20. Juni 2011

Zum Trainingsauftakt vom VfB

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , – Franky @ 16:45

Hallo Zusammen,

heute geht die dieses Mal so kurze Sommerpause zu Ende. Beim VfB beginnt der Aufgalopp auf die neue Spielzeit mit Leistungstests, um zu erkennen, welche Profis im Urlaub gut gearbeitet und welche geschludert haben, bevor übermorgen, am 22.6.11, das erste öffentliche Training ansteht.

Leider ist es dem VfB einmal mehr nicht gelungen, den nahezu endgültigen Kader zum Trainingsauftakt zu präsentieren. Anders allerdings als in den Jahren zuvor, ist diese Tatsache wohl in der Tat darauf zurückzuführen, dass an der Wechselbörse bislang keinerlei Bewegung stattfindet.

Nach den Zugängen von Kvist, Traore und dem Rückkehrer Schieber wird viel davon abhängen, ob Christian Träsch den VfB verlassen wird. Der VfB wird sich sicherlich strecken bis zum geht nicht mehr, um den Vertrag zu verlängern. Wenn aber ein Spieler, gehetzt von einem Berater, die Intention hat, sich bis zum Karriereende die Taschen so voll wie nur möglich zu stopfen, kann und darf der VfB auch einfach nicht mitbieten. Richtigerweise ist der VfB im Moment dabei, sich finanziell zu konsolidieren und die wahnsinnigen Spielergehälter Stück für Stück herunterzufahren. Dabei gilt das Hauptaugenmerk sicherlich den extern zugekauften Spielern wir Boulahrouz, Kuzmanovic, Pogrebnjak und Marica, deren Gehälter ich noch einen viel dickeren Hund finde, als, wenn Spieler, die sich beim VfB hochgearbeitet haben, zumindest angemessen bezahlt werden. Ein Träschi hat sicherlich die Möglichkeit haben, in Sachen Gehalt in Regionen eines Serdar Tasci vorzustoßen, was er sich auch verdient hat. Was aber darüber hinaus geht, ist in meinen Augen nicht zu verantworten, zumal ein Bleiben Träschs dauerhaften Erfolg genauso wenig garantiert, wie sein Abgang den Niedergang des VfB zwangsläufig zur Folge hätte. Als vor zwei Jahren Sami Khedira für eine Vertragsverlängerung angeblich 5,5 Millionen Euro jährlich forderte, war es genau so richtig, sich nicht darauf einzulassen. Der VfB sollte schön bei seinen Leisten bleiben und sich nach wie vor als Ausbildungsverein sehen, der junge Spieler fördert, ins Team einbaut, somit Identifikationsfiguren schafft, die eines Tages für teuer Geld abgegeben werden (müssen). Der Optimalfall ist natürlich, dass ein Spieler aus Dankbar- und Verbundenheit, sich auf einen Vertrag einlässt, wie seinerzeit Mario Gomez, der dem VfB im Falle eines Abgangs diesen finanziell versüßt, wobei man auch nicht weiß, welche Zugeständnisse der Verein machen musste, um diese Klausel im Vertrag zu verankern.

Im Fall von Christian Träsch hoffe ich auf eine schnelle Entscheidung, egal in welche Richtung. Ich würde mich freuen, wenn die Fronten noch nicht so verhärtet sind, wie man es nach  den Presseerklärungen aus der letzten Woche befürchten muss. Es wäre klasse, wenn es Fredi Bobic gelänge, den Spieler weiterhin an den VfB zu binden. Für mich war im Fall von Christian Träsch der FC Bayern immer die größte Gefahr, da ich den gebürtigen Ingolstädter als sehr heimatverbunden einschätze, und er bei den Bayern jedes Jahr um Titel mitspielen würde. Beruhigt hat mich dann, dass die Bayern mit Schweinsteiger, Kroos, Luiz Gustava, Alaba, Tymoshchuk oder eventuell Vidal im defensiven Mittelfeld ein Überangebot und damit keinen Bedarf an Träsch haben. Auch die Option als Rechtsverteidiger hat sich nach der Verpflichtung von Rafinha erledigt. Somit stellen für mich die Bayern keine „Gefahr“ mehr dar.

Anders verhält es sich bei den Bemühungen der Volkswagen-Werkself und seines Despoten Felix Magath. Wenn dieser Verein ins Spielerwerben eingreift, hat ein Verein wie der VfB zumindest finanziell nichts entgegen zu setzen. Würde der Spieler diesen Weg wählen, würde meine erste These greifen, dass dem Spieler der finanzielle Aspekt über allem steht. Die sportliche Perspektive, neues Land, neue Sprache, dauerhaftes Mitwirken in der Champions League, schöne Stadt, Heimatnähe, all das wären dann wohl keine Gründe FÜR eine Unterschrift in Wolfsburg. Auf gut deutsch, dann könnte man dem Spieler wirklich nicht helfen… Sollte er aber den Verlockungen nicht widerstehen können, dann bitte SOFORT VERKAUFEN, um wenigstens noch eine Ablöse in Höhe von 10 Mios + x zu erzielen, damit er im nächsten Sommer nicht ablösefrei geht. Auch ein Träsch wird beim VfB zu ersetzen sein. Anstelle von Fredi Bobic würde ich in Verkaufsgesprächen sogar noch versuchen, Sascha Riether, der bekanntermaßen abwanderungswillig ist, als Zugabe zu bekommen. Er könnte unsere Baustelle auf der rechten Verteidigerposition beheben, im defensiven Mittelfeld dürften wir mit Kuzmanovic und Kvist auch ohne Träsch gut besetzt sein. So könnten wir am Ende sogar noch gestärkt aus dem Verhandlungspoker herausgehen.

Ich möchte aber noch einmal betonen, dass es mir am allerliebsten wäre, er würde bleiben und weiterhin Vollgas für den VfB geben. Er ist ein sehr sympathischer loyaler Spieler mit einer profihaften Einstellung, er wäre also auch als Mensch ein Verlust, wenn er gehen würde. Geht er aber, hake ich das auch schnell als „Business as usual“ ab. Spieler kommen und gehen, der Verein bleibt. So ist es und so wird es im Profibereich immer sein.

Sonst sehe ich den VfB eigentlich gar nicht schlecht aufgestellt bis jetzt, in der Innenverteidigung täte uns eine Verstärkung vielleicht noch gut, vor allem da Matthieu Delpierre lange ausfällt. Was mit unseren, ebenfalls hochdotierten Linksverteidigern Boka und Molinaro passiert, muss man abwarten. Ich denke, wenn für einen oder gar beide lukrative Angebote ins Haus flattern würden, würde der VfB, in Anbetracht ihrer hohen Gehälter, zumindest darüber nachdenken, billigere Lösungen zu installieren.

Ich jedenfalls freue mich, dass es so langsam wieder los geht. Am kommenden Freitag werden wir uns den ersten Test in Brackenheim, da noch ohne unsere Nationalspieler, live anschauen.

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17. Oktober 2010

VfB spielt 2:2 auf Schalke: Keller holt beim Debüt einen Punkt

Der Trainerwechsel beim VfB Stuttgart hat zumindest im ersten Spiel nach der Entlassung von Christian Gross Wirkung gezeigt. Die Stuttgarter erkämpften bei Schalke 04 ein 2:2. Der neue Coach Jens Keller konnte seiner Mannschaft vor allem mehr Einsatzwillen und Aggressivität vermitteln.

Spielverlauf:

Fredi Bobic hatte vor der Partie auf Schalke vor allem „eine andere Einstellung der Mannschaft“ gefordert. Und von Beginn an zeigten die Stuttgarter, dass sie die Erwartungen ihres VfB-Managers im ersten Spiel unter dem neuen Trainer Jens Keller unbedingt erfüllen wollten. Sie gingen aggressiv in die Zweikämpfe und unterbanden so resolut die ersten Offensivbemühungen der Schalker.

In der achten Minute kam der VfB dann zu seiner ersten Chance. Schalkes Torhüter Manuel Neuer schoss beim Herauslaufen Ciprian Marica an, doch der Ball rollte am leeren Tor vorbei. Eine Minute später konnte Neuer einen diesmal tatsächlich von Marica abgegebenen Schuss parieren. Bei dem anschließenden Eckball köpfte Zdravko Kuzmanovic freistehend neben den Pfosten. In der 15. Minute münzten die Stuttgarter ihre Überlegenheit dann in die Führung um. Christian Träsch spielte mit einem schönen Pass Arthur Boka auf der linken Seite frei. Der Ivorer leitete den Ball direkt in die Mitte weiter. Marica verpasste zwar, aber Timo Gebhart kam am zweiten Pfosten an den Ball und traf.

Zehn Minuten später wurde den Stuttgartern ein zweiter Treffer zu Unrecht nicht anerkannt. Cacau hatte aus kurzer Distanz eingeschoben, aber wegen einer angeblichen Abseitsstellung von Serdar Tasci gab der Schiedsrichter Florian Meyer das Tor nicht. Eine Fehlentscheidung. Kurz darauf konnte der VfB-Torhüter Sven Ulreich einen Fernschuss von Edu nur zur Ecke abklatschen – den folgenden Eckball nutzten die Schalker dann zum Ausgleich. Die Hereingabe von Jose Manuel Jurado verwertete Edu per Volleyabnahme zum 1:1 (29.).

Schalke erhöhte den Druck

Die Stuttgarter kontrollierten das Spiel danach aber wieder und versuchten mit schnellen Kombinationen – meist über Cacau – das Mittelfeld zu überbrücken. Gute Torchancen ergaben sich daraus zunächst jedoch nicht. Erst in der 45. Minute tauchte Marica allein vor Neuer auf, aber der Nationaltorhüter wehrte den Ball ab. Nach der Pause drängten die Schalker stärker auf das zweite Tor. Klaas Jan Huntelaar (47.) scheiterte an Ulreich, Höwedes köpfte kurz darauf vorbei. Die Stuttgarter erspielten sich ihre erste Chance in der zweiten Halbzeit in der 53. Minute. Aber Neuer parierte Maricas Schuss am kurzen Pfosten.

Schalke ließ nicht nach und erhöhte den Druck. Ulreich konnt den Ball nach einer Ecke nicht festhalten. Raul schob den Ball jedoch knapp am Tor vorbei (65.). Eine Minute später vergab Jurado eine weitere gute Möglichkeit. Der VfB hielt erst nach der Einwechslung von Martin Harnik wieder besser dagegen. Und drei Minuten nachdem der Österreicher auf das Feld gekommen war, setzte er sogar ein ganz großes Ausrufezeichen. Wieder nach einem schönen Steilpass von Träsch setzte sich Harnik auf der rechten Seite durch und erzielte das 2:1 (74.).

Die Freude der Stuttgarter währte allerdings nicht lange. Nach einem Freistoß foulte Tasci Christoph Metzelder im Strafraum und der Schiedsrichter Meyer entschied auf Elfmeter, den Huntelaar problemlos verwandelte (80.). Die letzte große Chance des Spiels hatten dann erneut die Schalker, doch Raul konnte den Ball nicht im Tor unterbringen (84.).

Entscheidende Szene:

Der wegen vermeintlichen Abseits’ nicht anerkannte Treffer von Cacau in der 25. Minute. Die 2:0-Führung hätte den Stuttgartern mehr Sicherheit gegeben und den Elan der Schalker gebremst.

Bester Spieler:

Beim VfB überzeugte besonders Christian Träsch. Auf seiner Lieblingsposition im zentralen Mittelfeld verteilte er klug die Bälle und leitete beide Stuttgarter Tore mit sehenswerten Pässen ein.

Kommentar:

Die VfB-Leistung lässt auf Besserung hoffen. Die Stuttgarter überzeugten vor allem mit Einsatz und Aggressivität. Besonders die Umstellung im Mittelfeld zahlte sich aus. Christian Träsch präsentierte sich als starker Taktgeber in der Zentrale. Zudem erspielten sich die Stuttgarter nach Kontern gute Torchancen. In der Abwehr gab es allerdings noch einige unsichere Aktionen.

Schalke 04:

Neuer – Uchida, Höwedes, Metzelder, Schmitz – Matip (71. Kluge) – Moritz, Jurado (76. Baumjohann), Edu (85. Hao) – Huntelaar, Raul.

VfB Stuttgart:

Ulreich – Celozzi, Tasci, Niedermeier, Boka – Träsch, Kuzmanovic – Gebhart (71. Harnik), Gentner – Marica, Cacau (78. Pogrebjak).

Schiedsrichter:

Florian Meyer (Burgdorf).

Zuschauer:

61.000 (ausverkauft).

Tore:

0:1 Gebhart (15.), 1:1 Edu (29.), 1:2 Harnik (74.), 2:2 Huntelaar (80.)

(STZ 16.10.10)

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27. April 2010

Das Motto im Fall Cacau: Sag niemals nie

Christian Träsch will unbedingt der Erste sein. Also läuft er nach dem Schlusspfiff direkt auf Cacau (29) zu, um zu gratulieren. Der Zweite ist Sami Khedira, und dann folgen die anderen, bis hin zum Manager Horst Heldt. Cacau strahlt.

Er lässt sich von dem Maskottchen Fritzle im Huckepack in die Fankurve tragen, wo er begeistert empfangen wird. Zum Schluss schenkt er sein Trikot einem Rollstuhlfahrer im Innenraum des Stadions, ehe er als Letzter in der Kabine verschwindet. Wohl noch nie wurde ein Spieler so gefeiert, der gesagt hat, dass er den VfB verlässt. Oder bleibt Cacau doch noch?

Cacau vermisste Wertschätzung

Diese Frage wird nach dem 2:1-Sieg gegen Bayer Leverkusen auch Heldt gestellt, der versucht, ausweichend zu antworten. Das Ergebnis ist jedoch ziemlich eindeutig. “Cacau hat erst mal entschieden, dass es keine Gespräche mehr gibt, aber das bedeutet ja nicht, dass das endgültig ist”, sagt der Manager. So macht Heldt die Verhandlungstür wieder auf, die am 31. März geschlossen wurde, als Cacau erklärte, dass er das VfB-Angebot nicht annehmen wird.

Der Nationalstürmer vermisste in Stuttgart die Wertschätzung, auch in Form von Gehaltszahlen. Deshalb ist das nicht nur eine romantische Geschichte, sondern auch eine buchhalterisch nüchterne. Cacau will mehr verdienen als der VfB zu zahlen bereit ist – drei Millionen Euro gegen 2,2 Millionen. Das war der Stand bis Samstag. Die Fronten schienen verhärtet, aber plötzlich zeichnet sich in dieser Personalie eine spektakuläre Wende ab. “Man darf nie nie sagen”, sagt der Trainer Christian Gross, “vielleicht ist in dieser Sache das letzte Wort noch nicht gesprochen.”

Diese Sprachregelung gilt mittlerweile beim VfB – und das heißt aller Voraussicht nach dann, dass sich die Parteien schon in dieser Woche noch mal zusammensetzen, um auszuloten, ob es nicht doch eine Basis für die vom VfB in Aussicht gestellte Vertragsverlängerung bis 2013 gibt. An Cacau wird der Termin kaum scheitern.

Beiden Seiten fiele der Abschied schwer

Nachdem er am Mittwoch im StZ-Interview eine Einigung mit dem VfB noch ausgeschlossen hatte, klingt das jetzt viel moderater. Noch könne er nichts kommentieren, weil von der Vereinsführung aus noch nichts passiert sei, sagt Cacau – und fügt hinzu: “Aber wenn sich das ändert, würde ich mir das natürlich anhören. Denn dass ich gehe, habe ich gesagt, als ich dachte, ich hätte hier keine Zukunft mehr.”

Ganz offensichtlich ist es so, dass beiden Seiten der Abschied sehr schwer fallen würde. Cacau fühlt sich heimisch in Stuttgart – und der VfB weiß nicht erst seit den beiden Toren am Samstag gegen Leverkusen, was er an diesem Profi hat. “Es ist ja bekannt, dass wir ihn gerne gehalten hätten”, sagt Heldt.

Ob das doch noch gelingt, hängt davon ab, mit welchen Vorstellungen die Beteiligten das bevorstehende Gespräch aufnehmen. Dass der VfB das Grundgehalt von Cacau bis auf drei Millionen anhebt, ist unwahrscheinlich. Der finanzielle Spielraum ist begrenzt, da keine Zusatzeinnahmen aus der Champions League zu erwarten sind. Eher signalisiert der Club ein Entgegenkommen in der Prämienregelung und bei der Erfolgsbeteiligung, so dass das Risiko zum Teil auch bei dem Spieler liegen würde. Ungewiss ist, wie Cacau darauf reagiert.

VfB ist wieder im Rennen

Dass er überhaupt wieder offen für den VfB ist, zeigt jedoch erstens, dass er in seinen Forderungen womöglich doch nicht mehr so unnachgiebig ist. Zweitens dokumentiert es, dass er noch keinen neuen Verein gefunden hat, obwohl es Interessenten gibt. Dazu zählen die Blackburn Rovers und Espanyol Barcelona. Das sind allerdings keine Topadressen – im Gegensatz zum FC Sevilla, der aber abwarten will, wie die Saison endet und ob er dann einen Ersatz für einen seiner Angreifer benötigt.

Deshalb ist der VfB wieder im Rennen, zumal Cacau am Samstag gespürt hat, welchen Rückhalt er hier besitzt. Es war sein erstes Heimspiel seit dem 31. März – und die Fans haben ihn begrüßt. als ob der Bruch nie stattgefunden hätte. Als die Mannschaftsaufstellung verlesen wurde, gab es keinen einzigen Pfiff gegen Cacau.

Auch für den VfB hätte es Vorteile, wenn die Zusammenarbeit fortgesetzt wird. Denn die Nachfolgersuche ist schwierig. Kandidaten wie Adrian Ramos (Hertha BSC) und Albert Bunjaku (Nürnberg) sind mit Ablöse und Gage teurer als Cacau. Billigere Lösungen etwa mit einem unbekannteren Spieler aus Osteuropa bergen die Gefahr in sich, dass die Qualität nicht passt. “Cacau hat heute wieder Werbung in eigener Sache gemacht”, sagt Christian Gross.

(STZ 18.4.2010)

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