debattieren, Sich Mut zusprechen, Zuversicht tanken, kommt man unweigerlich wieder auf die Mannschaft zu sprechen, die es richten muss und der zuletzt Zeit meist die Nerven versagten, wenn es darauf ankam. Huub Stevens und sein Team müssen wohl vor allem im mentalen Bereich ganze Arbeit leisten, um das Unmögliche noch möglich machen zu können.

Ich hoffe natürlich nach wie vor auf den Klassenerhalt, habe ihn auch noch nicht gänzlich abgeschrieben, aber, von nun an muss alles optimal laufen, darf sich das Team keinen Ausrutscher mehr erlauben.

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3. März 2014

Mit Vollgas Richtung 2. Liga!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , , – Franky @ 20:54

Gestern bin ich seit langem mal wieder mit einem gewissen Optimismus zu einem Spiel gefahren. Nicht weil ich plötzlich von unserer Truppe und der sportlichen Leitung überzeugt wäre, aber, das Spiel gegen Hertha war zumindest in kämpferischer Hinsicht ein Fortschritt und außerdem gaben die Hessen schon des Öfteren unseren Aufbaugegner. Das emotionale Europaleague-Aus der Eintracht, das schwere Donnerstag-Spiel in den Knochen, taten ein Übriges. Und, ein klein wenig Fußballsachverstand darf man den Verantwortlichen ja schon auch unterstellen, was die Hoffnung nährte, dass sie nicht ohne Grund, trotz dieser unvergleichlichen Negativserie, an Bobic und Schneider festhielten.
So war Frankfurt für mich ein Schlüsselspiel, das wir unter keinen Umständen verlieren durften. Personell konnte Schneider auf den wiedergenesenen Kapitän Gentner und den nach Gelb-/Rot-Sperre zurückgekehrten Moritz Leitner zurückgreifen. Zudem stand Cacau erstmals nach 1 ½ Jahren wieder in der Anfangself. Nach druckvollem Beginn der Eintracht fand der VfB nach zwanzig Minuten zunehmend zu mehr Sicherheit und versuchte das Mittelfeld durch schnelles Konterspiel zu überbrücken, was uns nach einer guten halben Stunde das 0:1 durch Martin Harnik einbrachte. Groß war natürlich der Jubel und die Erleichterung, dennoch traute man dem Braten nicht so recht, zumal ernsthafte Torabschlüsse beim VfB weiterhin eine Seltenheit sind. Zu oft kommt der letzte Pass nicht an oder wird ein entscheidender Zweikampf verloren. Die Fehlpassquote und Zweikampfbilanz sprachen auch in diesem Spiel wieder eindeutig für den Gegner.
In der zweiten Halbzeit ließ sich der VfB mehr und mehr hinten rein drängen, ohne groß in Gefahr zu geraten, weil man noch weitestgehend gut stand und war im Sturm fast nicht mehr vorhanden. Glück hatten wir, als Aytekin nach vermeintlichem Foul von Cacau schon auf Elfmeter entschied, sein Assistent an der Linie aber intervenierte und er diesen schließlich (mutig) zurücknahm. Nicht einmal solche Umstände, die uns in die Karten spielen und den Gegner demotivieren könnten, vermögen wir in dieser Zeit auszunutzen. Trotz allem muss Alexandru Maxim in der 78. Minute das 2:0 machen und der Fisch wäre geputzt gewesen. Boka hat sich mit einer klasse Willensleistung gegen Zambrano den Ball erkämpft und passte mustergültig auf den mitgelaufenen Rumänen, doch diesem versprang der Ball, so dass er aus drei Metern den Ball nicht etwa im leeren Tor unterbrachte sondern meterweit vorbei schoss. Haste Scheiße am Fuß, hast scheiße am Fuß könnte man sagen, ich sage, es sind diese (späten) unsäglichen Konzentrationsmängel, die uns vermutlich die Liga kosten werden. So kam es, wie ich es befürchtet hatte und wie es im Grunde kommen musste. Nach einem erneut katastrophalen Abschlag von Ulreich, der wie ein Bumerang zurück kommt, hebt Rüdiger das Abseits auf und sage und schreibe drei Frankfurter haben freie Bahn. Frankfurts Joker Rosenthal war es schließlich, der zum Ausgleich vollendete. Ein Tor, wie ich es in der Bundesliga noch überhaupt nicht gesehen habe, so ein dilettantisches Abwehrverhalten, auch das wird uns letztenendes das Genick brechen. In der 90. Minute schließlich ließ sich unser selbst ernannter Führungsspieler Georg Niedermeier mit einem Beinschuss im Strafraum düpieren, so dass Alex Meier leichtes Spiel hatte und den Frankfurter Siegtreffer markieren durfte.
Der VfB stellt mit mittlerweile 49 Gegentoren nach dem HSV die zweitschlechteste Abwehr, auch wenn diese den Namen eigentlich nicht verdient hätte. 2,13 Gegentore pro Spiel, so viele kannst Du vorne gar nicht schießen, schon gar nicht, wenn man es kaum schafft Überraschungsmomente zu schaffen und niemand den Mut hat auch mal aus der zweiten Reihe abzuziehen.
So war die achte Niederlage in Folge und die elfte aus den letzten zehn Spielen besiegelt. Mal wieder schlichen die Spieler wie begossene Pudel in die Kurve um sich regungslos die immer lauter werdenden Schimpftiraden der treuen Fans anzuhören. Einige, wie Traore, der schon die Tage zählt, bis er uns verlassen darf, drehten gleich wieder ab, andere ließen sich noch auf das eine oder andere Gespräch ein.
Schneider trottete, die Hände in den Taschen vergraben, hinterher und scheint mit seinem Latein am Ende zu sein.
Klar kann er die Dinger, wie die hundertprozentige von Maxim, nicht selbst versenken. Auch klar, dass er einem gestandenen Spieler wie Ulreich nicht noch erklären müssen sollte, wie man Abstöße schlägt und dass er zu seiner Zeit noch anders zu Werke gegangen ist, als es Niedermeier beim 2:1 tat.
Dennoch wirft das bisherige Wirken Schneiders Fragen auf. Weshalb darf Sakai Woche für Woche seine Bundesligauntauglichkeit unter Beweis stellen? Unbedrängte Fehlpässe, gepaart mit katastrophalem Stellungsspiel, in dieser Verfassung hat er auf dem Platz nichts zu suchen. Kein Zufall schließlich, dass der entscheidende Treffer über Sakais Seite fiel. Das weiß inzwischen jeder Gegner, wo wir besonders leicht zu knacken sind.
Weshalb verhindert ein Gentner die Einwechslung von Haggui? Wer hat das Sagen? Kann es nicht doch sein, wie man immer wieder hört, dass die Mannschaft Schneider nicht ernst nimmt?
Auch die Wechsel erfolgten zu spät. Erfahrene Trainer nutzen diese auch einmal als eine Art „Auszeit“, um dem Gegner den Schwung in einer Drangphase zu nehmen, nicht so Schneider. Er hat ein Gottvertrauen und hofft, es werde schon irgendwie gutgehen.
Ich kann nur immer wieder betonen, dass es mir um Schneider Leid täte, wenn er als schwächstes Glied der Kette seinen Spind räumen müsste. Sein Talent, ein guter Trainer zu werden, möchte ich ihm nicht absprechen, sicherlich sammelt er derzeit Erfahrungen fürs weitere „Trainer-Leben“, ob er jedoch in der Lage ist, den Bock umzustoßen, ich glaube es nicht. Das Grundübel ist die Mannschaft, in sich zerstritten, eine profihafte Einstellung (auf und außerhalb des Platzes) vermissen lassend, die es nicht schafft, wenigstens als Zweckgemeinschaft zu funktionieren und sich neunzig und nicht nur achtzig Minuten zu konzentrieren. (Mindestens) einer pennt immer, was zu der Flut von Gegentoren führt und die uns verzweifeln lässt.
Bobic, der diese nicht harmonierende Truppe zusammengestellt hat, wird als der Totengräber des VfB in die Geschichte eingehen. Anscheinend gibt es auf der Geschäftsstelle keine Streitkultur mehr, seit Bobic auf den meisten Posten „seine“ Leute installiert hat. So hat er sich den Status als Alleinherrscher erarbeitet bzw. an sich gerissen, und es scheint, dass ihm der Erhalt dieses Status‘ mehr wert ist als das Wohl des VfB. Spieler, die unbequeme Wahrheiten aussprachen wurden nach und nach aussortiert, zuletzt William Kvist, der in der jetzigen Situation eine Stütze sein könnte.
So kämen wir bei einem Trainerwechsel wohl eher vom Regen in die Traufe. Leute wie Stanislawski und Fink würden in Bobic‘ Beuteschema passen, sind es doch eher stille Vertreter der Zunft und würden den Job mit Kusshand übernehmen. Alte Weggenossen wie Balakow und Soldo, die als Duo im Gespräch sind, würden ihm ebenso ähnlich sehen, sind es doch Freunde vergangener Tage, denen man zu gern einen gut dotierten Posten verschaffen würde.
Im Gegensatz dazu würde sich ein Bobic sicherlich nicht den von mir favorisierten Gross (den er ja selbst entlassen hat) ins Haus holen, abgesehen davon, dass es sich Gross sicher auch nicht antun würde, noch einmal unter Bobic zu arbeiten. Wenn Gross, dann als starker Mann und anstelle von Bobic.
Auch Stevens oder Schaaf, die für ihre knorrige Art bekannt sind, wären Alphatiere, die sich von Bobic nicht sagen lassen würden, wie der Hase hier zu laufen hat. Aufgrund ihrer großen Erfahrung wäre es ihnen zwar zuzutrauen, den Karren wieder flott zu bekommen, jedoch, wie es scheint, ist Bobic sein Machterhalt wichtiger als der Klassenerhalt.
Morgen also sollen Aufsichtsrat und Vorstand entscheiden, ob es tatsächlich mit Schneider weiter gehen und er gegen Braunschweig die neunte Niederlage in Folge anpeilen darf. Ich hoffe, man sieht den Tatsachen ins Auge und erkennt dass die Zusammenarbeit Mannschaft – Trainer vermutlich irreparabel beschädigt ist. Dann muss gehandelt werden und zwar sofort.
Mir ist es auch klar, dass es ein schmaler Grat ist, auf dem gewandelt wird. Verlässt man den eingeschlagenen Weg mit einem jungen unerfahrenen Trainer, der das Konzept mit trägt, vermehrt auf den eigenen Nachwuchs zu setzen? Holt man einen Trainer-Fuchs wie z. B. Stevens, der sicherlich eher auf erfahrene Kräfte setzen würde, als auf unsere Grünschnäbel? Nimmt man den Abstieg bewusst in Kauf, weil keine andere Lösung den Erfolg garantieren würde? Oder setzt man noch einmal alle Hebel in Bewegung, um es wenigstens versucht zu haben? Je länger man wartet, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Unheil noch abgewendet werden kann. Langsam aber sicher laufen uns die Spiele davon. Diesbezüglich kann man es fast bedauerlich finden, dass der SC Freiburg und der Hamburger SV sich ebenfalls nicht mit Ruhm bekleckern und (noch) hinter uns stehen. Hätten die etwas konstanter gepunktet und uns auf den vorletzten Platz verdrängt, wäre sicherlich schon die Reißleine gezogen worden.
Will man weiterhin bedingungslos an Schneider festhalten, notfalls mit ihm in die zweite Liga gehen, dann sollen die Vereinsoberen doch gleich einmal ein schlüssiges Konzept vorlegen. Bislang hört man nur von Horrorszenarien, die einen den Untergang vom VfB befürchten lassen im Falle des Worst Case. Stand jetzt dürfte so gut wie kein Spieler feststehen, der bereit ist, auch im Unterhaus die Stiefel für den VfB zu schnüren, ganz abgesehen davon, ob wir sie überhaupt noch sehen wollten. Geschweige denn kann sich noch niemand vorstellen, mit welchem Budget man dieses Abenteuer angehen müsste, in welchen Bereichen es Einschnitte geben müsste, ob wir die Raten fürs Stadion und fürs Nachwuchszentrum noch stemmen könnten, und, und, und. Würde es uns einmal jemand erklären, dass auch im Falle des Abstiegs nicht aller Tage Abend wäre, vielleicht kann man sich die zweite Liga dann auch schon mal schön reden. Vielleicht wäre es wert abzusteigen, schon allein, um nächste Saison keinen einzigen Spieler von der derzeitigen Zweckgemeinschaft mehr sehen und ertragen zu müssen. Ganz ehrlich, in dieser Truppe habe ich keinen Lieblingsspieler mehr, das gab es in meiner Zeit als VfB-Fan eigentlich noch nie. An die Spieltermine müsste man sich gewöhnen und reichlich Urlaub opfern, dafür gäbe es aber mal wieder jede Menge neuer Stadien und neue Eindrücke. Wir würden einige Auswärts- zu Heimspielen machen, wobei dann zu hoffen wäre, dass bis dahin der Heimkomplex abgelegt werden konnte. Vielleicht gelänge es, wie nach dem Abstieg 1975, eine spielstarke Mannschaft mit jungen Spielern, überwiegend aus der Region, zusammenzustellen, der es wieder Spaß macht, zuzuschauen, mit der man sich ein Stück weit identifizieren kann, die vor hat, den VfB wieder dorthin zu bringen, wo er hingehört, nämlich in die Bundesliga. Bei den Fans würde sich die Spreu vom Weizen trennen und die Dauerkarte (vermutlich) günstiger werden. Ich als Fan würde den Kopf nicht in den Sand stecken und wäre auch im Unterhaus so oft es geht dabei.
Seit gestern habe ich mich fast schon mit dem Abstieg abgefunden und kann mir derzeit nicht einmal vorstellen, wie wir Braunschweig schlagen wollen. Die stellen sich zu elft hinten rein, der VfB findet keine Lösungen dieses Abwehrbollwerk zu knacken und ein oder zwei Abwehrfehler fabrizieren wir sowieso jedes Mal.
Entweder es geschieht etwas, das noch einmal eine Aufbruchsstimmung entfachen könnte oder wir gehen sang- und klanglos (r)unter. Die Hoffnungen mit der derzeitigen Konstellation habe ich gestern endgültig zu Grabe getragen.

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