4. Februar 2011

Ende oder Wende?

Wenn am morgigen Samstag der 18. auf den 17. trifft, von der DFL erstaunlicherweise zum Spiel der Woche gekürt, sollte auch dem Letzten klar geworden sein, was die Stunde geschlagen hat. Von nun an geht es nur noch ums nackte (sportliche) Überleben. Wer nach den Achtungserfolgen zum Auftakt gegen den Zweiten Mainz und gegen den Tabellenführer Dortmund geglaubt hatte, der Aufstieg in sicherere Tabellengefilde würde ein Selbstläufer werden, der wurde spätestens nach dem schwachen Spiel gegen den SC Freiburg eines Besseren belehrt.

Die Tabelle lügt nicht. Der VfB gehört in der Saison 2010/2011 tatsächlich dort hin, wo er steht, nämlich auf den vorletzten Tabellenplatz, lediglich durch das deutlich bessere Torverhältnis getrennt vom Schlußlicht, unserem morgigen Gegner Borussia Mönchengladbach. Allein 14 Tore davon machte der VfB im Hinspiel gut, dem sagenhaften 7:0. Dieses Spiel war natürlich Balsam auf die Seelen eines VfB-Fans, stand man doch nach den ersten drei Saisonspielen gänzlich ohne Punkte da. Leider war dieses Spiel nur Augenwischerei, verlor man doch bereits drei Tage später in Nürnberg wieder. Dort waren wir aufgrund eines Staus noch nicht einmal im Stadion, als unsere Leihgabe Julian Schieber bereits das 1:0 markierte.

Es zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison, dass nach erfolgreichen Spielen der eine oder andere meint, sich zurücklehnen und mit halber Kraft spielen zu können. Nach jedem Spiel hört man die selben Attituden, dass die Qualität ja viel zu hoch wäre, als dass man ernsthaft absteigen könnte. So gelang es dem VfB in dieser Saison noch überhaupt nicht, zwei Spiele in Folge zu gewinnen, weil nach jedem Sieg der nächste Rückschlag folgte. Als Fan ist man da am verzweifeln.  Seit Bruno Labbadia VfB-Trainer ist, habe ich zwar schon den Eindruck, dass mehr Zug drin ist und die Spannung hoch gehalten wird. So gab es wenigstens im Pokalspiel gegen die Bayern und den Bundesligaspielen gegen Mainz und in Dortmund keinen Grund, sich übermangelnde Einsatzbereitschaft zu beklagen. Dass es im spielerischen Bereich hapert, ist, denke ich, ist normal, wenn man auf einem Abstiegsplatz steht und sich die Unsicherheit in die Köpfe gefräst hat. Gegen Freiburg allerdings hatte man schon den Eindruck, dass der alte Schlendrian wieder einzieht. Um einen kompakt stehenden Gegner wie den SC Freiburg ausspielen zu können, brauchts eine bedingungslose Laufbereitschaft, um Überraschungsmomente schaffen zu können. Vor allem in der ersten Halbzeit war davon nichts zu sehen. Da hat die Mannschaft wahrlich gespielt wie ein Absteiger. Die zweite Halbzeit wurde mir von den Verantwortlichen schon wieder zu gut gesehen. Ich fand sie zwar besser als die erste, aber dazu gehörte wahrlich nicht viel. Freiburg hatte keine große Mühe die frühe Führung über die Zeit zu schaukeln, da dem VfB über weite Strecken die Mittel fehlten, den badischen Abwehrriegel zu knacken. Mir wurde auch zu viel auf Martin Harnik herumgehackt, der kurz vor Schluß das leere Tor verfehlte. Zum einen ist er einer der wenigen Spieler, an denen es in dieser Saison wenig bis nichts auszusetzen gibt, zum anderen hätte uns ein Unentschieden auch nicht wesentlich weiter gebracht. Auch ein Punkt wäre zu wenig gewesen. Ein Übriges hat sich wieder der Schiedsrichter geleistet, als er einen Handelfmeter nicht gab. Diese Fehlentscheidung ließ uns immerhin auf Platz 10 bei www.wahretabelle.de klettern.

So ist und bleibt der VfB in dieser Saison eine Wundertüte und ich weiß wirklich nicht, was ich vom morgigen Spiel gegen einen sicher bissigen Gegner erwarten soll. Die Mönchengladbacher haben in der Winterpause ordentlich nachgebessert und sind mit zwei Auswärtssiegen und einer Heimpleite gegen Bayer Leverkusen gut in die Rückrunde gestartet. Die Borussia hat in dieser Saison jämmerliche drei Pünktchen zu Hause geholt und noch kein Heimspiel gewonnen. Dies deutet eigentlich darauf hin, dass die Borussen selbst das Spiel nicht machen können und die Initiative gern dem Gegner überlassen. Auswärts haben sie dann mehr Räume zum kontern. Ich hoffe, der VfB tut ihnen nicht den Gefallen das Spiel weitestgehend in die Gladbacher Hälfte zu verlagern, um sich dann auskontern zu lassen. Da der VfB noch keinen Auswärtssieg, Gladbach noch keinen Heimsieg hat, wäre ein Unentschieden, das keinem weiter hilft, ein logisches Ergebnis. Ich hoffe nicht, dass es so kommt, sondern dass WIR die Negativserie beenden. Das Szenario einer eventuellen Niederlage möchte ich schon gar nicht erst beleuchten und mich im Falle eines Falles erst nächste Woche damit beschäftigen.Um die Liga zu halten muss langsam mal auswärts gewonnen werden. Das nächste Heimspiel gegen den Club wird sicher ähnlich schwierig wie gegen Freiburg.

Natürlich freue ich mich auf den morgigen Tag und das Spiel im Borussia Park. Die Borussen sind für mich schon seit Kindheitstagen ein sympathischer Verein. In den 70er-Jahren hatte der Verein mit der Raute natürlich noch einen größeren Klang, als man regelmäßig tolle Europapokalschlachten im Fernsehen sah. Unvergessen ist auch 1978 das 12:0 gegen Borussia Dortmund mit ihrem jungen Trainer Otto Rehagel, das dennoch nicht zur Deutschen Meisterschaft reichte. Auch in den 80ern noch mit Trainer Jupp Heynckes war mit den Gladbachern immer zu rechnen. Nach einem Zwischenhoch Mitte der 90er-Jahre, als mit dem DFB-Pokal der bislang letzte Titel geholt wurde,  kam der erste Abstieg 1999. Seitdem kämpft die Borussia in jeder Saison mehr oder weniger gegen den Abstieg. Ich finde das große Fanpotenzial bemerkenswert, nicht nur regional, auch in ganz Deutschland trifft man Gladbach-Fans an, die regelmäßig zu Heim- und Auswärtsspielen fahren. Ich würde mich ja freuen, wenn wir beide die Klasse halten könnten, da auch die Borussia zweifellos in die Bundesliga gehört.

In dieser Woche hatte ich das Vergnügen mit meinem Blogger-Kollegen Daniel von www.buechsenwurf.de ein gegenseitiges Intervicw zu führen. Meine Antworten auf seine Fragen findet Ihr unter www.buechsenwurf.de/aktuelles.php, seine Antworten auf meine Fragen hier:

1. Wann und wie bist Du Borussia-Fan geworden?

Das muss wohl durch meinen Vater passiert sein, der häufiger am Bökelberg zugast war und sich im Gegensatz zu mir noch an bessere Fohlenzeiten erinnern kann.

2. Was macht für Dich den Mythos Borussia aus?

Die Borussia ist für mich ein besonderer Verein, ein Verein mit Geschichte, mit überregionalem Interesse. Ein Team das anders war und ist. Borussia ist immer für Ausreißer – positiv wie negativ – gut. Langweilig wird es nie. Die Fans halte ich ebenfalls für überdurchschnittlich, bin aber realistisch genug, um offen zu zugeben, dass an die Fans von Eintracht Frankfurt niemand ran zu kommen scheint.

3.  Was hatte die berühmte Fohlen-Elf in den 70ern, was dem derzeitigen Team fehlt?

Schwer zu sagen, da ich damals nicht dabei war. In den 70 prägte die Borussia ein ganz neues Fußballniveau. Es waren schlichtweg die richtigen Leute zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Es scheint alles gepasst zu haben. Heute scheint es so, als würde Mitspieler X die Energie des Spielers Y aufsaugen – mit anderen Worten: Spielt Marx einen überragenden Pass, vergeigt es eben Arango …

4.  Wie hast Du den letzten Titel der Borussia, den Pokalsieg 1995, erlebt?

Ich war live am TV dabei und habe meinen Kindheitsidolen Effenberg, Dahlin, Herrlich, Klinkert und dem ganzen Team voller Begeisterung die Daumen gedrückt. Und das, obwohl ich damals nicht wusste, dass der Gewinn des DFB-Pokales ein Team für den UEFA-CUP qualifizierte.

5.  Fiel Dir der Umzug vom Bökelberg in den Borussia Park genauso schwer wie mir? Ich persönlich finde, dass etwas an Flair verloren gegangen ist.

Aus flairtechnischer Sicht war der Umzug eine Verschlechterung, was jedoch nicht an den Fans lag. Auf dem Berg stand man eng an eng, kannte sich und war unter seines Gleichen. Im Park sind viele Nörgler in der Kurve – das gab es am Bökelberg nicht. Aus finanzieller Sicht war der Umzug überfällig. Es liegt nun an den Fans, das was den Berg ausgemacht hat, in den Park zu tragen. Persönlich denke ich, dass Erinnerungen immer schöner wirken als das Hier und Jetzt.

6.   Wie erlebst Du das Pendeln zwischen erster und zweiter Liga in den letzten Jahren. Was meinst Du, wäre notwendig, um Mönchengladbach wieder langfristig in der Bundesliga zu etablieren.

Kontinuität und Besonnenheit. Das hektische Trainer- und Personalkarussel drehte sich in der Vergangenheit viel zu flott. Die Mannschaft ist gut in Schuss und ich glaube an den Klassenerhalt. Leider gibt es zu viele Nebenkriegsschauplätze, die in schlechten Zeiten auf sich aufmerksam machen und der Mannschaft schaden: Effenberg, Netzer usw.

7.  Wie hast Du Borussias höchste Auswärtsniederlage in der Bundesliga überhaupt, das 0:7 im Hinspiel, eingeordnet?

Eine Katastrophe sonder gleichen. Ich habe so etwas zuvor noch nie erlebt. Die Mannschaft hätte ebenso gut in der Kabine bleiben können. Trotzdem war ich noch immer dem Rausch aus dem Leverkusenspiel erlegen und habe das Spiel als einmaligen Ausrutscher eingeordnet.

8.   Welche Reaktion erwartest Du am Samstag von Deinem Team oder ist das Hinspiel im Vorfeld des Spiels kein Thema?

Das ist eine gute Frage, das Hinspiel wird sicherlich in den Köpfen der Spieler sein. Ich erwarte nur, dass man sich gegen eine Niederlage und gegen das Schicksal stemmt, der Rest kommt von allein.

9.  Welche Meinung hast Du zu Eurem Winterneuzugang, dem Ex-VfBler Martin Stranzl? Kann er im Abstiegskampf weiterhelfen. Macht seine Verpflichtung Sinn für Borussia? Was hältst Du von Eurem Trainer Michael Frontzeck, einst Deutscher Meister mit dem VfB. War es richtig, an ihm festzuhalten, als er in der Vorrunde ziemlich am Pranger stand?

Stranzl scheint sehr erfahren zu sein, was man auf dem Platz und im Training gemerkt hat. Bisher hat er mich nicht enttäuscht. Zu Frontzeck hatte ich weiter oben bereits einiges gesagt. Ich mag seine besonnene Art, stets ruhig und korrekt. Er ist ein Ruhepol in der heutigen Medienlandschaft.

10. Dein Tipp für Samstag?

Der erste Heimsieg ist fälltig. 3:1 für die Borussia, wobei wir zuerst ein Tor fangen werden.

(Daniel: www.buechsenwurf.de)

Ich gebe die Blumen gerne zurück. Wir hatten einen tollen Kontakt und ich wünsche Daniel mit seiner Borussia Alles Gute, nur nicht unbedingt für morgen. ;-) Ich hoffe, wir begegnen uns auch nächste Saison wieder in Liga 1. Für heute soll es das gewesen sein. Ich wünsche beiden Parteien für morgen, auf den Rängen und auf dem Spielfeld, ein allseits faires Spiel und eine tolle Stimmung sowie dem Schiedsrichter den richtigen Durchblick.

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26. September 2010

VfB geht mit 1:4 unter

Einfallslos, mutlos und chancenlos hat sich der VfB Stuttgart vor heimischen Publikum gegen Bayer Leverkusen präsentiert. Folgerichtig haben die Leverkusener das Spiel mit 1:4 (0:2) für sich entschieden. Durch diese Niederlage rutschten die Stuttgarter auf den letzten Tabellenplatz und blicken schweren Wochen entgegen.

Spielverlauf:

Von Beginn an dominierten die Gäste aus Leverkusen das Geschehen vor 38.300 Zuschauern in der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena. In den ersten 15 Minuten konnte sich die Werkself keine nennenswerten Torchancen erarbeiten. Doch in der 19. Minute schlugen die Leverkusener den VfB mit ihren eigenen Stärken. Haben die Roten vier ihrer elf Saisontore mit dem Kopf erzielt und sorgten damit für einen Ligaspitzenwert, köpfte erst Leverkusens Abwehrhüne Sami Hyypiä in der 19.Minute ein nach einem Freistoß von Tranquillo Barnetta. Und nur zwei Minuten später schlugen die Gäste erneut zu: Michal Kadlec flankt erneut von der linken Seite auf Mannschaftskollegen Arutro Vidal, der den Ball ebenfalls mit dem Kopf zum 2:0 im Tor unterbringt.

Wer dachte, dass es nun nicht mehr schlimmer für den VfB kommen könnte, irrte. Erst verfehlt Barnetta aus 16 Metern das Gehäuse von VfB-Torhüter Sven Ulreich nur knapp (26.Minute) und in der 31. Minute foulte Mauro Camoranesi den einschussbereiten Barnetta kurz vor der Strafraumgrenze. Schiedsrichter Florian Meyer blieb nichts anderes übrig und zeigte dem Italiener die Rote Karte.

Camoranesi mit schwacher Leistung

Camoranesi verabschiedete somit mit einer äußert schwachen Leistung. Nie konnte der 33-Jährige seinen jungen Mannschaftskollegen den nötigen Halt geben und leitete mit einem Foul bereits die Führung der Gäste ein. Den anschließenden Freistoß von Eren Derdiyok parierte VfB-Torhüter Sven Ulreich stark. Mit zwei Toren Rückstand und einem Spieler weniger auf dem Feld tauchten die Stuttgarter in Person von Martin Harnik in der ersten Halbzeit doch noch vor dem Leverkusener Tor auf. Der Österreicher schoss allerdings aus zehn Metern weit vorbei (37.).

Pfeifkonzert zur Halbzeit

Danach machten VfB-Anhänger zur Halbzeit ihrem Unmut Luft und verabschiedeten ihre Mannschaft mit einem Pfeifkonzert in die Kabine. Dies schien Eindruck bei den Akteuren hinterlassen zu haben. Die Stuttgarter kamen deutlich engagierter aus der Kabine und verkürzten in der 53. Minute per Freistoß durch Zdravko Kuzmanovic auf 1:2. Das Aufbäumen der Stuttgarter blieb allerdings nur von kurzer Dauer. Zwar setzten die Gastgeber auf eine Karte, vernachlässigten ihre Defensivarbeit und versuchten Druck aufzubauen, doch zu ideenlos und ungenau präsentierten sie sich in ihren Angriffsbemühungen. Darüber hinaus nutzten die Leverkusener die entstandenen Lücken in der VfB-Defensive aus und kamen zu hochkarätigen Chancen.

Eine davon nutzte Hanno Balitsch in der 69. Minute zum 3:1, nachdem er nur eine Minute zuvor noch völlig freistehend an Sven Ulreich gescheitert war. Ein Treffer von Pawel Pogrebnjak sorgte noch einmal für einen kurzen Hoffnungsschimmer. Allerdings erkannte Schiedsrichter Meyer den Treffer wegen eines vorangegangen Handspiels nicht an (78.). Und so machte Bayer Stürmer Sidney Sam schließlich mit seinem Treffer zum 4:1 zwei Minuten vor Spielende die Blamage der Stuttgarter perfekt. Leverkusen feierte seinen zwöften Auswärtserflog in Stuttgart in der Bundesligageschichte. Nirgends hat die Werkself öfter gewonnen.

Entscheidende Szene:

Als Mauro Camoranesi in der 31. Minute aufgrund seiner Notbremse die Rote Karte sah, dürften nur noch die mutigsten VfB-Anhänger auf einen erfolgreichen Nachmittag gehofft haben. An dieser Situation wurde aber auch deutlich, dass sich selbst ein Routinier wie Camoranesi nicht als Führungsspieler in einer völlig verunsicherten Stuttgarter Mannschaft erweist.

Beste Spieler:

Bei einer schwachen Leistung wurde ein Spieler zur Stütze, der in den ersten Saisonspielen auch nicht immer als der sicherste galt: Torhüter Sven Ulreich. Doch gegen Leverkusen verhinderte das VfB-Eigengewächs zunächst in der ersten Halbzeit in mehreren Situationen einen höheren Rückstand und sorgte somit dafür, dass die Roten zu Beginn der ersten Halbzeit noch einmal kurz auf einen Punktgewinn hoffen konnte. Und auch in Halbzeit entschärfte er einige Chancen der Leverkusener.

Kommentar:

Der VfB Stuttgart ist erst aufgewacht als schon alles verloren war. In der gesamten ersten Halbzeit konnte die Mannschaft von Christian Gross keine ernsthaften Torchancen erspielen. Das Aufbäumen in der zweiten Halbzeit, der auch der Anschlusstreffer von Kuzmanovic fiel, war nur von kurzer Dauer. Das Stuttgarter Angriffspiel blieb ideenlos und zu ungenau. Das Spiel machte außerdem deutlich, dass dem VfB eine Führungspersönlichkeit auf dem Spielfeld fehlt. Mit Mauro Camoranesi verabschiedete, derjenige Spieler bereits nach 31. Minuten vom Platz, der in diese Rolle hätte schlüpfen können. Der VfB scheint schweren Zeiten entgegen zu gehen.

VfB Stuttgart:

Ulreich – Träsch, Delpierre, Tasci, Boka – Camoranesi, Kuzmanovic, Gentner, Harnik – Pogrebnjak, Cacau.

Bayer 04 Leverkusen:

Adler – Schwaab, M. Friedrich, Hyypiä, Kadlec – Renato Augusto, Reinartz, Vidal, Barnetta, Balitsch – Derdiyok.

Schiedsrichter:

Florian Meyer (Burgdorf).

Zuschauer:

38.300

Tore:

0:1 Hyypiä (19.), 0:2 Vidal (21.), 1;2 Kuzmanovic (53.), 1:3 Balitsch (69.), 1:4 Sam (88.)

(STZ online 25.9.2010)

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19. April 2010

2:1 gegen Leverkusen: Cacau rettet den VfB Stuttgart

Nach einem Kraftakt hat der VfB gegen Bayer Leverkusen mit 2:1 gewonnen. Jetzt ist die Chance groß, in den letzten drei Saisonspielen einen Platz in der Europa League zu erreichen.

Spielverlauf:

Der VfB bemühte sich von Anfang an, Tempo ins Spiel zu bringen, und kam schon nach drei Minuten zu seiner ersten Chance. Gebhart schaffte es jedoch nicht, eine Flanke von Molinaro unter Kontrolle zu bringen. Aber auch Bayer versteckte sich nicht und bewies, warum die Mannschaft den dritten Platz belegt. Einen Schuss von Kroos konnte Lehmann nur mit Mühe parieren (9.). So entwickelte sich zwischen den beiden spielstarken Teams eine ausgeglichene Partie, wobei Leverkusen zumeist abgeklärter wirkte. Der Lohn: der Torjäger Kießling brachte seine Elf mit seinem 19. Saisontreffer in Führung (13.). Dem VfB war das Fehlen der Leistungsträger Khedira und Hleb anzumerken, die noch nicht ganz fit waren und zunächst auf der Ersatzbank saßen.

Die Karten wurden allerdings wieder neu gemischt, als der Leverkusener Barnetta wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte sah (19.). Doch trotz der zahlenmäßigen Überlegenheit hatte der VfB weiter Probleme – und Glück, dass ein Kroos-Freistoß das Gehäuse knapp verfehlte (25.). Dann genügte aber eine starke Aktion von Molinaro, um zum Ausgleich zu kommen. Die Vorarbeit des Italieners verwertete Cacau (29.). Kadlec verpasste es, Bayer erneut in Führung zu bringen (45.).

In der Pause reagierte der VfB-Trainer Christian Gross und wechselte Khedira ein. In der Tat wurden die Aktionen anschließend etwas schwungvoller. Nach einem schönen Khedira-Pass scheiterte Cacau (49.). Die Mannschaft war nun spritziger und aggressiver als zuvor, so dass Bayer unter Druck geriet. Kuzmanovic fand in Adler seinen Meister (63.). Auf der Gegenseite verzog Kießling (69.), ehe Gebhart und Träsch bei einer Doppelchance des VfB Pech hatten (70). Dann rettete Lehmann gegen Reinartz (77.). Für die Erlösung sorgte acht Minuten später Cacau mit dem Siegtreffer zum 2:1. Es war der elfte Saisontreffer des 29-Jährigen.

Die entscheidende Szene:

In der 19. Minute setzte Marica zu einem Alleingang an, den Barnetta nur durch ein Foul stoppen konnte. Weil der Schweizer bereits verwarnt war, musste er vom Platz. Gegen zehn Leverkusener war es für den VfB dann viel einfacher.

Die besten VfB-Spieler:

Cristian Molinaro, der in der Defensive sicher wirkte und viele Akzente im Spiel nach vorne setzte. Der Italiener präsentiert sich seit Wochen in ausgezeichneter Form. Cacau war stets gefährlich und erzielte nicht von ungefähr beide Tore.

Der Kommentar:

Wenn der VfB die Frühjahrsmüdigkeit aus der ersten Halbzeit in den letzten drei Saisonspielen ablegt, hat die Mannschaft allerbeste Chancen, zumindest den sechsten Platz zu belegen und sich für die Europa League zu qualifizieren. Dass das Potential dafür vorhanden ist, zeigte sich trotz der teilweise durchwachsenen Vorstellung auch gegen Leverkusen.

VfB Stuttgart:Lehmann – Celozzi (46. Khedira), Tasci, Delpierre, Molinaro – Träsch, Kuzmanovic, Gebhart (72. Pogrebnjak), Hilbert (60. Hleb) – Marica, Cacau Bayer

Leverkusen:

Adler – Castro (20. Sarpei), Friedrich, Hyypiä, Kadlec (90.+1 Helmes) – Reinartz, Vidal, Kroos, Barnetta – Kießling, Derdiyok (78. Bender)

Die Tore

: 0:1 Kießling (13.), 1:1 Cacau (29.), 2:1 Cacau (85.)

Schiedsrichter:

Gräfe (Berlin)

Zuschauer:

41.500 (ausverkauft)

Gelbe Karten:

Cacau (6), Delpierre (6), Marica (7) / Sarpei (1) Gelb-Rote Karten: – / Barnetta (19./wiederholtes Foulspiel) Beste Spieler: Cacau, Delpierre / Derdiyok, Hyypiä

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17. April 2010

Porvoos größter Sohn: Bayers Abwehrchef Sami Hyppiä fehlt noch eine Meisterschaft

Die 90 Minuten des Champions League-Finales 2005 wird Leverkusens Innenverteidiger Sami Hyypiä nie vergessen. Damals noch im Dress des FC Liverpool, sahen sich seine Teamkollegen und er in einem scheinbar
aussichtlosen 0:3-Rückstand zur Halbzeit gegenüber. Der AC Milan wirkte bereits wie der sichere Sieger, doch die „Reds“ kamen zurück in die Partie – und zwar gewaltig. Liverpool erkämpfte sich drei Tore, überstand die Verlängerung und ging aus dem Elfmeterschießen als Sieger hervor. Es waren atemberaubende Spiele wie dieses in den der finnische Abwehrmann sich den letzten Feinschliff geholt hatte, der ihn einst zum Weltklasse-Spieler machte. Mit seinen nunmehr 36 Jahren ist Hyypiä der unumstrittene „Alterspräsident“ der jungen Bayer-Elf und seine Erfahrung sowie Routine haben großen Anteil daran, dass sich die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes unter den ersten Drei der Tabelle festspielte. Sommerneuzugang  Sami Hyypiä strahlt die Ruhe und Gelassenheit in der Defensive aus, die Leverkusen in den letzten Jahren für den ganz großen Wurf gefehlt hat. Mit seinem Stellungsspiel, seiner gekonnten Spieleröffnung und vor allem seiner meist unumstrittenen Lufthoheit
im eigenen Sechzehner verleiht er Bayers Abwehrarbeit eine neue Qualität. In der Kleinstadt Porvoo geboren, stieg er während seiner Profikarriere in den Kreis der populärsten Fußballstars Finnlands überhaupt auf, wurde 2001 sogar zu Finnlands „Sportler des Jahres“ gekürt. Gewonnen hat er Verlauf der Zeit so gut wie alles. Champions League, UEFA-Cup, mehrere Pokalsiege in England und Finnland. Einzig eine Meisterschaft fehlt dem blonden Hühnen noch. Trotz sechs Zählern Rückstand auf den erstplatzierten FC Bayern wäre die Chance in
dieser Spielzeit noch da für ihn und seine Teamkameraden, nach der Schale zu greifen. „Wir haben uns zu Saisonbeginn das Ziel gesetzt, international zu spielen. Jetzt stehen wir auf dem dritten Platz. Wir ziehen unser
Selbstbewusstsein aus den vielen guten Spielen, die wir bereits gemacht haben“, betonte Sami Hyypiä unlängst und zeigte sich unbeeindruckt von der leichten Abwärtstendenz der vergangenen Wochen. „Es gibt ein altes finnisches Sprichwort“, verriet er: „Wenn es gut läuft, willst du mehr!“ Und spätestens seit dem legendären Champions League-Finale 2005 weiß der größte Sohn Porvoos, dass für dieses ominöse „mehr ein starker Schlussspurt entscheidend sein kann.“

Top Facts: Die heutige Paarung im Fokus

1 Kein Klub holte aus den letzten fünf Partien mehr Punkte als der VfB. Nur Bremen und Wolfsburg gelang es ebenfalls, zwölf Zähler einzufahren.
2 Der VfB hat unter Christian Gross erst ein Heimspiel verloren (1:3 gegen den HSV).
3 Leverkusens Schweizer Angreifer Eren Derdiyok schaffte unter VfB-Trainer Christian Gross beim FC Basel seinen Durchbruch im Profifußball. Er bestritt dort 63 Ligaspiele und erzielte hierbei 17 Tore.
4 Derdiyoks Sturmpartner Stefan Kießling schnürte beim Leverkusener 4:0-Sieg in der Hinrunde seinen ersten
und bislang einzigen Bundesliga-Dreierpack.
5 Mit dem VfB und Bayer treffen zwei Mannschaften aufeinander, die in der Liga für ihre Weitschusstore berüchtigt sind. Je elfmal trafen Leverkusen und der VfB aus der Distanz. Nur der HSV erzielte noch mehr Treffer aus der Ferne (13 Tore).
6 Mit 31 gesammelten Zählern bleibt der VfB weiterhin die beste Mannschaft der Rückrunde, gefolgt vom FC Bayern München der „nur“ 27 Punkte einfuhr.

Gesamtbilanz

61 Spiele, 21 VfB-Siege, 16 Unentschieden und 24 Leverkusen-Siege, bei einem Torverhältnis von 96:82 für Bayer 04 Leverkusen.

Heimbilanz des VfB gegen Bayer

15 VfB-Siege, 4 Unentschieden und 11 Heimniederlagen bei einem Torverhältnis von 54:44 für den VfB
Stuttgart.

(Stadion Aktuell 17.4.10, vfb.de)

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Jupp Heynckes im Interview: “VfB gehört unter die ersten fünf”

Category: Der nächste Gegner — Tags: , , , , , , , , – Franky @ 05:08

Jupp Heynckes (64) hat alles gewonnen, was es im Fußball zu gewinnen gibt. Als Spieler wurde er Weltmeister, Europameister und mit Borussia Mönchengladbach viermal deutscher Meister. Als Trainer holte er mit dem FC Bayern München zweimal den Titel und triumphierte mit Real Madrid sogar in der Champions League. In dieser Saison hat er Bayer Leverkusen zu einem Spitzenteam geformt.

Vor dem Gastspiel am Sanstag beim VfB Stuttgart spricht Jupp Heynckes über…

…die Marke VfB:

“Das ist ein Traditionsverein, der zur Bundesliga gehört wie Mercedes zu Stuttgart. Der VfB stand schon immer für attraktiven Fußball und hatte Spitzenspieler und Nationalspieler in seinen Reihen. Der Club hat überall einen guten Ruf, auch im Ausland. Das konnte ich feststellen, als ich in Spanien war. Der VfB war und ist einer der führenden Clubs – und das zieht sich ja auch jetzt wieder wie ein roter Faden durch diese Rückrunde.”

…die Partie am Samstag:

“Das Kräfteverhältnis ist ganz anders als im November, als wir mit 4:0 gewonnen haben. Damals war der VfB nicht gut beieinander. Inzwischen hat sich jedoch wieder eine Mannschaft herausgebildet, die schwungvoll und leidenschaftlich auftritt – und erfolgreich ist. Mit seinem Kader gehört der VfB normalerweise sowieso zu den fünf besten Teams in der Bundesliga – und er hat die Chance, das auch in dieser Saison zu erreichen.”

…Christian Gross:

“Die Handschrift von ihm ist deutlich zu sehen. Seitdem er beim VfB ist, geht es wieder aufwärts. Er hat seinen Charakter und seine Persönlichkeit eingebracht. So ist er eine Bereicherung für die ganze Bundesliga, für die es wichtig ist, viele gute Trainer zu haben, um international bestehen zu können.”

…Markus Babbel:

“Er war einst in München mein Spieler. Man darf nicht vergessen, dass er den VfB vor einem Jahr auf den dritten Platz und in die Champions League geführt hat. Das war ein riesiger Erfolg. Aber dann musste er seinen Trainerschein machen und war nicht immer vor Ort. Eine Fußballmannschaft ist jedoch ein sehr sensibles Konstrukt. Wenn man da als Trainer nicht jeden Tag anwesend ist, kann das meiner Meinung nach gar nicht funktionieren. Das ist schade, denn Markus Babbel ist ehrgeizig und kompetent. Deshalb bin ich mir auch sicher, dass er bald wieder in die Bundesliga zurückkehren wird.”

…Bayer Vizekusen:

“Das ist so eine Floskel und wenig kreativ. Wenn wir tatsächlich Zweiter würden, was wahrscheinlich nicht passiert, wäre das ein Riesenerfolg. Da muss man die Kirche im Dorf lassen. Das Problem ist, dass das Anspruchsniveau im Umfeld hier zuletzt ins Uferlose ging. Dabei lautete vor der Saison das Ziel, dass wir die Europa League erreichen wollen – wenn alles gut geht. Man muss sehen, wie viele junge Spieler wir haben, die vor einem Jahr teilweise noch in der zweiten Liga waren. Da sind Formschwankungen normal. Das muss man ganz nüchtern betrachten.”

…Kevin Kuranyi:

“Ich möchte mich nicht unter die vielen Experten einreihen, die dem Bundestrainer Joachim Löw da Ratschläge geben. Es war immer so, dass vor einer WM heiß diskutiert wurde, wer nominiert werden soll. Joachim Löw wird wissen, welche Spieler in sein System passen und auf wen er sich verlassen kann.”

…die WM-Chancen

“Wenn die Bayern das Champions-League-Finale erreichen, fallen diese Spieler bis nach dem 22. Mai für die WM-Vorbereitung aus. Das wäre ein Problem, zumal wir immer von einer guten Vorbereitungsphase lebten. Wenn aber alle beim DFB an einem Strang ziehen, bin ich so oder so überzeugt, dass wir uns in Südafrika ordentlich präsentieren und die entsprechenden Ergebnisse abliefern.”

…die eigenen Ambitionen:

“Ich hätte schon zwei- oder dreimal die Gelegenheit gehabt, Bundestrainer zu werden, aber ich bevorzuge die tägliche Arbeit mit den Spielern und habe gern mein Ohr am Puls der Mannschaft. Das hält auch jung.”

…Real Madrid:

“Das Wort ,stolz’ benutze ich ungern. Lieber verwende ich ,glücklich’. Ich bin heute noch glücklich, dass ich mit Real 1998 die Champions League gewonnen habe. Es war sehr schwierig, denn darauf war alles fokussiert. Madrid war etwas ganz Besonderes.”

…die Erwartungen für Samstag:

“Ich denke, wir werden alles sehen, was den Fußball so attraktiv macht. Da treffen zwei offensive und spielstarke Mannschaften aufeinander. Schön wäre es, wenn am Ende alle zufrieden sind.”

(STZ 16.4.10)

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