19. Februar 2013

Zwischen Genk und Genk

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , , , – Franky @ 18:50

Auch drei Tage danach habe ich den dämlichen Ausgleichstreffer der Belgier in der Nachspielzeit des Hinspiels gegen den KRC Genk noch nicht so recht verdaut. Nach fünf Pleiten in der Liga in Serie lechzt der VfB nach einem Erfolgserlebnis und lässt sich dann noch so leichtfertig die Butter vom Brot nehmen, indem man den Belgiern beim Ausgleichstor Geleitschutz lieferte anstatt beherzt, auch über die 90. Minute hinaus, an- und einzugreifen. So wurde aus einem guten Europapokalergebnis ein sehr gefährliches. Immerhin, meine Befürchtungen, dass nach dem Hinspiel bereits alles aus sein könnte, bewahrheiteten sich Gott sei Dank nicht.

Das Spiel an sich war, wie so oft in der letzten Zeit, ein Langeweiler. Es traf ein verunsicherter VfB auf ein international allenfalls drittklassiges Genk, das allerdings, im Gegensatz zum VfB, die Gruppenphase u. a. gegen den FC Basel und Sporting Lissabon unbesiegt überstand. Der VfB seinerseits war ja bekanntlich auf Schützenhilfe von Steaua Bukarest angewiesen, um trotz der Heimniederlage gegen Molde FK in die Zwischenrunde einzuziehen. Dieses 1:1 im Hinspiel lässt die Hoffnung am Leben, in Genk den Einzug ins Achtelfinale klar machen zu können.

Hilfreich für dieses Bestreben wäre natürlich, wenn man sich an der Autobahnraststätte Sinsheim Selbstvertrauen würde holen können. Auch im 5. Jahr der Bundesligazugehörigkeit von Hopps Spielzeug kann ich mich nicht daran gewöhnen, zu einem Bundesligaspiel ins Kraichgau zu fahren. Das einzig Positive, bei einer Entfernung von rund 60 Kilometern stört selbst ein Sonntagabendspiel nicht besonders, kommt man doch zu einer zivilen Zeit heim und ohne Urlaub aus. Trotzdem prickelt es bei jedem anderen bevorstehenden Spiel mehr als bei diesem.

So fragte ich mich den ganzen Sonntag über, als ich mir die Zeit mit Ski-WM und Stammtisch in Sport 1 vertrieb, was mich denn motivieren sollte, überhaupt aus dem Haus zu gehen. Am meisten freute ich mich auf die Truppe vom RWS Berkheim und die (kurze) Busfahrt und dass ich wusste, dass ich im Gästeblock jede Menge Bekannte treffen würde. Auch in schlechten Zeiten ist der Zusammenhalt und das „in einem Boot sitzen“ unter den Fans der Hauptgrund anhaltend hoher Motivation, den VfB überall hin zu begleiten. Und, natürlich hofft man auch jedes Mal aufs Neue, dass es endlich gelingt den Bock umzustoßen und tabellarisch wieder in ruhigere Gefilde vordringen zu können. Bei Leistungen, wie weitestgehend an der Tagesordnung in der Saison 2012/2013 hätte das Team den einen oder anderen Stimmungsboykott mehr verdient.

Als Außenstehendem ist mir ein Kollektivversagen von Profisportlern in dieser Fülle unbegreiflich. Dass einer einmal einen schlechten Tag hat, den hat jeder von uns einmal. Dass aber regelmäßig außer Unkonzentriertheiten, die den Gegner zum Tore schießen einladen, auch mangelnder Kampfgeist, mangelnde Lauf- und Hilfsbereitschaft zu beklagen sind, dafür habe ich kein Verständnis. Wie man immer wieder hört, scheint es in der Mannschaft nicht zu stimmen, was auch auf dem Rasen zu erkennen ist. Hier muss eigentlich das Funktionsteam eingreifen und den Spielern einbläuen, worauf es im Mannschaftssport ankommt und dass irgendwelche Animositäten hinten anstehen müssen, wenn es um das große Ganze geht. Die Spieler, oder besser Gehaltsempfänger haben die verdammte Pflicht, für ihren Arbeitgeber und die Fans, die sie letztendlich bezahlen, alles abzurufen und auf dem Platz Gas zu geben. Momentan hat man eher den Eindruck, dass die Spiele lästige Pflichterfüllung sind und fast keiner mit Freude und Motivation zu Werke geht. Viele im Team spielen ihren Stiefel herunter, man wünschte sich mehr Spieler wie Ibrahima Traore, dem man den Willen jederzeit anmerkt. Ein William Kvist in seiner derzeitigen Form ist ein Bremser und keiner, der uns weiter bringt. Abgesehen von den unbegreiflichen Stockfehlern, die er produziert, wählt er jederzeit den Sicherheits(rück)pass, anstatt das Spiel einmal schnell zu machen und Überraschungsmomente zu schaffen. Ein moderner Sechser ist Sicherheitskraft und Spielmacher in einer Person, von letzterem ist bei Kvist überhaupt nichts zu sehen. Hier wünschte ich mir mehr Dynamik  in seinem Spiel. Hoffnung auf Besserung macht mir, dass er schon zeigte, dass er als Stabilisator schon bessere Spiele ablieferte. Wenn Labbadia, wie zuletzt schon das eine oder andere Mal gezeigt, umstellt und Kvist alleiniger Sechser bleibt, ist er als defensiv denkender Stabilisator vertretbar. Auf der Doppelsechs  jedoch, wo beide Spieler fürs Aufbauspiel zuständig sind, ist er für mich, zumindest derzeit, eine Fehlbesetzung. Heute habe ich mir Kvist herausgepickt, wobei man über weitere Unzulänglichkeiten (Abwehr) und Formkrisen des einen oder anderen Spielers weitere Worte verlieren könnte.

Dass Labbadia vergleichsweise wenig rotiert und meist seine Lieblingsspieler aufstellt, das verstehe ich nicht, zumal wir ja nicht gerade überragend spielen und damit das Leistungsprinzip außer Kraft gesetzt wird. Dem einen oder anderen (und uns allen!) würde sicherlich zwischendurch die Pause eines Stammspielers gut tun, um sich wieder sammeln zu können und um über Sinn und Unsinn des Profifußballerlebens nachdenken zu können. Und, wenn von der Bank einer kommen sollte, der den Job besser macht und/ oder besser in Form ist, mein Gott, dann muss sich der Herausgenommene eben wieder hintenan stellen. Bei uns jedoch kommt einer mal rein, macht ein ordentliches Spiel und wird dann über Wochen wieder nicht berücksichtigt. Dass ein solches Vorgehen nicht stimmungs- und leistungsfördernd sein kann, um dies festzustellen muss ich weder Fußballlehrer noch Psychologe sein..

Nun also nach Sinsheim, dem Retortenclub, der sich eines Tages selbst, ohne die Milliönchen von Hopp, tragen soll und derzeit am Abgrund steht. Der voller Panik seit der Ära Rangnick Trainer um Trainer und Manager um Manager, verschleißt. Der voller Panik in der Winterpause noch einmal gut neun Millionen Euro investierte und sich damit den Titel des Winter-Einkaufsmeisters sicherte. Der es sich leisten kann, einen Unruheherd und Ex-Nationalspieler wie Marvin Compper für 300.000 Euro nach Italien zu entsorgen, Das Spielzeug Hopps, das auf Teufel komm raus in der Liga gehalten werden soll. Gut, die Ansprüche sind gesunken, wollte man noch vor der Saison noch in die Champions League. :-) .

Mit Chancengleichheit und Financial Fairplay hat diese Einkaufspolitik natürlich nichts zu tun. Wollte man ursprünglich noch ein Team mit jungen Spielern aus der eigenen Jugend/ Region aufbauen, setzt man jetzt auf namhafte Akteure, die in Sinsheim ihren letzten großen Vertrag unterschreiben. Mit welchen Gehältern Hopp lockt, offenbarte ja vor Jahren schon Uli Hoeneß, der ausplauderte, zu einer Zeit, als der FC Bayern an Salihovic interessiert war, dass die Bayern im Gehaltspoker ausgestiegen wären, weil Hopp mehr geboten hatte. So erklärt sich auch, dass der FSV Mainz 05 in der Winterpause einen unumstrittenen Stammspieler wie Igor Polanski, seines Zeichens immerhin polnischer Nationalspieler, ziehen ließ. Der Preis muss eben stimmen! Auch dass im Sommer u. a. Delpierre (ehemals 4,3 Mios Gehalt vom VfB), Tim Wiese und Derdiyok im Kraichgau unterschrieben, unterstreicht, dass in Hoffenheim weiterhin Gehälter fernab der Vernunft gezahlt werden. Solche Vereine, die sich wirtschaftlich nicht selbst tragen müssen,  machen den Markt kaputt und treiben die Gehälter immer weiter in die Höhe, was es einem Verein wie dem VfB natürlich nicht leichter macht. Zudem wird hier auch noch die 50 + 1 Regel unterlaufen. Diese besagt, dass der Geldgeber weder Stimmenmehrheit noch Geschäftsführung ausüben darf. Für das übt Hopp seit Jahren einen großen Einfluss auf die Geschehnisse aus. Um diesbezüglich keine Konsequenzen befürchten zu müssen, zahlt es sich eben aus, wenn man hochrangige Freunde beim FC Bayern und dem DFB sitzen hat…

Umso mehr würde es mir gut tun, wenn Hopp am Saisonende vor einem Scherbenhaufen stehen würde und den Gang in Liga 2 antreten müsste. Mir ist allerdings auch bewusst, dass Hopp so schnell nicht aufgeben würde und den „Betriebsunfall“ dann mit womöglich noch höherem finanziellem Engagement schnellstmöglich zu korrigieren versuchen würde.

So kann ich also mit diesem Konstrukt so überhaupt nichts anfangen. Dazu kommt, dass auch Fankultur in Hoffenheim ein Fremdwort ist. Das Stadion wird gefüllt von SAP-Mitarbeitern, die fleißig Freikarten erhalten, und Kunden, die die VIP-Bereiche auslasten. Auswärtsspiele mit weniger als 100 Hoffenheim-„Fans“ sind an der Tagesordnung. Selbst den kurzen Weg nach Stuttgart ins Neckarstadion finden selten mehr als 500 Auswärtsfans. Der Hoffenheimer Präsident Hofmann lieferte 2011 ja eine plausible Erklärung: Dass unsere Fans nicht mitfahren, hat damit zu tun, dass sie teilweise Angst haben, nicht heil aus Stuttgart rauszukommen. Das letzte Mal mussten sich einige unter dem Auto verstecken!“. Selten so gelacht. :-)

Als wir VfBler mit über 2.000 Fans in Babelsberg beim Pokalspiel bei Falkensee-Finkenkrug verweilten, verloren sich zur gleichen Zeit handgezählte 65 Hoffenheimer im Stadion des Berliner AK, was deren Präsident Ali Han zu der Aussage hinriss, „Ein Bundesligist, der so wenige Zuschauer mitbringt, soll sich lieber für die Bezirksliga anmelden”.

Vielleicht schwingt ja im Unterbewusstsein der Hoffenheimer diese Aussage mit, tun sie doch momentan alles dafür, um dieses Intermezzo so kläglich wie nur möglich wieder zu beenden.

Nach kurzer Busfahrt erreichten wir also die Ausfahrt Sinsheim und fuhren im Schritttempo weiter in Richtung unseres Gästeblockes. Bei Spielen wie diesen bin ich froh, direkt vor den Gästeblock gekarrt zu werden und möglichst auf keinen Heim“fan“ zu treffen. Noch ein kurzes Bierchen am Bus, wohlwissend, dass es im Gästeblock wieder kein Vollbier geben würde und schon ging es auch hinein. Die Einlasskontrollen zogen sich etwas in die Länge, selbst den Geldbeutel mussten wir öffnen, wurde doch vor einigen Jahren von VfBlern schon einmal ordentlich gezündelt. Insgesamt hielten sich die Kontrollen aber noch im ertragbaren Rahmen. Da der Stehplatzbereich (oder besser Käfig) erfahrungsgemäß brechend voll ist, bestellte ich Sitzplatzkarten für stolze 35 Euro, Preislich langen sie hin wie die ganz Großen… Noch kurz den einen oder anderen Smalltalk im Block gehalten und schon näherte man sich dem Spielbeginn. Das unvermeidliche Badener Lied wurde wie immer von den weit mehr als 3.000 VfBlern lautstark niedergepfiffen, so dass ich persönlich nicht vernehmen konnte, ob jemand mitgesungen hat. Da das Einzugsgebiet des Retortenclubs über die badischen Grenzen hinaus reicht, ein Service der besonderen Art. Für die „Neubadener“ wird auch noch im fünften Jahr der Text dieser Hymne eingeblendet. Kann ich verstehen, bei einer solchen Fluktuation unter den Kunden, muss dieser Service einfach sein. ;-) .

Zum Einlauf der Mannschaften gab es noch eine kleine Choreographie namens „Rote Karte für Viagogo“ im VfB-Block, mit der einmal mehr die Ablehnung der meisten VfB-Fans gegen den vom VfB durch die Partnerschaft mit Viagogo unterstützten (legalisierten) Schwarzmarkt verdeutlicht werden sollte. Auch ich stehe diesem Portal ablehnend gegenüber und verstehe nicht, weshalb es zwar verboten sein soll, seine Karte in Ebay zum Originalpreis zu verkaufen, es jedoch vom VfB goutiert wird, die Karten bei Viagogo zzgl. abzockerischer Gebühren zu verhökern. Langsam kommt es mir so vor, dass dem VfB jedes Mittel recht ist, ein paar Euro fuffzig zu verdienen. Gerne wird vom VfB via Homepage und vfb-direkt vorgeschoben, den Deal ausgiebig mit dem Fanausschuss diskutiert zu haben, wobei der Fanausschuss ja nie Möglichkeit hatte, soviel Einfluss zu nehmen, den Deal platzen zu lassen. Es ging also nur um das kleinstmögliche Übel!

Das Spiel begann dann vielversprechend, wenn nicht gar euphorisch für uns. Noch keine drei Minuten waren gespielt, als der seit Wochen beste VfBler Ibrahima Traoré

auf der linken Seite Andreas Beck wie einen Statisten aussehen ließ, in den Strafraum eindrang und scharf an den zweiten Pfosten flankte und der seit Monaten kriselnde Martin Harnik einen Kopfball-Torpedo an die Unterkante der Latte setzte, von wo aus der Ball schließlich im Tor landete. Ein Tor wie ein Donnerschlag. Die Erleichterung im Block war greifbar, war es doch ein immens wichtiges Spiel für uns. Sollte es tatsächlich Sechs-Punkte-Spiele geben, dieses war eines. Mit einem Sieg könnten wir uns 12 Punkte von Hoffenheim absetzen, bei einer Niederlage wären es nur noch sechs Punkte auf den Relegationsplatz und das Zittern würde so richtig beginnen. Es wird immer so viel von der Qualität geredet, die wir angeblich besitzen, doch, mit Leistungen wie in den letzten Wochen kann eben auch jedes Spiel verloren gehen. Nicht nur aufgrund der  Tabellenkonstellation war ein Sieg Pflicht, es galt auch die Scharte aus dem Hinspiel auszuwetzen, als wir uns sang- und klanglos ergeben hatten und mit 0:3 den Kürzeren zogen. Jetzt also lag der VfB, erstmals in der Bundesliga im Jahre 2013, in Führung. Den Hoffenheimer, auch nicht gerade mit Selbstvertrauen im Übermaß bestückt, merkte man die große Verunsicherung an. Leider konnte der VfB kein Kapital daraus schlagen. Anstatt, für die mitgereisten Schwaben wäre es natürlich Balsam auf die geschundene Seele gewesen, auf einem am Boden liegenden ungeliebten Nachbarn herumzutreten und sie zu demütigen, machte es der VfB leider wieder einmal allzu gnädig. Man war mit der Führung zufrieden und beschränkte sich aufs Verwalten des knappen Vorsprungs. Für mich unverständlich, hat man doch erst drei Tage davor schmerzlich erfahren, wie sehr eine 1:0-Führung am seidenen Faden hängen kann. Außerdem haben wir ein miserables Torverhältnis zu beklagen, an dessen Verbesserung zu arbeiten erstrebenswert gewesen wäre. So plätscherte das Spiel dann der Halbzeit entgegen, der VfB wollte nicht mehr, Hoffenheim konnte nicht.

Als die zweite Hälfte ähnlich ereignislos begann, brachte der schwäbische Trainer Marco Kurz 10 Minuten nach der Pause in Derdiyok und Weis zwei frische Kräfte, was den Hoffenheimern zwar mehr Spielanteile, jedoch kaum nennenswerte Torchancen bescherte. In den zwei, drei brenzligen Situationen, die es zu überstehen galt, war unser Goalie Sven Ulreich zur Stelle, der dieses Mal wie ein Fels in der Brandung stand.

Einer meiner absoluten „Lieblingsschiedsrichter“, spätestens seit Mainz im Dezember 2011, als er die Mainzer im Alleingang auf die Siegerstraße geleitete, Guido Winkmann, war das Gekicke dann zu langweilig. Ließ er noch in der ersten Hälfte das eine oder andere brutale Vergehen der Gastgeber gänzlich ungeahndet, hielt er in der zweiten Hälfte bei jedem noch so harmlosen Foul einem unserer Spieler die gelbe Karte unter die Nase. Auch diesen Ball wussten die Hoffenheimer nicht aufzunehmen, so grottenschlecht waren sie, so dass am Ende ein knapper, wenn auch verdienter 1:0 Auswärtssieg für den VfB zu Buche stand.

Es war ein Spiel wie der Tabellenstand, Fünfzehnter gegen Sechzehnter, Not gegen Elend.

Der VfB konnte sich mit diesem Sieg ein wenig Luft verschaffen und muss, zumindest vorerst, in der Tabelle nicht mehr nach unten schauen. Hoffnung macht die in diesem Spiel ansteigende Form von Martin Harnik und auch Georg Niedermeier, der leider jetzt in Genk gesperrt ist. Auch Gentner und Holzhauser machten für mich über weite Strecken ein ordentliches Spiel. Jetzt gilt es diesen Rückenwind mitzunehmen und in Genk selbstbewusster aufzutreten als zuletzt. Dass Genk keine Übermannschaft ist, davon konnten wir uns am letzten Donnerstag überzeugen.

Auch ich werde in Belgien am Start sein, wieder einmal mit dem Bus vom RWS Berkheim,  dieses Mal ohne Übernachtung. Von der Entfernung her ist das doch eher ein gefühltes Bundesligaauswärtsspiel, der nächste ausgedehnte Europa League Trip folgt dann hoffentlich Mitte März zum Achtelfinale bei Lazio Rom, sofern sie nicht zu Hause gegen Borussia Mönchengladbach verlieren. Dies bedeutet allerdings nicht, dass ich mich über ein Weiterkommen von Gladbach nicht auch freuen würde… Es kommt wie es kommt, erst einmal ist sowieso der VfB am Zug!

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20. Dezember 2012

Der Tanz auf drei Hochzeiten geht weiter!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , , – Franky @ 19:56

Das letzte Spiel des Jahres war ein Spiegelbild der Vorrunde. Wenig souverän schleppten sich die Brustringträger zum Sieg, das Spiel stand auf des Messers Schneide, einmal mehr dürfen wir uns bei Sven Ulreich bedanken, dass wir im DFB-Pokal überwintern.

So stehen unter dem Strich 25 Punkte in der Bundesliga, mit Tuchfühlung zu den Championsleagueplätzen, der Einzug ins Sechzehntelfinale in der Europa League, wo mit Genk eine lösbare Aufgabe wartet und dem Erreichen des Viertelfinales im DFB-Pokal, wo die Hürde zum Halbfinale auch nicht besonders hoch zu sein scheint. So gesehen eine erfolgreiche Halbserie, eine der besten in den letzten Jahren.

Wenn denn die oftmalige spielerische Armut nicht wäre. Hier ist noch viel Luft nach oben. Schaun wir mal, ob uns das Christkind noch eine Verstärkung unter den Baum legt. Große Hoffnungen hege ich in die Rückkehr von Daniel Didavi, der jetzt die große Chance haben wird, sich als Stammspieler zu etablieren und unser Kreativspiel zu beleben.

Maza wird uns wohl verlassen, in dieser Personalie sehe ich, wie Fredi Bobic auch, keinen großen Bedarf nachzurüsten, möchte man den Talenten Antonio Rüdiger, Benedikt Röcker sowie Patrick Bauer, der im Sommer zurück kommt, den Weg nicht verbauen. Es tut sich also etwas bei den Jungen Wilden reloaded. Auch Raphael Holzhauser hat einen großen Schritt nach vorn gemacht, auch wenn er sich im Klaren sein muss, dass er gerade im Defensivverhalten noch sehr viel lernen muss. In dem Karrierestadium, in dem sich Holzhauser befindet, entscheidet sich, ob er das Zeug zum Großen hat, indem er den Ehrgeiz an den Tag legt, sich stetig zu verbessern oder ob er sich damit zufrieden gibt, dass er in der Bundesliga angekommen ist. Wie ich Bruno Labbadia kennen gelernt habe, wird er gerade dies nicht dulden, so dass sich ein vermeintlicher Himmelsstürmer schneller wieder bei den Amateuren wiederfinden könnte, als er denkt.

Ob uns weitere Abgänge bevorstehen bleibt abzuwarten. Kuzmanovic ist ja immer wechselwillig, er sollte eben auch einmal einen Verein bringen und nicht nur Sprüche klopfen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Fredi gesprächsbereit wäre und ihn womöglich sogar für nen Appel und ein Ei gehen lassen würde, alleine schon um ihn von der Gehaltsliste zu bekommen und einen Unruheherd weniger im Team zu haben. Sportlich wäre er kein allzu großer Verlust, außerdem ist er im Sommer sowieso weg.

Der Kader ist groß genug, diesen „Verlust“ aufzufangen, ein gewisses Risiko ist trotzdem immer dabei, wenn man auf lauter Grünschnäbel setzt. Meiner Meinung nach ist dieser Weg dennoch der richtige für den VfB, der sich momentan wohl immer noch keine gestandenen Spieler, die uns sofort weiter helfen, leisten kann.

Jetzt ist erst einmal Pause. Zeit zum Durchatmen, für Fans und Spieler. Das Team kam schon seit Wochen auf dem Zahnfleisch daher, umso wichtiger wird es sein, dass die Mannschaft in der Weihnachtspause den Akku wieder auflädt, um im Trainingslager in der Türkei wieder voll angreifen zu können. Wenn auf diese (spielerisch) durchwachsene Vorrunde eine erneut traditionell starke Rückrunde folgen sollte, ja, träumen ist erlaubt, wer weiß, was dann alles drin ist im Jahr 2013.

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23. Oktober 2012

Geschlossene Mannschaftsleistung

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , , , , – Franky @ 13:11

Nach dem überaus gelungenen Auftakt in ein schönes Fußball-Wochenende in Halle, machten wir uns schnurstracks auf den Weg in die Freie und Hansestadt Hamburg. Die Straßen waren an diesem Samstagnachmittag bzw. -abend erfreulich frei, so dass wir ohne nennenswerte Beeinträchtigungen Hamburg erreichten. Lediglich in der Hamburger Innenstadt verloren wir noch knapp eine halbe Stunde, da, analog zu Stuttgart, rund um den Hauptbahnhof das Baufieber ausgebrochen zu sein scheint und die kurzen Ampelphasen ein zügiges Vorankommen verhinderten. Dennoch lagen wir gut in der Zeit und konnten unser Domizil unweit des Hauptbahnhofes und nahe an der Alster gelegen gegen 20.30 Uhr schon wieder verlassen und uns in Getümmel auf dem Hamburger Kiez stürzen.

Am Sonntagmorgen gegen 11 Uhr machten wir uns dann auf, bereits in voller (VfB-) Montur, um nicht mehr ins Hotel zurück zu müssen. Unser erster Weg führte uns zum Mannschaftshotel an der Außenalster, etwa 200 Meter von unserem Hotel entfernt gelegen, um nachzusehen, ob denn die Mannschaft auch gut angekommen ist. Der Bus stand jedenfalls da, es war aber zunächst weit und breit niemand zu sehen, so dass wir der Alster entlang in die Innenstadt spazieren wollten. Just in diesem Moment sahen wir dann von weitem doch noch eine Horde sportlicher junger Männer in weiß-roten Trainingsanzügen, so dass wir noch einmal kurz umkehrten. Diese verschwanden dann allerdings schnell im Hotel. Lediglich Trainer Bruno Labbadia ließ sich ein „Guten Morgen, schön, dass ihr da seid“ entlocken, William Kvist parlierte noch ein wenig mit einem dänischen Radfahrer, der Rest des Trosses freute sich anscheinend schon aufs nahende Mittagessen. Wir wollten die Jungs natürlich auch nicht in ihrer Konzentration stören und aufdringlich erscheinen, weshalb wir nach ein, zwei Erinnerungsfotos der Außen- und Binnenalster entlang in Richtung Hamburger Innenstadt gingen und uns schließlich entschlossen (jetzt schon) mit der U-Bahn nach St- Pauli zu fahren.

Dort wollten wir noch einen Kaffee trinken und uns langsam auf das bevorstehende Spiel einstimmen. Es war auch zu erwarten, dass sich die VfB-Fans, die schon in der Stadt waren, dort treffen würden. Wir nahmen schließlich in der Hamburger Alm, einem auf bayerisch getrimmten und neben dem Herzblut St. Pauli gelegenen Lokal, draußen Platz und waren überrascht, welch herrlichen Sonnenschein uns dieser SONNtag noch bescherte, war doch laut Videotext eher trübes Wetter für Hamburg gemeldet. Nach einem Cappuccino und einem Blick auf die Uhr, stellte ich fest, dass es langsam an der Zeit wäre, zu testen, wie das erste Astra schmecken würde. Wie erwartet, mundete es sehr, so dass wir an diesem Ort, wohin wir kurze Zeit später noch einen Freund hin dirigierten, bis zur Abfahrt nach Stellingen verweilten.

Gegen 15.45 Uhr nahmen wir also von der Reeperbahn aus die S-Bahn nach Stellingen und von dort aus einen der Shuttle-Busse zum Hamburger Volksparkstadion. Die Busse halten zwischen Stadion und O2-World. Zum Gästeeingang muss man dann noch um das halbe Stadion laufen. Dort angekommen orientierten wir uns zunächst einmal und schauten, wer denn, trotz der ungünstigen Terminierung, den Weg nach Hamburg gefunden hat. Da wir Sitzplatzkarten hatten, waren wir auch nicht besonders in Eile hinein zu kommen.

Hamburg ist schon seit eh und je eines meiner Lieblingsauswärtsspiele. Zum einen ist es meine Lieblingsstadt mit der weltoffenen, aber auch hanseatisch unterkühlten Art. Eine Weltstadt mit Herz, dem Hamburger Hafen als Tor zur Welt, wunderschönen aber auch verruchten Ecken. Eine Vielfalt und Schönheit, die Ihresgleichen sucht. Dazu gehört natürlich auch St. Pauli mit meinem zweitliebsten Verein, wo ich Freunde habe, die uns natürlich immer besonders die Daumen drücken, wenn es gegen die Rauten geht. Wo ein ganzer Stadtteil, einschließlich der Kiez-Beschäftigten eine Identifikation mit dem dort ansässigen FC St. Pauli hegt und pflegt, die mich jedes Mal aufs Neue fasziniert. Mittlerweile bin ich zwischen vier und fünf Mal im Jahr in Hamburg und bekomme einfach nicht genug davon. :-) .

Auch das Stadion gefällt mir gut. Natürlich kein Vergleich mehr zum alten Volksparkstadion, als man von jedem Auswärtsspiel mit einer fetten Erkältung heim kam, weil es im weiten Rund extremst gezogen hat. Man ist jetzt, wie fast überall, sehr nah dran, kann innerhalb des Stadions fast rundherum laufen und man bekommt im Regelfall für Bargeld Vollbier, wo ja sowohl das eine, als auch das andere heutzutage leider nicht mehr selbstverständlich ist.

Gut 1.600 VfB-Fans fanden trotz des Spieltermins am Sonntagabend den Weg ins Stadion. Ich kann mich noch gut erinnern, als die DFL davon sprach, sonntags nur Teams gegeneinander antreten zu lassen, die bis zu 300km voneinander entfernt sind. Nun, wie schon in Bremen, war die Entfernung doppelt so weit und ohne Urlaub kaum zu schaffen. Wie bei so vielen Themen, interessiert die hohen Herren bei DFB und DFL aber ihr Geschwätz von gestern nicht mehr, viel mehr, werden den Fans immer höhere Hürden aufgestellt. Sollten die Kernpunkte aus dem Papier „Sicheres Stadionerlebnis“ in die Tat umgesetzt werden, ohne die Fans mit einzubeziehen, sehe ich uns auf eine noch nie dagewesene Eskalation zusteuern. Es sind fraglos Probleme vorhanden, die es zu lösen gilt und worüber die Fanvertreter auch bereit sind, mit zu diskutieren. Will man aber wegen vereinzelter Hohlköpfe ganze Fangruppen kollektiv bestrafen und Eingangskontrollen außerhalb der Menschenwürde einführen, wird das Ende der Fankultur eingeläutet und wir steuern auf englische Verhältnisse zu. Die Probleme würden mit Sicherheit nicht gelöst sondern nur auf andere Schauplätze und/ oder untere Ligen verlagert. Legislative, Exekutive und Judikative  sollten sich hier auf ihre Kernaufgaben zurück besinnen und Straftaten oder Fehlverhalten aufklären, anstatt es sich einfach zu machen und ganze Fanlager vorzuverurteilen und in Sippenhaft zu nehmen. Ein Verein nach dem Anderen lehnt das Papier ja mittlerweile ab oder zieht sich wegen der Vorverurteilungen aus der Kommission zurück. Bundesweit finden Aktionen statt und werden Banner gezeigt mit dem Credo „Fick Dich DFB/ DFL“. In den Farben getrennt, in der Sache vereint!

Eine Aktion in diese Richtung habe ich am Sonntag von den HSV-Fans nicht gesehen, stattdessen hielten sie ein uns Stuttgarter beleidigendes Transparent in die Höhe, welches an geistiger Unreife schwer zu überbieten war. Ich denke, es liegt auf der Hand, wer NACH dem Spiel zu schlucken hatte…

Der VfB trat nach der Länderspielpause wieder mit Tasci für Maza, ansonsten mit der gleichen Formation wie gegen Leverkusen an, also auch, zum dritten Mal in Folge, mit Raphael Holzhauser in der Anfangsformation. Ich bin mir nach wie vor nicht sicher, ob dessen Berufung dem öffentlichen Druck oder der inneren Überzeugung von Bruno Labbadia geschuldet ist. Seine Leistungen jedenfalls machen mir eines deutlich: man darf die Jungs auf keinen Fall nur nach ihren Leistungen bei der zweiten Mannschaft beurteilen, wo ich auch Holzhauser oft nicht als herausragend gesehen habe. Die 3. Liga ist die unterste Profiklasse, eine Liga, in der meist 12-15 Mannschaften im Abstiegskampf stecken. In der ambitionierte Ex-Profivereine mit ausgebufften und hart zur Sache gehenden Recken antreten, wo es ganz schwer ist, als technisch beschlagener, aber noch nicht so robuster Bursche, sich durchzusetzen.

Holzhauser übernimmt im Profiteam auf Anhieb die kreative Führungsrolle, ist technisch beschlagen und führt schon jetzt so gut wie jeden Standard aus. Ein Hitzkopf, der immer top motiviert und voll bei der Sache ist und Alternativen wie Kuzmanovic oder Hajnal komplett vergessen macht. Durch seine technische Beschlagenheit gleicht er Schnelligkeits- und Spritzigkeitsdefizite, die ihm oft vorgeworfen wurden, mehr als aus. Die Ausführungen Labbadias in seiner „Am Arsch geleckt-„ Wutrede konnte ich insofern nicht nachvollziehen, da er ihn lange nicht berücksichtigt hat. Schon in der letzten Rückrunde, bspw. bei seiner Einwechslung im schon verlorenen Auswärtsspiel auf Schalke, hatte man erkennen können, dass der Junge Spielkultur rein bringt. Anstatt mit aller Macht in den internationalen Wettbewerb zu drängen, den man jetzt dabei ist, sang- und klanglos abzuschenken, hätte man schon in der Rückrunde den ein oder anderen jungen Spieler heranführen können, um die Früchte in dieser Runde zu ernten. Vielleicht wäre es dann auch gelungen, für Kuzmanovic im Sommer noch eine Ablöse zu generieren, wenn man ihm verdeutlicht hätte, dass die Tür zurück ins Team für ihn geschlossen ist.  Ein Verein wie der VfB darf es sich einfach nicht leisten, einen solch teuren Spieler ablösefrei ziehen zu lassen, das schon gar nicht, wenn er keine Rolle mehr spielt. Für mich ein ganz ärgerlicher Managementfehler!

Zum Glück wurde Holzhauser nicht verliehen. Eine Leihe ist sicherlich die Möglichkeit, einem vielversprechenden Talent die Möglichkeit einzuräumen, woanders Spielpraxis zu erlangen. Für mich ein probates Mittel, wenn man ein Luxusproblem hat, dass ein Spieler an einem gestandenen Leistungsträger nicht vorbei kommt, ein Los, das früher z. B. Lisztes hinter Balakov hatte. So sind wir aber leider derzeit nicht aufgestellt. Es stechen wenige aus der ersten Elf hervor, die unersetzbar erscheinen, weshalb es für die jungen Spieler umso frustrierender sein muss, wenn sie nicht berücksichtigt werden. Dann birgt eine Leihe auch die Gefahr, dass die Spieler mit dem VfB abschließen und sich dem aufnehmenden Club anschließen wollen, siehe Schieber, siehe zunächst auch Didavi.

In Hamburg jedenfalls machte Holzhauser abermals ein gutes Spiel und schrammte nur haarscharf an seinem ersten Bundesligator vorbei. Bei seiner Auswechslung in der 80. Minute vernahm ich keine Pfiffe, sondern nur begeisterten Applaus.

Zum Spielverlauf muss ich eigentlich nicht die Chronologie der Chancen und der vielen Up’s und wenigen Down’s auflisten.

Der VfB gewann durch ein schön herausgespieltes Tor aus der 30. Minute von Ibisevic nach Hereingabe von Martin Harnik mit 1:0.  Für mich war es die beste Saisonleistung vom VfB. Das Kollektiv hat gut zusammengearbeitet, sowohl nach vorne als auch nach hinten. Kvist, der angeschlagen von der Länderspielreise zurück kam, machte ein überragendes Spiel und nahm den Hamburger Spielmacher, von dessen Leistung das Wohl und Wehe des HSV maßgeblich abhängt, fast vollständig aus dem Spiel. Wenn die Hamburger mal unsere dieses Mal bärenstarke Innenverteidigung überwanden, war Sven Ulreich zur Stelle. Auf der Gegenseite konnte der VfB ein ums andere Mal Nadelstiche setzen, war stets präsent und gab das Heft des Handelns während der gesamten 90 Minuten nicht aus der Hand. Was mir dieses Mal sehr gefiel, war, wie konzentriert das Team zur Sache ging und wie wenige leichtfertige Ballverluste dieses Mal zu beklagen waren. Da wurde ein ums andere Mal der Ball in Richtung Seitenaus oder Tribüne gedroschen, anstatt auch nur einen Funken Risiko einzugehen. Es war also wenig, was wir dem HSV angeboten hätten. Und, da die Schaltzentrale aus dem Spiel genommen wurde, fiel den Hausherren nicht sonderlich viel ein. Im Grunde also ein sicherer Erfolg, auch wenn so ein 0:1 die Nerven bis zum zerbersten anspannt. Bei einem vom Kicker ausgewiesenen Chancenverhältnis von 3:10 hätte man uns die Beruhigungspille in Form des zweiten Tores gerne frühzeitig verabreichen dürfen. Einzig die fahrige Chancenverwertung war also zu beklagen, ansonsten konnten wir mit dem Auftritt rundum zufrieden sein. Und, René Adler auf dem Weg zurück zu alter Stärke, bewahrte die Hanseaten vor dem frühzeitigen Knock-Out. Als die Hamburger aber auch in 93 Minuten das Stuttgarter Bollwerk nicht überwinden konnten, war der zweite Saisonsieg des VfB und der zweite Auswärtssieg beim HSV in Folge perfekt. Dieser Pfiff zauberte mir ein Grinsen ins Gesicht, das ich den ganzen Abend nicht mehr verlieren sollte, so gut hat dieser Auftritt und die volle Punkteausbeute getan. Das war ein Auftritt, der Lust auf mehr macht. Der VfB zeigt immer wieder in Nuancen zu was er imstande ist. Schön wäre es jetzt, Konstanz in den Laden zu bekommen und eine solch konzentrierte Leistung auch gegen Kopenhagen und Frankfurt auf den Rasen zu bekommen und endlich den ersten Heimsieg einzufahren.

Im Stadion traf ich dann nach Ewigkeiten mal wieder meinen Vetter, worauf wir feststellten, dass wir mit einigen des Hamburger VfB-Fanclubs „Roter Brustring Hamburg“ gemeinsame Bekannte haben, mit denen wir den Sieg dann noch standesgemäß begossen.

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27. Januar 2012

Richtung weisend!

Nach dem Trainingslager im türkischen Belek, wo das Team konzentriert arbeiten und sich auf die Rückrunde einstimmen konnte, hatte ich große Hoffnungen, dass der Mannschaft der Schlendrian vom Ende der Vorrunde ausgetrieben wurde. Der VfB begann die Saison, vor allem nach dem Abstiegskampf der Vorsaison, mehr als akzeptabel und blieb lange auf Tuchfühlung zu den internationalen Plätzen. Seit Mitte Oktober aber, seit dem Heimsieg gegen Hoffenheim, verfiel das Team wieder in alte Verhaltensmuster und der schleichende Leistungsabfall begann. Der Knackpunkt könnte mal wieder Mainz 05 gewesen sein, wo der VfB nach einer Führung unter gütiger Mithilfe eines Pfeifenmannes unterlag. Seitdem gelang lediglich noch ein mühevoller Arbeitssieg gegen das meiner Meinung nach schwächste Team der Liga, den FC Augsburg. Wurde gegen Köln noch der Sieg verschenkt, gegen die Bayern zu zehnt wenigstens gekämpft, machten mich die Auftritte in Bremen und in Wolfsburg fast sprachlos. Keine Konzentration, keine Kombinationen, keine Laufbereitschaft, keine Spielfreude, keine Handlungsschnelligkeit, kein Miteinander, keine taktische Disziplin, keine Passgenauigkeit, keine Überraschungsmomente, kein Esprit, keine Torgefahr, null Komma nix war zu sehen von all dem, weshalb wir zum Fußball gehen. 

Also, dachte ich mir, neues Jahr, neues Glück, würde die Mannschaft aufgeräumt aus der Pause kommen und bereits auf Schalke ein erstes Zeichen setzen. Mit dem RWS machten wir uns voller Vorfreude, aber dennoch mit einer gewissen Skepsis, auf in den Ruhrpott. Der VfB hatte lediglich einen Winterneuzugang präsentiert, den Japaner Sakai. Gekommen von einem japanischen Zweitligisten, angepriesen, der Außenverteidiger wäre links und rechts gleich stark einsetzbar. Ich hätte mir noch einen (bezahlbaren) kreativen Mittelfeldspieler gewünscht, da mich Hajnal bislang in dieser Saison enttäuscht hat. Er reiht sich ein in die Liste derer, die nach dem Unterzeichnen eines festen Vertrages, stark nachgelassen haben. So gab es in der Startelf in der Veltins-Arena nicht wirklich große Überraschungen. Was mich dennoch von Beginn an stutzig machte, war, dass mit Celozzi und Pogrebnjak zwei Spieler in der Startelf standen, die der VfB lieber heute als morgen los hätte. Dazu  wurde Kuzmanovic aufgeboten, der keinen Hehl daraus macht, dass er, auch lieber heute als morgen, wieder gerne in die Serie A wechseln würde. So stellte sich die Aufstellung wie ein Schaufenster dar. Dann hatte man mit Cacau noch einen Mann auf dem Platz, dem das entzogene Vertrauen der Mannschaft durch die Abwahl aus dem Mannschaftsrat sichtlich zu schaffen macht. Da wir weder beim Trainingslager waren, noch in Stuttgart die Gelegenheit hatten ein Training zu begleiten, vertrauten wir dem Trainerteam und hatten die Hoffnung, dass die elf, die da auf dem Platz standen, alle gut trainiert hätten und das bestmögliche Team darstellen würden. Heute weiß jeder, wie es auf Schalke gelaufen ist. Nach drei Minuten hätten wir im Grunde wieder heimfahren können, durch Unkonzentriertheit bei einer Standardsituation lagen wir bereits zu diesem frühen Zeitpunkt 0:1 zurück. Hätte der Schiri nicht zu Unrecht auf Abseits entschieden, hätte es nach acht Minuten 0:2 geheißen, wer weiß, wie wir dann unter die Räder gekommen wären. So stand es „nur“ 1:3 am Ende, mit dem der VfB gut bedient war. Sämtliche Attribute, die ich oben nannte, passten auch auf dieses Spiel. Ganz, ganz schwach. Schalke konnte sich nach der frühen Führung zurückziehen und auf Konter lauern. Dem VfB fiel dazu überhaupt nichts ein!!! Einziger Lichtblick in meinen Augen, Raphael Holzhauser, der in der 85. Minute zu seinem Bundesligadebut kam und mehr positive Ansätze zeigte als das komplette Mittelfeld in den 85 Minuten davor. 

Nach der anstrengenden Rückfahrt fand ich dann die Zeit, ein paar Ausschnitte vom Spiel und die Stimmen zum selben mir zu Gemüte zu führen und traute dabei meinen Augen und Ohren nicht. Bruno Labbadia faselte davon, wir hätten das Spiel kontrolliert und mehr Ballbesitz gehabt und die Niederlage hätte nur an den Standards gelegen. Nein, entweder ich habe ein anderes Spiel gesehen oder Bruno labert Bullshit. Es wird Zeit, dass jemand die Jungs wachrüttelt, bevor wir wieder auf einem Aufstiegsplatz stehen. Nicht, dass ich falsch verstanden werde. Ich würde es mir wünschen, dass beim VfB Kontinuität einkehrt und Bruno Labbadia länger bei uns bleiben kann als viele seiner Vorgänger. Er hat mich sowohl durch seine Arbeit als auch durch seine Offenheit im Trainingslager beeindruckt und viele Pluspunkte bei mir sammeln können. Aber, nach diesen Auftritten zuletzt, müssen, wie es auch Sven Ulreich sagte, klare Worte gesprochen werden. Mit Leistungen wie zuletzt, auf dem Platz ohne Plan und ohne Spielkultur, spielt man über kurz oder lang das Stadion leer. Ich als Fan ertappe mich derzeit immer öfter, genau so ergebnisorientiert zu denken wie die Verantwortlichen und vergesse fast, dass ein Stadionbesuch auch Freude machen könnte. 

Wo wir beim nächsten Gegner wären: In der letzten Saison haben wir Mönchengladbach, zugegebenermaßen eine andere Borussia als heute, mit 7:0 zurück an den Niederrhein geschickt. In meiner Erinnerung sind auch noch ein 6:0 aus den 80ern und zwei 5:0 aus den 90ern gegen diesen Gegner fest verankert. Es sind eigentlich meist sehr launige Auftritte gegen einen Gegner, der sein Heil meist in der Offensive sucht und vor allem als auswärtsstark galt bzw. gilt. Die Borussia von heute kommt aber anders daher. Ein Gegner, der sich schwer locken lässt, taktisch unheimlich diszipliniert spielt und bei eigenem Ballbesitz blitzschnell ausschwärmt. Es ist wirklich sehr beachtlich, was Favre aus dem So-gut-wie-Absteiger vom Februar 2011 gemacht hat und was man mit taktischer Disziplin bewirken kann und wie Spieler (z. B. Hanke) noch dazu lernen können. Hier ist ganz klar die Handschrift des Trainers zu erkennen, die mir beim VfB momentan fehlt.  Und, wenn ich einen Marco Reus sehe, muss ich zugeben, dass mir bei dem Jungen das Herz aufgeht. Mit welcher Freude und in höchstem Tempo er auf die gegnerischen Abwehrreihen zuläuft und dennoch die Übersicht für den besser positionierten Nebenmann nicht verliert oder auch selbst abschließt. Einfach Klasse! Ich finde es auch gut, dass er nicht zu den Bayern geht sondern sich seinem Heimatclub anschließt. Und, in Gladbach scheint keiner wirklich sauer zu sein, hat er doch mit offenen Karten gespielt und spült jede Menge Euronen in die sonst so klamme Kasse. Es liegt an der Borussia, daraus etwas zu machen. Einen Bigpoint haben die Gladbacher letzten Freitag gegen die Bayern gesetzt und ihnen, wie schon im Hinspiel, den Zahn gezogen. Hinten wenig zugelassen, vorne gnadenlos effektiv! Dem VfB steht also eine schwere Aufgabe bevor. Ich glaube, wenn der VfB genau so pomadig auftritt wie in den letzten Spielen, gibt es nichts zu holen. Es wird auf jeden Fall Konzentration und Geduld gefragt sein. Diese Woche wurde in Ibisevic noch der herbei gesehnte Knipser verpflichtet. Ob er von Beginn an der Heilsbringer ist, wird sich erst noch erweisen müssen, ein schlechter Griff aber ist er meiner Meinung nach nicht. 

Trotzdem bin ich nach wie vor der Meinung, dass uns auch ein Vorlagengeber gut zu Gesicht stehen würde. Für den Sommer ist ja Ibisevic‘ Kumpel Salihovic im Gespräch. Wenn das wahr ist und die Chance bestünde, ihn jetzt schon vom Dorfklub loszueisen, zugreifen bitte. Einen solchen Freistoßschützen hatten wir seit Balakov nicht mehr. Zudem ist er ein Spieler, der auch mal aus 30 Metern schießt, wenn man nicht direkt vors Tor kommt. Allerdings muss er, um für den VfB realistisch zu sein, große Abstriche in puncto Gehalt in Kauf nehmen. Ich kann mich noch gut erinnern, als Uli Hoeneß einmal ausplauderte, dass Salihovic in Hoffenheim mehr verdienen würde, als die Bayern ihm bezahlen wollten, was ja etwas heißen mag! Aber, die Zeiten haben sich auch in den letzten zwei, drei Jahren geändert. Immer mehr Vereine rücken ab von den immensen Gehaltszahlungen und kehren zur Vernunft zurück. Ausgenommen die Bayern, die über ein üppig ausgestattetes Festgeldkonto verfügen und die Wolfsburger, die sich an die „Erfolgsformel“ von 2009 zu erinnern scheinen, nämlich dass von 100 verpflichteten Spielern die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass elf davon unfallfrei geradeaus laufen können. Außer bei diesen beiden Vereinen ist auf dem Transfermarkt große Zurückhaltung zu spüren, wobei die Bayern ja „nur“ im Sommer auf großer Einkaufstour waren. Wenn in absehbarer Zeit endlich auch international das Financial Fairplay konsequent umgesetzt wird, wird sich das solide Wirtschaften der Bundesligavereine auszahlen und wir können womöglich den einen oder anderen (Welt-)Star mehr bewundern. 

Den derzeitigen Konsolidierungskurs vom VfB trage ich jedenfalls voll mit. Nach wie vor hat Fredi Bobic am Erbe von Horst Heldt zu knabbern, der zu Champions League Zeiten Durchschnittskicker mit Wahnsinnsverträgen ausstattete. Ich trage auch voll mit, wenn Spieler an zusätzlichen Einnahmen partizipieren, allerdings nur so lang, wie diese fließen und nicht noch zwei, drei Jahre danach. Diesen Sommer laufen viele dieser Verträge aus, die dem Verein fast die Luft zum atmen nehmen. Erst danach wird auch die Arbeit von Fredi Bobic besser beurteilt werden können und erst dann kann er uns davon überzeugen, dass der Stuttgarter Weg nicht zwangsläufig nur mit sparen, kleineren Brötchen backen und mit schleichendem Absturz zu tun hat. Dann wird sich auch zeigen, ob es Labbadia sich traut, den ein oder anderen jungen Spieler einzubauen oder zumindest als ersten Backup auf die Bank zu setzen. Die Bauers, Hemleins und Holzhausers sind doch mit Eifer dabei und motiviert, wenn sie denn mal die Chance bekommen. Auch einen Kevin Stöger, der in der Vorrunde leider von einer schweren Verletzung zurückgeworfen wurde, würde ich sehr gerne einmal auf der Hajnal-Position sehen. Hier wächst etwas heran, dem man auch einmal die Möglichkeit geben muss, zu gedeihen, bevor die Jungs die Geduld verlieren, wie Leno oder auch Ermin Bicakcic. Doch dies ist Zukunfsmusik! Erst einmal zählt das Hier und Jetzt und das heißt Mission Klassenerhalt Reloaded! 

Womit wir beim Titel dieses Beitrags wären. Richtung weisend! Quo Vadis VfB? Die Abstiegsränge sind durch die Niederlage auf Schalke wieder bedrohlich nahe gekommen. Eine Heimniederlage gegen Mönchengladbach und das große Zittern würde wieder von vorn beginnen. Danach geht es nach Leverkusen und im Pokal zu Hause gegen die Bayern bevor Angstgegner Hertha BSC ins Neckarstadion kommt. Bei diesem Programm kann es einem Angst und bange werden, so wie sich die Mannschaft in letzter Zeit präsentiert hat. Es ist aber für unser Team auch die Gelegenheit ein oder mehrere Ausrufezeichen zu setzen und die Abstiegsdiskussion im Keim zu ersticken. Angefangen werden sollte damit am besten schon am Sonntag, gegen einen unserer Lieblingsgegner Borussia Mönchengladbach. Die Gladbacher warten seit 1994 auf einen Auswärtssieg beim VfB und müssen sich hoffentlich noch weiter gedulden. Der VfB muss es einfach jetzt packen, in ruhigeres Fahrwasser zu gelangen, um den Umbruch im Team möglicherweise schon am Ende der Rückrunde einleiten zu können. Das Spiel gegen Gladbach wird uns die Tendenz aufzeigen und uns klar machen, ob der Auftritt auf Schalke ein negativer Ausrutscher oder ein Fingerzeig auf die uns bevorstehende Rückrunde war.

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26. September 2010

VfB geht mit 1:4 unter

Einfallslos, mutlos und chancenlos hat sich der VfB Stuttgart vor heimischen Publikum gegen Bayer Leverkusen präsentiert. Folgerichtig haben die Leverkusener das Spiel mit 1:4 (0:2) für sich entschieden. Durch diese Niederlage rutschten die Stuttgarter auf den letzten Tabellenplatz und blicken schweren Wochen entgegen.

Spielverlauf:

Von Beginn an dominierten die Gäste aus Leverkusen das Geschehen vor 38.300 Zuschauern in der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena. In den ersten 15 Minuten konnte sich die Werkself keine nennenswerten Torchancen erarbeiten. Doch in der 19. Minute schlugen die Leverkusener den VfB mit ihren eigenen Stärken. Haben die Roten vier ihrer elf Saisontore mit dem Kopf erzielt und sorgten damit für einen Ligaspitzenwert, köpfte erst Leverkusens Abwehrhüne Sami Hyypiä in der 19.Minute ein nach einem Freistoß von Tranquillo Barnetta. Und nur zwei Minuten später schlugen die Gäste erneut zu: Michal Kadlec flankt erneut von der linken Seite auf Mannschaftskollegen Arutro Vidal, der den Ball ebenfalls mit dem Kopf zum 2:0 im Tor unterbringt.

Wer dachte, dass es nun nicht mehr schlimmer für den VfB kommen könnte, irrte. Erst verfehlt Barnetta aus 16 Metern das Gehäuse von VfB-Torhüter Sven Ulreich nur knapp (26.Minute) und in der 31. Minute foulte Mauro Camoranesi den einschussbereiten Barnetta kurz vor der Strafraumgrenze. Schiedsrichter Florian Meyer blieb nichts anderes übrig und zeigte dem Italiener die Rote Karte.

Camoranesi mit schwacher Leistung

Camoranesi verabschiedete somit mit einer äußert schwachen Leistung. Nie konnte der 33-Jährige seinen jungen Mannschaftskollegen den nötigen Halt geben und leitete mit einem Foul bereits die Führung der Gäste ein. Den anschließenden Freistoß von Eren Derdiyok parierte VfB-Torhüter Sven Ulreich stark. Mit zwei Toren Rückstand und einem Spieler weniger auf dem Feld tauchten die Stuttgarter in Person von Martin Harnik in der ersten Halbzeit doch noch vor dem Leverkusener Tor auf. Der Österreicher schoss allerdings aus zehn Metern weit vorbei (37.).

Pfeifkonzert zur Halbzeit

Danach machten VfB-Anhänger zur Halbzeit ihrem Unmut Luft und verabschiedeten ihre Mannschaft mit einem Pfeifkonzert in die Kabine. Dies schien Eindruck bei den Akteuren hinterlassen zu haben. Die Stuttgarter kamen deutlich engagierter aus der Kabine und verkürzten in der 53. Minute per Freistoß durch Zdravko Kuzmanovic auf 1:2. Das Aufbäumen der Stuttgarter blieb allerdings nur von kurzer Dauer. Zwar setzten die Gastgeber auf eine Karte, vernachlässigten ihre Defensivarbeit und versuchten Druck aufzubauen, doch zu ideenlos und ungenau präsentierten sie sich in ihren Angriffsbemühungen. Darüber hinaus nutzten die Leverkusener die entstandenen Lücken in der VfB-Defensive aus und kamen zu hochkarätigen Chancen.

Eine davon nutzte Hanno Balitsch in der 69. Minute zum 3:1, nachdem er nur eine Minute zuvor noch völlig freistehend an Sven Ulreich gescheitert war. Ein Treffer von Pawel Pogrebnjak sorgte noch einmal für einen kurzen Hoffnungsschimmer. Allerdings erkannte Schiedsrichter Meyer den Treffer wegen eines vorangegangen Handspiels nicht an (78.). Und so machte Bayer Stürmer Sidney Sam schließlich mit seinem Treffer zum 4:1 zwei Minuten vor Spielende die Blamage der Stuttgarter perfekt. Leverkusen feierte seinen zwöften Auswärtserflog in Stuttgart in der Bundesligageschichte. Nirgends hat die Werkself öfter gewonnen.

Entscheidende Szene:

Als Mauro Camoranesi in der 31. Minute aufgrund seiner Notbremse die Rote Karte sah, dürften nur noch die mutigsten VfB-Anhänger auf einen erfolgreichen Nachmittag gehofft haben. An dieser Situation wurde aber auch deutlich, dass sich selbst ein Routinier wie Camoranesi nicht als Führungsspieler in einer völlig verunsicherten Stuttgarter Mannschaft erweist.

Beste Spieler:

Bei einer schwachen Leistung wurde ein Spieler zur Stütze, der in den ersten Saisonspielen auch nicht immer als der sicherste galt: Torhüter Sven Ulreich. Doch gegen Leverkusen verhinderte das VfB-Eigengewächs zunächst in der ersten Halbzeit in mehreren Situationen einen höheren Rückstand und sorgte somit dafür, dass die Roten zu Beginn der ersten Halbzeit noch einmal kurz auf einen Punktgewinn hoffen konnte. Und auch in Halbzeit entschärfte er einige Chancen der Leverkusener.

Kommentar:

Der VfB Stuttgart ist erst aufgewacht als schon alles verloren war. In der gesamten ersten Halbzeit konnte die Mannschaft von Christian Gross keine ernsthaften Torchancen erspielen. Das Aufbäumen in der zweiten Halbzeit, der auch der Anschlusstreffer von Kuzmanovic fiel, war nur von kurzer Dauer. Das Stuttgarter Angriffspiel blieb ideenlos und zu ungenau. Das Spiel machte außerdem deutlich, dass dem VfB eine Führungspersönlichkeit auf dem Spielfeld fehlt. Mit Mauro Camoranesi verabschiedete, derjenige Spieler bereits nach 31. Minuten vom Platz, der in diese Rolle hätte schlüpfen können. Der VfB scheint schweren Zeiten entgegen zu gehen.

VfB Stuttgart:

Ulreich – Träsch, Delpierre, Tasci, Boka – Camoranesi, Kuzmanovic, Gentner, Harnik – Pogrebnjak, Cacau.

Bayer 04 Leverkusen:

Adler – Schwaab, M. Friedrich, Hyypiä, Kadlec – Renato Augusto, Reinartz, Vidal, Barnetta, Balitsch – Derdiyok.

Schiedsrichter:

Florian Meyer (Burgdorf).

Zuschauer:

38.300

Tore:

0:1 Hyypiä (19.), 0:2 Vidal (21.), 1;2 Kuzmanovic (53.), 1:3 Balitsch (69.), 1:4 Sam (88.)

(STZ online 25.9.2010)

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