18. April 2013

FIIIIIINNNAAAAALE, oho. :-)

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , – Franky @ 19:18

Bilder vom DFB-Pokal-Halbfinale gegen Freiburg sind jetzt online. Es ist vollbracht, der VfB steht seit 2007 mal wieder im Finale in Berlin. Es war das erwartet harte Stück Arbeit mit einem am Ende glücklichen, aber verdienten, Sieger. Die Freiburger haben uns alles abverlangt, vor allem in läuferischer Hinsicht. Durch deren guter Raumaufteilung musste der VfB, der durch die Europa League-Teilnahme zwölf Spiele mehr bestreiten musste als die Südbadener und zudem vom DFB zwei Tage weniger Zeit zur Regeneration nach dem Gladbach-Spiel erhielt, richtig beißen, um sich nicht den Schneid abkaufen zu lassen. Es war eine tolle und konzentrierte Willensleistung bei überragender Stimmung. Man kann kaum glauben, dass es etwa 12.000 Freiburger waren, die ihr Team unterstützt hatten. In der Cannstatter Kurve hat man sie kaum gehört, was natürlich die Frage aufwirft, ob sie so leise oder wir so laut waren. Eher letzteres natürlich, jedem war gestern bewusst, dass auch wir auf den Rängen voll dagegen halten und alles aus uns raus holen müssen. Ich für meinen Teil war nach „getaner Arbeit“ jedenfalls heiser wie lange nicht mehr.

Der Einlauf der Mannschaften wurde begleitet von Choreos in beiden Kurven, wovon unsere natürlich weitaus beeindruckender war. Da ich bei den Nicht-Bundesligaspielen in die Kurve wechsele, konnte ich unsere Choreo leider nur von oben und nicht von der anderen Seite fotografieren.

Jetzt fahren wir also nach Berlin, für mich nach 1986, 1997 und 2007 das vierte Pokalendspiel mit dem VfB. Eigentlich haben wir gegen die in dieser Saison übermächtigen Bayern keine Chance, doch, wer weiß, im Fußball gibt es immer wieder unglaubliche Geschichten. Wer hätte gedacht, dass wir 2007 gegen Nürnberg scheitern? Das Spiel wäre sicherlich anders verlaufen, wenn Cacau nicht nach einer halben Stunde vom Platz geflogen wäre. Vielleicht spielt uns ja ein ähnlicher Vorfall des ungeschickten Boateng in die Karten, vielleicht bekommen wir einen Schiri, der Robben nach der 2. Schwalbe zum Duschen schickt. Möglicherweise schafft es Antonio Rüdiger erneut Ribery weitestgehend aus dem Spiel und ihm somit die Freude am selbigen zu nehmen. Dann ist der Franzose auch immer für den einen oder anderen Tritt gut.

Das Finale ist jedoch noch in weiter Ferne. Erst gilt es, die verbleibenden fünf Bundesligaspiele ordentlich über die Bühne zu bringen, den Aufwärtstrend fortzusetzen und im Rhythmus zu bleiben. Auch wenn die Saison wohl sowohl nach oben als auch nach unten gelaufen ist, muss jetzt das Augenmerk darauf gelegt werden, nicht ein Prozent nachzulassen sondern eher eine Serie hinzulegen, um in Berlin voll auf der Höhe zu sein. Die Leistungen zuletzt, insbesondere auch der große Kampf, den man dem BVB geliefert hat, machen Mut, dass wir im Finale einen anderen VfB erleben dürfen, als noch in der Hinrunde beim 1:6 oder anfangs der Rückrunde bei diesem leidenschaftslos her geschenkten 0:2.

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11. November 2012

Dunkle Schatten über dem Sieg in Kopenhagen

„Stuttgart international, kann man nur besoffen sehn“, ein inzwischen geflügeltes Wort unter den Fans, die den VfB öfter auch über die Landesgrenzen hinaus begleiten. Eine Floskel, die durchaus wiedergibt, welch unnötige Niederlagen im Gepäck gegen nicht unbedingt als stärker einzuschätzende Teams man des Öfteren eingesteckt hat, wenn es wieder auf die Heimreise geht. „Stuttgart international, kann man nur besoffen sehn“ kommt einem auch wieder in den Sinn, wenn man sich die Gruppengegner bewusst macht, und dass man gegen diese nach drei Spielen gerade mal zwei läppische Pünktchen auf der Haben-Seite hat. Noch bei der Auslosung sagte fast jeder, gut, die Gegner nicht besonders attraktiv, dafür ist das Weiterkommen kein Problem. Fahren wir eben in der nächsten Runde nach Liverpool oder Mailand….

Die Auswärtstouren an sich wollen ja frühzeitig, bestenfalls direkt nach der Auslosung, gebucht werden, da man schon am Tag der Auslosung stündlich beobachten kann, wie die Preise bei den Flugsuchmaschinen in die Höhe schnellen. Nachdem Molde bei mir leider zeitlich nicht hinhaute, entschied ich mich dafür, dann wenigstens Kopenhagen und Bukarest einzutüten. Lange musste ich also warten, auf die erste Auswärtstour nach Lissabon im Februar 2011. Meine größte Sorge war, dass nach dem Spiel in Kopenhagen in der Gruppe schon alles vorbei sein könnte und wir nur noch zum „Betriebsausflug“ ohne sportlichen Anreiz nach Bukarest reisen würden.

Doch, wie es auch für das Team gilt, sollte man zunächst den ersten Schritt bewältigen, bevor man an den zweiten denkt. Also ging es für uns am Mittwoch erst einmal in die dänische Hauptstadt. Ich freute mich wie ein kleines Kind darauf, endlich wieder international unsere Farben in die Welt hinaus zu tragen und darauf, mit etwa 2.500 Gleichgesinnten, die dänische Hauptstadt in ein weiß-rotes Meer zu tauchen. Wir buchten einen Flug ab Stuttgart, mit Umstieg in Amsterdam bei der Königlich Niederländischen Fluggesellschaft KLM. Der Rest unserer Clique nahm einen Direktflug vom Euroairport Basel-Mulhouse-Fribourg. Uns war dieser Weg zum Flug dieses Mal zu weit, flogen wir doch bereits nach Barcelona und Lissabon von diesem Airport ab und steckten auf der Rückfahrt jeweils freitags stundenlang im Wochenend- und Feierabendverkehr auf der A5 und A8 fest. So fanden wir uns am Mittwoch pünktlich gegen 13.45 Uhr am Boarding-Gate ein, um zu erfahren, dass der Flug aus Amsterdam erst gut zwei Stunden später als geplant eintreffen würde. Wie es dann weiter gehen würde, würden wir erst in Amsterdam erfahren, das konnte, wollte oder durfte uns das Stuttgarter Bodenpersonal nicht sagen. Für den ungeplanten, längeren Aufenthalt in Stuttgart erhielten wir jeweils einen 5-Euro-Gutschein, mit dem man bei den Preisen dort oben nicht weit kommt, blätterte ich doch schon für eine halbe Bier 5,70 € hin. Eine weitere Verzögerung in Stuttgart blieb uns erspart. In Amsterdam angekommen, machten wir uns am riesigen Amsterdamer Flughafen Schiphol auf den Weg, einen KLM-Schalter zu finden, leider erfolglos. Auf Nachfrage wurden wir zu Automaten gelotst, an denen wir erfuhren, dass wir auf den Flug um 20.55 Uhr umgebucht wurden. Neben dem Flugticket bekamen wir dort noch einen 10-Euro-Verzehrgutschein, einen 50 Euro-KLM-Fluggutschein sowie einen Voucher für eine niederländische Telefonkarte mit ausgedruckt, den wir am Flughafen hätten einlösen können. Da aber überall freies WLAN vorhanden war und wir niemanden groß zu informieren hatten, verzichteten wir darauf, diesen einzulösen. Bei den Preisen am Flughafen waren auch die 10 Euro nicht unbedingt das wert, was wir „draußen“ dafür bekommen hätten, aber immerhin. Wir „gönnten“ uns auf Kosten von KLM ein Menü beim dortigen Burger King und kamen wenigstens nicht hungrig in Dänemark an. Später erfuhr ich dann, dass der Rest unserer Truppe unweit des Hotels in Kopenhagen ein indisches Buffet zu sich nahm, was es mich auf einmal positiv sehen ließ, dass wir beim Burger King noch „gewohnte“ Kost zu uns nehmen konnten. Statt um 18.15 Uhr sollten wir knapp vier Stunden später als geplant in Kopenhagen eintreffen. Den Weg zum Hotel hatte ich bereits zu Hause verinnerlicht, so dass wir am Kopenhagener Airport Kastrup schnurstracks in Richtung Bahnhof liefen und von dort die etwa 10-minütige Fahrt zum Hauptbahnhof antraten. Dank Google Streetview liefen wir bereits im Hauptbahnhof in die richtige Richtung, so dass wir bereits knapp 45 Minuten nach der Landung im Copenhagen Crown Hotel einchecken konnten. Wenn man in einer großen Gruppe unterwegs ist und diese möglichst alle im selben Hotel untergebracht sein wollen, muss man sicherlich den ein- oder anderen Abstrich machen. So auch bei diesem Hotel, das für dänische Verhältnisse günstig war und zentral gelegen ist, Stichwort „kurze Wege“. Die sanitären Einrichtungen jedoch waren stark renovierungsbedürftig und nicht wirklich sauber. Das Frühstück sehr spartanisch und der Kaffee für mich ungenießbar. Als Kaffeejunkie, der einfach nicht in die Gänge kommt, wenn er morgens keinen gescheiten Kaffee bekommt, ein No-Go. Daher ließ ich am zweiten Tag das Frühstück komplett ausfallen und lief lieber in Richtung des Bahnhofs, um in einem Cafe meiner Sucht zu frönen.

Nach kurzem Check-In und frisch machen machten wir uns umgehend auf den Weg, die anderen zu suchen. Kaum aus dem Hotel raus kam uns schon ein Pärchen entgegen, die uns sagten, wo „ungefähr“ sich die anderen aufhalten würden. Die fanden wir dann auch, keine 200 Meter vom Hotel entfernt. Schnell merkten wir, dieser Anreisetag hatte dem Rest der Truppe Tribut abverlangt. Die Verluste waren riesig, saß doch gerade noch ein Haufen von fünf Leuten zusammen, alle anderen hatten sich mehr oder weniger heftig und zu früh abgeschossen oder waren einfach müde. Wir kamen eigentlich recht fit und vor allem durstig an, starteten wir doch noch recht spät und gemütlich in diesen Anreisetag. Auch die Wartezeit an beiden Flughäfen hat mich weniger geschlaucht oder geärgert, ändern konnte man es ja sowieso nicht, also nutzte auch alles herum lamentieren nichts, zumal wir ja noch am Tag vor dem Spiel ankamen. Wir freuten uns jedenfalls über die bekannten Gesichter und hatten in einem netten Pub auch noch einen schönen Restabend.

Am nächsten Morgen nach dem unbefriedigenden Frühstück hatte es ein Teil unserer Truppe eilig und konnte nicht warten, bis die letzten fertig waren, so dass diese bereits die Stadtbesichtigung in Angriff nahmen, während wir noch warteten und kurz darauf im, Gott sei Dank, kleinen Kreis aufbrachen. Gott sei Dank deshalb, weil ich es eher gemütlich haben wollte und noch irgendwo einen gescheiten Kaffee benötigte, anstatt dem „Reiseleiter“ ohne Rast und ohne Ziel hinterher zu hecheln. Trotz leichten Nieselregens entschieden wir uns, zum späteren Fantreffpunkt, Nyhavn, zu gehen und nicht, wie die Anderen, den Bus zu nehmen und marschierten also in Richtung Wasser. Kopenhagen-Erfahrene haben nicht zu Unrecht von der dänischen Metropole geschwärmt, es gibt schon sehr nette und urige Ecken in der mit vielen Wasserwegen gespickten Stadt. Zu einer anderen Jahreszeit ist es sicher noch prickelnder, um einen bleibenden Eindruck zu gewinnen, genügte aber auch dieser eine Tag. Am Nyhavn-Gebiet angekommen, sahen wir schon zur Mittagszeit einige VfBler, schließlich sind die Busse auch inzwischen eingetroffen. In einem Pasta-Schnellimbiss aßen wir noch kurz etwas, man weiß ja an Spieltagen nie, ob es nach dem Spiel noch etwas geben würde. Außerdem sah ich in diesem Laden ein Segafredo-Emblem, was für guten Kaffee sprach. Nachdem ich endlich etwas Vernünftiges im Magen hatte und zudem der Kopf langsam fit wurde, war die Zeit gekommen, sich fürs Spiel einzustimmen und das ein oder andere Bierchen zu trinken. Einige unserer Bekannten trafen wir dort auch gleich wieder, der Rest war noch mit der Stadtbesichtigung zugange. Dass die Preise skandinavisch hoch sein würden, darauf waren wir gefasst. Eine halbe Bier für etwa 7 Euro, schon happig. Ich allerdings sehe den Trip im Gesamtpaket mit Bukarest, wo wir sicherlich wieder einiges einsparen werden. So verweilten wir einige Zeit in einer netten Seemannskneipe. Wir nahmen morgens schon alles mit, was wir für den Stadionbesuch benötigen würden, die Anderen mussten noch einmal zurück zum Hotel. So waren wir kurzzeitig nur noch zu dritt und gingen nach draußen, wo sich die Straße zunehmend mit VfBlern gefüllt hatte und wo wir jede Menge bekannte Gesichter trafen und den einen oder anderen Smalltalk hielten. Unter Anderen sprach ich auch mit unserem Fanbetreuer Christian Schmidt sowie unserem Stadionsprecher und vfbtv-Gesicht Holger  Laser, die beide mit der Mannschaft anreisten. Ich erkundigte mich natürlich sofort, wie die Jungs drauf sein würden und welchen Eindruck sie sonst machen würden. Mir wurde versichert, das Team wäre voll fokussiert darauf, aus Kopenhagen etwas mitzunehmen und dass der Trainer auch nicht in Erwägung ziehe, nicht mit der bestmöglichen Mannschaft aufzulaufen. Außerdem wäre es eine ungeheure Motivation für sie, dass sie von so vielen Brustringträgern begleitet werden würden. Diese Aussagen gingen natürlich runter wie Öl und machten mir erstmals Hoffnung an diesem Tag, dass das Team die diesjährige Europa League nicht sang- und klanglos abschenken würde, um sich nur noch auf Pokal und Bundesliga zu konzentrieren. An diesem Fantreffpunkt fielen mir aber auch Jungs auf, die ich noch nie gesehen hätte und welche, die man zwar kennt, auf deren Anwesenheit man bei Auswärtsspielen aber lieber verzichten würde. Polizeipräsenz war auch vorhanden, jedoch waren es die wahren Freunde und Helfer, die einem Infoflyer in die Hand drückten und für das eine oder andere Erinnerungsfoto zur Verfügung standen.

Je mehr sich der Platz füllte, desto mehr hatte man den Eindruck, die Bierpreise würden steigen, kostete doch ein Fläschchen Tuborg auf der Straße schon so viel, wie zuvor eine Halbe in der Kneipe. Zu dritt entschlossen wir uns dann, schon einmal in Richtung des Stadions zu laufen, in der Hoffnung, ferner ab des großen Trubels noch eine Kneipe mit moderateren Preisen zu finden. Tatsächlich fanden wir nach längerem Marsch eine nette Kneipe und kehrten noch einmal ein. Ich stürmte nach dem langen Weg erst einmal in die Toilette, nicht ohne die beiden Anderen zu beauftragen, mir eine Halbe mitzubestellen. Als ich zurück kam, bekam ich jedoch zu hören, sie hätten mir nichts mitbestellt, hier wäre das reinste Bierparadies, was sich beim Blick in die Karte auch bestätigte. Meine Leib- und Hausmarke, Franziskaner Weißbier, mitten in Kopenhagen, dazu bestimmt weitere 50 Sorten international bekannter Biermarken. Da ließ ich mich natürlich nicht zwei Mal bitten. Preislich in etwa so, wie wir zuvor auch schon bezahlt hatten, ging also… Dass wir den richtigen Weg eingeschlagen hatten, bemerkten wir, als wir hörten, dass die Karawane der VfB-Fans lautstark, durch Gesänge, aber auch durch Kanonenschläge, unweit von unserem Lokal vorbei zog. Drei Franzis später liefen wir dann den Spuren, die die Karawane hinterlassen hatte, hinterher und kamen, nach viel längerem Fußweg als gedacht, erst gut eine halbe Stunde vor Spielbeginn recht geplättet am Stadion Parken an.

Nach der Pyro-Einlage in Molde und nach der Erkenntnis von der Karawane, dass auch dieses Mal reichlich Munition vorhanden sein würde, rechnete ich eigentlich mit strengen Einlasskontrollen und machte mir ernsthaft Sorgen, ob wir rechtzeitig Einlass finden würden. Diese Sorge aber war unbegründet. Es befand sich zwar eine lange Schlange vor dem Eingang unseres Blockes D2, die Kontrollen waren aber vergleichsweise lasch, so dass sich kaum einer eine länger als 10 Sekunden andauernde Abtastprozedur unterziehen musste.

Nachdem ich an den Verpflegungsständen weitere Bekannte traf, ging es hinein in ein wirklich schmuckes Stadion, ein neuer Ground, sogar ein neuer Länderpunkt, wie die Groundhopper, zu denen ich nicht zu zählen bin, zu sagen pflegen. Dafür bin ich noch zu wenig und vor allem bei zu wenig Spielen ohne VfB-Beteiligung unterwegs. Dennoch freue ich mich jedes Mal tierisch darauf, wenn es in ein Stadion geht, in dem ich noch nicht war. Der Block war erwartungsgemäß bereits gut gefüllt. Aus Macht der Gewohnheit suchte ich zunächst die auf meiner Karte aufgedruckte Reihe 13 auf, um schnell festzustellen, dass es trotz der bei internationalen Spielen obligatorischen Sitzplätze, freie Platzwahl gibt und die vorderen Reihen dem Commando Cannstatt vorbehalten sind. Dennoch, wie es der Zufall so will, standen just in dieser Reihe direkt an der Treppe weitere Freunde von mir. Nach einem kurzen Plausch schaute ich rundherum, und sah ganz oben im Block die Arme von Anita wedeln und dass sich dort die Anderen, die wir teilweise seit dem Frühstück nicht mehr gesehen hatten, versammelt hatten. Also ging ich auch dort hoch und holte zum ersten Mal meine Kamera heraus, um einmal rundherum zu knipsen. Dass die Gastgeber eine Choreo geplant hatten, sah ich bereits an den auf Kopenhagener- und Gegentribüne an den Plätzen ausgelegten Tafeln. Die Spieler beider Mannschaften waren sich bereits eifrig am Aufwärmen und gingen kurze Zeit später schon zurück in die Katakomben, für eine letzte Konzentrationsphase und um die letzten Anweisungen der Trainer in Empfang zu nehmen.

Den Einlauf der Mannschaften verpasste ich, weil ich damit beschäftigt war, die Choreographie der dänischen Fans über zwei Tribünen zu fotografieren. Nachdem die VfBler, wie in den letzten Spielen auch, zu einem letzten Einschwören einen Kreis bildeten ging es auch gleich los.

Meine Erwartungen an das VfB-Team waren die, dass sie sofort untermauern sollten, dass hier unbedingt gewonnen werden muss. Trainer Labbadia unterstrich dieses Vorhaben, indem er anstelle vom zuletzt starken Spielmacher Raphael Holzhauser Shinji Okazaki als zweite Sturmspitze aufbot. Ansonsten spielte noch Molinaro für Boka im Vergleich zum Auftritt in Dortmund. Der Beginn des Spiels spiegelte meine Erwartungen leider noch nicht wider. Anstelle des VfB übernahmen zunächst die Dänen das Kommando und kamen zu ersten zaghaften Torannäherungen. Dass Fußball ein einfaches Spiel ist, zeigt sich immer wieder, wenn man international auf eigentlich limitiertere Teams trifft, die es schaffen, dem VfB durch eine solide Grundordnung den Zahn zu ziehen. Nach einer Viertelstunde hatten die Dänen die erst Großchance des Spiels, als sich Gentner und Tasci nicht einig waren, doch der seit Wochen solide spielende Sven Ulreich parierte glänzend. Auch nach gut 35 Minuten hatte der VfB bis auf zwei, drei zaghafte Torannäherungen nichts Nennenswertes zustande gebracht. Harmlos, wenig kreativ, nicht zielstrebig genug, Ballverluste im Spielaufbau und wenn mal freie Schussbahn war, kamen Schüsschen heraus, über die auch ein Kreisliga-B-Keeper nur milde gelächelt hätte.

Action gab es dann (leider) auf den Rängen anstatt auf dem Spielfeld. Angefangen hat es relativ harmlos mit einer Pyroshow. Als Stadionfotograf liebe ich solche Bilder und bin auch bei denen, die eine Legalisierung des kontrollierten Abbrennens fordern. Es macht die Stadionatmosphäre noch bunter und lebhafter und ist ein Stilmittel der Fankultur, wenn verantwortungsvoll damit umgegangen wird. Nichts anderes fordern ja die Ultravertreter. Ich für meinen Teil fühle mich beim Stadionbesuch nach wie vor sicher und muss ja nicht mittendrin stehen, wenn ich Ängste hegen sollte, mich könnte so ein Teil verletzen. Was aber überhaupt nicht geht sind die danach abgefeuerten Feuerwerkskörper und das zünden von Böllern. Ein jeder wird es an Silvester schon einmal erlebt habe, welch Ohrensausen, bis hin zum Knalltrauma, ein in unmittelbarer Nähe abgefeuerter Böller verursachen kann. Trauriger Höhepunkt waren dann aber die Feuerwerksraketen, die vom Stadiondach abprallten und aufs Spielfeld fielen. Nicht auszudenken, wenn jemand davon getroffen worden wäre und Verbrennungen davon getragen hätte. In diesem Moment schämt man sich einfach nur noch für eine kleine Gruppe Unverbesserlicher, die unsere Stadt, unseren Verein, unser Wappen zutiefst beschädigen und in den Dreck ziehen. Ich hoffe sehr, dass die Verantwortlichen identifiziert und zur Rechenschaft gezogen werden können. Lange musste man mit einem Spielabbruch rechnen, dazu kam es Gott sei Dank nicht. Dass dem VfB die Punkte am grünen Tisch entzogen werde könnten, diese Befürchtung hege ich nicht. Nach meinem Kenntnisstand sind wir international nicht vorbestraft. Den VfB wird voraussichtlich eine hohe Geldstrafe und uns Fans womöglich in Bukarest strengere Einlasskontrollen und sonstige Restriktionen drohen. Das Commando Cannstatt hat sich inzwischen klar und deutlich von den Raketen- und Böllerabschüssen in Richtung Rasen distanziert und verwies auf den von der Ultra-Szene auferlegten Ehrenkodex, eben keine brennenden Gegenstände aufs Spielfeld zu werfen bzw. schießen und keine Böller zu zünden. Laut einiger Zeugenberichte besteht der Verdacht, dass diese Gegenstände überhaupt nicht von VfBlern sondern möglicherweise von Lauterer und Cottbusser „Fans“ geworfen wurden, die eine „Freundschaft“ zu Stuttgarter Althools hegen und mit denen im Stadion zugegen waren. Solche Gruppen sind meist auf der großen internationalen Bühne anzutreffen, so z. B. auch letztes Jahr beim EM-Qualifikations-Spiel Österreich-Deutschland in Wien. Ob dies damit zusammenhängt, dass einige derer in Deutschland Stadionverbot haben oder ob es darum geht im Ausland einen auf dicke Hose zu machen, weiß ich nicht, da ich in solchen Kreisen nicht verkehre. Fakt ist aber auch, dass sie die Karten durch beim VfB registrierte Fans erhalten haben müssen. Diese müssen sich fragen lassen, ob ihnen der VfB tatsächlich am Herzen hängt.

Die Aussagen dazu nach dem Spiel von Manager Bobic und Präsident Mäuser machen mir Hoffnung, dass bereits zu diesem frühen Zeitpunkt nach der Tat die Aufklärungsarbeit weit voran geschritten sein könnte, da beide sehr wohl zu differenzieren wussten und nicht auf „DIE Fans“ eingedroschen haben. Irritiert hat mich lediglich die Aussage von Mäuser, die dem Fanausschuss für den Fall ausbleibender Randale zugesicherten 15.000 Euro „hätten sie verspielt“.  Vermutlich war es eine Gruppe von etwa 25 Leuten, also 1% der VfB-Anhänger, die das Image zutiefst beschädigten. Alle anderen, wirklich alle, gaben ein großartiges Bild in der dänischen Hauptstadt ab. Ich bin gottfroh, dass auch bei diesen Vorfällen die dänischen Ordnungs- und Sicherheitskräfte kühlen Kopf bewahrten und nicht planlos den Block gestürmt haben. Großen Respekt für diese Besonnenheit.

Ich habe mich unheimlich geschämt in diesen Momenten, weil mir sofort klar war, dass es, egal wie das Spiel ausgehen würde, diese Bilder sein würden, die in die Welt transportiert werden. Und das zur Unzeit. Wasser auf die Mühlen derer, die Käfighaltung für Fans fordern und möglichst alles abschaffen möchten, was den Stadionbesuch so einzigartig macht. Absolut kontraproduktiv für die Debatten um den Erhalt der Fankultur. Und das Traurige daran ist, dass sich diejenigen, die darum kämpfen, nicht einmal an die eigene Nase fassen müssen, sondern, offensichtlich, von Leuten konterkariert werden, denen es ausschließlich um die „3. Halbzeit“ geht. Bin immer noch stinksauer.

Danach war an ein ordentliches Fußballspiel kaum mehr zu denken. Wir schämten uns ob der Vorfälle und diskutierten, ob der Ausgang des Spiels womöglich letztendlich egal sein würde, weil uns ein möglicher Sieg sowieso wieder aberkannt werden könnte. Ich war in dieser Hinsicht weniger skeptisch als einige Bekannte, da beim VfB doch relativ wenig passiert. Wenn die UEFA solch harte Geschütze auffahren würde, müssten wahrscheinlich in jeder Runde Spiele am grünen Tisch umentschieden werden. Klar ist aber auch, dass so etwas nie mehr vorkommen sollte, um die UEFA nicht weiter herauszufordern. Rapid Wien hatte nach mehreren Verfehlungen seiner Fans anfangs dieser Saison ein Geisterspiel auszutragen. Wie gesagt, ich hoffe, Zeugenaussagen tragen dazu bei, die Täter ausfindig zu machen, dass diese zur Rechenschaft gezogen und zur Kasse gebeten werden können. Wie von mehreren Seiten kommuniziert, wird am Montag der Fanausschuss turnusgemäß zusammen kommen und auch (natürlich) über diese Vorfälle beraten. Hoffentlich wird der interessierten Öffentlichkeit das Ergebnis der Zusammenkunft nicht vorenthalten.

Das Spiel fand dann irgendwann doch seine Fortsetzung. Der für mich erste ernsthafte Torschuss stellte eine Kopfballchance von Okazaki in der Schlussminute der ersten Halbzeit dar. Eindeutig zu wenig in einem Spiel, das unbedingt gewonnen werden muss.

Nach Presseberichten sollen die Böllerwerfer in der Halbzeit schon das Weite gesucht haben, soviel dazu, wie viel diesen Feiglingen das Geschehen auf dem Rasen wert war.

Nach Wiederbeginn auf dem Platz das unveränderte Bild. Kaum zwingende Aktionen, beide Teams neutralisierten sich weitestgehend. Nach 65 Minuten, also bereits 155 gespielten Minuten beider Mannschaften stand noch immer auf beiden Seiten die Null, als Labbadia Boka für den dieses Mal wirkungslosen Traoré brachte. Ein Wechsel, den ich erst einmal überhaupt nicht mitbekam, wurde doch auf den Rängen weiter heftig diskutiert.

Schon bald aber erkannte ich unseren kleinen Ivorer auf dem Platz, da über dessen linke Seite auf einmal merklich mehr lief. Boka war unheimlich präsent, zog auch in die Mitte und versuchte zum Torabschluss zu kommen. Ihm war deutlich anzumerken, dass er sich etwas vorgenommen hatte. So war es schließlich kein Zufall, dass er es war, der knapp eine Viertelstunde nach seiner Einwechslung punktgenau auf unseren Knipser Vedad Ibisevic flankte und dieser per Kopf zum 0:1 traf. Ein Tor, an das ich fast nicht mehr zu glauben wagte.  Kurz zuvor stieg noch einmal Rauch aus dem Ultrablock auf. Hier denke ich, haben sich die Jungs selbst diszipliniert, und den Bengalo vorsichtshalber gleich wieder gelöscht haben, um nicht weiteren Ärger zu provozieren. Bravo, wenn die Selbstreinigung soweit funktioniert.

Kurz vor Spielende erlöste uns unser Ösi Martin Harnik, als er von seiner rechten Seite nach innen zog und sehenswert ins lange Eck schlenzte. 0:2, der so sehr ersehnte erste Sieg in der Europa League war unter Dach und Fach. Dieser Sieg spült uns in der Tabelle auf den zweiten Platz, was uns wieder alle Möglichkeiten eröffnet. Selbst der Gruppensieg ist jetzt noch drin, wenn in Bukarest gewonnen werden sollte. Der Mannschaft war es nach den Vorkommnissen und der aufgeheizten Atmosphäre (auch die Dänen ließen sich anstecken und warfen Feuerzeuge in Richtung Sven Ulreich) nicht nach großer Party vor der VfB-Kurve, wofür ich an diesem Tag vollstes Verständnis hatte. Die Spieler liefen kurz an uns vorbei und klatschten uns zu, danach verschwanden sie im Bauch des Stadions. Einzig der Ex-Kopenhagener William Kvist war ein gefragter Gesprächspartner und eilte von Kamerateam zu Kamerateam. Alles in allem also ein erfolgreicher Abend mit einem VfB, der zumindest vom Ergebnis her, den Aufwärtstrend unterstrich.

Sehr überrascht war ich dann, dass die im Flyer vorher angekündigte „mögliche“ Blocksperre nicht angewandt wurde und wir sofort das Stadion verlassen durften. Auch hier Kompliment an die Dänen, sowohl Fans als auch Sicherheitskräfte, die trotz der Vorfälle, genau so liberal, freundlich und hilfsbereit waren wie zuvor. Kein böses Wort, kein Gepöbele, auch hier noch einmal Respekt von meiner Seite. Wir wollten dann auf schnellstem Weg in die Stadt zurück, möglichst nicht mehr viel laufen und nahmen, nachdem auch in einer gefühlten Ewigkeit kein Bus kam, ein Taxi und fuhren direkt zu Streckers – Vesterbro Bryghus in der Nähe des Tivoli und des Hauptbahnhofs, wo bereits einige andere unserer Clique auf uns warteten. Dort verbrachten wir noch einen netten Abend, und trafen weitere Bekannte, die die Nacht noch in der Stadt verbrachten, was mich sehr freute.

Am Freitag ging es dann wieder zurück, drei Punkte im Gepäck und die Erkenntnis, dass einige wenige Idioten, die mit dem VfB rein überhaupt nichts am Hut haben (dazu zähle ich auch die, die denen die Karten besorgt haben!), einem einen solchen Trip vermiesen oder zumindest ein bitteres Gschmäckle verpassen können.

Jetzt bin ich froh, dass mein Bericht Sonntag um die Mittagszeit fertig geworden ist. Rechtzeitig noch, um ab sofort die Vorbereitungen für das Hannover-Spiel aufnehmen und mich frühzeitig bei unserem Treffpunkt im SSC einfinden zu können.

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20. September 2010

Fußballfeuerwerk in Stuttgart

Der VfB Stuttgart hat sich in weniger als zwei Tagen aus der Krise geschossen: Nur 41 Stunden nach dem Europa- League-Erfolg gegen Bern (3:0) feierten die Schwaben am Samstag beim eindrucksvollen 7:0 (2:0) gegen Borussia Mönchengladbach auch ihren ersten Saisonsieg in der Fußball-Bundesliga. Pawel Pogrebnjak schoss für den wie aufgedreht und mit völlig neuem Selbstvertrauen spielenden VfB gleich drei Tore (2., 54. und 60. Minute). Die weiteren Treffer erzielten Georg Niedermeier (21.), Zdravko Kuzmanovic (64.), Matthieu Delpierre (72.) und Ciprian Marica (80.). Für die erschreckend schwachen Gladbacher war es nach dem 0:4 gegen Eintracht Frankfurt das zweite Debakel in Serie. Spiele gegen Stuttgart sind zudem so etwas wie eine aussichtslose Angelegenheit für sie: In den vergangenen 15 Jahren gewannen sie nur eines davon. Der VfB siegte zum fünften Mal in seiner Bundesliga-Historie mit 7:0, zuletzt war ihm das am 23. Februar 1991 gegen Dortmund gelungen.
Dazu feierte Kapitän Delpierre nach viermonatiger Verletzungspause (Knie-Operation) sein von Christian Gross “sehnlich erwartetes” Comeback. Seine Wunschformation im Abwehrzentrum konnte der VfB- Trainer aber schon wieder nicht aufbieten, da Serdar Tasci kurzfristig mit Adduktoren-Problemen ausfiel. Ansonsten änderte Gross im Vergleich zum Bern-Spiel nichts. Der Faktor Stabilität war ihm bei seiner Aufstellung wichtiger, als mögliche frische Kräfte einzubauen. Dieser Plan ging von Anfang an auf. Stuttgart spielte mit enorm viel Schwung und einer positiven Körpersprache – das Spiel gegen Bern hatte nicht etwa Kräfte gekostet, sondern neue freigesetzt. Schon in der zweiten Minute traf Pogrebnjak per Abstauber zum 1:0. Gerade, als das hohe Anfangstempo etwas abzunehmen drohte, erhöhte Niedermeier per Kopf nach einem Eckball von Mauro Camoranesi auf 2:0. Vor 39 500 Zuschauern spielten die Gastgeber zum ersten Mal in dieser Saison genau den druckvollen Fußball, den ihr Trainer immer predigt.

Die starken Außenverteidiger Arthur Boka und Christian Träsch trieben das Spiel nach vorn, wo der agile Camoranesi und der junge Daniel Didavi die spielerischen Akzente setzen und Cacau sowie Pogrebnjak permanent in Bewegung waren. Der Russe hätte die VfB- Führung schon in der 25. und 35. Minute ausbauen können. Die völlig indisponierten Gladbacher liefen in dieser Partie nur hinterher. Daran änderte nicht einmal etwas, dass Thorben Marx nach überstandener Oberschenkelzerrung wieder dabei war, Trainer Michael Frontzeck seine Spieler zur Pause schon nach wenigen Minuten aufs Feld zurückschickte und die Stuttgarter sich für die zweite Halbzeit eigentlich vorgenommen hatten, Kräfte zu schonen. Doch dann machte der VfB einfach da weiter, wo er vorher aufgehört hatte. Pogrebnjak, Kuzmanovic, Delpierre und der eingewechselte Marica trafen, wie sie wollten, während die Borussia nicht eine nennenswerte Torchance besaß. “Der VfB ist wieder da”, sangen die versöhnten Stuttgarter Fans dazu.
(STZ 18.9.2010)

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26. Juni 2010

Brasilien sichert sich den Gruppensieg

Brasilien hat sich durch ein wenig begeisterndes 0:0 gegen Portugal die Pole-Position in der Gruppe G gesichert und trifft im Achtelfinale auf Chile. Auch Portugal steht als Zweiter in der Runde der letzten 16 und bekommt es dort mit Europameister Spanien zu tun. Vor 62.712 Zuschauern in Durban hatte der Brasilianer Nilmar noch die beste Chance. Sein Schuss aus kurzer Distanz wurde jedoch von Portugal-Keeper Eduardo an den Pfosten gelenkt (30.). Portugal blieb damit im 19. Spiel in Folge ungeschlagen, Brasilien spielte nach sieben Siegen in Serie erstmals remis. Josue und Grafite vom VfL Wolfsburg gaben ihr WM-Debüt. Brasilien schließt die Gruppe G mit sieben Punkten als Erster ab und trifft im Achtelfinale am Montagabend (20.30 Uhr) auf den Zweiten der Gruppe H. Portugal bekommt es am Dienstag (20.30 Uhr) als Zweiter mit fünf Punkten und ohne Gegentor mit dem Sieger der Parallelgruppe zu tun.

Elfenbeinküste verabschiedet sich mit Sieg

Die Elfenbeinküste hat sich mit einem nutzlosen Sieg von der ersten WM in Afrika verabschiedet. Die Elefanten stürmten gegen Nordkorea mit dem Mute der Verzweiflung, doch das 3:0 (2:0) reichte nicht, um erstmals in ein WM-Achtelfinale einzuziehen, weil Portugal gegen Brasilien einen Punkt holte. m Anschluss an die Partie verkündete Trainer Sven-Göran Eriksson seinen Rücktritt. “Es war von Beginn an klar, dass nach der WM meine Arbeit beendet ist”, sagte der Schwede.

Enttäuschende Schweiz fährt nach Hause

Ottmar Hitzfeld und die Schweiz treten nach der Vorrunde der WM 2010 den Heimweg an. Im abschließenden Spiel der Gruppe H kamen die Eidgenossen nicht über ein müdes 0:0 gegen Fußball-Zwerg Honduras hinaus und sind damit trotz des 1:0-Sieges gegen Europameister Spanien im ersten Spiel vorzeitig gescheitert. Vor 28.042 Zuschauern in Bloemfontein war der Außenseiter aus Mittelamerika dem Sieg am Ende näher als die Schweizer. Hitzfeld hatte Kapitän Alex Frei 69 Minuten auf der Bank schmoren lassen, dieser konnte dann auch nicht mehr die Wende einleiten. Ein 2:0-Sieg hätte den Schweizern in jedem Fall fürs Achtelfinale gereicht. So beendet das Hitzfeld-Team die Gruppe nur als Dritter. Honduras holte den ersten WM-Punkt seit 1982.

Furia Roja und La Roja eine Runde weiter

Spanien und Chile stehen im Achtelfinale der WM 2010. Der Europameister besiegte die Südamerikaner mir 2:1 (2:0) und trifft als Sieger der Gruppe H auf Portugal. David Villa (24.) und Andres Iniesta (37.) erzielten vor 41.958 Zuschauern in Pretoria die Tore für die Mannschaft von Tainer Vicente de Bosque. Rodrigo Millar traf für Chile (47.). Chile spielt im Achtelfinale gegen Brasilien.

(spox.com)

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27. April 2010

Verpflichtung von Molinaro: Hängepartie um den Verteidiger

Cristian Molinaro ist am Mittwoch auch nach dem Training schwer beschäftigt gewesen. Zunächst nahm der Italiener im Namen des VfB Stuttgart eine Geldspende eines Herrenberger Gastronomen für die Kinderkrebsstation Olgäle entgegen – und zwar unter den strengen Augen eines Herrn im grauen Anzug. Der war von der Nationalen Antidopingagentur (Nada) und geleitete Molinaro anschließend in die Kabine, um bei ihm eine unangemeldete Trainingskontrolle durchzuführen. Das hatte das Los so entschieden.

Während sich Molinaro abends ausruhte, machte es sich sein Freund und Ratgeber, Pasquale Gallo, im Vivaldi in Stuttgart-Gablenberg gemütlich, um das Champions-League-Spiel des FC Bayern anzuschauen. Mittags hatte der aus Italien angereiste Gallo mit dem Wirt der Trattoria bereits bei der Übungseinheit der Stuttgarter auf dem Clubgelände zugeschaut, weil ihm die Karriere des Freundes am Herzen liegt.

Zu diesem Zeitpunkt waren die Gespräche des Molinaro-Beraters Uli Ferber mit dem VfB-Manager Horst Heldt aber bereits gelaufen. Dabei bestand schon vor Beginn der Verhandlungen vonseiten des Trios Molinaro-Ferber-Gallo Einigkeit in der Absicht, den Spieler langfristig an den VfB zu binden. Bisher ist der 26-jährige Cristian Molinaro nur von Juventus Turin an die Stuttgarter ausgeliehen.

Gross plädiert für Verbleib

Der 1,82 Meter große, im Örtchen Pellare südlich von Neapel geborene Profi, der in seiner Freizeit gerne Gitarre spielt, fühlt sich nämlich sehr wohl in Stuttgart. Obwohl seine Freundin Roberta derzeit noch Sozialwissenschaften in Turin studiert, sagt Molinaro: “Ich kann mir hier eine Zukunft vorstellen.” Das hat der 26-Jährige bereits mehrfach betont – und er fügte auch hinzu: “Dabei spielt es nicht die entscheidende Rolle, ob wir in die Europa League einziehen oder nicht.”

Geht es nach dem VfB-Trainer Christian Gross, ist die Sachlage in der Causa Molinaro ebenfalls sonnenklar: Der Schweizer will sehr gerne mit dem Linksverteidiger weiter arbeiten, der im Kollegenkreis durch seine aufgeschlossene Art ebenfalls beliebt ist – und der auch schon tapfer die ersten Worte Deutsch spricht. “Cristian hat die Erwartungen absolut erfüllt”, lobt Gross, “er kam mit Erfahrung im Abstiegskampf, was uns sehr geholfen hat. Er stand in der Defensive zuverlässig und hat unser Flügelspiel auch offensiv sehr belebt.” Also spräche vonseiten des 55-jährigen VfB-Cheftrainers “überhaupt nichts gegen eine Verpflichtung Cristians”.

Obendrein sind auch die Eckdaten des Transfers längst kein Geheimnis mehr: Für vier Millionen Euro können die Stuttgarter Molinaro an sich binden – worüber sie ursprünglich bis zum 30. April zu befinden hatten. Und auch über die Laufzeit des Vertrages sowie die Wünsche des Spielers bezüglich seines Gehaltes herrscht seit geraumer Zeit Klarheit. So dürfte Molinaro rund 2,5 Millionen Euro an Jahressalär fordern.

Boka kämpft um den Anschluss

Trotz all der Gewissheit und der gegenseitigen Wertschätzung gibt sich der Manager Heldt auf Nachfrage aber verschlossen, wenn es um die Zukunft Molinaros geht: “Wir haben mehrfach erklärt, dass wir zu Transfers bis zum Saisonende nichts sagen”, antwortet Heldt – verweist dann aber noch darauf, dass man “bis Ende Mai” weiter alle Optionen in der Hand halte.

Dabei könnte die Verlängerung der Entscheidungsfrist einen simplen Grund haben: Dem VfB ist die linke Abwehrseite nach derzeitigem Stand der Dinge personell zu teuer besetzt. Schließlich steht mit dem Ivorer Arthur Boka, der nach seiner Schulterverletzung wieder Anschluss im Training sucht, ein weiterer gut bezahlter Linksverteidiger im Kader. Daher will der VfB vermutlich abwarten, ob die Qualifikation für die Europa League gelingt. Steht diese am 8. Mai fest, wird man im Vivaldi ziemlich sicher auf eine erfolgreiche gemeinsame Zukunft anstoßen.

(STZ 22.4.10)

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