6. Mai 2012

Der perfekte Tag!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , , , – Franky @ 11:27

Der gestrige kam einem perfekten Tag ziemlich nah. Früh morgens ging es schon los zur Saisonabschlussfahrt des OFC Leintal Power aufs Partyfloß des Neckarkäptn, mit dem wir von der Anlegestelle Poppenweiler nach Bad Cannstatt fuhren.

Vor dem Spiel noch ging es weiter auf den Wasen, Pilsbar Grandl. Dann weiter ins Stadion, wo zunächst Stefano Celozzi, Timo Gebhart, Matthieu Delpierre und Khalid Boulahrouz verabschiedet wurden, eine wunderschöne Choreographie zelebriert wurde, der VfB anschließend ein Spiegelbild der Saison ablieferte, indem er am Boden lag und stark zurückgekommen ist, mit anschließender Ehrenrunde, wo der Einzug in die Europa-League Playoffs mit den Fans gefeiert wurde.

Nach dem Spiel dann feierten wir ebenfalls noch mal richtig mit dem OFC United Supporters, indem wir eine Kneipentour durch Cannstatt unternahmen. Heute ist daher erst einmal Regeneration angesagt, allerdings erst, nachdem die Bilder online sind und ein Bericht verfasst wurde.

Wie schon erwähnt, steht das gestrige Spiel für mich exemplarisch für unseren Saisonverlauf. Nach einem guten Beginn folgte ein recht ernüchternder Durchhänger, um am Ende wieder alle Kräfte zu mobilisieren und das Ruder noch herumzureißen. Grund zum jubeln haben wir ohne Zweifel. Der sechste Tabellenplatz ist ein riesen Erfolg, wenn man sich vor Augen führt, wo wir vor Jahresfrist standen. Nach der Floßfahrt 2011 stand das alles entscheidende Spiel gegen Hannover 96 an, in dem wir zum siegen verbannt waren, um nicht abzusteigen. Jetzt dürfen wir uns wieder auf Europa freuen! An dieser Stelle ist es auch einmal an der Zeit, eine Lanze für Bruno Labbadia und sein Team zu brechen, der uns innerhalb von 1 ½ Jahren vom Abstiegsplatz in die Europa League geführt hat. Diese Leistung ist nicht hoch genug zu bewerten, befindet sich der VfB doch noch immer in einer Phase der wirtschaftlichen Konsolidierung. Erst jetzt, im Sommer 2012, ist der VfB befreit von einigen hochdotierten Verträgen und auch Fehleinkäufen, die noch Horst Heldt zu verantworten hatte. Bisher waren Fredi Bobic und damit auch Bruno Labbadia die Hände gebunden, da sie mit Spielern arbeiten mussten, die teilweise ihre Verträge absaßen, die ihnen Shopping-Hotte zugestand.

Jetzt hat der VfB die große Chance den Kader weiter punktuell zu verstärken, das aber nur dann, wenn aus der zweiten Mannschaft kein geeignetes Personal rekrutiert werden kann. Der Kader kann auf ein Normalmaß von 22-25 Spielern verkleinert werden, was dem Trainerteam das arbeiten erleichtern und die Zahl der Tribünenhocker ohne jede Einsatzchance reduzieren würde. Die Transferbilanz von Fredi Bobic liest sich hervorragend, klammert man einmal Camoranesi aus. Ansonsten hat er mit Augenmaß Zugänge präsentiert, die uns allesamt weiter brachten. Von den bisher feststehenden Abgängen sind alle mehr oder weniger nachvollziehbar. Celozzi ist nie richtig in Stuttgart angekommen, Delpierre mit geschätzten 4,2 Millionen Euro Jahressalär zu teuer und auch ohne Aussicht auf die Rückkehr in die Stammformation. Timo Gebhart tut sicherlich eine Luftveränderung gut, für ihn war in Labbadias System kein Platz mehr. Ihm wünsche ich, dass ihn Dieter Hecking in Nürnberg „hinbekommt“. Er muss auf gut deutsch erwachsen werden und mehr durch Leistungen auf dem Platz, als durch seine Präsenz im Nachtleben, von sich reden machen. Am meisten schmerzt mich der Abgang von Khalid Boulahrouz. Ihn mag ich vom Typ her, einer, der Vollprofi durch und durch ist und für Fans immer ein offenes Ohr hatte. Seine Verpflichtung damals mit einem hochdotierten Vertrag war ebenfalls Horst Heldt zuzuschreiben und für mich zu der Zeit nicht nachvollziehbar. Unsere Innenverteidigung stand damals mit Tasci und Delpierre felsenfest, wofür also einen hochbezahlten Bankdrücker verpflichten? Daher kam er lange nicht auf die Beine beim VfB, zumal er durch den Verlust eines Kindes auch privat eine sehr schwere Zeit durchmachte. Jetzt, unter Bruno Labbadia, zum Schluss seiner Ära beim VfB, nahm er die Rolle als Rechtsverteidiger an, die er phasenweise bärenstark interpretierte. Er ist zweikampfstark und zudem blitzschnell, was man ihm kaum zutraut. Leider verletzte er sich nach seiner starken Vorstellung in Sinsheim, als er beide Tore vorbereitete und im Kampf um einen neuen Vertrag keine weiteren sportlichen Argumente mehr liefern konnte. Trotzdem ist es natürlich nachvollziehbar, dass sich Verein und Spieler mit ihren unterschiedlichen (finanziellen) Interessen nicht nahe kamen. Eine Vertragsverlängerung wäre nur in Betracht gekommen, wenn der Spieler auf etwa die Hälfte seines bisherigen Salärs verzichtet hätte. Der Spieler wiederum pocht sicherlich darauf, dass es um „seinen letzten großen Vertrag“ geht und sondiert den Markt, wer ihm mehr bezahlt als der VfB. Alles Gute Kannibale!

Ob uns weitere Spieler mit hochdotierten Verträgen verlassen, wie bspw. Molinaro, Kuzmanovic oder sogar Cacau, werden die nächsten Wochen und Monate zeigen. Ebenso, welche Neuen Bobic aus dem Hut zaubert. Erster „Neuzugang“ ist Daniel Didavi, der zurückkehren soll und sich dem Kampf um einen Platz im Team stellen muss. Kann er dabei Leistungen anbieten, wie zuletzt in Nürnberg, dürfen wir uns auf ihn freuen. Ich denke mal, die über viereinhalb Monate dauernde Sommerpause wird spannend werden wie selten.

Wir werden uns die Zeit bis dahin mit dem ein oder anderen Testspiel vom VfB zum Saisonabschluss verkürzen, beim Länderspiel Schweiz-Deutschland in Basel vor Ort sein und wieder zum Trainingslager reisen, sofern es der Termin zulässt. Und dann bin ich jetzt schon gespannt, wohin uns die Europa League Playoff Auslosung führt. Nach einjähriger Europa League Abstinenz lechzt man förmlich nach dem nächsten internationalen Auftritt. Nicht zuletzt steht dann noch die Europameisterschaft in Polen und der Ukraine an, die wir aufgrund der Gegebenheiten in der Ukraine nicht bereisen werden. Nicht nur die politische, auch die infrastrukturelle Lage und die exorbitant gestiegenen Übernachtungskosten schrecken ab, sich das anzutun.

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5. Oktober 2010

VfB stürzt immer tiefer in die Krise

Category: Spielberichte — Tags: , , , , , , – Franky @ 19:11

Cacau fiel in die Knie und brüllte die Freude aus sich heraus. Ein Tor hat der VfB-Stürmer gerade geschossen, das vermeintliche 2:2 gegen Eintracht Frankfurt, in der 89. Minute. Eine Erlösung schien es für Cacau – doch dann realisierte er, dass der Linienrichter die Fahne gehoben hatte und der Treffer nicht galt. Keiner wusste, warum – ein reguläres Tor war es erneut, wie schon im Spiel gegen Nürnberg, als Pawel Pogrebnjak nur kurz hatte jubeln dürfen. An Pech mit den Unparteiischen mangelt es dem VfB also nicht.

Das alleine erklärt jedoch keineswegs, dass die Stuttgarter am Sonntag mit 1:2 (0:1) gegen Eintracht Frankfurt verloren haben. Denn wahr ist auch, dass die Mannschaft von Christian Gross nach einem guten Start und vor beherzten fünf Schlussminuten wieder einmal einen beängstigend schwachen, teils leblosen Eindruck hinterlassen hat. Von sieben Spielen hat der VfB nun sechs verloren, er hat 15 Gegentreffer kassiert und liegt auf dem letzten Tabellenplatz – es ist eine Bilanz des Grauens.

Er habe zu offensiv aufgestellt, hatte der Trainer Gross nach dem 1:4 gegen Leverkusen eingeräumt – und ließ seine Elf diesmal vorsichtiger zu Werke gehen. Im Mittelfeld stellte er – auch aufgrund des Fehlens von Mauro Camoranesi, Daniel Didavi, Timo Gebhart und Johan Audel – vier etatmäßige defensive zentrale Spieler auf: Mamadou Bah und Zdravko Kuzmanovic in der Mitte, Christian Träsch rechts und Christian Gentner links.

Nicht nur die taktische Ausrichtung, auch die Einstellung war zunächst anders als gegen Leverkusen. Aggressiv und einsatzfreudig begann der VfB das Spiel. Flüssig lief der Ball in der Anfangsphase, in der die Stuttgarter, meist initiiert von Träsch, zu einer Reihe guter Chancen kamen. Ein paar Zentimeter fehlten zur Führung als Träschs 25-Meter-Schuss von der Unterlatte auf die Torlinie prallte (3.). Pogrebnjak schoss von halbrechts nur ans Außennetz (8.).

Und Cacau scheiterte an dem Eintracht-Torwart Oka Nikolov (14.). Sehr ordentlich spielte der VfB in der Startviertelstunde, vergaß jedoch das Toreschießen – und wurde dafür bitter bestraft. Mit der ersten gefährlichen Aktion kam Frankfurt zu Führung – es war ein Tor, das sich der VfB quasi selbst ins Netz legte. Niemand griff ein, als ein Einwurf von links in den Strafraum flog, Bah machte sogar einen Schritt zur Seite, und so durfte Theofanis Gekas unbehelligt per Kopf sein fünftes Saisontor erzielen (18.).

Nach dem Gegentreffer riss der Faden beim VfB komplett. Verschwunden war das Selbstvertrauen und die Zuversicht der Anfangsphase – wieder einmal fiel die Mannschaft förmlich in sich zusammen. Große Verunsicherung machte sich breit, die Angst vor der nächsten Pleite lähmte die Spieler, die Fans begannen zu pfeifen. Und wieder einmal gab es keinen auf Stuttgarter Seite, der in dieser Situation furchtlos vorneweg marschiert wäre. Es ist das große Problem des VfB: die Spieler haben eigentlich genug Qualität, um viel weiter oben mitzuspielen – der Mannschaft fehlt jedoch die Struktur und die Mentalität. Glück hatte der VfB, dass es zur Pause nicht schon 0:2 stand, nachdem Gekas nach einem Stellungsfehler von Delpierre vorbeigeköpft hatte (33.).

Auch in der zweiten Hälfte fand der VfB zunächst keinen Weg aus seiner Lethargie. Frankfurt dominierte das Spiel nach Belieben und hätte durchaus mehr Tore schießen können als das 2:0 durch Chris. Im Anschluss an eine Ecke traf der aufgerückte Abwehrspieler mit dem Kopf, nachdem sein Gegenspieler Kuzmanovic darauf verzichtet hatte, mit hochzusteigen (68.).

Nach einem rüden Frustfoul wurde Delpierre sechs Minuten vor Schluss vom Platz gestellt (und muss mit einer mehrwöchigen Sperre rechnen). Ausgerechnet mit zehn Mann wachte der VfB noch einmal auf und kam durch Pogrebnjak zum Anschlusstreffer (85.). Zu mehr reichte es in dieser dramatischen Schlussphase jedoch nicht mehr, weil Cacaus Treffer vom Schiedsrichter Felix Brych die Anerkennung verweigert wurde.

Im nächsten Spiel nach der Länderspielpause gastiert der VfB am 16. Oktober auf Schalke. Vor der Saison hätte man gedacht, es sei ein Spitzenspiel – nun ist es das Duell des Tabellenletzten beim Vorletzten.

Mannschaften und Statistik
VfB Stuttgart:

Ulreich – Celozzi (69. Harnik), Tasci, Delpierre, Molinaro (56. Boka) – Träsch, Bah, Kuzmanovic, Gentner (69. Marica) – Pogrebnjak, Cacau

Eintracht Frankfurt:

Nikolov – Jung, Franz (70. Meier), Russ, Tzavellas – Schwegler – Ochs (86. Kittel), Chris, Altintop, Köhler – Gekas (90.+1 Amanatidis)

Schiedsrichter:

Brych (München)

Zuschauer:

44.000

Tore:

0:1 Gekas (18.), 0:2 Chris (68.), 1:2 Pogrebnjak (85.)

Gelbe Karten:

Boka (2), Pogrebnjak (1) / Franz (3), Russ (3), Schwegler (2), Tzavellas (3)

Rote Karten:

Delpierre (84./grobes Foulspiel) / -

(STZ online 3.10.10)

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27. März 2010

“Die Trauben hängen hoch”

Category: Der nächste Gegner — Tags: , , , , , , , , , – Franky @ 06:45

“Wir werden hochmotiviert in das Spiel hineingehen und versuchen, diese große Herausforderung anzunehmen”, sagte Christian Gross heute auf der Pressekonferenz vor dem Spiel beim FC Bayern. Der VfB-Cheftrainer fordert von seinem Team Selbstvertrauen und Mut gegen den Rekordmeister. “Wir dürfen keine einfachen Ballverluste zulassen, müssen kompakt in der Verteidigung stehen.” Im Konter seien die Bayern gut, betont Christian Gross. Jedoch geht die Gefahr bei den Münchnern “von vielen Seiten aus.” Arjen Robben und Franck Ribery sollen mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung ausgeschaltet werden, aber Gross sagt auch: “Die Trauben hängen hoch in der Allianz-Arena.” Seit über zehn Jahren ist der VfB in München nicht mehr siegreich gewesen, von den letzten neun Heimspielen gegen den VfB gewannen die Bayern acht. Die Tatsache, dass der FC Bayern gestern im Halbfinale des DFB-Pokals 120 Minuten auf dem Platz stand, gewichtet der VfB-Trainer nicht groß. “Bei einem Sieg vergisst man die Zusatzarbeit.”

Fast alle fit, Celozzi und Kuzmanovic fraglich

Für das Spiel am Samstag steht dem Trainer fast der komplette Kader zur Verfügung. Stefano Celozzi und Zdravko Kuzmanovic sind beide noch fraglich. Der serbische Nationalspieler ist derzeit mit einer Oberschenkel-Zerrung außer Gefecht und Stefano Celozzi plagt ein Muskelfaserriss in der Wade. Serdar Tasci und Ricardo Osorio sind wieder mit von der Partie, ebenso ist Christian Träsch nach einer Angina voll einsatzfähig. “Alle Spieler trainieren gut, ich habe mich aber noch nicht entscheiden, wer im Sturm aufläuft.”
Mit einem der vier Stürmer steht der VfB derzeit in Vertragsverhandlungen. “Wir haben Cacau ein Angebot gemacht”, sagt Vorstand Sport Horst Heldt. “Die Entscheidung fällt gegen Ende des Monats. Wir haben großes Interesse daran, dass Cacau bei uns bleibt.”

vfb.de 25.3.10

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14. März 2010

2:2 gegen Bremen: VfB Stuttgart vergibt 2:0-Führung

Category: Spielberichte — Tags: , , , , , , , , , , , – Franky @ 10:31

Zumindest bis zur 75. Minute hatte der VfB Stuttgart wie der sichere Sieger ausgesehen. Für den VfB hatten Pawel Pogrebnjak (15.) und Sami Khedira (43.) getroffen – Bremen blieb anderthalb Stunden lang ohne Treffer. Doch dann kamen Hugo Almeida (75.) und Torsten Frings (81. per Foulelfmeter) und das Unentschieden. Und wenn es einen – moralischen – Sieger gab, dann waren das angesichts der furiosen Aufholjagd die Gastgeber aus Bremen. Im Kampf um die internationalen Startplätze hat Werder Bremen einen Punkt gegen Verfolger Stuttgart gerettet. Die Bremer liegen in der Tabelle der Fußball-Bundesliga weiter vier Punkte vor dem direkten Konkurrenten um die Spielberechtigung für die Europa League.

“Wir haben es verpasst, drei Punkte zu holen”, kommentierte VfB-Trainer Christian Gross: “Wir hätten nach der Führung das dritte Tor machen müssen.” Zum Anschluss durch Almeida, bei dem Lehmann nicht gut aussah, erklärte er: “Ich habe es noch nicht aus einer Perspektive gesehen, aus der ich das endgültig beurteilen kann.” Die Gastgeber hatten anfangs mehr Ballbesitz. Bei den Chancen scheiterten Naldo (21.) und Claudio Pizarro (31.) aber am bis dahin starken Lehmann. “Da hätten wir schon ein Tor machen müssen”, sagte Werder-Clubchef Klaus Allofs. Insgesamt bot Werder jedoch zu wenig. “Die erste Halbzeit war zu passiv”, kritisierte Trainer Thomas Schaaf.

Die Stuttgarter verlegten sich aufs Kontern. Und das machten sie lange Zeit gut, spielten bei fast jeder Gelegenheit schnell nach vorne und zeigten sich anfangs vor dem Tor effektiver als die Bremer. Zunächst legte Alexander Hleb, der im Mittelfeld trotz der wachsenden Kritik erneut von Beginn an spielte, den Ball für Pogrebnjak ab, der nur einschieben musste. Beim zweiten Treffer drückte Khedira die von Timo Gebhart von rechts geflankte Kugel ins Netz.

Wieder einmal zeigte sich, wie anfällig die Bremer auf den Außen sind. Rechts spielte Sebastian Prödl für den zum zweiten Mal in Folge ausfallenden Clemens Fritz, links der unsichere Aymen Abdennour für den Langzeitverletzten Sebastian Boenisch, da auch noch Dauerersatz Petri Pasanen ausfiel. Diese Probleme nutzten die Stuttgarter, allerdings nicht mehr zu Toren. Cacau ließ schon in der 37. Minute eine hundertprozentige Chance aus, und eine weitere große Möglichkeit vergab er 20 Minuten später. Das rächte sich.

Die Bremer, die auch auf Philipp Bargfrede und Peter Niemeyer verzichten mussten, drehten stattdessen das Spiel. Trainer Schaaf stellte auf die Mittelfeld-Raute um, brachte mit Almeida zur Halbzeit einen zweiten Angreifer und später mit Markus Rosenberg einen Stürmer als rechten Verteidiger. Die Stuttgarter hatten indes nur wenige brenzlige Situationen zu überstehen, bis Lehmann bei Almeidas Tor nach Vorlage von Per Mertesacker patzte. Ohne Chance war er beim nicht unumstrittenen Strafstoß, den Frings sicher verwandelte.

Werder Bremen:

Wiese – Prödl (69. Rosenberg), Mertesacker, Naldo, Abdennour – Borowski (46. Hugo Almeida), Frings – Marin, Özil, Hunt – Pizarro

VfB Stuttgart:

Lehmann – Celozzi, Tasci, Delpierre, Molinaro – Träsch, Khedira – Gebhart (89. Hilbert), Hleb – Pogrebnjak, Cacau (79. Kuzmanovic)

Schiedsrichter:

Brych (München)

Zuschauer:

36.000

Tore:

0:1 Pogrebnjak (15.), 0:2 Khedira (43.), 1:2 Hugo Almeida (75.), 2:2 Frings (81./Foulelfmeter)

Gelbe Karten:

Frings (6) / Delpierre (5)

(STZ online 6.3.10)

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23. Februar 2010

Cacau gibt sich mit einem Hattrick nicht zufrieden

Der 1. FC Köln kam zu Hause gegen den VfB Stuttgart trotz einer über weite Strecken soliden Vorstellung gehörig unter die Räder und kassierte am Ende eine bittere 1:5-Pleite. Besonders im Blickpunkt stand dabei Stuttgarts Cacau, der bei seinem ersten Einsatz in der Rückrunde gleich viermal erfolgreich war.

Kölns Trainer Zvonimir Soldo musste im Vergleich zur 0:2-Niederlage bei Schalke Maniche wegen eines Blutergusses im Oberschenkel verzichten. Tosic fand sich dafür in der Startelf wieder. Auch Stuttgarts Coach Christian Gross war nach der 1:3-Niederlage gegen dem Hamburger SV zum Handeln genötigt. Für Marica (Gelb-Sperre) und Khedira (muskuläre Probleme) begannen Cacau und Kuzmanovic.

Von Anfang an entwickelte sich ein temporeiches Duell zweier Mannschaften, die jeweils über gepflegtes Kombinationsspiel zum Erfolg kommen wollten. Den Geißböcken fehlte es aber zunächst an geeigneten Mitteln, um die gegnerische Abwehrreihen in Bedrängnis zu bringen. Die Schwaben dagegen hatten mehr Struktur in ihrem Spiel, wodurch sie auch zu ersten Einschussgelegenheiten durch Cacau (5.), Delpierre (6.), und Träsch (10.) kamen.

Nach zwölf Minuten wurde es dann auf der Gegenseite erstmals brenzlig: Novakovic tankte sich gegen Delpierre durch, zog dann aber im Eins-gegen-Eins gegen VfB-Schlussmann Lehmann aus spitzem Winkel den Kürzeren. Die bis dato beste Chance der Begegnung wurde damit von den Rheinländern liegen gelassen, zudem kassierten sie im direkten Gegenzug das Tor. Hleb passte wunderbar in die Schnittstelle der Abwehr zu Molinaro, der von der linken Grundlinie in die Mitte zu Cacau flankte – 0:1 (13.).

Dem FC war das Bemühen nicht abzusprechen, allerdings konnten sich die Gastgeber kaum gegen die gut sortierten Schwaben durchsetzen. Nach 31 Minuten schaffte es Schorch dann doch einmal in den Sechzehner einzudringen. Sein anschließender Pass missriet aber vollends und landete beim Gegenspieler. Postwendend folgte das 0:2. Cacau startete aus der eigenen Hälfte und wurde angespielt, der gebürtige Brasilianer behauptete sich dann gegen Geromel und vollendete schließlich aus 17 Metern sehenswert ins rechte Eck (31.).

Kurz darauf profitierte Novakovic von einem Stellungsfehler von Delpierre, der Slowene zog aber erneut im Eins-gegen-Eins gegen Lehmann den Kürzeren (36.). Zwei Zeigerumdrehungen später zwang Gebhardt Mondragon mit einem satten Schuss zu einer Parade. Bei der anschließenden Ecke musste der kolumbianische Keeper der Kölner erneut eingreifen, diesmal gegen Tasci. Der Abpraller landete aber bei Cacau, der aus kürzester Distanz seinen lupenreinen Hattrick perfekt machte (38.).

Es schien bereits alles klar, doch kurz vor der Halbzeit hauchte Schorch den Domstädtern wieder Leben ein. Nach einer Eckballvariante verkürzte der Rechtsverteidiger per Kopf auf 1:3 (44.). Damit blieb die Hoffnung auf ein “Wunder” in der zweiten Hälfte erhalten.

In dieser ging es zunächst mit unverändertem Personal weiter. Die Kölner drängten nun vehement auf den Anschluss, den der inzwischen deutlich agilere Podolski dann auch gleich zweimal auf dem Fuß hatte. Zuerst schoss er aber knapp links vorbei (47.), ehe er per Kopf am glänzend reagierenden Lehmann scheiterte (51.). Auf der Gegenseite gab Kuzmanovic per Freistoß, der haarscharf über die Latte ging, ein Lebenszeichen für den VfB ab (53.).

Beim Freistoß des Serben war das Spiel für Kölns Chihi allerdings bereits beendet. Der Deutschmarokkaner war leidtragender eines Foulspiels von Geromel an Pogrebnyak, bei dem der Russe unglücklich auf Chihi fiel. Freis kam rein. Am Spielverlauf änderte sich jedoch nichts, Köln drängte nach vorne. Doch sowohl Freis (58.) als auch Brecko (68.) waren zu unpräzise.

Wie man es besser macht, zeigten die Schwaben in der 69. Minute: Hilbert – mittlerweile für Hleb gekommen – durfte von der linken Außenbahn unbedrängt flanken, Pogrebnyak schraubte sich hoch und nickte kompromisslos aus fünf Metern ein. Danach fügten sich die Soldo-Schützlinge in ihr Schicksal, vom FC kam nun nichts mehr. Anders die Schwaben, die Torhunger hatten. Dies galt insbesondere für Cacau, der dann auch nach 74 Minuten wunderbar von der Strafraumgrenze ins linke Eck traf und somit den Endstand besorgte.

Der 1. FC Köln ist kommende Woche wieder samstags bei Bayer Leverkusen gefordert. Für den VfB Stuttgart wird es dagegen bereits am Dienstag ernst. Dann steigt zu Hause der Kracher in der Champions League gegen den FC Barcelona, ehe in der Bundesliga Eintracht Frankfurt am Samstag einen Besuch im Ländle abstattet.

kicker.de 20.2.10

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