27. September 2017

Riegel-Hannes!

Zum Abschluss der englischen Woche und zum Wasenauftakt hatte der VfB den FC Augsburg zu Gast. Nach dem Heimsieg gegen Wolfsburg, der Trainer Jonker den Job kostete, und der ärgerlichen Niederlage am Dienstag in Mönchengladbach, reichte es gegen die bayerischen Schwaben (nur) zu einer Punkteteilung.

Das Intro für dieses Spiel bot von beiden Fanszenen jeweils eine Choreographie, während die der Augsburger im Antlitz derer in der Cannstatter Kurve nur verblassen konnte. Das Motto hieß dieses Mal „Schwabenmetropole Stuttgart“ und war schlicht in den Farben des Stuttgarter Stadtwappens gehalten. Kurze Zeit später gingen im Augsburger Block noch grüne und rote Rauchschwaden hoch, während in der Cannstatter Kurve der altbekannte Banner „Bazitrachten raus aus Stuttgart“ präsentiert wurde.

Die Aversion vieler gegen die Unsitte aufs Cannstatter Volksfest verkleidet wie im Fasching zu gehen, artete Zeitungsberichten nach am Samstag aus und mündete sogar in Handgreiflichkeiten, wenn man den Berichten Glauben schenken darf. Das ginge auch für mich zu weit, wenngleich mich dieser Kostümball schon auch extrem nervt. Nicht nur in Cannstatt kann man sich durch die Sauftouristen belästigt fühlen, auch die Bahnen sind übervölkert von vorglühendem Partyvolk in billigen Trachten, so dass der Volksfest-Höhepunkt für mich längst der Kehraus ist.

Da das Spiel wenig Spektakuläres bot, beschäftigt man sich in den Tagen danach eben mit diesen Nebensächlichkeiten. Schon als ich eine Stunde vor Spielbeginn die Mannschaftsaufstellung las, ahnte ich, dass an diesem Tag ein Feuerwerk höchstens auf den Rängen stattfinden würde. Es ist keineswegs so, dass ich mit einem Punktgewinn gegen den FC Augsburg nicht leben könnte, wenn man sich die jüngste Bilanz gegen die Fuggerstädter vor Augen führt. Sage und schreibe sieben Niederlagen am Stück standen in den letzten Aufeinandertreffen zu Buche, diese Negativserie konnte durch das Remis durchbrochen werden. Zudem ist der FC Augsburg stark in die Saison gestartet, schlug unter der Woche Leipzig zu null und ist nach der Auftaktniederlage gegen den HSV nunmehr seit fünf Spielen ungeschlagen.
Dass Hannes Wolf in Anbetracht dieser Vorzeichen sein Team nach dem Motto „Safety First“ auf- und einstellte, fand ich nachvollziehbar. Im letzten Duell auf heimischem Boden, noch unter Alexander Zorniger, setzte es im Neckarstadion im Abstiegsjahr ein desaströses 0:4, so dass für Samstag zunächst einmal Vorsicht die Mutter der Porzellankiste war.

Anders als Zorniger wollte Wolf den bayerischen Schwaben nicht ins offene Messer laufen und setzte auf ein Abwehrbollwerk, das sich gewaschen hatte. Sage und schreibe acht Defensivspezialisten, darunter vier gelernte Innenverteidiger, schickte Wolf auf den Platz. Die offensive Fahne sollten lediglich der erneut starke Donis, Brekalo und in vorderster Front Terodde hoch halten. Die leise Hoffnung hatte ich ja, dass Wolf im späteren Spielverlauf offensiv nachlegen würde, als aber in der 65. Minute auch noch der defensivere Orel Mangala für Brekalo eingewechselt wurde, fand ich mich langsam mit dem torlosen Unentschieden ab.

Manch einer wird monieren, dass eine derart defensive Aufstellung einer Heimmannschaft unwürdig und für das Publikum eine Zumutung ist, ich hatte dafür in diesem Spiel Verständnis, weil wir Aufsteiger sind und der Spatz in der Hand eben manchmal besser ist als die Taube auf dem Dach. Sieben Punkte nach sechs Spielen, keine herausragende, jedoch eine akzeptable Zwischenbilanz. Wir sind in der Liga angekommen und Hannes Wolf hat es geschafft, die Defensive im Vergleich zu den Vorjahren gehörig zu stabilisieren.

DER Turm in der Schlacht im Defensivverbund war bei seinem zweiten Einsatz für den VfB erneut Holger Badstuber. Was dieser Mann abräumt, im Spielaufbau leistet und wie er brenzlige Situationen mit einer spielerischen Leichtigkeit löst, ist phänomenal. Wenn er sein Verletzungspech ablegt und einigermaßen regelmäßig einsatzbereit ist, ist mir, was den Klassenerhalt betrifft, nicht bange.
Er verleiht unserer Defensive allein durch seine Präsenz ein Mehr an Sicherheit, wovon irgendwann auch die schwächelnde Offensive profitieren dürfte. Steigt das Vertrauen in die Hintermänner, lässt es sich auch unbeschwerter nach vorne spielen, zumal mit Ascacibar nun ein Sechser da ist, der resolut in den Zweikämpfen ist und den Rasen umpflügt wie kein zweiter in der Mannschaft.

Für den verletzten Gentner rückte Benjamin Pavard auf die Doppelsechs und nicht Burnić oder Ofori, während Kaminski mit Baumgartl und Badstuber die Dreierkette bildete. Kaminski spielte solide und rettete das Remis eine Viertelstunde vor Schluss, als er in höchster Not Finnbogason die Kugel abluchste, während Baumgartl in einigen Situationen zu fahrig agierte.

Badstuber unterband durch technisch anspruchsvolle Einlagen bedrohliche Aktionen zuhauf und erntete dafür Szenenapplaus, was Baumgartl dazu bewog, es ihm gleichzutun, was sich beinahe gerächt hätte. Er wäre gut beraten, sich die Sicherheit durch einfaches und konzentriertes Passspiel zu holen und einfach in seinem Bereich nichts anbrennen zu lassen.

Die (neuen) Außen der bei gegnerischem Ballbesitz von einer Dreier- zur Fünferkette werdenden Abwehrformation sind defensiv bisher weitestgehend ein Gewinn. Sowohl Dennis Aogo als auch Rückkehrer Andreas Beck bringen viel Ruhe und Erfahrung mit ein, sind aber mit jeweils über 30 Jahren nicht (mehr) die Flügelflitzer, die auch mal einen Mann überlaufen und bis zur gegnerischen Grundlinie vorstoßen können.

Über die Rückkehr von Andreas Beck habe ich mich nach der Bekanntgabe des Transfer zwar gefreut, auch wenn ich skeptisch wegen seines fortgeschrittenen Alters war und man von ihm aus der Türkei eben auch nicht mehr viel gehört hatte. Er ist trotz seiner Vergangenheit im Kraichgau ein sympathischer Typ geblieben, man nimmt es ihm ab, dass der VfB in all den Jahren „sein“ Verein geblieben ist. Noch mehr hätte mich diese Vereinsverbundenheit gefreut, wenn er schon zurück gekommen wäre, als er noch in der Blüte seines Schaffens war und nicht erst im Spätherbst seiner Karriere, wo auf den ersten Blick der Eindruck entsteht, es wolle einer gemütlich und daheim bei Muttern seine Karriere ausklingen lassen.

Wäre er zurückgekehrt, als es dem VfB wirklich dreckig ging, hätte er Kultstatus erlangen können, so aber wird es nur eine kurze zweite Episode mit ihm werden. Ich bin mal die Rechtsverteidiger der letzten Jahre durchgegangen, um vor Augen zu führen, was uns hätte alles erspart werden können, hätte er sich früher zum Brustring zurück besannt. Dort finden sich Namen, angefangen mit Khalid Boulahrouz (den ich allerdings sehr schätzte), über Stefano Celozzi, Philipp Degen, Gotoku Sakai, Tim Hoogland, Toni Rüdiger, Daniel Schwaab, Florian Klein, Matthias „Zimbo“ Zimmermann, Kevin Großkreutz bis hin zu Jean Zimmer. Kaum einer taugte zur Dauerlösung, so dass diese Planstelle zur Dauerbaustelle wurde. Seit Ricardo Osorio, an dem Beck seinerzeit nicht vorbei kam, ist die Position des Rechtsverteidigers, wie auch mit Abstrichen das Pendant auf der linken Seite, DIE Problemzone im VfB-Spiel. Es bleibt zu hoffen, dass Andi Beck dieses Problem wenigstens kurzfristig beheben kann.

Nach den bisherigen sechs Saisonspielen wurden die Auftritte des VfB meist gelobt, selbst als keine Punkte eingefahren wurden. Man spiele ordentlich mit, habe viel Ballbesitz und man sei in keinem Spiel wirklich chancenlos gewesen, etwas mitzunehmen. Das ist zwar alles richtig und doch kam für meinen Geschmack vom VfB zu wenig. In den verloren gegangenen Auswärtsspielen wurde man immer erst initiativ, als man zurücklag und das Kind bereits im Brunnen lag. Vor den Gegentoren war die Sicherung des eigenen Kastens oberste Maxime, das Offensivspiel wurde, bis es hinten einschlug, fast gänzlich vernachlässigt. Was bringt also Ballbesitz, wenn man damit nicht den Weg nach vorne sucht, sondern die Kugel in der eigenen Hälfte zirkulieren lässt? So war es meist eine Frage der Zeit, bis der Gegner „ernst“ macht und in Führung geht. Dem Offensivspiel, das wurde bisher nahezu in jedem Spiel deutlich, fehlen Impulse. Wenn dann noch, wie in den letzten beiden Spielen, Akolo ausfällt, der zwei unserer bisherigen drei Saisontore erzielt hat, ist unser Sturm nur ein laues Lüftchen.

Simon Terodde, so wirkt er auf mich seit seinem verschossenen Elfmeter gegen Mainz, plagt die Angst vor seinem ersten Bundesligator im zarten Alter von 29 Jahren. Er verkrampft zunehmend und wirkt immer unglücklicher in seinen Aktionen, so dass man nur hoffen kann, dass bei ihm endlich der Knoten platzt oder Daniel Ginczek schnell eine Option für die Startelf darstellt.

Was dem VfB nach dem Abgang von Maxim komplett abgeht, ist ein kreativer Mann hinter den Spitzen, der den tödlichen Pass spielen und für Überraschungsmomente sorgen kann. Hat sich der Streit mit Jan Schindelmeiser unter anderem daran entladen, dass dieser Maxim abgab, ohne einen adäquaten Ersatz präsentiert zu haben, darf man, ohne gleich als Vollidiot betitelt zu werden, die Frage an Michael Reschke richten, weshalb er dann keinen geholt hat, wo er doch so gut vernetzt zu sein scheint. Zeit hätte er noch genügend gehabt.

Nun aber ist eine kurzfristige Belebung der Offensive kaum zu erwarten, jedenfalls so lang nicht, bis Carlos Mané wieder zur Verfügung steht. Wolf wird weiter improvisieren und einen Fußball spielen lassen müssen, der ihm selbst widerstreben dürfte. Doch, als Mittel zum Zweck ist alles erlaubt, was uns von den Abstiegsplätzen fern hält.

Eigentlich will ich ja von alten Statistiken, die geschrieben wurden bevor Hannes Wolf seinen Job beim VfB antrat, nichts wissen. Nach dem Abstieg hat sich der VfB runderneuert, fast kein Spieler, der für die genannten Statistiken verantwortlich zeichnete, ist noch da. Und trotzdem ist vieles wie immer, wenngleich einiges natürlich besser geworden ist.

Wir können in Berlin, Gelsenkirchen und Mönchengladbach nicht (mehr) gewinnen und tun uns gegen den FC Augsburg extrem schwer. Dass es auch anders geht, zeigten die knappen Heimsiege gegen Mainz und Wolfsburg, unsere letzten Gegner vor dem Abstieg.

Augsburg zu Hause war in der jüngeren Vergangenheit ein Brett, so dass dieses Pünktchen am Ende als Bonuspunkt durchgehen könnte. Zudem blieben wir im Neckarstadion weiterhin ohne Gegentor, was Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben geben dürfte.

Insgesamt sehe ich uns im Soll und bin optimistisch, dass wir in Frankfurt, ein Pflaster, das uns in den letzten Jahren immer gut gelegen hat, den ersten Auswärtssieg einfahren werden.
Das bedingt ein wenig mehr Risiko nach vorne und vor allem den unbedingten Willen, das erste Tor zu schießen. Versteckt man sich wie das Kaninchen vor der Schlange und lädt die Eintracht ein, uns hinten hineinzudrängen, wäre es für mich der falsche Ansatz.

Ein Auswärtssieg würde den Punkt gegen Augsburg vergolden und uns beruhigt in die Länderspielpause gehen lassen, denn, danach wartet zu Hause der nächste dicke Brocken auf uns. Deutlich wird das nicht unbedingt beim Blick auf die Tabelle, denn, der FC ist ja bekanntlich Schlusslicht, aber, womit wir wieder bei den Serien wären, seit 1996 gewann der VfB kein Bundesligaheimspiel mehr gegen die Geißbockelf.

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17. April 2016

Mit Vollgas Richtung 2. Liga

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , – Franky @ 21:04

Noch immer bin ich schwer verkatert an diesem tristen Sonntag und das nicht nur wegen reichlich konsumierter Hopfen-Kaltschalen, sondern vor allem wegen der Darbietung der Brustringträger in Augsburg.

Ein solch blutleerer, kampf- und ideenloser Auftritt lässt nicht darauf schließen, dass sich die „Mannschaft“ des Ernstes der Tabellensituation bewusst war, oder, noch schlimmer, dass ihr irgendetwas am Ligaverbleib vom VfB liegen würde. Schämen sollten sie sich, die Reaktionen nach dem Spiel ließen aber eher vermuten, dass sie überrascht gewesen wären, weil ihnen keine Beifallsarien aus dem Block entgegen hallten, sondern Pfiffe. Daher machten sie schneller wieder kehrt, als sie gekommen waren.

Bereits letzte Woche hatte ich geschrieben, dass ich sowohl mit unserer Niederlage in Augsburg rechnen würde und es mich nicht wundern würde, wenn gleichzeitig Darmstadt, Bremen und Hoffenheim ihre Spiele gewännen. Dass dies dann exakt so eintrat, bescherte mir zwar die zwischenzeitliche Spieltagsführung im Kicktipp-Spiel, was mich an diesem Tag jedoch auch nicht trösten konnte. Der Abstiegskampf hat uns endgültig wieder und das, obwohl man sich im Februar zwischenzeitlich gar auf Europaleague-Kurs wähnte.

Dabei begann der Tag klasse. Ausnahmsweise schlossen wir uns der Jahres-Ausfahrt der Murgtalschwaben an und besuchten vor dem Spiel noch das Brauhaus 1516 direkt am Augsburger Hauptbahnhof. Bester Laune kamen wir eine dreiviertel Stunde vor Spielbeginn am Stadion an. Nach kurzem meet and greet mit Freunden und Bekannten am Busparkplatz ging es auch schon hinein. Wir hatten unsere Plätze auf der Haupttribüne, wo es zum einen besser zum fotografieren gewesen ist und es, im Gegensatz zum Gästeblock, „richtiges“ Bier gab.

Zu Beginn gab es eine schöne vom Schwabensturm initiierte „Traditionsverein“-Choreographie, bevor es auch schon hinein ins Spiel ging. Von Beginn an war auf VfB-Seite keine Entschlossenheit zu spüren. Man erhoffte sich zwar, dass das Team im Vergleich zu Ingolstadt und Darmstadt erfolgshungriger antreten würde, wurde jedoch schon bald bitter enttäuscht.

Die meisten Spieler schienen gedanklich schon bei ihren neuen Vereinen zu sein, so dass ein völlig zusammenhanglos anmutender Auftritt daraus wurde. Kein Teamgeist, keine Konzentration, keine Zweikampfhärte, dilettantisches Zweikampfverhalten, unerklärliche Stockfehler, kaum Torgefahr, kein Zusammenspiel und an der Seitenlinie ein Trainer, der erst noch nachweisen muss, dass er einer solchen Situation gewachsen ist. Schwaab und Klein rechts, Insúa links, ließen sich ein ums andere Mal überspielen und düpieren, so dass Augsburg schnell zu seinen Spielanteilen kam und vor allem schnell merkte, dass dieser VfB zu packen ist.

Wie man bei der nach Hannover 96 zweitschwächsten Heim-Mannschaft einen solchen Auftritt hinlegen und von der ersten Minute an alles vermissen lassen kann, was nötig wäre, im Abstiegskampf zu punkten und zu bestehen, ist mir und wohl allen anderen Mitgereisten ein großes Rätsel.
Da das Team nach der Erfolgsserie zu Beginn der Rückrunde schon wieder der Auffassung war, es habe seine Schuldigkeit getan, sollte auch dem Letzten klar geworden sein, dass das Grundgerüst der Mannschaft schnellstmöglich komplett ausgetauscht werden muss. Gentner als Kapitän ist für mich Woche für Woche mehr der Witz des Jahrhunderts. Keine Ausstrahlung, keine Eier, zaudernd anstatt entschlossen, er steht wie kein zweiter für die Bequemlichkeit und Verweichlichung dieser Truppe.

Getreu dem Schlussverkaufsmotto „Alles muss raus“ ist Dutt im Sommer gefordert, dem Team ein neues Gesicht zu verleihen und eine neue Hierarchie, ohne Rücksicht auf irgendeine Hausmacht, zu installieren.

Nachdem mit Lukas Rupp kurzfristig auch noch der letzte Kämpfer ausgefallen war, hatten wir ausnahmslos Ballerinas in rosa Tutus auf dem Platz, die lieber höflichen Sicherheitsabstand zu ihren Gegenspielern hielten, anstatt dorthin zu gehen, wo es weh tut. Null gelbe Karten im Abstiegs“kampf“ sprechen Bände.

Unseren Künstlern Didavi, Kostic und Maxim gestehe ich es ja zu, die eine oder andere Situation mit Hacke, Spitze, eins, zwei, drei zu lösen, wenn dies aber auch all die ganzen Rumpelfußballer in der Startelf meinen, für sich beanspruchen zu können, fehlt mir das Verständnis. Diejenigen sollten erst einmal an den Basics arbeiten und mal anfangen zu üben, einfache Pässe über zehn Meter an den eigenen Mann zu bringen. Abstiegskampf gewinnt man nur selten mit Schönspielerei.

Bezeichnend der spielentscheidende Treffer, als Niedermeier ein Luftloch schoss und seine Eigentormarke auf mindesten 2 ½ hoch schraubte. Diese Slapstickeinlage nötigte sogar seinem Trainer eine von ihm ungewohnte Breitseite ab, „bis Niedermeier MAL WIEDER einen Stockfehler hatte“. Von Augsburgern umringt auf der Haupttribüne fiel mir nichts anderes ein, als sarkastisch drüber zu lachen. Das Schlimme war, dass dieses Spiel exakt so verlief, wie ich es befürchtet hatte, ich also nicht einmal negativ überrascht war.

Egal wie die Saison noch enden wird, eines ist klar: Robin Dutt darf keinen der auslaufenden Verträge verlängern, weder den von Daniel Schwaab, noch Georg Niedermeiers, noch den von Martin Harnik und auch nicht die von Florian Klein und Christian Gentner, die wir vertragsbedingt auch nächste Saison noch an der Backe haben werden. Diese alle stehen sinnbildlich für die Mentalität dieses eierlosen Trümmerhaufens und stecken Neuzugänge mit ihrer Bequemlichkeit schneller an, als dass sie die Stadt kennen.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass es gerade die oben Genannten wären, die im Falle des Abstiegs Treueschwüre wie „Ich habs mit verbockt und möchte jetzt auch helfen, diesen Betriebsunfall zu korrigieren“ ablassen würden, hoffentlich lässt sich Dutt davon dann nicht blenden. Vielmehr sollte man doch dankbar sein, dass all jene Verträge in absehbarer Zeit auslaufen und der Blick endlich in eine bessere Zukunft gerichtet werden kann.

Dass es Woche für Woche die Gleichen sind, die Kramny aufstellt, begreife ich nicht. Es ist ja beileibe nicht so, dass sie sich für weitere Nominierungen empfehlen würden.

In dieser Beziehung ist Kramny meiner Meinung nach ein Feigling. Er bringt noch immer stets die Platzhirsche und setzt keine Reizpunkte, indem sich der eine oder andere auch mal unverhofft auf der Bank oder Tribüne wiederfindet. Für mich muss ein neuer Trainer Akzente setzen und sich von seinen Vorgängern abheben. Wenn einer aber den Weg des geringsten Widerstands wählt, nicht anecken möchte und offensichtlich keinen weiterführenden Plan hat, außer auf das Gute im Spieler zu hoffen, ist er für mich fehl am Platze und beliebig austauschbar.

Wofür leiht man einen Federico Barba aus und lässt ihn, jetzt, wo er wieder fit ist, sich nicht beweisen? Schlechter als Niedermeier, Schwaab und Sunjic wird er ja wohl kaum sein und, wenn doch, muss auch an der Zurechnungsfähigkeit von Robin Dutt gezweifelt werden. Noch in der Woche nährte Kramny Hoffnungen auf Barba, indem er erklärte, für das Spiel könne ein Linksfuß nützlich sein. Verließ ihn kurz vor dem Spiel dann doch der Mut, etwas Neues auszuprobieren?

Weshalb greift ein Trainer, den man von den Amateuren hochgezogen hat, nicht auf „seine“ Spieler der zweiten Garde zurück? Traut er ihnen das Haifischbecken Bundesliga nicht zu, haben wir also auch in der Reserve ein großes Qualitätsproblem? Oder möchte er nur den einen oder anderen „Führungsspieler“ nicht vor den Kopf stoßen, der dann womöglich weichen müsste? Mir ist das absolut rätselhaft, zumal ja jeder langjährige Trainer einer Mannschaft „seine“ Spieler hat, denen er vertraut und die bereit sind, für ihn ihre beste Leistung zu bringen. Hatte Kramny einen solchen Spieler bei den Amas nicht, zeugt das nicht von einem guten Arbeitsklima seinerzeit.

Die einzigen echten Typen, die sich ernsthaft und mit allem, was sie haben, gegen Niederlagen stemmen, Kevin Großkreutz und Serey Dié, fallen für den Rest der Saison aus wie auch Goalgetter Daniel Ginczek, so dass er auf deren Hilfe und zurückkehrende Qualität nicht zu hoffen braucht. Daher gilt es, aus dem zur Verfügung stehenden Personal das Beste herauszuholen und die am besten harmonierende Formation auf den Platz zu schicken. Die von Augsburg ist es mit Sicherheit nicht.

Dass diese jämmerliche Ansammlung an Berufsfußballern, die gestern einmal mehr ihre Unfähigkeit zur Schau stellte, die gleiche sein soll, die für uns in den restlichen Spielen die Kohlen aus dem Feuer holen soll, bereitet mir jetzt schon Schweißausbrüche und schlaflose Nächte.
Kramny muss jetzt zeigen, ob er die Fähigkeit besitzt, die Jungs bei der Ehre zu packen und darf vor Veränderungen nicht zurückschrecken. Es müssen Zeichen von außen her, sonst bleibt das Team in diesem Trott und kann den Schalter nicht mehr umlegen. Die Streichung des trainingsfreien Montags ist überfällig und hoffentlich nicht nur Aktionismus. Es müssen andere Saiten aufgezogen werden, lässt Kramny das Schiff weiterhin schlingern, kann ich mir es gut vorstellen, dass wir (spätestens) nach dem Spiel gegen den BVB mal wieder einen neuen Trainer bekommen. Der Kramny-Effekt ist nach zuletzt nur einem Sieg aus neun Spielen endgültig verpufft.

Dass die Situation nicht noch viel prekärer ist, haben wir den Managemententscheidungen von Hannover 96 und Eintracht Frankfurt zu verdanken. Während Hannover mit Ex-VfBler Michael Frontzeck wohl nur wegen seines „Retter-Bonus“ und nicht aus Überzeugung in die Saison ging und mit Thomas Schaaf schließlich völlig ins Klo griff, stand für mich die Eintracht bereits am Tag der Bekanntgabe, dass Veh neuer alter Trainer werden würde, als Abstiegskandidat Nummer 1 fest. Danke, Euch beiden!

So geht es für den VfB wohl lediglich darum, die Relegation zu vermeiden, was allerdings bereits Horrorvorstellung genug ist. Nach den erbärmlichen Auftritten in der jüngeren Vergangenheit, nicht nur gestern, fällt es einem schwer, daran zu glauben, dass diese Truppe mit dieser Einstellung auch nur gegen irgendjemanden eine Siegchance hätte. Jedes Zweit- und Drittligateam ist mittlerweile so gut ausgebildet, dass es konzentriert verteidigen und unsere harmlose Offensive in Schach halten kann, während wir uns hinten die Dinger in schöner Regelmäßigkeit selbst rein hauen.
In einer möglichen Relegation ginge es wohl gegen den 1. FC Nürnberg. Nicht nur die Vorstellung, dass Nürnberg zu Bundesligazeiten einer unserer (inzwischen unzähligen) Angstgegner war, auch dass wir diesen lachhaften Haufen noch zwei weitere Male ertragen müssten, macht nicht gerade Lust darauf.

Das Schlimme nach Jahren des Dahinsiechens auf der Intensivstation ist, dass ich derzeit nicht weiß, wovor ich mehr Angst habe. Vor einem möglichen Abstieg und der Realität 2. Bundesliga oder davor, dass wir in der Liga bleiben und die nächste Saison wieder einen Tick schlechter wird und die Scheiße niemals endet.

Jahr für Jahr schreibe ich mittlerweile von der schlechtesten VfB-Elf aller Zeiten, wobei gestern in Augsburg ein weiterer Tiefpunkt war und man sich damit beruhigen können sollte, dass es schlimmer nimmer geht. Wären da nicht Leute wie der Holzfuß-Schorsch, Schwaab, Klein, Gentner, Sunjic, Kravets, gestern auch Insúa, von denen fast alle, wenn nicht alle, auch nächsten Samstag wieder ihren Dilettantismus zur Schau tragen dürften, so dass gegen den BVB, egal wie dieser auch rotieren möge, ein Debakel zu befürchten sein dürfte.

Gewänne tags zuvor Werder in Hamburg, stünden wir auf dem Relegationsplatz und die Alarmglocken dürften wohl endgültig auch bei Robin Dutt läuten. Dann wäre es überhaupt nicht mehr verwunderlich, wenn der nächste Feuerwehrmann noch retten müsste, was zu retten ist. Geht’s Huub Stevens eigentlich gesundheitlich wieder besser? ;-)

Nach Dortmund kommt dann das wohl vorentscheidende Spiel bei Werder Bremen, bei dem der VfB ohne seine aktive Fanszene auskommen muss. Bei vielen ist der Aufschrei groß, weil man sein Team in dieser prekären Lage nicht im Stich lassen dürfe. All jene Leute sollten sich dabei vor Augen führen, welchen Stuss „die Mannschaft“ gestern mit bestmöglicher Unterstützung abgeliefert hat und ob es für diese Mimosen nicht sogar förderlich wäre, wenn ihnen keine überbordenden Erwartungen aus der Kurve entgegen schlagen.

Ich für meinen Teil trage den Boykott mit und beteilige mich auch daran. Mir persönlich geht es gar nicht in erster Linie um Montagspiele generell. Diese werden, wenn auch schleichend, kommen und dürften nur schwerlich zu verhindern sein. Im besagten Fall aber geht es um die Terminierung aus heiterem Himmel, an einem Spieltag, für den der Rahmenterminkalender Spiele lediglich freitags und samstags ausgewiesen hatte. Dass aufgrund der 1. Mai-Krawalle keine Sonntagspiele stattfinden würden, stand also schon seit Ende 2014 fest, als der Rahmenterminkalender aufgesetzt wurde. Daher ist es jetzt auch scheinheilig von der DFL, so zu argumentieren, dass das Montagsspiel angesetzt wurde, weil am 1. Mai keine Spiele stattfinden sollen. Dass, wenn es denn schon ein Montagsspiel sein musste, noch ausgerechnet jenes mit der weitesten Entfernung ausgewählt wurde, schlägt dem Fass den Boden aus. Hier gilt es Zeichen zu setzen und zu versuchen, darauf hinzuwirken, dass die Belange der Fans mehr mitberücksichtigt werden. Dass es mit dem einmaligen Fernbleiben eines Spiels und dem Hochhalten von Bannern nicht getan ist, ist allen Beteiligten klar. Es müssen weitere Aktionen folgen bis hin zum Komplettboykott des Bezahlfernsehens. Sky kann es sich nach wie vor nicht leisten, Abonnenten zu verlieren, so dass dies die einzige Möglichkeit sein dürfte, Sky, DFL und die Vereine dort zu treffen, wo es ihnen weh tut. Kündigen ein paar hundert tausend aus der aktiven Fanszene ihre Abos, wäre meiner Meinung nach bereits viel gewonnen. Der deutsche Fernsehmarkt lässt sich mit dem englischen nicht vergleichen, da die Zahl derer, die überhaupt bereit sind, für Fußball im TV zu bezahlen, weitaus überschaubarer ist als in England, so dass es bei schwindenden Abonnentenzahlen schwierig sein dürfte, einen ähnlichen TV-Vertrag abzuschließen und dabei noch schwarze Zahlen zu schreiben, wie der, der in England die Finanzquellen sprudeln lässt.

Ich kann einem höher dotierten TV-Vertrag auf Kosten eines noch zerstückelteren Spielplans überhaupt nichts Positives abgewinnen. Ich persönlich brauche nicht noch mehr Stars in der Liga, die das Gehaltsniveau, das ohnehin schon ein Wahnsinn und für den Normalbürger nicht nachvollziehbar ist, weiter anheben und möchte es mir auch gar nicht ausmalen, dass Holzfüße wie Niedermeier, Klein, Schwaab, Gentner, etc. das Doppelte von dem „verdienen“, was man ihnen schon heute in den Rachen wirft.

Das Spiel in Bremen, bei dem im Übrigen auch die Bremer Ultras solidarisch einen Boykott angekündigt haben, also ohne Gästefans. Danach kommt dann der FSV Mainz 05 ins Neckarstadion, gegen die ein Dreier drin sein könnte, wenn man nach dem Gesetz der Serie geht. Mainz hatten wir schon des Öfteren am Saisonende zu Gast und dabei meist gewonnen.

Ich hoffe, das Team hat schon verinnerlicht, dass Wolfsburg nicht Paderborn ist und lässt es nicht wieder auf den 34. Spieltag ankommen. Der Trend im Abstiegskampf spricht eindeutig gegen den VfB, einfach weil jetzt Mannschaften Morgenluft wittern, die so nicht damit rechneten, während der VfB dem Saisonende entgegen taumelt und in einer schlimmen Krise steckt.

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11. April 2016

Gegen Bayern darf man mal verlieren

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , , , – Franky @ 20:57

Es spricht für die Bayern und unterstreicht, wie sehr sich der Rekordmeister seit der Saison 2006/2007 von der Konkurrenz und insbesondere vom VfB entfernt hat, wenn fast jeder Gegner schon vor dem Spiel in die Knie geht und sein vorrangiges Ziel darin besteht, keine Klatsche zu kassieren und mit erhobenem Kopf aus der Partie zu kommen.

Das ist dem VfB gelungen. Wieder einmal hagelte es Lob von allen Seiten, weil die Mannschaft nicht auseinandergefallen war und „nur“ 1:3 verloren hat. Dass die Bayern die Aufgabe zwischen zwei Championsleague-Viertelfinals nicht mit der allerbesten Elf angingen und diese auch noch nahezu mühelos im Schongang erledigte, wird bei der Bewertung dieses Auftritts kurzerhand unter den Tisch fallen gelassen.

Im Vorfeld der Partie war ich schon fast dazu geneigt, die Stimmen zum Spiel bereits vorab zu schreiben, weil sie sich ohnehin wiederholen, wenn es gegen die Bayern geht.

Das letzte Mal, dass nach einer Niederlage gegen die Bayern ein VfBler so richtig angefressen vor die Mikrophone trat, muss zu Zeiten von Mario Gomez, Sami Khedira und Thomas Hitzlsperger gewesen sein. In den letzten Jahren aber wurde es zur Gewohnheit, dass man schon damit zufrieden war, wenn man einigermaßen nett mitspielte und nicht abgeschossen wurde. Wenn so die Maßgaben vor den Spielen lauten, wundert mich überhaupt nichts mehr. Ich dachte immer, man betreibe Leistungssport, um möglichst erfolgreich zu sein, was im Fußball bedeutet, zu punkten, und nicht, um sich für eine B-Note, die es im Fußball nicht gibt, anschließend selbst zu beweihräuchern.

Selbstredend bin ich kein Phantast und habe von dieser Truppe auch null Komma nix gegen die Bayern erwartet. Deren Dominanz ist mir bekannt und wie schwierig es ist, gegen sie zu punkten, ebenfalls.

Jedoch, wer Big-Points wie gegen Hannover, in Ingolstadt, gegen verunsicherte Leverkusener oder jüngst in Darmstadt fahrlässig liegenlässt, muss mit der Absicht ins Spiel gehen, sich diese verlorenen Punkte zurückzuholen, auch wenn der Gegner Bayern München heißt.

Seit der Siegesserie zu Beginn der Rückrunde wähnte sich der VfB bereits wieder in der Komfortzone der Liga, was unsere verwöhnten Diven schnell zum Anlass nahmen, einen Gang herunterzuschalten, anstatt gierig auf weitere Erfolgserlebnisse zu sein. Dadurch geriet man schleichend in die Abwärtsspirale, wobei es jetzt schwer ist, den Schalter nochmal umzulegen.

Auch wenn die Leistung am Samstag noch so diszipliniert und respektabel war, ich habe am Ende weder Beifall geklatscht, noch war ich zufrieden. Wie kann ich als VfB-Fan, der seit den 70er-Jahren unzählige Südklassiker mit einigen wenigen, dafür umso schöneren, VfB-Siegen erlebt hat, jetzt damit zufrieden sein, dass die zwölfte (!) Bundesliganiederlage gegen die Bayern am Stück nicht ganz so deftig ausgefallen ist? Früher war das Süd-Derby ein Spiel, dem man Wochen vorher schon entgegengefiebert hatte und das stets mit offenem Visier ausgetragen wurde. 5:3 lautete in München schon fast das Standardergebnis und doch waren es stets enge und begeisternde Spiele, in denen der VfB meist nicht schlechter, sondern eben unglücklicher war. Mittlerweile ist das Spiel gegen die Bayern, weil die Kräfteverhältnisse so ungleich verteilt sind, lästige Pflichtaufgabe, ich bin jedes Mal nur froh, wenn es vorüber ist.

Die Begegnungen VfB gegen Bayern in der Gegenwart haben den Charakter eines DFB-Pokal-Spiels, wenn die Bayern bei einem ambitionierten Drittligisten antreten müssen. Auch dieser versucht zunächst den Mannschaftsbus vor dem eigenen Tor parken und hofft darauf, dass vorne der liebe Gott hilft. In etwa 99% aller Fälle wird sich dabei die Klasse des Favoriten durchsetzen, hin und wieder schafft es aber auch der Underdog.
Nach einer Woche voller Hiobsbotschaften mit dem (endlich offiziell) verkündeten Abgang von Daniel Didavi und dem Saisonaus von Serey Dié meldeten sich am Spieltag auch noch Alexandru Maxim, Martin Harnik und Kapitän Christian Gentner, jeweils wegen eines grippalen Infekts, krank, so dass der ohnehin ersatzgeschwächte VfB gegen die Bayern weiter improvisieren musste.

Nach Kevin Großkreutz‘ Ausfall bis zum Saisonende trifft uns auch der von Serey Dié bis ins Mark. Ausgerechnet unsere beiden Mentalitätsmonster, die mit ihrer Körpersprache, ihrem Einsatz und ihrer Einstellung ihre Mitspieler mitzureißen vermögen und für mich die wahren Kapitäne dieser Mannschaft sind, werden bis zum Saisonende nicht mehr mithelfen können, die Abstieg zu verhindern. Bei beiden stellt sich die Frage, weshalb man sie in Ingolstadt (Großkreutz) und in Darmstadt (Serey Dié) verletzt weiterspielen ließ und nicht sofort heruntergenommen hat. Sollten sich die Blessuren dadurch verschlimmert haben, wäre es ein zu hoher Preis, den wir für ihren Ausfall jetzt zu bezahlen haben.

Im restlichen Saisonverlauf müssen die anderen für uns die Kohlen aus dem Feuer holen, was mir mangels wirklichen Führungsspielern schon jetzt den Angstschweiß auf die Stirn treibt.

Weil Jürgen Kramny (oder ein Maulwurf?) unter der Woche recht redselig war, war bereits im Vorfeld bekannt, dass Kramny auf einen Fünfer-Abwehrriegel vor dem eigenen Tor setzen würde, der bei eigenen Angriffen in ein 3-4-3 münden sollte.

Daniel Didavi spielte erstmals in seiner Karriere auf der Doppelsechs, zusammen mit Lukas Rupp, so dass Kostic, Werner und Kravets die einzig wirklich offensiv denkenden Akteure auf VfB-Seite waren.

Schon vor dem Spiel kamen nostalgische Gefühle auf, denn, unsere Meisterspieler Timo Hildebrand und Sami Khedira, die es noch wissen, wie man die Bayern schlägt, gaben sich die Ehre. Dann folgte eine schöne Ganzkurvenchoreo für die Beibehaltung des e. V., so dass der äußere Rahmen perfekter nicht sein konnte.

Das Spiel entwickelte sich wie erwartet. Die Bayern kamen auf fast 80% Ballbesitz und spielten Einbahnstraßenfußball in Richtung VfB-Tor, verfingen sich aber immer wieder im engmaschigen Abwehrnetz der Schwaben. Nach Ballgewinn versuchte der VfB über Kostic und Werner schnell umzuschalten, oft fehlte jedoch die Unterstützung aus dem (dünn besetzten) Mittelfeld, zudem wirkt Kravets, auch wegen seiner unorthodoxen Ballbehandlung, noch immer wie ein Fremdkörper im VfB-Spiel.

Der VfB begann dabei konzentriert und diszipliniert und hatte sogar die erste echte Chance des Spiels, was zugleich die einzige VfB-Chance in der ersten Halbzeit bleiben sollte. Nach Kostic-Freistoß scheiterte Didavi denkbar knapp am stark reagierenden Manuel Neuer. Die Münchner schienen von der destruktiven Spielweise des VfB genervt zu sein, was sich vor allem in drei (!) üblen Fouls Arturo Vidals in den ersten gut 20 Minuten entlud.
Beim dritten Foul, das meiner Meinung nach zwingend gelb-rot zur Folge hätte haben müssen, ließ Schiedsrichter Dankert Gnade vor Recht ergehen und nutzte seinen Ermessungsspielraum voll aus. Dankert? Ach ja, genau der gleiche Dankert, der im Hinspiel zwei irreguläre Bayern-Tore anerkannte und dem VfB ein reguläres verweigerte. Großes Kino, DFB!

Zwischen zwei Championsleague-Spielen kann man den Bayern ja schon mal einen zwölften Mann zur Seite stellen, schließlich spielen die Bayern ja für Deutschland und für die 5-Jahres-Wertung, so wohl die Denke des DFB.

Würde in der Liga einheitlich gepfiffen, würde mich dieses sogenannte Fingerspitzengefühl auch nicht aufregen und ich würde es sogar goutieren, aber so hat man eben den Eindruck dieses gelte nur für die Großen, ein VfBler wäre mit Sicherheit, nach gleichem Foul und bereits verwarnt, vom Platz geflogen. Natürlich mache ich die Niederlage nicht an dieser Entscheidung statt, aber, wer weiß, gerade vor dem Championsleague-Spiel bei Benfica Lissabon hätten sich die Bayern zu zehnt vielleicht auch mit einem Punkt begnügt.

Guardiola reagierte umgehend und brachte in der 27. Minute Thomas Müller für Vidal, wodurch nicht nur das Platzverweis-Risiko gebannt war sondern die Bayern offensiv auch variabler wurden. Die Passmaschinerie näherte sich dem VfB-Tor unermüdlich und doch musste ein VfBler her, der schließlich ein Einsehen hatte. Der gebürtige Münchner und als Kapitän auflaufende Georg Niedermeier bugsierte eine Ribéry-Hereingabe so unglücklich aufs Tor, dass Przemyslaw Tytoń das Nachsehen hatte. Einmal Bayer, immer Bayer ist man geneigt zu sagen, wenngleich hinter ihm auch noch Lewandowski gelauert hatte.

Es war das sechste Eigentor des VfB in dieser Saison und damit Allzeitrekord in der Bundesliga-Historie! Glückwunsch, diesen Titel nimmt uns wohl keiner mehr! Ist diese Fülle an Eigentoren einfach nur Pech oder auch Unvermögen? Beides würde ich sagen, wenn man sich die Grobmotoriker in unserer Abwehr so anschaut!

Es war insgesamt ein Spiel mit wenigen Torchancen, weil der VfB durch die dichte Defensivstaffelung Pässe in die Gefahrenzone meist zu verhindern wusste.

Defensiv in Ordnung, aber, der Sinn des Fußballspielens besteht nun mal darin, selbst Tore zu erzielen. Diese Balance zwischen defensiver Stabilität und schnellem Aufrücken, um vorne Nadelstiche zu setzen, bekam der VfB das gesamte Spiel über kaum hin.

Die Bayern verwalteten nach der Führung das Ergebnis und wurden kurz nach dem Seitenwechsel dann doch recht freundlich zum 0:2 eingeladen. Šunjić ließ sich dabei von Alaba düpieren, wobei Tytoń bei dem nicht allzu stramm getretenen Schuss ins kurze Eck, nicht besonders gut aussah, wenngleich ihm wohl etwas die Sicht versperrt war.

Der VfB gab sich nicht auf und kam durch ein kurioses Tor im Sitzen durch Daniel Didavi wie aus dem Nichts zum Anschlusstreffer. Es war die zweite und auch letzte VfB-Chance in einem Spiel, in dem die Bayern relativ relaxed zum Sieg kamen. Didavi machte, nachdem es raus ist, einen gefestigteren Eindruck als zuletzt und kann für den VfB in dieser Form im weiteren Saisonverlauf noch sehr wertvoll sein.

Während die Bayern von der Bank noch Müller, Thiago und Douglas Costa brachten, wechselte Kramny lediglich Borys Tashchy ein. Jener Douglas Costa war es dann auch, der in der Nachspielzeit den Deckel drauf machte, wobei Tytoń, der kurz vorher noch glänzend einen Schuss von Thiago Alcântara an die Latte lenkte, wieder nicht gut aussah.

Wie die meisten seiner Kollegen hat auch Przemyslaw Tytoń in den letzten Wochen stark nachgelassen und bald sein „Niveau“ vom Beginn der Runde wieder erreicht. Es ist zwar nicht die Zeit, durch eine Torwartdiskussion ein neues Fass aufzumachen, aber, er wird sich steigern müssen, möchte er über die Sommerpause hinaus unsere Nummer 1 bleiben. Dass er es kann, hat er ja bereits bewiesen, weiß aber auch mit Mitch Langerak einen Mann hinter sich, der schon mit den Hufen scharrt.

Grund-Tenor nach diesem 1:3 war dieser, dass man ordentlich agiert hätte und eben alles zusammen passen hätte müssen, um den Bayern noch mehr weh zu tun und dass man den Klassenerhalt ja noch immer aus eigener Kraft schaffen könne, was natürlich richtig ist.

Natürlich kann man gegen die Bayern verlieren, man könnte aber auch einmal die Gunst der Stunde nutzen und es wenigstens versuchen, den Bayern (zwischen zwei Champions League Spielen) richtig wehzutun.

In einem für die Tabelle doch wichtigen Spiel und in das man geht, weil man es gewinnen möchte, ist eine Foulstatistik von 8:15 gegen wieselflinke Bayern verheerend und zeugt nicht von jener Galligkeit, mit der man einem auf dem Papier übermächtigen Gegner begegnen muss.

Auch die Passquote aus der Kicker-Statistik liest sich desaströs. Bei 210 gespielten Pässen sollen 86 Fehlpässe dabei gewesen sein, während sich die Bayern bei 802 Pässen gerade einmal 83 Fehlpässe leisteten. Dass die Bayern in diesen Statistiken phänomenale Werte erreichen ist ja bekannt.
Es verlangt auch kein Mensch, dass der VfB annähernd daran herankommt, und dennoch sind nur 59% angekommene Pässe einer Bundesligamannschaft nicht würdig. Da fragt man sich dann schon hinterher, was die eigentlich trainieren, wobei Passsicherheit im Grundrepertoire eines jeden Profifußballers fest verankert sein sollte. Auch daran lässt sich ein Qualitätsproblem festmachen, das in Robin Dutt Überlegungen aufkommen lassen sollte, ob es tatsächlich ratsam wäre, auch nur einen der im Sommer auslaufenden Verträge zu verlängern.

Weitestgehend agierte der VfB wie das Kaninchen vor der Schlange oder eben wie ein Drittligist im DFB-Pokal, womit ich mich, und wenn die Schere noch so weit auseinander gedriftet ist, im Leben nicht abfinden möchte.

Ich bin eher ein Verfechter des Agierens im Fußball und nicht des Verhinderns. Noch gut kann ich mich an die 90er-Jahre erinnern, als mich Teams wie Fortuna Düsseldorf (unter Aleksandar Ristic) und der MSV Duisburg (unter Friedhelm Funkel) mit ihrem destruktiven Fußball zur Weißglut trieben und ich ihnen nichts anderes als den baldigen Abstieg an den Hals wünschte, weil ihre Spielweise mit dem Fußballspiel, wie wir es lieben, so rein gar nichts zu tun hatte.

Daher hätte ich mir etwas mehr Mut gewünscht und einen Mittelweg zwischen der Hinspiel-Taktik von Zorniger, als man blind ins offene Messer rannte, und der vom Rückspiel, wo man sich trotz äußerst prekärer Tabellenlage mit einer nicht zu hoch ausgefallenen Niederlage gegen die Bayern zufrieden gibt und auch noch gegenseitig auf die Schultern klopft.

Gut, die Bayern sind nun Geschichte, richten wir das Augenmerk auf die nächsten Gegner, die da heißen FC Augsburg, Borussia Dortmund, Werder Bremen, FSV Mainz 05 und VfL Wolfsburg.

Was liegt noch drin für den VfB? Ich befürchte, nicht mehr viel. Allein dem Gesetz der Serie nach zu urteilen, verlieren wir in Augsburg. Gegen die Fuggerstädter setzte es zuletzt sechs Niederlagen in Folge und hatte gar drei Mal unmittelbar danach einen Trainerwechsel zur Folge. Ich hatte es vor Wochen bereits geschrieben, sollten sich die zu erwartenden Misserfolge einstellen, dass es mich nicht wundern würde, wenn wir noch einmal einen neuen Trainer auf dem Wasen begrüßen „dürften“.

Nach zuletzt nur einem Sieg aus den letzten acht Spielen und der Tatsache, dass wir ein doch sehr unbequemes Restprogramm vor der Brust haben, ist es mir derzeit viel zu ruhig an der Mercedesstraße. Wird die Lage verkannt, nur weil wir noch immer auf dem 12. Tabellenplatz stehen, also derzeit noch sechs Teams hinter uns lassen? Die Tabellensituation ist trügerisch und könnte sich bereits nächstes Wochenende weitaus dramatischer darstellen als noch heute. Verlören wir in Augsburg, Werder gewänne gegen auswärtsschwache Wolfsburger, Darmstadt schlüge bereits gerettete Ingolstädter und Hoffenheim setzte seinen Aufwärtstrend gegen die Berliner Hertha fort, wäre es auf einen Schlag kuschelig eng im Tabellenkeller und der VfB stünde vor dem Spiel gegen den BVB auf einmal mächtig unter Zugzwang.

Kramny nimmt im Moment eher die Rolle des Mängelverwalters ein, anstatt dass er Dinge anschiebt und das Team weiterentwickelt. Zu durchschaubar seine Aufstellungen und die Ausrichtung der Mannschaft, zu ausrechenbar das Gebilde, kaum Konkurrenzkampf. Von den Jungen, die er einst bei den Amateuren hatte, kommt einzig und allein Borys Tashchy auf Einsatzzeiten, alle anderen sind außen vor, was auch darin begründet sein könnte, dass die Amateure ebenfalls jeden Punkt gegen den Abstieg benötigen.

Ein Federico Barba bekommt überhaupt keine Chance, sich zu beweisen, obwohl er bereits seit der Länderspielpause wieder einsatzbereit wäre und wohl kaum schlechter als Daniel Schwaab, Toni Sunjic oder Georg Niedermeier sein kann. Hier setzt Kramny für mich zu viel auf Altbewährtes oder besser Nichtbewährtes, anstatt auch mal etwas Neues zu probieren. Genauso plätschert momentan auch die Saison dahin.

Es sind nicht nur fehlende Ergebnisse, die uns derzeit um den Verstand bringen, das Auftreten der Mannschaft erinnert fatal an das in den letzten Jahren. Bequem bis zum Geht nicht mehr, kein Mumm, keine Spieler mit Führungsqualitäten, teilweise kollektives Versagen, um sich hinterher glückliche Punkte in Ingolstadt und Darmstadt schön zu trinken, ähm, zu reden.

Mir fällt momentan nicht viel ein, weshalb wir gerade in Augsburg einen anderen VfB erleben sollten. Ich hoffe, der VfB belehrt mich eines Besseren und tritt in Augsburg anders auf als zuletzt, damit es nicht zum Ende der Saison knüppeldick kommt und wir vor einem dritten Neuanfang im Laufe dieser Saison stehen.

Nach Augsburg kommt der BVB ins Neckarstadion, dem man das Weiterkommen in Liverpool nur wünschen kann. Stünden sie im Halbfinale der Europaleague wäre wohl eine Radikal-Rotation von Thomas Tuchel zu erwarten, so dass durchaus Chancen bestünden, wenigstens dann die Gunst der Stunde zu nutzen.

Danach geht es für den VfB nach Bremen, wo man zuletzt in der Meistersaison einen Sieg einfahren konnte. Eventuell haben die Bremer dann schon einen Feuerwehrmann an der Linie und hoffen auf den „Trainer-Effekt“, soll doch Viktor Skripniks Stuhl nach der Heimniederlage gegen den FCA bedenklich wackeln.

Nach den Hinspiel-Ergebnissen im Europapokal ist es nicht gerade wahrscheinlicher geworden, dass der VfB in Bremen doch noch Samstags ran darf. Real müsste gegen die Wölfe das 2:0 wettmachen, während der BVB an der Anfield Road gewinnen oder hoch unentschieden spielen müsste. Tritt einer der Fälle nicht ein, bleibt es beim Montagspiel, das für mich hauptsächlich deshalb eine bodenlose Frechheit darstellt, weil es aus heiterem Himmel kommt und der Rahmenterminkalender für diesen Spieltag Bundesligaspiele nur freitags und samstags aufgeführt hatte.

Bleibt es bei dem Montag-Abend-Spiel, wird es einen Boykott der Fanszene geben, an dem ich mich natürlich auch beteiligen werde. Dieser Boykott wurde zwischen Ultras und den OFC’s einstimmig beschlossen und es wurden „weitere Maßnahmen“ beschlossen, sollte es bei diesem Termin bleiben. Ich hoffe stark, dass sich diese Maßnahmen nicht auf das hochhalten von Bannern im Stadion beschränken, sondern dass es auch Aktionen geben wird, mit denen man den Haupt-Finanzier der Liga treffen kann. Erst wenn dieser durch den Verlust von Abonnenten zu spüren bekommt, dass der hiesige Fernsehmarkt mit dem englischen eben nicht vergleichbar ist, könnte ich mir eine leichte Abkehr der auf dem Tisch liegenden Pläne, den Spielplan weiter zu zerstückeln, vorstellen.

Der VfB würde also in einem möglicherweise vorentscheidenden Spiel um den Klassenerhalt ohne Unterstützung von den Rängen auskommen müssen, was, wie Dutt es formulierte, einem Wettbewerbsnachteil gleichkommen würde.

Auf der anderen Seite aber, so zerrüttet das Verhältnis zwischen Mannschaft und Fans derzeit ist (siehe die Reaktionen nach dem Darmstadt-Spiel), könnte die Mannschaft ganz befreit und ohne kritische Bruddler auf der Tribüne ihren Stiefel herunterspielen und sogar noch einen Vorteil aus dem Fanboykott ziehen.

Nach diesen drei Spielen sollte der VfB möglichst die entscheidenden Schritte zum Klassenerhalt getan haben. Zwar waren die Mainzer zu ähnlichen Zeitpunkten in früheren Jahren meist ein dankbarer Gegner für den VfB, in dieser Saison jedoch könnte es für sie noch um die Champions League Qualifikation gehen, so dass dem VfB vermutlich nichts geschenkt werden dürfte.

Und, zu guter Letzt, geht es noch zum VfL Wolfsburg, wo der VfB vor zehn Jahren letztmals einen Punkt errang, so dass ein erfolgreiches Finale, wie einst in Paderborn, in Wolfsburg sehr unwahrscheinlich sein dürfte.

Jedem Fan war es bei Erscheinen des Spielplans im Juli bereits klar, dass der VfB es unbedingt vermeiden sollte, es auf ein weiteres Herzschlagfinale ankommen zu lassen, nur der Mannschaft offensichtlich nicht, sie hat noch immer die Ruhe weg.

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29. März 2016

Die Geister, die ich rief – „Against modern football“

Nach der Niederlage gegen Bayer 04 Leverkusen befinden wir uns noch immer in einer dieser unsäglichen Bundesligapausen, in denen die Nationalspieler in aller Herren Länder ausschwärmen um für ihre Heimatländer aufzulaufen und sich für die Kontinentalwettbewerbe zu qualifizieren oder sich für Euro und Olympia einzuspielen.

„Die Mannschaft“ durfte sich in Berlin gegen England blamieren, sowohl auf dem Platz als auch die „Fans“ auf der Tribüne, die sich von 4.000 Engländern stimmungstechnisch in Grund und Boden singen ließen.

Der „moderne“ Fußball hat uns längst erreicht. Länderspiele, in denen es um nichts geht, von einer Mannschaft, bei der 90% ihren Euro-Kaderplatz ohnehin sicher haben, was will man da erwarten. Und doch bauscht der DFB ein solches Aufeinandertreffen zu einem Mega-Event auf, preist den Klassiker an, den man sich nicht entgehen lassen darf.

Ich tue mir solche Heimländerspiele allenfalls noch an, wenn sie auf dem heiligen Rasen des Neckarstadions stattfinden. Schon das Länderspiel vor zwei Jahren gegen Chile in Stuttgart war für mich eine Art Kulturschock, einfach weil der „normale“ Fan, der Woche für Woche in den Arenen der Republik unterwegs ist, sich das kaum antut und daher überwiegend die Klatschpappenfraktion zugegen war, die der Auffassung ist, wie in der Oper hätten sie auch hier Anrecht auf eine Gegenleistung für ihr Geld.

Bei derartigen Testspielen erlaubt sich Joachim Löw das, wofür Tests eigentlich geschaffen sind, er testet. Er schickt dabei Formationen aufs Feld, die so nie wieder zusammen auflaufen werden, er schont Stammkräfte und wechselt in der zweiten Halbzeit auch noch wild durcheinander. Dass dadurch das Zusammenspiel nicht perfekt funktioniert und am Ende, wegen der Wechsel, der zuvor schon kaum vorhandene Spielfluss, weiter empfindlich gestört wird, liegt in der Natur der Sache.

Und da beißt sich die Katze eben in den Schwanz. Der DFB denkt überhaupt nicht daran, günstige Familienpakete zu schnüren oder solche Kirmes-Kicks zum halben Preis anzubieten – nein, er langt auch dabei in die Vollen, schließlich erwirbt man ja ein Premium-Produkt.

Die nicht vorhandene Fankultur wird dadurch deutlich, dass man bei solchen Spielen unzählige Leute mit verwaschenen Shirts sämtlicher Vereine und vorangegangener Turniere sieht, Hauptsache sie haben einen Sport- oder Fußballbezug. Sommermärchen-Public-Viewer kramen die Utensilien von anno dazumal hervor und erfreuen sich, einmal live bei „Schwarz, Rot, Geil“ dabei zu sein. Das alles sind Konsumenten und keine Fans und schon gar nicht welche, die den Anspruch hätten, den Engländern stimmungstechnisch Paroli zu bieten.

Dass die ganze Veranstaltung auch noch fanunfreundlich gestaltet ist, zeigt sich in der späten Anstoßzeit um 20.45 Uhr, obwohl zu erwarten war, dass viele Familien mit Kindern zugegen sein würden. Auch an dieser Stelle macht es sich bemerkbar, dass die Interessen der Fernsehanstalten über denen der Fans stehen, schließlich stellen die Fans, auch wenn sie teuer dafür bezahlen, nur noch geduldetes Beiwerk dar.

Der Fanclub Nationalmannschaft ist ein weiteres Ärgernis für den normalen Fußball-Fan. Karten für Länderspiele, vor allem auswärts und bei großen Turnieren, bekommt man ausschließlich, wenn man dort eine Mitgliedschaft abgeschlossen hat, weshalb inzwischen die Kartellwächter auf den Plan gerufen sind und ermitteln.

Der Fanclub Nationalmannschaft, sinnigerweise „powered by Coca Cola“, zeichnet eigentlich für die Stimmung im Stadion verantwortlich. Außer einer vom DFB gesponserten und durchgestylten Choreographie, zu der die Gelegenheitsstadiongänger auch noch per riesigem Banner “Bitte zum Einlauf der Mannschaften die Pappfolien/Pappschnitte hochhalten.” eine Anleitung an die Hand bekamen, war von den deutschen Fans so gut wie nichts zu vernehmen.

Gut, oder besser schlecht, die Ehrung Mesut Özils als Nationalspieler des Jahres und die englische Hymne wurden von zarten Pfiffen begleitet und der Versuch einer La Ola, für die beim englischen Block Endstation war, waren die einzigen Augenblicke, als die „Fans“ aus sich herausgingen.

Die Engländer zeigten sich das ganze Spiel über viel kreativer und sangen außer ihrer Nationalhymne, auch während des Spiels, mit Inbrunst den Newcastle United Klassiker „Don’t take me home please, don’t take me home, I just don’t wanna go to work. I wanna stay here and drink all ya beer, please don’t take me home”, der auch den deutschen Stadionbesuchern noch eine ganze Weile nicht aus den Ohren gegangen sein dürfte.

Ob sich die Protagonisten auf dem Rasen vom lethargischen Publikum herunterziehen ließen oder die lustlose Vorstellung einiger sonstiger Leistungsträger die Zuschauer verstummen ließen, lässt sich nicht sagen. Deutschland verspielte jedenfalls am Ende die 2:0-Führung und verlor 2:3, was zum einen nicht unverdient war, ich ihren Fans auf der anderen Seite aber auch wirklich gönnte.

Den Klassiker Deutschland gegen England, zu dem dieser Test aufgebauscht wurde, gibt es höchstens bei einem WM- oder EM-Turnier, nicht aber mitten in einer Phase des Testens und des Umbruchs und kurz vor den entscheidenden Wochen der Bundesliga- oder Europacupsaison.

Mir gehen solche Kicks total am Arsch vorbei. Entscheidend werden die Wochen der Vorbereitung nach dem Championsleague-Finale sein, in denen Löw der Truppe den Feinschliff verpassen und die richtige Formation finden wird. Alles, was zwischen den großen Turnieren stattfindet, ist Kokolores und unwichtig, so auch das heute noch anstehende Spiel gegen Italien in München.

Spötter nennen die Arroganz-Arena das nördlichste Stadion Italiens. Dieses wird heute wohl fest in italienischer Hand sein, werden wohl nicht nur viele Italiener aus Italien anreisen sondern auch noch etliche aus allen Teilen Mitteleuropas, um die seltene Chance zu nutzen, ihre Squadra Azzurra live zu erleben.

Da die Niederlage in dem Prestigeduell den einen oder anderen der DFB-Verantwortlichen doch auch schmerzte und um den zahlenden Zuschauer nicht noch mehr zu verprellen, wurden dieses Mal nicht noch vielbeschäftigte Leistungsträger nach Hause geschickt, um sie zu schonen, da muss man dann, wie bei Manuel Neuer, schon eine Magenverstimmung vorschieben und die Fußballwelt für dumm verkaufen, um nicht bereits im Vorfeld die Unwichtigkeit des nächsten Tests offenzulegen. Stünde ein Pflichtspiel der Bayern an, würde Neuer wohl mit Sicherheit auflaufen können.

Mir ist es egal, wie der Kick gegen Italien, gegen das Deutschland seit 1995 nicht mehr gewonnen hat, ausgeht, vielmehr beschäftigt mich der weitere Weg des VfB und das Abschneiden nach der Pause in Darmstadt.

Ich kann mich in der jüngeren Vergangenheit an wenige Spiele erinnern, die richtungsweisender gewesen waren. Gewänne der VfB, wäre er so gut wie durch auf dem Weg zum Klassenerhalt und hätte noch sechs Matchbälle, einen weiteren Punkt zu ergattern, der endgültig reichen dürfte.

Gewinnen wir aber nicht oder verlieren gar das Spiel, sehe ich wahre Zitterwochen auf uns zukommen. Nur Phantasten rechnen sich aus den kommenden beiden Heimspielen gegen die Bayern und den BVB etwas aus.

Nach dem Bayern-Spiel geht es am 30. Spieltag zum FC Augsburg, der von der Papierform her schlagbar wäre und dem im bisherigen Saisonverlauf lediglich zwei Heimsiege gelangen.

Aber, zuletzt setzte es gegen den FCA sechs Niederlagen am Stück. Dass sie fast jedes Mal dem Trainer den Job kosteten ist dabei kurios. Ob in der Denke der Verantwortlichen dabei eine Rolle spielt, dass die Fuggerstädter, die in dieser Saison immerhin Europa League spielen durften, noch als Underdog angesehen werden und man nicht wahrhaben möchte, dass sie uns längst den Rang abgelaufen haben? Sind unterschwellig noch Fredi Bobic‘ Worte im Ohr, der einmal meinte, würden die Augsburger absteigen, steige ein kleines Boot ab, während wir ein Tanker der Liga seien?

Sowohl Bruno Labbadia als auch Alexander Zorniger wurden unmittelbar nach Niederlagen gegen Augsburg entlassen, Armin Veh trat nach einer Heimniederlage gegen den FCA entnervt zurück und auch für Thomas Schneider war nach einer 1:4-Heimklatsche das Ende eingeläutet.

Ich will zwar den Teufel nicht an die Wand malen, aber, ich halte einen erneuten Trainerwechsel beim VfB nicht für gänzlich ausgeschlossen. Die Mannschaft befindet sich in einer schleichenden Abwärtsspirale, die an Fahrt aufnehmen würde, sollten wir in Darmstadt nicht gewinnen. Würde die Konkurrenz in den nächsten drei Spielen dagegen fleißig punkten und der VfB den Abstiegsplätzen bedrohlich nah kommen, könnte sich Dutt durchaus gezwungen sehen, doch noch den letzten Joker zu ziehen, den man sich durch die Installation der vermeintlichen Billiglösung Kramny aufgespart hatte. Selbstredend hoffe ich, dass dieses Szenario nicht eintritt und Kramny die Mannschaft auch auf die kommende Bundesligasaison vorbereiten darf.

Der VfB zeigt sich zuletzt wieder auffallend oft in seinem alten Strickmuster. Die „Leistungen“ bei den Niederlagen in Mönchengladbach und gegen Bayer Leverkusen waren indiskutabel und auch in Ingolstadt holte man nur mit sehr viel Glück einen Punkt. Kevin Großkreutz fehlt an allen Ecken und Enden, vermeintliche Führungsspieler wie Gentner, Schwaab, Niedermeier und Klein, über deren Vertragsverlängerungen fatalerweise schon nachgedacht wird, ziehen sich gegenseitig herunter anstatt das Schiff wieder auf Kurs zu bringen. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, kann nichts wirklich ausgeschlossen werden. Kramny ist dabei erstmals in seiner Amtszeit richtig gefordert, war doch nach dem Kapitel Zorniger viel ein Selbstläufer, da den Spielern mal wieder das Alibi Trainer genommen wurde. Er muss es jetzt schaffen, dem Team den alten Schlendrian auszutreiben, sonst könnte es auch für ihn nach dem Augsburg-Spiel ein böses Erwachen geben.

Das auf Augsburg folgende Auswärtsspiel führt uns zu Werder Bremen. Auch was diesen Gegner betrifft, ist man geneigt zu sagen, machbar.

Das Hinspiel hat man nach einer 1:0-Pausenführung und einer hochüberlegenen Vorstellung in der ersten Halbzeit nach dem Pausenpfiff noch hergeschenkt, so dass wir uns mit einem Zähler zufrieden geben mussten. Die Bremer wissen wohl heute noch nicht, wie ihnen geschah, aber, nun gut. Auf der anderen Seite aber ist der VfB in Bremen seit der Meistersaison 2006/2007 sieglos, so dass man auch an der Weser nicht automatisch davon ausgehen kann, dass sich unsere vermeintlich höhere Qualität dort durchsetzen wird.

Dieses Unterfangen muss möglicherweise ohne einen Großteil der reisefreudigen Stuttgarter Fans angegangen werden, da die DFL aus einer Bierlaune heraus, dieses Aufeinandertreffen am 32. Spieltag auf einen Montag terminiert hat.

Es war von vornherein bekannt, dass am 1. Mai keine Bundesligaspiele stattfinden würden, da die Polizeikräfte andernorts benötigt werden. Soweit, so gut. Darauf konnten wir uns ja einstellen. Der Rahmenterminkalender der DFL, der ein Wegweiser durch die Bundesligasaison ist und darstellt, an welchen Tagen Bundesliga, 2. Liga, 3. Liga gespielt wird und an welchen Länder- oder Europacupspiele anstehen, wies für dieses Wochenende Bundesligaspiele am 29. und 30.04. aus, so dass wir, als die Preise bei der Deutschen Bahn noch moderat waren, Bremen von Freitag bis Sonntag buchten, um auf der „sicheren Seite“ zu sein.

Was die Herren von der DFL gesoffen oder geraucht haben, gerade dieses Spiel mit der längsten Entfernung an diesem Spieltag, auf den Montag zu terminieren, von dem an diesem Spieltag vorher nie die Rede war, erschließt sich mir in keinster Weise. Den einzigen Schluss, den man dabei ziehen kann bzw. muss ist der, dass den Herren die Fans total am Arsch vorbei gehen. Wenn es denn schon ein Montagspiel, vor allem so kurzfristig ins Programm genommen, sein muss, was läge dann näher als Darmstadt 98 gegen Eintracht Frankfurt, das zudem noch unter Ausschluss der Gästefans ausgetragen wird, dafür auszuwählen? Während die Arenen von Werder und dem VfB 625 Kilometer trennen sind es vom Böllenfalltor zum Frankfurter Waldstadion gerade einmal gut 30 Kilometer.

Hegt man für dieses Aufeinandertreffen bei einem Abendspiel Sicherheitsbedenken, sollten möglicherweise trotz Sperrung des Gästeblocks Frankfurter Ultras anreisen, hätte auch noch die Möglichkeit bestanden, Hoffenheim gegen Ingolstadt auf den Montag zu legen.

Die Entfernung betrüge „nur“ 260 Kilometer, was jedoch die wenigsten ernsthaft tangieren würde, weil Ingolstadt ohnehin kaum Fans mitbringt. Auf seiner Facebook-Präsenz beharrt Sky Deutschland zwar darauf, für die Ansetzungen nicht (mit-)verantwortlich zu sein und doch geht es bei der Ansetzung wohl in erster Linie um einen Testlauf und um die Attraktivität eines Exklusiv-Spiels an einem Montagabend auszuloten. Hoffenheim-Ingolstadt brächte mutmaßlich eine kaum messbare Einschaltquote, während zwei Traditionsvereine wie Werder und der VfB eher ziehen und die Leute vor die Sky-Receiver locken dürften.

Es ist eine bodenlose Frechheit die Interessen der Fans derart mit Füßen zu treten und sich um ihre Belange null Komma null zu scheren. Der Fan ist ja in keinster Weise blauäugig und sieht schon die weitere Zerstückelung des Spielplans in naher Zukunft auf sich kommen.

Der Unterschied zu dieser Terminierung ist dann aber, dass die möglichen Montagstermine im Rahmenterminkalender schon zu Beginn der Saison festgelegt sind und man eben tatsächlich bis zur endgültigen Terminierung mit der (Urlaubs-)Planung warten muss. Im speziellen Fall aber hat man tatsächlich den Eindruck, die Sesselpupser bei der DFL würden willkürlich die Faninteressen konterkarieren und sich jetzt noch über ihre ach so tolle Idee totlachen.

Dem ganzen wird nur dadurch noch die Krone aufgesetzt, dass auch dies noch nicht die endgültige Terminierung sein könnte und wir diese circa zehn Tage vor dem Spiel noch mitgeteilt bekommen. Auch wenn einem sonst von außen eingetrichtert wird, als Deutscher habe man international den deutschen Clubs die Daumen zu drücken, sind wir VfBler in der nächsten Championsleague-Runde alle „Vikingos“, wenngleich Real auf diesen schwäbischen Zuspruch nicht angewiesen sein und Wolfsburg ohnehin aus der Champions League schmeißen wird.

Sollte zusätzlich zum Wolfsburger Ausscheiden auch noch der BVB den FC Liverpool, mit seinem ehemaligen Trainer Jürgen Klopp, bezwingen, dürfte das Aufeinandertreffen Wolfsburgs und vom BVB am 32. Spieltag auf den Montag verlegt werden und wir stattdessen doch noch Samstags ran dürfen. Bis dahin hat eine Stornierung unserer bisherigen Buchung also überhaupt keinen Sinn. Schwierig wird es allerdings, sollte es beim Montagstermin bleiben. Die Preise bei der Deutschen Bahn zehn Tage vor Fahrtantritt wird man sich dann nicht mehr leisten können und die DFL tritt sicher nicht für die Differenzkosten ein.

Robin Dutt hat sich ganz gut positioniert und auch auf den Wettbewerbsnachteil hingewiesen, der in einem möglicherweise vorentscheidenden Spiel um den Klassenerhalt gegeben wäre, wenn anstatt gut 2.000 Fans lediglich höchstens 500 den Weg an die Weser antreten würden. Sollte es bei der Terminierung auf Montag, dem 2. Mai, bleiben, hoffe ich, dass Dutt offiziell Beschwerde einlegt und weiter darauf drängt, dieses Montags-Spiel abzublasen.

Von einem angedachten Boykott aufgrund dieser Ansetzung durch die VfB-Ultras halte ich übrigens nichts. Ich werde es dennoch versuchen, kurzfristig Urlaub zu bekommen und den VfB in Bremen zu unterstützen, weil ein Boykott aufgrund dieser bis jetzt einmaligen Montagsansetzung nichts bringen und vor allem die Herren bei der DFL vom eingeschlagenen Weg auch nicht abbringen wird.
Dafür müsste man schon weitreichendere Aktionen auf die Beine stellen und zukünftige Montagstermine generell boykottieren und auf Arbeitskreise mit allen Beteiligten drängen, die um eine Rückkehr zur mal kurz praktizierten 300km-Regel bemüht sind.

Bei den Spielansetzungen, die der DFL-Spielplanleiter Götz Bender verbricht, reden alle mit, nur nicht die Fans. Stößt man bei solchen Bemühungen bei der DFL auf taube Ohren und erfährt auch keine Unterstützung durch den eigenen Verein, wäre es am vielversprechendsten mit den Fanszenen anderer Vereine zusammenzuarbeiten und Spiele gemeinsam zu boykottieren, so dass komplette Fankurven leer bleiben und dadurch das Alleinstellungsmerkmal der Bundesliga im Vergleich zu anderen europäischen Ligen, nämlich die Stimmung in den Stadien, spürbar verloren geht.

Erst dann würde es den raffgierigen Institutionen um DFB, DFL, Sky wirklich an den Geldbeutel gehen, weil ohne Stimmung auf Dauer auch das Interesse der Fernsehzuschauer nachlassen würde.
Noch haben die Fans in Deutschland einen nicht zu unterschätzenden Einfluss, was ja auch die Aktionen zu „12:12 – ohne Stimme keine Stimmung“ gezeigt haben. Mit diesen Pfründen gilt es zu wuchern, was jedoch auch nur dann funktioniert, wenn alle gemeinsam für die Sache einstehen.

Um auf unser Spiel bei Werder zurückzukommen, bliebe bei der Montag-Ansetzung der komplette VfB-Block leer, fehlte der Mannschaft die so dringend benötigte Unterstützung, was in einem solch wichtigen Spiel kontraproduktiv sein und einmal mehr den Eindruck erwecken würde, „die“ Ultras köchelten mal wieder nur ihr eigenes Süppchen.

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26. April 2015

Rote Laterne zurückerobert!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , , – Franky @ 19:10

Aufgrund eines Kurzurlaubs langte es mir nach Augsburg nur zu einer Kurzanalyse auf Facebook, so dass ich meine Gedanken dazu mit der Analyse des Freiburg-Spiels vermische. Gerade nach dem Freiburg-Spiel wiegt es doppelt schwer, dass es in Augsburg eine absolut unnötige und vermeidbare Niederlage setzte. Dass die Augsburger derzeit nicht viel wert sind, lässt sich an deren Niederlagen in Paderborn und Hamburg ablesen. Selbst gegen einen solchen Gegner gelingt es uns nicht, den Gegner klein zu halten und ein Spiel zu dominieren. Gefälligen Phasen folgen stets solche, wo man sich das Spiel des Gegners aufdrängen lässt und nach und nach den Faden verliert. Dann setzt es noch technische Unzulänglichkeiten, individuelle Aussetzer und fertig ist die Niederlage.
Den ersten Aufreger vor dem Augsburg-Spiel gab es schon bei der Schiedsrichteransetzung. Mir liegt es fern diese völlig unnötige Niederlage an Schiri Kinhöfer festzumachen. Dennoch, absolut unsensibel vom DFB, den gleichen Pfeifenmann für dieses Spiel einzuteilen, der uns im Hinspiel so verpfiffen hatte und bei einem mit seiner selbstherrlichen Art und seinem pfauenartigen Gehabe schon beim Anblick Aggressionen schürt. Im Hinspiel flog Schwaab nach noch nicht einmal einer halben Stunde vom Platz. Der VfB kämpfte in der Folgezeit wacker und geriet durch den unberechtigt gegebenen Elfer auf die Verliererstraße, was schließlich Armin Veh dazu veranlasste das Handtuch zu werfen, so dass Kinhöfer (Kicker-Note 5,5/ nützte uns allerdings natürlich nichts, zur Belohnung durfte die Pfeife ja im Rückspiel auch gleich wieder ran.) durchaus mitverantwortlich zeichnet für die ganze Scheiße, die wir seither über uns haben ergehen lassen müssen. Die Bayern hätten wohl bei ähnlicher Konstellation diesen Schiri für das nächste Spiel kategorisch abgelehnt und beim DFB auch noch Gehör dafür gefunden, beim VfB aber nimmt man es so hin und kann es sich auch nicht vorstellen, wer überhaupt hier hin stehen und den dicken Maxe markieren könnte.
Ich kann mich noch genau erinnern, wie es mir erst einmal den Boden unter den Füßen weggezogen hatte, als ich die Nachricht von Vehs Rücktritt (?) erhielt. Und, seien wir ehrlich, seither wurde es doch eher schlimmer. Unter Veh machte ich durchaus einen Aufwärtstrend hin zu erlebnisreichen Fußballfesten aus, was wie sich wie Balsam auf der Seele anfühlte, nach den grottenschlechten Darbietungen in den letzten Jahren. Tatsächlich fehlte ihm das Glück, aber, auch er biss sich eben an diesem (nicht bundesligatauglichen) Kader die Zähne aus, auch er verzweifelte wegen sich ständig wiederholender Anfängerfehlern von Berufsfußballern. Ich hatte damals aber nicht den Eindruck, dass er schon mit seinem Latein am Ende gewesen wäre und vermute noch immer andere Gründe, die zu seinem Rücktritt (oder doch seiner Entlassung?) führten. Leider wird uns auch zu diesem Thema im verlogenen Bundesligabusiness wohl keiner jemals die Wahrheit sagen.
Zunächst einmal verstand ich wieder einmal Huub Stevens nicht, dass er anstelle des gesperrten Martin Harnik Daniel Schwaab aufbot und somit der zuletzt gegen Bremen starken Offensive den Schwung nahm. Nicht nur, dass ein Klein im rechten Mittelfeld weit weniger Akzente setzen kann als Harnik, ist Schwaab für mich auch eines der vielen Probleme dieser “Mannschaft”, große Klappe, nix dahinter, im Zweifel halt mal das Publikum für seine eigenen Unzulänglichkeiten verantwortlich machen. Hlousek, ohne Worte, solide im Rahmen seiner begrenzten Möglichkeiten. Und eben wieder Ulle, der uns diese Saison noch kein Spiel gewonnen hat. Beim 0:1 köpfte er den Ball nicht ins Aus und brauchte zu allem Überfluss noch eine gefühlte Ewigkeit, in seinen Kasten zurückzukehren, beim 1:2 hält ein guter Torwart den Ball auch mal fest, anstatt ihn abzuklatschen und wenn, dann ins Tor-Aus.
Natürlich könnte man bei den beiden Gegentoren mit Ulle gnädig sein und die Rolle Rüdigers hinterfragen, der für mich unverständlich, gleich auf Anhieb den soliden Timo Baumgartl verdrängt hat, aber, wenn ein Keeper in nahezu jedem Spiel patzt, dann reicht es einfach nicht. Konnte man zu jener Zeit, in der Lehmann zwischen den Pfosten stand, bei gegnerischen Standards in den Strafraum relaxt ein Bier holen gehen, verursachen diese, seit Ulle im Kasten steht, Herzrasen, weil er auf der Linie klebt, anstatt sich auch mal mannhaft ins Getümmel zu werfen. Hier muss man einfach das Gesamtpaket sehen und das ist bei Ulle ungenügend. Es reicht einfach nicht, ein VfB-Herz zu haben und der süße Sonnyboy zu sein, einen guten Torhüter brauchen wir und zwar so schnell wie möglich!
Mit etwas Recherche käme ich in dieser Saison gut und gerne auf 20 Gegentore, bei denen man über die Rolle Ulles sprechen könnte oder sogar muss. Mal klebt er auf der Linie, dann steht er wieder zu weit vor dem Kasten, zögert beim Herauslaufen und verliert die Hundertstel, die ihm am Ende fehlen. Außer René Deck und Raphael Schäfer fällt mir kein VfB-Torhüter der letzten Jahrzehnte ein, der schwächer als gewesen wäre als derzeit Ulle. Ihm fehlt fast alles, was einen guten Torhüter ausmacht. Sein Selbstvertrauen, das er in den eineinhalb Folgejahren nach seiner Ausbootung gegen Benfica Lissabon 2011 durchaus ausstrahlte, ist ihm gänzlich abhanden gekommen. Er wirkt wie ein Zappelphilipp, der dadurch seine Vorderleute eher verunsichert als dass er ihnen Sicherheit vermitteln würde. Bestechen andere Keeper im Eins gegen Eins durch Selbstsicherheit und verschaffen sich Respekt vor dem auf sie zulaufenden Stürmer, macht Ulle eher brav die Türe auf.
Gestern war dann zu beobachten, dass ein Adam Hlousek wohl lieber einen Elfmeterpfiff in Kauf nimmt, anstatt darauf zu vertrauen, die Hände wegzulassen, weil ja noch Ulle da ist. Beim Elfmeter selbst zelebriert manch ein Keeper ein wahres Theater, schnappt dem Schützen den Ball weg, hampelt auf der Linie herum oder sonst was, was den Schützen nervös machen und ihm suggerieren soll, dass „ich“ den Ball sowieso halte. Ulle dagegen steht regungslos in der Tormitte und lässt das Unheil einfach so über sich ergehen, null Ausstrahlung, nichts.
Unter der Woche sprach (endlich) auch die Stuttgarter Presse unser Torwartproblem offen an und wies darauf hin, dass Vlachodimos mit nunmehr 21 Jahren mit den Hufen scharrt und auf seine Chance lauert. Natürlich ist all das nicht förderlich, im Abstiegskampf auf ein am Boden liegendes Nervenbündel einzudreschen. Auf der anderen Seite aber hat man lange genug auf „Friede, Freude, Eierkuchen“ gemacht, waren die Ulle-Jünger lauter zu hören als seine Kritiker, so dass ein dauerhafter Torwartwechsel nie ein Thema war. Aus dem Abgang von Leno sollte man seine Lehren gezogen haben und den gleichen Fehler mit Vlachodimos nicht noch einmal machen. Schon damals hatte man den besseren Keeper ziehen lassen, um einen Sven Ulreich zu stärken und erst gar keine Konkurrenzsituation aufkommen zu lassen.
Ulle muss im Grunde dem Herrgott ewig danken, dass er seit nunmehr fünf Jahren im VfB-Strafraum herumirren darf. Schon als junger Keeper, als er zwischenzeitlich Raphael Schäfer auf die Bank verwies, überzeugte er nicht, so dass Veh auch damals zurückrudern musste. Dann holte man Jens Lehmann unter anderem mit dem Auftrag Lehrmeister für Ulle zu sein und versprach Ulle den Posten nach Lehmanns Karriereende. Eine Versprechung wohl ohne Bedingungen, bspw. der, den Leistungsstand Ulles zu gegebener Zeit zu überprüfen und dann zu entscheiden. Zu diesem Versprechen stand man (zu) viele Jahre. Ab 2011, als Bobic Sportdirektor wurde und als fast erste Amtshandlung meinen Lieblingstrainer der letzten Jahre, Christian Gross, der auch bereits mehr oder weniger lautstark einen anderen Torhüter forderte, entließ, „lebte“ Ulle dann von der Seilschaft seines Berater Schwab mit Fredi Bobic und der Leistungsgedanke wurde einmal mehr ad absurdum geführt.
Ich hoffe sehr, egal wie die Saison ausgehen wird, auf einen Wechsel auf dieser so wichtigen Position. Vlachodimos hat sich diese Chance verdient und wächst womöglich mit den Aufgaben. Was ich bei den Amateuren von ihm gesehen habe, hat mir gut gefallen. Er hat ein besseres Stellungsspiel, eine bessere Intuition, eine bessere Spieleröffnung und wirkt spielintelligenter als Ulle. Körperlich könnte er noch ein wenig zulegen für meinen Geschmack, was aber mit individuellen Trainingsplänen durchaus machbar erscheint.
Die gestrigen verlorenen Punkte lassen sich freilich nicht an Ulle festmachen. Wer sich eine 2:0-Halbzeitführung gegen einen Gegner, der offensichtlich überhaupt nicht auf dem Platz stand, so leichtfertig aus der Hand nehmen lässt, muss eine lange Ursachenforschung betreiben.
Das VfB-Spiel ist schon seit einigen Spielen ansehnlicher und vor allem besser geworden. Vor allem das Wissen, mit Daniel Ginczek wieder einen Zentrumsstürmer zu haben, der die aufgelegten Dinger auch rein macht, verleiht den Jungs (auf den Flügeln) Flügel. Die Spielanlage sieht inzwischen vielversprechend und nicht als die eines Abstiegskandidaten aus. Umso ärgerlicher, dass Huub mit Angsthasenfußball bspw. die Auswärtsspiele in Köln und Hoffenheim verschenkt hat, wo wir es doch alle wussten, dass das mit acht defensiv orientierten Spielern nicht gut gehen kann.
In der Halbzeit hätte man sich nicht vorstellen können, dass das Spiel noch kippen könnte, außer wohl Huub Stevens. Der meinte nämlich gegen eine Wand gesprochen zu haben, ohne deutlicher zu werden, wer seine Vorgaben denn nicht erfüllt hat. Augenscheinlich kam der VfB in der zweiten Halbzeit nicht mit dem Doppelwechsel der Freiburger und der daraus resultierenden Systemumstellung zurecht. Freiburg wurde auf einmal spielbestimmend, eröffnete dem VfB dadurch aber auch Räume für Konter, wovon Martin Harnik einen zum 3:0 hätte nutzen müssen. Als Mann der ersten Hälfte mit Torvorlage und Tor gegen seinen Lieblingsgegner Freiburg lief Harnik in der 54. Minute allein auf Bürki zu und hätte alles klar machen müssen, stattdessen verstolperte er die Kugel. Vier Zeigerumdrehungen später kam es dann zur oben erwähnten Szene, als Hlousek ungeschickt Schmid auflaufen lief und den Elfmeter provozierte. Freiburgs Winterneuzugang Petersen verwandelte mühelos. Da hatten wir es wieder, das uns so vertraute Zitterspiel. Gift natürlich für das Nervenkostüm einiger Memmen im Brustring-Trikot, aber natürlich harter Bundesligaalltag, dem es sich entgegen zu stemmen gilt. Ein Angriff nach dem anderen rollte nun auf das VfB-Tor zu, weil wir nur noch reagierten als selbst zu agieren und das Spiel wieder versuchen würden an uns zu reißen. Immer mal wieder gab es sanfte Konteransätze, mehr nicht. Just, als man selbst einmal wieder in der Nähe des Freiburger Tores war, gerade einmal acht Minuten nach dem Elfmeter, unterband Hlousek mit einem taktischen Foul den möglichen Konter der Freiburger und sah folgerichtig gelb-rot. Hlousek, dumm und dümmer. Ungeschickt und grobschlächtig oft sein Spiel, einfach dumm dieser Einsatz, wenn ich schon gelbverwarnt bin. Nach zuletzt Harnik und nun Serey Dié ist Hlousek nun also auf Schalke gesperrt. Eigentlich wäre sein Ausfall jetzt nicht die ganz große Schwächung, wenn eben nicht zu befürchten wäre, dass in Gelsenkirchen Gotoku Sakai an seiner Stelle mutmaßlich sein Unwesen treibt. Ob es Konstantin Rausch von den Amateuren direkt in die Startelf der Profis schafft, wage ich zu bezweifeln, auch wenn ich ihn gerner sähe als Sakai. Als Reaktion auf den Platzverweis brachte Stevens „meinen Freund“ Schwaab anstelle von Maxim, was ich auch nicht so recht nachvollziehen konnte. Dieser Wechsel signalisierte den Freiburgern doch auch nur, dass vom VfB offensiv fast nichts mehr zu erwarten sein würde und sich dieser demütig hinten reinzustellen gedenkt.
Zu zehnt war es dann eine Frage der Zeit, bis es wieder klingeln würde im Kasten. Der VfB hatte längst, auch zu elft schon, den Faden verloren und konnte den Schalter an diesem Tag offensichtlich und zu unserem Leidwesen nicht mehr umlegen. Es wurde nur noch versucht sich hinten zu verbarrikadieren anstatt für Entlastung zu sorgen. Das Tor fiel dann in der 85., wenn auch der Ball etwas glücklich zu Petersen gelangte. Auch danach war der VfB nur noch darauf bedacht, das Remis wenigstens noch zu halten, obwohl uns dieser Punkt nicht wirklich weiter hilft.
Beim Stande von 2:1 Didavi nach gerade auskurierter schwerster Verletzung zu bringen, konnte ich auch nicht nachvollziehen. Er kam für Kostic, der mit seiner Dynamik noch eher für Gefahrensituationen hätte sorgen können, als Dida, dem (noch) eher langsamen Typ ohne Spielpraxis. So sehr ich mich darüber gefreut habe, ihn überhaupt wieder auf dem Platz zu sehen, so wenig konnte ich den Zeitpunkt verstehen, zumal nach Kostic’ Auswechslung kaum mehr einer da war, der einen Standard hätte rausholen können, bei dem Didavis größte Stärken zum Tragen gekommen wären.
Auch hätte Stevens meiner Meinung nach Hlousek nach dessen verschuldetem Elfmeter herausnehmen müssen, da er durch seine rustikale und ungelenke Spielweise immer gelbgefährdet ist.
Und überhaupt muss man sich fragen, weshalb Stevens, wenn offensichtlich jemand in der Halbzeit nicht richtig zugehört hat, diesen Kandidaten nicht nach wenigen Minuten vom Feld genommen hat. Eine solche erzieherische Maßnahme hätte vielleicht auch noch einmal einen Schub gegeben und die Mannschaft zur Dominanz der ersten Halbzeit zurückkehren lassen, lange bevor das Kind mit dem Elfmeter in den Brunnen gefallen war.
Kapitän Christian Gentner sprach in die Mikrofone, er wisse nicht, „was er damit meint. Dass Freiburg zurückkommt, war klar”. Dieses Statement hinterlässt bei mir nur Fragezeichen. Vielleicht war es ja dann gerade der Kapitän, der nicht zugehört hatte. Auch Gentner gestern für mich wieder ein Spiegelbild seines Wirkens beim VfB. In der ersten Halbzeit, als es gelaufen ist, nett anzuschauen, in der zweiten gnadenlos mit untergegangen und weder mit fußballerischem Können noch mit seiner Körpersprache fähig die Wende zu verhindern. Wenn man Stevens gestern und heute genau zugehört hat, spricht aus ihm eine gewisse Ratlosigkeit, aber auch die Fassungslosigkeit welche Fehler eine Bundesligatruppe Woche für Woche auf den Platz zaubert. Es sieht fast so aus, als wäre er der Verzweiflung ganz nah. Meine Einlassungen bzgl. seiner erfolgten und nicht erfolgten Auswechslungen möchte ich nicht als genereller Kritik an ihm verstanden wissen, er ist für mich noch immer die ärmste Sau im Verein und muss das auslöffeln, was ihm unzählige Dilettanten in den letzten Jahren eingebrockt haben.
Der Klassenverbleib käme immer mehr einem Wunder gleich. Seit heute Nachmittag haben wir sie wieder, die rote Laterne, und das vier Spieltage vor Saisonende. Es gilt in diesen Spielen also noch mindestens zwei Clubs hinter uns zu lassen, was wir noch immer aus eigener Kraft schaffen können, wenn wir denn alle Spiele gewinnen würden. Je nachdem wie wenig die anderen punkten, könnten unter Umständen auch zwei Siege zum Klassenerhalt reichen. Nur, siegen, was ist das? Zwei davon haben wir in den letzten beiden Spielen fahrlässig her geschenkt, auch gegen Bremen ließ man ihn sich fast noch nehmen. In 30 Saisonspielen schafften wir gerade einmal 6 Siege, das heißt in jedem fünften Spiel einen. Bleiben wir also dieser Statistik treu, können wir wohl einpacken. Es muss also eine Steigerung her und seit gestern weiß man auch, dass man bei seiner Rechnung nicht unbedingt (nur) auf die Heimspiele bauen darf. Es muss von nun an im Grunde immer und überall gepunktet werden, am besten also auch nächsten Samstag in der Turnhalle auf Schalke. Schalke seit sechs Spielen ohne Sieg, der Hunter zudem seit 1187 Minuten ohne Treffer. Da kommt der VfB sicherlich recht, ein guter Aufbaugegner waren wir schon immer. Eher düstere Aussichten also und nicht viel, was noch Hoffnung macht. Die Konkurrenz bekleckert sich zwar auch nicht mit Ruhm oder legt furchteinflößende Serien hin, aber, der VfB stellt sich eben noch dümmer an und gewinnt seine eigenen Spiele nicht, so dass die rote Laterne die einzig richtige Konsequenz ist.

Hier noch ein Buchtipp in eigener Sache, seit Freitag, dem 24.04. ist das Werk versandkostenfrei bestellbar: http://www.eysoldt-verlag.de/epages/64781030.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/64781030/Products/978-3-938153-00-0

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