2. Februar 2014

Situation wird langsam prekär

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , – Franky @ 14:32

Bilder vom Spiel in Leverkusen sind jetzt online. Sechste Niederlage im siebten Spiel, 2014 zum dritten Mal nach 1:0-Führung noch 1:2 verloren, zum dritten Mal stach der Joker des Gegners, zum dritten Mal lässt sich der VfB nach der Führung das Spiel des Gegners aufzwingen und stellt den Spielbetrieb nach vorne weitestgehend ein. Momentan fällt mir nicht viel ein, was Hoffnung auf Besserung machen sollte. Jetzt haben wir Augsburg vor der Brust, die in den letzten zehn Spielen wettbewerbsübergreifend gerade einmal gegen die Bayern zwei Mal verloren haben und gegen die wir uns zuletzt sehr schwer taten. Unser Manager Fredi Bobic hat sich ja kürzlich zu einer Aussage hinreißen lassen, die die Augsburger sicherlich als Extramotivation in die Kabine hängen werden, nämlich zu dieser: „wenn die Augsburger absteigen, dann steigt ein kleines Boot ab. Doch wir sind ein Tanker in dieser Liga.“ Nach 19 Spieltagen bleibt zu konstatieren, dass das kleine Boot bereits neun Punkte mehr als der Tanker gesammelt hat und dass auch durchaus schon Tanker gesunken sein sollen. Ich habe ein ganz dummes Gefühl in Bezug auf das nächste Wochenende und hoffe, dass sich das nicht bestätigen wird.

In Leverkusen bin ich eigentlich immer sehr gerne. Vor dem Spiel gehe ich gerne ein Bierchen im Soccer-Center „Pille“ gegenüber der BayArena gelegen trinken. Da es die Leverkusener kaum einmal schaffen, ihr schmuckes Stadion komplett zu füllen und dadurch viele Karten in den freien Verkauf kommen, bestellte ich mir bei Leverkusen direkt zuletzt immer eine Karte auf der Gegengerade.

Für gestern orderte ich erstmals ein Ticket in Reihe 1, super nah dran, mehr Beinfreiheit als normal und dazu noch Platz um das Bier abzustellen. Besser geht’s nicht! Die VfB-Fans zeigten eine schöne Choreo für die ich dann natürlich auch eine schöne Perspektive zum Fotografieren hatte. Ich hoffe, schwer, dass wir auch nächste Saison wieder dorthin fahren dürfen und uns nicht mit Spielen in Sandhausen, Paderborn und Aue beschäftigen müssen.

Das Spiel begann, wie zuletzt ja auch, eigentlich vielversprechend. Im zweiten Versuch schlenzte Moritz Leitner die Kugel nach Rausch-Ecke sehenswert über Leno hinweg zur VfB-Führung in den Kasten. Doch, anstatt konsequent zu versuchen nachzulegen, lässt sich der VfB in (un-)schöner Regelmäßigkeit nach und nach in die Defensive drängen und vermag es kaum mehr Nadelstiche vorne zu setzen. Dadurch lädt man den Gegner förmlich ein zu marschieren, so auch unseren Meister-Spieler Roberto Hilbert, der ordentlich Betrieb machte. Gestern dauerte es nicht lang und Leverkusen glich durch Stefan Kießling nach haarsträubendem Fehler von Antonio Rüdiger aus. Es war Kießlings zehntes Tor im siebten Heimspiel gegen den VfB und es war auch irgendwie klar, dass seine Durststrecke mit vier torlosen Spielen in Folge ausgerechnet gegen den VfB enden würde. Nur, das was Rüdiger in dieser Situation veranstaltet hat, ist einfach nicht bundesligareif. Als in der Schlussphase noch Eren Derdiyok erstmals nach 14 Monaten wieder traf, machte der VfB seinem Ruf als Aufbaugegner wieder alle Ehre. Leverkusen hatte zuletzt drei Mal in Folge verloren und war doch eigentlich mit dem Nackenschlag zum 0:1 am Boden gelegen. Weshalb es der VfB nicht versteht, aus einer solchen Situation Kapital zu schlagen, ist mir unbegreiflich. Von der Bank, die ich relativ gut im Blick hatte, kamen wenig bis keine Impulse, alle wirken irgendwie ratlos. Ob Schneider der Richtige ist und auch Abstiegskampf kann, wird sich erweisen. Klar ist, es müssen jetzt Siege her, um dem noch relativ neuen Trainerteam weiterhin ein ruhiges Arbeiten zu gewährleisten.

Spätestens, wenn der VfB auf dem Relegations- oder Abstiegsplatz angekommen ist, dürfte so richtig Feuer unterm Dach sein und Schneider möglicherweise nicht mehr zu halten sein. Ob ein solch junger, unerfahrener Trainer die psychologischen Fähigkeiten besitzt, an gestandene Profis die sogenannten Basics wie Lauf- und Einsatzbereitschaft, Konzentration, bedingungsloses Leben für den Beruf, alles zu geben für den Verein, Animositäten mit Mitspielern dem gemeinsamen Ziel unterzuordnen, und, und, und heranzubringen und dabei er selbst zu bleiben, da bin ich mir nicht so sicher. Schon jetzt ist die Fangemeinde gespalten, ob Schneider das Zeug zum Profitrainer hat oder doch „nur“ ein Jugendtrainer ist. Dass seine Ausstrahlung und seine Interviews zu weich rüber kommen und man es sich nicht vorstellen kann, dass er es vermag, abgezockten Profis Beine zu machen.

Sollte dieser Tag x kommen, an dem die Erkenntnis gereift ist, ein Schleifer Marke Magath würde das Team eher aus dem Schlamassel ziehen können als der nette Herr Schneider, würde es mich nicht wundern, wenn dieses Szenario mit einem kompletten Kahlschlag verbunden wäre und auch Fredi Bobic seinen Hut nehmen müsste. Schließlich ist er für die unpassende Kaderzusammenstellung und auch die völlig unnötige Vertragsverlängerung mit Bruno Labbadia verantwortlich. An dieser werden wir noch einige Zeit zu knabbern haben! Zum einen wegen der weiteren Gehaltszahlungen an Herrn Labbadia, zum anderen, weil ein Schnitt mit neuem Cheftrainer und klaren Vorstellungen zum 1.7.13 versäumt wurde.

So müssen wir wohl oder übel mit dem vorhandenen Kader, der zwar quantitativ, nicht aber qualitativ „stark“ ist, über die Runde(n) kommen. Dies ohne Kvist und Molinaro, die beide in der letzten Woche abgegeben wurden. Einmal mehr teure Spieler, die bei uns nach und nach ihr Können und ihre Lust verloren haben und daher die Trennung für beide Seiten die beste Lösung war. Verstärken soll uns Gruezo, ein 18-jähriger Ecuadorianer, von dessen Qualitäten sich die sportliche Leitung beim Trainingslager in Südafrika überzeugen ließ.

Der nächste ablösefreie Abgang steht uns mit Traore im Sommer bevor. Ein Abgang, der sportlich und menschlich sicher nicht besonders schmerzt. Ärgerlich nur auch hier, dass wir keine Ablöse für ihn bekommen, wo doch im letzten Jahr angeblich Schalke und der AS Monaco an einer Verpflichtung interessiert gewesen sein sollen. Einem sofortigen Wechsel nach Gladbach hat Bobic einen Riegel vorgeschoben, um ihm im nächsten Atemzug einen guten Charakter zu bescheinigen, und dass er sicher sei, Traore würde in diesem halben Jahr noch alles für den VfB geben. Traore und ein guter Charakter? Passt für mich nicht ganz zusammen für einen Spieler, der keine Gelegenheit auslässt seinen Verein und seine Fans zu kritisieren und in Zeiten wirtschaftlicher Konsolidierung horrende Gehaltsforderungen ausruft. Außerdem hält sich das Gerücht hartnäckig, dass er es an profihafter Einstellung vermissen lässt und es lieber im Nachtleben als auf dem Platz krachen lässt.

Er ist für mich der Inbegriff eines Söldners, den ich am liebsten nicht mehr im VfB-Trikot sehen möchte. Gestern lieferte er als Einwechselspieler schon einen Vorgeschmack auf das, was wir in den nächsten Monaten von ihm zu erwarten haben, nämlich nichts. Die Unlust war ihm nach seiner Einwechslung anzumerken, Krönung, als er nahezu unbedrängt ins Aus dribbelte. Der Leverkusener Siegtreffer fiel auch wieder über seine Seite, nachdem er nach nicht geahndetem Foul an Maxim nur halbherzig zurück „eilte“.

Es wäre wirklich schade, wenn mit Schneider erneut der Trainer dran glauben müsste und die Schuldigen, die Spieler, erneut ungeschoren davon kämen.

Fakt ist, es müssen jetzt Punkte her. Sollte das Spiel gegen Augsburg auch verloren gehen, dürften die Situation und auch die Stimmung rund um den Verein dramatisch werden. Gestern noch wurden, für mich nach dieser Leistung unverständlich, die Spieler mit Applaus verabschiedet. Die durchaus noch positive Grundstimmung dürfte spätestens nach einer Heimniederlage gegen Augsburg kippen.

Ich bin noch am überlegen, ob ich mir dieses Spiel anschaue oder nach Degerloch gehen werde, um unsere Amas zu unterstützen. Eine Frechheit, dieses Spiel parallel zu dem unserer Profis anzusetzen. Wie schon im Hinspiel finden die Begegnungen VfB-FCA und Kickers-VfB II nahezu zeitgleich statt, was für mich schon einer Wettbewerbsverzerrung gleich kommt, da die Kickers jeweils mit deutlich weniger VfB-Fans zu rechnen haben, und damit der Heimvorteil größer sein dürfte, wie wenn man zeitlich beide Partien mitnehmen könnte. Das ist einmal mehr ein Beispiel, in welche Richtung der Fußball steuert. Anstatt sich mit den Fans und ausgeklügelten Konzepten effizienter Fantrennung auseinanderzusetzen, werden den Fans lieber Steine in den Weg gelegt, um selbst einen ruhigen Nachmittag verleben zu können. So kann man es sich natürlich einfach machen, einer bunten Atmosphäre in den Stadien förderlich sind solche Maßnahmen aber nicht. In den Regionalligen und darunter ist es ja bereits an der Tagesordnung, sogenannte Problemspiele auf den Montagabend oder unter der Woche nachmittags anzusetzen.  Daher liebäugele ich damit, meinen Teil dazu beizutragen, dass deren Rechnung nicht aufgeht und hoffe, auf zahlreiche Brustringträger auf den Golan-Höhen.

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14. Mai 2010

Europa, wir kommen!

Leider wurde das letzte Heimspiel gegen Mainz nicht gewonnen, so dass wir in Hoffenheim noch einen Punkt benötigen würden, um sicher die Europa League zu erreichen. Europa League – das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, wenn man an die Weltuntergangstimmung in der Vorrunde zurückdenkt. Jetzt aber, wo das Ziel zum Greifen nah ist, möchte man dieses natürlich auch erreichen. So, wie der VfB traditionell eine missratene Vorrunde spielt und mit unglaublichen Kraftakten in der Rückrunde noch die Kohlen aus dem Feuer holt, so schwächelt der Hamburger SV nach einer tollen Vorrunde regelmäßig in der Rückrunde. Am 16. Spieltag, nach unserem 1:1 in Mainz (wer erinnert sich nicht an Jens Lehmann auf der Flucht), hatten wir zum HSV 15 Punkte Rückstand und “verbesserten” uns gerade auf Rang 15, vor dem letzten Spieltag, man höre und staune, lagen wir drei Punkte vor dem HSV und lediglich das schlechtere Torverhältnis zwang uns, am letzten Spieltag noch etwas tun zu müssen. Auch am 22. Spieltag, nach der 1:3 Heimniederlage gegen die Hamburger, lagen wir noch 11 Punkte hinter den Hanseaten. Damals hätte niemand mehr einen Pfifferling auf die Europacup-Teilnahme des VfB im kommenden Spieljahr gesetzt. Der HSV musste allerdings selbst in Bremen gewinnen, um seine Europa League Chance wahren zu können. Hier können wir uns bei der DFL bedanken, dass der direkte Kontrahent ein starkes Kaliber am Saisonende vorgesetzt bekam. Zum einen das prestigeträchtige Nord-Derby, zum anderen musste Bremen auch noch etwas tun, um in die Champions-League-Qualifikation einzuziehen.  Wir vom VfB spielten bei einer Mannschaft deren 11. Platz bereits sicher war. Dennoch birgt das Treffen mit Hoffenheim einige Brisanz. Nicht nur aufgrund der nur etwa 60 Kilometer Entfernung vom Stadion in Sinsheim nach Bad Cannstatt, auch haben die Hoffenheimer einige Ex-VfBler in ihren Reihen, nicht zuletzt ihren Übungsleiter Ralf Rangnick. Dazu kommt, dass dieses Spiel von Hoffenheimer Seite gerne als Derby angesehen wird, doch dabei nehmen sie sich wichtiger als sie sind. Derbys haben auch etwas mit Tradition zu tun, die Hoffenheim trotz der Jahreszahl 1899 in seinem Vereinsnamen beim besten Willen nicht vorweisen kann. Die TSG 1899 Hoffenheim ist das Hobby, oder soll ich sagen eines von zahlreichen Projekten, von Dietmar Hopp, Milliardär und SAP-Mitbegründer, der sich eines Tages in den Kopf gesetzt hatte, aus einem Dorf- einen Bundesligaverein zu formen, was ja auch gelang. In der Aufstiegssaison von der Regionalliga in die 2. Bundesliga hatte Hoffenheim einen Zuschauerschnitt von etwa 3.000 Zuschauern, welcher in der 2. Bundesliga, wo der Durchmarsch in die Bundesliga gelang, auf rund 6.000 Besucher verdoppelt wurde. Während alle anderen Zweitligavereine, stellt man Transfereinnahmen und –ausgaben gegenüber, höchstens eine Million ausgaben, betrugen die Transferausgaben von Hoffenheim 18.570.000 Euro (Quelle: transfermarkt.de). Also tolle Waffengleichheit und ein echtes Wunder, den Durchmarsch geschafft zu haben. Solche Mäzene machen den Fußball auf Dauer kaputt, wenn dem nicht ein Riegel vorgeschoben wird und noch weitere Retortenvereine die Traditionsvereine aus den oberen Ligen verdrängen.

Dietmar Hopp und sein Verein sind daher für die VfB-Fans ein rotes Tuch und geben immer Anlass auf unsere Tradition zu verweisen. So bei der Choreographie im Neckarstadion in der letzten Saison „Eine stolze Kurve voller Geschichte“, so auch dieses Mal, als dazu aufgerufen wurde, dass alle im weißen Trikot mit rotem Brustring kommen sollen.

Um zur Anfangsthese zurückzukommen: es würde also bei so vielen Reibungspunkten sicher kein einfaches Spiel werden, wie sonst oft, wenn es für eine Mannschaft um nichts mehr geht.

Wir hatten schon so einiges gehört, dass die Verkehrssituation am Stadion chaotisch sein soll, daher entschlossen wir uns, wieder mit dem RWS Berkheim im Bus mitzufahren, um stressfrei und problemlos wieder wegzukommen. Nach einigen größeren und kleineren Staus erreichten wir gegen 14.45 Uhr den Busparkplatz direkt vor dem Gästeeingang der neuen Rhein-Neckar-Arena. Ich spüre immer wieder ein gewisses Kribbeln in mir, wenn ich zu einem Stadion komme, in dem ich noch nicht war. Das war dieses Mal anders, weil mich dieser Verein einfach nur anwidert. Dazu passend wurden wir auch gleich von Hoffenheimer Fans angepöbelt. Komischerweise fällt den meisten aber nichts ein, wenn man sie fragt, welchen Schal sie noch vor 5 Jahren getragen haben. Das ist doch die gleiche Spezies „Fan“, die man auch bei den Bayern antrifft. Sich eben mal einem Verein anschließen, bei dem die Erfolgsaussichten größer sind als anderswo. Da bin ich doch froh, dass ich richtig VfB-Fan wurde als der VfB in der 2. Liga Süd kickte und seither durch dick und dünn mit dem Verein ging.

Wir sind dann auch gleich hinein gegangen und haben sofort unseren Platz aufgesucht. Da kam erst einmal das böse Erwachen. Wir hatten unsere Plätze in Reihe 3 und das so etwas von sichtbehindert. Der Gästeblock oder soll ich besser sagen Käfig, erinnerte stark an den in Freiburg, zumindest was die Zäune anging. Mein erster Gedanke war, ob ich von hier aus überhaupt ein gescheites Bild Richtung Spielfeld schießen könnte.

Apropos Bilder schießen: laut VfB-Faninfos für das Spiel in Sinsheim wurden vom Veranstalter nur kleine Kameras wie Canon Ixus oder Casio Exilim zugelassen, die namentlich erwähnt waren. So war ich mir unsicher, ob ich meine Kamera überhaupt mit rein bringen würde. Daraufhin fragten wir beim VfB an durchaus kompetent erscheinender Stelle an, ob das richtig ist und bekamen eine Antwort, die wir uns selbst nicht besser hätten geben können: “das haben die Hoffenheimer uns so mitgeteilt.” Daraufhin nahmen wir selbst mit Hoffenheim Kontakt auf und das ganze erwies sich als Ente. Wir bekamen es vom Fanbeauftragten schriftlich, dass meine Kamera in diesem Stadion zugelassen ist. Viel Rauch um nichts also Gott sei Dank. Das wäre ja noch schöner, bislang habe ich die überall mitnehmen können, da es ja keine Spiegelreflex-Kamera ist, die als professionelles Equipment gelten würde.

Da die Sicht vom Platz also extrem schlecht war, das Fotografieren Richtung Spielfeld so gut wie unmöglich, stellte ich mich unten an den Zaun und fotografierte durch das Gitter hindurch. Hier blieb ich die komplette Spielzeit stehen und gab den Platz natürlich auch in der Halbzeitpause nicht auf. :-) Zu meiner Überraschung sah ich keine Ordner im Block, zumindest nicht bei uns da unten, und so wies mich auch niemand an, mich auf meinen Platz zu setzen.

Wie im badischen üblich, ertönte vor dem Spiel, begleitet von einer Schalparade, das Badener Lied. Als das ertönte, stellte ich mir die Frage, wieviele zu Hoffenheim abgewanderten Württemberger dieses jetzt wohl mitgröhlen würden.

Vor dem Spiel gab es dann noch eine Choreographie seitens der Hoffenheimer, die einfallslos und dilettantisch wirkte, angesichts dessen, was wir bei unseren letzten 3 Heimspielen vom Commando Cannstatt geboten bekamen. Wenn Hoffenheim so etwas macht, drängt sich sowieso immer gleich die Frage auf, ob die Papa Dietmar finanziert hat. Dann waren auch noch jede Menge Fahnenschwenker auf dem Platz, die haben sie sich wahrscheinlich beim BVB abgeguckt.

Der VfB wurde etwa von 3.500 Fans unterstützt, unser Kontingent war, wie so oft in dieser Saison, restlos vergriffen. Für dieses Spiel hätten laut Geschäftsstelle etwa 4 Mal so viele Karten verkauft werden können.

Die Zeit bis um 15.30 Uhr verging dann vollends schnell. Angeführt von Kapitän Delpierre betrat der VfB den Rasen zum letzten Gefecht der Saison. Jens Lehmann wurde bei seinem letzten Bundesligaspiel eine besondere Freude zuteil, durfte er doch mit seinen beiden Söhnen an der Hand ins Stadion einlaufen.

Jens Lehmann wurde ja mit Roberto Hilbert, Aleks Hleb und Ricardo Osorio letzten Samstag nach dem Mainz-Spiel vom VfB offiziell verabschiedet. Von den Hoffenheimern um den scheidenden Manager Schindelmeiser gab es dann, ebenso wie im übrigen für Timo Hildebrand, auch noch Blumen. Lehmann wird der Bundesliga sicher fehlen, auch ich bin traurig, dass er nicht noch ein Jahr dranhängt. Klar, nach dem Mainz-Spiel hätte ich ihn am liebsten sofort verbannt, doch nach den teils überragenden Leistungen in der Rückrunde, bleibt dies doch mehr haften als seine Aussetzer. Vor allem seine Wucht und Präsenz im Strafraum werden mir fehlen. Seit er in Stuttgart ist, habe ich mir bei gegnerischen Eckbällen keine Sorgen mehr gemacht, weil er doch so gut wie alles heruntergepflückt hat.

Schon früh wurde klar, dass die Hoffenheimer uns allzu gerne in die Europa League Suppe gespuckt hätten. Sie waren in den Zweikämpfen präsent und attackierten den jeweils ballführenden Stuttgarter früh und mit Zweikampfhärte. So mußte Christian Träsch, eine unserer vier deutschen WM-Hoffnungen,  nach grobem Foul von Salihovic früh behandelt werden. Die Stimmung im VfB-Block war von Beginn an klasse. Seit dem Badener Lied habe ich von den Hoffenheimern nichts mehr gehört, was ja durchaus ein gutes Zeichen ist. ;-)

In der 16. Minute hieß es gleich mit der ersten Torchance 1:0 für den VfB. Cacau, der sich am eigenen Strafraum den Ball erkämpfte, schloss einen mustergültigen Konter klasse ab. Cacau, auch ein Mann der Rückrunde. Mich freut es sehr, dass er bleibt. Zwar finde ich es auch gut, wenn der Verein seine Prinzipien hat und nicht jeder Forderung nachgibt. Trotzdem hätte man sicher noch mehr Geld ausgeben müssen, um einen Nachfolger zu finden und dessen Gehaltsforderungen zu befriedigen. Bei Cacau wissen wir, was wir an ihm haben.

Die Stimmung war natürlich klasse und von den Hoffenheimern weiterhin nichts zu hören. Leider schien es dann so, dass der VfB nach der Führung einen Gang zurück schaltete. Ich persönlich hätte mir gewünscht, dass sie sofort versuchen nachzulegen, da den Hoffenheimern der Schock lange deutlich anzumerken war. Ich stellte vor dem Spiel schon eine zugegebermaßen etwas vermessene Rechnung auf: wir sollten mit 2, 3 Toren Vorsprung gewinnen, Dortmund verliert in Freiburg und mit etwas Glück wären wir auf Platz 5. Dieser hätte den Vorteil, dass wir später in dier Europa League Qualifikation einsteigen müßten, was wiederum dem VfB und auch uns die Sommerplanung erleichtern würde. Als Sechster haben wir das erste Qualifikationsspiel bereits  am 29.7., also mitten in der Saisonvorbereitung. Da wir, wie im letzten Jahr, wieder zum Trainingslager mitfahren möchten, sind also auch wir davon unmittelbar betroffen. Ich weiß ja nicht, ob der VfB diese Möglichkeit ernsthaft in Betracht gezogen hat oder nur auf den noch einen fehlenden Punkt spekuliert hat: nach der 1:3 Niederlage der Dortmunder in Freiburg wäre dies durchaus möglich gewesen. Hätte man das 0:2 nachgelegt, wer weiß, ob die Hoffenheimer die Saison dann nicht endgültig abgehakt hätten. Aber: alles hätte, wenn und aber nützt nichts, am Ende stand es 1:1.

Das Ausgleichstor, im letzten Spiel von Jens Lehmann auch noch ausgerechnet resultierend aus einer Ecke, habe ich “schön” eingefangen. Torschütze war einer der Ex-VfBler, Vukzevic mit seinem ersten Bundesligator. Das Tor fiel zum psychologisch ungünstigen Zeitpunkt in der 44. Minute. Noch vor der Pause hätte der VfB dann sogar 2:1 zurückliegen können, als Salihovic den Pfosten traf.

So ging es also mit dem 1:1 in die Halbzeitpause. In der 2. Halbzeit war Hoffenheim das druckvollere Team mit den besseren Chancen. Mit einem Ohr waren wir natürlich auch immer beim Spiel Werder-HSV. Als Pizarro in der 58. Minute Werder in Führung schoss, wichen die Zweifel, selbst sollte unser Spiel noch verloren werden, die Europa League noch zu verspielen.

In der 82. Minute dann glich Van Nistelrooy in Bremen aus, was uns noch einige Minuten Zittern bescheren sollte, doch dann war es vollbracht. Der VfB erreicht auch im vierten Jahr in Folge das internationale Geschäft, was auf der VfB-Bank wie auf den Rängen natürlich große Freude auslöste. Christian Gross hat es also geschafft aus einem Abstiegskandidaten einen Europa League Teilnehmer zu formen. Hätte man ihn schon Anfang Oktober geholt, als zumindest ich Markus Babbel schon die Wende nicht mehr zutraute, was wäre dann in dieser Saison alles möglich gewesen. Dass die Mannschaft Qualität hat, hat sie in der Rückrunde, eindrucksvoll bewiesen. So dürfen wir uns wenigstens “Rückrundenmeister” nennen.

Seit dem Bayern-Spiel hat der Kreis schon feste Tradition, in dem die Mannschaft zuerst sich selbst feiert, bevor sie zu den Fans kommt. Ich denke, diese Art der Freude und des Feiers hat Cristian Molinaro eingebracht. Molinaro ist für mich auch ein Spieler der Rückrunde. Der erste Transfer unter Mitwirkung von Christian Gross und gleich ein Volltreffer, das macht mir Hoffnung für die Zukunft. Ich hoffe sehr, dass der Verein die Kaufoption ziehen wird und Molinaro längerfristig bindet. Er tut der Mannschaft nicht nur sportlich gut (wer fragt heute noch nach Ludovic Magnin), sondern auch menschlich. Er ist immer gut gelaunt und auch zu den Fans äußerst freundlich, wirklich ein toller Typ.

Der Mannschaft wirkte man die Freude und auch Erleichterung an, dass die Saison zu Ende ist und der Druck endlich abgefallen ist. Auch für sie war es ja ein Wechselbad der Gefühle, wenn man an die Vorkommnisse rund um das Heimspiel gegen Bochum denkt und die ständigen Jubelarien jetzt in der Rückrunde.

Dass Christian Gross auch den Teamgeist neu entfacht hat, merkt man allen an, wie ausgelassen sie feiern und auch, dass sie dann, wieder war Molinaro die treibende Kraft, die Abgänge einzeln vorschickten, um sich ihren letzten Applaus abzuholen.

Den Anfang machte Ricardo Osorio, der überaus sympathische Mexikaner. Ich finde es sehr schade, dass ihm meist Celozzi, teilweise auch Boulahrouz und sogar Träschi (sogar, weil er aus dem Mittelfeld rausgezogen wurde, sonst lasse ich über den gar nix kommen. :-) vorgezogen wurden. In den letzten Spielen konnte er sein Können noch einmal zeigen, als Celozzi verletzungsbedingt ausfiel. Mir gefiel Ricardo immer gut, als Typ, er hat aber auch immer seine Leistung gebracht und ist für einen Abwehrspieler technisch sehr stark. Danke Ricardo Osorio, mit Pavel Pardo zusammen die ersten Mexikaner überhaupt in der Bundesliga. Dass Scheiden weh tut, merkt man ihm besonders an.

Zweiter war Roberto Hilbert. Seine erste Saison war auch zugleich seine beste. Es war die Meistersaison, in der er am Gewinn des Titels großen Anteil hatte. Leider konnte er diese Leistungen danach nie mehr bestätigen. Eines konnte man ihm aber nie vorwerfen: mangelnden Einsatz und Identifikation mit dem Verein. In diesen Disziplinen war er stets ein Vorbild. Fußballerisch konnte er es leider nicht mehr besser, vielleicht tut ihm eine Luftveränderung auch gut. Vielen Dank und alles Gute Roberto!

Dritter im Bunde: Jens Lehmann. It’s time to say Goodbye kann man mit 40 Jahren schon mal sagen. Vor einem halben Jahr hätte er sich seinen Abgang von der großen Fußballbühne sicher auch nicht so emotional vorgestellt. Jetzt merkte man ihm an, dass er Mühe hatte, die eine oder andere Träne zurückzuhalten. Uns verläßt ein ganz großer seiner Zunft, dass ich ihn vermissen werde, habe ich bereits oben erwähnt. Leider konnte er mit dem VfB keinen Titel mehr seiner Sammlung hinzufügen. Danke Jens für 2 tolle Jahre.

Letzter im Bunde: Aleks Hleb, der mußte von Molinaro fast noch gezwungen werden, auch ein paar Schritte vor zu treten, so gekünstelt sah auch sein Lächeln aus. Bei ihm könnte ich sagen: “Danke für Nichts”, wenn er nicht schon eine bessere Vergangenheit in Stuttgart gehabt hätte und wenn sein Tor gegen Temesvar, das den Weg in die Königsklasse geebnet hatte, nicht gewesen wären. Sonst bleibt hängen, dass er in untrainiertem Zustand auf dem Wasen auftauchte, mehr um die Häuser zog, als es eines Fußballprofis würdig wäre und durch Undiszipliniertheiten die Autorität des Trainers untergraben hatte. Wenn er immer wieder Übungen im Training schwänzt oder aufgrund eines zu lockeren Lebensstils zu spät kommt oder nicht fit ist, verwundert es dann, dass ihn ein Disziplinfanatiker wie Gross auf der Bank schmoren läßt? Mich wundert das nicht. Genau durch solche Maßnahmen hat es Gross geschafft, wieder Disziplin und Respekt in die Mannschaft zu bekommen. Daher war es für mich völlig okay, dass Gross ihn auch im letzten Spiel auf der Bank schmoren ließ, zumal er ja in der Woche zuvor den Trainer noch kritisiert hatte. So sehr ich begeistert war im Sommer, als er kam, so froh bin ich jetzt, dass das Kapitel wieder beendet ist. Ihm kann man vielleicht wünschen, dass er wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkehrt und kapiert, dass man sich Erfolg täglich neu erarbeiten muß. Sonst kann er vielleicht bis Vertragsende in Barcelona noch gut abkassieren, danach wird er aber sicher kleinere Brötchen backen müssen, was Gehalt und auch was einen zukünftigen Verein angeht.

Dann folgte natürlich die obligatorische La Ola und weiter eine ausgelassene Feier, die bis spät in die Nacht dann in Stuttgart ihre Fortsetzung fand.

Wir fuhren gegen 18 Uhr wieder los, weit hatten wir es ja Gott sei Dank nicht. Am Ende waren wir natürlich zufrieden. Auch im vierten Spiel gegen Hoffenheim nicht verloren und in den Europacup eingezogen, was will man mehr. Lange gewann ich dem Umstand, im nächsten Jahr nicht international dabei zu sein, viel positives ab. Viel Geld gibt es ja sowieso nicht zu verdienen, was Horst Heldt kürzlich zu einer ironischen Antwort verleitete auf die Frage: Was würde  die Europa League Teilnahme bringen: “Mehr englische Wochen”. Ich dachte eigentlich daran, ohne englische Wochen könnte der VfB in der nächsten Saison durchstarten. Jetzt sollte man aber schon wieder darauf achten, einen größeren Kader zu besitzen, um den Kräfteverschleiß auszugleichen. Weiterer Nachteil sind die vielen Sonntagspiele, denen meist die 3. Halbzeit zum Opfer fällt, es sei denn, man kann den Montag frei nehmen. Andererseits gibt es auch in der Europa League den ein oder anderen attraktiven Gegner oder die ein oder andere attraktive Stadt, wohin es sich lohnt auch einen mehrtägigen Trip zu machen. Damit freunde ich mich natürlich auch an.

Jetzt also stehen wir vor einer 10-wöchigen Bundesligapause. Gefühlt verkürzt aber durch die WM in Südafrika und unser voraussichtlicher Besuch beim Trainingslager und beim Uhren-Cup in Grenchen. Dann folgen die ersten Qualispiele für die Europa League und das Erstrundenspiel im DFB-Pokal. Ich versuche wie immer, so viel wie möglich mit zu nehmen und werde mich in Kürze auch mal zu Jogis Löwen zu Wort melden.

Bis dahin, viele Grüße

Euer Franky

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27. April 2010

Harnik kommt – Hilbert geht

Category: Presse — Tags: , , , , , , – Franky @ 20:35

Martin Harnik steht unmittelbar vor einem Wechsel zum VfB Stuttgart. Der Stürmer des Zweitligisten Fortuna Düsseldorf, der aktuell von Werder Bremen an den Aufsteiger ausgeliehen ist, wird in Kürze bei den Schwaben einen Vertrag unterschreiben.

Damit hat sich der VfB im Werben um den spielstarken Angreifer gegen Leverkusen, Gladbach, Hoffenheim und dem potenziellen Aufsteiger FC St. Pauli durchgesetzt.

Zudem kommt der in Hamburg geborene österreichische Nationalspieler (15 Einsätze) für “kleines Geld” ins Schwabenland. Die Ablösesumme war mit 300.000 Euro festgeschrieben.

Harnik absolvierte in der laufenden Spielzeit für die Fortunen 28 Spiele, in denen er mit bisher zwölf Toren und vier Assists wesentlichen Anteil hatte am aktuellen Höhenflug der Düsseldorfer (Platz 4).

In Bremen läuft Harniks Vertrag noch bis 2011, doch an eine Rückkehr an die Weser war nicht zu denken. “Es gibt schon die ganze Saison keinen Kontakt mehr”, sagte der 22-Jährige der Stuttgarter Nachrichten.

Hilbert geht “mit Wehmut”

Zum Saisonende verlassen wird die Schwaben dagegen Roberto Hilbert. Wie der VfB bestätigte, hat der achtfache deutsche Nationalspieler mitgeteilt, eine neue Herausforderung suchen zu wollen. Gespräche über den zum Saisonende auslaufenden Vertrag haben zwar stattgefunden. “Wir wurden uns aber nicht einig”, so Hilbert zum kicker. Es sei ein Abschied “mit Wehmut”, aber auch “mit Vorfreude auf die neue Aufgabe”. Wohin der 25-Jährige wechseln wird, ist noch nicht bekannt. Immerhin ließ er durchblicken, dass es sich um einen “ambitionierten Verein” handeln würde. Dabei könnte es sich um den FC Basel handeln, der aller Voraussicht nach in der kommenden Saison an der Champions-League-Qualifikation teilnehmen wird.

Hilbert wurde 2007 mit dem VfB deutscher Meister und bestritt jeweils acht Partien in der Champions League und UEFA-Pokal. Er ist nach Jens Lehmann (Karriereende), Ricardo Osorio, Aliaksandr Hleb und Cacau der vierte Spieler, den den VfB verlassen wird, wobei bei Cacau das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.

(www.kicker.de 27.4.10)

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11. Februar 2010

FC St. Pauli-KSC und 1. FC Nürnberg-VfB binnen gut 24 Stunden!

Ich wollte schon lange mal wieder nach St. Pauli, da auf mich das Millerntor und die Atomsphäre dort immer eine große Faszination ausüben. Aufgrund der oft kurzfristigen Spielansetzungen ist das aber nicht so einfach, schon gar nicht, wenn man, wie ich, möglichst auch deswegen kein VfB-Spiel verpassen möchte. Da die ersten Spieltage eines neuen Jahres immer “schon” im Dezember angesetzt werden, nahm ich diesen Spieltag ins Visier. Freitags St. Pauli gegen den KSC, Samstags den VfB beim Club. Da wir uns bei der letzten Aktion von Lidl mit Bahntickets eingedeckt haben und diese Freitags nicht gültig sind, fuhren wir schon am Donnerstag los. Erstes Hindernis war, dass ausgerechnet an diesem Donnerstag die SSB streikten und wir dadurch auf einen Fahrer zum Bahnhof angewiesen waren. Dies tat aber unserer Vorfreude keinen Abbruch und so bestiegen wir gegen halb zwölf den ICE Richtung Hamburg Altona. In Hamburg angekommen fuhren wir mit der U-Bahn zu Hagenbecks Tierpark, wo wir abgeholt wurden. Wir sind schon seit einigen Jahren mit einigen St. Paulianern gut befreundet, so konnten wir auch wieder bei Christel und Holger in Kaltenkirchen übernachten. Am Abend tranken wir dann gemütlich ein paar Bierchen, bekamen auch was zu essen und schauten uns zur Einstimmung auf den Freitag das St. Pauli-Aufstiegsvideo von 2007 an.

Am Freitag dann ließen wir den Tag spät und gemütlich anklingen und fuhren irgendwann mit der AKN-und S-Bahn nach Hamburg rein. Dort nahmen wir noch die U-Bahn und stiegen Feldstraße aus, um zum Millerntor zu pendeln. Gleich am Ausgang der Haltestelle traute ich meinen Augen und Ohren nicht, als ein sichtlich angetrunkener Badenser intonierte “St. Pauli und der KSC – Die Freundschaft”. Hab erst gedacht, ich bin im falschen Film, bis sich herausstellte, dass dies wohl eher einseitiges Wunschdenken war, und kein St. Pauli-Fan darauf reagierte. Weitere Vorkommnisse dieser Art hatte ich dann auch nicht mehr registriert. Insgesamt war alles friedlich. Ich muß auch herausstreichen, dass ich nicht zu dem Spiel gekommen bin, um die Gelbfüßler zu provozieren, sondern um mich möglichst mit dem FC St. Pauli über einen Sieg, und dadurch natürlich auch über eine Niederlage des KSC, zu freuen. So trug ich auch keine VfB-Utensilien zur Schau, man möchte ja schließlich auch nicht unbedingt für irgendwelche Tumulte verantwortlich sein. Vor dem Spiel tranken wir noch ein paar Astra im AFM-Container, um uns darin aufzuwärmen und holten uns die Stadionzeitung.

Wo doch im Süden der Republik an diesem Wochenende kurzzeitig der Frühling Einzug erhalten hat, herrschte im Norden noch Dauerfrost. Das Streusalz ist in ganz Hamburg knapp geworden, so dass die meisten Wege und Straßen vereist waren. Ich kann von Glück reden, dass ich kein einziges Mal auf dem Hosenboden saß, toi, toi, toi. Schließlich trafen wir dann beim Herausgehen noch Bekannte aus alten Zeiten, die nicht schlecht staunten, dass ich mich auch mal wieder am Millerntor blicken ließ. Danach ging es dann auch gleich zu unserem Platz in der Nordkurve. Das Stadion nimmt langsam Konturen an. Die neue Südtribüne hatte ich ja schon bei unserem Freundschaftsspiel vor Beginn der Saison 2008/2009 gesehen, jetzt saß ich auf der durch eine Rohrstahlkonstruktion erweiterten Nordtribüne, dafür wurde die Haupttribüne platt gemacht. Ich denke, wenn das Stadion mal fertig ist, wird es ein richtiges Schmuckkästchen sein. Als Nostalgiker fehlt mir aber, wie beim VfB ja auch, die alte Stadion-Gaststätte. Mit der neuen Location in der Südtribüne bin ich noch nicht so warm. Hab allerdings ja leider auch wenig Gelegenheiten mit ihr warm zu werden. :-)

Als wir die ersten Blicke ins weite Rund warfen, staunten wir zu allererst über den Rasen, der den Namen eigentlich nicht mehr verdient hatte. Ein Rübenacker war das. Es war ja geplant in der Woche vor dem Spiel einen neuen Rasen zu verlegen, was aber aufgrund der eisigen Temperaturen leider nicht möglich war. Doch wenigstens fand das Spiel statt, ein Ausfall hätte mich persönlich wirklich hart getroffen. St. Pauli, sehr gastfreundlich, legte dann zur Freude der höchstens 500 mitgereisten Badenser noch das KSC-Vereinslied auf. Dies nutzte ich dann, mir schnell noch ein Astra zu holen. Vor dem Einlauf der Mannschaften  folgte dann die St. Pauli-Hymne “Das Herz von St. Pauli”, wo natürlich die Stimmung sprunghaft anstieg und das Stadion in ein Meer von Wunderkerzen getaucht wurde. Der Einlauf selbst fand traditionell zu Hells Bells statt. Gänsehautatmosphäre schon zu Beginn.

Das Spiel begann rasant, St. Pauli hatte bereits nach wenigen Minuten durch Ebbers die Chance zur Führung. Kurz darauf eine Schrecksekunde, als Matthias Hain, der Torhüter, behandelt werden mußte, er konnte aber weiter spielen.

Für mich war beeindruckend, wie St. Pauli versuchte, von Beginn an, das Spiel an sich zu reißen. Spielerisch lag natürlich aufgrund der äußeren Bedingungen einiges im Argen, doch kämpferisch schaffte es St. Pauli schon zu Beginn dem KSC den Schneid abzukaufen. Klarere Torchancen blieben aber zunächst Mangelware. So resultierte das 1:0 aus der 24. Minute aus einem Freistoß. Rouwen Hennings hämmerte den Ball aus 30 Metern in die Maschen, Miller im KSC-Tor blieb chancenlos.

In der Folgezeit hatte St. Pauli Chancen zu erhöhen, vergab diese jedoch leichtfertig. Vom KSC war so gut wie nichts zu sehen, bis zur 40. Minute, als Naki den Ball vertändelte und Chrisantus, die Leihgabe vom HSV, diesen Fauxpas bestrafte. Doch St. Pauli, im Stile einer Spitzenmannschaft, zeigte sich nicht geschockt und erhöhte nur vier Minuten später nach Ozcipka-Flanke erneut durch Hennings auf 2:1. Mit diesem Resultat ging es in die Kabinen.

Nach der Pause mußten die Karlsruher Rabauken dann erst mal zündeln. Da der Wind günstig stand, nebelten sie nur sich selbst ein.

Auch nach der Pause hatte St. Pauli gute Chancen frühzeitig alles klar zu machen, nutzte sie jeoch nicht und bekam zu allem Überfluß nach Foul von Miller an Ebbers auch noch einen klaren Elfer verwährt.

Der KSC fand zwar fast nicht mehr statt, doch beim Stand von 2:1 muß man ja immer befürchten, noch ein dummes Gegentor zu kassieren. Gott sei Dank blieb den St. Pauli-Fans und auch mir dies erspart. Der FC St. Pauli gewann 2:1 und ist damit weiterhin auf Aufstiegskurs mit 7 Punkten Vorsprung auf den Dritten Augsburg.

Ich drücke St. Pauli die Daumen, dass sie es packen. Für mich ist es ein sehr sympathischer Verein mit tollen Fans, auch wenn ich weiß, dass viele VfBler ein Problem mit denen haben. Es mag daran liegen, dass ich gute Beziehungen und Freundschaften dort hin habe und jedes Mal sehr gut aufgenommen wurde. Außerdem übt auch Hamburg und dabei vor allem der Stadtteil St. Pauli mit den Landungsbrücken, dem Fischmarkt, den Kneipen etc, eben mit all seinen Facetten eine große Faszination auf mich aus und ist mit Abstand meine Lieblingsstadt in Deutschland, außer Stuttgart natürlich. ;-)

Nach dem Spiel ging es dann natürlich noch ein wenig auf den Kiez, allerdings nicht bis in die Puppen, zum einen war es äußerst kalt, andererseits mußten wir ja noch den letzten Zug nach Kaltenkirchen bekommen.

Am nächsten Morgen war erstmal ausschlafen angesagt. Nach einem ausgiebigen Frühstück wurden wir dann wieder nach Hamburg gebracht, wo um 12.01 unser ICE nach Nürnberg abfuhr. In sagenhaften 4 Stunden 23 Minuten  schaffte es dieser pünktlich in die Frankenmetropole. Dort wurden wir erstmal mit einem einfallsreichen “Stuttgarter Arschlöcher” empfangen, was meine Vorfreude auf einen Auswärtssieg auch nicht unbedingt schmälerte. Vom Bahnhof aus fuhren wir mit der U-Bahn Richtung Messe Nürnberg, wo nicht nur die Spielwarenmesse stattfand, sondern auch die VfB-Fanbusse parkten. Dort konnten wir unser Gepäck unterbringen und nach dem Spiel mit zurückfahren. Als wir dort ankamen, war die Freude erstmal riesig, dass alles so perfekt geklappt hat. Vor dem Abmarsch zum Stadion genehmigte ich mir zunächst einmal noch ein Hofbräu zur Feier des Tages. Dann ging es also los in Richtung Stadion, vom Parkplatz aus etwa 600 Meter Fußweg. Wie in Nürnberg üblich wird man dort als auswärtiger Fan ständig angepöbelt. Wenn man wie ich nicht auf Ärger aus ist, schaltet man eben auf Durchzug. Am Stadion folgten wir dann den Wegweisern zu unserem Block. Als wir dort um Einlaß baten, wurden wir umgehend zurückgewiesen. Aufgrund der großen Anzahl der Gästefans wurde der Gästebereich erweitert. Unser Block gehört normalerweise schon zum Nürnberger Revier, so mußten wir also umdrehen und doch wieder zum Gästeeingang. Darauf hätten sie auch von vornherein hinweisen bzw. beschildern können, aber soviel Flexibilität kann man wohl nicht überall erwarten. Dafür kamen wir durch den Einlaß schnell und ohne Probleme durch. Unsere Plätze, nah am durch eine Plexiglasscheibe getrennten Bereich der Nürnberger, waren eigentlich nicht schlecht. Einziges Manko wieder einmal, dass ich unseren Fanblock nur sehr schlecht im Blick hatte. Die Nürnberger boten dann noch eine kleine Choreo “Pro 15.30″ dar, bevor auch schon das Spiel, aufgrund des großen Zuschauerandrangs mit ein paar Minuten Verspätung, angepfiffen wurde.

Das Spiel begann rasant. Dem FCN merkte man an, dass sie durch den Auswärtssieg in Hannover vor Wochenfrist Selbstvertrauen getankt hatten. Die Verstärkungen aus der Winterpause, die Bayern-Leihgaben Ottl und Breno sowie der vom HSV gekommene Tavares spielten allesamt von Beginn an. Beim VfB mußten weiterhin Delpierre und Cacau passen, so dass die gleiche Mannschaft begann, wie beim 4:1 gegen Dortmund. Die erste Chance in der Anfangsphase hatte der Club, Charisteas köpfte jedoch über das Tor. Die Nürnberger waren aggressiv und bissig und versuchten dem VfB frühzeitig den Schneid abzukaufen. Der VfB wirkte in der Anfangsphase beeindruckt und verlor die Mehrzahl der Zweikämpfe. Christian Gross war damit ganz und gar nicht einverstanden und versuchte die Mannschaft von außen immer wieder anzutreiben. Allerdings standen die unseren hinten sehr gut und ließen keine nennenswerten Chancen der Franken zu. Dann fiel wie aus heiterem Himmel mit der ersten richtigen Torchance das 0:1 für den VfB. Khedira düpierte auf dem linken Flügel Andreas Wolf und paßte scharf in den Rücken der Abwehr. Die Nürnberger Innenverteidung konzentrierte sich eher auf Pavel Pogrebnjak im Zentrum und vergaß Timo Gebhart, der mitgelaufen war und aus halbrechter Position trocken ins rechte Toreck von ihm aus gesehen einnetzte. Riesen-Jubel natürlich bei uns im Block und den etwa 3.500 mitgereisten VfB-Fans.

In der Folgezeit ruhte sich der VfB ein wenig auf der Führung aus und brachte nach vorne nicht mehr viel zustande. Die Clubberer rackerten zwar, außer zu relativ ungefährlichen Distanzschüssen von Mintal und Eigler langte es bei ihnen aber auch nicht vor dem Wechsel. In der 42. Minute bei einem der wenigen Vorstöße des VfB hätte es sogar noch Elfmeter für uns geben können, als Diekmeier eine Flanke von Pogrebnjak mit der Hand abwehrte. Gab es aber nicht, so ging es mit der, zumindest aufgrund der Spielanteile, schmeichelhaften Führung in die Kabinen. Wir stärkten uns mit einer original Nürnberger Rostbratwurst, die jedoch leider an eine Stuttgarter Stadion-Rote nicht im entferntesten heranreichte.

Unmittelbar hatte Ciprian Marica, der an seine starken Leistungen der Vorwochen nicht anknüpfen konnte, die große Chance zum vorentscheidenden 2:0 auf dem Fuß, Raphael Schäfer hielt aber sein Team im Spiel. Es war die letzte Aktion von Marica, der, gelbverwarnt, für Kuzmanovic Platz machen mußte. So stellte Christian Gross also auf eine Spitze um, was ich nicht ganz verstand. Gebhart hatte in der 55. Minute zwar aus ähnlicher Position wie zuvor Marica noch das 2:0 auf dem Fuß, fand aber auch in Schäfer seinen Meister. Jedoch verlagerte sich das Spiel in dieser Phase mehr und mehr in unsere Hälfte. Schließlich rächte sich die Passivität des VfB. Der Schweizer Bunjaku, an dem angeblich der VfB interessiert sein soll, düpierte Celozzi, der in dieser Situation nicht gut aussah, und zog ab. Auch Lehmann machte keine gute Figur, kam der Ball doch direkt auf ihn zugeflogen. Auf diesen vermeintlich haltbaren Ball nach dem Spiel angesprochen, beschwerte sich Lehmann über die neuen, immer unberechenbareren Bälle, und betonte, dass er aufgrund dieser weiteren Fortschritte der Sportgerätehersteller froh wäre, dass er sich im Herbst seiner Karriere befände. Nach dem Ausgleich drängten die unermüdlichen Nürnberger auf mehr, waren aber letztendlich zu harmlos bzw. die VfB-Abwehr war auf der Höhe. Lediglich Bunjakus Flanke, die an Freund und Feind vorbei durch den 5-Meter-Raum flog, brachte Gefahr, nachdem er einmal mehr Celozzi düpierte. Der VfB fand nun langsam den Faden wieder. Erster “Warnschuß” für die Nürnberger war ein Kopfball von Pogrebnjak in der 73. Minute. Vier Minuten später kam es nach einem Foul von Gebhart an Tavares zur Rudelbildung. Wie einst im Mai in Berlin eilte auch Schäfer aus seinem Kasten und forderte vehement eine Karte. Die hätte er selbst bekommen müssen, was hat der Kasper auch 40 Meter vor seinem Tor verloren. Wenn es gegen den VfB geht, erweckt der immer den Eindruck, uns besonders zu hassen, weil er seiner Ansicht nach ungerecht behandelt wurde in Stuttgart. Dabei sollte er sich zuerst mal an die eigene Nase fassen, mit Leistung hätte er sich schließlich ein Standing erarbeiten können. Lehmann war ja auch nicht Everybodies Darling, als er beim VfB anheuerte, überzeugte aber als sicherer Rückhalt. Die Leistung blieb aber während seiner ganzen Zeit beim VfB aus, stattdessen leistete er sich einen Bock nach dem nächsten und verschuldete während seines Wirkens einige deftige Niederlagen. Seine Misere begann schon im ersten Spiel vor heimischem Publikum, beim Liga-Pokal gegen die Bayern, als er sich einen Ball aus gut 25 Metern von Ribery fast selbst ins Netz legte. In schlechter Erinnerung sind mir auch noch besonders die 1:4 Auswärtsklatsche in Hamburg, als er wie ein Troll durch den Strafraum irrte und sein “Abschiedsspiel” in Wolfsburg, als wir 0:4 verloren. Dabei nahm das Unheil seinen Lauf, als Schäfer einen Fernschuß vor die Füße eines Wolfsburgers nur abklatschte, der nur noch einschieben brauchte.  Bei diesen beiden und noch viel mehr deftigen Niederlagen waren wir dabei. Doch Schäfer fühlt sich nach wie vor ungerecht behandelt und tritt in jedem Interview, in dem seine Stuttgarter Zeit zur Sprache kommt, verbal nach. Ich war heilfroh, als dieses Kapitel beim VfB endlich beendet war. Für mich war er ein Hampelmann im Tor und der schlechteste VfB-Torwart seit Rene Deck. Versüßt wurde Schäfer seine “Leidenszeit” beim VfB im übrigen mit etwa 2 Millionen Euro Jahresgehalt und einer sicher stattlichen Abfindung.

In dieser Szene erhielten dann lediglich Gebhart und Breno die gelbe Karte, Schäfer wurder verschont. Danach hatte man den Eindruck, dass beide Teams mit dem Remis nicht zufrieden waren, es gab Chancen hüben wie drüben. Doch der VfB hatte erfreulicherweise das bessere Ende für sich. Nürnberg ließ sich im eigenen Stadion auskontern. Wieder lief der Konter über den überragenden Kapitän Sami Khedira, diesmal von rechts kommende. Er paßte erneut scharf herein, Pogrebnjak ließ klug durch und Hilbert kam vor dem sich verspekulierenden Schäfer an den Ball und netzte ein. Jetzt war natürlich weder auf der VfB-Bank noch im Gästebereich des Easy-Credit-Stadions ein Halten mehr. Grenzenloser Jubel brandete auf, als die Mannschaft in Kurve kam, um den Ex-Fürther Roberto Hilbert zu feiern.

Schäfer reklamierte daraufhin, keine Ahnung, was er gesehen haben möchte, das Tor war absolut regulär. Er sah die gelbe Karte, welche nach dem vorigen Vergehen gelb-rot hätte sein müssen. Der Club wirkte jetzt geschockt und der VfB hätte den Sack zumachen müssen. Tasci traf innerhalb weniger Sekunden bei einem Gestochere im Nürnberger Strafraum zwei Mal nur den Pfosten. Nach dieser Aktion verließ Schäfer wie von der Tarantel gestochen sein Gehäuse und wechselte sich selbst aus. Der Abgang, bei dem er sich noch ein Wortgefecht mit unserem Trainer Christian Gross lieferte, verstärkte meinen Eindruck, dass dieser Typ nicht ganz bachen ist. Gut, hinterher stellte sich heraus, dass er sich bei Tascis Chancen eine offene Rißwunde zuzog. Tasci konnte man dabei allerdings keine Schuld unterstellen. Egal, dieses Kasperle-Theater brachte weitere wertvolle Sekunden und wenig später war Schluß. Der VfB gewann also auch das vierte Rückrundenspiel und festigte den 10. Tabellenplatz. Mit dem Abstieg werden wir aller Voraussicht nach nichts mehr zu tun haben, im Gegenteil, wer weiß, was noch möglich ist, wenn die Leistung konserviert werden kann. Auch wenn das Spiel insgesamt sicher das schwächste war unter der Leitung von Christian Gross, merkt man, wie konzentriert gearbeitet wird. Die Spielzüge und die Laufbereitschaft der Mannschaft machen Hoffnung auf mehr. Die Mannschaft versucht umzusetzen, was der Trainer vorgibt, nämlich auch in kritischen Situationen konzentriert nach vorne zu spielen, und das klappt immer besser. Ein Sieg am kommenden Samstag gegen den HSV würde, vor allem auch in Bezug der nahenden Begegnung gegen den FC Barcelona, noch mehr Sicherheit und Selbstvertrauen geben und wäre daher sehr wichtig. Und es könnte der Abstand zu den Plätzen 4 und 5 weiter verringert werden. Selbst diese scheinen nicht mehr außer Reichweite zu sein. Doch das Credo von Gross, von Spiel zu Spiel zu denken, ist nach dieser verkorksten Vorrunde sicher nicht das schlechteste. Ich persönlich verlange auch keinen internationalen Startplatz für die nächste Saison. Würde das Team ihn erreichen, sprechen wir wieder von einer tollen Aufholjagd. Wird er verpaßt, würde ich diesem Umstand auch etwas positives abgewinnen können. Die Doppelbelastung, mit der wir selten gut zurecht gekommen sind, fiele weg. Dann wäre unter Umständen eine grandiose Saison in der Bundesliga möglich, siehe Leverkusen in dieser Saison.

Nachdem wir die Mannschaft gebührend gefeiert und verabschiedet hatten, lieferten wir uns noch einige Wortgefechte mit enttäuschten Nürnbergern. Nach dem dort einmal mehr erlebten Gepöbele, hätte ich auch nichts dagegen, der Club würde wieder absteigen, schaun mer mal wie es kommt. Wenn sie die Leistung vom Samstag in der Rückrunde weiter bringen, denke ich aber, dass sie die notwendigen Siege zum Klassenerhalt einfahren werden. Der VfB war cleverer und in den entscheidenden Momenten hellwach. Gegen die meisten anderen Bundesligamannschaften hätte es für die Nürnberger wohl zu einem Sieg gereicht.

Wir liefen dann im Pulk feiernder VfBler zurück zum Bus, wo wir die letzte Station unseres “verlängerten” Wochenendtrips antraten. Mit dem RWS Berkheim fuhren wir mit nach Esslingen-Berkheim, wo ich bereits am Mitwoch mein Auto abgestellt hatte. Logistisch einwandfrei gelaufen. :-) Im Bus wurde dann mit Wulle-Bier und Stuttgarter Hofbräu noch das Spiel analysiert und der Sieg gefeiert, Anita trank nichts, sie mußte mich schließlich noch heimfahren.

Alles in allem also ein sehr gelungenes Wochenende. Ich kam richtig euphorisiert zurück und freue mich auf die nächsten Spiele. Dem FC St. Pauli drücke ich für das Heimspiel gegen den FSV Frankfurt die Daumen und hoffe, dass sie dem Aufstieg wieder ein Stück näher kommen und dem VfB natürlich gegen den HSV einen Tag später. Eine Woche später sind wir dann in Kölle, wo seit gestern sicher auch der Baum brennt. :-) . Ziel dann: nach Freiburg und Nürnberg den dritten Auswärtssieg in Folge, denn “AUSWÄRTS SIEGEN IST SCHÖN”.

Bilder und Bericht vom HSV-Spiel möglicherweise am Sonntag, wenn die Party, auf der wir am Samstag sind, nicht ganz so heftig wird. Ich wünsche Euch was und bis bald

Euer Franky

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10. Februar 2010

VfB feiert «geilen Sieg» – Komplimente für den FCN

Jede Menge Komplimente für den «Club» – aber die drei Punkte bleiben wieder beim Gegner. «Ein richtig geiler Sieg», jubelte VfB-Torschütze Timo Gebhart nach Stuttgarts glücklichem, aber verdienten 2:1 (1:0) beim 1. FC Nürnberg.

Der «Schwaben-Express» nimmt Kurs auf Europa, doch Coach Christian Gross macht lieber kleine Schritte als große Worte. «Jetzt wollen wir erst mal am Samstag gegen den HSV gewinnen, dann sehen wir weiter», sagte der Schweizer. Dieter Hecking traut Stuttgart in der Fußball-Bundesliga noch einiges zu. «Für mich zählt der VfB zu den besseren Mannschaften», meinte der FCN-Trainer, der trotz weiterhin akuter Abstiegsnot keine Zweifel an der Erstligareife seiner Mannschaft hat: «Sie hat klasse gespielt, und wenn sie so weitermacht, kommt sie da unten raus».

Fünf Siege in Serie unter Gross und sieben Spiele ohne Niederlage haben die verkorkste Hinserie mit der Entlassung von Trainer Markus Babbel vergessen lassen. «Das Pech der Vorrunde kommt als Glück zurück», beschrieb VfB-Schlussmann Jens Lehmann die Wandlung des VfB zur «Mannschaft der Stunde» – und sah gelassen über den unglücklichen Gegentreffer hinweg, als der Schweizer Albert Bunjaku (60. Minute) mit seinem zehnten Saisontor die Stuttgarter Führung durch Gebhart (22.) ausglich. «Normal hätte ich den gehalten», sagte Lehmann, «aber mit diesem neuen Ball werden die Torhüter noch viele Probleme haben».

Probleme hatte der VfB auch mit dem «Club», der sehr engagiert und entschlossen zu Werke ging, in der ersten Halbzeit ein deutliches Plus im zentralen Mittelfeld besaß, aber im Abschluss oft zu überhastet agierte. «Die Gier nach dem Heimsieg war vielleicht zu groß», lautete Heckings Begründung für die Hektik seiner Spieler vor Lehmanns Tor. Kollege Gross sorgte mit der Einwechslung von Zdravko Kuzmanovic (51.) für mehr Stabilität im Mittelfeld und hatte auch beim eingewechselten Roberto Hilbert ein glückliches Händchen. In der 87. Minute erzielte der gebürtige Franke den VfB-Siegtreffer.

Gross reagierte mit einem Freudensprung, blieb aber später ganz Realist: «Ich denke, wir haben unser Ziel, den Klassenerhalt, geschafft». Lehmann denkt schon an mehr. «So ein Lauf ist schön, mal sehen, was noch nach oben geht», meinte der Ex-Nationaltorwart und attestierte den Nürnbergern eine gute Leistung: «Sie waren spielüberlegen». Auch Gross verteilte Komplimente: «Nürnberg hat leidenschaftlich gespielt und gekämpft und uns alles abverlangt». Was Hecking allerdings wenig tröstete. «Wir haben zu einem denkbar ungünstigen Moment das Gegentor bekommen. Wir hätten zum Schluss nicht in den Konter laufen dürfen», stellte er verärgert fest.

Das ganze Elend der Franken brachte Torwart Raphael Schäfer zum Ausdruck, als er sich nach einem schmerzhaften Tritt von Serdar Tasci in der Nachspielzeit auswechseln ließ. Frustriert und wütend zugleich warf er die Handschuhe zu Boden, riss das Trikot vom Körper und baute sich auf dem Gang in die Kabine drohend vor der VfB-Bank auf. «Es war keine Absicht vom Stuttgarter. Aber klar, dass Raphael da erregt ist und Emotionen hoch kommen», kommentierte Hecking.

Beim Gastspiel in Mönchengladbach muss er womöglich auf Schäfer verzichten. Der Schlussmann zog sich eine tiefe Fleischwunde in der Wade zu, die noch im Stadion genäht wurde. Der «Schlag ins Kontor», wie FCN-Präsident Franz Schäfer die bittere Heim-Niederlage beschrieb, lässt Nürnberg aber nicht verzweifeln. «Es wird noch ein langer Weg, der vom einen oder anderen Rückschlag gepflastert sein wird», sagte Hecking. Und: «Wichtig ist, dass wir wieder aufstehen.

FTD 7.2.2010

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