6. Mai 2012

Der perfekte Tag!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , , , – Franky @ 11:27

Der gestrige kam einem perfekten Tag ziemlich nah. Früh morgens ging es schon los zur Saisonabschlussfahrt des OFC Leintal Power aufs Partyfloß des Neckarkäptn, mit dem wir von der Anlegestelle Poppenweiler nach Bad Cannstatt fuhren.

Vor dem Spiel noch ging es weiter auf den Wasen, Pilsbar Grandl. Dann weiter ins Stadion, wo zunächst Stefano Celozzi, Timo Gebhart, Matthieu Delpierre und Khalid Boulahrouz verabschiedet wurden, eine wunderschöne Choreographie zelebriert wurde, der VfB anschließend ein Spiegelbild der Saison ablieferte, indem er am Boden lag und stark zurückgekommen ist, mit anschließender Ehrenrunde, wo der Einzug in die Europa-League Playoffs mit den Fans gefeiert wurde.

Nach dem Spiel dann feierten wir ebenfalls noch mal richtig mit dem OFC United Supporters, indem wir eine Kneipentour durch Cannstatt unternahmen. Heute ist daher erst einmal Regeneration angesagt, allerdings erst, nachdem die Bilder online sind und ein Bericht verfasst wurde.

Wie schon erwähnt, steht das gestrige Spiel für mich exemplarisch für unseren Saisonverlauf. Nach einem guten Beginn folgte ein recht ernüchternder Durchhänger, um am Ende wieder alle Kräfte zu mobilisieren und das Ruder noch herumzureißen. Grund zum jubeln haben wir ohne Zweifel. Der sechste Tabellenplatz ist ein riesen Erfolg, wenn man sich vor Augen führt, wo wir vor Jahresfrist standen. Nach der Floßfahrt 2011 stand das alles entscheidende Spiel gegen Hannover 96 an, in dem wir zum siegen verbannt waren, um nicht abzusteigen. Jetzt dürfen wir uns wieder auf Europa freuen! An dieser Stelle ist es auch einmal an der Zeit, eine Lanze für Bruno Labbadia und sein Team zu brechen, der uns innerhalb von 1 ½ Jahren vom Abstiegsplatz in die Europa League geführt hat. Diese Leistung ist nicht hoch genug zu bewerten, befindet sich der VfB doch noch immer in einer Phase der wirtschaftlichen Konsolidierung. Erst jetzt, im Sommer 2012, ist der VfB befreit von einigen hochdotierten Verträgen und auch Fehleinkäufen, die noch Horst Heldt zu verantworten hatte. Bisher waren Fredi Bobic und damit auch Bruno Labbadia die Hände gebunden, da sie mit Spielern arbeiten mussten, die teilweise ihre Verträge absaßen, die ihnen Shopping-Hotte zugestand.

Jetzt hat der VfB die große Chance den Kader weiter punktuell zu verstärken, das aber nur dann, wenn aus der zweiten Mannschaft kein geeignetes Personal rekrutiert werden kann. Der Kader kann auf ein Normalmaß von 22-25 Spielern verkleinert werden, was dem Trainerteam das arbeiten erleichtern und die Zahl der Tribünenhocker ohne jede Einsatzchance reduzieren würde. Die Transferbilanz von Fredi Bobic liest sich hervorragend, klammert man einmal Camoranesi aus. Ansonsten hat er mit Augenmaß Zugänge präsentiert, die uns allesamt weiter brachten. Von den bisher feststehenden Abgängen sind alle mehr oder weniger nachvollziehbar. Celozzi ist nie richtig in Stuttgart angekommen, Delpierre mit geschätzten 4,2 Millionen Euro Jahressalär zu teuer und auch ohne Aussicht auf die Rückkehr in die Stammformation. Timo Gebhart tut sicherlich eine Luftveränderung gut, für ihn war in Labbadias System kein Platz mehr. Ihm wünsche ich, dass ihn Dieter Hecking in Nürnberg „hinbekommt“. Er muss auf gut deutsch erwachsen werden und mehr durch Leistungen auf dem Platz, als durch seine Präsenz im Nachtleben, von sich reden machen. Am meisten schmerzt mich der Abgang von Khalid Boulahrouz. Ihn mag ich vom Typ her, einer, der Vollprofi durch und durch ist und für Fans immer ein offenes Ohr hatte. Seine Verpflichtung damals mit einem hochdotierten Vertrag war ebenfalls Horst Heldt zuzuschreiben und für mich zu der Zeit nicht nachvollziehbar. Unsere Innenverteidigung stand damals mit Tasci und Delpierre felsenfest, wofür also einen hochbezahlten Bankdrücker verpflichten? Daher kam er lange nicht auf die Beine beim VfB, zumal er durch den Verlust eines Kindes auch privat eine sehr schwere Zeit durchmachte. Jetzt, unter Bruno Labbadia, zum Schluss seiner Ära beim VfB, nahm er die Rolle als Rechtsverteidiger an, die er phasenweise bärenstark interpretierte. Er ist zweikampfstark und zudem blitzschnell, was man ihm kaum zutraut. Leider verletzte er sich nach seiner starken Vorstellung in Sinsheim, als er beide Tore vorbereitete und im Kampf um einen neuen Vertrag keine weiteren sportlichen Argumente mehr liefern konnte. Trotzdem ist es natürlich nachvollziehbar, dass sich Verein und Spieler mit ihren unterschiedlichen (finanziellen) Interessen nicht nahe kamen. Eine Vertragsverlängerung wäre nur in Betracht gekommen, wenn der Spieler auf etwa die Hälfte seines bisherigen Salärs verzichtet hätte. Der Spieler wiederum pocht sicherlich darauf, dass es um „seinen letzten großen Vertrag“ geht und sondiert den Markt, wer ihm mehr bezahlt als der VfB. Alles Gute Kannibale!

Ob uns weitere Spieler mit hochdotierten Verträgen verlassen, wie bspw. Molinaro, Kuzmanovic oder sogar Cacau, werden die nächsten Wochen und Monate zeigen. Ebenso, welche Neuen Bobic aus dem Hut zaubert. Erster „Neuzugang“ ist Daniel Didavi, der zurückkehren soll und sich dem Kampf um einen Platz im Team stellen muss. Kann er dabei Leistungen anbieten, wie zuletzt in Nürnberg, dürfen wir uns auf ihn freuen. Ich denke mal, die über viereinhalb Monate dauernde Sommerpause wird spannend werden wie selten.

Wir werden uns die Zeit bis dahin mit dem ein oder anderen Testspiel vom VfB zum Saisonabschluss verkürzen, beim Länderspiel Schweiz-Deutschland in Basel vor Ort sein und wieder zum Trainingslager reisen, sofern es der Termin zulässt. Und dann bin ich jetzt schon gespannt, wohin uns die Europa League Playoff Auslosung führt. Nach einjähriger Europa League Abstinenz lechzt man förmlich nach dem nächsten internationalen Auftritt. Nicht zuletzt steht dann noch die Europameisterschaft in Polen und der Ukraine an, die wir aufgrund der Gegebenheiten in der Ukraine nicht bereisen werden. Nicht nur die politische, auch die infrastrukturelle Lage und die exorbitant gestiegenen Übernachtungskosten schrecken ab, sich das anzutun.

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31. Dezember 2010

3:6 gegen Bayern: VfB bringt sich um den Lohn der Arbeit

Seit einigen Tagen zieren zwei kleine, blutrote Kratzer die Nase des VfB-Cheftrainers Bruno Labbadia, was durchaus als ein Zeichen dafür zu werten ist, dass sich der 44-Jährige in sein neues Amt richtig reinhängt. Im Achtelfinale des DFB-Pokals, als seine Stuttgarter Profis drei Tage nach dem 3:5 in der Bundesliga erneut die Elf des FC Bayern München empfingen, hat dann aber auch Labbadias junge VfB-Trainerkarriere eine zweite, wiederum kleine Schramme abbekommen.

Die 3:6 (2.2) am Mittwochabend bedeutet im achten Aufeinandertreffen die siebte Pokalniederlage gegen eine Auswahl des FC Bayern. Der einzige Stuttgarter Sieg, ein 3:0, datiert vom 9. November 1989, dem Tag des Mauerfalls. Auf ihre sportliche Wende müssen die Profis des Bundesliga-17. dagegen weiter warten. “Die Spieler haben wieder viele individuelle Fehler gemacht. Aber wir haben es geschafft, eine Moral in die Mannschaft reinzubekommen und das Publikum mitzunehmen. Nur so geschlossen werden wir es in der Bundesliga-Rückrunde schaffen”, sagte Bruno Labbadia, denn seine Elf hatte sich trotz des Ausscheidens im Pokal gegen die Bayern nie aufgegeben.

Beim VfB stimmten vor der sechstägigen Weihnachtspause der Einsatz und die Leidenschaft. Darauf lässt sich aufbauen, wenn die Stuttgarter Profis am 29. Dezember wieder zum Training zusammenkommen. Nach einem einwöchigen Trainingslager im türkischen Belek beginnt dann am 15. Januar mit dem Heimspiel gegen den FSV Mainz die Bundesliga-Rückrunde. Zunächst hatte Labbadia seinen personellen Spielraum weitgehend ausgeschöpft und seine Startformation im Vergleich zur Bundesligapartie vom Sonntag auf drei Positionen verändert. Für den überforderten Ermin Bicakcic lief Khalid Boulahrouz, an dem Eintracht Frankfurt Interesse zeigt, als rechter Verteidiger auf. Christian Gentner begann anstelle von Zdravko Kuzmanovic im defensiven Mittelfeld, während Martin Harnik rechts daneben den verletzten Timo Gebhart ersetzte. Doch es half zunächst alles nichts: Dem VfB genügten acht Minuten, um ins Hintertreffen zu geraten.

Zu diesem Zeitpunkt lagen die Stuttgarter bereits mit 0:2 zurück: Zunächst zog der Münchner Mittelfeldmann Andreas Ottl aus 30 Metern aus zentraler Position ab. Der VfB-Torhüter Sven Ulreich bekam zwar noch eine Hand ans Leder, konnte den platzierten Ball aber nicht entscheidend abwehren – 0:1 (6.). Wenig später folgte der zweite Münchner Streich: Nach einem Querpass von Thomas Müller stand Boulahrouz nicht dicht genug bei Mario Gomez, der aus vier Metern zum 0:2 traf (8.). Wieder fehlte Ulreich, dem der Ball durch die Beine ging, das nötige Glück.

Wie am Sonntag lag der VfB durch teilweise dilettantisches Defensivverhalten schnell zurück. Bis zum 0:2 hatten die Stuttgarter Abwehrspieler nicht einen entscheidenden Zweikampf für sich entschieden. Doch die Hausherren konnten froh sein, vor dem erneut clever aufspielenden Martin Harnik einen Stürmer in ihren Reihen zu haben, dessen persönliche Formkurve deutlich nach oben zeigt: Pawel Pogrebnjak.

Dem blonden Russen war es zu verdanken, dass es zur Pause 2:2 stand: Zunächst erzielte Pogrebnjak nach schöner Vorarbeit von Harnik aus sechs Metern das 1:2 (32.). Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff folgte dann die beste Szene des 1,89-Meter-Mannes aus Moskau, als er sich gegen drei Bayern-Spieler im Strafraum durchsetzte und den Ball mit links wuchtig unter die Latte hämmerte – 2:2.

Dabei zeigte sich, dass die Münchner Innenverteidigung um den wackligen Breno immer für ein Gegentor gut ist – doch in Sachen Defensivschwäche wusste der VfB die Bayern noch zu übertreffen. Nach einem Steilpass schaute der besser positionierte Matthieu Delpierre nur teilnahmslos zu, so dass der eingewechselte Miroslav Klose beim 2:3 wenig Mühe hatte (52.).

Wieder fand der VfB über den Kampf zurück ins Spiel – und Delpierre konnte seinen Fehler selbst korrigieren. Nach einer Ecke köpfte der Franzose das 3:3 (77.). Es passte zu diesem emotionalen Pokalabend, dass die Stuttgarter zu diesem Zeitpunkt nur noch zu zehnt waren – und obendrein einen Elfmeter verschossen hatten. Nach einer Grätsche an Bastian Schweinsteiger flog Khalid Boulahrouz mit Gelb-Rot vom Platz (67.). Kurz darauf scheiterte Christian Gentner mit einem von Jörg Butt an Cacau verursachten Foulelfmeter am Schlussmann des FC Bayern (73.).

Weniger glücklich sah Butts Gegenüber aus. Denn den 4:3-Treffer der Münchner bekam Sven Ulreich erneut durch die Beine (81.), während der Goalie nach der Hinausstellung von Delpierre (87.) beim 3:5 und 3:6 durch Klose und Franck Ribéry chancenlos war.

Mannschaften und Statistik
Stuttgart

Ulreich – Boulahrouz, Tasci, Delpierre, Molinaro (35. Kuzmanovic) – Träsch, Gentner (89. Bicakcic) – Harnik, Boka – Cacau, Pogrebnjak.

München

Butt – Lahm, Breno, Timoschtschuk, Pranjic – van Bommel (54. van Buyten), Ottl – Müller, Schweinsteiger, Ribéry – Gomez (30. Klose).

Schiedsrichter

Meyer (Burgdorf).

Zuschauer

40.500 (ausverkauft).

Tore 0:1

Ottl (6.), 0:2 Gomez (8.), 1:2 Pogrebnjak (32.), 2:2 Pogrebnjak (45.), 2:3 Klose (52.), 3:3 Delpierre (77.), 3:4 Müller (81.), 3:5 Klose (86.), 3:6 Ribéry (90.).

Gelb-Rote Karten

Boulahrouz (67.), Delpierre (87./ beide wiederholtes Foulspiel).

(STZ online 22.12.2010)

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5. Oktober 2010

VfB stürzt immer tiefer in die Krise

Category: Spielberichte — Tags: , , , , , , – Franky @ 19:11

Cacau fiel in die Knie und brüllte die Freude aus sich heraus. Ein Tor hat der VfB-Stürmer gerade geschossen, das vermeintliche 2:2 gegen Eintracht Frankfurt, in der 89. Minute. Eine Erlösung schien es für Cacau – doch dann realisierte er, dass der Linienrichter die Fahne gehoben hatte und der Treffer nicht galt. Keiner wusste, warum – ein reguläres Tor war es erneut, wie schon im Spiel gegen Nürnberg, als Pawel Pogrebnjak nur kurz hatte jubeln dürfen. An Pech mit den Unparteiischen mangelt es dem VfB also nicht.

Das alleine erklärt jedoch keineswegs, dass die Stuttgarter am Sonntag mit 1:2 (0:1) gegen Eintracht Frankfurt verloren haben. Denn wahr ist auch, dass die Mannschaft von Christian Gross nach einem guten Start und vor beherzten fünf Schlussminuten wieder einmal einen beängstigend schwachen, teils leblosen Eindruck hinterlassen hat. Von sieben Spielen hat der VfB nun sechs verloren, er hat 15 Gegentreffer kassiert und liegt auf dem letzten Tabellenplatz – es ist eine Bilanz des Grauens.

Er habe zu offensiv aufgestellt, hatte der Trainer Gross nach dem 1:4 gegen Leverkusen eingeräumt – und ließ seine Elf diesmal vorsichtiger zu Werke gehen. Im Mittelfeld stellte er – auch aufgrund des Fehlens von Mauro Camoranesi, Daniel Didavi, Timo Gebhart und Johan Audel – vier etatmäßige defensive zentrale Spieler auf: Mamadou Bah und Zdravko Kuzmanovic in der Mitte, Christian Träsch rechts und Christian Gentner links.

Nicht nur die taktische Ausrichtung, auch die Einstellung war zunächst anders als gegen Leverkusen. Aggressiv und einsatzfreudig begann der VfB das Spiel. Flüssig lief der Ball in der Anfangsphase, in der die Stuttgarter, meist initiiert von Träsch, zu einer Reihe guter Chancen kamen. Ein paar Zentimeter fehlten zur Führung als Träschs 25-Meter-Schuss von der Unterlatte auf die Torlinie prallte (3.). Pogrebnjak schoss von halbrechts nur ans Außennetz (8.).

Und Cacau scheiterte an dem Eintracht-Torwart Oka Nikolov (14.). Sehr ordentlich spielte der VfB in der Startviertelstunde, vergaß jedoch das Toreschießen – und wurde dafür bitter bestraft. Mit der ersten gefährlichen Aktion kam Frankfurt zu Führung – es war ein Tor, das sich der VfB quasi selbst ins Netz legte. Niemand griff ein, als ein Einwurf von links in den Strafraum flog, Bah machte sogar einen Schritt zur Seite, und so durfte Theofanis Gekas unbehelligt per Kopf sein fünftes Saisontor erzielen (18.).

Nach dem Gegentreffer riss der Faden beim VfB komplett. Verschwunden war das Selbstvertrauen und die Zuversicht der Anfangsphase – wieder einmal fiel die Mannschaft förmlich in sich zusammen. Große Verunsicherung machte sich breit, die Angst vor der nächsten Pleite lähmte die Spieler, die Fans begannen zu pfeifen. Und wieder einmal gab es keinen auf Stuttgarter Seite, der in dieser Situation furchtlos vorneweg marschiert wäre. Es ist das große Problem des VfB: die Spieler haben eigentlich genug Qualität, um viel weiter oben mitzuspielen – der Mannschaft fehlt jedoch die Struktur und die Mentalität. Glück hatte der VfB, dass es zur Pause nicht schon 0:2 stand, nachdem Gekas nach einem Stellungsfehler von Delpierre vorbeigeköpft hatte (33.).

Auch in der zweiten Hälfte fand der VfB zunächst keinen Weg aus seiner Lethargie. Frankfurt dominierte das Spiel nach Belieben und hätte durchaus mehr Tore schießen können als das 2:0 durch Chris. Im Anschluss an eine Ecke traf der aufgerückte Abwehrspieler mit dem Kopf, nachdem sein Gegenspieler Kuzmanovic darauf verzichtet hatte, mit hochzusteigen (68.).

Nach einem rüden Frustfoul wurde Delpierre sechs Minuten vor Schluss vom Platz gestellt (und muss mit einer mehrwöchigen Sperre rechnen). Ausgerechnet mit zehn Mann wachte der VfB noch einmal auf und kam durch Pogrebnjak zum Anschlusstreffer (85.). Zu mehr reichte es in dieser dramatischen Schlussphase jedoch nicht mehr, weil Cacaus Treffer vom Schiedsrichter Felix Brych die Anerkennung verweigert wurde.

Im nächsten Spiel nach der Länderspielpause gastiert der VfB am 16. Oktober auf Schalke. Vor der Saison hätte man gedacht, es sei ein Spitzenspiel – nun ist es das Duell des Tabellenletzten beim Vorletzten.

Mannschaften und Statistik
VfB Stuttgart:

Ulreich – Celozzi (69. Harnik), Tasci, Delpierre, Molinaro (56. Boka) – Träsch, Bah, Kuzmanovic, Gentner (69. Marica) – Pogrebnjak, Cacau

Eintracht Frankfurt:

Nikolov – Jung, Franz (70. Meier), Russ, Tzavellas – Schwegler – Ochs (86. Kittel), Chris, Altintop, Köhler – Gekas (90.+1 Amanatidis)

Schiedsrichter:

Brych (München)

Zuschauer:

44.000

Tore:

0:1 Gekas (18.), 0:2 Chris (68.), 1:2 Pogrebnjak (85.)

Gelbe Karten:

Boka (2), Pogrebnjak (1) / Franz (3), Russ (3), Schwegler (2), Tzavellas (3)

Rote Karten:

Delpierre (84./grobes Foulspiel) / -

(STZ online 3.10.10)

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20. September 2010

Fußballfeuerwerk in Stuttgart

Der VfB Stuttgart hat sich in weniger als zwei Tagen aus der Krise geschossen: Nur 41 Stunden nach dem Europa- League-Erfolg gegen Bern (3:0) feierten die Schwaben am Samstag beim eindrucksvollen 7:0 (2:0) gegen Borussia Mönchengladbach auch ihren ersten Saisonsieg in der Fußball-Bundesliga. Pawel Pogrebnjak schoss für den wie aufgedreht und mit völlig neuem Selbstvertrauen spielenden VfB gleich drei Tore (2., 54. und 60. Minute). Die weiteren Treffer erzielten Georg Niedermeier (21.), Zdravko Kuzmanovic (64.), Matthieu Delpierre (72.) und Ciprian Marica (80.). Für die erschreckend schwachen Gladbacher war es nach dem 0:4 gegen Eintracht Frankfurt das zweite Debakel in Serie. Spiele gegen Stuttgart sind zudem so etwas wie eine aussichtslose Angelegenheit für sie: In den vergangenen 15 Jahren gewannen sie nur eines davon. Der VfB siegte zum fünften Mal in seiner Bundesliga-Historie mit 7:0, zuletzt war ihm das am 23. Februar 1991 gegen Dortmund gelungen.
Dazu feierte Kapitän Delpierre nach viermonatiger Verletzungspause (Knie-Operation) sein von Christian Gross “sehnlich erwartetes” Comeback. Seine Wunschformation im Abwehrzentrum konnte der VfB- Trainer aber schon wieder nicht aufbieten, da Serdar Tasci kurzfristig mit Adduktoren-Problemen ausfiel. Ansonsten änderte Gross im Vergleich zum Bern-Spiel nichts. Der Faktor Stabilität war ihm bei seiner Aufstellung wichtiger, als mögliche frische Kräfte einzubauen. Dieser Plan ging von Anfang an auf. Stuttgart spielte mit enorm viel Schwung und einer positiven Körpersprache – das Spiel gegen Bern hatte nicht etwa Kräfte gekostet, sondern neue freigesetzt. Schon in der zweiten Minute traf Pogrebnjak per Abstauber zum 1:0. Gerade, als das hohe Anfangstempo etwas abzunehmen drohte, erhöhte Niedermeier per Kopf nach einem Eckball von Mauro Camoranesi auf 2:0. Vor 39 500 Zuschauern spielten die Gastgeber zum ersten Mal in dieser Saison genau den druckvollen Fußball, den ihr Trainer immer predigt.

Die starken Außenverteidiger Arthur Boka und Christian Träsch trieben das Spiel nach vorn, wo der agile Camoranesi und der junge Daniel Didavi die spielerischen Akzente setzen und Cacau sowie Pogrebnjak permanent in Bewegung waren. Der Russe hätte die VfB- Führung schon in der 25. und 35. Minute ausbauen können. Die völlig indisponierten Gladbacher liefen in dieser Partie nur hinterher. Daran änderte nicht einmal etwas, dass Thorben Marx nach überstandener Oberschenkelzerrung wieder dabei war, Trainer Michael Frontzeck seine Spieler zur Pause schon nach wenigen Minuten aufs Feld zurückschickte und die Stuttgarter sich für die zweite Halbzeit eigentlich vorgenommen hatten, Kräfte zu schonen. Doch dann machte der VfB einfach da weiter, wo er vorher aufgehört hatte. Pogrebnjak, Kuzmanovic, Delpierre und der eingewechselte Marica trafen, wie sie wollten, während die Borussia nicht eine nennenswerte Torchance besaß. “Der VfB ist wieder da”, sangen die versöhnten Stuttgarter Fans dazu.
(STZ 18.9.2010)

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29. Juli 2010

2:2 im Härtetest gegen die Grasshoppers

Nachmittags trafen wir uns alle am Hotel Hirschen, wo inzwischen der Rest unseres Stammtisches eingetroffen war. Das Hallo war natürlich riesig, lag das letzte Bundesligaspiel doch schon etwa zwei Monate zurück. Da man mit der beim Einchecken erhaltenen Kurkarte kostenlos Bahn fahren kann, entschloss sich die Gruppe, den Weg nach Waldshut-Tiengen mit dem Zug zurück zu legen. Ich war aufgrund der großen Hitze lange am überlegen, ob ich nicht doch lieber aufs klimatisierte Auto zurückgreife. Der Gemeinschaft wegen gaben wir uns dann aber doch einen Ruck und stiegen ins selbe Boot ein. Wir parkten unser Auto direkt am Bahnhof, um abends schneller weg kommen zu können und trafen uns mit den anderen am Bahnhof.

Einen ersten Schreckmoment bereitete uns Anita, die kopfüber die Treppe zur Bahnhofsunterführung hinunter stürzte und den Donaueschinger Boden küsste. Gott sei Dank ging der Sturz glimpflich aus und sie zog sich lediglich eine Knieprellung zu, hatte aber natürlich für den Rest des Tages mit den Schmerzen zu kämpfen.

Auf der Bahnfahrt selbst folge dann die nächste Überraschung: unsere Kurkarte ist nur für die Region Südschwarzwald gültig, wozu zwar Waldshut-Tiengen, nicht aber unser erstes Ziel Singen, wo wir umsteigen mußten, zählt. Daher mußten wir im Zug noch Baden-Württemberg-Tickets lösen. Obwohl wir 16 Leute waren und jedes Ticket für fünf Personen gültig ist, lösten wir nur drei dieser Tickets, in der Hoffnung, dass die Bahnbediensteten nicht bis 16 zählen können, was sich dann auch als richtig erwies.

Schließlich erreichten wir den Bahnhof von Tiengen relativ pünktlich und pilgerten gemütlich ca. einen Kilometer bis zum Stadion oder besser Sportplatz. Carle und Ule unterdessen fuhren weiter bis Waldshut, wo wir in einem Sportgeschäft Karten hinterlegen ließen. Die Reservierung lag zwar dort vor, leider haben sie aber dennoch unsere Karten herausgeben, so dass erstens der Weg dorthin umsonst war und zweitens wir auf einmal ohne Tickets da standen. Den Weg hätten sich die beiden also sparen können. So rief die Dame aus dem Sportgeschäft einen Ordner auf dem Stadiongelände an, der uns die Tickets, natürlich zum günstigeren Vorverkaufspreis, besorgte und am Stadion aushändigte.

Unser erster Weg führte uns nach langer Anreise bei drückend schwüler Hitze in den Biergarten der Stadiongaststätte. Bald darauf trafen hier auch Klenky und unser neuer Fanbetreuer Christian Schmidt ein. In gemütlicher Runde aßen wir dort hervorragend und tranken endlich ein kühles Bier.

Trotz des gemütlichen Beisammenseins und dem immer besser schmeckenden Bier gingen wir pünktlich herrüber zum Stadion, um uns einen guten Platz zu suchen und abzuchecken, wo wir die Fahne positionieren können. 2.300 Zuschauer fanden sich zu dem Kick ein, darunter auch einige hartgesottene Grasshoppers-Fan, die sogar einen “abgesperrten” Fanblock erhielten, durch den wir aber durchspazieren konnten. Darin war sicherlich Potential für Ärger vorhanden, ihresgleichen suchten sie im Stadion am Langenstein aber vergebens.

Für die Schweizer war dieses Spiel schon eine Art Generalprobe für den Saisonauftakt, für den VfB ein Test inmitten eines intensiven Trainingslagers. Beim VfB fehlten noch sämtliche WM-Fahrer sowie der verletzte Kapitän Delpierre und der angeschlagene Christian Träsch. Durch diese Umstände erwarteten wir natürlich kein Feuerwerk vom VfB.

Das Spiel begann recht flott mit Chancen auf beiden Seiten. Sven Ulreich stand öfter im Brennpunkt, als ihm vielleicht lieb war. Er machte seine Sache aber recht gut und vereitelte einige Chancen von auf ihn zustürmenden Grasshoppers.

Auch der VfB hatte die ein oder andere Chance, die beste vergab Martin Harnik nach knapp einer halben Stunde. Besser machte es Pavel Pogrebnjak, der in der 36. Minute nach einer Ecke per Hacke die Führung erzielte. Diese hat bis zur Pause Bestand.

Ein Eklat erfolgte dann in der Halbzeitpause. Durch die große Hitze und dem nicht vorhandenen erfrischenden Wind war der Flüssigkeitsverlust nicht nur bei den Spielern sondern auch bei den anwesenden Schlachtenbummlern groß. Das erfrischende Nass vor Augen erfolgte aber zum Unmut der Anwesenden nicht die unverzügliche Verteilung, stattdessen wurde erst einmal diskutiert. Leute, so können wir nicht arbeiten!

Als die Wechsel von Schwarz und Walch (61.) anstanden und durch die Umstellungen kurzzeitig Unordnung im VfB-Spiel aufkam, drehten die Grasshoppers das Spiel. Das Team vom Ex-Lauterer Sforza ging durch Tore in 60. und 63. Minute plötzlich mit 2:1 in Führung. Danach merkte man dem VfB an, dass er diesen Kick nicht verlieren wollte. Gerade auch Ex-Trainer Gross, auch wenn sein Engagement bei den Grasshoppers schon viele Jahre zurück liegt, wollte sich diese Schmach ersparen. So drückte der VfB trotz der schweren Beine noch einmal aufs Tempo und kam durch Didavi nach 71 Minuten zum verdienten Ausgleich.

Bei uns war die Stimmung wie fast immer sehr gut. Der Biernachschub war inzwischen gut organisiert und das Spiel plätscherte dem Ende entgegen. So viel Flüssigkeit, wie wir an diesem Tag verloren, konnten wir nur schwer wieder aufnehmen, wir taten aber unser bestes.

Am Ende erreichte der VfB einen Achtungserfolg. 2:2 mit den intensiven Trainingseinheiten in den Knochen gegen ein Spitzenteam der Schweizer Liga, deren Start unmittelbar bevor steht. Mir jedenfalls war da nicht zu meckern zumute.

Bereits kurz nach dem Abpfiff begaben wir uns auf den Rückweg zum Bahnhof, da wir den Zug unter keinen Umständen verpassen durften. Auch auf dem Rückweg hatten wir das Glück, dass die Schaffner sich nicht die Mühe machten, unsere Gruppe abzuzählen. In Singen hatten wir dann noch etwa eine halbe Stunde Aufenthalt. Die Schnaken dort freuten sich schon auf uns, so verstochen wurde ich schon lange nicht mehr. Bis heute sind diese Andenken an meinen Beinen gut sichtbar. Spätestens an dieser Stelle fragte ich mich, ob es nicht doch besser gewesen wäre, mit dem Auto zu fahren…

Den Abend ausklingen ließen wir dann noch im Irish Pub in Donaueschingen, einem der wenigen Lokale, wo wir auch nach 23 Uhr noch zu trinken bekamen.

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