17. April 2010

Porvoos größter Sohn: Bayers Abwehrchef Sami Hyppiä fehlt noch eine Meisterschaft

Die 90 Minuten des Champions League-Finales 2005 wird Leverkusens Innenverteidiger Sami Hyypiä nie vergessen. Damals noch im Dress des FC Liverpool, sahen sich seine Teamkollegen und er in einem scheinbar
aussichtlosen 0:3-Rückstand zur Halbzeit gegenüber. Der AC Milan wirkte bereits wie der sichere Sieger, doch die „Reds“ kamen zurück in die Partie – und zwar gewaltig. Liverpool erkämpfte sich drei Tore, überstand die Verlängerung und ging aus dem Elfmeterschießen als Sieger hervor. Es waren atemberaubende Spiele wie dieses in den der finnische Abwehrmann sich den letzten Feinschliff geholt hatte, der ihn einst zum Weltklasse-Spieler machte. Mit seinen nunmehr 36 Jahren ist Hyypiä der unumstrittene „Alterspräsident“ der jungen Bayer-Elf und seine Erfahrung sowie Routine haben großen Anteil daran, dass sich die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes unter den ersten Drei der Tabelle festspielte. Sommerneuzugang  Sami Hyypiä strahlt die Ruhe und Gelassenheit in der Defensive aus, die Leverkusen in den letzten Jahren für den ganz großen Wurf gefehlt hat. Mit seinem Stellungsspiel, seiner gekonnten Spieleröffnung und vor allem seiner meist unumstrittenen Lufthoheit
im eigenen Sechzehner verleiht er Bayers Abwehrarbeit eine neue Qualität. In der Kleinstadt Porvoo geboren, stieg er während seiner Profikarriere in den Kreis der populärsten Fußballstars Finnlands überhaupt auf, wurde 2001 sogar zu Finnlands „Sportler des Jahres“ gekürt. Gewonnen hat er Verlauf der Zeit so gut wie alles. Champions League, UEFA-Cup, mehrere Pokalsiege in England und Finnland. Einzig eine Meisterschaft fehlt dem blonden Hühnen noch. Trotz sechs Zählern Rückstand auf den erstplatzierten FC Bayern wäre die Chance in
dieser Spielzeit noch da für ihn und seine Teamkameraden, nach der Schale zu greifen. „Wir haben uns zu Saisonbeginn das Ziel gesetzt, international zu spielen. Jetzt stehen wir auf dem dritten Platz. Wir ziehen unser
Selbstbewusstsein aus den vielen guten Spielen, die wir bereits gemacht haben“, betonte Sami Hyypiä unlängst und zeigte sich unbeeindruckt von der leichten Abwärtstendenz der vergangenen Wochen. „Es gibt ein altes finnisches Sprichwort“, verriet er: „Wenn es gut läuft, willst du mehr!“ Und spätestens seit dem legendären Champions League-Finale 2005 weiß der größte Sohn Porvoos, dass für dieses ominöse „mehr ein starker Schlussspurt entscheidend sein kann.“

Top Facts: Die heutige Paarung im Fokus

1 Kein Klub holte aus den letzten fünf Partien mehr Punkte als der VfB. Nur Bremen und Wolfsburg gelang es ebenfalls, zwölf Zähler einzufahren.
2 Der VfB hat unter Christian Gross erst ein Heimspiel verloren (1:3 gegen den HSV).
3 Leverkusens Schweizer Angreifer Eren Derdiyok schaffte unter VfB-Trainer Christian Gross beim FC Basel seinen Durchbruch im Profifußball. Er bestritt dort 63 Ligaspiele und erzielte hierbei 17 Tore.
4 Derdiyoks Sturmpartner Stefan Kießling schnürte beim Leverkusener 4:0-Sieg in der Hinrunde seinen ersten
und bislang einzigen Bundesliga-Dreierpack.
5 Mit dem VfB und Bayer treffen zwei Mannschaften aufeinander, die in der Liga für ihre Weitschusstore berüchtigt sind. Je elfmal trafen Leverkusen und der VfB aus der Distanz. Nur der HSV erzielte noch mehr Treffer aus der Ferne (13 Tore).
6 Mit 31 gesammelten Zählern bleibt der VfB weiterhin die beste Mannschaft der Rückrunde, gefolgt vom FC Bayern München der „nur“ 27 Punkte einfuhr.

Gesamtbilanz

61 Spiele, 21 VfB-Siege, 16 Unentschieden und 24 Leverkusen-Siege, bei einem Torverhältnis von 96:82 für Bayer 04 Leverkusen.

Heimbilanz des VfB gegen Bayer

15 VfB-Siege, 4 Unentschieden und 11 Heimniederlagen bei einem Torverhältnis von 54:44 für den VfB
Stuttgart.

(Stadion Aktuell 17.4.10, vfb.de)

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11. Januar 2010

Der VfB Stuttgart im November 2009

November

4.11.2009

FC Sevilla-VfB 1:1: Der nächste Schritt aus der Krise

Schulmäßig flankte Arthur Boka kurz vor Schluss von links in die Mitte, ebenso schulmäßig war Julian Schiebers Haltung beim Volleyschuss. Das Problem war nur: der Ball flog hauchdünn vorbei am rechten Torpfosten des FC Sevilla. Vergeben war die Chance zum ganz großen Befreiungsschlag, der ein Sieg in Spanien für den VfB Stuttgart bedeutet hätte. Allerdings bedeutet auch das 1:1 (0:1), dass sich die Mannschaft von Markus Babbel gestern Abend nach einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte erkämpft hat, ein sehr achtbares Ergebnis. Nach dem 0:0 am Samstag gegen die Bayern war es einerseits der nächste Schritt aus der Krise; andererseits hat es der VfB nun selbst in der Hand, mit zwei Siegen in Glasgow und gegen Urziceni ins Achtelfinale der Champions League einzuziehen.

Mit einigen Personalsorgen war Babbels Team nach Sevilla gereist. Fünf Mann fielen angeschlagen aus (Osorio, Träsch, Khedira, Cacau und Marica), und weil im Abschlusstraining Julian Schieber über Knieprobleme klagte, ließ der VfB am Morgen des Spiels vorsichtshalber sogar den Ersatzstürmer Manuel Fischer einfliegen. Der 20-jährige Reservist aus der zweiten VfB-Mannschaft brauchte jedoch nicht einzugreifen – Schieber konnte auf der Bank Platz nehmen. Pawel Pogrebnjak bildete die einzige Spitze, während in der Abwehr wegen der Ausfälle von Träsch und Osorio wie erwartet Khalid Boulahrouz erstmals in dieser Saison rechts in der Viererkette agierte.

Der Niederländer spielt lieber im Abwehrzentrum – und tat dann von Beginn an alles dafür, beim nächsten Mal nicht mehr außen aufzulaufen. Ein Sicherheitsrisiko war Boulahrouz und ermöglichte den Spaniern mit einem Fehlpass bereits nach fünf Minuten die erste Chance. Da hatte der VfB noch Glück, dass Koné nach innen passte, anstatt selbst zu schießen. Schon neun Minuten später jedoch fiel es dann, das 1:0 für Sevilla: Eine einzige Direktkombination über Luis Fabiano genügte, um die gesamt VfB-Hintermannschaft auszuspielen – frei stehend traf Jesus Navas rechts unten ins Eck.

Es war eine verdiente Führung, weil dem VfB in der ersten Halbzeit der Mumm und die Struktur fehlte. Eine Vielzahl von Abspielfehlern leistete sich Babbels Mannschaft, allen voran neben Boulahrouz auch Matthieu Delpierre; sie wirkte verunsichert, behäbig und hatte dem Spielfluss des Gegners nichts entgegen zu setzen. Der FC Sevilla, der schon vor dem Spiel so gut wie sicher fürs Achtelfinale qualifiziert war und mit dem Unentschieden nun auch weiter ist, tat nur das Nötigsten. Trotzdem waren die Spanier in der ersten Hälfte klar überlegen und hätten zur Pause deutlich höher führen können. Die beste VfB-Chance im ersten Abschnitt vergab der aufgerückte Außenverteidiger Arthur Boka, der nach einem Zuspiel von Elson an Sevillas Schlussmann Javi Varas scheiterte (36.).

Viel Zeit für eine Standpauke nahm sich Babbel in der Pause nicht. Gleich nach ein paar Minuten kam der Teamchef wieder aus der Kabine, um die Reservisten Stefano Celozzi und Sebastian Rudy auf ihren Einsatz vorzubereiten. Sie kamen für Boulahrouz und den ebenfalls völlig enttäuschenden Roberto Hilbert. Und siehe da: der VfB spielte fortan deutlich mutiger und erspielte sich gute Torchancen. Vor allem Rudy war es, der für viel Belebung sorgte. Im Anschluss an einen Freistoß tauchte der 19-Jährige frei am zweiten Pfosten auf und schoss knapp drüber (53.). Und eine Minute später traf Pogrebnjak mit einem Kopfball nur die Latte, nachdem Javi Varas zuvor einen Distanzschuss von Kuzmanovic nach vorne hatte abprallen lassen.

Fehlendes Engagement war dem VfB nun keineswegs mehr vorzuwerfen. Entschlossen suchten die Stuttgarter den Weg nach vorne und wurden in der 78. Minute für ihren Einsatz belohnt: Mit einem Gewaltschuss aus 20 Metern traf Kuzmanovic zum verdienten Ausgleich. In der Schlussphase – Sevilla war verletzungsbedingt nur noch zu zehnt – war der VfB dann dem Sieg sogar ganz nahe. Doch Schiebers Volleyabnahme ging knapp vorbei – trotz der schulmäßigen Schusshaltung.

Sevilla

Javi Varas – Konko, Squillaci, Escude, Fernando Navarro – Jesus Navas, Zokora, Romaric (62. Duscher), Capel (58. Perotti) – Koné (31. Negredo) – Luis Fabiano.

Stuttgart

Lehmann – Boulahrouz (46. Celozzi), Tasci, Delpierre, Boka – Hilbert (46. Rudy), Kuzmanovic, Hitzlsperger (64. Schieber) – Elson, Hleb – Pogrebnjak.

Schiedsrichter

Atkinson (England).

Tore

1:0 Jesus Navas (14.), 1:1 Kuzmanovic (78.).

(Bericht: STZ online)

5.11.2009

Babbel sauer: “Erste Halbzeit nicht VfB-würdig”

Das grottenschlechte Gekicke seiner Schützlinge trieb Markus Babbel zur Weißglut. “Die erste Halbzeit war nicht VfB- würdig. Das war eine Katastrophe”, wetterte der erboste Teamchef des VfB Stuttgart nach dem letztendlich noch verdienten 1:1 (0:1) beim FC Sevilla.

Durch das Remis wahrten die Stuttgarter ihre Chance auf den Achtelfinaleinzug in der Champions League. “Die Mannschaft hat ängstlich, ohne Mumm und nur passiv agiert und sich unheimlich viele Fehlpässe erlaubt.” Sportdirektor Horst Heldt sprach von “Angsthasenfußball”.

Click here to find out more!Die Schwaben ließen sich im ersten Durchgang vom haushohen Favoriten faktisch ohne Gegenwehr regelrecht vorführen. Wie gelähmt ergaben sie sich beinahe teilnahmslos ihrem Schicksal. Für Babbel war der erschreckend schwache Auftritt ein Rätsel: “Dass sich ein Großteil der Mannschaft vor Angst in die Hosen gemacht hat, ist mir unerklärlich.” Dank Torhüter Jens Lehmann lag der Bundesligist zur Pause nur 0:1 zurück nach einem glänzend herauskombinierten Treffer von FC Kapitän Jesús Navas (14. Minute). “Wir hatten Glück, dass nur ein Tor gefallen ist”, räumte Heldt ein.
Mit einer kurzen, knallharten Kabinenpredigt und der Auswechslung der beiden Schwachstellen Khalid Boulahrouz und Roberto Hilbert erzielte der vor Wut und Enttäuschung kochende Coach die erhoffte Wirkung. “Ich musste laut werden”, rechtfertigte Babbel sein Donnerwetter. “Es war wie bei Kindern, wo man manchmal auch lauter werden muss.” Zudem hatte der Teamchef die Profis in Anspielung auf seine weiterhin unsichere Arbeitssituation bei der Ehre gepackt: “Ich habe den Jungs klar gemacht, dass ich der Einzige bin, der Angst um seinen Kopf haben müsste.” Heldt lobte den Teamchef: “Markus hat eine gute Ansprache gehalten.”
 

Der VfB agierte nach dem Wechsel wie verwandelt und dominierte nun das Geschehen weitgehend. Die Herausnahme des ebenfalls äußerst schwachen Kapitäns Thomas Hitzlsperger nach gut einer Stunde brachte dem VfB einen weiteren positiven Impuls. Mehr als der hochverdiente Ausgleich durch Zdravko Kuzmanovic (79.), dessen strammen Schuss Julian Schieber noch leicht abgefälscht hatte, glückte den aufopferungsvoll kämpfenden Stuttgartern indes nicht. “Ich bin froh, dass ich endlich mein erstes Tor für den VfB erzielt habe”, sagte der Serbe erleichtert.

Sebastian Rudy aus Nahdistanz (53.) und Pawel Pogrebnjak mit einem Lattentreffer (54.) hatten zuvor Pech gehabt. Schieber vergab das mögliche 2:1 (83.). “Ich bin sauer und unzufrieden, dass wir nicht gewonnen haben”, sagte Lehmann angesichts der gewaltigen Steigerung nach dem Seitenwechsel und der guten Chancen. Babbel war hingegen nach der kaum noch zu erwartenden Reaktion “stolz auf meine Jungs”.

Nach dem Achtungserfolg bei den Andalusiern, die trotz des ersten Unentschiedens bereits für das Achtelfinale qualifiziert sind, rechnet Babbel fest mit dem Weiterkommen: “Ich bin hundertprozentig davon überzeugt, dass wir es schaffen.” Der Gruppendritte hat es nun selbst in der Hand, mit zwei Siegen gegen Glasgow und Urziceni alles klar zu machen. (STN online)

6.11.2009

VfB-Sportdirektor und die Fehleinkäufe: Held oder Versager

Der VfB riskiert, dass er alles verliert, was er sich nach der Meisterschaft 2007 aufgebaut hat. Die Misere binden die Kritiker vor allem Horst Heldt ans Bein. Aber auf seinem Tiefflug befindet sich der Manager in bester Gesellschaft.

Es ist nicht so, dass der ehemalige Fußballprofi Horst Heldt (39) immer nur auf der Sonnenseite des Lebens stand. Als ihn Felix Magath 2002 zum VfB Stuttgart holte, bestellte er den Mittelfeldspieler zu sich ins Büro, knallte einen Vertrag auf den Tisch, der das Gehalt eines gehobenen Platzwarts vorsah und murmelte mit grantigem Gesicht: “Du bist körperlich ja auch nur auf dem Niveau eines Bezirksligaspielers.” Da straffte Heldt den Rücken und antwortete mit betonfester Stimme: “Okay, dann lassen wir das eben!”

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Das war mutig. Horst Heldt, damals 31, kam aus der österreichischen Operettenliga von Sturm Graz, und es fielen ihm vermutlich nicht viele gute Argumente ein, um auf seine reiferen Fußballertage den Vertrag seines Lebens auszuhandeln. Aber er hatte seinen Stolz, und es ging ihm um seine Würde. Am Ende haben sich die beiden Dickschädel doch noch geeinigt. Ein Schaden war es nicht. Weder für Horst Heldt, der sich durch die gnadenlose Fußballwelt seines Trainers biss, noch für den VfB, der für wenig Geld einen brauchbaren Organisator seines Angriffspiels bekam.

Manchmal wird dem heutigen Sportdirektor des VfB dieser schwergängige Anfang in Erinnerung kommen, wenn er – wütend, enttäuscht oder einfach nur menschlich verletzt – von den Kübeln ätzender Kritik hört und liest, die in den Tagen des sportlichen Misserfolgs über ihm ausgeschüttet werden. Wer ihn erlebt, wie er bleichgesichtig zusammengesunken und mit vor der Brust verschränkten Armen von der Bank aus das Spiel verfolgt, der hat eine ungefähre Vorstellung davon, wie bleiern die Lage der Dinge auf ihm lastet.

Nicht, dass man Mitleid mit ihm haben müsste. Er hat es selbst so gewollt und ein Teil seines Gehalts, das bei 1,2 Millionen Euro liegen dürfte, nennt sich Schmerzensgeld. Aber die Rolle des öffentlichen Fußabtreters verlangt besondere Opfer.

Wie Don Quichotte stellt er sich seit Wochen in Interviews, Fernsehauftritten und Diskussionen der Verantwortung, die er übernommen hat, als er am 3. Januar 2006 den Tausch vollzog vom Kicker in kurzen Hosen zum Manager mit Schlips und Kragen. “Das ist mein Job”, sagt Heldt, “ich laufe vor den Problemen nicht davon.” Und er ist Pragmatiker genug, um zu akzeptieren, dass die Erfolge von gestern im Hier und Jetzt nichts mehr zählen.

So sehr er sich bemüht, die Bilanz seiner Arbeit in etwas milderem Licht erscheinen zu lassen, die Rolle des Sündenbocks und Prügelknaben wird er so schnell nicht mehr los. “Ich kann diese gequirlte Scheiße nicht mehr hören”, entfuhr ihm vor Tagen als Telefongast am Stammtisch des Deutschen Sportfernsehen (DSF), als ein schlecht informierter Journalist bemängelte, dass der VfB auf den Abgang von Mario Gomez miserabel vorbereitet war.

Wer die Wahrheit kennt, weiß, dass erst der Kreuzbandriss des Wunschkandidaten Patrick Helmes (Bayer Leverkusen) beim Freizeitkick in der Sommerpause die Personalie im Angriff zum Problemfall machte. Aber in Bierkrughöhe über den Stammtischen wirken Emotionen nun mal besser als Argumente. Und weil der nette Herr Babbel auf der Sympathie-Skala öffentlicher Beo-bachtung so unschuldig daherkommt wie ein Klosterschüler, macht er als Teamchef offenbar verzeihliche Fehler – er muss seine Jungmillionäre nur mal richtig scheuchen.

Der Präsident, des gesprochenen Wortes durchaus mächtig, schwieg zu all dem wochenlang wie ein Grab. Erst jetzt besann sich Erwin Staudt einer gewissen Mitverantwortung und stellte sich ein wenig lau an die Seite seines Vorstandskollegen: “Ich glaube, dass bei unseren Transfers die Treffer überwogen haben.” Bedingungslose Unterstützung klingt irgendwie anders.

Wie sich die Zeiten doch ändern. Nur eineinhalb Jahre, nachdem Horst Heldt seinen Job angetreten hatte, feierte der VfB die deutsche Meisterschaft und stand im Pokalfinale. Experten lobten seine kluge Transferpolitik, bescheinigten ihm bei der Auswahl des Trainers Armin Veh Weitsicht und sicheren Instinkt. Die Liga feierte ihn als zweiten Uli Hoeneß, und als zwischen den Spielzeiten Felix Magath erst in Wolfsburg und dann auf Schalke um die Dienste seines Freundes buhlte, berief ihn der VfB flugs in den Vorstand. Das war am 1. Juli 2009, und Aufsichtsratschef Dieter Hundt schrieb dem Manager ins Zeugnis: “Seine Bestellung ist Ausdruck unserer Wertschätzung seiner Arbeit.”

Erst Held, jetzt Versager? Mehr und mehr senkt sich der Daumen über dem Glückspilz von einst. Schließlich hat er die mutmaßlichen Luschen im Trikot mit dem roten Brustring für viel Geld gekauft. Diese Sicht der Dinge ignoriert zwar fast schon böswillig, dass wohl kein Manager dieser Welt Spieler holt, die sein Coach partout nicht will, aber wen interessiert das schon, wenn beim sportlichen Tiefflug die Bauchlandung droht?

Nach der Meisterschaft 2007 hatte Armin Veh gegen jeden Rat auf den Transfer des verletzungsanfälligen Yildiray Bastürk gepocht. Dass er ihn bekommen hat, ist aus heutiger Sicht der bisher wohl größte Fehler von Horst Heldt. Aber hätte sich der Manager gegen den plötzlich so selbstbewussten Meister-Trainer gestellt, wäre noch vor Saisonbeginn das Tischtuch zwischen beiden zerschnitten gewesen.

In solchen Situationen sind Vereine regelrecht erpressbar, was auch die Option in Bastürks Vertrag erklärt, wonach er nach Ende dieser Saison noch ein Jährchen bleiben könnte, sollte es ihm am Neckar besonders gut gefallen. Die Klausel war indirekt der Preis für den ablösefreien Transfer.

Wie kein anderer Fall veranschaulicht der Bastürk-Handel die eigentliche Misere im Verein für Bewegungsspiele. Nach Fehlgriffen (Giovanni Trapattoni) und Beinah-Blamagen (Jürgen Kohler) auf der Suche nach einem passenden Trainer, folgte der in sportlichen Fragen eher unbefangene Erwin Staudt den Stimmen, die ihm dringend zur Verpflichtung eines Managers rieten – auch um sich selbst aus der Schusslinie der öffentlichen Kritik zu nehmen. Horst Heldt stürzte sich mit Leidenschaft in die neue Aufgabe, die neben Fachwissen vor allem eines erfordert: reichlich Erfahrung.

Doch über die verfügt beim VfB Stuttgart bis heute im Grunde nur einer: der alte Kämpe Ulrich Ruf – der Dino auf der Chefetage. “Der liebe Uli” (Staudt) fühlt sich aber nicht wohl in der Rolle des sportfachlichen Korrektivs und bewertet in Vorstandssitzungen derlei Entscheidungen zuvorderst unter kaufmännischen Gesichtspunkten. Als Finanzdirektor hält er es im Zweifelsfall mit seinem früheren Lehrmeister Ulrich Schäfer (“Die Bomb geht net unter meinem Hintern hoch!”). Und der ebenfalls noch unerfahrene Jochen Schneider, Heldts Helfer bei Vertragsverhandlungen, macht kein Geheimnis daraus, dass er sportliche Qualität und Perspektiven eines Spielers oder Trainers nur schwerlich beurteilen kann.

Deshalb kümmert sich die One-Man-Show Horst Heldt fast ohne konstruktiven Widerspruch um sportliche Strategien und Konzepte. Dass er dabei seit der Meisterschaft 2007 vom Glück verfolgt ist, wird selbst er nicht ernsthaft behaupten. Jetzt laufen Horst Heldt und der VfB Gefahr, dass alles wieder zusammenfällt, was mit der Meisterschaft 2007 begann. Wenn es dumm läuft, braucht Heldt spätestens in der Winterpause einen neuen Trainer – und der VfB am Ende der Saison einen neuen Manager. Und Felix Magath hätte diesmal wohl leichtes Spiel. (STN online)

7.11.2009

0:0 in Gladbach: Warten auf den Erfolg

Normalerweise fahren wir ja mit dem Auto oder mit dem ICE zu den Auswärtsspielen vom VfB. Für das Spiel in Mönchengladbach aber schlossen wir uns den Murgtalschwaben an, die eine Busfahrt organisierten. Vorneweg: herzlichen Dank an Heiko & Co. für die gute Organisation und den gelungenen Tag sowie an die Busfahrer Peter und Klaus für die sichere und unterhaltsame Fahrt.

Unser Zustieg war um 8.30 Uhr auf dem P&R-Parkplatz Ettlingen nahe der Autobahnabfahrt Karlsruhe-Süd. Über die Südtangente Karlsruhe fuhren wir die A65 bis Ludwigshafen, um von dort über die A61 direkt Kurs Richtung Mönchengladbach zu nehmen.

Beine vertreten am Rasthof

Zunächst eine kürzere Pinkel- und Zigarettenpause, am Rasthof Mosel dann ein längerer Halt mit Brötchen und Würstchen. Um die Fahrt kurzweilig zu gestalten, gab es im Bus dann noch ein VfB-Quiz mit durchaus schwierigen Fragen aus der Geschichte des VfB zu lösen, das Anita und ich mit knappem Vorsprung vor Geli und Carle auch prompt gewannen. Unser Preis: ein schöner Murgtalschwaben-Schal, den wir von nun an in Ehren halten werden. Danke! Gegen 13.30 Uhr schließlich kamen wir auf dem Gästebusparkplatz am Borussia-Park an. Die Stadiontore waren noch geschlossen, so daß sich schon eine Menge VfB-Fans auf dem Platz tummelten, nach und nach trudelten weitere Fan-Busse ein. Wie eigentlich immer konnte sich der VfB auch in Gladbach einer zahlenmäßig beachtlichen Fanschar sicher sein. Die Vorfreude, auch bei uns, war groß.

Geli, Carle und Anita voller Vorfreude

Nach kurzem Abwägen, ob wir noch was trinken gehen sollen, entschlossen wir uns, ob der Lage des Stadions in der Pampa, am Stadion zu bleiben, schließlich waren von den 10 mitgebrachten Bierkästen noch Restbestände vorhanden. Alles andere hätte sich ja kaum mehr gelohnt. So vertrieben wir, wie viele andere Mitgereiste, uns die Zeit zunächst vor dem riesigen Stahlkoloß namens Borussia-Park.

Der Borussia-Park

So tranken wir noch gemütlich unser, wenn auch badisches, trotzdem “einheimisches” Bier. Als ein Fläschchen ungewollt in einen Borussia-Eimer fiel, startete Geli die Rettungsaktion und präsentierte sich dann auch sichtlich erfreut mit dem “Fund”.

Wer suchet, der findet

YES

Heiko unterdessen konnte es kaum erwarten, bis sich die Tore öffneten.

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Um ca. 13.45 Uhr wurden dann die Tore für die Gästefans geöffnet.

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Während sich die meisten Leute auf dem Platz auf den Weg in den Block machten, stellten wir fest, daß auch noch Hofbräu im Bus war. Und das zogen wir zunächst dem Jever, von dem wir ja nicht einmal sicher waren, ob es Vollbier oder so eine Light-Plörre war, vor.

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Gegen 14.15 Uhr machten auch wir uns auf den Weg ins Stadion. Der Einlaß verlief schnell und problemlos. Im Stadion rund um die Essens- und Getränkestände trafen wir natürlich jede Menge bekannter Gesichter.

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Nach einem weiteren Bierchen (nun also doch ein Jever), gingen wir hoch auf unseren Platz. Zunächst einmal war die Enttäuschung groß. Direkt nebenan ein bescheuertes Gitter.

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Ich befürchtete schon, daß an diesem Tag bildertechnisch nicht viel gehen wird. Da der Block noch reichlich andere Plätze bot und sich auch nicht dramatisch füllte, als es auf dem Anpfiff zuging, stellte ich mich etwas weiter nach unten in den Gang, wo Gott sei Dank auch das ganze Spiel über keiner deswegen herumstresste. An gleicher Stelle traf ich dann auch Soke einmal wieder, mit dem ich dann während des Spiels ein wenig fachsimpeln konnte, vor allem natürlich, was die Situation beim VfB betrifft.

Wie schon vor den letzten beiden Spielen, kam die Mannschaft nach dem Aufwärmen zum VfB-Block. Ob die Mannschaft dabei die Fans zum Support anstacheln möchte oder sich selbst die letzte Portion Motivation abholen möchte, hat sich mir noch nicht erschlossen. Ersteres ist eigentlich unnötig, der Support stimmt trotz der zuletzt dargebotenen Leistungen immer noch 100%ig. Es soll wohl vielmehr ein Wir-Gefühl demonstriert werden. Dies sollte die Mannschaft aber mal auf dem Platz zeigen, nicht nur den Fans gegenüber sondern auch mannschaftsintern.

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VfB-Fans: lautstark und farbenfroh

Beim Gegner kam beim Schmettern des Vereinsliedes und der Präsentation der Mannschaftsaufstellung erstmals Stimmung auf.

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Beim Einlaufen und vor dem Anpfiff machte die Mannschaft wie immer einen entschlossenen Eindruck. Weshalb sie das im Spiel bisweilen nie umzusetzen imstande ist, bleibt mir rätselhaft. Wie das Kaninchen vor der Schlange versteckt man sich bereits in den Anfangsminuten und überläßt einer Mannschaft wie Mönchengladbach, die ja nicht gerade zu den Spitzenmannschaften gehört, das Spiel. Daß der VfB wieder nur mit einer Spitze angetreten ist, ließ von Anfang an nicht den unbedingten Willen erkennen, den Befreiungsschlag eindrucksvoll erreichen zu wollen (“Sieger” im Stürmerlotto dieses Mal Pavel Pobrebnjak). Diese Maßnahme signalisierte eher den Gladbachern, die Initiative übernehmen zu sollen, und die ließen sich auch nicht lange bitten. Der VfB hätte bereits nach 20 Minuten aussichtslos zurückliegen können, wenn nicht, aus Gladbacher Sicht, müssen. Jeweils die Anfangsminuten der beiden Halbzeiten dominierte Gladbach eindeutig, danach gelange es dem VfB jeweils hinten weniger zuzulassen, ohne vorne aber richtig gefährlich zu werden. Einzig einem überragenden Jens Lehmann konnte es der VfB verdanken, bis zum Schluß im Spiel geblieben zu sein. Und so wäre am Ende sogar noch der, wenngleich auch unverdiente, Sieg möglich gewesen, wenn man an den Pfostenschuß von Kuzmanovic und den Schlenzer von Bastürk (Ist es Verzweiflung des Trainers oder ein letzter Strohhalm, nachdem bereits alle aus dem aufgeblähten Kader ihr Können zeigen konnten, nur der kleine Bastürk nicht, wenn der Trainer diese teure Fehlinvestition plötzlich aus dem Hut zaubert? Die Begeisterung darüber hielt sich auf den Rängen schwer in Grenzen), der  knapp neben das Tor ging, denkt. Ich persönlich war einmal mehr schwer enttäuscht über die Leistung der Mannschaft. Einzig Lehmann, Boka und Celozzi konnte man gestern Bundesligatauglichkeit attestieren, alle andere eine einzige Enttäuschung. Von den einen bin ich mehr enttäuscht, wie Hleb, der nur noch ein Schatten seiner selbst ist. Er hätte sich vorher überlegen können, ob er dem Druck als Hoffnungsträger beim VfB, auch angesichts des kolportierten Jahresgehalts von 6,5 Mios, gewachsen sein wird und ob der VfB in der Verfassung weiterhelfen kann. Gestern spielte er einmal mehr grottenschlecht, war langsam, sowohl körperlich als auch gedanklich und wirkte unkonzentrierte. Auch Hitz The Hammer, derzeit allenfalls noch ein Hämmerle, spielt nur noch unterirdisch und ist in diesen Krisenzeiten alles andere als ein richtiger Kapitän, der auch mal dazwischenhaut. Er ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Wenn der Kerle Mumm hätte, sollte er das Gespräch mit Jogi Löw suchen und sich für die beiden Länderspiele befreien lassen, um bei der Mannschaft zu sein. Außerdem ist es mehr als lächerlich, wenn er nach seinen bisherigen Leistungen, noch immer ins Eliteteam berufen wird. Wenn hier wieder von der Spätzle-Connection gesprochen wird, in diesem Fall sicher zu Recht.

Auch Pavel Pogrebnjak gelang gestern wenig, er wirkte sehr phlegmatisch. Bei ihm spürt man, daß er quasi seit März ohne Pause durchspielt. Da kommt es gerade recht, daß Cacau wieder fit ist und man dem Pavel mal eine Pause gönnen kann.

Die Liste der Formschwachen ließe sich weiter fortführen, für heute belasse ich es aber dabei.

Ich habe keine Ahnung, wie hier vor der Winterpause (ohne Trainerwechsel) noch die Wende herbeigeführt werden kann. Hinten anfällig, vorne harmlos, wenig Laufbereitschaft, schwache Standards. Im Training gehören die Zügel angezogen. Die paar Male, als ich beim Training war, war ich schon verdutzt, daß mehr Joggen und Gymnastik auf dem Programm stand, als das Spiel mit dem Ball. Da gehört mehr Zug hinein. Auch über die Absetzung von Hitz als Kapitän würde ich ernsthaft nachdenken und die Binde jemandem geben, der Vorbild an Einsatz und Nervenstärke ist. Der einzig Wahre wäre natürlich Jens Lehmann, wenn er dazu bereit wäre. Hier noch einige Bilder vom Spiel, mehr davon unter in meiner Bildergalerie.

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Jetzt kommt erst einmal wieder eine nervige wie überflüssige Länderspielpause. Danach gegen Hertha BSC sind wir sicher wieder frohen Mutes, daß dann endlich die Wende gelingen möge. Wer dann für die dazu nötigen Tore sorgen soll, weiß ich nicht, vielleicht hilft ja vorne doch einmal wieder der liebe Gott. :-) .

Nach dem Spiel war um 18 Uhr Treffpunkt am Bus, mit dem wir uns erst einmal in den Stau Richtung Autobahn einreihten. Auf dem Programm stand dann noch ein Essens- und Trinkenstopp in Koblenz beim alten Brauhaus. Nachdem uns das Navi einige Male in Koblenz im Kreis und auf Straßen, die für Busse nicht unbedingt geeignet waren, lotste fanden wir das Brauhaus dann doch in einem netten Gässchen. Gegen 20.15 Uhr trafen wir dort ein, die Betreiber hatten uns Gott sei Dank die Tische noch freigehalten, die ja bereits ab 19 Uhr reserviert waren. Das Lokal selbst ist urgemütlich, wer Interesse hat siehe selbst unter www.altesbrauhaus-koblenz.de. Das Bier war hervorragend und auch das Essen war klasse. Dazu gemischtes Publikum, Partymusik und das alles in urigem Ambiente, wofür nicht allein die netten Fäßchen auf dem Tisch sorgen. Anfangs kam etwas schwer in Feierlaune, wie diese Bilder zeigen.

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Nachdem die ersten Fäßchen angezapft waren, wurde die Stimmung dann auch besser. :-)

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Kurz nach 22 Uhr hießt es dann aber schon wieder “Abfahrt”. Carle und ich bedauerten sehr, daß wir keine Übernachtung in Koblenz gebucht hatten und verließen das Lokal schweren Herzens. Wir hätten ja gerne noch ein Fäßchen für die Rückfahrt mitgenommen, aber 50 Euro Pfand war uns dann doch zu viel.
Noch im Lokal aber beschlossen wir, zusammen am 12.12. nach Koblenz zu fahren, einen schönen Abend im Brauhaus zu verbringen, zu übernachten und am 13. dann weiter nach Mainz zum Spiel zu düsen. Unsere Regierungen gaben hierfür auch bereits ihr Einverständnis. :-) .

Danach ging es dann schnurstracks zurück auf die Autobahn. Gegen 1.15 Uhr waren wir wieder am P&R-Platz, gegen 2 Uhr zu Hause. Wie anfangs erwähnt, ein gelungener Tag mit den Murgtalschwaben. Nächstes Mal sind wir gerne wieder dabei, vielleicht laßt Ihr ja dann die 5 Gladbacher zu Hause. ;-)

10.11.2009

Herzlichen Glückwunsch! Jens Lehmann wird 40

VfB-Torwart Jens Lehmann feiert am heutigen Dienstag seinen 40. Geburtstag. Der VfB Stuttgart wünscht Jens an seinem Geburtstag alles Gute, viel Glück und Gesundheit und noch viele tolle Paraden für den Verein mit dem roten Brustring.
Noch am Samstag bewahrte der Schlussmann seine Mannschaft beim 0:0 mit zahlreichen Glanzparaden vor einer Niederlage in Mönchengladbach und sicherte mit einer überragenden Leistung dem VfB einen wichtigen Punkt. Spiele wie gegen Gladbach waren in seiner bisherigen Karriere keine Seltenheit, im Gegenteil: Jens Lehmann bewies bei all seinen Vereins-Stationen und in der Nationalmannschaft seine Extraklasse und sammelte viele Titel, die ihn zu einem der besten Torhüter der Welt werden ließen. Unvergessen bleibt sein gehaltener Elfmeter im Viertelfinale der WM 2006 in Deutschland gegen Argentinien. Am 30. Juni im Berliner Olympiastadion hielt er den Versuch von Esteban Cambiasso, vierter Schütze der “Gauchos”, und bescherte Deutschland einen kollektiven Jubeltaumel und seinem Team den Einzug ins Halbfinale der WM im eigenen Land. Dort schied das deutsche Team jedoch im Halbfinale gegen Italien mit 0:2 in der Verlängerung unglücklich aus. Im selben Jahr führte er seinen damaligen Verein Arsenal London als sicherer Rückhalt ins Finale der UEFA Champions League, wo sich die Engländer dann aber dem FC Barcelona geschlagen geben mussten. Zudem erhielt Lehmann bereits in der 17. Minute die rote Karte. Über diese beiden Partien sagt der Jubilar heute: “Diese Spiele würde ich gerne noch mal umdrehen.”

Kopfballtor im Revierderby gegen Borussia Dortmund

Zu den Meilensteinen in der Karriere des gebürtigen Esseners zählen sicherlich der UEFA-Cup Sieg 1997 mit dem FC Schalke 04, der Deutsche Meistertitel 2002 mit Borussia Dortmund und der Gewinn der Englischen Meisterschaft 2004 mit den “Gunners”. Dabei blieben Lehmann und Co. die Saison über ungeschlagen! Vor allem die Schalke-Fans werden auch den 19. Dezember 1997 nicht vergessen. Im Revierderby gegen Borussia Dortmund köpfte der damals 28-jährige Keeper in der Nachspielzeit einen Eckball zum 2:2-Endstand über die Linie. “Dieses unbeschreibliche Gefühl eines geschossenen Tores wird mir immer in Erinnerung bleiben. Es wurde übrigens auch noch Tor des Jahres 1997″, so Lehmann. Bislang absolvierte Jens Lehmann, der im Sommer 2008 zum VfB kam, 375 Spiele in der 1. Bundesliga, 147 Partien in der englischen Premier League, fünfmal stand er für den AC Mailand in der Serie A im Tor, 57 Einsätze stehen in der Champions League zu Buche, 31-mal war er im UEFA-Cup in Aktion und 57-mal hütete er das Tor der deutschen Nationalmannschaft. Nach seiner Karriere wird er den Fans voraussichtlich auch weiterhin erhalten bleiben, denn: “Ich will weiter im Bereich Fußball arbeiten, als Manager oder Trainer. Da kenne ich mich am besten aus.”

Jens Lehmann wird für seine offene Art geschätzt, seine Mitspieler können sich jederzeit auf ihn verlassen, und auch im fortgeschrittenen Fußballeralter von nunmehr 40 Jahren gehört er noch immer zu den Top-Torhütern des deutschen Fußballs.

14.11.2009

Länderspiele:

Das an diesem Tag geplante Testspiel der Deutschen Nationalmannschaft gegen Chile wurde wegen des Suizids von Robert Enke abgesagt.

Elfenbeinküste-Guinea 3:0, Boka 90 Minuten nur Reservist

Nordirland-Serbien 0:1, Kuzmanovic in der 52. Minute ausgewechselt.

Polen-Rumänien 0:1, Marica, mit Torvorlage, wurde in der 61. Minute ausgewechselt.

Italien-Holland 0:0, VfB-Verteidiger Khalid Boulahrouz gehörte zum holländischen Aufgebot, kam aber nicht zum Einsatz.

18.11.2009

Länderspiele:

Deutschland-Elfenbeinküste 2:2: Überzeugender Auftritt

Im letzten Testspiel des Jahres kam die deutsche Nationalmannschaft am Mittwochabend vor 30.000 Zuschauern gegen die Elfenbeinküste in Gelsenkirchen zu einem 2:2-Unentschieden.

Gedenken an Robert Enke

Die Teams, die beide für die WM 2010 qualifiziert sind, gedachten vor dem Spiel dem am 10. November 2009 verstorbenen Nationalkeeper Robert Enke. Die Ivorer, bei denen VfB-Verteidiger Arthur Boka in der Startformation stand, über die volle Distanz die linke Seite gut im Griff hatte und für einige Offensivaktionen sorgte, trugen beim Einlaufen ein Gedenk-T-Shirt. Michael Ballack legte ein Enke-Trikot auf die Auswechselbank, und noch vor dem Abspielen der Hymnen lief ein Film über Robert Enke.

Hitzlsperger und Boka spielten durch, für die deutschen Tore sorgte Lukas Podolski.

Slowenien-Russland 1:0 (Playoff-Rückspiel), Die russische Nationalmannschaft scheiterte in den Play-off Spielen für die WM 2010 in Südafrika an Slowenien. Nach dem 2:1-Hinspielerfolg in Moskau verlor die Elf von Trainer Guus Hiddink im slowenischen Maribor mit 0:1. Durch das Auswärtstor des Bochumers Zlatko Dedic muss sich die russische Mannschaft und damit auch VfB-Stürmer Pogrebnyak, der in der 77. Minute für Diniyar Bilyaletdinov eingewechselt wurde, die WM im nächsten Jahr von zu Hause aus anschauen. Im Hinspiel wurde Pogrebnjak nicht berücksichtigt.

Holland-Paraguay 0:0, Khalid Boulahrouz war 90 Minuten nur Ersatz.

Serbien-Südkorea 1:0, VfB-Mittelfeldspieler Zdravko Kuzmanovic stand für den WM-Teilnehmer dabei 82 Minuten auf dem Platz.

21.11.2009

1:1 gegen das Schlußlicht: VfB-Krise spitzt sich zu

Endlich wieder Bundesliga nach der Trauer um Robert Enke und der Abwesenheit der Nationalspieler. Ich muß zugeben: vor dem Spiel konnte ich nicht einschätzen, in welcher Verfassung das Team zurück kommt. Eine gefühlte Ewigkeit lag das Spiel in Gladbach schon wieder zurück. Verfällt der VfB in den gleichen Trott wie vor der Pause oder kommt er gestärkt heraus und startet endlich die dringend notwendige Aufholjagd. Zeigt man der Hertha von Beginn an, wer Herr im Haus ist oder hat man Angst vor der eigenen Courage und beißt sich am Funkel-Riegel die Zähne aus? Und so zogen wir auch los, ohne das übliche Kribbeln an einem Spieltag. So emotionslos, wie sich die Mannschaft ihrem Schicksal ergibt. Ich hatte gestern schon ein dummes Gefühl und glaubte nicht daran, daß die Wende ausgerechnet gegen Hertha kommen sollte. Zu oft schon diente der VfB solch schwachen Mannschaften als Aufbaugegner. Meine Vorfreude beschränkte sich daher darauf, unseren kompletten Stammtisch beim SSC nach 3 Wochen wieder zu treffen. Erst um kurz nach 15 Uhr entschlossen wir uns, den Weg Richtung Stadion anzutreten. Dort angekommen lief auch schon You’ll never walk alone, begleitet von einer weiß-roten Schalparade.

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Das Spiel begann wie alle Spiele an diesem Wochenende mit einer Schweigeminute für Robert Enke.

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Und nun hinein ins Spiel. Mit Verkünden der Mannschaftsaufstellung kam die Ernüchterung wieder. Mit dieser Mannschaft müssen wir weiter leben, mindestens bis zur Winterpause.

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Marica bekam seine x-te Chance, auch Hitzlsperger und Hleb durften wieder von Beginn an ran. Niedermeier erhielt wieder den Vorzug vor Boula, Rudy vor Elson und Cacau stand erstmals seit seiner Verletzung wieder in der Startformation. Wie in letzter Zeit schon häufig gesehen, begann der VfB nicht schlecht, hatte auch die ein oder andere Torchance, ohne jedoch richtig zwingend werden zu können. Wie schon in der gesamten Saison schaffte es der VfB aber auch gegen Hertha BSC nicht, den Ball im Tor auf Seite der Untertürkheimer Kurve unterzubringen. Nach 20-25 Minuten hatte der VfB sein Pulver dann wieder verschossen und die Hertha kam mit den stümperhaften Angriffsversuchen immer besser zurecht. Auch das zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison, daß der VfB das Tempo nicht ein gesamtes Spiel über hochhalten kann. Wie zur Zeit in jedem Spiel schickte der Trainerstab nach etwa 25 Minuten die Auswechselspieler zum Warmmachen raus. Ob dies eine Drohgebärde gegen die auf dem Platzstehenden sein soll oder zur modernen Trainingslehre gehört, die Markus Babbel in Köln genießt, weiß ich nicht. Sollte ersteres gemeint sein, lachen sich die Spieler auf dem Platz darüber wahrscheinlich tot, denn erwischt hat es in dieser Phase noch keinen, und das obwohl das Spiel vom VfB deswegen auch nicht besser geworden ist. Nach guten 10 Minuten Warmlaufen, dürfen die Herren dann auch schon wieder auf der Bank Platz nehmen. Zur Halbzeit hatte dann noch das von vielen schon vorher prognostizierte 0:0 Bestand.

Die 2. Halbzeit begann dann mit einem Paukenschlag: der erst in der Pause eingewechselte Ramos erzielte quasi mit der ersten Torchance der Berliner das 0:1.

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Dieser neuerliche Rückschlag löste im Stadion fast so etwas wie eine Schockstarre aus. Es war eine merkwürdige Atmosphäre geprägt von Hoffnungslosigkeit zu spüren. Auch die Akteure auf dem Rasen scheinte die drohende Niederlage zu lähmen. Besser wurde es erst wieder als in der 65. Minute Hitzlsperger und Marica das Feld verließen und durch Elson und Pogrebnjak ersetzt wurden.

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Augenscheinlich in den letzten Wochen ist, daß das VfB-Spiel nach Hitzlspergers Auswechslung besser wird. Es wird direkter und mehr nach vorne gespielt und dadurch mehr Druck entfacht. In der derzeitigen Verfassung unseres Kapitäns wäre es für alle besser, ihn draußen zu lassen und ihm ein Sondertraining zu verordnen, mit dem er an seine alte Stärke wieder herangeführt werden kann. Daß es an der Zeit ist, diese Personalie zu überdenken, zeigte auch das Pfeifkonzert bei seiner Auswechslung.

Marica blieb wie so gut wie immer blass. Mir fehlt der Glaube, daß er hier noch sein und unser aller Glück findet. Ihm sollte eine Luftveränderung in der Winterpause dringend ans Herz gelegt werden. Er wirkt blockiert und unkonzentriert. Dann lieber Schieber oder Pavel spielen lassen (beide brachten neuen Schwung nach ihren Einwechslungen) und von der Zweiten einen jungen motivierten Spieler auf die Bank setzen.

Ein Gewinn war Cacau gestern. Auch wenn ihm manchmal wenig gelingt und er übermotiviert erscheint. Er ist ein Vorbild an Einsatz und eben einer, dem die Situation nicht egal ist, wie es bei einigen anderen zu sein scheint. Von seiner Einstellung könnten sich einige eine Scheibe abschneiden. Daß er noch ein paar Spiele braucht nach seiner Verletzung ist klar, trotzdem war er gestern einer der auffälligsten Akteure.

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Abermals enttäuscht war ich von Aleks Hleb. Zwar hatte er einige gute Szenen in Hälfte eins, trotzdem ist das viel zu wenig was er bringt und das eben nur phasenweise. In der 2. Halbzeit taucht er dann total unter.

Wir sind nunmal keine Sozialstation, um einen Profi für viel Geld aufzupäppeln, der uns im Sommer sowieso wieder verläßt. Mich würde wirklich interessieren, was er im Sommer getan hat. Und selbst, wenn er da auf der faulen Haut gelegen hätte. Jetzt, Ende November, sollte auch solch ein Fall fitgemacht worden sein, wofür haben wir denn einen solch großen Trainerstab. Hier liegt die Vermutung nahe, daß er ein unprofessionelles Verhalten an den Tag legt und nicht alles für seine Fitness tut. In dieser konditionellen Verfassung wäre er vermutlich auch in der 2. Liga kein großer Gewinn. Auch er wurde bei seiner Auswechslung mit Pfiffen bedacht, die ihm nur ein müdes Grinsen abrangen. Erinnert sei an dieser Stelle an sein Zitat “die Pfiffe der Fans sind mir scheißegal”. Apropos Pfiffe: In der Phase zwischen dem 0:1 und dem 1:1 hörte man erstmals deutlich Sprechchöre aus dem Oberrang “Babbel raus”.

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In der 82. Minute wurde dann die Schlussoffensive vom VfB doch noch belohnt, Kuzmanovic nutzte den Abpraller eines Träsch-Schusses, den Julian Schieber zu ihm durchstecken konnte, zum verdienten 1:1.

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Kuzmanovic war abermals ein Vorbild an Einsatz und mausert sich in letzter Zeit fast zu unserem torgefährlichsten Mann. Schade, daß er kurz nach seinem Tor, wegen einem eher harmlosen Foul, das er wegen eines Bockes vom ansonsten guten Boka begehen mußte, die Ampelkarte sah und im so schweren Auswärtsspiel in Leverkusen daher fehlen wird.

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Auch zu zehnt hätte mit etwas mehr Glück der Siegtreffer noch gelingen können. Aber man muß auch der Realität ins Auge sehen. Wir sind derzeit eben nur auf Augenhöhe mit dem Tabellenschlußlicht der Liga. Inzwischen sind wir auf dem Relegationsplatz angekommen, das gute daran: viel tiefer können wir nicht mehr sinken. Wann der Verein einmal handelt, steht in den Sternen. Mir ist es derzeit zu ruhig von seiten der Vereinsführung. Das Schicksal des Vereins wird scheinbar kritiklos den Freunden Heldt und Babbel  überlassen, ohne daß seit Wochen irgendwelche Anzeichen der Besserung eintreten würden. Vermutlich scheut man sich vor dem großen Schnitt, denn, eine Entlassung von Babbel müßte eigentlich mit der Trennung von Heldt einhergehen.

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Am Dienstag bereits steht der Gang nach Glasgow an. Daß ausgerechnet dort die Wende eintritt, kann ich mir nicht vorstellen. Wie man bei den Rangers spielen kann, hat nicht zuletzt Urziceni bei seinem Sieg im Ibrox-Park gezeigt. Leider neigt der VfB auswärts dazu, einem eigentlich schwächeren Gegner (wie zuletzt in Gladbach), durch eigene Passivität die Initiative zu überlassen und dadurch stark zu machen. Und das ist vor allem auf der Insel saugefährlich, wo die Mannschaft dann auch extrem vom Publikum angetrieben wird. Hoffen wir, daß das Trainerteam das ähnlich sieht und nicht wieder mit nur einer Spitze antritt.

24.11.2009

2:0 in Glasgow: der VfB hat das Siegen nicht verlernt

Gegen 7.15 Uhr am Montag ging es für Anita und mich los, um am Flughafen Stuttgart unseren Flieger nach Frankfurt, der planmäßig um 9.50 Uhr abheben sollte, stressfrei zu erwischen. Aufgrund starker Windböen in Frankfurt, startete der Flieger mit etwa 20-minütiger Verspätung. Wir bekamen aber noch den Anschluss nach Edinburgh, auch wenn bei Ankunft am richtigen Gate das Boarding schon begonnen hatte. Der Wind war auch auf dem Flug nach Edinburgh unser ständiger Begleiter. Aufgrund der Wetterumstände aber war der Flug sehr angenehm. Gegen 14 Uhr schottischer Zeit landeten wir in Edinburgh und fuhren auch gleich mit dem Airport Shuttle in die City, wo wir unser Zimmer im Holiday-Inn Hotel bezogen. Da wir den Rest der Gruppe, die von Memmingen aus nach Edinburgh flogen, erst gegen 18 Uhr erwarteten, zogen wir zunächst alleine los und erkundeten zu Fuß die Innenstadt. Edinburgh gilt ja als eine der schönsten und für Touristen attraktivsten Städte Europas. Auch uns hat die Stadt sehr gut gefallen, auch wenn wir zum einen insgesamt wenig Zeit hatten, zum anderen das Wetter für touristische Aktivitäten nicht sehr einlud. Der Montag ging eigentlich noch, da war es nur windig aber noch weitgehend trocken. Wie bereits erwähnt, sind wir irgendwann dann auch wieder zurück ins Hotel, um auf die Anderen zu warten, die dann auch bald eintrafen. Dann, als Tanja, Stefan, Gise, Uwe und Inge kamen, war das Hallo natürlich riesig. Aber halt: einer fehlte ja noch, Winne, der hatte sich schon in einem Pub mit den Einheimischen angefreundet. :-) .

Nach dem Einchecken und auch dem Eintreffen von Winne zogen wir dann los Richtung Innenstadt, um etwas zu trinken und zu essen. Die Pubs sind gemütlich, die Leute freundlich und die Preise aufgrund des Kursverlustes des Britischen Pfundes inzwischen mit unseren vergleichbar, teilweise sogar eher günstiger.

Hoch die Tassen

Danach zogen wir weiter in einen anderen Pub, um Jojo und seine Gruppe, die ebenfalls von Memmingen aus flogen, aber in einem anderen Hotel wohnten, zu treffen. Dort verbrachten wir den Rest des Abends und feierten noch in Winnes Geburtstag hinein. Und das sogar 2 Mal, einmal um 12 Uhr schottischer und dann noch mal um 12 Uhr deutscher Zeit. :-)

Smalltalk im Pub

Am Spieltag trafen wir uns zeitig zum Frühstück, um vor der Bahnfahrt nach Glasgow noch ein wenig die Stadt zu erkunden. Inzwischen war das Wetter nicht mehr nur grau, inzwischen hatten wir Dauerregen und es war nasskalt. Dennoch liefen wir Richtung Edinburgh Castle und trotzten dem Wetter, um wenigstens etwas von Edinburgh zu sehen. Ich muß sagen, die Stadt hat etwas. Ich habe mir fest vorgenommen, zu einer angenehmeren Jahreszeit wieder zu kommen. Da ich inzwischen schon zum dritten Mal mit dem VfB in Schottland war, gehe ich bei unserem “Losglück” davon aus, daß sich Fußball und Kurzurlaub in Schottland in naher Zukunft mal wieder verbinden lassen. Hier ein paar Eindrücke unseres Spaziergangs.

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Danach holten wir unser Gepäck aus dem Hotel und machten uns auf Richtung Waverley Station, dem Hauptbahnhof von Edinburgh, um mit dem Zug nach Glasgow zu fahren.

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Um keine Zeit zu verlieren legten wir den Weg von der Glasgower Queen Street Station zum Holiday Inn in Glasgow mit dem Taxi zum Spottpreis von nur 5 Pfund zurück. Da so eine Zugfahrt durstig macht, testeten wir als erstes unsere Hotelbar. Da die Schotten gestauchtes Bier nicht kennen und es eher eiskalt vernichten, heiligt der Zweck auch manchmal die Mittel. :-) ))

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Danach ging es dann schnurstracks, ebenfalls mit dem Taxi, in den Lauders Pub. Dort warteten bereits Heiko und Nico auf uns, die über Dublin nach Edinburgh kamen. Die Kneipe war voller VfB-Fans, so daß man sich schon einmal in Form singen konnte.

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Langsam kam dann doch Vorfreude auf das Spiel und (vor allem?) das Stadion auf. Nach den zuletzt gezeigten Leistungen, waren die Erwartungen im Keller. Kaum jemand rechnete wirklich damit, daß man die Schotten so einfach wegputzen könnte. Der Dauerregen in Glasgow tat sein übriges. Wie wollen unsere Schönwetterspieler den schottischen Kampfmaschinen Paroli bieten? Bei meinen ersten beiden Glasgow-Besuchen war es doch das gleiche. Wir hatten die vermeintlich bessere Mannschaft und ließen uns von den Schotten den Schneid abkaufen, dann kommt das Publikum, macht das Stadion zum Hexenkessel und unsere Jungs schleichen sichtlich beeindruckt über den Rasen und laden den Gegner zum Toreschießen ein. Warum sollte ausgerechnet jetzt, in der größten Krise seit 1974/75, alles anders werden? Das gute daran: je weniger die Hoffnung, desto geringer die Enttäuschung, wenn das Erwartete eintrifft. Unseren Schottland-Trip würden wir uns jedenfalls von einer desolaten Leistung nicht vermiesen lassen.

Da das Spiel im Ibrox-Park bereits um 19.45 Uhr schottischer Zeit begann, brachen wir gegen 18 Uhr Richtung Stadion auf. Die Buchanan-Station ist unweit des Pubs – die dort verkehrende Metro fährt direkt zum Stadion. An der Station angekommen, kam erst einmal Enttäuschung und Unverständnis auf . Berichten anderer Fans zufolge wurde in den langen Schlangen bis zum Bahnsteig von VfB-Fans geschoben und somit Unruhe gestiftet. Daraufhin ließen die den Eingang bewachenden Polizisten keine VfB-Fans mehr in die Station und forderten uns auf, die 3-4 Meilen bis zum Stadion zu laufen. Daraufhin versteckten wir unsere Fan-Utensilien und nahmen den anderen Eingang, was auch problemlos klappte. Wir befürchteten schon, daß sich dieses Vorkommnis auch auf die Kontrollen am Stadion auswirken würde, was sich aber nicht bewahrheitete. Laut der vom VfB übersetzten und abgedruckten Stadionordnung wären ja nicht einmal Fotoapparate erlaubt gewesen, doch im Stadion blitzte es an allen Ecken und Enden. Der Einlass und die Kontrollen waren eher lasch im Vergleich zu manchem Bundesligaspiel. Vielleicht liegt das am überwiegend guten Benehmen der VfB-Fans bei den letzten drei Glasgow-Besuchen. Ich würde das ganze mal als angemessen bezeichnen, da es sich auch nicht gerade um ein Problemspiel handelte und die Rangers und die VfB-Fans ja auch durchaus gemeinsam gefeiert haben.

Im Stadion war der Gästebereich bereits sehr gut gefüllt, während die Tribünen der Rangers-Fans noch sehr leer waren.Dies änderte sich kurz vor Spielbeginn schlagartig. Die offizielle Zuschauerzahl betrug 41.468, laut Rangers Webseite würden 51.082 ins Ibrox-Stadium hereinpassen, bei CL-Spielen wahrscheinlich etwas weniger. Trotzdem ist das ein Indiz dafür, daß den Schotten angesichts des schwachen Pfundes der Groschen nicht mehr so locker sitzt und andererseits die Fans mit den jüngsten Leistungen der Mannschaft unzufrieden sind. Walter Smith ist ob seiner Defensiv-Taktiken ähnlich umstritten wie bei uns derzeit Markus Babbel.

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Die Stimmung im Stadion war zu Beginn top. Im Bereich der rund 2.500 mitgereisten VfB-Fans war sowieso immer Stimmung. Die Schotten wurden von zwei kleinen Fanblöcken am linken und rechten Rand des VfB-Sektors immer wieder angepeitscht. Für kurze Zeit hat dann auch mal das ganze Stadion mitgemacht, dann hört man natürlich für diese Zeit vom Gästeblock fast nichts mehr. :-) Aber: Gott sei Dank waren das dieses Mal nur kurze Strohfeuer, über weite Strecken war der VfB-Support um Längen besser.

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Beim Abspielen der Champions League Hymne läuft es dann einem nicht so sehr von Champions League Teilnahmen verwöhnten VfB-Anhänger immer noch kalt den Rücken runter. Wenn diese Hymne ertönt, wird man wieder daran erinnert, daß man trotz Relegationsplatz in der Bundesliga noch immer im Kreis der Großen mitspielen darf. Und, anders als 2007, stehen die Chancen aufs Achtelfinale gut, und das obwohl wir bis vor dem Spiel noch sieglos waren.

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Hinein ins Spiel: der VfB war gegenüber dem insgesamt schwachen Auftritt gegen Hertha auf zwei Positionen verändert. Für Marica spielte Pogrebnjak, für Hitzlsperger Osorio. Taktisch kehrte der VfB zur Doppel-Sechs, gebildet von Kuzmanovic und Träsch, zurück. Cacau spielte allenfalls eine hängende Spitze. Der VfB begann engagiert, auch weil die Rangers ihm die Initiative überließen. So gab es bereits in der Anfangsphase eine gute Chance für Cacau, die aber McGregor im schottischen Tor hervorragend vereitelte. Der VfB ließ aber nicht nach und ging bereits nach einer guten Viertelstunde durch den glänzend aufgelegten Sebastian Rudy verdient in Führung. Der Jubel im VfB-Block war natürlich riesig. Einige Unverbesserliche haben aber wohl den Schuß nach dem Frankfurt-Spiel nicht gehört und zündeten ein Bengalo, das dicke Rauchschwaden nach sich zog. So ein Bengalo sieht ja schon gut aus, aber angesichts der drohenden Strafen an den Verein sollten Fans, denen der VfB am Herzen liegt, solche Aktionen tunlichst unterlassen. Nicht auszudenken, sollte der DFB (…gut, in diesem Fall ist die UEFA zuständig…) einmal eine Platzsperre oder ein Geisterspiel aussprechen.

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Alles in allem spielte der VfB souverän nach der Führung und stark leistungsverbessert. In zwei, drei Situationen Mitte der ersten Halbzeit hätte das Spiel nach individuellen Fehlern kippen können, wenn die Schotten ihre Chancen genutzt hätten. Damit hatten sie aber ihr Pulver auch schon wieder verschossen und der VfB das Spiel im Griff. Die 0:1 Pausenführung war hochverdient und die Stimmung im VfB-Block glänzend.

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In der 59. Minute dann erhöhte der schon seit Wochen stark spielende Kuzmanovic auf 0:2, womit das Spiel entschieden war. Der Rest war nur noch Feiern und von einigen auch Häme gegenüber den Rangers Fans, worauf diese natürlich sauer reagierten. Auf die Palme brachte sie als vom VfB-Block die Celtic-Hymne schlechthin “You’ll never walk alone” angestimmt wurde. Genauso beliebt machten sich diejenigen, die Celtic-Schals oder sonstige Celtic-Fan-Utensilien in Richtung der Rangers Fans hielten. Mir ist Celtic auch sympathisch, seit wir dort gespielt haben, trotzdem empfinde ich solche Provokationen als Respektlosigkeit gegenüber den Rangers und unterlasse so etwas deswegen. Schließlich wollen wir hinterher auch mit den Rangers noch ein Bierchen trinken können. :-) Der Großteil der anderen Rangers-Fans machte sich schon ab der 70. Minute in Scharen vom Acker, zu groß war die Enttäuschung über die Leistung der eigenen Mannschaft und dem daraus resultierenden Ausscheiden aus dem Europacup.

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Am VfB hatte ich an diesem Dienstag wenig auszusetzen. Klar waren die Rangers kein Gradmesser, ob die Krise jetzt bewältigt ist. Aber, der VfB hat auch schon bewiesen, daß man trotzdem dort verlieren kann. Das hat der VfB vermieden und war im Grunde fast die gesamten 90 Minuten spielbestimmend. In die Einzelkritik möchte ich daher auch nicht groß gehen. Hervorzuheben sind allerdings Kuzmanovic, Boka und natürlich Rudy. Formverbessert hat sich Aleks Hleb gezeigt. Er hat viel probiert, dribbelte sich aber ein ums andere Mal fest. Allerdings war auch auffällig, daß selten ein Mitspieler mitging und anspielbar war. Pogrebnjak wirkte unglücklich und bei seinen Chancen übernervös. Er rackerte aber immens und lief viel. Ich denke, wenn er mal wieder ein Erfolgserlebnis hat, wird er auch kommen. Vielleicht reicht ja auch mal “nur” ein Stürmertor, daß auch die Kollegen die schon seit Wochen andauernde Flaute beenden können. Scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Gefallen haben mir im übrigen auch Delpierre, Träsch, Osorio und Cacau, wobei ich jetzt doch wieder fast die gesamte Mannschaft aufgezählt habe. :-) .

Die Mannschaft wurde dann auch aufgrund des unerwartet starken Auftritts vom Anhang gefeiert. Höhepunkt der Feierlichkeiten im Stadion war die gemeinsam praktizierte Umba.

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Nach einer rund 15-minütigen Blocksperre verließen wir sehr zufrieden den Ibrox-Park. Der Trip hat sich in jeder Hinsicht gelohnt. Glasgow und die Stadien dort sind immer eine Reise wert, dazu mit einer klasse Truppe unterwegs gewesen und erstmals seit 2 Monaten wieder einen Sieg eingefahren.

Ich hoffe, das war der Anfang vom Ende der Krise. Gegen den Tabellenführer Leverkusen wird es natürlich sauschwer, zumal wir dort in schon deutlich besseren Phasen sehr schlecht ausgesehen haben. Leider fehlt Kuzmanovic am Sonntag wegen seiner gelb-roten Karte gegen Hertha. Auch gegen Leverkusen habe ich persönlich keine besonders hohen Erwartungen. Eine Niederlage wäre normal. Mir geht es mehr um das Wie. Mit einer gesunden Einstellung und hoher Konzentration den Leverkusenern das Leben schwer machen und eigene Nadelstiche setzen. Einfach, den Aufwärtstrend von Glasgow fortsetzen. Wenn man dann verliert und alles versucht hat, der Gegner aber besser war, kann man auch aus so einem Spiel gestärkt hervorgehen und die Punkte dann eben gegen Bochum holen. Horst Heldt hat im Interview gesagt, man darf nach diesem Spiel zufrieden aber nicht selbstzufrieden sein, meiner Meinung nach hat er es damit auf den Punkt gebracht. Selbstzufriedenheit brachte uns erst in die Abwärtsspirale.

Nach dem Spiel fuhren wir  wieder ins Lauders, wo die Party weiter ging. Mit einem netten schottischen Mädel tauschte ich dann noch meinen Schal, so daß ich auch mein Souvenir mitgebracht habe. Dumm nur, daß in Schottland die Pubs (zumindest unserer und viele umliegende) um Mitternacht schließen. Dann fuhren wir eben mit dem Taxi zurück ins Hotel, die Hotelbar hatte bis 2 Uhr auf. ;-)

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An der Bar dann mußten wir uns dann auch schon wieder von den Memmingen-Fliegern verabschieden (wir sehen uns am Samstag :) )), da sie in aller Hergotts Früh raus mußten am Mittwoch. Unser Flug stand erst um 13.55 Uhr auf dem Programm, so daß wir gemütlich in den Tag starten konnten. Aufgrund einer zweistündigen Verspätung des Abflugs verpaßten wir in Frankfurt den Flug nach Stuttgart und bekamen von der Lufthansa Gutscheine für die Bahn, mit der wir dann heimfuhren und zur zweiten Halbzeit der Champions League Konferenz schließlich daheim waren. Aber dies nahmen wir gerne in Kauf, wir, waren schließlich dabei. Alles für den Verein!

29.11.2009

Debakel in Leverkusen: Beim VfB brechen alle Dämme

Nach ziemlich genau einer Stunde waren selbst die VfB-Fans mit ihrer Geduld am Ende. Mit erstaunlicher Gleichmut hatten sie monatelang den Niedergang des Clubs verfolgt und auch in den dunkelsten Momenten einen Grund zum Feiern gefunden. Nun aber, bei dieser Vorführung in Leverkusen, wollten auch sie nicht länger zuschauen: “Wir haben die Schnauze voll”, sangen sie und riefen den Stuttgarter Spielern nach dem Schlusspfiff wüste Beleidigungen hinterher.

Nach einer desolaten Vorstellung hat der VfB bei Bayer am Sonntag Nachmittag völlig verdient mit 0:4 (0:2) verloren und liegt in der Tabelle auf dem vorletzten Platz. Auf eine Trendwende hatten die Stuttgarter nach dem Sieg in der Champions League bei den Glasgow Rangers gehofft – nun spitzt sich die Lage noch weiter zu, vor allem für den Teamchef Markus Babbel. Er steht nach diesem leblosen Auftritt seiner Mannschaft vor der Entlassung.

Im Vergleich zum Sieg in Glasgow hatte Babbel seine Elf auf zwei Positionen verändert: Der wieder genesene Serdar Tasci anstelle von Georg Niedermeier kehrte in die Innenverteidigung zurück; und für den gesperrten Zdravko Kuzmanovic brachte der Teamchef nicht etwa den Kapitän Thomas Hitzlsperger, sondern Timo Gebhart. Der spielte auf rechts, während Sebastian Rudy neben Christian Träsch im zentralen defensiven Mittelfeld begann.

Den Angriffen hilflos ausgesetzt

Der VfB fand zunächst gar nicht schlecht ins Spiel. Keine zwei Minuten waren vergangen, als Cacau nach einem Geistesblitz von Alexander Hleb allein vor dem Tor stand – und in den Boden trat. Kurz danach zeigte auch sein Angriffspartner Pawel Pogrebnjak, wie man es nicht macht: Allein steuerte der Russe aufs Tor zu, lief immer weiter – und merkte erst dann, dass für ein Torerfolg auch ein Abschluss nötig ist. Fahrlässig ging der VfB mit seinen frühen Chancen um – und sah sich fortan dem Leverkusener Angriffswirbel hilflos ausgesetzt.

Etwa von der zehnten Minute an zeigte sich in aller Deutlichkeit, warum Bayer Tabellenführer ist und der VfB ein Abstiegskandidat. Wie in einem Trainingskick müssen sich die Hausherren gefühlt haben, so ungestört durften sie sich die Bälle zuschieben. Erschreckend leidenschaftslos und ohne jegliche Struktur präsentierte sich der VfB, der den Ernst der Lage ganz offensichtlich noch immer nicht erkannt hat.

Chance auf Chance erspielten sich die Leverkusener bis zur Halbzeit. Eine davon verwertete Stefan Kießling: Im Anschluss an einen Freistoß sprang Sami Hyypiä nicht zum ersten Mal höher als der auch in der Defensive orientierungslose Pogrebnjak; sein Kopfball landete bei Kießling, der aus wenigen Metern verwertete (22.). Matthieu Delpierre hatte den Nationalstürmer zuvor aus den Augen verloren.

“Wir sind dämlich und spielen großen Mist.”

Genauso amateurhaft stellten sich die Stuttgarter beim zweiten Gegentreffer an: Kein Verteidiger fühlte sich für Eren Derdiyok zuständig, als der Schweizer aus dem Mittelfeld in den Strafraum sprintete. Also durfte er völlig ungehindert die maßgenaue Flanke von Toni Kroos einköpfen (38.). Mit dem 0:2-Pausenrückstand war der VfB bestens bedient, denn auch ein Debakel wäre zu diesem Zeitpunkt möglich gewesen. Zweimal jedenfalls landeten Schüsse von Kroos am linken Pfosten. Und dass Pogrebnjak kurz vor dem Halbzeitpfiff frei vor dem Tor viel zu umständlich eine weitere Chance verstolperte, brachte den VfB-Manager Horst Heldt vollends auf die Palme.

Über die “dilettantische Chancenverwertung” wetterte er in der Pause und ließ auch am Rest der Mannschaft kein gutes Haar. “Wir sind dämlich und spielen großen Mist”, sagte er, es sei “eine Vollkatastrophe” und “unfassbar, was einige abliefern”. Dem Teamchef empfahl Heldt, “am besten alle elf Spieler auszuwechseln”.

Babbel beließ es bei zwei Wechseln und brachte für Gebhart und Cacau Roberto Hilbert und Julian Schieber. Besser wurde es aber auch mit ihnen nicht. Nach Belieben durfte Bayer weiterhin kombinieren – die logische Konsequenz waren zwei weitere Tore von Stefan Kießling: Zum 3:0 lieferte erneut Kroos die Vorarbeit; und vor dem Elfmeter zum 4:0 rannte Jens Lehmann vor lauter Frust im Strafraum Derdiyok um. Zwölf Saisontore hat Kießling nun auf seinem Konto – genau einen Treffer mehr als der VfB in der ganzen Saison erzielt hat.

Leverkusen: Adler – Schwaab, Friedrich, Hyypiä, Castro (84. Sarpei) – Vidal (84. Bender), Reinartz – Barnetta, Kroos – Derdiyok, Kießling (89. Helmes).

Stuttgart: Lehmann – Osorio, Tasci, Delpierre, Boka – Rudy, Träsch – Gebhart (46. Hilbert), Hleb – Cacau (46. Schieber), Pogrebnjak (73. Marica).

Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf).

Tore: 1:0 Kießling (22.), 2:0 Derdiyok (38.), 3:0, 4:0 Kießling (59., 87./Foulelfmeter).

(STZ online)

30.11.2009

Die Trainerfrage bleibt offen:Die Entscheidung wird vertagt

Nach der Niederlage am Sonntag gegen den Tabellenersten Bayer Leverkusen diskutieren beim VfB die Verantwortlichen über die Konsequenzen für den Verein. Ob Markus Babbel auch weiterhin Trainer bleiben kann, ist nach wie vor unklar. Das Training hat er am Montag geleitet. Wie es weitergeht, wird wohl erst am Dienstag entschieden. (STZ online)

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