19. Mai 2015

Affengeil: Endspiel in Paderborn!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , – Franky @ 21:20

Was Huub Stevens geritten hat, seine Spieler auf dem Trainingsplatz als Affen zu titulieren, weiß wohl niemand außer ihm selbst so recht. Dass er das nicht so derb, wie es sich im Deutschen anhört, gemeint hatte und diese Form der Anrede in Holland eher eine verniedlichende Bedeutung hat, vermutete ich von Anfang an, was dann ja auch bestätigt wurde. Das Sprach- und Übersetzungsrisiko trage ich als Verein, wenn ich einen ausländischen Trainer, der, auch wenn Holländer, Deutsch eben nicht perfekt spricht und demzufolge auch nicht immer die Worte findet, die er seinen Jungs oder auch der Presse mit auf den Weg geben möchte. Dass es sich um ein Missverständnis handelte war in der Aufarbeitung weder für die Mannschaft noch für die Presse, die solche Geschichten ja gerne aufbauscht und Unruhe schürt, wichtig, Stevens hatte seine Spieler als Affen bezeichnet und das saß. Harnik gab es hinterher zu, dass die Mannschaft schon zunächst einmal perplex war, lasse sich doch niemand gerne von einem anderen als Affen bezeichnen.
In dieser entscheidenden Saisonphase, in der man jegliche Unruhe brauchen kann, wie Bauchweh, war es die Frage, wie das Team damit umgehen würde. Folgen sie noch ihrem Boss an der Linie oder machen sie einen auf beleidigte Leberwurst?
Von wegen beleidigte Leberwurst, von wegen Bähmullen, von denen ich noch vor einigen Wochen geschrieben hatte. Die Mannschaft stemmt sich seit Neuestem unbeirrt gegen den drohenden Abstieg, seit Samstag steht es fest, der VfB hat sich durch eine starke und couragierte Leistung sein Endspiel erspielt.
Mainz hatte Mut gemacht. Die Rückkehr Antonio Rüdigers ins Team anstelle von Georg Niedermeier, nach dessen wenig filigranen Aussetzern auf Schalke und auch die Hereinnahme von Schwaab als rechtem Verteidiger und die Versetzung Kleins auf die linke Seite hatten für Stabilität gesorgt, so dass es für Huub Stevens keinen Grund gab, an dieser Formation gegen den HSV etwas zu ändern. Die Vorstellung gegen Mainz, das wittern von Morgenluft danach, die Hoffnung auf drei Siege zum Saisonabschluss, all das ließ einen nur hoffen, dass die Woche schnell vorbeigehen und der Tag des Abstiegsgipfels gegen den HSV kommen möge.
Der Samstag indes begann früh, sehr früh. Schon traditionell vor dem letzten Saisonheimspiel, nämlich zum fünften Mal, lud der OFC Leintal-Power 05 ein zur Fahrt mit dem Partyfloß auf dem Neckar. Eine schönere Gelegenheit mit VfB-Fans von den verschiedensten Fanclubs die Saison Revue passieren zu lassen und die letzten beiden Spiele zu prognostizieren kann man sich nicht vorstellen. Gegen 9 Uhr brachten uns die Shuttle-Busse vom Bahnhof Ludwigsburg zur Anlegestelle nach Ludwigsburg-Poppenweiler, wo das Floß bestiegen wurde. Über Remseck, Mühlhausen, Hofen und Bad Cannstatt ging es bei Kaiserwetter direkt zum Anleger Mercedes-Benz-Museum, unweit des Neckarstadions. Die Fahrt war wie immer feucht-fröhlich, beste Stimmung an Bord und Optimismus, aber auch Angst. Angst davor, da man theoretisch bereits am Abend abgestiegen sein kann, sollte das Spiel gegen den HSV vergeigt werden. Ein gutes Omen vielleicht, 2011, nach der ersten Fahrt auf dem Partyfloß, als uns das Wasser ähnlich bis zum Halse stand, wurde der Klassenerhalt durch ein 2:1 gegen Hannover 96 perfekt gemacht. Allerdings, damals feierten wir noch Bruno Labbadia!
Das Wetter war genauso gut und zum Glück nicht ganz so heiß wie 2011, als man dem Bierkonsum bei großer Hitze schon Tribut zollen musste.
Also, ging es, nachdem wir gegen 12.45 Uhr angelegt hatten, weiter zum eigentlichen Vorglühen ins SSC-Sportheim, um mit Freunden noch die letzten Stunden vor dem Anpfiff zu verbringen. Zur abermals beeindruckenden Karawane vom Cannstatter Bahnhof bis zum Stadion hätte ich hetzen müssen, so dass ich darauf nach einigem überlegen verzichtet hatte.
Als mir dann beim SSC ein Vogel auf mein strahlend weißes Trikot mit dem roten Brustring geschissen hatte, war es mir klar, heute kann überhaupt nichts mehr schief gehen, soll doch Glück bringen.
Gutes Omen Nummer drei war dann schließlich noch der Auftritt von „Die Fraktion“ vor dem Spiel, als sie zuletzt da waren, setzte es Siege gegen Bremen und gegen Mainz. Auch deren Auftritt brachte im nachhinein betrachtet also wieder Glück, so dass ich hoffe, dass die Jungs auch den Weg nach Ostwestfalen in die Benteler Arena oder zumindest zum Busparkplatz finden, um uns dort noch einzuheizen und die Jungs später im Stadion zu unterstützen.
Der VfB traf auf die derzeit in einem Zwischenhoch befindlichen Hamburger, denen Bruno Labbadia, fast erwartungsgemäß, neues Leben eingehaucht hat. Für solch kurzfristigen Missionen scheint Labbadia der richtige Mann zu sein, der alle mitnimmt und offensichtlich auch die richtigen Worte zu finden scheint.
Als längere Lösung scheidet er für mich nach wie vor aus, es sei denn, er hätte sich während seiner Auszeit um 180 Grad gedreht. Müßig zu mutmaßen, wo der VfB stünde, hätte er Labbadia nicht entlassen, für mich war die Entlassung damals überfällig. Der große Fehler damals war doch seine Vertragsverlängerung und dass man den Vertrag nicht einfach zum 30.06.2013 hat auslaufen lassen. Damit wäre uns womöglich schon der Abstiegskampf der letzten Saison erspart geblieben, zum 01.07. einen Trainer zu verpflichten, der noch Justierungen am Kader vornehmen kann, bietet immer mehr Möglichkeiten, als einen Feuerwehrmann zu holen, wenn das Kind schon im Brunnen liegt.
Labbadia mag ein besessener Fußballfachmann sein, ein guter Psychologe ist er nicht. Wäre er das, hätte er sich mehr um das Innenleben der Mannschaft geschert, Youngsters und andere Reservisten bei Laune gehalten, ihnen erklärt, weshalb der eine (immer) spielt und der andere gar nicht. Er hätte sich womöglich gar von seinem ewigen Assistenten Eddy Sözer getrennt, der in der Mannschaft unbeliebt war und eher als Petze denn als Vertrauensperson angesehen wurde. Zudem hingen ihm noch die Gerüchte nach, nach denen er seine Hände nicht von Spielerfrauen lassen konnte. All das waren keine guten Voraussetzungen, die Mannschaft hinter sich zu bringen, so dass es schon lange den Anschein hatte, die Mannschaft würde gegen den Trainer spielen. Daher bleibe ich dabei, dass es richtig war, sich von Labbadia zu trennen.
Dennoch muss ich es zugeben, dass auch ich ein flaues Gefühl im Magen hatte, als Labbadia HSV-Trainer wurde und ich mir das Szenario einfach nicht vorstellen wollte, dass ausgerechnet „sein“ HSV uns in die 2. Liga schießen könnte. Auf der anderen Seite habe ich die letzten HSV-Spiele gesehen und, wenn man diese mit den Vorstellungen des VfB vergleicht, einen Unterschied wie Tag und Nacht festgestellt. In Hamburg, ein Rumpelfußball sondergleichen, wie wir ihn aus der Labbadia-Ära ja auch noch kennen und dann wir mit unserer Mannschaft, die zuletzt wirklich einen hervorragenden Fußball spielte.
Der VfB übernahm zwar gleich die Initiative, trotzdem ging der HSV mit seinem ersten Torschuss nach einer Standardsituation durch Kacar in Führung. Jener Kacar, der lange keine Rolle bei den Rauten spielte, unter Labbadia, der ihn auch schon nach Stuttgart lotsen wollte, aber förmlich aufblüht und dessen Toren es allein zu verdanken ist, dass der HSV überhaupt noch Chancen auf den Klassenerhalt besitzt. Tunay Torun, auch so ein Wunschspieler Labbadias, spielte dieses 0:1 in die Karten. Unter der Woche meinte er noch in der Hamburger Morgenpost, dem HSV müsse ein frühes Tor gelingen, „die VfB-Fans werden schnell ungeduldig und fallen ihrer Mannschaft in den Rücken“. Na dann, schaun mer mal.
Die Stuttgarter Fans, „alle in weiß“, gaben von Beginn an ein beeindruckendes Bild und einen noch besseren Lautstärkepegel ab. Das Stadion bebte schon vor dem Anpfiff, jeder Einzelne motiviert bis in die Haarspitzen. So auch nach dem 0:1. Wurde früher (noch gar nicht so lange her) in Lethargie verfallen bei einem Rückstand, schüttelte man sich gegen den HSV kurz und weiter ging der Support. Man spürt es deutlich, diese Mannschaft hat nach den letzten Vorstellungen Kredit zurückgewonnen, außerdem hat es sich jeder verinnerlicht, dass wir alle im selben Boot sitzen und sich jeder bestmöglich für den Nichtabstieg einbringen muss. Nach der so unglücklichen wie unnötigen Niederlage auf Schalke, als die wenigsten außerhalb der VfB-Fanszene noch auf den VfB einen Pfennig gesetzt hätten, wurden die Kräfte noch einmal gebündelt und es wurden drei Endspiele ausgerufen, in denen sämtliche Misstöne ausgeblendet, Animositäten zurückgestellt werden sollen. Die Aufarbeitung muss dieses Mal kommen, ohne wenn und aber, aber, eben zu gegebener Zeit. Robin Dutt, dessen bisher einziger Einkauf Serey Die eingeschlagen hat und ins Team passt wie die Faust aufs Auge, wird sich im Sommer beweisen müssen. Durch die Blume hat er ja schon angedeutet, dass nach der Saison deutlich angesprochen und analysiert werden müsse, was im Argen liegt. Hier wird sich zeigen, ob er, vielleicht auch gegen Widerstände, bereit ist, alte Zöpfe abzuschneiden und wirklich jeden Stein umzudrehen, um endlich wieder ein ausschließlich leistungsorientiertes Arbeitsklima auf dem Wasen zu schaffen.
Das Spiel indes lief auch nach dem Rückstand nur in Richtung HSV-Tor. Bereits 13 Minuten nach Kacars Führungstreffer gab der VfB die passende Antwort. Schwaabs Flanke, die abgefälscht den Weg zu Gentner fand, nahm der Kapitän volley und drosch die Kugel durch die Beine von Adler zum Ausgleich in die Maschen. Riesen Jubel, riesen Erleichterung und eine Wahnsinns-Lautstärke im Neckarstadion.
Gentner ist irgendwie schon ein Phänomen. Läuft in der Mannschaft alles schief, versteckt er sich und geht sang- und klanglos mit unter, und zeigt dabei nie die Attribute, die man von einem Kapitän und Führungsspieler erwartet. Auf der anderen Seite, läuft es im Team, schafft er es, das eine oder andere Mal aus einer starken Mannschaft noch herauszustechen, so wie am Samstag. Einsatzstark und willensstark legte er nicht nur den Hamburger Kapitän Van der Vaart an die Kette, sondern kurbelte unser Angriffsspiel an und erzielte gar selbst den so wichtigen Ausgleich. Wiederum nur acht Minuten später war das Spiel gedreht. Westermann lenkte eine Kostic-Ecke an den hinteren Pfosten, von wo aus Harnik gekonnt einnetzte, ein Tor, das ihm so vor vier Wochen wohl auch nicht gelungen wäre. Der Jubel kannte keine Grenzen, das ganze Stadion war aus dem Häuschen und die Mannschaft gab Stevens die passende Antwort, in dem sie einen astreinen Affentanz aufführte. Gute Laune allerorten, Spielfreude auf dem Rasen, Euphorie auf den Rängen, als wenn wir uns in ganz anderen Tabellengefilden befänden. Ich hatte lang gefordert und darauf gehofft, dass die Spieler die Zuneigung vom Publikum nicht nur verbal einfordern, sondern sich diese auf dem Rasen erarbeiten und den Funken auf die Ränge überspringen lassen. Das scheint fürs erste gelungen. Schon lang nicht mehr habe ich es erlebt, dass bei uns auf der Haupttribüne mindestens die Hälfte des Spiels gestanden wurde und kollektiv ins rhythmische Klatschen der Cannstatter Kurve eingestimmt wurde.
Huub Stevens scheint nun endlich die Elf gefunden zu haben, die uns diese verkorkste Saison noch retten kann. Hatte auf Schalke noch Georg Niedermeier einen kapitalen Aussetzer und lud Schalke zum 1:0 ein, heißt nun die Devise richtigerweise „Safety first“. Keine versuchte Kabinettstückchen am oder im eigenen Strafraum mehr, stattdessen werden die Bälle humorlos aus der Gefahrenzone heraus gedroschen. Mit Rüdiger und Baumgartl in der Innenverteidigung scheint es zu passen, zumal Schwaab, ja auch gelernter Innenverteidiger, stark ansteigende Form zeigt und mich in den letzten beiden Spielen seit langem mal wieder überzeugt hat. Bei Baumgartl gefiel mir seine Aufmerksamkeit, hellwach der Junge und schon recht abgezockt für sein Alter. Im Mittelfeld ziehen Gentner und Serey Dié die Fäden und stellten zuletzt gut die Räume zu, sie harmonieren also immer besser miteinander. Und dann ist da ja noch Daniel Didavi, dessen Rückkehr uns schon letzte Saison so wahnsinnig gut getan hat. Einfach eine Augenweide, ihn am Ball zu sehen. Und vorne wirbeln Harnik, Ginczek und Kostic die gegnerischen Abwehrreihen durcheinander. Zuletzt haben alle getroffen, so dass diese Offensiv-Power auch für den SC Paderborn schwer auszurechnen sein dürfte. Der VfB erspielte sich gegen den HSV ein Chancenverhältnis von 13:1, so dass man allenfalls die Chancenverwertung bemängeln kann, auch wenn René Adler hervorragend gehalten hat. Ich fand auch nicht, dass die Chancen kläglich vergeben wurden und wenn, dann ganz wenige. Ein 4:1 wäre zwar auch noch zu niedrig ausgefallen, hätte uns aber eine etwas bessere Ausgangsposition fürs Saisonfinale verschafft, nämlich für den Fall, dass wir unentschieden spielen und Hannover verlieren würde. Außerdem birgt ein Eintore-Vorsprung immer die Gefahr, noch einen dummen Ausgleich zu kassieren. Als der am Samstag gute Schiri Gräfe vier Minuten Nachspielzeit anzeigen ließ, ertönten bei mir schon wieder sämtliche Alarmglocken. Ein Standard für Hamburg, Adler kommt vor, Unordnung durch den überzähligen Mann im Strafraum, und… Nein!
Vor kurzem empfahl ich Stevens hier noch, Leute wie Kostic und Maxim durchspielen zu lassen, da die späten Gegentore gegen Freiburg und auf Schalke immer erst dann fielen, wenn die beiden ihr Tagwerk bereits vollbracht hatten und ausgewechselt waren. Gut, die Sache mit Maxim hat sich wohl erledigt, seit Didavi von Anfang an ran darf. Aber, Kostic durfte tatsächlich bleiben. Zum Glück! Wie der Junge die Bälle vorne festmachte, wie er im eins gegen drei noch Eckbälle herausholte, einfach zum Zunge schnalzen. Hamburg kam in der Nachspielzeit nicht einmal überhaupt in Tornähe, so dass der überlebenswichtige Sieg in Stein gemeißelt war. Endlich darf Kostic zeigen, was er drauf hat und das ist eine ganze Menge. Ich freute mich im Vorfeld ja bereits auf sein ungleiches Duell mit Westermann und sollte nicht enttäuscht werden. Mit seiner Schnelligkeit ist er eine Waffe im Abstiegskampf und unheimlich wichtig für die Mannschaft.
Der Dreier war eingefahren, die rote Laterne wurde an unseren nächsten Gegner weitergegeben. Stand heute würden wir die Relegation gegen den KSC spielen, ein Spiel, das sich wohl keiner so recht wünscht. Mehr Brisanz in sportlicher Hinsicht geht sowieso nicht, leider wäre bei dieser Konstellation aber auch abseits des Stadions, vor allem im Wald in Karlsruh, das Schlimmste zu befürchten.
Dass wir nicht noch weiter in der Tabelle hoch geklettert sind, lag zum einen daran, dass die Bayern nach dem verpassten Triple im Schongang dem Saisonende entgegen spazieren und Freiburg so den ersten Sieg gegen die Bayern seit 19 (!) Jahren einfuhren. Auch wenn sich viele gegen den Begriff „Wettbewerbsverzerrung“ wehren, kann man doch davon ausgehen, dass die Bayern im Breisgau nicht verloren hätten, wenn sie noch dringend Punkte für die Meisterschaft benötigt hätten. Hannover 96 profitierte zeitgleich von einer miserablen Schiedsrichterleistung in Augsburg und fuhr dadurch begünstigt seinen ersten Rückrundensieg ein. Auch das ging also nicht mit rechten Dingen zu. Dennoch, mit unerwarteten Ergebnissen von Mannschaften, die ihre Ziele bereits erreicht haben oder nichts mehr erreichen können muss man Jahr für Jahr rechnen. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied und sollte sich in eine Situation bringen, wo andere Ergebnisse von vornherein unwichtig sind.
In dieser Situation befinden wir uns vor dem großen Showdown in Paderborn. Wir müssen „nur“ gewinnen und klettern dann auf einen Nichtabstiegsplatz, da sich Hannover und Freiburg gegenseitig Punkte wegnehmen. Wir haben es in eigener Hand und sollten jetzt ernten, was wir in den vorigen beiden Spielen säten. Die zuletzt gezeigte (Spiel-)Stärke sollte Mut machen und auch gegen Paderborn zum Erfolg führen. Aber, die Einstellung wird wichtig sein am Samstag. Kleines, enges Stadion, Hexenkessel, Kampfspiel und wenns regnet womöglich auch ein wenig ein Schlammspiel. All das taugt das eine oder andere Mal dazu einer vom spielerischen daherkommenden Mannschaft den Zahn zu ziehen bzw. den Schneid abzukaufen. Was uns vielleicht in die Karten spielen könnte, ist der Ausfall eines Paderborner Schlüsselspielers, hier ein Auszug der VfB Statistikwelt in Facebook: „Daniel Brückner vom SC Paderborn 07 e.V. ist in der kommenden Woche gegen den VfB Stuttgart 1893 e.V. gelbgesperrt. In den zehn Partien ohne Brückner kassierte der SCP im Schnitt 3,1 Gegentore – in den übrigen 23 Saisonspielen mit ihm nur 1,4.“
Klammert man sich in besonders nervenaufzehrenden Zeiten an jeden Strohhalm, so natürlich auch an diesen. Ansonsten kann man die Tabelle drehen und wenden wie man will. Fakt ist, gewinnen wir, sind wir durch, verlieren wir, steigen wir ab, spielen wir unentschieden reicht es höchstwahrscheinlich allenfalls für den Relegationsplatz und das wohl auch nur, wenn der HSV gegen Schalke nicht gewinnt. Was man von Schalke noch erwarten darf, weiß ich nicht so recht. Die Spielersuspendierungen in der letzten Woche brachten nicht den gewünschten Erfolg. Schalke gewann zwar gegen Paderborn mit Ach und Krach 1:0, ließ sich dabei aber von unserem Abschlussgegner teilweise an die Wand spielen, so dass die Fans abermals unseren Chef- und ihren Jahrhunderttrainer Huub Stevens feierten und mit der eigenen Mannschaft und auch Horst Heldt hart ins Gericht gingen. Ob jetzt in Hamburg noch eine Trotzreaktion der Mannschaft, eine Versöhnung mit den Fans zu erwarten ist, bezweifle ich. Dort wird eher jeder froh sein, wenn der Schlusspfiff ertönt und die Saison vorbei ist. Beruhigend für unsere Nerven wäre dennoch, wenn aus Hamburg die Schalker Führung übermittelt werden würde.
Auf der sicheren Seite sind wir aber nur, wenn wir unser Glück selbst in die Hand nehmen und endlich den ersten Auswärtssieg 2015 einfahren. Der VfB muss einfach auf den Platz bringen, dass wir nicht nur die besseren Einzelspieler sondern auch die bessere Mannschaft haben. An Unterstützung wird es nicht mangeln, der kleinste Gästeblock der Liga ist (natürlich) restlos ausverkauft. Bei entsprechender Kapazität könnte man diesen wohl bei diesem Endspiel auch mit 5.000 bis 10.000 VfBlern füllen, so hoch ist derzeit die Nachfrage. Natürlich kommen auch viele jetzt angekrochen, die sich zu diesem Endspiel berufen fühlen, einen sonst aber für verrückt erklären, wenn man zu jedem Kick fährt.
Aber, auch andere, Vielfahrer, gingen leer aus, weil einfach nicht mehr Tickets vorhanden waren. Dies führt zu aberwitzigen „Angeboten“ bei Viagogo und Ebay, von einigen hundert Euro bis hin zu knapp 2.000 Euro für ein Stehplatzticket (Regulärpreis: 15,– €). Ob diese Mondpreise tatsächlich jemand bezahlt oder diese Abzocker auf ihren Karten sitzen bleiben, weiß ich natürlich nicht. Da Karten für den Gästebereich wirklich nur Hartgesottene bekommen haben und damit indirekt anderen echten Fans die Möglichkeit nehmen, bei diesem Finale dabei zu sein, sollte im Grunde jeder, der ein Ticket auf diesem Schwarzmarkt erworben und bei der Kaufabwicklung den Namen des Verkäufers bekommen hat, diesen beim VfB anzeigen, dass solche Leute nach und nach aus dem Verkehr gezogen werden können.
Auch mit knapp 1.500 Away-Fans werden wir für einen Support sorgen, der sich gewaschen hat. Zudem ist mit vielen Anreisenden ohne Karte zu rechnen, so dass wir hoffentlich in Ostwestfalen eine weiß-rote Nichtabstiegsfeier und eine feuchtfröhliche Rückfahrt erleben werden. Ich kann es kaum erwarten, bis wir am Samstag Gewissheit haben. Hauptsache nicht direkt absteigen, notfalls über die Relegation die Klasse halten, auch für diese Busfahrt, ob nach Darmstadt, Kallsruh oder Kaiserslautern, habe ich mich bereits angemeldet. #mirschaffendas, #KampfbiszumSchluss.

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