28. Oktober 2009

Das deutliche Zeichen fehlt

Kategorie: Presse — Tags: – Franky @ 22:20

Stuttgart – Zumindest eines ist dem VfB nicht vorzuwerfen: zu leicht macht sich der Verein die Entscheidung in Sachen Markus Babbel nun wirklich nicht. Seit Tagen schon wird diese Personalie im Club gedreht und gewendet. Nach der fünften Niederlage in Folge, der demoralisierenden Pokalpleite in Fürth, kamen die Verantwortlichen nun wieder zu dem Schluss, dass sie mit ihrem Teamchef weitermachen.

Dafür gibt es gute Gründe. Im Unterschied zu seinem Vorgänger Armin Veh ist Babbel immer noch kämpferisch und überhaupt nicht entmutigt. Die Mannschaft steht nicht zuletzt deshalb zum Großteil weiter voll hinter dem 37-Jährigen. Außerdem ist es für das Image des Bundesligisten sicher kein Nachteil, wenn sich der Verein selbst in der allergrößten Not den branchenüblichen Mechanismen widersetzt.

Gleichzeitig wäre es aber auch vertretbar gewesen, Babbel zu entlassen. Ihm ist es nicht einmal mehr gelungen, ein Team aufzubieten, das bei einem Zweitligisten gewinnt. Damit hat der VfB die Chance verpasst, über den DFB-Pokal in der nächsten Saison auf internationaler Bühne vertreten zu sein, was angesichts des Rückstands in der Bundesliga umso schwerer wiegt.

Eine Entscheidung ist nötig

Der VfB konnte am Mittwoch also gar keinen falschen Weg einschlagen, hat sich aber dennoch etwas verlaufen. Was in dieser Situation nämlich vor allem nötig wäre, ist eine deutlich formulierte Entscheidung. Nur so ließe sich der lähmende Schwebezustand beenden. Eine Entlassung wäre so ein deutliches Zeichen gewesen – genauso wie ein Machtwort aus der Chefetage, das Projekt Babbel unter allen Umständen durchziehen zu wollen. Zumindest bis zur Winterpause. Ein kraftvolles Bekenntnis war aber nicht zu hören. Deshalb besteht weiter die Gefahr, dass sich die interne und externe Trainerdiskussion ungebremst fortsetzt.

Für die deutlichen Worte wäre am Mittwoch der VfB-Präsident Erwin Staudt zuständig gewesen – und nicht sein Vorstandskollege Horst Heldt. Der Manager und seine verfehlte Transferpolitik sind schließlich ein Teil des momentanen VfB-Problems.

Quelle StZ