30. Januar 2019

Stuttgart kämpfen, Dietrich raus!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , , – Franky @ 13:46

Das neue Jahr beginnt für den VfB wie das alte aufgehört hat – mit zwei Niederlagen. Jene gegen die Münchner Bayern war dabei natürlich eingeplant, ganz im Gegensatz zu der zuhause in der Vorwoche gegen Mainz 05.

Trainer Weinzierl änderte sein Team gleich auf fünf Positionen und trat mutiger auf als zuletzt. Beck ersetzte Castro, Insúa Borna Sosa, Neuzugang Kabak lief anstelle von Timo Baumgartl auf, dazu kamen noch Nicolás González und Donis für Aogo und Mario Gomez. Ob Timo Baumgartl tatsächlich Schwindelgefühle plagten oder er doch wegen der Bonus-Spiel-Aussage zum Zuschauen verdammt wurde, mag ich nicht zu beurteilen. Aufgrund dieser stellte ich letzte Woche bekanntermaßen die Charakterfrage und „riet“ Markus Weinzierl, alle zuhause zu lassen, die sich von vornherein aufzugeben scheinen.

Bemerkenswert war der Startelf-Verzicht von Mario Gomez, der realistisch eingeordnet hatte, dass wir gegen die Bayern eher schnelle Konterspieler statt eines Strafraumstürmers brauchen könnten.

Bemerkenswert in doppelter Hinsicht, denn, wenn man bei seiner Aussage „Deswegen habe ich dem Trainer auch gesagt, er soll die anderen beiden spielen lassen„ zwischen den Zeilen liest, hätte sich Gomez von selbst aufgestellt, wobei wir bei der Grundsatzfrage wären, ob es im Profifußball Stammplatzgarantien gibt und weshalb Christian Gentner nicht auch mal eine derartige Selbstreflektion erfährt.

Die Aufstellung las sich für mich vielversprechender als in den letzten Wochen. Umso ärgerlicher war es daher, dass man bereits nach fünf Minuten den Überblick im eigenen Strafraum verlor und in Rückstand geriet. Bitter, in einem Spiel, von dem man schon nichts anderes als eine hohe Niederlage erwartete, dermaßen früh die Bestätigung dafür zu erhalten. So machte ich gerade einmal in den ersten fünf Minuten ein paar Bilder, ehe uns der Spielstand und die Hoffnung, im Paulaner Fantreff Voll- statt Light-Bier serviert zu bekommen, in die Katakomben trieb und wir den Rest des Spiels auf dem Bildschirm verfolgten.

Eigentlich ist der Fantreff Heim-Fans vorbehalten, da wir neutral gekleidet waren und Emotionen ohnehin kaum mehr vorhanden sind, fielen wir dort nicht einmal auf. Bei bayerischem Schweinebraten mit Kren und Weizenbier aus dem Glas (verflixt, doch Light!) schauten wir dem Treiben zu. Früher wäre dies noch unvorstellbar gewesen, da staute sich Tage vorher der Schaum vor dem Mund und jeder dahergelaufene Lederhosenträger wurde beleidigt. Diese Luft ist raus, emotionslos wie die Darbietungen auf dem grünen Rasen lasse ich dieses ungleiche Duell inzwischen über mich ergehen.

Somit wichen wir der nasskalten Witterung aus und sahen einen VfB, der eine Reaktion zeigte und wider Erwarten (zunächst) nicht einbrach. Im Gegenteil, wegen der Passivität der Münchner Bayern, kam der VfB immer besser ins Spiel und erzielte mit einem Traumtor von Donis den Ausgleich. Eben jener Donis hatte sogar noch die Führung auf dem Fuß, war aber offensichtlich zu überrascht, dass der Ball zu ihm durchkam, so dass er Neuer überhastet anschoss. Daher ging es immerhin mit einem achtbaren Remis in die Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel änderten sich dann wieder die Kräfteverhältnisse. Die Bayern brachten den Ex-VfBler Serge Gnabry für Martinez und mit Gnabry kam der Angriffsschwung zurück, während der VfB zu passiv aus den Katakomben kam und die Protagonisten den Anschein erweckten, sich auf einer ordentlichen ersten Hälfte ausruhen zu wollen.

Eben jener Gnabry spielte zehn Minuten nach der Pause Gentner an, welcher sehenswert zur Bayern-Führung verwandelte. War vermutlich nicht so gewollt, unser viertes Eigentor in dieser Saison, doch, hätte Weinzierl Gentner auch mal eine Pause verordnet, wäre Gentner nicht im Weg gestanden und das Tor wäre so nicht gefallen. Weshalb Gente, auch wenn er noch so formschwach ist, jedes Mal in der Startformation steht, begreife ich nicht. Ist es die Stammplatzgarantie oder liegt der Grund gar darin, dass Gentner und Weinzierl denselben Berater haben?

Ich hoffe, trotz aktueller Dementis, dass bis zum Ende der Transferperiode der dringend benötigte spielstarke Mittelfeldspieler noch kommt und Weinzierl sich traut, Gentner auch mal draußen zu lassen. Ich kann immer wieder nur betonen, dass ich Gentner als Typen und als Menschen sehr schätze, auf dem Platz aber selten etwas mit ihm anfangen konnte.

Schon 2010, als er aus Wolfsburg zurückkehrte, hatte ich den Wechsel im Blog kritisiert und jetzt, neun Jahre später, reden viele von einer Vereinslegende.

Warum denn überhaupt? Was hat Gentner mit dem VfB erreicht? Meister 2007 als Ergänzungsspieler, dann der Wechsel nach Wolfsburg wegen des Geldes und weil beim VfB kein Platz für ihn war und seit seiner Rückkehr geht es stetig bergab.

Warum dann? Weil er Kapitän ist? Seit er 2013 über Nacht nach Tascis Abgang wie die Jungfrau zum Kinde zur Kapitänsbinde kam, hat der Abwärtstrend an Rasanz zugelegt und hat sich die Verweildauer der Trainer mindestens halbiert.

Warum sonst? Weil er der dienstälteste VfB-Profi ist? Weil er beim Abstieg geblieben ist? Dann bitte möchte ich wissen, ob jemals ein Angebot für ihn vorlag.

Daher ist mir Vereinslegende viel zu hoch gegriffen. Als Vereinslegenden sehe ich Robert Schlienz, Karlheinz Förster, Asgeir Sigurvinsson, Hermann Ohlicher, Karl Allgöwer, Guido Buchwald, Günne Schäfer, das magische Dreieck, Zvonimir Soldo bis hin zu Thomas Hitzlsperger, um nur einige zu nennen, die alle mit dem VfB etwas erreicht haben, nicht aber Spieler, deren größter „Verdienst“ ist, dem Verein über eine lange Zeit erhalten geblieben zu sein.

Dass Gentner den VfB lebt und liebt, steht außer Frage. Auf dem Platz jedoch sollte er Jüngeren und Handlungsschnelleren das Feld überlassen. In München wieder ist er mir mitunter negativ, um es klar zu sagen, feige, aufgefallen. Traut sich nicht oder kann es nicht, Situationen spielerisch aufzulösen und bringt dadurch Mitspieler in die Bredouille, weil er nur froh ist, den Ball schnell wieder los zu sein. So spielt doch kein Leader. Gerade die vielen jungen Spieler im Kader bräuchten Führungsspieler, zu denen sie aufgrund ihrer Leistung aufschauen können und die sich auf dem Platz nicht verstecken, wenn es nicht wie erhofft läuft.

Weshalb ich zu diesem Thema mal wieder deutlich meine Meinung sagen muss, liegt darin begründet, dass Reschke sich offensichtlich ernsthaft damit auseinandersetzt, Gentners (wie auch Becks) Vertrag zu verlängern. Womöglich denkt er sich dabei noch, ALLE lieben Gente und dass er in Zeiten der sportlichen Katastrophe mit Gentes Vertragsverlängerung „das schwierige Umfeld“ besänftigen könnte. Deshalb positioniere ich mich und weiß, dass viele meiner VfB-Freunde ähnlich über diese Personalie denken, und hoffe darauf, dass die aktuelle seine letzte Saison als Kapitän und Stammspieler ist. Gerne sehe ich ihn wieder in der Fanbetreuung oder als Teammanager, als Mensch und Typ ist er mir sympathisch und stets freundlich.

Doch, um zurück zum Spiel zu kommen: González hatte zwar noch den Ausgleich auf dem Fuß, was jedoch auch die einzige VfB-Chance in der zweiten Hälfte darstellte, so dass unterm Strich ein 4:1 für die Bayern steht und man sich einmal mehr vier Gegentore eingefangen hat. Damit stehen bislang sagenhafte 42 Gegentore zu Buche, was einem Wert von 2,21 pro Spiel entspricht. Zum Vergleich, in der letzten Saison kassierte man in 34 Spielen lediglich 36 Gegentore, was den Grundstein zum Klassenerhalt bedeutete.

Kabaks Debüt machte Mut, er ist ein Kämpfer, mit gutem Timing im Zweikampf und einem gutem Auge und klärte mehrere Male in höchster Not. Hoffentlich lässt er sich nicht, wie schon viele vor ihm, auf das Niveau der Anderen herunterziehen und konserviert seine Stärken. Kempf ist zur festen Größe geworden und nicht mehr wegzudenken, so dass es interessant wird, wie die Abwehrreihe denn aussehen wird, wenn Baumgartl und vor allem Pavard wieder einsatzbereit sind. Dann hat Weinzierl die Qual der Wahl und sollte sich auf eine Formation festlegen, damit endlich Automatismen zu erkennen sind und die Abstimmung besser funktioniert. Derzeit hat die Abwehr, in welcher Zusammensetzung auch immer, nur die Bezeichnung „Hühnerhaufen“ verdient.

Ich bin gespannt, was bis zum Deadline-Day noch passiert, ob ein Pavard noch da sein wird, ein Badstuber, und erst recht ein Maffeo. Stand heute, so Reschke, sei es unwahrscheinlich, dass sich noch etwas tut, warten wir es. Beklagte man in der Vorrunde den dünnen Kader, stehen nun drei Zugängen zwei Abgänge gegenüber. Zudem legte man Badstuber und Maffeo nahe, sich einen neuen Verein zu suchen, so dass es, selbst wenn kein Abnehmer für sie gefunden wird, fraglich ist, ob sie in der Rückrunde überhaupt noch einmal für uns auflaufen werden.

Berkay Özcan (wie auch Sarpei) hat uns bereits in Richtung seines alten Trainers Hannes Wolf verlassen. Bei Özcan war offenbar plötzlich Eile geboten, weil er den Angaben zufolge im Sommer für weit weniger Ablöse hätte gehen können, wenn er 500 Minuten Einsatzzeit nicht erreicht. Wer sich solche Klauseln ausdenkt, ist mir schleierhaft. Die genaue Ausformulierung würde mich dabei brennend interessieren, war Özcan doch über weite Phasen der Vorrunde verletzt. Reduziert sich diese Anzahl dann entsprechend? Was, wenn ein Spieler seinen Wechsel erzwingen möchte und sich ständig krank meldet, um unter dieser Marke zu bleiben?

Unabhängig davon, dass Reschke mal wieder gelogen hat, als bei der Vertragsverlängerung verkündet wurde, es existiere keine Ausstiegsklausel, dachte ich, Reschke sei Profi, woran sich beim Aushandeln solcher Klauseln zweifeln lässt.

Dem Spieler Özcan trauere ich hingegen nicht nach. Er ist ein netter Kerl und kam mir in Gesprächen im Trainingslager eher schüchtern und demütig als großkotzig vor. Weshalb ich den Wechsel dennoch nicht nachvollziehen kann, ist, weil Reschke in der Vorrunde noch unser mangelndes Kreativpotential und die fehlende Alternative zum dauerverletzten Daniel Didavi damit begründet hat, der „leider auch verletzte“ Özcan wäre als Didavis Backup vorgesehen gewesen. Jetzt haben wir die Situation, dass der Backup weg, Didavi weiterhin ein höchst unsicherer Kanonist ist und für die Position hinter den Spitzen auch kein neuer Mann geholt wurde. Logisch!

Erster Abgangskandidat ist Pablo Maffeo, bis zur Verpflichtung von Ozan Kabak Rekord-Einkauf des VfB. Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender Dietrich diskreditierte den Spieler zuletzt öffentlich auf einer Veranstaltung der Backnanger Kreiszeitung, betitelte ihn als Flop, der „quer im Stall“ stehe.

Es gehört sich für einen VfB-Präsidenten nicht, Personal öffentlich zu kritisieren, mit Nutzvieh zu vergleichen und nicht zuletzt durch derartige Aussagen Kapital der VfB AG zu vernichten. Dietrich träumt zwar davon, jene zehn Millionen Euro, die man in Maffeo investiert hat, zurück zu bekommen, was reichlich unrealistisch sein dürfte, wenn man den Jungen als ungezogenen und faulen Bengel ins Schaufenster stellt.

Dass Reschke zunächst einmal zehn Millionen Euro in den Sand gesetzt hat, sieht Dietrich gelassen, „es gehöre dazu, dass man einen solchen Flop dabei hat“.

Es ist ja auch nicht sein eigenes Geld, sondern das des VfB. Vielleicht sollte man einem Menschen wie Dietrich einmal vor Augen führen, wie viel 10.000.000 Euro für die zahlende Kundschaft sind und dass es sich um Mittel handelt, die dem VfB an anderer Stelle fehlen.

Egal wer die Dreier-, Vierer- oder Fünferkette bildet, die Gegentorflut muss eingedämmt werden, ansonsten dürfte es auch gegen Freiburg und in Düsseldorf schwierig werden, den Befreiungsschlag zu landen. Es offenbarte sich gegen die Bayern erneut, dass wir Probleme bekommen, sobald der Gegner das Tempo anzieht und dies im Kopf erst dann realisieren, wenn es zu spät ist. Auf der Aufstellung bei den Bayern könnte aufgebaut werden, nimmt man die langsamen Beck und Gentner heraus.

Gefährlich an der phasenweise ordentlichen Vorstellung in München ist, dass es wieder von allen Seiten heißt, auf dieser Leistung ließe sich aufbauen und dass das Team viel zu stark sei, um sich nicht aus dem Abstiegs-Schlamassel zu befreien.

Freiburg wird um die Schwächen und das mangelnde Selbstbewusstsein wissen und versuchen, dies gnadenlos auszunutzen. Gegen die einstigen Breisgau-Brasilianer wird es ein völlig anderes Spiel werden, in dem der VfB gefordert sein wird, das Spiel zu machen, was ihm nun mal überhaupt nicht behagt. Dennoch muss ein Sieg her und die Chancen dafür stehen auch nicht schlecht. Zum einen lag uns Freiburg in den letzten Jahren, zum anderen hat auch Freiburg nach dem Rückrundenstart gegen einen Negativtrend anzukämpfen und wird demzufolge nicht mit übergroßem Selbstvertrauen anreisen. Gegen Freiburg und in Düsseldorf stehen extrem wichtige Schlüsselspiele auf dem Programm, stehen wir danach noch immer ohne Rückrundensieg da, muss das Saisonziel wohl auf Platz 16 nach unten korrigiert werden.

Der Sonnenkönig entpuppt sich mit seiner Großmannssucht immer mehr als der Totengräber des VfB und weit und breit scheint keiner gewillt, ihn zu stoppen. Wer nicht für ihn ist, ist gegen ihn. Ein Jan Schindelmeiser, der lieber den ersten vor dem zweiten Schritt machen wollte und den Herren dem Vernehmen nach ins Gesicht gesagt hat, dass sie keine Ahnung haben und sich doch besser auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren sollen, wurde „entsorgt“, nachdem der Moor seine Schuldigkeit getan hatte und weil er zu unbequem war.

Einem Guido Buchwald, der im Aufsichtsrat wohl gegen Windmühlen kämpft und als letzten Ausweg den Gang an die Öffentlichkeit sah, wurde ein Maulkorb verpasst. Dass es nicht die feine englische Art war, Kritik nach außen zu tragen, darüber gibt es keine zwei Meinungen. Wenn aber de facto der Präsident zu mächtig ist und im Aufsichtsrat das letzte Wort hat, wenn die Sponsorenvertreter im Aufsichtsrat, die Dietrich durchdrückten, zu allem Ja und Amen sagen, Hauptsache man schließt keine Sponsorenverträge mit Konkurrenzunternehmen ab, so lang dürften die Mehrheitsverhältnisse geklärt sein.

So sehr der Machtmensch Dietrich allem und jedem misstraut, so sehr lässt er dem einstigen Superhirn der Liga, Michael Reschke, Narrenfreiheit. War ein Schindelmeiser nicht mehr tragbar, weil er mit Leuten, die keinen Fußballsachverstand mitbrachten, potentielle Transfers nicht im Detail durchgesprochen hatte, scheint es Dietrich genehmer zu sein, wenn Reschke in karnevalistischer Manier die Vorzüge von Ü30-Auslaufmodellen anpreist, die ein Vielfaches an Gehältern kosten, wie jene, die Schindelmeiser ausgelobt hatte.

Ob eine Vereinsführung ruhig und ohne Störfeuer von außen arbeiten kann, hängt stark, wenn auch nicht ausschließlich, vom sportlichen Erfolg oder Misserfolg ab. Dass es mit Hannover und Nürnberg tatsächlich zwei Teams gibt, die noch schlechter sind, als der VfB und der VfB daher nicht schon längst abgeschlagen Tabellenletzter ist, hat man also alleine diesem Umstand zu verdanken. Dass der VfB mit Abstand seine schlechteste Saison der Bundesliga-Historie spielt, geht dabei ein wenig unter, was bislang noch Glück für Dietrich & Co. war.

Nachdem Reschkes zweiter Trainerwechsel nun ebenfalls verpufft ist, die Außendarstellung des VfB eine Katastrophe ist, man Spieler öffentlich an den Pranger stellt und über allem die sportliche Talfahrt steht, legen die Proteste gegen Dietrich wieder an Fahrt zu.

Die „Dietrich raus“ Rufe werden lauter, das Problem ist nur, dass es ihn in seiner Loge nicht anficht. Nur wegen unfreundlicher Transparente wird dieser Präsident das Feld nicht räumen, da bräuchte es mehr, bis hin zu handfesten Protesten, ähnlich denen von 2009. Um weiteres Unheil vom VfB abzuwenden, bräuchte es eine starke Opposition mit einem überzeugenden Kandidaten, die zum Ziel hat, diesen Präsidenten zu stürzen, bevor es zu spät ist und der VfB in der Bedeutungslosigkeit verschwindet.

Von den hervorragenden Rahmenbedingungen redet ein Dietrich immer nur, entscheidend ist bei einem Fußball-Unternehmen auf dem Platz und daran muss sich Dietrich messen lassen. Angesichts von Investitionen in Höhe von fast 50 Millionen Euro ist der Ertrag desaströs und Dietrich dafür hauptverantwortlich.

Dietrichs Marionette auf dem Sportdirektoren-Posten war zu Gast bei Sky90. Ich befand mich zu der Zeit noch auf der Heimfahrt aus München und kann deshalb nur einordnen, was ich in Ausschnitten mitbekommen habe. Ein Pavard-Verkauf noch in dieser Transferperiode stünde nicht zur Debatte und er stehe „total“ hinter Trainer Weinzierl.

Bei einem Mann, der seine Lügen als Wahrheitsbeugung zu legitimieren versucht, sollten in beiden Fällen die Alarmglocken schrillen, wobei ich Pavards schnellen Abgang sogar noch befürworten würde.
Personelle Alternativen haben wir genügend in der Abwehr, zudem hat auch Pavard eine schwache Vorrunde gespielt. Ihn nehme ich, im Gegensatz zu vielen VfB-Fans die ihm unterstellen schon seit dem Sommer nicht mehr mit vollem Herzen beim VfB zu sein, in Schutz.

Er ist nach wie vor ein sehr junger Spieler, auf den durch den WM-Gewinn so einiges einprasselte. Dann kommt er zurück und jeder, vielleicht sogar er selbst auch, denkt, als Weltmeister müsse er besondere Dinge machen und in eine Führungsrolle schlüpfen. Diesem Anspruch wurde er zu keiner Zeit gerecht und verletzte sich zu allem Überfluss auch noch schwer.

Auch die gespielte Rückendeckung für Markus Weinzierl erscheint nach neun Niederlagen in zwölf Spielen geflunkert, hat sich Reschke doch ähnlich zu Hannes Wolf und Tayfun Korkut geäußert, kurz bevor er ihnen den Arschtritt gab.

Weinzierl mag ich eigentlich als Typen und hoffe, dass er mit dem VfB die Kurve kriegt, schließlich wünsche auch ich mir endlich mal Kontinuität auf dem Trainerposten.

Als sehr daneben empfinde ich allerdings dessen öffentliche Diskreditierung seiner, vornehmlich jungen, Spieler. Grundsätzlich begrüße ich es ja, wenn ein Trainer die Zügel anzieht und disziplinarische Maßnahmen ergreift, wenn der eine oder andere aus der Reihe tanzt und nicht mitzieht. Befasst man sich aber mit seinen früheren Stationen, hat Weinzierl in einigen Fällen nicht durch sonderlich gute Menschenführung geglänzt, so dass sich einige seiner Ex-Spieler bei ihm ungerecht behandelt fühlten, was der erste Schritt wäre, seine Mannschaft zu verlieren, was in unserer derzeitigen Situation fatal wäre.

Wenn ein Maffeo mit großen Hoffnungen zum VfB gekommen ist, sich jedoch hinter einem Andreas Beck anstellen muss, der seinen Zenit längst überschritten hat, kann ich seinen Frust schon ein Stück weit verstehen.

Dass er aber so schnell aufgibt und sich nicht integrationswillig zeigt (glaubt man zumindest der öffentlichen Schelte), zeugt von schlechtem Charakter. Ob man sich gezielt auch nach dem Menschen Maffeo erkundigt hat oder ob man sich das Talent allein schon deshalb angelte, weil der Tipp von Pep Guardiola, zu dem Reschke eine Freundschaft pflegt, kam, wäre interessant zu wissen. Offensichtlich hat man nicht genau genug hingeschaut und vermutlich auch bei der Integration der Jungen, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, Fehler gemacht.

Reschke, der seine Kritiker vor nicht allzu langer Zeit als ahnungslose Vollidioten betitelte, appellierte in der Sendung ferner auch an den Zusammenhalt. An Unterstützung der Fanszene mangelt es nach wie vor nicht, rund 7.500 VfBler, die selbst das zu erwartende Debakel von München nicht abschreckte, dort hinzufahren, sprechen Bände.

Dass es in naher Zukunft kein „Zusammen“ zwischen weiten Teilen der Fans und der Vereinsführung geben kann, hat sich Spalter Dietrich durch seine Amtsführung selbst zuzuschreiben. Wer ohne Gegenkandidat und nur wegen der Anwesenheit einiger hundert Jubelperser gerade einmal gut 57% der Stimmen auf sich vereint, großmundig ankündigt, Präsident aller VfBler sein zu wollen, das Amt dann aber autokratisch bekleidet, wie will dieser Mann Vertrauen gewinnen.

Einer, der von den vollmundigen Versprechungen der Ausgliederungspropaganda zu großen Teilen nichts mehr wissen will, der die Gesichter der erfolgreichen Ausgliederungskampagne entsorgt hat, als er sie für seine Zwecke nicht mehr gebraucht hatte und der einem im persönlichen Gespräch ins Gesicht lügt, anstatt einfach mitzuteilen, „dazu möchte ich nichts sagen“, der versprochen hatte, Hannes Wolf niemals zu entlassen, um seine Demontage durch die Schindelmeiser-Entlassung höchstpersönlich zu initiieren, soll man vertrauen? Ich hoffe, die Kurve gibt keine Ruhe, bis Dietrich Geschichte ist.

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14. Januar 2019

Hoffnungsträger Weinzierl

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , – Franky @ 13:47

Gerade einmal vier Wochen nach dem unterirdischen Auftritt gegen Schalke 04 erwartet der VfB am kommenden Samstag den Tabellenzwölften aus Mainz.

Selten kam mir eine Pause gelegener als diese, quasi noch nie, war sie mir gar zu kurz, wie es dieses Mal der Fall ist. Noch habe ich keine richtige Lust auf das ewig gleiche planlose Gewürge, welches beim VfB noch immer der Sportart Fußball zugerechnet wird.

Meine Grundstimmung nach fast vier Wochen ohne Niederlage ist schon mal besser, wenngleich ich, sagen wir es mal so, gedämpft optimistisch an die ersten Spiele nach der Winterpause gehe.

Trainingslager, aus denen eine entspannte lockere Atmosphäre und gute Stimmung nach Hause transportiert wurden, hatten wir schließlich schon mehr als genug, als dass ich mich davon blenden lassen würde. Entscheidend ist Samstag 15 Uhr 30 auf dem Platz, da MUSS bereits gewonnen werden, um die Initialzündung zu schaffen und Selbstvertrauen zu tanken. Dies möglichst auch noch in überzeugender Manier, um erhobenen Hauptes nach München zu fahren und nicht, wie beim Hinspiel geschehen, schon im Vorfeld die weiße Fahne zu hissen und den Bayern den Sieg zu schenken.

Mit ordentlichen Auftritten zu Beginn kann sie geschafft werden, die Wende, warten danach doch mit Freiburg, Düsseldorf und kurze Zeit später Hannover 96 Teams, die man eigentlich hinter sich lassen sollte. Vertröstet man uns jedoch nach Punktverlusten gegen Mainz und München weiter damit, wie lang denn die Saison noch sei, wäre das der Anfang vom Ende, denn, in erster Linie muss der VfB Vertrauen in seine eigene Stärke gewinnen, womit automatisch fahrige Leichtsinnsfehler minimiert werden.

Diese, Pech an der einen oder anderen Stelle und fatale Fehleinschätzungen der sportlichen Leitung zu Beginn der Saison brachten uns erst in diese missliche Lage.

Der nicht kompensierte Abgang von Daniel Ginczek und, nicht nur was ihn betrifft, das Abgeben von Mentalitätsspielern, die dem Mannschafts- und Leistungsklima gut taten, sind zunächst zu nennen. Des Weiteren wurde in Gonzalo Castro ein vermeintlicher Führungsspieler geholt, der weit über den Zenit ist und sich seinen Führungsanspruch angesichts seines derzeitigen Leistungsvermögens und dem Gusto der bisherigen Platzhirsche von vornherein abschminken konnte. Die Zeiten der Standfußballer sind längst vorbei, wann kapieren das die Verantwortlichen beim VfB endlich?

Mit Holger Badstuber verlängerte man den Vertrag um drei Jahre, was ich sehr begrüßte, war er doch ein wichtiger Baustein in der so gegentorarmen Rückrunde. Auch er erhebt den Anspruch Führungsspieler zu sein und beißt sich an der in Stein gemeißelten Hierarchie die Zähne aus.

Die Meister von 2007, Beck, Gomez, Gentner, dazu Dennis Aogo, haben, so zumindest mein Eindruck von außen, überhaupt kein Interesse, dass da jemand größer zu werden droht, als sie es sind, so dass wir Fans uns die Hoffnungen wohl abschminken dürfen, dass sich etwas Grundsätzliches ändert, ehe nicht die eine oder andere Karriere (endlich) zu Ende ist.

Badstuber ließ man zu Beginn auf dem Platz alleine bzw. schickte ihn in Laufduelle, in denen er zum Scheitern verurteilt war, so dass er fortan nicht mehr auf die Beine kam. Stimmt es dann in der Mannschaft nicht, ist jeder in erster Linie mit sich selbst beschäftigt anstatt einem Spieler mit angeknackstem Selbstbewusstsein wieder auf die Beine zu helfen, ist es nach einem solch missratenen Start schwer, wieder in die Spur zu finden.

Offensichtlich wurde Badstubers Vertrag nur verlängert, weil man bereits im Sommer mit dem Abgang des Weltmeisters Benjamin Pavard rechnete. Ein millionenschwerer Irrtum, der so manches Unternehmen die Existenz kosten würde, während ein Reschke weiterhin fröhlich das Geld des VfB auf den Kopf hauen darf. Diese Fehleinschätzung katapultierte beide Spieler in eine Lose-Lose-Situation.

Pavard zerbrach an den Erwartungen an einen Weltmeister, die für einen jungen Spieler nicht angebracht waren. In einem funktionierenden und stabilen Korsett hätte er herausstechen können, nicht jedoch in einem Team, in dem die vermeintlichen Führungsspieler keine Verantwortung übernehmen und selbst nur Mitläufer sind. Im Nachhinein war es sicher ein Fehler, Pavard nicht schon im Sommer nach München zu verkaufen.

Seit einigen Tagen nun steht sein Wechsel nach München endgültig fest. Schade, dass er noch verletzt ausfällt, für alle Seiten wäre ein sofortiger Vereinswechsel wohl die beste Lösung. Da kann man fast darauf hoffen (auch wenn ich im Grunde niemandem eine Verletzung wünsche…), dass noch im Januar ein Bayern-Verteidiger längerfristig ausfällt und die Nordösterreicher Handlungsbedarf bekommen!
In der Innenverteidigung sind wir mit Baumgartl und Kempf ordentlich besetzt, dahinter lauern der Youngster Aidonis und Holger Badstuber, sowie ab Sommer wieder Kaminski.

Dass ein Michael Reschke an vorderster Front nicht vermittelbar ist, unterstrich er dieser Tage einmal mehr. Völlig ohne Not plapperte er heraus, dass man, sofern Badstuber oder sein Berater auf den VfB zukämen, Gesprächsbereitschaft über einen sofortigen Wechsel signalisieren würde. Selbst wenn dem so sei, damit drückt man den Preis, schafft eine schlechte Atmosphäre mit dem Spieler, heizt das brodelnde Umfeld unnötig selbst noch auf und läuft zudem Gefahr, dass ein Wechsel letzten Endes alternativlos ist und man trotz Abgang weiterhin einen Großteil seines üppigen Gehaltes stemmen muss. Derweil ruderte Reschke in dieser Personalie gleich wieder zurück, was mich immer mehr an der Zurechnungsfähigkeit der rheinischen Frohnatur zweifeln lässt.

Mich stört ungemein, wie auch von Fanseite mit Holger Badstuber umgegangen wird. Er ist ein ehrgeiziger Spieler, wie er jedem Team eigentlich gut tun sollte, weshalb er beim VfB derart ins Abseits geraten ist, kann ich nur schwer nachvollziehen, zumal er nicht der einzige ist, dem im Verlauf der Vorrunde amateurhafte Fehler unterlaufen sind. Allein die Tatsache, dass er von einem Championsleague-Club träumte, um beim VfB zu landen, kann es doch nicht sein. Ein Spieler, der etwas erreichen möchte und für den Stillstand Rückschritt bedeutet, ist mir doch tausend Mal lieber, als ein Anderer, der es sich in der Wohlfühloase schön eingerichtet hat und in beinahe zehn Jahren nicht ein einziges Mal Begehrlichkeiten anderer Vereine geweckt hat. Finde den Fehler, neige ich da zu sagen.

Einige Baustellen sind also geblieben, andere behoben. Das Lazarett hat sich gelichtet, so dass Markus Weinzierl deutlich mehr Alternativen zur Verfügung stehen, als er sie seit seinem Amtsantritt hatte. Weinzierl wirkt sehr engagiert und motiviert und gerade so, als dass seine eigentliche Arbeit erst mit dem Trainingsauftakt Anfang Januar begonnen habe. Das lasse ich sogar gelten, nachdem er einen unausgewogenen, verunsicherten, verletzungsgebeutelten und zudem mit Fitnessdefiziten gespickten Kader übernommen hat, der ihm kaum Möglichkeiten bot, im laufenden Spielbetrieb Grundsätzliches zu verändern und an den (unzähligen) Schwachstellen zu arbeiten.

Weinzierls Ansätze gefallen mir. Der Konkurrenzkampf wird neu entfacht (hoffentlich auf ALLEN Positionen), die Spieler werden mehr in die Pflicht genommen und er arbeitet daran, dass unser Spiel schneller, ansehnlicher und nicht zuletzt erfolgreicher wird.

Die bisher feststehenden Neuzugänge, Alexander Esswein und Steven Zuber, sollen für „sein“ Spiel wichtige Mosaiksteine sein. Wie es um die Stimmung im „schwierigen Umfeld“ und um das Vertrauen in die Arbeit von Michael Reschke bestellt ist, offenbarte sich am Shitstorm, der nach der Verpflichtung Essweins, der in der Hinrunde nur für die Hertha-Amateure aufgelaufen ist, sich Bahn brach. Auch ich musste im ersten Augenblick schmunzeln, weil so mancher Hochkaräter als Verstärkung gehandelt wurde, und es dann „nur“ Esswein wurde.

Bei näherer Betrachtung und weil ich dem Sachverstand und der Menschenkenntnis von Markus Weinzierl vertraue, finde ich diesen Zugang nicht einmal so verkehrt. Esswein galt lange als hoffnungsvolles Talent und hatte seine beste Zeit unter Markus Weinzierl beim FC Augsburg.

Weinzierl weiß, was er an Esswein hat und traut es ihm zu, Schnelligkeit und Wucht in unser Spiel zu tragen, Attribute, die wir dringend benötigen. Dass ein Spieler bei einem Trainer mal außen vor ist, wie Esswein bei Pal Dardai, kommt in den besten Vereinen vor und sagt nicht zwingend etwas über das Leistungsvermögen aus, wenn man nicht weiß, was zwischenmenschlich zwischen beiden vorgefallen war. Esswein wird Weinzierl das Vertrauen, das er ihm schenkt, zurückzahlen wollen. Wenn er dann noch, wie kolportiert wird, ein Mentalitätsspieler ist, kann er sich schnell in die Herzen des schwierigen Umfelds spielen.

Steven Zuber könnte das Pendant Essweins auf der linken Seite werden. Der dynamische Linksfuß und wohl beste Techniker im Schweizer Nationalteam ist sehr schnell, so dass auch er kurzfristig weiterhelfen dürfte, wenn denn seine „leichte“ Kapselverletzung wirklich eine leichte ist und er möglichst schon spätestens in München zur Verfügung steht.

Diese Leihe ohne Kaufoption untermauert freilich den Eindruck, dass es in dieser Saison lediglich noch ums Verhindern geht und nicht darum, die Mannschaft weiterzuentwickeln.

Fürs erste setzt Weinzierl auf die Achse Zieler, Kempf, Aogo, Gentner, Gomez, was hoffentlich nicht fünf Stammplatzgarantien gleich kommt. Das sollte eher einem Vertrauensvorschuss mit der Erwartung, dass die Genannten mehr Verantwortung übernehmen, gleichgesetzt sein.

Eine Achse ist in jedem Team wichtig, so dass ich hoffe, auch wenn man über den einen oder anderen Namen streiten kann, dass diese funktioniert und dem Team die nötige Stabilität verleiht.
Unter der fehlenden Stabilität hatten vor allem unsere jungen hochgehandelten Talente zu leiden, weil jeder vermeintliche Leistungsträger mehr mit sich selbst zu tun hatte, anstatt den Youngstern Halt geben zu können.

Maffeo und Borna Sosa bspw. traue ich es zu, den arrivierten Beck und Insúa Feuer unterm Hintern zu machen und auch Pavard würde eher zu alter Stärke zurückfinden, wenn es in der Mannschaft wieder besser läuft. Nicolás González, wegen seines Einsatzwillens für mich noch einer der wenigen Lichtblicke der Vorrunde, dürfte einen weiteren Schub bekommen, sollte Didavi endlich beschwerdefrei sein und unser Spiel, nicht zuletzt durch die Neuzugänge, offensiv variabler und damit unberechenbarer werden.

Dennoch hoffe ich, dass im Winter noch ein Stürmer zu uns stoßen wird, in erster Linie deshalb, weil ich es für grob fahrlässig hielte, unsere einzigen Hoffnungen auf Tore in den 33-jährigen Mario Gomez zu setzen. Auch ein Backup für Didavi stünde uns gut zu Gesicht, Berkay Özcan traue ich diese Rolle noch nicht zu.

Dass unter Weinzierl eine neue Zeitrechnung begonnen hat sieht man nicht nur daran, dass Donis für wiederholte Undiszipliniertheiten öffentlichkeitswirksam sanktioniert wurde, sondern auch daran, dass endlich wieder ein Trainer da ist, der den Unterbau nicht nur in den höchsten Tönen lobt, sondern auch die jungen Wilden zu befördern bereit ist, wenn er sie reif für höhere Aufgaben sieht.

Ganz so schwarz sehe ich also nicht und hoffe, dass Weinzierl sich nicht verbiegen lässt. Wenn er es ist, der sich an uralte Erbhöfe wagt und den seit Jahren nötigen Umbruch vollzieht, wird er bei mir wohl für immer einen Stein im Brett haben. Dazu wünsche ich ihm das nötige Glück und dem Umfeld Geduld. Bei der „Konkurrenz“ sehe ich uns nach wie vor als nicht sehr abstiegsgefährdet an, weil ich es mir nicht vorstellen kann, dass wir eine ähnlich verkorkste Rückrunde spielen werden.

Nürnberg, Düsseldorf und die mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem deftigen Punktabzug betroffenen Hannoveraner sollte man mindestens hinter sich lassen können, so dass das größte Unheil wohl abgewendet werden kann.

Wie ihr seht, ich gehe vorsichtig optimistisch in die Rückrunde und hoffe, dass ich mir die Winterpause nicht bereits am Samstagabend wieder zurücksehne. Wie immer nach einer Vorbereitung versuche ich mit Vorfreude, Optimismus, Vertrauen ins Trainerteam und einigermaßen unvoreingenommen heranzugehen und habe vor allem die Hoffnung, dass endlich der Weinzierl-Effekt eintritt und der Fußball ansehnlicher wird. Niemand erwartet Siege in Serie, ein Team, das aufopferungsvoll kämpft und sichtlich zusammenhält, würde mir fürs Erste schon reichen. Ist das denn zu viel verlangt?

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17. Dezember 2018

Die VfB-Familie steht zusammen!

Der eminent wichtige Heimsieg gegen Hertha BSC Berlin gepaart mit der Beendigung der Ladehemmung von Mario Gomez traten am Samstagabend schnell in den Hintergrund und an den Rand der Bedeutungslosigkeit.

Herbert Gentner, Vater unseres Kapitäns Christian Gentner, verstarb wenige Minuten nach dem Schlusspfiff in den Katakomben des Stadions. An dieser Stelle möchte ich der Familie Gentner mein tiefstes Mitgefühl ausdrücken und wünsche ihnen viel Kraft in dieser schweren Zeit so kurz vor Weihnachten.

Der VfB tat das einzig Richtige und sagte sämtliche Medientermine, einschließlich dem von Sportvorstand Reschke gestern bei Sport im Dritten und der Spieltags-Pressekonferenz vor dem Spiel in Wolfsburg, ab und rückt in diesen schweren Tagen eng zusammen. Es bleibe Christian Gentner überlassen, ob er sich in Wolfsburg und gegen Schalke aufzulaufen imstande sieht, oder ob er sich eine Auszeit nimmt, um voll und ganz für seine Familie da zu sein. Auch das ist vollkommen richtig und nachvollziehbar, denn, es geht in erster Linie um den Menschen und seine Familie, so dass der Job im Allgemeinen und der Fußball im Besonderen ganz weit hinten anzustehen hat. Selten lagen Freud und Leid so nah beieinander wie an diesem kalten Samstag, selten schien der Fußball so bedeutungslos wie an jenem Tag.

Unweigerlich schnellten in mir, nachdem ich von dieser Schreckensmeldung Notiz erhielt, die Bilder hoch vom Januar 2012, als ein guter Freund während der Heimniederlage gegen Mönchengladbach mit dem Tode rang und diesen Kampf schließlich verlor. Stunden des Hoffen und des Bangens im Clubheim des Stuttgarter SC lagen hinter uns, als der Fanbetreuer Christian Schmidt begleitet von Seelsorgern mit der traurigen Gewissheit zu uns kam.

Schon damals ging es mir extrem auf den Zeiger, wenn sensationshaschende Geier, die Uwe nicht persönlich kannten, einen ausfragen wollten und heuchlerisch „trauerten“, als dass sie ehrliches Mitgefühl entgegengebracht hätten. Für die BILD-Zeitung war das damals freilich kein Thema, war ja schließlich „nur“ ein Fan!

Das ist im „Fall“ von Herbert Gentner nun anders. Er war ja schließlich der Papa vom VfB-Kapitän, da muss man als pietätloses Blatt, wie die BILD eines ist, natürlich nachbohren, die letzten Minuten nachzeichnen und, man höre und breche, eruieren, wie Christian Gentner nach den obligatorischen Interviews vom Tode seines Vaters erfuhr und wie er sich dabei fühlte.

Was die BILD gestern online gestellt hat, bis hin zu einem Bild des offenen Krankenwagens, ist an Geschmacklosigkeit nicht zu überbieten. Ist unsere Welt, in der lieber Handyvideos gedreht werden anstatt Erste Hilfe geleistet wird, wirklich so verroht, dass der Leser nach solchen Detailschilderungen lechzt? Ich kann darauf verzichten und habe alles, was mit der BILD zusammenhängt ohnehin längst entliked und folge keiner ihrer Seiten.

Diese Schmierenkampagne hätte ich daher auch nicht mitbekommen, wären auf Twitter oder in diversen Anti-BILD-Seiten keine Hardcopys gepostet worden. So aber ist meine Empörung riesengroß, nicht nur in diesem Fall, sondern allgemein, auch wenn diese Schmierfinken Otto Normalbürger medial skrupellos fertig machen und so manche Existenz auf dem Gewissen haben.

Ich habe in diesem Zusammenhang noch keine Würdigung gelesen, was für ein Mensch Herbert Gentner war. Seriöse Recherche ist offensichtlich ein Relikt vergangener Zeiten, heutzutage scheint nur zu interessieren, wie sich die öffentliche Person Christian Gentner wohl fühlen möge, unmittelbar nach dem er seinen Vater verloren hat. Das muss ich nirgends nachlesen und will es auch gar nicht, weil ich es schon weiß. Christian Gentner wird sich fühlen, wie JEDER Mensch, der einen geliebten Menschen verliert, unfassbar traurig und am Boden zerstört. Das zu wissen reicht, um die Familie in Ruhe trauern zu lassen.

Dass sich bei der unseriösen Berichterstattung der BILD einmal mehr Ursula Vielberg hervortut, wundert mich nicht. Schon 2009 beim Trainingslager in Leogang, als eine nächtliche Ruhestörung vor dem Hoffenheimer Mannschaftshotel stattfand, bat sie tags darauf die „Übeltäter“ am Trainingsplatz, diese doch noch einmal nachzustellen. Dann würde sie einen Fotografen her zitieren und es würde ein netter Hüttenabend auf Kosten der BILD-Zeitung dabei herausspringen. Soviel zur Seriosität dieses Blattes und seiner Mitarbeiter, denen jedes Mittel recht zu sein scheint, um Auflage zu machen.

Die Stuttgarter Printmedien gehen hingegen, zumindest von dem, was ich bislang gelesen habe, angemessen mit dem Thema um, kamen im Großen und Ganzen lediglich ihrer Informationspflicht nach und respektieren vor allem das Vorgehen des VfB.

Vom VfB würde ich es mir wünschen, dass man die BILD-Zeitung eine Zeitlang aussperrt und sich vor einer Auseinandersetzung mit dem mächtigen Springer-Verlag nicht scheut.
Dass die VfB-Familie zusammensteht zeigte am Samstag auch die Betroffenheit in der Fanszene. Just an diesem Abend stand die inzwischen schon legendäre FriendsForever-Party im Wikinger in Stuttgart-Mitte an, zu der sich Jahr für Jahr viele VfB-Fans im Dezember treffen. Die Nachricht vom Tode Herbert Gentners überschattete die Feierlichkeiten und ließ viele von uns innehalten und über das Leben und den Tod sinnieren.

Noch immer unvorstellbar, dass der VfB bereits morgen in Wolfsburg wieder um Bundesligapunkte kämpfen muss und das Hamsterrad in dieser schweren Zeit nicht wenigstens für kurze Zeit anhält. Business as usual also, auf eine Spielverlegung angesichts der Umstände zu hoffen, die wohl auch die Mitspieler Gentners derzeit nicht an Fußball denken lassen, ist reine Utopie. Der VfB muss da wohl oder übel durch und die englische Woche trotz allem bestmöglich hinter sich bringen, so traurig es auch ist. Sollte Gentner nicht mit nach Wolfsburg fliegen, hätte ich vollstes Verständnis und hoffe auf eine Trotzreaktion seiner Mannschaftskameraden. Auch wenn es abgedroschen klingt, kämpfen für Gente, für seine Familie und dafür, dass sie zu gegebener Zeit gut über den Verlust hinwegkommt.

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10. Dezember 2018

Keine Tore, keine Punkte, VfB!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , , , – Franky @ 13:29

Der Chronistenpflicht wegen auch vom dürftigen Auftritt in Ostholland ein paar Bilder unter http://www.frankys-stadionpics.de/bilder/thumbnails.php?album=698.

Der VfB präsentierte sich einmal mehr erschreckend schwach und blieb im 14. Bundesligaspiel zum 10. (!) Mal ohne Treffer. Die einzige gute Chance bot sich Mario Gomez nach Traumpass von Castro, der jedoch kläglich an Sommer scheiterte. Da helfen auch keine Ausreden von Gomez, dass sich ihm so wenig Chancen bieten. Gerade deshalb muss er eine 100%-Quote hinlegen und die erste sich ihm bietende Hundertprozentige verwerten. Müßig zu diskutieren, ob das Spiel dann eine andere Richtung genommen hätte. Gladbach strotzte zu Beginn wegen der jüngsten Niederlage in Leipzig nicht vor Selbstvertrauen und wäre hinten durch den Ausfall von Ginter möglicherweise verwundbar gewesen, wenn man es denn erst einmal versucht hätte, sie zu verwunden.

An Gomez allein lag’s jedoch nicht, dass der VfB einmal mehr ein Spiel völlig emotionslos, saft- und kraftlos, lustlos, uninspiriert über sich ergehen ließ.

Schließlich ist es doch keine Schande beim bis dato besten Heimteam der Liga und Tabellenzweiten als Verlierer nach Hause zu fahren. Doch, es ist eine Schande, zum x-ten Mal mindestens eine Klasse schlechter als der Gegner zu sein, es ist eine Schande in einer Liga, in der jeder jeden schlagen kann, der Einzige zu sein, der offensichtlich nicht dazu in der Lage ist.

Welche Berge Wille, Teamgeist und der Glaube an sich selbst versetzen kann, unterstrich am Samstag der SC Freiburg, der personell sicher nicht besser als der VfB besetzt ist und dennoch das Millionenteam von Red Bull vom Platz fegte. Solch ein Wirkungstreffer fehlt dem VfB in dieser Saison.

Unser Glück, da bleibe ich dabei, ist in dieser Saison, dass mit Nürnberg und Düsseldorf zwei gefühlte Zweitligisten am Start sind, deren Mittel stark begrenzt sind, sich im Winter wirkungsvoll zu verstärken, um eine bessere Rückrunde spielen zu können. Auch Hannover 96 dümpelt mehr schlecht als recht durch die Liga und ist zudem von einem erheblichen Punktabzug bedroht.

Wäre die Liga nur einen Tick stärker, läge der VfB mit solchen Darbietungen und dem desaströsen Torverhältnis schon hoffnungslos zurück und der Baum würde lang vor Heiligabend lichterloh brennen.

So aber lässt sich die Situation noch immer wunderbar schönreden, ist ja nichts passiert, wir sind doch absolut in Schlagdistanz. Beim Verfassen dieser Worte würde ich am liebsten in die Tastatur beißen, so schäbig ist es, wie wir für dumm verkauft werden sollen.

Im Gegensatz zur “Konkurrenz” werden sie unserem fröhlichen rheinländischen Ramschhändler die letzten Ausgliederungsmillionen in die Hand drücken, so dass er weiter sein Unwesen treiben und die Kohle vollends versenken kann.

Vielleicht stehen ja auch wider Erwarten keine Mittel zur Verfügung, weil man sich ja offensichtlich in vielversprechenden Sondierungsgesprächen mit Gentner, Aogo und Beck über deren auslaufende Verträge befindet, was uns mindestens auch im nächsten Jahr die Fortsetzung dieses lahmarschigen Altherrenfußball garantieren dürfte.

In Mönchengladbach freilich kam einiges für den VfB zusammen, was ich jedoch nicht als Ausrede für die Niederlage gelten lasse. Wer zum wiederholten Mal im gesamten Spiel nur eine einzige nennenswerte Torchance herausspielt, hat den Sieg nicht verdient und braucht nicht zu lamentieren, wie ungerecht doch die Fußballwelt ist.

Zuerst verletzte sich Dennis Aogo, der nach theatralischem Schwächeanfall vor seiner Auswechslung zu allem Überfluss noch die gelbe Karte vor die Nase gehalten bekam, dann Beck, später Pavard und auch Timo Baumgartl wirkte in den Schlussminuten angeschlagen.

Eric Thommy bekam in Gladbach mehr Spielzeit als noch gegen den FC Augsburg zugestanden, als er ein- und wieder ausgewechselt wurde. Er selbst empfand dies offensichtlich als zuviel des Guten und holte sich deshalb völlig überflüssig die gelb-rote Karte ab.

Sinnbildlich für die schier ausweglose Situation des VfB dann die Verletzung Pavards, der sich den Muskelfaserriss bei seinem Eigentor zuzog.

Großer Gewinner der Partie war Santiago Ascacibar, der sich gegen Augsburg seine fünfte gelbe Karte abholte, um völlig entspannt den Superclásico seines Heimatlandes, der aus bekannten Gründen in Madrid ausgetragen wurden, anschauen und dabei, wie es sich gehört, feinste Asado genießen zu können. Alles richtig gemacht, Wadenbeißer!

Langsam stellt sich die Frage, ob wir am Samstag gegen Hertha BSC Berlin überhaupt noch elf fitte und einsatzberechtigte Spieler auf den Platz bekommen. Normalerweise würde man ja meinen, es sei nun DIE Chance für den einen oder anderen aus unserer U21, die sich ohnehin seit Samstag in der Winterpause befindet. Doch, auch aus dem Unterbau sticht keiner hervor oder drängt sich gar für höhere Aufgaben auf. Unsere Amateure taumeln der Oberliga entgegen, auch hier offenbart sich eine totale Fehleinschätzung Reschkes, der zusammen mit Dietrich unseren geliebten VfB in einer nie dagewesenen Form herunterwirtschaftet und zerstört.

Der zweite Doppelabstieg nach 2016 ist im Bereich des Möglichen und dürfte wohl nur verhindert werden können, weil, siehe oben, in den jeweiligen Ligen mit ungleichen Waffen gekämpft wird und der VfB mehr Geld als die Konkurrenz einsetzen wird, um Versäumnisse des Sommers zu kaschieren.

Für die restlichen Vorrundenspiele sehe ich schwarz. Auch wenn Hertha- und Schalke oft gern gesehene Gäste waren und die Statistik für den VfB spricht, weiß ich nicht, wie wir gegen sie in der derzeitigen Situation punkten sollten.

Es gibt weit und breit kein leichter ausrechenbares Team als den VfB, so dass ich denke, dass unsere kommenden Gegner allesamt abgezockt genug sein dürften, unsere Schwächen (von denen es unzählige gibt) gnadenlos auszunutzen. In der Offensive findet der VfB so gut wie überhaupt nicht statt, während man in der Defensive ein Abwehrverhalten im Stile einer Schülermannschaft an den Tag legt.

Wenn ich schon wegen nicht stattfindender Offensive bestenfalls ein 0:0 zu ermauern versuche, darf sich das Team hinten keine Aussetzer wie in Leverkusen und jetzt in Mönchengladbach erlauben.

Dass der wohl kleinste Spieler auf dem Platz, Raffael, in der 69. Minute mutterseelenallein im Fünfmeterraum stehen und einköpfen darf, spottet in unserer prekären Situation jeder Beschreibung.

Wie sich Neuhaus beim 2:0 im Strafraum den Ball unbedrängt in aller Seelenruhe auf den rechten Fuß zurechtlegen darf, ist einfach nicht bundesligatauglich. So viel Zeit gewährt dir in der Bundesliga nur der VfB.

Das ist Einstellungssache und mit einer solchen Einstellung gewinnt man kein Spiel. Erbärmlich! Erbärmlich für die Fernsehzuschauer, vielleicht noch etwas erbärmlicher für uns Fans, die das Ganze live und hautnah im Stadion miterleben mussten.

Insgesamt war es eine absolut trostlose Veranstaltung am Niederrhein. Das lustlose Gekicke auf dem Rasen ist man mittlerweile ja schon gewohnt, dass es auch auf den Rängen weitgehend ruhig geblieben ist, jedoch nicht.

Mit vielen optischen Akzenten war auf Seite der VfB-Fans ohnehin nicht zu rechnen, weil von der Heimobrigkeit bis auf Trikot und Schal so ziemlich alles untersagt wurde, aufgrund der schön anzuschauenden Pyro-Aktion in der letzten Saison.

Dass unsere Ultras ihren Stimmungsboykott aus dem Augsburg-Spiel auch auswärts in Gladbach fortsetzen würden, damit war allerdings nicht zu rechnen. Wenigstens mit ihrer Anwesenheit und dem einen oder anderen Schlachtgesang hätten sie uns schon beglücken dürfen.

Doch, es kam anders, motivierter als das Team auf dem Rasen traten unsere Jungs in den Nahkampf mit Gladbacher Fans und wurden daraufhin umgehend des Landes Nordrhein-Westfalen verwiesen.

Ok, ich ziehe es etwas ins Lächerliche, weil ich wenig Verständnis für solche Scharmützel habe. Offensichtlich verpassten die Busse der Ultras die richtige Ausfahrt und befanden sich daher im „Feindesgebiet“. Da Provokationen der Gladbacher Ultras, die die Busse schnell bemerkten, nicht ausblieben, stiegen unsere Ultras aus, woraufhin es zu Schlägereien, Flaschenwürfen und schließlich einem Pfefferspray-Einsatz der Polizei gekommen sei soll. So jedenfalls lesen sich die Medienberichte.

Ich als etwas gesetzterer Fan stelle mir dabei hauptsächlich zwei Fragen. Weshalb dreht man nicht einfach um und schlägt die richtige Route ein? Im Stadionverkehr mit einem Bus zwar nicht die einfachste, aber wohl sicherste Lösung, zumal Polizei und Ordnungsdienst in der Regel daran gelegen sein sollte, ein Aufeinandertreffen von gegnerischen Ultras zu verhindern und somit sicher der übrige Verkehr gestoppt worden wäre.

Zweite Frage, die sich mir aufdrängt, weshalb öffnet ein Busfahrer überhaupt die Türen, wenn abzusehen ist, was dann passiert?

Oder ist gar an der Theorie etwas dran, die Polizei NRW sei auf der Suche nach Argumenten für ihr neues Polizeiaufgabengesetz jedes Mittel recht und sie provoziere gar Vorfälle und verletzte Beamten, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen?

Nachdem sich schon am Samstag in Duisburg ein Rostocker Ultras-Bus „verfahren“ hat und mit Krefelder Ultras aufeinandertraf, soll dasselbe Schicksal nun unseren Stuttgarter Jungs widerfahren sein?

Komischer Zufall innerhalb von 24 Stunden im selben Bundesland. Nichtsdestotrotz habe ich für Gewaltausbrüche kein Verständnis und hätte unseren Jungs einen kühleren Kopf gewünscht. So bestätigen sie leider das Klischee des gewaltbereiten Fußballfans, was nicht gut für die gesamte Szene und vor allem nicht gut für die Stimmung im Stadion ist.

Ich bin zwar jetzt keiner, der einen Kausalzusammenhang zwischen dem Support und der Leistung auf dem Rasen herstellt, sonst nämlich wären wir uneinholbar Tabellenführer, aber, ich bin einer, der ins Stadion geht wegen der Atmosphäre und den vielen Freunden und Bekannten, die man trifft und schon lange nicht mehr wegen dem lustlosen Ballgeschiebe auf dem Rasen.

Die Atmosphäre ging somit gänzlich ab, auch auf Seiten der Gladbacher, die erst nach dem Führungstreffer aufwachten. Somit war der äußere Rahmen dem Niveau des Spiels angemessen, was dann auch wieder zusammenpasste.

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27. November 2018

Realitätsverlust

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , – Franky @ 13:15

Business as usual! Der 2:0-Auswärtssieg bei schwachen Nürnbergern vor der Länderspielpause entpuppte sich, wie zugleich erwartet und befürchtet, als Strohfeuer.

Dass ausgerechnet Timo Baumgartl, der in Nürnberg sein allererstes Bundesligator erzielte und Garant dafür war, dass endlich mal wieder zu null gespielt wurde, mit einem grippalen Infekt vom U21-Länderspiel aus Italien zurückkehrte, in Leverkusen passen und somit das Kranken- und Verletztenlager weiter anwachsen lassen musste, passt ins Bild dieser bisherigen Seuchensaison.

Das Glück der vergangenen Rückrunde, auch was so gut wie keine Verletzungen anbelangt, ist aufgebraucht und schlägt sich, man sagt ja so schön, Glück und Pech gleichen sich aus, erbarmungslos ins Gegenteil um.

So könnte man als VfBler auch darüber lamentieren, dass Maffeo in der allerersten Minute des Leverkusen-Spiels keinen Elfmeter zugesprochen bekam. Auch das könnte man als fehlendes Spielglück abtun, wenn denn die Situation nicht so bedrohlich wäre und es nicht den Anschein hätte, alles und jeder habe sich gegen den VfB verschworen.

Für mich war das ein klarer Elfer, so dass es völlig unverständlich ist, dass der Schiri auf dem Platz und sein Kollege in Köln trotz Rücksprache dem VfB den Strafstoß verweigerten. Hätten unsere Herren in schwarz jemals Fußball gespielt, könnten sie eine solche Situation einschätzen und eine Schwalbe Maffeos schon anhand seiner „Flugkurve“ ausschließen, auch wenn die Berührung nicht eindeutig festzustellen gewesen sein sollte.

Ob der fällige Elfmeter rein gegangen wäre und ob das Spiel mit einer Führung im Rücken ein anderes geworden wäre, ist natürlich hypothetisch. Gut hätte sie dem VfB jedoch mit Sicherheit getan.
So entwickelte sich das erwartete Spiel. Leverkusen mit mehr Ballbesitz und zielstrebiger dank einer herausragend besetzten Offensive, während der VfB in erster Linie aufs Verhindern aus war und versuchte, die Leverkusener vom eigenen Tor fernzuhalten.

Dass es gegen Leverkusen schwierig ist, wenn man sie machen lässt, weiß jeder Fußballinteressierte in Deutschland, am VfB scheint dies vorbei gegangen zu sein.

Natürlich fehlen dem VfB die Mittel, natürlich schmerzen die Ausfälle von Didavi und Donis nach wie vor extrem, natürlich rächt es sich mittlerweile auch bitterlich, dass man Daniel Ginczek nicht annähernd adäquat ersetzt hat und trotzdem ist es nicht verboten, das Herz in die Hand zu nehmen und pragmatisch seine Möglichkeiten zu suchen, anstatt über Sachverhalte zu lamentieren, die man nicht ändern kann.
Ins selbe Horn bläst mittlerweile auch der bedauernswerte Trainer Markus Weinzierl, der bereits jetzt zu resignieren scheint, in Anbetracht der vielen Baustellen, die er beim VfB zu beackern hat. Ich hoffe, er hat einen langen Atem und schmeißt nicht noch vor der Winterpause von selbst hin.

Bayer 04 Leverkusen steht für guten Fußball und ist in der Regel extrem heimstark. Nicht umsonst war der 1:0-Zittersieg der vergangenen Rückrunde der erste dort seit Anfang der 2000er, wobei man heute noch darüber rätselt, wie dieser überhaupt „passieren“ konnte.

Protagonisten, wie der ewige Gente, die am Bayer-Kreuz fast ausschließlich auf die Mütze bekommen haben, streichen die Segel quasi schon vor dem Spiel, da eine Niederlage in Leverkusen ja keine Schande ist. Mutlos und scheu wird sich präsentiert, es kann ja niemand wirklich böse sein, wenn das ohnehin Erwartete auch tatsächlich eintritt.

Dass in dieser Liga aber jeder jeden schlagen kann, es sich in jedem Spiel lohnt, alles für den Erfolg zu tun, verdeutlichen nicht zuletzt die Ergebnisse der Münchner Bayern heuer. Wurde uns zu Beginn der Saison dieses noch als Bonus-Spiel verkauft, bei dem die verlorenen Punkte nicht zählen, zeigen sich mittlerweile Abstiegskandidaten als Verderber dieses Spiels, was – erlaube – Augsburg, Freiburg, Düsseldorf, während wir, freilich noch unter Korkut, brav die weiße Fahne hissten und ohne Eckball, Torschuss und gelbe Karte dem Meister den Sieg schenkten.

Auch in Leverkusen hängen in dieser Saison (bisher) die Früchte nicht allzu hoch. Leverkusen war vor dem Spiel die zweitschwächste Heimmannschaft und schaffte bislang lediglich einen (!) 1:0-Zittersieg gegen Mainz, verlor gegen Wolfsburg, Dortmund und Hoffenheim und gab selbst gegen Hannover 96 zuhause zwei Punkte ab.

Es bestand also kein Grund dort hin zu fahren und sich nichts auszurechnen. Wenn man jedoch nur darauf aus ist, sich einzuigeln, Leverkusen das Spielgerät überlässt und im gesamten Spiel gerade einmal einen einzigen ernsthaften Torschuss abgibt, darf man sich nicht wundern, wenn man im dreizehnten Pflichtspiel zum neunten (!) Mal ohne Torerfolg bleibt.

Derzeit kann man Fußball schauen, wo man möchte. Ob in den ersten drei Ligen national oder international, es findet sich kaum eine Mannschaft, die einen langsameren, behäbigeren, uninspirierteren Fußball arbeitet als der VfB.

Es rächt sich gnadenlos, dass Reschke lieber mittelfristige Championsleague-Träume hegt, anstatt kurzfristig eine ligataugliche Mannschaft an den Start gebracht zu haben. Da leidet er gewaltig unter Realitätsverlust und hat die Situation vor der Saison total verkannt. Auch wenn wir ahnungslose Vollidioten seine Transfers und vor allem den Zeitpunkt lobten, ich auch wegen der Rückkehr Didavis jubelte, sollte man vom hochdekorierten Perlentaucher Weitsicht und die Abwägung von Risiken erwarten können. Dass man eine der ganz großen Schwächen der letzten Saison, nämlich, dass uns ein Zehner gänzlich fehlte, mit Didavi behob, ist ja schön und gut. Dass man jedoch für einen derart verletzungsanfälligen Spieler nicht wenigstens einen brauchbaren Backup im Kader hat und man wegen des Ausfalls von Didavi den Offensivbetrieb quasi einstellen musste, ist grob fahrlässig.

Auch dass man nach den Abgängen von Terodde und Ginczek nun auf Form und Fitness eines 34-jährigen angewiesen ist und der Kader keinen einzigen hergibt, der Tore am Fließband verspricht, ist sehr kurz gedacht. Dazu kommen Formkrisen und Unzufriedenheit derer, die sich von ihrem Wechsel zum VfB mehr versprochen haben, wie es zum Beispiel bei Castro der Fall ist. Es rächt sich, wie auch bei unseren Amateuren, dass die Kadergröße sehr knapp gehalten ist und an allen Ecken und Enden Alternativen fehlen.

Auch Christian Gentner leidet unter Realitätsverlust, wenn er die Niederlage an der kollektiven Schlafmützigkeit vor dem 1:0 festmacht und darüber referiert, man hätte sich um den Lohn gebracht. Lohn? Für was? Es war doch auch in Leverkusen wieder einzig und allein das Hoffen auf den lieben Gott, dass vorne einer reinrutscht und die Leverkusener auch noch ein drittes oder viertes Mal das leere Tor nicht treffen. Mehr war es doch nicht, ohne Torchancen gewinnt man in der Regel kein Spiel, so dass das 1:0, dem, wie fast jedem Tor, eine Fehlerkette vorausging, folgerichtig und vor allem verdient für Leverkusen war.

Mit derartigen Aussagen unterstreicht der Kapitän, wie weit er sich von den Freunden dieses faszinierenden Spiels entfernt hat und führt das eigentliche Ziel des Spiels ad absurdum. Dieses besteht nämlich seit Urzeiten daraus, das Runde ins Eckige zu befördern und nicht daraus, ausschließlich verhindern zu wollen. Wie haben mich früher Trainer wie Riegel-Rudi, Funkel, Ristic usw. angewidert, die nur ins Neckarstadion gekommen sind, um uns den Spaß am Spiel zu nehmen und irgendwie heile wieder raus zu kommen. Damit waren deren Teams so ziemlich das Gegenteil von dem, für was der VfB stand.
Agieren statt reagieren, dem Publikum etwas bieten wollen und nicht beim Stande von 0:0 ausschließlich auf den Lucky Punch zu hoffen, dafür stand der VfB jahrzehntelang. In der Rückrunde mag man auf diese destruktive Weise und mit unfassbarem Glück Erfolg gehabt zu haben, dass sich dies in der Form wiederholt, war von vornherein mehr als unwahrscheinlich.

Vielversprechender und die Möglichkeit das resignierende und immer gleichgültiger werdende Publikum zurück auf seine Seite zu ziehen, wäre es doch, zielstrebig und schnell nach vorne spielen, um Fehler des Gegners zu erzwingen. So lang Nadelstiche setzen, bis der Gegner einknickt und das eine Mal unaufmerksam ist. Mit Stehgeigern wie Aogo und Gentner im Mittelfeld, die fast ausschließlich quer anstatt steil spielen, werden keine Überraschungsmomente geschaffen und folglich so gut wie keine Torchancen kreiert. Das Streben nach mehr Stabilität ist zwar in unserer Situation legitim, wenn es jedoch völlig zu Lasten der Offensive geht, eher kontraproduktiv.

Gentner ist mit seinen 33 Jahren längst über den Zenit hinaus und täte gut daran, sich ein Beispiel an Mario Gomez zu nehmen. Dieser regte nämlich an, ihm eine Pause zu verordnen, wenn der Trainer und das Team den Eindruck bekämen, er sei mehr Last als Hilfe. Traut sich ein Trainer nicht (oder darf er nicht, Herr Reschke?) gestandene Spieler oder gar den Kapitän auf die Bank zu setzen, muss es vom Spieler kommen, den Trainer von der Stammplatzgarantie zu entbinden.

Ob das kurzfristig weiterhelfen würde und ob nicht das fragile Gebilde erst recht einstürzen würde, wenn plötzlich andere Spieler Verantwortung übernehmen müssten, steht auf einem anderen Blatt. Für mich wäre es ein Hoffnungsschimmer und vor allem im Hinblick auf das neue Jahr nach der Wintervorbereitung ein Fingerzeig. Es muss eine neue Hierarchie her, alte Erbhöfe müssen ausgemerzt werden, um der Wohfühloase ein Ende zu bereiten und auch beim VfB ein Leistungsklima zu schaffen.

Die Vorrunde kann man ohnehin vergessen, gegen Augsburg springt vielleicht mit Glück und Dida und/ oder Donis etwas Zählbares heraus, von den anderen Spielen erwarte ich nichts anderes vom VfB, als dass wir unserem Ruf, Aufbaugegner und Punktelieferant Nummer 1 der Liga zu sein, treu bleiben. Gladbach hat noch keinen Punkt zu Hause abgegeben und spielt bisher eine starke Saison, während Hertha, Wolfsburg und Schalke zwar keine Überflieger sind, für uns aber dennoch zu stark sein dürften.

Daher sollte jetzt schon der Fokus auf Verstärkungen in der Winterpause und das Team der Rückrunde gelegt werden. Ich bin sehr gespannt, welche Koryphäen der Perlentaucher an Land zu ziehen gedenkt. Wenn ich dieser Tage im Kicker lese, man befasse sich mit Namen wie Kagawa (29), Rode (28), Herrmann (27) und, Achtung, Sandro Wagner (30), bekomme ich Brechreiz.

Bei Letzterem schon deshalb, weil es derzeit in der Liga kaum einen größeren Unsympathen gibt und dessen Verpflichtung wohl, ähnlich wie bei Egon Coordes und Winfried Schäfer, eine große Kündigungswelle von Vereinsmitgliedschaften nach sich ziehen würde.

Jedoch dürfte dies auch der unrealistischste Name unter den Genannten sein, weil er sich mit Sicherheit noch in anderen Sphären wähnt, und nicht mit unserer Gurkentruppe gegen den Abstieg kämpfen möchte. Dieser Name dürfte also ins Reich der Fabel gehören, während die Anderen allesamt ehemalige gute Spieler wären, die wegen Verletzungen und/ oder starker Konkurrenz zuletzt kaum zum Einsatz kamen.

Zweifellos würden sie nach Beck, Aogo, Gomez und Castro perfekt in Reschkes Beuteschema passen. Ich begreife es zwar dann nicht, wie Reschke zu seinem guten Ruf als Talententdecker gekommen ist, denn, auf diese Namen wäre, mit ein paar Ausgliederungsmilliönchen ausgestattet, wohl auch jeder Fan gekommen.

Vermutlich werden die Wintereinkäufe uns als Vorgriff auf die neue Saison verkauft werden, was mit den nächsten Altstars ohne großen Wiederverkaufswert gefährlich wäre und uns im Sommer bereits wieder um die Ohren fliegen könnte.

Diese ständig aufkochenden Transfer-Gerüchte nerven mich übrigens extrem. Zu Zeiten eines Jan Schindelmeiser sickerte kaum etwas durch bevor ein Transfer in trockenen Tüchern oder eben vom Tisch war, während bei Reschke an allen gehandelten Namen etwas dran sein dürfte, sei es auch nur das (einseitige) Interesse Reschkes an den Spielern.

Diese werden es sich genau überlegen, ob sie den Schritt zurück gehen und somit ihre weitere Karriere gefährden, „nur“ um für weniger Geld bei einem schlechteren Verein mit schlechteren Mitspielern in einem „schwierigen Umfeld“ gegen den Abstieg zu kämpfen.

Für die gehandelten Spieler wäre der Schritt zum VfB ein Risiko, für den VfB aber auch. Jeden der Kandidaten, Wagner einmal ausgeklammert, assoziiert man mit genau einem Herzensverein. Herrmann mit Mönchengladbach (seit 2008), Kagawa mit Dortmund (seit 2010, unterbrochen von zwei weniger glücklichen Jahren bei ManU) sowie Sebastian Rode, der sich weder bei den Bayern noch in Dortmund durchsetzen konnte, mit der Frankfurter Eintracht.

Bei allen befürchte ich ähnliche Anpassungs- und Identifikationsprobleme wie sie Castro nun hat, der bislang auch nur in Leverkusen funktioniert hat.

Sie sind allesamt gute Fußballer, die unsere Qualität zweifellos anheben würden. Es sind jedoch auch Spieler, die aufgrund ihrer Vita einen gewissen Führungsanspruch beanspruchen würden, womit sich schon einige Andere in der Ära Gentner die Zähne ausgebissen haben.

Was wir brauchen sind unbelastete und motivierte Neuzugänge, die hier die Chance sehen durchzustarten und von denen man sich für einige Jahre etwas versprechen kann und nicht einen Club der Enttäuschten, Spieler, die keine Spielpraxis besitzen und sich womöglich in Selbstmitleid flüchten, weil sie von ihren Herzensclubs abgeschoben wurden.

Zudem wurde im Rahmen der Ausgliederungsdebatte Jugendstil propagiert, während, seit Reschke das Zepter schwingt, fast ausschließlich Profis im Herbst ihrer Karriere, an den Neckar gelockt werden.
Ohne Sinn, Verstand und Konzept wird der Kader aufgefüllt, wo ist die Nachhaltigkeit, die uns in Aussicht gestellt wurde. Die Ausgliederungsmillionen werden in exorbitante Gehälter für Ex-Größen gesteckt, von denen wohl kein Einziger auch in der 2. Liga noch seine Schuhe für den VfB schnüren würde.

Noch glaube ich nicht, dass der VfB absteigen wird. Düsseldorf (trotz des Punktgewinnes in München) und Nürnberg schätze ich von der Substanz her als deutlich schwächer ein und gehe davon aus, dass der VfB im Winter Gelder ausgeben wird, von denen sie bei der Konkurrenz nur träumen können.

Somit rechne ich schlimmstenfalls mit Platz 16 und zwei Relegationsspielen in denen sich zu 90% der Bundesligist durchsetzt. Spannend könnten diese Entscheidungsspiele allenfalls werden, sollte der Gegner Köln oder HSV heißen.

Ob ich den Klassenerhalt dann gut oder schlecht finde, darüber bin ich mir derzeit nicht einmal im Klaren. Ich bin so enttäuscht momentan, über den bisherigen Saisonverlauf, klar, aber auch darüber, wie die Vereinsmitglieder von Dietrich hinters Licht geführt wurden, als er nach der Ausgliederung direkt Jan Schindelmeiser vor die Tür setzte und sich Michael Reschke von seinen Münchner Freunden aufschwatzen ließ, der im stillen Kämmerlein besser aufgehoben wäre als in vorderster Front.

Die Ausgliederungsmillionen dürften spätestens nach den Wintertransfers verprasst sein, die nächsten Investoren stehen nicht gerade Schlange. Der VfB wird heruntergewirtschaftet und das Schlimme ist, dass den Herren seit der Ausgliederung keiner mehr auf die Finger schaut. Skeptiker in den eigenen Reihen werden offensichtlich nicht gehört, anders kann ich mir Buchwalds Vorstoß nicht erklären, Kritiker des großen Ganzen werden als ahnungslose Vollidioten betitelt und Lügen salonfähig gemacht.

Dietrich wird sich den Fehler mit Reschke und das Hintergehen der Mitglieder nicht eingestehen, so dass ein Abstieg die einzige Möglichkeit wäre, dieses selbstherrliche Gespann wieder loszuwerden und mit innovativen Leuten, wie es Schindelmeiser und Wolf die meiste Zeit waren, noch einmal durchzustarten.

Da selbst der Abstieg, siehe oben, in meinen Augen relativ unwahrscheinlich ist, wird sich der VfB in absehbarer Zeit wohl nicht zum Positiven verändern. Damit meine ich nicht „nur“ sportlich bessere Zeiten, sondern das Gesamtbild, das der VfB abgibt, die Außendarstellung, Werte, die vermittelt und gelebt werden, sowie ein Leitgedanke, für den der VfB stehen soll und auch steht.

Dass Reschke auch intern für atmosphärische Störungen sorgt, hat neulich ja Steven Cherundolo geäußert. Ok, nicht ganz die feine englische Art, solang er noch beim VfB unter Vertrag steht und doch ist man als einer der regelmäßig belogen wird, für ehrliche Worte, die nicht unbedingt an die Öffentlichkeit gehören, dankbar.

Es ist also Fakt, dass der gelernte Fußballlehrer Michael Reschke nicht nur Wolf ins Handwerk gepfuscht hat, sondern dies auch bei Korkut getan hat und vermutlich bei Weinzierl tun wird. Nur schnell weg mit ihm!

Ich muss zugeben, derzeit verlangt einem die Allesfahrerei viel ab. Die Gemütsschwankungen von himmelhochjauchzend im Sommer noch bis zu Tode betrübt im tristen Spätherbst sind anstrengend. Wären es allein die Spiele, in denen weniger Fußball gespielt als sich hauptsächlich über die Zeit gequält wird, würde ich meine Zeit längst sinnvoller nutzen.

Was für mich den VfB in diesen Zeiten noch ausmacht, sind die Fans, der Zusammenhalt unter den Fans und die vielen, vielen Leidensgenossen, die man immer und überall trifft. Wir sind der VfB! So auch in Leverkusen! Etliche Freunde getroffen, davor in Leverkusen gefeiert, danach in Köln gefeiert und mit dem ersten Zug um 4.22 Uhr zurück in die Heimat gefahren. Kann man freitags schon mal machen. Was an dem genialen Tag gestört hat, war einzig und allein (mal wieder) das Spiel!

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