14. April 2017

Bereit für den Endspurt?

Seit längerer Zeit, genauer gesagt seit der Schmach von Fürth, melde ich mich auch mal wieder auf meinem Blog zu Wort. Nicht, weil es über den VfB nichts zu schreiben gäbe, sondern schlicht und einfach darin begründet, dass einem als Allesfahrer entweder die Zeit und nach Sonntags- und Montagsspielen unter der Woche manchmal auch der Kopf zum Schreiben fehlt.

Wenn man dann außerdem noch auf die Idee kommt, unsere Amateure in Elversberg oder gegen Lautern II im Schlienz-Stadion zu unterstützen und samstags einen Ausflug in die Ortenau zu unternehmen, um das Oberligaspiel zwischen dem SSV Reutlingen beim Offenburger FV anzuschauen, kann sich jedermann leicht ausmalen, dass irgendetwas auf der Strecke bleibt.

Was ist passiert seither? Nach der Länderspielpause gelang die Rehabilitation für das Hinspiel-Debakel gegen Dynamo Dresden nur bedingt, auch wenn man als moralischer Sieger aus dieser Partie hervorging. Im Anschluss an das Fürth-Spiel äußerte ich die Hoffnung, dass nach der Pause (endlich) die Stunde von Ebenezer Ofori schlagen könnte oder auch müsste.

Dies bewahrheitete sich, er feierte ein ordentliches Debüt, auch wenn die Abstimmung mit seinen Mitspielern in der einen oder anderen Szene noch fehlte. Dass er eine gute Ballbehandlung hat und ein weiterer Stabilisator im VfB-Spiel werden könnte, deutete er aber schon an.

Als die Gewinner der Länderspielpause, in der der VfB zwei Testspiele bestritt, galten vermeintlich Tobias Werner und Alexandru Maxim. Wie sich dann aber, als der Spielbetrieb wieder aufgenommen wurden, herausstellte, waren sie in den Tests doch mehr Lückenbüßer für die bei ihren Nationalmannschaften verweilenden VfB-Spieler, denn Hoffnungsträger für die restlichen Zweitligaspiele.

In Degerloch trafen während der Pause Timo Baumgartl und Carlos Mané mit ihren U21-Nationalmannschaften aufeinander. Auf diesen Kick verzichtete ich kurzfristig dann doch, weil es einerseits um nichts ging und andererseits solche Tests meist in Wechselarien ausarten, wo jeglicher Spielfluss auf der Strecke bleibt. Carlos Mané spielte dabei im Team mit der reiferen Spielanlage und gewann 1:0, während Timo Baumgartl nur in der zweiten Halbzeit ran durfte, sehr nervös wirkte und den einen oder anderen groben Schnitzer in sein Repertoire einbaute.

Vor dem Dresden-Spiel gab es dann die mit Spannung erwartete Jubiläums-Choreographie vom Commando Cannstatt 1997. Herzlichen Glückwunsch auch an dieser Stelle für 20 Jahre Emotionen, Hingabe, Einsatz und Support für unseren VfB Stuttgart.

Im ausverkauften Neckarstadion und im Beisein von etwa 8.000 Dresdnern erwischte der VfB eine rabenschwarze erste halbe Stunde. Mit einem lupenreinen Hattrick brachte die Nürnberger Leihgabe Stefan Kutschke die eigentlich Gelb-Schwarzen, die dieses Mal in weinroten Jerseys angetreten waren, schnell mit 0:3 in Führung.

Das Abwehrverhalten bei allen Toren, bis hin zum von Mitch Langerak verschuldeten Foulelfmeter trieb einem Sorgenfalten auf die Stirn und machte auch ein Stück weit wütend. Dass der Schiedsrichter den Lauf der Dynamos begünstigte, geschenkt, würden sich die Fehlentscheidungen zu Ungunsten des VfB nicht von Spiel zu Spiel fortsetzen. Vor dem 0:2 hätte es Elfmeter für den VfB geben müssen, zu allem Überfluss erhielt Simon Terodde für eine vermeintliche Schwalbe seine vierte gelbe Karte, obwohl er sich keineswegs fallen ließ und so mancher Schiedsrichter auf Elfmeter für den VfB entschieden hätte.

Weshalb der VfB nicht wenigstens gegen die gelbe Karte Protest eingelegt hat, erschloss sich mir nicht. Terodde gilt derzeit als die Lebensversicherung des VfB, so dass eine Sperre, die aus seiner nächsten gelben Karte resultieren würde, schmerzhaft wäre und mit schlimmstenfalls den Aufstieg kosten könnte. Bemerkenswert war in dieser Phase, in der dem VfB überhaupt nichts gelang, wie sehr das Publikum hinter dem Team stand und dass es zu so gut wie keinen Unmutsbekundungen kam. Im Gegenteil, die Mannschaft, der man das Bemühen nicht absprechen konnte, wurde vehement und lautstark nach vorne getrieben.

Eben jener Simon Terodde war es dann auch, der ein erstes (zählbares) Lebenszeichen vom VfB aussendete. Nach einem klasse Zuspiel von Carlos Mané vollendete er in Mittelstürmerposition und -manier zum Halbzeitstand von 1:3. Emiliano Insúa erhöhte eine Viertelstunde vor Schluss mit seinem allerersten Tor für den VfB sehenswert zum 2:3, ehe Terodde in der 94. Minute vom Elfmeterpunkt aus schließlich für den viel umjubelten Ausgleich sorgte.

Dass Mané schon eine ganze Weile nicht mehr rund lief sah man da bereits, dennoch hinderte es ihn nicht daran, diesen so wichtigen Elfmeter herauszuholen. Ausgerechnet der Ex-VfBler Philip Heise bot Mané (aus alter Verbundenheit?) sein Bein an, worüber dieser dankend fiel.

Wie Simon Terodde nach 94 kraftraubenden Minuten die Nerven behielt und Keeper Schwäbe keine Chance ließ war bemerkenswert und ist nicht hoch genug zu bewerten. Das ist das Holz, aus dem Führungsspieler geschnitzt sind, dafür braucht es keine Binde.

So stand am Ende eines stimmungsvollen und bemerkenswerten Spiels das 3:3 und bedröppelte Dresdner, die sich lange wie die sicheren Sieger fühlten.

Wenn Blicke töten könnten, wäre ich wohl nicht mehr auf dieser Welt. Als ein paar Dresdner unseren Haupttribünen-Block verließen, sagte ich in einer Lautstärke, die sie mitbekamen, „endlich sind die da drüben mal ruhig“, was sie ja durchaus auch als Kompliment hätten auffassen können.

Selten habe ich einen lauteren Gästeblock im Neckarstadion erlebt. Da zudem alles friedlich blieb, die Polizei zufrieden war und selbst die Dresdner Fanbetreuung sich lobend über das Sicherheitskonzept der Stuttgarter geäußert hat, könnte man von einem rundum gelungenen Fußballnachmittag sprechen.

Wäre da nicht die schwere Knieverletzung von Carlos Mané gewesen: Der Portugiese wird rund fünf Monate ausfallen und möglicherweise überhaupt kein Spiel mehr für den VfB bestreiten, sollte ihn sein Stammverein Sporting Lissabon bereits im kommenden Sommer zurückfordern.

Am Ende stand ein Punktgewinn, mit dem man aufgrund des Ergebnis-Verlaufes zufrieden sein musste. Ich schreibe bewusst nicht „Spielverlauf“, denn, bei einem Chancenverhältnis von 8:3 (lt. kicker.de) und allein vier Aluminiumtreffern wäre auch deutlich mehr drin gewesen.

Nur drei Tage nach dem emotionalen Spiel gegen Dynamo Dresden musste der VfB zum wiedererstarkten TSV 1860 München reisen, während der Gegner von der DFL zwei Tage länger Zeit zur Regeneration und für die Vorbereitung genehmigt bekam.

Nach nun schon vier Spielen in Serie ohne dreifachen Punktgewinn zählte in der Arroganz-Arena zur ungewohnten Anstoßzeit mittwochs um 17.30 Uhr eigentlich nur der Sieg. Trotz dieser arbeitnehmerunfreundlichen Ansetzung fanden sich knapp 15.000 VfB-Fans im Schlauchboot, wo man bislang fast nur Niederlagen zu sehen bekam, ein.

Da man in diesem auf der grünen Wiese von Fröttmaning gebauten Stadion gut rund herum laufen und durch die eine oder andere Luke auch gut fotografieren kann, nahm ich zum allerersten Mal in dieser Saison einen Stehplatz im Gästebereich. Während man bei Gastspielen bei den Münchner Bayern im Oberrang eingepfercht wird und lediglich Paulaner light ausgeschenkt wird, konnten wir bei den 60ern erstmals ein Spiel in diesem Schlauchboot vom Unterrang aus und bei Vollbier verfolgen.

Mit dem dringend benötigten Sieg wurde es zwar wieder nichts und doch durfte sich der VfB auch nach diesem Spiel als moralischer Sieger fühlen, weil Marcin Kamiński in der Nachspielzeit den Ausgleich erzielte.

Vom Spiel selbst war ich maßlos enttäuscht, so dass es dieses Mal fast schon ein Nachteil war, so nah dran zu sein. Nach gütiger Mitarbeit unserer Defensivabteilung erzielte der 60er-Neuzugang Lacazette die Führung, auf der sich die Löwen 70 Minuten lang ausruhten. Dabei stellte sich der VfB beim Gegentor einfach nur dämlich an, weil keiner, nachdem Lacazette die Kugel schon verstolpert hatte, sich zuständig fühlte, den Ball aus der Gefahrenzone zu dreschen. Dennoch musste man wieder, trotz des Bettelns um dieses Gegentor, konstatieren, dass das Tor aus einer Abseitsposition heraus erzielt wurde, der VfB also einmal mehr benachteiligt wurde.

Der VfB hatte zwar Ballbesitz fast schon „bayern-like“, fand jedoch keine Mittel, die beiden Fünferketten der 60er ernsthaft in Gefahr zu bringen. Sämtliche Offensivspieler, namentlich Julian Green, Takuma Asano und Christian Gentner waren Totalausfälle, so dass Überraschungsmomente Mangelware waren und Simon Terodde völlig in der Luft hing. In einem Spiel so gut wie ohne Torchancen wären Standardsituationen ein probates Mittel gewesen, doch, wenn diesen stets das Timing fehlt und kein Anderer die Verantwortung übernimmt und den glücklosen Anto Grgić erlöst, beraubt man sich auch dieser Möglichkeit. So hieß es bei einem Gegner, der zuvor immerhin zwei Siege in Folge einfuhr, sich mit diesem Pünktchen zufrieden zu geben und auf den Befreiungsschlag weiter zu warten.

Während und nach dem Spiel bei den Münchner Löwen hörte ich erstmals in der Zeit seines Wirkens lautere Stimmen gegen unseren Trainer Hannes Wolf. Hauptkritikpunkt war die neuerliche Nichtberücksichtigung von Alexandru Maxim und dass Wolf Spieler auf falschen Positionen einsetze und zu viel experimentiere.

Mein Vertrauen in Hannes Wolf ist hingegen grenzenlos, so dass ich notfalls auch nach einem verpassten Aufstieg an Schindelmeisers Stelle an ihm festhalten würde. Ich sehe derzeit vieles nicht ganz so negativ wie viele andere. Wir sind noch immer mitten im Umbruch und im Aufbau einer Mannschaft, die durchaus Hoffnungen für die Zukunft weckt. Punktuell verstärkt kann diese Mannschaft meiner Meinung nach im Falle des Aufstiegs eine gute Rolle in der Bundesliga spielen und wird spielerisch häufiger und leichter glänzen als zur Zeit in der 2. Liga. In der Bundesliga wären wir einer von vielen, zu Beginn gar Außenseiter, so dass sich kaum ein Team gegen uns derart hinten reinstellen wird wie jeder Gegner in dieser 2. Liga. Dieses Stahlbad muss eine junge Truppe erst einmal überstehen und wird, im Fall des Aufstiegs, ganz sicher gestärkt daraus hervorgehen.

Darüber hinaus hat Jan Schindelmeiser in der kurzen Zeit seines Wirkens ein Händchen dafür bewiesen, erschwingliche Jungs, die die Qualität spürbar anheben, mit kreativen Vertragsgestaltungen an den Neckar zu lotsen.

Ein paar Bekannte, mit denen ich mich nach dem Spiel bei den Löwen unterhalten habe, waren tatsächlich der Auffassung, dass, sollten wir aus den Aufstiegsrängen herausrutschen, ein neuer Akzent in Form eines Trainerwechsels gesetzt werden müsse. Auf meine Gegenfrage, wer es denn jetzt noch besser machen würde, hörte ich nur, wenn überhaupt, egal, „mit dieser Mannschaft MUSS man einfach aufsteigen“.

Ich sehe das konträr. Die Voraussetzungen sind zwar gegeben, Übermannschaften sind unsere Konkurrenten nicht und doch hat es Hannes Wolf mit vorwiegend jungen Menschen, die Formschwankungen unterliegen, zu tun.

Wenn sich dann noch während kleinerer Krisen die vermeintlichen Führungsspieler wegducken, weil sie schon genug mit sich selbst zu tun haben, wenn jeder Gegner nur aufs zerstören aus ist, wenn die Schiedsrichter die harte Gangart einiger Teams und taktische Fouls (zu jedem Zeitpunkt, auch in der 1. Minute und nicht nur weit in der 2. Halbzeit) nicht regelkonform ahnden, ergibt das eine Mixtur, die jedes Spiel extrem intensiv und schwierig werden lässt.

Hannes Wolf wird in den gut 200 Tagen, wo er nun beim VfB ist, mehr gelernt haben, als insgesamt während seiner doch schon einige Jahre andauernden Trainerkarriere. Die Öffentlichkeit und auch die Fans hinterfragen jeden Furz und Feuerstein, während Wolf die Dinge moderieren und Fragen auch offen lassen muss. Zum Thema Großkreutz hätten Schindelmeiser und er sicherlich mehr zu sagen gehabt, um die Entscheidung des Vereins plausibel und für alle nachvollziehbar zu erklären, die lange währende Nichtberücksichtigung von Alexandru Maxim wird ebenso seine Gründe haben, die man der Öffentlichkeit vorenthält, um den Spieler zu schützen und ihn nicht vollends zu demontieren.

Wolf ist für mich nach wie vor eine große Trainerhoffnung im deutschen Fußball und für den VfB erst recht, daher vertraue ich ihm voll und ganz, dass er alles dafür tun wird, das Beste für unseren VfB herauszuholen. Persönlich habe ich keine Lust mehr auf ständige Trainerwechsel und auf eines der bekannten Gesichter des Trainerkarussells, das zwar kurzfristig einen Effekt versprechen würde, der jedoch schnell wieder verpufft wäre und wir diesen für Jahre an der Backe hätten. Dass uns das Reagieren nach den „Gesetzen des Fußballs“ dort hin gebracht hat, wo wir momentan stehen, sollte wohl jedem klar sein.

Nach dem nunmehr fünften sieglosen Spiel in Folge stand der VfB beim Derby gegen unsere „Freunde“ aus Ostfrankreich gehörig unter Druck. Deren Anhänger hatten das Spiel bereits im Vorfeld als Krieg deklariert und meinten das durchaus ernst, wenn man sich ihr martialisches Auftreten während der gesamten 90 Minuten (und auch noch nach dem Schlusspfiff) vor Augen führt.

Außerhalb des Stadions funktionierte die Fantrennung perfekt, wie schon beim Hinspiel im Wildpark sorgte die schwer bewaffnete Ordnungsmacht für bestmögliche Sicherheit bei der An- und Abreise der knapp 60.000 Schlachtenbummler.

So sehr ein echtes Derby das Salz in der Suppe in einem bisweilen zum Einheitsbrei mutierenden Liga-Alltag darstellt, möchte ich Vorkommnisse wie 2009 auswärts im Wildpark erlebt, als sich bürgerkriegsähnliche Szenen beim Verlassen des Stadions abspielten, nicht mehr haben.

Es hat ja jeder Verein so seine Chaoten, kaum einer aber in der Vielzahl wie die Gelbfüßler. Sorgten sie beim letzten Abstieg in die 3. Liga gegen Jahn Regensburg schon für einen Eklat, als sie Spieler und die eigene Geschäftsstelle angriffen, stand das Spiel am Sonntag nach dem Abschießen von Feuerwerksraketen aufs Spielfeld kurz vor dem Abbruch.

Ich bin ja bekennender Verfechter von kontrolliertem Abbrennen von Pyrotechnik, jedoch nur dann, wenn das Material im Block bleibt und keine Böller, die schwerste Knalltraumata für Umstehende verursachen können, gezündet werden.

Was der schwarze (vermummte) Block der Karlsruher abzog, war gemeingefährlich und asozial. Da der letzte Abstieg des KSC seinen Anhang nicht zur Besinnung brachte, keine Selbstreinigung in der Fanszene stattfand und der Verein seine Pappenheimer offensichtlich nicht in den Griff bekommt, hätte ich nichts dagegen einzuwenden, würde dieser Verein zunächst einmal völlig von der Bildfläche verschwinden.

Seine „Fans“ arbeiten mit Hochdruck daran, indem sie ihrem ohnehin schon finanziell klammen Herzensclub Bärendienst um Bärendienst erweisen und möglicherweise, da vorbestraft, dem KSC nun ein Geisterspiel beschert haben. Der Verein muss sich diese zusätzlichen Kosten sprichwörtlich am Kader absparen, während der anstehende Stadionneubau sein Übriges tun könnte, dem KSC die Luft zum Atmen zu nehmen. Viel Spaß in und mit der 3. Liga kann man da nur wünschen!

Umso erfreulicher war es dann, dass der VfB den Bock endlich umstoßen und mit zwei Asano-Toren den zweiten Derbysieg der Saison einfahren konnte, während der KSC bereits acht Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz hat und für die 3. Liga planen kann.

Unseren Ultras verlangte es alles ab, dass zwischen dem Jubiläums-Heimspiel und dem Derby im Neckarstadion nur sieben Tage lagen. Auch vor dem Derby zauberten unsere Hardcore-Fans eine gigantische Choreo in die Cannstatter Kurve, dieses Mal, wen wundert’s, mit Bezug auf die Feindschaft zum Gegenüber. „Den Fächer fürs Gesindel – das Zepter für uns“ lautete das Motto und war perfekter Auftakt für den Saisonhöhepunkt, den das Derby für viele Fans darstellt.

„Wir steigen auf, wir steigen auf, wir steigen auf und ihr steigt ab“ hallte es durchs weite Rund. Schadenfreude ist doch irgendwie die schönste Freude, auch wenn dieser Sieg natürlich in erster Linie für uns selbst wichtig war.

Damit hat der VfB die Tabellenführung zurückerobert und doch ist noch nichts gewonnen. Es geht verdammt eng zu oben, weil sich (noch) keiner eine länger währende Krise nimmt und auf der anderen Seite auch kein Team oben steht, das souverän von Sieg zu Sieg eilt. Daher steigt der Druck unaufhörlich an, weil bei noch sechs ausstehenden Spielen Ausrutscher kaum mehr wettzumachen sind. Inwieweit die junge Mannschaft diesem standhält und daran wächst, wird sich erweisen.

Das Spiel gegen den KSC hatte der VfB ohne zu glänzen weitestgehend unter Kontrolle und man ließ nur wenige Torchancen des Gegners zu. Das spricht jedoch weniger für die Stärke vom VfB als für die Schwäche des seit diesem Spieltag abgeschlagenen Schlusslichts. Einzig, als wegen der von den Karlsruher Chaoten verursachten Verzögerungen drei Minuten Nachspielzeit in der ersten Halbzeit anstanden, hatte man den Eindruck, auf 48 Minuten sei der VfB nicht eingestellt gewesen. Was sich in diesen Minuten vor der Pause abspielte, war paradox. Das gesamte Team wirkte auf einmal, als habe es Blei in den Beinen, stand zu weit vom Gegner weg und ließ diesen gewähren. Nur der Karlsruher Ungefährlichkeit geschuldet, hat sich dieses kollektive Abschalten nicht gerächt.

Erfreulich im Spiel war, dass der VfB defensiv gefestigter wirkte als zuletzt und die Absicherung der letzten Zone des Spielfelds gut funktioniert hat. Es war gefühlt immer einer da, der den letzten Pass abgelaufen hat, so dass man bei frühsommerlichen Temperaturen einen beruhigten Nachmittag verleben konnte.

Lichtblicke beim VfB waren Benjamin Pavard, der immer stärker aufspielende Insúa, bis zu seiner Auswechslung Ofori sowie Alexandru Maxim, dem man die Freude anmerkte, wieder mitwirken zu dürfen. Nach dem Ausfall von Carlos Mané ist Maxim schon so etwas wie DER Hoffnungsträger in Sachen Kreativität. Ihm fehlte zwar in vielen Situationen die Genauigkeit, was jedoch seiner fehlenden Spielpraxis geschuldet gewesen sein dürfte. Man merkte ihm an, dass seine Füße oft nicht das taten, was der Kopf vor hatte. Die Standards schlug er gefährlicher vors Tor wie zuletzt Anto Grgić, zudem ist er ein Spieler, der immer für ein Überraschungsmoment gut ist, so dass er gerade nach Manés Ausfall noch sehr wertvoll für den VfB werden könnte.

So war er an der Entstehung von beiden Toren beteiligt und hat damit einen großen Anteil am Sieg. Was Maxim angeht, freue ich mich, wenn ich ihn so spielen sehe wie am Sonntag, respektiere es aber auch, wenn er nicht aufgestellt wird. Kein Spieler ist größer als der Verein, dass sich Maxim bei etlichen Trainern nicht durchsetzen konnte, wird schon seine Gründe haben.

Ich bin gespannt, ob Maxim jetzt in Selbstzufriedenheit verfällt und sich in Sicherheit wiegt, nach einem ordentlichen Spiel schon wieder Stammspieler zu sein, oder ob er bereit ist, sich noch einmal sechs Wochen lang zu schinden und sich jeden Einsatz aufs Neue zu verdienen.

Am Ostermontag heißt der nächste Gegner unseres VfB dann Arminia Bielefeld. Seit der Entlassung von Jürgen Kramny fuhren die Ostwestfalen drei Siege und ein Remis ein und sind auf dem besten Wege, dem Abstieg von der Schippe zu springen. Schon an dieser Statistik lässt sich ablesen, dass auch dort der Weg kein leichter sein wird. Weshalb man uns für dieses nicht unbedingt Spitzenspiel ein weiteres Montagsspiel aufs Auge gedrückt hat, verstehe wer will, ich nehm’s sarkastisch und pragmatisch und erfreue mich daran, dass es wegen des Feiertags „nur“ einen Tag Urlaub kostet.

Im Vergleich zum letzten Auswärtsspiel bei den Münchner Löwen sollte der VfB von Beginn an im Defensivverbund konzentriert zu Werke gehen und leichte Fehler, die zum Rückstand führen können, tunlichst unterlassen. Wenn schon nach vorne die Durchschlagskraft fehlt und alles auf ein 0:0-Spiel hinausläuft, sollte man sich die Dinger hinten nicht noch selbst einschenken.

Es ist zu hoffen, dass mit dem Sieg gegen den KSC das Selbstvertrauen zurückkehrte und das Gebilde wieder stabiler wird. Zuletzt schien es so, dass sich gleich mehrere Spieler auf einmal ihre Krise nehmen. Dieser Sieg und das insgesamt wieder bessere Arbeiten im Kollektiv sollte Mut für die anstehenden Aufgaben machen.

Der Deutsche Sportclub Arminia Bielefeld hat für dieses Spiel bereits 20.000 Tickets abgesetzt und rechnet mit 2.000 Schwaben. Am Ende werden es sicherlich wieder etliche mehr Brustringträger sein, die sich den Dienstag frei genommen haben, um unsere Jungs zum Auswärtssieg zu schreien.

Am Tag davor nehmen sich bereits Hannover 96 und Eintracht Braunschweig, deren Lastminute-Siege mittlerweile unheimlich werden, gegenseitig die Punkte ab, so dass der VfB der große Gewinner des nächsten Spieltags werden könnte.

Wie wenn wir derzeit durch die Schiedsrichterentscheidungen zuletzt nicht schon benachteiligt und gestraft genug wären, bewies die DFL mit der Schiedsrichteransetzung fürs Bielefeld-Spiel ihr nicht vorhandenes Fingerspitzengefühl. Harm Osmers aus Hannover ist der Leiter dieses wichtigen Spiels, aus der Stadt eines unserer größten Aufstiegskonkurrenten also!

Ob die Familie Osmers nachtragend ist und Harm Osmers die Chance beim Schopfe packt, seinem Vater Hans-Joachim Osmers späte Rache zukommen zu lassen, wird sich dabei zusätzlich zeigen. 1993 war es, im Neckarstadion bei einem Pokalspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern, an das ich mich noch gut erinnern kann. Axel Kruse, wie man ihn kannte, ein wenig übermotiviert, rannte Osmers über den Haufen. O-Ton Kruse dazu: „Ich rannte auf ihn zu, fing an zu schimpfen und packte ihn am Arm. Er versuchte sich loszureißen, stolperte aber dabei, drehte sich zweimal um die eigene Achse und fiel hin wie der Osterhase. Heute würde ich sagen: Schiri-Schwalbe“. Satte zehn Wochen Sperre hatte ihm das eingebracht, ich fand ihn trotzdem extrem cool beim VfB zu jener Zeit.

Ein paar Worte auch noch zur außerordentlichen Mitgliederversammlung am 1. Juni, zu der der VfB Anfang April geladen hat. Für mich kommt es auch zur Unzeit, mit dieser so richtungsweisenden Entscheidung mitten im Aufstiegsrennen vorzupreschen und damit unweigerlich einen Nebenkriegsschauplatz aufgemacht zu haben.

Dass die MV zudem Donnerstag Abends, 18.30 Uhr, stattfinden soll und damit vielen auswärtigen und auch berufstätigen „einheimischen“ Mitgliedern die Teilnahme verwehrt bleibt, ist ein Schlag ins Gesicht eben jener Mitglieder der VfB-Familie. Wenn dann Präsident Dietrich bei #vfbimdialog noch süffisant erklärt, für diesen wichtigen Tag für den VfB Stuttgart müssten die Mitglieder eben „mal“ einen Tag Urlaub opfern, ist das ein Affront gegen eben jene Auswärtigen, für die schon jedes Heim- ein gefühltes Auswärtsspiel ist und die wegen der vom Verein uns eingebrockten Zweitligasaison bereits genug Urlaub für Freitags- und Montagsspiele opfern mussten. Daher halte ich fest, dass die Terminwahl an sich äußerst unglücklich ist, von möglicher Ablenkung im Aufstiegsrennen ganz zu schweigen.

Und doch bleibt einem interessierten und engagierten Mitglied nichts anderes übrig, als sich pragmatisch mit dieser Tatsache zu arrangieren. Präsident Dietrich hat schon mehrmals anklingen lassen, wie sehr dieses Thema den Verein über Jahre in seinem Handeln eingeschränkt, wenn nicht gelähmt hat, und dass er diese Entscheidung genau einmal während seiner Regentschaft zur Abstimmung bringen und jedes Votum, so oder so, akzeptieren werde.

Das heißt, es bleibt dem verantwortungsvollen Mitglied nichts anderes übrig, als sich ernsthaft mit dem Für und Wider einer Ausgliederung zu beschäftigen und seine Stimme im Sinne und zum Wohl der Zukunft des Vereins abzugeben. Allein schon wegen der unpässlichen Terminierung dieser Abstimmung auf „bockig“ zu schalten und von vornherein auf „dagegen“ zu stellen, wäre eventuell kontraproduktiv.

Ich persönlich werde mir bis dahin sämtliche #vfbimdialog-Sendungen ansehen und auch die eine oder andere Veranstaltung mit Dietrich besuchen, um mir meine Meinung zu bilden. Derzeit bin ich ergebnisoffen, was das angeht, würde aber sicherlich nur „dafür“ stimmen, wenn handfeste Zahlen, Daten, Fakten auf dem Tisch liegen und nicht lediglich irgendwelche optimistischen Schätzungen. Der Verein hat also noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten, um die Dreiviertelmehrheit zu erlangen.

Weiter beschäftigte mich unter der Woche, wie wohl jeden Fußballfan, der Terroranschlag auf den Dortmunder Mannschaftsbus am Dienstag kurz vor dem ursprünglich angesetzten Championsleague-Spiel gegen den AS Monaco. Wenn selbst an Orten, die rund 1.000 Sicherheitskräfte absichern, Terroranschläge möglich sind und durchgeführt werden, verdeutlicht das, dass es eine hundertprozentige Sicherheit nicht gibt.

Dass die zum Teil schwer traumatisierten Spieler bereits gut 24 Stunden später aufgrund des Diktats der UEFA erneut im Mannschaftsbus Platz nehmen und ein so wichtiges Spiel bestreiten mussten, ist nicht nachvollziehbar. An der Stelle wird deutlich, dass Menschlichkeit im Fußball keinen Platz mehr hat und einzig der schnöde Mammon zählt.

Durch die Geister, die die Fußballverbände riefen, indem sie stets neue „Wettbewerbe“ ins Leben rufen oder altbewährte reformieren bzw. aufblähen, ist natürlich wenig Zeit für Ausweichtermine vorhanden. Und dennoch hätte hier der Verband ein Zeichen der Menschlichkeit setzen MÜSSEN und Trainern und Spielern die Entscheidung darüber, ob sie sich befähigt sehen, tags darauf wieder Fußball zu spielen, überlassen sollen, ganz gleich welche Konsequenzen dies für den ach so vollen Rahmenterminkalender gehabt hätte.

Am Tag des Anschlags hatte man aufgrund der Berichterstattung noch eher den Eindruck, ein übergroßer Böller habe im Bus eingeschlagen, während am darauffolgenden Tag herauskam, welch großes Glück die Dortmunder hatten, dass nicht mehr passiert ist. Jeder stinknormale Bus, mit dem wir alle zwei Wochen zu Auswärtsspielen unterwegs sind, wäre wohl in seine Einzelteile zerfallen, während das Panzerglas im Dortmunder Mannschaftsbus noch Schlimmeres abgewehrt hatte.

Mit diesem Wissen im Kopf, dass es sich um einen gezielten Anschlag auf das Leben der ganzen Mannschaft handelte und welch großes Glück im Unglück der BVB hatte, schickte man das Team also wieder auf den Platz. Hinzu kam, dass ein Spieler, der für die Partie vorgesehen gewesen war, so schwer beim Anschlag verletzt wurde, dass er noch in der Nacht operiert wurde.

Doch, dem BVB blieb wohl keine andere Wahl, zum Spiel anzutreten, bei einer Weigerung hätten dem BVB wohl drastische Strafen gedroht, bis hin zum Ausschluss aus UEFA-Wettbewerben im nächsten Jahr oder in den nächsten Jahren. Business as usal auch dann, wie es die Paragraphen eben vorschreiben.

Es bleibt zu hoffen, dass das Lieblingskind der Deutschen, der Fußball nämlich, nicht weiter von kriminellem Abschaum missbraucht und Ausnahmezustände wie in Paris 2015 oder am Dienstag in Dortmund Einzelfälle bleiben. Allein, mir fehlt der Glaube, gerade daran geilen sich die Terroristen ja auf, an der Erschütterung über solche Vorkommnisse der „normalen“ Menschen.

Zu guter Letzt wünsche ich Allen friedliche Ostern und uns allen am Montag eine gute Fahrt, wir sehen uns auf der Bielefelder Alm.

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21. März 2017

Rückschlag in Fürth!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , – Franky @ 09:03

Dreierkette, Viererkette, Lichterkette! Hätte Carlos Mané in der 4. Spielminute bei seiner Hundertprozentigen kaltschnäuziger agiert und die frühe Führung für den VfB hergestellt, würde in den Tagen danach wohl kaum die Systemfrage und ob sich Hannes Wolf vercoacht hat, gestellt werden.

Hätte man auf einem Bundesligateppich gespielt und nicht auf dem Dorfacker von Fürth, hätte Mané, der mit Ball schneller als die meisten 2. Liga-Spieler ohne ist, den Torhüter umkurvt und leicht und locker eingeschoben. Hätte, hätte, Fahrradkette.

So nutzte der VfB diese Chance, im Übrigen die einzige in der gesamten ersten Halbzeit, nicht und machte den großen Fehler, sich früh von den Fürthern den Schneid abkaufen zu lassen.
Wie bereits gegen Bochum fehlte es an der richtigen Einstellung und der Bereitschaft, sich mit Macht gegen das Ungemach zu stemmen.

Das ist 2. Liga-Fußball, das sollte das Team langsam wissen. Wenn man agiert, wie über weite Strecken in Fürth, stellt sich für mich mehr die Grips- als die Systemfrage. Man kann als vermeintlich besseres Team natürlich versuchen, die Aufgabe spielerisch zu lösen, aber, das bedingt eine gewisse Ballfertigkeit, Sicherheit im Umgang mit dem Spielgerät und einen besser bespielbaren Rasen. Wenn ein Fußballprofi auf dem glitschigen Rasen nicht schon beim Warmmachen erkennt, dass mit Filigranität heute kein Blumentopf zu gewinnen sein würde, dann fehlt es ihm offenbar im Kopf.

Nachdem ich den Auftritt gegen den VfL Bochum noch verteidigt und die Ursachen dafür im Kampfspiel in Unterzahl in Braunschweig gesehen habe, muss ich nach dem blutleeren in Fürth hart mit der Mannschaft ins Gericht gehen.

Jan Schindelmeiser und Hannes Wolf stehen für mich über Allem und sind ein Versprechen in die Zukunft. Dass Wolf nach seinen Wechselspielen von einigen bereits wieder in Frage gestellt wird, empfinde ich als eine Frechheit und hoffe nur, dass diejenigen in der absoluten Unterzahl bleiben und nicht der möglicherweise beste und vielversprechendste Trainer, den der VfB je hatte, wie so viele vor ihm, vom Hof gejagt wird, ehe sein Werk vollendet ist.

Was ihm zum Vorwurf gemacht wird, nämlich, dass er sich nicht stur auf ein System und eine Stammformation festlegt, gefällt mir gerade außerordentlich. Dadurch hält er sowohl die Spannung im Kader hoch, weil jeder jederzeit mit seiner Chance rechnen kann und der VfB ist für die Gegner schwerer ausrechenbar. Spieler, die wegen Sperren oder Verletzungen in die Mannschaft kamen und sich ordentlich präsentiert haben, sind nicht, wie es in all den Jahren zuvor war, automatisch wieder draußen, sondern haben eine echte Chance sich festzuspielen. Anderen wie einem Daniel Ginczek, dessen Tor gegen Bochum ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zurück zu alter Stärke gewesen sein könnte, werden belohnt und bekommen beim nächsten Mal von Beginn an die Chance sich zu präsentieren (wie ja auch Berkay Özcan nach seinem Tor gegen Kaiserslautern).

Daher passt Wolf hie und da sein System den Spielern an, die sich den Startelfeinsatz verdient haben. So durften sowohl Pavard, der jüngst Marcin Kamiński gegen Bochum ordentlich vertreten hatte, wie auch Daniel Ginczek von Beginn an ran.

Den Ansatz, eine Dreierabwehrkette spielen zu lassen, die bei gegnerischen Angriffen ohnehin zu einer Fünferkette werden soll(te), halte ich für gut. Wird dieses System gut umgesetzt, rücken die Außenverteidiger bei eigenem Ballbesitz weiter vor, unterstützen dadurch das Mittelfeld und helfen mit, Überzahlsituationen zu schaffen. Dass dieses Vorhaben derart in die Hose ging, lag weniger am Plan des Trainers, sondern vielmehr daran, dass im VfB-Spiel überhaupt kein Mittelfeld vorhanden war. An der taktischen Ausrichtung kann man genauso wenig festmachen, dass ein Marcin Kamiński ins Leere stochert und der Flachschuss von Berisha aus 30 Metern auf dem nassen Boden derart an Fahrt aufnimmt, so dass er (wohl) unhaltbar für Mitch Langerak in sein linkes Tornetz einschlägt.

Systemgeschuldet ist es genauso wenig, wenn man meint, gegen eine durchschnittliche Zweitligamannschaft, spielerisch glänzen und den Fuß zurückziehen zu können, anstatt in den Pressschlag zu gehen und dem Gegner zu zeigen, dass man die Bedingungen anzunehmen bereit ist. Daniel Ginczek hatte auf ungewohnter Position Linksaußen hinter der Spitze Terodde einen schweren Stand und fand zu keiner Zeit ins Spiel. Dennoch war er es, der mit der sprichwörtlichen Wut im Bauch, die Wolf von allen einforderte, einen Gegenspieler an der Seitenlinie weggrätschte und dafür die gelbe Karte sah.

Diese Aktion erinnerte mich an ein VfB-Spiel im September 1996 bei den Münchner Löwen. Der Tabellenzweite VfB lag beim TSV 1860 mit 1:0 in Rückstand, als Fredi Bobic die Blutgrätsche auspackte und einen Gegenspieler von hinten mit Anlauf abräumte. Nach dem Spiel gestand Bobic ein, er habe ein Zeichen setzen wollen. Dieses hatte offenbar gefruchtet, der VfB gewann mit 2:5 und erklomm an jenem Spieltag die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga.

Der Unterschied zu damals? Während im Olympiastadion außer Bobic noch Typen wie Wohlfahrt, Verlaat, Soldo, Poschner und Elber auf dem Feld standen, die alle Ehrgefühl und Führungsqualitäten in sich vereinten, sucht man solche Tugenden in der Elf vom Samstag vergeblich. Christian Gentner sollte das kraft seines Amtes und aufgrund seiner Erfahrung eigentlich sein, doch, weit gefehlt.

Wie so oft, wenn es schwierig wird, tauchte Gentner auch am Samstag komplett unter. Wenn DER vermeintliche Führungsspieler es gerade mal auf ca. 65 Ballkontakte bringt und mit diesen noch fast zwanzig (!) Fehlpässe fabriziert, kann es nur heißen: setzen, sechs!

In einer katastrophalen ersten Halbzeit ließ sich der VfB von aggressiven Fürthern den Schneid abkaufen und ergab sich in sein Schicksal. Ein Mittelfeld suchte man, wie angesprochen, vergeblich. Erst als nach dem Seitenwechsel Anto Grgić für den verletzten Zimmer ins Spiel kam, war so etwas wie eine Schaltzentrale erkennbar und die Angriffe wurden strukturierter.

Hannes Wolf arbeitete in seiner ersten Vorbereitung im portugiesischen Lagos akribisch daran, dem Team seine Handschrift zu verpassen, ihm verschiedene Systeme beizubringen und feilte am Teamgeist. Alles schien gut, die ersten fünf Rückrundenspiele wurden gewonnen, nicht nur wir Fans, auch die Spieler liefen mit einem Dauergrinsen durch die Gegend, so dass lange nur die Frage war, wann wir denn aufsteigen und nicht ob, schließlich hatte man sich ja einen komfortablen Vorsprung in der Tabelle erspielt.

Zwei Remis und eine Niederlage später ist diese Euphorie wie weggeblasen. Zweifel machen sich breit, viele sehen das Team nicht mehr imstande, den Schalter nochmal umzulegen. Wenn man die Hilflosigkeit der Mannschaft in Fürth sah, fühlte man sich an die schlechtesten Auftritte der Hinrunde erinnert. Ob in Düsseldorf, in Dresden, in Würzburg oder jetzt in Fürth, kassiert die Mannschaft auswärts das 0:1, war’s das und man könnte eigentlich heimgehen oder am Bierstand auf den Schlusspfiff warten.

Wo sind der Teamgeist und die Bereitschaft, sich gegenseitig zu helfen, geblieben? Es kann doch nicht daran liegen, dass der ausgewiesene Mentalitätsspieler Kevin Großkreutz nicht mehr da ist!? Auch wenn er im Team nicht sonderlich beliebt gewesen sein soll, war er doch einer, der Aufmerksamkeit auf sich zog und damit Druck von den Anderen nahm. Dieser Druck entlädt sich nun wieder fast vollständig auf Christian Gentner, zumindest so lang Simon Terodde aufgrund seiner Maske der vollständige Durchblick fehlt. Er wirkte zuletzt mit Maske gehemmt und wird hoffentlich nach der Länderspielpause wieder der alte sein.

Gentner macht in Interviews derweil nebulöse Andeutungen „In den letzten Wochen haben sich einige Dinge eingeschlichen, die nicht gut sind“, anstatt die „Dinge“ beim Namen zu nennen. Des Weiteren meinte er nach dem Spiel “Das Vereinsziel muss über allem stehen. Jeder muss auch im Privatleben diesem Ziel alles unterordnen.”

Es scheint also durchaus so zu sein, dass großer Redebedarf herrscht und Tendenzen zu Tage treten, die auf mangelnden Teamgeist und mangelnde Professionalität hindeuten. Dies wäre natürlich Gift und gäbe Anlass zu großer Sorge.

Viele der großen Skeptiker im VfB-Umfeld ziehen nun Parallelen zur Vorsaison, als man nach ebenfalls fünf Siegen zu Beginn der Rückrunde gnadenlos abstürzte. Durchaus möglich, dass einige der Bähmullen in der Mannschaft, die im Vorjahr schon dabei waren, angesichts dieser Erinnerungen schon weiche Knie bekommen und doch sollte uns Hoffnung machen, dass die nächsten Gegner „nur“ Dynamo Dresden, 1860 München und Karlsruher SC heißen und nicht Leverkusen, Dortmund und Bayern. Zum Anderen dilettieren auch nicht mehr Kramny und Dutt vor sich hin und sprechen die Mannschaft von jeglichem Druck frei, mit Wolf und Schindelmeiser weht inzwischen ein ganz anderer Wind.

Jan Schindelmeiser legte den Finger unmittelbar nach dem Fürth-Desaster in die Wunde, indem er anmahnte, “Wir müssen das, was die zweite Liga ausmacht, wieder stärker in den Vordergrund stellen. Sich durchzusetzen, Zweikämpfe zu gewinnen, den Gegner körperlich zu dominieren und dann Fußball zu spielen – nicht umgedreht. Das funktioniert in der zweiten Liga nicht.” Auch Hannes Wolf schlug in dieselbe Kerbe und wird die Mannschaft noch mehr in die Pflicht nehmen. Ein solches Negativerlebnis vor einer Länderspielpause ist immer schlecht, weil die eigentliche Aufarbeitung dieses erbärmlichen Auftritts erst mit einer Verzögerung von zehn Tagen erfolgen kann.

Es wird spannend sein, zu beobachten, wie Hannes Wolf im nächsten Spiel auf die Niederlage reagiert. Ob man dem Team, das nun nichts mehr als Stabilität benötigt, einen Gefallen tut, ständig mit einer anderen Aufstellung anzutreten, sei dahingestellt. Möglicherweise wähnt Wolf sein Team schon weiter, als es tatsächlich ist. Wer weiß, wofür solche Rückschläge noch gut gewesen sind, sollte am Ende tatsächlich der Aufstieg stehen. Dann hat man die Gewissheit, dass personell noch einiges im Argen liegt und auch die letzten Altlasten „entsorgt“ werden müssen, möchte man im Oberhaus eine bessere Rolle als in den letzten Jahren spielen.

Wenn diese Niederlage kurzfristig ihr Gutes hat, dann auf jeden Fall, dass die wenigsten Protagonisten vom Samstag, Ansprüche auf einen Stammplatz zu stellen brauchen. Da fallen mir derzeit allenfalls Langerak, Baumgartl, Terodde (hoffentlich gegen Dresden wieder ohne Maske) und mit Abstrichen noch, mangels ernsthafter Alternative, Emiliano Insúa ein.

Die Gelegenheit war noch nie günstiger, unsere neuen Hoffnungsträger Ofori und Onguéné hineinzuwerfen, sofern sie gesund und nicht allzu gestresst von ihren Länderspielreisen zurückkehren. Kamiński, der bis zu seinem Platzverweis in Braunschweig eine solide Rückrunde spielte, war nicht nur beim Gegentor nicht Herr der Lage, auch ein viel zu kurz geratener Rückpass hätte den frühzeitigen Knockout bedeuten können. In einigen Situationen des Polen glaubte man ein Déjà-vu zu haben und Toni Šunjić im Kamiński-Kostüm auf dem Platz zu sehen.

Gerade Ebenezer Ofori würde ich gerne einmal neben Anto Grgić und anstelle von Christian Gentner sehen, wer weiß ob nicht gerade durch eine solche vorübergehende Wachablösung neue Helden geboren und die Anderen noch mehr in die Pflicht genommen werden, anstatt sich stets hinter Gentner zu verstecken.

Seit gestern ist der VfB in der Verfolgerrolle, nachdem der 1. FC Union Berlin durch den späten Sieg gegen den 1. FC Nürnberg den Platz an der Sonne eingenommen hat. Noch kein Grund in Panik zu verfallen, wenngleich eine gewisse Wachsamkeit da sein sollte.

Noch liegt der VfB im Soll, schließlich steigt auch der Zweite direkt auf, aber, allzu viele Ausrutscher sollte sich der VfB freilich nicht mehr erlauben.

Sich auf die Gegebenheiten in der zweiten Liga einzustellen, bedeutet auch, sich damit abzufinden, dass die Schiedsrichter nur noch zweitklassig sind. Simon Terodde wurde ein klares Tor aberkannt, während der Fürther Dursun nicht mit gelb-rot vom Platz geschickt wurde. Es war nicht das erste Mal in den letzten Spielen, dass der VfB benachteiligt wurde, während bspw. Eintracht Braunschweig zuletzt von Schiedsrichterentscheidungen profitierte und daher auf dem Relegationsplatz platziert ist.

Nach der Pause kommt die Woche der Wahrheit. Zunächst geht es im ausverkauften Neckarstadion gegen die lautstarken Dresdner. Mit einem Sieg könnte sich Dynamo gar noch Hoffnungen zumindest auf die Relegation machen, so dass dies sicher keine einfache Aufgabe werden wird. Zwei Akteure in Reihen der Dynamos werden dabei besonders motiviert sein. Zum einen Winterneuzugang Philip Heise, dessen Qualitäten beim VfB meiner Meinung nach verkannt wurden, zum anderen Erich Berko, der schon für unsere Amateure am Ball war. Der VfB muss ein anderes Gesicht zeigen als zuletzt und sollte motiviert genug sein, die Schmach aus dem Hinspiel vergessen zu machen.

Danach wartet mittwochs der TSV 1860 München, für den es ein Vorteil sein könnte, dass er Freitag-Mittwoch spielt, während wir durch das Sonntagspiel zwei Tage weniger Zeit zur Regeneration haben. Und, zum hoffentlich krönenden Abschluss der englischen Woche kommt der KSC zum Derby nach Stuttgart, wieder vor ausverkauftem Haus mit der Gelegenheit, unsere Position im Aufstiegsrennen zu festigen und die Ostfranzosen dem Abgrund ein Stück näher zu bringen.

Es bleibt also spannend, mir ist vor den nächsten Wochen nicht bange, mein Vertrauen gründet sich auf die Arbeit von Hannes Wolf, der schon so viel richtig gut gemacht hat und dem ich auch jetzt Lösungen zutrauen, aus dieser Minikrise nach der Länderspielpause gestärkt heraus zu kommen.

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12. März 2017

Ein 1:1 der anderen Art

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , – Franky @ 15:24

Es ist schon faszinierend, wie sich binnen vier Tagen ein und dasselbe Ergebnis so grundverschieden anfühlen kann. Hat man bei heimstarken Braunschweigern in Unterzahl bravourös einen Punkt erkämpft und einen direkten Kontrahenten auf Distanz gehalten, kam man gegen eine graue Maus der Liga zu Hause nicht über eine Punkteteilung hinaus.

Immerhin kamen die Bochumer als Tabellenzwölfter und derzeit tabellarisch jenseits von Gut und Böse stehendes Team zum Tabellenführer, was sollte da also schon schief gehen? Als wir vor dem Spiel zusammensaßen und dem Spiel entgegenfieberten, fiel dennoch schon die Befürchtung, dass es ein schwieriges Spiel werden könnte, an dessen Ende man sich möglicherweise mit einem Punkt zufrieden geben müsse. Warum? Einfach weil die Bochumer taktisch hervorragend agieren und ein sehr unangenehmes Pressing spielen und es fraglich sei, was der VfB dem, das Montagspiel noch in den Knochen, entgegen setzen werde können.

Der Taktikblogger Jonas Bischofsberger formulierte dies hinterher bei STN online so: „Am Freitagabend erwartete den VfB die taktisch wohl komplizierteste Herausforderung der Saison gegen den VfL Bochum. Gertjan Verbeeks VfL Bochum hebt sich mit mutigem Offensivfußball, extremer Mannorientierung und hohem Pressing deutlich von den anderen Mannschaften der Liga ab“. So entwickelte sich ein Spiel, indem sich der VfB der Manndeckung der Bochumer kaum entziehen konnte, zumal in den ersten dreißig Minuten Bewegung im Stuttgarter Spiel fehlte. Wenn mal ansatzweise Kombinationsfußball versucht wurde, wurden diese Bemühungen jäh durch taktische Fouls der Bochumer gestoppt. Der Schiedsrichter „Meister Proper“ Benedikt Kempkes, erst in seinem sechsten Zweitligaspiel, war äußerst gnädig bei der Vergabe persönlicher Strafen, bei härterem Durchgreifen hätten die Bochumer mit dieser Gangart das Spiel nie und nimmer zu elft beendet.

Dem VfB fehlte spürbar die Frische und er musste nach der gelb-roten Karte von Kamiński in Braunschweig zudem die zuletzt eingespielte Viererkette sprengen. Ehe man sich auf das harte Bochumer Spiel richtig einstellen konnte und sich versah, lag man auch schon mit 0:1 in Rückstand.

Aus einer Kontersituation heraus, in der Emiliano Insúa nicht schnell genug zurück eilte, offenbarten sich auch just Abstimmungsprobleme zwischen Timo Baumgartl und Benjamin Pavard. Letzterer orientierte sich in die Mitte und stand Timo Baumgartl auf den Füßen anstatt sich links zu Losilla hin zu bewegen. Dieser stand dadurch mutterseelenallein stand und konnte problemlos zur Führung einschieben. Auf eine Reaktion der Mannen von Hannes Wolf wartete man als VfB-Fan vergeblich, im Gegenteil, Mlapa und Wurtz verpassten es, die Bochumer Führung höher zu schrauben, so dass wir nach einer halben Stunde mit dem 0:1 noch sehr gut bedient waren.

Erst als Hannes Wolf in der 31. Minute reagierte und Matthias Zimmermann für den dieses Mal schwach agierenden Anto Grgić brachte, wurde das VfB-Spiel griffiger und zielstrebiger. Grgić schmeckte die Manndeckung der Bochumer überhaupt nicht, so dass seine Auswechslung nachvollziehbar war. Bis zum Pausenpfiff hatte der VfB dann auch die große Ausgleichschance durch Takuma Asano, der das Gehäuse mit einem Schuss aus der zweiten Reihe nur knapp verfehlte.

Zur zweiten Hälfte riss der VfB das Spiel zwar mehr und mehr an sich, musste bei Bochumer Kontern aber weiterhin hellwach und auf der Hut sein. Klare Torchancen der Brustringträger blieben Mangelware. Auch nach den Einwechslungen von Ginczek und Maxim änderte sich zunächst wenig an der Ideenlosigkeit, es fiel den Jungs vom VfB nach wie vor schwer gegen den kompakten VfL klare Chancen herauszuspielen.

Just jenen Moment, in dem die Bochumer wegen einer Behandlungspause des ehemaligen VfBlers Tim Hoogland nur zu zehnt auf dem Feld standen, nutzte der VfB mit einem schnell hervor getragenen Angriff zum Ausgleich. Carlos Mané wurde von Terodde steil geschickt, drang bis zur Grundlinie vor und passte scharf in die Mitte, wo Daniel Ginczek stand und nur noch den Fuß hinhalten musste. Tonnenschwere Steine hörte man im weiten Rund plumpsen. Die Hoffnung, doch noch den Heimsieg einzufahren, war zurückgekehrt. Da die Bochumer bereits drei Mal ausgewechselt hatten, schleppte sich Hoogland bis zum Schluss durch, was der VfB jedoch zu keinem weiteren Treffer nutzen konnte.

Für Daniel Ginczek war es nach seiner schier endlosen Verletzungspause sein erstes Pflichtspieltor seit dem 26.09.2015, damals beim 1:3 gegen Borussia Mönchengladbach am 7. Spieltag der Vorsaison. Wohl jeder im Stadion gönnte ihm diesen Moment und hofft darauf, dass bei ihm nun endgültig der Knoten geplatzt ist. Er macht eine schwierige Phase durch, weil er sich schon weiter sieht als es Hannes Wolf tut und dieser wohl kaum zum System mit zwei Spitzen wechseln wird. Simon Terodde herauszunehmen verbietet sich aufgrund seiner Leistungen von selbst, zudem arbeitet Terodde noch mehr fürs Team als es Daniel Ginczek tut. Dieser wollte im Anschluss dann auch zu viel und verzettelte sich lieber in einer Einzelaktion als den besser postierten Mitspieler zu sehen. Diesen Egoismus, der sicherlich auch in seiner Ungeduld begründet liegt, wird ihm Hannes Wolf hoffentlich für die nächsten Spiele austreiben.

Insgesamt zeigte der VfB zu wenig von dem, was ihn in den Wochen zuvor stark gemacht hat. Terodde schien mit seiner Gesichtsmaske im wahrsten Sinne des Wortes der Durchblick zu fehlen, ein Mittelfeld war kaum vorhanden und die Müdigkeit und die daraus resultierende Schwierigkeit, aufopferungsvoll verteidigende Bochumer in größere Gefahr zu bringen, ließen sich einfach nicht verleugnen.

Von Alexandru Maxim, der zuletzt überhaupt nicht mehr im Kader stand und erst zu seiner zweiten Einwechslung im Kalenderjahr 2017 kam, war ich gelinde gesagt enttäuscht. Ob es die Vorgabe vom Trainergespann war, auf links außen festzukleben, weiß man natürlich nicht. Dennoch hätte ich von ihm, der der mit Abstand frischeste Spieler hätte sein müssen, mehr erwartet, nämlich, dass er sich die Bälle weiter hinten abholt, wenn sie schon nicht von selbst zu ihm kommen. Mit dieser „Leistung“ konnte er keine Eigenwerbung für weitere Einsätze in den nächsten Spielen betreiben.
Auch wenn ich mich normalerweise zurück halte, was das Klagen über die Belastung von Profifußballern angeht und Gründe von schlechten Spielen selten darin suche, grenzte diese Ansetzung Freitags nach einem Montagsspiel schon fast an Wettbewerbsverzerrung.

Während Bochum zwischen dem Freitagspiel zu Hause gegen Fortuna Düsseldorf und dem Spiel den Freitag darauf beim VfB eine ganze Woche Zeit zur Regeneration und Vorbereitung zur Verfügung hatte, blieben dem VfB gerade einmal vier Tage Zeit, inklusive der Rückreise aus Braunschweig.
Der VfB hatte dabei nicht nur eine der weitesten Reisen, die die Liga zu bieten hat, zu bewältigen, sondern auch ein schwieriges Spiel bei einem Spitzenteam, bei nasskaltem Wetter, auf tiefem Geläuf, welches als Rasen zu bezeichnen noch geschmeichelt wäre, und wo man zudem aufgrund der zu harten gelb-roten Karte für Marcin Kaminski fast fünfzig Minuten in Unterzahl alles reinwerfen musste, was die geschundenen Körper hergaben.

Dass Trainer Hannes Wolf auf der Prä-Spieltags-Pressekonferenz das Montagspiel als mögliches Alibi für eine schlechte Leistung gegen Bochum nicht gelten lassen wollte, ehrt ihn zwar, es ist aber nicht von der Hand zu weisen, dass diese Tatsache für das Spiel gegen die Pressingmaschinen des VfL Bochum bei der Analyse durchaus herangezogen werden kann und einen Nachteil bedeutete. Einem defensiv stark arbeitenden und kompakt stehenden Kollektiv wie dem der Bochumer ist am ehesten, wie beim Ausgleich kurz aufgeflammt, beizukommen, wenn schnell gespielt wird. Dieses schnelle Offensivspiel, das der VfB in dieser Saison immer wieder phasenweise herausragend gezeigt hat, bedingt geistige und körperliche Frische, die am Freitag einfach nicht da waren.

Da der VfB in dieser Saison bereits zum zweiten Mal nach einem Montagspiel freitags ran musste und zum zweiten Mal seine „normale“ Leistung dabei nicht abrufen konnte (im August 0:1 in Düsseldorf), interessierte es mich, wie es um die anderen Vereine, die nach einem Montagspiel freitags schon wieder ran mussten, bisher bestellt war. Und siehe da, elf Spiele, ein Sieg, drei Remis, jedoch sieben Niederlagen stehen zu Buche für die so belasteten Mannschaften. Dabei stechen außer unseren Punktverlusten, die ohnehin stets ungewöhnlich anmuten, das 1:4 von Hannover 96 in Fürth und ein 0:3 vom 1. FC Union Berlin in Heidenheim heraus.

So bringt es den VfB zwar nicht weiter, über solche Ansetzungen, die es auch in Zukunft geben wird, zu lamentieren, aber, man muss Niederlagen, die ihre Ursache möglicherweise mit in einer solchen Terminierung haben, auch nicht überbewerten. Ein Vergleich mit dem Europapokalmodus, der gerne herangezogen wird, verbietet sich sowieso, weil die meisten Zweitligakader nicht breit genug aufgestellt sind, um ausreichend rotieren zu können.

In Anbetracht dieser Widrigkeiten fühlt sich ein Punkt gegen Bochum zu Hause zwar immer noch nicht viel besser an, wird aber pragmatisch an- und mitgenommen. Es handelte sich auf jeden Fall um ein gerechtes Ergebnis, das sich die Bochumer redlich verdient haben. Der Bochumer Trainer Gertjan Verbeek bleibt damit gegen den VfB ungeschlagen, ob als Trainer vom VfL Bochum, dem 1. FC Nürnberg oder auch 2004 in der Europa League mit dem SC Heerenveen.

In der Fangemeinde gehen die Meinungen auseinander, ob man sich daran erfreuen sollte, dass wir in der Rückrunde noch ungeschlagen sind (5 Siege, 2 Unentschieden) oder ob schon sämtliche Alarmglocken schrillen sollten, weil wir zuletzt zwei Mal in Folge nicht gewonnen haben.
Ich bin zwar auch ein gebranntes Kind, der Absturz letzte Saison nach kurzem Zwischenhoch ist schließlich noch sehr präsent, und doch lehne ich Vergleiche mit der Vorsaison kategorisch ab.

Zum einen spielen wir inzwischen eine Liga tiefer, die Gegner sind entsprechend schwächer. Zum anderen wurschteln auf dem Wasen nicht mehr Kramny und Dutt vor sich hin, die mit freien Tagen um sich werfen und das Team am Ballermann auf die entscheidenden Wochen einstimmen, sondern es ist Seriosität eingekehrt. Jan Schindelmeiser und Hannes Wolf werden wachsam bleiben und nicht nachlassen, die Konzentration hochzuhalten.

Für mich ist auch nach diesen zwei sieglosen Spielen noch nicht allzu viel passiert, auch wenn die Konkurrenz etwas näher gerückt ist. Daher ist es mir weiterhin nicht bange und ich bin zu 100% überzeugt, dass wir am Ende relativ ungefährdet aufsteigen werden.

Die Zuschauer werden die Mannschaft weiter von Sieg zu Sieg tragen und Erstligaflair ins Neckarstadion hinein tragen. 45.300 Zuschauer auch zu dieser frühen Anstoßzeit am Freitagabend unterstreichen den Rückhalt, den die Truppe heute und schon die ganze Saison über genießt.

Erfreulich empfand ich es, dass die Personalie Kevin Großkreutz überhaupt keine Rolle mehr spielte, zumindest habe ich kein einziges Banner in diese Richtung gesehen. Das Thema ist abgehakt und lediglich ein paar Wichtigtuer, für die einzelne Spieler über dem Verein stehen, geben noch nicht auf, von einer Rückholaktion zu träumen.

Die nächsten beiden Heimspiele gegen Dynamo Dresden und die Abordnung aus Ostfrankreich werden auf jeden Fall ausverkauft sein, danach steht zu Hause dann noch das Gipfeltreffen mit dem 1. FC Union Berlin an, das schon wegen der Tabellensituation hochfrequentiert sein dürfte, ehe Erzgebirge Aue im Neckarstadion antritt.

Bis dahin fließt zwar noch viel Wasser den Neckar hinunter und doch träume ich auch da von einem ausverkauften Haus, nämlich dann, wenn das Timing so passen würde, pünktlich zu diesem Spiel den Aufstieg perfekt machen zu können. Das allerletzte Saisonspiel gegen die Würzburger Kickers ist ohnehin ein Selbstläufer, so dass der VfB die Saison mit einem Zuschauerschnitt von über 50.000 abschließen könnte. Kein Mensch hätte nach dem Abstieg mit einem solch immensen Zuspruch, trotz der oft unsäglich blöden Anstoßzeiten, gerechnet.

Meine Aufstiegshoffnungen sind nach den beiden sieglosen Spielen zuletzt jedenfalls nicht gedämpfter als davor. Dass kein Spiel in der 2. Liga ein Selbstläufer ist, wissen wir seit es los ging, dass der Weg zum Aufstieg steinig und schwer werden würde, war auch bekannt. Dies reflektiert doch schon allein, dass kein Mensch erwarten kann, dass wir jedes Spiel gewinnen und mit Siebenmeilenstiefeln durch die Liga eilen. Punkteteilungen, ja, vielleicht sogar auch mal wieder eine Niederlage, gehören dazu und werden das Team nicht umwerfen. Jetzt hat man fast eine Woche lang Zeit, die Wunden von Braunschweig und Bochum zu lecken und in Fürth mit neuer Kraft anzugreifen. Ich bin dabei, bleibe optimistisch und freue mich darauf.

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7. März 2017

Aufopferungsvoll erkämpft!

Der VfB Stuttgart bleibt auch nach dem 23. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga unangefochtener Tabellenführer und hielt den Vorsprung auf den Relegationsplatz dank des Patzers der Hannoveraner in Ostfrankreich bei sechs Punkten.

Für uns ständige Begleiter des Brustrings hieß es montags erstmals auswärts ran zu müssen und dies auch noch fast von einem Ende der Republik zum anderen. Wie war das einst mit der angedachten 300km-Regel, liebe DFL? Das Stadion erreichten wir sehr frühzeitig, so dass noch genügend Zeit blieb, ein Bierchen mit Freunden und Bekannten, die nach und nach eintrafen, zu trinken und die Ereignisse der vergangenen Woche zu diskutieren.

Eigentlich wollte ich das Thema nach meinem letzten sehr ausführlichen Statement für beendet erklären und, wie es allen gut tun würde, nur noch nach vorne blicken. Da es jedoch offensichtlich sehr viele gibt, die sich mit der unter sorgfältiger Abwägung aller Möglichkeiten von der Vereinsführung getroffenen Entscheidung nicht abfinden wollen, noch einmal ein paar Worte von mir dazu.

Wie bereits dargelegt, ist die getroffene Entscheidung richtig, weil es um die Glaubwürdigkeit des Vereins geht. Um die Glaubwürdigkeit der Eltern, die ihre Sprösslinge im VfB-Jugendinternat unterbringen, um die Glaubwürdigkeit gegenüber Sponsoren, die eine Menge Geld in die Jugendarbeit investieren und es geht um die Glaubwürdigkeit der Mannschaft gegenüber. Diese spürt, seit Hannes Wolf das Sagen hat, dass sich Leistung lohnt und es jeder selbst in der Hand hat, sich ins Team zu spielen und sie bekommt auf der anderen Seite auch zu spüren, dass diese Chance verwirkt, wer nicht mitzieht und sich nicht professionell genug verhält.

Da kann einer noch so auf Schönwetter mit den Fans machen, indem er alle paar Wochen mal so richtig einen raushaut, entscheidend ist aber auf dem Platz und wie man sich innerhalb der Gruppe gibt. In diesen Punkten hatte Großkreutz zu seiner Zeit beim VfB große Defizite und legte zudem nicht den Lebensstil eines Profis hin.

Wenn jetzt welche meinen, eine Online-Petition an den Start bringen zu müssen, deren Ziel es ist, dass der VfB eine Rolle rückwärts vollzieht, diejenigen können den VfB nicht lieben und können kein Interesse daran haben, dass weiterhin in aller Ruhe gearbeitet und alles dem Ziel Aufstieg untergeordnet werden kann.

Vereinsübergreifend wird für diese schwachsinnige Petition die Werbetrommel gerührt und sich damit gerühmt, dass schon 40.000 Leute diese unterzeichnet hätten. Nicht einmal ein Bruchteil derer, die hier unterschrieben haben, haben ein Interesse am VfB und haben geschweige denn Einblick in Großkreutz‘ Großtaten während seiner Stuttgarter Zeit und könnten diese beurteilen.

Den VfBlern, die die Petition unterzeichnet haben, kann man die Frage stellen, was sie damit bezwecken wollen, was ihnen an der derzeitigen Vereinspolitik nicht passt. Man muss nicht jede Personalentscheidung gut finden, das tue ich auch nicht, und doch sollte man sich eben mit dieser Tatsache abfinden und der Vereinsführung, die in dieser Konstellation bislang sehr viel richtig macht, vertrauen.

Zudem lautet die offizielle Sprachregelung, dass man sich im gegenseitigen Einvernehmen getrennt habe. Gibt es irgendwelche Indizien, dass Großkreutz und sein Berater selbst diese Petition gutheißen? Oder kann es nicht sein, dass von Kevin Großkreutz durch diese Entscheidung eine Menge Ballast abgefallen ist und er die avisierte Pause vom Profifußball dringend benötigt? Wie man ihn auf der Pressekonferenz gesehen hat, würde einen auch das nicht wundern.

So steht möglicherweise also eine Petition im Raum, die medienwirksam ist und auf die die Medien auch dankend anspringen, die jedoch weder dem „Betroffenen“ Kevin Großkreutz noch dem VfB dienen, sondern nur das eine schafft, nämlich das, was die Medien am liebsten haben, Unruhe zu schüren. Daher handelt es sich hierbei für mich um Wichtigtuerei und unnötig wie ein Kropf, wird uns aber dennoch nicht vom Weg zum Aufstieg abbringen.

Hannes Wolf hatte auf der Spieltagspressekonferenz bereits erfreut festgestellt, dass das Team trotz der Negativschlagzeilen unter der Woche eine gute Vorbereitung auf das Braunschweig-Spiel hingelegt hat, was auf dem Platz auch eindrucksvoll unterstrichen wurde.

Der VfB, bei dem Tor-Vorlagengeber Özcan für den zuletzt überspielt wirkenden Asano mit einem Startelfeinsatz belohnt wurde und Jean Zimmer, wie schon gegen seinen Ex-Club Kaiserslautern hinten rechts verteidigte, kam hellwach aus der Kabine und erzielte bereits nach 131 Sekunden die Führung durch Mané.

Ein erster Paukenschlag in diesem „Sechs-Punkte-Spiel“, der eigentlich für Sicherheit sorgen sollte. In den ersten 20 Minuten machte es der VfB auch geschickt und hätte beinahe durch Timo Baumgartl, zwei Tage nach seinem 21. Geburtstag, nachgelegt.

Danach kamen die Niedersachsen auf dem bei Dauerregen schwer bespielbaren Untergrund besser auf und drängten den VfB zunehmend in die Defensive. Chancen aus dem Spiel heraus ließ der VfB wenige zu, dafür legte dann Insúa nach einer guten halben Stunde im Strafraum bei seinem Gegenspieler Hand an, was dieser zu einer theatralischen Flugeinlage nutzte und den Schiedsrichter dazu veranlasste, Elfmeter zu pfeifen.

Diesen von Boland getretenen Strafstoß parierte Mitch Langerak glänzend. Zehn Minuten später zeigte der schwache Schiedsrichter Brand aus Bamberg erneut auf den Punkt, dieses Mal gegen Kamiński, der dafür zudem die gelb-rote Karte vor die Nase gehalten bekam. Reichel, mit einem schlimmen Fehlpass Ausgangspunkt des 0.1, fasste sich diesmal ein Herz und traf zum Ausgleich.

Der Schiedsrichter ließ während des gesamten Spiels jegliche einheitliche Linie vermissen und pfiff gefühlt konsequent gegen den VfB. Eine einseitige kleinlich geführte Regelauslegung bei sehr schwierigen Wetter- und Platzverhältnissen kann ein Team schon mal zermürben. Nicht so den VfB 2017!
Über beide Elfer kann man streiten, wenn er die gibt, müsste Baumgartl auch einen bekommen, falsche Abseits- und Einwurfentscheidungen gegen den VfB, nicht geahndete taktische Fouls, Bolands fast schon rotwürdiges Einsteigen gegen Gentner nicht geahndet und vieles mehr.

Mehr als eine Halbzeit musste der VfB also dank des Pfeifenmannes zu zehnt überstehen und nahm den Kampf an. Wie bereits in Heidenheim kämpfte Wolfs Rudel wie die Löwen und verdiente sich so diesen einen Punkt. Neben Langerak verdiente sich vor allem der nimmermüde und wegen seines Nasenbeinbruches mit Maske spielende Simon Terodde Bestnoten. Bei ihm darf ein Kevin Großkreutz gerne nachfragen, aus welchem Holz echte Typen geschnitzt sind.

Solche kämpferisch starken Vorstellungen wie zuletzt bekommt man nur auf den Platz, wenn es in der Mannschaft stimmt und wenn da ein Trainer ist, der das Team optimal einstellt.

Die Begeisterung, mit der Wolf auf den Pressekonferenzen Spielsituationen und mögliche Konstellation erklärt, vermag er offensichtlich auch der Mannschaft zu vermitteln. Klug war es auch, wie Wolf auf die veränderte Ausgangslage reagierte, indem er bereits in der Pause doppelt wechselte und später, trotz Unterzahl auch noch Daniel Ginczek ins Rennen schickte, um womöglich doch noch den Lucky Punch zu schaffen, anstatt sich ängstlich hinten reinzustellen und um den Knockout zu betteln.

Vor noch nicht allzu langer Zeit, wohl auch in der Vorrunde, hätte der VfB einem solchen Druck nicht standgehalten und ich hätte Haus und Hof verwetten können, dass es noch eine Niederlage setzt.

So aber warf man alles hinein, ging über die Schmerzgrenze und stand am Ende als moralischer Sieger da. Seit der Einführung der Drei-Punkte-Regel sind für mich Punkteteilungen nicht Fisch und nicht Fleisch.

So kann ich mich nicht erinnern, nach einem Unentschieden jemals so zufrieden und auch stolz auf die Mannschaft gewesen zu sein, wie gestern. Dieser Punkt war eher für den VfB ein gewonnener wie für die Braunschweiger, die aufpassen müssen, den Anschluss nicht völlig zu verlieren.
Braunschweig kam nach den Punktverlusten zu Hause gegen St. Pauli und Aue auch gegen zehn VfBler nicht über ein Unentschieden hinaus, was auf dem Papier ebenfalls kein Ruhmesblatt ist.

Für den VfB geht es bereits am Freitag zu Hause gegen den VfL Bochum weiter. Die Bochumer sind eine Wundertüte und schwer ausrechenbar. Gewinnen in Nürnberg, verlieren zu Hause aber gegen Fortuna Düsseldorf. Bei Union und Hannover 96 verloren sie jeweils knapp mit 1:2. Im Hinspiel, dem allerersten von Hannes Wolf, musste der VfB am Ende froh über das 1:1 sein. So verbietet es sich von selbst, die Aufgabe auf die leichte Schulter zu nehmen, auch das könnte ein, wie es Hannes Wolf immer so nett formuliert, fieses Spiel, in dem der Mannschaft alles abverlangt wird, werden.

Der Kader gibt mittlerweile einige interessante Alternativen her, so dass ich über die Sperre von Marcin Kamiński nicht einmal besonders traurig bin. Ob Benjamin Pavard oder Jérôme Onguéné, ich denke, man muss kein Prophet sein, um im Nebenmann von Timo Baumgartl einen Franzosen zu suchen. Der VfB muss gegen Bochum bereits zum zweiten Mal in dieser Saison nach einem Montag-Spiel gleich Freitagabend wieder ran. In wieweit dies üblich ist im Unterhaus weiß ich nicht. Ich hoffe, das stellt sich nicht als Nachteil heraus, denn, das gestrige Kampfspiel auf schwierigem Geläuf könnte dann noch in den Knochen stecken.

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20. Februar 2017

That’s, why we love football

Superlative dieser Art klingen noch in meinen Ohren von einem englischen Fußball-Kommentar, der das 4:4 in Dortmund vor knapp fünf Jahren in Worte zu fassen versuchte, diese Worte fallen mir nun zu diesem unfassbaren Spiel in der Heidenheimer Voith-Arena am Freitagabend wieder ein.
Es stand zwar weder ein Bundesligaspiel an, noch beim deutschen Meister und acht Tore fielen auch nicht. Auch mit über 80.000 Zuschauern konnte der Gastgeber 1. FC Heidenheim beim besten Willen nicht aufwarten, wenngleich er immerhin, damals wie heute, „ausverkauft“ vermeldete und locker das Doppelte bis Dreifache an Tickets hätte absetzen können.

Das Fassungsvermögen des Stadions beträgt jedoch „nur“ 15.000, so dass sich jene wirklich glücklich schätzen konnten, die ein Ticket für dieses Spiel ergattern konnten. Dieses Spiel elektrisierte bereits im Vorfeld die Massen auf der Ostalb wie kaum eines zuvor. Da viele Heidenheim-Fans mit dem VfB sympathisieren oder zumindest, als Heidenheim noch unterklassig als Heidenheimer SB unterwegs war, mit dem VfB sympathisierten, wollte sich keiner dieses (hoffentlich) einmalige Aufeinandertreffen auf Augenhöhe entgehen lassen.

Auch für die VfBler war das Kontingent von 1.500 Tickets viel zu gering ausgefallen. Bei entsprechender Verfügbarkeit von Karten hätten die VfBler die ostälblerische Provinz wohl ähnlich überflutet wie seinerzeit schon die von Sandhausen und Kaiserslautern.

Auch Karten auf neutralem Terrain zu bekommen, war fast ein Ding der Unmöglichkeit. Es soll sogar VfBler gegeben haben, die 1. FCH-Mitglied wurden oder bei Heidenheim eine Rückrunden-Dauerkarte erstanden, nur um bei diesem Spiel dabei sein zu können. Im Nachhinein, in Anbetracht des tollen Spiels und Schwarzmarktpreisen von rund 150 Euro für ein Ticket nicht die schlechteste Entscheidung!

Der 1. FCH ist in der Region „in“, spielt als Tabellenfünfter eine bemerkenswert starke Runde und setzte sein Saisonhighlight bereits am 4. Spieltag mit dem Husarenstreich im Neckarstadion. Die Lust auf eine neuerliche Sensation und die Aussicht dabei zu sein, wenn der David 1. FCH dem Goliath VfB auch zu Hause ein Bein stellt, taten ein Übriges, dass die Voith-Arena in Windeseile ausverkauft war.

Wir, gute Kontakte eben, hätten zwar als Allesfahrer Karten im Gästeblock bekommen, zogen es jedoch vor, die Seite und damit in die Höhle des Löwen zu wechseln, in der Hoffnung vor allem vom Gästeblock bessere Bilder machen zu können. Dies gelang aufgrund der Wetter- und Lichtverhältnisse nur bedingt.

Auf der Homepage des FCH war am Vortag zu lesen, dass unser Block zum Heimfanbereich gehören würde und Gästefans keinen Zutritt hätten. Normalerweise heißt der Vermerk „kein Zutritt in Gästefankleidung“, dieses Mal also gleich Gästefans!? Schon die ganze Saison treibe ich mich ja in anderen Bereichen in den Stadien herum, so dass neutrale Kleidung ohnehin selbstverständlich gewesen wäre. In gutem Glauben, dass nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wurde, verwarf ich die Idee, einen Crashkurs in ostälblerisch zu besuchen wieder und hoffte, dass neutrale Kleidung und ordentliches Benehmen auch schon genügen würden.

Dem war dann auch so, keine Probleme beim Einlass und drinnen ein absolut entspanntes Miteinander. So erwartete ich das eigentlich auch und war im Vorfeld schon darüber verwundert, teils von einem Risikospiel und strikter Fantrennung zu lesen. Ich erwartete nicht, dass es dort irgendwelchen Ärger geben könnte und habe auch keine Auseinandersetzungen und Scharmützel mitbekommen.

Wieso auch? Für den VfB ist dieses Jahr gemeinsamer Ligazugehörigkeit (hoffentlich) nur ein Intermezzo und für die Heidenheimer DAS Spiel des Jahres. Ob es jetzt ein Nachbarschaftsduell oder ein Derby ist, darüber schieden sich im Vorfeld mal wieder die Geister. Bei diesem Aufeinandertreffen kommt mir das Wort „Derby“ leichter über die Lippen als gegen irgendwelche neureiche Emporkömmlinge, zum einen, weil es sich um einen württembergischen Nachbarn handelt und zum anderen, weil ich durchaus Respekt für das empfinde, was in den letzten Jahren auf der Ostalb gewachsen ist.

In Zeiten, in denen der VfB die Trainer häufiger wechselte als so mancher die Unterhose, hätte ich Trainer Frank Schmidt (Mitglied der Mannschaft vom TSV Vestenbergsgreuth, das den FC Bayern 1994 aus dem DFB-Pokal schmiss) und seinen Kapitän Marc Schnatterer (1998-2000 Jugendspieler beim VfB) mit Kusshand genommen, weil beide eine unbändige Leidenschaft verkörpern und für das Heidenheimer Fußballwunder DIE Eckpfeiler sind. Mittlerweile hat sich dieses Thema natürlich erledigt, weil wir mit Hannes Wolf bestens aufgestellt sind und Schnatterer mit seinen 31 Jahren allmählich ein Auslaufmodell wird.

Seit ich das letzte Mal in der Voith-Arena war (Vorbereitungsspiel im Juli 2013, noch unter Labbadia) hat sich das Stadion schwer gemausert und ist zu einem richtigen Schmuckkästchen geworden. Woher ich meinen Optimismus vor dem Spiel nahm, weiß ich nicht. Jedenfalls dachte ich in keiner Sekunde an einen Punktverlust und war felsenfest davon überzeugt, dass wir die Schmach vom Hinspiel auf jeden Fall ausmerzen werden könnten.
Die Atmosphäre war schon vor dem Spiel hervorragend und bot einen würdigen Rahmen für ein denkwürdiges Fußballspiel. Zum Einlauf der Gladiatoren bot der Heidenheimer Anhang eine schöne Württemberg-Choreographie, ergänzt durch das Wunschdenken „ein neues Zeitalter wird kommen“ und einem Feuerwerk außerhalb des Stadions.

Während Trainer Frank Schmidt sein Team gegenüber dem Auswärtssieg bei den Würzburger Kickers umstellen musste, setzte Hannes Wolf getreu dem Motto „never change a winning team“ auf die zuletzt erfolgreiche Anfangself.

Die erste Torannäherung hatte Heidenheim durch den Liga-Topscorer Marc Schnatterer (jetzt, 8 Tore, 8 Assists), danach aber übernahm der VfB das Kommando und dominierte über weite Strecken die erste Hälfte.

Heidenheim gegen den VfB war auch das Duell der beiden 31-jährigen Kapitäne, deren Wege sich seit der E-Jugend immer wieder kreuzten und bei dem es Christian Gentner war, der den ersten Glanzpunkt setzte.

Nach der allerersten Ecke für den VfB verpasste es Heidenheim zwei Mal den Ball aus der Gefahrenzone zu befördern, so dass Gentner in seinem zweiten Versuch zur vielumjubelten Führung traf. Es war sein sechster Saisontreffer, womit ihm bereits jetzt so viele gelangen, wie noch nie zuvor innerhalb einer Saison in seiner Karriere.

Dieser Treffer zeigte bei den Heidenheimern, deren Matchplan aufs Konterspiel ausgelegt war, Wirkung, so dass der VfB Ball und Gegner laufen lassen konnte. Nach gut einer halben Stunde hatte Carlos Mané nach Insúa-Hereingabe die Hundertprozentige zum 0:2 auf dem Fuß, verfehlte jedoch zu unser aller Entsetzen das leere Tor.

Durch eine Einzelleistung von Schnatterer kamen die Heidenheimer unverhofft zum Ausgleich, als sich kein VfBler zuständig fühlte und man ihn ohne Gegenwehr gewähren ließ. Der unermüdliche Schnatterer nahm diese Einladung dankend an und traf mit einem fulminanten, jedoch wohl nicht unhaltbaren, 25-Meter-Schuss zum Ausgleich. Nichts hatte zuvor darauf hingedeutet, dass uns die Heidenheimer vor der Pause noch gefährlich werden könnten, ehe sich Schnatterer ein Herz fasste. Mit diesem Remis ging es kurz danach in die Halbzeitpause.

Der Ausgleich gab den Ostälblern sichtlich Auftrieb. Heidenheim wurde nach dem Seitenwechsel aktiver und bekam Oberwasser, während der VfB zunächst nicht so recht in die Puschen kam.

Hannes Wolf reagierte darauf und brachte erst Brekalo für Asano und kurze Zeit später Ginczek für Green. Danach wendete sich das Blatt wieder und es entstand ein offener Schlagabtausch.

Bei solchen äußeren Bedingungen, es regnete ja in Strömen, waren Distanzschüsse ein probates Mittel. Das erkannte der VfB und scheiterte damit durch Gentner und Grgic am glänzend aufgelegten Ex-VfB-Keeper Kevin Müller, der immerhin schon neun Mal in dieser Saison ohne Gegentor blieb.
Auch Terodde, der über weite Strecken mehr als unermüdlicher Kämpfer denn als Torjäger in Erscheinung trat, bot sich noch eine gute Kopfballchance, die Müller und Schnatterer mit vereinten Kräften auf der Linie vereitelten.

Das Spiel legte nun ein atemberaubendes Tempo vor und wogte hin und her. Schnatterer verfehlte den Kasten auf der anderen Seite denkbar knapp, während beim Gegenzug die große Stunde von Josip Brekalo zu schlagen begann.

Das kroatische Wunderkind, gerade einmal 18 Lenze auf dem Buckel und vor kurzem noch von Inter Mailand, Arsenal London und Benfica Lissabon umworben, dribbelte zunächst vom Strafraum weg, um dann doch all seine Kraft in einen mächtigen Schuss zu legen.

Kein Bierdeckel hätte mehr zwischen Ball und Torwinkel gepasst, so genau zielte Brekalo. Trainer Wolf bekannte nach dem Spiel verschmitzt, es sei gut, dass Brekalo noch nicht so des Deutschen mächtig sei und offensichtlich nicht verstanden habe, dass er ihm mit auf den Weg gegeben habe, nicht immer gleich abzuziehen, sondern die Situationen zu Ende zu spielen. Ein Tor wie ein Kunstwerk, auch Tage danach gerate ich ins Schwärmen
Nicht wenige meinten nach dem Spiel, so träfe ein Spieler einen Ball alle zehn Jahre mal, dann wollen wir doch hoffen, dass Brekalo mit diesem Traumtor sein Pulver noch nicht verschossen hat und er vor allem die Bodenhaftung bewahrt.

In einem dramatischen Spiel war damit aber längst noch nicht Schluss. Hitzige Atmosphäre, enges Stadion, Derbyfieber, Flutlicht, Fritz-Walter-Wetter, demzufolge ein glitschiges immer tiefer werdendes Geläuf und zwei Mannschaften, die sich gnadenlos bekämpften. Ich kann mich nicht erinnern, jemals ein packenderes Zweitligaspiel gesehen zu haben, in dem von der feinen Klinge bis zum rustikalen Handwerk keine Facette zu kurz kam.

Die beiden Kapitäne waren, nicht nur wegen ihrer Tore, mit die auffälligsten Spieler auf dem Platz. Schnatterer trieb nach dem erneuten Rückstand seine Farben vehement an und versuchte das Publikum noch mehr zu pushen, während Gentner seinem Pendant in Sachen Mentalität an diesem Tag in nichts nachstehen wollte.

Selten habe ich Gentner so entschlossen und kampfesbereit erlebt wie am Freitag in Heidenheim. Ihm kommt sicherlich inzwischen zu Gute, dass sich in der Schaltzentrale nicht mehr alles auf ihn fokussiert, sondern sich Anto Grgic mehr und mehr als Ballverteiler in den Vordergrund spielt und für die gegnerischen Trainer DER Mann ist, den es aus dem Spiel zu nehmen gilt.

Nach der Führung verpassten es Terodde und Grgic dann den Sack zuzumachen, was sich beinahe noch rächen sollte. In den letzten zehn Minuten zog Heidenheim mit dem Mute der Verzweiflung ein Offensiv-Spektakel auf, das seinesgleichen suchte. Bei sieben (!) fast unmittelbar aufeinander folgenden Eckbällen musste der VfB Schreckmomente fast im Sekundentakt überstehen und tat das mit unermüdlichem Kampfgeist und vor allem auch einer gehörigen Portion Glück. Brekalo klärte auf der Linie, Langerak lenkte einen Ball mit einem unglaublichen Reflex noch an die Latte. Während Heidenheim aus allen Rohren schoss, warfen sich die VfBler dazwischen und verteidigten das eigene Tor mit einer Leidenschaft, die man beim VfB lange nicht gesehen hat.

Nach dem Schlusspfiff erkannte man förmlich ein Funkeln in den Augen einiger Spieler, die sichtlich erleichtert und auch stolz waren, dieses schwierige Spiel siegreich über die Runden gebracht zu haben. Wenn ein alter Hase, wie es Simon Terodde ist, hinterher bekennt, er sei stolz Teil dieses Teams zu sein, sagt das, wie ich meine, viel über den neuen Teamgeist aus, der Einzug in die Mercedesstraße gehalten hat und auch darüber, dass die Jungs mit Spaß bei der Sache sind.

Der VfB verfügt mittlerweile über einen ausgeglichen 26-Mann-Kader und ist damit auch in der Breite für die 2. Liga herausragend gut besetzt. Die Kunst des Trainerteams besteht darin, alle Mann bei Laune zu halten und was die Kader-Nominierungen angeht, gerecht zu sein. Dies scheinen sie im Moment so gut hinzubekommen, wie man es beim VfB lange nicht mehr erlebt hat. Man hört überhaupt kein Wehklagen von Spielern, die derzeit nicht die erste Geige spielen oder es überhaupt nicht in den 18-Mann-Kader fürs Spiel schaffen, wie Alexandru Maxim und Hajime Hosogai beispielsweise.

Der mediale Aufschrei und der in den Foren war schon enorm, weil es Maxim fürs Heidenheim-Spiel nicht einmal mehr in den Kader geschafft hat. Ich kann den Maxim-Hype ohnehin nicht nachvollziehen, da er sich noch unter keinem Trainer durchgesetzt hat und weder die Kondition noch den Kampfgeist besitzt, um in einem umkämpften Spiel wie am Freitag, in dem 90 Minuten lang der Rasen umgepflügt wird, seinen Mann zu stehen. Seine Zeit beim VfB dürfte sich unweigerlich dem Ende zuneigen, da man mittlerweile nicht einmal mehr auf seine genialen Momente und seine Standards angewiesen ist. Auch diese beansprucht Anto Grgic derzeit für sich, von unseren hoch veranlagten und technisch beschlagenen Offensivspielern einmal abgesehen.

Auch Tage danach bin ich noch berauscht und von einer gewissen Euphorie getragen nach diesem wahnsinnigen Spiel. Dies bedeutet jedoch nicht, dass ich den restlichen Saisonverlauf als Selbstläufer an- und uns schon aufgestiegen sehe.

Beileibe nicht. Der VfB hat, bis auf Düsseldorf, alle seine Rückrundensiege mit Mühe und Not, jedoch auch nicht unverdient, erkämpft. Das verdeutlicht, dass trotz aller individuellen Klasse jeder Sieg aufs Neue hart erarbeitet werden muss und man die Füße wirklich erst im Mai hochlegen kann.

Dass man in Heidenheim derart ins Schwimmen geriet, muss dem Team zu denken geben und dennoch bringt den VfB jeder Sieg weiter, dieser ganz besonders.
Jeder Beteiligte hat gesehen, wie Teamgeist Berge versetzen kann und dass es sich lohnt, auch die letzten Körner aus sich herauszuholen. Ein heimstarkes Heidenheim, das mit brachialer Wucht anrannte, gelang es letztlich in die Schranken zu weisen, was Selbstvertrauen geben sollte. Dieses Glück, das man am Ende hatte, hat sich der VfB erarbeitet, vor nicht allzu langer Zeit wäre ein solches Spiel mit Sicherheit verloren gegangen.
Die Momentaufnahme mit sechs Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz sieht formidabel aus. Nächsten Sonntag kommen unsere Freunde vom 1. FC Kaiserslautern, die sich unter Norbert Meier aus der Abstiegszone befreien konnten und derzeit einen Lauf haben. Auch das Kaiserslautern aus dem Hinspiel ist mit dem der Gegenwart nicht mehr zu vergleichen, ich befürchte erneut eine ganz harte Nuss, die es da zu knacken gilt.

Der Lauterer Aufschwung, die Ansetzung am Sonntagnachmittag, die Entfernung von gerade einmal 180 Kilometern und die Fanfreundschaft mit dem VfB dürfte die Lauterer Massen mobilisieren, so dass ich mit weit über 5.000 Pfälzern im Neckarstadion rechne.

Bei Hannes Wolf als Trainer bin ich mir sicher, dass auch diese Aufgabe mit der gleichen Seriosität und Konzentration angegangen wird wie jedes andere Spiel auch, und er es nicht zulassen wird, dass das Team auch nur einen Prozentpunkt nachlässt.

Was vier Siege zum Rückrundenbeginn angeht und was sie wert sein können, diesbezüglich sind wir VfBler ja gebrannte Kinder. In der letzten Saison startete der VfB genauso furios ins neue Jahr, um im Mai sang- und klanglos abzusteigen.

Da vom Vorjahrespersonal nicht mehr viel übrig ist und der Teamgeist mittlerweile richtig gut zu sein scheint, schätze ich die Gefahr eines neuerlichen Einbruchs als sehr gering ein. Schindelmeiser und Wolf mit ihrer unaufgeregten fokussierten Art, sind nah am Team und werden gefährlichen Tendenzen sofort entgegenwirken. Seit langem hat man mal wieder den Eindruck, dass der Verein von Profis, und das auf allen Ebenen, geführt wird und man sich von kurzfristigen Erfolgen nicht blenden und ablenken lässt.

Geht die Teamfindung und Erlangung noch größerer Stabilität weiter mit sportlichen Erfolgen einher, geben wir die Tabellenführung nicht mehr aus der Hand. Der VfB wird sich von Spiel zu Spiel weiterentwickeln und stetig verbessern und hat mit den Winterneuzugängen Jérôme Onguéné und Ebenezer Ofori sogar noch zwei Asse im Ärmel, die den Konkurrenzkampf und damit den Leistungsdruck weiter erhöhen. Wann Onguéné’s Zeit kommt wird man sehen, da im Moment keine Notwendigkeit besteht, an Baumgartl und/ oder Kaminski zu rütteln, aber, Oforis Stunde könnte schon bald schlagen und von ihm erhoffe ich mir einen weiteren Qualitätsschub.

Derzeit sieht wirklich alles rund um den VfB sehr vielversprechend aus. Wie es wirklich um den Charakter der Mannschaft bestellt ist, werden wir aber erst so richtig erfahren, wenn wir gesehen haben, wie sie mit Niederlagen und Rückschlägen umgeht und wie sie darauf dann reagiert. Auf diese Erfahrung kann ich jedoch liebend gern verzichten und baue gegen den FCK auf den fünften Sieg im fünften Rückrundenspiel.

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