20. April 2014

Macht’s noch einmal, Jungs!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , – Franky @ 08:06

Oh VfB hier im Stadion, Du raubst mir noch den Schlaf. Toll, wenn man am Sonn- und Feiertag nach der inneren Uhr aufwacht und am liebsten sofort aufbrechen würde, um die so bitter, dringend benötigten drei Punkte einzuheimsen und dann zum “gemütlichen” Teil übergehen zu können. Nach den bisherigen Ergebnissen des Spieltags ist der Abstiegskampf zum Vierkampf geworden, bei dem wir als Tabellenführer ins Rennen gehen. Das ist das positive, das man mitnehmen kann, noch haben wir die beste Ausgangsposition und sollte der Glubb gegen die Pillendreher verlieren, hat sich daran, egal wie unser Kick gegen Gazprom ausgeht, auch nichts geändert.
Das Bild stammt vom 12.05.2001, als wir in ähnlich bedrohlicher Situation den Meisterschaftskandidaten Schalke ins Tal der Tränen stürzten und maßgeblichen Anteil an ihrer ersten “Meisterschaft der Herzen” hatten. Auch damals gab es keinen Schönheitspreis zu gewinnen, die Devise lautete zunächst einmal, sicher zu stehen und das Schalker Spiel zu zerstören, was auch gelang. So ergab das mehr oder weniger ein Gewürge von zwei nervösen Mannschaften, aber egal. Die Zuschauer hatten den Überlebenskampf lang angenommen, so dass kaum Pfiffe und kein Murren zu vernehmen waren, alle, wirklich so gut wie alle, standen hinter dieser jungen Mannschaft, die uns in den Folgejahren noch so viel Freude bereiten sollte.
In der 90. Minute schließlich fasste sich Krassimir Balakov ein Herz und hämmerte die Kugel in die Maschen. Der Torschrei von damals klingt mir heute noch in den Ohren und hallte bis nach München durch, die auf einmal wieder im Meisterschaftsrennen waren. Mit einem analogen Verlauf heute wäre ich einverstanden, auch wenn ich mich von Woche zu Woche frage, wieviele solcher Nervenspiele man in etwas gesetzterem Alter eigentlich noch ertragen kann. Die Hütte ist wieder zum zerbersten voll, langsam sollte auch der letzte kapiert haben, was die Stunde geschlagen hat. Ich bin überzeugt davon, gemeinsam können wir es schaffen und das Starensemble aus Gelsenkirchen ohne Punkte zurück in den Pott schicken. Heute haben wir zwar keinen Soldo mehr, auch keinen Balakov, dafür kam unser Dida wieder wie Phönix aus der Asche, der auch eine beachtliche linke Klebe hat. Die Mannschaft wirkte zuletzt immer stabiler. Sollten sie die Leistungssteigerung fortsetzen können, aus einer soliden Ordnung heraus eigene Angriffe mit den schnellen Harnik, Traore und Werner generiern können, die, da sehr variabel vorgetragen, für jeden Gegner schwer zu verteidigen sind, brauchen wir uns zumindest was die Offensive angeht, vor niemandem zu verstecken. So paradox es klingt, Gente wächst an der Seite von Gruezo und Didavi tut unserem Spiel einfach gut. Es gilt die einfachen Fehler zu vermeiden und bis zur 98. Minute, wenn es sein muss, die Konzentration hochzuhalten, dann können wir heute den perfekten Tag haben. Frühingsfest, gutes Fußballwetter, Nürnberger Niederlage, VfB-Sieg. Das wäre dann ein wahrer Bigpoint im Überlebenskampf. In diesem Sinne, alles geben heute, forza VfB!

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27. März 2010

Balakov: “Hoffe, der VfB erwischt einen super Tag”

Category: Presse — Tags: , , , , , , , , , – Franky @ 06:36

Am 24. September 1999 gewann der VfB Stuttgart zum bisher letzten Mal beim FC Bayern. Krassimir Balakov verwandelte einen Foulelfmeter zum 1:0-Sieg. “Mit Herz und Kampf kann der VfB wieder gewinnen”, sagt der Ex-Spielmacher vor dem Duell an diesem Samstag.

Krassimir Balakov, Sie sind der Vater des bisher letzten VfB-Erfolgs beim FC Bayern und wissen am besten, wie man in München gewinnen kann.

Wir standen damals unheimlich unter Druck, ich und die ganze Mannschaft. Wir waren nach fünf Spieltagen Tabellen-Vorletzter, und dann musst du nach München und unbedingt gewinnen.

Sie lagen im Clinch mit dem damaligen VfB-Trainer Ralf Rangnick.

Klar, Rangnick und Balakov waren damals das große Thema. Ich musste sehr viel Kritik einstecken. Jeder hat von mir Tore erwartet.

Prompt trafen Sie zum Siegtor in München.

Na ja, wenn ich es mir richtig überlege, ist das gar kein schlechtes Rezept. Man muss die Jungs heißmachen.

Sind sie das nicht ohnehin gegen die Bayern? Worauf kommt es besonders an?

Gegen die Bayern ist es immer schwer, in München ganz besonders. Und dann haben sie in Arjen Robben und Franck Ribéry zwei Ausnahmespieler, die können jeden Gegner von einer Sekunde auf die andere zerlegen.

Wozu raten Sie dem VfB?

Gegen die beiden gibt es eigentlich keine Mittel. Den VfB kann nur ein Höchstmaß an Einsatz, Kampfbereitschaft, Wille und Konzentration retten.

Ihnen fehlt der Glaube für einen VfB-Sieg?

Es muss alles passen, wirklich alles. Dann kann der VfB eine Überraschung schaffen.

Die Bayern mussten am Mittwoch beim Pokalsieg in Schalke in die Verlängerung, nächsten Dienstag spielen sie in der Champions League gegen Manchester United. Spielt das im Unterbewusstsein eine Rolle – dass sie den VfB nicht hundertprozentig ernst nehmen?

Wir kennen doch alle die Psychologie im Fußball. Natürlich denkst du an so ein großes und wichtiges Spiel wie gegen ManU. Das steckt bei den Bayern auf jeden Fall in den Köpfen. Vielleicht unterläuft ihnen gegen den VfB die eine oder anderen Unachtsamkeit – dann musst du da sein. Der VfB muss die kleinste Kleinigkeit nutzen.

Der VfB hat eine miserable Hinrunde gespielt und ist jetzt die zweitbeste Rückrundenmannschaft. Wie verfolgen Sie die Entwicklung?

Wir haben zwei Sportkanäle im bulgarischen Fernsehen, auf denen jede Woche vier Bundesligaspiele live übertragen werden. Ich sehe den VfB häufig. Und ich sage Ihnen: Es ist völlig normal, dass es immer auf und ab geht. Das kommt und geht wie die Sonne und der Regen. Gut, andere Clubs haben das vielleicht besser im Griff. Aber seit Christian Gross den VfB trainiert, ist der Erfolg wieder konstant zurückgekehrt.

Sie waren Trainer in der Schweiz. Wie gut kennen Sie Christian Gross?

Sehr gut, wir kennen uns privat und aus zahlreichen Duellen in der Schweizer Liga, er mit dem FC Basel, ich als Trainer von Grasshopper Zürich.

Wer gewann häufiger?

Oh, daran kann ich mich nur schlecht erinnern. Jeder hat Spiele gewonnen, und wir haben auch mal unentschieden gespielt.

Was zeichnet Christian Gross aus?

Seine Ausstrahlung, sein Respekt und seine Autorität. Damit erreicht er die Spieler. Jetzt kann jeder wieder stolz auf den VfB sein – ich bin es jedenfalls.

Sie sind doch schon ein paar Tage weg.

Das spielt keine Rolle. Ich habe acht Jahre beim VfB gespielt, das ist heutzutage eine lange Zeit. Ich gehöre noch immer zur roten Familie. Mein Herz wird bis zu meinem letzten Stündchen für den VfB schlagen.

Ihr Tipp fürs Südderby?

Unser Torwarttrainer Lubo Sheitanov ist ein großer Bayern-Fan, der redet die ganze Woche von diesem Spiel, ich halte es kaum mehr aus. Ich hoffe, der VfB erwischt einen super Tag und macht den Bayern das Leben richtig schwer.

STN online 26.3.10

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