12. März 2017

Ein 1:1 der anderen Art

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , – Franky @ 15:24

Es ist schon faszinierend, wie sich binnen vier Tagen ein und dasselbe Ergebnis so grundverschieden anfühlen kann. Hat man bei heimstarken Braunschweigern in Unterzahl bravourös einen Punkt erkämpft und einen direkten Kontrahenten auf Distanz gehalten, kam man gegen eine graue Maus der Liga zu Hause nicht über eine Punkteteilung hinaus.

Immerhin kamen die Bochumer als Tabellenzwölfter und derzeit tabellarisch jenseits von Gut und Böse stehendes Team zum Tabellenführer, was sollte da also schon schief gehen? Als wir vor dem Spiel zusammensaßen und dem Spiel entgegenfieberten, fiel dennoch schon die Befürchtung, dass es ein schwieriges Spiel werden könnte, an dessen Ende man sich möglicherweise mit einem Punkt zufrieden geben müsse. Warum? Einfach weil die Bochumer taktisch hervorragend agieren und ein sehr unangenehmes Pressing spielen und es fraglich sei, was der VfB dem, das Montagspiel noch in den Knochen, entgegen setzen werde können.

Der Taktikblogger Jonas Bischofsberger formulierte dies hinterher bei STN online so: „Am Freitagabend erwartete den VfB die taktisch wohl komplizierteste Herausforderung der Saison gegen den VfL Bochum. Gertjan Verbeeks VfL Bochum hebt sich mit mutigem Offensivfußball, extremer Mannorientierung und hohem Pressing deutlich von den anderen Mannschaften der Liga ab“. So entwickelte sich ein Spiel, indem sich der VfB der Manndeckung der Bochumer kaum entziehen konnte, zumal in den ersten dreißig Minuten Bewegung im Stuttgarter Spiel fehlte. Wenn mal ansatzweise Kombinationsfußball versucht wurde, wurden diese Bemühungen jäh durch taktische Fouls der Bochumer gestoppt. Der Schiedsrichter „Meister Proper“ Benedikt Kempkes, erst in seinem sechsten Zweitligaspiel, war äußerst gnädig bei der Vergabe persönlicher Strafen, bei härterem Durchgreifen hätten die Bochumer mit dieser Gangart das Spiel nie und nimmer zu elft beendet.

Dem VfB fehlte spürbar die Frische und er musste nach der gelb-roten Karte von Kamiński in Braunschweig zudem die zuletzt eingespielte Viererkette sprengen. Ehe man sich auf das harte Bochumer Spiel richtig einstellen konnte und sich versah, lag man auch schon mit 0:1 in Rückstand.

Aus einer Kontersituation heraus, in der Emiliano Insúa nicht schnell genug zurück eilte, offenbarten sich auch just Abstimmungsprobleme zwischen Timo Baumgartl und Benjamin Pavard. Letzterer orientierte sich in die Mitte und stand Timo Baumgartl auf den Füßen anstatt sich links zu Losilla hin zu bewegen. Dieser stand dadurch mutterseelenallein stand und konnte problemlos zur Führung einschieben. Auf eine Reaktion der Mannen von Hannes Wolf wartete man als VfB-Fan vergeblich, im Gegenteil, Mlapa und Wurtz verpassten es, die Bochumer Führung höher zu schrauben, so dass wir nach einer halben Stunde mit dem 0:1 noch sehr gut bedient waren.

Erst als Hannes Wolf in der 31. Minute reagierte und Matthias Zimmermann für den dieses Mal schwach agierenden Anto Grgić brachte, wurde das VfB-Spiel griffiger und zielstrebiger. Grgić schmeckte die Manndeckung der Bochumer überhaupt nicht, so dass seine Auswechslung nachvollziehbar war. Bis zum Pausenpfiff hatte der VfB dann auch die große Ausgleichschance durch Takuma Asano, der das Gehäuse mit einem Schuss aus der zweiten Reihe nur knapp verfehlte.

Zur zweiten Hälfte riss der VfB das Spiel zwar mehr und mehr an sich, musste bei Bochumer Kontern aber weiterhin hellwach und auf der Hut sein. Klare Torchancen der Brustringträger blieben Mangelware. Auch nach den Einwechslungen von Ginczek und Maxim änderte sich zunächst wenig an der Ideenlosigkeit, es fiel den Jungs vom VfB nach wie vor schwer gegen den kompakten VfL klare Chancen herauszuspielen.

Just jenen Moment, in dem die Bochumer wegen einer Behandlungspause des ehemaligen VfBlers Tim Hoogland nur zu zehnt auf dem Feld standen, nutzte der VfB mit einem schnell hervor getragenen Angriff zum Ausgleich. Carlos Mané wurde von Terodde steil geschickt, drang bis zur Grundlinie vor und passte scharf in die Mitte, wo Daniel Ginczek stand und nur noch den Fuß hinhalten musste. Tonnenschwere Steine hörte man im weiten Rund plumpsen. Die Hoffnung, doch noch den Heimsieg einzufahren, war zurückgekehrt. Da die Bochumer bereits drei Mal ausgewechselt hatten, schleppte sich Hoogland bis zum Schluss durch, was der VfB jedoch zu keinem weiteren Treffer nutzen konnte.

Für Daniel Ginczek war es nach seiner schier endlosen Verletzungspause sein erstes Pflichtspieltor seit dem 26.09.2015, damals beim 1:3 gegen Borussia Mönchengladbach am 7. Spieltag der Vorsaison. Wohl jeder im Stadion gönnte ihm diesen Moment und hofft darauf, dass bei ihm nun endgültig der Knoten geplatzt ist. Er macht eine schwierige Phase durch, weil er sich schon weiter sieht als es Hannes Wolf tut und dieser wohl kaum zum System mit zwei Spitzen wechseln wird. Simon Terodde herauszunehmen verbietet sich aufgrund seiner Leistungen von selbst, zudem arbeitet Terodde noch mehr fürs Team als es Daniel Ginczek tut. Dieser wollte im Anschluss dann auch zu viel und verzettelte sich lieber in einer Einzelaktion als den besser postierten Mitspieler zu sehen. Diesen Egoismus, der sicherlich auch in seiner Ungeduld begründet liegt, wird ihm Hannes Wolf hoffentlich für die nächsten Spiele austreiben.

Insgesamt zeigte der VfB zu wenig von dem, was ihn in den Wochen zuvor stark gemacht hat. Terodde schien mit seiner Gesichtsmaske im wahrsten Sinne des Wortes der Durchblick zu fehlen, ein Mittelfeld war kaum vorhanden und die Müdigkeit und die daraus resultierende Schwierigkeit, aufopferungsvoll verteidigende Bochumer in größere Gefahr zu bringen, ließen sich einfach nicht verleugnen.

Von Alexandru Maxim, der zuletzt überhaupt nicht mehr im Kader stand und erst zu seiner zweiten Einwechslung im Kalenderjahr 2017 kam, war ich gelinde gesagt enttäuscht. Ob es die Vorgabe vom Trainergespann war, auf links außen festzukleben, weiß man natürlich nicht. Dennoch hätte ich von ihm, der der mit Abstand frischeste Spieler hätte sein müssen, mehr erwartet, nämlich, dass er sich die Bälle weiter hinten abholt, wenn sie schon nicht von selbst zu ihm kommen. Mit dieser „Leistung“ konnte er keine Eigenwerbung für weitere Einsätze in den nächsten Spielen betreiben.
Auch wenn ich mich normalerweise zurück halte, was das Klagen über die Belastung von Profifußballern angeht und Gründe von schlechten Spielen selten darin suche, grenzte diese Ansetzung Freitags nach einem Montagsspiel schon fast an Wettbewerbsverzerrung.

Während Bochum zwischen dem Freitagspiel zu Hause gegen Fortuna Düsseldorf und dem Spiel den Freitag darauf beim VfB eine ganze Woche Zeit zur Regeneration und Vorbereitung zur Verfügung hatte, blieben dem VfB gerade einmal vier Tage Zeit, inklusive der Rückreise aus Braunschweig.
Der VfB hatte dabei nicht nur eine der weitesten Reisen, die die Liga zu bieten hat, zu bewältigen, sondern auch ein schwieriges Spiel bei einem Spitzenteam, bei nasskaltem Wetter, auf tiefem Geläuf, welches als Rasen zu bezeichnen noch geschmeichelt wäre, und wo man zudem aufgrund der zu harten gelb-roten Karte für Marcin Kaminski fast fünfzig Minuten in Unterzahl alles reinwerfen musste, was die geschundenen Körper hergaben.

Dass Trainer Hannes Wolf auf der Prä-Spieltags-Pressekonferenz das Montagspiel als mögliches Alibi für eine schlechte Leistung gegen Bochum nicht gelten lassen wollte, ehrt ihn zwar, es ist aber nicht von der Hand zu weisen, dass diese Tatsache für das Spiel gegen die Pressingmaschinen des VfL Bochum bei der Analyse durchaus herangezogen werden kann und einen Nachteil bedeutete. Einem defensiv stark arbeitenden und kompakt stehenden Kollektiv wie dem der Bochumer ist am ehesten, wie beim Ausgleich kurz aufgeflammt, beizukommen, wenn schnell gespielt wird. Dieses schnelle Offensivspiel, das der VfB in dieser Saison immer wieder phasenweise herausragend gezeigt hat, bedingt geistige und körperliche Frische, die am Freitag einfach nicht da waren.

Da der VfB in dieser Saison bereits zum zweiten Mal nach einem Montagspiel freitags ran musste und zum zweiten Mal seine „normale“ Leistung dabei nicht abrufen konnte (im August 0:1 in Düsseldorf), interessierte es mich, wie es um die anderen Vereine, die nach einem Montagspiel freitags schon wieder ran mussten, bisher bestellt war. Und siehe da, elf Spiele, ein Sieg, drei Remis, jedoch sieben Niederlagen stehen zu Buche für die so belasteten Mannschaften. Dabei stechen außer unseren Punktverlusten, die ohnehin stets ungewöhnlich anmuten, das 1:4 von Hannover 96 in Fürth und ein 0:3 vom 1. FC Union Berlin in Heidenheim heraus.

So bringt es den VfB zwar nicht weiter, über solche Ansetzungen, die es auch in Zukunft geben wird, zu lamentieren, aber, man muss Niederlagen, die ihre Ursache möglicherweise mit in einer solchen Terminierung haben, auch nicht überbewerten. Ein Vergleich mit dem Europapokalmodus, der gerne herangezogen wird, verbietet sich sowieso, weil die meisten Zweitligakader nicht breit genug aufgestellt sind, um ausreichend rotieren zu können.

In Anbetracht dieser Widrigkeiten fühlt sich ein Punkt gegen Bochum zu Hause zwar immer noch nicht viel besser an, wird aber pragmatisch an- und mitgenommen. Es handelte sich auf jeden Fall um ein gerechtes Ergebnis, das sich die Bochumer redlich verdient haben. Der Bochumer Trainer Gertjan Verbeek bleibt damit gegen den VfB ungeschlagen, ob als Trainer vom VfL Bochum, dem 1. FC Nürnberg oder auch 2004 in der Europa League mit dem SC Heerenveen.

In der Fangemeinde gehen die Meinungen auseinander, ob man sich daran erfreuen sollte, dass wir in der Rückrunde noch ungeschlagen sind (5 Siege, 2 Unentschieden) oder ob schon sämtliche Alarmglocken schrillen sollten, weil wir zuletzt zwei Mal in Folge nicht gewonnen haben.
Ich bin zwar auch ein gebranntes Kind, der Absturz letzte Saison nach kurzem Zwischenhoch ist schließlich noch sehr präsent, und doch lehne ich Vergleiche mit der Vorsaison kategorisch ab.

Zum einen spielen wir inzwischen eine Liga tiefer, die Gegner sind entsprechend schwächer. Zum anderen wurschteln auf dem Wasen nicht mehr Kramny und Dutt vor sich hin, die mit freien Tagen um sich werfen und das Team am Ballermann auf die entscheidenden Wochen einstimmen, sondern es ist Seriosität eingekehrt. Jan Schindelmeiser und Hannes Wolf werden wachsam bleiben und nicht nachlassen, die Konzentration hochzuhalten.

Für mich ist auch nach diesen zwei sieglosen Spielen noch nicht allzu viel passiert, auch wenn die Konkurrenz etwas näher gerückt ist. Daher ist es mir weiterhin nicht bange und ich bin zu 100% überzeugt, dass wir am Ende relativ ungefährdet aufsteigen werden.

Die Zuschauer werden die Mannschaft weiter von Sieg zu Sieg tragen und Erstligaflair ins Neckarstadion hinein tragen. 45.300 Zuschauer auch zu dieser frühen Anstoßzeit am Freitagabend unterstreichen den Rückhalt, den die Truppe heute und schon die ganze Saison über genießt.

Erfreulich empfand ich es, dass die Personalie Kevin Großkreutz überhaupt keine Rolle mehr spielte, zumindest habe ich kein einziges Banner in diese Richtung gesehen. Das Thema ist abgehakt und lediglich ein paar Wichtigtuer, für die einzelne Spieler über dem Verein stehen, geben noch nicht auf, von einer Rückholaktion zu träumen.

Die nächsten beiden Heimspiele gegen Dynamo Dresden und die Abordnung aus Ostfrankreich werden auf jeden Fall ausverkauft sein, danach steht zu Hause dann noch das Gipfeltreffen mit dem 1. FC Union Berlin an, das schon wegen der Tabellensituation hochfrequentiert sein dürfte, ehe Erzgebirge Aue im Neckarstadion antritt.

Bis dahin fließt zwar noch viel Wasser den Neckar hinunter und doch träume ich auch da von einem ausverkauften Haus, nämlich dann, wenn das Timing so passen würde, pünktlich zu diesem Spiel den Aufstieg perfekt machen zu können. Das allerletzte Saisonspiel gegen die Würzburger Kickers ist ohnehin ein Selbstläufer, so dass der VfB die Saison mit einem Zuschauerschnitt von über 50.000 abschließen könnte. Kein Mensch hätte nach dem Abstieg mit einem solch immensen Zuspruch, trotz der oft unsäglich blöden Anstoßzeiten, gerechnet.

Meine Aufstiegshoffnungen sind nach den beiden sieglosen Spielen zuletzt jedenfalls nicht gedämpfter als davor. Dass kein Spiel in der 2. Liga ein Selbstläufer ist, wissen wir seit es los ging, dass der Weg zum Aufstieg steinig und schwer werden würde, war auch bekannt. Dies reflektiert doch schon allein, dass kein Mensch erwarten kann, dass wir jedes Spiel gewinnen und mit Siebenmeilenstiefeln durch die Liga eilen. Punkteteilungen, ja, vielleicht sogar auch mal wieder eine Niederlage, gehören dazu und werden das Team nicht umwerfen. Jetzt hat man fast eine Woche lang Zeit, die Wunden von Braunschweig und Bochum zu lecken und in Fürth mit neuer Kraft anzugreifen. Ich bin dabei, bleibe optimistisch und freue mich darauf.

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28. September 2016

Punkteteilung im Pott

Nach über sechs Jahren ging es mal wieder um Punkte im Bochumer Ruhrstadion. Ich wünschte mir schon lang dieses Aufeinandertreffen zurück, jedoch liebäugelte ich in meiner Sehnsucht doch eher mit einem Bundesligaduell.

Bochum ist eines meiner absoluten Lieblings-Auswärtsspiele und das nicht nur wegen der unvergesslichen Szenen 2007, dem 2:3-Sieg, der das Tor zur Meisterschaft so weit aufstieß. Bochum ist auch unabhängig davon immer eine Reise wert.

Das Stadion ist megageil, man ist nah dran wie fast nirgends, es ist recht zentral in der Stadt und nicht auf der grünen Wiese gelegen, genügend Gastronomiebetriebe befinden sich fußläufig vom Stadion erreichbar und zu guter Letzt pflegen die Fans des VfL Bochum eine große Rivalität vor allem zu Schalke 04 und dem einstigen Lokalrivalen Wattenscheid 09, jedoch nicht zum VfB.

Dadurch lässt es sich im Stadionumfeld, auch in den einschlägigen Fankneipen, gut verweilen und zusammen über das Spiel schwadronieren. Fußball, wie er sein muss, wie ich ihn noch lieben gelernt habe, alles eben ein wenig Oldschool.

Beim letzten Aufeinandertreffen vor gut zwei Jahren schied der VfB in der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde gegen einen bissigeren VfL aus. Es war der Fehlstart unter Armin Veh, der, wie man heute weiß, bereits ein Fingerzeig auf eine miserable Saison war.

Besonders im Gedächtnis hängen geblieben ist mir dabei ein Tor, welches Oriel Romeu (in seinem ersten Pflichtspiel für den VfB) und Sven Ulreich in Co-Produktion verschuldeten und dass Simon Terodde beide Tore für den VfL erzielte. Die Erstgenannten sind zum Glück nicht mehr da, der Letztgenannte, ist, auch zum Glück, inzwischen beim VfB gelandet.

Damals fuhren wir mit dem RWS-Bus hin und nach dem Spiel gleich wieder zurück. Da es jedoch nicht schadet, wie oben beschrieben, Zeit für das Vor- und Nachglühen einzuplanen, ergab sich eine Männertour mit Aufenthalt im Bermuda-Dreieck, DEM Kneipenviertel Bochums, und anschließend zwei Nächten in Köln. Einzelheiten unseres Wochenende erspare ich mir an dieser Stelle, nur eines, es war GEIL!

Wie bei jedem unserer bisherigen Spiele in Pokal und Liga in dieser Saison bestellte ich mir mein Ticket direkt beim Heimverein. Dieses Mal verschlug es mich auf die Haupttribüne, Reihe 4, mit bester Sicht aufs Spielfeld und die beiden Fanblöcke. Da im Anschluss an das Spiel noch eine Kneipentour und die Rückfahrt nach Köln an stand, war ich nur mit meiner Kompaktkamera unterwegs, die leicht in der Jackentasche zu verstauen ist. Es ist zwar irgendwie ärgerlich, wenn man sich schon eine Haupttribünenkarte leistet, dass vor allem bei einsetzender Dunkelheit recht große Qualitätseinbußen im Vergleich zur „Großen“ hingenommen werden müssen, aber, da siegt dann doch die Vernunft und die Bequemlichkeit, abends und nachts nicht noch auf die Fototasche aufpassen zu müssen.

Nach der turbulenten englischen Woche inklusive Luhukay-Rücktritt und Wolf-Vorstellung wusste ich nicht so recht, was man von dem Spiel erwarten konnte.

Für mich war die Inthronisierung Wolfs zwei Tage vor dem Bochum-Spiel hirnrissig. Begründet wurde dies damit, dass die Personalie bekannt wurde, bevor die beiden Parteien sie eigentlich verkünden wollten. So steckte der VfB ohne Frage in der Zwickmühle. Macht man mit Janßen noch das eine Spiel weiter, in der Hoffnung, dass er seine Erfolgsserie fortsetzen kann oder würde die Mannschaft die letzten Prozentpunkte Konzentration vermissen lassen, wenn sie weiß, dass es ohnehin Janßens letztes Spiel ist? Ich hätte es riskiert. Die offizielle Sprachregelung lautet zwar, auch Wolf habe seinen Dienst sofort antreten wollen und nicht erst nach dem Spiel, aber, wäre Fürth sein erstes Spiel gewesen, hätte er dies vermutlich (offiziell) auch so „gewollt“.

Ihm tat man meiner Meinung nach keinen Gefallen, lief man doch bewusst Gefahr, dass er einen Fehlstart hinlegen könnte, für den er noch überhaupt nichts gekonnt hätte. Der Mittwoch nach dem Braunschweig-Spiel war Regenerationstag, der Donnerstag Reise- und der Freitag Spieltag. Zu wenig Zeit also, um die Mannschaft nach seinen Vorstellungen auszurichten und Korrekturen vornehmen zu können. Daher war es keine Überraschung, dass Wolf auf das Korsett vertraute, das zuletzt unter Janßen erfolgreich war. Lediglich Kevin Großkreutz, der nach seiner langen Verletzungspause sukzessive mehr Einsatzzeiten bekommt, ersetzte den einzigen Schwachpunkt gegen Braunschweig, Berkay Özcan.

Apropos Kevin Großkreutz: derzeit ist er mal wieder in den Schlagzeilen, weil er bei der fiktiven Facebook-Veranstaltung „Abstiegsfeier des FC Schalke 04“ seine Teilnahme „zugesagt“ hat. Das Medien-Echo ist enorm und so gut wie jeder einschlägigen Sportseite einen Bericht wert.

Jan Schindelmeiser meinte in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung vor knapp vier Wochen „Kevin muss wissen, dass er mit seinen Postings immer auch den Verein repräsentiert. Wenn er die Interessen des Vereins verletzt, dann werden wir reagieren.“, was einige Medien so interpretierten, dass Großkreutz beim VfB angezählt sei.

Dass dem nicht so ist, lässt sich schon aus dem Originalzitat herauslesen, dass aber die Medien permanent versuchen aus dieser Mücke einen Elefanten zu machen und noch mehr Unruhe in einen ohnehin schon unruhigen Verein hineinzutragen, ist der Zahn der Zeit.

Daher finde ich solche Posts zwar nach wie vor nicht schlimm, aber, auch überhaupt nicht mehr lustig. Als gerade abgestiegener VfB-Profi, der eben erst nach langer Verletzungspause zurückgekehrt ist, täte er gut daran, zunächst einmal auf dem Platz zu liefern und dann erst große Töne zu spucken, wenn wir unangefochtener Tabellenführer sind.

Bei Großkreutz verwundert mich immer wieder die Diskrepanz zwischen seinen großmäuligen Posts und seinem schmallippigen, fast schüchternen, Auftreten, wenn man seinen Umgang mit den Fans im Training und im Trainingslager erlebt.

Ich sehe es ja positiv, wenn sich ein Spieler an seine Fans wendet und als einer den Ultras naher Spieler Botschaften für den Fußball und gegen Retorten in die mediale Welt hinaus sendet, aber, eben alles zu seiner Zeit. Als VfB-Fan tangiert mich seine Abneigung gegen „die Blauen“ ohnehin nicht, Spitzen in Richtung Gelsenkirchen kann er sich völlig sparen, solang er VfB-Profi ist.

Im Grunde ist mir ein Spieler wie Großkreutz, der eine eigene Meinung hat und sich durch derartige Postings selbst unter Druck setzt, lieber als ein stromlinienförmiger Allerweltsprofi, der in jedem Interview dieselben Phrasen drischt, nur, um allen gerecht zu werden und ja nicht anzuecken, aber, wie gesagt, alles zu seiner Zeit.

Aber, zurück zum Spiel: Gegen den zu Hause noch ungeschlagenen VfL kam der VfB nur schwer in die Gänge. Bochum war optisch überlegen und spielte für Zweitligaverhältnisse einen technisch versierten Ball. Dennoch hätte der VfB in der 12. Minute mit etwas Glück einen Elfmeter zugesprochen bekommen können, wenn sich Terodde fallen lassen und nicht unbedingt das Tor erzielen wollen hätte. Nach den bisherigen Spielen hat man fast den Eindruck, dass man die fehlende Lobby bei den Schiedsrichtern von der Bundesliga in die 2. Liga hinüber „gerettet“ hätte. Ansonsten neutralisierten sich beide Teams in der ersten Halbzeit weitestgehend, so dass große Chancen auf beiden Seiten ausblieben.

Wer hoffte, dass Wolfs Halbzeitansprache gefruchtet hätte, wurde enttäuscht. Die Bochumer kamen bissiger aus der Kabine und drängten den VfB in dessen Hälfte. Das 0:1 durch Gentner fiel daher aus heiterem Himmel mit der ersten Torchance in der zweiten Halbzeit und war mehr als schmeichelhaft.

Die Bochumer benötigten einige Zeit, um sich vom Rückstand zu erholen, ehe sie zur Schlussoffensive bliesen. Nachdem der VfB mal wieder lang genug drum gebettelt hat, war es zehn Minuten vor Schluss (endlich) so weit, Joker Wurtz traf zum Ausgleich. Danach drängte der VfL mit aller Macht auf den Siegtreffer, scheiterte letztlich aber am starken Mitch Langerak, der den Punkt am Ende festhielt.

Was ist dieser Punkt am Ende wert? Noch trauere ich eher der vergebenen Führung hinterher und dass es der VfB nicht schaffte, den Vorsprung über die Zeit zu retten. Ausgenommen St. Pauli zum Saisonauftakt hatte der VfB in nahezu jedem Spiel gegen Ende konditionelle Defizite und geriet stets richtig unter Druck.

Das dürfte auch Hannes Wolf nicht entgangen sein, die ersten Trainingseinheiten in der laufenden Woche sehen schwer nach Kraft- und Konditionstraining aus. Da kommt man unweigerlich zu der Vermutung, Luhukay habe schon früh die Lust und den Glauben daran verloren, dass die Beziehung Luhukay-VfB zu einem glücklichen Ende kommt, was eine Mannschaft natürlich spürt und dadurch den letzten Ticken Biss vermissen lässt.

Aus der englischen Woche kommt der VfB also mit sieben Punkte heraus, was im Grunde und in Anbetracht der Turbulenzen aller Ehren wert ist. Da man aber schon in Düsseldorf und gegen Heidenheim unnötig wichtige Punkte legen gelassen hat, ist der Druck inzwischen da, auch mal ein Spiel wie das in Bochum über die Zeit zu bringen.

Braunschweig, der unangefochtene Tabellenführer, hat bereits fünf Punkte Vorsprung auf den VfB, und erweckt nicht den Eindruck, in naher Zukunft einzubrechen und auch andere Aufstiegsfavoriten wie Union Berlin und Hannover 96 kommen langsam ins Rollen. Die drei Erstplatzierten machen derzeit einen gefestigteren Eindruck als der VfB und sind eingespielt, was man vom VfB nicht gerade behaupten kann. Nach wie vor ist das ganze Konstrukt auf Zufall aufgebaut und hat mit einem ausgeklügelten System wenig zu tun.

Auf Hannes Wolf wartet eine Herkulesaufgabe beim VfB. Zum einen schweben Horrorszenarien im Raum, die den VfB bereits als ewigen Zweitligisten sehen, sollte der sofortige Wiederaufstieg verpasst werden. Zum anderen muss der komplette VfB inklusive Philosophie und Spielidee komplett auf links gedreht werden und das mitten in der Saison.

Die Mannschaft muss sich nicht nur neu finden und auf ein neues Spielsystem einstellen, am 9. Oktober steht zudem noch die Mitgliederversammlung an.
Aus dieser wird (wohl) zumindest mal der neue Präsident hervorgehen, ob es ferner ein „Stühle rücken“ in Aufsichtsrat und/ oder Vorstand geben wird, wird man sehen.

Es dürfte eine hitzige Veranstaltung werden, in der alle Verantwortungsträger des letzten Jahres ihr Fett abbekommen werden. Wie Aufsichtsrat Porth bei Sport im Dritten weismachen wollte, dass im Aufsichtsrat viele personelle Wechsel stattgefunden hätten, und dieser daher nicht voll zur Verantwortung gezogen werden könne, so ist es ja nicht.

Der Aufsichtsrat in dieser Zusammensetzung und der Vorstand (mit Ausnahme von Jan Schindelmeiser) in dieser Zusammensetzung sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass wir abgestiegen sind.

Der Vorstand, ob Heim oder Röttgermann ist mir entfallen, räumte auf der Veranstaltung #vfbimdialog erstmals öffentlich ein, dass man in der letzten Saison nach dem Augsburg-Spiel noch einmal reagieren hätte müssen. Jedem war das damals klar und trotzdem ist man sehenden Auges in den Abstieg getaumelt.

Aufsichtsrat und Vorstand zeichnen auch für die vorschnelle Verpflichtung Luhukays verantwortlich, was uns im schlimmsten Fall den direkten Wiederaufstieg schon jetzt gekostet haben könnte, weil die Vorbereitung (möglicherweise auch der eine oder andere Transfer) unter Luhukay damit für die Katz war.

Wollte Luhukay das Unternehmen Wiederaufstieg in erster Linie mit alten Weggefährten schaffen und nicht allzu viel Zeit mit der Integration neuer (nicht deutscher) Akteure „verschwenden“, kommt Wolf aus dem Jugendfußball und propagiert einen modernen, forschen Stil.

Wollte Luhukay in den Spielen kontrolliert agieren, was bis dato eher langweilig und nicht zielführend aussah, sieht die Spielidee Wolfs vor, den Gegner über den Platz zu jagen, Bälle zu erobern und so schnell wie möglich vor das gegnerische Tor zu kommen.

Sein Mentor heißt schließlich Jürgen Klopp, von ihm hat er sich in den letzten Jahren einiges abgeschaut. Wolf steht für schnellen, emotionalen Fußball mit hoher Laufintensität. Da versteht es sich von selbst, dass den Spielern viel abverlangt wird und die Jungs bei höchster körperlicher Anstrengung geistig frisch bleiben und auf dem Platz die richtigen Entscheidungen treffen müssen. Ob das mit dieser Truppe möglich ist? Auch wenn uns inzwischen einige „alte“ verlassen haben, noch sind genügend Spieler da, denen auch Zornigers Fußball zu hoch war, weil es einigen im Kopf fehlt.

Wolf benötigt für die Umsetzung seiner Vorhaben die richtigen Spieler und eine komplette Vorbereitung, um Automatismen einzustudieren. Mein großer Wunsch ist es ja, Spielformen, die ich im Trainingslager sah, wenigstens einmal auf dem Platz umgesetzt zu sehen. Bisher war das Wunschdenken, eher das Gegenteil war der Fall. In den ersten Pflichtspielen sah es oft so aus, als hätten die Jungs noch nie im Leben zusammengespielt. Nächste Chance, Wintertrainingslager!

Bis zum Winter muss Wolf unweigerlich improvisieren und darf die Spieler mit seinen Vorstellungen nicht überfordern, ob ihm das gelingt, ist eine spannende Frage für mich. Während des Spielbetriebs hat er die Zeit nicht, etwas zu entwickeln, sollten die Ergebnisse nicht stimmen. Daher steht er bereits zu Beginn seiner Amtszeit gewaltig unter Druck, die Mannschaft in der Spur zu halten und gleichzeitig zu verbessern.

Mit der SpVgg Greuther Fürth stellt sich am Tag der Deutschen Einheit das nächste Team mit Ambitionen in Richtung Aufstieg vor. Wie sich eine Niederlage gegen die Kleeblätter anfühlt, musste man im einzigen Bundesligajahr der Mittelfranken erfahren.

Am 32. Spieltag der Saison 2012/2013 setzte es gegen den bereits feststehenden Absteiger eine blamable 0:2-Heimniederlage. Die Fürther sind selbst noch in der Findungsphase und dadurch ein schwer ausrechenbarer Gegner. Dem Auswärtssieg beim (großen) Frankenderby folgte ein ernüchterndes Remis zu Hause gegen den SV Sandhausen. Auf die leichte Schulter darf der VfB ohnehin KEINEN Gegner nehmen, auch nicht in der 2. Liga, das müsste inzwischen auch beim letzten selbsternannten Star der Truppe angekommen sein.

Ein Skandal im Zusammenhang dieses Montagspiels ist, dass die Abstellungsperiode für die Nationalspieler bereits morgens am Spieltag beginnt. Die Österreicher haben schon verlauten lassen, dass sie auf das pünktliche Eintreffen von Florian Klein pochen werden, was ich jedoch eher positiv sehe.

Seine Aussagen nach dem Abstieg und sein (unglaubwürdiges) Zurückrudern bei seinem Trainingsauftakt haben Spuren hinterlassen, so dass ich ihn am liebsten nicht mehr in unserem Trikot sehen würde.
Aussagen, dass Klein keiner sei, der einfach davon laufe, wie sein Berater Hagmayr damals erklärte und „Er wird seine ganze Kraft einsetzen, um mitzuhelfen, dass die Mannschaft den Wiederaufstieg in die Bundesliga schafft“ heißt für mich vom österreichischen ins deutsche übersetzt „mir bezahlt keiner so viel wie der VfB, also sitze ich lieber meinen Vertrag ab“.

So schlägt gegen Fürth die Zeit für Großkreutz/ Zimmer, die Kleins Absenz vergessen machen werden. Sollten andere Nationalverbände, wie bspw. der der Japaner ebenso stur sein, könnte der VfB aber ein personelles Problem bekommen.

Auch hier wird wieder deutlich, welchen Stellenwert ein fairer Wettbewerb gegenüber den Interessen der Fernsehanstalten hat. Dass die DFL in der bekannten Konstellation auf das Montagsspiel an diesem Spieltag nicht ganz verzichtet hat, dafür habe ich kein Verständnis.

Da noch nicht bekannt ist, wer von seinem Land schon vor dem Fürth-Spiel abgezogen wird, macht es auch keinen Sinn, jetzt bereits über eventuelle personelle Wechsel zu schwadronieren.

Benjamin Pavard beispielsweise scharrt bereits mit den Hufen und wäre eine echte Alternative für Toni Sunjic, der einem starken Auftritt gegen Braunschweig einen grottenschlechten in Bochum folgen ließ. Er offenbarte einmal mehr, dass er nicht einmal dem Tempo in der zweiten Liga gewachsen ist, so dass er es unter Wolf in Zukunft schwer haben dürfte.

Auch die Zeit von Carlos Mané dürfte langsam kommen und, DIE positive Nachricht in diesen Tagen, Daniel Ginczek ist nach fast einjähriger Leidenszeit wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen und könnte bereits nach der Länderspielpause beginnen, um Einsatzzeiten zu buhlen.

Egal, wer auf dem Platz steht, der Rasen muss brennen. Das Stadion dürfte einmal mehr sehr gut gefüllt, die Fans bis in die Haarspitzen motiviert sein. Feiertag, laut Wetterprognose bestes Frühherbstwetter und schließlich noch das Volksfest nebenan.

Der VfB muss einfach gewinnen, um Ruhe während der Länderspielpause zu haben und Selbstvertrauen zu tanken. Der Oktober hat es nämlich in sich, geht es doch nach Dresden, zu Hause gegen die wiedererstarkten Münchner Löwen, zum Pokalspiel nach Mönchengladbach und zum Derby in den Wildpark.

In diesen Wochen hat der VfB viel zu gewinnen, aber noch mehr zu verlieren, daher gilt es gegen Fürth an das starke Heimspiel gegen Braunschweig anzuknüpfen und sich mit einem guten Ergebnis in die Pause zu verabschieden.

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18. August 2014

Der Kater nach dem Pokal-Aus!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , – Franky @ 18:21

Mein Blog nach dem Pokal-Aus fällt ausnahmsweise einmal anders aus wie gewohnt. Mir fehlt heute schlicht die Zeit, ein Pamphlet niederzuschreiben, das meine Gefühle seit dem Schlusspfiff bis jetzt richtig widerspiegelt. Auf der anderen Seite kenne ich schon die Sprüche meiner Stammleser, von wegen, „na, hat’s Dir die Sprache verschlagen?“, was natürlich nicht der Fall ist. Auf Facebook war ich dieser Tage dagegen sehr aktiv und habe einige geistige Ergüsse von mir gegeben, so dass ich diese heute einmal in chronologischer Folge online stelle, weil damit vieles schon gesagt wurde, was mich in diesen Tagen bewegt.

Einzig ein Thema liegt mir noch am Herzen. Allerorten und von sehr vielen Leuten lese ich Kritik am Trainer, weil er mit Klein, Romeu und Kostic gleich drei Neue brachte und diese ja gar nicht eingespielt sein können. Auf der einen Seite muss sich Armin Veh diese Kritik natürlich gefallen lassen, auf der anderen Seite aber, „wer nichts wagt, der nichts gewinnt“. Wie oft habe ich mich schon darüber aufgeregt, dass Neuzugänge so lang behutsam herangeführt wurden, bis sie wegen ihrer weniger Einsatzzeiten schon keine Lust mehr auf den VfB hatten. Wie sehr habe ich mich über die immer gleichen Aufstellungen in den letzten Jahren aufgeregt, weil wir ja nicht gerade verwöhnt wurden. So sah ich diese Aufstellung erst einmal positiv, zumal sich gute Fußballer normalerweise problemlos in ein neues Team einfügen könnten. Beim letzten Test gegen Hull City haben sich die Platzhalter schließlich nicht gerade nachdrücklich empfohlen. Der moderne Fußball wird mir viel zu sehr verkompliziert. Wer weiß, wie das Spiel verlaufen wäre, hätte Ulle nicht diesen Katastrophenpass auf Romeu gespielt, der ihm den Einstand aber so was von vermiest hat. Im allerersten Pflichtspiel, in dem man sich viel vornimmt, nicht negativ auffallen und Werbung in eigener Sache betreiben möchte, bekommt man vom eigenen Torwart einen solchen Ball serviert! Hoch anzurechnen ist Romeu jedenfalls, dass er in der Situation das Hirn einschaltete und nicht einen der drei, die gegen ihn standen, umgehauen hat und vom Platz geflogen ist.
Ab dieser Situation war sein Debüt eigentlich schon nicht mehr zu bewerten. Er ist doch noch kein alter Hase, an dem so etwas spurlos vorübergeht! Daher ist mir diese Kritik an Veh zu überzogen. Vehs Statements zum Spiel haben mir sogar richtig gut gefallen. Im Gegensatz zu den meisten seiner Vorgänger hat er nichts beschönigt, sondern unverblümt zugegeben, dass man in vielen Situationen einfach dumm agiert und falsche Entscheidungen getroffen hat. Hirn einschalten meinte er unter anderem, was genau die richtige Erkenntnis ist. Er hätte auch sagen könnten, das Gros der Pässe war alibimäßig und nicht zielorientiert. Mir gefällt Armin Veh bislang sehr gut, wie ich ihn im Zillertal, gestern in Fellbach oder auch im TV erlebe. Er hat Bock auf den VfB und hat vor allem Bock darauf, den VfB aus dem Schlamassel zu holen, nachdem er uns, wie er selbst sagte, einige Jahre im Stich gelassen hat.

Nun aber zu meinen Posts:

Dieser Post stammt von der Rückfahrt, also von unmittelbar nach dem Spiel bzw. als ich endlich wieder Empfang auf dem Handy hatte und mich beim Lesen der „Stimmen zum Spiel“ fast am Wulle Bier verschluckt hätte. So habe ich erst einmal das neue Motto des VfB umgetextet, weil „furchtlos und treu“ an diesem Tag überhaupt nicht passte. Eher ängstlich und den Fans nicht verpflichtet wirkte der erste Pflichtspielauftritt.

#furchtbarundscheu Unentschuldbar und kein Dämpfer, wie Gentner sagt. Den ersten Titel verloren. Mit solchen Auftritten gewinnt man in der BL kein Spiel. Da kann man Angst kriegen vor den nächsten Wochen.

Nach der Rückkehr aus Bochum lag ich um 1 Uhr im Bett, gegen 8 Uhr war die Nacht schon wieder zu Ende. Ich hätte noch weiter schlafen können, doch die „Pflicht“ rief. Bilder bearbeiten und online stellen, schließlich wollte ich um 11 Uhr schon wieder in Fellbach beim Krombacher-Spiel SV Fellbach-VfB zugegen sein. Ein Wunder, dass ich überhaupt schlafen konnte, zu angefressen war ich noch immer. Da wir jedoch für gewöhnlich nicht im 5-Sterne-Bus unterwegs sind und die Fahrten manchmal an die Substanz gehen, fällt man dann eben doch noch in den Schlaf. Hier also mein Post von Sonntag früh:

Bilder vom DFB-Pokal-Aus in Bochum sind online unter http://www.frankys-stadionpics.de/bilder/thumbnails.php?album=487. Auch 16 Stunden nach dem Schlusspfiff kann ich es kaum fassen, wie „unsere Jungs“ gestern den Brustring spazieren getragen haben. Das war null Komma null, einfach NICHTS. Wenn man es in 90 Minuten gegen einen Zweitligisten nicht schafft, auch nur ein einziges Mal aufs Tor zu schießen, schwant einem für die in einer Woche beginnende Bundesligasaison Böses. Es wird wieder in erster Linie darum gehen, darauf zu hoffen, dass es drei noch schlechtere Teams gibt und wir auch in der übernächsten Saison an der Bundesliga teilnehmen dürfen.
Klar, ist es noch früh für solch düstere Prognosen. Aber, gestern fand ich nichts, was Hoffnung machen würde. Die Körpersprache erschreckend, Führungsspieler nicht vorhanden, Qualität Mangelware, individuelle Fehler zuhauf, fußballerische Mängel, erschreckend. Vermeintliche Führungsspieler wie Sven Ulreich leiten durch einen völlig unnötigen Pass auf den von drei Bochumern umringten Romeu die Niederlage ein (wann bekommt eigentlich Kirsche eine Chance), die Abwehr einmal mehr ein Hühnerhaufen, Kapitän Gentner rennt viel, allerdings oft auch herum wie Falschgeld, Harnik (exemplarisch für einige andere, weil er in der 2. HZ auf „meiner“ Seite, rauf und runter rannte), kann keinen Ball stoppen, Ibisevic, wie eh und je, mehr am lamentieren, als dass er am Spiel teilnimmt. Die Neuen Romeu und Kostic noch Fremdkörper im Team, der 15-Millionen-Mann Rüdiger mit Licht aber noch mehr Schatten (blieb beim 2:0 einfach stehen…). Veh hat noch eine Menge Arbeit vor sich, es bleibt zu hoffen, dass der Abstand ans Mittelfeld nicht zu groß wird, bis seine Arbeit Früchte trägt.
Bin maßlos enttäuscht, nicht, weil ich dachte, es würde gleich alles besser würden. Durch ein Verbleiben im DFB-Pokal aber hätte ein erstes positives Signal gesetzt werden können und am Ende kann eine durchwachsene Saison durch den Pokal auch schon mal gerettet werden. Diese Karte wurde völlig unnötig und uninspiriert aus der Hand gegeben, der erste Titel erbärmlich schwach verspielt. Hoffe, gleich in Fellbach, schickt Veh die „erste Elf“ aufs Feld, gestern sah es schließlich so aus, als haben sie sich für dieses Spiel geschont. Habe fertig!

Auf der Rückfahrt aus Fellbach erreichte mich eine satirische Whatsapp-Nachricht, die ich sogleich gepostet habe, Verfasser unbekannt. Bitter, aber, als VfB-Fan lernt man auch mit Selbstironie zu leben und sie manchmal sogar auch noch lustig zu finden:

„Der VfB Stuttgart macht einen weiteren großen Schritt in Richtung Meisterschaft. In der 1. Runde des DFB-Pokals verlor der VfB souverän mit 2:0 und entgeht nun der drohenden Doppelbelastung.

Gegen den VfL Bochum spielten die Schwaben gut und ließen den VfL durch ein gekonntes Missverständnis in Führung gehen. Der Grundstein war gelegt und der VfB spielte locker weiter und sicherte sich mit dem zweiten Gegentreffer das Ausscheiden aus dem DFB-Pokal. Einen kleinen Schockmoment gab es dann doch noch: Der eingewechselte Timo Werner stand einschussbereit vor dem leeren Tor, besann sich jedoch im letzten Moment auf die vorgegebene Taktik.
Sportvorstand Fredi Bobic sprach von einem “weiteren wichtigen Grundstein auf dem Weg zur Meisterschaft.” Bereits in der Vorsaison war es dem VfB gelungen, sich einen der begehrten Plätze im hinteren Mittelfeld der Bundesliga zu sichern. Bobic weiter: “Durch das Ausscheiden in der 1. Runde des DFB-Pokals haben wir einen großen Vorteil gegenüber vielen anderen Bundesligavereinen. Die Mannschaft kann sich nun voll auf das große Ziel fokussieren, Armin Veh hat das erfolgreiche Spielsystem der letzten Saison grandios weiterentwickelt. Ich bin froh dass wir die Doppelbelastung erfolgreich abwenden konnten. Angesichts dieser tollen Leistung des Teams können wir durch den Verkauf wichtiger Leistungsträger die Finanzen weiter aufpolieren.” Die nächste Meisterfeier sei bereits geplant!“

Nach der Rückkehr aus Fellbach dann dieser Post. Es war insgesamt ein netter Spätvormittag. Frühschoppen und ein VfB-Spiel verbinden zu können, diese Gelegenheit bietet sich einem auch nicht alle Tage. Meine Enttäuschung war noch immer riesig, so dass es mir gerade geschliffen kam, dass sich das Team volksnah zeigen musste.

Bilder vom Kick der Reservisten in Fellbach sind online unter http://www.frankys-stadionpics.de/bilder/thumbnails.php?album=488. Knapp an einer Blamage vorbeigeschrammt. Wenn man bedenkt, dass Fellbach gestern noch den Landesliga-Auftakt gegen Ludwigsburg zu bestreiten hatte und bei uns ausschließlich Akteure am Werk waren, die gestern nicht von Beginn an spielten, liest sich das 2:2 zur Halbzeit noch blamabler als ohnehin schon. Am Ende hatte man den Gegner müde gespielt und leichtes Spiel. Wenigstens war der gesamte Tross anwesend, auch die, die nicht spielten. Bloß nicht ins Wochenende schicken, ich hoffe, es ging direkt weiter zum Clubgelände und dass der traditionell freie Montag gestrichen wurde. Nach der gestrigen Darbietung darf eigentlich nur eines auf dem Plan stehen: trainieren, trainieren, trainieren!
Nach der Rückkehr aus Fellbach dann dieser Post. Es war insgesamt ein netter Spätvormittag. Frühschoppen und ein VfB-Spiel verbinden zu können, diese Gelegenheit bietet sich einem auch nicht alle Tage. Meine Enttäuschung war noch immer riesig, so dass es mir gerade geschliffen kam, dass sich das Team volksnah zeigen musste.
Bilder vom Kick der Reservisten in Fellbach sind online unter http://www.frankys-stadionpics.de/bilder/thumbnails.php?album=488. Knapp an einer Blamage vorbeigeschrammt. Wenn man bedenkt, dass Fellbach gestern noch den Landesliga-Auftakt gegen Ludwigsburg zu bestreiten hatte und bei uns ausschließlich Akteure am Werk waren, die gestern nicht von Beginn an spielten, liest sich das 2:2 zur Halbzeit noch blamabler als ohnehin schon. Am Ende hatte man den Gegner müde gespielt und leichtes Spiel. Wenigstens war der gesamte Tross anwesend, auch die, die nicht spielten. Bloß nicht ins Wochenende schicken, ich hoffe, es ging direkt weiter zum Clubgelände und dass der traditionell freie Montag gestrichen wurde. Nach der gestrigen Darbietung darf eigentlich nur eines auf dem Plan stehen: trainieren, trainieren, trainieren!

Dem folgenden Post habe ich in Facebook 13 Bilder von mir mit Spielern bzw. mit Armin Veh beigefügt. Geplant war es nicht, da ich aber am Gitter direkt vor dem Bus noch Platz erspähte, stellte ich mich hin und gab dem einen oder anderen Glückwünsche für die Zukunft aber auch Kritisches zum Pokalspiel mit auf den Weg. Armin Veh meinte, mein Gesicht sei ihm noch aus dem Zillertal bekannt, so dass sich ein netter Smalltalk entwickelte.

Normalerweise ist mir es echt zu blöd, mich bei solchen Vereinsfesten ins Getümmel zu stürzen und nach Fotos zu fragen. Heute aber fand ich es zum einen recht entspannt – in eine große Schlange hätte ich mich mit Sicherheit nicht gestellt. Zum anderen war es mir echt ein Anliegen, den einen oder anderen zu fragen, was das gestern war und ob sie eine gemütliche Rückfahrt hatten. Ich kam nämlich ziemlich gerädert und total angefressen zurück. Heute allerdings, als die Reservisten ran durften bzw. mussten, wie es sicherlich der eine oder andere auffasste, hat sich auch keiner wirklich aufgedrängt. Wenigstens merkte man Leuten wie Werner und Maxim an, dass sie gerne Fußball spielen, während Leitner ein Gesicht wie drei Tage Regenwetter aufsetzte. Der hat sich gedacht, er wäre im falschen Film nach seinem grandiosen Auftritt gestern.
Veh wirkte sehr angefressen und knurrig und sagte immerhin, dass er auch nicht zufrieden gewesen wäre. Er bat um Geduld, als ich meinte, dass wir gegen Gladbach gerne wieder einen anderen VfB sehen würden. Zum einen ließ diese Aussage und auch die Art, wie er es sagte, für Gladbach nichts Gutes vermuten. Zum Anderen unterstreicht das aber, was mir schon auch bewusst ist. Wir werden leidensfähig bleiben müssen und dürfen auch, sollten die erwarteten Ergebnisse zum Start eintreten, nicht die Nerven verlieren. Veh hat bei mir zu Beginn allen Kredit. Ich erwarte lediglich, dass man (von Spiel zu Spiel) eine Weiterentwicklung sieht. Das fehlte mir gestern, es war mehr oder weniger eine Fortsetzung der Leistungen der Testspiele, die mich teilweise fast schon erschreckt hatten.
Jetzt sind auf jeden Fall die Spieler in der Pflicht, es in den nächsten Wochen besser zu machen. Auch wenn das Pokal-Aus durch nichts wieder gut gemacht werden kann, es sollte wenigstens eine heilende Wirkung und den Jungs vor Augen geführt haben, dass man in KEIN Spiel mit einer solch laschen Haltung gehen darf.
Knapp zwei Wochen ist der Transfermarkt noch offen. Ich hoffe, dass sich beim VfB noch einiges tut. Ein 30-Mann-Kader kann einem guten Arbeitsklima nicht förderlich sein. Es sollten mindestens fünf (bei weiteren Zugängen entsprechend mehr!) Mann abgegeben werden können, auch, um vielleicht noch zukaufen zu können. In der Abwehr fehlt ein Typ Abwehrchef, auch einen guten Außenverteidiger könnten wir noch gebrauchen. Sollte es die 15 Millionen-Offerte für Rüdiger tatsächlich geben, würde ich ihn abgeben. Nicht nur, weil es höchst fragwürdig ist, ob es sich ein Verein wie der VfB wirtschaftlich leisten kann, solch ein Angebot auszuschlagen, auch, weil ich es ihm nicht zutraue, dass er sich noch steigert. Für mich hat er nicht den Biss besser zu werden und ist er ein abgehobener Jungprofi, der es heute abermals nicht nötig hatte, Autogramme zu geben, zumindest da, wo ich ihn im Blick hatte und er bei Wünschen abgewunken hat. Von einer ähnlichen Szene beim Training hatte ich ja schon vor einiger Zeit berichtet. Solche Spieler sind nicht nur keine Teamplayer sondern sie schaden auch dem Image des Vereins. Es gehört gewaltig ausgemistet, um auf Dauer wieder Fußball zu sehen, der Spaß macht. Wir haben zu viele Egoisten (Ich-AG’s, Söldner, Partykönige) und zu wenig Spieler im Kader, die den Brustring im Herzen tragen oder Profis durch und durch sind, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind. Vielleicht bin ich ja diesbezüglich ein unverbesserlicher Nostalgiker, es ist aber noch immer meine innere Überzeugung, “Fußball ist ein Mannschaftssport”.
Viel Arbeit also für Fredi Bobic, der das Gros der Spieler geholt hat und dem es offensichtlich schwer fällt, sich von der einen oder anderen Fehleinschätzung zu trennen oder diese überhaupt einzugestehen. Es dürften spannende Wochen werden, auf dem Platz und auch außerhalb. ich verfolge sie gespannt weiter und bin mir seit gestern fast sicher, dass mich nichts, aber gar nichts mehr erschrecken kann. Ich bilde mir ein, auf alles gefasst zu sein!

Heute (Montag) früh auf der Bahnfahrt ins Geschäft verfasste ich dann noch folgenden Text, was nur einmal mehr zeigt, wie sehr es in mir arbeitet, wie sehr es in mir brodelt. Dies wiederum zeigt auf, dass Fußball manchmal eben nicht nur die schönste Nebensache der Welt ist, sondern manchmal auch noch mehr!

So, nach der ersten Pokalrunde sieht es fast so aus, die größten Konkurrenten im Abstiegskampf sind Augsburg, Mainz und Paderborn, die ich auch schon davor so auf dem Zettel hatte. Wenn man bedenkt, dass wir in der letzten Saison gegen Augsburg und Mainz keinen Punkt holten, kann das heiter werden.
Nach dem Auftreten im Pokal muss man sich wirklich Sorgen machen, auch wenn noch kein Ligaspiel gespielt ist. Dass die Automatismen noch nicht da sind, dass noch nicht alles funktioniert, das ist klar, wenn ein Umbruch ansteht. Dass jedoch abermals keine Mannschaft auf dem Feld stand, es an Lauf- und Kampfbereitschaft, also an der Einstellung fehlte, ist für mich auch noch zwei Tage nach der Blamage unentschuldbar. Das ist das, was mir Angst wird. Ich bin mir sicher, Armin Veh wird den Karren wieder flott bekommen, es ist nur die Frage, wie lang er dafür braucht. Es gibt zu viele Baustellen, die er angehen muss. Die Mannschaft muss über kurz oder lang ein völlig neues Gesicht erhalten. Mir nützen Spieler nichts, die den Brustring im Herzen tragen und eine Führungsrolle beanspruchen, wie Gentner und Ulle, wenn man sie mitschleppt und nicht genügend Qualität mitbringen. Dann soll Veh lieber ohne Rücksicht auf irgendwelche Namen oder das Standing Einzelner bei den Fans auf andere Pferde setzen, um den VfB mittel- und langfristig wieder in die Erfolgsspur zurückzubringen. In dieser Saison ist lediglich Konsolidierung angesagt. Was ich gestern schon geschrieben habe, hat Veh bei SiD auch so gesagt. Man sollte von Spiel zu Spiel eine Besserung erkennen, sehen, dass es voran geht, damit wäre ich schon zufrieden. Bochum war ein Rückschritt diesbezüglich, auch wenn es der schwerstmögliche Gegner in der ersten Runde war. Auch die weitaus höher eingeschätzten Wolfsburger haben es gestern zu spüren bekommen, wie schwer es ist, sein erstes Pflichtspiel bei einem im Saft stehenden Zweitligisten zu bestreiten. Daher hielt ich eine Niederlage in Bochum schon seit der Auslosung für möglich, was ein No Go war, war eben die Art und Weise und die Tatsache, dass wir eigentlich nie eine Chance hatten, das Spiel in andere Bahnen zu lenken. So halten sich meine Erwartungen an den Bundesligaauftakt in Grenzen. Ich möchte, dass im Verlauf der Saison, spätestens in der Rückrunde, die Kurve wieder nach oben geht und wir bis dahin nicht schon hoffnungslos im Keller festsitzen.

Dann schließlich noch ein Beitrag zu unserem Leihspieler Moritz Leitner, der es bei mir ein für allemal versch… hat. Ich war wirklich einst froh, als man ihn verpflichten konnte. Ich hatte die Hoffnung, hier, wo er mehr Möglichkeiten zu spielen hat als beim vor allem in der Zentrale herausragend besetzten BVB, würde er zeigen wollen, dass er eigentlich in die Dortmunder Mannschaft gehört. Das Gegenteil ist der Fall. Er gibt die Diva, der sich für sämtliche Drecksarbeit zu schade ist. Den arroganten Schnösel, dem „Fanarbeit“ ein Graus ist. Er gibt sich, als würde er seine Zeit hier absitzen. Meine Hoffnungen, dass er uns weiter helfen könnte, habe ich bereits nach zwei Drittel der Vorsaison zu Grabe getragen. Er ist ein ganz schwacher Charakter und es ist nicht verwunderlich, dass ihn Rainer Adrion, bei aller Wertschätzung für sein Talent, als U21-Nationaltrainer aus dem Team geworfen hat. Ein solcher Spieler, der sein eigenes Ego über alles stellt, sollte sich eine Einzelsportart suchen, im Mannschaftssport ist er fehl am Platze. Mir ging Leitner in Fellbach ob seiner Lustlosigkeit schon gehörig auf den Sack, als ich dann noch einen „Insider“ zu seinem gestrigen Verhalten las, war mir auch das einen Post wert:

Und dann ein Beitrag aus der Gruppe “VfB-Forum”, der meine Eindrücke von gestern bestätigt. Leitner war pampig und davor an Lustlosigkeit nicht zu überbieten. Ich wollte u. a. auch ein Foto mit ihm machen lassen, da meinte er “schnell”. Alle anderen waren aufgeschlossen und freundlich, wenn auch sichtlich angefressen, das Spiel vom Vortag wirkte noch nach (ich wertete das als positives Signal, wie oft schon hat man sich aufgeregt, wenn Spieler nach derben Niederlagen kurz darauf wieder strahlen konnten…). Sie kamen ihren Aufgaben, die eben auch dazugehören, nach und nahmen sich Zeit für Bilder und Autogramme.
Als ich Leitner dann fragte, “so schnell wie gestern auf dem Platz?” hat er abgewunken und ist weiter, das Ganze mit einer Schnute wie drei Tage Regenwetter. Sollte man die Möglichkeit haben, ihn “zurückzugeben”, lieber heute als morgen. Das ist ein Typ Stinkstiefel, den keine Mannschaft braucht oder anders ausgedrückt auch nicht vertragen kann. Hier der Post aus einer VfB-Gruppe:

“Moritz Leitner muss wohl super aufgefallen sein heute……

Die Fellbacher Spieler in einer Tour blöd von der Seite angemacht während dem Spiel, sich teilweise lustig gemacht, wenn mal was nicht geklappt hat oder auch angepöbelt. Als Sahnehäubchen sich dann wegen einer Einwurfsituation mit dem Fellbacher Trainer angelegt, ganz nebenbei ein alter VfBler der u.a. mit Gente zusammen deutscher Juniorenmeister wurde.

Unfassbar wie man gegenüber einer Amateurmannschaft so auftreten kann (als einziger VfBler und das in einer Tour)..und mit ein bisschen Hirnschmalz weiß man auch, dass die heutigen Gegenspieler größtenteils Fans und Mitglieder des eigenen Vereins sind, wenn man 3 Kilometer von Cannstatt entfernt antritt..”

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2. Januar 2010

Der VfB Stuttgart im April 2009

April

1.4.2009

Länderspiele

Wales-Deutschland 0:2

Wenig spektakulär, aber erfolgreich: Wie schon in Leipzig gegen Liechtenstein, so standen auch beim WM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalelf in Wales alle drei nominierten VfB-Spieler in der Startformation der Mannschaft von Joachim Löw. Serdar Tasci, Thomas Hitzlsperger und Mario Gomez erhielten somit einmal mehr das Vertrauen des Bundestrainers und spielten alle 90 Minuten durch. Tore: Ballack und ein Eigentor der Waliser.

Schweiz-Moldawien 2:0, Ludovic Magnin spielte 90 Minuten durch,

Österreich-Rumänien 2:1, Ciprian Marica spielte 90 Minuten durch,

Holland-Mazedonien 4:0, Khalid Boulahrouz war erneut nur Ersatz

Honduras-Mexiko 3:1, VfB-Verteidiger Ricardo Osorio kam bei der Pleite in San Pedro Sula nicht zum Einsatz, der Ex-Stuttgarter Pavel Pardo spielte dagegen 90 Minuten für sein Heimatland.

3.4.2009

Jens Lehmann verlängert um ein Jahr

Der VfB Stuttgart hat sich mit Torhüter Jens Lehmann auf eine Verlängerung seines zum Saisonende auslaufenden Kontraktes geeinigt. Der 39-Jährige wird einen Vertrag bis zum 30. Juni 2010 unterschreiben.

Sportdirektor Horst Heldt äußerte sich wie folgt: “Die Vertragsverlängerung von Jens Lehmann ist ein wichtiges Signal für den gesamten Verein und verdeutlicht, dass wir auch weiterhin hohe Ziele verfolgen.”
Jens Lehmann sagte zu seiner Vertragsverlängerung: ”Der VfB ist ein gut geführter Verein, mit tollen Fans und einem positiven Umfeld, in dem es mir viel Spaß macht zu spielen. Ich freue mich auf die nächste Saison, zunächst konzentrieren wir uns aber darauf, die laufende Spielzeit so erfolgreich wie möglich abzuschließen.”
Auch VfB-Teamchef Markus Babbel blickt sehr zuversichtlich in die gemeinsame Zukunft: ”Wir freuen uns sehr, dass sich Jens Lehmann für ein weiteres Jahr für den VfB entschieden hat. Mit seiner professionellen Einstellung, seinem Auftreten und seiner Ausstrahlung ist er für mich weiter einer der besten Torhüter überhaupt.” (vfb.de)

4.4.2009

2:1 gegen Bochum: VfB kämpft sich auf Uefa-Cup-Platz vor

Nationalspieler Serdar Tasci hat den VfB Stuttgart mit einem “Last-Minute-Tor” doch noch auf den Uefa-Cup-Platz geschossen. Der Innenverteidiger erzielte in der 89. Minute den 2:1 (0:0)-Siegtreffer der Schwaben beim VfL Bochum, der durch den späten Rückschlag weiter mitten im Abstiegskampf steckt. Stuttgart verdrängte durch den Sieg Aufsteiger 1899 Hoffenheim vom fünften Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga.

Dabei war der VfB durch einen kapitalen Fehler von Torhüter Jens Lehmann in Rückstand geraten. Nach einer langen Flanke von Bochums Joel Epalle fiel der Vize-Europameister mit dem Ball hinter die Torlinie (48.). Cacau gelang in der 58. Minute das 1:1 (58.).

Dieses Mal fuhren wir mit unseren Freunden aus dem Bierhexle mit dem ICE nach Bochum. Gut gelaunt und mit viel Bier und Wein an Bord ging es los.

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Angekommen am Bochumer Hauptbahnhof fragten wir uns auch sofort zum Bochumer Bermudadreieck durch, dem Kneipenviertel in Bochum. Die Wege in Bochum sind glücklicherweise kurz und mit der U-Bahn in der Regel innerhalb von 5-10 Minuten zu erreichen. So blieb also genügend Zeit vor dem Spiel in der Stadt noch ein paar Bierchen zu trinken und etwas zu esse

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Bochum ist eines meiner Lieblingsauswärtsspiele. Das Stadion liegt ziemlich zentral mitten in der Stadt und ist natürlich ein reines Fußballstadion. Da es zu den kleineren Bundesligastadien gehört, ist man naturgemäß sehr nah dran am Geschehen. Zum 2. Mal in Folge bestellte ich für uns Karten direkt beim VfL Bochum, da mir der Block neben dem VfB-Block sehr gut gefällt. Die Stimmung kommt auch hier sehr gut rüber und die Sicht aufs Spielfeld ist super, da kein Zaun oder Fangnetz davor ist. Mit den Bochumer Fans habe ich bisher auch noch keine schlechten Erfahrungen gemacht, daher stellt es kein Problem dar, das Spiel auf einem Platz zu verfolgen, der nicht vom VfB verkauft wurde. Anfangs wurde im VfB-Block ein Bengalo gezündet. Ich muß mich immer wieder outen, dass ich Pyro gerne anschaue und natürlich auch immer mit der Kamera draufhalte. Trotzdem finde ich es nicht in Ordnung, weil man damit dem VfB schadet. Im schlimmsten Fall droht irgendwann einmal eine Platzssperre oder ein Geisterspiel und spätestens dann haben diejenigen, die das zu verantworten haben, nicht “nur” dem Verein, sondern auch allen anderen Fans geschadet, denen ein Spiel entgeht, obohl sie womöglich ein Ticket dafür haben. Das Spiel selbst war kampfbetont, vor allem in der ersten Hälfte aber nicht hochklassig. In der 2. Halbzeit war mehr Pfeffer drin, auch weil dann endlich Tore fielen. Zunächst nach einem Lapsus von Jens Lehmann, der einen Eckball von Epallé (den wir kurz vor unserer Abfahrt noch am Bochumer HBF getroffen haben) erst hinter der Torlinie abfing. Danach sorgten zunächst Cacau und in der 89. Minute Tasci für den späten, aber nicht unverdienten, VfB-Sieg. Bei Tore bereitete Martin Lanig mit Kopfballvorlagen vor. Lanig war an diesem Tag der beste VfB-Spieler. Für uns begann also das Jahr 2009 hervorragend. Das dritte Auswärtsspiel, bei dem wir dabei waren und der dritte Sieg, was will man mehr. Diesen Sieg feierten wir natürlich gebührend. Zunächst noch an und in der Bochumer Fan-Kneipe in der Nähe des Stadions mit dem dort ansässigen Fiege-Bier und einigen Bochum Fans, die wirklich in Ordnung waren. Einer sagte zwar zu mir im übelsten Ruhrpott-Slang: “Eigentlich mag ich die Stuttgarter, aber heute hasse ich sie”, ganz so ernst meinte er es aber wohl nicht, jedenfalls tranken wir auch danach noch ein Bierchen zusammen. Die Bochumer waren eben geknickt, vor allem aufgrund des späten Gegentores und der akuten Abstiegsgefahr.  Ich wünsche den Bochumern aber Jahr für Jahr, dass sie drin bleiben und werde auch 2010 sicher wieder dort hin fahren. Zu meiner Überraschung stellte ich irgendwann fest, dass in der Kneipe nicht nur Fiege sondern auch mein favorisiertes Franzi ausgeschenkt wird, so dass ich mir umgehend eines bestellt habe. Kurz nach 20 Uhr mußten wir diesen Ort aber dann leider wieder verlassen, die Rückfahrt nach Stuttgart stand an. Im ICE schließlich ließen wir uns sofort im Bord-Bistro nieder und so ging die Feier bis nach Stuttgart weiter. Es war ein gelungener Tag, mit super Stimmung und einer tollen Gruppe. Auf ein Neues!

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6.4.2009

Einigung: Babbel bekommt grünes Licht

VfB und DFB erzielen grundsätzliche Einigung in der Trainerfrage – Zorniger zweiter Assistent

Markus Babbel wird auch in der nächsten Saison Trainer beim VfB Stuttgart sein. Parallel dazu erwirbt er seine Trainerlizenz – in einem auch für andere Anwärter offenen Kurs mit verkürztem Wochenumfang. Darauf hat sich der VfB mit dem DFB geeinigt.

Wenn Markus Babbel die Spieler am Dienstag nach einer zweitägigen Pause wieder zum Training begrüßt, könnte er gleich ein Wort in eigener Sache verlieren. Es gibt neue Nachrichten, weil er nun weiß, wie es bei ihm in der nächsten Saison weitergehen wird – nämlich so wie zuletzt auch. Nach einem monatelangen Tauziehen mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) ist klar, dass Babbel dem VfB als Teamchef erhalten bleibt, den anfänglichen Widerständen im Verband zum Trotz.

Eine Lex Babbel war unvorstellbar

Der Hintergrund der Debatte war, dass Babbel die für seinen Job notwendige Lizenz fehlt. Deshalb erteilte der DFB im November eine nur für diese Runde gültige Sondergenehmigung, verbunden mit der Auflage, von Juni an den Pflichtlehrgang an der Sporthochschule in Köln zu besuchen. Von vornherein ausgeschlossen wurde dabei die Möglichkeit, dass Babbel die Prüfung wie andere Exnationalspieler vor ihm schon nach einem Kurzlehrgang ablegen kann. Weil die Vorlesungen zudem gemäß DFB-Reform verbindlich von Montag bis Donnerstag dauern sollten, schien die Fortsetzung der Tätigkeit beim VfB schwierig bis ausgeschlossen. Aber in den Verhandlungen ist es den Parteien jetzt doch gelungen, einen Kompromiss zu finden – ohne eine Lex Babbel zu schaffen, was vom DFB angesichts seiner starren Haltung zuvor kaum vermittelbar gewesen wäre.

Das war das erste Problem. Das zweite bestand darin, den Eindruck zu vermeiden, eventuelle Zugeständnisse bei Markus Babbel hätten etwas mit Rainer Adrion zu tun. Der VfB hatte seinem erfolgreichen Amateurtrainer im Januar trotz eines unbefristeten Vertrags die Freigabe für die U-21-Nationalmannschaft des DFB erteilt, bei der er nach der Junioren-EM im Sommer einsteigen kann. Dabei betonten sowohl der DFB als auch der VfB immer, dass die Personalien Adrion und Babbel getrennt voneinander zu betrachten und zu bewerten seien.

Fakt ist jedoch auch, dass nun alle Beteiligten und alle Parteien zufrieden sind: Adrion, Babbel, der VfB, der DFB. Denn die erzielte Lösung sieht vor, dass Babbel nicht mehr bis Donnerstag in Köln anwesend sein muss, sondern nur bis Mittwoch. Diese Variante dürfte auch im Sinne anderer Traineranwärter sein, die sich in einer ähnlichen Lage befinden. So können sie von der Wochenmitte an wieder bei ihren Mannschaften sein und diese auf das nächste Spiel vorbereiten.

Für die erste Wochenhälfte bedeutet das beim VfB, dass der Babbel-Assistent Rainer Widmayer, der als loyal und als Fachmann in taktischen Angelegenheiten gilt, die Übungseinheiten auf dem Wasen leitet. Aber weil der Aufgabenkatalog für eine Person zu umfangreich ist, wird der VfB sein Trainerteam verstärken – nach StZ-Informationen mit Alexander Zorniger, der momentan noch den Oberligisten Normannia Gmünd betreut und der vor einem Jahr zusammen mit Babbel den Trainer-A-Schein erworben hat.

Zorniger verkörpert die Fußballphilosphie, die beim VfB von der Jugend an gelehrt wird. Pressing und Viererkette sind dafür zwei Schlagworte. Nicht umsonst war der 41-Jährige auch bei 1899 Hoffenheim im Gespräch, unter Ralf Rangnick, der das VfB-Konzept einst erstellte. Zorniger soll künftig Widmayer zuarbeiten. Damit ist er die rechte Hand der rechten Hand von Babbel.

Ein Verdienst von Niersbach

Vor der endgültigen Verabschiedung des Babbel-Modells geht es jetzt noch um ein Detail, das für den VfB wichtig ist. Denn die Frage lautet, wie der alte und neue Teamchef vom DFB in den Wochen eingespannt wird, in denen Europapokalspiele zu bestreiten sind. Dann muss der VfB dienstags oder mittwochs (bei einer Qualifikation für die Champions League) oder donnerstags (im Uefa-Pokal) ran. In allen Fällen wäre dem Club nicht geholfen, wenn Babbel wie normalerweise üblich mittwochs nach Stuttgart zurückkehrt. Das weiß auch der DFB – und er signalisiert deutlich, dass er da an eine flexible Handhabung der Regelung denkt.

Das liegt vor allem an Wolfgang Niersbach, dem Generalsekretär des Verbands, der sich in den Treffen mit dem VfB als pragmatisch veranlagter und kooperativ agierender Gesprächspartner präsentiert hat. Dabei war es für Niersbach nicht ganz einfach, die unterschiedlichen Strömungen in seinem Verband unter einen Hut und die verantwortlichen Leute auf Kurs zu bringen – namentlich den Sportdirektor Matthias Sammer und den Trainerchefausbilder Frank Wormuth. Doch am Ende ist das gelungen.

Unabhängig davon, wie die finale Abstimmung in den hektischen Europapokalwochen ausfällt, dürfte in diesen Phasen ohnehin vieles spontan und situationsbedingt sein. Denn in der Praxis wird sich Babbel an der Sporthochschule in Köln kaum einer in den Weg stellen, wenn der angehende Trainer ein Seminar mal ein bisschen früher verlassen will, weil der VfB am Tag danach vielleicht gegen Mailand oder Barcelona antreten muss. Dafür wird dann jeder Verständnis zeigen. Der VfB-Teammanager Horst Heldt sagt, dass in den nächsten zehn Tagen eine Entscheidung verkündet werde. Wie die aussieht, steht jedoch heute schon fest. (STZ online)

10.4.2009

Elson: Um zwei Jahre verlängert

Es war sein Traum und er hat sich erfüllt. Weil Elson in den zurückliegenden Wochen und Monaten hart dafür gearbeitet hat. Sein zum Saisonende auslaufender Vertrag wurde nun um zwei weitere Jahre bis zum 30. Juni 2011 verlängert. Damit wird der Mittelfeldspieler auch in Zukunft das Trikot mit dem roten Brustring tragen. Der Brasilianer kam im Januar 2005 nach Stuttgart und war in den darauffolgenden Spielzeiten an die Vereine Goias EC Goiania, Cruzeiro Belo Horizonte und AA Ponte Preta in seiner Heimat verliehen worden. Zu Beginn der laufenden Runde kehrte er schließlich wieder nach Stuttgart zurück und konnte sich peu à peu ins Team spielen. In der Bundesliga kam Elson in der laufenden Saison bislang 13mal zum Einsatz und erzielte zwei Tore. In den kommenden zwei Jahren will der 27-Jährige nun endgültig den Sprung zum Stammspieler schaffen.

Elson sagte zu seiner Vertragsverlängerung: “Ich bin überglücklich und freue mich sehr, weiter für den VfB spielen zu können. Das, und nur das, war immer mein Wunsch. Meine Familie und ich fühlen uns in Stuttgart sehr, sehr wohl und sicher. Ich werde nun weiter hart arbeiten, um noch häufiger spielen zu können.”

VfB-Teamchef Markus Babbel: “Ich freue mich, dass Elson bei uns bleibt. Er ist universell einsetzbar und hat immer seine Leistung gebracht. Egal, ob er von Beginn an gespielt hat oder eingewechselt wurde. Zudem arbeitet er vorbildlich in jedem Training.”

VfB-Sportdirektor Horst Heldt sagte zur Verlängerung des Vertrages: “Elson ist das beste Beispiel dafür, dass bei uns harte Arbeit belohnt wird. Er hat sich die Verlängerung durch gute Trainingsleistungen und ordentliche Spiele verdient. Zudem identifiziert er sich voll mit dem Club. Deshalb haben wir uns zur Ausdehnung seines Vertrages entschieden.”

12.4.2009

1:0 gegen HSV: Stuttgart macht Schritt Richtung Europa

Der Hamburger SV hat im Bundesliga-Titelkampf einen bitteren Rückschlag erlitten. Durch einen Treffer von Mario Gomez in der zweiten Minute der Nachspielzeit mussten sich die Hanseaten am Ostersonntag im Spitzen-Duell beim VfB Stuttgart unglücklich 0:1 (0:0) geschlagen geben.

In einem ausgeglichenen Spiel, in dem dem VfB schon in der Anfangsphase ein Elfer verwährt wurde, der HSV aber auch zwei Mal nur Aluminium traf, war der VfB am Ende Glücklichere. Es lief bereits die 92. Minute, als Jan Simak von links flankte, Thomas Hitzlsperger direkt abzog, Frank Rost konnte noch parieren, doch Mario Gomez stand goldrichtig und verwandelte hernach zum letztlich sicher nicht unverdienten Sieg.

Der VfB war fast über das gesamte Spiel die optisch überlegene Mannschaft und erspielte sich gegen defensiv starke und bei Kontern stets gefährliche Hamburger auch einige gute Chancen. Die letzte im Spiel sollte am Ende den Dreier sichern, als Mario Gomez seine Torjägerqualitäten bewies und spät zum 1:0 traf. Zwei Aluminiumtreffer auf Seiten der Hamburger zeigten jedoch auf, dass auch die Gäste diese stets enge und phasenweise auch hochklassige Partie durchaus hätten gewinnen können, am Ende aber gegen einen nie aufsteckenden VfB den Kürzeren zogen.

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15.4.2009

Gute Rückrunde: Beim VfB erinnert vieles an 2007

Seit der Winterpause hat der VfB 23 von 30 möglichen Punkten geholt. Trotz dieses Laufes bleibt der Club für die Konkurrenz nur Außenseiter im Titelrennen. Wie 2007 können die Stuttgarter aber gut damit leben.

Lange Zeit hatte er geschwiegen, doch nach dem Last-Minute-Sieg über den Hamburger SV (1:0) kam auch Armin Veh nicht mehr umhin, die aktuelle Lage beim VfB Stuttgart zu kommentieren. Schließlich fungierte der Meistertrainer von 2007 am Sonntag beim Bezahlsender Premiere als Experte. Zwei Punkte hob Armin Veh daher im Fernsehstudio 3 in München-Unterföhring hervor. “Die beiden späten Siegtreffer in Bochum und gegen den HSV zeigen, dass der Wille der Mannschaft da ist”, sagte Veh – um dann deutlich zu werden: “Mit diesem Kader ist aber bereits der fünfte Platz ein Erfolg.”

Der im November beurlaubte Trainer traut seinem ehemaligen Team also nicht mehr zu, als das Erreichte zu konservieren. Man könnte behaupten, Veh bleibe ja auch nichts anderes übrig – immerhin hat er selbst nicht mal Rang fünf hin bekommen. Dennoch steht der Augsburger keinesfalls alleine da: Wenn in der Bundesligaszene derzeit über die Champions-League-Teilnehmer und den Titelkampf debattiert wird, hat den VfB kaum einer auf der Rechnung. Vieles erinnert an das Meisterszenario von 2007. Was aber ist wirklich für den Club drin?

Der Verlauf der Rückrunde: Nach dem 27. Spieltag weist der VfB sechs Punkte Rückstand auf den aktuellen Tabellenführer aus Wolfsburg auf. Beim Titelgewinn 2007 waren es zum selben Zeitpunkt nur vier Zähler Rückstand auf den FC Schalke. Allerdings darf der VfB bisher auf eine imposante Rückrunde zurück blicken. Mit sieben Siegen, zwei Unentschieden bei nur einer Niederlage (dem 0:4 in Bremen) hat die Elf von Markus Babbel seit der Winterpause 23 von 30 möglichen Punkten geholt. Zum Vergleich: 2007 lag die Rückrundenbilanz nach zehn absolvierten Partien bei nur 17 von 30 Zählern.

Die Verfassung der Mannschaft: Zehnmal hat der VfB-Keeper Jens Lehmann in dieser Saison bereits zu Null gespielt. Das spricht auch für die Abwehr, die nach vielen Aussetzern in der Vorrunde (0:3 in Dortmund, 1:4 gegen Bremen, 1:4 in Wolfsburg) in der Besetzung Christian Träsch, Serdar Tasci, Matthieu Delpierre und Ludovic Magnin zuletzt deutlich an Stabilität gewonnen hat. Nachdem die Regisseure Jan Simak und der dauerverletzte Yildiray Bastürk durchgefallen sind, spielt der VfB-Trainer Markus Babbel genau wie 2007 (damals wurde Antonio da Silva als Spielmacher ersetzt) nun nicht mehr wie zu Saisonbeginn mit der Raute im Mittelfeld, sondern bevorzugt das System mit zwei Sechsern. Einen Vorteil besitzt der VfB im Sturm. Während Mario Gomez beim Titelgewinn 2007 wochenlang verletzt ausfiel, ist der mit 15 Treffern beste VfB-Torschütze nun auch im Finale fit.

Die Verfassung der Konkurrenz: Auf dem Weg zur fünften Meisterschaft hat der VfB vor zwei Jahren sehr davon profitiert, dass die Konkurrenten einer nach dem anderen patzten. Sowohl Werder Bremen (2007 im Halbfinale des Uefa-Cups) wie auch Schalke 04 und Bayern München leisteten sich im Saisonfinale mehrere vermeidbare Niederlagen. Das ist diesmal zumindest im Fall des VfL Wolfsburg anders: Mit neun Siegen und einem Unentschieden spielt die Magath-Elf ebenfalls eine blitzsaubere Rückrunde. Dagegen hat der aktuelle Vierte Hertha BSC seine letzten drei Spiele verloren, während der HSV als Dritter noch die Zusatzbelastung Uefa-Pokal zu verkraften hat.

Das Restprogramm: Mit sieben Siegen in den letzten sieben Saisonspielen hat der VfB im Meisterjahr eine optimale Ausbeute erzielt. Dass diesmal ein ähnlicher Durchmarsch gelingt, erscheint allerdings unwahrscheinlich. “Wir haben noch sieben Endspiele”, appelliert der VfB-Teammanager Horst Heldt an die Moral der Mannschaft. Allerdings müssen die Stuttgarter unter anderem noch auf Schalke und in München antreten, wo es in den vergangenen drei Jahren jeweils drei Niederlagen setzte.

Das Unwort Meisterschaft: Wie 2007 kann der VfB mit seiner Außenseiterrolle sehr gut leben. Vor zwei Jahren scheute das Führungstrio Erwin Staudt, Armin Veh und Horst Heldt das Wort Meisterschaft wie der Teufel das Weihwasser. Erst als ihr Team am vorletzten Spieltag auf den ersten Tabellenplatz geklettert war, formulierten die Stuttgarter offensiv ihre Ansprüche. “Die letzte Woche vor dem Saisonfinale gegen Cottbus war damals die schlimmste”, erinnert sich Armin Veh, “denn erstmals waren wir nicht die Jäger, sondern die Gejagten.”

Das Fazit: Sechs Punkte Rückstand sind nicht uneinholbar, zumal der VfL Wolfsburg noch nach Stuttgart muss. Allerdings haben auch die Wölfe einen Lauf. Spielt der VfB weiter konstant, muss die dritte Champions-League-Teilnahme aber kein Traum bleiben. (STZ online)

18.4.2009

Gomez trifft drei Mal gegen Köln: 3:0-Sieg für den VfB

Der VfB Stuttgart hat seine Siegesserie dank Nationalspieler Mario Gomez in der Fußball-Bundesliga fortgesetzt und Kurs Richtung Champions League genommen. Die Schwaben gewannen durch drei Treffer von Gomez (16., 55. und 71.) beim 1. FC Köln 3:0 (1:0) und verbesserten sich durch den vierten Erfolg in Serie zumindest vorübergehend auf den dritten Platz.

Zu diesem Spiel fuhren wir mit dem Auto und nur zu zweit. Viele meiden die Domstadt inzwischen, weil es in der Vergangenheit gegen VfB-Fans immer wieder zu Übergriffen gekommen ist. Wir wollten uns aber dieses Spiel nicht entgehen lassen. Seit ich bei der WM in diesem Stadion bei Frankreich-Togo war, bin ich begeistert von der Atmosphäre in diesem Stadion und auch vom Stadion selbst. Kein Vergleich mehr zum alten Müngersdorfer Stadion. Leider befanden sich unsere Plätze dieses Mal direkt hinter einer Plexiglasscheibe. Da ich 2-3 Reihen hinter uns mitbekommen habe, dass ein paar VfB-Fans versuchen wollten, in einen anderen Block zu ihren Bekannten reinzukommen, nutzte ich die Gunst der Stunde und “besetzte” deren Plätze. Die Jungs kamen auch tatsächlich nicht mehr zurück, so war mein Platz jetzt etwas besser, aber natürlich noch nicht gut. Die Stimmung war zunächst bei beiden Fangruppen hervorragend. Das Kölner Vereinslied “Mer stonn zo dir!” wurde vom ganzen Stadion, begleitet von einer rotweißen Schalparade intoniert und sollte den FC auch stimulieren. Nachdem die Mannschaft durch das Spalier der Cheerleader eingelaufen ist, begann das Spiel auch schon recht forsch. Der erste Aufreger sollte nicht lange auf sich warten lassen. Novakovic visierte nach einer Ecke per Kopf das VfB-Gehäuse an, doch Magnin sicherte am Pfosten ab, stand goldrichtig und kratzte das Spielgerät von der Linie (2.). Der VfB zeigte sich in der Folge nervenstark und abgebrüht und nutzte seine erste echte Torchance zur Führung. Hilbert durfte einen Ball vom rechten Flügel an den Fünfmeterraum schlagen. Dort lauerte Gomez und köpfte unhaltbar für Mondragon in die linke Ecke ein (16.).

Der FC war nun gefordert, doch die Aktionen der Daum-Elf ließen immer mehr an Präzision zu wünschen übrig. Das letzte Abspiel in die Spitze gelang einfach nicht, so verpasste es Ehret gleich zweimal in aussichtsreicher Position, seine Mitspieler richtig einzusetzen (24., 30.). Die Babbel-Elf verlagerte sich jetzt aufs Kontern, doch auch hier fehlte das berühmte letzte Quentchen Genauigkeit. Hilbert schloss zu hektisch ab (30.), Gebhardt ließ Übersicht vermissen (42.).

Kurz vor dem Pausenpfiff kamen die Domstädter dann doch noch einmal auf. Ein Treffer von Novakovic zählte nicht wegen einer Abseitsstellung, anschließend entschärfte Lehmann einen harten Brecko-Schuss und sicherte so die knappe Pausen-Führung (45.).

Mit viel Ehrgeiz kamen die Hausherren aus der Kabine auf das Feld zurück, drängten auf den schnellen Ausgleich und spielten sich in der Stuttgarter Hälfte regelrecht fest. Doch wie in Durchgang eins passte Angriffsversuch der Gäste optimal. Cacau ackerte sich an Geromel und Boateng vorbei, bediente Gomez mustergültig und es stand 2:0 für den VfB.

Christoph Daum versuchte nun, mit Sanou (64.) und Ishiaku (70.) noch die Wende herbeizuführen. Doch das dritte Tor von Gomez beendete dann alle Diskussionen. Lanig und Khedira düpierten die FC-Hintermannschaft, wieder brauchte Gomez nur den Fuß hinzuhalten (71.).

Danach verließ ein Großteil der Kölner Fans das Stadion und die zahlreichen VfB-Fans feierten die Mannschaft und den Sieg. Schon beeindruckend so eine Vorstellung auswärts. Gomez war natürlich der beste Spieler auf dem Platz, bekam die Bälle aber auch von seinen Mitspielern punktgenau serviert.

Wir machten uns nach dem Spiel auf den Weg in unser Hotel. Da ich wußte, dass es kostenloses WLAN hatte, nahm ich das Notebook mit und konnte so auch meine Bilder zeitnah online stellen. Danach fuhren wir in die Kölner Altstadt und feierten den Sieg bei reichlich Kölsch und mit anderen VfB-Fans.

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23.4.2009

Famoser Saisonauftakt der Traditionself

Vor über 1.000 Zuschauern bestritt die Traditionsmannschaft des VfB am Mittwochabend ihre erste Partie der Sommerspielzeit. Nach launigen neunzig Spielminuten stand es 5:2 für die weiß-roten “Oldies but Goldies”.

n der Partie gegen die AH des gastgebenden TSV Eltingen bewiesen die prominenten Ballzauberer, nichts von der großen Fußballkunst verlernt zu haben. Die Besucher des Benefiz-Spiels zugunsten der TSV-Jugendarbeit und des Hospizes Leonberg, das der VfB Team Partner Möbel hofmeister präsentierte und mit etlichen Aktionen unterstütze, sahen viele balltechnische Finessen und Kunststücke. Aber auch der Ehrgeiz erfolgreich zu sein war bei allen Akteuren immer noch ausgeprägt. Natürlich ließ es sich auch Maskottchen Fritzle nicht nehmen, die Traditionsmannschaft zu unterstützen und die kleinsten Gäste zu unterhalten.

Aufstellung zum Zungeschnalzen

Es war schon allein eine überaus erlesene Elf, die der Teamchef der VfB-Traditionsmannschaft, Karlheinz Förster, am Mittwochabend in Leonberg-Eltingen auf das Feld schicken konnte. Vor Christoph Weber im Tor bildeten Silvio Meißner, Bernd Förster, Frank Verlaat und Jürgen Hartmann die Abwehrkette. Im Mittelfeld spielten mit Maurizio Gaudino, Guido Buchwald, Hansi Müller und Karl Allgöwer ebenso klangvolle Namen wie im Sturm, der aus Andreas Buck und Fritz Walter bestand. Es waren echte Größen der VfB-Erfolgsgeschichte aus drei Jahrzehnten, die Organisator Peter Reichert für die erste Partie des Jahres rekrutieren konnte, denn auch auf der Bank warteten weitere auf ihren Einsatz, unter ihnen auch Altstar und Spaßvogel Buffy Ettmayer.

Sieben Tore in launigen neunzig Minuten

Nachdem VfB-Präsident Erwin Staudt, der nach seiner aktiven Zeit als Spieler in den achziger Jahren drei Jahre dem Heimatclub TSV Eltingen vorstand, gemeinsam mit dem jetzigen Vorsitzenden Hartmut Müller und Möbel hofmeister Geschäftsführer Frank Hofmeister den Ball ins Spiel brachte, war es Weltmeister Guido Buchwald vorbehalten, das erste Tor des Tages zu erzielen. Frank Verlaat sorgte bei seinem Traditionsmannschafts-Debüt während seines Kurzaufenthalts aus seiner Wahlheimat Portugal ob seines ungebrochen engagierten Auftritts einige Male für Szenenapplaus im Publikum. Durch einen direkt verwandelten Freistoß des Bundesliga-Torschützenkönigs von 1992, Fritz Walter, ging es mit 0:2 in die Pause, ehe der Eltinger Rainer Hunger verkürzen konnte. Der ehemalige Verbandsligaspieler war es auch, der nach weiteren VfB-Toren durch Andreas Buck vom Elfmeterpunkt und einem Doppelschlag von Achim Glückler, den zweiten Treffer seiner AH markierte.

Der Wasen-Karle

Der Wasen-Karle

Erstmals dabei: Frank Verlaat

Erstmals dabei: Frank Verlaat

Maurizio Gaudino

Maurizio Gaudino

Erwin Staudt führte den Anstoß aus

Erwin Staudt führte den Anstoß aus

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Wo isch mei Kanon?

Wo isch mei Kanon?

Buffy und Guido alias Diego

Buffy und Guido alias Diego

Karl-Heinz Förster

Karl-Heinz Förster

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Fritzle sorgte bei den Kids für Stimmung, Holger auf "Ballhöhe"

Fritzle sorgte bei den Kids für Stimmung, Holger auf "Ballhöhe"

Buffy Ettmaier: immer den Schalk im Nacken.

Buffy Ettmaier: immer den Schalk im Nacken.

Hansi Müller nach getaner Arbeit

Hansi Müller nach getaner Arbeit

Andi Buck in Ehren ergraut

Andi Buck in Ehren ergraut

Ich muß sagen, es war ein unterhaltsamer Nachmittag. Hat mich sehr gefreut, die ganzen alten Haudegen aus verschiedensten Spielergenerationen mal wieder zu sehen. Da könnte echt Wehmut aufkommen, doch die aktuellen Helden in kurzen Hosen konnten sich zu diesem Zeitpunkt ja auch sehen lassen. Wenn ich mal wieder rechtzeitig mitbekomme, dass so ein Traditionskick in der Nähe stattfindet und es mir zeitlich reinläuft, werde ich sicher noch einmal zuschauen, hat sich gelohnt.:-)

25.4.2009

2:0 gegen Frankfurt: Stuttgart marschiert weiter

Der VfB Stuttgart hat sich bei seinem Vormarsch in Richtung Champions League auch von Eintracht Frankfurt nicht aufhalten lassen. Gegen die harmlosen Hessen reichte dem VfB eine durchschnittliche Leistung, um mit einem 2:0 (1:0) den fünften Sieg in der Fußball-Bundesliga in Serie zu feiern. Die Tore erzielten vor 55.000 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena Cacau (33.) und Nationalstürmer Mario Gomez (48.) mit seinem 19. Saisontreffer. Damit stehen für Stuttgart aus den 15 Bundesliga-Partien unter Teamchef Markus Babbel 36 Punkte zu Buche.

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11. Dezember 2009

Der peinliche Auftritt gegen Bochum, Trainerwechsel und Wiedergeburt gegen Urziceni

Am Samstag vor dem Spiel gegen Bochum war mein Gefühl wie die letzten Wochen auch schon: es war nicht vorhanden. Nichts von “die hauen wir weg”, eher Unbehagen, weil man bei der Schlappe von Leverkusen wieder vor Augen geführt bekam, wie schlecht unsere Mannschaft im Augenblick ist. Und so kam es wie es kommen mußte, wieder kein Sieg, wieder Unentschieden zu Hause gegen einen Abstiegskandidaten, wieder eine hilflose Vorstellung ohne Mumm, Esprit, Spaß. Als Fan leidet man auch schon seit Monaten. Nicht alleine, weil die Resultate nicht stimmen, auch weil das VfB-Spiel meist so dahin plätschert und nichts aufregendes passiert. Vor allem die ersten Halbzeiten sind in der Regel furchtbar, weil man ja 90 Minuten Zeit hat, ein Tor zu machen. Dabei vergißt derjenige, der diese Maxime ausgibt, daß wir derzeit auch hinten immer für ein oder mehr Gegentore gut sind. Ich denke, diesbezüglich hat sich Markus Babbel etwas zu viel von Giovani Trapatoni abgeschaut… Der hat es zum Schluß auch geschafft, die Zuschauer aus dem Stadion zu spielen.
Von den Vorkommnissen vor dem Spiel, als der Mannschaftsbus aufgehalten wurde und Spieler angeblich bedroht wurden, habe ich nichts mitbekommen. Wir waren bis kurz vor Ultimo beim SSC und waren erst knappe 10 Minuten vor Anpfiff im Stadion. Daß aber die Spieler die Hosen voller hatten als in den letzten Spielen, das ist mir als Beobachter nicht aufgefallen. Ich sah keinen Unterschied zu den letzten Monaten.
Auch nach dem Spiel bekamen wir nicht sehr viel mit. Dass es vor dem Stadion tumultartige Szenen gab und Bengalos gezündet wurden haben wir aus der Ferne gesehen. Da wir uns aber gesammelt haben, um mit der Bahn Richtung Innenstadt zu fahren, war es das dann aber auch schon. In meinem Bochum-Vorbericht hatte ich geschrieben, dass die Stimmung unter den Fans auch schnell umschlagen könnte. In diesem Ausmaß hätte ich das aber nicht erwartet, immerhin spricht man von 3.000 Fans. Sollten Einzelne tatsächlich Morddrohungen geäußert haben, verurteile ich das aufs Schärfste. Wir haben es immer noch “nur” mit der schönsten Nebensache der Welt zu tun. Da sind wohl einige über das Ziel hinausgeschossen. Auch dass es Verletzte unter den Fans und den Polizisten gab ist bedauerlich. Die Fanproteste an sich aber finde ich gerechtfertigt. Die Fanszene hat lange genug stillgehalten und wenn es auch keiner zugibt, oder demjenigen der es ausspricht (Jens Lehmann), Konsequenzen androht. ohne diese Eskalation wäre Babbel wohl noch unser Trainer. Dass aber Handlungsbedarf bestand, lag auf der Hand. Babbel hat, wie es auch jetzt immer mehr herauskommt, die Mannschaft nicht mehr im Griff gehabt. Es war schon die gesamte Vorrunde keine Besserung zu erkennen. Seit dem Bremen-Spiel (4.10.) hatte ich den Eindruck, dass der Verein handeln muß. Auch wenn ich das Trainerteam um Markus Babbel, Rainer Widmayer und Alex Zorniger gemocht hatte und mir insgeheim trotzdem wünschte, dass mit ihnen die Wende gelingt, fehlte mir der Glaube daran. Spätestens nach Pokal-Aus gegen Fürth war das Kind in den Brunnen gefallen. Immer weniger Leute, mit denen man sprach, konnten noch nachvollziehen, weshalb die Vereinsführung weiterhin am Trainerstab festhielt und damit sehenden Auges Richtung Abstiegszone steuerte. Und so entlud sich vergangenen Samstag die Wut und der Zorn der vergangenen Monate. Die Vereinsführung selbst zeigt sich jetzt überrascht über das Ausmaß der Proteste, hätte aber entsprechende Tendenzen erkennen müssen, da sie ja auch schon vor Wochen mit Vertretern der größten Fangruppierungen in Kontakt waren und die Unzufriedenheit über die Leistungen kundgetan wurde und daess es in der Masse brodelt.
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Am Sonntag dann kam es wie es kommen mußte. Wir wollten zum Training gehen und haben uns trotz unserer Weihnachtsfeier am Vorabend aus dem Bett gequält. Am Vereinsgelände angekommen erfuhren wir aber schnell, dass die Trainingseinheit abgesetzt wurde. Außer einigen Pressevertretern und enttäuschten Fans war wenig los. Einige wenige Spieler wie Cacau waren zur Behandlung da, der große Rest war ausgeflogen. Als sich auch das DSF für eine Live-Schaltung in den Doppelpass bereit machte, war auch dem letzten klar, dass der Tag der Entscheidungen angebrochen war. Also fuhren wir wieder nach Hause und informierten uns via Internet und Fernsehen über die neuesten Entwicklungen. Bald verdichteten sich die Gerüchte, Babbel wäre entlassen und Christian Gross der Favorit auf die Nachfolge und so kam es ja auch. Was folgte war die viel beachtete Pressekonferenz am Abend, auf der zunächst Babbel seine Abschiedslaudatio halten durfte, ehe Christian Gross, der schweizer Erfolgstrainer, als neuer Mann vorgestellt wurde.
Dass man dem entlassenen Trainer noch eine Plattform bot, um seinen Frust abzulassen, hat mich sehr gestört. Normalerweise schneidet man mit einer Trainerbeurlaubung alte Zöpfe ab und kartet beiderseits nicht mehr nach. Was sich Babbel aber noch geleistet hat, war in meinen Augen unverschämt. Er schert alle Fans über einen Kamm, vergisst aber dabei, dass gerade die Fans es waren, die ihn solange über Wasser gehalten haben. Er schiebt den Fans den schwarzen Peter zu und wirft ihnen Heuchlerei vor, und dass sie vom Selbstmord von Robert Enke nichts gelernt hätten. Höhepunkt seines Dampfablassens war dann, dass er den Fans auch noch die Schuld an dem schwachen Spiel gegen Bochum gab, weil angeblichvor allem die jüngeren Spieler mit Angst gespielt hätten, ob der Ereignisse vor dem Spiel. Null Selbstkritik, nicht einmal hat er eigene Fehler erwähnt und zugegeben, dass er bis zum Schluß aus der Mannschaft keine funktionierende Einheit formen konnte. Er hat nur zum Schluß den Knopf nicht mehr gefunden, wie er es formulierte. Gut, er ist ja noch Lehrling, ich wünsche ihm, dass er in den kommenden Monaten in Köln gut aufpasst und gerade in Sachen Psychologie und Menschenführung dazu lernt. Sonst wird er auch bei seiner nächsten Station Schwierigkeiten bekommen. Der Start beim VfB als Teamchef war ja verheißungsvoll und führte uns in die Champions League, mit seinen markigen Worten hat er zu Beginn den Nerv der Mannschaft getroffen, später verpuffte dieser Effekt mehr und mehr und zum Schluß tanzte ihm die Mannschaft auf der Nase herum. Da wer er zu sehr Freund der Spieler und er merkte nicht, als “seine Freunde” dieses Verhältnis immer mehr ausnutzten. Die Pressekonferenz zum Schluß war eine reine Selbstinszenierung. Damit hatte Babbel dann endgültig fertig in Stuttgart.
Ich bin guter Hoffnung, dass wir jetzt mit Christian Gross den Gegenentwurf bekommen haben. Seine Erfahrung wird der Mannschaft gut tun. Schon von seiner Erscheinung her wirkt er Respekt einflößend. Die ersten Interviews finde ich vielversprechend. Er scheint ein autoritärer Typ zu sein, der nach Leistung aufstellt und keine Rücksicht auf Namen nimmt. Dies spiegeln auch die ersten Aussagen der Spieler wieder. Ich denke, es wird wieder gerechter zugehen auf dem Wasen. Er erinnert die Spieler daran, dass sie den schönsten Job überhaupt haben und mit Freude an die Arbeit gehen sollen. Er möchte, dass um jeden Ball gekämpft wird, man jeden Ball haben möchte usw. Im Grunde alles Selbstverständlichkeiten, die aber zuletzt nicht mehr selbstverständlich waren.
So war ich sehr gespannt auf den ersten Auftritt und das gerade im alles entscheidenden Spiel gegen Unirea Urziceni in der Champions League. Aufgrund der ersten Eindrücke hatte ich seit langem mal wieder vor dem Spiel ein sehr gutes Gefühl, da mir klar war, dass die Mannschaft nicht so schlecht ist, wie sie zuletzt gespielt hat. Vor dem Spiel hatte ich dann auch im SSC zum besten gegeben, dass wir, wie im letzten Jahr gegen Standard Lüttich, was ja auch das letzte und entscheidende Spiel fürs Weiterkommen war, das Spiel in der ersten Hälfte entscheiden und erstmals in dieser Saison ins Tor auf der Untertürkheimer Seite treffen werden. Und genau so kam es ja auch. In der 5., 8. und 11. Minute legten die Jungs ein 3:0 vor, was die schnellste so hohe Führung in der Champions League Geschichte
bedeutete.
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Als Zuschauer rieb man sich die Augen, waren das die selben Jungs, die uns über Monate an den Rand der Verzweiflung trieben? Was hat Gross mit denen in so kurzer Zeit gemacht? Unglaublich einfach. Noch unglaublicher, dass unter den Torschützen Marica und Pogrebnjak waren, die in den Spielen davor kaum unfallfrei geradeaus laufen konnten und Torchancen dilettantisch versiebten. Und jetzt köpft Marica gekonnt gegen die Laufrichtung des Torwarts und Pogrebnjak umkurvt die rumänische Abwehr wie Slalomstangen. Zwischen den beiden Toren noch das Solo von Christian Träsch mit energischem Abschluss, der vom ebenfalls kürzlich noch auf dem Abstellgleis stehenden Gehart geschickt wurde. Damit war das Spiel entschieden und der VfB konnte einen Gang zurück schalten. Auch nach dem 3:1 kurz nach der Pause geriet der Sieg nicht mehr ernsthaft in Gefahr.Die Abwehr geriet zwar hin- und wieder ins schwimmen, richtig gefährlich waren die Rumänen aber auch nicht. Gut so, daß noch nicht alles lief wie am Schnürchen. So hatte Gross auch bei dem Spiel einiges gesehen, das ihm nicht gefallen hat. Stück für Stück kann er jetzt daran arbeiten die Stärken zu stärken und die Schwächen abzustellen.
Wir sind also noch dabei im Millionenspiel Champions League und es wartet sicher eine reizvolle Aufgabe auf den VfB. Die Möglichkeit wird wieder groß sein, eine englische Mannschaft zu erwischen, da eben Arsenal, Chelsea und ManU Gruppensieger wurden. Von diesen wäre mir Arsenal am liebsten. Das Spiel wäre für Aleks Hleb und Jens Lehmann sicher etwas ganz Besonderes, und für mich auch, da mir der Stil und die Philosophie des Vereins gefallen und ich auch mal gerne ins Emirates Stadium nach London kommen würde. Aber, die Auslosung ist kein Wunschkonzert, nehmen wir es, wie es kommt. Nächsten Freitag wissen wir mehr.
Jetzt gilt es erst noch, die Hinrunde einigermaßen versöhnlich zu beenden. Zunächst bei den heimstarken Mainzern, dann noch gegen Hopp Hoffenheim. Ein schweres Programm zum Jahresabschluss also, Gross hätte es auch einfacher gehabt, wenn er früher hätte kommen können. So sollte jetzt erst einmal am Sonntag in Mainz gewonnen werden. Mit Mut und Aggressivität, wie wir sie gegen Urziceni gesehen haben, sollte das was werden können. Torgefahr wurde gegen die Rumänen mal wieder das gesamte Spiel über ausgestrahlt und nicht nur in den letzten 20 Minuten mit dem Mute der Verzweiflung. Dieser Auftritt macht Hoffnung. Allerdings müssen unsere Jungs alles in die Waagschale werfen und zunächst den Kampf annehmen. In dieser Jahreszeit und Temperaturen um den Gefrierpunkt gibt es selten einen Schönheitspreis zu gewinnen. Ich bin guten Mutes, dass Christian Gross die Mannschaft wieder gut einstellen wird und die Spieler die Vorgaben auf dem Platz erfüllen werden. Wir sind dabei am Mainzer Bruchweg, Sonntag um 10 Uhr geht es los im Doppeldeckerbus vom Fanclub RWS Berkheim. Bilder und ein Bericht von der Auswärtsfahrt folgen dann schnellstmöglich.
Bis dahin, drückt die Daumen und Grüße
Franky
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