31. Januar 2018

Selbstmord!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , – Franky @ 20:17

Reges Treiben, landauf, landab. Deadline-Day! Für alle Vereine die finale Möglichkeit, ihre Kader zu bereinigen. Perspektivlose Spieler abzugeben oder neue zu holen, um auf Verletzungen, personelle und positionelle Defizite im Kader zu reagieren.

Alle Manager und Sportdirektoren der europäischen Fußballvereine hektisch in Aufruhr. Alle? Nein, von Michael Reschke hörte man nichts (ist sowieso besser so) und sah auch nichts.

Gerüchten zufolge feiert er noch immer die gelungene Korkut-Verpflichtung und hat in der Folge Aspirin mit Schlaftabletten verwechselt.

Für mich haben mit dem heutigen Tage die Planungen für die 2. Liga begonnen.

Zu schwach präsentierte sich der Kader, der laut Reschke, „stark genug ist“, zu stümperhaft muteten die Offensivbemühungen über weite Strecken der bislang gespielten Partien an.

Da keiner mehr kam, der den tödlichen Pass spielen und Standards schlagen kann, habe ich null Komma null Hoffnung, dass das Team mit neuem Trainer plötzlich torgefährlicher wird, ohne sich hinten die Bude voll hauen zu lassen.

Planung für die 2. Liga bedeutet auch, dass man das Unternehmen zwingend ohne den Hauptverantwortlichen, Michael Reschke, angehen muss.

Was hat dieser so hochgelobte Perlentaucher bislang für den VfB geleistet? Überhaupt nichts! Auf seine Transfers wäre jedermann gekommen, alternden Ex-Größen viel zu hohe Gehälter bezahlen, das hätte mit den Daimler-Millionen auch jeder geschafft.

Die einzige Nachhaltigkeit, die in seinem Handeln zu erkennen ist und an die man sich später mal an ihn zurückerinnern wird ist, dass er es in gut sechs Monaten geschafft hat, aus einem von riesengroßer Euphorie getragenen stolzen Club die Lachnummer Fußball-Deutschlands zu machen.

Das hat zunächst einmal überhaupt nichts mit der Korkut-Verpflichtung zu tun. Durch Reschkes Interviews, angefangen, die Kunden des Vereins, die nicht seiner Meinung sind, als ahnungslose Vollidioten abzustempeln, über peinliche Interviews bis hin zu mangelnder Unterstützung und das Untergraben der Autorität von Hannes Wolf.

Reschke wird wohl als erster Sportdirektor der VfB-Historie in die Annalen eingehen, der nach nahezu jedem Interview eine Klarstellung hinterher schieben muss, in der er beteuert, das alles doch nicht so gemeint zu haben.

Ich war 1974 das erste Mal im Stadion und gehe seit der Saison 1976/1977 regelmäßig zum VfB. In meinen gut 40 Jahren fällt mir keine peinlichere Person in tragender Rolle ein. W. S. aus KA war ein anderes Thema, weil bereits vorher verhasst. An Reschke ging man unbelastet an und erhoffte sich was von ihm, weil er, zumindest im Scoutingbereich, mal eine Größe gewesen sein soll.

Reschke hat überhaupt nichts für den VfB geleistet, so dass er wegen seiner miserablen Außendarstellung inzwischen wohl von den meisten Mitgliedern zum Teufel gewünscht wird.

Dieser Mann schadet dem VfB in noch nie dagewesener Weise. Ob es Präsident Dietrich mittlerweile ähnlich sieht, oder ob es Zufall ist, dass er Reschke in seiner gestrigen Mail an alle Mitglieder mit keiner Silbe erwähnt hat? Selbst, wenn Dietrich sich (oder den Mitgliedern) seinen Fehler, ein funktionierendes Konstrukt Schindelmeiser/ Wolf zu Gunsten dieser für diesen Posten absolut ungeeigneter Person auseinander gerissen zu haben, nicht eingestehen möchte, dürften ihm die Sponsoren langsam in den Ohren klingen. Eine gute Außendarstellung des Vereins ist für diese schließlich von eminenter Bedeutung und zudem Vertragsgrundlage.

Meine Kritik an Reschke hat ausdrücklich mit der Verpflichtung von Tayfun Korkut nichts zu tun.

Dass man im ersten Moment erstaunt, geschockt, ja entsetzt gewesen ist, wen wundert es, wenn man DAS Superhirn der Liga in den Reihen hat, manch einer wegen seiner „guten“ Beziehungen von Thomas Tuchel geträumt hat und dann steht plötzlich Korkut vor der Tür.

Dass Reschke dann auch noch weismachen möchte, dies sei sein Wunschtrainer, spottet jeder Beschreibung. Die Medien decken derzeit nach und nach Unwahrheiten auf, die Reschke im Laufe seiner Amtszeit von sich gegeben hat, auch da sollte sich der VfB Gedanken machen, ob es förderlich ist, einen Sportdirektor zu beschäftigen, dem man kein Vertrauen entgegen bringen kann.

Aus diesen Gründen und weil der VfB es geschafft hat, binnen kürzester Zeit zum Chaosverein zu mutieren, ist es nicht verwunderlich, dass andere Trainer als Korkut gleich abgewunken haben, weil sie entweder noch von gut dotierten Verträgen zehren oder eben lapidar ihren eigenen Ruf beim VfB nicht ruinieren möchten. Wer möchte sich dieses Kasperletheater auch antun, wenn er nicht gerade in größter Not ist, oder eben eh schon in Cannstatt wohnt.

Tayfun Korkut gebe ich wie jedem Neuen, die Chance sich zu beweisen. An ihn gehe ich so unvoreingenommen wie möglich ran, schließlich kann er ja nichts dafür, dass Reschke ihn angerufen hat.

Ein bisschen Leid tut er mir jetzt schon. Die Häme, die wegen der Verpflichtung durch die sozialen Netzwerke geisterte, hat kein Mensch verdient.

Ich denke, den meisten ging es dabei wie mir, dass man die Wolf-Entlassung noch nicht richtig verdaut hatte und die überraschende Verpflichtung Korkuts den Groll gegen unsere Vereinsführung explodieren ließ.

Ich verstehe die Leute durchaus, die die Entlassung Wolfs als alternativlos angesehen haben. Es lässt sich nicht verleugnen, dass kaum ein Spiel in dieser Saison gut anzuschauen war, dass übervorsichtig agiert wurde und die Aufstellungen oft fragwürdig waren.

Ich nehme Hannes Wolf trotzdem in Schutz, weil es zwischen ihm und Reschke von Anfang an nicht passte. Weil Reschke mit lahmen Enten wie Aogo und Beck daher kam, die den Fußball, den Wolf am liebsten spielen lassen würden, ad absurdum führten.

Herrscht zwischen Trainer und Sportdirektor ein derart frostiges Verhältnis, wie es wohl gewesen sein soll, muss einer von beiden entlassen werden. Schade, dass es Hannes Wolf traf.

Der Obergipfel und doch VfB-typisch wäre es, jetzt, nach Schließen der Transferperiode und wo nicht mehr gegengelenkt werden kann, Reschke zu beurlauben. Rauscht es weiter so schön im Blätterwald, könnte dieses Kapitel nämlich bald wieder beendet sein.

Tayfun Korkut indes kann jetzt nur gewinnen. Entweder er bestätigt den Ruf des „Ein Punkt pro Spiel im Schnitt“-Trainers, dann steigt der VfB ab und sein Ruf wäre nicht schlechter als vorher. Oder aber er überrascht alle und eilt von Sieg zu Sieg mit der Mannschaft.

Ich kann mir Letzteres nicht vorstellen. Die eklatant schlechte Kaderzusammenstellung wurde nicht im Ansatz korrigiert, zudem hat er es mit den selben Herren Profis zu tun, die zuletzt nicht nur schlechte Leistungen dargeboten haben, sondern es auch an der Einstellung vermissen haben lassen.

Schlimm wäre es, wenn Korkut wenig ändern würde und sich die Spieler auf dem Platz plötzlich zusammenreißen würden, weil die Ansprache von Korkut eine bessere ist als die von Wolf, er gut riecht oder ihnen nicht ganz so viel abverlangt, wie es Hannes Wolf getan hatte.

Dann ginge es in die Richtung, dass das Team gegen Wolf gespielt hätte und den Verein ein Stück weit sehenden Auges ins Chaos gestürzt hätte. Daher hoffe ich fast, dass sie einfach so scheiße sind, wie man sie im Laufe der Saison fast ausschließlich gesehen hat und es dann eben runter geht.

Ein Gutes hätte ein neuerlicher Abstieg nämlich bestimmt. Ein Dietrich und erst recht ein Reschke wären beim VfB nicht weiter vermittelbar, die AG würde kleinere Brötchen backen und der VfB bekäme nach dem Abstieg die zweite Chance zur Konsolidierung und zum Aufbruch in eine goldene Zukunft.

Die erste hat man am Tag der Schindelmeiser-Entlassung verschenkt, der zweite Versuch klappt dann bestimmt. Mir geht es nämlich momentan ähnlich wie 2016, als wir im Abstiegskampf steckten: vor einem weiteren Bundesligajahr mit dann gleicher Konstellation habe ich mehr Angst als vor der 2. Liga.

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15. März 2010

Wie’s nach dem VfB weitergeht: Fünf Spieler – fünf Geschichten

Es sollte ein Neuanfang in einer anderen Umgebung und bei einem anderen Verein werden. Fünf Spieler haben den VfB in der Winterpause verlassen, weil sie mit ihren sportlichen Aussichten in Stuttgart unzufrieden waren. Was ist aus ihnen seitdem geworden?

Thomas Hitzlsperger (27):

Er ist vom Regen in die Traufe gekommen. Beim VfB war er zuletzt nur Reservist – und das ist er jetzt auch bei Lazio Rom. Dadurch sinken seine Chancen auf eine WM-Teilnahme immer weiter, denn der Bundestrainer Joachim Löw verlangt Spielpraxis. Diese Forderung war letztlich auch ausschlaggebend für den Wechsel nach Rom, der weniger aus Überzeugung denn aus Sachzwängen heraus erfolgte. Viel lieber wäre Hitzlsperger ohnehin wohl zum FC Everthon, zu Atletico Madrid oder zum FC Sevilla gegangen, die im Januar aber nur vorgefühlt und dann kein Angebot unterbreitet hatten – im Gegensatz zu Lazio, dessen Fans teilweise als gewaltbereit und faschistisch gelten. Mit solchen Auswüchsen hat Hitzlsperger auch schon Bekanntschaft gemacht. Kürzlich stürmten aufgebrachte Anhänger mit Rauchbomben das Trainingsgelände und konnten erst von der Polizei gestoppt werden. Lazio steckt als 17. der Tabelle tief im Abstiegskampf. Schlechter sind nur Livorno, Bergamo und Siena, aber Hitzlsperger darf kaum eingreifen. Gleich nach seinem Debüt beim 0:1 am 7. Februar gegen Catania wurde er mit bissigen Kommentaren des Trainers Davide Ballardino bedacht, der wenig später durch Edoardo Reja ersetzt wurde. Hitzlsperger sieht kein Land. Nur zweimal kam er bisher zum Zug. Ansonsten sitzt er auf der Bank, wie am Sonntag bei der 1:2-Niederlage in Genua.

Elson (28):

Der Mittelfeldspieler hat sich bei Hannover 96 zu einer wertvollen Stammkraft entwickelt. Bei seinem fünften Einsatz erzielte er am Samstag beim 2:1-Erfolg in Freiburg seinen ersten Treffer – das wichtige 1:0. “Damit hat er sich für seinen Fleiß belohnt”, sagt der 96-Manager Jörg Schmadtke, “wir sind sehr zufrieden mit ihm.” Elson selbst hat schon erklärt, dass er seine Zukunft über diese Saison hinaus in Hannover sieht – selbst wenn die Mannschaft im Mai absteigen sollte. Sein Vertrag in Stuttgart läuft jedoch noch bis Juni 2011, so dass eine Ablösesumme von etwa einer Million Euro fällig wäre. “Wir haben das Signal von Elson vernommen”, sagt Schmadtke, “aber weder wir noch der VfB stehen da im Augenblick unter Druck.” Dennoch hält es der Manager für gut möglich, dass es am Rande der Partie zwischen den beiden Clubs am 20. März in Stuttgart zu Verhandlungen kommt.

Yildiray Bastürk (31):

Für ihn hat sich bisher nichts geändert. Wie schon zuvor beim VfB spielt er auch bei den Blackburn Rovers keine Rolle. Null Einsätze stehen auf seinem Konto. Es reichte noch nicht einmal zu einem Platz im Kader des Tabellenzwölften der Premier League. Dabei hat Bastürk wenig Zeit, um sich zu empfehlen. Sein Vertrag läuft nur bis Juni. “Er ist körperlich noch nicht in der Lage, auf diesem hohen Niveau mitzuhalten”, sagt der Trainer Sam Allardyce. Die Rovers reagierten auf die Defizite und verordneten Bastürk sogar ein speziell auf ihn abgestimmtes Trainingsprogramm. Dadurch soll er die erforderliche Fitness erlangen. Bevor das nicht der Fall ist, werde sich an seinem Status nichts ändern, sagt Allardyce, der aber noch Geduld aufbringt und nach wie vor von den Fähigkeiten des Mittelfeldregisseurs überzeugt ist. Inzwischen spielte Bastürk dreimal für die zweite Mannschaft der Rovers. “Das ist kein Problem”, sagt sein Berater Reza Fazeli, “die Leute in Blackburn sind alle sehr nett zu ihm.”

Jan Simak (31):

Er sagt: “Meine Entscheidung war richtig. Für mich ist es wichtig, dass ich spiele. Insofern läuft hier alles wie geplant.” Bereits fünfmal ist er in der Rückrunde für den FSV Mainz aufgelaufen, auch beim 1:0-Sieg am Sonntag in Hoffenheim stand er in der Anfangsformation. Wenn er sich Ende Januar keine Adduktorenverhärtung zugezogen hätte, wäre die Bilanz vermutlich noch besser. Gegen Mönchengladbach und Hertha BSC musste Simak pausieren. Die Perspektiven stimmen, da sein Vertrag bis 2011 datiert ist – mit einer jetzt schon so gut wie sicheren Option für eine weitere Runde. In Mainz gefällt ihm vor allem die familiäre Atmosphäre, die er in Stuttgart etwas vermisst hat. So hat er auch schon ein Haus gefunden, das er noch in diesem Monat mit seiner Familie beziehen wird.

Ludovic Magnin (30):

Fußballerisch lief es für ihn zunächst ähnlich bescheiden wie in der Hinrunde beim VfB – bis zum Sonntag. Da gelang dem FC Zürich, der zurzeit nur Rang acht belegt, ein 1:0 gegen Luzern – und der Wegbereiter hieß Magnin. Mit einem Dribbling bereitete er das entscheidende Tor von Djuric vor. Für den Verteidiger war es der erste Erfolg nach zwei Unentschieden und einer Niederlage. Deshalb drohte dem FC-Trainer Bernard Challandes schon die Entlassung – was in Magnin ein paar Erinnerungen hervorgerufen haben dürfte. Siehe Stuttgart im Spätherbst, siehe Markus Babbel. Aber eigentlich fühlt er sich gut. “Ich genieße es, wieder zu Hause in der Schweiz zu sein”, sagt Magnin, der froh ist, “dass es hier etwas ruhiger und menschlicher zugeht als in der Bundesliga.” Zwei Ziele hat er in den nächsten Monaten vor allem: die WM – “und außerdem hoffe ich, dass ich meinen jungen Mitspielern in Zürich helfen kann”.

STZ 9.3.10

Aus VfB-Sicht also alles richtig gemacht, die Gehaltsliste entlastet, den Kader ausgedünnt und sportlich nicht geschwächt. Auch dies rechne ich in erster Linie Christian Gross an. Unter seinen Vorgängern war dies nicht möglich, nicht zuletzt, weil sie keine so klare Linie vorgaben, wie es der Schweizer jetzt tut.

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