12. Juli 2010

Iniesta macht Spanien erstmals zum Weltmeister!

Spanien ist am Ziel! Der Europameister von 2008 schnappt sich auch den WM-Titel. Obwohl das Finale von Johannesburg auf ganz schwachem Niveau stattfand, sah es mit Spanien den verdienten Sieger. Iniesta nutzte seine Chance in der 116. Minute und schoss die Iberer zum ersten Weltmeisterschaftstitel in ihrer Geschichte.

Der niederländische Trainer Bert van Marwijk stellte nach dem 3:2 gegen Uruguay seine Startformation auf zwei Positionen um: Van der Wiel ersetzte wieder Bouhlarouz und de Jong spielte für de Zeeuw – im Halbfinale war das Duo gelbgesperrt.

Spaniens Coach Vicente del Bosque dagegen brachte im Vergleich zum 1:0 gegen Deutschland die selbe Startelf. Beide Finalmannschaften traten in der identischen taktischen Formation an, nämlich im 4-2-3-1-System.

Das Spiel begann mit einer flotten Anfangsviertelstunde, vor allem von Seiten der Spanier. Die Iberer attackierten die Niederländer schon in deren Hälfte und hätten bei Ramos’ Kopfball in der 5. Minute beinahe schon gejubelt, aber Stekelenburg rettete das zu-Null mit einer Klasse-Parade.

Oranje attackiert, La Roja verliert die Linie

Derart in Schwung bestimmte der Europameister das Geschehen: Xavi, Iniesta und Xabi Alonso zogen auch gegen die Niederländer ihr gefürchtetes Passspiel auf. Im Gegensatz zum Deutschland-Spiel im Halbfinale suchte die Marwijk-Elf allerdings den direkten Zweikampf und fand ihn auch. Dabei übertrieben es die Niederländer mehrfach, van Bommel mähte Iniesta brutal von hinten um (22.), de Jong sprang in Kung-Fu-Manier Xabi Alosno in den Brustkasten (28.). Beide Male strafte der englische Schiedsrichter Howard Webb mit Gelb – und ließ dabei große Milde walten.

Durch die zahlreichen kleineren und größeren Fouls – auch van Persie, Sergio Ramos und Puyol sahen den Gelben Karton – war auf jeden Fall Spaniens Rhythmus arg gestört, so dass nur noch Pedros Distanzschuss aus der 38. Minute für die Spanier zu Buche stand.

Die Niederländer andererseits enttäuschten speziell im Vorwärtsgang. Aus der Defensive schlug das Oranje-Team auf die einzige Spitze van Persie oder Kujt und Robben fast nur lange Bälle, doch diese kamen kaum an. Gefährlich wurde die Marwijck-Elf so nicht, da sie auch die zweiten Bälle seltenst eroberte. Allein in der Nachspielzeit fasste sich Robben ein Herz und schoss vom rechten Strafraumeck aufs kurze Eck, doch Spaniens Keeper Casillas wehrte zur Ecke ab. Am Gesamteindruck, dass die ersten 45 Minuten wenig mit einem WM-Finale gemein hatten, änderte diese Szene aber nichts.

Villa und Robben haben es auf dem Fuß

Auch die zweite Hälfte begann mit schaurigem Fußball. Die Niederlande war rein auf Zerstören aus, und die Spanier offenbarten überraschend viele kleinere Fehler. Doch in der 62. Minute blitzte dann aus dem Nichts die Genialität Sneidjers auf. Der Inter-Profi schickte Robben durch die Gasse steil, der alleine auf Casillas zusteuerte. Der Keeper wartete lange und konnte in höchster Not mit dem Fuß klären.

Danach schleppte sich das Spiel weiter, Spanien ohne Linie, die Niederlande ohne den Ehrgeiz, nach vorne zu spielen. Es blieb ein zerfahrenes Duell, in dem die Defensivreihen dominierten. Allerdings nicht in der 69. Minute, als Heitinga im eigenen Fünfer über den Ball trat und Villa nur noch einschieben musste, doch der spanische Goalgetter traf nur Heitingas Bein. Ein weiterer Aufreger war Sergio Ramos’ Kopfstoß nach einer Ecke, als er mutterseelenallein drüberköpfte (78.).

Apropos Aufreger: Bei einem Zweikampf zwischen Iniesta und van Bommel stieg der Niederländer dem Spanier erst auf den Fuß, dann revanchierte sich Iniesta ohne Ball, doch beide durften ohne Strafen weitermachen. Kurz darauf wäre van Marwijks Plan beinahe aufgegangen, denn nach einem Befreiungschlag verlängerte van Persie in den Lauf von Robben. Der Bayern-Spieler lief Puyol davon, der leicht an Trikot zupfte, doch dann scheiterte der Niederländer wieder am herausstürzenden Casillas (83.).

Verlängerung startet mit Elfmeter-Szene

Kurz nach dem Beginn der Verlängerung stand erneut Schiedsrichter Webb im Fokus, als er Heitingas Attacke gegen Xavi als nicht-elfmeterwürdig beurteilte (92.). Kurioserweise wurde das Spiel nun flotter. Der eingewechselte Fabregas wurde von Iniesta wunderbar freigespielt, doch der Arsenal-Profi scheiterte freistehend an Keeper Stekelenburg (95.). Sekunden später hatte Mathijsen zum Held werden können, doch sein Kopfball ging nach Robbens Ecke knapp drüber (96.).

Iniesta schießt Spanien zum ersten WM-Titel

Im zweiten Abschnitt der Verlängerung musste dann doch der erste bereits verwarnte Niederländer frühzeitig zum Duschen. Heitinga zerrte den durchgebrochenen Iniesta an der Schulter und sah dafür die Ampelkarte (109.). In den verbleibenden Minuten versuchte Spanien die nummerische Überzahl doch noch zu nutzen und wurde spät belohnt: Fabregas sah den frei stehenden Iniesta, der mit einem wuchtigen Schuss aus zehn Metern ins lange Eck die Entscheidung herbeiführte (116.) – die Iberer sind erstmals in ihrer Historie Fußball-Weltmeister.

Die Niederländer dagegen verlieren nach 1974 (1:2 gegen Deutschland) und 1978 (1:3 gegen Argentinien) auch ihr drittes WM-Finale.

(kicker.de)

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6. Juli 2010

Keine Grenzen mehr

Und dann rollt noch ein Angriff auf das Tor der Argentinier zu. Direkt hat Per Mertesacker den Ball aus der Abwehr herausgespielt, Lukas Podolski treibt ihn nach vorne und spielt links herüber zu Mesut Özil. Der flankt sofort in den Strafraum hinein, über die Gegenspieler hinweg, dorthin, wo Miroslav Klose wartet. Volley schießt er ein, das Endergebnis steht fest und lautet tatsächlich: 4:0 für Deutschland. “Da stehst du dann auf dem Platz und denkst dir: unglaublich”, sagt der Kapitän Philipp Lahm hinterher und wiederholt: “Wirklich unglaublich.” Man hat der deutschen Mannschaft ja vieles zugetraut. Schon gegen Australien hat sie zum Auftakt der Weltmeisterschaft in Südafrika 4:0 gewonnen, und anschließend England im Achtelfinale mit 4:1 aus dem Weg geräumt. Glänzende Spiele hat sie gezeigt – und trotzdem ist das, was am Samstagnachmittag im Green-Point-Stadion von Kapstadt geschehen ist, viel mehr, als alle für möglich gehalten haben.

Wieder hat die DFB-Auswahl vier Tore erzielt, eines schöner als das andere. Und: sie hat einen Gegner besiegt, “der nicht Aserbaidschan hieß” (Lukas Podolski) sondern Argentinien und der mit seinen ganzen Superstars um Lionel Messi zu den großen WM-Favoriten gehörte. Nun ist es Deutschland, dem die Experten in der ganzen Welt zutrauen, am nächsten Sonntag in Johannesburg die WM-Trophäe in Empfang zu nehmen.

“Es war ein sehr, sehr großer Schritt, denn wir haben schon lange keinen großen Gegner mehr geschlagen”, sagt Philipp Lahm. Den Sieg im Achtelfinale zählt er nicht dazu, weil England “kein großer Gegner” sei. Und auch der Erfolg gegen Argentinien vor vier Jahren gelte nicht, weil dafür ein Elfmeterschießen notwendig gewesen sei. “Anschließend haben wir gegen Italien verloren und bei der EM vor zwei Jahren gegen Spanien und dabei nie so gespielt, wie wir es wollten”, sagt Lahm: “Deshalb war es jetzt für jeden Spieler unheimlich wichtig zu sehen, dass man auch solch einen Gegner schlagen kann.”

Maradona hat keinen Taktikplan

Es ist nicht allein der Sieg, der große Zuversicht auslöst – es ist vor allem die Art und Weise, wie er zustande kam. Von der ersten Minute an war Argentinien machtlos gegen das Spiel der DFB-Mannschaft. Die stolzen Südamerikaner wurden von den jungen Deutschen zurechtgelegt, auseinandergenommen, am Ende vorgeführt. Keinen Plan und keine Vorstellung hatten sie offenbar vom Spiel des Gegners. Allein auf die Offensivkraft seiner Stürmer setzte Diego Maradona – und musste dann tatenlos mitansehen, wie sie den Deutschen ein ums andere Mal in die Falle gingen.

Und so war es, wieder einmal, auch ein Sieg der Taktik. Im Gegensatz zu seinem Trainerkollegen hatte sich Joachim Löw intensiv mit der gegnerischen Spielweise auseinandergesetzt. Er habe gewusst, dass Argentinien “eine zweigeteilte Mannschaft” mit einer Offensiv- und eine Defensivabteilung sei: “So entstehen Lücken, wenn man mit Tempo kommt”, sagt Löw, der in dem mittlerweile 32-jährigen Verteidiger Gabriel Heinze die Schwachstelle ausgemacht hatte: “Ich habe meinen Jungs gesagt: ihr seid jünger, ihr seid schneller, ihr seid ausdauernder. Macht Druck, dann bekommen sie Probleme. Ein Heinze kann euch nicht folgen.”

Selbst Löw findet keinen Fehler

Löw neigt normalerweise nicht zum Überschwang, eifrig bemüht er sich immer, nach Fehlern zu suchen, auch wenn seine Mannschaft gewonnen hat. An diesem Tag jedoch muss auch er die Suche ergebnislos einstellen. Es gibt nichts zu kritisieren und zu bemängeln – es war, sagt er, “fantastisch”, “unvorstellbar”, “einfach toll”.

Noch nie hat man den Bundestrainer derart euphorisch erlebt – auch was die Beurteilung einzelner Spieler betrifft. Bastian Schweinsteiger etwa bescheinigt er “eine grandiose Leistung”, der Mittelfeldspieler habe “in jeder Beziehung herausragend” gespielt: “Wie er die Mannschaft geführt und das zweite Tor vorbereitet hat – besser kann man es nicht machen.”

Tatsächlich war es eine Weltklassevorstellung, die Schweinsteiger bot. Er ist der bislang überzeugendste Mittelfeldspieler dieser Weltmeisterschaft – und hat nun die Gelegenheit, sich mit dem Besten der vergangenen Jahre zu messen: mit Xavi, dem famosen Spielmacher der Spanier.

Das Halbfinale am Mittwoch (20.30 Uhr/ARD) in Durban ist die Neuauflage des EM-Endspiels vor zwei Jahren. 0:1 unterlag die deutsche Mannschaft damals und war chancenlos. Auch wegen dieser Erfahrung leitete Löw den großen Umbruch ein. Die Spielweise der Spanier, das Kurzpassspiel und der Tempofußball, wurde zum Vorbild für die DFB-Auswahl, die sich nun anschickt, das Original zu überholen.

“Es ist wichtig, dass wir jetzt emotional nicht überdrehen”, sagt Löw und will einen Plan finden, wie auch Spanien zu bezwingen ist. Aussichtslos erscheint dies keineswegs. Denn sicher ist spätestens seit dem 4:0 gegen Argentinien: für das deutsche Team gibt es keine Grenzen mehr.

(STZ online)

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30. Juni 2010

Achtelfinale Spiele 7+8

Paraguay bejubelt erstes WM-Viertelfinale

Paraguay hat sich mit einem 5:3 im Elfmeterschießen gegen Japan erstmals für ein WM-Viertelfinale qualifiziert. Vor 35.000 Zuschauern im Loftus-Versfeld-Stadion von Pretoria gingen die 120 Spiel-Minuten torlos zu Ende. Beiden Teams war die Anspannung deutlich anzumerken, so dass kaum Chancen herausgespielt wurden. Den entscheidenden Strafstoß verwandelte Benfica-Torjäger Oscar Cardozo. Nach dem Abpfiff ließen etliche Japaner die Tränen freien Lauf, der recht gefasste Trainer Takeshi Okada kündigte seinen Rücktritt an: “Es gibt nichts mehr für mich zu tun.” Am Samstag um 20.30 Uhr trifft nun Paraguay auf Spanien.

Ronaldos peinlicher Abgang

Europameister Spanien steht nach einem 1:0 (0:0)-Sieg gegen Portugal im WM-Viertelfinale und trifft dort am Samstag auf Paraguay. Das Siegtor für die Mannschaft von Vicente del Bosque erzielte David Villa (63.) mit seinem vierten Turniertor aus Abseitsposition. Vor 62.000 Zuschauern in Kapstadt war Spanien die bessere Mannschaft und steht verdient in der Runde der letzten Acht. Die Seleccao musste die erste Niederlage nach 19 Spielen einstecken.

Die Gurke des Spiels:

Cristiano Ronaldo. Der potentielle Superstar der WM ist ausgerechnet gegen die Nationalmannschaft seiner Wahlheimat tief gefallen. Ronaldo konnte zu keinem Zeitpunkt Akzente setzen und war bei den wenigen portugiesischen Offernsivaktionen außen vor. Es gab in den letzten drei Jahren wohl kein Spiel, bei dem Ronaldo derart unsichtbar war. Immerhin ließ er sein Team nicht im Stich und ackerte fleißig in der Defensive.

(spox.com)

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26. Juni 2010

Brasilien sichert sich den Gruppensieg

Brasilien hat sich durch ein wenig begeisterndes 0:0 gegen Portugal die Pole-Position in der Gruppe G gesichert und trifft im Achtelfinale auf Chile. Auch Portugal steht als Zweiter in der Runde der letzten 16 und bekommt es dort mit Europameister Spanien zu tun. Vor 62.712 Zuschauern in Durban hatte der Brasilianer Nilmar noch die beste Chance. Sein Schuss aus kurzer Distanz wurde jedoch von Portugal-Keeper Eduardo an den Pfosten gelenkt (30.). Portugal blieb damit im 19. Spiel in Folge ungeschlagen, Brasilien spielte nach sieben Siegen in Serie erstmals remis. Josue und Grafite vom VfL Wolfsburg gaben ihr WM-Debüt. Brasilien schließt die Gruppe G mit sieben Punkten als Erster ab und trifft im Achtelfinale am Montagabend (20.30 Uhr) auf den Zweiten der Gruppe H. Portugal bekommt es am Dienstag (20.30 Uhr) als Zweiter mit fünf Punkten und ohne Gegentor mit dem Sieger der Parallelgruppe zu tun.

Elfenbeinküste verabschiedet sich mit Sieg

Die Elfenbeinküste hat sich mit einem nutzlosen Sieg von der ersten WM in Afrika verabschiedet. Die Elefanten stürmten gegen Nordkorea mit dem Mute der Verzweiflung, doch das 3:0 (2:0) reichte nicht, um erstmals in ein WM-Achtelfinale einzuziehen, weil Portugal gegen Brasilien einen Punkt holte. m Anschluss an die Partie verkündete Trainer Sven-Göran Eriksson seinen Rücktritt. “Es war von Beginn an klar, dass nach der WM meine Arbeit beendet ist”, sagte der Schwede.

Enttäuschende Schweiz fährt nach Hause

Ottmar Hitzfeld und die Schweiz treten nach der Vorrunde der WM 2010 den Heimweg an. Im abschließenden Spiel der Gruppe H kamen die Eidgenossen nicht über ein müdes 0:0 gegen Fußball-Zwerg Honduras hinaus und sind damit trotz des 1:0-Sieges gegen Europameister Spanien im ersten Spiel vorzeitig gescheitert. Vor 28.042 Zuschauern in Bloemfontein war der Außenseiter aus Mittelamerika dem Sieg am Ende näher als die Schweizer. Hitzfeld hatte Kapitän Alex Frei 69 Minuten auf der Bank schmoren lassen, dieser konnte dann auch nicht mehr die Wende einleiten. Ein 2:0-Sieg hätte den Schweizern in jedem Fall fürs Achtelfinale gereicht. So beendet das Hitzfeld-Team die Gruppe nur als Dritter. Honduras holte den ersten WM-Punkt seit 1982.

Furia Roja und La Roja eine Runde weiter

Spanien und Chile stehen im Achtelfinale der WM 2010. Der Europameister besiegte die Südamerikaner mir 2:1 (2:0) und trifft als Sieger der Gruppe H auf Portugal. David Villa (24.) und Andres Iniesta (37.) erzielten vor 41.958 Zuschauern in Pretoria die Tore für die Mannschaft von Tainer Vicente de Bosque. Rodrigo Millar traf für Chile (47.). Chile spielt im Achtelfinale gegen Brasilien.

(spox.com)

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20. März 2010

VfB unterliegt Barça 0:4: So laut können Träume platzen

Das Wunder von Barcelona ist ausgeblieben. Ohne große Gegenwehr, ohne großes Aufbäumen hat sich der VfB Stuttgart mit 0:4 (0:2) beim großen FC Barcelona im Achtelfinale aus der Champions League verabschiedet.

Bittere Erkenntnis: Die Roten erstarrten vor Barça – sie hatten nie eine echte Chance.

Der Coup im Camp Nou – für die Roten blieben die ohnehin geringen Hoffnungen auf eine Sensation ein Wunschtraum. Diese Erkenntnis wuchs ziemlich schnell – und im Handumdrehen war sie Gewissheit.

Denn im Grunde war schon nach 13 Minuten alles klar, als Lionel Messi den Club-Weltmeister in Führung brachte. Und erst recht, als Pedro das 2:0 erzielte (22.).

Erneut Messi (60.) und Bojan Krkic (89.) erhöhten auf 4:0. Das hatte dann schon die Ausmaße eines Debakels, wie es die B-Jugend der Roten am Nachmittag beim 0:5 gegen Barça Nachwuchs kassiert hatte.

“Barcelona war klar besser und hat uns heute die Grenzen aufgezeigt”, sagte Trainer Christian Gross, “wir haben im Hinspiel für unsere Verhältnisse ein überragendes Spiel gemacht. Jetzt sind wir nicht über außen gekommen und hatten keine Abschlüsse.”

“Kindergarten-Fußball”

Null-vier. Das war natürlich fernab der Ansprüche, mit denen die Profis vom Cannstatter Wasen die große Herausforderung angegangen waren – angenommen haben sie sie zu keiner Phase.

Mutig, selbstbewusst und clever wollten sie Barça die Stirn bieten, ähnlich wie beim achtbaren 1:1 im Hinspiel, doch nichts von alldem war dann zu sehen.

“Kindergarten-Fußball”, ärgerte sich TV-Experte Matthias Sammer. Wie das Kaninchen vor der Schlange erstarrte der VfB vor den Katalanen, ließ sich teilweise vorführen und demütigen.

Die Roten investierten viel zu wenig, um die weltbeste Vereinsmannschaft in Schach zu halten. “Wir haben zu großen Respekt gezeigt, waren nicht mutig genug und haben zu viele einfache Fehler gemacht. So hat man hier keine Chance”, sagte Manager Horst Heldt.

Lag es an der großen Kulisse? Willkommen im Camp Nou: 98.000 Zuschauer fasst der Fußballtempel. Tagsüber hatten Helfer in der Innenstadt per Handzettel für die Begegnung geworben, die schließlich 88.543 Fans anlockte.

Ein eindrucksvoller Rahmen, der bei manch einem VfB-Spieler sichtlich Spuren hinterließ. Allerdings nicht bei Serdar Tasci: Der Innenverteidiger musste kurzfristig wegen Adduktorenbeschwerden passen, die sich schon am Montag im Training angekündigt hatten. Für ihn spielte Georg Niedermeier, der gleich mächtig viel Arbeit hatte.

Dreimal klärte Torhüter Jens Lehmann gegen Thierry Henry (2. und 11.) und Lionel Messi (9.). Als der Argentinier erneut vor dem VfB-Keeper auftauchte, bedeutete das schon die Vorentscheidung.

Vier VfB-Spieler ließen Messi gewähren, ohne einzugreifen – eine Todsünde gegen den begnadeten Angreifer. Messi durfte den Ball an- und Tempo aufnehmen, sich die Lücke aussuchen und aus 18 Metern abschließen.

“Messi ist 30 Meter allein mit dem Ball gelaufen, das geht doch nicht”, sagte Alexander Hleb. Der Leihspieler vom FC Barcelona blieb selbst weit unter seinen Möglichkeiten – wie fast alle seiner Mitspieler.

Der VfB hatte sich kaum berappelt, da musste er schon den nächsten Rückschlag verdauen. Messi konnte den Ball in Ruhe annehmen und zu Henry weiterleiten. Dessen Querpass drückte Pedro über die Linie – wieder fühlte sich kein VfB-Profi zuständig.

Meine Güte – wo waren all die guten Vorsätze? Der VfB leistete sich zu viele Ballverluste im Mittelfeld, bekam dadurch in der Rückwärtsbewegung große Probleme und hatte dem großen Gegner sowohl in der Defensive als auch in der Offensive zu wenig entgegenzusetzen.

Henry grätschte knapp am Ball vorbei (28.). Dann verlor Sami Khedira den Ball gegen Messi, der Henry bediente – Matthieu Delpierre klärte.

Jetzt kommt Hannover

Obwohl Barça nicht einmal seinen besten Tag erwischt hatte, hatte der VfB nicht den Hauch einer Chance – und keine Torchance, die diese Bezeichnung verdient hätte.

Stattdessen ging es nach dem Wechsel weiter mit dem Einbahnstraßen-Fußball. Dani Alves legte mit der Hacke für Messi auf, der aus der Drehung das 3:0 erzielte – wieder hatte sich die VfB-Abwehr vornehm zurückgehalten.

Einzig Cristian Molinaro wagte sich mal nach vorn, der Schuss des Italieners wurde aber abgeblockt (63.). Auf der Gegenseite rettete Lehmann gegen Andrés Iniesta (79. und 80.), Henry (72.) und Messi (86.) verpassten.

Ein Pass in die Tiefe eröffnete Bojan Krkic den Raum, um das 4:0 zu erzielen. “Barcelonas Klasse hat sich durchgesetzt”, sagte Sami Khedira, “jetzt müssen wir uns voll auf die Bundesliga konzentrieren.”

Dort helfen nur noch Siege, wenn die Aufholjagd doch noch zu Platz fünf und damit in die Europa-Liga führen soll. Das dürfte schwer genug werden. Nächster Prüfstein ist am Samstag Hannover 96.

(STN online 18.3.10)

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