22. August 2017

Endlich wieder Bundesliga!

Exakt 462 Tage nach dem Abstieg beim VfL Wolfsburg am 14. Mai 2016 kehrte der VfB auf die große Bundesliga-Bühne zurück.

Nach der kräftezehrenden Busfahrt in der Vorwoche an die polnische Grenze nach Cottbus, stand gleich zum Bundesligaauftakt die nach Hamburg weiteste Reise in der Liga an. Als das Hertha-Spiel terminiert wurde, befand ich mich gerade mit dem VfB im Trainingslager in Grassau und buchte, schnell schnell, eine Bahnfahrt, nichts ahnend, dass ich mit meiner tollen Verbindung bis zum Schluss alleine da stand.

Da ich nach Samstag-Spielen auch mal froh bin, sonntags zu Hause zu sein, mich von der Auswärtsfahrt erholen und in Ruhe die Bilder machen und einen Blog anfangen zu können, entschied ich mich für eine 22-Stunden-Tour mit Hin- und Rückfahrt am selben Tag. Weil ich bereits unzählige Male in Berlin war, hatte ich keine große Lust, dort zu übernachten.

Da sehne ich schon fast das einige Jahre traditionell am Freitagabend stattfindende Spiel Hertha BSC gegen den VfB herbei, wo es sich immer anbot, die Nacht beim in Berlin ansässigen OFC „Cannstatter Kurve Berlin ’08“ in deren Vereinslokal „Rössle“ in Neukölln durchzumachen und Samstag früh mit dem ersten ICE zurückzufahren.

Vom Stuttgarter Hauptbahnhof aus startete ich meine (Tor-)Tour mit Direktverbindung um 6.51 Uhr. Möchte man ohne Umwege zum Olympiastadion gelangen, empfiehlt sich der Ausstieg bereits in Berlin-Spandau, von wo aus man in wenigen Minuten mit der S-Bahn das Ziel erreicht.

Leider gab es jedoch einige Idioten, die mir und vielen anderen Reisenden einen Strich durch diese Rechnung machten. Da in Berlin-Spandau für diesen Samstag ein Neonazi-Aufmarsch im Gedenken an Rudolf Heß angekündigt war, legten Linksextremisten mittels Brandsätzen die wichtigsten Bahntrassen von und nach Berlin lahm, um noch mehr Neo-Nazis an der Anreise zu hindern.

Dass sie damit nicht „nur“ ein paar hundert Unverbesserliche trafen, sondern tausende andere Bahnreisende auch und diese massiv in ihrer geplanten Freizeitgestaltung hinderten, ist logisch. Ich hoffe, diese selbsternannten Weltverbesserer werden geschnappt und bekommen die Rechnung für den entstandenen Schaden präsentiert.

Im Gegensatz zu vielen, die aus Richtung Hamburg anreisten und das Spiel wegen diesen Chaoten verpassten, kam ich dabei noch glimpflich davon. Mein Zug wurde über Magdeburg und Potsdam umgeleitet, so dass der Halt in Spandau entfiel und ich etwa 45 Minuten später als geplant zum Vorglühen im Biergarten direkt am Stadion eingetroffen bin. Das war aber natürlich trotzdem ärgerlich für mich und verkürzte meinen Kurzaufenthalt in Berlin noch mehr.

Auch nach dem Spiel war von Normalität noch keine Spur. Im Stadion erklangen Durchsagen, die von Problemen am Bahnhof Spandau berichteten, die ich leider nicht genau mitbekam, so dass mir Bekannte rieten, doch lieber mal schnell zum Hauptbahnhof zu fahren. Ich wollte zwar am S-Bahn-Halt Olympiastadion noch verifizieren, ob in Spandau tatsächlich noch immer keine Züge halten, doch traf ich keinen einzigen Bahnbediensteten an, der überhaupt von Problemen am Bahnhof Spandau wusste (!).

Wegen überfüllter und nur im Schritttempo verkehrender Bahnen in Richtung Hauptbahnhof erreichte ich meinen Zug gerade noch so, um dann, noch etwas außer Atem, festzustellen, dass dieser doch in Spandau hielt.

Die Rückfahrt hielt für mich Umstiege in Hannover und Frankfurt bereit, geplante Ankunft in Stuttgart um 3.20 Uhr. Der Plan sah vor, in Hannover 58 Minuten Aufenthalt zu haben, worauf ich mich richtig freute. Von einigen anderen Fahrten wusste ich, dass es sich im Bahnhof oder auch nahe des Bahnhofes ordentlich speisen lässt, was mir sehr entgegen kam, hatte ich doch außer der obligatorischen Stadion-Currywurst bislang nur flüssige Nahrung zu mir genommen.

Dieser Plan wurde jäh durchkreuzt, weil der ICE von Berlin nach Hannover auf eine eigentlich Regionalbahnen zugedachte Strecke ausweichen musste und für diese eine geschlagene Stunde länger brauchen sollte. Anstatt gemütlich zu schlemmen und ein kühles Gilde zu genießen, hieß es in Hannover, die Füße in die Hand zu nehmen und im Laufschritt zur Abfahrt des nächsten Zuges zu eilen.

Dort angekommen, platzierte ich mich umgehend im Bordrestaurant, in der Hoffnung auf etwas Essbares. Obwohl die Uhr erst 21.30 Uhr anzeigte und das Bordbistro bzw. -restaurant um 22.00 Uhr offiziell schließt, nahm der Kellner weder im Bordrestaurant noch im -bistro Bestellungen mehr auf. Seine Begründung, er sei alleine, was meinen Unmut aber natürlich nicht schmälerte.

Jedenfalls war es das mit Essen auf der Heimfahrt gewesen, es waren ja auch nur noch gut sechs Stunden, bis ich zu Hause sein würde. Natürlich beschwerte ich mich bei dem Kollegen und erinnerte ihn an das Chaos an diesem Tag, doch, keine Chance, keine Flexibilität, ein typischer (Bahn-) Beamter halt!

Bei nahezu jeder Bahnfahrt, von der Rückfahrt vom Spiel bei Union Berlin hatte ich ja berichtet, werde ich mit unsouveränem und überfordertem Personal konfrontiert, so dass ich mich schon frage, ob die Bahn irgendwelche Kriterien wie „in Stresssituationen kühlen Kopf bewahren“ als Einstellungsvoraussetzung vorgibt und sein Personal dahingehend auch prüft, bevor man es auf die Kundschaft loslässt oder ob dort jeder genommen wird, der nicht bei drei auf dem Baum ist.

Nach etlichen derartiger Erfahrungen lache ich laut schallend über Zeitungsberichte wie von diesem Wochenende, als eine Zugbegleiterin die Notbremse gezogen haben soll, weil sie sich von „angetrunkenen“ FCK-Fans belästigt gefühlt habe. Da sich die Bahn, wie sich bei Beschwerden u. a. nach dem Union-Spiel herausgestellt hat, vorbehaltlos und ohne Prüfung hinter ihr Personal stellt und Vorwürfe der Kundschaft als aus der Luft gegriffen darstellt, schenke ich solchen Berichten keinerlei Glauben.

Apropos FCK: zur zweiten DFB-Pokal-Hauptrunde bescherte uns die Losfee Carolin Kebekus bei der Auslosung auswärts den 1. FC Kaiserslautern. Ein geileres Los kann ich mir kaum vorstellen. Sicher wäre auch ein Heimspiel gegen einen machbaren Gegner ganz nett gewesen, doch, wer weiß, wann wir das nächste Mal wieder auf den Betzenberg kommen.

In der 2. Liga war das Spiel auf dem „Betze“ ein absolutes Highlight, das wir aufgrund der Spielansetzung samstags auch gleich zu einem gefühlten Heimspiel machten. Geschätzt zwischen 15.000 und 20.000 VfBler waren damals vor Ort und trugen zu einem wunderbaren Rahmen beim 2:0-Auswärtssieg bei. Es spricht auch dieses Mal einiges dafür, alle Hebel in Bewegung zu setzen und sich diesen Pokalkracher nicht entgehen zu lassen. Ein absolutes Traditions-Duell zweier befreundeter Fanszenen in einem der stimmungsvollsten Fußballtempel überhaupt, dazu eine auch unter der Woche machbare Entfernung, wenn einem der Schichtplan nicht gerade einen Strich durch die Rechnung macht, daher sollte am 24. oder 25. Oktober die nächste weiß-rote Invasion die A6 entlang rollen.

So gern man auf das Aufeinandertreffen mit den Pfälzern und so gut wie allen Zweitligapartien zurückblickt, so schön und wichtig ist es jetzt, wieder im Konzert der Großen mitspielen zu dürfen. Irgendwie fühlt es sich dann doch so an, dass man nie richtig weg gewesen wäre. Außer den kleineren Stadien im Unterhaus erinnerte so gut wie überhaupt nichts an 2. Liga. Der VfB war „in“, sorgte für einen phänomenalen Zuschauerrekord, war in den Medien omnipräsent und sorgte für eine Euphorie, ja, fast Hysterie, wie sie beim Abstieg in Wolfsburg wohl kein Mensch für möglich gehalten hätte.

Nach Jahren des Dahinsiechens, die von Dauerfrust und schlechter Laune geprägt waren, wollte einem im Zweitligajahr das Dauergrinsen partout nicht aus dem Gesicht weichen. Weshalb man sich während dieser Zeit wie in einem schönen Traum wähnte, lag mit daran, dass die Qualität der Gegner meist zu wünschen übrig ließ und man auch schlechtere Spiele für sich entschied und Rückstände scheinbar mühelos zu drehen vermochte.

Spätestens nach dem Hertha-Spiel hieß es dann „aufwachen“ aus diesem Traum! Der Bundesligaalltag hat uns schneller wieder, als uns lieb ist. Dass Berlin ein schwerer Auftakt sein würde und uns dort nichts geschenkt werden würde, befürchtete man im Vorfeld schon. Dass der Hertha aber ein absolut durchschnittlicher Auftritt genügen und das Spiel nach dem Rückstand quasi gelaufen sein würde, das war dann doch ernüchternd.

In einem ereignisarmen Spiel, das man zur Halbzeit als typisches 0:0-Spiel eingeordnet hatte, befand sich der VfB gedanklich noch in der Pause, als die Hertha das Spiel mit einem Einwurf schnell machte, Ailton sich von Leckie ausspielen ließ, und dieser frei vor Zieler zur Hertha-Führung einschob. Hertha hatte zwar bis dahin mehr Spielanteile, da der VfB hinten aber stets Überzahl herstellen konnte und Hertha nicht viel einfiel, den Riegel zu knacken, kam es zu kaum brenzligen Situationen.

Der VfB beschränkte sich dabei für meinen Geschmack zu sehr auf das Verteidigen des eigenen Tores und suchte nicht konsequent genug den Weg nach vorne. Das von unserem Claim abgewandelte „mutlos und scheu“ kam mir dabei mal wieder in den Sinn. Die Offensive fand über weite Strecken der ersten Halbzeit nicht statt.

In einem Spiel bislang ohne Torchancen, war es dann bezeichnend, dies der große Unterschied zur 2. Liga, dass gleich der erste Fehler der Stuttgarter Hintermannschaft bestraft wurde.

Dieser Treffer gab den heimstarken Berlinern mit ihrer eingespielten Mannschaft die nötige Sicherheit. Ausgerechnet Leckie möchte man meinen, dem im Vorjahr für Ingolstadt bei 30 Einsätzen kein einziger Treffer gelang und der im Jahr zuvor gerade einmal drei Treffer (einen davon beim 3:3 in Ingolstadt gegen den VfB) zustande brachte. Dass einem der harmlosesten aktuellen Bundesligastürmer überhaupt nach einem Eckball aus dem Gewühl heraus gar noch ein zweiter Treffer gelang, spottete jeder Beschreibung.

Nach dem 2:0 nach gut einer Stunde war das Spiel dann gelaufen. Das sah auch Hannes Wolf so, kaum anders ist es zu erklären, dass er defensiv wechselte und Dennis Aogo und Holger Badstuber zu ihren ersten Einsätzen für den VfB verhalf. Diese beiden durften Spielpraxis sammeln und verhalfen der VfB-Defensive auf Anhieb zu mehr Stabilität, so dass beide wohl Kandidaten für die Startelf gegen Mainz 05 sind. Der VfB hatte zwar in der Schlussphase durch Asano und Donis, die beide das Außennetz trafen, noch zwei Torchancen, doch insgesamt fehlte es an Durchschlagskraft, um die Hausherren ernsthaft zu gefährden.

Der insgesamt eher biedere Auftritt im Berliner Olympiastadion offenbarte, dass noch viel Arbeit vor Hannes Wolf und Michael Reschke liegt. Das Duo auf der Doppelsechs, das sich während der Trainingslager für die Liga heraus kristallisiert hatte, wurde komplett gesprengt. Burnić stand wegen einer laut Hannes Wolf schlechten Trainingswoche nicht im Kader, Ofori, der in Cottbus als alleiniger Sechser auf verlorenem Posten stand, saß zunächst auf der Bank, so dass Mangala und Gentner die defensive Schaltzentrale bekleideten.

Da man auch diese beiden nicht als der Weisheit letzten Schluss ansieht und Sarpai und Grgic verliehen werden sollen, wird weiter nach einem aggressiven Sechser Ausschau gehalten. Der 20-jährige Argentinier Santiago Ascacíbar soll bereits in Stuttgart sein und in Kürze als Neuzugang Nummer acht vorgestellt werden.

Dass nicht nur zentral defensiv sondern auch zentral offensiv Verstärkung willkommen wäre, zeigte der lange Zeit harm- und ideenlose Auftritt in Berlin. Auf den Außen sind wir zwar gut besetzt, doch verpufft deren Wirkung, wenn die Unterstützung der Kollegen fehlt und keine zündenden Ideen aus dem zentralen Mittelfeld kommen.

Da ist es doch gut, dass wenigstens Alexandru Maxim am Samstag wieder im Neckarstadion aufläuft, nur, eben auf der anderen Seite. Diesen nicht annähernd ersetzt zu haben wird Jan Schindelmeiser hauptsächlich vorgeworfen, deshalb hat man Michael Reschke geholt, um unter anderem diesen Fehler auszumerzen.

Bis sich eine Stammmannschaft gefunden hat, wird noch viel Wasser den Neckar hinunter laufen. Durch den Sportdirektoren-Wechsel scheint sich auch ein Paradigmenwechsel vollzogen zu haben. Das Anforderungsprofil bei Neuzugängen, das bislang hieß „jung und entwicklungsfähig“, änderte sich schlagartig. Die Transfers von Badstuber und Aogo und der möglicherweise in Kürze von Erik Durm, stehen eher für Erfahrung und Spieler, die ihre besten Zeiten möglicherweise schon hinter sich haben. Dazu sind alle diese Transfers extrem risikobehaftet, haben doch alle in jüngster Vergangenheit eine lange Verletzungsgeschichte vorzuweisen. In dieses Beuteschema würde wiederum Daniel Didavi ganz gut passen, sollte er denn tatsächlich zu haben und an einer Rückkehr interessiert sein. Für den Kreativsektor wäre frisches Blut hilfreich, denn, ob Donis, Asano oder wie jüngst Akolo den Zehner mimen, das wirkt doch alles zu sehr improvisiert.

Etwas traurig aber nicht mehr zu ändern ist es, diesen Wechsel der Philosophie so spät vollzogen zu haben. Jetzt, wo die Saison begonnen hat, muss sich die Mannschaft erst noch finden und einspielen, womit die Vorbereitung, außer des Schaffens der konditionellen Grundlagen, so ziemlich für die Katz war. Da kann man nur hoffen, dass, bis sich die Mannschaft endgültig gefunden hat, auch der eine oder andere Punktgewinn herausspringt.

Dass wir in Berlin nicht die schlechtere Mannschaft waren, dafür können wir uns leider nichts kaufen. Die Punkte sind unwiederbringlich weg, was so richtig wehtun dürfte, sollte gegen Mainz 05 kein Heimsieg gelingen. Dann stünde man bereits auf Schalke mit dem Rücken zur Wand und der Fehlstart bekäme Konturen.

Deshalb ist jede vergebene Chance zu punkten sehr ärgerlich, auch die am Samstag, obwohl wir uns in Berlin traditionell schwer tun, die Hertha heimstark und Europaleague-Teilnehmer ist. Das alles darf nicht als Alibi herhalten, Punkte leichtfertig herzuschenken. Ich hoffe, das Team zieht daraus seine Lehren und investiert, vor allem in seine Offensivbemühungen, zukünftig auch auswärts mehr.

Zunächst steht aber das erste Heimspiel an, auf das ich mich sehr freue. Vor dem Spiel findet wie immer zum ersten Heimspiel die „Karawane Cannstatt“ statt. Das diesjährige Motto heißt „Den Fans gehört das Spiel“, der Dresscode dazu lautet „Alle in Weiß“.

Stoßt alle dazu, singt Euch ein, bringt Euch in Stimmung, hüpft und schreit, was das Zeug hält, aber, lasst bitte Eure Kameras stecken. Vor allem die Armada derer, die vor der Karawane herumturnen und nicht mitlaufen, stört den Ablauf seit Jahren massiv. Respektiert die Anweisungen der Ordner und leistet ihnen Folge, sie sind es letztlich, die für einen reibungslosen Ablauf verantwortlich zeichnen. Überlasst das Knipsen und Filmen den in der Szene bekannten Stadionfotografen, auf deren Webseiten die schönsten Fotos zeitnah präsentiert werden.

Reiht Euch also ein und konzentriert Euch auf den bedingungslosen Support. Das Ziel muss es sein, eine Dezibel-Zahl auf die Mercedesstraße und ins Stadion zu bringen, bei der die Mainzer vor Ehrfurcht erstarren und die Katakomben am liebsten überhaupt nicht verlassen wollen. Wir benötigen die Punkte, wir holen die Punkte, wir sind der 12. Mann!

VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 8.9/10 (8 votes cast)
VN:F [1.9.7_1111]
Rating: -1 (from 1 vote)
22. November 2016

Wenn jemand eine Reise tut…

Es ist ein Jammer, dass man als VfB Stuttgart erst absteigen muss, um zu einem Spiel beim altehrwürdigen Arbeiterverein 1. FC Union Berlin aufbrechen zu dürfen.

Da ich bereits etliche Male in Berlin war und daher nicht unbedingt übernachten musste, entschlossen wir uns dieses Mal, unser Glück in die Hände der Deutschen Bahn zu legen und den Trip mit Hin- und Rückfahrt an einem einzigen Tag zu bewältigen. Bei optimalem Verlauf und pünktlicher Ankunft sollten wir gerade einmal eine Stunde vor Spielbeginn eintreffen und das mir sonst so wichtige „Meet and Greet“ mit vielen bekannten Gesichtern dieses Mal leider der Zeitnot zum Opfer fallen. Auf der anderen Seite aber war es auch klar, dass man im einzigen ICE, der an diesem Sonntagmorgen in Frage kam, viele Bekannte treffen und sich auch so gemeinsam aufs Spiel einstimmen konnte.

Auf der Hinfahrt hatten wir eine freundliche DB-Zugbesatzung an Bord. Einziger Kritikpunkt: meine Nachfrage, ob sie denn genügend Bier an Bord hätten und notfalls unterwegs die Vorräte auffüllen würden, weil in Göttingen noch viele über Würzburg kommende durstige VfBler zusteigen würden, wurde ignoriert oder positiv ausgedrückt, unterschätzt. Nach und nach ging zunächst das Fassbier aus, dann die 0,33-Liter-Fläschchen und schließlich auch das Weizenbier, so dass wir den letzten Part der Strecke auf dem Trockenen saßen. Es wird sich mir nie erschließen, dass so gut wie keine Fahrt mit der Deutschen Bahn reibungslos verläuft. Entweder die Kühlung fällt aus oder die Getränke gehen aus, so dass es interessant zu eruieren wäre, wie viel Umsatz der Deutschen Bahn dadurch durch die Lappen geht.

Solang ein Unternehmen wie die Deutsche Bahn nicht über den Tellerrand der Fahrscheinpreise hinausschaut und nicht sämtliche Einnahmemöglichkeiten ausschöpft, ist es für mich ein Jammern auf hohem Niveau, wenn wieder einmal Preiserhöhungen mit gestiegenen Kosten begründet werden.

Zeitlich lief alles optimal, gegen 11.40 Uhr erreichten wir den Berliner Ostbahnhof und setzten die Reise mit der S-Bahn über das Ostkreuz bis nach Berlin-Köpenick fort. Wir hatten uns dieses Mal über einen uns bekannten 1. FC Union-Fan Karten über den Mitgliederverkauf besorgt und mussten die Karten zunächst noch vor der Haupttribüne in Empfang nehmen. Da wir uns dummerweise um die Blockaufteilung im Vorfeld nicht scherten, „verliefen“ wir uns zwischenzeitlich kurz, doch, wir lagen noch sehr gut in der Zeit, so dass wir es rechtzeitig in das Stadion „Alte Försterei“ hinein schafften.

Wir saßen (natürlich) inmitten von Unionern, so dass ich es, wie zuletzt auswärts fast schon regelmäßig, vorzog, neutral gekleidet zum Spiel zu gehen, man will schließlich nicht provozieren. Zudem prangten an unserem Eingang Schilder „kein Zutritt für Gästefans“, so dass ich in voller VfB-Montur ohnehin nicht hinein gedurft hätte.

Das Stadion erfüllte alle meine Erwartungen. Ein reines Fußballstadion, das größte in Berlin übrigens, volles Haus, ein begeisterungsfähiges Publikum und viel gelebte Tradition, die man dort förmlich riechen kann.

Der 1. FC Union Berlin ist kein gewöhnlicher Profiverein, ähnlich wie der FC St. Pauli versucht er trotz aller Kommerzialisierung die traditionalistische Note und die Nähe zu den Fans zu bewahren. Diese danken die Fan-Nähe auf ihre Art, nämlich, indem sie sich weit über das “normale” Fan-Dasein in den Verein einbringen und engagieren. Dies ging sogar so weit, dass beim 1. FC Union als einem der ersten Clubs überhaupt ein Fanvertreter einen Sitz im Aufsichtsrat bekam, es ging weiter damit, dass Fans, als die Regionalliga-Lizenz in Gefahr war, die Aktion “Bluten für Union” ins Leben riefen. Das „Bluten“ stand dabei nicht nur für finanzielles Bluten, sondern war wörtlich zu nehmen, weil Unioner zu jener Zeit Blutspenden gingen und die erhaltenen Aufwandsentschädigungen ihrem Verein spendeten.

Es gab es in diesem Zusammenhang noch weitere Aktionen, um Geld für den Verein zu sammeln, wie z. B. Benefiz-T-Shirts, von denen sogar ein “Bluten-für-Union”-Shirt in meinem Schrank hängt.
Das kam seinerzeit so, dass Union Berlin-Fans den FC St. Pauli bei der Retter-Aktion unterstützten und die St. Paulianer dann im Gegenzug für die „Bluten für Union“ Aktion die Werbetrommel rührten. Da ich einige Freunde bei St. Pauli habe, die sich seinerzeit aktiv einbrachten, bekam auch ich Wind von der Aktion und bestellte mir dieses Shirt.

Einzigartig war beim 1. FC Union Berlin auch der Teilumbau des Stadions in der Saison 2008/2009, als mehr als 2.300 freiwillige Helfer 140.000 Arbeitsstunden leisteten und so ihrem Verein einige Millionen Euro eingespart haben. 2010 machten die Union-Fans schließlich noch von sich reden, als sie den Spielausfall gegen den KSC verhinderten, indem rund 400 Freiwillige kamen, um Stadion und Zufahrtswege von Eis und Schnee zu befreien. Auch andere Events wie das alljährliche Weihnachtssingen, zudem sich 30.000 in der Alten Försterei einfinden, um Weihnachtslieder anzustimmen oder das WM-Wohnzimmer, zu dem Fans für die Dauer der WM 2014 ihre Couch in die Alte Försterei befördern durften und das Event dadurch „wie zu Hause“ genießen konnten, sind wohl einzigartig im deutschen Fußball. Da bin ich ganz Fußball-Romantiker und habe ein Faible für Vereine, die sich durch positive Aktionen vom Einheitsbrei der Profiligen abheben.

Zu DDR-Zeiten war Union zudem so etwas wie der Gegenpol zum Stasi-Club Dynamo Ost-Berlin, so dass sich dort schon damals eher die Außenseiter der Gesellschaft anstatt der Mainstream tummelte. Auch heute noch hebt sich Union von vielen anderen ostdeutschen Fußballvereinen und Fanszenen dadurch ab, dass die Fans eher links denn rechts orientiert und vor allem nicht auf Krawall gebürstet sind. Auch das und natürlich die Stimmung, die man im Fernsehen so mitbekommt, machen mir den Verein schon seit geraumer Zeit sympathisch, so dass ich mich riesig darauf freute, wenigstens ein Mal zu einem Pflichtspiel dorthin reisen zu dürfen.

Wir saßen also inmitten von Unionern und bekamen zunächst einmal eine Schalparade zum Vereinslied “Eisern Union” geboten. Zum Einlauf der Teams folgte eine schöne Choreographie der VfB-Fans anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Schwaben-Kompanie Stuttgart. Immer wieder beeindruckend, mit welcher Hingabe und in immer kürzer werden Abständen die VfB-Ultras, ob daheim oder auswärts, Choreos in die Stadien der Republik zaubern.

Nach der wieder einmal schier endlos langen Länderspielpause hatte ich richtig Bock auf Fußball und Stadionatmosphäre und saugte die Eindrücke noch auf, als der VfB bereits in der 3. Minute die Führung durch Simon Terodde erzielte. Der Ex-Unioner beförderte ein Zuspiel von Gentner humorlos in die Tor-Mitte. Spätestens hier outeten wir uns als VfBler, obwohl inkognito unterwegs, denn, bei einem VfB-Tor springt man halt automatisch auf.

Zu diesem Zeitpunkt stellten wir dann auch verwundert fest, dass wir in diesem Sektor bei weitem nicht die einzigen VfBler waren. Negative Reaktionen auf unseren kurzen Emotionsausbruch stellte ich nicht fest, die Unioner waren uns ganz freundlich gesonnen, schließlich haben wir mit Hertha BSC ja auch den gleichen “Feind”.

Umso peinlicher und zum fremdschämen empfand ich es, als nach wenigen Minuten das aus dem VfB-Block so obligatorische “Scheiß Berliner” kommen “musste”, gegen einen Gegner, dem man noch nie begegnet ist, mit dem einen also keinerlei Negativerlebnisse verbinden und von derer Seite meines Wissens nach auch nichts abfälliges über den VfB kam. Ob es Vorkommnisse im Gästeblock gegeben hat, weiß ich natürlich nicht, aber, schon allein die Tatsache, wie viel Material die Ultras hinein nehmen durften, zeugt doch davon, dass man der VfB-Fanszene gegenüber positiv gestimmt war. Zudem war das „Scheiß Berliner“ begrifflich noch falsch, denn, DEN Berliner gibt es ohnehin nicht, ist doch jeder Stadtteil eine Stadt für sich. Die Unioner begegneten uns gastfreundlich, ich persönlich habe kein einziges negatives Wort vernommen.

Nach der Führung hatte der VfB das Spiel im Griff, während dem 1. FC Union nicht sehr viel einfiel und er den Rückstand erst einmal verarbeiten musste. Der VfB machte jedoch einmal mehr den Fehler, in die alte Lethargie zu verfallen und das Ergebnis mehr verwalten denn ausbauen zu wollen.

Gerade, wenn ich nicht die allerbeste Defensive habe, um es noch positiv auszudrücken, also stets damit rechnen muss, ein dummes Gegentor einzufangen, gerade dann bemühe ich mich doch, mich sicher in Führung zu bringen, damit ein einziges Gegentor mir nicht die Butter vom Brot nimmt. Der VfB hatte eine Stunde lang die Partie im Griff und versäumte es, Kapital aus der Überlegenheit zu schlagen, so dass er sich hinterher über das Remis auch nicht zu beschweren braucht.

Da der VfB nicht vehement genug auf den Ausbau der Führung gedrängt hatte, kam es, wie es kommen musste. Durch ein Missverständnis zwischen Langerak und Kaminski konnte Skrzybski ins leere Tor zum Ausgleich einschieben. Dadurch wachte nicht nur die Mannschaft der Eisernen auf, sondern auch das Publikum, das mir zuvor recht verhalten erschien. Wenigstens in dieser Hinsicht ist der 1. FC Union ein ganz normaler Verein – der Funken muss vom Rasen auf die Ränge überspringen.
Der Kessel bebte von nun an, vor allem ihr “Unsere Liebe. Unsere Mannschaft. Unser Stolz. Unser Verein. Eisern Union” aus vielen tausend Kehlen ging mir unter die Haut, wie ich zugeben muss. Da bin ich Fußball-Fan genug, um auch die Atmosphäre beim Gegner genießen und vor allem wertschätzen zu können, wenngleich diese eben immer dann besonders gut ist, wenn es der VfB nicht ist.

So ist der Fußball, von nun an hatten wir ein komplett anderes Spiel. Der VfB ließ sich förmlich einschnüren, während Union, nun mit dem Publikum im Rücken, auf die Entscheidung drängte. Dass den Unionern der Siegtreffer nicht mehr gelang und es letztlich beim Remis geblieben ist, ist weniger der Souveränität der Brustringträger geschuldet, sondern dem Glück des Tüchtigen und dem, dass Mitch Langerak seinen Fehler beim Gegentor mehrfach ausbügelte.

Vor dem Spiel schrieb ich von Chance und Risiko zugleich, dieses Spiel betreffend. Ich sah durchaus Parallelen zum Dresden-Spiel und die Gefahr, in Köpenick ähnlich unterzugehen. Die Vorzeichen waren ähnliche. Nach einer Länderspiel-Pause, bei einem Ost-Verein und in einem Stadion, das zum Hexenkessel werden kann.

Auf der anderen Seite war das Spiel die Chance, eine Reifeprüfung abzulegen und zu untermauern, dass man aus Dresden gelernt hat. Die Chance, die Gunst der Stunde nach dem Remis der Braunschweiger in Bochum zu nutzen und erstmals in dieser Saison die Tabellenspitze zu erklimmen.

Diese Prüfung hat der VfB allenfalls mit einem „ausreichend“ abgeschlossen. Wohl auch der frühen Führung geschuldet, wurde es ein ganz anderes Spiel als in Dresden, als man es dort versäumte, die ersten Chancen zur Führung zu nutzen und nach dem ersten Gegentor alle Dämme brachen.

Was den gemeinen Fan in der Kurve oder auf der Tribüne weiterhin zur Weißglut treiben lässt, ist diese Selbstzufriedenheit und fehlende Gier der Mannschaft. Mit einer knappen Führung im Rücken gibt man sich zu schnell zufrieden, anstatt den Auftrieb und den Schwung nach einem Führungstreffer mitzunehmen und bestenfalls an einem solchen Tag etwas fürs Torverhältnis zu tun. Nachdem der VfB es offensichtlich nicht bedingungslos darauf anlegte, als Tabellenführer aus diesem Spieltag zu kommen, ist es die Frage, die mich auch heute noch umtreibt, wie dieser Punkt einzuordnen ist.

Tabellarisch hat sich nicht viel geändert, außer Hannover 96 konnte kein Spitzenteam dreifach punkten. Wir stehen weiterhin auf einem direkten Aufstiegsplatz und haben bei heimstarken Unionern immerhin nicht verloren. Sollte sich die wiedergewonnene Heimstärke fortsetzen und wir die nächsten Spiele gegen den 1. FC Nürnberg und Hannover 96 erfolgreich bestreiten, kann man sicherlich von einem gewonnenen Punkt sprechen. Geht jedoch das Duell gegen unseren Angstgegner aus Bundesligazeiten, den Glubb, verloren, dürfte das Wehklagen über die vergebene Chance bei Union schon beginnen.

Dem VfB gingen in der hitzigen Schlussphase vor allem die fehlenden Mentalitätsspieler Kevin Großkreutz und Hajime Hosogai, aber auch Tobias Werner ab, die für Ruhe und Besonnenheit hätten sorgen können und sich nicht zu schade sind, dazwischen zu hauen, wenn es mal sein muss.

Sorgenkind bleibt weiter Alexandru Maxim, der es noch immer nur zum Ergänzungsspieler bringt und auch gestern keine Eigenwerbung für mehr Startelfeinsätze betreiben konnte. Wenn man sich seine Körpersprache derzeit ansieht, muss man befürchten, dass die Zeichen auf Trennung stehen, vielleicht schon in der Winterpause.

Als der Schlusspfiff ertönte und sich die Mannschaft nach kurzem Abstecher in die Kurve in die Kabine begab und wenig später zum Flughafen chauffiert wurde, begann für uns die eigentliche Tortur der Tour.

Zunächst einmal führte der Weg uns zum Busparkplatz, um noch den Jungs und Mädels vom RWS und anderen, die mit dem Bus anreisten, einen kurzen Besuch abzustatten, bevor wir uns dann langsam aber sicher zurück zum Ostbahnhof begaben.

Planmäßige Abfahrtszeit war 17.52 Uhr, genug Zeit also, um nicht in Hektik zu verfallen, auch wenn ich mich kurzzeitig mal um eine Stunde verschätzt hatte und dadurch die Pferde unnötig scheu machte.

Wir aßen noch kurz etwas, deckten uns aber für die gut 5-stündige Fahrt nicht groß mit Proviant ein, im Zug gäbe es ja auch etwas, so unser positiver Denkansatz vor der Abfahrt. Doch da hatten wir die Rechnung ohne die Bahn und ihr an diesem Abend eingesetztes Personal gemacht.

Der Zug startete am Ostbahnhof, war also noch leer und fuhr etwa 15 Minuten vor der planmäßigen Abfahrtszeit ein. Wir platzierten uns, wie bereits auf der Hinfahrt, direkt im Bordbistro. Dass der Rollladen der Verkaufstheke vor der Abfahrt noch geschlossen ist, ist normal, so dass wir dem keine besondere Bedeutung beigemessen hatten.

Zu dieser Zeit lief schon eine junge Bahn-Bedienstete herum und legte Flyer auf die Tische, denen zu entnehmen war, was es im Bistro so alles zu verköstigen gibt. Falsch, sie legte sie nicht hin, sondern knallte sie uns auf den Tisch, bevor ein erstes Wort gesprochen war.

Ich bedankte mich trotzdem artig, was diese jedoch nicht dazu bewog, ein “bitte” zu erwidern. Da merkten wir bereits, dass sie dieser Dienst zu dieser Zeit am Sonntagabend offensichtlich ziemlich frustriert. Dazu fällt mir zu erst ein, “Augen auf bei der Berufswahl”. Wer diesen Beruf wählt, sollte zum einen mit der Schichtarbeit kein Problem haben und zum anderen serviceorientiert denken und so handeln und nicht von sich aus schlechte Stimmung verbreiten.

Mein erstes Bier bekam ich noch anstandslos an der Theke, ehe die Situation eskalierte. Es waren natürlich noch andere VfBler im Bistro und der Lautstärkepegel entsprechend. So muss es vorne (ich bekam das nicht richtig mit), Wortgefechte gegeben haben, mit der Folge, dass es plötzlich hieß, wir bekämen nichts mehr zu trinken.

Dabei soll sich die Bahn-Mitarbeiterin (über die ich mich wohl auch noch förmlich bei ihrem Arbeitgeber beschweren werde) herabgelassen haben, einen Bahnkunden (der wir ja alle waren) als “Schwabenpack” zu bezeichnen.

Dass darauf ein verbales Echo folgte, war selbstverständlich. Jedenfalls hatte dies alles, noch auf Berliner Boden wohlgemerkt, zur Folge, dass der Rollladen geschlossen und der Alkoholverkauf, natürlich nur an uns, eingestellt wurde.

Da “Schwabenpack” einem wohl erzogenen und seinem Arbeitgeber verpflichteten Mitarbeiter wohl im Dienst eher nicht über die Lippen kommt, ist bei dieser…, bevor ich mich im Ton vergreife nenne ich sie einfach Uschi, ist also bei dieser Uschi offensichtlich keine Kinderstube vorhanden gewesen.

Möglicherweise ist Uschi Hertha-”Fan” und kann Beruf und Privates nicht voneinander trennen oder sie wollte den in weiten Teilen Berlins verhassten Schwaben eines auswischen.

Man weiß es nicht, das Verhalten dieser Uschi jedenfalls ist durch nichts zu entschuldigen und sollte, ich hoffe, es hagelt Beschwerden, Konsequenzen nach sich ziehen. Dass sich der Zugchef dann auch noch vorbehaltlos vor seine Kollegin stellt, ist zwar möglicherweise als loyal anzusehen, auf Schlichtung und Konsens war er aber auch nicht aus.
Er, auch Berliner, vielleicht aus ähnlichen “Motiven” nicht gut auf Schwaben zu sprechen, ließ überhaupt nicht mit sich diskutieren. Im Gegenteil: Ein Stuttgarter Polizist, wohl unserer Begleitung zugedacht, wollte gerade eine Ansprache an uns richten und mahnte besonnen zur Ruhe. Er erläuterte, dass wir zu laut seien und das Singen unterlassen sollen, wenn wir noch was zu trinken bekommen möchten. Wohlgemerkt waren dies die ersten Worte, die an die Allgemeinheit und nicht nur an die an der Theke stehenden Fahrgäste gerichtet wurden, wir „hinten“ bekamen zuvor nämlich überhaupt nicht mit, wie sehr die Kacke wohl schon am Dampfen war. Von unzähligen Bahnfahrten zuvor kenne ich es, dass sich das Zugpersonal, wie unter erwachsenen Menschen üblich, artikuliert und sich meldet, wenn ihm etwas nicht passt. Nicht so in diesem Fall. Der Polizist wollte noch die Situation beruhigen, als sich der Zugchef plötzlich einmischte, es wäre zu spät, die Hundertschaft wäre schon angefordert.

Der Stuttgarter Polizist, der wirklich sehr besonnen und entspannt war, versuchte noch, den Zugchef von derart überzogenen Maßnahmen abzuhalten, jedoch ohne Erfolg. Wohlgemerkt, bis zu diesem Zeitpunkt wurden höchstens zwei, drei Lieder angestimmt, die nicht einmal von der Mehrheit der Anwesenden mitgesungen wurden, es kam zu keinerlei Beleidigungen unsererseits und vor allem kam es zu keinerlei Sachbeschädigungen, nicht einmal ein Glas ging bis dahin zu Bruch.

In Berlin-Spandau dann wurde der Zug gestoppt und hielt sich dort etwa 40 Minuten lang auf. Wie viele Polizisten in Kampfmontur sich einfanden, kann ich nicht sagen, sie kamen kleckerlesweise angerannt und waren bis zur Weiterfahrt sicher keine volle Hundertschaft.

Wahrscheinlich haben sie sich über ihren „Einsatz“ totgelacht, weil es nichts zu tun gab für sie. Der Polizist an Bord und unsere Fanbetreuung hatten die Lage im Griff, war doch jeder besonnen und nicht auf Krawall aus, sondern wollte „nur“ von der Bahn heimgefahren werden.

Um nicht Gefahr zu laufen, bei einer eventuellen Räumung des Bord-Bistros durch die Polizei mittendrin statt nur dabei zu sein, „verkrochen“ wir uns für kurze Zeit in einen Abteilwagen, wo sich das Verständnis anderer Bahnreisender über die Maßnahmen des Zugpersonals ebenfalls schwer in Grenzen hielt.

Wie es immer so schön in den Verspätungs-Rechtfertigungsberichten der Bahn heißt, lagen auch dieser “polizeiliche Ermittlungen” zugrunde. Wenn mir die Vorkommnisse an diesem Abend zu etwas die Augen geöffnet haben, ist es das, wie hausgemacht Verspätungen bei der Bahn sein können und, was so alles in die Statistiken über Gewalt im Fußball einfließt. Man kann Gift darauf nehmen, dass die Kosten des Polizeieinsatzes eher gewalttätigen Fußballfans zugeschrieben werden als überforderter, unmotivierter und unfreundlicher Bahnmitarbeiter.

Die Stimmung während der gesamten Fahrt blieb angespannt, dem Polizisten an Bord wurde es nicht langweilig. Ein anderer Bahnbediensteter zeigte drei VfBler wegen Beleidigung an, und erhielt im Gegenzug eine Anzeige wegen Gewaltandrohung.

Das Personal hatte uns offensichtlich von vornherein auf dem Kieker und durfte, gestern jedenfalls ungestraft, ihren Frust und Hass auf die Schwaben, im wahrsten Sinne des Wortes, in vollen Zügen ausleben.

So fand dieser an und für sich tolle Tag am Abend seinen unrühmlichen Höhepunkt. Sollten irgendwann zu dieser Fahrt und zur eigenen Rechtfertigung seitens der Bahn Bilder auftauchen, die den Bistrowagen als Saustall dokumentieren, dann in erster Linie deshalb, weil wir bei mehr als sechs Stunden Aufenthalt überhaupt keinen Service geboten bekamen. Es wurde weder ein Tisch abgeräumt noch abgewischt, so dass es nicht verwunderlich ist, vor allem bei der rasanten Fahrweise des Lokführers, dass das eine oder andere Glas abstürzt. Zu mutwilligen Sachbeschädigungen kam es definitiv nicht.

Mein Eindruck war, dass weder unsere Fanbetreuung noch der anwesende Polizist die Wahl der Mittel der Bahnbediensteten im Entferntesten nachvollziehen konnten. Über persönliche Konsequenzen, die ich ziehen könnte, bin ich mir noch nicht im Klaren. Eine Beschwerde bei der Bahn wird es mit Sicherheit geben. Mein erster Anlauf online aus dem Zug heraus wurde umgehend wieder gelöscht, weil ich die Uschi fälschlicherweise als Schnepfe in Uniform bezeichnete, der zweite wird aber mit Sicherheit nicht lange auf sich warten lassen.

Eine weitere mögliche Konsequenz wäre, bspw. zu unserer Fahrt nach Hamburg im Januar den Proviant selbst mitzubringen und damit, wir rechnen mit etwa 40 Leuten, einen Abteilwagen voll zu müllen und die Bahn erheblich an Umsatz zu kosten. Einen Monopolisten einfach zu boykottieren, ist leider nicht ganz so einfach, auch wenn es mir im Moment danach wäre.

VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 9.6/10 (16 votes cast)
VN:F [1.9.7_1111]
Rating: +2 (from 2 votes)
31. Juli 2010

Millerntor und Schlagermove

Zwischen Donaueschingen, nach dem müden Kick gegen die Kickers und vor Grenchen stand für uns noch ein verlängertes Wochenende in Hamburg an, auf das wir uns sehr freuten. Entstanden ist dieses Vorhaben, als Ule seiner Alex zum 40er ein Schlagermove-Wochenende in Dortmund schenken wollte. Spontan wie ich manchmal bin, sagte ich, wenn ihr nach Hamburg geht, gehen wir mit. Ich komme zwar musikalisch eher aus der Metaller-Ecke, der Schlagermove wurde mir aber von Hamburger Freunden schon länger wärmstens ans Herz gelegt. Jetzt war also die Gelegenheit, mir dieses Event einmal aus der Nähe anzuschauen.

Als ich dann noch mitbekam, dass just an unserem Anreisetag, dem 16.7.2010, noch der FC St. Pauli ein Testspiel gegen Bayer Leverkusen bestreitet, war ich natürlich Feuer und Flamme. Unseren Bekannten, natürlich St. Pauli Dauerkarteninhaber, teilte ich dann auch gleich mit, dass ich nicht böse wäre, wenn sie ins Stadion gehen wollten und dass wir dann natürlich gerne mit gehen.

Schon seit etlichen Jahren ist für mich der FC St. Pauli der sympathischere Verein in Hamburg. Als Auswärts-Fans sind wir immer gut aufgenommen worden. Wenn man selbst keinen Stunk macht, bekommt man ihn mit den Heimfans dort in der Regel auch nicht. Verstärkt hatte sich die Sympathie in der Zeit rund um unsere UEFA-Cup-Spiele gegen Celtic Glasgow, mit denen der FC St. Pauli eine Fanfreundschaft pflegt. Über die VfB Fan-Community lernten wir das damalige St. Pauli Fanforum “Basis St. Pauli” kennen und traf sich auch das ein oder andere Mal. So fuhren wir zum Benefizspiel der Bayern am Millerntor und bekamen regelmäßig Gegenbesuche, wenn der Wasen anstand.

Vieles hat sich seither verlaufen, mit einigen stehen wir aber bis heute in regem Kontakt und statten uns Besuche und Gegenbesuche ab. Ich finde die Atmosphäre am Millerntor einfach geil und versuche, wenigstens ein Mal pro Saison dort zu sein. So waren wir zuletzt im Februar im Stadion beim Sieg gegen den KSC und so nutzte ich natürlich auch dieses Mal die Gelegenheit, das Spiel gegen Leverkusen und natürlich auch den Umbau des Stadions weiter zu verfolgen. War im Februar die Haupttribüne noch “platt”, ist sie jetzt so gut wie fertig. Wie wir startet auch St. Pauli erst am 2. Spieltag die Heimsaison, um für die Umbaumaßnahmen eine Woche mehr Zeit zu haben. Ich bin mir sicher, das Stadion wird ein richtiges Schmuckkästchen, wenn es fertig ist. Ich muß zugeben, dass ich aber schon auch ein Traditionalist bin. Wie ich bei uns bis heute mit dem Carl-Benz-Center wenig anfangen kann und noch immer der altehrwürdigen Stadiongaststätte hinterher trauerere, so vermisse ich auch, und das als Außenstehender, die alte Gaststätte des FC St. Pauli und fremdele noch ein wenig mit der neuen in die Südtribüne gebauten “Bar”.

So starteten wir also an diesem heißen Freitag unser Unternehmen Hamburg. Wir buchten bei der Bahn einen normalen IC, da dieser preislich erheblich günstiger war, als der ICE, der die Strecke auch nicht schneller bewältigen würde. Wie in etlichen Zügen in diesen Hochsommertagen schwächelte auch in diesem Zug die Klimaanlage, ohne allerdings ganz auszufallen. So war die Fahrt erträglich. Not amused war ich allerdings, dass die Bahn einfach mal den Bistro-Wagen weggelassen hat. Wir nahmen fast kein Vesper und sonstige Wegzehrung mit, weil wir davon ausgingen, bei der Bahn einen Leberkäswecken und ein kühles Franziskaner zu bekommen. Ich wäre aufgrund einer immensen Preisersparnis ohnehin lieber mit dem Auto gefahren – durch solch einen “Service” der Deutschen Bahn werden meine Vorurteile gegen das Bahnfahren natürlich erst recht nicht abgemildert. In Kassel dann wurde uns über die Lautsprecher aufgrund der in einigen Waggons ausgefallenen Klimaanlagen die Möglichkeit eröffnet den ICE auf dem Bahnsteig gegenüber zu nehmen. Für diese Möglichkeit war zunächst ich als einziger offen, sah ich doch die Gelegenheit, doch noch zu einem kühlen Franziskaner zu bekommen. Zunächst wollten alle auf ihren “sicheren” Plätzen sitzen bleiben, wußte man ja nicht, wie voll der andere Zug war. Als der ICE aber uns dann doch noch zu überholen drohte, rannten wir dann doch herüber. Mit einer Verspätung von gut 30 Minuten erreichten wir den Hamburger Hauptbahnhof. Da es mittlerweile schon 17.30 Uhr war und das Spiel um 19 Uhr begann, fuhren wir schnurstracks zum Park & Ride Parkplatz, warfen unser Gepäck ins Auto, und machten uns auf zum Kiez. An der Haltestelle Hagenbecks-Tierpark noch kurz eine “Streifenhörnchen-Dose”, ein Astra-Bier in einer Dose, gestreift wie das letztjährige St. Pauli-Trikot, gepackt und ab in die Straßenbahn.

Jedes Mal, wenn ich die U-Bahnhaltestelle St. Pauli verlasse überkommen mich Glücksgefühle. Ich fühle mich einfach wohl in Hamburg, meiner Lieblingsstadt. Vor allem St. Pauli und die Landungsbrücken haben mir es dort besonders angetan.

Wir gingen dann auch gleich hinein ins Stadion am Millerntor. Hatten wir gegen den KSC noch Sitzplätze in der Nordkurve gehabt, nahmen wir dieses Mal mit unseren Freunden Stehplätze in der Südkurve, um hautnah dabei zu sein. Schön war dann auch, dass wir weitere Bekannte aus früheren Zeiten trafen. Bei St. Pauli spielte erstmals Gerald Asamoah, der Stareinkauf von Schalke, am Millerntor, Leverkusen kam mit Trainer Heynckes, Adler war wieder im Tor, Manuel Friedrich, Patrick Helmes und Sami Hyppiä, aber noch ohne Michael Ballack.

Es entwickelte sich rasch ein flottes Spielchen mit besseren Chancen für St. Pauli. Vor allem Gerald Asamoah zeigte, dass er für die Mannschaft ein riesen Gewinn werden kann und erzielte auch die Führung. Ich muss zugeben, dieser Asamoah war mir weder bei Schalke noch bei der Nationalelf besonders sympathisch, er war für mich eher eine Reizfigur. Das braune Trikot jetzt kleidet ihn aber viel besser als königsblau. Ich kann mir vorstellen, dass er eine gute Verstärkung für St. Pauli werden kann, vor allem mit seiner Erfahrung und seinem Kampfgeist wird er dem ansonsten vielleicht zu grünen Team helfen können. Schade, dass er sich jetzt in der Vorbereitung schwerer verletzt hat und wahrscheinlich den Bundesligaauftakt verpassen wird. Lief St. Pauli zu Beginn noch häufiger in die Abseitsfalle der Leverkusener, war es eben jener Asamoah, der St. Pauli in der 31. Minute verdient in Führung schoss. Diese Führung hatte allerdings nicht sehr lange Bestand, in der 38. Minute traf Helmes zum 1:1, was auch der Pausenstand war.

Anders als sonst, wo ich eigentlich ständig am Fotografieren bin, machte ich bei diesem Spiel vergleichsweise wenig Fotos. Die Bierversorgung war quasi nie unterbrochen, so dass ich oftmals zwei Becher in der Hand und somit keine weitere frei hatte. Außerdem redeten wir natürlich auch viel über alte Zeiten, St. Pauli und den VfB.

Christel und Norbert beim Halbzeitbier

Hoch die Tassen

In der Halbzeit tauschte Holger Stanislawski das gesamte Team aus, was den St. Paulianer Spielfluß unterbrach. In der Folgezeit bestimmte Bayer 04 Leverkusen das Spiel, konnte aber auch kein weiteres Tor mehr erzielen, so dass es beim 1:1 blieb. Auch den Leverkusener, allen voran Trainer Heynckes, merkte man, dass sie Spaß hatten, am Millerntor zu Gast zu sein. Die Bundesliga darf sich freuen, St. Pauli is back. Die Leistung in der 1. Halbzeit gibt Zuversicht, dass St. Pauli in der Liga mithalten kann. Im Tabellenkeller finden sich Mannschaften, die meiner Meinung nach weniger Potential haben, so dass der Klassenerhalt sicher drin sein dürfte. Mich würde es freuen, wenn wir in Zukunft Jahr für Jahr ein Ligaspiel am Millerntor hätten.

Nach dem Schlußpfiff sorgten dann noch die Kids von Timo Schultz für Begeisterung. Als die Mannschaften schon lange das Feld verlassen hatten, wurden diese von einem noch vollen Stadion frenetisch bejubelt, als sie den Ball nach einigem Anlauf im Tor versenkten. Auch das ist St. Pauli, noch Party machen, wenn sie eigentlich schon vorbei ist.

Nach dem Spiel gingen wir dann gleich zur Warmup-Party für den Schlagermove, direkt vor dem Stadion auf dem Heiligengeistfeld. Dort trafen wir auch Ules wieder, die für das Spiel kein Interesse hatten.

Der Samstag begann zunächst einmal mit Kopfschmerzen. Wir hatten wohl das Warsteiner der Warmup-Party nicht vertragen. Nach langer Anlaufzeit und einem gediegenen Frühstück fuhren wir wieder Richtung St. Pauli. Der Schlagermove war schon im Gange, macht aber nichts, da die 44 Trucks zwei Mal auf der Reeperbahn vorbei kommen.

Was dort dann abging übertraf meine kühnsten Erwartungen. Partystimmung und lustige Leute, wohin das Auge reichte. Es war einfach ein perfekter Tag. Nach der großen Hitzewelle war es ein angenehmer Tag. Heiter bis wolkig und etwa 23° mit einem ca. einmütigen Regenschauer. Für eine solche Großveranstaltung mit etwa 400.000 – 500.000 Menschen standen wir relativ unbedrängt, waren nicht im Gedränge und doch mittendrin statt nur dabei. Es waren sowohl ausreichend Getränkestände bzw. mobile Getränkeverkäufer unterwegs, auch für die Verrichtung der Notdurft standen genügend Möglichkeiten zur Verfügung. So war im Grunde alles gegeben und ohne großes Schlangestehen zu erledigen, all das, was mich sonst oft von Großveranstaltungen abschreckt.

Nach den ersten Bieren am Nachmittag und einem leckeren Caipirinha wurde dann auch die Zunge lockerer und man gröhlte bei Evergreens wie Anita, Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben und Polonaise Blankenese lauthals mit. Die tollen Verkleidungen und schön geschmückten Trucks rundeten die gelungene Veranstaltung ab. Mir ging es wirklich so, dass ich mich nicht satt sehen konnte, was da im Sekundentakt an einem vorbei lief oder fuhr. Für uns stand schon an diesem Tag fest, dass wir auch im nächsten Jahr wieder dabei sein wollen. Untenstehend einige der vielen Eindrücke, die wir gewinnen durften.

Nach dem Schlagermove gingen wir noch ins nahegelegene Maredo speisen, da wir bis zu diesem Zeitpunkt überwiegend flüssige Nahrung aufgenommen hatten, und danach noch einmal auf die Schlußparty aufs Heiligengeistfeld. Der Sonntag begann ähnlich wie der Samstag, mit langem Fitwerden, aber ohne Kopfschmerzen. An das Warsteiner hatten wir uns wohl inzwischen gewöhnt. Warsteiner war einer der Sponsoren des Schlagermove, sonst gibt es doch eher Astra auf dem Kiez und manchmal auch ein Franziskaner.

Wir flanierten dann noch ein wenig bei den Landungsbrücken. Saßen in einem Biergarten und beobachteten die Möwen und das Treiben im Hamburger Hafen. Bald darauf hieß es wieder Abschied nehmen, bis zum November, wenn der VfB beim HSV spielt. Die Bahnfahrt verlief ähnlich chaotisch wie die Hinfahrt. Ein Bistrowagen war zwar vorhanden, aber die Kühlung war ausgefallen. So gab es kein kaltes Bier zunächst. Ich ließ mir dann ein paar in einem Eisfach vorkühlen und konnte nach Göttingen dann mein erstes einigermaßen gekühltes Bier trinken. Da verstehe ich die Bahn nicht, erhöhen lieber ständig die Preise, anstatt einfach den Umsatz zu machen, den sie machen könnten.

Wir kamen dann mit 45 Minuten Verspätung in Stuttgart an, statt um 0.44 Uhr erst gegen 1.30 Uhr. Für uns folgte mal wieder ein Ruhetag, um dam Dienstag dann nach Grenchen in die Schweiz aufzubrechen. Ein Bericht davon folgt noch.

Fazit: es war ein ganz tolles Wochenende und ein richtiger Kontrast zu unserem sonstigen Sommerfahrplan, rund um den VfB.

VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 10.0/10 (3 votes cast)
VN:F [1.9.7_1111]
Rating: +2 (from 2 votes)