20. Juli 2019

„Er ist weg“

Was man letzte Woche und auch zu Beginn der Mitgliederversammlung am vergangenen Sonntag nicht zu hoffen wagte, ist seit Montag Realität. Wolfgang Dietrich hat seinen Rücktritt erklärt!

Zunächst plagten mich leichte Gewissensbisse, weil wir auf der Rückfahrt vom Jubiläumsspiel in Basel noch das Testspiel der VfB Amateure beim SV Endingen/ Kaiserstuhl (0:2) mitnahmen. Dieses war zwar zur besten Frühschoppen-Zeit 11 Uhr angesetzt, angesichts von mindestens zwei Stunden Fahrt nach Stuttgart, war es jedoch klar, dass wir vor 15 Uhr nicht da sein würden.

Exakt pünktlich zum ersten Redebeitrag der Aussprache trafen wir dann schließlich ein und konnten konstatieren, alles richtig gemacht zu haben. Auf die Rechtfertigungen der Vereinsoberen, Ausnahme den Vortrag von Thomas Hitzlsperger, war ich ohnehin nicht scharf gewesen, hat man die sich ständig wiederholende Leier doch schon so oft gehört.

Was dann folgte, war eine denkwürdige Aussprache mit hervorragenden Rednern. Überwiegend kritisch der Vereinsführung und Wolfgang Dietrich gegenüber, die einzigen Fürsprecher kamen so gut wie alle aus den Abteilungen des Vereins. Hut ab vor denen, die sich aufs Podium trauten und die, es wirkte fast wie abgesprochen, sämtliche Kritikpunkte an Dietrich fast ohne Wiederholungen abarbeiteten.

Diese Aussprache hatte etwas von einem „Weichklopfen“ Wolfgang Dietrichs. Er wurde immer dünnhäutiger und ungehaltener, und musste feststellen, dass keine besoffenen Querulanten auf ihn eindroschen, sondern Mitglieder jedweden Alters und jedweder Fangruppierung.

Ausnahmslos sachlich wurde argumentiert und Dietrich damit der Zahn gezogen. Versuchte er sich anfangs noch mit den oft gehörten Phrasen zu rechtfertigen, wurde er im Verlauf der Aussprache immer schmallippiger.

Einen völlig neuen Sachverhalt brachte die Aussprache dann aber doch hervor. Wurden die Kritiker, mich eingeschlossen, nicht müde nachzufragen, weshalb vor seiner Wahl den Mitgliedern wichtige Entscheidungsgrundlagen verschwiegen wurden, schob er dies plötzlich darauf, dass die DFL untersagt hätte, die Mitglieder darüber zu informieren, dass Dietrich noch weit in seine Amtsperiode hinein Ausschüttungen der Quattrex bzw. dessen Töchter erhalten könne.

Sollte dieser neue Anhaltspunkt den Tatsachen entsprechen, würde dies an der Wählertäuschung zwar nichts ändern, würde aber einen neuerlichen Schatten über die Machenschaften der DFL werfen. Dann nämlich würde sie bewusst gegen ihre eigenen Statuen verstoßen (lassen) und Interessenskonflikte im Hinterzimmer legitimieren. Mit ähnlichem Gebaren dürfte seinerzeit Red Bull Leipzig die Lizenz für die Bundesliga erteilt worden sein. Ein Fall für die Presse, diesem Verdacht nachzugehen!

Nach 14 von 28 Rednern folgte unweigerlich der Antrag auf Beendigung der Debatte. Nachdem sich die Leih-Tablets aufgehängt hatten und es nicht gelang, alle Handys gleichzeitig ins WLAN-Netz einzuloggen, die Abstimmung auf Beendigung der Aussprache also nicht ordnungsgemäß erfolgen konnte, wurden die zwei Antragsteller gebeten, ihren Antrag zurückzuziehen und die Aussprache fortzusetzen. In den gut dreißig Minuten bis zum Gelangen zu dieser Erkenntnis, hätte man gleich die Redebeiträge fortsetzen können.

Gut, dass die Beendigung nicht erwirkt werden konnte, denn, Rainer Adrion, Ex-U21-Trainer vom VfB, Interimstrainer bei den Profis, U21-Nationaltrainer sowie Jugendkoordinator mit Inneneinsicht in den Verein schritt ans Podium und rechnete schonungslos ab. Hinterfragte die DNA des Clubs, die Philosophie. Kritisierte, dass diese von Trainern vorgegeben werde, die im Schnitt gerade einmal siebeneinhalb Monate (!) im Amt seien und kritisierte Dietrich für seine jüngsten Personalentscheidungen. Weiter merkte er an, dass auch Thomas Hitzlsperger dies nicht allein bewältigen könne und ein Korrektiv im Verein benötige, um auf Kurs zu bleiben.

Adrion redete sich derart in Rage, dass er sich auch von Dietrichs Anmahnung bzgl. der abgelaufenen Redezeit und dass doch auch er sich an die Regeln zu halten habe, nicht einschüchtern ließ und Dietrich entgegnete, „Herr Dietrich, wenn Sie sich mal an alle Regeln halten würden…”.

Daraufhin johlte die Menge und reagierte mit Standing Ovations, womit erstmals an diesem Tag das Gefühl aufkam, dass ernsthafte Chancen bestünden, Dietrich an jenem denkwürdigen Sonntag abwählen zu können. Paradox an Adrions Redebeitrag war, dass er in diesen einstieg mit der Anmerkung, dass er nicht wolle, dass Dietrich abgewählt werde.

Adrions Inhalte goutierte ich nicht einmal zu hundert Prozent, weil Thomas Hitzlsperger und Sven Mislintat doch gerade dabei sind, einige der genannten Punkte abzuarbeiten und sich auch personell breiter aufzustellen.

Dietrich war zu diesem Zeitpunkt schon die Kinnlade heruntergefallen, womit er auch nicht mehr schlagfertig genug war, Adrion genau dies zu entgegnen.

Die Ausführungen hatten, auch wenn einiges schon gesagt und beantwortet war, ein besonderes Gewicht, hat Adrion doch den Blick hinter die Kulissen. Sein Auftritt war derart beeindruckend, dass es nicht wenige gibt, die sich ihn als Dietrich-Nachfolger wünschen.

Als Adrion das Podium wieder verließ, spürte man zum ersten Mal an diesem Tag so etwas wie Stadionatmosphäre. Der Kessel war aufgeheizt, die Dietrich raus Rufe wurden immer lauter.
Dass es zwei Redner später dann zur Farce kam und die Versammlung mangels funktionierendem WLAN abgebrochen werden musste, spottet jeder Beschreibung. Noch bei VfB im Dialog unter der Woche erklärte Wolfgang Dietrich „wir sind kein Chaosklub“ und dann so etwas. Peinlich, dilettantisch, nicht mal zweitligareif präsentierte sich der Club mit den hervorragenden Rahmenbedingungen.

Stunden zuvor rühmte sich Standup-Comedian Stefan Heim noch, Kosten an externen Dienstleistern eingespart zu haben, offenbar am falschen Ende. Wie bereits durchsickerte, die offizielle Bestätigung steht noch aus, verzichtete der VfB auf die Leihe des Hardware-Equipments vom Dienstleister, um Kosten zu sparen, zudem sei das eingerichtete WLAN-Netz lediglich für geschlossene Räume ausgelegt gewesen und nicht fürs Stadion, in dem das WLAN auch an Spieltagen sehr zu wünschen übrig lassen soll. Unentschuldbar, dass für ein solches Szenario kein Plan B existierte.

So wurden wir unverrichteter Dinge nach Hause geschickt und, das unterstreicht das verloren gegangene Vertrauen zur Vereinsführung, nicht wenige vermuteten dahinter die Absicht, die Abstimmung ein anderes Mal, in einer weniger aufgeheizten Atmosphäre, durchführen lassen zu wollen, weil der Ausgang plötzlich ungewisser denn je war.

Wer Wahlkampf und Verunglimpfung der Fans im Trump-Style durchführt, wenn schon die Abstimmung zur Ausgliederung fragwürdig war und viele Geräte „ganz plötzlich“ nicht funktionierten, braucht man sich nicht zu wundern, dass sämtliches Vertrauen über die Jahre verloren gegangen ist.

Noch ein paar Worte zur Mitgliederversammlung an sich, die mich aufgeregt haben. Auf einer Mitgliederversammlung, wo ausschließlich Dunkelrote versammelt sind, erschließt sich es mir nicht, weshalb es dort zum einen reservierte Plätze für die „besseren Dunkelroten“ sowie ein VIP-Bereich für eben diese gibt, in dem Alkohol ausgeschenkt wurde, während das Fußvolk mit alkoholfreiem Bier abgespeist wurde.

Hier fordere ich gleiche Rechte für alle. Wenn man sich schon den ganzen Sonntag für eine solche letztendlich blamable Veranstaltung Zeit nimmt, sollte man es sich auch einigermaßen gut gehen lassen und wenigstens das eine oder andere saure oder süße Radler genießen können.

Auch ist es extrem nervig, wenn man für ein Getränk und eine Wurst JEWEILS gut 20 Minuten anstehen muss, weil nur je zwei Stände für 4.500 Leute geöffnet haben. Persönlich hat es mich auch aufgeregt, dass man keine Rucksäcke hinein nehmen durfte, weshalb ich meinen Rucksack im Auto lassen musste.

Da wir wegen der späten Anreise im hintersten obersten Eck des Parkhauses gerade noch einen Parkplatz ergatterten, war es mir zu späterer Stunde, als die Sonne weg war, zu blöd, aus- und wieder einzuchecken, um ein Jäckchen zu holen. Resultat, eine fette Erkältung, die mit der Grund ist, weshalb ich seit Dienstag immer wieder an diesem Beitrag herumdoktere und stets irgendwann „keinen Kopf“ mehr hatte.

Wenn schon mit einer derart langen Veranstaltung gerechnet werden muss, sollte es gestattet sein, mitnehmen zu können, was man brauchen könnte, zumal im Neckarstadion bei 4.500 Leuten ja kein Platzproblem entsteht, wenn ein Rucksack etwas größer ist. Zudem ist es eine Frechheit, nach Gebrauch des Gutscheins für ein Mineralwasser über 4 Euro berappen zu müssen und sich nicht etwas mitbringen zu dürfen. Abzocke am eigenen Mitglied, schämt Euch!
Des altehrwürdigen VfB unwürdig war sowohl die Organisation als auch das abrupte Ende der Veranstaltung, womit man sich einmal mehr zum Gespött machte, dieses Mal nicht nur in der Fußballwelt, sondern generell.

Wolfgang Dietrich erklärte tags drauf auf Facebook seinen Rücktritt, offenbar ohne vorher den VfB zu informieren. Aufgrund einiger nebulöser Formulierungen hielt ich den Post zunächst für einen Fake und wartete gebannt auf die offizielle Bestätigung des VfB Stuttgart, die gut eine Stunde später erfolgte.

Wie Dietrich sein Amt ausführte und verstand, so las sich auch seine Rücktrittserklärung. Draufhauen auf seine Kritiker ohne eigene Fehler zu benennen oder einzuräumen, so hat man Dietrich in den vergangenen drei Jahren kennengelernt.

Interessant an seinem Rundumschlag, dass er, der stets die Einstimmigkeit im Verein hervorhob, sich darüber beklagt, ihm habe die Unterstützung gefehlt, sich bestimmten Interessen entgegenzustellen.

Sollte der Verein die Ära Dietrich aufarbeiten, wäre es interessant zu wissen, wen Dietrich mit jenen meinte, die „sich schon seit langem an den gut gefüllten Töpfen unseres Vereins bedienen wollen.“ Zielt er auf Ex-Spieler ab, die wie die Mücken „unterkommen“ möchten oder auf Spielerberater, die fröhlich ein- und ausgehen, jedoch nur ihre eigenen Interessen im Sinn haben.

Wohltuend in den Tagen danach ist es, wie sehr die meisten Medien die Qualität der Wortbeiträge auf der Mitgliederversammlung loben und die Kritik als berechtigt würdigen.
Da stellt man sich höchstens beiläufig die Frage, weshalb die meisten erst jetzt Dietrichs Amtszeit- und -führung kritisieren und nicht schon lang vorher.

Meist waren es nur die Ultras, Blogs und Podcasts mit vergleichsweise geringer Reichweite, die Missstände und das fehlende Vertrauen in die Vereinsführung anprangerten, die Medien hielten sich oft vornehm zurück.

Die Proteste während der gesamten Amtszeit Dietrichs wurden lang nicht groß thematisiert und schon gar nicht hinterfragt oder verstanden. Erst seit den Enthüllungen über Dietrichs noch bestehende Verstrickungen im Quattrex-Firmengeflecht, veröffentlicht im Kicker im April diesen Jahres, kam Bewegung in die Angelegenheit und der Wind für Dietrich wurde rauer.

Kritiker wurden bis zuletzt als kriminelle Drogensüchtige verunglimpft, die weder Namen noch Gesicht preisgeben. Vielleicht war Dietrich auf der MV auch deshalb so schockiert, weil ihm plötzlich ganz normale Menschen, nüchtern und mitten im Leben stehend, gegenüber standen und ihm die Leviten lasen.

Das oben erwähnte „Weichklopfen“ Dietrichs, man kann es auch als „in die Enge treiben“ formulieren, hört sich zugegebenermaßen hart an. Wenn man sich jedoch die Art und Weise ins Gedächtnis ruft, wie die Vereinsführung bis zuletzt mit Kritikern umgegangen ist und sie diffamiert, Strafanzeigen gegen eigene Fans gestellt hat, an die Ignoranz denkt, mit der Kritiker abgekanzelt wurden, war eine solche Veranstaltung wohl die einzige Möglichkeit „ihn“ loszuwerden.

Dietrich beklagte sich in seiner Rücktrittserklärung über Häme und Hass, dabei war er es doch, der sich lediglich als Prellbock sah, die Kritik inhaltlich an sich abprallen ließ und immer betonte, er halte das aus. Dietrich hätte sich das alles ersparen können, wäre er nach dem Abstieg zurückgetreten.

Nimmt man Kritiker nicht ernst, kommt es auf der Mitgliederversammlung, dem einzigen Vereinsorgan das man hat, um sich Luft zu verschaffen, zur Generalabrechnung. Dort bekam er die Wirkungstreffer ab, die er sich im Laufe seiner Amtszeit und vor allem im letzten Jahr seiner Amtszeit verdient hat! Mein Mitleid hält sich in engen Grenzen, wie man in den Wald hinein ruft, schallt es zurück!

Nun also ist der Weg frei für einen Neuanfang, wenngleich der VfB weit mehr Probleme hat(te), als „nur“ Wolfgang Dietrich.

Dietrich hatte den öffentlichen Angriff Porths auf Ehrenspielführer Guido Buchwald, aus dem Buchwalds Rücktritt aus dem Aufsichtsrat resultierte, völlig unterschätzt und Porth verteidigt, anstatt einem Vereinsidol, das im Gegensatz zu Porth schon einiges für den VfB geleistet hat, den Rücken zu stärken.

Auch diese Rechnung bekam Dietrich am Sonntag präsentiert, als Guido Buchwald wie ein Hero gefeiert wurde, während Porth bei jeder Erwähnung ein gellendes Pfeifkonzert entgegenschlug.
Um sein Image wieder aufzupolieren, wäre der VfB gut beraten, auch bei der Besetzung von Posten, die dem Investor zustehen, auf eine gute Kinderstube und damit eine bessere Außendarstellung zu achten. Porth, der sich nicht als Kontrollorgan versteht, sondern sich immer wieder auch ins operative Geschäft einmischt, ist spätestens seit dem Vorfall mit Guido Buchwald nicht mehr tragbar.

Kaum ist Dietrich weg, schießen Spekulationen über mögliche Nachfolger ins Kraut. Viele Twitter-User wollen Cem Özdemir ermutigen, für das Amt zu kandidieren, der Schorndorfer Bürgermeister hat sich selbst ins Spiel gebracht, selbst Günther Oettinger bringt sich ins Spiel, „yes, we are all sitting in one boat“. Einen Politiker hielte ich für eine schlechte Idee, soll „der Neue“ doch die Mitgliederschaft wiedervereinen und nicht womöglich in politische Lager spalten.

Da sich zuletzt auch Wirtschaftsbosse auf dem Präsidentensessel als Fehlbesetzung erwiesen haben, könnte ich mir einen Ex-Profi wie Guido Buchwald noch am ehesten für das (repräsentative) Amt vorstellen.

Auch der Name Jürgen Klinsmann schwebt wieder einmal über dem Cannstatter Wasen. Fakt ist wohl, dass Klinsmann allenfalls als (allmächtiger) Vorstandsvorsitzender, nicht aber als Präsident kommen würde. Da Porth ihn bereits öffentlich diskreditiert hat und eine Zusammenarbeit dieser beiden wohl ausgeschlossen ist, würde sich ganz nebenbei ein anderes Problem wohl von alleine lösen, denn, sollte Klinsmann zu bekommen sein, müsste die Daimler AG im Interesse des VfB einen anderen Mann in den Aufsichtsrat entsenden.

Als Vorstandsvorsitzender wäre Klinsmann Vorgesetzter von Thomas Hitzlsperger. Da müsste vorab geklärt sein, ob Klinsmann mit dem von Hitz und Mislintat eingeschlagenen Weg konform ginge, oder er nicht auch dort alles auf Anfang stellen würde.

Hitzlsperger, das spürte man auf der Mitgliederversammlung, genießt das uneingeschränkte Vertrauen der Mitglieder und hat eine echte Chance verdient, den sportlichen Bereich nach seinen (und denen von Sven Mislintat) Vorstellungen umkrempeln zu dürfen.

Die Empathie und Sympathie, die Thomas Hitzlsperger verkörpert, bleiben dem VfB hoffentlich noch lange erhalten. Natürlich wird er auch er am Ende am sportlichen Erfolg oder Misserfolg gemessen werden müssen, aber, noch ist es viel zu früh den Stab darüber zu brechen.

In der Abstiegssaison konnte er nur noch verwalten und weniger gestalten, zumal die von Dietrich vorgegebene Priorität offensichtlich war, Markus Weinzierl nicht entlassen zu wollen, womit Hitz die Hände gebunden waren. Mit der Verpflichtung von Sven Mislintat, Tim Walter, der Neuausrichtung des Kaders und der damit einhergehenden neuen Spielphilosophie beginnt erst seine Zeitrechnung.

Daher wünsche ich mir jemanden an der Spitze, der diesen eingeschlagenen Weg auf sportlicher Ebene mitträgt und ein gutes Händchen mitbringt, Vorstand und Aufsichtsrat der AG neu aufzustellen und mit mehr Sportkompetenz auszustatten. Ob das dann ein Klinsmann wird, der das für unter 5 Millionen Euro jährlich sicher nicht machen würde, oder ein anderer, da bin ich zunächst unvoreingenommen und gespannt, was kommt.

Skeptisch bin ich bei Namen wie Thomas Berthold, der bislang noch nicht bewiesen hat, ob er mehr kann, als nur schlau daher reden. Anhören sollte sich der Vereinsbeirat bzw. die AG natürlich alles, auch, wer alles hinter dem „Team Berthold“ steckt. Meine erste Befürchtung ist eben, dass einer, den man in den letzten Jahrzehnten eher wenig beim VfB gesehen hat, „sich an den gut gefüllten Töpfen des Vereins bedienen“ wollen könnte und die Herkulesaufgabe völlig unterschätzt. Nur, wer dem VfB über die letzten Jahrzehnte nahestand bzw. gut informiert wurde, kennt den Filz und kann einschätzen, wo anzusetzen ist.

Nach der wochenlangen Schlammschlacht, ist es nun an der Zeit, den Fokus wieder aufs Sportliche zu legen. Nächsten Freitag beginnt die Zweitligasaison mit dem Spiel gegen den Mitabsteiger Hannover 96, einer echten Standortbestimmung.

Ich kann es nur immer wieder betonen, wie angetan ich von Thomas Hitzlsperger, Sven Mislantat und Tim Walter bisher bin. Wie zugänglich und diskussionsbereit sie sich präsentieren, wie wenig sie sich im Vergleich zu ihren Vorgängern abschotten, wie es neuerdings menschelt. Das Team finde ich nach meinen bisherigen Eindrücken hervorragend zusammengestellt.

Hungrige entwicklungsfähige Zweitligafußballer, die wissen wie der Hase läuft und die gewillt sind, als Team zusammenzuwachsen sind mir allemal lieber, als Ex-Größen, die ihre besten Tage schon hinter sich haben.

Der Kader Stand jetzt hat für mich das Potential für den direkten Wiederaufstieg. Mit dem einen oder anderen Abgang ist sicher noch zu rechnen. Persönlich bin ich über so gut wie jeden Absteiger froh, wenn er sein Glück woanders versucht. In einigen Fällen dürfte dies eine ordentliche Ablöse bescheren und Gehalt einsparen, während Mislintat die Planstelle(n) mit hungrigem und charakterstarkem Personal neu besetzen könnte, was den Neuanfang beschleunigen könnte. Bitter, dass sich unsere Sturmhoffnung Sasa Kalajdzic gestern bei der Generalprobe gegen den SC Freiburg womöglich schwer verletzt hat, eventuell wird man da noch nachlegen müssen.

Ich bin sehr erleichtert, dass das Thema Dietrich nun vom Tisch ist und dieser neuen Truppe um Tim Walter hundertprozentige Unterstützung zuteil wird. Proteste, die uns die letzte Saison begleitet haben und die bei einem Verbleib Dietrichs in die nächste hinüber genommen worden wären, hätten auf die neue, junge Truppe bestimmt einschüchternd gewirkt. Da ich guter Hoffnung bin, dass auf dem Rasen etwas wächst, freut es mich sehr, dass die Jungs unser Stadion und die Atmosphäre am nächsten Freitag von seiner besten Seite erleben werden.

Ich wünsche es mir und hoffe es sehr, dass die Fangemeinde von nun an wieder zusammenwächst und an einem Strang zieht. Letztlich geht es uns allen doch nur um das Wohl des VfB Stuttgart. Ferner hoffe ich, dass man Tim Walters Spielstil weniger kritisch gegenüber steht wie einst dem von Alexander Zorniger. Dessen offensive Ausrichtung birgt defensiv ähnliche Gefahren, so dass sich unser Torhüter des öfteren eins gegen drei Situationen gegenüber sehen dürfte.

Wichtig ist, dass eine Weiterentwicklung zu erkennen ist und man Geduld hat, bis auch der letzte im Team Walters System verinnerlicht hat. Ein Déjà-vu zu Zorniger befürchte ich dennoch nicht. Zum einen verzeiht die 2. Liga den einen oder anderen Fehler mehr, zum anderen ist die Zeit der Spieler hoffentlich vorbei, die nur von Trainer zu Trainer denken und denen bewusst ist, dass sie nur genug gegen den Strom schwimmen müssen, um den Trainer schnell wieder los zu sein. Der VfB braucht jetzt Kontinuität, dafür drücke ich Tim Walter beide Daumen. Die letzten beiden Tests jedenfalls machen Lust auf mehr, das sieht schon überhaupt nicht mehr nach dem VfB der letzten Jahre aus. Ballbesitz, Ballstafetten und schön herausgespielte Tore, wann hat man das zuletzt gesehen?

Bis zur nächsten Mitgliederversammlung im Dezember stehen wir nun ohne (gewählten) Präsidenten da. Da der VfB auch ohne Dietrich voll handlungsfähig ist und in einem Sportverein noch immer das Geschehen auf dem Platz das Wichtigste ist, hoffe ich, dass sich die Medienlandschaft bis zum Ligastart kommende Woche beruhigt und nicht tagtäglich neue Säue fürs Präsidentenamt durchs Dorf getrieben werden.

Etwas problematisch finde ich die Verlautbarung, dass der im Dezember gewählte Präsident nur bis zum Ende der regulären Amtszeit Wolfgang Dietrichs gewählt werden soll. Wer lässt sich darauf ein, den Übergangspräsidenten zu spielen?

Nichtsdestotrotz darf sich der VfB bis zur Wahl eines neuen Präsidenten kein Führungsproblem andichten lassen. Den sympathischsten VfB der jüngeren Vergangenheit erlebten wir zwischen dem Amtsantritt Jan Schindelmeisers und der Wahl Wolfgang Dietrichs, als sich kein Präsident ins Tagesgeschäft einmischte und Transferclous, wie der von Benjamin Pavard, gelangen.

Christian Prechtl hat es auf der Mitgliederversammlung richtig angemerkt, dass, wenn die Strukturen und Rahmenbedingungen doch so hervorragend sind, es nicht sein könne, dass alles zusammenbreche, wenn Dietrich nicht mehr auf seinem Stuhl sitzt. Dem ist nichts hinzufügen, ich bin sehr erleichtert, dass „Er“ weg ist!

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13. Juli 2019

Vertrauensfrage(n)

Am 14.07.2019 steht die ordentliche Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart e. V. an. Große Brisanz erfährt diese nicht nur durch den sportlichen Super-GAU, dem erneuten Abstieg in die 2. Liga, sondern vor allem dadurch, dass es etliche Anträge zur Abwahl von Präsident Wolfgang Dietrich gehagelt hat, und einer davon stellvertretend auf die Tagesordnung aufgenommen wurde.

Fast alle meiner Blogger-Kollegen und die Ultras vom Schwabensturm haben in den letzten Tagen und Wochen sehr fundierte und gut recherchierte Beiträge online gestellt, so dass es mir die Mühe erspart, auf alles einzugehen, was diesen Präsidenten für mich untragbar macht.

Sommerpause ist eben nicht gleich Sommerpause. Ich war im Trainingslager in Kitzbühel und habe bis auf das Spiel gegen YB in Fügen sämtliche Vorbereitungsspiele „mitgemacht“. Heute beispielsweise steht binnen einer Woche die dritte Fahrt in die Schweiz an, so dass mir zum Schreiben derzeit die Zeit fehlt.

Dennoch brennt mir dieses Thema derart unter den Nägeln, dass ich versuche, kurz vor der MV, ein paar Zeilen zu Papier zu bringen.

Nach all den Beiträgen der vergangenen Wochen, in denen Argumente gesammelt wurden, die gegen einen Verbleib von Dietrich im Amt des VfB-Präsidenten sprechen, könnte ich mich von meinen „Vorrednern“ versuchen abzugrenzen, indem ich Punkte auflistete, die für den ehemaligen S21-Sprecher sprächen. Doch, Fehlanzeige, mir fallen keine ein.

Meine Abneigung gegen Dietrich begann bereits, bevor er überhaupt VfB-Präsident war und steigerte sich kontinuierlich, so dass ich diesen Egozentriker nie als „meinen“ Präsidenten akzeptieren werde, auch sollte er, wovon auszugehen ist, das Votum am Sonntag für sich entscheiden. Dies änderte schließlich nichts an seiner Amtsführung, seinem Verständnis von Wahrheit und Lüge und seinem Umgang mit Gegnern und Kritikern.

Ich habe ein riesengroßes Problem mit Menschen, die sich Ämter unter Vorspiegelung falscher Tatsachen erschleichen. Dann kann ich sie in diesem Amt, egal welche Großtaten sie vollbringen mögen, zu keiner Zeit akzeptieren, einfach weil es ungerecht gegenüber etwaigen Mitbewerbern abgelaufen ist oder, im Falle Dietrichs, der es ohne Gegenkandidat gerade einmal auf 57,2% schaffte, „nur“ den Mitgliedern entscheidende Tatsachen verschwieg. So geht es mir bei Politikern, so auch bei Amtsträgern in meinem Herzensclub.

Dietrich behauptet von sich, DER Präsident zu sein, der am meisten von all seinen Vorgängern zum Dialog mit den Fans bereit sei, wird jedoch im Zwist von Angesicht zu Angesicht pampig und ungehalten, wenn man hinterfragt, weil man sich mit seinen vorgefertigten Rechtfertigungen nicht zufrieden gibt.

Auf von VfB-Seite gesteuerten Veranstaltungen, wie neulich VfB im Dialog, werden kritische Fragen entweder ausgespart oder bei unvollständigen „Antworten“ nicht nachgebohrt, so dass er solchen Show-Veranstaltungen gelassen entgegen blicken kann.

Vor Dietrichs Wahl zum VfB-Präsidenten wurde uns Mitgliedern erzählt, es bestünden überhaupt keine Interessenskonflikte zwischen Dietrichs Vergangenheit bei Quattrex und seiner möglichen Tätigkeit als VfB-Präsident. Die damaligen Liga-Konkurrenten 1. FC Heidenheim, 1. FC Kaiserslautern und der 1. FC Union Berlin wurden von Quattrex unterstützt, so dass eine gewisse Brisanz nicht wegzudiskutieren war. Den Mitgliedern wurde vorgegaukelt, Dietrich habe sich von allen seinen Beteiligungen getrennt und beziehe keinerlei Einkünfte mehr von Quattrex, womit bewiesen sei, dass Dietrich keinen Profit oder Schaden aus Erfolg oder Misserfolg der unterstützten Vereine ziehen würde und die DFL für sein Engagement als VfB-Präsident grünes Licht gegeben hätte.

Unter diesen Annahmen wurde Dietrich (äußerst knapp) zum VfB-Präsidenten „gewählt“. Nun, im April 2019, gut zweieinhalb Jahre nach seiner „Wahl“, erschien ein hervorragend recherchierter Artikel von Benni Hofmann im Kicker, der belegt, dass Dietrich noch viel länger an Erfolgen, bspw. unseres Relegationsgegners Union Berlin, partizipierte als angegeben und bei Erscheinen des Artikels noch alleiniger Gesellschafter der VMM Consulting GmbH war, die exakt 50% der Quattrex Finance GmbH hielt.

So hat man mittlerweile zwar tausend Mal von ihm gehört, dass DFL und sämtliche Gremien bezüglich seiner Verstrickungen im Quattrex-Imperium vollumfänglich informiert gewesen seien, weshalb man den Mitgliedern jedoch vor seiner Wahl schlicht verschwiegen hat, dass er noch einige Zeit an Erfolgen damaliger Liga-Konkurrenten partizipiert hat und Anteile an Quattrex-Töchtern hielt (oder noch hält), darauf ging Dietrich nie ein.

Schaut man genauer hin, könnte man dies (aus Sicht von Aufsichtsrat und Dietrich) als Notlüge betrachten, denn, unter Berücksichtigung dieser Tatsachen verstieß die Berufung Dietrich zum VfB-Präsidenten gegen die eigene Vereinssatzung, in der es unter §12, Absatz 7 heißt

„7. Mitarbeiter oder Mitglieder von Organen von Unternehmen, die zu mehreren Vereinen oder Tochtergesellschaften der Lizenzligen bzw. deren Muttervereinen oder mit diesen Vereinen oder Gesellschaften verbundenen Unternehmen in wirtschaftlich erheblichem Umfang in vertraglichen Beziehungen im Bereich der Vermarktung, einschließlich des Sponsorings, oder des Spielbetriebs stehen, dürfen nicht Mitglied in Kontroll-, Geschäftsführungs- und Vertretungsorganen des Vereines sein, wobei Konzerne und die ihnen angehörigen Unternehmen als ein Unternehmen gelten. Mitglieder von Kontroll-, Geschäftsführungs- und Vertretungsorganen anderer Vereine oder Tochtergesellschaften der Lizenzligen oder eines Muttervereines solcher Tochtergesellschaften dürfen ebenfalls keine Funktionen in Organen des Vereines übernehmen.“

Aufsichtsrat und Dietrich sehen das sicherlich anders, in Zeiten, in denen Lügen als Wahrheitsbeugung benannt und somit verharmlost werden. Zudem wird man bestimmt argumentieren, wie man es so gerne tut, dass das einfache Mitglied die Zusammenhänge ohnehin nicht verstehe und mit solch fachspezifischen Tatsachen nicht überfrachtet werden solle.

So war bereits Dietrichs Wahl auf einem Lügenkonstrukt aufgebaut, am Sonntag besteht die Möglichkeit, mit dem Wissen von heute, diese Entscheidung zu revidieren.

Es folgte die Ausgliederungskampagne, die Baron Münchhausen nicht besser hätte inszenieren können. Jan Schindelmeiser und Hannes Wolf wurden als Zugpferde ge- und missbraucht, zu einem Zeitpunkt, schenkt man Gunter Barners Artikel vom Juli 2017 Glauben, als längst klar war, dass Schindelmeiser die längste Zeit VfB-Sportvorstand gewesen war. Zwischen dem Erscheinen dieses Artikels und der Entlassung von Jan Schindelmeiser, fragte ich Dietrich direkt, ob man sich um Schindelmeiser Sorgen machen müsse, was er verneinte und womit er mir ins Gesicht gelogen hat. Ich bin zwar nicht so naiv zu glauben, dass mir Offizielle stets die Wahrheit sagen, doch, klügere Köpfe umschiffen solche Fragen dann eben…

Im Donald Trump Style wurden Befürchtungen der Ausgliederungskritiker als Fake-News abgetan, im „Sendung mit der Maus“-Video, mit dem deutlich wurde, welchen Intellekt sie hinter den VfB-Mitgliedern vermuten, wurden Hoffnungen geschürt, die, sich längst als Utopie herausgestellt haben. Weder gelingt es nach der Ausgliederung, Spieler, die Begehrlichkeiten geweckt zu haben, zu halten, noch ist längst keine Rede mehr von regionalen Anteilseignern.

Das einzige, das durch die Ausgliederung „geschafft“ wurde, wie seinerzeit von den Kritikern gewarnt, ist dass es die AG einen feuchten Kehricht schert, was den Fan oder das Mitglied bewegt. Die Musik spielt in der AG, der Aufsichtsrat ist am Sonntag völlig außen vor.

Dennoch geht auch diesem offensichtlich der Arsch auf Grundeis, nicht anders ist es zu interpretieren, wenn Daimler-Personalvorstand Porth einen Appell über das Daimler-Intranet an die dort beschäftigten Dunkelroten richtet, doch tunlichst zur MV zu kommen und „richtig“ abzustimmen, damit der VfB mindestens ein weiteres Jahr nach Gutsherrenart weitergeführt werden kann. Damit versucht sich der Anteilseigner an der VfB Stuttgart AG und sein Aufsichtsrat in die Belange des VfB Stuttgart e. V. einzumischen. Gerade Porth, dem „VIP-Logen-Hooligan“, der durch seinen denkwürdigen Auftritt Guido Buchwald aus dem Aufsichtsrat ekelte, stünde es gut, sich zurück zu nehmen und aus Themen herauszuhalten, für die er nicht zuständig ist.

Der VfB selbst richtete einen ähnlichen Aufruf an die Mitarbeiter und Sportler und selbst die Ex-Präsidenten Haas und Staudt ließen sich instrumentalisieren, die Werbetrommel für Dietrich zu rühren. Beide verharmlosen die Situation, indem sie unisono herunter beten, beim VfB sei immer der Präsident schuld, wenn es nicht läuft, Haas sieht die Proteste gar als Retourkutsche für die letztlich erfolgreiche Ausgliederung.

Damit stößt er die Ewig-Gestrigen-Debatte wieder an, von der ich mich schon bei der Ausgliederung, trotz aller Kritik, distanziert habe. Man kritisierte ja nicht die Ausgliederung an sich, sondern die gewählte Gesellschaftsform mit der Möglichkeit der geringsten Einflussnahme als Mitglied und präsentierte als einzigen Investor den ohnehin fest beim VfB verwurzelten Daimler.
Für mich wirkte die 41,5-Millionen-Finanzspritze schon damals wie ein Zuckerle, mit dem die Mitglieder geködert werden sollten, was sich je mehr bewahrheitet, je länger sich die Suche nach einem weiteren Investor hinzieht.

In ein ähnliches Horn blies dieser Tage mal wieder Gunter Barner, der die ganze Kurve diffamiert und kriminalisiert, es würde nicht verwundern im Auftrag Dietrichs und seiner Schergen, offensichtlich das Ziel hegt, die Mitgliederschaft noch mehr zu spalten als sie es ohnehin schon ist.
Richtig Sinn ergibt dieses Vorpreschen von Barner jetzt, nachdem bekannt wurde, dass die Polizei gegen Fans ermittle. Wegen einiger Banner, Plakaten und angeblicher Morddrohungen. Da scheint man von Vereinsseite aus Barner mal wieder mit Vorabinformationen versorgt zu haben, um das schwierige Umfeld schon einmal vorzuwarnen. Ob die Ermittlungen sich konkretisieren oder im Sande verlaufen ist bei einem Anfangsverdacht noch völlig unklar, sicher ist, dass diese Meldung ihre Wirkung nicht verfehlt und sich der Normalo-Fan überlegen soll, ob er sich nicht doch besser von den Ultras und Hardcore-Dietrich-Kritikern distanziert. Damit hat sich der Verein einmal mehr der Macht der Medien für seine Zwecke bedient, ob dieser Methoden würde wohl selbst Donald Trump vor Neid erblassen.

Das aufgestempelte „Spalter“-Banner ist seit Jahren bei jedem VfB-Spiel zu sehen. Nie scheint es beim Einlass ins Stadion wegen eines angeblichen Fadenkreuzes Probleme gegeben zu haben. Erst seit Dietrich bei „VfB im Dialog“ meinte, dort ein Fadenkreuz zu erkennen, ist dieses Thema überhaupt erst diskutabel. Auch das „Tieferlegen“-Plakat, welches ganz klar eine Anspielung auf Stuttgart 21 darstellt, sehe ich jetzt nicht als geeignet an, eine Morddrohung heraus zu interpretieren.

Doch, hier schlüpft Dietrich eben in seine liebste, die Opferrolle, hinein. Schließlich ist ihm jedes Mittel recht, was Stimmen bringt, geht es doch schon lang nicht mehr um den VfB sondern rein um den Machterhalt. Meine Abscheu über solche Menschen kann ich kaum in Worte fassen.

Selbstverständlich ist klar, sollte es eindeutige Morddrohungen gegeben haben, dass diese aufs schärfste zu verurteilen wären.

Das bezweifle ich jedoch zu Zeiten des Anfangsverdachts stark, geht es momentan doch in erster Linie darum, das Stimmvieh auf Linie zu trimmen. Wenn die Ermittlungen in ein paar Monaten möglicherweise ins Leere gelaufen sind, ist das noch eine Randnotiz in den Medien wert und Dietrich grinst sich einen, weil er es geschafft hat, die Mitgliederschaft noch mehr zu spalten.
Verfolgt man Diskussionen auf Facebook & Co. scheint die Strategie auch aufzugehen, gibt es doch auch unter den VfB-Mitgliedern etliche, die nur Überschriften und nicht zwischen den Zeilen lesen, und alles für bare Münze nehmen, was, welch Zufall, zwei Tage vor der Mitgliederversammlung berichtet wird.

Hier die Guten, dort die Bösen. Wie einst, als es vor Dietrichs Wahl einen Antrag gab, den Aufsichtsrat abzusetzen und Martin Schäfer daraufhin unterstellte, manche Leute wollten den Verein in Schutt und Asche legen, sollen auch nun wieder von allen Seiten Ängste geschürt werden, dass ein VfB-Leben nach Dietrich nicht möglich sei.

Stellt sich die Frage, ob derartige Drohungen und Verunglimpfungen auch heute noch die vom Verein gewünschte Wirkung erreichen. Wie schon bei der Ausgliederung wird versucht die breite, mutmaßlich weniger kritische, Masse mit Verzehrgutscheinen, Rabattaktionen und Gewinnspielen zu ködern, damit dieses Stimmvieh den „Krakeelern“ die Stirn bietet.

Wieviele sich tatsächlich mit derartig fragwürdigen Aktionen noch einmal einlullen lassen, steht auf einem anderen Blatt, klingt doch für die meisten die damalige Parole #jazumerfolg (oder auch make VfB great again) mittlerweile wie blanker Hohn.

Lügen und eine miserable Außendarstellung ziehen sich wie ein roter Faden durch die Zeit, seit Wolfgang Dietrich die VfB-Bühne betrat. Im Einzelnen möchte ich sie und die Auftritte Reschkes nicht mehr thematisieren, da sie im Blog ausführlich nachzulesen sind.

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, wer Wahrheitsbeugung als Normalität abtut, dem schon gleich dreimal nicht.

Dietrich schreibt sich Verpflichtungen gerne selbst auf die Fahne, zumindest so lang Verpflichtungen bejubelt werden und sie funktionieren. Dann waren es seine Beziehungen (bei Reschke zu den Hoeneß-Brüdern) oder jüngst bei Mislintat, mit dem er seit 2017 in Kontakt gestanden haben möchte. Entpuppt sich eine solche Personalentscheidung dann als Fehlentscheidung, verweist er gerne auf die Gremien. Selbstkritik und Selbstreflektion kommen in Dietrichs Denke nicht vor.

Selbst als Dietrich endlich erkannte, dass die Reschke-Verpflichtung im Nachhinein ein Fehler war und dem Rheinländer nach dem 0:3 in Düsseldorf den Laufpass gab, traf er eine weitere folgenschwere Fehlentscheidung.

Reschke musste dem Vernehmen nach nämlich nicht gehen, weil Dietrich eingesehen hatte, dass er eine absolute Fehlbesetzung auf dem Posten des Sportvorstands ist, sondern, weil der nach außen nach Kontinuität strebende Dietrich nicht zulassen wollte, dass Reschke nach Wolf und Korkut auch noch Markus Weinzierl entlässt.

Dabei war es wohl Reschkes einziger lichter Moment während seiner VfB-Zeit, dass er früh in der Rückrunde erkannte, dass es mit Markus Weinzierl als Trainer ungebremst in die 2. Liga gehen würde. Nach alldem, was man von Bekannten und auch Journalisten, die in La Manga dabei waren, hörte, hätte man Weinzierl sogar schon unmittelbar nach dem Trainingslager entlassen müssen.
Somit war Dietrich die Außenwirkung wichtiger als das (unpopuläre) Beseitigen eines großen Problems, was der Kardinalfehler der letzten Saison und letztlich ausschlaggebend für den Abstieg gewesen ist. Einzige richtige Konsequenz daraus wäre der Rücktritt Dietrichs gewesen.

Ein Präsident, der soviel Geld wie keiner zuvor zur Verfügung hatte und dieses von einem mit einer unerhörten Narrenfreiheit ausgestatteten Reschke verprassen ließ, spottet jeder Beschreibung.

Natürlich sind mit der 41,5-Millionen-Finanzspritze vom Daimler Werte geschaffen worden und die Rahmenbedingungen für den sofortigen Wiederaufstieg besser als 2016, aber, von dem Geld dürfte nicht mehr viel übrig sein, schleppen wir doch Spieler wie Badstuber und Gomez mit, die zusammen mehr „verdienen“ als ganze Zweitligateams und wir Spieler unter Wert abgeben müssen, um wenigstens ihr üppiges Gehalt einzusparen.

Durch diesen Abstieg wurde die Möglichkeit verspielt, nachhaltig zur Konkurrenz aufzuholen, verantwortlich für sämtliche Vorgänge ist der Chef, so dass es nur heißen kann, #Dietrichraus.
Eindringlich wird, für den Fall einer Abwahl von Dietrich, davor gewarnt, ohne Präsident taumele der VfB führungslos dem Abgrund entgegen. Dabei liegt ein ähnliches Szenario erst drei Jahre zurück, nachdem am Ende der Aufstieg in die Bundesliga stand. Nach dem Rücktritt von Bernd Wahler im Mai 2016 dauerte es nämlich bis in den Oktober desselben Jahres, bis Dietrich (leider) „gewählt“ war.

Dass die Mitglieder von Aufsichtsrat und Vorstand der AG nicht ernst genommen werden und ihnen gar eine eher unterdurchschnittliche Intelligenz unterstellt wird, verdeutlicht der Aufruf, man solle doch erst jemanden bringen, der es besser als Dietrich machen würde.

Eine Alternative kann sich nämlich zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt nicht in Stellung bringen. Wie stellen sich die Herren das vor? Ein möglicher Kandidat, der derzeit noch woanders, sei es ein Unternehmen, sei es ein Verein, in Amt und Würden steht, würde dort alles stehen und liegen lassen, um Werbung in eigener Sache machen zu können. Sein derzeitiger Arbeitgeber müsste sich nach einer Nachfolgelösung umsehen, um dann, wenn die 75%, wovon auszugehen ist, nicht erreicht werden, wieder dort auf der Matte zu stehen? Ein Szenario, auf das sich wohl kein potentieller Bewerber oder Arbeitgeber einlassen würde. Daher kann die Reihenfolge nur lauten, #Dietrichraus und dann in Ruhe einen Nachfolgekandidaten aufbauen.

Der Antrag auf Abwahl des Präsidenten stellt eine Art Vertrauensfrage dar. Die Frage, die sich dabei jedes Mitglied stellen sollte, ist jene, ob dieser Präsident unser Vertrauen verdient.
Die Ausgliederungs-Millionen sind verbrannt. Die hervorragenden Rahmenbedingungen, die uns vorgegaukelt werden, mögen zwar schön sein und dem einen oder anderen Herren einen Erguss bescheren, wenn er an sie denkt, doch, die harten Tatsachen lauten, Doppelabstieg 2019, trotz immenser Investitionen und trotz Platz 7 in der Bundesliga-Budget-Tabelle.

Meint man mit den hervorragenden Rahmenbedingungen die Flickschusterei auf dem Trainingsgelände, diese hätte man wohl auch unausgegliedert, ganz häuslesbauerlike, mit einem Kredit bei der Volksbank stemmen können.

Die Personalrochaden im Nachwuchsleistungszentrum würde ich als gewöhnliche Fluktuation bezeichnen, nach Jahren, in denen dort keine Erfolge zu verzeichnen waren und Jugendspieler von Profifußballern in die geheimnisvolle Welt der Stuttgarter Bordelle eingeführt wurden. Wenn sich einer Verdienste darüber erworben hat, dann Thomas Hitzlsperger, der ein gutes Gespür zu haben scheint, welcher Mann auf welchem Posten am besten aufgehoben ist.

So sollte Sunnyboy Hitzlsperger nach Reschkes Rauswurf herhalten, um Dietrich aus der Schusslinie zu bekommen, sollte aber den Trainer, mit dem das Unternehmen Klassenerhalt zum Scheitern verurteilt war, nicht entlassen. Erst nach dem 0:6 in Augsburg, als die Mannschaft ihr unmissverständliches Ausrufezeichen gegen Weinzierl setzte, wurde Weinzierl durch Nico Willig ersetzt.

Hier bewies Hitz ein ausgesprochen gutes Händchen, was man ihm auch schon jetzt bei Sven Mislintat, dem Sportdirektor an seiner Seite, attestieren kann. Letztlich dürfte es Hitzlsperger gewesen sein, der Mislintat vom VfB überzeugte, denn, Hitz und Mislintat müssen eng zusammenarbeiten und auf einer Wellenlänge funken und nicht ein Dietrich, der scheinbar jeden Strohhalm auf der Suche nach Sympathiepunkten aufzugreifen versucht.

In Kitzbühel habe ich übrigens eine ganz tolle Arbeitsatmosphäre zwischen Tim Walter, Sven Mislintat und Thomas Hitzlsperger erlebt. Selten habe ich während eines Trainingslagers den VfB so offen und zugänglich erlebt, wie in den Tagen von Tirol. Diese Herren stehen für den neuen, einen sympathischeren VfB. Ich hoffe, es nimmt eine gute Entwicklung und dass sich der Erfolg einstellt, bin sehr optimistisch, was die drei angeht.

Dabei ist es nicht nur Tim Walters Fußball, der mich hoffentlich begeistert, wenn ein Rädchen ins andere greift. Sein Stil birgt durchaus die Gefahr, dass es enden könnte wie mit Zorniger, vorne hui, hinten pfui und das Umfeld schnell schon die Geduld verliert.

Ich stand bis zum Schluss zu Zorniger und vertraue auch Walter, dass er auf Sicht einen begeisternden und auch erfolgreichen Fußball spielen lässt. Gut Ding braucht Weile, die 2. Liga ist für mich das optimale Experimentierfeld, weil sich Niederlagen oder gar Niederlagenserien leichter kompensieren lassen als in der Bundesliga und die Gefahr unwahrscheinlich ist, dadurch zu viel Boden zu verlieren.

Weshalb ich auch insbesondere von Walter angetan bin, ist sein unverkrampfter Umgang mit Fans, Medien und Spielern. Ein toller Typ, den man erlebt haben muss. Daher wünsche ich mir nichts mehr, als dass man diesem Dreigestirn Vertrauen entgegenbringt und nicht sofort mürrisch wird, sollte es zunächst nicht wie erhofft laufen.

Ich wünsche ihnen ein ruhiges Arbeiten und einen unbelasteten Neuanfang. Dieser ist meines Erachtens nur möglich, wenn Dietrich ein Einsehen hat und auf der Mitgliederversammlung zurücktritt. Wenn das Votum abgeschmettert wird und Dietrich im Amt bleibt, werden die Proteste weiter an Fahrt zunehmen und, wenn es ganz dumm läuft, auf Zustände wie bei Hannover 96 (dessen „integrer“ Präsident Dietrich im übrigen gestern auch zur Seite gesprungen ist) hinauslaufen.

Dietrichs Ego und seine Selbstverliebtheit werden zwar vermutlich größer sein, als die Aussicht den VfB wieder als Sympathieträger erleben zu dürfen, doch, ich hoffe es, so verbohrt kann doch kein Mensch sein, zumindest keiner, dem etwas am VfB liegt.

Mir graut es bereits jetzt vor der Mitgliederversammlung, in der, ähnlich wie bei der Ausgliederungs-MV, Interviews mit Sportdirektor und Trainer vorgesehen sind, um die noch unentschiedenen Wähler einzunorden, um im Dietrich-Sprachjargon zu bleiben. Ob Fähnchen verteilt werden, damit die Show noch mehr amerikanische Züge annimmt, ist mir nicht bekannt.
Für mich haben solche Spaß-Interviews auf einer Versammlung, in der es um wichtige Dinge geht, nichts verloren, zumal die Versammlung dadurch, sicher so gewollt, in die Länge gezogen wird und zermürben soll. Da kriege ich einen dicken Hals und muss mich zusammenreißen, die Protagonisten auf der Bühne, die ich sonst ja mag, nicht auszupfeifen und zu beschimpfen.

Dietrich und sein Beraterstab waren also mal wieder alle Mittel recht, um Meinung zu beeinflussen und auf dem Präsidentenstuhl zu kleben. Um den VfB geht es denen schon lange nicht mehr. Da ich, auch ohne diese unlautere Wahlpropaganda, nicht mit den 75% für die Abwahl rechne und einen Rücktritt Dietrichs eher als utopisch ansehe, wird uns bis zur Neuwahl 2020 eine stürmische Zeit bevorstehen, darauf können die Herren, Achtung, keine (Selbst-)Morddrohung sondern eine Redensart, Gift nehmen!

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1. Juni 2019

Delle? Nein, Totalschaden!

Seit Montagabend, 22.20 Uhr, steht es fest, der VfB muss nach 1975 und 2016 zum dritten Mal den bitteren Gang in die 2. Bundesliga antreten.

Soviel auch falsch lief in dieser Saison, nicht einmal „das Geschenk“ der Relegation vermochte diese charakterlose Ansammlung von Ich-AGs dankend anzunehmen. Wer es in zwei Spielen nicht schafft, einen Zweitligisten zu besiegen, wer in der regulären Runde gerade einmal 28 Punkte zustande bringt, hat den Klassenerhalt nicht verdient.

Daher hatte ich mich schon früh in dieser Saison damit abgefunden, dass es uns erwischen könnte, so dass sich der Schmerz darüber in Grenzen hält. Ich ging zwar davon aus, dass mich der Schlusspfiff und damit die Gewissheit völlig kalt lässt, dem war dann aber doch nicht so. Unmittelbar danach konnte ich mich jedenfalls mit niemandem austauschen, ohne, Gefahr zu laufen, dass doch ein paar Tränen gekullert wären.

Dem Modus der Relegation (wann schafft man diesen Scheiß endlich wieder ab?) nach gab es in Berlin-Köpenick strikte Fantrennung, (nur) im Gästeblock alkoholfreies Bier und jede Menge schön anzuschauende Pyro-Aktionen. Mit dem besiegelten Abstieg wurde standesgemäß noch eine Rauchbombe gezündet, ansonsten war die Atmosphäre im Gästeblock recht gefasst.

Unschön war es dann, dass die Unioner direkt nach Schlusspfiff die Tore öffneten, ohne dass vorher wenigstens ein Polizisten-Wall vor unserem Block aufgestellt worden wäre. So rannten etliche hässliche Fratzen zu uns herüber, provozierten und warfen Fackeln in unseren Block, mir fällt dazu nur ein Wort ein, asozial!

Abgesehen davon, dass solche Aktionen nicht sein müssen und diese Leute doch besser den größten Erfolg ihrer Vereinsgeschichte hätten feiern sollen, flüchteten unsere Spieler sofort in die Katakomben. Ob sie sonst die Eier gehabt hätten und sich von den Fans verabschiedet hätten, weiß man natürlich nicht, ich hätte dem einen oder anderen trotzdem gerne noch ein paar passende Worte hinterhergeworfen.
In Berlin konnte man den Unseren nicht einmal sehr viel vorwerfen. Es war eben ein Spiegelbild der Saison, als uns sehr oft individuelle Patzer auf die Verliererstraße brachten.

So war es dieses Mal Nicolás González, der bei Aogos Freistoß im Abseits stand und das Tor deshalb nach Eingriff des Videoreferees zurecht aberkannt wurde. Anscheinend postiert Union bei vergleichbaren Freistoß-Situationen stets einen Mann auf der Linie, so dass es wohl einstudiert war, wo der junge Argentinier zu stehen hatte. Dumm nur, dass der Union-Keeper Gikiewicz dieses Mal auf diesen Mann verzichtete (er dachte wohl, Aogo trifft das Tor sowieso nicht!) und in unserer Truppe niemand González darauf hingewiesen hat. Es wäre der Start nach Maß gewesen, entsprechend der Jubel im Block, ehe man realisierte, dass die Aktion überprüft wurde.

Danach hatte der VfB Pech, dass er einen Handelfmeter nicht zugesprochen bekam. Auch da bin ich eher beim Schiedsrichter, weil ich wenig von Glückselfmetern halte, wenn einem zufällig der Ball an die Hand springt.

Der Unioner hatte den Ball nicht im Blick, daher wäre der Elfmeter für Union in einem solch wichtigen Spiel äußerst unglücklich gewesen. Auf der anderen Seite aber wird dieser Elfer an anderer Stelle, man denke nur daran, Bayern München wäre beteiligt gewesen, gepfiffen, so dass im Fußball auch nach Einführung des Video-Assistenten von Gerechtigkeit keine Spur ist.

Dennoch machte der VfB in Berlin noch eines seiner besseren Spiele. Wäre man die gesamte Saison über so aufgetreten, wie, seit Nico Willig das Zepter übernommen hat, hätte man den Klassenerhalt wohl direkt geschafft, deshalb sind wir gefühlt auch nicht erst in Berlin abgestiegen, sondern schon viel früher.

Ein Abstieg kommt für mich nicht allein einer Katastrophe gleich, sondern ist auch die Chance, alles auf den Prüfstand zu stellen und gestärkt zurückzukommen. Dieser Möglichkeit ist der VfB gerade dabei, sich zu berauben.

Der allmächtige Präsident und Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Dietrich ist der Hauptverantwortliche für das Dilemma, in welchem wir stecken. Er trieb das Thema Ausgliederung mit einer auf Lügen und Illusionen aufgebauten Propagandakampagne voran. Er war es, der mit seinen Zugpferden Jan Schindelmeiser und Hannes Wolf in der Aufstiegseuphorie die Ausgliederung durchbekam, um wenig später, nachdem der Mohr seine Schuldigkeit getan hatte, beide fallen zu lassen.

Michael Reschke ließ er sich von den Hoeneß-Brüdern aufschwatzen, womit Uli das Husarenstück gelang, diesen Blender kostengünstig loszuwerden. Reschke wurden blind die Ausgliederungs-Millionen anvertraut, schließlich eilte ihm der Ruf eines Perlentauchers voraus. Wo war das Korrektiv in der AG, was genau hat der Aufsichtsrat beaufsichtigt? Und, wer ist überhaupt DER Aufsichtsrat?
Wie der Rücktritt von Guido Buchwald und dessen Vorwurf, nicht alle im Gremium würden vor schwerwiegenden Entscheidungen in sämtliche Vorgänge eingebunden, zeigt, bestimmen die Politik im Aufsichtsrat andere als die (vermeintlich) Sportkompetenten.

Allen voran Wilfried Porth, der die Kraftverhältnisse in dieser Causa auf der Ehrentribüne veranschaulichte, als er unseren Meisterspieler von 1984 und 1992, Guido Buchwald, in aller Öffentlichkeit zusammenfaltete, worauf dieser verstört das Handtuch schmiss.

Wer meine Kritik an der Ausgliederungspropaganda und am Engagement „vom Daimler“ VOR der Abstimmung noch einmal nachlesen möchte, hier entsprechende Links dazu. http://www.frankys-stadionpics.de/blog/?p=4188, http://www.frankys-stadionpics.de/blog/?p=4194. Viele Befürchtungen davon sind eingetreten, vor allem #jazumerfolg klingt angesichts des neuerlichen Tiefpunktes wie Hohn in den Ohren.

Die Kritik zielte damals, abgesehen von der Art und Weise der Propaganda, darauf ab, ob der Daimler wirklich so gut für uns ist, wie man stets weismachen möchte, oder ob er nicht gar ein Bremsklotz ist, dem es „nur“ um darum geht, auch weiterhin das Sagen beim VfB zu haben. Dies ermöglicht ihm nämlich nicht „nur“, einen ihm genehmen Präsidenten aussuchen zu dürfen, sondern auch bei der Sponsorensuche mitentscheiden zu dürfen und somit unliebsame Konkurrenten aus Eigennutz zu verhindern.

Jetzt, nach der Ausgliederung haben wir den Salat! Erst verlängert die Mercedes Benz Bank generös den Trikotsponsoring-Vertrag, dann gibt der Daimler eine Pressemitteilung heraus, dass er dem VfB auch nach dem Abstieg partnerschaftlich zur Seite stehen werde, um kurz darauf vom (von Daimler dominierten) Aufsichtsrat mitgeteilt zu bekommen, dass in der Führungsriege der VfB AG alles beim alten bliebe.

Ernsthaft? Habt Ihr sie noch alle? Wolfgang Dietrich, als Spalter bekannt, hat beim VfB nur eines geschafft, nämlich mittlerweile so gut wie alle gegen sich aufgebracht zu haben. Im Stile eines Patriarchen führt der Sonnenkönig von oben herab. Erst kommt er, dann lange nichts. Wer sich ihm in den Weg stellt oder unbequem wird, fliegt. Da ist es scheißegal, ob man ein harmonierendes Konstrukt auseinander reißt, es geht ja schließlich nicht um den VfB sondern rein um sein eigenes Ego und Machterhalt.

Dietrich trägt vollumfänglich die Verantwortung für den Karnevalsprinzen aus Köln-Frechen, auch wenn die Gremien diese Personalie abgenickt haben und Dietrich stets betont, wie einvernehmlich die Entscheidungen getroffen wurden.

Im Zuge der Ausgliederung hat er den Mitgliedern versprochen, verantwortungsvoll mit den Ausgliederungs-Millionen umzugehen, um sie dann einem Reschke in die Hand zu drücken und von jetzt auf gleich verprassen zu lassen.

Der VfB e. V. hat sich an den Daimler für ein Butterbrot verkauft und steht schlechter da als vor der Ausgliederung. Die immer wieder kolportierten hervorragenden Rahmenbedingungen können sich die Wirtschafts-Fachleute sonst wohin stecken, im Fußball zählt das sportliche Abschneiden und da stehen wir am Abgrund.

Die schlimmsten Befürchtungen sind wahr geworden. Solang der Daimler als Anteilseigner fungiert, wird er „den Präsidenten, den wir wollten“ stützen und das dumme Mitglied hat keine Handhabe mehr, Dietrich, zumindest als Aufsichtsratsvorsitzenden, loszuwerden.

Wenn Dietrich die Proteste gegen ihn lapidar abtut, „Diese Leute brauchen einen Prellbock und das war und ist in Stuttgart nun mal der Präsident“, hat er überhaupt nichts verstanden. „Diese Leute“ sorgen sich um den VfB und müssen mit ansehen, wie ihr Herzensclub zugrunde gerichtet wird, von Leuten, die rein wirtschaftliche Interessen verfolgen, und von Sportsgeist und Emotionalität, die im Fußball elementar wichtig sind, keine Ahnung haben.

Dietrich sieht die (fehlende) sportliche Entwicklung als Delle an, nein, Herr Dietrich, ein Abstieg mit einem solch teuren Kader ist der worst case, ein Totalschaden sozusagen!

Dietrich ist weit davon entfernt, ein harmonierendes Umfeld zu schaffen, in dem Mitarbeiter (und Spieler) gerne beim VfB „arbeiten“. Wenn von oben herab mit der Dampfhammermethode regiert wird, Lügen und Wahrheitsbeugung an der Tagesordnung sind, wie will man da erwarten, dass in der Mannschaft eine andere Stimmung herrscht und sich jeder an Regeln und Abmachungen hält. Wie der Herr, so das Gescherr!

Der Abstieg, der in erster Linie deshalb erfolgte, weil wir zu keiner Zeit eine Mannschaft auf dem Platz hatten, die zusammen hielt, ist eine direkte Folge der Führung des Wolfgang Dietrich und, bis vor ein paar Monaten, vom Möchtegern-Trainer Michael Reschke.

Dieser hat die Autorität der Trainer untergraben, indem er ihnen permanent in die Aufstellungen geredet hat. Wie will da ein Spieler wissen, auf wen er zu hören hat, wie will er da noch den Trainer ernst nehmen, wenn dieser doch nur eine Marionette des Sportvorstandes ist. Das hatte bereits Hannes Wolf den Job gekostet.

Bei Hannes Wolf war sicher nicht alles Gold, was glänzte. Mittlerweile bezweifle ich auch, dass er der gute Trainer ist, als den ihn viele ansehen. Trotzdem hat er dem VfB seinerzeit ein Gesicht gegeben, so dass ich mir mit ihm Kontinuität erwünscht hatte.

Mit dem Tag der Schindelmeiser-Entlassung und der Inthronisierung Reschkes aber wurden von jetzt auf gleich Wolfs Pläne konterkariert. Nicht nur der von Schindelmeiser/ Wolf angezählte Kapitän Christian Gentner wurde von Reschke umgehend heilig gesprochen, nein, anstatt jungen entwicklungsfähigen Spielern, die besser zu machen Hannes Wolf in seinem Element war, wurden alternde und teure Ex-Nationalspieler verpflichtet, mit denen Wolf weniger anzufangen wusste, die aber spielen mussten, weil Reschke sie ja schließlich mit üppigen Verträgen ausgestattet hat. Wenn dann die Chemie zwischen Trainer und Sportdirektor vom ersten Tag an nicht stimmt und Letzterer bestimmt, wer zu spielen hat, ist das Ende einer solchen Konstellation absehbar.

Ob mit dem von Schindelmeiser zusammengestellten Kader (er war ja zum Zeitpunkt der Entlassung noch nicht fertig!) und Hannes Wolf alles besser geworden wäre oder wir nicht schon letztes Jahr abgestiegen wären, ist natürlich hypothetisch. Fakt ist, dass eine ausbaufähige Euphorie vorhanden war und „das schwierige Umfeld“ jungen Spielern eher Fehler zugestanden hätte, wie erfahrenen Recken.

Das für mich noch immer der Kardinalfehler. Mit der Verpflichtung von Reschke verließ der VfB den Weg der Vernunft und wollte den zweiten vor dem ersten Schritt gehen. Bei meinen Ausführungen vor der Ausgliederung spielte auch eine Rolle, dass ich wenig damit anfangen kann, wenn die Gehaltskosten explodieren, wir jedoch keinen besseren Fußball dafür sehen. Auch das ist eingetreten, der VfB hatte 2018 mit knapp 84 Millionen Euro den siebthöchsten Etat der Liga und steht mit 10,8 Millionen Euro ausgegebenen Beraterhonoraren ebenfalls an siebter Stelle des Oberhauses. Hier stimmen Aufwand und Ertrag in keinster Weise. Wenn ich höre, dass ein Mario Gomez 6 Millionen Euro im Jahr verdienen soll und Holger Badstuber nur ein bisschen weniger, rollen sich mir die Fußnägel auf. Da stets betont wird, dass die Verträge auch für die 2. Liga gelten, dürfte die Ära Reschke auch in der 2. Liga wie ein Damokles-Schwert über uns schweben.

Der Größenwahn eines Reschke, den Dietrich zu verantworten hat, hat uns nun dahin gebracht, wo wir stehen. Noch im Winter hat es Reschke versäumt, die größten Baustellen im Kader zu beheben, bspw. einen treffsicheren Stürmer zu holen. Geleitet vom Leitsatz des Nachbarn mit dem Stern „das beste oder nichts“ holte er lieber niemanden, weil kein Top-Club bereit war, einen Top-Mann, mitten in der Saison, zu Top-Konditionen abzugeben. Ein Zweit- oder Drittligatorjäger mit einem Lauf hätte sich hinter Gomez und González bestimmt nicht zu verstecken brauchen, und wäre vermutlich einfacher zu haben gewesen. Hätte, hätte, Fahrradkette, es ist, wie es ist, nur, personelle Konsequenzen auf verantwortlicher Ebene bleiben aus.

Wer bitteschön soll denn die Verantwortung für Reschke übernehmen, wenn nicht Dietrich? Er kann sich nicht damit herausreden Hitzlsperger und Mislintat geholt zu haben, die nun den Scherbenhaufen aufkehren müssen. Es ist ein Spiel mit dem Feuer und kommt einer Kriegserklärung gleich, wenn die Herren jetzt verkünden, wir seien ja bestens aufgestellt und es ändere sich demnach nichts.

In den letzten Tagen wurde publik, dass Reschke wohl nach dem Düsseldorf-Spiel entlassen wurde, weil er Weinzierl damals entlassen wollte, Dietrich aber nicht. Auch das eine fatale Fehleinschätzung Dietrichs und wohl der einzige lichte Moment Reschkes während seiner Amtszeit beim VfB! Aus dem Wintertrainingslager sickerte seinerzeit durch, wie inkonsequent Weinzierl beim Sanktionieren von Disziplinlosigkeiten war und dass er damals schon große Teile des Teams gegen sich aufgebracht hatte.

Deshalb hätte Weinzierl bereits im Januar, spätestens aber nach dem Düsseldorf-Spiel entlassen werden müssen. Da dies nicht geschah und Dietrich sein Veto einlegte, musste der arme Thomas Hitzlsperger die Angelegenheit bis zum Offenbarungseid von Augsburg durchziehen, ob er wollte oder nicht.

Dietrich hat hoch gepokert und verloren. Ein Mann mit Charakter und Anstand würde das erkennen und seinen Hut nehmen. Doch weit gefehlt, beide Attribute darf man bei Dietrich nicht erwarten, wenn man sich seine Vita vor Augen führt.

Die Erklärung des Aufsichtsrats lässt mich fassungslos zurück. Was der VfB jetzt bräuchte, wäre eine Aufbruchstimmung wie anno 2016. Die Fans sind das Kapital eines Vereins (gut, erkläre das mal einem Wirtschaftsboss…). Da Dietrich nicht ehrenvoll abtreten wird und der Aufsichtsrat einen Teufel zu tun scheint, auf die Stimmung des Umfeldes zu hören, fragt man sich, was man als einzelner Fan, oder besser, als Fanszene tun kann, um seinen Unmut zum Ausdruck zu bringen. Von der Mitgliederversammlung am 14.07. verspreche ich mir wenig, diese wird Dietrich aushalten, den Aufsichtsrat tangiert sie sowieso seit der Ausgliederung nicht mehr.

Was beim VfB fehlt, ist eine echte Opposition, die das Zeug dazu hat, für einen Antrag auf Abwahl des Präsidenten die nötigen 75% zusammenzubekommen, selbst, wenn die Vereinsführung jegliches Stimmvieh ködert, um genau das zu verhindern.

Dazu bedürfte es eines Gegenkonzeptes und einen geeigneten Kandidaten, der zur Wahl antreten würde. Mir fallen dazu spontan Ralf Rangnick und Jürgen Klinsmann ein, die regelmäßig mit dem VfB in Verbindung gebracht werden, für konzeptionelles Arbeiten stehen und die Mitglieder hinter sich bringen könnten.

Ich bin sehr gespannt, wie die Fanszene jetzt reagiert und ob sich der Ton und Umgang miteinander weiter verschärft. Ein zweites Hannover 96 will, glaube ich, momentan niemand. Auf der anderen Seite ist es aber für mich auch unerträglich, wenn die Herren mit diesem „Stil“ durchkommen sollten. Irgendeine Form von Boykott muss man wohl in Erwägung ziehen, Stimmungsboykott, Dauerkartenboykott, Merchandise-Boykott, was auch immer. Ich habe ihnen schon einmal Mitgliedsausweis und Dauerkarte vor die Füße geworfen, 1998, als Winfried Schäfer als Trainer vorgestellt wurde.

Da in der AG eine Krähe der anderen kein Auge aushackt, sind wir in der derzeitigen Konstellation verloren. #miteuchkeinwir Diese Herren würden sich wohl auch noch auf die Schultern klopfen, wenn wir in die 3. Liga abgestiegen wären, nur noch 25.000 Zuschauer im Schnitt kämen, die Rahmenbedingungen ihrer exklusiven Ansicht nach weiterhin stimmen und der Rasen auf dem Trainingsgelände schön grün ist.

Wenn man jüngst mitbekommt, dass als letzter Bundesligist Werder Bremen das Namensrecht an seinem Stadion an einen Sponsor verkauft hat und jährlich drei Millionen Euro dafür einstreicht, wir jedoch vom Daimler gerade einmal 666.000 Euro erhalten, unterstreicht das einmal mehr, wie der mächtige Partner den VfB über den Tisch zieht.

Ob es jemals jemanden beim VfB geben wird, der Tacheles mit dem Daimler spricht und nicht vor ihm kuscht, ich bezweifle es. Die Einlage, die nach der Ausgliederung floss, macht es jedenfalls ungleich schwieriger, frei und unabhängig entscheiden zu können, für wen und was man werben möchte, völlig egal, welch hoch dotiertes Angebot einem durch die Lappen gehen könnte. Somit dürften wir weiter der Musik hinterherhinken, und das wegen und nicht trotz der Ausgliederung.

Am besten, wir zahlen den Daimler aus und stellen alles auf Anfang 2016. Zugegebenermaßen utopisch zwar, wäre aber, dank beträchtlicher Transfereinnahmen wohl trotz des Abstiegs zu stemmen. Darauf könnte man als vernünftiger Verantwortlicher beim VfB, der dem Daimler nicht verpflichtet ist, zwar selbst kommen, doch dafür müsste das Wohl des VfB an erster Stelle kommen und nicht der Erhalt seines eigenen Pöstchens. Daher werden wir uns eher damit abfinden müssen, dass sich bis zur Neuwahl des Präsidenten 2020 nichts grundlegend verändern wird.

Der VfB gehört runderneuert. Vom Präsidenten, über die Vorstände (Hitzlsperger ausgenommen), den Aufsichtsrat bis hin zum Catering, es ist doch alles eine Katastrophe.

Ein Heim, dessen Milchmädchenrechnungen von den Ausgliederungsdebatten mir heute noch in den Ohren klingen oder Röttgermann, der mit einer peinlichen Marketing-Kampagne nach der nächsten ums Eck kommt und deren Mails, angesichts der Fülle, bei mir schon im Spam-Ordner landen.

Bestes Beispiel und reine Verarsche ist das Ur-Trikot. Als es herauskam, für knapp unter 100 Euro, wurde es mit „limitiert“ beworben. Ich fragte mehrmals beim VfB nach, auf wie viel Stück das Trikot denn limitiert wäre, worauf man eine Antwort schuldig blieb.

Also sagte ich schon damals, das kann auch auf 500.000 Stück limitiert sein und dass ich es mir höchstens dann holen würde, wenn es verramscht wird. Und, siehe da, kürzlich erwarb ich es, überraschenderweise waren noch Größen bis 5XL erhältlich, in 3XL für 30 Euro. Vielleicht wird es ja noch günstiger, aber, dann lamentiere ich nicht herum, 30 Euro ist mir der Fetzen wert.

Wer mir bei dem ganzen Theater Leid tut, sind Thomas Hitzlsperger, Sven Mislintat und unser neuer Trainer Tim Walter. Gerade die Neuen müssen sich doch zunächst wie in einem Irrenhaus vorkommen. Ihnen wäre ein harmonisches Umfeld und die Möglichkeit, ruhig zu arbeiten, um den VfB wieder in die Spur zu bringen, zu wünschen. Diese Ruhe ist derzeit nicht gegeben.

Nichtsdestotrotz gilt es nach vorne zu schauen und binnen kürzester Zeit einen aufstiegsfähigen auf die Beine zu stellen. Ich persönlich möchte die Allermeisten der Absteiger nicht mehr im Brustring-Trikot sehen, weil sie es nicht wert sind!

Solang Thomas Hitzlsperger sich nicht geäußert und Abgang oder Verbleib einzelner Spieler verkündet hat, ist es müßig, sich mit Treueschwüren und Ausstiegsklauseln auseinander zu setzen. Es soll schon vorgekommen sein, dass Spieler trotz Ausstiegsklausel geblieben sind, diese Hoffnung habe ich bei Kempf und Kabak, die die Presse schon bei anderen Vereinen sieht. Pikanterweise gerade diese beiden Genannten bei S04, wo sich Reschke sein Insiderwissen um die Vertragsmodalitäten zunutze machen könnte, was einmal mehr seinen Charakter offenbaren würde.

Außer diesen beiden genannten fielen mir noch Timo Baumgartl mit Potential eine neue Identifikationsfigur zu werden, Borna Sosa, Ascacíbar und Jens Grahl ein. Dazu Blutauffrischung von außen sowie der eine oder andere aufrückende der U19. Ob die bislang verliehenen Kaminski und Mangala bleiben werden, wird sich zeigen. Beide wären jedenfalls, was den Abstieg angeht, unbelastet.

Wie unsere (sportliche) Führungscrew mit Holger Badstuber und Mario Gomez umgeht, dürfte interessant werden. Beide wurden von Reschke mit horrend dotierten Rentenverträgen ausgestattet, so dass sie freiwillig einen Teufel tun dürften, auf sehr viel Geld zu verzichten und zu wechseln. Sollte Walter mit diesen in die Jahre gekommenen und langsam gewordenen Auslaufmodellen nichts anfangen können, wird es wohl auf ein Modell Ibišević hinauslaufen, das uns noch einige Jahre belasten dürfte. Sollten beide mangels Alternativen ihre Verträge beim VfB aussitzen, gehen sie wohl in die Annalen als bestbezahlte Zweitligaspieler aller Zeiten ein.

Wie die BILD-Zeitung vermeldete, erhält Christian Gentner keinen neuen Vertrag mehr, was ich begrüßen würde. Schließlich ist er die einzig verbliebene Konstante der letzten zehn Jahre und für Stimmung und Leistungsbereitschaft des Kaders während dieser Zeit nicht unerheblich mitverantwortlich. Solang diese Personalie aber nicht vom VfB bestätigt wird, halte ich mich mit Gefühlsausbrüchen deswegen zurück.

Fakt ist, dass der Fußball, der uns in den letzten Jahren, Ausnahme die kurze Ära Zorniger, zugemutet wurde, weder schön anzusehen noch erfolgversprechend war. Zu statisch, zu behäbig, kein Mut, keine Schnelligkeit, kein Plan, da Tim Walter, was man so hört, für einen völlig anderen Fußball steht, sollten Hitz und Mislintat den Mut haben, rigoros auszumisten, auch wenn es Abfindungen kostet und der eine oder andere Spieler unter Wert verkauft werden muss.

Es geht jetzt darum, eine Mannschaft mit hungrigen Typen und Charakter aufzubauen. Zusammenhalt ist im Mannschaftssport so wichtig, dieser war in der Abstiegssaison nicht vorhanden und deshalb stehen wir zurecht da, wo wir stehen.

Man darf gespannt sein. Im Grunde müssten jetzt bis zum Trainingsauftakt nahezu täglich Personalentscheidungen verkündet werden. Ich wünsche Hitzlsperger und Mislintat und nicht zuletzt uns ein gutes Händchen.

Zunächst einmal geht es morgen für unsere U19 in der Andrea Berg Kampfbahn (Copyright by Philipp Maisel) zu Großaspach um das Double. Gegner ist die U19 von Borussia Dortmund, ein echtes Brett.
Unsere Jungs haben beim Pokalsieg in Babelsberg gegen Leipzig gezeigt, was mit Teamgeist und Zusammenerhalt möglich ist, so dass ich optimistisch bin, auch morgen jubeln zu dürfen.

Wir Allesfahrer, die nach Abwechslung lechzen, hoffen aus zweierlei Gründen auf den Titel. Nicht nur, dass es nach 2005 mal wieder an der Zeit wäre, nein, mit dem Titel wären die Jungs für die UEFA Youth League qualifiziert, womit in der nächsten Saison endlich mal wieder internationale Touren auf dem Programm stehen würden, was ein schönes Kontrastprogramm zum wohl eher tristen Zweitligaalltag wäre. Also Jungs, go, get the cup!

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15. April 2019

Ruhe bitte!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , – Franky @ 06:40

Wer kennt ihn nicht, den Kollegen, der die Ruhe weg hat, obwohl es um ihn herum lichterloh brennt und alle anderen in Aufruhr sind. So kommt mir Thomas Hitzlsperger gerade vor. Panik und Endzeitstimmung überall, während Hitz die Devise ausgibt, „Ruhe bewahren“.

Ein Sieg aus den letzten 14 (!) Spielen, vier Siege, vier Unentschieden, 15 Niederlagen, seit Markus Weinzierl unser Trainer ist und wir sollen Ruhe bewahren? Seit dem Augsburger Sieg gestern scheint der Relegationsplatz das Höchste der Gefühle zu sein, und es ist alles gut?

Hitzlsperger, wie die meisten seiner Amtsvorgänger seit Rolf Rüssmann absoluter Novize in diesem Metier, sollte man Anfängerfehler zugestehen. Besonders klug war es sicherlich nicht, nach dem enttäuschenden Remis gegen den Club Markus Weinzierl mittels „wir ziehen das gemeinsam durch“ eine Jobgarantie auszusprechen. Nach dem erneut an Harmlosigkeit kaum zu überbietenden Auftritt gegen Bayer 04 Leverkusen fliegen ihm diese Worte bereits um die Ohren.

So relativierte er inzwischen diese Jobgarantie und meinte, „ein paar Tage müsse jetzt Ruhe sein“, was Spekulationen den Raum öffnet, Augsburg könnte das endgültige Endspiel für Weinzierl sein.
Der nette Herr Hitzlsperger ist wahrlich nicht zu beneiden. Nach dem Tollpatsch und Unsympathen Reschke von Dietrich bewusst installiert, um dem VfB ein sympathischeres Gesicht zu verleihen und selbst ein wenig aus der Schusslinie zu kommen, muss er, trotz aller Treuegelübde, Kante zeigen und diese unangenehme Personalentscheidung treffen. Es hilft keinem weiter, das Unvermeidliche weiter vor sich herzuschieben. Handeln ist gefragt!

Nicht nur das schwierige Umfeld und die Fußball AG sollen laut Hitz Ruhe bewahren, sondern in erster Linie die Mannschaft. Dort sind schon während der gesamten Rückrunde Selbstauflösungstendenzen zu verzeichnen, die nach Reschkes Entlassung nur kurz Pause hatten. Bettelten damals schon Spieler (Pavard, Gonzalez, Ascacibar) um Platzverweise, flog am Samstag Santiago Ascacibar mit einer Unsportlichkeit sondergleichen vom Platz.

Auch wenn Santi das ganze Spiel über immer wieder mit Kai Havertz aneinander geraten und auch böse gefoult worden war, rechtfertigt das seine Spuckattacke in keinster Weise. Ein Profi muss sich dahingehend im Griff haben, zumal spucken eine Demütigung der ekligsten Sorte darstellt.

Da Santi auch nach der roten Karte nicht zu bändigen war, den Schiedsrichter leicht stieß und Havertz an den Kragen wollte, dürfte die Saison für den kleinen Argentinier beendet sein. Ein Bärendienst also, den er uns und seinem Team damit erwiesen hat. Er, noch einer der wenigen, denen man in puncto Einsatz nie etwas vorwerfen konnte, wird uns sehr fehlen. Bitter! Als Ersatz dürfte nun Dennis Aogo bereit stehen, doppelt bitter!

Unangebracht ist es allerdings, wenn selbsternannte Experten den Stab über ihn brechen und dabei soweit gehen, wie Peter Neururer beim Fußball-Stammtisch bei Sport 1, „Spucker“ hätten keinen Platz in unserer Gesellschaft oder auch Spieler von Leverkusen, die verbal nachtreten. Gerade in der Bundesliga ist schon seit Jahren ein Verfall der Sitten zu verzeichnen, so dass diese Leute erst einmal vor der eigenen Haustür kehren sollten. Es wird doch nur noch geschauspielert und betrogen, was genauso zu verurteilen ist.

Santi Ascacibar wird seine Strafe bekommen und damit sollte es dann auch gut sein. So wenig Verständnis ich für Santis Aussetzer habe, so sehr fehlt mir bei dessen Beurteilung die Verhältnismäßigkeit. Für Casteels‘, im BILD-Jargon würde man sagen Brutalo-Foul an Christian Gentner gab es weder Karte, noch Elfmeter, noch Videobeweis, noch eine nachträgliche Bestrafung, obwohl man durchaus von vorsätzlicher Körperverletzung sprechen konnte.

Ruhe bewahren sollten laut Hitzlsperger aber auch alle anderen. Kempf gerät mit Co-Trainer Beller aneinander, Zuber beschwert sich (berechtigt) lautstark über seine Auswechslung und Mario Gomez muss offensichtlich von Weinzierl der Kopf gewaschen werden. Dieser war bestimmt nicht „amused“, als Weinzierl in der Vorwoche referierte, hätte Gomez die Hälfte seiner Großchancen genutzt, stünden wir jetzt besser da! So sieht alles nach Auflösungserscheinungen aus, getreu dem Motto, rette sich, wer kann.

Es gibt wenig, was Hoffnung auf Besserung, zumindest in der derzeitigen Konstellation mit Weinzierl als Trainer, macht. Mit 21 Punkten nach 29 Spielen stünde man in einer normalen Spielzeit zehn Punkte hinter dem rettenden Ufer als bestenfalls Siebzehnter und die Trainerfrage hätte sich längst beantwortet. Einzig die Schwächen von Hannover und Nürnberg sind es, die Weinzierl noch im Amt halten.

Ob er selbst darüber so glücklich ist, darüber hege ich so langsam meine Zweifel. Seine immer wiederkehrenden Durchhalteparolen, seine Aufstellungen, die taktische Ausrichtung, seine Wechsel, nichts lässt eine Strategie, den VfB aus der Krise zu führen, erkennen. Weinzierl hat den Schalter beim Team nie gefunden und ist längst gescheitert, so dass man beide Seiten voneinander erlösen sollte.

Wie am Rande der Mislintat-Bekanntgabe des Öfteren zu lesen war, soll der Trainer der kommenden Saison ja bereits feststehen. Dann wäre es umso unverständlicher, den VfB mit Weinzierl ungebremst ins Verderben rasen zu lassen. Das würde erklären, dass inzwischen von Teilen des Teams der offene Aufstand geprobt wird. Wer soll schon einem Respekt entgegenbringen, der ohnehin nur noch ein paar Wochen hier ist.

Von einem externen Feuerwehrmann, der fünf bzw. sieben Spiele lang tätig ist und dann das Feld wieder räumt, halte ich wenig. Ich favorisiere nach wie vor eine interne Lösung, jedoch weder Hinkel, der die Amateure retten soll, noch Willig von den U19-Junioren, der ebenfalls eine wichtige Mission zu erfüllen hat und vor dem dieser Sauhaufen von Mannschaft wohl auch nicht den nötigen Respekt hatte.

Für meinen Vorschlag auf Facebook, Günther Schäfer als Teamchef zu installieren, wurde ich von manchen belächelt, andere goutierten ihn. Mein Gedanke dabei ist, dass ein Verein wie der VfB genügend ausgebildete Trainer für die tägliche Arbeit und auch taktische Ausrichtung beschäftigt. Ein Günther Schäfer als Teamchef stünde an vorderster Front und wäre für die richtige Ansprache ans Team prädestiniert. Er lebt den VfB wie kaum ein anderer, weiß wie der Hase auf dem Fußballplatz läuft und ist nah genug dran, um einzuschätzen, wie das Team tickt und wo die Probleme tatsächlich liegen.

Nachdem es beim FC Augsburg den Trainer-Effekt gab und dieser kurzerhand das Bonusspiel in Frankfurt gewann (was erlaube FCA?), geht es einzig und allein noch um den Relegationsplatz, den ich weiterhin nicht groß gefährdet sehe, weil sich auch der 1. FC Nürnberg mit dem Siegen sehr schwer tut und das schwerere Restprogramm als der VfB hat.

Auf das Leverkusen-Spiel möchte ich gar nicht groß eingehen, weil es das Spiegelbild etlicher Partien in dieser Saison war. Vorne harmlos und gerade einmal mit einem einzigen Torschuss in 90 Minuten, während hinten immer einer für eine Dämlichkeit gut bzw. schlecht ist.

Duplizität der Ereignisse: wie schon in Dortmund war es Gonzalo Castro, der an der Strafraumgrenze einen völlig unnötigen Strafstoß verursachte, welcher schließlich das Spiel zugunsten der Werkself entschied. Diese spielentscheidende Szene unterstreicht einmal mehr, welchen Seuchenvogel wir uns mit Markus Weinzierl ins Haus geholt haben. Setzt alles daran, seinen Schlüsselspieler rechtzeitig für das Spiel fit zu bekommen und dann ist es ausgerechnet er, der so dämlich foult, dass dem Schiri nichts anderes übrig bleibt, als Elfmeter zu pfeifen. Ein Schelm, der sich etwas dabei denkt, dass Castro die beiden Elfmeter in ähnlicher Art und Weise ausgerechnet gegen seine Ex-Vereine verschuldet hat.

Was uns gestern zu Diskussionen am Rande des Spiels unserer Amateure gegen Hoffenheim II anregte, war die Überlegung, seit wann es eigentlich für Vergehen im Strafraum, die keine Torchance betreffen, nicht mehr indirekten Freistoß gibt…

Sollte man tatsächlich mit Weinzierl in das Spiel in Augsburg gehen, dürfte Augsburg einmal mehr der Job-Killer für einen VfB-Trainer werden. Augsburg, das monatelange Querelen zwischen Trainer Baum und dem Team durchstand und in der letzten Woche doch die Reißleine zog, wirkte in Frankfurt wie von einer Zentnerlast befreit. So ist für den VfB bei den bayerischen Schwaben das Schlimmste zu befürchten. Ich freue mich dennoch auf das Spiel. Schöner Platz, wie schon in den letzten Jahren auf der Haupttribüne, super Sicht auf Spielfeld und Gästeblock, „richtiges“ Bier und genügend Zeitpuffer, um vor und nach dem Spiel das Brauhaus 1516 direkt am Bahnhof aufsuchen zu können. So lässt es sich auswärts, trotz der lächerlichen Darbietungen, bestens aushalten.

Seit gestern gibt es außer dem sportlichen Brandherd möglicherweise auch noch einen außerhalb des Platzes. Der kicker beleuchtet noch einmal das Firmengeflecht von Quattrex und führt auf, wie Dietrich an den Erlösen partizipiert.

Brisant ist, dass die Quattrex unter anderem Investor von Heidenheim und Union Berlin, zwei möglichen Relegationsgegnern des VfB, ist, und somit mittelbar ein Interessenskonflikt vorliegen könnte, sollten wir gegen einen der beiden in der Relegation antreten müssen. Demnach stünde der erste Gewinner der Relegationsspiele, egal wie sie ausgehen, bereits vor Anpfiff fest: Wolfgang Dietrich.

Was an den kicker-Recherchen wirklich neu ist und ob Tatsachen vor der DFL verschleiert wurden, werden die nächsten Tage und Wochen zeigen. Sollte dem so sein, dürfte eine drakonische Strafe bis hin zum Lizenzentzug drohen und, das Gute daran, Wolfgang Dietrich nicht mehr zu halten sein.

Es ist also leichter gesagt, als getan, Ruhe zu bewahren, wenn es an allen Ecken und Enden lodert und man mit dem Löschen der Brandherde nicht mehr hinter her kommt.

Da passt es ins Bild, dass just nachdem Thomas Hitzlsperger eindringlich an alle appelliert hat, das eigene Ego hinten an zu stellen, Benjamin Pavard zum Medizincheck nach München rauscht. Sein gutes Recht zwar, am trainingsfreien Tag, er wird dadurch mutmaßlich am Samstag nicht schlechter spielen und doch stellt man sich die Frage, ob ein Profi so etwas wie Taktgefühl besitzt.

Der VfB scheint, wohin man schaut, am Ende zu sein. Hoffentlich ist diese Saison bald rum, mich macht sie müde!

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12. April 2019

#Ja zum Teilerfolg

#jazumerfolg war gestern. Die Champions League-Träume der Herren Reschke (Geschichte) und Dietrich (bald Geschichte) sind längst ausgeträumt. Wie sich Erfolg für die Vereinsführung definiert und vor allem weshalb dieser ausschließlich durch größeren finanziellen Spielraum garantiert sein sollte, blieben die Herren der Vereinsführung, hier Reschke selbstredend noch ausgenommen, schon bei der Ausgliederungsdebatte schuldig.

Inzwischen ist das Geld weg und der Geldgeber wird nervös, wie jüngst einer der Daimler-Leute im Aufsichtsrat, Wolfgang Porth, offenbarte, als er in den Katakomben des Neckarstadions Guido Buchwald am liebsten den Kragen umgedreht hätte.

Wirtschaftsbosse, die den Aufsichtsrat dominieren, und ihr Vorsitzender Dietrich sind der festen Auffassung mit Geld gehöre ihnen die Welt und damit auch die Fußballwelt. Dass ein Wirtschaftsunternehmen und ein Fußballunternehmen verschieden ticken, haben diese Herren wohl bis heute nicht realisiert.

Während ein Unternehmenschef Erfolg dadurch erfährt, wenn die Kundschaft mit seinen Produkten zufrieden und die Belegschaft motiviert genug ist, bestmöglich für den Unternehmenserfolg zu arbeiten, am Ende auch noch die Zahlen stimmen, definiert sich Erfolg im Fußballgeschäft in erster Linie über die Ergebnisse, die auf dem grünen Rasen eingefahren werden. Keinen Menschen interessieren in dem Moment hervorragende (nicht sichtbare) Rahmenbedingungen, wenn sich die Jungs auf dem Rasen schlecht wie nie zuvor präsentieren.

Ein weiterer gravierender Unterschied zwischen dem Fußball und der Wirtschaft sind die damit verbundenen Emotionen. Mache ich einen besonders guten Kauf, ziehe ich genauso wenig jubelnd vor die Firmenzentrale, wie ich den Unternehmensboss auspfeifen und alles heißen würde, wenn ich mich über den Tisch gezogen fühle.

So kapiert Dietrich bis heute die Anfeindungen gegen seine Person nicht, „wo er doch alles für den VfB gibt“. Schon die Tatsache, dass der Aufsichtsrat den ehemaligen S21-Sprecher, der sich im Rahmen dieses Jahrhundert-Projektes einen Namen als Spalter gemacht hatte, zum alleinigen Kandidaten für die Präsidenten-Wahl machte, sorgte für Missstimmung. Als Mitglied hatte man keine Wahl, umso beschämender war es, dass er dennoch nur knapp „gewählt“ wurde und am Ende gerade einmal auf 57% der anwesenden und 6 (!) der Gesamtmitglieder kam. Dietrich sollte die Ausgliederung durchdrücken, egal mit welchen Mitteln. Homeoffice-Wahler setzte den Herren im Aufsichtsrat, den wahren Regenten des VfB, zu sehr auf Dialog, mit dem man bei der kritischen Mitgliederschaft jedoch offensichtlich nicht weiterkam. So boxte Dietrich dieses Thema im Eiltempo, zur Unzeit (Aufstiegsrennen 2. Liga) und in einer Zeit durch, in der der VfB als Zweitligist für die wenigsten Geldgeber ein lohnendes Investment gewesen wäre.

Aber, da war ja noch der Daimler, der den Mitgliedern ein 41,-5-Millionen-Zuckerle hinwarf, das (zu) vielen Mitgliedern offenbar den Kopf verdrehte. Dass der Daimler durch diese Einlage keinerlei Risiko eingehen musste, den VfB jedoch mehr als ohnehin schon in die Abhängigkeit vom Nachbarn mit dem Stern trieb, womit auf lange Sicht die Tür für andere interessierte Investoren wie den Automobilhersteller aus Zuffenhausen zugeschlagen wurde, interessierte angesichts der im Trump-Style geführten Propaganda und eines Gratis-Trikots die wenigsten.

Jetzt, wo den Herren der Slogan #jazumerfolg um die Ohren fliegt und der VfB trotz der Millionen-Spritze in Trümmern liegt, wird der Gegenwind für Dietrich und seine Schergen rauer. Wir, die den Ablauf der Mitgliederversammlungen zur Wahl Dietrichs (vom Verein rekrutierte Jubelperser) und zur Ausgliederung (nicht funktionierende Abstimmungsgeräte) noch nicht vergessen haben, sind ohnehin sauer, mittlerweile fühlen sich aber auch jene veräppelt, die an #jazumerfolg geglaubt hatten.

Dass Dietrich höchstselbst es war, der den VfB ohne Not und in Rekordtempo von einer kaum zu toppenden Euphoriewelle in eine tiefe Depression gestürzt hat, sieht er partout nicht ein, wo doch die geschaffenen Rahmenbedingungen so toll sind.

Dass es beim VfB, nicht erst seit Buchwalds „Rücktritt“ aus dem Aufsichtsrat, in den Führungspositionen an Sportkompetenz fehlt, ist bekannt. Ehemalige Sportler mögen nicht immer die hellsten Kerzen auf der Torte sein, doch, sie können es jedoch eher einschätzen, wie eine Mannschaft tickt und was ihr fehlen könnte, als ein Wirtschaftsboss oder auch ein Reschke, der die Mannschaft mehr genervt hat, als dass er zu ihr Vertrauen hätte aufbauen können.

Es war ganz nett und vor allem ungewohnt, nach der Ausgliederung ein paar Milliönchen mehr gehabt zu haben und Spieler an den Neckar gelockt zu haben, die auch zu weitaus größeren Vereinen hätten gehen können, aber, sie funktionieren nicht beim VfB, womit Unsummen auf Nimmerwiedersehen sinnlos verbrannt wurden.

Beim VfB ist seit der Schindelmeiser-Entlassung keinerlei Plan mehr erkennbar, für welchen Fußball er stehen soll. Platzhirsche jenseits der dreißig sollten für Stabilität sorgen, stehen jedoch in erster Linie für das Ausklingenlassen ihrer Karrieren und Altherrenfußball.

Jungnationalspieler hingegen, die man geholt hat, wie Maffeo und Borna Sosa, müssen sich seit Beginn der Saison hinter Platzhirschen wie Beck und Insúa anstellen, obwohl deren Leistungen kaum Anlass dazu gäben. Da eine Fußballerkarriere relativ kurz ist, haben aufstrebende Talente in der Regel keine Zeit zu verschwenden, so dass ich es nachvollziehen kann, dass sie ungeduldig werden, wenn sie überhaupt keine Rolle spielen.

Was man den Jungs versprochen hat, dass sie gen Neckar zogen, weiß ich nicht. Ich kann es mir jedenfalls nicht vorstellen, dass es nur die Karawane Cannstatt war, die sie derart beeindruckt hat, dass sie nirgends anders mehr hinwollten. Man hat ihnen sicherlich nicht verraten, dass wir da Vereinslegenden jenseits der dreißig haben, hinter denen sie sich schön anzustellen haben. Es sind wohl eher politische Gründe (vermeintliche Führungsspieler) zu vermuten, dass so mancher junge Spieler beim VfB kein Bein auf den Boden bekommt und früher oder später resigniert.

Ich möchte die Jungs an dieser Stelle keineswegs frei von jedweder Schuld sprechen. Es gehört sich als Profi nicht, schlechte Stimmung zu verbreiten (Maffeo), in Interviews über den VfB herzuziehen (Maffeo, Sosa) und es gehört sich als hochbezahlter Profi schon gar nicht, auf stur und beleidigte Leberwurst zu schalten und darauf zu vertrauen, im Sommer wieder weg zu sein. Sportlich täten uns beide gut, brächten sie doch wenigstens Geschwindigkeit in unser unerträglich träges Spiel.

Auch einstige Hoffnungsträger wie Akolo, Thommy und Donis spielen nur Nebenrollen, was unter anderem daran liegt, dass Weinzierl, ähnlich wie Korkut vor Jahresfrist, auf einen nahezu geschlossenen Kreis an Spielern setzt. Konnte man Korkut noch wenig vorwerfen, weil die Ergebnisse ja stimmten, fragt man sich bei Weinzierl schon, was einige verbrochen haben, dass sie an seit Wochen formschwachen und dennoch gesetzten Spielern nicht vorbeikommen.

Wie sich der eine oder andere in der Gruppe verhält und ob er überhaupt ein Interesse daran hat, dass der VfB in der Liga bleibt, lässt sich von außen schwer beurteilen. Wenn man jedoch hört, dass für Disziplinlosigkeiten erhobene Strafen in Höhe von mehreren zehntausend Euro einfach nicht gezahlt werden, weil die Rechtsgrundlage fehle und bei als Teambuilding gedachten Mannschaftsabenden das Desinteresse überwiegt, lässt dies auf eine scheiß Stimmung innerhalb der Truppe schließen und macht wenig Hoffnung, dass es diese Jungs sind, die für uns die Kohlen aus dem Feuer holen.

Ich kann nicht sagen, was beim VfB seit Jahren schiefläuft, weshalb es nicht gelingt, „Verstärkungen“ ins Gefüge zu integrieren und ob hier wer bewusst gegensteuert, um sein (und das seiner Spezies) Standing zu erhalten. Es wäre Aufgabe der Kaderplaner, Spieler nicht nur nach den fußballerischen, sondern auch den menschlichen Qualitäten auszusuchen und derer, die nah am Team sind, Integrationsarbeit, auf und neben dem Platz, zu leisten, damit sich ein Transfer für alle Seiten auszahlt.

Dieser Kaderplaner (bzw. Sportdirektor) wird nun, seit gestern ist es offiziell, Sven Mislintat. Ihm eilt ein hervorragender Ruf voraus, der sich auch an Namen und Wertsteigerungen von Spielern aus seiner Dortmunder Zeit untermauern lässt. Bei seinem Beinamen „Diamantenauge“ zucke ich schon mal reflexartig zusammen, liegt die Zeit des Perlentauchers, der beim VfB krachend gescheitert ist, doch noch keine zwei Monate zurück.

Der kicker empfahl Mislintat „”Nachdem der aktuelle VfB-Kader den Eindruck eines irreparablen Totalschadens macht, gilt es, die wenigen den Erfordernissen genügenden Teile daraus zu retten und den großen Rest komplett auszutauschen“, was einer Herkulesaufgabe gleichen dürfte.

Vergleiche zu Reschke und zu den allgemeinen Vorschusslorbeeren, die schließlich auch Reschke vorauseilten, möchte ich erst einmal nicht ziehen. Mislintat wird vermutlich jene Rolle ausfüllen, die auch Reschke besser gestanden hätte, nämlich im Hintergrund die Strippen zu ziehen, während Hitzlsperger für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Dass man bei der offiziellen Pressemitteilung den Satz „”Auch die gute Verbindung von Wolfgang Dietrich zu Sven Mislintat hat dazu beigetragen, Sven vom VfB zu überzeugen” einschieben muss, lässt tief blicken, wie angeschlagen Dietrich ist und macht Hoffnung, dass er nicht mehr allzu viele Stürme als VfB-Präsident überstehen wird.

Unter Schindelmeiser/ Wolf wähnte ich uns, zumindest was das Arbeitsklima anging, auf einem guten Weg. Seit Dietrich und später Reschke das Sagen hatten und von oben herab mit der Dampfhammermethode führen, Kritiker als ahnungslose Vollidioten abgetan wurden und Fake News zum Tagesgeschäft gehören, ist ein Verfall der guten Sitten zu verzeichnen, der bis in die Mannschaft getragen wird. Die „Mannschaft“ präsentiert sich so, wie von oben vorgelebt! Hier gilt es, im Sommer radikal auszumisten, gut dass Mislintat schon zum 01.05. seinen Dienst antritt, es gibt viel zu tun!

Wie es um den Teamgeist und die Leistungsfähigkeit der Mannschaft derzeit bestellt ist, kann es einem nur angst und bange werden. Da sind die Alten, die zwar die profihafte Einstellung haben, auf dem Platz jedoch nur noch ein Schatten ihrer selbst sind und die Jungen, die sich mutmaßlich bei einem Abstieg eher noch finanziell verbessern dürften, weil sie der VfB dann um jeden Preis losbekommen muss, um das seit Reschke sprunghaft gestiegene Gehaltsgefüge wieder auf Normalmaß zu stutzen. Wiederum andere, wie die Leihspieler Esswein und Zuber bringen zwar Mentalität ein, haben es aber, zumindest bei Esswein ist das so, nicht so mit dem Fußball spielen.

In dieser Mannschaft macht derzeit nur Ozan Kabak Spaß! Wissbegierung, ehrgeizig und fußballerisch extrem stark präsentiert sich der seit kurzem 19-Jährige, ihm darf man schon jetzt eine große Karriere prophezeien, wenn er so weiter macht und immun gegen den VfB-Bazillus bleibt, der jeden Profi schlechter werden lässt. Ob und wann seine Karriere in München die Fortsetzung findet und Dietrich/ Reschke damit der nächsten Lüge überführt werden, wird sich zeigen. Bei einem Abstieg jedenfalls dürften sich die Wege im Sommer bereits trennen.

Der Fußball sollte Emotionen schüren und von denen im Idealfall nicht ausschließlich negative.
Über den Ausgleich am Samstag konnte ich mich ebenso wenig freuen, wie darüber, den Abstand zu Nürnberg gehalten zu haben. So wie die Spieler nach dem Schlusspfiff zu großen Teilen auf dem Rasen zusammensackten und wie sie in die Kurve schlichen, hätte man daraus schließen können, sie seien ähnlich entsetzt über den Auftritt gewesen, wie das Gros der Fans.

Doch, weit gefehlt, am Tag danach wurde man dann eines Besseren belehrt. Oder wie ist es zu erklären, dass Andi Beck bei Sport im Dritten zum Besten gibt, es sei das Ziel gewesen, Nürnberg nicht näher heranrücken zu lassen. Super, Ziel erreicht, wurde bestimmt auch noch eine Prämie für dieses Meisterstück ausgelobt!

Des Weiteren schwafelte Beck von Teilerfolg, was das Erreichen des Relegationsplatzes angeht. Wie tief bitte sind unsere Ansprüche gesunken? Wir spielen die mit Abstand schlechteste Saison der Vereinsgeschichte, für die uns nichts anderes als der Abstieg gehört und dann erwarten diese Fußballmillionäre, dass man sie für das Erreichen der (dem Zweitligisten gegenüber ungerechten) Relegation noch feiert? Gewinnt man diese, was zu befürchten ist, wäre es vermutlich ein voller Erfolg und das Saisonziel Nichtabstieg wäre erreicht. Toll, ich hoffe nur, dass sie uns so nicht davonkommen!

Diese Sichtweise des Führungsspielers und Ersatz-Kapitäns Andreas Beck relativiert dann auch die doch zurückhaltenden Reaktionen auf dem Rasen nach dem Schlusspfiff. Nur weil Pfiffe zu hören waren und sich Unmut breit machte, konnten die Jungs ihrer Freude über den gewonnenen Punkt nicht freien Lauf lassen. Es hätte wahrlich auch nicht zur Stimmung im weiten Rund gepasst, hätten sie die Arme hochgerissen und wären vor Freude über den Rasen gehüpft. Das wäre unpassend gewesen, war der Großteil der Zuschauer doch ähnlich entsetzt wie ich.

DER Abstiegsgipfel, Karawane, volles Haus, tolle Choreo, Kaiserwetter und dann ein, vor allem in der ersten Halbzeit, derart lebloses Gekicke, ich war, und bin es immer noch, fassungslos.

Bereits vor dem Hannover-Spiel prophezeite ich, der VfB gewänne noch ganze zwei Spiele, nämlich die gegen die beiden hinter uns platzierten Teams. Vor dem Spiel gegen den Club lehnte ich mich weit aus dem Fenster und glaubte gar an einen 4:0-Sieg, einfach weil ich uns zwar schwach, jedoch nicht so schwach wie den Club sah. Auch wenn dieser mit dem Rückenwind des 3:0 gegen den FC Augsburg angereist kam, dem ersten Sieg seit September 2018, glaubte ich lediglich an ein Strohfeuer und war überzeugt davon, dass der VfB, so schwach er sich auch in dieser Saison präsentiert, die Franken überrennen wird.

Doch, weit gefehlt, es fehlten die Mittel, den tief gestaffelten Gegner in Bedrängnis zu bringen. Mehr noch, am Ende durfte man sich bei Ron-Robert Zieler bedanken, dass man nicht ganz mit leeren Händen dastand. Erbärmlich!

Wer jetzt daher kommt und denkt, Leverkusen liege uns besser, weil sie mehr am Spiel teilnehmen, ist für mich ein unverbesserlicher Optimist.

Ich rechne damit, dass uns Leverkusen überrennen wird. Bayer hat zwar seine letzten drei Spiele allesamt verloren, aber, wenn der VfB eines wirklich kann, dann Aufbaugegner. Bayer hat auch nicht gegen irgendwen verloren, sondern gegen drei spiel- und formstarke Teams, Bremen, Hoffenheim und Leipzig, gegen die der Bosz‘sche Hurra-Fußball nach hinten los ging. Da der VfB offensiv so gut wie keine Gefahr entfacht, werden wir sicherlich kein Kapital aus den Abwehrschwächen der Werkself schlagen können. Bayer bietet nämlich durch sein brutales Pressing schon einiges an, nur, man müsste dazu auch hinter ihre Linien kommen, was ich dem VfB in der derzeitigen Verfassung und dem derzeitigen Personal kaum zutraue.

Nach Schalke, Nürnberg und dem VfB haben sich seit dieser Woche auch Hannover 96 und der FC Augsburg in dieser Saison sowohl vom Trainer als auch vom Sportchef getrennt. Alle Mitkonkurrenten wechselten den Trainer in diesem Kalenderjahr, einzig beim VfB wird sich vor der zweiten Trainerentlassung in dieser Saison (noch) gescheut. „Wir ziehen das gemeinsam durch“, so unisono zu hören von Thomas Hitzlsperger und Markus Weinzierl.

Für mich stellt es ein Armutszeugnis dar, dass Weinzierl nur deshalb weiter Dienst tun darf, weil Woche für Woche keine Bewegung im Tabellenkeller ist und dem VfB wohl nach wie vor schlimmstenfalls die Relegation droht.

Rationale Gründe an Weinzierl festzuhalten, fallen mir keine ein. Seine Bilanz ist niederschmetternd (4S, 4U, 13N) und genügten, dieses Missverständnis zu beenden. Weinzierl wirkt noch immer aufreizend distanziert zum VfB und verscherzt es sich mit immer mehr Spielern. Zum einen werden sie öffentlich denunziert, andere sind völlig außen vor, während wieder andere Woche für Woche aufs Neue auf dem Platz herumstümpern dürfen.

Da Weinzierl „sein“ Team gefunden zu haben scheint, dieses jedoch keinen Erfolg verspricht wie man jedes Wochenende aufs Neue vorgeführt bekommt, habe ich in dieser Konstellation keine Hoffnung, dass wir den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen.

Ob ein Trainerwechsel zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt noch irgendeinen Effekt hätte, kann keiner mit Gewissheit vorhersagen. Für mich wäre er ein kleiner Hoffnungsschimmer für die Schlussphase der Saison.

Wie diverse Medien im Zusammenhang mit der Mislintat-Verpflichtung berichteten, solle der Trainer für die nächste Saison bereits feststehen. Das würde das Zaudern in der Trainerfrage zwar begründen, nicht jedoch plausibel erklären. Ein Trainer, von dem die Mannschaft weiß, dass er nur noch ein paar Wochen hier ist, verliert automatisch an Autorität, erst recht bei einem solchen Sauhaufen.

Wohl dem Verein, der einen Huub Stevens im Verein hat und diesen als Interimslösung präsentieren kann. So einen haben wir leider nicht. Andi Hinkel hat jüngst die Amateure übernommen und sollte auch nicht verheizt werden und für Jürgen Sundermann‘s Herz wäre dieser Stressjob vermutlich auch nichts mehr. So dürfte Weinzierl allein mangels Alternativen und weniger wegen rationaler Gründe die Saison als VfB-Trainer überleben, es sei denn, es setzt noch eine Klatsche, die zum Handeln zwingt.

Was den Abstieg 2016 angeht, ist man heute so schlau, sich einzugestehen, dass es ein Fehler war, bis zum Schluss an Jürgen Kramny festzuhalten, es wäre aber nicht der VfB, würde man dieselben Fehler nicht immer wieder machen. Am Ende des Tages kann zwar nicht immer der Trainer schuld sein, die Spieler stehen in der Pflicht, doch, auch diese scheinen nach einem neuen Impuls zu lechzen.

Die Kaderzusammenstellung ist unter aller Sau. Noch Reschke hat es im Winter versäumt, eine Alternative zu Daniel Didavi sowie einen torgefährlichen Stürmer zu verpflichten. Beides fliegt uns derzeit um die Ohren, weil an Gomez das Alter zehrt, Gonzalez zwar Einsatzwillen zeigt, ihm die nötige Härte für die Bundesliga aber noch fehlt und weil Didavi nur noch ein Schatten früherer Tage ist. Wenn er denn überhaupt mal einsatzbereit ist, wirkt er, als wenn er mit Medikamenten vollgepumpt sei und offenbart, dass ihm die Fitness komplett abgeht. Mangels kreativer Alternativen muss er sich so der Öffentlichkeit präsentieren, da kann man nur hoffen, dass er nicht eines Tages noch umkippt.

So gibt es für mich derzeit wenig Hoffnung auf noch den einen oder anderen Punkt in den verbleibenden Spielen, so dass einem nichts anderes übrigbleibt, weiter auf die Schwäche der Konkurrenz und einen machbaren Relegationsgegner zu hoffen. Eine desaströse Momentaufnahme für die VfB Stuttgart AG, in die uns die Egoisten vom Aufsichtsrat und auf dem Präsidentensessel da hineinmanövriert haben. Spätestens nach dieser Saison, aus der wir womöglich mit einem blauen Auge kommen, ist Kehrwoche angesagt, denn, auch beim VfB stinkt der Fisch vom Kopf!

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