27. April 2010

Das Motto im Fall Cacau: Sag niemals nie

Christian Träsch will unbedingt der Erste sein. Also läuft er nach dem Schlusspfiff direkt auf Cacau (29) zu, um zu gratulieren. Der Zweite ist Sami Khedira, und dann folgen die anderen, bis hin zum Manager Horst Heldt. Cacau strahlt.

Er lässt sich von dem Maskottchen Fritzle im Huckepack in die Fankurve tragen, wo er begeistert empfangen wird. Zum Schluss schenkt er sein Trikot einem Rollstuhlfahrer im Innenraum des Stadions, ehe er als Letzter in der Kabine verschwindet. Wohl noch nie wurde ein Spieler so gefeiert, der gesagt hat, dass er den VfB verlässt. Oder bleibt Cacau doch noch?

Cacau vermisste Wertschätzung

Diese Frage wird nach dem 2:1-Sieg gegen Bayer Leverkusen auch Heldt gestellt, der versucht, ausweichend zu antworten. Das Ergebnis ist jedoch ziemlich eindeutig. “Cacau hat erst mal entschieden, dass es keine Gespräche mehr gibt, aber das bedeutet ja nicht, dass das endgültig ist”, sagt der Manager. So macht Heldt die Verhandlungstür wieder auf, die am 31. März geschlossen wurde, als Cacau erklärte, dass er das VfB-Angebot nicht annehmen wird.

Der Nationalstürmer vermisste in Stuttgart die Wertschätzung, auch in Form von Gehaltszahlen. Deshalb ist das nicht nur eine romantische Geschichte, sondern auch eine buchhalterisch nüchterne. Cacau will mehr verdienen als der VfB zu zahlen bereit ist – drei Millionen Euro gegen 2,2 Millionen. Das war der Stand bis Samstag. Die Fronten schienen verhärtet, aber plötzlich zeichnet sich in dieser Personalie eine spektakuläre Wende ab. “Man darf nie nie sagen”, sagt der Trainer Christian Gross, “vielleicht ist in dieser Sache das letzte Wort noch nicht gesprochen.”

Diese Sprachregelung gilt mittlerweile beim VfB – und das heißt aller Voraussicht nach dann, dass sich die Parteien schon in dieser Woche noch mal zusammensetzen, um auszuloten, ob es nicht doch eine Basis für die vom VfB in Aussicht gestellte Vertragsverlängerung bis 2013 gibt. An Cacau wird der Termin kaum scheitern.

Beiden Seiten fiele der Abschied schwer

Nachdem er am Mittwoch im StZ-Interview eine Einigung mit dem VfB noch ausgeschlossen hatte, klingt das jetzt viel moderater. Noch könne er nichts kommentieren, weil von der Vereinsführung aus noch nichts passiert sei, sagt Cacau – und fügt hinzu: “Aber wenn sich das ändert, würde ich mir das natürlich anhören. Denn dass ich gehe, habe ich gesagt, als ich dachte, ich hätte hier keine Zukunft mehr.”

Ganz offensichtlich ist es so, dass beiden Seiten der Abschied sehr schwer fallen würde. Cacau fühlt sich heimisch in Stuttgart – und der VfB weiß nicht erst seit den beiden Toren am Samstag gegen Leverkusen, was er an diesem Profi hat. “Es ist ja bekannt, dass wir ihn gerne gehalten hätten”, sagt Heldt.

Ob das doch noch gelingt, hängt davon ab, mit welchen Vorstellungen die Beteiligten das bevorstehende Gespräch aufnehmen. Dass der VfB das Grundgehalt von Cacau bis auf drei Millionen anhebt, ist unwahrscheinlich. Der finanzielle Spielraum ist begrenzt, da keine Zusatzeinnahmen aus der Champions League zu erwarten sind. Eher signalisiert der Club ein Entgegenkommen in der Prämienregelung und bei der Erfolgsbeteiligung, so dass das Risiko zum Teil auch bei dem Spieler liegen würde. Ungewiss ist, wie Cacau darauf reagiert.

VfB ist wieder im Rennen

Dass er überhaupt wieder offen für den VfB ist, zeigt jedoch erstens, dass er in seinen Forderungen womöglich doch nicht mehr so unnachgiebig ist. Zweitens dokumentiert es, dass er noch keinen neuen Verein gefunden hat, obwohl es Interessenten gibt. Dazu zählen die Blackburn Rovers und Espanyol Barcelona. Das sind allerdings keine Topadressen – im Gegensatz zum FC Sevilla, der aber abwarten will, wie die Saison endet und ob er dann einen Ersatz für einen seiner Angreifer benötigt.

Deshalb ist der VfB wieder im Rennen, zumal Cacau am Samstag gespürt hat, welchen Rückhalt er hier besitzt. Es war sein erstes Heimspiel seit dem 31. März – und die Fans haben ihn begrüßt. als ob der Bruch nie stattgefunden hätte. Als die Mannschaftsaufstellung verlesen wurde, gab es keinen einzigen Pfiff gegen Cacau.

Auch für den VfB hätte es Vorteile, wenn die Zusammenarbeit fortgesetzt wird. Denn die Nachfolgersuche ist schwierig. Kandidaten wie Adrian Ramos (Hertha BSC) und Albert Bunjaku (Nürnberg) sind mit Ablöse und Gage teurer als Cacau. Billigere Lösungen etwa mit einem unbekannteren Spieler aus Osteuropa bergen die Gefahr in sich, dass die Qualität nicht passt. “Cacau hat heute wieder Werbung in eigener Sache gemacht”, sagt Christian Gross.

(STZ 18.4.2010)

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17. April 2010

Die nächste Saison: Der VfB steht vor einem Umbruch

Category: Presse — Tags: , , , , , , , , , , , , , – Franky @ 05:01

Der 1:0-Sieg von Berlin ist zwar eine fußballerisch weitgehend fade Angelegenheit gewesen. Doch das Spiel förderte neben den drei wichtigen Punkten im Kampf um einen Europa-League-Platz auch einen interessanten Zukunftsaspekt zutage. Selten ist deutlicher geworden, auf welchen Positionen beim VfB Stuttgart der Schuh drückt: Dem Meister von 2007 fehlt es vor allem an der Durchsetzungskraft in der Offensive und im Spiel über die Außen, während die Abwehr erneut gut stand. Nur 16 Gegentore hat der VfB in 15 Bundesligaspielen unter dem Trainer Christian Gross zugelassen.

“Das Management arbeitet eifrig an der Zusammenstellung des Kaders für die neue Saison”, sagt Christian Gross, “aber jetzt ist nicht der Zeitpunkt, sich über Personalien zu äußern. Wir müssen erst diese Runde zu Ende spielen.” Klar ist allerdings, dass sich der Coach in die Planungen des Managers Horst Heldt mit einbringt. Öffentliche Äußerungen vermeidet Gross aber vor allem deshalb, weil er keinen seiner Profis verprellen will, indem er ihm nun schlechte Zukunftsaussichten bescheinigt.

Sicher ist bis jetzt, dass neben Jens Lehmann (Karriereende) auch Alexander Hleb (zurück nach Barcelona oder zu Manchester City?) und Ricardo Osorio (wohl zum FC Villarreal) sowie Cacau den Verein verlassen werden. Nachdem der Stürmer ursprünglich in der Bundesliga bleiben wollte, deutet jetzt vieles auf das Ausland hin. Der AC Mailand und der FC Sevilla sollen interessiert sein – wobei Cacau bei solchen Hochkarätern befürchten müsste, dass er nicht Stammspieler ist. Unabhängig davon steht der VfB vor einem Umbruch.

Der Torwart:

Der Plan sieht Sven Ulreich als Nummer eins vor. Allerdings will der VfB noch abwarten, wie schnell sich der Torhüter von seiner Verletzung (Bruch des Wadenbeinköpfchens) erholt. Dazu soll ein erfahrener Ersatz verpflichtet werden – wohl der Ex-Stuttgarter Marc Ziegler, der in Dortmund unter Vertrag steht. Das bedeutet, dass Alexander Stolz keine guten Perspektiven hat. Sofern es ein attraktives Angebot gibt, verlässt er den VfB – aber nicht zum Karlsruher SC, wie verschiedentlich spekuliert wurde. Dort spielt bereits Jean-François Kornetzky – und der hat in Ronny Zeller den gleichen Berater wie Stolz. “Ich würde nie zwei meiner Leute zu einem Club vermitteln, sonst hätte ich meinen Beruf verfehlt”, sagt Zeller.

Die Abwehr:

Da sind alle Spieler noch länger gebunden – außer Cristian Molinaro, der von Juventus Turin ausgeliehen ist. Allerdings besitzt der VfB ein Vorkaufsrecht, das nach StZ-Information jedoch am 30. April endet. Spätestens bis dahin muss der Club erklären, ob er die festgelegte Ablöse von vier Millionen Euro an Juve überweist. Wenn nicht, können andere Vereine mitbieten. Molinaro selbst will in Stuttgart bleiben. “Alles liegt am VfB”, sagt sein Berater Uli Ferber.

Das Mittelfeld:

Dass der Vertrag von Roberto Hilbert verlängert wird, ist unwahrscheinlich. Weil auch Hleb geht, gibt es Veränderungen auf den Außenbahnen. Der aus Wolfsburg zurückgeholte Christian Gentner könnte zwar die linke Seite besetzen, aber er spielt lieber in der defensiven Zentrale. Dort könnte auch ein Platz frei werden, wenn Sami Khedira abwandert. Die Gespräche mit ihm laufen, doch der VfB rechnet insgeheim inzwischen nicht mehr damit, dass Khedira vor der WM entscheidet, ob er seinen 2011 auslaufenden Vertrag verlängert oder nicht.

Der Angriff:

Kein Thema sind Kevin Kuranyi (FC Schalke), Paolo Guerrero (Hamburger SV), Miroslav Klose (FC Bayern) und Lukas Podolski (1. FC Köln), die sportlich oder finanziell nicht ins Konzept passen, im Gegensatz zu Adrian Ramos (Hertha BSC) und Albert Bunjaku (1. FC Nürnberg). “Ein Spieler wird sich immer damit befassen, wenn er von Nürnberg nach Stuttgart wechseln könnte”, sagt dessen Berater Karl Herzog. Womöglich greift aber auch eine andere Variante. Nach den positiven Erfahrungen mit Molinaro überlegt der VfB, ob er einen Stürmer ausleihen soll. Das hätte den Vorteil, dass der Club an eine größere Hausnummer herantreten könnte als bei einer Festverpflichtung. Die Spur würde dann ins Ausland führen.

(STZ 13.4.10)

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9. April 2010

Roberto Hilbert: Im Vertragspoker fehlt ihm das Ass

Category: Presse — Tags: , , , , , , , – Franky @ 11:00

Das Training ist beendet, und die Sonne lacht vom Himmel. Also lässt sich Roberto Hilbert vor dem Mittagessen kurz auf der Gartenbank hinter dem VfB-Spielertrakt nieder und knetet die roten Einlagen seiner Fußballstiefel. “Ich bin mit meiner Leistung vom Samstag zufrieden. Denn ich habe dem Trainer gezeigt, dass er sich auf mich verlassen kann”, sagt der 25-Jährige über seinen Auftritt beim 2:1-Sieg über Mönchengladbach.

ermutlich ist diese vertrauensbildende Maßnahme nicht das schlechteste gewesen, was dem Fußballprofi Roberto Hilbert aktuell passieren konnte. Denn es war zuletzt selten sonnig im Profidasein des gebürtigen Oberfranken. “Ich hatte in den vergangenen drei Jahren nicht immer eine leichte Zeit”, sagt Hilbert, der auch erst dreimal von Beginn an gespielt hat, seit Christian Gross VfB-Cheftrainer ist. In die Startelf gegen Gladbach war Hilbert nur gerückt, nachdem die Stammkraft im linken Mittelfeld, Alexander Hleb, verletzt abgewunken hatte. “Dem Trainer blieb ja fast nichts anderes übrig, als mich zu bringen”, sagt Hilbert – und schätzt seine Lage drei Monate vor seinem Vertragsende in Stuttgart damit ziemlich realistisch ein.

Hilbert würde gerne in Stuttgart bleiben

Allzu happige Forderungen wird sein Berater Roger Wittmann also kaum stellen, wenn er sich dieser Tage mit dem VfB-Manager Horst Heldt zum wiederholten Male bespricht, um die Chancen für eine gemeinsame Zukunft auszuloten. Zwar liegen Roberto Hilbert auch Anfragen von anderen Bundesligaclubs sowie von Erstligisten aus dem Ausland vor, zwar beteuert der Profi, dass er und seine Familie “sehr weltoffen” seien – dennoch ist bei dem Gespräch auf der Gartenbank zu spüren, dass das Fußballerherz des Roberto Hilbert weiterhin heftig für den Verein für Bewegungsspiele schlägt.

“Der VfB ist nicht irgendein Club in Deutschland, sondern eine erste Adresse”, sagt Hilbert, der im Sommer 2006 von der SpVgg Greuther Fürth kam. Dann ergänzt er: “Ich habe hier zweimal Champions League gespielt und einmal im Uefa-Cup, ich bin Nationalspieler geworden und deutscher Meister. Meine Frau und die drei Kinder fühlen sich in Stuttgart wohl.”

Auch für die Gegenseite ist Roberto Hilbert kein Irgendwer, hat sich die Anerkennung erarbeitet. “Wir haben nicht vergessen, was Roberto in der Vergangenheit für den Verein geleistet hat”, sagt Horst Heldt. Schließlich ist der 1,82 Meter große Rechtsfuß der einzige VfB-Akteur gewesen, der in der Meistersaison 2006/2007 sämtliche 34 Saisonspiele bestritten hat. Roberto Hilbert erzielte sieben Tore und wirbelte in seinem ersten Bundesligajahr auf dem rechten Flügel derart dynamisch , dass ihn das Fachmagazin “Kicker” zum “bester Spieler Außenbahn offensiv” kürte. Roberto Hilbert wurde Nationalspieler, zählte zu den Lieblingen des Meistertrainers Armin Veh – nur der Himmel schien für den Shootingstar die Grenze zu sein.

Gross will sich nicht einmischen

“Ich bin der Letzte, der nach Ausreden sucht. Ich hatte zwar unter einigen Verletzungen zu leiden – aber ich hatte auch ein Formtief”, sagt Hilbert, in dessen Profikarriere es spätestens 2008 erstmals abwärts ging. Sein letztes von bisher acht Länderspielen machte Hilbert im Februar 2008 in Wien beim 3:0 über Österreich. Beim VfB saß der trickreiche Jungstar nun immer häufiger auf der Bank. Und im April folgte letztlich eine Affäre, die Hilbert vielleicht gar die EM-Teilnahme 2008 gekostet hat: Bei einem Testspiel in Rutesheim trat Hilbert nach und beleidigte seinen Gegenspieler, einen Amateurkicker aus der Kreisliga B, obendrein noch ziemlich heftig. Mit dem Verdacht, er habe die Höhenluft nicht vertragen, muss der junge Hilbert, ein Freund opulenter Tätowierungen, seither leben.

“Ich lasse mir vieles vorwerfen. Aber wer behauptet, ich sei hochnäsig und arrogant, der kennt mich einfach nicht”, sagt Hilbert. Für seinen Aussetzer hat er sich bei dem Amateurspieler, beim Bundestrainer Joachim Löw sowie bei den VfB-Chefs entschuldigt. Was wird ihm die Zukunft bringen? Dass der Trainer Gross unlängst erklärte, er mische sich in die Verhandlungen um Hilberts Zukunft nicht ein, hält der 25-Jährige für “ein bisschen bedenklich” – Rückendeckung sieht anders aus. Dass der Nürnberger Albert Bunjaku, ein Konkurrent auf der Außenbahn, beim VfB gehandelt wird, hat Hilbert ebenso vernommen. Dagegen steht das Wort des Managers Heldt, die Tür sei für ihn keinesfalls zu. Also wird Hilbert abwarten, wann für ihn in Stuttgart mal wieder die Sonne scheint.

(STZ 8.4.10)

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11. Februar 2010

FC St. Pauli-KSC und 1. FC Nürnberg-VfB binnen gut 24 Stunden!

Ich wollte schon lange mal wieder nach St. Pauli, da auf mich das Millerntor und die Atomsphäre dort immer eine große Faszination ausüben. Aufgrund der oft kurzfristigen Spielansetzungen ist das aber nicht so einfach, schon gar nicht, wenn man, wie ich, möglichst auch deswegen kein VfB-Spiel verpassen möchte. Da die ersten Spieltage eines neuen Jahres immer “schon” im Dezember angesetzt werden, nahm ich diesen Spieltag ins Visier. Freitags St. Pauli gegen den KSC, Samstags den VfB beim Club. Da wir uns bei der letzten Aktion von Lidl mit Bahntickets eingedeckt haben und diese Freitags nicht gültig sind, fuhren wir schon am Donnerstag los. Erstes Hindernis war, dass ausgerechnet an diesem Donnerstag die SSB streikten und wir dadurch auf einen Fahrer zum Bahnhof angewiesen waren. Dies tat aber unserer Vorfreude keinen Abbruch und so bestiegen wir gegen halb zwölf den ICE Richtung Hamburg Altona. In Hamburg angekommen fuhren wir mit der U-Bahn zu Hagenbecks Tierpark, wo wir abgeholt wurden. Wir sind schon seit einigen Jahren mit einigen St. Paulianern gut befreundet, so konnten wir auch wieder bei Christel und Holger in Kaltenkirchen übernachten. Am Abend tranken wir dann gemütlich ein paar Bierchen, bekamen auch was zu essen und schauten uns zur Einstimmung auf den Freitag das St. Pauli-Aufstiegsvideo von 2007 an.

Am Freitag dann ließen wir den Tag spät und gemütlich anklingen und fuhren irgendwann mit der AKN-und S-Bahn nach Hamburg rein. Dort nahmen wir noch die U-Bahn und stiegen Feldstraße aus, um zum Millerntor zu pendeln. Gleich am Ausgang der Haltestelle traute ich meinen Augen und Ohren nicht, als ein sichtlich angetrunkener Badenser intonierte “St. Pauli und der KSC – Die Freundschaft”. Hab erst gedacht, ich bin im falschen Film, bis sich herausstellte, dass dies wohl eher einseitiges Wunschdenken war, und kein St. Pauli-Fan darauf reagierte. Weitere Vorkommnisse dieser Art hatte ich dann auch nicht mehr registriert. Insgesamt war alles friedlich. Ich muß auch herausstreichen, dass ich nicht zu dem Spiel gekommen bin, um die Gelbfüßler zu provozieren, sondern um mich möglichst mit dem FC St. Pauli über einen Sieg, und dadurch natürlich auch über eine Niederlage des KSC, zu freuen. So trug ich auch keine VfB-Utensilien zur Schau, man möchte ja schließlich auch nicht unbedingt für irgendwelche Tumulte verantwortlich sein. Vor dem Spiel tranken wir noch ein paar Astra im AFM-Container, um uns darin aufzuwärmen und holten uns die Stadionzeitung.

Wo doch im Süden der Republik an diesem Wochenende kurzzeitig der Frühling Einzug erhalten hat, herrschte im Norden noch Dauerfrost. Das Streusalz ist in ganz Hamburg knapp geworden, so dass die meisten Wege und Straßen vereist waren. Ich kann von Glück reden, dass ich kein einziges Mal auf dem Hosenboden saß, toi, toi, toi. Schließlich trafen wir dann beim Herausgehen noch Bekannte aus alten Zeiten, die nicht schlecht staunten, dass ich mich auch mal wieder am Millerntor blicken ließ. Danach ging es dann auch gleich zu unserem Platz in der Nordkurve. Das Stadion nimmt langsam Konturen an. Die neue Südtribüne hatte ich ja schon bei unserem Freundschaftsspiel vor Beginn der Saison 2008/2009 gesehen, jetzt saß ich auf der durch eine Rohrstahlkonstruktion erweiterten Nordtribüne, dafür wurde die Haupttribüne platt gemacht. Ich denke, wenn das Stadion mal fertig ist, wird es ein richtiges Schmuckkästchen sein. Als Nostalgiker fehlt mir aber, wie beim VfB ja auch, die alte Stadion-Gaststätte. Mit der neuen Location in der Südtribüne bin ich noch nicht so warm. Hab allerdings ja leider auch wenig Gelegenheiten mit ihr warm zu werden. :-)

Als wir die ersten Blicke ins weite Rund warfen, staunten wir zu allererst über den Rasen, der den Namen eigentlich nicht mehr verdient hatte. Ein Rübenacker war das. Es war ja geplant in der Woche vor dem Spiel einen neuen Rasen zu verlegen, was aber aufgrund der eisigen Temperaturen leider nicht möglich war. Doch wenigstens fand das Spiel statt, ein Ausfall hätte mich persönlich wirklich hart getroffen. St. Pauli, sehr gastfreundlich, legte dann zur Freude der höchstens 500 mitgereisten Badenser noch das KSC-Vereinslied auf. Dies nutzte ich dann, mir schnell noch ein Astra zu holen. Vor dem Einlauf der Mannschaften  folgte dann die St. Pauli-Hymne “Das Herz von St. Pauli”, wo natürlich die Stimmung sprunghaft anstieg und das Stadion in ein Meer von Wunderkerzen getaucht wurde. Der Einlauf selbst fand traditionell zu Hells Bells statt. Gänsehautatmosphäre schon zu Beginn.

Das Spiel begann rasant, St. Pauli hatte bereits nach wenigen Minuten durch Ebbers die Chance zur Führung. Kurz darauf eine Schrecksekunde, als Matthias Hain, der Torhüter, behandelt werden mußte, er konnte aber weiter spielen.

Für mich war beeindruckend, wie St. Pauli versuchte, von Beginn an, das Spiel an sich zu reißen. Spielerisch lag natürlich aufgrund der äußeren Bedingungen einiges im Argen, doch kämpferisch schaffte es St. Pauli schon zu Beginn dem KSC den Schneid abzukaufen. Klarere Torchancen blieben aber zunächst Mangelware. So resultierte das 1:0 aus der 24. Minute aus einem Freistoß. Rouwen Hennings hämmerte den Ball aus 30 Metern in die Maschen, Miller im KSC-Tor blieb chancenlos.

In der Folgezeit hatte St. Pauli Chancen zu erhöhen, vergab diese jedoch leichtfertig. Vom KSC war so gut wie nichts zu sehen, bis zur 40. Minute, als Naki den Ball vertändelte und Chrisantus, die Leihgabe vom HSV, diesen Fauxpas bestrafte. Doch St. Pauli, im Stile einer Spitzenmannschaft, zeigte sich nicht geschockt und erhöhte nur vier Minuten später nach Ozcipka-Flanke erneut durch Hennings auf 2:1. Mit diesem Resultat ging es in die Kabinen.

Nach der Pause mußten die Karlsruher Rabauken dann erst mal zündeln. Da der Wind günstig stand, nebelten sie nur sich selbst ein.

Auch nach der Pause hatte St. Pauli gute Chancen frühzeitig alles klar zu machen, nutzte sie jeoch nicht und bekam zu allem Überfluß nach Foul von Miller an Ebbers auch noch einen klaren Elfer verwährt.

Der KSC fand zwar fast nicht mehr statt, doch beim Stand von 2:1 muß man ja immer befürchten, noch ein dummes Gegentor zu kassieren. Gott sei Dank blieb den St. Pauli-Fans und auch mir dies erspart. Der FC St. Pauli gewann 2:1 und ist damit weiterhin auf Aufstiegskurs mit 7 Punkten Vorsprung auf den Dritten Augsburg.

Ich drücke St. Pauli die Daumen, dass sie es packen. Für mich ist es ein sehr sympathischer Verein mit tollen Fans, auch wenn ich weiß, dass viele VfBler ein Problem mit denen haben. Es mag daran liegen, dass ich gute Beziehungen und Freundschaften dort hin habe und jedes Mal sehr gut aufgenommen wurde. Außerdem übt auch Hamburg und dabei vor allem der Stadtteil St. Pauli mit den Landungsbrücken, dem Fischmarkt, den Kneipen etc, eben mit all seinen Facetten eine große Faszination auf mich aus und ist mit Abstand meine Lieblingsstadt in Deutschland, außer Stuttgart natürlich. ;-)

Nach dem Spiel ging es dann natürlich noch ein wenig auf den Kiez, allerdings nicht bis in die Puppen, zum einen war es äußerst kalt, andererseits mußten wir ja noch den letzten Zug nach Kaltenkirchen bekommen.

Am nächsten Morgen war erstmal ausschlafen angesagt. Nach einem ausgiebigen Frühstück wurden wir dann wieder nach Hamburg gebracht, wo um 12.01 unser ICE nach Nürnberg abfuhr. In sagenhaften 4 Stunden 23 Minuten  schaffte es dieser pünktlich in die Frankenmetropole. Dort wurden wir erstmal mit einem einfallsreichen “Stuttgarter Arschlöcher” empfangen, was meine Vorfreude auf einen Auswärtssieg auch nicht unbedingt schmälerte. Vom Bahnhof aus fuhren wir mit der U-Bahn Richtung Messe Nürnberg, wo nicht nur die Spielwarenmesse stattfand, sondern auch die VfB-Fanbusse parkten. Dort konnten wir unser Gepäck unterbringen und nach dem Spiel mit zurückfahren. Als wir dort ankamen, war die Freude erstmal riesig, dass alles so perfekt geklappt hat. Vor dem Abmarsch zum Stadion genehmigte ich mir zunächst einmal noch ein Hofbräu zur Feier des Tages. Dann ging es also los in Richtung Stadion, vom Parkplatz aus etwa 600 Meter Fußweg. Wie in Nürnberg üblich wird man dort als auswärtiger Fan ständig angepöbelt. Wenn man wie ich nicht auf Ärger aus ist, schaltet man eben auf Durchzug. Am Stadion folgten wir dann den Wegweisern zu unserem Block. Als wir dort um Einlaß baten, wurden wir umgehend zurückgewiesen. Aufgrund der großen Anzahl der Gästefans wurde der Gästebereich erweitert. Unser Block gehört normalerweise schon zum Nürnberger Revier, so mußten wir also umdrehen und doch wieder zum Gästeeingang. Darauf hätten sie auch von vornherein hinweisen bzw. beschildern können, aber soviel Flexibilität kann man wohl nicht überall erwarten. Dafür kamen wir durch den Einlaß schnell und ohne Probleme durch. Unsere Plätze, nah am durch eine Plexiglasscheibe getrennten Bereich der Nürnberger, waren eigentlich nicht schlecht. Einziges Manko wieder einmal, dass ich unseren Fanblock nur sehr schlecht im Blick hatte. Die Nürnberger boten dann noch eine kleine Choreo “Pro 15.30″ dar, bevor auch schon das Spiel, aufgrund des großen Zuschauerandrangs mit ein paar Minuten Verspätung, angepfiffen wurde.

Das Spiel begann rasant. Dem FCN merkte man an, dass sie durch den Auswärtssieg in Hannover vor Wochenfrist Selbstvertrauen getankt hatten. Die Verstärkungen aus der Winterpause, die Bayern-Leihgaben Ottl und Breno sowie der vom HSV gekommene Tavares spielten allesamt von Beginn an. Beim VfB mußten weiterhin Delpierre und Cacau passen, so dass die gleiche Mannschaft begann, wie beim 4:1 gegen Dortmund. Die erste Chance in der Anfangsphase hatte der Club, Charisteas köpfte jedoch über das Tor. Die Nürnberger waren aggressiv und bissig und versuchten dem VfB frühzeitig den Schneid abzukaufen. Der VfB wirkte in der Anfangsphase beeindruckt und verlor die Mehrzahl der Zweikämpfe. Christian Gross war damit ganz und gar nicht einverstanden und versuchte die Mannschaft von außen immer wieder anzutreiben. Allerdings standen die unseren hinten sehr gut und ließen keine nennenswerten Chancen der Franken zu. Dann fiel wie aus heiterem Himmel mit der ersten richtigen Torchance das 0:1 für den VfB. Khedira düpierte auf dem linken Flügel Andreas Wolf und paßte scharf in den Rücken der Abwehr. Die Nürnberger Innenverteidung konzentrierte sich eher auf Pavel Pogrebnjak im Zentrum und vergaß Timo Gebhart, der mitgelaufen war und aus halbrechter Position trocken ins rechte Toreck von ihm aus gesehen einnetzte. Riesen-Jubel natürlich bei uns im Block und den etwa 3.500 mitgereisten VfB-Fans.

In der Folgezeit ruhte sich der VfB ein wenig auf der Führung aus und brachte nach vorne nicht mehr viel zustande. Die Clubberer rackerten zwar, außer zu relativ ungefährlichen Distanzschüssen von Mintal und Eigler langte es bei ihnen aber auch nicht vor dem Wechsel. In der 42. Minute bei einem der wenigen Vorstöße des VfB hätte es sogar noch Elfmeter für uns geben können, als Diekmeier eine Flanke von Pogrebnjak mit der Hand abwehrte. Gab es aber nicht, so ging es mit der, zumindest aufgrund der Spielanteile, schmeichelhaften Führung in die Kabinen. Wir stärkten uns mit einer original Nürnberger Rostbratwurst, die jedoch leider an eine Stuttgarter Stadion-Rote nicht im entferntesten heranreichte.

Unmittelbar hatte Ciprian Marica, der an seine starken Leistungen der Vorwochen nicht anknüpfen konnte, die große Chance zum vorentscheidenden 2:0 auf dem Fuß, Raphael Schäfer hielt aber sein Team im Spiel. Es war die letzte Aktion von Marica, der, gelbverwarnt, für Kuzmanovic Platz machen mußte. So stellte Christian Gross also auf eine Spitze um, was ich nicht ganz verstand. Gebhart hatte in der 55. Minute zwar aus ähnlicher Position wie zuvor Marica noch das 2:0 auf dem Fuß, fand aber auch in Schäfer seinen Meister. Jedoch verlagerte sich das Spiel in dieser Phase mehr und mehr in unsere Hälfte. Schließlich rächte sich die Passivität des VfB. Der Schweizer Bunjaku, an dem angeblich der VfB interessiert sein soll, düpierte Celozzi, der in dieser Situation nicht gut aussah, und zog ab. Auch Lehmann machte keine gute Figur, kam der Ball doch direkt auf ihn zugeflogen. Auf diesen vermeintlich haltbaren Ball nach dem Spiel angesprochen, beschwerte sich Lehmann über die neuen, immer unberechenbareren Bälle, und betonte, dass er aufgrund dieser weiteren Fortschritte der Sportgerätehersteller froh wäre, dass er sich im Herbst seiner Karriere befände. Nach dem Ausgleich drängten die unermüdlichen Nürnberger auf mehr, waren aber letztendlich zu harmlos bzw. die VfB-Abwehr war auf der Höhe. Lediglich Bunjakus Flanke, die an Freund und Feind vorbei durch den 5-Meter-Raum flog, brachte Gefahr, nachdem er einmal mehr Celozzi düpierte. Der VfB fand nun langsam den Faden wieder. Erster “Warnschuß” für die Nürnberger war ein Kopfball von Pogrebnjak in der 73. Minute. Vier Minuten später kam es nach einem Foul von Gebhart an Tavares zur Rudelbildung. Wie einst im Mai in Berlin eilte auch Schäfer aus seinem Kasten und forderte vehement eine Karte. Die hätte er selbst bekommen müssen, was hat der Kasper auch 40 Meter vor seinem Tor verloren. Wenn es gegen den VfB geht, erweckt der immer den Eindruck, uns besonders zu hassen, weil er seiner Ansicht nach ungerecht behandelt wurde in Stuttgart. Dabei sollte er sich zuerst mal an die eigene Nase fassen, mit Leistung hätte er sich schließlich ein Standing erarbeiten können. Lehmann war ja auch nicht Everybodies Darling, als er beim VfB anheuerte, überzeugte aber als sicherer Rückhalt. Die Leistung blieb aber während seiner ganzen Zeit beim VfB aus, stattdessen leistete er sich einen Bock nach dem nächsten und verschuldete während seines Wirkens einige deftige Niederlagen. Seine Misere begann schon im ersten Spiel vor heimischem Publikum, beim Liga-Pokal gegen die Bayern, als er sich einen Ball aus gut 25 Metern von Ribery fast selbst ins Netz legte. In schlechter Erinnerung sind mir auch noch besonders die 1:4 Auswärtsklatsche in Hamburg, als er wie ein Troll durch den Strafraum irrte und sein “Abschiedsspiel” in Wolfsburg, als wir 0:4 verloren. Dabei nahm das Unheil seinen Lauf, als Schäfer einen Fernschuß vor die Füße eines Wolfsburgers nur abklatschte, der nur noch einschieben brauchte.  Bei diesen beiden und noch viel mehr deftigen Niederlagen waren wir dabei. Doch Schäfer fühlt sich nach wie vor ungerecht behandelt und tritt in jedem Interview, in dem seine Stuttgarter Zeit zur Sprache kommt, verbal nach. Ich war heilfroh, als dieses Kapitel beim VfB endlich beendet war. Für mich war er ein Hampelmann im Tor und der schlechteste VfB-Torwart seit Rene Deck. Versüßt wurde Schäfer seine “Leidenszeit” beim VfB im übrigen mit etwa 2 Millionen Euro Jahresgehalt und einer sicher stattlichen Abfindung.

In dieser Szene erhielten dann lediglich Gebhart und Breno die gelbe Karte, Schäfer wurder verschont. Danach hatte man den Eindruck, dass beide Teams mit dem Remis nicht zufrieden waren, es gab Chancen hüben wie drüben. Doch der VfB hatte erfreulicherweise das bessere Ende für sich. Nürnberg ließ sich im eigenen Stadion auskontern. Wieder lief der Konter über den überragenden Kapitän Sami Khedira, diesmal von rechts kommende. Er paßte erneut scharf herein, Pogrebnjak ließ klug durch und Hilbert kam vor dem sich verspekulierenden Schäfer an den Ball und netzte ein. Jetzt war natürlich weder auf der VfB-Bank noch im Gästebereich des Easy-Credit-Stadions ein Halten mehr. Grenzenloser Jubel brandete auf, als die Mannschaft in Kurve kam, um den Ex-Fürther Roberto Hilbert zu feiern.

Schäfer reklamierte daraufhin, keine Ahnung, was er gesehen haben möchte, das Tor war absolut regulär. Er sah die gelbe Karte, welche nach dem vorigen Vergehen gelb-rot hätte sein müssen. Der Club wirkte jetzt geschockt und der VfB hätte den Sack zumachen müssen. Tasci traf innerhalb weniger Sekunden bei einem Gestochere im Nürnberger Strafraum zwei Mal nur den Pfosten. Nach dieser Aktion verließ Schäfer wie von der Tarantel gestochen sein Gehäuse und wechselte sich selbst aus. Der Abgang, bei dem er sich noch ein Wortgefecht mit unserem Trainer Christian Gross lieferte, verstärkte meinen Eindruck, dass dieser Typ nicht ganz bachen ist. Gut, hinterher stellte sich heraus, dass er sich bei Tascis Chancen eine offene Rißwunde zuzog. Tasci konnte man dabei allerdings keine Schuld unterstellen. Egal, dieses Kasperle-Theater brachte weitere wertvolle Sekunden und wenig später war Schluß. Der VfB gewann also auch das vierte Rückrundenspiel und festigte den 10. Tabellenplatz. Mit dem Abstieg werden wir aller Voraussicht nach nichts mehr zu tun haben, im Gegenteil, wer weiß, was noch möglich ist, wenn die Leistung konserviert werden kann. Auch wenn das Spiel insgesamt sicher das schwächste war unter der Leitung von Christian Gross, merkt man, wie konzentriert gearbeitet wird. Die Spielzüge und die Laufbereitschaft der Mannschaft machen Hoffnung auf mehr. Die Mannschaft versucht umzusetzen, was der Trainer vorgibt, nämlich auch in kritischen Situationen konzentriert nach vorne zu spielen, und das klappt immer besser. Ein Sieg am kommenden Samstag gegen den HSV würde, vor allem auch in Bezug der nahenden Begegnung gegen den FC Barcelona, noch mehr Sicherheit und Selbstvertrauen geben und wäre daher sehr wichtig. Und es könnte der Abstand zu den Plätzen 4 und 5 weiter verringert werden. Selbst diese scheinen nicht mehr außer Reichweite zu sein. Doch das Credo von Gross, von Spiel zu Spiel zu denken, ist nach dieser verkorksten Vorrunde sicher nicht das schlechteste. Ich persönlich verlange auch keinen internationalen Startplatz für die nächste Saison. Würde das Team ihn erreichen, sprechen wir wieder von einer tollen Aufholjagd. Wird er verpaßt, würde ich diesem Umstand auch etwas positives abgewinnen können. Die Doppelbelastung, mit der wir selten gut zurecht gekommen sind, fiele weg. Dann wäre unter Umständen eine grandiose Saison in der Bundesliga möglich, siehe Leverkusen in dieser Saison.

Nachdem wir die Mannschaft gebührend gefeiert und verabschiedet hatten, lieferten wir uns noch einige Wortgefechte mit enttäuschten Nürnbergern. Nach dem dort einmal mehr erlebten Gepöbele, hätte ich auch nichts dagegen, der Club würde wieder absteigen, schaun mer mal wie es kommt. Wenn sie die Leistung vom Samstag in der Rückrunde weiter bringen, denke ich aber, dass sie die notwendigen Siege zum Klassenerhalt einfahren werden. Der VfB war cleverer und in den entscheidenden Momenten hellwach. Gegen die meisten anderen Bundesligamannschaften hätte es für die Nürnberger wohl zu einem Sieg gereicht.

Wir liefen dann im Pulk feiernder VfBler zurück zum Bus, wo wir die letzte Station unseres “verlängerten” Wochenendtrips antraten. Mit dem RWS Berkheim fuhren wir mit nach Esslingen-Berkheim, wo ich bereits am Mitwoch mein Auto abgestellt hatte. Logistisch einwandfrei gelaufen. :-) Im Bus wurde dann mit Wulle-Bier und Stuttgarter Hofbräu noch das Spiel analysiert und der Sieg gefeiert, Anita trank nichts, sie mußte mich schließlich noch heimfahren.

Alles in allem also ein sehr gelungenes Wochenende. Ich kam richtig euphorisiert zurück und freue mich auf die nächsten Spiele. Dem FC St. Pauli drücke ich für das Heimspiel gegen den FSV Frankfurt die Daumen und hoffe, dass sie dem Aufstieg wieder ein Stück näher kommen und dem VfB natürlich gegen den HSV einen Tag später. Eine Woche später sind wir dann in Kölle, wo seit gestern sicher auch der Baum brennt. :-) . Ziel dann: nach Freiburg und Nürnberg den dritten Auswärtssieg in Folge, denn “AUSWÄRTS SIEGEN IST SCHÖN”.

Bilder und Bericht vom HSV-Spiel möglicherweise am Sonntag, wenn die Party, auf der wir am Samstag sind, nicht ganz so heftig wird. Ich wünsche Euch was und bis bald

Euer Franky

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