14. April 2017

Bereit für den Endspurt?

Seit längerer Zeit, genauer gesagt seit der Schmach von Fürth, melde ich mich auch mal wieder auf meinem Blog zu Wort. Nicht, weil es über den VfB nichts zu schreiben gäbe, sondern schlicht und einfach darin begründet, dass einem als Allesfahrer entweder die Zeit und nach Sonntags- und Montagsspielen unter der Woche manchmal auch der Kopf zum Schreiben fehlt.

Wenn man dann außerdem noch auf die Idee kommt, unsere Amateure in Elversberg oder gegen Lautern II im Schlienz-Stadion zu unterstützen und samstags einen Ausflug in die Ortenau zu unternehmen, um das Oberligaspiel zwischen dem SSV Reutlingen beim Offenburger FV anzuschauen, kann sich jedermann leicht ausmalen, dass irgendetwas auf der Strecke bleibt.

Was ist passiert seither? Nach der Länderspielpause gelang die Rehabilitation für das Hinspiel-Debakel gegen Dynamo Dresden nur bedingt, auch wenn man als moralischer Sieger aus dieser Partie hervorging. Im Anschluss an das Fürth-Spiel äußerte ich die Hoffnung, dass nach der Pause (endlich) die Stunde von Ebenezer Ofori schlagen könnte oder auch müsste.

Dies bewahrheitete sich, er feierte ein ordentliches Debüt, auch wenn die Abstimmung mit seinen Mitspielern in der einen oder anderen Szene noch fehlte. Dass er eine gute Ballbehandlung hat und ein weiterer Stabilisator im VfB-Spiel werden könnte, deutete er aber schon an.

Als die Gewinner der Länderspielpause, in der der VfB zwei Testspiele bestritt, galten vermeintlich Tobias Werner und Alexandru Maxim. Wie sich dann aber, als der Spielbetrieb wieder aufgenommen wurden, herausstellte, waren sie in den Tests doch mehr Lückenbüßer für die bei ihren Nationalmannschaften verweilenden VfB-Spieler, denn Hoffnungsträger für die restlichen Zweitligaspiele.

In Degerloch trafen während der Pause Timo Baumgartl und Carlos Mané mit ihren U21-Nationalmannschaften aufeinander. Auf diesen Kick verzichtete ich kurzfristig dann doch, weil es einerseits um nichts ging und andererseits solche Tests meist in Wechselarien ausarten, wo jeglicher Spielfluss auf der Strecke bleibt. Carlos Mané spielte dabei im Team mit der reiferen Spielanlage und gewann 1:0, während Timo Baumgartl nur in der zweiten Halbzeit ran durfte, sehr nervös wirkte und den einen oder anderen groben Schnitzer in sein Repertoire einbaute.

Vor dem Dresden-Spiel gab es dann die mit Spannung erwartete Jubiläums-Choreographie vom Commando Cannstatt 1997. Herzlichen Glückwunsch auch an dieser Stelle für 20 Jahre Emotionen, Hingabe, Einsatz und Support für unseren VfB Stuttgart.

Im ausverkauften Neckarstadion und im Beisein von etwa 8.000 Dresdnern erwischte der VfB eine rabenschwarze erste halbe Stunde. Mit einem lupenreinen Hattrick brachte die Nürnberger Leihgabe Stefan Kutschke die eigentlich Gelb-Schwarzen, die dieses Mal in weinroten Jerseys angetreten waren, schnell mit 0:3 in Führung.

Das Abwehrverhalten bei allen Toren, bis hin zum von Mitch Langerak verschuldeten Foulelfmeter trieb einem Sorgenfalten auf die Stirn und machte auch ein Stück weit wütend. Dass der Schiedsrichter den Lauf der Dynamos begünstigte, geschenkt, würden sich die Fehlentscheidungen zu Ungunsten des VfB nicht von Spiel zu Spiel fortsetzen. Vor dem 0:2 hätte es Elfmeter für den VfB geben müssen, zu allem Überfluss erhielt Simon Terodde für eine vermeintliche Schwalbe seine vierte gelbe Karte, obwohl er sich keineswegs fallen ließ und so mancher Schiedsrichter auf Elfmeter für den VfB entschieden hätte.

Weshalb der VfB nicht wenigstens gegen die gelbe Karte Protest eingelegt hat, erschloss sich mir nicht. Terodde gilt derzeit als die Lebensversicherung des VfB, so dass eine Sperre, die aus seiner nächsten gelben Karte resultieren würde, schmerzhaft wäre und mit schlimmstenfalls den Aufstieg kosten könnte. Bemerkenswert war in dieser Phase, in der dem VfB überhaupt nichts gelang, wie sehr das Publikum hinter dem Team stand und dass es zu so gut wie keinen Unmutsbekundungen kam. Im Gegenteil, die Mannschaft, der man das Bemühen nicht absprechen konnte, wurde vehement und lautstark nach vorne getrieben.

Eben jener Simon Terodde war es dann auch, der ein erstes (zählbares) Lebenszeichen vom VfB aussendete. Nach einem klasse Zuspiel von Carlos Mané vollendete er in Mittelstürmerposition und -manier zum Halbzeitstand von 1:3. Emiliano Insúa erhöhte eine Viertelstunde vor Schluss mit seinem allerersten Tor für den VfB sehenswert zum 2:3, ehe Terodde in der 94. Minute vom Elfmeterpunkt aus schließlich für den viel umjubelten Ausgleich sorgte.

Dass Mané schon eine ganze Weile nicht mehr rund lief sah man da bereits, dennoch hinderte es ihn nicht daran, diesen so wichtigen Elfmeter herauszuholen. Ausgerechnet der Ex-VfBler Philip Heise bot Mané (aus alter Verbundenheit?) sein Bein an, worüber dieser dankend fiel.

Wie Simon Terodde nach 94 kraftraubenden Minuten die Nerven behielt und Keeper Schwäbe keine Chance ließ war bemerkenswert und ist nicht hoch genug zu bewerten. Das ist das Holz, aus dem Führungsspieler geschnitzt sind, dafür braucht es keine Binde.

So stand am Ende eines stimmungsvollen und bemerkenswerten Spiels das 3:3 und bedröppelte Dresdner, die sich lange wie die sicheren Sieger fühlten.

Wenn Blicke töten könnten, wäre ich wohl nicht mehr auf dieser Welt. Als ein paar Dresdner unseren Haupttribünen-Block verließen, sagte ich in einer Lautstärke, die sie mitbekamen, „endlich sind die da drüben mal ruhig“, was sie ja durchaus auch als Kompliment hätten auffassen können.

Selten habe ich einen lauteren Gästeblock im Neckarstadion erlebt. Da zudem alles friedlich blieb, die Polizei zufrieden war und selbst die Dresdner Fanbetreuung sich lobend über das Sicherheitskonzept der Stuttgarter geäußert hat, könnte man von einem rundum gelungenen Fußballnachmittag sprechen.

Wäre da nicht die schwere Knieverletzung von Carlos Mané gewesen: Der Portugiese wird rund fünf Monate ausfallen und möglicherweise überhaupt kein Spiel mehr für den VfB bestreiten, sollte ihn sein Stammverein Sporting Lissabon bereits im kommenden Sommer zurückfordern.

Am Ende stand ein Punktgewinn, mit dem man aufgrund des Ergebnis-Verlaufes zufrieden sein musste. Ich schreibe bewusst nicht „Spielverlauf“, denn, bei einem Chancenverhältnis von 8:3 (lt. kicker.de) und allein vier Aluminiumtreffern wäre auch deutlich mehr drin gewesen.

Nur drei Tage nach dem emotionalen Spiel gegen Dynamo Dresden musste der VfB zum wiedererstarkten TSV 1860 München reisen, während der Gegner von der DFL zwei Tage länger Zeit zur Regeneration und für die Vorbereitung genehmigt bekam.

Nach nun schon vier Spielen in Serie ohne dreifachen Punktgewinn zählte in der Arroganz-Arena zur ungewohnten Anstoßzeit mittwochs um 17.30 Uhr eigentlich nur der Sieg. Trotz dieser arbeitnehmerunfreundlichen Ansetzung fanden sich knapp 15.000 VfB-Fans im Schlauchboot, wo man bislang fast nur Niederlagen zu sehen bekam, ein.

Da man in diesem auf der grünen Wiese von Fröttmaning gebauten Stadion gut rund herum laufen und durch die eine oder andere Luke auch gut fotografieren kann, nahm ich zum allerersten Mal in dieser Saison einen Stehplatz im Gästebereich. Während man bei Gastspielen bei den Münchner Bayern im Oberrang eingepfercht wird und lediglich Paulaner light ausgeschenkt wird, konnten wir bei den 60ern erstmals ein Spiel in diesem Schlauchboot vom Unterrang aus und bei Vollbier verfolgen.

Mit dem dringend benötigten Sieg wurde es zwar wieder nichts und doch durfte sich der VfB auch nach diesem Spiel als moralischer Sieger fühlen, weil Marcin Kamiński in der Nachspielzeit den Ausgleich erzielte.

Vom Spiel selbst war ich maßlos enttäuscht, so dass es dieses Mal fast schon ein Nachteil war, so nah dran zu sein. Nach gütiger Mitarbeit unserer Defensivabteilung erzielte der 60er-Neuzugang Lacazette die Führung, auf der sich die Löwen 70 Minuten lang ausruhten. Dabei stellte sich der VfB beim Gegentor einfach nur dämlich an, weil keiner, nachdem Lacazette die Kugel schon verstolpert hatte, sich zuständig fühlte, den Ball aus der Gefahrenzone zu dreschen. Dennoch musste man wieder, trotz des Bettelns um dieses Gegentor, konstatieren, dass das Tor aus einer Abseitsposition heraus erzielt wurde, der VfB also einmal mehr benachteiligt wurde.

Der VfB hatte zwar Ballbesitz fast schon „bayern-like“, fand jedoch keine Mittel, die beiden Fünferketten der 60er ernsthaft in Gefahr zu bringen. Sämtliche Offensivspieler, namentlich Julian Green, Takuma Asano und Christian Gentner waren Totalausfälle, so dass Überraschungsmomente Mangelware waren und Simon Terodde völlig in der Luft hing. In einem Spiel so gut wie ohne Torchancen wären Standardsituationen ein probates Mittel gewesen, doch, wenn diesen stets das Timing fehlt und kein Anderer die Verantwortung übernimmt und den glücklosen Anto Grgić erlöst, beraubt man sich auch dieser Möglichkeit. So hieß es bei einem Gegner, der zuvor immerhin zwei Siege in Folge einfuhr, sich mit diesem Pünktchen zufrieden zu geben und auf den Befreiungsschlag weiter zu warten.

Während und nach dem Spiel bei den Münchner Löwen hörte ich erstmals in der Zeit seines Wirkens lautere Stimmen gegen unseren Trainer Hannes Wolf. Hauptkritikpunkt war die neuerliche Nichtberücksichtigung von Alexandru Maxim und dass Wolf Spieler auf falschen Positionen einsetze und zu viel experimentiere.

Mein Vertrauen in Hannes Wolf ist hingegen grenzenlos, so dass ich notfalls auch nach einem verpassten Aufstieg an Schindelmeisers Stelle an ihm festhalten würde. Ich sehe derzeit vieles nicht ganz so negativ wie viele andere. Wir sind noch immer mitten im Umbruch und im Aufbau einer Mannschaft, die durchaus Hoffnungen für die Zukunft weckt. Punktuell verstärkt kann diese Mannschaft meiner Meinung nach im Falle des Aufstiegs eine gute Rolle in der Bundesliga spielen und wird spielerisch häufiger und leichter glänzen als zur Zeit in der 2. Liga. In der Bundesliga wären wir einer von vielen, zu Beginn gar Außenseiter, so dass sich kaum ein Team gegen uns derart hinten reinstellen wird wie jeder Gegner in dieser 2. Liga. Dieses Stahlbad muss eine junge Truppe erst einmal überstehen und wird, im Fall des Aufstiegs, ganz sicher gestärkt daraus hervorgehen.

Darüber hinaus hat Jan Schindelmeiser in der kurzen Zeit seines Wirkens ein Händchen dafür bewiesen, erschwingliche Jungs, die die Qualität spürbar anheben, mit kreativen Vertragsgestaltungen an den Neckar zu lotsen.

Ein paar Bekannte, mit denen ich mich nach dem Spiel bei den Löwen unterhalten habe, waren tatsächlich der Auffassung, dass, sollten wir aus den Aufstiegsrängen herausrutschen, ein neuer Akzent in Form eines Trainerwechsels gesetzt werden müsse. Auf meine Gegenfrage, wer es denn jetzt noch besser machen würde, hörte ich nur, wenn überhaupt, egal, „mit dieser Mannschaft MUSS man einfach aufsteigen“.

Ich sehe das konträr. Die Voraussetzungen sind zwar gegeben, Übermannschaften sind unsere Konkurrenten nicht und doch hat es Hannes Wolf mit vorwiegend jungen Menschen, die Formschwankungen unterliegen, zu tun.

Wenn sich dann noch während kleinerer Krisen die vermeintlichen Führungsspieler wegducken, weil sie schon genug mit sich selbst zu tun haben, wenn jeder Gegner nur aufs zerstören aus ist, wenn die Schiedsrichter die harte Gangart einiger Teams und taktische Fouls (zu jedem Zeitpunkt, auch in der 1. Minute und nicht nur weit in der 2. Halbzeit) nicht regelkonform ahnden, ergibt das eine Mixtur, die jedes Spiel extrem intensiv und schwierig werden lässt.

Hannes Wolf wird in den gut 200 Tagen, wo er nun beim VfB ist, mehr gelernt haben, als insgesamt während seiner doch schon einige Jahre andauernden Trainerkarriere. Die Öffentlichkeit und auch die Fans hinterfragen jeden Furz und Feuerstein, während Wolf die Dinge moderieren und Fragen auch offen lassen muss. Zum Thema Großkreutz hätten Schindelmeiser und er sicherlich mehr zu sagen gehabt, um die Entscheidung des Vereins plausibel und für alle nachvollziehbar zu erklären, die lange währende Nichtberücksichtigung von Alexandru Maxim wird ebenso seine Gründe haben, die man der Öffentlichkeit vorenthält, um den Spieler zu schützen und ihn nicht vollends zu demontieren.

Wolf ist für mich nach wie vor eine große Trainerhoffnung im deutschen Fußball und für den VfB erst recht, daher vertraue ich ihm voll und ganz, dass er alles dafür tun wird, das Beste für unseren VfB herauszuholen. Persönlich habe ich keine Lust mehr auf ständige Trainerwechsel und auf eines der bekannten Gesichter des Trainerkarussells, das zwar kurzfristig einen Effekt versprechen würde, der jedoch schnell wieder verpufft wäre und wir diesen für Jahre an der Backe hätten. Dass uns das Reagieren nach den „Gesetzen des Fußballs“ dort hin gebracht hat, wo wir momentan stehen, sollte wohl jedem klar sein.

Nach dem nunmehr fünften sieglosen Spiel in Folge stand der VfB beim Derby gegen unsere „Freunde“ aus Ostfrankreich gehörig unter Druck. Deren Anhänger hatten das Spiel bereits im Vorfeld als Krieg deklariert und meinten das durchaus ernst, wenn man sich ihr martialisches Auftreten während der gesamten 90 Minuten (und auch noch nach dem Schlusspfiff) vor Augen führt.

Außerhalb des Stadions funktionierte die Fantrennung perfekt, wie schon beim Hinspiel im Wildpark sorgte die schwer bewaffnete Ordnungsmacht für bestmögliche Sicherheit bei der An- und Abreise der knapp 60.000 Schlachtenbummler.

So sehr ein echtes Derby das Salz in der Suppe in einem bisweilen zum Einheitsbrei mutierenden Liga-Alltag darstellt, möchte ich Vorkommnisse wie 2009 auswärts im Wildpark erlebt, als sich bürgerkriegsähnliche Szenen beim Verlassen des Stadions abspielten, nicht mehr haben.

Es hat ja jeder Verein so seine Chaoten, kaum einer aber in der Vielzahl wie die Gelbfüßler. Sorgten sie beim letzten Abstieg in die 3. Liga gegen Jahn Regensburg schon für einen Eklat, als sie Spieler und die eigene Geschäftsstelle angriffen, stand das Spiel am Sonntag nach dem Abschießen von Feuerwerksraketen aufs Spielfeld kurz vor dem Abbruch.

Ich bin ja bekennender Verfechter von kontrolliertem Abbrennen von Pyrotechnik, jedoch nur dann, wenn das Material im Block bleibt und keine Böller, die schwerste Knalltraumata für Umstehende verursachen können, gezündet werden.

Was der schwarze (vermummte) Block der Karlsruher abzog, war gemeingefährlich und asozial. Da der letzte Abstieg des KSC seinen Anhang nicht zur Besinnung brachte, keine Selbstreinigung in der Fanszene stattfand und der Verein seine Pappenheimer offensichtlich nicht in den Griff bekommt, hätte ich nichts dagegen einzuwenden, würde dieser Verein zunächst einmal völlig von der Bildfläche verschwinden.

Seine „Fans“ arbeiten mit Hochdruck daran, indem sie ihrem ohnehin schon finanziell klammen Herzensclub Bärendienst um Bärendienst erweisen und möglicherweise, da vorbestraft, dem KSC nun ein Geisterspiel beschert haben. Der Verein muss sich diese zusätzlichen Kosten sprichwörtlich am Kader absparen, während der anstehende Stadionneubau sein Übriges tun könnte, dem KSC die Luft zum Atmen zu nehmen. Viel Spaß in und mit der 3. Liga kann man da nur wünschen!

Umso erfreulicher war es dann, dass der VfB den Bock endlich umstoßen und mit zwei Asano-Toren den zweiten Derbysieg der Saison einfahren konnte, während der KSC bereits acht Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz hat und für die 3. Liga planen kann.

Unseren Ultras verlangte es alles ab, dass zwischen dem Jubiläums-Heimspiel und dem Derby im Neckarstadion nur sieben Tage lagen. Auch vor dem Derby zauberten unsere Hardcore-Fans eine gigantische Choreo in die Cannstatter Kurve, dieses Mal, wen wundert’s, mit Bezug auf die Feindschaft zum Gegenüber. „Den Fächer fürs Gesindel – das Zepter für uns“ lautete das Motto und war perfekter Auftakt für den Saisonhöhepunkt, den das Derby für viele Fans darstellt.

„Wir steigen auf, wir steigen auf, wir steigen auf und ihr steigt ab“ hallte es durchs weite Rund. Schadenfreude ist doch irgendwie die schönste Freude, auch wenn dieser Sieg natürlich in erster Linie für uns selbst wichtig war.

Damit hat der VfB die Tabellenführung zurückerobert und doch ist noch nichts gewonnen. Es geht verdammt eng zu oben, weil sich (noch) keiner eine länger währende Krise nimmt und auf der anderen Seite auch kein Team oben steht, das souverän von Sieg zu Sieg eilt. Daher steigt der Druck unaufhörlich an, weil bei noch sechs ausstehenden Spielen Ausrutscher kaum mehr wettzumachen sind. Inwieweit die junge Mannschaft diesem standhält und daran wächst, wird sich erweisen.

Das Spiel gegen den KSC hatte der VfB ohne zu glänzen weitestgehend unter Kontrolle und man ließ nur wenige Torchancen des Gegners zu. Das spricht jedoch weniger für die Stärke vom VfB als für die Schwäche des seit diesem Spieltag abgeschlagenen Schlusslichts. Einzig, als wegen der von den Karlsruher Chaoten verursachten Verzögerungen drei Minuten Nachspielzeit in der ersten Halbzeit anstanden, hatte man den Eindruck, auf 48 Minuten sei der VfB nicht eingestellt gewesen. Was sich in diesen Minuten vor der Pause abspielte, war paradox. Das gesamte Team wirkte auf einmal, als habe es Blei in den Beinen, stand zu weit vom Gegner weg und ließ diesen gewähren. Nur der Karlsruher Ungefährlichkeit geschuldet, hat sich dieses kollektive Abschalten nicht gerächt.

Erfreulich im Spiel war, dass der VfB defensiv gefestigter wirkte als zuletzt und die Absicherung der letzten Zone des Spielfelds gut funktioniert hat. Es war gefühlt immer einer da, der den letzten Pass abgelaufen hat, so dass man bei frühsommerlichen Temperaturen einen beruhigten Nachmittag verleben konnte.

Lichtblicke beim VfB waren Benjamin Pavard, der immer stärker aufspielende Insúa, bis zu seiner Auswechslung Ofori sowie Alexandru Maxim, dem man die Freude anmerkte, wieder mitwirken zu dürfen. Nach dem Ausfall von Carlos Mané ist Maxim schon so etwas wie DER Hoffnungsträger in Sachen Kreativität. Ihm fehlte zwar in vielen Situationen die Genauigkeit, was jedoch seiner fehlenden Spielpraxis geschuldet gewesen sein dürfte. Man merkte ihm an, dass seine Füße oft nicht das taten, was der Kopf vor hatte. Die Standards schlug er gefährlicher vors Tor wie zuletzt Anto Grgić, zudem ist er ein Spieler, der immer für ein Überraschungsmoment gut ist, so dass er gerade nach Manés Ausfall noch sehr wertvoll für den VfB werden könnte.

So war er an der Entstehung von beiden Toren beteiligt und hat damit einen großen Anteil am Sieg. Was Maxim angeht, freue ich mich, wenn ich ihn so spielen sehe wie am Sonntag, respektiere es aber auch, wenn er nicht aufgestellt wird. Kein Spieler ist größer als der Verein, dass sich Maxim bei etlichen Trainern nicht durchsetzen konnte, wird schon seine Gründe haben.

Ich bin gespannt, ob Maxim jetzt in Selbstzufriedenheit verfällt und sich in Sicherheit wiegt, nach einem ordentlichen Spiel schon wieder Stammspieler zu sein, oder ob er bereit ist, sich noch einmal sechs Wochen lang zu schinden und sich jeden Einsatz aufs Neue zu verdienen.

Am Ostermontag heißt der nächste Gegner unseres VfB dann Arminia Bielefeld. Seit der Entlassung von Jürgen Kramny fuhren die Ostwestfalen drei Siege und ein Remis ein und sind auf dem besten Wege, dem Abstieg von der Schippe zu springen. Schon an dieser Statistik lässt sich ablesen, dass auch dort der Weg kein leichter sein wird. Weshalb man uns für dieses nicht unbedingt Spitzenspiel ein weiteres Montagsspiel aufs Auge gedrückt hat, verstehe wer will, ich nehm’s sarkastisch und pragmatisch und erfreue mich daran, dass es wegen des Feiertags „nur“ einen Tag Urlaub kostet.

Im Vergleich zum letzten Auswärtsspiel bei den Münchner Löwen sollte der VfB von Beginn an im Defensivverbund konzentriert zu Werke gehen und leichte Fehler, die zum Rückstand führen können, tunlichst unterlassen. Wenn schon nach vorne die Durchschlagskraft fehlt und alles auf ein 0:0-Spiel hinausläuft, sollte man sich die Dinger hinten nicht noch selbst einschenken.

Es ist zu hoffen, dass mit dem Sieg gegen den KSC das Selbstvertrauen zurückkehrte und das Gebilde wieder stabiler wird. Zuletzt schien es so, dass sich gleich mehrere Spieler auf einmal ihre Krise nehmen. Dieser Sieg und das insgesamt wieder bessere Arbeiten im Kollektiv sollte Mut für die anstehenden Aufgaben machen.

Der Deutsche Sportclub Arminia Bielefeld hat für dieses Spiel bereits 20.000 Tickets abgesetzt und rechnet mit 2.000 Schwaben. Am Ende werden es sicherlich wieder etliche mehr Brustringträger sein, die sich den Dienstag frei genommen haben, um unsere Jungs zum Auswärtssieg zu schreien.

Am Tag davor nehmen sich bereits Hannover 96 und Eintracht Braunschweig, deren Lastminute-Siege mittlerweile unheimlich werden, gegenseitig die Punkte ab, so dass der VfB der große Gewinner des nächsten Spieltags werden könnte.

Wie wenn wir derzeit durch die Schiedsrichterentscheidungen zuletzt nicht schon benachteiligt und gestraft genug wären, bewies die DFL mit der Schiedsrichteransetzung fürs Bielefeld-Spiel ihr nicht vorhandenes Fingerspitzengefühl. Harm Osmers aus Hannover ist der Leiter dieses wichtigen Spiels, aus der Stadt eines unserer größten Aufstiegskonkurrenten also!

Ob die Familie Osmers nachtragend ist und Harm Osmers die Chance beim Schopfe packt, seinem Vater Hans-Joachim Osmers späte Rache zukommen zu lassen, wird sich dabei zusätzlich zeigen. 1993 war es, im Neckarstadion bei einem Pokalspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern, an das ich mich noch gut erinnern kann. Axel Kruse, wie man ihn kannte, ein wenig übermotiviert, rannte Osmers über den Haufen. O-Ton Kruse dazu: „Ich rannte auf ihn zu, fing an zu schimpfen und packte ihn am Arm. Er versuchte sich loszureißen, stolperte aber dabei, drehte sich zweimal um die eigene Achse und fiel hin wie der Osterhase. Heute würde ich sagen: Schiri-Schwalbe“. Satte zehn Wochen Sperre hatte ihm das eingebracht, ich fand ihn trotzdem extrem cool beim VfB zu jener Zeit.

Ein paar Worte auch noch zur außerordentlichen Mitgliederversammlung am 1. Juni, zu der der VfB Anfang April geladen hat. Für mich kommt es auch zur Unzeit, mit dieser so richtungsweisenden Entscheidung mitten im Aufstiegsrennen vorzupreschen und damit unweigerlich einen Nebenkriegsschauplatz aufgemacht zu haben.

Dass die MV zudem Donnerstag Abends, 18.30 Uhr, stattfinden soll und damit vielen auswärtigen und auch berufstätigen „einheimischen“ Mitgliedern die Teilnahme verwehrt bleibt, ist ein Schlag ins Gesicht eben jener Mitglieder der VfB-Familie. Wenn dann Präsident Dietrich bei #vfbimdialog noch süffisant erklärt, für diesen wichtigen Tag für den VfB Stuttgart müssten die Mitglieder eben „mal“ einen Tag Urlaub opfern, ist das ein Affront gegen eben jene Auswärtigen, für die schon jedes Heim- ein gefühltes Auswärtsspiel ist und die wegen der vom Verein uns eingebrockten Zweitligasaison bereits genug Urlaub für Freitags- und Montagsspiele opfern mussten. Daher halte ich fest, dass die Terminwahl an sich äußerst unglücklich ist, von möglicher Ablenkung im Aufstiegsrennen ganz zu schweigen.

Und doch bleibt einem interessierten und engagierten Mitglied nichts anderes übrig, als sich pragmatisch mit dieser Tatsache zu arrangieren. Präsident Dietrich hat schon mehrmals anklingen lassen, wie sehr dieses Thema den Verein über Jahre in seinem Handeln eingeschränkt, wenn nicht gelähmt hat, und dass er diese Entscheidung genau einmal während seiner Regentschaft zur Abstimmung bringen und jedes Votum, so oder so, akzeptieren werde.

Das heißt, es bleibt dem verantwortungsvollen Mitglied nichts anderes übrig, als sich ernsthaft mit dem Für und Wider einer Ausgliederung zu beschäftigen und seine Stimme im Sinne und zum Wohl der Zukunft des Vereins abzugeben. Allein schon wegen der unpässlichen Terminierung dieser Abstimmung auf „bockig“ zu schalten und von vornherein auf „dagegen“ zu stellen, wäre eventuell kontraproduktiv.

Ich persönlich werde mir bis dahin sämtliche #vfbimdialog-Sendungen ansehen und auch die eine oder andere Veranstaltung mit Dietrich besuchen, um mir meine Meinung zu bilden. Derzeit bin ich ergebnisoffen, was das angeht, würde aber sicherlich nur „dafür“ stimmen, wenn handfeste Zahlen, Daten, Fakten auf dem Tisch liegen und nicht lediglich irgendwelche optimistischen Schätzungen. Der Verein hat also noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten, um die Dreiviertelmehrheit zu erlangen.

Weiter beschäftigte mich unter der Woche, wie wohl jeden Fußballfan, der Terroranschlag auf den Dortmunder Mannschaftsbus am Dienstag kurz vor dem ursprünglich angesetzten Championsleague-Spiel gegen den AS Monaco. Wenn selbst an Orten, die rund 1.000 Sicherheitskräfte absichern, Terroranschläge möglich sind und durchgeführt werden, verdeutlicht das, dass es eine hundertprozentige Sicherheit nicht gibt.

Dass die zum Teil schwer traumatisierten Spieler bereits gut 24 Stunden später aufgrund des Diktats der UEFA erneut im Mannschaftsbus Platz nehmen und ein so wichtiges Spiel bestreiten mussten, ist nicht nachvollziehbar. An der Stelle wird deutlich, dass Menschlichkeit im Fußball keinen Platz mehr hat und einzig der schnöde Mammon zählt.

Durch die Geister, die die Fußballverbände riefen, indem sie stets neue „Wettbewerbe“ ins Leben rufen oder altbewährte reformieren bzw. aufblähen, ist natürlich wenig Zeit für Ausweichtermine vorhanden. Und dennoch hätte hier der Verband ein Zeichen der Menschlichkeit setzen MÜSSEN und Trainern und Spielern die Entscheidung darüber, ob sie sich befähigt sehen, tags darauf wieder Fußball zu spielen, überlassen sollen, ganz gleich welche Konsequenzen dies für den ach so vollen Rahmenterminkalender gehabt hätte.

Am Tag des Anschlags hatte man aufgrund der Berichterstattung noch eher den Eindruck, ein übergroßer Böller habe im Bus eingeschlagen, während am darauffolgenden Tag herauskam, welch großes Glück die Dortmunder hatten, dass nicht mehr passiert ist. Jeder stinknormale Bus, mit dem wir alle zwei Wochen zu Auswärtsspielen unterwegs sind, wäre wohl in seine Einzelteile zerfallen, während das Panzerglas im Dortmunder Mannschaftsbus noch Schlimmeres abgewehrt hatte.

Mit diesem Wissen im Kopf, dass es sich um einen gezielten Anschlag auf das Leben der ganzen Mannschaft handelte und welch großes Glück im Unglück der BVB hatte, schickte man das Team also wieder auf den Platz. Hinzu kam, dass ein Spieler, der für die Partie vorgesehen gewesen war, so schwer beim Anschlag verletzt wurde, dass er noch in der Nacht operiert wurde.

Doch, dem BVB blieb wohl keine andere Wahl, zum Spiel anzutreten, bei einer Weigerung hätten dem BVB wohl drastische Strafen gedroht, bis hin zum Ausschluss aus UEFA-Wettbewerben im nächsten Jahr oder in den nächsten Jahren. Business as usal auch dann, wie es die Paragraphen eben vorschreiben.

Es bleibt zu hoffen, dass das Lieblingskind der Deutschen, der Fußball nämlich, nicht weiter von kriminellem Abschaum missbraucht und Ausnahmezustände wie in Paris 2015 oder am Dienstag in Dortmund Einzelfälle bleiben. Allein, mir fehlt der Glaube, gerade daran geilen sich die Terroristen ja auf, an der Erschütterung über solche Vorkommnisse der „normalen“ Menschen.

Zu guter Letzt wünsche ich Allen friedliche Ostern und uns allen am Montag eine gute Fahrt, wir sehen uns auf der Bielefelder Alm.

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7. März 2017

Aufopferungsvoll erkämpft!

Der VfB Stuttgart bleibt auch nach dem 23. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga unangefochtener Tabellenführer und hielt den Vorsprung auf den Relegationsplatz dank des Patzers der Hannoveraner in Ostfrankreich bei sechs Punkten.

Für uns ständige Begleiter des Brustrings hieß es montags erstmals auswärts ran zu müssen und dies auch noch fast von einem Ende der Republik zum anderen. Wie war das einst mit der angedachten 300km-Regel, liebe DFL? Das Stadion erreichten wir sehr frühzeitig, so dass noch genügend Zeit blieb, ein Bierchen mit Freunden und Bekannten, die nach und nach eintrafen, zu trinken und die Ereignisse der vergangenen Woche zu diskutieren.

Eigentlich wollte ich das Thema nach meinem letzten sehr ausführlichen Statement für beendet erklären und, wie es allen gut tun würde, nur noch nach vorne blicken. Da es jedoch offensichtlich sehr viele gibt, die sich mit der unter sorgfältiger Abwägung aller Möglichkeiten von der Vereinsführung getroffenen Entscheidung nicht abfinden wollen, noch einmal ein paar Worte von mir dazu.

Wie bereits dargelegt, ist die getroffene Entscheidung richtig, weil es um die Glaubwürdigkeit des Vereins geht. Um die Glaubwürdigkeit der Eltern, die ihre Sprösslinge im VfB-Jugendinternat unterbringen, um die Glaubwürdigkeit gegenüber Sponsoren, die eine Menge Geld in die Jugendarbeit investieren und es geht um die Glaubwürdigkeit der Mannschaft gegenüber. Diese spürt, seit Hannes Wolf das Sagen hat, dass sich Leistung lohnt und es jeder selbst in der Hand hat, sich ins Team zu spielen und sie bekommt auf der anderen Seite auch zu spüren, dass diese Chance verwirkt, wer nicht mitzieht und sich nicht professionell genug verhält.

Da kann einer noch so auf Schönwetter mit den Fans machen, indem er alle paar Wochen mal so richtig einen raushaut, entscheidend ist aber auf dem Platz und wie man sich innerhalb der Gruppe gibt. In diesen Punkten hatte Großkreutz zu seiner Zeit beim VfB große Defizite und legte zudem nicht den Lebensstil eines Profis hin.

Wenn jetzt welche meinen, eine Online-Petition an den Start bringen zu müssen, deren Ziel es ist, dass der VfB eine Rolle rückwärts vollzieht, diejenigen können den VfB nicht lieben und können kein Interesse daran haben, dass weiterhin in aller Ruhe gearbeitet und alles dem Ziel Aufstieg untergeordnet werden kann.

Vereinsübergreifend wird für diese schwachsinnige Petition die Werbetrommel gerührt und sich damit gerühmt, dass schon 40.000 Leute diese unterzeichnet hätten. Nicht einmal ein Bruchteil derer, die hier unterschrieben haben, haben ein Interesse am VfB und haben geschweige denn Einblick in Großkreutz‘ Großtaten während seiner Stuttgarter Zeit und könnten diese beurteilen.

Den VfBlern, die die Petition unterzeichnet haben, kann man die Frage stellen, was sie damit bezwecken wollen, was ihnen an der derzeitigen Vereinspolitik nicht passt. Man muss nicht jede Personalentscheidung gut finden, das tue ich auch nicht, und doch sollte man sich eben mit dieser Tatsache abfinden und der Vereinsführung, die in dieser Konstellation bislang sehr viel richtig macht, vertrauen.

Zudem lautet die offizielle Sprachregelung, dass man sich im gegenseitigen Einvernehmen getrennt habe. Gibt es irgendwelche Indizien, dass Großkreutz und sein Berater selbst diese Petition gutheißen? Oder kann es nicht sein, dass von Kevin Großkreutz durch diese Entscheidung eine Menge Ballast abgefallen ist und er die avisierte Pause vom Profifußball dringend benötigt? Wie man ihn auf der Pressekonferenz gesehen hat, würde einen auch das nicht wundern.

So steht möglicherweise also eine Petition im Raum, die medienwirksam ist und auf die die Medien auch dankend anspringen, die jedoch weder dem „Betroffenen“ Kevin Großkreutz noch dem VfB dienen, sondern nur das eine schafft, nämlich das, was die Medien am liebsten haben, Unruhe zu schüren. Daher handelt es sich hierbei für mich um Wichtigtuerei und unnötig wie ein Kropf, wird uns aber dennoch nicht vom Weg zum Aufstieg abbringen.

Hannes Wolf hatte auf der Spieltagspressekonferenz bereits erfreut festgestellt, dass das Team trotz der Negativschlagzeilen unter der Woche eine gute Vorbereitung auf das Braunschweig-Spiel hingelegt hat, was auf dem Platz auch eindrucksvoll unterstrichen wurde.

Der VfB, bei dem Tor-Vorlagengeber Özcan für den zuletzt überspielt wirkenden Asano mit einem Startelfeinsatz belohnt wurde und Jean Zimmer, wie schon gegen seinen Ex-Club Kaiserslautern hinten rechts verteidigte, kam hellwach aus der Kabine und erzielte bereits nach 131 Sekunden die Führung durch Mané.

Ein erster Paukenschlag in diesem „Sechs-Punkte-Spiel“, der eigentlich für Sicherheit sorgen sollte. In den ersten 20 Minuten machte es der VfB auch geschickt und hätte beinahe durch Timo Baumgartl, zwei Tage nach seinem 21. Geburtstag, nachgelegt.

Danach kamen die Niedersachsen auf dem bei Dauerregen schwer bespielbaren Untergrund besser auf und drängten den VfB zunehmend in die Defensive. Chancen aus dem Spiel heraus ließ der VfB wenige zu, dafür legte dann Insúa nach einer guten halben Stunde im Strafraum bei seinem Gegenspieler Hand an, was dieser zu einer theatralischen Flugeinlage nutzte und den Schiedsrichter dazu veranlasste, Elfmeter zu pfeifen.

Diesen von Boland getretenen Strafstoß parierte Mitch Langerak glänzend. Zehn Minuten später zeigte der schwache Schiedsrichter Brand aus Bamberg erneut auf den Punkt, dieses Mal gegen Kamiński, der dafür zudem die gelb-rote Karte vor die Nase gehalten bekam. Reichel, mit einem schlimmen Fehlpass Ausgangspunkt des 0.1, fasste sich diesmal ein Herz und traf zum Ausgleich.

Der Schiedsrichter ließ während des gesamten Spiels jegliche einheitliche Linie vermissen und pfiff gefühlt konsequent gegen den VfB. Eine einseitige kleinlich geführte Regelauslegung bei sehr schwierigen Wetter- und Platzverhältnissen kann ein Team schon mal zermürben. Nicht so den VfB 2017!
Über beide Elfer kann man streiten, wenn er die gibt, müsste Baumgartl auch einen bekommen, falsche Abseits- und Einwurfentscheidungen gegen den VfB, nicht geahndete taktische Fouls, Bolands fast schon rotwürdiges Einsteigen gegen Gentner nicht geahndet und vieles mehr.

Mehr als eine Halbzeit musste der VfB also dank des Pfeifenmannes zu zehnt überstehen und nahm den Kampf an. Wie bereits in Heidenheim kämpfte Wolfs Rudel wie die Löwen und verdiente sich so diesen einen Punkt. Neben Langerak verdiente sich vor allem der nimmermüde und wegen seines Nasenbeinbruches mit Maske spielende Simon Terodde Bestnoten. Bei ihm darf ein Kevin Großkreutz gerne nachfragen, aus welchem Holz echte Typen geschnitzt sind.

Solche kämpferisch starken Vorstellungen wie zuletzt bekommt man nur auf den Platz, wenn es in der Mannschaft stimmt und wenn da ein Trainer ist, der das Team optimal einstellt.

Die Begeisterung, mit der Wolf auf den Pressekonferenzen Spielsituationen und mögliche Konstellation erklärt, vermag er offensichtlich auch der Mannschaft zu vermitteln. Klug war es auch, wie Wolf auf die veränderte Ausgangslage reagierte, indem er bereits in der Pause doppelt wechselte und später, trotz Unterzahl auch noch Daniel Ginczek ins Rennen schickte, um womöglich doch noch den Lucky Punch zu schaffen, anstatt sich ängstlich hinten reinzustellen und um den Knockout zu betteln.

Vor noch nicht allzu langer Zeit, wohl auch in der Vorrunde, hätte der VfB einem solchen Druck nicht standgehalten und ich hätte Haus und Hof verwetten können, dass es noch eine Niederlage setzt.

So aber warf man alles hinein, ging über die Schmerzgrenze und stand am Ende als moralischer Sieger da. Seit der Einführung der Drei-Punkte-Regel sind für mich Punkteteilungen nicht Fisch und nicht Fleisch.

So kann ich mich nicht erinnern, nach einem Unentschieden jemals so zufrieden und auch stolz auf die Mannschaft gewesen zu sein, wie gestern. Dieser Punkt war eher für den VfB ein gewonnener wie für die Braunschweiger, die aufpassen müssen, den Anschluss nicht völlig zu verlieren.
Braunschweig kam nach den Punktverlusten zu Hause gegen St. Pauli und Aue auch gegen zehn VfBler nicht über ein Unentschieden hinaus, was auf dem Papier ebenfalls kein Ruhmesblatt ist.

Für den VfB geht es bereits am Freitag zu Hause gegen den VfL Bochum weiter. Die Bochumer sind eine Wundertüte und schwer ausrechenbar. Gewinnen in Nürnberg, verlieren zu Hause aber gegen Fortuna Düsseldorf. Bei Union und Hannover 96 verloren sie jeweils knapp mit 1:2. Im Hinspiel, dem allerersten von Hannes Wolf, musste der VfB am Ende froh über das 1:1 sein. So verbietet es sich von selbst, die Aufgabe auf die leichte Schulter zu nehmen, auch das könnte ein, wie es Hannes Wolf immer so nett formuliert, fieses Spiel, in dem der Mannschaft alles abverlangt wird, werden.

Der Kader gibt mittlerweile einige interessante Alternativen her, so dass ich über die Sperre von Marcin Kamiński nicht einmal besonders traurig bin. Ob Benjamin Pavard oder Jérôme Onguéné, ich denke, man muss kein Prophet sein, um im Nebenmann von Timo Baumgartl einen Franzosen zu suchen. Der VfB muss gegen Bochum bereits zum zweiten Mal in dieser Saison nach einem Montag-Spiel gleich Freitagabend wieder ran. In wieweit dies üblich ist im Unterhaus weiß ich nicht. Ich hoffe, das stellt sich nicht als Nachteil heraus, denn, das gestrige Kampfspiel auf schwierigem Geläuf könnte dann noch in den Knochen stecken.

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30. Januar 2017

Auswärtssieg am Millerntor!

Genau 42 Tage lagen zwischen der Schmach von Würzburg und dem Gastspiel zum Rückrundenauftakt am Hamburger Millerntor. 42 Tage Zeit, aus einer instabilen Truppe eine Mannschaft zu formen, die dem Druck aufsteigen zu müssen, auch standhält.

Auf den ersten Blick ist relativ wenig passiert. In Šunjić, Sama und Heise verließen drei Defensivspieler den Verein, während mit Julian Green lediglich ein (offensiver) Neuzugang vermeldet wurde. Dessen Verpflichtung allerdings unterstreicht, dass der VfB seine Verpflichtungen neuerdings mit Weitsicht tätigt und dann zuschlägt, wenn sich die Möglichkeit ergibt, auf einer Position, für die nicht unbedingt sofortiger Handlungsbedarf bestand.

Viel dringlicher wäre es, die vor allem nach den genannten Abgängen unterrepräsentierte Defensive zu stärken und diese Planstellen neu zu besetzen. Für die Innenverteidigung stehen gerade noch Timo Baumgartl, Marcin Kaminski und Benjamin Pavard zur Verfügung, auf der linken Außenverteidiger-Position hat Emiliano Insúa nach Heises Abgang überhaupt keinen Konkurrenten mehr, der ihm Druck machen könnte.

Eine Ausdünnung des Kaders sollte jedoch nicht nur negativ gesehen werden, hat doch ein jeder Trainer so seine eigenen Vorstellungen, was die Kadergröße angeht. Hannes Wolf ist einer, der sich als Fußballlehrer sieht und lieber „Inhalte“ in einer kleineren und aufnahmefähigeren Gruppe vermittelt, zudem hebt es die Stimmung in der Truppe an, wenn unzufriedene Recken abgegeben werden, die ohnehin ständig mit einem Wechsel kokettierten (Heise), Unsicherheitsfaktoren und in der VfB-Gemeinde nicht wohlgelitten waren (Šunjić) oder einfach den Ansprüchen (noch) nicht genügen (Sama).

Die Verletzungen von Tobias Werner, bei dem fast schon das Rückrundenaus zu befürchten ist, und in den ich nach dem Trainingslager große Hoffnungen setzte und der gestrigen von Matthias „Zimbo“ Zimmermann kamen freilich noch zur rechten Zeit, um sämtliche Alarmglocken schrillen zu lassen und in den letzten zwei Tagen der Transferperiode noch einmal aktiv zu werden. Man möchte sich nicht ausmalen, welches Chaos bei der derzeitigen Personaldecke auf einmal herrschen würde, sollte Timo Baumgartl, der auch gestern wieder ein überragendes Spiel machte, über einen längeren Zeitraum ausfallen.

Zimmermann fehlt zwar laut vfb.de „nur“ zwei bis drei Wochen, kennt man jedoch die Treffsicherheit unserer medizinischen Abteilung was Ausfall-Prognosen angeht, darf diese Zeitangabe getrost „mal zwei“ genommen werden, so dass uns Zimbo wohl erst im März wieder zur Verfügung stehen dürfte. Zimmermann wurde zwar durch Grgić, wie ich fand sehr ordentlich, ersetzt und Hajime Hosogai gibt es auch noch, dennoch würde ich mir im defensiven Mittelfeld noch einen kompromisslosen Abräumer Marke Drecksau wünschen, der dem Gegner schon durch seine bloße Anwesenheit Furcht einflößt.

Wie aus den Gesprächen mit Verantwortlichen und nah am Team befindlichen Leuten in Lagos herauszuhören war, steckt der VfB etwas im Dilemma, was Spielerverpflichtungen angeht. Man hat sich auf die Fahnen geschrieben, nur Jungs an den Neckar zu lotsen, die sich zum Verein bekennen und notfalls auch in einem zweiten Jahr in der 2. Liga zur Verfügung stehen würden, und, sie sollen nicht nur Lückenbüßer und Platzhalter sein, sondern dem Stamm Druck machen und Alternativen für die erste Elf darstellen.

Ich kann mit dieser neuen Denke zwar gut leben und hätte trotzdem Bauchschmerzen, würde man auf dem Transfermarkt nicht mehr zuschlagen. Da mit abgehalfterten und teuren Reservisten, wie wir sie mit Felipe und Haggui zum Beispiel schon zur Genüge hatten, eher nicht zu rechnen ist, hoffe ich insgeheim noch auf eine Transfersensation.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Ermin Bičakčić in Hoffenheim mit seiner Reservistenrolle zufrieden ist. Hier könnte Jan Schindelmeiser seine Kontakte nach Hoffenheim spielen lassen und Ermin zumindest leihweise zurück auf den Wasen holen. Bičakčić würde das Anforderungsprofil erfüllen, wäre er doch zum einen ein starker Nebenmann für Timo Baumgartl und vereint zum anderen Tugenden wie fußballerische Klasse, Kämpferherz und der noch immer vorhandenen Verbundenheit mit dem VfB.

In dieser Saison stand er lediglich an den ersten fünf Spieltagen in der Startelf und kam seit dem elften Spieltag überhaupt nicht mehr zum Einsatz. Dass er im Groll gegangen wäre, ist mir nicht bekannt. Er wollte spielen und der VfB legte ihm mit einer vergleichsweise geringen Ablöseforderung beim Wechsel nach Braunschweig keine Steine in den Weg, so dass der Wechsel aus meiner Sicht sauber vonstattenging.

Außer der (bisher) relativ ruhig verlaufenen Transferperiode war das Hauptthema natürlich die allererste Vorbereitung von Hannes Wolf und dabei vorwiegend das Trainingslager in Lagos. Meine Eindrücke habe ich an gleicher Stelle bereits geschildert, beeindruckend mit welcher Akribie Wolf arbeitet, auf dem Trainingsplatz Kommandos gibt und korrigierend eingreift. Nebenbei, auch dem kleiner gewordenen Kader geschuldet, scheint man in Sachen Teamgeist vorangekommen und die Stimmung bestens zu sein.

Die Wahrheit liegt aber bekanntlich auf dem Platz und so durfte die Mannschaft am gestrigen Sonntag in St. Pauli zeigen, welche Früchte das Trainingslager getragen hat.

Nach einer sehr kurzen Nacht begann der Tag mit dem vom Hamburger VfB-Fanclub Roter Brustring Hamburg (RBHH) veranstalteten Warm-Up-Frühschoppen in der Sportsbar „Relaunch“, in Sichtweite des Stadions gelegen, den wir uns natürlich entgehen ließen. Rund 150 VfBler, darunter die Fanbetreuung, stimmten sich bei Kaffee, Bier und Gesprächen auf den Rückrundenauftakt ein.

Den anschließenden, von der Polizei begleiteten, Marsch zum Gästeblock machten wir dann allerdings nicht mit, zum einen waren es noch zwei Stunden bis Spielbeginn, zum anderen wollten wir mit St. Paulianer Freunden vor dem Spiel noch dem Clubheim St. Pauli einen Besuch abstatten, abgesehen davon, dass wir ja ohnehin einen näher gelegenen Eingang zu nehmen hatten.

Für mich als St. Pauli-Sympathisant war es, zusammen mit der Reise an die Alte Försterei zu Union Berlin, DAS Highlight der Saison. In den letzten Jahren schaffte ich es in jeder Saison, trotz der Allesfahrerei mit dem VfB, wenigstens ein Heimspiel des FC St. Pauli zu besuchen und stehe dort gerne auch mal mit meinen Freunden beim „magischen FC auf der Süd, der Heimtribüne, wobei am Millerntor auch die Gegengerade und der Stehplatzbereich auf der Nordtribüne zum Heimbereich gerechnet werden können.

Für gestern, wo ich als Gegner zu Gast am Millerntor war, entschied ich mich bewusst für Plätze auf der Haupttribüne, um nicht unnötig zu provozieren. Die Gegengerade wäre auch eine Option gewesen, die es erlaubt hätte, gute Bilder von beiden Fanlagern zu machen. Da dort jedoch auch eine hohe Anzahl hartgesottener St. Pauli-Fans seine Heimat hat und man als Fanfotograf den einen oder anderen schon allein wegen der ständigen Knipserei nervt, entschloss ich mich, Karten auf der Haupttribüne zu ordern.

Das Stadion und die Atmosphäre am Millerntor faszinieren mich schon seit den 1980er-Jahren, seit ich eben das erste Mal dort zu Gast war und man dort noch zentimetertief im Schlamm watete, um zum Gästeblock zu gelangen. Schon damals entwickelte ich ein Faible für den Verein und den Stadtteil sowieso. Der FC St. Pauli ist in St. Pauli allgegenwärtig und wird von allen Bevölkerungsschichten gelebt, ob Punk, Obdachloser, Hure oder Banker, wenn’s ins Stadion geht, sind alle nur noch braun-weiß.

Im Stadion gefällt mir der Support und dass alle Tribünen in den Support eingebunden werden. Die Selbstironie, ohne die ein St. Paulianer wohl nicht überlebensfähig wäre, und dass man den sportlichen Erfolg oder Misserfolg nicht so bierernst nimmt wie andernorts, amüsiert mich bisweilen. Groß finde ich immer wieder, dass man die eigene Mannschaft während eines Spiels selten auspfeift und Ex-Spieler, wie gestern Daniel Ginczek, mit Applaus empfangen werden, während sie bei uns meist aus dem Stadion gepfiffen werden.

Was die übertriebene politische Correctness angeht, die auch gestern wieder wegen einer als sexistisch interpretierten Einblendung einer Werbetafel („nix für Pussies) zum Ausdruck kam, kann ich oft nur den Kopf schütteln, wie übrigens einige meiner Freunde bei St. Pauli auch.

Meine Sympathie beschränkt sich hier auf das atmosphärische, die coolen Leute und das meist friedliche Ambiente. Gestern war das Millerntor freilich nicht so laut, wie ich es schon erlebt habe, was ja auch gut für uns war.

Allein schon, dass in St. Pauli für die gegnerischen Fans deren Vereinshymne (gut, wir haben keine, dann kommt eben „VfB, ein Leben lang“) aus den Lautsprechern dröhnt, gibt dem Gast das Gefühl, in St. Pauli willkommen zu sein.

Weshalb dann aus unserem Block dieses unsägliche „Scheiß St. Pauli“ oder nach dem Führungstreffer „Absteiger, Absteiger“ Rufe kommen mussten, kann ich nicht nachvollziehen.

Gerade als ein der Tradition verschriebener Fußball-Fan, muss man doch schon ein ureigenes Interesse daran haben, dass ein Farbtupfer, wie es der FC St. Pauli zweifellos ist, dem bezahlten Fußball erhalten bleibt. Für mich, wie schon bei Union „Scheiß Berliner“ völlig daneben und zum schämen! Dies empfanden übrigens nicht „nur“ die St. Paulianer ums uns herum so, sondern auch die vielen, vielen VfB-Fans, die ebenfalls Karten in unserem Bereich ergattert hatten. Dort war die Atmosphäre absolut friedlich und schlug selbst nicht um, als sich in den letzten Minuten einige bei „Steht auf, wenn ihr Schwaben seid“ erhoben haben.

Das Spiel selbst würde ich als schwere Geburt bezeichnen. Hannes Wolf überraschte doch sehr mit der einen oder anderen Personalie. Während Neuzugang Green und Zimmer von Beginn an ran durften, fand sich die geballte fußballerische Kompetenz mit Mané, Maxim und Ginczek auf der Bank wieder. Allein die Aufstellung unterstrich, welches Spiel Hannes Wolf erwartete, nämlich ein kampfbetontes auf schwer zu bespielendem Untergrund. Zudem war er sich des Luxus‘ bewusst, gegen müder werdende Braun-Weiße hochwertig nachlegen zu können.

Das Spiel war eines auf mäßigem Niveau, indem ein Außenstehender kaum hätte erraten können, wer das Schlusslicht und wer Aufstiegsaspirant ist. Safety first lautete die Devise beim VfB, weshalb die Bälle eher humorlos ins Aus geschlagen wurden, als dass man versucht hätte, zu zaubern. Das hat Wolf den Jungs vom Neckar dann wohl in der Vorbereitung eingetrichtert, dass sie bei weitem nicht so gut und unfehlbar sind, wie es der eine oder andere vielleicht von sich denkt bzw. gedacht hat. Ich hoffe, diese Art und Weise war nicht nur ein Strohfeuer, sondern ist auch die Devise im weiteren Rückrundenverlauf. Unsere Nerven werden es ihnen danken!

So blieben Torchancen hüben und drüben Mangelware, die beste noch vergab Asano, als er frei vor Keeper Heerwagen auftauchte, diesem, der den Winkel geschickt verkürzte, jedoch in die Arme schoss. Nach einer halben Stunde bereits musste Grgić den verletzten Zimmermann ersetzen, ein Einsatz allerdings, den sich dieser in der Vorbereitung verdient hat. Nach den Eindrücken von Lagos rechnete ich ohnehin mit dem Schweiz-Kroaten in der Anfangsformation.

Julian Green fehlte noch die Bindung zum Spiel, auch wenn er die einzige Torchance im ersten Durchgang von Asano vorbereitet hatte, so dass er zur Pause durch Carlos Mané ersetzt wurde. Mané plagten laut Trainer Hannes Wolf noch Achillessehnenbeschwerden, so dass ein Einsatz über 90 Minuten nicht in Frage kam.

Auch in der zweiten Hälfte war zunächst eher der FC St. Pauli am Drücker und spielte sich beängstigend oft bis zur Grundlinie durch, brachte jedoch den letzten Pass nicht zum Mann, weshalb Mitch Langerak kaum einmal ernsthaft eingreifen musste.

Und trotzdem entwickelt sich Langerak für mich mehr und mehr zum Sorgenkind, fehlt ihm doch (derzeit) die für einen Torwart nötige Souveränität. Auf der Linie zwar stark, steht er mittlerweile in puncto mangelhafter Strafraumbeherrschung einem Sven Ulreich kaum mehr in etwas nach, so dass ich eine Torwartdiskussion befürchte, sollte sich Mitch nicht stabilisieren. Leider ist Jens Grahl jetzt nicht unbedingt DER große Konkurrent für ihn, den es für eine Konkurrenzsituation eigentlich bräuchte.

Wie schon im Hinspiel ging St. Pauli auch im Rückspiel mit zunehmender Spieldauer förmlich die Luft aus. Da rächte sich der Vollgasfußball, den man als Heimmannschaft vor begeisterungsfähiger Kulisse versucht zu spielen, während der Gast das Ganze eher dosiert angehen kann.

Ob das ausschließlich an der schwindenden Kraft der Hausherren gelegen hat oder ob die intensive Vorbereitung Hannes Wolfs erste Früchte trägt, wird der weitere Verlauf der Rückrunde zeigen. Seit langem konnte der VfB gegen Ende hin noch zulegen.

Spätestens mit der Einwechslung von Daniel Ginczek in der 74. Minute blies der VfB zur Schlussoffensive, während die sportliche Leitung damit zugleich das Signal an die Mannschaft sendete, hier unbedingt noch gewinnen zu wollen. Der VfB schnürte St. Pauli daraufhin mehr und mehr ein und die Einwechslung Ginczeks machte sich bereits zehn Minuten später bezahlt, als es gerade diese zusätzliche Anspielstation in vorderster Front war, die das Kopfballduell gewann und den Ball zu Terodde beförderte, dieser den Ball mit etwas Glück zu Mané spitzelte, welcher von der Strafraumgrenze aus mit einem sehenswerten Rechtsschuss in den Winkel die St. Paulianer mitten ins Herz traf. Man hatte schon fast (zwangsläufig) mit der Punkteteilung vorliebgenommen, als doch noch der Lucky Punch gelang.

Bitter natürlich für St. Pauli, denen ich von Herzen den Klassenerhalt gönne und für die ich hoffe, dass die Mechanismen des Geschäfts weiterhin nicht greifen und Ewald Lienen ihr Trainer bleibt. Eigentlich, finde ich als Außenstehender, passt Lienen wie die Faust aufs Auge zu St. Pauli, so dass es schon ein Jammer wäre, müssten sie sich jetzt trennen, nachdem man in der Vorsaison zwischenzeitlich gar vom Aufstieg träumte. Die Aufholjagd der Kiezkicker darf gerne am nächsten Wochenende beginnen, dann nämlich gastiert der FC in Braunschweig.

Für den VfB war dieser Arbeitssieg ein Auftakt nach Maß in die hoffentlich letzte Halbserie in der 2. Liga. Nach den beiden Niederlagen zum Abschluss des Jahres 2016 konnte diese Minikrise zudem beendet und der Grundstein für den Angriff auf die Tabellenspitze gelegt werden.

Nun folgen zwei Heimspiele in Folge, gegen Fortuna Düsseldorf und den SV Sandhausen. Auch wenn die Fortuna gegen eben jenes Sandhausen am Freitag 0:3 vor eigenem Publikum verloren hat, kommen bei mir äußerst unangenehme Erinnerungen hoch, wenn ich an unsere letzten Spiele gegen Fortuna zurückdenke.

Die Funkel-Elf ist ein Gegner, der uns absolut nicht liegt und gegen den wir es, trotz meist drückender Überlegenheit, nicht schaffen, dreifach zu punkten. Unser letzter Heimsieg gegen Fortuna stammt aus der Meistersaison 1992, wobei wir zugegebenermaßen seitdem auch selten mit ihr die Klingen kreuzten. Dennoch sage ich, Obacht und halte ein 0:0 für realistischer als einen berauschenden Heimsieg.

Eine glanzlose Nullnummer oder gar eine Heimniederlage wären die Höchststrafe, ist man als Arbeitnehmer doch schon begeistert genug, im Winter bei eisigen Temperaturen an einem Montagabend ins Stadion zu „müssen“.

Eine Prognose über den weiteren Saisonverlauf kann ich jetzt beim besten Willen noch nicht abgeben. Diese hängt zu sehr davon ab, wie erfolgreich der VfB noch auf dem Transfermarkt ist und ob nicht nur Ergänzungen, sondern auch Verstärkungen an Land gezogen werden können, morgen, am „Deadline-Day“ sind wir schlauer!

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5. Dezember 2016

Magisches Dreieck Vol. II

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , , – Franky @ 21:27

Die 2. Liga und vor allem die noch immer gewöhnungsbedürftigen Spieltermine sind für uns VfBler noch immer Neuland. Auch für mich, dem als Allesfahrer und natürlich Berufstätigem oftmals die Zeit oder auch „der Kopf“ fehlt, die Geschehnisse rund um den VfB zu Papier zu bringen und die Spiele zu kommentieren. So also erst heute ein kleiner Rückblick auf das Montagspiel gegen Nürnberg sowie die Nachbetrachtung unseres Kurztrips ins Erzgebirge.

Ich muss es zugeben, vor dem Nürnberg-Spiel hatte ich schon ein wenig Bammel, dass es die zweite Heimniederlage nach Heidenheim setzen könnte. Einfach weil die Nürnberger, ähnlich wie Köln, zu Bundesligazeiten stets ein Gegner waren, mit dem wir zu Hause unsere liebe Müh und Not hatten.

Zudem haben die Nürnberger nach schlechtem Saisonstart in die Spur gefunden und mausern sich zu einem ernsthaften Aufstiegsanwärter. Sieben Spiele in Folge waren die Nürnberger ungeschlagen, während der VfB nach Dresden zuletzt immerhin vier Mal in Folge den Platz nicht als Verlierer verlassen hatte. So standen sich also zwei „Serientäter“ gegenüber und es gab mit dem Glubb im Neckarstadion ein Team seine Visitenkarte ab, das erst einmal geschlagen werden wollte.

Der VfB wurde von den zehn bis jetzt angesetzten Heimpartien als DIE Attraktion der 2. Liga fünf Mal montags zum Dienst bestellt. Dem Nürnberg-Spiel folgen noch das gegen Hannover 96 und jenes im Februar gegen Fortuna Düsseldorf, worüber die Cannstatter Kurve mittels eines Banners gegen die Ansetzungen ihren Unmut kundtat.

Mir als Stuttgarter passen die Montagsspiele zwar auch nicht, weil einfach der Vor- und Nachklang der Spiele zu kurz kommt und doch ist es mir noch lieber montags zu Hause als in der Fremde antreten und dafür Urlaub opfern zu müssen. Daher sehe ich das als Allesfahrer und in Anbetracht der Umstände, die der Abstieg eben mit sich bringt, pragmatisch und finde bisher, es hätte uns schlimmer treffen können.

Pünktlich zu diesem Heimspiel in der dunklen Jahreszeit zog auch der Winter in Bad Cannstatt ein, so dass uns ein frostiger Abend bei Temperaturen um die sechs Grad unter dem Gefrierpunkt bevorstehen sollte. Auf der einen Seite jammere ich als Liebhaber einer Freiluftsportart nicht gerne darüber, zumal ich auch schon das Spiel gegen Hoffenheim bei minus 17 Grad und jenes 1994 im Münchner Olympiastadion bei minus 16 Grad und eisigem Wind überstanden habe. Und doch merkte ich, dass ich auf diese eisige Kälte Ende November noch nicht eingestellt war und hoffte umso mehr auf ein erwärmendes Spiel.

Trainer Hannes Wolf verzichtete gegen den Club auf den von einer Gelbsperre zurückgekehrten Kevin Großkreutz, was diesem nicht sonderlich geschmeckt haben dürfte. Großkreutz bittet einerseits um Geduld, was das Erlangen seiner Topform angeht und ist doch Profi genug, um Frust zu schieben, wenn ihn der Trainer auch mal draußen lässt.

Plausibel fand ich die Erklärung Wolfs dazu, dass er Pavard den rechten Verteidiger mimen ließ, weil die Trainer hohe Bälle auf die schnellen Nürnberger Außen erwarteten und ihnen Pavard als Antwort darauf passender erschien.

Wolf verlangt seinen Spielern in Sachen Flexibilität einiges ab und geht diesbezüglich mit gutem Beispiel voran. Es scheint, alles was Wolf macht, habe Hand und Fuß und sei vor allem sehr gut durchdacht. Es steht dem VfB unter Wolf sehr gut zu Gesicht, dem jeweiligen Gegner Respekt zu zollen, indem man das eine oder andere Mal auch seine Aufstellung danach ausrichtet, „welche Themen der Gegner anzubieten hat“. Dadurch ist schließlich auch der VfB selbst dann schwerer ausrechenbar.

Gegen die Franken kehrte der VfB vom in Berlin praktizierten 3-4-3 zum 4-1-4-1 zurück, wobei Zimmermann den einzigen Sechser mimte und Gentner, Maxim, Mané und Asano die einzige Spitze Simon Terodde füttern und unterstützen sollten. Dies klappte auf Anhieb sehr gut. Der VfB und insbesondere Simon Terodde entwickeln sich mehr und mehr zu den Frühstartern der Liga. Mané auf Asano, dieser mit klasse Übersicht zu Terodde und es stand 1:0 in der 3. Minute. Da war er doch, der erste erwärmende Moment des Abends.

Auch das gefällt mir beim Wolf’schen Fußball. Meine Idealvorstellung einer unter der Woche nur trainierenden Mannschaft ist es ja seit eh und je, dass sie den Spielen entgegenfiebert und mit den Hufen scharrt, bis es endlich raus geht auf den grünen Rasen und sie alles in Grund und Boden rennen möchte.

Jahrelang war aber eher das Gegenteil der Fall. Es sah nach lästiger Pflichterfüllung aus und die ersten Halbzeiten plätscherten ohne Esprit und Höhepunkte vor sich hin.

Das ist nun anders. Man merkt der Mannschaft mittlerweile an, dass sie sich etwas vorgenommen hat, wenn sie vom Anpfiff weg nach Lösungen in der Offensive sucht und, vor allem zu Hause, sehr aktiv und initiativ ist.

Positiver Nebeneffekt dabei ist, dass im modernen Fußball das 1:0 oft der Wegweiser ist, in welche Richtung ein Spiel läuft und es somit weitaus erfolgsversprechender ist, selbst die Initiative zu übernehmen, anstatt einfach mal abzuwarten, was denn der Gegner so drauf hat.
Phasenweise spielt der VfB bereits jetzt einen tollen Fußball. Die Abwehr um Timo Baumgartl stabilisiert sich mehr und mehr, Kaminski scheint sich festzuspielen und in Mané, Asano und Terodde erwächst ein neues magisches Dreieck. Auf den defensiven Außen entwickelt sich Pavard zu einer echten Alternative für Kevin Großkreutz und der einst so wechselwillige Florian Klein steht derzeit tatsächlich auf dem Abstellgleis, während Emiliano Insúa, auch mangels echter Alternative, über fast jeden Zweifel erhaben ist.

Noch sind diese tollen Phasen zu rar gestreut, das weitere Augenmerk von Wolf wird darauf ausgerichtet sein, diese guten Phasen länger, im Optimalfall auch mal für neunzig Minuten, hinzubekommen.

Nach einer Führung neigt der VfB nach wie vor dazu, einen Gang zurück zu schalten und dem Gegner den Ball zu überlassen. Dann regiert die Devise „Safety first“, so dass die Abstände zwischen Defensive und der Offensive zu groß und der Weg zum Tor dadurch zu weit sind. In Berlin rächte sich dies, gegen den Club zum Glück nicht, weil es gelang wenigstens das 2:0 nachzulegen.

Hier sind vor allem unsere zentralen Mittelfeldspieler wie Zimmermann und Gentner gefragt, die Räume noch besser zu nutzen und ein Gespür dafür zu entwickeln, wann der Risikopass nach vorne die bessere Alternative ist, als der Rückpass zu einem Abwehrspieler.

Wolf ist aus Dortmund sicherlich ein anderes Level in diesem Bereich gewohnt, so dass man gespannt sein darf, ob es personelle Veränderungen geben wird, wenn Wolf erstmals an der Kaderzusammenstellung mitwirken darf. Spieler wie Gündogan, Sahin, Kehl, Bender, Weigl und einige andere wird sich der VfB zwar nicht leisten können, aber vielleicht solche, die das Zeug und vor allem die Spielintelligenz und Zweikampfstärke mitbrächten, zu einem solchen Kaliber entwickelt zu werden.

Mané und Asano aber entwickeln sich durch ihre Schnelligkeit und Ballfertigkeit immer mehr zu Waffen im Aufstiegskampf.

Beide sind auf Leihbasis beim VfB, Mané für zwei Jahre, Asano für ein Jahr, jedoch mit Option auf ein weiteres. Bei Mané soll sich der VfB eine Kaufoption für 15 Millionen Euro gesichert haben, was bei Asano nicht der Fall ist.

Jedoch könnten dem VfB die Folgen des Brexit in die Karten spielen, sollte „Ausländern“ der Zugang in den englischen Arbeitsmarkt weiter erschwert und Asano die „Arbeitserlaubnis“ auf der Insel verwehrt bleiben.

Die 15 Millionen Euro für Mané muten sich als Zweiligist zwar als utopisch an, jedoch, steigt man auf und möchte man sich langfristig in der Bundesliga etablieren, benötigt man eine gute Mannschaft und Spieler wie Mané, die den Unterschied ausmachen können.

Bei Mané sehe ich durchaus das Potential seines Fast-Namensvetters Leroy Sané, der für gut vierzig (!) Millionen Euro von Schalke zu Manchester City wechselte. Nicht immer ist also sparen gleich sparen. Man muss bei einem Spieler, der eine hohe Rendite verspricht, auch mal in ein kalkuliertes Risiko gehen.

Gegen Nürnberg machte sich der VfB das Leben schwer, indem durch leichtfertige Stockfehler gute Umschaltmöglichkeiten schon im Ansatz verschenkt wurden und man die Clubberer so nach der frühen Führung überhaupt ins Spiel kommen ließ.

Daraufhin zeigte der Club dann auch, dass mit ihm zu rechnen ist und der VfB hatte Glück, dass gerade in jener Phase, als die Franken dem Ausgleich mit einem Pfostentreffer bedrohlich nahe kamen, das 2:0, wiederum durch Terodde, glückte.

Mané schlug eine Flanke von rechts, Maxim schlug unfreiwillig über den Ball, doch Terodde, ganz Goalgetter, irritierte das nicht, so dass er überlegt einschieben konnte.

Terodde traf damit im fünften Ligaspiel in Folge und schraubte seine Ausbeute auf acht Treffer in diesen fünf Spielen. Damit entschied Terodde auch das Duell der Top-Torjäger klar für sich und kam durch sein zehntes Saisontor bis auf einen Treffer an Guido Burgstaller, den Führenden der Torjägerliste, heran. Die derzeitige Treffsicherheit von Terodde kommt damit auch der Rekonvaleszenz von Daniel Ginczek zu Gute, nimmt sie doch etwas vom Druck, Ginni zu früh rein werfen und ein zu hohes Risiko eingehen zu müssen.

Nach dem Seitenwechsel kontrollierte der VfB die Partie weitestgehend und verwaltete den Vorsprung, wobei man die Vorentscheidung mehrmals nur knapp verpasste. Als Nürnberg dann zur Schlussoffensive ansetzte und zehn Minuten vor dem Ende zum Anschluss kam, wurde es unnötigerweise noch einmal eng, ehe Asano in der Nachspielzeit nach feinem Zuspiel von Mané den Schlusspunkt zum 3:1 setzte.

Das WIE war mir an diesem frostigen Abend völlig egal. Das Wichtigste war, dass wir in den entscheidenden Momenten effektiv genug waren, einen ernsthaften Mitaufstiegs-Konkurrenten zu schlagen und uns vom Leibe zu halten. Ich titelte kürzlich, „der VfB ist wieder in der Spur“, was durch diesen wichtigen Sieg noch einmal unterstrichen wurde.

Gestern sollte dann einer der Leckerbissen der Saison für einen Fußball-Nostalgiker wie mich folgen. Es ging ins schöne Erzgebirge, zum FC Erzgebirge (Wismut) Aue.

Aue hat inzwischen dem SV Meppen den Rang abgelaufen, wenn es für Erstligisten um den Inbegriff für die 2. Liga geht. Vor einigen Jahren formulierte Hansi Müller seine Gedanken in der Form, dass er nicht im November bei fünf Grad nach Aue wolle, als man ihn auf einen möglichen Abstieg angesprochen hatte. Gut, ganz so kam es nicht, war es schließlich bereits Dezember und die Temperaturen entsprechend auch schon im Bereich unter null Grad.

Leider befindet sich das Erzgebirgsstadion momentan im Umbau, so dass lediglich 10.000 Zuschauer Platz finden und das halbe Stadion eine Baustelle ist. Für mich tat dies dem besonderen Flair jedoch keinen Abbruch. Er war auch unter diesen Umständen zu spüren, dieser ehrliche Fußball, der dort noch malocht wird und dessen Vereinshymne nicht von ungefähr das Steigerlied der Bergleute-Zunft ist.

Die frühen Anstoßzeiten in der 2. Liga fordern auch uns Fans einiges ab, klingelte am Sonntagmorgen, der eigentlich zum ausschlafen gedacht ist, schon um 4 Uhr der Wecker. Gegen halb sechs stiegen wir in Ditzingen-Ost in den RWS-Bus und begaben uns auf die rund 420 Kilometer lange Reise. Leere Autobahnen die ganze Fahrt über, so dass wir überraschend schnell unser Ziel erreichten und genügend Zeit verbleiben sollte, noch einige Freunde und Bekannte zu treffen.

Leider hatten wir diese Rechnung zunächst einmal ohne die sächsische Polizei gemacht. Diese passte uns auf einer Einfallstraße nach Aue, genauer gesagt im Örtchen Raum (!) ab und zwang uns zum Halt. Dann hieß es, man wolle „die“ Busse gesammelt zum Stadion eskortieren. Dumm dann natürlich für diejenigen, die beizeiten abfuhren! Da die Polizei offensichtlich keinen Plan hatte, auf wie viele Busse sie überhaupt zu warten hätte, beließ man es dabei, die Eskorte zu starten, nachdem fünf, sechs weitere Busse eingetroffen waren.

Wir wurden also zum Busparkplatz eskortiert, wo der nächste Ärger auf uns wartete, weil der Parkplatz schon recht vollgeparkt war und dabei die Wendekreise der Busse nicht bedacht wurden und unser Kutscher eine gefühlte Ewigkeit lang rangieren musste, um überhaupt in den Parkplatz hinein manövrieren zu können. Da fragt man sich manchmal wirklich, wer solche „Strategien“ ausheckt, zumal es im Umfeld des Spiels und des Stadions ruhig blieb und auch im Vorfeld keine Ausschreitungen zu befürchten waren.

So war der erste Eindruck über unsere Gastgeber kein sonderlich guter. Durch diese Aktionen hatten wir bereits wertvolle Zeit verloren und entschlossen uns, nach einem schnellen Bierchen am Bus, uns zu unserem Eingang zu begeben. Mir gelang es unter der Woche noch, unsere Karten für den Gästeblock G gegen welche auf der Gegentribüne E zu tauschen, von wo aus eine bessere Aussicht auf unsere Fankurve zu erwarten war.
Da laut Stadionordnung und Faninfos davon auszugehen war, dass es Probleme mit allen Kameras größer einer kompakten geben könnte, ließ ich „die Große“ vorsichtshalber gleich zu Hause und nahm nur die Kompaktkamera mit. Wie bereits in einigen anderen Spielen, wo ich mich eher im Heimbereich positionierte und mir nicht sicher war, wie man als Fan mit gegnerischer Fankleidung aufgenommen bzw. ob man mit dieser überhaupt hereingelassen werden würde, entschied ich mich für neutrales Outfit. So gab es am Einlass überhaupt keine Probleme, das Ordnungspersonal, mit dem ich an diesem Tag zu tun hatte, war durchweg freundlich und auch kompetent.

Drinnen bemerkte ich dann schnell, dass auch VfB-Outfit kein Problem dargestellt hätte, tummelten sich doch einige VfBler in unserem Bereich. Den auf meiner Eintrittskarte aufgedruckten Platz hätte ich zum fotografieren vergessen können, war er doch sehr nah am Zaun neben dem Pufferblock zum Gästebereich und zudem noch mit einer dicken Reif-Schicht belegt.

Da die Ordner und auch die Auer Fans sehr entspannt waren, konnte man sich im Block gut bewegen und vorne an der Bande stehen, natürlich in Bereichen, wo man niemandem die Sicht versperrte. Es gibt ja viele Stadien, in denen sofort ein Ordner zur Stelle ist, und einen anweist, seinen angestammten Platz einzunehmen, dies war in Aue zum Glück nicht der Fall.

Wie überall, wo es Vollbier gibt, testete ich auch dort gleich einmal den Bierstand, beließ es jedoch bei einem Bierchen, bevor mir bei einem weiteren der Becher an die Hand gefroren wäre. Es war bitter kalt an diesem Nachmittag.

Wolf startete mit einer Änderung im Vergleich zum Nürnberg-Spiel, Özcan durfte für Maxim ran, der überhaupt nicht im Kader war. Die offizielle Sprachregelung lautete „muskuläre Probleme“, wenn man jedoch Maxims Körpersprache in den letzten Wochen und Monaten betrachtet und sieht, dass er es auch topfit oft nicht in die erste Elf schafft, liegt die Vermutung nahe, dass er sich mit seinem Standing nicht anfreunden kann und es deshalb zu Differenzen gekommen ist. Sei’s drum, es zählen ohnehin keine Einzelschicksale, wichtig ist der Mannschaftserfolg.

Der VfB begann die Partie äußerst verhalten und ließ Aue das Spiel machen, während man selbst auf Konter lauerte. Dies ist immer eine gefährliche Herangehensweise, vor allem dann, wenn der Gegner diese Einladung annimmt und den VfB in die eigene Hälfte drückt. Aue gelang das jedoch nur bedingt. Hervorragend gelang zwar ihr Pressing, das den VfB zu zahlreichen Ballverlusten zwang, doch, sie spielten ihre Angriffe oft nicht zu Ende, schlossen überhastet ab oder der letzte Pass wurde schlampig gespielt.

Deshalb wurde die anfängliche Passivität des VfB nicht bestraft, im Gegenteil. Nach Özcan-Ecke verlängerte Pavard zu Timo Baumgartl, welcher völlig frei zum 0:1 einköpfen konnte. Es war Baumgartls allererster Treffer im 53. Pflichtspiel und in seinem 50. Liga-Spiel für den VfB. Wie sich Baumgartl in die Arme von Trainer Wolf warf, zeugt von einem guten Verhältnis zwischen Trainer und Spieler und ist wohl auch der Dank an Wolf, Baumgartl zum Abwehrchef gemacht zu haben.

In der Folgezeit verfiel der VfB in sein altes Phlegma und ließ Aue kommen. Das ging beinahe ins Auge, als Kvesic fünf Minuten nach der Führung nur die Querlatte traf. Langerak war mit den Fingerspitzen noch dran, klasse Aktion des Mannes mit der Mütze.

Auch Rizzuto ließ man kurz darauf ohne große Gegenwehr in Schussposition kommen, dieser verzog jedoch. Wieder wie aus dem Nichts erhöhte der VfB dann auf 2:0, als Asano einen langen Ball, halb mit der Brust, halb mit dem Arm, stark mitnahm und an den langen Pfosten flankte. Gentner war zur Stelle und traf unter gütiger Mithilfe von Keeper Haas zum 0:2. Danach war lange wieder nur Aue am Drücker und kam zu durchaus guten Einschussmöglichkeiten, welche ziemlich kläglich vergeben wurden. Das unterstrich, dass man zu sehr vom kurzfristig ausgefallenen Torjäger Köpke (7 Saisontore) abhängig zu sein scheint.

Kurz vor der Pause versuchte dann noch Nicky Adler mit einer plumpen Schwalbe einen Elfmeter zu schinden. Respekt an den Schiedsrichter, der sofort die gelbe Karte zeigte und auf Freistoß für den VfB deutete.

Tja, lieber Nicky Adler, wie man am Samstag am Beispiel von Timo Werner gesehen hat, verleiht zwar Red Bull Flügel, der BSG Wismut offensichtlich aber nicht.

Ein Wort noch zu Timo Werner und dem DFB in diesem Zusammenhang:

Werner sollte besser wieder auf Döner umsteigen und das Grünzeug, das ihm in Leipzig verabreicht wird, bei Seite schieben, damit er standhaft bleibt und nicht bei jedem Windstoß, wie vom Blitz getroffen, hinfällt.

Und, zum DFB, solang man stur auf einer Regel wie der der Tatsachentscheidung beharrt, die es seit gefühlten 100 Jahren gibt und die längst überholt ist, sind Lug und Betrug im Fußballgeschäft weiterhin Tür und Tor geöffnet.

Was wäre daran auszusetzen, eine Entscheidung eines Schiedsrichters öffentlich als falsch zu erklären? Dies untergräbt doch dann nicht mehr die Autorität eines Schiedsrichters, wenn es um eine Szene geht, von der Millionen von Menschen bereits wissen, dass es sich um eine Fehlentscheidung handelte. In welcher Welt leben diese Funktionäre? Für mich hätte es eindeutig eine abschreckende Wirkung, wenn Werner jetzt, meinetwegen für drei Spiele, gesperrt werden würde.

So ging es mit einem durchaus schmeichelhaften 0:2 in die Halbzeitpause, in der wir uns ob unserer mehr und mehr abfrierender Gliedmaßen bereits den Schlusspfiff und den warmen Bus herbei sehnten.

Warm sollte es dann aber doch werden, jedoch nur im Gästeblock. Mit Beginn der zweiten Halbzeit wurde gezündelt was das Zeug hielt und das Erzgebirgsstadion immer wieder für kurze Zeit eingenebelt. Der Aufschrei in den sozialen Netzwerken ist mal wieder riesig, von hirnlosen Idioten, die nur dem Verein schaden wollen, die Rede.

Ich fand es megageil anzusehen und zu fotografieren und bin absolut pro Pyro, wenn die Bengalos vernünftig gezündet werden und die Hand erst verlassen, wenn sie erloschen sind. So geschehen gestern, so auch in Homburg. Ein Problem habe ich lediglich dann, wenn Böller gezündet werden, die schwere Knalltraumata hervorrufen können, Raketen abgeschossen werden oder brennendes Material aufs Feld oder in Zuschauermengen gefeuert wird. Ein gewisses Restrisiko bleibt natürlich bestehen, aber, das hat man auch wenn man auf die Straße geht oder sich ans Steuer setzt. Meiner Erfahrung nach ist es auch eine Mär, dass, wie die Vorwürfe im Internet lauten, Pyros von Kindern im Vollsuff gezündet werden, viel mehr erfolgt der Umgang mit Pyro-Technik, zumindest in unserer Ultras-Szene, durchaus verantwortungsvoll. Aber, das bekommen Leute, die von der Couch aus urteilen, natürlich nicht mit.

Der erste Ausruf der Couch-Potatoes, die sich gestern darüber beklagten, bei Sky zeitweise nichts mehr vom Spiel gesehen zu haben, lautet, dass Pyro verboten sei und man es schon deshalb zu unterlassen habe.

Dieses Argument ist für mich an Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Solchen Kandidaten empfehle ich, fahrt erst einmal auswärts, bevor ihr im Netz die Klappe aufreißt.

Weil einem auf einer Auswärtsfahrt diffuseste Verbote entgegen schlagen, die schon an Menschenrechtsverletzungen grenzen, weil sie die persönliche Freiheit in nicht unerheblichem Ausmaß einschränken, führt dies bei mir zu einem „Jetzt erst recht“ und dazu, dass ich Verbote rund um ein Fußballspiel nicht automatisch für richtig halte und sie kritiklos akzeptiere.

Ich lasse es mir nämlich ungern vorschreiben, welchen Weg ich zu nehmen habe, ob ich in Polizeibegleitung oder individuell zum Stadion gelangen möchte und ob ich aufs Klo darf oder nicht. Mit solchen „Maßnahmen“ hat man es auswärts regelmäßig zu tun, wenn man zur falschen Zeit am falschen Ort ist. Alkoholverbote für ganze Gebiete tun ihr übriges, auch dann sucht man nach Wegen, dieses zu umgehen.

Und dann soll allen Ernstes jemand davon abgehalten werden, Pyros zu zünden, weil das verboten ist? Würde man wieder in den Dialog treten und, Auswärts-Fans nicht regelmäßig wie Aussätzige oder Vieh behandeln, käme man vielleicht auch in Sachen „kontrollierter Einsatz von Pyro-Technik“ näher aufeinander zu, solang das „Miteinander“ aber in einer Einbahnstraße mündet und die Restriktionen gegen Fans eher noch zu- als abnehmen, wird das Versteckspiel weiter gehen und der Anreiz nicht weniger werden, trotz intensivster Kontrollen Material hineinzuschmuggeln.

Über das Argument, dass die Zündelei die Vereine Unsummen an Geld kosten würde, lache ich genauso. In einem Business, in dem es um Milliarden geht, werden Strafen im Zehntausender-Bereich aus der Portokasse bezahlt. Solang es sich ein Verein wie der VfB noch leistet in 5-Sterne-Luxus-Wellness-Ressorts und abgeschottet von der Außenwelt abzusteigen, solang Geld für Charterflieger zur Verfügung steht, solang für die Abfindungszahlungen für Trainer, Sportdirektoren und auch Spieler, die der VfB allein in den letzten drei bis vier Jahren angehäuft hat, wohl zig Jahre lang gezündelt werden könnte, so lang muss man sich wohl keine Sorgen machen, dass der VfB durch diese Strafzahlungen in seinen Grundfesten erschüttert werden könnte.

Für diese (außerplanmäßigen) Kosten sind sicherlich Rücklagen gebildet und diese werden am Ende, wenn das Urteil des DFB gesprochen ist, für gemeinnützige Zwecke gespendet. Man könnte also auch in die Richtung argumentieren, dass es vernünftiger ist, dem Gemeinwohl Gutes zu tun, als teuren Missverständnissen wie Torun, Abdellaoue und wie sie alle in der Vergangenheit hießen, mittels Abfindung den Abgang schmackhaft machen zu müssen. Erst wenn der VfB nachweislich kein Geld mehr zum Fenster hinaus wirft, kann man anfangen, über diese vergleichsweise Peanuts-Beträge zu lamentieren.

Härter würde den VfB natürlich ein Zuschauer-Teilausschluss treffen, wobei dieser, siehe Frankfurt gegen uns in der letzten Saison, auch ganz schön nach hinten los gehen kann.

Der gesundheitliche Aspekt ist sicher auch nicht bei Seite zu schieben, jedoch muss jeder, der sich ein Ticket für den Fanblock besorgt, damit rechnen, dass es auch mal rauchen könnte. Die Gegner werden darauf entgegen, nein, müssen sie nicht, das ist jedoch mehr Wunschdenken als die Realität. Dieser muss man eben auch mal ins Auge blicken, wenn es einem gerade nicht in den Kram passt.

Das Abbrennen von Pyro-Technik geschieht zudem nicht aus heiterem Himmel. Als Umstehender bekommt man mit, wenn sich etwas zusammen braut, und hat dann noch genug Zeit, in einen anderen Bereich des Blockes zu wechseln. Die Gase, die man von weitem dann noch einatmet, dürften kaum heftiger sein als die schlechte Luft in der Feinstaubhauptstadt Stuttgart.

Dass Gegner und Befürworter hier nie auf einen grünen Zweig kommen, ist mir klar, daher sind gegenseitige Bekehrungsversuche auch völlig sinnlos.
Ultras hier pauschal als besoffene und hirnlose Idioten zu betiteln, die man alle mit lebenslangem Stadionverbot belegen solle, wie ich es zu diesem Thema mehrfach gelesen habe, ist Quatsch. Wir wollen alle eine bunte und laute Fanszene, die durch derartige Couch-Hooligans sicherlich nicht am Leben erhalten werden würde. Interessant wäre es einmal, nur jene zu befragen, die in Aue dabei waren. Kritik las ich nämlich nur von solchen, die nicht vor Ort waren, wie so oft eben!

Da ich mir, bevor ich es mir anmaße, eine Partie aus meiner Sicht zu analysieren, die Spiele hinterher auf Sky noch anschaue, tangierte es mich weniger, dass ich vom Spielgeschehen in der 2. Halbzeit fast nichts mehr mitbekam. Ich war eigentlich ständig direkt hinter der Auer Trainerbank mit hervorragendem Blick auf beide Fankurven, jedoch nicht mehr aufs Spielfeld. Da sah ich gerade noch die beiden Strafräume einigermaßen ein.
Nachdem ich mittlerweile das gesamte Spiel gesehen habe, kann ich mir auch ein paar Worte zur zweiten Halbzeit erlauben. Aue kam auch in der zweiten Hälfte engagierter als der VfB aus den Katakomben der Bauruine und doch hatte Mané die erste Konterchance, als er es versäumte zu Terodde zu passen. Mané schnürte schließlich noch, nach Fürth, seinen zweiten Doppelpack, während Asano bei einer weiteren Konterchance abermals Terodde links, bzw. in dem Fall rechts, liegen ließ und verzog. Langerak verhinderte dann noch in der 87. Minute den verdienten Auer Anschlusstreffer und auch, dass mein 1:4-Tipp aufging, womit ich jedoch wohl besser leben konnte als die aufopferungsvoll kämpfenden Veilchen.
Der Sieg fiel eindeutig zu hoch aus und war lediglich der brutalen Effektivität zu verdanken, weil man vier seiner fünf Torschüsse im Kasten versenken konnte und diese Kaltschnäuzigkeit den Auern abging. Aue hatte mehr Abschlüsse und das engagiertere Spiel zu verzeichnen, am Ende aber zählen, zum Glück für den VfB, die Tore.

Spätestens nach dem 0:4 verstummte auch die Auer Anfeuerung, lediglich das Steigerlied intonierten sie, begleitet von einer netten Schalparade, noch einmal.

Bei uns auf der Gegentribüne gingen während der gesamten zweiten Halbzeit auch einige VfBler aus sich heraus und machten bei „Steht auf, wenn ihr Schwaben seid“ mit oder stimmten ein „Hier regiert der VfB“ an.

Da ich persönlich es auch nicht mag, wenn sich Gegner bei uns auf der Haupttribüne in Stuttgart so aufspielen und ich mich darüber, an einem ohnehin gebrauchten Tag, mitunter sehr aufrege, freue ich mich als Gast im Heimbereich lieber in mich hinein und provoziere nicht noch irgendwelche Reaktionen.

Bis auf ein Handgemenge von Auern untereinander bekam ich keine Anfeindungen mit. Es war eine wohltuende Atmosphäre mit netten Gastgebern. Auch nach dem Spiel, kein böses Wort, sondern eher, dass wir ja eh in die Bundesliga gehören und man sich wohl so schnell nicht wieder auf Augenhöhe begegnen würde.

Ein wenig hatte dieser Auftritt etwas von einem Pokalspiel, der Stadionsprecher feierte, dass sich „für uns (den VfB) ein Traum erfüllen würde“, im schönen Erzgebirge aufzulaufen und auch sonst hatte man den Eindruck, dass die Auer fast vor Ehrfurcht erstarrten, den großen VfB wenigstens einmal in einem Ligaspiel begrüßen zu dürfen. Da hat man als VfB im Osten auch schon ganz Anderes erlebt, „scheiß Wessis“ und so.
Ich war froh, diesen Ground, wenn auch als Baustelle und wenn auch in einem Pflichtspiel, erleben zu dürfen und wünschte den Auern dann im Gegenzug auch den Klassenerhalt, auch wenn ich in der 2. Liga mittlerweile immer mehr Vereine ins Herz schließe. ;-)

Gegen Hannover 96 wird sich der VfB steigern müssen, um nicht sein blaues Wunder zu erleben. Da aber das gute Pferd nur so hoch springt, wie es muss und es in letzter Zeit in einer vom Niveau her ziemlich schwachen 2. Liga meist auch so gereicht hat, bin ich ganz optimistisch, dass wir zu Hause zumindest nicht verlieren werden.

Mit einem Remis könnte der VfB im Zweifel wohl besser leben, als Hannover. Dennoch gilt es natürlich auch am kommenden Montag mit der Maxime anzutreten, den sechsten Heimsieg in Serie einfahren zu wollen. Hannes Wolf wird auch hier einen Matchplan (ich glaube im Zusammenhang mit dem VfB verwende ich diesen Begriff zum ersten Mal) erarbeiten und Hannover seiner Stärken zu berauben versuchen. Mit Spannung wird sicherlich die Rückkehr Martin Harniks ins Neckarstadion erwartet. In Hannover ist er auf dem Weg zurück zu alter Treffsicherheit, die ihm in Stuttgart in den letzten Jahren abging. Vielleicht genügt ja die schlechte Stuttgarter Luft, dass er wenigstens an alter Wirkungsstätte die Hundertprozentigen wie in alten Zeiten vergibt, wir werden sehen.

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