31. August 2014

Schlimmer geht’s immer!

Nach dem Punktgewinn in Mönchengladbach, wo längst nicht alles Gold war, das glänzte, hatte ich die Hoffnung, dass man die positiven Dinge mitnehmen und aus den negativen lernen würde. Immerhin lag ja eine ganze Trainingswoche zwischen den beiden Spielen, in der man durchaus Schwerpunkte hätte setzen können.
Leider wurde diese Hoffnung enttäuscht. In den letzten Jahren mussten wir schon unzählige blutleere Auftritte im Neckarstadion über uns ergehen lassen. Das gestrige Spiel aber setzte den desaströsen Vorstellungen noch die Krone auf.
Ich kann mich nicht erinnern, jemals einen solch schwachen VfB gesehen zu haben (hatte ich letzte Saison schon irgendwo geschrieben, merke, schlimmer geht’s immer). Immer daran gemessen, dass wir nicht gegen Bayern oder Dortmund sondern „nur“ gegen den Aufsteiger aus Köln gespielt haben. Gestern stimmte überhaupt nichts. Körpersprache, Einstellung, Kampf, Spielfreude, Tempo, Gier, Konzentration, Antizipation, Zusammenspiel, Teamgeist, Können, alles Grundattribute, die nicht vorhanden waren.
Das Hauptproblem, das ich nach wie vor ausmache, ist, dass wir keine Mannschaft haben. Es sind zu viele auf dem Platz, die sich nicht grün sind, gibt zu viele Grüppchen innerhalb des Kaders. Dies hat Veh ja schon erkannt und möchte das Thema angehen, umso unverständlicher, dass sich die Aufstellung von Spiel zu Spiel nicht gravierender verändert.
Nach der Katastrophensaison 2013/14 hätte ein größerer personeller Umbruch kommen müssen. Angefangen beim Manager Fredi Bobic, diese Chance wurde vertan, ihn durch einen kompetenten Mann zu ersetzen, wo uns doch versichert wurde, es würde jeder Stein umgedreht werden. Wer da unten auf dem Wasen nicht kapiert hat, dass uns dieser Mann noch vollends in den Abgrund führen wird, lebt geballte Inkompetenz vor und gehört selbst von seinen Aufgaben entbunden.
Präsident Wahler scheint einzig und allein das Thema Ausgliederung voranzutreiben und bedenkt dabei nicht, dass er die Braut auch schmücken sollte, in die ein Investor Geld buttern soll. Der VfB hat in den letzten Jahren massiv an Attraktivität eingebüßt. Stand man früher für begeisternden Fußball mit begeisterungsfähigen Fans und war für jeden Heimverein einer der attraktivsten Gegner, sind wir derzeit nur graue Maus, eher der Verein für Antifußball als für Begeisterung mit Geisteratmosphäre bei den Heimspielen. Ich merke es doch an mir selbst, wie emotional ich früher dabei war und wie apathisch ich heute das Geschehen verfolge, einfach weil vom Platz nichts nach oben transportiert und keine Begeisterung entfacht wird. Bei uns wird Fußball leidenschaftslos gearbeitet, die Spiele plätschern nur so vor sich hin. Dem Vorstand sollte diese Veränderung auch beim Häppchenessen in der VIP-Loge nicht entgangen sein, nur, hinterfragt wird an dieser Stelle nichts. Wahler und Bobic grinsen um die Wette und lachen sich wohl noch ins Fäustchen, dass, obwohl der Kader erneut geschwächt wurde, immer noch 55.000 den Weg ins Neckarstadion fanden.
Diese Mannschaft, die keine ist, wurde nunmehr ausnahmslos von Bobic zusammengestellt oder besser zusammengewürfelt. Dass die Kaderzusammenstellung nicht passt, hat nicht zuletzt Stevens erkannt und moniert.
Weshalb man die seit Jahren bundesligauntaugliche Innenverteidigung nicht verstärkt hat und stattdessen den x-ten Sechser holt (und damit Gruezo den Weg verstellt, bei dem wir uns maßgeblich für den Nichtabstieg bedanken dürfen), weshalb man für den Offensivspieler Kostic bis zu 8 Millionen Euro in die Hand nimmt, wo ein Offensivspiel bei uns überhaupt nicht stattfindet, begreife ich nicht. Ausdrücklich sei erwähnt, dass ich damit jetzt nicht den Stab über diese beiden Spieler breche, der Gedanke dabei ist nur, wenn ich schon kein Geld habe, muss ich doch zu allererst die größten Baustellen angehen, die da sind, Innen- und Außenverteidigung. Schwaab und Sakai haben gestern erneut unter Beweis gestellt, dass die Bundesliga eine Nummer zu groß für sie ist. Unser Neu-Nationalspieler Antonio Rüdiger, ohne Worte. Ist ja schön, wenn er bei Weltmeistertrainer Löw eine solche Wertschätzung besitzt, noch schöner für uns ist, dass sich sein Marktwert dadurch erhöht. Sollte sich in den nächsten beiden Tagen, bis zum Schließen des Transferfensters, noch ein Abnehmer finden, der tatsächlich die kolportierten 15 Millionen Euro bezahlt, MUSS ein klammer Verein, wie es der VfB mittlerweile ist, das Geld nehmen und Rüdiger ziehen lassen, bevor es auch Nicht-VfB-Fans geschnallt haben, dass dieser Mann einfach überschätzt wird. Kann keine Spieleröffnung und kein Stellungsspiel, gewinnt kein Kopfballduell, zelebriert aber jede Ballannahme und jedes Zuspiel, als wäre er Brasilianer, ist zudem ein arroganter Wohlstandsjüngling, dem ich keine Träne nachweinen würde. Setzt man aber weiter auf ihn, muss ihm ein erfahrener Mann zur Seite gestellt werden, der führen und Ruhe und Sicherheit ausstrahlen kann. Van Buyten wäre vielleicht so einer gewesen, leider hat er kürzlich sein Karriereende verkündet. Das Duo Schwaab – Rüdiger jedoch steht u. a. für die beispiellose Niederlagenserie unter Thomas Schneider und sollte schleunigst der Vergangenheit angehören. Was Schorsch Niedermeier verbrochen hat würde mich ernsthaft interessieren, möglicherweise stößt dem einen oder anderen sauer auf, dass er das eine oder andere Mal den Mund aufmacht und den Finger in die Wunde legt.
Gestern war dann noch frappierend, dass sich, wohl wegen unserer wackeligen Abwehr, außer den vier Spielern vorne keiner in die gegnerische Hälfte getraut hat und sich bei eigenem (!) Ballbesitz teilweise sechs Spieler hinten aufhielten, wovon dann vier herum trabten und zwei nur herumstanden. Mit einem solchen nicht stattfindendem Offensivspiel kann man nicht einmal einen Oberligisten auseinanderspielen. Eine stabile Defensivordnung gehört zum Grundrepertoire jeder Fußballmannschaft, ob Jugend oder Kreisliga. Mit diesem Altherrenfußball schafft man eben keine Überraschungsmomente. Einziger Hoffnungsschimmer für unsere Offensivabteilung war, und wenn es noch so schäbig aussah, Freistöße zu schinden oder Ecken herauszuholen. Daniel Didavis Standards sorgten wenigstens für einen Hauch von Gefahr.
So war es ein Leichtes für die Kölner hinten nichts zuzulassen und vorne auf die Fehler zu warten, die bei uns sowieso in jedem Spiel kommen. Ich möchte die Leistung der Kölner jetzt nicht schmälern, aber, so leicht dürfte ihnen vermutlich in Zukunft kein Sieg in der Bundesliga mehr fallen. Die etwa 5.000 Kölner Fans sangen schon wieder von der Deutschen Meisterschaft, sollten sich aber schon bewusst sein, dass die Spielplan-Verantwortlichen in der DFL-Zentrale in Frankfurt/ Main alles für die Kölner getan haben, damit sie gut in die Saison kommen können. Gleich zu Beginn gegen DIE Blindgänger der Liga (in der letzten und wohl auch in dieser Saison), Hamburg und Stuttgart, leichter geht’s wohl auch nicht…
Für mich MUSS Veh in den nächsten Wochen das Gerüst der Stammmannschaft grundlegend verändern. Angefangen bei Sven Ulreich, der für mich in den beiden letzten Jahren nicht nur stagniert hat, sondern schlechter geworden ist. Er strahlt keine Sicherheit aus, kann keine Abwehr stellen, kommt bei Flanken nicht raus, wenn er muss, ihm fehlt das antizipieren von Situationen und zuletzt auch die mentale Stärke. Seine Spieleröffnung seit eh und je eine Katastrophe, ohne jegliches Selbstvertrauen. Ich nehme ihn schon seit einiger Zeit als sehr zappelig wahr, er denkt zu viel, was dazu führt, dass er durchweg falsche Entscheidungen trifft. Dabei ist gerade für einen Torwart intuitives Handeln von zentraler Bedeutung. Die Niederlage gestern würde ich jetzt nicht an ihm festmachen, auch wenn er bei beiden Toren sehr weit (zu weit?) vor dem Kasten steht. Auf dieser Position wünschte ich mir eine echte Chance für Thorsten Kirschbaum, der fußballerisch besser ist und auf dem Platz respekteinflößender auftritt.
Der nächste unserer selbsternannten Achse ist Kapitän Gentner. Gestern einmal mehr eine Lachplatte. Bevor ich mich erneut über ihn auslasse, hier ein Post aus dem offiziellen VfB-Forum von User „nichtabsteiger“, den ich weitestgehend unterschreiben würde:

„Allerdings muss man sich die Frage der eigenen Erwartungen stellen: was erwarte ich von einem Kapitän und Großverdiener im Team?

Dass er pomadig durchs Mittelfeld trabt?
Dass er sich bei eigenem Ballbesitz so “ungeschickt” anstellt, in die Deckungssituation durch den Gegner (gefühlt: hundert Mal) zu laufen (“spielt mich bloß nicht an!”), anstatt sich FREIZULAUFEN, und den Ball zu fordern (Herrgott, DER muss doch als allererster sehen, wenn Rüdiger verzweifelt einen Abnehmer sucht – und sich anbieten? Stattdessen versteckt der sich).
Dass er fünf Minuten vor Schluss das erste Mal vor dem gegnerischen Tor auftaucht (dass der Versucht danebengeht: geschenkt, kann jedem passieren)? Wo war Gentner von Minute eins bis dahin?
Gemessen an seinen sonstigen Leistungen: üblich.
Neutral bewertet, als sog “Leader”, Großverdiener im Team und last not least Kapitän: lächerliche Mitläuferleistung. Mir wurscht, ob andere noch schlechter waren: dass, was Gente in der Summe pro Saison abliefert ist auch mit Schuld an der ganzen Misere. Wie lange kickt der jetzt wieder bei uns, seit ’09? ’10? Wie viele Spiele war der richtig gut? Kannst doch an einer Hand abzählen – was will ich mit so einem Spieler? BTW, Gente ist seit Jahren der einzige Kicker da unten, zu dem es keinerlei Transfergerüchte gibt (da wird nichts von Interesse anderer Vereine kolportiert, de nada) – wohlgemerkt: ein Spieler, der bei unseren Verantwortlichen als ABSOLUTER, GESETZTER, NICHT IN FRAGE ZU STELLENDER LEISTUNGSTRÄGER gilt – erstaunlich, wirklich: für sowas scheint niemand sonst Verwendung zu haben.“
Der dritte in der Achse, Vedad Ibisevic, gestern schwer zu bewerten. Natürlich ist er die ärmste Sau da vorne, wenn er keine Bälle bekommt. Dafür nimmt er aber dann zu wenig am Spiel teil und lässt sich bei vielversprechenden Ansätzen schon am Anfang der Situation fallen oder setzt sich selbst unfair ein. Weshalb sein Vertrag gerade jetzt verlängert wurde, weiß wohl nur Fredi Bobic, nachvollziehen können es die wenigsten.
Normalerweise zählt man zur Achse eines Teams noch den Abwehrchef, bei uns, „Fehlanzeige“.
Da ich noch an das Gute und Originäre einer Fußballmannschaft glaube, gehe ich davon aus, dass auch bei uns alleine der Trainer die Mannschaft aufstellt und es diesbezüglich keine Vorgaben „von oben“ gibt. Dass der mit Berater Schwab verbandelte Bobic dessen Schützlinge Ulreich und Gentner gerne in der Mannschaft haben würde, dass Ibisevic möglicherweise eine Stammplatzgarantie im Vertrag stehen hat, darf Veh nicht daran hindern, Umstellungen so durchzuführen, wie er es für richtig hält. Über Jahre liefern die immer gleichen Spieler den immer gleichen Mist ab und schaffen es, unsere Ansprüche immer weiter nach unten zu treiben. Das kann kein Zufall mehr sein. Den großen Umbruch im Sommer samt Demission von Fredi Bobic hat man abermals verpasst. So kam es natürlich auch, dass die meisten Spieler, die Fredi (als Einziger) in den letzten Jahren so liebgewonnen hat, dageblieben sind und bereit dazu sind, uns erneut Vorstellungen vorzusetzen, die mit der schönen Sportart Fußball reichlich wenig zu tun haben. Lethargisch, langsam, plan- und ideenlos, lustlos, kampflos, ohne Herz und ohne Moral, das ist der VfB im Sommer 2014. Nach dieser fußballerischen Bankrotterklärung fällt einem nicht viel ein, was Hoffnung auf Besserung machen könnte, zumal das Transferfenster morgen schließt und wir dann mit dem Kader über die Runden kommen müssen, den wir haben. Laut Bobic sind die Planungen ja abgeschlossen. Abgeschlossen? Für mich waren überhaupt keine „Plan“ungen wahrnehmbar, dazu bedarf es eines Planes. Ich nahm eher wahr, dass der Manager in der wichtigsten Zeit der Personalplanungen und Transferverhandlungen im Urlaub weilte anstatt seinen Job zu machen. Natürlich kann man dem entgegnen, dass man heutzutage von überall aus seinen Job machen kann. Aber, gerade der VfB hat es bei eventuellen Neuverpflichtungen nötig, Spieler auf ihren Charakter hin zu durchleuchten und nicht nur via DVD zu kennen. Außerdem, wenn ich im Verein und bei den Fans so in der Kritik stehe, eine grausame Saison hinter einem liegt mit dem Kader „an dem ich mich messen lasse“, ist es für die Außenwirkung fatal, erst mal Urlaub zu machen. Aber, Bobic interessiert es ja sowieso nicht, was ihm seine Kritiker entgegnen, nicht einmal das, was ihm erwiesene Kenner der Szene raten. Beratungs- und kritikresistent, weil alle Anderen ja sowieso keine Ahnung haben, von daher wird er nicht eine Sekunde darüber nachgedacht haben, welch Sturm der Empörung sein Urlaub hervorrufen könnte.
Einzig in Veh setze ich Hoffnungen, dass er gewillt und motiviert ist, den VfB aus dieser Situation herauszuführen, und hoffe, dass er sich dabei nicht die Zähne ausbeißt.
Das muss er jedoch mit aller Vehemenz anpacken und darf nicht (wie Thomas Schneider) von Woche zu Woche hoffen, dass „es schon wird“. Von nichts kommt nichts. Diese Spielercharaktere, die Bobic da an Land gezogen hat, danken einem Übungsleiter NICHT die Berücksichtigung und geloben nach einem Kack-Spiel Besserung. Diese setzen in der nach unten offenen VfB-Skala noch einen Tiefpunkt unten drauf und schämen sich nicht mal dafür. Veh muss knallhart agieren, wie es Stevens ja auch getan hat. Mit gut zureden erreicht man bei diesen verwöhnten Fußballmillionären nichts. Das geht nur über den Geldbeutel. Wenn schon arbeitsrechtlich keine Gehaltskürzungen möglich sind, müssen Spieler, die nicht bedingungslos mitziehen, gnadenlos auf die Tribüne verbannt werden, was wiederum indirekt an den Geldbeutel geht, wenn auch „nur“ durch das Sinken ihres Marktwertes und eventuell Nichtberücksichtigung bei Länderspielen, wenn sie im wahrsten Sinne des Wortes „weg vom Fenster“ sind.
Das Gesicht der Mannschaft muss sich nach und nach komplett verändern. Ein Martin Harnik stand gestern, wie auch schon in Gladbach, komplett neben sich und wurde zu Recht ausgewechselt. Das Schlimmste für mich gestern war, dass sich so gut wie keiner gegen die Niederlage gestemmt hat, wir haben wirklich ein Führungsproblem und auch keinen Sauhund, der mal dazwischen haut. Die Mannschaft hat es über sich ergehen lassen. Die Stimmen zum Spiel danach hörten sich in etwa so an: gut angefangen, die nötige Konsequenz im letzten Drittel hat gefehlt, der Gegner konnte nach dem 0:2 noch tiefer stehen, hoher Spielanteil, gut kombiniert, letzte Konsequenz vermissen lassen, etc., bla bla. Meine Herren: gegen einen Aufsteiger sollte man auch einmal zwei Abwehrfehler, die zu Gegentoren führen, verkraften können, dann muss man eben vorne drei Tore schießen. Nur, wenn ich pro Spiel gerade einmal zwei Torschüsse abgebe, ist das natürlich schwierig. In drei Pflichtspielen schafften wir gerade einmal insgesamt vier Torschüsse (Bochum 0, Gladbach 2, Köln 2), erbärmlich. So hat man nach Adam Riese gerade einmal die Chance gegen einen Gegner zu gewinnen, der nur einmal im Spiel aufs Tor schießt, nur, in welcher Liga respektive welchem Land ist der zu finden?
Gestern sah ich lediglich drei Lichtblicke: Romeu, der sich jedoch sicherlich jetzt schon fragen wird, wie er sich diese Truppe antun konnte, dann noch Werner und Kostic, die wenigstens Willen zeigten, als sie rein kamen. Diese beiden wünsche ich mir in München für Harnik und Ibisevic in der Startelf.
Außer den bekannten Problemen, kein Teamgeist, keine Mannschaft, zu wenig Qualität, offenbarte sich gestern noch ein weiteres Problemfeld.
Der Schulterschluss zwischen Mannschaft und Fans scheint der Vergangenheit anzugehören. Schafften es die Marketing-Strategen vom VfB in der letzten Saison noch durch Aktionen wie #zusammenhalten und Slogans „Ihr für uns, wir für Euch“ Ruhe zu haben, um einfach so weiter wursteln zu können, ist dieser Gedulds- und Vertrauensvorschuss scheinbar jetzt aufgebraucht. Die Leute sind es einfach satt, immer länger hingehalten zu werden, von einer Übergangssaison in die nächste zu gehen, und damit noch konstatieren zu müssen, dass die Qualität der Mannschaft immer miserabler wird und die Konkurrenz mehr und mehr enteilt.
Motivation genug hätte es ja gestern sein können, wenn die Mannschaft einfach zur Karawane Cannstatt gekommen wäre, nur, dass sie sieht, wie viel Herzblut für den Verein wir nach wie vor mitbringen. Motiviert war gestern jeder, optimistisch, dass es den ersten Heimsieg geben könnte waren die meisten. Vor Spielbeginn und unmittelbar danach kann sich die Mannschaft über mangelnde Unterstützung ebenfalls nicht beklagen.
Mein Idealbild ist ja dieses, dass eine Profimannschaft nach einer Woche hartem Training mit fletschenden Zähnen und richtiggehend gierig, wie ein Tiger in der Manege, auf den Platz stürmt und gewillt ist, den Gegner zu überrennen. Leverkusen macht es derzeit ganz gut vor, wie man vom ersten Augenblick an konzentriert und fokussiert das Ziel des Spiels verfolgen kann, nämlich ein Tor zu schießen.
Ganz anders der VfB. Uns wird Schlafwagenfußball allerschlechtester Güte vorgesetzt und sich dann darüber gewundert, wenn a) der Gegner die Einladung annimmt und b) dieser Fußball nicht zu Begeisterungsstürmen hinreißt. Sollen wir Fans uns jetzt schuldig für die Niederlage fühlen, nur weil es elf verwöhnte Fußballmillionäre nicht auf die Reihe bekommen, sich einmal in der Woche zu konzentrieren und das zu tun, wofür sie fürstlich entlohnt werden?
Nein, ein Spieler, der erste Fußball-Bundesliga spielt, muss es aushalten, wenn Pfiffe aufkommen und diese ausblenden können. Würden sie sich auf ihr Spiel konzentrieren, bekämen sie die Pfiffe möglicherweise überhaupt nicht mit, anders ausgedrückt, es ist klar, dass in entscheidenden Momenten der Tick fehlt, wenn sie sich zu viel mit dem Drumherum beschäftigen. Das sind für mich nur dumme Ausreden. Mein Gefühl ist es nicht, dass es an Unterstützung mangelt. Ich würde ja gerne über den Tellerrand hinausschauen, wohin, wo ähnlicher „Fußball“ wie bei uns geboten wird, wie dort die Fans reagieren und ob sie diesen dort goutieren. Außer dem HSV fällt mir hier gerade kein Verein ein. Aus dem Volksparkstadion wurde allerdings überliefert, dass die HSV-Fans die Mannschaft nach dem 0:3 gegen Paderborn auch nicht gerade mit Beifall verabschiedeten.
Es ist immer noch so, dass der Funke vom Rasen auf die Ränge überspringen muss. Wenn man eine Mannschaft sieht, die willig ist, mit Leidenschaft zu Werke geht und kämpft, verzeiht man fußballerische Unzulänglichkeiten eher wie in dem Spiel gestern, wo nichts von alledem zu erkennen war. Und andersherum, die Mannschaft hätte die Vorlage der Fans mit Karawane und der Unterstützung zu Beginn auch annehmen und mit anderem Engagement zu Werke gehen können bzw. müssen.
Jetzt ist erst einmal Wunden lecken angesagt. Bis zum nächsten Spiel sind es zwei Wochen Zeit die richtigen Schlüsse aus dem Spiel zu ziehen und möglicherweise langsam den Umbau der Truppe einzuleiten. Leider fehlen uns während der Länderspielpause einige Nationalspieler, so dass ein geordneter Trainingsbetrieb kaum möglich sein dürfte.
Nach dieser Bankrotterklärung ist Veh richtig gefordert, ich habe immer betont, dass er von mir die Zeit bekommt. Noch sind erst zwei Spieltage in der Bundesliga, einer im Pokal, absolviert, noch ist es zu früh, den Teufel an die Wand zu malen. Ich verliere auch nicht die Fassung, sollten wir, wie zu erwarten ist, auch nach fünf Spieltagen mit diesem einen Punkt da stehen. Danach aber müssen Ergebnisse her und es sollten bitteschön auch bis dahin, spielerische Fortschritte zu erkennen sein. Mit Darbietungen wie der gestrigen sind selbst die 32 Punkte aus der Vorsaison eine Utopie!

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18. August 2014

Der Kater nach dem Pokal-Aus!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , – Franky @ 18:21

Mein Blog nach dem Pokal-Aus fällt ausnahmsweise einmal anders aus wie gewohnt. Mir fehlt heute schlicht die Zeit, ein Pamphlet niederzuschreiben, das meine Gefühle seit dem Schlusspfiff bis jetzt richtig widerspiegelt. Auf der anderen Seite kenne ich schon die Sprüche meiner Stammleser, von wegen, „na, hat’s Dir die Sprache verschlagen?“, was natürlich nicht der Fall ist. Auf Facebook war ich dieser Tage dagegen sehr aktiv und habe einige geistige Ergüsse von mir gegeben, so dass ich diese heute einmal in chronologischer Folge online stelle, weil damit vieles schon gesagt wurde, was mich in diesen Tagen bewegt.

Einzig ein Thema liegt mir noch am Herzen. Allerorten und von sehr vielen Leuten lese ich Kritik am Trainer, weil er mit Klein, Romeu und Kostic gleich drei Neue brachte und diese ja gar nicht eingespielt sein können. Auf der einen Seite muss sich Armin Veh diese Kritik natürlich gefallen lassen, auf der anderen Seite aber, „wer nichts wagt, der nichts gewinnt“. Wie oft habe ich mich schon darüber aufgeregt, dass Neuzugänge so lang behutsam herangeführt wurden, bis sie wegen ihrer weniger Einsatzzeiten schon keine Lust mehr auf den VfB hatten. Wie sehr habe ich mich über die immer gleichen Aufstellungen in den letzten Jahren aufgeregt, weil wir ja nicht gerade verwöhnt wurden. So sah ich diese Aufstellung erst einmal positiv, zumal sich gute Fußballer normalerweise problemlos in ein neues Team einfügen könnten. Beim letzten Test gegen Hull City haben sich die Platzhalter schließlich nicht gerade nachdrücklich empfohlen. Der moderne Fußball wird mir viel zu sehr verkompliziert. Wer weiß, wie das Spiel verlaufen wäre, hätte Ulle nicht diesen Katastrophenpass auf Romeu gespielt, der ihm den Einstand aber so was von vermiest hat. Im allerersten Pflichtspiel, in dem man sich viel vornimmt, nicht negativ auffallen und Werbung in eigener Sache betreiben möchte, bekommt man vom eigenen Torwart einen solchen Ball serviert! Hoch anzurechnen ist Romeu jedenfalls, dass er in der Situation das Hirn einschaltete und nicht einen der drei, die gegen ihn standen, umgehauen hat und vom Platz geflogen ist.
Ab dieser Situation war sein Debüt eigentlich schon nicht mehr zu bewerten. Er ist doch noch kein alter Hase, an dem so etwas spurlos vorübergeht! Daher ist mir diese Kritik an Veh zu überzogen. Vehs Statements zum Spiel haben mir sogar richtig gut gefallen. Im Gegensatz zu den meisten seiner Vorgänger hat er nichts beschönigt, sondern unverblümt zugegeben, dass man in vielen Situationen einfach dumm agiert und falsche Entscheidungen getroffen hat. Hirn einschalten meinte er unter anderem, was genau die richtige Erkenntnis ist. Er hätte auch sagen könnten, das Gros der Pässe war alibimäßig und nicht zielorientiert. Mir gefällt Armin Veh bislang sehr gut, wie ich ihn im Zillertal, gestern in Fellbach oder auch im TV erlebe. Er hat Bock auf den VfB und hat vor allem Bock darauf, den VfB aus dem Schlamassel zu holen, nachdem er uns, wie er selbst sagte, einige Jahre im Stich gelassen hat.

Nun aber zu meinen Posts:

Dieser Post stammt von der Rückfahrt, also von unmittelbar nach dem Spiel bzw. als ich endlich wieder Empfang auf dem Handy hatte und mich beim Lesen der „Stimmen zum Spiel“ fast am Wulle Bier verschluckt hätte. So habe ich erst einmal das neue Motto des VfB umgetextet, weil „furchtlos und treu“ an diesem Tag überhaupt nicht passte. Eher ängstlich und den Fans nicht verpflichtet wirkte der erste Pflichtspielauftritt.

#furchtbarundscheu Unentschuldbar und kein Dämpfer, wie Gentner sagt. Den ersten Titel verloren. Mit solchen Auftritten gewinnt man in der BL kein Spiel. Da kann man Angst kriegen vor den nächsten Wochen.

Nach der Rückkehr aus Bochum lag ich um 1 Uhr im Bett, gegen 8 Uhr war die Nacht schon wieder zu Ende. Ich hätte noch weiter schlafen können, doch die „Pflicht“ rief. Bilder bearbeiten und online stellen, schließlich wollte ich um 11 Uhr schon wieder in Fellbach beim Krombacher-Spiel SV Fellbach-VfB zugegen sein. Ein Wunder, dass ich überhaupt schlafen konnte, zu angefressen war ich noch immer. Da wir jedoch für gewöhnlich nicht im 5-Sterne-Bus unterwegs sind und die Fahrten manchmal an die Substanz gehen, fällt man dann eben doch noch in den Schlaf. Hier also mein Post von Sonntag früh:

Bilder vom DFB-Pokal-Aus in Bochum sind online unter http://www.frankys-stadionpics.de/bilder/thumbnails.php?album=487. Auch 16 Stunden nach dem Schlusspfiff kann ich es kaum fassen, wie „unsere Jungs“ gestern den Brustring spazieren getragen haben. Das war null Komma null, einfach NICHTS. Wenn man es in 90 Minuten gegen einen Zweitligisten nicht schafft, auch nur ein einziges Mal aufs Tor zu schießen, schwant einem für die in einer Woche beginnende Bundesligasaison Böses. Es wird wieder in erster Linie darum gehen, darauf zu hoffen, dass es drei noch schlechtere Teams gibt und wir auch in der übernächsten Saison an der Bundesliga teilnehmen dürfen.
Klar, ist es noch früh für solch düstere Prognosen. Aber, gestern fand ich nichts, was Hoffnung machen würde. Die Körpersprache erschreckend, Führungsspieler nicht vorhanden, Qualität Mangelware, individuelle Fehler zuhauf, fußballerische Mängel, erschreckend. Vermeintliche Führungsspieler wie Sven Ulreich leiten durch einen völlig unnötigen Pass auf den von drei Bochumern umringten Romeu die Niederlage ein (wann bekommt eigentlich Kirsche eine Chance), die Abwehr einmal mehr ein Hühnerhaufen, Kapitän Gentner rennt viel, allerdings oft auch herum wie Falschgeld, Harnik (exemplarisch für einige andere, weil er in der 2. HZ auf „meiner“ Seite, rauf und runter rannte), kann keinen Ball stoppen, Ibisevic, wie eh und je, mehr am lamentieren, als dass er am Spiel teilnimmt. Die Neuen Romeu und Kostic noch Fremdkörper im Team, der 15-Millionen-Mann Rüdiger mit Licht aber noch mehr Schatten (blieb beim 2:0 einfach stehen…). Veh hat noch eine Menge Arbeit vor sich, es bleibt zu hoffen, dass der Abstand ans Mittelfeld nicht zu groß wird, bis seine Arbeit Früchte trägt.
Bin maßlos enttäuscht, nicht, weil ich dachte, es würde gleich alles besser würden. Durch ein Verbleiben im DFB-Pokal aber hätte ein erstes positives Signal gesetzt werden können und am Ende kann eine durchwachsene Saison durch den Pokal auch schon mal gerettet werden. Diese Karte wurde völlig unnötig und uninspiriert aus der Hand gegeben, der erste Titel erbärmlich schwach verspielt. Hoffe, gleich in Fellbach, schickt Veh die „erste Elf“ aufs Feld, gestern sah es schließlich so aus, als haben sie sich für dieses Spiel geschont. Habe fertig!

Auf der Rückfahrt aus Fellbach erreichte mich eine satirische Whatsapp-Nachricht, die ich sogleich gepostet habe, Verfasser unbekannt. Bitter, aber, als VfB-Fan lernt man auch mit Selbstironie zu leben und sie manchmal sogar auch noch lustig zu finden:

„Der VfB Stuttgart macht einen weiteren großen Schritt in Richtung Meisterschaft. In der 1. Runde des DFB-Pokals verlor der VfB souverän mit 2:0 und entgeht nun der drohenden Doppelbelastung.

Gegen den VfL Bochum spielten die Schwaben gut und ließen den VfL durch ein gekonntes Missverständnis in Führung gehen. Der Grundstein war gelegt und der VfB spielte locker weiter und sicherte sich mit dem zweiten Gegentreffer das Ausscheiden aus dem DFB-Pokal. Einen kleinen Schockmoment gab es dann doch noch: Der eingewechselte Timo Werner stand einschussbereit vor dem leeren Tor, besann sich jedoch im letzten Moment auf die vorgegebene Taktik.
Sportvorstand Fredi Bobic sprach von einem “weiteren wichtigen Grundstein auf dem Weg zur Meisterschaft.” Bereits in der Vorsaison war es dem VfB gelungen, sich einen der begehrten Plätze im hinteren Mittelfeld der Bundesliga zu sichern. Bobic weiter: “Durch das Ausscheiden in der 1. Runde des DFB-Pokals haben wir einen großen Vorteil gegenüber vielen anderen Bundesligavereinen. Die Mannschaft kann sich nun voll auf das große Ziel fokussieren, Armin Veh hat das erfolgreiche Spielsystem der letzten Saison grandios weiterentwickelt. Ich bin froh dass wir die Doppelbelastung erfolgreich abwenden konnten. Angesichts dieser tollen Leistung des Teams können wir durch den Verkauf wichtiger Leistungsträger die Finanzen weiter aufpolieren.” Die nächste Meisterfeier sei bereits geplant!“

Nach der Rückkehr aus Fellbach dann dieser Post. Es war insgesamt ein netter Spätvormittag. Frühschoppen und ein VfB-Spiel verbinden zu können, diese Gelegenheit bietet sich einem auch nicht alle Tage. Meine Enttäuschung war noch immer riesig, so dass es mir gerade geschliffen kam, dass sich das Team volksnah zeigen musste.

Bilder vom Kick der Reservisten in Fellbach sind online unter http://www.frankys-stadionpics.de/bilder/thumbnails.php?album=488. Knapp an einer Blamage vorbeigeschrammt. Wenn man bedenkt, dass Fellbach gestern noch den Landesliga-Auftakt gegen Ludwigsburg zu bestreiten hatte und bei uns ausschließlich Akteure am Werk waren, die gestern nicht von Beginn an spielten, liest sich das 2:2 zur Halbzeit noch blamabler als ohnehin schon. Am Ende hatte man den Gegner müde gespielt und leichtes Spiel. Wenigstens war der gesamte Tross anwesend, auch die, die nicht spielten. Bloß nicht ins Wochenende schicken, ich hoffe, es ging direkt weiter zum Clubgelände und dass der traditionell freie Montag gestrichen wurde. Nach der gestrigen Darbietung darf eigentlich nur eines auf dem Plan stehen: trainieren, trainieren, trainieren!
Nach der Rückkehr aus Fellbach dann dieser Post. Es war insgesamt ein netter Spätvormittag. Frühschoppen und ein VfB-Spiel verbinden zu können, diese Gelegenheit bietet sich einem auch nicht alle Tage. Meine Enttäuschung war noch immer riesig, so dass es mir gerade geschliffen kam, dass sich das Team volksnah zeigen musste.
Bilder vom Kick der Reservisten in Fellbach sind online unter http://www.frankys-stadionpics.de/bilder/thumbnails.php?album=488. Knapp an einer Blamage vorbeigeschrammt. Wenn man bedenkt, dass Fellbach gestern noch den Landesliga-Auftakt gegen Ludwigsburg zu bestreiten hatte und bei uns ausschließlich Akteure am Werk waren, die gestern nicht von Beginn an spielten, liest sich das 2:2 zur Halbzeit noch blamabler als ohnehin schon. Am Ende hatte man den Gegner müde gespielt und leichtes Spiel. Wenigstens war der gesamte Tross anwesend, auch die, die nicht spielten. Bloß nicht ins Wochenende schicken, ich hoffe, es ging direkt weiter zum Clubgelände und dass der traditionell freie Montag gestrichen wurde. Nach der gestrigen Darbietung darf eigentlich nur eines auf dem Plan stehen: trainieren, trainieren, trainieren!

Dem folgenden Post habe ich in Facebook 13 Bilder von mir mit Spielern bzw. mit Armin Veh beigefügt. Geplant war es nicht, da ich aber am Gitter direkt vor dem Bus noch Platz erspähte, stellte ich mich hin und gab dem einen oder anderen Glückwünsche für die Zukunft aber auch Kritisches zum Pokalspiel mit auf den Weg. Armin Veh meinte, mein Gesicht sei ihm noch aus dem Zillertal bekannt, so dass sich ein netter Smalltalk entwickelte.

Normalerweise ist mir es echt zu blöd, mich bei solchen Vereinsfesten ins Getümmel zu stürzen und nach Fotos zu fragen. Heute aber fand ich es zum einen recht entspannt – in eine große Schlange hätte ich mich mit Sicherheit nicht gestellt. Zum anderen war es mir echt ein Anliegen, den einen oder anderen zu fragen, was das gestern war und ob sie eine gemütliche Rückfahrt hatten. Ich kam nämlich ziemlich gerädert und total angefressen zurück. Heute allerdings, als die Reservisten ran durften bzw. mussten, wie es sicherlich der eine oder andere auffasste, hat sich auch keiner wirklich aufgedrängt. Wenigstens merkte man Leuten wie Werner und Maxim an, dass sie gerne Fußball spielen, während Leitner ein Gesicht wie drei Tage Regenwetter aufsetzte. Der hat sich gedacht, er wäre im falschen Film nach seinem grandiosen Auftritt gestern.
Veh wirkte sehr angefressen und knurrig und sagte immerhin, dass er auch nicht zufrieden gewesen wäre. Er bat um Geduld, als ich meinte, dass wir gegen Gladbach gerne wieder einen anderen VfB sehen würden. Zum einen ließ diese Aussage und auch die Art, wie er es sagte, für Gladbach nichts Gutes vermuten. Zum Anderen unterstreicht das aber, was mir schon auch bewusst ist. Wir werden leidensfähig bleiben müssen und dürfen auch, sollten die erwarteten Ergebnisse zum Start eintreten, nicht die Nerven verlieren. Veh hat bei mir zu Beginn allen Kredit. Ich erwarte lediglich, dass man (von Spiel zu Spiel) eine Weiterentwicklung sieht. Das fehlte mir gestern, es war mehr oder weniger eine Fortsetzung der Leistungen der Testspiele, die mich teilweise fast schon erschreckt hatten.
Jetzt sind auf jeden Fall die Spieler in der Pflicht, es in den nächsten Wochen besser zu machen. Auch wenn das Pokal-Aus durch nichts wieder gut gemacht werden kann, es sollte wenigstens eine heilende Wirkung und den Jungs vor Augen geführt haben, dass man in KEIN Spiel mit einer solch laschen Haltung gehen darf.
Knapp zwei Wochen ist der Transfermarkt noch offen. Ich hoffe, dass sich beim VfB noch einiges tut. Ein 30-Mann-Kader kann einem guten Arbeitsklima nicht förderlich sein. Es sollten mindestens fünf (bei weiteren Zugängen entsprechend mehr!) Mann abgegeben werden können, auch, um vielleicht noch zukaufen zu können. In der Abwehr fehlt ein Typ Abwehrchef, auch einen guten Außenverteidiger könnten wir noch gebrauchen. Sollte es die 15 Millionen-Offerte für Rüdiger tatsächlich geben, würde ich ihn abgeben. Nicht nur, weil es höchst fragwürdig ist, ob es sich ein Verein wie der VfB wirtschaftlich leisten kann, solch ein Angebot auszuschlagen, auch, weil ich es ihm nicht zutraue, dass er sich noch steigert. Für mich hat er nicht den Biss besser zu werden und ist er ein abgehobener Jungprofi, der es heute abermals nicht nötig hatte, Autogramme zu geben, zumindest da, wo ich ihn im Blick hatte und er bei Wünschen abgewunken hat. Von einer ähnlichen Szene beim Training hatte ich ja schon vor einiger Zeit berichtet. Solche Spieler sind nicht nur keine Teamplayer sondern sie schaden auch dem Image des Vereins. Es gehört gewaltig ausgemistet, um auf Dauer wieder Fußball zu sehen, der Spaß macht. Wir haben zu viele Egoisten (Ich-AG’s, Söldner, Partykönige) und zu wenig Spieler im Kader, die den Brustring im Herzen tragen oder Profis durch und durch sind, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind. Vielleicht bin ich ja diesbezüglich ein unverbesserlicher Nostalgiker, es ist aber noch immer meine innere Überzeugung, “Fußball ist ein Mannschaftssport”.
Viel Arbeit also für Fredi Bobic, der das Gros der Spieler geholt hat und dem es offensichtlich schwer fällt, sich von der einen oder anderen Fehleinschätzung zu trennen oder diese überhaupt einzugestehen. Es dürften spannende Wochen werden, auf dem Platz und auch außerhalb. ich verfolge sie gespannt weiter und bin mir seit gestern fast sicher, dass mich nichts, aber gar nichts mehr erschrecken kann. Ich bilde mir ein, auf alles gefasst zu sein!

Heute (Montag) früh auf der Bahnfahrt ins Geschäft verfasste ich dann noch folgenden Text, was nur einmal mehr zeigt, wie sehr es in mir arbeitet, wie sehr es in mir brodelt. Dies wiederum zeigt auf, dass Fußball manchmal eben nicht nur die schönste Nebensache der Welt ist, sondern manchmal auch noch mehr!

So, nach der ersten Pokalrunde sieht es fast so aus, die größten Konkurrenten im Abstiegskampf sind Augsburg, Mainz und Paderborn, die ich auch schon davor so auf dem Zettel hatte. Wenn man bedenkt, dass wir in der letzten Saison gegen Augsburg und Mainz keinen Punkt holten, kann das heiter werden.
Nach dem Auftreten im Pokal muss man sich wirklich Sorgen machen, auch wenn noch kein Ligaspiel gespielt ist. Dass die Automatismen noch nicht da sind, dass noch nicht alles funktioniert, das ist klar, wenn ein Umbruch ansteht. Dass jedoch abermals keine Mannschaft auf dem Feld stand, es an Lauf- und Kampfbereitschaft, also an der Einstellung fehlte, ist für mich auch noch zwei Tage nach der Blamage unentschuldbar. Das ist das, was mir Angst wird. Ich bin mir sicher, Armin Veh wird den Karren wieder flott bekommen, es ist nur die Frage, wie lang er dafür braucht. Es gibt zu viele Baustellen, die er angehen muss. Die Mannschaft muss über kurz oder lang ein völlig neues Gesicht erhalten. Mir nützen Spieler nichts, die den Brustring im Herzen tragen und eine Führungsrolle beanspruchen, wie Gentner und Ulle, wenn man sie mitschleppt und nicht genügend Qualität mitbringen. Dann soll Veh lieber ohne Rücksicht auf irgendwelche Namen oder das Standing Einzelner bei den Fans auf andere Pferde setzen, um den VfB mittel- und langfristig wieder in die Erfolgsspur zurückzubringen. In dieser Saison ist lediglich Konsolidierung angesagt. Was ich gestern schon geschrieben habe, hat Veh bei SiD auch so gesagt. Man sollte von Spiel zu Spiel eine Besserung erkennen, sehen, dass es voran geht, damit wäre ich schon zufrieden. Bochum war ein Rückschritt diesbezüglich, auch wenn es der schwerstmögliche Gegner in der ersten Runde war. Auch die weitaus höher eingeschätzten Wolfsburger haben es gestern zu spüren bekommen, wie schwer es ist, sein erstes Pflichtspiel bei einem im Saft stehenden Zweitligisten zu bestreiten. Daher hielt ich eine Niederlage in Bochum schon seit der Auslosung für möglich, was ein No Go war, war eben die Art und Weise und die Tatsache, dass wir eigentlich nie eine Chance hatten, das Spiel in andere Bahnen zu lenken. So halten sich meine Erwartungen an den Bundesligaauftakt in Grenzen. Ich möchte, dass im Verlauf der Saison, spätestens in der Rückrunde, die Kurve wieder nach oben geht und wir bis dahin nicht schon hoffnungslos im Keller festsitzen.

Dann schließlich noch ein Beitrag zu unserem Leihspieler Moritz Leitner, der es bei mir ein für allemal versch… hat. Ich war wirklich einst froh, als man ihn verpflichten konnte. Ich hatte die Hoffnung, hier, wo er mehr Möglichkeiten zu spielen hat als beim vor allem in der Zentrale herausragend besetzten BVB, würde er zeigen wollen, dass er eigentlich in die Dortmunder Mannschaft gehört. Das Gegenteil ist der Fall. Er gibt die Diva, der sich für sämtliche Drecksarbeit zu schade ist. Den arroganten Schnösel, dem „Fanarbeit“ ein Graus ist. Er gibt sich, als würde er seine Zeit hier absitzen. Meine Hoffnungen, dass er uns weiter helfen könnte, habe ich bereits nach zwei Drittel der Vorsaison zu Grabe getragen. Er ist ein ganz schwacher Charakter und es ist nicht verwunderlich, dass ihn Rainer Adrion, bei aller Wertschätzung für sein Talent, als U21-Nationaltrainer aus dem Team geworfen hat. Ein solcher Spieler, der sein eigenes Ego über alles stellt, sollte sich eine Einzelsportart suchen, im Mannschaftssport ist er fehl am Platze. Mir ging Leitner in Fellbach ob seiner Lustlosigkeit schon gehörig auf den Sack, als ich dann noch einen „Insider“ zu seinem gestrigen Verhalten las, war mir auch das einen Post wert:

Und dann ein Beitrag aus der Gruppe “VfB-Forum”, der meine Eindrücke von gestern bestätigt. Leitner war pampig und davor an Lustlosigkeit nicht zu überbieten. Ich wollte u. a. auch ein Foto mit ihm machen lassen, da meinte er “schnell”. Alle anderen waren aufgeschlossen und freundlich, wenn auch sichtlich angefressen, das Spiel vom Vortag wirkte noch nach (ich wertete das als positives Signal, wie oft schon hat man sich aufgeregt, wenn Spieler nach derben Niederlagen kurz darauf wieder strahlen konnten…). Sie kamen ihren Aufgaben, die eben auch dazugehören, nach und nahmen sich Zeit für Bilder und Autogramme.
Als ich Leitner dann fragte, “so schnell wie gestern auf dem Platz?” hat er abgewunken und ist weiter, das Ganze mit einer Schnute wie drei Tage Regenwetter. Sollte man die Möglichkeit haben, ihn “zurückzugeben”, lieber heute als morgen. Das ist ein Typ Stinkstiefel, den keine Mannschaft braucht oder anders ausgedrückt auch nicht vertragen kann. Hier der Post aus einer VfB-Gruppe:

“Moritz Leitner muss wohl super aufgefallen sein heute……

Die Fellbacher Spieler in einer Tour blöd von der Seite angemacht während dem Spiel, sich teilweise lustig gemacht, wenn mal was nicht geklappt hat oder auch angepöbelt. Als Sahnehäubchen sich dann wegen einer Einwurfsituation mit dem Fellbacher Trainer angelegt, ganz nebenbei ein alter VfBler der u.a. mit Gente zusammen deutscher Juniorenmeister wurde.

Unfassbar wie man gegenüber einer Amateurmannschaft so auftreten kann (als einziger VfBler und das in einer Tour)..und mit ein bisschen Hirnschmalz weiß man auch, dass die heutigen Gegenspieler größtenteils Fans und Mitglieder des eigenen Vereins sind, wenn man 3 Kilometer von Cannstatt entfernt antritt..”

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