10. Dezember 2018

Keine Tore, keine Punkte, VfB!

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Der Chronistenpflicht wegen auch vom dürftigen Auftritt in Ostholland ein paar Bilder unter http://www.frankys-stadionpics.de/bilder/thumbnails.php?album=698.

Der VfB präsentierte sich einmal mehr erschreckend schwach und blieb im 14. Bundesligaspiel zum 10. (!) Mal ohne Treffer. Die einzige gute Chance bot sich Mario Gomez nach Traumpass von Castro, der jedoch kläglich an Sommer scheiterte. Da helfen auch keine Ausreden von Gomez, dass sich ihm so wenig Chancen bieten. Gerade deshalb muss er eine 100%-Quote hinlegen und die erste sich ihm bietende Hundertprozentige verwerten. Müßig zu diskutieren, ob das Spiel dann eine andere Richtung genommen hätte. Gladbach strotzte zu Beginn wegen der jüngsten Niederlage in Leipzig nicht vor Selbstvertrauen und wäre hinten durch den Ausfall von Ginter möglicherweise verwundbar gewesen, wenn man es denn erst einmal versucht hätte, sie zu verwunden.

An Gomez allein lag’s jedoch nicht, dass der VfB einmal mehr ein Spiel völlig emotionslos, saft- und kraftlos, lustlos, uninspiriert über sich ergehen ließ.

Schließlich ist es doch keine Schande beim bis dato besten Heimteam der Liga und Tabellenzweiten als Verlierer nach Hause zu fahren. Doch, es ist eine Schande, zum x-ten Mal mindestens eine Klasse schlechter als der Gegner zu sein, es ist eine Schande in einer Liga, in der jeder jeden schlagen kann, der Einzige zu sein, der offensichtlich nicht dazu in der Lage ist.

Welche Berge Wille, Teamgeist und der Glaube an sich selbst versetzen kann, unterstrich am Samstag der SC Freiburg, der personell sicher nicht besser als der VfB besetzt ist und dennoch das Millionenteam von Red Bull vom Platz fegte. Solch ein Wirkungstreffer fehlt dem VfB in dieser Saison.

Unser Glück, da bleibe ich dabei, ist in dieser Saison, dass mit Nürnberg und Düsseldorf zwei gefühlte Zweitligisten am Start sind, deren Mittel stark begrenzt sind, sich im Winter wirkungsvoll zu verstärken, um eine bessere Rückrunde spielen zu können. Auch Hannover 96 dümpelt mehr schlecht als recht durch die Liga und ist zudem von einem erheblichen Punktabzug bedroht.

Wäre die Liga nur einen Tick stärker, läge der VfB mit solchen Darbietungen und dem desaströsen Torverhältnis schon hoffnungslos zurück und der Baum würde lang vor Heiligabend lichterloh brennen.

So aber lässt sich die Situation noch immer wunderbar schönreden, ist ja nichts passiert, wir sind doch absolut in Schlagdistanz. Beim Verfassen dieser Worte würde ich am liebsten in die Tastatur beißen, so schäbig ist es, wie wir für dumm verkauft werden sollen.

Im Gegensatz zur “Konkurrenz” werden sie unserem fröhlichen rheinländischen Ramschhändler die letzten Ausgliederungsmillionen in die Hand drücken, so dass er weiter sein Unwesen treiben und die Kohle vollends versenken kann.

Vielleicht stehen ja auch wider Erwarten keine Mittel zur Verfügung, weil man sich ja offensichtlich in vielversprechenden Sondierungsgesprächen mit Gentner, Aogo und Beck über deren auslaufende Verträge befindet, was uns mindestens auch im nächsten Jahr die Fortsetzung dieses lahmarschigen Altherrenfußball garantieren dürfte.

In Mönchengladbach freilich kam einiges für den VfB zusammen, was ich jedoch nicht als Ausrede für die Niederlage gelten lasse. Wer zum wiederholten Mal im gesamten Spiel nur eine einzige nennenswerte Torchance herausspielt, hat den Sieg nicht verdient und braucht nicht zu lamentieren, wie ungerecht doch die Fußballwelt ist.

Zuerst verletzte sich Dennis Aogo, der nach theatralischem Schwächeanfall vor seiner Auswechslung zu allem Überfluss noch die gelbe Karte vor die Nase gehalten bekam, dann Beck, später Pavard und auch Timo Baumgartl wirkte in den Schlussminuten angeschlagen.

Eric Thommy bekam in Gladbach mehr Spielzeit als noch gegen den FC Augsburg zugestanden, als er ein- und wieder ausgewechselt wurde. Er selbst empfand dies offensichtlich als zuviel des Guten und holte sich deshalb völlig überflüssig die gelb-rote Karte ab.

Sinnbildlich für die schier ausweglose Situation des VfB dann die Verletzung Pavards, der sich den Muskelfaserriss bei seinem Eigentor zuzog.

Großer Gewinner der Partie war Santiago Ascacibar, der sich gegen Augsburg seine fünfte gelbe Karte abholte, um völlig entspannt den Superclásico seines Heimatlandes, der aus bekannten Gründen in Madrid ausgetragen wurden, anschauen und dabei, wie es sich gehört, feinste Asado genießen zu können. Alles richtig gemacht, Wadenbeißer!

Langsam stellt sich die Frage, ob wir am Samstag gegen Hertha BSC Berlin überhaupt noch elf fitte und einsatzberechtigte Spieler auf den Platz bekommen. Normalerweise würde man ja meinen, es sei nun DIE Chance für den einen oder anderen aus unserer U21, die sich ohnehin seit Samstag in der Winterpause befindet. Doch, auch aus dem Unterbau sticht keiner hervor oder drängt sich gar für höhere Aufgaben auf. Unsere Amateure taumeln der Oberliga entgegen, auch hier offenbart sich eine totale Fehleinschätzung Reschkes, der zusammen mit Dietrich unseren geliebten VfB in einer nie dagewesenen Form herunterwirtschaftet und zerstört.

Der zweite Doppelabstieg nach 2016 ist im Bereich des Möglichen und dürfte wohl nur verhindert werden können, weil, siehe oben, in den jeweiligen Ligen mit ungleichen Waffen gekämpft wird und der VfB mehr Geld als die Konkurrenz einsetzen wird, um Versäumnisse des Sommers zu kaschieren.

Für die restlichen Vorrundenspiele sehe ich schwarz. Auch wenn Hertha- und Schalke oft gern gesehene Gäste waren und die Statistik für den VfB spricht, weiß ich nicht, wie wir gegen sie in der derzeitigen Situation punkten sollten.

Es gibt weit und breit kein leichter ausrechenbares Team als den VfB, so dass ich denke, dass unsere kommenden Gegner allesamt abgezockt genug sein dürften, unsere Schwächen (von denen es unzählige gibt) gnadenlos auszunutzen. In der Offensive findet der VfB so gut wie überhaupt nicht statt, während man in der Defensive ein Abwehrverhalten im Stile einer Schülermannschaft an den Tag legt.

Wenn ich schon wegen nicht stattfindender Offensive bestenfalls ein 0:0 zu ermauern versuche, darf sich das Team hinten keine Aussetzer wie in Leverkusen und jetzt in Mönchengladbach erlauben.

Dass der wohl kleinste Spieler auf dem Platz, Raffael, in der 69. Minute mutterseelenallein im Fünfmeterraum stehen und einköpfen darf, spottet in unserer prekären Situation jeder Beschreibung.

Wie sich Neuhaus beim 2:0 im Strafraum den Ball unbedrängt in aller Seelenruhe auf den rechten Fuß zurechtlegen darf, ist einfach nicht bundesligatauglich. So viel Zeit gewährt dir in der Bundesliga nur der VfB.

Das ist Einstellungssache und mit einer solchen Einstellung gewinnt man kein Spiel. Erbärmlich! Erbärmlich für die Fernsehzuschauer, vielleicht noch etwas erbärmlicher für uns Fans, die das Ganze live und hautnah im Stadion miterleben mussten.

Insgesamt war es eine absolut trostlose Veranstaltung am Niederrhein. Das lustlose Gekicke auf dem Rasen ist man mittlerweile ja schon gewohnt, dass es auch auf den Rängen weitgehend ruhig geblieben ist, jedoch nicht.

Mit vielen optischen Akzenten war auf Seite der VfB-Fans ohnehin nicht zu rechnen, weil von der Heimobrigkeit bis auf Trikot und Schal so ziemlich alles untersagt wurde, aufgrund der schön anzuschauenden Pyro-Aktion in der letzten Saison.

Dass unsere Ultras ihren Stimmungsboykott aus dem Augsburg-Spiel auch auswärts in Gladbach fortsetzen würden, damit war allerdings nicht zu rechnen. Wenigstens mit ihrer Anwesenheit und dem einen oder anderen Schlachtgesang hätten sie uns schon beglücken dürfen.

Doch, es kam anders, motivierter als das Team auf dem Rasen traten unsere Jungs in den Nahkampf mit Gladbacher Fans und wurden daraufhin umgehend des Landes Nordrhein-Westfalen verwiesen.

Ok, ich ziehe es etwas ins Lächerliche, weil ich wenig Verständnis für solche Scharmützel habe. Offensichtlich verpassten die Busse der Ultras die richtige Ausfahrt und befanden sich daher im „Feindesgebiet“. Da Provokationen der Gladbacher Ultras, die die Busse schnell bemerkten, nicht ausblieben, stiegen unsere Ultras aus, woraufhin es zu Schlägereien, Flaschenwürfen und schließlich einem Pfefferspray-Einsatz der Polizei gekommen sei soll. So jedenfalls lesen sich die Medienberichte.

Ich als etwas gesetzterer Fan stelle mir dabei hauptsächlich zwei Fragen. Weshalb dreht man nicht einfach um und schlägt die richtige Route ein? Im Stadionverkehr mit einem Bus zwar nicht die einfachste, aber wohl sicherste Lösung, zumal Polizei und Ordnungsdienst in der Regel daran gelegen sein sollte, ein Aufeinandertreffen von gegnerischen Ultras zu verhindern und somit sicher der übrige Verkehr gestoppt worden wäre.

Zweite Frage, die sich mir aufdrängt, weshalb öffnet ein Busfahrer überhaupt die Türen, wenn abzusehen ist, was dann passiert?

Oder ist gar an der Theorie etwas dran, die Polizei NRW sei auf der Suche nach Argumenten für ihr neues Polizeiaufgabengesetz jedes Mittel recht und sie provoziere gar Vorfälle und verletzte Beamten, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen?

Nachdem sich schon am Samstag in Duisburg ein Rostocker Ultras-Bus „verfahren“ hat und mit Krefelder Ultras aufeinandertraf, soll dasselbe Schicksal nun unseren Stuttgarter Jungs widerfahren sein?

Komischer Zufall innerhalb von 24 Stunden im selben Bundesland. Nichtsdestotrotz habe ich für Gewaltausbrüche kein Verständnis und hätte unseren Jungs einen kühleren Kopf gewünscht. So bestätigen sie leider das Klischee des gewaltbereiten Fußballfans, was nicht gut für die gesamte Szene und vor allem nicht gut für die Stimmung im Stadion ist.

Ich bin zwar jetzt keiner, der einen Kausalzusammenhang zwischen dem Support und der Leistung auf dem Rasen herstellt, sonst nämlich wären wir uneinholbar Tabellenführer, aber, ich bin einer, der ins Stadion geht wegen der Atmosphäre und den vielen Freunden und Bekannten, die man trifft und schon lange nicht mehr wegen dem lustlosen Ballgeschiebe auf dem Rasen.

Die Atmosphäre ging somit gänzlich ab, auch auf Seiten der Gladbacher, die erst nach dem Führungstreffer aufwachten. Somit war der äußere Rahmen dem Niveau des Spiels angemessen, was dann auch wieder zusammenpasste.

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18. September 2018

Zu wenig!

Nach dem (O-Ton Reschke) schwierigen Auftaktprogramm mit Niederlagen im DFB-Pokal bei Hansa Rostock (dümpelt im Mittelfeld der 3. Liga) sowie in der Liga bei Angstgegner Mainz 05 und gegen die Münchner Bayern, sollte die Saison für den VfB mit Verspätung am 3. Spieltag beginnen.

Mit gleichlautenden Durchhalteparolen wurden wir in die Länderspielpause entlassen, ähnlich ist die Herangehensweise jetzt, nach dem Unentschieden in Freiburg und vor dem Heimspiel gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf.

Korkut nennt es, gegen Düsseldorf den nächsten Schritt machen, während ich mich indes frage, welchen Schritt man denn im Breisgau getan hat. Eine katastrophale erste Halbzeit, in der es lediglich der Freiburger Abschlussschwäche zu verdanken war, dass wir nicht zur Pause hoffnungslos zurück lagen? War das ein Schritt zur Besserung? War es ein Schritt nach vorn, sich von eben diesen abschlussschwachen Freiburgern trotzdem drei Tore einschenken zu lassen?

Ich unterstelle einfach mal, dass es im weiteren Saisonverlauf nicht mehr sehr viele Teams geben wird, gegen die die Freiburger drei Tore schießen werden. War es ein Schritt nach vorn, es mit derselben destruktiven Ausrichtung wie gegen die Bayern zu versuchen? Nachdem gegen die Bayern schon mit Bekanntgabe der Aufstellung die weiße Fahne geschwenkt wurde, war die Hoffnung gegeben, dass Korkut gegen den ebenfalls noch punktlosen Abstiegskandidaten Freiburg vom Angsthasenfußball abrücken und mutiger agieren lassen würde.

Doch, nichts da, in Gonzalez und Gomez standen abermals ganze zwei Offensivkräfte zum Anpfiff auf dem Feld. Unser Spiel sollten doch tatsächlich über außen Castro und Gentner sowie zentral Aogo ankurbeln. Alles eher defensiv denkende Routiniers, jenseits der Dreißig und nicht (mehr) die Allerschnellsten.

Etwas, mit Verlaub gesagt, verarscht kommt man sich dann vor, wenn Korkut nach dem Spiel feststellt, dem VfB-Spiel habe die Schnelligkeit gefehlt. Schicke ich einen Traktor ins Formel 1-Rennen muss ich davon ausgehen, nicht hinterher zu kommen und vor allem, dass die Musik vorne ohne mich spielt.

Fast folgerichtig dauerte es gerade einmal 47 Sekunden, bis man dem Rückstand hinterherlaufen musste. Nach schlampigem Ballverlust von Gonzalez und weil Gentner den falschen Laufweg wählte und damit Gonzalez erst richtig in die Bredouille brachte (bevor sich jemand beschwert, weil ich unseren Capitano kritisiere – das hat Didi Hamann bei Sky so analysiert) ging es zu schnell für die Jungs vom Neckar.

An diesem Rückstand hatte der VfB lang zu knabbern und vermochte offensiv keinerlei Akzente zu setzen. Wie auch, wenn man hauptsächlich Spieler auf dem Feld hat, die den gepflegten Rückpass bevorzugen, anstatt das Spiel schnell zu machen und Überraschungsmomente zu schaffen. Korkut hatte sich vercoacht und riesiges Glück, dass die Freiburger aus der Stuttgarter Schwäche kein weiteres Kapital schlagen konnten. Dass der Ausgleich kurz vor dem Pausenpfiff der allererste Torschuss in der ersten Halbzeit war, spricht Bände.

Der Fußball in der Rückrunde war ebenso unansehnlich, aber, doch wenigstens erfolgreich. Damals galten für Korkut mildernde Umstände, musste er doch mit dem Spielermaterial auskommen, welches ihm gegeben war und musste er der über weite Strecken der Vorrunde (vor allem auswärts) verunsicherten Mannschaft Halt geben und sie ohne besondere Erwartungshaltung „einfach nur“ stabilisieren.

Mit Beginn der Vorbereitung aber haben sich die Vorzeichen geändert. Korkut durfte, so unterstelle ich es einfach mal, beim einen oder anderen Transfer mitreden, hätte Abgänge von Spielern, mit denen er nichts anfangen kann, forcieren können und hatte vor allem den Kader, manch einer spricht vom stärksten seit 2007, so früh beisammen, wie kaum einer seiner Vorgänger.

Da nach knapp zwei Monaten Vorbereitungszeit die Spiele aussehen, als würden die Jungs zum ersten Mal miteinander kicken und der Trainer mit unserem durchaus vorhandenen Potential nichts anzufangen weiß, bestätigt das den Ruf, der Korkut bei seiner Präsentation vorauseilte, nämlich dass er kein Trainer sei, der ein Team (weiter-)entwickeln könne.

In Freiburg retteten ihm Insúa mit einem Sonntagsschuss sowie Doppeltorschütze Mario Gomez den Allerwertesten. Die ersten VfB-Tore in dieser Saison überhaupt, die wohl gegen eine weniger naiv verteidigende Mannschaft so nicht fallen.

Dass man sich dann selbst nach zweimaliger Führung noch die Butter vom Brot nehmen ließ, ist völlig unverständlich. Freiburg erweckte nicht gerade den Eindruck, noch ein Tor machen zu können. Es war auch beileibe nicht so, dass man sich eines Sturmlaufs zu erwehren gehabt hätte und dennoch wechselte Korkut eine Viertelstunde vor Schluss defensiv und brachte Badstuber für Gentner.

Dadurch gab Korkut himself den Freiburgern das Signal für deren Schlussoffensive, anstatt mit einem schnellen Mann wie Donis auf die Entscheidung zu drängen.

Die Quittung in Form des Ausgleichs ließ nicht lange auf sich warten und war aufgrund des Spielverlaufs verdient. In einem von Fehlern auf beiden Seiten gespickten Spiel machte beim VfB dieses Mal Ron-Robert Zieler eine ganz unglückliche Figur. An guten Tagen lässt er wohl keinen der drei Schüsse rein! Zwei Tore in die kurze Ecke und ein Freistoßtor, bei dem die Mauer nicht gut genug gestellt war. Einen ähnlich schwarzen Tag erwischte Zieler zu Beginn der letzten Rückrunde in Mainz. Dieser hatte ihn nicht umgeworfen, wurde er danach doch der fast unüberwindbare Rückhalt, so dass ich guter Hoffnung bin, dass er auch dieses Mal darüber hinweg kommen wird.

Mario Gomez echauffierte sich über den Freistoßpfiff, was ich nicht ganz nachvollziehen kann. Andreas Beck lag auf dem Boden und wollte den Freistoß für sich bekommen. Diesem Wunsch verlieh er Nachdruck, indem er den Ball in die Hand nahm, ohne, dass der Schiedsrichter gepfiffen hatte. Eigentlich lernt man das in der E-Jugend, dass das Spiel erst unterbrochen ist, wenn der Schiedsrichter gepfiffen hat… Zwar ärgerlich in diesem Fall, doch, lamentieren hilft nicht weiter. Aus solchen Aussagen spricht die Unzufriedenheit über die Gesamtsituation, liest man zwischen den Zeilen.

Ein Remis ist in unserer Lage zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig. Natürlich ist es noch früh in der Saison, natürlich werden wir die Punkte für den Klassenerhalt noch früh genug eingefahren und doch weigere ich mich, in diese Allgemeinphrasendrescherei einzustimmen.

Punkte, die wir jetzt verschenk(t)en sind unwiederbringlich weg, ebenso wie das Pokal-Aus nicht mehr zu korrigieren ist. Sollte uns, dann (vermutlich wieder mit einem anderen Übungsleiter an der Seitenlinie) ein ähnlich formidabler Zwischen- oder Schlussspurt gelingen wie zum Ende der letzten Rückrunde, nach der uns gerade noch vier Punkte von einem Championsleague-Platz trennten, sind es gerade jene Punkte, denen wir nachtrauern werden.

Beklagt man sich seitens der Vereinsführung und der Spieler jetzt bereits über die Erwartungshaltung und erklärt Gegner wie Freiburg und Düsseldorf zu welchen auf Augenhöhe, gibt man Korkut und dem Team schon jetzt ein wunderbares Alibi, sich weiterhin nicht gerade überanstrengen zu müssen. Platz 15 dürfte auch mit halber Kraft zu erreichen sein.

In solchen Momenten und nach solchen Vorstellungen wünschte ich mir MV zurück, der rechtzeitig Alarm geschlagen und es nicht einfach so weiterlaufen lassen hätte.

Das zweite Jahr in der Bundesliga ist das schwerste, sagt man. Allerdings, für Vereine wie Hannover und den VfB, oder auch Köln und den HSV, sollten sie direkt wieder aufsteigen, gelten andere Maßstäbe als für Düsseldorf und Nürnberg.

Langjährige Bundesligisten sollten den Zweitligaaufenthalt zur Konsolidierung nutzen, sich von Altlasten befreien und mit neuer Stärke zurückkommen. Die Voraussetzungen beim VfB sind gegeben. Der Kader wurde hoffnungsvoll verstärkt, das Umfeld ist euphorisch, jetzt muss „nur“ noch der Trainer mitsamt seines Teams liefern.

Ich sehe den VfB schon jetzt am Scheideweg. Die Gefahr ist vorhanden, nicht nur die Anhängerschaft sondern auch einige Spieler zu vergraulen. Hatte man im Sommer seit langem mal wieder den Eindruck, der VfB sei wieder wer auf dem Transfermarkt und könne hoch gehandelte Talente zum VfB locken, weil man ihnen eine Perspektive aufzeigt, hier das optimale Umfeld für den nächsten Schritt vorzufinden, scheint sich das schon wieder ins Gegenteil umzuschlagen, worüber der eine oder andere sicherlich „not amused“ sein dürfte.

Spaß macht es den Jungs, wenn sie eingesetzt werden und herzerfrischenden Fußball spielen dürfen und nicht, wenn stets der Ältere den Vorzug erhält und ein Fußball gespielt wird, der nicht gerade vergnügungssteuerpflichtig ist.

Neuzugänge wie Maffeo und Borna Sosa brauchen Spielpraxis, um sich zu integrieren und ihrem Tatendrang freien Lauf zu lassen. Sind sie (zu) lange außen vor, werden sie resignieren, vor allem, wenn sie zur Kenntnis nehmen, dass sie sich zwar hinter Älteren, nicht unbedingt aber Besseren anstellen müssen.

Spieler wie Akolo, Thommy und Anastasios Donis müssen sich vor den Kopf gestoßen fühlen, wenn man im Sommer noch beteuert, man setze auf ihre Dienste und man im Ernstfall nicht den Mut aufbringt, sie Älteren vorzuziehen. Donis gegen die Bayern als einzige (fitte) Offensivkraft zu verheizen und der Meute, die ihn vehement forderte, damit verdeutlichen zu wollen, dass er doch nicht der Heilsbringer ist, ist Verarsche pur.

Dass der VfB im Juni völlig unnötig Tayfun Korkut’s Vertrag verlängerte, könnte uns bald teuer zu stehen kommen. Ich kann es mir nicht vorstellen, dass Korkuts Angsthasenfußball auf Dauer akzeptiert werden wird. Zudem scheint mir der Trainer gerade den Weg des geringsten Widerstands zu gehen, indem er sich mit den „Alten“ besser nicht anlegen möchte. Ob sie es ihm danken oder wann sie den Daumen gegen den Trainer senken, wir werden sehen!

Die von Vereinsseite stets angeprangerte überzogene Erwartungshaltung des VfB-Umfeldes kann ich nicht bestätigen. Kaum einer erwartet das Erreichen der Championsleague oder der Europaleague. Wenn das europäische Geschäft Folge einer geilen Serie sein sollte, nimmt man es zwar gerne mit, das hängt dann aber maßgeblich von der Konstanz oder Inkonstanz der Konkurrenz ab.

Was man jedoch erwarten können muss, ist, dass das vorhandene Potential ausgeschöpft wird und man bestrebt ist, ansehnlichen Fußball darzubieten. Wer ständig Hashtags nach dem Motto #wirsinddiegeilsten raus haut und mittels #jazumerfolg die Profiabteilung ausgliedert, darf sich nicht wundern, wenn die Erwartungshaltung steigt, und man sich mehr verspricht, als einen Punkt nach drei Spielen.

Wie dick das Band zwischen Korkut und Reschke, der ihn trotz großer Widerstände geholt halt, ist, wird sich zeigen, sollte gegen Fortuna Düsseldorf nicht gewonnen werden. Ich erwarte ein äußerst unangenehmes Spiel, wie fast immer, wenn es gegen Mannschaften geht, die Friedhelm Funkel betreut. Düsseldorf, als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt, ist achtbar in die Saison gestartet und hat bereits drei Punkte mehr auf dem Konto als der VfB. Ausgemusterte VfB-Profis wie Marcin Kaminski, Jean Zimmer und „Zimbo“ Zimmermann drücken den Rheinländern den Stempel auf, so dass man ihnen diesen Lauf fast schon gönnt.

Dies jedoch nicht am Freitag, da muss dem VfB der Befreiungsschlag gelingen, um den Saisonstart nicht völlig in den Sand zu setzen und einen ungemütlichen Herbst zu verleben. Bleiben die Ergebnisse weiterhin aus, sollte Reschke Korkut Ratschläge in Sachen Taktik geben, hat ja schließlich bei Hannes Wolf schon bestens funktioniert!

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2. September 2018

Die Hosen voll!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , – Franky @ 11:05

Nach den zwei Auftaktniederlagen in Rostock sowie in Mainz hatte sich der VfB unnötig unter Druck gesetzt, gegen die übermächtigen Bayern möglichst etwas Zählbares einfahren zu müssen.

Der Deadline-Day am Freitag verstrich, ohne dass Michael Reschke für weitere Verstärkung gesorgt hätte. Null Tore in den ersten beiden Spielen offenbarten, dass der Abgang von Daniel Ginczek eine Lücke hinterlassen hat, so dass ich mir es gewünscht hätte, dass noch eine Alternative fürs Sturmzentrum präsentiert wird, wenn Nicolás González noch nicht der ganz große Durchbruch zugetraut wird.

In den bisherigen Spielen wirkte Mario Gomez fahrig in seinen Aktionen, nicht wirklich fit und in gewisser Weise auch „satt“. Sein ganz großes Ziel, eine neuerliche WM-Teilnahme, hat er durch seine Leistungen in der Rückrunde erreicht.

Der Ansporn, sich dem Bundestrainer aufdrängen zu müssen, ist weg, da Gomez nach der WM seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärte.

Ist die Frage, was treibt ihn jetzt noch an? Hat er noch den ganz großen Ehrgeiz, dem VfB unter allen Umständen weiterhelfen zu wollen oder lässt er seine Karriere gemütlich ausklingen?

Die Einstellung spreche ich ihm nicht ab, auch wenn er, wie alle anderen, in den ersten Spielen nur Mitläufer war, der mit seiner eigenen Leistung zu kämpfen hatte, anstatt in der Lage zu sein, eine Führungsrolle einzunehmen und die Richtung vorzugeben.

Auch gestern gegen die Bayern hing er völlig in der Luft, was jedoch in erster Linie der defensiven Ausrichtung des Teams geschuldet war. Dennoch verstolperte er die wenigen Bälle, die er bekam und es fehlte die Spritzigkeit die in die Jahre gekommene Bayern-Abwehr durch Anlaufen unter Druck zu setzen.

Tayfun Korkut indes ließ sich erneut durch die öffentliche Meinung zu Startelfänderungen hinreißen. Der in die Kritik geratene Holger Badstuber musste nach zwei spielentscheidenden Patzern in Rostock und in Mainz Platz für Timo Baumgartl machen, während A. Donis nach seiner völligen Ausbootung gegen Mainz in der Startelf stand. Ein Schlingerkurs des Trainers, der nicht unbedingt ausdrückt, dass der Kollege auf der Trainerbank einen Plan hätte.

Sollte er doch einen in der Tasche haben, war dieser gestern offensichtlich rein aufs Verhindern ausgerichtet und nicht aufs Gestalten.

Mit nominell neun (!) defensiv denkenden Akteuren wollte man wohl ein 0:0 ermauern oder die Niederlage im erträglichen Rahmen halten, was für meinen Geschmack zu wenig war, angesichts der knapp 60.000 Augenzeugen, die für diese einseitige Demütigung einen immensen Top-Zuschlag (sofern nicht Dauerkarteninhaber) zu berappen hatten.

Will man die Bayern ernsthaft in Bedrängnis bringen und versuchen mitzuspielen, bedarf es mehr Esprit, als nur die Bälle ins Nichts zu schlagen und sich daran zu erfreuen, wie die Sekunden verrinnen.

Dass die Bayern in einer anderen Liga spielen, steht außer Frage. Dass man in 90 Minuten aber weder eine gelbe Karte kassiert, noch einen Eckball herausholt, noch ein einziges Mal aufs Tor schießt, steht auf einem anderen Blatt. Die Bayern siegten im Schongang, ich habe vom VfB selten ein emotionsloseres Spiel gegen die Bayern gesehen.

Dass die Bayern einiges motivierter waren als der VfB, zeigte sich in der 21. Minute, als Donis an der Seitenlinie mit großem Einsatz Ribéry weg grätschte.

Die gesamte Bayern-Bank sprang auf und war entrüstet. Auf Seiten des VfB hingegen, keine Emotionen, keiner, der Donis applaudiert und das Publikum aufgeputscht hätte. Eine solche Aktion kann eine Initialzündung sein, dem Gegner den Schneid abzukaufen, doch, der VfB hatte offensichtlich an diesem Tag keinen Bock, mehr als ein angenehmer Sparringspartner zu sein.

Stimmte in der ersten halben Stunde wenigstens noch die Konzentration und der Einsatz, war auch das nach dem 0:1 wie weggeblasen. Man ergab sich in sein Schicksal und hatte von außen nie den Eindruck, dass irgendwer noch an die Wende geglaubt hätte.

Das 1:4 zum Saisonfinale in München war sicher kein Maßstab für dieses Spiel und doch war es ein Fingerzeig, wie den Bayern noch am ehesten beizukommen wäre. Mit schnellem Flügelspiel lassen sich die Bayern-Granden, die gewohnt hoch standen, noch am ehesten überlaufen und in gefährliche Situationen verwickeln, gestern blieben diese stümperhaften Versuche allesamt im Ansatz stecken, weil das Spiel insgesamt zu sehr auf Sicherheit ausgelegt war.

Bot sich mal ein Hauch einer Konterchance, fehlte es dem Stoßstürmer Gomez an Tempo, um in der Mitte ein potentieller Abnehmer zu sein.

Die erste Auswechslung des Spiels in der 57. Minute muss bereits vor dem Spiel festgestanden haben und nicht dem Spielverlauf oder gar der Leistung von Anastasios Donis geschuldet gewesen sein. Konsequenterweise hagelte es für diese Korkuts Eingebung ein gellendes Pfeifkonzert.

Er ackerte und rackerte und war der Einzige auf Seiten des VfB, dem man im Spiel offensiv noch etwas zugetraut hatte, dennoch wurde er durch Thommy ersetzt, womit auch deutlich wurde, dass Korkut keine Ambitionen hatte, das Spiel noch versuchen zu drehen. Dann nämlich hätte er sein Team sukzessiv offensiver ausrichten und das Risiko erhöhen müssen, wofür diese Wahrscheinlichkeit mit diesem positionsgetreuen Wechsel eher gering gehalten wurde.

Wenig später fiel dann das 0:2, womit der Käs gegessen war und man in Reihen des VfB den Schlusspfiff herbeisehnte. An Schmähgesängen aus dem Gästeblock mangelte es nicht, wenngleich aus diesem keine optischen Akzente kamen, weil die Ultras dem Vernehmen nach wegen Problemen beim Einlass das Spiel boykottierten.

Nach null Toren, null Punkten und Tabellenplatz 18 nach dem zweiten Spieltag steht der VfB nach der Länderspielpause in Freiburg gehörig unter Druck. Für manch einen beginnt die Saison ohnehin erst dort, ich hätte mir zumindest in Mainz ein engagierteres Auftreten gewünscht.

Da dieses ausgeblieben war, stand das Team gegen Bayern in der Pflicht und versagte auf ganzer Linie. Wird immer darüber lamentiert, dass der VfB gegen Bayern meist in der Schlussphase einer Saison, wenn die Bayern voll im Saft stehen, spielen muss und es doch so viel einfacher sei, am Anfang auf sie zu treffen, sah sich getäuscht.

Zwar stimmen die Abläufe bei ihnen noch nicht zu hundert Prozent, zwar benötigten sie gegen Hoffenheim noch die Mithilfe des Videoassistenten, wenn man es aber nicht einmal versucht, ihnen weh zu tun, haben sie natürlich leichtes Spiel.

Gerade nach den Diskussionen in der Woche um Ribérys Schwalbe gegen Hoffenheim, hätte ich es mir gewünscht, dass der VfB mal in eine Situation gekommen wäre, in der der VAR benötigt worden wäre und vielleicht etwas gutzumachen gehabt hätte.

Dies war nicht der Fall, kein einziger ernsthafter Torabschluss spricht Bände. Nicht nur die Bayern hätten gegen den VfB ohne Torwart antreten können, in den bisherigen drei Saisonspielen musste der gegnerische Torwart genau zweimal eingreifen (Aogos Freistoß ins Torwarteck (!) in Rostock; Gonzalez’ Schuss in Mainz). Alle anderen in der Statistik als Torschüsse ausgewiesenen Versuche gingen am Tor vorbei oder kullerten in die Arme des Keepers.

Ich hoffe, dass Korkut von diesem destruktiven Gewürge sehr bald absieht und die Jungs Fußball spielen lässt. Die taktischen Fesseln müssen, vor allem in der Kreativabteilung, abgelegt werden.

Wenn Badstuber aus Leistungsgründen aus der Startelf fliegt, muss auch die Rolle bzw. „Leistung“ der anderen älteren Spieler hinterfragt werden. Ob Insúa, Aogo, Castro, Gomez oder auch Kapitän Gentner.

Keiner der Genannten steht für schnelles, schnörkelloses Spiel, keiner vermochte es im bisherigen Saisonverlauf zu rechtfertigen, dass er den Vorzug vor jüngeren für die Zukunft des VfB stehenden Akteuren erhalten hat. Im Gegenteil, es scheint fast so zu sein, dass das Tempo im Spiel bewusst altersgerecht bestimmt ist, womit keinerlei Überraschungsmomente in der gegnerischen Hälfte aufkommen.

Nach einem Pokalspiel und zwei Ligaspielen ist es verfrüht, den Stab über den Trainer und das Team zu brechen. Auch eine Niederlage, wenn auch ein Klassenunterschied offenbart wurde, gegen die Bayern eignet sich nicht, jetzt schon in Panik zu verfallen.

Was mich eben fürchterlich aufregt, ist, dass gefühlt der Saisonstart verschlafen bzw. verschenkt wurde und die komplette Euphorie verflogen ist. Es waren ja nicht nur die Ergebnisse. Spielerisch lag bisher sehr viel im Argen und Torgefahr war nicht vorhanden, so dass man sich schon fragt, was das Team den Sommer über getan hat. Im Trainingslager war ich überrascht, dass kaum eine Einheit länger als 45 Minuten dauerte, was jedoch auch der Hitze geschuldet gewesen sein könnte. Zudem weiß man im Trainingslager auch nicht immer, was hinter den Kulissen noch gemacht wird.

Korkuts Glück könnte es jetzt sein, dass es in den nächsten Spielen zunächst nach Freiburg geht und dann Aufsteiger Fortuna Düsseldorf seine Visitenkarte im Neckarstadion abgibt. Beides sind Gegner, die man bezwingen kann, wenn nicht muss. Korkut muss die Länderspielpause nutzen und versuchen, grundlegende Dinge zu verändern. Dass Korkuts Fußball selten vergnügungssteuerpflichtig ist, wissen wir seit der Rückrunde, dort war er aber wenigstens erfolgreich. Die Frage, die sich aufdrängt, ist jetzt, kann Korkut auch anders und, war es doch nur pures Glück, was wir in der Rückrunde hatten. Dieses scheint jedenfalls nun aufgebraucht zu sein, so dass er sich nicht weiter auf Altbewährtes verlassen sollte, im Vertrauen, der Wind werde sich schon von selbst wieder drehen. Korkut steht nun extrem unter Druck und muss liefern. Der Kader dazu wurde ihm anvertraut.

Sollte es wider Erwarten in Freiburg wieder nichts zu ernten geben, dürfte Düsseldorf bereits ein erstes Endspiel für ihn werden. Ich hoffe in Freiburg auf eine mutigere Ausrichtung und einen VfB, der von Beginn an zeigt, dass er um jeden Preis gewinnen möchte. Igelt man sich auch dort zunächst ein und lässt Freiburg gewähren, wäre es meiner Ansicht nach fatal und der Anfang vom Ende.

Noch hat Korkut alle Fäden in der Hand und kann überdenken, auf wen der alten Hasen er sich wirklich noch verlassen kann und wo wer am besten aufgehoben ist. Tut er das nicht und zeigt er nicht endlich, dass er nicht nur Feuerwehrmann sondern auch ein Team entwickeln kann, bekommen wir eben mal wieder einen neuen Trainer. Man ist es ja inzwischen gewohnt!

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28. August 2018

Same procedure as every year

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , , – Franky @ 21:48

Der VfB verlor zum Saisonauftakt zuerst in Rostock, dann in Mainz und setzte fast schon traditionell den Saisonstart in den Sand.

Das Reiten auf einer Euphoriewelle ist nicht die Sache des VfB. Die fabelhafte Rückrunde, auf dem Papier ordentliche Transfers, die Rückkehr Benjamin Pavards als Weltmeister und eine harmonisch anmutende Vorbereitung ließen den gemeinen VfB-Fan seit Monaten mit einem Dauergrinsen durch die Gegend spazieren und von deutlich besseren Zeiten träumen, als wir sie im letzten Jahrzehnt zu durchleiden hatten.

Reschke bedeutete bereits, der VfB werde „nichts groß“ mit dem Abstiegskampf zu tun haben, was im Umkehrschluss ja nur bedeuten kann, Europa wir kommen. Das klassische Mittelfeld gibt es in der Bundesliga nicht mehr, wer nicht gegen den Abstieg spielt, spielt um Europa.

Der VfB wäre aber nicht der VfB, wenn er einen positiven Trend fortsetzen und die (Korkut-/ Reschke-)Kritiker endgültig verstummen lassen würde.

Das letzte halbe Jahr war für die VfB-Anhänger fast schon surreal, es gab nichts, aber auch überhaupt nichts zu bruddeln. Es war zwar nicht alles Gold, was glänzte, doch, entscheidend ist auf dem Platz, die Ergebnisse stimmten, also hatte der Trainer alles richtig gemacht. Die Spiele waren nicht immer ansehnlich, auch die immer gleichen Aufstellungen stießen hier und da sauer auf, aber, Korkut brachte das Glück zurück, so dass es wirklich nichts zu meckern gab. Die unberücksichtigten Reservisten ordneten sich unter und hielten, zumindest nach außen, ihren Mund und selbst die Rehawelt-Dauerpatienten Ginczek und Badstuber warf nichts mehr um.

Das Vertrauen in Korkut wuchs also, so dass die Hoffnung groß war, den Rückenwind in die neue Saison hinüber retten zu können.

Wie schon mehrmals auf dieser Plattform geschrieben, beurteile ich einen Trainer erst abschließend, wenn er mindestens eine Vorbereitung eigenverantwortlich durchgeführt hat und auch bei Personalentscheidungen ein Wörtchen mitreden durfte.

In der Rückrunde konnte Korkut nur gewinnen. Sein Ruf war ramponiert, erwartet wurde von ihm lediglich der Klassenerhalt. Zudem spielte ihm in die Karten, dass die Wintertransfers Thommy und Gomez saßen und die älteren Spieler, die Hannes Wolf wohl auf dem Gewissen hatten, bereit waren, für „den Neuen“ durchs Feuer zu gehen. Nicht zuletzt dürfte Korkut bis zum Saisonende auch von Hannes Wolfs Grundlagenarbeit profitiert haben, wäre ein solcher Schlussspurt doch nicht möglich gewesen, wenn im konditionellen Bereich geschludert worden wäre.

Das Wie war im vergangenen Jahr völlig egal, nur die Ergebnisse und der Abstand zu den Abstiegsplätzen zählten. Das Zauberwort hieß Stabilität, weshalb sich Korkut vor allzu großen Wechseln in der Anfangsformation scheute und gut und gerne mit zwölf, dreizehn Spielern ausgekommen wäre.

Nun haben sich die Voraussetzungen drastisch geändert. Früh, wie selten ein Trainer, hatte Korkut das Team beisammen. Der Kader liest sich auf dem Papier hervorragend, manch einer spricht vom besten seit 2007. Dass es bei dieser Fülle an Akteuren, die ihrem Selbstverständnis nach alle Stammspieler sein wollen, ein Hauen und Stechen um die begehrten Plätze geben würde, war vorauszusehen.

Korkuts Aufgabe bestand und besteht darin, dem Team (s)eine Spielphilosophie und Variabilität einzuimpfen und die Jungs auf den Ernstfall vorzubereiten. Dass es bei einem Kader von zwanzig potentiellen Stammspielern an jedem Wochenende Härtefälle geben wird, ist klar. Der Trainer muss diese moderieren und darauf hinwirken, dass alle an einem Strang ziehen.

Von einem echten Teamgeist erkenne ich in den ersten Wochen noch nichts. Noch scheint es in der Truppe nicht zu stimmen, wenn bereits nach zwei Spielen gemeckert wird, weil man einmal draußen saß und wenn die Nerven, verfolgt man die sozialen Netzwerke, blank zu liegen scheinen. Bis nächsten Freitag wäre noch Zeit, etwaige Stinkstiefel auszusortieren und im Kader nachzujustieren (wie es Michael Reschke formulierte).

Dass es in den ersten beiden Spielen auf dem Rasen weder spielerisch noch menschlich zusammenpasste, sah man. Es war kein Aufbäumen, kein sich helfen erkennbar und auch Trainer Korkut schien keinen Plan B in der Tasche zu haben, wie die stets positionsgetreuen Wechsel verdeutlichen. Die lange Phase des Trainierens, sich Findens und sich Einspielens hat offensichtlich (noch) keine Früchte getragen. Diesen Saisonstart hatte man sich wahrlich anders vorgestellt.

Seit Wochen stand für mich fest, dass ein erfolgreicher Auftakt in Rostock Signalwirkung für die kommenden Spiele haben würde.

Dass es leichtere und dankbarere Lose gegeben hätte, als über 830 Kilometer weit zu einem ambitionierten Drittligisten reisen zu müssen, der schon vier Ligaspiele absolviert hatte und demnach im Gegensatz zum VfB wusste, wo er steht, war klar.

Dass es im Kessel brodelt, wenn Ost auf West trifft und, wie man weiß, Schwaben im Nordosten Deutschlands nicht sehr wohlgelitten sind, war selbst jedem Fan klar, der sich mit der Reise und etwaigen Sicherheitsüberlegungen auseinandergesetzt hatte.

Ob Tayfun Korkut dem Team diese zu erwartenden äußeren Umstände vermittelt hat, weiß ich nicht. Jedenfalls ließ das Team nach einer ersten Chance durch Mario Gomez in der 3. Minute alles vermissen, was nötig gewesen wäre, sich gegen das frühe Aus zu stemmen.

Mit Hacke, Spitze, eins, zwei drei und ständigem Lamentieren, wenn einem ein Rostocker „aus Versehen“ mal auf den Fuß getreten ist, nimmt man den Kampf jedenfalls nicht an. Das alarmierende an diesem Pokal-Aus war, dass der VfB nicht nur in puncto Einstellung unterlegen war, sondern auch kein Klassenunterschied zu erkennen war. Die Statistiker zählten 4:26 „Torschüsse“, bei denen der Torhüter der Gastgeber nicht einmal ernsthaft eingreifen musste. Man vermisste Genauigkeit und Durchschlagskraft!

Mich nervt es extrem, dass das Pokalausscheiden und ein schlechter Ligastart auch noch kleingeredet werden. Das Pokal-Aus ist unumstößlich und nicht mehr gutzumachen. Viele tun dies mit „ist ja nur Pokal“ ab, ich nicht. Für den Verein ist der DFB-Pokal ein äußerst lukrativer Wettbewerb und DIE Chance sich in sieben Spielen für den Europapokal zu qualifizieren. Für uns Fans bieten vor allem die ersten Runden, wenn es nicht gerade gegen einen Bundesligisten geht, schöne Fahrten zu neuen und interessanten Grounds im sonst recht monotonen Bundesligaalltag.

Nichtsdestotrotz hätte ich nächstes Jahr gegen ein näheres Ziel nichts einzuwenden. Die Losfee meinte es in den letzten Jahren nicht besonders gut mit uns, mussten wir doch auch schon nach Cottbus, Kiel, zwei Mal Babelsberg und Lüneburg reisen.

Dagegen waren Homburg und Bochum zwischendurch echte Kurzstrecken dagegen. Doch, die Auslosung ist kein Wunschkonzert, so dass sich vor Rostock nicht die Frage des Ob sondern nur des Wie stellte.
Eine reine Busfahrt, hin- und gleich wieder zurück, schied aus, schließlich ist man(n) keine zwanzig mehr. Nach dem Abwägen mehrerer Optionen stieß ich auf eine Ostseekreuzfahrt ab Warnemünde (keine 15 km vom Ostseestadion entfernt) mit Rückkehr am Spieltag um 8 Uhr, was mir perfekt erschien und sich auch als perfekt erwies.

Rostock scheint prädestiniert zu sein für Anreisen der außergewöhnlichen Art, weshalb ich eine kleine Anekdote von anno dazumal erzählen möchte:

Bereits 1996, als ich zum ersten Mal im Ostseestadion war, zu Zeiten des magischen Dreiecks also, waren wir mit geliehenen DB-Netzkarten 1. Klasse unterwegs und gefühlt das gesamte Wochenende in irgendwelchen Zügen.

Als sich auf der Hinfahrt auf dem letzten Teilstück zwischen Lübeck und Rostock ein Herr zu uns ins Abteil gesellte und eifrig mit „kicker“-Statistiken und ausgedruckten Excel-Tabellen hantierte, fragten wir ihn, ob er denn beruflich mit dem Spiel zu tun hätte, was er bejahte. Es war der NDR3-Hörfunkreporter der guten alten Samstagskonferenz!

Er bot uns an, uns mit zum Spiel zu nehmen, da ihn ein Kollege am Bahnhof erwartete und sie nur zu zweit seien, was wir dankend annehmen, waren wir doch unsicher, was uns, in voller VfB-Montur, dort zu erwarten hätte.

So wurden wir also standesgemäß am damaligen Marathontor des Ostseestadions abgesetzt und fragten unseren neuen Freund zum Abschied noch nach seinem Namen, um seinen weiteren Werdegang verfolgen zu können. Es war Kai Dittmann, mittlerweile deutschlandweit bekannt als Sky-Reporter.

Das Spiel endete übrigens 2:2 nach 2:0-Führung (Tore: Bobic, Balakov). Akpoborie erzielte den Anschlusstreffer, weil unser Ösi Franz Wohlfahrt daneben griff, O-Ton Wohlfahrt: „da hat ein Maulwurf rausgschaut“.

Doch, zurück zur Neuzeit: Der VfB hat also in Rostock die erste Titelchance verschenkt und kaum einen schien das fürchterlich aufzuregen. Da verstehe ich die Welt nicht mehr.

Auch die Niederlage in Mainz schmerzt, läuft man doch von Anfang an einem Rückstand hinterher und setzt sich damit unnötig unter Druck. Die einkalkulierte Niederlage gegen Bayern vorausgesetzt dürfte es bereits nach zwei Spieltagen unruhig am Neckar werden.

Der VfB hätte es sich einfacher machen können. Die Hürden in Rostock (am Wochenende zuhause 0:4 gegen Kickers Würzburg) und Mainz waren nicht gerade unüberwindbar. Im Gegenteil, mit dem Rückenwind der Vorsaison hätte man so richtig durchstarten können. Doch, das VfB-Gen scheint es in sich zu haben, dass dem Team erst das Wasser bis zum Halse stehen muss, ehe es Beine bekommt, meist dann, wenn ein anderer Übungsleiter an der Seitenlinie das Zepter schwingt. Noch sind wir nicht so weit, noch ist genügend Zeit, diesen gefährlichen Trend zu stoppen und in ruhigere Fahrwasser zu kommen, doch, Nachtigall, ick hör dir trapsen.

Tayfun Korkut ist jetzt gefordert, Konsequenzen aus dem zuletzt harmlosen und pomadigen Auftreten zu ziehen. Gonzalo Castro ist (noch) nicht der Strippenzieher, den man sich erhofft hatte, völlig unverständlich für mich, dass in Rostock Santiago Ascacíbar für ihn weichen musste.

Gentner, der wenig erfreut über seinen Platz auf der Bank in Rostock gewesen ist, nach seiner Einwechslung jedoch auch keine Impulse setzte, wirkte auch in Mainz nicht fit und hätte ausgewechselt gehört wie Mario Gomez. Stattdessen mussten die Jungen, Gonzalez und Thommy dran glauben, nach Leistung ging es bei diesen Auswechslungen sicher nicht.

Wählt Korkut etwa den Weg des geringsten Widerstands, indem er Diskussionen mit den alten Haudegen aus dem Weg geht und es sich lieber mit den Jungen verscherzt? Zählen alte Meriten mehr als die aktuelle Leistung?

Dass es erneut Holger Badstuber war, der den Mainzern in einem typischen 0:0-Spiel den Weg zum Sieg ebnete, ist Fakt. Und doch stimme ich nicht in das allgemeine Badstuber-Gebashe ein. Zum einen hat er einen riesigen Anteil daran, dass wir in der Vorsaison so wenige Gegentore wie schon lange nicht mehr kassiert haben, zum anderen kann man sich durchaus auch fragen, wo Emiliano Insúa herumturnte, als Badstuber ins Laufduell musste, so in Rostock, so auch in Mainz.

Was sich in den sozialen Netzwerken derzeit abspielt, wie Badstuber beleidigt wird, ist für mich unterste Schublade. Ich hatte es zuletzt immer wieder geschrieben, dass es zum einen völlig legitim von ihm war, sich andere Vereinsoptionen anzuhören, weil sein Vertrag mit dem VfB ja ausgelaufen war und zum anderen ein ehrgeiziger Spieler, der sich nicht in der Wohlfühloase einrichtet sondern weiter kommen und besser werden möchte, um einiges wertvoller ist, als Spieler, die einfach zufrieden damit sind, überhaupt hier zu sein.

Badstuber stemmt sich gegen Niederlagen und wird unausstehlich nach Niederlagen, genau so sollte eigentlich jeder Leistungssportler sein. Wenn aber die sogenannten Fans weiter auf ihm herumhacken und seine Championsleague-Ambitionen (die er mit der Unterschrift ohnehin ad acta gelegt hat, es sei denn, er würde die Championsleague mit dem VfB erreichen) ins Lächerliche ziehen, könnte es ihn nur noch mehr verunsichern und kontraproduktiv für uns alle sein. Ich hoffe, Korkut lässt sich durch diese Negativstimmung nicht beeinflussen, indem er ihn herausnimmt, sondern stärkt ihm den Rücken und sieht zu, dass die Abwehr so organisiert ist, dass der langsamere Innenverteidiger nicht ständig in aussichtslose Laufduelle gehen muss.

Summa summarum waren auch nicht die beiden von Badstuber mitverschuldeten Gegentore schuld an den Niederlagen, sondern dass es gegen zwei durchschnittliche Mannschaften nicht gelang, auch nur ein Tor zu schießen. Gute Torchancen in den beiden Spielen lassen sich an einer Hand abzählen. Insgesamt war das Spiel zu behäbig, zu statisch, mit zu vielen Tempoverhinderern auf dem Platz.

Natürlich kann man konstatieren, dass es für Schnappatmung zu früh ist, dass es erst das erste Saisonspiel war und noch weitere 33 vor uns liegen. Man kann das Versagen in Rostock und Mainz auch damit kleinreden, dass wir in Rostock noch nie und in Mainz noch nie im neuen Stadion gewonnen haben. Auch der Verweis auf die Vorsaison könnte beruhigen, als wir in der Vorrunde auswärts drei mickrige Pünktchen eingefahren und dafür die Kohlen zu Hause aus dem Feuer geholt haben.

Dass wir mit Mainz auf Augenhöhe waren, kann man positiv wie negativ einordnen. Positiv sicherlich, weil Mainz nicht zu den ersten Abstiegskandidaten zu zählen ist, negativ aber auch, weil es eben nur Mainz war und noch wesentlich dickere Brocken in der Liga auf uns warten.

Auf den Heimnimbus, der Garant dafür war, dass wir in der letzten Saison nie auf einem direkten Abstiegsplatz standen, sollte man sich am Samstag nicht verlassen, wenn der Gegner Bayern München heißt. Dass die Bayern die schlechte WM und die blamable Schlussphase der letzten Saison nicht auf sich sitzen lassen wollen, unterstrich bereits das klare 5:0 im Supercup gegen Pokalsieger Eintracht Frankfurt. Nicht minder werden die Lederhosenträger motiviert sein, den VfB zu demütigen, der ihnen mit jenem 1:4 so genüsslich in die Meisterfeier-Suppe gespuckt hatte.

Nach den beiden Auftaktpleiten muss aus VfB-Sicht ein Sieg her, egal wer der Gegner ist. Man hätte es einfacher haben können, hätte man es in Rostock nicht an Einstellung und Konzentration vermissen lassen und hätte man sich in Mainz nach ordentlicher Anfangsviertelstunde nicht auf das gefährliche Vabanque-Spiel eingelassen, dass am Ende ein einziger Lucky Punch entscheidend sein würde.

Das hatte sich mit zunehmender Spieldauer abgezeichnet. Dass es dann ausgerechnet Anthony Ujah war, dem der von den Mainzern vielumjubelte Siegtreffer gelang, war zu befürchten. Von seinen nunmehr 24 Bundesligatoren gelangen ihm ein Viertel (!), nämlich sechs, gegen den VfB, so dass nicht nur Mainz Stuttgarts Angstgegner ist, sondern auch noch ein echtes Schreckgespenst in seinen Reihen hatte.

Gespannt darf man sein, was sich bis zum Transferschluss noch tut beim VfB. Özcan und neuerdings auch Donis gelten als Abgangskandidaten, wobei ich vor allem Letzteres nicht nachvollziehen könnte. Heute hat Korkut dementiert, Donis noch abzugeben, schaun mer mal, was sein Wort am Ende des Tages wert sein wird.

Der griechische Internationale soll ein schwieriger Charakter, ein schlampiges Genie und kein wirklicher Teamplayer sein. Das alles sollte dem VfB bekannt gewesen sein, als er ihn für ca. drei Millionen Euro von Juventus Turin verpflichtete. Ich kann es mir nicht vorstellen, dass ihm die Akzeptanz seiner Mitspieler nicht gewiss wäre, würde er regelmäßig auftrumpfen wie gegen die Bayern, doch dafür braucht er Einsatzzeiten. Noch denkt Korkut zu defensiv und bringt ihn dem Vernehmen nach deshalb nicht, weil er nicht genug nach hinten arbeitet und keiner ist, der auf Höhe des eigenen Strafraums einen Gegenspieler weggrätscht. Da nimmt man dann lieber eine 0:1-Niederlage in Kauf, anstatt Offensivpower aufzubieten, um auch mal 2:4 gewinnen zu können.

In Mainz war Donis nicht einmal im Kader, was als Indiz seines möglichen Abgangs bewertet werden muss. Für mich ist Donis mit seiner Schnelligkeit eine Waffe, einer, der Wege geht, mit denen die Gegenspieler nicht unbedingt rechnen, also einer der für Überraschungsmomente sorgen kann, was er vor allem beim 4:1-Sieg in München eindrucksvoll unterstrich.

Würde man sich gerade vor dem so schweren Spiel gegen die Münchner Bayern dieser Waffe berauben und den womöglich einzigen Spieler, vor dem die Bayern wirklich Respekt haben, abgeben, wäre das für mich schwer nachvollziehbar.

Man darf gespannt sein, wie Korkut das schwierige Unterfangen gegen die Bayern anzugehen gedenkt. Erfahrung oder junges Blut, das ist hier die Frage. Mit zu vielen (älteren) Spielern, die das Tempo verschleppen und das Spiel verlangsamen, würde man den Bayern in die Karten spielen.

Schlagen kann man sie jedoch mit schnellem, passgenauem Spiel und wenn man hinter ihre Abwehrreihe kommt, siehe das famose 4:1 zum Abschluss der letzten Saison, siehe das Pokalfinale, siehe auch die WM, bei der die Bayern-Verteidiger immer schlecht ausgesehen haben, wenn es schnell ging.

Wird Korkut den nicht wirklich fit wirkenden Gentner noch einmal auf die Bank setzen und stattdessen einen schnellen Mann wie Donis bringen? Wird er gar den Sturm-Messias Mario Gomez draußen lassen, an dem das frühe WM-Scheitern noch zu nagen scheint? Mit Nicolas Gonzalez stünde eine gute Alternative bereit und es wäre Platz für Didavi in der Mannschaft.

Dass Korkut Didavi nach dessen wenig erquicklichem Auftritt in Rostock für Mainz gleich herausnahm, verwunderte mich stark. Von ihm kann man sich, selbst wenn er nicht im Hochbesitz seiner Kräfte ist, noch etwas Außergewöhnliches erwarten. Seinen Spielmacher gleich nach dem ersten schwachen Spiel herauszunehmen und ihn indirekt zum Sündenbock von Rostock zu machen, zeugt von wenig psychologischem Geschick. Gerade die Kreativspieler, die im Spiel ständig etwas probieren und nicht nur Rückpässe nach Schema F spielen, sind oft die Sensibelsten und benötigen das Vertrauen des Trainers, Fehler machen zu dürfen. Ein Felix Magath, einst selbst Spielmacher, hat es mit Krassimir Balakov einst vorgemacht, wie man einen in der Kritik stehenden Spielmacher aufbaut.

Ich hoffe, Korkut findet die richtigen Schrauben, an denen er bis zum Bayern-Spiel drehen muss. Der VfB muss sich in allen Belangen verbessern, von der Einstellung her, im Defensivverhalten und vor allem im Offensivspiel.

Mit der Verstärkung des Kaders sind die Ansprüche zweifellos gestiegen. Rein ergebnisorientierter Fußball, der nicht einmal von Erfolg gekrönt ist, dürfte dem Umfeld in der noch jungen Saison schwer zu vermitteln sein. Korkut ist gefordert, auch in puncto Attraktivität zuzulegen, die Spieler dazu hat er bekommen. Die Hoffnung auf schnelle Besserung ist bei mir fast schon wieder weg, eher befürchte ich ein von Durchhalteparolen getragenes Hangeln von Spiel zu Spiel, nach denen wir von den Herren Korkut, Gentner & Co. vorgetragen bekommen, welche Fortschritte doch schon wieder zu erkennen waren (natürlich nicht für den Laien!). Tritt dies ein, dürfte dem VfB einmal mehr ein heißer Herbst bevor stehen (der meteorologische beginnt ja bereits am Samstag), same procedure as every year eben.

Nun hoffe ich auf eine Überraschung gegen die Bayern und freue mich tatsächlich bereits jetzt auf die Länderspielpause danach. So schnell hatte ich noch nie fürs erste genug!

So konnte es nicht weitergehen, das war nicht mehr mein VfB. Also, einmal den Reset-Knopf gedrückt und alles auf Anfang. Same procedure as every year! Wie diese Episode weitergeht, sollte sich nicht Grundsätzliches im Team und in der Ausrichtung ändern, ist absehbar. Schlechte Ergebnisse, schlechte Stimmung im Team, unzufriedene Spieler und ein immer lauter rumorendes Umfeld und wir stünden vor dem gefühlt tausendsten Neuanfang. Korkut, dessen Vertrag unnötigerweise jüngst erst verlängert wurde, muss sich nun beweisen. Er muss zeigen, dass er nicht nur Feuerwehrmann sondern auch ein Team entwickeln kann.
Die Voraussetzungen nach dem Urlaub waren perfekt. Der Kader stand fast vollständig fest, bis auf unseren Weltmeister standen so gut wie alle Akteure rechtzeitig auf der Matte, um sich kennenzulernen, dem Team eine Spielphilosophie einzubläuen und die Jungs um die Stammplätze kämpfen zu lassen.

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10. Januar 2018

Schwäbisch Roulette

Was hatte man zum Ende der Vorrunde nicht den Eindruck, dass man sich nur irgendwie in die Winterpause retten und alle Hoffnung auf Besserung in die Transferphase im Januar und die Rückrunde legen müsse.

Zu sehr offenbarte die Vorrunde, dass bei der Kaderzusammenstellung letzten Sommer so einiges schief lief und es eher suboptimal ist, mitten in der Vorbereitung den Sportdirektor zu wechseln.
Setzten Schindelmeiser/ Wolf auf junge, dynamische Spieler, die unser Spiel ankurbeln sollten, Marke Mangala, Burnić und einige andere mehr, folgte mit Reschke die Zeitenwende, indem er Altstars an den Neckar lotste, die sich bereits im Spätherbst ihrer Karriere befinden.

Wurde Schindelmeiser zum Vorwurf gemacht, er habe Maxim verkauft, ohne positionsgetreuen Ersatz verpflichtet zu haben, machte Reschke in den drei Wochen seines Wirkens während der Sommertransferphase auf der vakanten Position des Zulieferers unserer Stürmer, richtig, NICHTS.

Unsere Offensive war insgesamt dünn besetzt, wenn man weiß, dass mit Carlos Mané ohnehin in der Vorrunde nicht zu rechnen war und Daniel Ginczeks Fitnesszustand seit jeher fragil ist. Wenn dann noch die wenigen anderen Offensivkräfte, wie Akolo und Donis, immer mal wieder mit Blessuren zu kämpfen haben und ausfallen, oder ihre Bundesligatauglichkeit über weite Strecken schuldig bleiben (Asano), ist der einzige Mann im Sturm, den wahrlich so gut wie nichts erschüttern konnte, die ärmste Sau im VfB-Spiel. Simon Teroddes Leiden haben ein Ende, er wurde nach Köln abgegeben und durch Mario Gomez ersetzt.

Auf dem Papier liest sich die Verpflichtung für den VfB toll. Einer DER Ausnahmetorjäger der letzten zehn Jahre stürmt wieder für den VfB. In der Vorsaison hat er den VfL Wolfsburg mit seinen 16 Toren fast im Alleingang in die Relegation und schließlich zum Klassenerhalt geschossen, doch, dort hatte er Zulieferer in seinen Reihen, unter anderem einen am Neckar Altbekannten, Daniel Didavi.

Der wahre Husarenstreich Michael Reschkes wäre es gewesen, Dida gleich mit zurück in die gute Stube zu holen. Doch, die Hoffnung wird nun allein auf Mario Gomez liegen müssen, denn Reschke hat verlauten lassen, der Kader sei seiner Auffassung nach stark genug, und dass höchstens noch auf Verletzungen in den ersten Rückrundenspielen reagiert werden würde.

Für mich spielt Reschke, wenn er denn mit dieser Aussage keine Nebelkerze gezündet hat, schwäbisch (oder besser, rheinisch) Roulette. Es kann gut gehen, genauso gut wie die Vorrunde hätte gut gehen können. Ist sie aber nicht, weil im Fußball immer mit Unwägbarkeiten gerechnet werden muss und man nicht unbedingt vom Optimalfall ausgehen kann.

Auf zwei Positionen drückt meiner Meinung nach besonders der Schuh. Das kreative Mittelfeld habe ich bereits angesprochen, doch, auch hinten rechts sollte man dringend nachbessern. Außer Michael Reschke, der Andi Beck über den grünen Klee lobt, sieht jeder, dass Beck DER Bremser in unserem Spiel ist und vor allem in dem in der Vorrunde vorwiegend praktizierten System mit einer Fünferkette, die schnelle Außenverteidiger bedingt, schlichtweg an seine Grenzen stößt.

Wie Reschke und Dietrich auf die Idee gekommen sind, Beck überhaupt zurück zu holen, wird wohl ihr Geheimnis bleiben. Als Schindelmeiser noch die Geschicke leitete, bekam so mancher Bauchschmerzen, weil das Team zu jung, unerfahren und möglicherweise für die Bundesliga zu grün gewesen sei. Dann, unter Reschke, kamen nacheinander Badstuber, Aogo, Beck und Gomez, wohingegen die drei Letztgenannten eben nicht nur Erfahrung mitbringen, sondern sich auf dem absteigenden Ast befinden, während Badstuber „nur“ extrem verletzungsanfällig ist.

Im Zuge der Ausgliederungspropaganda wurden Erwartungen geweckt, der VfB könne mit mehr Geld im Säckel seine Spieler halten und auf der anderen Seite Spieler für den VfB begeistern, von denen wir ohne Ausgliederung nicht zu träumen wagten.

Ob die Mitglieder, die der „Make VfB great again“-Propaganda gefolgt waren und für die Ausgliederung gestimmt haben, sich diesen Kurswechsel gewünscht haben, ist fraglich. Bislang kamen in der Ära Reschke ausschließlich Spieler (Ausnahme Ascacibar, den der VfB jedoch schon vorher auf dem Zettel hatte), die fürstliche Gehälter beziehen, jedoch keinen Wiederverkaufswert mehr haben.

Unter Spielern mit Erfahrung stelle ich mir welche im besten Fußballeralter vor, 27, höchstens 28 Jahre alt, um die herum es sich lohnt, eine Mannschaft aufzubauen. Aber doch nicht 32-jährige Auslaufmodelle, mit denen man gerade mal im Halbjahreszyklus planen kann, die Gehaltsressourcen binden und am Ende der Vertragslaufzeit ihre Karriere (ablösefrei) beenden.

Becks Rückkehr habe ich von Beginn an nicht nachvollziehen können. Verwunderlich, dass Wolfgang Dietrich beim Klang seines Namens zwar nostalgische Gefühle überkommen, Beck jedoch nie in einem Atemzug mit den Jungen Wilden genannt wird.

Beck konnte sich in seiner ersten Zeit beim VfB nicht durchsetzen und kam vor allem nicht an Ricardo Osorio vorbei. Dem Konkurrenzkampf entzog er sich und ging dort hin, wo es 2007 das meiste Geld zu „verdienen“ gab, nämlich zum ungeliebten Nachbarn ins Kraichgau.

Dort verbrachte er die Blütezeit seiner Karriere und, als er den Zenit weit überschritten hatte und in Hoffenheim sein Stammplatz in Gefahr war, „floh“ Beck in die Türkei. Dass es ihn nun zurück in die Heimat zog, dürfte in der politischen Lage am Bosporus begründet sein. Für mich zwar nachvollziehbar und doch hätte es nicht unbedingt der VfB sein müssen, der ihm das Gnadenbrot zum Karriereausklang verabreicht.

Mario Gomez ist der nächste in der Reihe derer, die „daheim“ die Karriere ausklingen lassen möchten. Sportlich wird uns Mario sicherlich mehr weiterhelfen, als es Andreas Beck bislang getan hat. Er will unbedingt zur WM im Sommer in Russland und wird sich bestmöglich versuchen einzubringen, um dieses hehre Ziel auch zu erreichen.

Bei Gomez muss man abwarten, ihn bewerte ich dann, wenn man weiß, was er geleistet hat (oder auch nicht). Ich kritisiere noch nicht einmal, dass man ihn zurückgeholt hat, sondern habe lediglich Bauchschmerzen damit, dass man einen 32-jährigen auf Anhieb zum Top-Verdiener macht, der trotz Einbußen im Vergleich zu Wolfsburg noch immer vier Millionen Euro jährlich einstreichen soll.

Des Weiteren kam Gomez für Terodde, Torjäger gegen Torjäger, während das eigentliche Problem, das der mangelnden Zulieferung, noch immer nicht gelöst wurde. Denn, selbst ein Super-Mario wird sich die Bälle nicht noch selbst auflegen können.

Sollte der Fußball der Rückrunde dem der Vorrunde ähneln, getreu dem Motto Safety-First, sehe ich die Gefahr, dass der geborene Torjäger Mario Gomez zunächst verzweifeln und schließlich resignieren wird. Steht er auf ähnlich verlorenem Posten wie es bei Simon Terodde und auch Daniel Ginczek bei seinen wenigen Einsätzen der Fall war, dürfte er seine Felle im Hinblick auf die WM davon schwimmen sehen, was seiner weiteren Motivation sicher nicht förderlich wäre.

Mit Rückholaktionen hatte der VfB selten ein glückliches Händchen. Ob bei Trainern wie Sundermann und Veh, bei denen vor Augen geführt wurde, dass sich die goldene Zeit nicht zurückdrehen lässt, wie auch bei Spielern.

Bei Aleks Hlebs Rückkehr war selbst ich euphorisch und erwarb noch während seines ersten Trainings das Trikot mit der Nummer 23, ein für alle mal das letzte, das ich mit einem Spielernamen beschmutzen, ähm, beflocken ließ. Er war das Paradebeispiel des satten Spielers! Wie nach und nach herauskam, bewog ihn nicht seine vorgeheuchelte Heimatliebe zur Rückkehr, sondern, dass er vom VfB auch weiter sein stattliches Barça-Gehalt überwiesen bekam. Nachdem seine Leistungen auch noch zu wünschen übrig ließen und er öfter in den Besenwirtschaften des Remstals als auf dem Trainingsplatz anzutreffen war, war ich nur noch sauer auf diesen verwöhnten Rotzlöffel.

In die Riege der für mich nicht nachvollziehbaren Rückholaktionen fiel übrigens auch die von Christian Gentner. Seinerzeit waren wir im defensiven Mittelfeld mit Kuzmanovic und Träsch ordentlich aufgestellt. Links oder zentral offensiv war Didavi vorgesehen, so dass es für Gentner zur damaligen Zeit eigentlich keinen Platz im Team gegeben hat. Doch, schon damals, wog das Wort eines einflussreichen Spielerberaters mehr als die sportliche Notwendigkeit, so dass man auch Gente gnädig wieder aufnahm.

Marc Ziegler war eine dankbare Nummer zwei hinter für Sven Ulreich, ohne jegliche Ambitionen, Ulle ernsthaft herauszufordern.

Beck durfte nun bereits ein halbes Jahr lang unter Beweis stellen, dass er sich nahtlos in diese Aufzählung einreiht, während wir bei Gomez erst noch abwarten müssen. Schießt er uns zum Klassenerhalt und knüpft an alte Zeiten an, hat sich der Aufwand gelohnt, wenn nicht, kann Dietrichs und Reschkes Retrokurs endgültig als gescheitert angesehen werden.

Mir fehlt bei Reschkes Wirken bislang die Nachhaltigkeit. Die Amateure möchte er unwiderruflich auslöschen, Talente werden abgegeben anstatt aufgebaut (die nächsten vermutlich, Grgic und Ofori) und im Gegenzug wird eine Altherrenmannschaft „aufgebaut“, die dem immer schneller werdenden Bundesligafußball früher oder später Tribut zollen wird.

Setzt Reschke diesen Kurs fort, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis Serdar Taşçı und Sami Khedira wieder anheuern. Geht Reschke weiterhin die Phantasie bei seinen Transferaktivitäten ab und setzt er weiter auf „Altbewährtes“, scheint selbst eine Verpflichtung von Bastian Schweinsteiger, den Reschke aus München bestens kennte, nicht ausgeschlossen. Dessen Vertrag in Chicago lief vor wenigen Tagen aus, er würde exakt in Reschkes Beuteschema passen. Nicht dass ich einen wie Schweinsteiger nicht gerne mal im VfB-Trikot sehen würde, doch, auch er würde das Gehaltsgefüge sprengen und den finanziellen Rahmen weiter eindämmen.

Meine Bedenken in Bezug auf die Ausgliederung und dem daraus resultierenden Groß-Mann-Denken bewahrheiten sich immer mehr. Diejenigen, die damals für „ja“ stimmten, vertrauten in erster Linie dem Kurs von Jan Schindelmeiser, die vorhandenen Mittel vernünftig einzusetzen und auf Nachhaltigkeit zu setzen.

Seit Reschke das Zepter schwingt, wird hingegen das Geld mit offenen Händen ausgegeben und das für Spieler, die beim Worst-Case-Szenario Abstieg dem VfB wohl kaum erhalten bleiben und auch nicht zu bezahlen sein dürften.

Selten bis noch nie war mein Empfinden so wie in dieser Woche, dass ich mich auf den Rückrundenstart in wenigen Tagen überhaupt nicht freue. Freuen tue ich mich allenfalls über die vielen Leidensgenossen, die man vor und nach dem Spiel trifft, nicht aber auf das Spiel.

Ich habe ziemlichen Bammel und wenig Hoffnung, dass wir gestärkt aus der kurzen Pause heraus kommen könnten. Die fünf Niederlagen aus dem Dezember liegen einfach noch zu schwer im Magen.
Mein einziger Hoffnungsschimmer auf einen guten Rückrundenstart ist, dass Wolf im Trainingslager vorwiegend auf ein 4-2-3-1 gesetzt hat und die Rückrunde möglicherweise etwas mutiger angehen wird. Hoffen wir, dass ihn bis Samstag der Mut nicht schon wieder verlässt.

Allein mit destruktiver Ausrichtung und dem Hoffen auf den lieben Gott oder neuerdings Mario Gomez, wird die Klasse nicht zu halten sein. Die ersten drei Rückrundenspiele sind für mich wegweisend. Gelingt in diesen kein Sieg, sehe ich schwarz, was den Klassenerhalt angeht. Dieser sollte angesichts des schweren Restprogramms tunlichst bis zum 30. Spieltag eingetütet sein, so dass es sich von selbst verbietet, sich jetzt noch einzuspielen oder langsam in die Rückrunde hinein zu finden. Der VfB muss auf Anhieb voll da sein und die Punkte jetzt holen.

Reschke hat allerdings die Ruhe weg, was ich in keinster Weise nachvollziehen kann. Bessert er von der Reste- oder doch Reschkerampe (?) erst nach, wenn Ende Januar das Kind schon im Brunnen liegt, sehe ich große Probleme, die Kurve dann noch zu kriegen.

Mich interessiert im Übrigen auch der überhitzte Transfermarkt und dass es schwierig sei, im Winter Spieler zu bekommen, die einen sofort weiter bringen, überhaupt nicht. Reschke hatte ein halbes Jahr lang Zeit an kreativen Möglichkeiten zu feilen, Handlungsbedarf besteht schließlich nicht erst seit Ende der Vorrunde. Er ist in der Pflicht zu liefern und das so bald wie möglich!

Mit fast unverändertem Kader der Vorrunde ist es ein sehr riskantes Vabanque-Spiel mit vielen Risiken. Reschke setzt zwar große Hoffnungen in die Rückkehr von Carlos Mané und Daniel Ginczek. Meine sind in Bezug auf diese beiden eher gedämpft. Es würde an ein Wunder grenzen, wäre Mané sofort wieder der Alte und wenn beide nahezu verletzungsfrei durch die Rückrunde kämen. Auch DER Fixpunkt in der Abwehr, Holger Badstuber, könnte von heute auf morgen komplett wegbrechen. Wir können ja schon fast drei Kreuze machen, dass er bislang immer nur relativ kurz ausgefallen war, was allerdings nicht immer so bleiben muss. Reschke setzt in diesen Tagen alles auf Rot, wenn er sich da mal nicht verzockt.

Der Preis des schwäbischen Roulettes könnte im schlimmsten Fall mit dem Abstieg bezahlt werden müssen und wäre dann um ein Vielfaches höher, als er es jetzt noch wäre, würde man die Truppe vernünftig verstärken. Ein neuerlicher Abstieg wäre deutlich verheerender als der letzte und würde in einen kompletten Neuanfang münden. Soweit darf es der Verein nicht kommen lassen, noch wäre Zeit, an den entscheidenden Schrauben zu drehen.

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