16. Februar 2016

Kramny rockt

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , – Franky @ 08:47

Ein rundum gelungenes und erfolgreiches Fußball-Wochenende liegt hinter mir.

Bereits am Freitag war ich bei meinen Freunden von St. Pauli zu Gast, als der große Aufstiegs-Favorit Rattenball Leipzig mit Ralf Rangnick auf der Bank mit 1:0 am Millerntor niedergerungen wurde. Dieser Sieg dürfte den Aufstieg der Leipziger zwar auch nicht verhindern, aber, es war trotzdem ein gutes Gefühl, dass ihnen ein wenig in die Suppe gespuckt wurde, auch wenn wir in erster Linie wegen der Atmosphäre im Stadion und der Stadt nach Hamburg reisten und der Gegner zweitrangig war.
Nach langer Nacht auf dem Kiez und kurzer Schlafpause ging es am Samstagmorgen bereits kurz nach 7 Uhr mit dem ICE zurück in Richtung Landeshauptstadt, um rechtzeitig zum Spiel unseres VfB gegen Hertha BSC im Neckarstadion zu sein.

Planmäßige Ankunft wäre 12.35 Uhr gewesen, doch schon vor Hannover zeichnete sich ab, dass dies reines Wunschdenken war. In Hannover hatten wir bereits 45 Minuten Verspätung angesammelt, so dass sich die Deutsche Bahn kurzerhand entschloss, den Zug, der eigentlich direkt bis nach Stuttgart gefahren wäre, in Frankfurt enden zu lassen.

Wäre das alles nicht schon ärgerlich genug gewesen, mussten wir die Fahrt mit einem aus Berlin kommenden ICE fortsetzen, in dem sich hunderte von KSC-Freunden aufhielten und echten Abschaum darstellten. Ich bin ja viel unterwegs und habe trotzdem selten einen von der Anzahl so großen alkoholisierten, niveaulosen, aggressiven und provozierenden Mob durch sämtliche Altersklassen hinweg gesehen, wie ihn diesem Zug. Der durchschnittliche Alkoholpegel dürfte bei etwa drei Promille gelegen haben.

Mit dem DB-Logo auf der Brust schienen manche zu meinen, mit einem Freibrief für schlechtes Benehmen ausgestattet zu sein und dass die „Kollegen“ ihren Dreck ja schon irgendwie beseitigen würden. Wir sind ja auch viel unterwegs und trinken auch „mal“ was, meist jedoch gesitteter und vor allem so, dass wir anderen Reisenden nicht auf den Nerv gehen.

Da der Zug ohnehin ziemlich überfüllt war und wir uns mit diesem niveaulosen Haufen nicht auseinandersetzen wollten, begaben wir uns sofort und ohne erst einen Platz in der 2. Klasse gesucht zu haben, in die 1. Klasse. Nach all den Umständen durfte ein eigenmächtiges Upgrade ja drin gelegen haben.

Außer „Stuttgarter Arschlöcher“ und „Hertha und der KSC“ kennen diese geistigen Tiefflieger auch keine Lieder, diese schmetterten sie allen entgegen, die ihnen begegneten und so „begrüßten“ sie auch unsere schöne Stadt bei der Ankunft. Nur gut, dass sie gleich von der Polizei eingesammelt und zur S1, die direkt zum Neckarpark fährt, gebracht wurden, während wir auf andere Linien ausweichen konnten, um dieses Gesocks endgültig loszuwerden. Einige Straßburger und auch Karlsruher, denen es offensichtlich wichtiger war, gegen den VfB zu pöbeln, als die eigene Mannschaft in Duisburg zu unterstützen, mischten sich noch unters asoziale Berliner Volk, so dass in mir der große Wunsch aufkeimte, die Berliner auf dem Platz gehörig abzuschießen und ihnen somit die Heimreise zu vermiesen.

Gegen 13.45 Uhr erreichten wir schließlich Bad Cannstatt, so dass noch etwas Zeit, wenn auch weniger als geplant, blieb, es erstmals an diesem Tag mit fester Nahrung zu versuchen und mit saurem Radler nachzuspülen.

Kurz darauf ging es auch schon hinein ins Neckarstadion, obwohl sich die Einlasskontrolle einmal mehr hinzog und es zu langen Schlangen kam.

Die meist diskutierte Frage vor dem Spiel gegen den aktuellen Tabellendritten war, ob der VfB an dem Pokal-Aus gegen Borussia Dortmund noch zu knabbern hätte oder dieses so weggesteckt hat, wie Kramny bei der Spieltagspressekonferenz weismachen wollte.

Als leidgeprüfter Fan wird es wohl noch lange dauern, bis man eine solche Siegesserie, wie man sie zuletzt in der Bundesliga hingelegt hat, als selbstverständlich erachtet und dem Braten zu trauen sich traut. Man hat zu große Zweifel und kann es noch nicht so richtig einschätzen, wie stabil das Gebilde schon oder wie fragil es noch ist, so dass das Spiel gegen Hertha einem kleinen Charaktertest gleich kam.

Bei der Aufarbeitung der Pokalniederlage war Kramny zunächst einmal als Psychologe gefragt. Er musste die Fehler, die zum K. O. führten anzusprechen und gleichzeitig die Jungs wieder aufzurichten. Schon an der Aufstellung gegen den BVB ließ sich ablesen, dass das Weiterkommen nicht allerhöchste Priorität besaß, was ich schade fand, denn, welcher Fan nimmt einen Abstecher nach Berlin im Mai nicht gerne mit?

Dass Langerak erstmals in einem Pflichtspiel für den VfB und gegen seine alten Kameraden auflaufen durfte, ist sicherlich als ein Zeichen zu deuten, Mitch zu zeigen, wie wichtig er fürs Team ist, auch wenn er sich derzeit hinten anstellen muss. Sunjic durfte für Schwaab ran, so dass der in der Liga immer besser funktionierende Abwehrverbund gleich auf zwei Positionen gesprengt war.

Die nicht vorhandene Abstimmung machte sich gegen den BVB schon früh beim 0:1 bemerkbar. Daher lässt sich schon ein wenig hineininterpretieren, dass Kramny das Ausscheiden zumindest einkalkuliert hat, als er seine Aufstellung festlegte. Dass er es bewusst provoziert hat, um Kräfte zu sparen und den Kopf frei für die Liga zu haben, soweit möchte ich nicht gehen, es war eher die Gelegenheit, Spielern die momentan keine Chance auf die erste Elf haben, zu signalisieren, dass sie dicht dran sind.

Hertha ist nicht Dortmund, so dass Kramny zwar vor den Berlinern warnte, jedoch auch Mut machte und einen Plan aufstellte, wie man die Berliner knacken kann.

Über den Ausfall des in Frankfurt mit Gelb-Rot des Feldes verwiesenen Daniel Didavi lamentierte Kramny nicht und schob die ganze Verantwortung der Vertretung auch nicht Alexandru Maxim zu. Er wies darauf hin, man könne Dida nicht 1:1 ersetzen und forderte dies im Kollektiv zu tun, womit er automatisch das ganze Team in die Pflicht nahm. Psychologisch sicher nicht ganz so ungeschickt.

Timo Werner, der gegen den BVB noch wegen eines grippalen Infekts passen musste, stand gegen die Hertha wieder zur Verfügung, so dass bis auf die Hereinnahme Maxims, keine Wechsel in der zuletzt in der Bundesliga so erfolgreichen Elf vorgenommen wurden.

Hertha BSC hatte nach dem Pokal-Spiel einen Tag weniger zur Regeneration zur Verfügung, was Pal Dardai im Vorfeld als Wettbewerbsverzerrung anprangerte, wobei die Hertha nach dem Pokal psychologisch im Vorteil war, da ihr Traum vom Finale daheim weiter lebt und sie sicherlich, wenn auch auswärts, die weitaus leichtere Aufgabe zu bewältigen hatten.

Für beide Teams von Nachteil war der vom Pokalspiel sehr ramponierte Rasen, da beide eher die feine Sohle bevorzugen und nicht so gern rustikal zur Sache gehen.

Und dennoch begann das Spiel aus VfB-Sicht gleich mit einem Paukenschlag. Der starke Timo Werner setzte sich auf der rechten Seite durch und passte scharf an Freund und Feind vorbei in Richtung Filip Kostic, welcher etwas überrascht schien und den Ball in Rücklage am Tor vorbei schoss. Gegen einen bekanntermaßen defensivstarken Gegner wäre dieses frühe Tor in der 2. Spielminute Gold wert gewesen.
Im Anschluss neutralisierten sich beide Teams weitestgehend in einem Spiel, das von gegenseitigem Respekt geprägt war. Hertha ließ aufblitzen, weshalb es auf dem 3. Tabellenplatz steht, ball- und kombinationssicher, aus einer guten Ordnung heraus spielend, ließen sie unserer zuletzt so hochgelobten Offensive kaum Räume, in die man hineinstoßen hätte können.

Einzig Maxims nah aufs Tor geschlagene Eckbälle brachten Keeper Jarstein ein ums andere Mal in die Bredouille.

Schiedsrichter Dingert rückte dann in den Mittelpunkt und machte sich unter denjenigen Zuschauern, die es mit dem VfB hielten, keine Freunde. Eine Balleroberung Gentners gegen Lustenberger pfiff er ab, kann man machen, muss man aber auch wiederum nicht unbedingt, Gentner wäre alleine aufs Tor zugelaufen. In der 27. Minute dann der nächste Aufreger, als Timo Werner im Strafraum gefoult wurde, jedoch nicht abhob, sondern sich aufrappelte und weiter spielte und im Anschluss zu dieser Szene wenigstens noch zum Kopfballabschluss kam.

Der rein ergebnisorientierte Fußball-Interessierte mag ihm danach geraten haben, bei Arjen Robben nachzufragen, auf welche Schauspielschule er denn gegangen ist, um das nächste Mal „cleverer“ zu agieren. Wem dagegen Fairness und Gerechtigkeit im Fußball wichtiger ist als das schnöde Ergebnis, sagt einfach „Chapeau“ zu Timo. Eine faire Aktion unseres Youngsters und überhaupt ist es doch nur „foul, wenn der Schiedsrichter pfeift“. Legt er sich und das Spiel läuft weiter, ist der Aufschrei auch groß. Einzig Schiedsrichter stand in der Pflicht, auf den Elfmeterpunkt zu zeigen und darf keine Unterschiede machen, ob einer den sterbenden Schwan mimt oder nicht. So lang Schiedsrichter schäbige Schauspieleinlagen mehr belohnen als faires Verhalten, werden die Robbens dieser (Fußball-)Welt nie aussterben.
Nach dieser Szene wurden die Berliner mutiger und hatten zunächst eine Freistoßchance durch Plattenhardt, der wegen seiner Heimatverbundenheit auch gerne mal zum VfB gewechselt wäre, und danach einen echten Hochkaräter durch Ibišević.

Dieser wurde im richtigen Moment von Cigerci angespielt und lief allein auf Przemysław Tytoń zu, der seinen Schuss artistisch und gerade noch mit dem rechten Fuß abwehren konnte.
Wie wurde der Pole doch anfangs gescholten, selbst ich sah uns zwischenzeitlich nach Ulle schon vom Regen in die Traufe gekommen zu sein (und das will was heißen), da Tytoń regelmäßige unerklärliche Aussetzer an den Tag legte.

Tytoń hat sich enorm stabilisiert und auch schon unter Zorniger erste Spiele für uns gewonnen, man denke bspw. an die Zu-Null-Spiele gegen Ingolstadt und Darmstadt. Jetzt aber, wo er seit Wochen die gleichen Vorderleute vor sich hat, das Team insgesamt besser und vor allem gemeinsam nach hinten arbeitet, ist er ein enorm starker Rückhalt geworden. Durch diese starke Parade zählt auch Tytoń zweifellos zu den Matchwinnern vom Samstag.

Ein Mitch Langerak kann einem dabei mittlerweile fast schon leidtun. Eigentlich als Nummer eins verpflichtet, danach gleich lange verletzt und jetzt im Wartestand, wie schon in den letzten Jahren beim BVB. Das hätte er sich sicher anders vorgestellt. Derzeit gibt es keinen Grund an Tytońs Status als Nummer eins zu rütteln.

Ibišević dagegen, dessen Gehalt der VfB zu großen Teilen weiterhin bezahlt, war somit zunächst das nicht vergönnt, was uns durch Ex-Spieler gefühlt jedes Mal ereilt, nämlich, dass sie gegen den VfB sicher treffen.

Auch Julian Schieber gelang das im Übrigen nicht, der nach einer Stunde eingewechselt wurde. Er wurde, wie nahezu jeder Ex-Spieler, der für seinen neuen Verein gegen den VfB aufläuft, mit einem gellenden Pfeifkonzert „begrüßt“, was ich persönlich immer etwas daneben finde. Von Schieber muss ja nicht nur haften geblieben sein, dass er dem Lockruf des Geldes und der Aussicht Championsleague spielen zu können, folgte, sondern auch seine zwei Tore beim 4:4 beim BVB, einem der unfassbarsten Spiele überhaupt. An diesem Samstag aber hatte seine Einwechslung noch eine ganz andere Note, betrat er doch nach exakt einjähriger Verletzungspause erstmals wieder das Spielfeld, so dass man ihn auch mit warmem und aufmunterndem Applaus hätte empfangen können.

Unmittelbar nach Wiederanpfiff hatte der VfB nach Insúa-Hereingabe eine Chance durch Timo Werner, ehe Cigerci eine gute Kopfball-Chance hatte und auch Ibisevic mit einem harmlosen Flachschuss wieder in Erscheinung trat.

Doch dann schlug die große Stunde von Serey Dié. Erst eroberte er im Mittelfeld selbst den Ball, dieser gelangte über Umwege zu Alexandru Maxim, der scharf abzog, dass Jarstein nur abklatschen konnte. Den Abpraller ließ Kostic für den heranrauschenden Serey Dié passieren, welcher volley und mit dem Außenrist abzog und Jarstein keine Chance ließ. Ein Wahnsinnstor unserer Nummer 26, sein allererstes im VfB-Trikot, womit er seine herausragende Leistung krönte. Er legte einen Weltklasseauftritt hin, sehr passsicher, sehr zweikampfstark, aufopfernd kämpfend und ein wahrer Leader. Serey Dié steht wie einige andere auch sinnbildlich für den Aufschwung. Dutt drückte es so aus, dass das Trainerteam hart an seiner Positionstreue gearbeitet habe, was bedeutet, dass er sich mehr auf sein Kerngeschäft konzentriert und seine Vorstöße dosierter ausfallen. Ganz großes Kino des Ivorers, dem jeder, wirklich jeder, diesen Treffer von Herzen gönnte.

Nach dem brustlösenden Führungstreffer intensivierte die Hertha ihre Offensivbemühungen, kam aber bis auf einen Schuss von Brooks an den Außenpfosten kaum zu nennenswerten Möglichkeiten. Da hatte der VfB das Glück des Tüchtigen, ansonsten hatte unsere Defensive mit den immer besser funktionierenden Schwaab und Niedermeier die Berliner gut im Griff. Der VfB hatte das ganze Spiel über mehr und auch bessere Tormöglichkeiten, so dass die Führung mehr als verdient war.

Und trotzdem sollte es bis 84. Minute dauern, bis der Deckel drauf war. Symptomatisch für den „neuen“ VfB, der mittlerweile dosierter auftritt als noch zu Zorniger-Zeiten und auch mal das Tempo herausnimmt, dass der VfB zu diesem späten Zeitpunkt und mit dem Pokalspiel in den Knochen in den Schlussminuten noch ein Offensiv-Pressing betrieb, das schließlich den Berliner Ballverlust provozierte und woraus das erlösende 2:0 durch Filip Kostic resultierte. Auch Kostic einer der großen Profiteure unter Kramny, weil er wieder losgelassen wurde und seinem Instinkt folgen darf, statt dem Diktat Zornigers zu unterliegen, stur in die Mitte zu ziehen. Da ist er wieder, der Kostic aus den letzten Spielen der Rückrunde.

Ich war ja auch skeptisch, was die Installation Kramnys als Cheftrainer anging, weil ich es ihm zunächst nicht zutraute, diese schwierige Mannschaft in den Griff zu bekommen und weil die Lösung für mich aussah, als wolle man sich seiner womöglich letzten Patrone (noch) nicht berauben und lasse Kramny daher erst mal machen. Die Uhr stand auf fünf vor zwölf, so dass eigentlich keine Zeit für Experimente mehr vorhanden war.

Was Kramny aber seither angepackt hat, wie er sich gibt, wie er es verstanden hat, das Team zusammenzuschweißen, wie er die Mannschaft das spielen lässt, was sie am besten kann und vor allem, wie es ihm die Mannschaft dankt, ich hätte das nicht für möglich gehalten.

Der VfB stellt die beste Rückrundenmannschaft und wies den Tabellendritten Hertha BSC, der seinerzeit zuvor sechs Mal nicht verloren hatte, hochverdient und relativ deutlich in die Schranken. Mit nunmehr fünf Siegen in Folge, der besten Serie seit 2010, noch unter Christian Gross, hat der VfB nun nach 21 Spieltagen bereits 27 Punkte auf dem Konto und nimmt den zehnten Platz ein.

Zwölf Punkte Vorsprung auf einen direkten Abstiegs-, der vor zwei Monaten noch VfB-Stammplatz war, schon sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, jedoch nur noch fünf Punkte Rückstand auf Platz sieben, der möglicherweise zur Europaleague-Qualifikation berechtigt.

Wohin soll man in der Tabelle also blicken? Ist die Zeit (schon) reif, ein neues Saisonziel auszugeben? Ich finde nicht! Da bin ich bei Jürgen Kramny, von Spiel zu Spiel denken und vor allem erst einmal die 40-Punkte-Marke knacken, ehe man zu spinnen anfängt. Wenn man die Truppe derzeit spielen sieht, kann man es sich zwar schwerlich vorstellen, dass das Team noch dermaßen einbrechen und in Gefahr geraten könnte, aber, der Teufel ist ein Eichhörnchen, wir sind gebrannte Kinder und tun gut daran, von Woche zu Woche weiterzusehen und erst einmal kleine Brötchen zu backen.

Schafft es Kramny jedoch, das Team weiterhin so bei Laune, die Stimmung hoch zu halten, ist noch vieles möglich. Der Teamgeist, auch unter den Reservisten, scheint überragend zu sein, so dass sich die Spieler gegenseitig zu Höchstleistungen pushen und der Lauf durchaus eine Eigendynamik annehmen kann, wie wir sie zuletzt 2007 erlebt haben.

Durch Handauflegen und die Krise weglächeln hat Kramny mit seinem Trainerteam zusammen sicherlich nicht für den Aufschwung gesorgt. Die Grundlagen, die in Belek gelegt wurden, zahlen sich schon jetzt aus, die Team-Building-Maßnahmen dort ebenfalls.

Die Neuzugänge Großkreutz und Kravets passen bislang wie die Faust aufs Auge. Großkreutz ist schon von seiner Siegermentalität und seiner offenen Art her ein Gewinn, dass er wie ein Irrer läuft und kämpft und stets bereit ist, sich völlig auszupowern, und das als Spieler, der schon alles erreicht hat, nötigt den Mitspielern Respekt ab und animiert die Anderen dazu, ebenfalls eine Schippe draufzulegen.

Kravets hingegen ist eine ernsthafte Alternative für Timo Werner, wofür er mir fast zu schade ist. Aber, Timo Werner selbst hat in dieser Saison einen enormen Sprung gemacht und machte auch am Samstag wieder ein starkes Spiel, so dass Timo nicht gerecht werden, ihn für Kravets zu opfern. Kravets wiederum war nun bereits zum dritten Mal in Folge nach seiner Einwechslung an einem Tor beteiligt, wenn auch am Samstag unorthodox und unfreiwillig, so dass Kramny ein Luxusproblem hat, wem er denn sein Vertrauen schenkt. Momentan ist auch Timo Werner sehr wertvoll für sein Team, erläuft Bälle und holt durch seine Schnelligkeit Freistöße heraus. Deshalb würde ich an dieser Formation derzeit nicht rütteln, zumal es ja auch sehr wertvoll für einen Trainer ist, jemanden in der Hinterhand zu haben, der sofort da ist und müde Abwehrreihen vor große Probleme stellen kann.

Nur schade, dass der dritte Neue, Federico Barba, eigentlich ja der Winterkönigstransfer, noch eine ganze Weile verletzt ausfällt.

Was mir an Kramny noch imponiert, ist, dass mir seine Auswechslungen bislang meist plausibel und zum richtigen Zeitpunkt erscheinen, mit Ausnahme vielleicht davon, dass er Didavi nach seiner gelben Karte in Frankfurt hätte schützen und auswechseln können und auch eine Auswechslung Insúas am Samstag Sinn gemacht hätte, spätestens nachdem er Glück hatte, nicht mit Gelb-Rot vom Platz geflogen zu sein. Da vertraut er aber seinen Mannen, dass sie sich im Griff haben und nicht durch eine dumme Aktion das eigene Team schädigen.

Ansonsten aber, Kravets für Werner habe ich thematisiert, aber auch Harnik für Maxim machte Sinn. Nicht nur, weil Maxim müde war, der Wechsel fiel just in eine Phase, in der die Berliner drohten, des Öfteren gefährlich durchs Zentrum nach vorne zu gelangen. Harnik lief diese Räume dann zu und hatte zum Schluss noch die Großchance zum 3:0.

Der letzte Wechsel, Klein für Serey Dié, diente freilich nur noch dazu, dem Mann des Spiels einen gebührenden Abgang zu verschaffen. Holger Laser, unser Stadionsprecher, rief dazu auf für Serey Dié aufzustehen und gut 40.000 VfB-Fans folgten dem Aufruf. Standing Ovations der glückseligen schwäbischen Fangemeinde, die geradezu entzückt ist, vom neuen VfB. Dass die Mannschaft schön spielen kann, erlebten wir unter Alexander Zorniger ja auch zur Genüge, der Unterschied im Hier und Jetzt aber ist, dass wir nicht nur schön spielen sondern auch gewinnen.

Begann man die Saison nach teilweise hervorragenden Leistungen mit vier Niederlagen, schaffte man nun gegen die gleichen Gegner zum Auftakt der Rückserie vier Siege.

Bratwurst-Fredi, der in diversen Kolumnen und auf kleinen unbedeutenden Spartensendern seinen unqualifizierten Senf hinzugeben darf, sprach Kramny jüngst ja die Bundesligatauglichkeit ab. Man darf gespannt sein, was ihm diese Woche dazu einfällt.

Ich möchte Kramny nun auch nicht in die höchsten Sphären heben, um ein erfolgreicher Bundesligatrainer zu sein, gehören viele Jahre Erfahrung auf hohem Niveau und nicht nur ein paar Spiele dazu, aber, jeder Große fing mal klein an, einen sehr guten Auftakt hat er jedenfalls hingelegt.

Was ihn grundlegend von Zorniger unterscheidet ist, dass es für Kramny wohl kein Beinbruch wäre, wenn er irgendwann einmal wieder ins zweite Glied zurückgestuft werden würde, während Zorniger den Eindruck erweckte, nichts ginge ihm schnell genug, dass er alles mit Gewalt einreißen und der neue Schwaben-Mourinho sein wollte. Dabei machte er leider den zweiten vor dem ersten Schritt, so dass die Trennung spätestens dann nicht mehr zu vermeiden war, als er die Mannschaft gänzlich verloren hatte.

Kramny hingegen macht seinen Job ruhig und unaufgeregt, hört auf sein Umfeld und auch auf die Mannschaft, was sie ihm derzeit unwiderstehlich dankt. Hoffen wir, dass es so weiter geht. Nächste Ausfahrt Schalke und ich ertappe mich tatsächlich dabei, darüber enttäuscht zu sein, sollten wir mit leeren Händen vom Pott zurückkehren. So schnell ändern sich die Zeiten.

Nach diesem gigantischen Wochenende verschwand mein Dauergrinsen am Sonntag dann von einem Moment auf den Anderen. Es wurde Gewissheit, was man nach der morgendlichen Einheit schon befürchten musste, nämlich, als Daniel Ginczek, gestützt von Gerhard Wörn, vom Platz humpelte.

Ginni hat sich erneut das Kreuzband gerissen, dieses Mal im anderen Knie. Seit dem 3.10.15 hatte Ginczek wegen eines Bandscheibenvorfalls pausieren müssen und war nach viereinhalb Monaten gerade erst wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen und dann das. Einfach nur unfassbar traurig. Ich hoffe, die Operation und anschließende Reha verlaufen optimal, so dass uns Ginni zum Bundesligastart 2016/2017 wieder zur Verfügung steht. Kopf hoch Ginni, YNWA!

So manch einer schreibt Ginni jetzt schon für immer ab, weil seine Verletzungshistorie badstubersche Züge annehmen würde. Ich sehe da nicht so schwarz, zum einen ist Ginni noch jung und zum anderen hätte man es Daniel Didavi vor zwei Jahren auch nicht mehr zugetraut, so stark zurückzukommen und über einen jetzt doch erfreulich langen Zeitraum beschwerdefrei zu sein.

Der erwähnte Holger Badstuber bleibt der ganz große Pechvogel im deutschen Fußball und zog sich am Wochenende einen Fußbruch zu, der ihn die Euro in Frankreich kosten wird. Bitter für ihn, der einst in der VfB-Jugend gekickt hat und sich in den letzten Jahren mehr in der Reha als auf dem Platz befand. Auch ihm gute Besserung und dass er nach der neuerlichen Reha endlich mal gesund bleiben darf.

Nun freue ich mich auf eine Europapokal-Woche, auch wenn das Championsleague-Achtelfinale so gestückelt wurde und sich über vier Wochen erstreckt. Schalke wünsche ich eine gute Reise in die Ukraine, ein anstrengendes Spiel und eine beschwerliche Reise zurück. Die Trauben am Sonntag hängen zwar hoch in der Turnhalle, aber, dieser Mannschaft ist momentan vieles zuzutrauen, auch ein Sieg im Pott.

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15. September 2015

Fußball ist ein einfaches Spiel

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , , – Franky @ 19:04

Auch nach dem vierten Spieltag der Fußball-Bundesliga steht unser VfB noch ohne Punkte da. Die große Euphorie, die noch vor Saisonbeginn herrschte, schlug innerhalb von gerade einmal vier Wochen bei vielen VfB-Fans in Endzeitstimmung um. Ich empfinde es als angenehm und wohltuend, dass wenigstens die Verantwortlichen Ruhe bewahren und (noch) nicht in blinden Aktionismus verfallen und alles über den Haufen werfen, was ein paar Wochen vorher noch vielversprechend klang und als alternativlos bezeichnet wurde.
Fußball ist ein einfaches Spiel, nicht nur außerhalb des Platzes, wo jeder, quer durch alle Bildungsschichten, eine Meinung zu dem was sich auf dem Rasen abspielt hat und Verbesserungswünsche oder gar –forderungen äußert.
Der Fußball ist aber eben auch unberechenbar. Was helfen Systeme, Theorien, Gesetze der Serie, der Marktwert der Spieler, die vermeintliche Qualität einer Mannschaft, der beste Trainer, wenn Berufs-Fußballer aus zwei Metern das Tor nicht treffen, sich Spieler ungeschickt verhalten und unnötige roten Karten kassieren und sich, wie zuletzt in Berlin, auf einfachste Weise im eigenen Strafraum düpieren lassen. Auch das ist einfach, wer solche Fehler macht, steht am Ende in der Regel mit leeren Händen da. Im Grunde fehlten in den ersten Spielen, den ersten beiden zumindest, Nuancen, um die Liga zu rocken, stattdessen lamentieren wir und hadern mit dem Schicksal und der eine oder andere ist schon jetzt dabei, die Nerven zu verlieren.
Der VfB setzte in Berlin zwar zunächst auf größere Kompaktheit, lud dadurch aber auch die Berliner ein, selbst die Spielregie zu übernehmen. Die Hertha ließ sich nicht zwei Mal bitten und näherte sich dem VfB-Tor Stück für Stück an. Dass dieses passive Spiel unserer Mannschaft nicht liegt, erkannte man schon sehr früh, auch wenn die Berliner nicht gerade furchteinflößend daherkamen. Völlig plump ließen sich Insúa und Kostic schon nach einer knappen Viertelstunde nach einem Einwurf (!) übertölpeln und zu einfach von Weiser ausspielen, der dadurch zum freistehenden Haraguchi passen konnte, dieser wiederum sich Hlouseks amateurhaften Zweikampfverhaltens und zu viel Platz, im Strafraum wohlgemerkt, erfreuen und unter Vlachodimos hindurch mühelos zum 1:0 vollenden konnte. Ein sehr ärgerliches Gegentor, weil es den Berlinern zu einfach gemacht wurde und weil im heutigen Fußball das erste Tor oftmals die Richtung vorgibt, in die das Spiel letztendlich läuft und dem Gegner vor allem suggeriert, dass an diesem Tag der Sieg zu holen ist. Der VfB präsentierte sich großzügig in Geber-Laune.
In der Folge stand der VfB dann wieder etwas höher, erlangte dadurch mehr Spielanteile, woraus letztendlich der Ausgleich resultierte, als Sunjic eine Didavi-Flanke per Kopf verwertete. Toni Sunjic also, der alles in allem ein ordentliches Debüt im Dress mit dem Brustring abgab und ein Hoffnungsschimmer für die Zukunft sein könnte. Schade, dass Timo Baumgartl, der von der U21 vorzeitig verletzt abreisen musste, auch für das Gastspiel an der Spree ausfiel. Mit zwei gelernten Innenverteidigern am Start, für die konsequente Zweikampfführung kein Fremdwort ist, wäre das 1:0 wohl nicht gefallen.
Bei Hlousek fragt man sich schon, was er in einer Bundesligamannschaft verloren hat. Er hatte gegen Man City zwar schon lichte Momente und gab ein ordentliches Debüt in der Innenverteidigung ab, im Verlauf der bisherigen Bundesligaspiele konnte er seine Bundesligatauglichkeit jedoch nicht nachweisen. Hlousek hat keine Technik, geht naiv in die Zweikämpfe und ist durch sein ungestümes Einsteigen stets für einen Freistoß- oder Elfmeterpfiff „gut“. Was fast noch bedenklicher ist, als die Tatsache, dass Hlousek der Stammelf angehört, ist, dass Niedermeier trotz Hlouseks schwacher Auftritte keine Chance bekommt. Da fragt man sich, was er denn verbrochen hat, dass er komplett außen vor ist, von seinem Lapsus auf Schalke in der letzten Saison einmal abgesehen. Auch Schwaab ist keine echte Alternative, für mich auf rechts übrigens auch nicht, und immer ein Kandidat, wenn es um mögliche weitere Abgänge geht.
In der Abwehr gründet sich meine Hoffnung auf Besserung auf das Duo Baumgartl/ Sunjic, das hoffentlich gegen Schalke 04 am nächsten Sonntag seinen Einstand gibt und darauf, dass die beiden sich schnell aufeinander einstellen und sich einspielen, dahinter ist es nach wie vor eng.
Dass ausgerechnet Sunjic Lustenberger vor dem 2:1 den Ball vor die Füße köpfte, schmälert den guten Eindruck nicht. Schlimmer war doch, dass dieser so frei zum Schuss kam, Pech dazu, dass er einen Sonntagsschuss auspackte, wie er ihm in seinem weiteren Fußballerleben wohl nicht mehr gelingen dürfte – sein erstes Tor seit sieben (!) Jahren. Für Vlachodimos, der den gesperrten Tytoń vertrat, gab es da nichts zu halten. Er feierte ein solides Startelf-Debüt ohne jedoch zu glänzen, so dass gegen Schalke wohl Tytoń ins Tor zurückkehren dürfte. Nach dem 2:1 in der dritten Minute der Nachspielzeit der ersten Halbzeit ging es zum Pausentee.
In der zweiten Hälfte fehlte dem VfB die Durchschlagskraft und das Miteinander. Die Hertha verwaltete das Ergebnis fast mühelos, außer einem Schuss von Maxim gab es kaum nennenswerte Torannäherungen mehr. Der VfB agierte insgesamt zu hektisch und kopflos und verlor sich in Einzelaktionen. Insgesamt ein biederer, fast emotionsloser, Auftritt, mir fehlte da die Geilheit den Sieg erzwingen zu wollen und den Negativtrend dadurch zu beenden.
Seit dem sogenannten Deadline-Day, an dem einigen unserer Spieler noch einmal gehörig der Kopf verdreht wurde, wirkt unser magisches Offensiv-Dreieck auf mich gehemmt und frustriert. Hoffentlich besinnen sie sich in den nächsten Wochen wieder, wir benötigen sie dringend in Bestform und mit ihrer alten Spielfreude.
Die Zweifel, was eine positivere Entwicklung beim VfB angeht, werden im Umfeld mitunter größer, was in Anbetracht des verwaisten Punktekontos normal ist. Es scheint aber auch, dass in der Mannschaft das grenzenlose Vertrauen in die von Zorniger vorgegebene Marschroute nicht (mehr) komplett vorhanden ist. Die kleineren Korrekturen fürs Hertha-Spiel wurden nicht gerade goutiert, wie Florian Klein zugab, der meinte, man solle nicht über den Haufen werfen, was man sich in der Vorbereitung erarbeitet habe. Ist es mangelnde (geistige) Flexibilität des Teams oder doch schon ein Misstrauensvotum gegen den Trainer, wenn die Mannschaft offen zugibt, Vorgaben des Übungsleiters nicht erfüllen zu wollen oder auch nicht erfüllen zu können? Ist die Mannschaft also doch untrainierbar, wie man ihr schon seit Jahren nachsagt und das obwohl das Team mittlerweile eine Blutauffrischung erfahren hat? Ich hoffe es nicht, denn dann wären es ganz gefährliche Tendenzen und der Trainer müsste früher oder später als schwächstes Glied der Kette gehen oder es Armin Veh gleich tun und die Brocken hinschmeißen. Dem Trainerteam sollte es des Amtes wegen schon noch gestattet sein, die Richtung vorzugeben und die Spieler, als Angestellte des Vereins, müssen alles dafür tun, die Vorgaben umzusetzen und den Trainer damit nicht ins offene Messer rennen lassen. Hier stellt sich dann wirklich die Charakterfrage des Teams, welche auf der Tribüne im Berliner Olympiastadion auch schon diskutiert wurde.
Es wäre fatal, bereits jetzt schon wieder den Trainer in Frage zu stellen. Einige sehen bereits Huub Stevens wieder in den Startlöchern, andere träumen von Jürgen Klopp, ich für meinen Teil gebe dem Projekt mit Alex Zorniger noch Zeit. Abgesehen davon, dass es wirklich schwachsinnig wäre, einen neuen Trainer nach vier oder von mir aus auch sieben Spielen schon zu schassen, was käme denn dann? Zurück in die Steinzeit mit Huub Stevens und dem einzigen Ziel, die Klasse zu halten? Dann stünden wir im nächsten Mai wieder vor dem totalen Umbruch und würden unter Umständen „ausprobieren“, ob ein dann neuer Trainer die ersten vier Spiele erfolgreicher gestaltet oder man ihn wieder entlassen muss. Es wäre dann das dritte verlorene Jahr nacheinander, nachdem zuerst Labbadia, dann Bobic zu spät entlassen wurden und das Kind daher schon im Brunnen lag, bevor die Spielzeiten richtig angefangen haben.
Würde Stevens sich lieber weiter die Sonne auf Mallorca auf den Bauch scheinen lassen, was dann? Altmeister Christoph Daum? Bernd Schuster? Jos Luhukay? Felix Magath? Thomas Schaaf? Jens Keller? Mirco Slomka? Michael Oenning? Oder ein Anderer? Welcher Trainer würde denn schnelle Besserung und vor allem Punkte garantieren? Mir fällt keiner ein! Jürgen Klopp dagegen würde auch ich mit Kusshand nehmen, da dieser jedoch absolut unrealistisch ist, verbietet es sich auch, überhaupt darüber nachzudenken. Er wird, klug wie er ist, sein Sabbat-Jahr durchziehen und dann bei einem großen Club anheuern anstatt durch ein Himmelfahrtskommando beim VfB (und seinem schwierigen Umfeld) mitten in der Saison sein Image zu beschädigen. In Deutschland kämen für ihn allenfalls noch die Bayern oder die Nationalmannschaft in Frage, wobei ich hoffe, dass er sich aus Verbundenheit zu den BVB-Fans die Bayern nicht antun wird. Heute ist zu lesen, dass Liverpool-Fans eine Initiative „Klopp for the Kop“ gestartet haben und sich für Klopp als Trainer stark machen. Wenn man realistisch ist, wäre der Job an der Anfield Road und die Perspektive die Reds zurück an die Spitze der Premier League zu führen sicherlich eine reizvollere Geschichte für Jürgen Klopp, als mit dem VfB um Platz 15 zu spielen.
Natürlich sollte das Team langsam anfangen zu punkten, dass sich die Trainerfrage nicht irgendwann von selbst stellt. Endlos Zeit wird man auch Zorniger nicht einräumen können, Zeit ist in der Bundesliga ein knappes Gut und reicht zumeist nur von Spiel zu Spiel. Fußball ist nun mal in erster Linie Ergebnissport, es gibt weder eine B- noch eine Haltungsnote für besonders gute Leistungen. Ich habe meine Ruhe trotz der ausbleibenden Erfolgserlebnisse noch nicht verloren, weil ich die Saison als Ganzes sehe. Für den Klassenerhalt benötigen wir etwa 35 Punkte, bei 90 noch zu vergebenden sicherlich kein ganz unrealistisches Ziel. Alles, was darüber hinaus geht, nehmen wir gerne mit, ist in diesem Übergangsjahr und für die weitere Konsolidierung zwar wünschenswert aber nicht entscheidend.
Die Systemdiskussion an sich sehe ich positiv nach Jahren, in denen kein System erkennbar war und man daher auch nicht darüber debattieren musste. Der VfB befindet sich in allen Bereichen im Umbruch, die Aufarbeitung der letzten Jahre fand im Sommer statt, die Veränderungen sind nun in vollem Gange.
Vor ein paar Wochen wurde Dutt noch gefeiert, weil er es schaffte unsere in der letzten Saison phasenweise überragende Offensive gehalten und gleichzeitig die schwächelnde Defensive verändert zu haben. Es wurden „Altlasten“ aussortiert und Leute mit Entwicklungspotential dazu geholt.
Das Scouting-System wurde revolutioniert, Günther Schäfer, die gute Seele des Vereins, Vereinsikone und ein absolut positiver Typ als Team-Manager installiert und erstmals ein hauptamtlicher Sportpsychologe angestellt, der sich über mangelnde Arbeit zur Zeit nicht beklagen dürfte. Es wird zurückgekehrt zur Philosophie eines einheitlichen Spielsystems durch alle Altersklassen und Mannschaften im Verein hinweg, der eigene Nachwuchs steht stärker im Fokus als in den letzten Jahren.
Der Plan stimmt meiner Meinung nach, man muss sich bei derart tiefgreifenden Veränderungen nur im Klaren sein, dass es eine Zeit lang dauern wird, bis die Maßnahmen erste Früchte hervorbringen. Das Gesamtkonzept, zu dem eben auch der Trainer Zorniger gehört, jetzt schon wieder in Frage zu stellen, finde ich sehr verfrüht und auch nicht zielführend, da wir jede aufkeimende Unruhe gebrauchen können wie’s Bauchweh. Nach Jahren der Plan- und Systemlosigkeit muss sich der Verein für die Zukunft neu aufstellen und strategisch planen, und das immer im Rahmen der vorhandenen und noch immer begrenzten Möglichkeiten. Wir befinden uns mal wieder in einer Übergangssaison und am Anfang einer Entwicklung, so dass ich guter Hoffnung bin, dass wir uns im Saisonverlauf stetig steigern werden.
Zorniger wird von vielen eine überhebliche Art und Oberlehrer-Mentalität nachgesagt, die während seiner Zeit beim Brausehersteller und der Zusammenarbeit mit Ralf Rangnick abgefärbt haben müsse. Zudem wird ihm fast schon sein schwäbisch bzw. weil er Interviews nicht auf hochdeutsch gibt, negativ ausgelegt, und weil er von der Ostalb kommt, ist er ein „Bauer“. Für diejenigen, die ihn von vornherein abgelehnt und sich nicht mit der Lösung arrangiert haben, finden sich tausend Gründe, diesen unliebsamen Trainer wieder loswerden zu wollen, ich sehe es eher pragmatisch und wünsche mir Kontinuität und keine weiteren Abfindungszahlungen für unseren Verein.
Ich finde es richtig, dass Zorniger nach außen den starken Mann mimt, nicht einknickt und auch mal jemandem über den Mund fährt. Bedenklicher wäre es doch, wenn er sich wie das Fähnchen im Wind drehen würde nur um zu gefallen, dann würde er seine Glaubwürdigkeit und seine Authentizität erstrecht verlieren und „der Meute“ zum Fraß vorgeworfen werden. Intern wird er sehr wohl an einer erfolgreicheren Mannschaft tüfteln und ihr vor allem einen Plan an die Hand geben, der sie nicht überfordert.
Als Bundesliga-Novize ist der Umgang mit „Stars“ oder solchen, die sich dafür halten, Neuland für ihn. Er, der Arbeiter, erwartet von seinem Personal eine gesunde Portion Eigeninitiative und nicht, dass sich Spieler auf dem „Erreichten“ ausruhen und sich damit zufrieden geben, einfach nur zum Kader zu gehören. Er möchte die Spieler besser machen. So ist wohl sein Zitat in Bezug auf Timo Werner zu verstehen, er sei nicht sein Kindermädchen. Dafür wird Zorniger nun in der Öffentlichkeit und von Teilen der Fans zerrissen, was erlaube Zorniger, UNSEREM Timo so die Leviten zu lesen und ihn fürs Berlin-Spiel auszubooten. Diejenigen, die Zorniger dafür jetzt am liebsten steinigen würden, sind womöglich die gleichen, die Timo Werner nach seinen letzten Einsätzen das Können absprachen und Zweifel äußerten, ob er es jemals noch packen würde. Sollte Werner für den Rest der Vorrunde außen vor bleiben und ihn der Frust zerfressen, käme auch von mir ein Aufschrei, aber doch nicht nach einem einzigen Spiel, bei dem er nicht zum Kader gehörte. Ich hoffe , dass an den Gerüchten, Dutt habe Werner nach England verscherbeln wollen, nichts dran ist, da ich noch immer die Hoffnung habe, dass Werner den Durchbruch bei uns schafft und eine der Identifikationsfiguren der Zukunft werden könnte.
Für Timo Werner selbst wäre es das Falscheste, was er tun könnte, in Selbstmitleid zu zerfallen. Er sollte diese Nichtnominierung vielmehr als Denkzettel und als Ansporn betrachten, in dieser Woche so richtig Gas geben und Zorniger das Signal senden, dass er verstanden hat. Ich habe irgendwie den Eindruck, Zorniger kann gerade machen, was er will, es wird ihm alles negativ ausgelegt, weil eben die Ergebnisse nicht stimmen und es einige schon immer gewusst haben, dass es mit diesem Zweitligatrainer nicht hinhauen würde.
Mein Wunschkandidat war er auch nicht. Jetzt aber ist er da, ich habe mich mit seiner nach außen schwäbisch-verbissenen, auf dem Trainingsplatz aber auch sehr lockeren, Art angefreundet und wünsche mir endlich Kontinuität in meinem Herzensverein. Im Training gefällt er mir sogar sehr gut, weil er nicht wie Feldherr Veh mit verschränkten Armen da steht und seine Assistenten machen lässt, sondern die Spieler notfalls auch durch eigenes Handanlegen auf dem Platz verschiebt und sich immer mal einen anderen herauspickt, mit dem er im Zwiegespräch die Einheit und was er verbessern muss, bespricht. Deshalb wehre ich mich vehement gegen jede aufkommende Trainerdiskussion zu diesem frühen Zeitpunkt.
Jeder Trainer steht und fällt mit den Leistungen, die ihm seine Mannschaft anbietet. Es wird noch die eine oder andere Transferperiode ins Land ziehen, bis Dutt/ Zorniger „ihren“ Kader beisammen haben und daran dann auch zu 100% gemessen werden können. Wer aber behauptet, der VfB habe nichts oder zu wenig personell geändert und dass es daher ja kein Wunder sei, dass man wieder unten herumkrebse, liegt trotzdem falsch.
Auf der Torhüterposition wurde vor Saisonbeginn bereits gehandelt, einfach nur Pech, dass die designierte Nummer 1, Mitch Langerak, auf unbestimmte Zeit ausfallen wird. Sein Knie scheint stärker geschädigt zu sein, wie zunächst von den VfB-Ärzten diagnostiziert, für mich sehr bitter dieser Ausfall, da Tytoń bislang noch nicht zu überzeugen wusste.
Rüdigers Verletzung machte uns bereits im Winter einen Strich durch die Verkaufs-Rechnung, im Sommer nun, nach wochenlangem Transferpoker dann erneut, so dass der VfB lange Zeit Ungewissheit hatte, welche finanziellen Mittel vorhanden sein würden, um die Defensive verstärken zu können. Erst kurz vor Transferschluss konnte in dieser Personalie Vollzug gemeldet und Sunjic als Nachfolger präsentiert werden. Nicht die feine englische Art Rüdigers, der dem VfB viel zu verdanken hat, ein solches Hickhack zu veranstalten und den VfB im Ungewissen zu lassen. Für mich ist das auch einer der Gründe, weshalb es gerade so hakt und weshalb wir uns überhaupt noch über Hlousek unterhalten.
Auf der Linksverteidigerposition wurde ebenfalls gehandelt und es wurden in Insúa und Heise gleich zwei Neue geholt, währenddessen man Sakai abgegeben und Hlousek zumindest als linken Verteidiger abgeschrieben hat.
Im Winter bereits holte man Serey Dié, der auf Anhieb einschlug und der wahre Leader auf dem Platz ist. Dazu gesellen sich noch Daniel Ginczek und Daniel Didavi, seit der späten Rückrunde ebenfalls gefühlte Neuzugänge, so dass de facto fast die halbe Mannschaft ausgetauscht wurde.
Auf allen genannten Positionen haben wir uns meiner Meinung nicht verschlechtert, wenn auch nicht auf allen verbessert. Trotzdem gibt es auch innerhalb des Teams weitere diskussionswürdige Baustellen. Neben Hlousek sah ich nämlich gegen die Berliner Hertha vor allem Martin Harnik und Christian Gentner äußerst schlecht. War der ganzen Mannschaft in der zweiten Halbzeit kein großes Aufbäumen zu attestieren, fielen diese beiden durch ihre Körpersprache und leichte Ballverluste sogar noch ab.
Ich fand es zwar richtig, Harnik, der mit zwei Toren und der EM-Qualifikation von der Nationalmannschaft mit neuem Selbstvertrauen zurückgekehrt war, erneut aufzubieten und auf Besserung zu hoffen. Leider reihte sich seine Leistung nahtlos ein in die schlechten Auftritte vor der Bundesligapause, so dass er folgerichtig als erster ausgewechselt und durch Robbie Kruse, der ein paar ordentliche Szenen hatte, ersetzt wurde. Harnik würde ich gegen Schalke endlich einmal eine Denkpause verordnen, auch wenn es gegen einen potentiellen Interessenten für ihn geht.
Gentner wiederum ist der Mann mit der inoffiziellen Stammplatzgarantie. Seit Jahren beißen sich Konkurrenten die Zähne aus und kommen nicht an ihm vorbei. Warum und weshalb erschließt sich mir nicht. Natürlich scheut sich der eine oder andere Trainer davor, seinen Kapitän auf die Bank zu setzen, Zorniger möglicherweise auch deshalb, weil schon Sven Ulreich der Abgang nahegelegt wurde und er nicht noch einen Dunkelroten demontieren wollte.
Jetzt aber, nach den ersten erfolglosen Pflichtspielen, darf durchaus über weitere Wechsel in der Anfangself nachgedacht werden. Für Zornigers überfallartigen Angriffsfußball fehlt Gentner nach meinem Empfinden die Handlungsschnelligkeit und das „nach vorne denken“. Er verschleppt das Tempo eher und spielt lieber zurück als schnell nach vorne, von wenigen Ausnahmen, wie bei seiner Torvorbereitung in Hamburg, einmal abgesehen. Läuft es beim VfB gut, spielt er ordentlich mit, läuft es schlecht, taucht Gentner unter. Gerade wenn es nicht läuft, wünscht man sich einen Kapitän, an dem sich die Mitspieler aufrichten können, der die Richtung vorgibt, das Spiel auch mal beruhigt. Bei Gentner aber hat man den Eindruck, dass er nur noch im Sinn hat, selbst gut auszusehen und den Ball versucht, schnellstmöglich wieder loszuwerden, und das auch durch schlampige Alibipässe, die Mitspieler in Bedrängnis bringen.
Im zentralen Mittelfeld würde ich gerne einmal Serey Dié und Lukas Rupp zusammen sehen. Ich möchte Gentner um Gottes Willen nicht verteufeln, sehe ihn derzeit aber nicht als Hilfe sondern fast schon als Belastung an. Wer weiß, vielleicht würde eine zeitweilige Herausnahme ja Fesseln beim Rest des Teams lösen, wenn der eine oder andere dadurch mehr in die Verantwortung genommen werden würde. Seit langem bemängele ich fehlenden Leistungsdruck beim VfB und dass eher nach Namen und Seilschaften als nach Leistung aufgestellt wird. Als Zorniger kam, hatte ich die große Hoffnung, dass diese Zeit der Vergangenheit angehört, hoffentlich enttäuscht er mich da nicht.
Gelegentliche Wechsel in der Startformation, vor allem nach schlechten Leistungen, fördern das Leistungsklima und belohnen diejenigen, die unter der Woche besonders Gas gegeben und sich aufgedrängt haben. So durfte in Berlin Arianit Ferati erstmals Bundesligaluft schnuppern, auch andere Youngster scharren bereits mit den Hufen und warten auf ihre Chance. Ferati legte ein erfrischendes Debüt hin und könnte schon in naher Zukunft Druck auf die Arrivierten im Mittelfeld machen.
Es gibt sie also durchaus, die Hoffnungsschimmer, den Silberstreif am Horizont! Auch nach vier Spieltagen und dem historisch schlechtesten Saisonstart vom VfB aller Zeiten besteht kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Natürlich werden die Aufgaben nicht leichter, auch haben wir gegen vier allenfalls durchschnittliche Teams keinen Punkt geholt, dennoch blitzt immer wieder auf, dass Potential und Klasse in der Truppe steckt und man an einem guten Tag auch (fast) jeden Gegner schlagen kann, sofern man Einladungen an den Gegner in der Rückwärtsbewegung minimiert und vorne eiskalt seine Chancen nutzt, denn – Fußball ist ein einfaches Spiel!

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11. März 2015

Weiß bleibt Bad Cannstatt, jagt sie aus der Stadt!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , – Franky @ 17:42

Viel Zeit blieb nicht, sich über die neuerliche Nullnummer im Neckarstadion aufzuregen. Dafür sorgten DFL, Deutsche Bahn und die Polizei, die das größere Ärgernis an diesem Abend waren und die maßgeblich dafür verantwortlich zeichnen, dass wir mehr über die Geschehnisse rund um und nicht mehr über das Spiel sprechen.
Zunächst einmal war es höchst fahrlässig, dieses Spiel gegen die Hertha an einem Freitag-Abend austragen zu lassen, während der KSC sein Heimspiel erst am Montag zu bestreiten hatte. Hier standen offensichtlich die Sender- über den Sicherheitsinteressen. Man kann davon ausgehen, bei gleicher Konstellation auswärts, wäre das Spiel aufgrund dortiger Sicherheitsbedenken kurzfristig verlegt worden, scheiß drauf, wer schon alles die Reise gebucht und sich auf den einmal festgelegten Termin eingestellt hat.
Nicht so in Stuttgart! Sehenden Auges rannte man ins Chaos, ein Schelm, der dabei nicht vermutet, dass es mal wieder ordentlich krachen sollte, um den Forderungen nach weiteren Restriktionen rund um den Fußball Nachdruck zu verleihen. Dass es kein normales Aufeinandertreffen werden würde, merkte man bereits Stunden vor dem Spiel, da in Cannstatt ein massives Polizeiaufgebot zu sehen war. Da es Verschwendung von Personalressourcen gewesen wäre, sie waren ja nun mal schon da und sollten nicht „arbeitslos“ herumstehen, wurde von Polizeiseite alles getan, einen arbeitsreichen Tag zu bekommen.
So beorderten sie etwa 150 Hertha- und KSC-Fans in Bad Cannstatt aus der S-Bahn, um sie von dort zum Stadion geleiten zu wollen. Eine Schnapsidee, wie es von vornherein absehbar war und sich auch als solche herausstellte. Man weiß, sicherlich auch die oberschlaue Polizei, dass sich stets am Bahnhofsvorplatz die VfB-Ultras sammeln, um dann gemeinsam zum Stadion zu marschieren. Dass, geleitet man eine Gruppe von Fans bzw. Krawallmachern des Erzfeindes an ihnen vorbei, diese nicht nur freundlich zuwinken würden, war wohl jedem klar, nur eben nicht den vom Steuerzahler finanzierten Ordnungshütern. Es mag daran liegen, dass für solche Einsätze mittlerweile Einsatzkräfte aus dem ganzen Land herangezogen werden, aber, selbst dann, wie im normalen Berufsleben auch, heißt das Zauberwort „Arbeitsvorbereitung“. Hinzu kommt, dass für uns VfB-Fans Bad Cannstatt ein heiliges Pflaster ist, das es notfalls auch zu verteidigen gilt. Die KSCler, die sich in die Landeshauptstadt aufmachten, waren ja nun auch keine „normalen“ Fans, die hatten es darauf abgesehen zu pöbeln, VfB-Devotionalien zu ziehen, sich zu prügeln und Sachbeschädigungen in der aus ihrer Sicht verbotenen Stadt zu verüben. Einen solchen Mob durch Cannstatt zu führen geht überhaupt nicht. Nachdem die Polizei damit die ersten Auseinandersetzungen erfolgreich provoziert hatte, zogen sie den Rückzug an und verstauten den Mob in der nächsten Bahn, um sie doch im Neckarpark abzuladen. Auch in dieser Bahn muss es zu übelsten Provokationen gegenüber „normalen“ Fahrgästen und VfBlern gekommen sein, da man ja nicht, wie in anderen Städten durchaus üblich, eine leere Bahn bereitgestellt hatte, die ausschließlich dem blauen Gesindel vorbehalten gewesen wäre.
Nach dem Spiel dann eskalierte die Situation zunehmend. Dies aber nicht etwa wegen randalierender Schwaben, sondern, weil die Polizei kurzerhand den Bahnhof zusperrte, um einer vom Neckarpark kommenden Bahn mit Gästefans eine störungsfreie Durchfahrt zu gewährleisten. Vor dem Bahnhof wuchs natürlich die Menschenmenge an, es war bereits nach 23 Uhr und auch die VfBler wollten nach Hause. Wir haben ein großes Einzugsgebiet, so dass viele noch ihren (letzten) Zug bekommen mussten, um nicht in Stuttgart stranden zu müssen.
Normalerweise ist es bei Hochrisikospielen Usus, dass dem Gästeblock eine Blocksperre auferlegt wird und die Gäste so lang im Block bleiben müssen, bis die Luft rein ist und die meisten Heimfans das Stadionumfeld verlassen haben. So war es vor ein, zwei Jahren auch in Berlin, dass wir freundlich aber bestimmt darum gebeten wurden, noch eine halbe Stunde zu warten, bis die meisten Berliner (und Karlsruher) weg waren. Bei uns aber, ein Hoch auf die Gastfreundschaft, ist es genau andersherum. Die Gästefans werden hofiert, wir dagegen müssen sehen, wo wir bleiben. Ähnliches war mir bereits während des Stadionumbaus sauer aufgestoßen, als uns der Zugang zum Neckarpark so lang verwehrt wurde, bis sich der Bayern-Block geleert hatte. Es war damals auch ein Abendspiel, unter der Woche, wo man eigentlich nur noch heim möchte.
Das gibt’s wohl exklusiv nur in Stuttgart, wie mit den eigenen Leuten umgegangen wird. Dass es sich bei solchen Umständen die einen oder anderen drei Mal überlegen, vor allem diejenigen, die eine weitere Anfahrt haben, ob sie auch die nächsten Abendspiele besuchen sollen, ist verständlich. Auch so vergrault man seine Zuschauer. Inwieweit der VfB ein Mitspracherecht bei den Terminierungen hat und in das Sicherheitskonzept eingebunden ist, kann ich nicht sagen. Ich würde mir aber wünschen, dass man sich hier mehr für seine eigene Kundschaft einsetzt und zu allererst Sorge dafür trägt, dass diese ohne Komplikationen den Heimweg antreten kann.
Ich selbst hatte nicht allzu viel mitbekommen und muss mich auf Presseberichte und Erzählungen von Bekannten verlassen. Lediglich gegen 23.15 Uhr, als wir am Bahnhof vorbei kamen, gab es zwei Mal eine Rennerei, der wir ausweichen mussten, weil vorne am Bahnhofseingang Pfefferspray zum Einsatz kam. Obwohl die Leute zwar ungeduldig, dennoch äußerst diszipliniert waren, sprühte die Polizei durch einen offenen Spalt an der Bahnhofstür Pfefferspray hinaus und hatte offensichtlich Spaß dabei. Welch eine feige, welch eine fiese Aktion! Dass durch solche Handlungen der Respekt vor und die Kooperationsbereitschaft mit den Ordnungskräften nicht wächst, ist doch ganz klar. So schufen die Einsatzkräfte ein aggressives Klima, welches sich später in ausufernder Gewalt einiger Unverbesserlicher niederschlug.
Angeblich wurden Polizisten von „Fans“ in einen Hinterhalt gelockt und angegriffen, so dass sich diese nur mit Warnschüssen in die Luft zu helfen wussten, ebenso wurden einige Autos beschädigt. Für solche Exzesse habe ich null Verständnis und hoffe, dass die Täter gefasst und zur Rechenschaft gezogen werden. So verfahren die Situation war, so unverhältnismäßig und dilettantisch der Polizeieinsatz war, das alles rechtfertigt es nicht, fremdes Eigentum zu beschädigen und mit etwa 80 Mann zwei (!) Polizisten anzugreifen. Das ist purer Vandalismus, den ich im Zusammenhang mit Fußballspielen nicht sehen will.
Wie eingangs erwähnt liegt die Vermutung nahe, dass so manchem solche Geschehnisse gerade recht kommen. Die Reaktion von Polizeigewerkschaftsboss Wendt und auch Innenminister Gall folgte dann auch auf dem Fuß. Wendt meint, der Polizei würde es die Arbeit ungemein erleichtern, wenn er Leute einfach festnehmen lassen könnte, ohne dass sie eine Straftat begangen hätten, einfach so, nur um Ruhe zu haben. Wo kommen wir denn hin, wenn wir noch mehr der Polizeiwillkür ausgesetzt wären, wie ohnehin schon? Bei solchen und ähnlich lautenden Forderungen treten hoffentlich Juristen auf den Plan und verhindern die Einführung dieser. Man musste sich ja zwangsläufig in den letzten Jahren schon fast daran gewöhnen, dass die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland rund um ein Stadion, manchmal schon in der ganzen Stadt, nichts mehr wert sind, was für mein Rechtsempfinden schon sehr bedenklich ist.
Ich habe selbst keinerlei Verständnis für Gewaltausbrüche und versuche mich auch stets fernzuhalten, wo es danach aussieht, aber, als Vielfahrer bekommt man eben öfter unverhältnismäßige Einsätze mit und kann es verstehen, dass beim einen oder anderen Gewalt zu Gegengewalt führt.
Passend dazu gestern ein Vorfall im Kickers-Stadion. Wir waren oben auf den Golan-Höhen, um Chemie Halle bei den Blauen zu unterstützen. Ein Kumpel aus dem Fanclub, der aus Halle stammt und dessen zweite Liebe der Hallesche FC ist, nahm uns mit. Einige waren bereits mal in Halle dabei, letzte Saison waren wir mit ihnen schon in Degerloch gegen die Kickers im Block und auch letzten Samstag bei den Amateuren saßen wir nett mit Hallensern zusammen. Spricht grundsätzlich ja nichts dagegen, zumal wir in absolut friedlicher Absicht dort waren. Neutral angezogen, äußerlich identifizierte uns nichts als VfB-Fans. Wir waren also auf keinerlei Pöbeleien gegen die Kickers aus gewesen, wollten nur das Fußballspiel sehen und ein paar Bier mit den Hallensern trinken und hätten uns gefreut, wenn die Kickers eine auf den Sack bekommen hätten.
Nach unserem Eintreffen am Eingang genügte es dann schon, dass wir Bekannten „hallo“ sagten, die von der Polizei wohl in die Kategorie Problemfans eingestuft wurden. Jedenfalls wurden wir eingekesselt, einer Personenkontrolle unterzogen und schließlich nach kurzer (sinnloser) Diskussion in einen leeren Block verfrachtet, weil es angeblich bei den Hallensern nicht gut ankam, dass VfBler mit ihnen im Block sein wollten, „zu unserer eigenen Sicherheit“, wie uns der Bulle weismachen wollte. Dadurch verpassten wir schon einmal das Intro und den Anpfiff und fanden uns kurze Zeit später im Käfig wieder, so dass ich meine Kamera gleich mal stecken lassen konnte. Komisch nur, als wir uns nach der Halbzeit in der Menschenmenge doch noch in den Block schmuggelten, dass alle freundlich und uns wohlgesonnen waren. So viel zu der viel beschworenen Gefahrenabwehr. Für mich machen es sich die Ordnungshüter nur einfach und wollen Leute gleich mal wegsperren, bevor der eine oder andere ihnen Arbeit machen könnte, anstatt einfach nur ihren Job zu tun und die wirklichen Übeltäter mittels polizeilicher Ermittlungsarbeit festzustellen und zu sanktionieren. Uns war die Lust auf Fußball jedenfalls schon vor dem Spiel gründlich vergangen.
Am Tag danach sprach also kaum mehr jemand über das Spiel, das man erneut nicht gewinnen konnte. Aus VfB-Sicht war es ein 0:0 der besseren Art, 70% Ballbesitz und vor allem in der ersten Halbzeit ein recht gefälliges Spiel nach vorne. Man merkte, wie gut es dem VfB tat, mit Maxim und Kostic gleich zwei Spieler auf dem Platz zu haben, die den Ball zum Freund haben. Geburtstagskind Timo Werner auf links mühte sich zwar redlich, er brachte zwar seine Schnelligkeit gut ein, dafür aber keinen einzigen (!) guten Ball zum Mitspieler. Zudem vergab er die wohl beste Chance des Spiels nach einer Viertelstunde kläglich. Ein Stürmer muss diesen Ball einfach mit Wucht aufs Tor bringen, stattdessen kullerte der Ball ins Aus. Es ist inzwischen ein ausgemachtes Kopfproblem, die Stürmer wirken in den wenigen vielversprechenden Aktionen vor dem Tor zu überhastet und nervös im Wissen diese eine Chance, die sich ihnen bietet, nutzen zu müssen. Je länger dann ein Spiel dauert, desto fahriger wird man in den Aktionen und desto mehr sind Selbstzweifel festzustellen. Am Ende kann man den Kick sogar noch verlieren, so ist es eben, wenn man selbst kein Tor zustande bringt. Es war das neunte von zwölf Heimspielen ohne eigenes Tor, eine fatale Bilanz, die einem vor Augen führt, was uns Dauerkarteninhabern in diesem Spieljahr bereits zugemutet wurde.
Fast schon sensationell mutet es an, dass wir dennoch nicht den Kopf in den Sand zu stecken brauchen und noch Hoffnung, zumindest auf den Relegationsplatz, haben dürfen.
Paderborn scheint langsam aber sicher einzubrechen und hat seit Sonntag bei drei Punkten Vorsprung mittlerweile das schlechtere Torverhältnis. Auch die Freiburger treten nach dem 0:1 gegen Werder auf der Stelle und haben ein schweres Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg vor der Brust.
Für den VfB geht es nun nach Leverkusen, wo es in den letzten Jahren wenig zu erben gab. Vielleicht ist es ja ein Vorteil für den VfB, dass Leverkusen vier Tage später der schwere Gang zu Athletico Madrid in der Champions League bevorsteht, wo sie nach dem 1:0 im Hinspiel realistische Chancen aufs Weiterkommen haben. Es könnte durchaus sein, dass Trainer Roger Schmidt den einen oder anderen Leistungsträger schont oder auch herausnimmt und schützt, wenn der VfB endlich einmal eine härtere Gangart an den Tag legt. Mit Serey Dié haben wir jetzt wenigstens einen Spieler, der wie ein Löwe kämpft, keinen Ball verloren gibt und zudem noch ein gefälliger Ballverteiler im Mittelfeld ist. Der Rest aber holt sich seine Karten höchstens durch Festhalten oder Meckern ab, jedoch nicht durch harten Kampf um den Ball. Mit einem kampfbetonten Auftreten wäre in Leverkusen durchaus etwas drin. Der erste Sieg 2015 muss langsam mal her, auch, um die Köpfe wieder oben zu tragen und Selbstvertrauen zu tanken. Martin Harnik wird dort ebenso noch pausieren müssen wie Moritz Leitner, der sich gegen Hertha die fünfte gelbe Karte einhandelte. Wie die Sperre von Harnik sehe ich auch die von Leitner eher als Vorteil für uns an. Was Stevens geritten hat, in den Schlussminuten, in denen wir unbedingt ein Tor brauchten, Leitner einzuwechseln, weiß wohl nur er. Ein Signal zur Schlussoffensive hätte jedenfalls anders aussehen müssen. Leitner hat nun in über eineinhalb Saisons nicht zu überzeugen gewusst und ist ohnehin im Sommer weg. Auf ihn würde ich nicht mehr setzen, der nie den Eindruck erweckt, mit dem Herzen beim VfB zu sein. Er ist ein Schönwetterfußballer, der meint, er wär’s, dafür weder ein Teamplayer noch einer, bei dem man den Eindruck hätte, die Tabellensituation des VfB belaste ihn. Im Abstiegskampf sind andere Tugenden gefragt, die er nicht mitbringt. Von daher, Daumen hoch, dass er sich gleich nach seiner Einwechslung durch ein plumpes Foul die Verwarnung abgeholt hat. An der Startaufstellung würde ich gar nicht allzu viel ändern, Hlousek vielleicht ist immer diskutabel, er hat auch gegen Hertha wieder viele Bälle durch technische Unzulänglichkeiten verloren. Die ehemaligen Hannoveraner Haggui und Abdellaoue konnte ich am Samstag bei den Amateuren begutachten, ich denke, in die beiden brauchen wir keine Hoffnungen zu setzen…
Nach Leverkusen kommt dann der wohl momentan geeignetste Gegner ins Neckarstadion, um seine Torflaute zu beenden, die Frankfurter Eintracht. Der 1. FC Köln konnte am Sonntag gegen sie eine ähnliche Tordurststrecke vor eigenem Publikum, wie sie der VfB hat, beenden und siegte 4:2. Vielleicht ein gutes Omen!
Dass, wie wenn unsere Probleme und Baustellen derzeit nicht groß genug wären, Anfang der Woche noch ein Bericht der Freiburger Evaluierungskommission publik wurde, in dem angebliche Beweise für systematisches Anabolika-Doping in den frühen 1980er-Jahren im Fußball beim SC Freiburg und beim VfB enthalten sein sollen, passt auch noch ins Bild. Natürlich müssen diese Vorwürfe vom VfB ernst genommen werden und es wurde auch via Pressemitteilung darauf reagiert, aber, seien wir mal ehrlich, seit Toni Schumachers Buch „Anpfiff“ waren solche Praktiken bekannt, es wollte nur keiner der Protagonisten wissen und sich ernsthaft damit beschäftigen. Ob es nach über 30 Jahren noch Sinn macht, in dieser unrühmlichen Vergangenheit zu wühlen, bezweifle ich. Die Verantwortlichen sind meist schon im greisen Alter, die „Täter“ vertrauten damals noch blinder als heute den (Vereins-)Ärzten, gab es doch noch kein Internet, durch das man das eine oder andere heute ja auch selbst nachlesen kann. Wichtig ist doch, ob der Sport aktuell sauber ist und dies scheint er aufgrund einer Vielzahl an Dopingkontrollen ja zu sein. Zudem ist es immer noch sehr umstritten, ob Doping im Fußball tatsächlich zu einer Leistungssteigerung führt oder sich nicht lediglich der Sportler selbst schädigt.
Dies galt es also von Robin Dutt ebenso zu kommentieren, wie die Trainerdiskussion, in der er Huub Stevens weiterhin nur halbherzig den Rücken stärkt. Einige Medien wollen ja bereits erfahren haben, dass zur neuen Saison Alexander Zorniger als Trainer feststehen würde, er aber auch im Falle einer Entlassung Stevens‘ jetzt schon auf Abruf bereit stünde. Zu dieser Meldung habe ich kein eindeutiges Dementi von Dutt vernommen, so dass Stevens weiterhin ein Trainer auf Zeit zu sein scheint. Nach wie vor ist es für mich ein unwürdiges Spiel, das man mit ihm spielt, daher kann ich seine Dünnhäutigkeit und seinen Sarkasmus bei Interviews verstehen.
Bislang erfüllt Dutt meine Vorbehalte gegen ihn voll und ganz. Mit ihm ist ein weiterer Schönredner auf dem Wasen dazugekommen, dem außer Durchhalteparolen zu verkünden auch nichts einfällt. In der verfahrenen Situation, in der der VfB schon die ganze Saison, also auch bereits zu Dutts Amtsantritt, steckt, wäre es wünschenswert gewesen, einen Mann auf die Kommandobrücke zu bekommen, der die Leute mitnimmt und für einen Aufbruch in eine neue Zeitrechnung steht.
Einem Jens Lehmann beispielsweise gegenüber wäre ich zwar auch skeptisch gewesen, aber „nur“ weil er nach Heldt und Bobic der dritte Sportdirektor hintereinander gewesen wäre, der mit null Erfahrung auf dieser Position ins kalte Wasser geschmissen worden wäre. Als Typ aber wäre er einer, der den Finger in die Wunde legt und Missstände klar ansprechen und angehen würde, statt sie lediglich zu verwalten. Dutt bringt jetzt ebenfalls keine Erfahrung mit und redet zudem (bisher) nur recht dumm daher.
Vor ein paar Wochen noch äußerte er sich in die Richtung, eventuell mit Huub Stevens verlängern zu wollen, jetzt soll Zorniger bereits als Trainer feststehen. Sollte dies der Wahrheit entsprechen, ist es ein fatales Zeichen an die Mannschaft, wenn nicht, muss er diese Meldung endlich glaubhaft dementieren.
Momentan ist noch überhaupt nicht absehbar, wohin die Reise gehen wird. Wer weiß, vielleicht rettet uns Huub noch einmal sensationell und hinten hinaus auch mit gutem Fußball und einem Gerüst, auf das wir in der nächsten Saison setzen könnten, dann spräche nichts dagegen, Huub einfach weitermachen zu lassen. Natürlich bin ich mit seiner Spielweise nicht immer einverstanden, aber, eines muss man ihm lassen, die defensive Stabilität hat er in Anbetracht der vorhandenen Mittel gut hinbekommen. Der Fußball, den er spielen lässt, ist sicherlich auch nicht seine Vorstellung von Fußball, er ist aber dem völlig verkorkst zusammengestellten Kader geschuldet.
Zuletzt stellt er immerhin etwas offensiver auf, so dass noch Hoffnung auf Steigerung besteht, der Knoten muss einfach nur platzen. Wir können froh sein, dass Stevens Profi durch und durch ist und sich durch die Spielereien außerhalb des Platzes nicht seine Motivation rauben lässt. Er ist sich seiner Verantwortung und der Ernsthaftigheit der Mission bewusst, so dass er sich auch weiter mit aller Kraft gegen den Abstieg stemmen wird. An Stelle des VfB hätte ich mir die Option einer Weiterbeschäftigung bis zum Ende offen gelassen.
Zorniger dagegen, würde er noch als Feuerwehrmann einspringen (müssen), wäre im Falle des Abstiegs verbrannt. Daher eine gefährliche Situation, in die sich der VfB, wie so oft hausgemacht, gebracht hat. Ob Zorniger ein guter Trainer ist, darüber mag ich nicht zu urteilen. Wer bei Red Bull zwei Aufstiege geschafft hat, muss jetzt noch nicht zwangsläufig der Heilbringer sein. Dort durfte er eben, in Zusammenarbeit mit Rangnick, einen Wunschzettel schreiben und die Spieler wurden ihm auf dem Silbertablett serviert. Unter diesen Voraussetzungen lässt es sich natürlich erfolgreich arbeiten. Beim VfB würde er ganz andere Voraussetzungen vorfinden. Was ausgerechnet ihn jetzt dazu prädestinieren soll, bei uns eine erfolgreichere Ära einzuläuten, weiß ich nicht. Als 2. Co-Trainer unter Babbel und nach Widmayer scheint er jedenfalls keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen zu haben, sonst hätte man ihn schließlich nicht mit Babbel vor die Tür gesetzt. Danach war er noch in Großaspach tätig, wo er zu Regionalligazeiten ebenfalls mehr investieren durfte, als die meisten Ligarivalen.
DER Übertrainer, den man sich jetzt unbedingt fix sichern musste, scheint er für mich jetzt nicht zu sein. Als derjenige, der Red Bull letztendlich in den bezahlten Fußball geführt hat, wird er bei uns zunächst sicherlich einen schweren Stand haben und Überzeugungsarbeit leisten müssen.
Da von VfB-Seite kein Dementi wie „da ist nichts dran“ kam, muss davon ausgegangen werden, dass es sich hierbei um mehr als ein Gerücht oder eine BLÖD-Zeitungsente handelt.
Wie man auf Zorniger kam wäre noch interessant zu wissen. War es Ralf Rangnick, der noch gute Kontakte zum VfB hat, der ihn wegloben möchte, um Zorniger (Vertrag bei Red Bull bis 2016) von der Gehaltsliste zu bekommen? Oder ist er wieder einmal der Mann mit Stallgeruch, weil die Vereinsführung offensichtlich nicht über den Tellerrand hinausschaut? Ich träumte ja noch immer von der großen Lösung Thomas Tuchel und hoffe, der Verein muss es nicht vorwerfen lassen, es nicht wenigstens versucht zu haben.
Was die Zukunft auch bringen mag, diese Trainerdiskussion kommt zur Unzeit. Stevens muss der Verein nun tunlichst Vertrauen und Wertschätzung entgegenbringen und ihm nicht, wie derzeit der Fall, suggerieren, dass sein Zenit überschritten wäre und er nur der Trainer bis zur nächsten Niederlage ist. Dutt versuchte nach dem Hertha-Spiel in dieser Angelegenheit krampfhaft zurück zu rudern, was bei ihm jedoch eher tollpatschig anmutete.
Nächste Ausfahrt, Leverkusen. Dort müssen wir mit aller Macht versuchen, das Unmögliche möglich zu machen und einen wahren Big-Point zu landen. Ich freue mich drauf, „leider“ musste ich meine Fahrt mit dem RWS absagen, weil ich eine Krombacher Fan-Tour mit Übernachtung und VIP-Besichtigung- und Verköstigung in der Krombacher Brauerei gewonnen habe. Auch da freue ich mich drauf, neue Leute, ein anderes Ambiente, wenn wir gewinnen, fahre ich mit denen öfter mit. ;-)

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13. Oktober 2014

Hertha-VfB/ St. Pauli-Union – ein WE im Zeichen des Fußballs!

Gut eineinhalb Wochen ist die unnötige Niederlage von Berlin schon wieder her. Wegen des anstrengenden Wochenendes und einer noch stressigeren Woche kam ich leider nicht früher dazu, meine Eindrücke und Erlebnisse zu schildern.
Wir machten uns am frühen Morgen des Tags der Deutschen Einheit auf den Weg nach Berlin, jedoch nicht, um den Feierlichkeiten zu selbigem in der Hauptstadt beizuwohnen, sondern, um den VfB zu unterstützen, der, wie schon fast traditionell, das Freitagabend-Spiel im 625 Kilometer entfernt liegenden Berliner Olympiastadion zu bestreiten hatte. Die Fahrt dorthin verlief feuchtfröhlich, ohne besondere Zwischenfälle und ohne Verspätung, so dass wir wie geplant gegen 14.45 Uhr unser Domizil am Berliner Kaiserdamm, nur drei U-Bahn-Stationen vom Olympiastadion entfernt gelegen, erreichten und uns kurz darauf in einer Pizzeria mit Freunden treffen konnten. Ein paar Bier und ein paar leckere Bruschetta später begaben wir uns in Richtung Stadion.
Eigentlich wollten wir noch im Biergarten direkt vor dem Stadion Freunde treffen, da wir aber auf der falschen Seite ankamen und es auch im Stadioninnern Vollbier gibt, gingen wir sofort hinein ins altehrwürdige und denkmalgeschützte Stadion.
Erst später fiel mir ein, dass ich eigentlich noch Karten zum verkaufen gehabt hätte, da ich kurz vor Abreise noch zwei Eintrittskarten auf der Gegengeraden gewonnen hatte. Wenn schon, denn schon, dachte ich mir und nahm diesen Platz dann selbstverständlich auch ein, versprach er doch eine bessere Perspektive zum fotografieren. Schade eben, dass ich dadurch einige Leute, die man sonst immer trifft im Gästeblock, dieses Mal nicht sehen konnte. Aber, einen Tod muss man eben sterben. Der Platz war jedenfalls super, unsere Reihe fast leer, von den insgesamt in Stuttgart verlosten 20 Karten waren offensichtlich nur vier in Anspruch genommen worden.
Noch heute kann man den verlorenen Punkten hinterher trauern, denn, viel einfacher als bei der alten Dame dürfte es in den nächsten Wochen nicht werden, das Punktekonto aufzubessern. Man hatte die Berliner gut im Griff, die Führung lediglich durch einen höchstfragwürdigen Elfmeter aus der Hand gegeben, als Antonio Rüdiger anfangs der zweiten Halbzeit die Geduld verlor und mit dem Kopf durch die Wand einen Angriff starten wollte. Das Ende ist bekannt, Ballverlust, schulmäßiger Hertha-Konter und das (vor-) entscheidende 2:1 für die Hertha, die wohl selbst nicht wusste, wie ihr geschah. Bis dahin hatte der VfB das Spiel gut und die Hertha wartete „nur“ darauf, bis der allgegenwärtige Fehlerteufel seinen Auftritt hatte.
Bezeichnend diese Aktion für Toni Rüdiger. Zuletzt hatte ich ihn ja gelobt, dass er, seit er sich zum Stamm des Kaders der Nationalmannschaft zählen darf, eine stärkere Präsenz zeigt, gewillt ist Verantwortung zu übernehmen und vor allem eine Körpersprache an den Tag legt, die man sich vom Rest der Truppe wünschen würde. Dass er mit 21 Jahren (noch) überfordert ist, die Führungsrolle in der Mannschaft zu übernehmen, liegt auf der Hand. Er sollte zunächst sein eigenes Spiel verbessern und daran arbeiten seine Fehlerquote zu minimieren, hat er doch auch schon gegen Köln das vorentscheidende Tor maßgeblich mit verursacht. Dennoch liegt es mir fern, Rüdiger zum Sündenbock für die Niederlage in Berlin abzustempeln. Es ist doch traurig genug, dass es sonst keinen gibt in unserer Mannschaft, der Verantwortung übernimmt und voran geht.
Ein Christian Gentner trägt im Aktionsradius eines Bierdeckels die Kapitänsbinde spazieren, während sich Jungspunde im Team aufopfern und es wenigstens versuchen, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. DIE Achse im VfB-Spiel muss sich erst noch finden.
Hier, so finde ich, sind wir auf gar keinem ganz so schlechten Weg. Spielerisch sind Fortschritte erkennbar. Kirschbaum als Ulle-Nachfolger macht seine Sache ordentlich und strahlt eine wohltuende Sicherheit aus.
Rüdiger befindet sich in einer Entwicklung und kann durchaus in absehbarer Zeit Abwehrchef werden, allerdings hielte ich es nach wie vor für notwendig, ihm einen erfahrenen Haudegen an die Seite zu stellen. Rüdiger und Schwaab bildeten bei der fürchterlichen Niederlagenserie unter Thomas Schneider weitestgehend unsere Innenverteidigung, Ergebnis bekannt. Hier hat es der VfB durch seine nicht erfolgte Saisonnachbereitung einfach versäumt, an den Stellschrauben zu drehen, die schon lang als die Achillesferse des VfB bekannt waren. Ich wünsche es mir, dass Rüdiger auf dem Boden bleibt und an seinen Schwächen arbeitet. Es ist sicherlich nicht einfach für den Jungen die Bodenhaftung zu wahren, wenn er, wie heute geschrieben, als einer der heißesten Transferkandidaten gehandelt wird und angeblich selbst der FC Chelsea seine Fühler nach ihm ausgestreckt habe.
Im zentralen Mittelfeld sind Romeu, Gruezo und zuletzt auch Leitner Lichtblicke, während Gentner im modernen Fußball eigentlich ein Auslaufmodell ist. Es nützt nichts, sinnlos Kilometer abzuspulen. Uns nützt auch ein Kapitän nichts, den man im Spiel 90 Minuten so gut wie nicht wahrnimmt. Ich bin mir relativ sicher, dass er die nächste „Ikone“ ist, die dem „neuen“ VfB zum Opfer fallen wird. Auch Vedad Ibisevic, dem ich allerdings in Berlin eine verbesserte Form attestiere und der das 0:1 schön vorbereitet hat, wird sich sehr bald einer neuen Konkurrenzsituation stellen müssen, denn, Daniel Ginczek scharrt schon mit den Hufen.
Armin Veh, das zeigt auch die Absetzung von Sven Ulreich, macht vor Namen, alten Verdiensten oder dem Standing im Verein keinen Halt und ist auf der Suche nach der bestfunktionierenden Mannschaft. Somit haben wir jetzt eine Situation wie schon seit vielen, vielen Jahren nicht mehr, nämlich, dass allein die Leistung zählt. Veh hat es sich in den Kopf gesetzt, den VfB wieder in angenehmere Tabellengefilde zu führen und hier nicht zu scheitern. Für einen Trainer ist es doch ein leichtes irgendwo ein Himmelfahrtskommando zu übernehmen, einiges zu probieren und gegen Windmühlen anzukämpfen, um sich dann mit einer fetten Abfindung oder unter weiterem Kassieren der Bezüge wieder entlassen zu lassen. Das hat Veh ganz sicher nicht vor. Für ihn ist der VfB eine Herzensangelegenheit, also wird er weiter kämpfen und sämtliche Register ziehen. Sollte, wie man munkelt, an der Möglichkeit etwas dran sein, dass Veh vor hat, auf Sicht den Posten des Sportdirektors zu übernehmen und man womöglich Thomas Tuchel als Trainer auf den Wasen locken möchte, auch dann wäre es eminent wichtig, dass Veh sich nicht verbiegen lässt und vor allem nicht an Widerständen aus dem Verein und dem Umfeld scheitert und damit verbrannt wäre. Ich drücke ihm fest die Daumen, dass das Umfeld geduldig bleibt und dass wir mit ihm die Kurve bekommen. Natürlich probiert er einiges, natürlich macht er dabei auch Fehler, dennoch sehe ich Bewegung wie lange nicht in der ersten Elf und bin daher weiter guter Dinge, dass wir schon bald die Früchte dieses Umbruchs ernten können.
In Sachen Bobic-Nachfolge ist fürs Erste Ruhe eingekehrt. Wie man vernimmt, gibt Jochen Schneider den Manager auf Probe, mindestens bis zur Winterpause. Damit kann ich persönlich gut leben, wenn Veh als eine Art Teammanager fungiert und Schneider lediglich in Sachen PR mehr in den Vordergrund tritt. Wie schon öfter von mir thematisiert, ist einfach der Zeitpunkt für die Managersuche beschissen, so dass eine wirklich große Lösung erst nach Ende der Saison möglich sein dürfte. Gute Leute wachsen nicht auf den Bäumen, gescheiterte Manager (z. B. Kreuzer) oder erneut ein Anfänger (Lehmann, Kahn, Effenberg, etc.…) würden meine Kopfschmerzen, die mir mein Verein sowieso schon bereitet, eher noch verstärken. Der einzige der Namen, die bisher so durch die Presse geisterten, der einen gewissen Charme versprüht, wäre Jan Schindelmeiser. Ich gebe es zu, dass ich zunächst erschrocken bin, als ich seinen Namen las, den ich in erster Linie mit dem Nachbarn von der Autobahnraststätte in Verbindung bringe. Bei näherem Hinschauen und einem genaueren Blick auf seine Vita aber, brächte er eine große Eignung für diesen vakanten Posten mit. Und, es wäre ein Mann mit Erfahrung im Fußball-Business und ohne Stallgeruch. Ob sich unsere Granden eine solche Lösung ernsthaft vorstellen können, bezweifle ich allerdings. Es ist ja sooo wichtig, dass man den Verein und die ach so eigenen Abläufe darin kennt, ein Außenstehender würde da gar nicht durchblicken. So lang sich Vorstand und Aufsichtsrat nicht neuen Wegen öffnen, wird sich grundlegend in näherer Zukunft nichts ändern.
In der Bundesligapause fand auf dem Trainingsgelände des VfB ein Trainingsspiel gegen den Landesligisten Germania Bargau statt. Dieses Spiel wurde auf der VfB-Seite nicht beworben, allerdings konnte man auf der Seite von Bargau, regionalen Sportseiten und auch Tageszeitungen wie dem Schwarzwälder Boten Kenntnis davon erlangen. Als Austragungsort war das Robert-Schlienz-Stadion angegeben, zur besten Frühschoppenzeit, Samstagmorgen 11 Uhr. Trotz Wasen-Besuchs am Vortag standen wir rechtzeitig auf, um uns diesen Kick nicht entgehen zu lassen, was einigermaßen schwer fiel. Da die Bundesligapause meist langweilig ist, einfach etwas fehlt, und wenn man die Gelegenheit hat, die Daheimgebliebenen am Ball zu sehen, ist es fast klar, dass man diese nicht auslässt. Das böse Erwachen folgte auf dem Fuß. Angekommen auf dem Trainingsgelände war das Robert-Schlienz-Stadion verwaist, also pilgerten wir weiter in Richtung Trainingsplatz, wo wir von der Straße aus Action vernommen hatten. Dort standen wir vor verschlossenen Türen, ein Ordner wies uns ab, weil ich eine VfB-Jacke an hatte. Bargauer dagegen wurden rein gelassen.
Da verstand ich mal kurz die Welt nicht mehr. Als Allesfahrer darf man einem solchen Kirmeskick nicht beiwohnen, Gäste dagegen schon? Wo ist da die Logik? Laut Ordner „wollte der Trainer ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit“.
Mir erschließt sich der Sinn dieser Aussperrung überhaupt nicht, da es sich wohl kaum um einen ernsthaften Test handeln konnte, wenn mehr als zehn Nationalspieler fehlen. Es dürfte ja wohl nicht möglich gewesen sein, etwas einzuspielen, das Leverkusen im nächsten Spiel das Fürchten lehren soll. Ich war wirklich perplex und verzichtete spontan auf den Fanshop-Besuch, weil ich in diesem Moment vom VfB nichts mehr sehen und hören mochte. Das Spiel endete 7:1 und hatte eine gute und eine bittere Nachricht im Köcher. Daniel Ginczek traf vierfach und kommt immer besser in Schuss, während der große Pechvogel Daniel Didavi einen Muskelbündelriss erlitt und erneut vier bis sechs Wochen fehlen wird. Ganz, ganz bitter für ihn und auch für das Team, ist er doch zum Taktgeber unseres Spiels herangereift. Gute Besserung, Dida, kann man da nur sagen.
Schließlich noch ein paar Worte zu unserem Berlin-Trip. Unweit unseres Hotels befindet sich das Cancun, ein mexikanisches Restaurant und Cocktailbar, bei dem wir uns schon vor einem Jahr bestens aufgehoben fühlten und wo es bis weit in die Nacht Essen und Getränke vom feinsten gibt. Da wir Samstags relativ früh raus mussten, wollten wir nicht mehr in die Stadt oder ins vom Berliner Fanclub „CKB08“ betriebenen Rössle nach Neukölln fahren, sondern verweilten in „Bettnähe“ und hofften auf mehr als nur eine Mütze voll Schlaf.
Weit gefehlt, trotz der Niederlage wurde der Abend noch richtig lustig, so dass wir erst gegen halb fünf Uhr im Zimmer waren. Gut zwei Stunden später klingelte der Wecker schon wieder, da uns unsere Tour weiter nach Hamburg führen sollte. Auf dem Programm stand das 2. Liga-Spiel FC St. Pauli-Union Berlin.
Mein zweiter Verein, spätestens seit unseren UEFA-Cup-Spielen gegen Celtic Glasgow, mit denen St. Pauli eine Fanfreundschaft verbindet, sind ja die braunweißen, zumindest wenn sie in einer anderen Liga spielen als wir.
Der gemeinsame Abstiegskampf 2010/2011 war da schon eine harte Probe dieses besonderen Verhältnisses und für das zu meinen Freunden beim magischen FC. Sonst aber finde ich es ziemlich wohltuend, wie anders St. Pauli im Vergleich zu „normalen“ Profivereinen ist.
Wegen der unchristlichen Anstoßzeit um 13 Uhr verließen wir Berlin also gegen 8.30 Uhr und traten die 1 ½-stündige Fahrt im ICE an. Sichtlich übermüdet und dennoch voller Vorfreude waren wir unterwegs. Nach Ankunft in der Hansestadt kurz das Gepäck in unser Bestwestern Hotel gebracht und schon ging es weiter in Richtung Kiez.
Bereits beim Umstieg in die U3 hatten wir den ersten Bekannten getroffen, mit ihm zogen wir weiter in die neu errichteten Fanräume im Bauch der neuen Gegengeraden. Dort bekamen wir gleich mal eine Einführung, wie sich jeder Fanclub dort einbringen durfte und welche Devotionalien der alten Stadiongaststätte dort ihren neuen Platz fanden.
Ganz interessant, zudem war das Astra, das schon wieder extrem gut mundete, für Stadionverhältnisse recht günstig. Kurz noch die hinterlegten Eintrittskarten abgeholt und schon ging es hinein ins Millerntorstadion. Diese Paarung hatte ich schon lang mal auf dem Zettel, pflegen diese beiden Fanszenen nach gegenseitigen Unterstützungsaktionen, als die Clubs finanziell am Tropf hingen, ein recht gutes Verhältnis miteinander. Einer der wenigen Ost-Vereine, die am Millerntor wohl gelitten und gerne gesehen sind. So war außer dem Spiel also auch noch ein gemeinsamer Umtrunk mit den Union-Fans zu erwarten. Wir hatten Sitzplätze auf der Süd, oberhalb des Ultra-Blocks und inmitten der braun-weißen Fangemeinde. Die Stimmung war während des gesamten Spiels bombastisch, der Spielverlauf tat ein Übriges. Nach einer Notbremse, der daraus resultierenden Roten Karte und dem verwandelten Elfmeter Mitte der ersten Halbzeit war das Spiel quasi entschieden. Es dauerte dann zwar noch bis zur 73. Minute, ehe St. Pauli mit dem 2:0 das Spiel endgültig entschied, große Spannung kam dennoch nicht auf, zu überlegen war St. Pauli, zu wenig hatten die Unioner entgegen zu setzen. Beiden Teams stand vor dem Spiel das Wasser bis zum Hals, so dass die Erleichterung über den am Ende deutlichen 3:0-Sieg überall spürbar war.
Die Union-Ultras hängten in der Halbzeit ihre Zaunfahnen ab und stellten den Support ein, offensichtlich jedoch nicht wegen der Leistung der eigenen Mannschaft. Angeblich gab es vor dem Block Tumulte zwischen einigen St. Pauli-Fans und Berliner Stadionverbotlern, woraufhin einige Ultras das Stadion verlassen wollten, von der Polizei jedoch daran gehindert wurden. In Folge dessen soll es zu einem massiven Pfeffersprayeinsatz der Wachtmeister im Gästeblock gekommen sein, was die Ultras dazu bewegte, den Block geschlossen zu verlassen. In der ersten Halbzeit noch machten sie richtig Alarm.
In den St. Pauli-Bereichen dagegen herrschte 90 Minuten lang Dauersupport. Im Gegensatz zum Neckarstadion wird auf allen Tribünen mitgemacht, im Gegensatz zu unseren Ultras werden von den St. Pauli Ultras fast nur Lieder angestimmt, die der eigenen Mannschaft huldigen, sie nach vorne peitschen und manchmal auch voller Selbstironie getragen sind. Sind bei uns gefühlte 80% der Songs, in denen sich die Ultras selbst feiern oder den Gegner verunglimpfen, wird diesem in St. Pauli meistens Respekt entgegengebracht. Natürlich lassen sich diese beiden Vereine und vor allem die Stadien schlecht miteinander vergleichen, dennoch würde ich mir ein wenig Umdenken in der Fanszene wünschen. Ich stelle jedes Mal dort fest, dass schon die Grundstimmung eine bessere ist, was vielleicht auch daran liegen mag, dass nicht jeder das Stadion mit dem Messer zwischen den Zähnen betritt.
Wir haben den Besuch im ausverkauften Millerntor sehr genossen. Abends auf dem Kiez verließen uns dann aber leider irgendwann einmal die Kräfte und die Müdigkeit gewann die Oberhand. War zwar schade, jedoch nicht zu vermeiden. Wäre ich in diesem Jahr nicht schon zwei Mal in Hamburg gewesen, stünde das vierte Mal Hamburg im Dezember nicht schon wieder fast vor der Tür, hätte es mich sicherlich richtig genervt, so war es gerade noch zu verkraften, gegen 22 Uhr in Richtung Hotel aufzubrechen zu müssen.
Schließlich wurde gestern noch die SWR-Dokumentation „Fußballfieber – der VfB Stuttgart und seine Geschichte ausgestrahlt“. Als einer der Gewinner beim SWR-Gewinnspiel durfte ich beim Preview beim SWR am vergangenen Dienstag dabei sein und mir den Streifen schon vorab zu Gemüte führen. Johannes Seemüller moderierte, Talkgäste waren Hansi Müller, Günther Schäfer, Lothar Weise sowie die für die Doku verantwortlich zeichnenden SWR-Sportjournalisten Jens Ottmann und Thomas Wehrle. Da ich an diesem Tag höllische Rückenschmerzen hatte, war lang nicht klar, ob ich mir das tatsächlich antue. Im Nachhinein kann man fast sagen, dass es mir gereicht hätte, die Doku sonntags im Fernsehen anzuschauen. Da ich direkt vom Geschäft dort hin ging, hätte ich mir wenigstens einen kleinen Imbiss und ein Bierchen dazu gewünscht, doch leider, außer einem Sektempfang gab es nichts für Gaumen und Leber. Mir ist zwar klar, dass man das jetzt nicht unbedingt erwarten konnte, aber, darauf hoffen durfte man ja schon, wenn schon so mit Exklusivität geworben wird. Die Doku war absolut sehenswert, vor allem an die Sternstunden, die ich selbst hautnah miterlebt habe, erinnert man sich immer wieder gerne zurück und genießt die Bilder dazu. Ehrensache, dass gestern der HDD-Receiver einprogrammiert wurde und der Streifen aufgehoben wird.

Die Talkrunde war relativ kurz, aber aufschlussreich und amüsant. Bei Hansi Müller, als Aufsichtsrat und Würdenträger, wirkte es für mich aufgesetzt, als er meinte „der VfB ist noch immer ein geiler Club“. Auch befremdlich und realitätsfern fand ich, als er von regelmäßig 50.000 und mehr Zuschauern schwärmte. Gerade als Amtsträger sollte ihm doch bewusst sein, dass der Verein drauf und dran ist sein Klientel vollends zu vergraulen und weniger als 40.000 zahlende Zuschauer keine Seltenheit mehr sind. Lothar Weise, VfB-Spieler von 1958-1963 und Siegtorschütze im Pokalfinale 1958 gegen Fortuna Düsseldorf plauderte von der guten alten Zeit, als VfB noch „Vorbild für Bayern“ bedeutete und die Bayern keine Chance gegen den VfB hatten. Und, dass heutzutage der beste VfB-Spieler keine Chance mehr hätte, bei den Bayern zu spielen.
Wie er bei Heimspielen noch bis zwei Stunden vor Spielbeginn an seiner Tankstelle den Tankwart gab, ehe seine Frau das Kommando zur Abfahrt ins Neckarstadion gab.
Und, schließlich war da noch „Günne“ Günther Schäfer, mein Held der Meistermannschaft 1992, der durch seine unfassbare Rettungsaktion das 2:0 für Leverkusen verhinderte und dadurch den Titel erst möglich machte. Er gefiel mir am besten, beschrieb, wie er bei einem seiner ersten Trainings bei den Profis von Bernd Förster umgesenst wurde, was ihm drei Wochen Verletzungspause einbrachte. Wie er nach dieser Pause sich dann jenen Bernd Förster schnappte und ihn ebenfalls niederstreckte. Wie er am Blick des Gefoulten erschrak und „Wunder was“ dachte, was er wohl gleich mit ihm anstellen würde. Und, wie überrascht er dann gewesen ist, als Förster ihm die Hand reichte und trocken meinte „ich bin der Bernd“. Diese Anekdote sollte verdeutlichen, wie die damaligen Platzhirsche ihr Revier verteidigt haben, aber auch, wie man sich als Jungspund selbst Respekt im Mannschaftskreis erarbeiten konnte. Weiter führte Schäfer aus, wie wichtig ihm als Verantwortlichem der Fußballschule Respekt ist, wie er versucht, den Jungs Werte zu vermitteln und den Wächter gibt, ob die Jungs diese auch annehmen.
Hier schließt sich für mich wieder der Kreis zu unserer aktuellen Spielergeneration, zu unserer Profimannschaft, hat doch Armin Veh in jüngster Vergangenheit gerade bemängelt, die Jungs heutzutage wüssten überhaupt nicht mehr, was Respekt bedeute, würden ihn unberechtigterweise einfordern, diesen anderen jedoch nicht entgegenbringen. Bleibt zu hoffen, dass Günne den Jungs etwas von seinen Werten vermitteln kann. Er war für mich der Inbegriff von Vereinstreue, gepaart mit steter Leistungsbereitschaft und Loyalität. Einen solchen Mann sucht man schon seit längerer Zeit, vermutlich seit Soldo, in unseren Reihen vergeblich!

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23. Februar 2014

Heilsbringer gesucht!

#aufbruch1893, ZUSAMMENHALTEN! Der Versuch, die Fans mit ins Boot zu nehmen, ist zugegebenermaßen nett gemeint, hat aber auch gegen die alte Dame Hertha BSC Berlin seine Wirkung verfehlt. Eines haben die Verantwortlichen des VfB damit aber wohl erreicht, die Stimmung nach Abpfiff war nicht feindselig, es wurde nicht der Kopf von Personen gefordert, stattdessen gab es aufmunternden Beifall. Es war ja wieder „nur“ eine „unglückliche“ Niederlage, bei einem Debakel hätte man sich nach dem Spiel wohl mal wieder vor der Haupttribüne wiedergefunden!
Die Aktion, durch die man pro Dauerkarte jeweils zwei Karten in der Untertürkheimer Kurve für je 2,50 Euro erwerben konnte, brachte sicherlich 10.000 Zuschauer zusätzlich, die sonst nicht gekommen wären. So war seit längerem mal wieder ein VfB-Wechselgesang der beiden Kurven möglich und auch bei „steht auf, wenn ihr Schwaben seid“ machten mehr Leute auf allen Tribünen mit, als zuletzt. Man konnte spüren, dass ein neues Wir-Gefühl vorhanden war und die Leute gewillt sind, den VfB in dieser schweren Zeit zu unterstützen. Von außen wurden also die Impulse gesetzt, diese Vorlage hätte die Mannschaft einfach nur annehmen und verwandeln müssen.
Auf dem Platz aber fand sich leider die bittere Realität der letzten Wochen wider. Tore schießen leicht gemacht für den Gegner, selbst vermochte man es in 90 Minuten nicht, auch nur eine klareTorchance herauszuspielen. Mit solch spielerischer Armut, gepaart mit immer wiederkehrenden Aussetzern, dürfte es schwer bis unmöglich werden die Klasse zu halten. Klar, wir hatten mal wieder kein Glück mit dem Unparteiischen, hätten zwei Elfmeter bekommen können, wenn nicht müssen. Dem 1:2 ging ein vermeintliches Foulspiel an Werner voraus, das nicht geahndet wurde. Im Gegenzug verursachte Arthur Boka einen Freistoß auf der rechten Halbposition, der den späten Knockout zur Folge hatte. Boka, ein Sinnbild der derzeitigen Krise. Im defensiven Mittelfeld besser aufgehoben als als linker Verteidiger, machte ein ordentliches Spiel und sorgte mit dem 1:1 zum psychologisch wichtigen Zeitpunkt kurz vor der Pause für Stuttgarter Glücksgefühle, um dann durch dieses dumme Foul den Gesamteindruck wieder zu schmälern. Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison, dass der VfB phasenweise ganz nett mitspielt, gestern auch die kämpferische Komponente vorhanden war, es am Ende aber doch nicht reicht, weil man sich durch individuelle Aussetzer immer wieder um den Lohn bringt. Mir selbst liegt es fern, diese Niederlage am Schiedsrichter festzumachen. In den Stimmen zum Spiel lese ich erneut überwiegend davon, dass man sich nicht belohnt habe, was von wenig Selbstkritik gezeugt. Auch lese ich vom aufopferungsvollen Kampf, den man geliefert habe.
Bei solchen Statements fällt mir immer Kaiser Franz bei der WM 1986 ein. Nachdem der Kaiser über sein Team wild grantelte und ein Journalist beschwichtigen wollte „gekämpft haben sie aber doch“, erwiderte Beckenbauer, „kämpfen tun auch die Afrikaner“, das zu einer Zeit, als diese bei WM-Turnieren noch nie über die Vorrunde hinausgekommen waren. Soll heißen, das ist das mindeste.
Bezeichnend, dass ich in all den Statements lediglich beim Youngster Timo Werner wirklich Selbstkritik erkenne. Er sagt nämlich unter anderem „Symbolisch, dass am Ende einmal mehr ein Standard entscheidet. Uns fehlte allerdings der Zug zum Tor.“
Sprich, beim Standard gepennt und zu wenig für den Erfolg getan. So sah ich es von außen nämlich auch. Ich hatte schon ein dummes Gefühl, als Luhukay Sandro Wagner einwechselte, Stürmer für Mittelfeldspieler. Die Berliner wollten offensichtlich noch den Lucky Punch setzen, was der VfB-Bank wohl nicht den Anlass für besondere Maßnahmen oder Umstellungen suggerierte. Schon irgendwie merkwürdig, dass es, wie schon gegen Mainz, die Bayern und in Leverkusen, ausgerechnet der Joker des Gegners war, der stach? Oder nicht? Liegt das vielleicht auch an der fehlenden Flexibilität unserer Truppe bzw. unseres Trainers? Bei anderen Teams beobachtet man, dass der Trainer einen Spieler zu sich ruft und die neue Zuordnung kundtut, wenn der Gegner offensichtlich sein System umstellt. Bei uns? Nichts! Wie auch sonst in unserem Spiel, wo alles auf Zufall aufgebaut ist, so offensichtlich auch hier. Der Trainer überlässt die Spieler ihrem Schicksal und auf dem Platz ist keiner, der entsprechend dirigiert und organisiert.
Nach der längst überfälligen Entlassung von Labbadia und der Inthronisierung von Thomas Schneider als neuem Trainer, hatte dieser zunächst mein grenzenloses Vertrauen, auch wenn ich damals schon, sollte es denn Schneider werden, eine Lösung mit dem erfahrenen Lorenz-Günther Köstner an seiner Seite favorisiert hatte. Dieser war damals vereinslos und bewies schon in Wolfsburg ein gutes Händchen mit jungen Spielern und war zu jener Zeit auffallend oft in Stuttgart zu sehen.
Köstner steht inzwischen in Düsseldorf an der Linie, die derzeit diskutierten Augenthaler oder Adrion, die man Schneider als erfahrene Koryphäe zur Seite stellen könnte, halte ich heute für nicht mehr ausreichend. Damals, als Labbadia entlassen wurde, hätte man vermutlich nur an ein paar Stellschrauben drehen müssen, um die Jungs in die Spur zu bekommen, heute ist die Situation derart verfahren, dass meiner Meinung nur noch ein radikaler Kahlschnitt Hoffnung auf die Wende machen würde.
Die zuletzt von mir favorisierten Magath und Slomka haben neue Anstellungen gefunden. Die meisten anderen auf der Liste der arbeitslosen Fußballlehrer machen mir einfach nur Angst, damit vom Regen in die Traufe zu kommen. Gerade Slomka zeigt in Hamburg jetzt, wie neue Besen sprichwörtlich gut kehren könnten. Er wechselte sein Team auf sechs Positionen, grub einen zuvor Verbannten aus der Versenkung aus, redete die Mannschaft stark und beorderte den überschätzten Nationalspieler Westermann auf die Bank. Ganz anders also als zu Schneiders Amtsantritt, der von Anfang an nicht den Eindruck erweckte, einen großen Plan mit dem Sammelsurium an Spielern zu haben. Auch das hatte ich vor geraumer Zeit bereits kritisiert, dass er doch sicherlich vorsprechen musste, was er denn anders machen würde als Labbadia, wenn er Cheftrainer werden würde. Bleibt fast alles beim Alten, gibt er nur eine Kopie des Vorgängers ab, hätte man auch alles beim alten belassen können. Von einem Konzept Marke Thomas Schneider ist auch nach einem halben Jahr nichts zu erkennen. Im Gegenteil, er fährt einen Schlingerkurs, und erweckt nicht den Eindruck, dass er eine eigene Linie oder gar einen Matchplan vorzuweisen hat.
Mittlerweile hat dieser Mann die gefühlt schlechteste Bilanz aller VfB-Trainer vorzuweisen, fünf Siege, vier Unentschieden aber schon zehn Niederlagen. Dazu das DFB-Pokal-Aus in Freiburg und das Ausscheiden in der Europa League Qualifikation gegen Rijeka.
Ich mache mir Sorgen wie noch nie um den VfB und frage mich, ob, und falls ja, wann der VfB gedenkt zu reagieren. Es bringt doch jetzt nichts mehr auf Teufel komm raus auf Kontinuität zu setzen, sich durch nichts und niemandem davon abbringen lassen zu wollen und auf die Rückkehr des Glücks zu hoffen. Ich würde mir dies gefallen lassen, wenn eine Weiterentwicklung eines Spielsystems, eine Verbesserung von Spiel zu Spiel erkennbar wäre. Davon aber sind wir derzeit meilenweit entfernt. Im Grunde laufen die Spiele alle nach demselben Strickmuster ab: wir kassieren zu viele billige Tore und sind selbst nicht in der Lage uns Torchancen herauszuspielen. In den letzten zehn (!) Spielen haben wir immer mindestens zwei Gegentore bekommen, was eine verheerende Bilanz ist, zumal, wenn man es selbst kaum schafft, vors gegnerische Tor zu kommen. Schneider hat es in nunmehr 19 Bundesligaspielen nicht geschafft, der Mannschaft ein Defensivkonzept und eine Kompaktheit zu verleihen, welche Grundvoraussetzung wäre, wettbewerbsfähig zu sein, wenn man schon vorne mit Toren geizt.
So führt für mich kein Weg vorbei an einer Trennung von Schneider als Profitrainer, in den Jugendbereich darf er gerne zurück. Da die Entscheidung pro Schneider genauso wie die unnötige Vertragsverlängerung mit Labbadia auf Bobic‘ Miste gewachsen ist, muss Bobic ebenfalls von seinen Aufgaben entbunden werden. Wie kein anderer steht Bobic für den sportlichen Niedergang in den letzten 3 ½ Jahren. Natürlich fand er hier keine einfachen Rahmenbedingungen vor, da aufgrund von Stadionumbau und Gehaltkostensenkungen von Anfang an kleinere Brötchen gebacken werden mussten. Trotzdem ist er eben auch kein gestandener Manager, der sehr viel Geld (das wir nicht haben) verbrannt hat, sei es durch Trainerabfindungen, sei es durch entgangene Ablösesummen, weil Spieler nicht rechtzeitig vor Vertragsende wegtransferiert wurden. Natürlich muss man Verträge einhalten, trotzdem habe ich das Gefühl, dass sich hier Manager anderer Vereine geschickter anstellen, die Möglichkeiten als Verein auszuschöpfen.
Als zumindest diskussionswürdig halte ich zudem seine Verbandelung mit Jürgen Schwab, der sein Berater ist und mit dem er in Winterbach ein Sportgeschäft betreibt. Dieser Schwab fungiert nämlich auch als Berater von Gentner und Ulreich und könnte ein Grund sein, weshalb die beiden eigentlich immer spielen, wenn sie fit sind!
Welcher Trainer UND Manager uns jetzt, zwölf Spieltage vor Saisonende, noch weiterhelfen und schnelle Besserung versprechen könnte, weiß ich nicht. Sicher ist, der Schuss muss sitzen. Novizen wie Kahn (Manager), Effenberg oder Matthäus als Trainer, wären sicherlich ein hohes Risiko und im hiesigen Umfeld nicht vermittelbar. Leute wie Büskens, Augenthaler oder Oenning, die noch die klangvolleren der „freien“ Trainer wären, reißen mich ehrlich gesagt nicht vom Hocker.
Die jetzt, nachdem man die Herren Magath und Slomka ad acta legen muss, charmanteste Lösung wäre für mich Christian Gross, wenn er sich denn den VfB überhaupt noch einmal antun würde. Damit würde sich auch ein Kreis schließen, hat doch Gross dem Vernehmen nach die Lust am VfB just in dem Moment verloren, als Bobic Manager wurde. Angeblich hätte er diesen Job gerne in Personalunion gehabt und kam mit Bobic von Anfang nicht klar. Da Bobic, wie man heute weiß, keine Kritiker in seinem Umfeld duldet, hat er ihn dann auch schnellstmöglich entsorgt. Wie sauer ich über die Entlassung damals war, lässt sich hier http://www.frankys-stadionpics.de/blog/?p=2595 nachlesen.
Von Rückholaktionen bin ich eigentlich kein großer Freund. In diesem Fall sähe ich aber Erfolgsaussichten, da Gross ein ausgewiesener Fußball-Fachmann ist, schon aufgrund seiner Ausstrahlung eine natürliche Autorität versprüht und ein Team motivieren kann. Eigenschaften, die momentan bitter notwendig sind.

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