5. November 2018

Verarschen kann ich mich auch selbst!

Freitagabend, Flutlicht und ein fast volles Haus. Da muss doch das Herz eines jeden Fußballprofis vor Freude hüpfen, wenn man nach einer anstrengenden Trainingswoche von der Leine gelassen wird und zeigen darf, was man(n) drauf hat.

Auch als Fan liebe ich Freitagabendspiele. Einen schöneren Opener ins Wochenende kann man sich kaum vorstellen. Bei Zeiten Feierabend machen, Freunde treffen, sich aufs Wochenendbier freuen und zugleich mit Gleichgesinnten aufs Spiel einstimmen, bevor es schließlich ins Wohnzimmer Neckarstadion geht.

Gewinnt man das Auftaktspiel des Bundesligawochenendes auch noch, darf man sich erfreuen, wie die Konkurrenz Federn lässt, bekommt das Dauergrinsen nicht mehr los und hat ein ganzes Wochenende lang Zeit, sich von den Strapazen der Siegesnacht zu erholen.

Soweit die Theorie und die Glücksmomente, die ein Fan-Leben für einen bereit hält, wenn es denn läuft. Die Praxis sieht derzeit, bei mir zumindest, anders aus. Am liebsten würde ich an Spieltagen in Cannstatt sitzen bleiben, gehe aber dennoch, jedoch mit einer negativen Grundstimmung, „runter“.

Zu unterirdisch bislang die Vorstellungen, angefangen mit Rostock, zu dilettantisch die Fehler, die regelmäßig zu Toren führen, zu bemitleidenswert mit anzusehen, wie aussichtslos das Unterfangen ist, einem Rückstand hinterherzurennen. Immer wenn man dann denkt, schlimmer geht’s nimmer, setzt es den nächsten Tiefpunkt.

Wie schon beim 0:4 gegen Dortmund bin ich auch gegen die Frankfurter Eintracht in der Halbzeit gegangen, weil die Gefühlslage schwer in Richtung „verarschen kann ich mich auch selbst“ ging.
Dann doch lieber den Cannstatter Gastwirten Gutes tun, als sich das Herumgestümpere auf dem Rasen anzutun, schließlich fehlen die Lichtblicke, die Hoffnung auf eine Aufholjagd machen würden.

Es tut weh, unheimlich weh, den VfB von einem Debakel zum nächsten zu begleiten und keinerlei Ansatzpunkte zu finden, die Hoffnung auf zeitnahe Besserung machen würden. Im Grunde bin ich keiner, der das Geschehen vorzeitig verlässt. Schon die Chronistenpflicht als Fanfotograf und die Spannung, wie der Empfang der „Mannschaft“ in der Kurve nach dem Spiel denn ausfallen würde, sind Motivation genug, bis zum Schluss auszuharren und noch ein paar Bilder zu machen.

Gegen Dortmund war ich unheimlich sauer, weil man Weinzierl in seinem ersten Spiel derart im Regen stehen ließ, man zum propagierten Neuanfang schlafmützig ins Spiel ging und Konzentration schon in der dritten Minute nicht vorhanden war. Das schreibe ich dem elendigen Charakter dieser Truppe zu, zumal die Gegentore zwei und drei ja auch nicht lang auf sich warten ließen.

Gegen Frankfurt fielen die beiden Gegentore direkt vor meiner Nase, so dass ich den Dilettantismus und das nicht vorhandene Abwehrvorhalten aus nächster Nähe bewundern durfte. Mir fiel dazu wirklich nichts mehr ein, das hatte mit Bundesliga nichts zu tun.

Was mir das Bleiben zuletzt besonders erschwerte, war, außer den grottenschlechten Darbietungen auf dem grünen Rasen, dass sich in meinem Bereich auf der Haupttribüne Richtung Untertürkheimer Kurve etliche Gästefans mit Tickets eindecken und bei solchen Spielverläufen für mich nur schwer ertragbare Partys feiern.

DIE Fankneipe für DIE Fans, den A-Block, hat man ja sinnigerweise in der Kurve untergebracht, zu der man mit Tickets von außerhalb der Cannstatter Kurve während der Spiele keinen Zugang hat. Das wäre sonst eine Alternative, mit Gleichgesinnten bei einem schnellen Bier das Geschehen verarbeiten zu können im Stadion zu bleiben.

Ich aber sitze, hauptsächlich wegen der Bilder, relativ „allein“ auf der anderen Seite und höre den Gästeblock meist lauter als die Cannstatter Kurve. So bin ich regelmäßig mittendrin im „Karneval in Stuttgart“, nach dem es mir so überhaupt nicht ist.

Feiern dann noch Gästefans in „meinem“ Block und posaunen ihre Freude zu impulsiv raus, provozieren oder versperren einem die Sicht bei „Steht auf, wenn ihr… seid“, gehe ich lieber, bevor ich einen Kropf bekomme oder zu pöbeln beginne.

Der Stachel sitzt also derzeit so tief, dass ich lieber das Stadion verlasse, als mir Demütigung um Demütigung live anzutun. Als Fan kann man sich nur verarscht fühlen, einmal mehr null Schüsse aufs Tor von Kevin Trapp (der hätte mit mir ein Bier trinken gehen können…) unterstreichen die hoffnungslose Unterlegenheit unseres Teams. Es ist auch bei weitem nicht so, dass man beim vorzeitigen Verlassen des Stadions Gefahr laufen würde, eine sensationelle Aufholjagd zu verpassen.

Nein, der Gegner richtet sich irgendwann ein und ist mit dem Ergebnis zufrieden, der VfB ist zufrieden, wenn der Gegner endlich Ruhe gibt und das Debakel im Rahmen bleibt, so dass man sich ein solch ungleiches Duell auch sparen kann. Zur Gewohnheit soll das bitte nicht werden. Ich erwarte schließlich auch keine Siegesserie, was ich jedoch erwarte, ist ein Team, das sich für den Brustring zerreißt und sich zusammenreißt. Diesen Eindruck hat man nicht. Reschke räumte nach diesem Spiel erstmals öffentlich ein, dass sowohl die Fitness fehlt, als auch, dass es Probleme mit dem Mannschaftsgeist gebe, auf gut deutsch, sie sind sich spinnefeind und weit davon entfernt, als Team aufzutreten.

Von der ersten Minute an war am Freitag zu sehen, dass unser Team sowohl körperlich als auch fußballerisch hoffnungslos unterlegen war. Wenn dann noch die Einstellung fehlt und sich gestandene Ex-Nationalspieler wie Holger Badstuber abkochen lassen, wie ein Breitensportler am Sonntag nach durchzechter Nacht, dann gute Nacht. Ich fühlte mich extrem verarscht und war fassungslos, dass das aberkannte Tor nicht Warnschuss genug war, sich endlich zusammenzureißen und den Frankfurtern das Leben schwerer zu machen.

Dass außer Badstuber auch die anderen erfahrenen Spieler wie Mario Gomez das Tor nicht treffen oder Ron-Robert Zieler zum wiederholten Male vor die Füße eines Gegenspielers abklatscht, runden den desolaten Zustand dieser Truppe ab. Vom sogenannten Kapitän möchte ich schon überhaupt nicht mehr sprechen, dem fehlt für mich schon lang die Daseinsberechtigung in einer Bundesligamannschaft.

Die Frage, die sich anhand dieser desaströsen Darbietungen stellt, ist, nachdem es den erhofften Trainereffekt nicht gegeben hat, ob Korkut die Truppe tatsächlich so kaputt trainiert hat, wie sie sich präsentiert und folglich in der Rückrunde der letzten Saison nur von Wolfs Grundlagenarbeit profitierte. Die Einheiten in Grassau jedenfalls waren ein Witz und nicht bundesligalike. Kaum ein Training dauerte länger als 45 Minuten. Da man als Unbeteiligter nicht mitbekommt, wie im Hotel, bei Waldläufen oder auf dem Fahrrad geschwitzt wird, maß ich dem allein noch nicht die ganz große Bedeutung zu, war es doch schließlich auch extrem heiß.

Erst jetzt, wo offenkundig wird, dass die Fitness komplett fehlt, man von der ersten Minute an dem Geschehen hinterherläuft und nach einem Rückstand nicht mehr zulegen kann, wird aus diesen Beobachtungen ein Schuh. Fehlt die körperliche Frische, macht sich das auch mental bemerkbar, nur so lassen sich die sich wiederholenden stümperhaften Aussetzer im Ansatz erklären.

Gentner bestritt nach dem Spiel zwar, dass es ein „gravierendes Fitnessproblem“ gäbe, doch, was könnten die sonstigen Gründe für die derzeit nicht vorhandene Konkurrenzfähigkeit sein?

Hätten wir nicht erst den Trainer gewechselt, könnte man meinen, das Team spiele gegen den Trainer. Oder spielen sie etwa gegen Reschke? Kommt er beim Team ähnlich unsympathisch rüber wie bei den meisten Fans. Stößt es dem Team etwa sauer auf, dass Reschke dem Trainer gerne „Ratschläge“ gibt und somit in dessen Kompetenzbereich eingreift?

Was ist dran an Jürgen Klinsmann, dessen Name seit ein paar Tagen über dem Wasen schwebt? Ist es Zufall, dass Buchwald gerade jetzt gegen Reschke wettert, wo sein Kumpel Jürgen Klinsmann in Planung sein soll, seine Zelte in Kalifornien abzubrechen?

Die Lichtgestalt Klinsmann hätte auch für mich einen gewissen Charme, keine Frage. Nur, welches Amt sollte er denn bekleiden? Trainer? Bitte keine erneute Diskussion. Bei diesem Sauhaufen, den Weinzierl vorgefunden hat, lässt sich dessen Arbeit erst nach der Winterpause bewerten, wenn er eine Vorbereitung absolviert hat und bei Kaderveränderungen mitreden durfte. Wie jeder Trainer, der mitten in der Saison übernimmt, muss er in erster Linie die Missstände verwalten. Zudem sind ihm die Hände gebunden, weil der Kader zu dünn besetzt und sehr verletzungsgeplagt ist.

Klinsmann als Sportdirektor? Jein! Ja, weil dieser unerträgliche Reschke von der Bildfläche verschwinden würde, nein, weil wir nach Heldt, Bobic, Dutt und Reschke wieder jemanden auf den elementar wichtigen Posten hieven würden, der ein solches Amt noch nie bekleidet hat. Wir verstehen uns zwar als Ausbildungsverein, aber doch bitte nicht auf den Führungspositionen!

Bliebe noch Klinsmann für Dietrich. Auch das würde ich sofort unterschreiben, weil Klinsmann ein Sympathieträger wäre, der den VfB nach außen gut repräsentieren würde. Die Außendarstellung derzeit ist katastrophal, schon alleine deshalb würde Klinsmann dem VfB gut tun. Zudem hat Klinsmann das Zeug zum Reformer und könnte dem VfB wieder eine Identität verschaffen, die uns derzeit abgeht. Dass es jedoch soweit kommt, ist schon deshalb utopisch, weil Dietrich den Sonnyboy wohl hauptsächlich gerne auf den Wasen locken würde, um sich selbst aus der Schusslinie zu nehmen und weiter wie bisher machen zu können.

Daher glaube ich weder, dass Dietrich seinen Posten freiwillig vor Ende seiner Amtszeit räumen wird und auch nicht, dass er Reschke entlassen und sich damit die Blöße geben würde, eingestehen zu müssen, dass Reschke, für den Schindelmeiser weg musste, ein riesiger Fehler war.

Denkbar wäre es, dass Dietrich Klinsmann als Sportdirektor installiert und Reschke ins zweite Glied als Kaderplaner zurückversetzt werden würde. Dann aber, ich habe es angesprochen, hätten wir erneut einen Sportdirektor ohne Erfahrung und einen schlauen Herrn Reschke im Hintergrund, der nicht nur den Trainer sondern auch Klinsmann mit schlauen Ratschlägen beglücken würde.

Für mich ist jede dieser Konstellationen problembehaftet und ich glaube auch nicht, dass sich Klinsmann darauf einlassen würde. Er wird einen Machtanspruch mitbringen und gestalten anstatt sich ein- bzw. unterordnen zu wollen. Ihm dürften die Türen in Fußball-Deutschland ohnehin offen stehen, so dass ich denke, dass seine Verbundenheit zum VfB allein nicht ausreichen dürfte, ihn zurück an den Neckar zu lotsen.

Matthias Sammer, Eurosport-Experte beim Spiel gegen die Eintracht, war (wie wir alle) entsetzt von dem, was er zu sehen bekam. Er meinte unter anderem:

“Die meisten – nicht alle – haben nicht die notwendige körperliche Verfassung. Wenn das reguläre Training nicht reicht, muss ich als erfahrener Profi abends meine Turnschuhe anziehen und mir die Füße wund laufen. Wenn du das Selbstvertrauen nicht hast, dann arbeiten Spieler wie Franck Ribéry, Arjen Robben, Rafinha – die arbeiten [wenn sie körperlichen Rückstand haben,] als gäbe es kein morgen. Wenn die körperliche Verfassung nicht stimmt, wird nie, nie etwas funktionieren.”

Dass Sammer das nicht nur so hingesagt hat, sondern als aktiver Profi selbst mit gutem Beispiel voranging, belegt eine Anekdote aus seiner Stuttgarter Zeit. Er wohnte damals nur wenige Meter von meinen Eltern in Remseck-Aldingen entfernt und war oft am Neckar zwischen Hofen und Aldingen beim Joggen anzutreffen. Als er dieser Freizeitbeschäftigung eines Tages auch in Neckarrems nachging und sah, dass auf dem Sportplatz Fußball gespielt wurde, fragte er höflich, ob er mitspielen dürfe. Dann verstärkte er die ortsansässige A-Jugend in einem Kick gegen die AH, der mein Vater angehörte und hatte großen Spaß dabei.

Ob es diesen Ansporn und diese Lust sich zu bewegen beim Großteil der heutigen Generation noch gibt, wage ich zu bezweifeln. In der jetzigen Situation wäre es für jeden Einzelnen angebracht, mehr als das Nötigste zu tun, um ein Level zu erreichen, mit dem man in der Bundesliga wieder konkurrenzfähig ist. Diese Konkurrenzfähigkeit sehe ich nicht, im Gegenteil, ich bin überzeugt davon, dass das Pokal-Aus in Rostock kein Zufall war und wir auch heute noch gegen jede Drittligamannschaft den Kürzeren ziehen würden, weil es einfach an allem fehlt.

Unseren Nationalspielern wäre es anzuraten, auf ihre Berufung zu verzichten und stattdessen die 13 Tage zwischen Nürnberg und Leverkusen zu nutzen, für den Verein, der sie fürstlich bezahlt, 24 Stunden am Tag da zu sein und Defizite aufzuarbeiten.

In dieser Verfassung sehe ich selbst für Nürnberg schwarz, und erst recht für die darauf folgenden Begegnungen. Wenn es „normal“ läuft und Weinzierl nicht das Unmögliche schafft, im laufenden Spielbetrieb das Team fit zu bekommen, könnten diese fünf Punkte unsere Marke zur Winterpause sein, was fast schon gleichbedeutend mit dem Abstieg wäre. Dieser wäre hausgemacht und wir stünden vor dem nächsten Neubeginn. Da die Ausgliederungsmillionen größtenteils in alternde Ex-Größen ohne Wiederverkaufswert investiert und somit verbrannt wurden und wohl jeder, der ein paar Euro einbringt, verkauft werden würde, mag ich mir heute die Situation im Sommer noch überhaupt nicht ausmalen.

Ein Jammer, wie man durch Lügen, Intrigen und falsche Personalentscheidungen nach dem Aufstieg so schnell so tief fallen konnte und dass es im Verein noch immer kein Regulativ gibt, welches Fehlentwicklungen schon im Ansatz anspricht und nicht hinterher erst auf schlau macht, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist.

Trotz meines Pessimismus bin ich auf Nürnberg gespannt. Bis zum Frankfurt-Spiel war ich noch der Auffassung, dass es unser Glück sei, dass es Vereine wie Nürnberg und Düsseldorf gibt, die man auf jeden Fall hinter sich lassen könne.

Dieser Meinung bin ich nach dem Debakel gegen zugegebenermaßen sehr starke Frankfurter nicht mehr. Ich hoffe, das Team straft mich Lügen und dass wir doch etwas Zählbares aus dem Frankenland mitbringen, allein, mir fehlt der Glaube.

Ich kann Fußball schauen, was ich will, ich sehe derzeit keinen uninspirierteren, langsameren und mit mehr Anfängerfehlern gespickten Fußball wie den vom VfB, so dass ich mir die Wende zwar wünsche, jedoch nicht mehr (so früh) an sie glaube.

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3. April 2010

Souveräne Fohlen: Borussia Mönchengladbach hat den Klassenerhalt bereits so gut wie sicher

Der Erfolg trägt in Mönchengladbach derzeit vor allem einen Namen: Roel Brouwers. Der niederländische Innenverteidiger trumpft zum einen in der Abwehr auf und setzt mit seinen nunmehr sieben Saisontoren auch in

der Offensive immer wieder Ausrufezeichen. Brouwers hat in den vergangenen Monaten wie viele seiner Teamkollegen einen Schritt nach vorne gemacht. „Roel spielt eine super Saison“, befand Borussia-Kapitän Filip Daems jüngst nach dem 1:0-Sieg über den Hamburger SV, bei dem der Abwehrmann das Tor des Tages erzielt hatte. Neben Brouwers entwickelten sich in dieser Spielzeit auch Akteure wie Michael Bradley, Dante oder Tobias Levels zu echten Leistungsträgern der Fohlen-Elf, die als Tabellenzwölfter eigentlich mit dem Abstiegskampf nichts mehr zu tun haben sollte. Rein rechnerisch wäre das Undenkbare zwar noch möglich, aber aus sportlicher Sicht spricht nichts dafür, dass Borussia noch einmal um den Ligaerhalt zittern müsste. Zu stark präsentierte sich die Elf vom Niederrhein in den vergangenen Wochen. Zehn Punkte Vorsprung auf Relegationsplatz 16 hat sich das Frontzeck-Team erspielt. Kontinuierlich erarbeitete sich der Vorjahres-Aufsteiger in den letzten Monaten den Ruf, eine Mannschaft zu sein, die eine ordentliche Rolle in der Bundesliga spielen kann und die vor allem eines hat: Viel Perspektive. Ex-VfBler Michael Frontzeck und Sportdirektor Max
Eberl ist es gelungen, bei der Kaderzusammenstellung auf eine gute Mischung aus erfahrenen Spielern und hungrigen Youngstern zu achten. Frontzeck gibt jungen Spielern aus dem eigenen Nachwuchs auch regelmäßig
Chancen, im Profi-Team Fuß zu fassen und vielleicht sogar auf den Spuren von Marco Reus zu wandeln. Der technisch versierten U21-Nationalspieler, der im vergangenen Sommer von Rot-Weiss Ahlen verpflichtet worden ist, zählt inzwischen zu den Stammkräften und ist mit seinen fünf Toren auch der bisher erfolgreichste Stürmer der Borussia. Vieles scheint dieser Tage also wunschgemäß zu laufen in Mönchengladbach. Einzig die Spielbilanz auf  fremden Plätzen bereitet noch Kopfzerbrechen. Denn in der Auswärtstabelle stehen die Gladbacher nur auf dem 17. Rang. Gerade einmal zehn Punkte konnten in 14 Gastspielen eingefahren werden – zu wenig um einen einstelligen Tabellenplatz anzupeilen, aber gerade noch ausreichend, wenn man wie die Borussia vor heimischer Kulisse regelmäßig Siege feiert.

Top Facts: Die heutige Paarung im Fokus

1 Borussia gewann nur eines der letzten 23 Aufeinandertreffen mit dem VfB (zwölf Niederlagen, zehn Remis). Im April 2005 siegten die Fohlen zu Hause mit 2:0.
2 Der letzte Gladbacher Sieg in Stuttgart liegt über 15 Jahre zurück. Nach einem 0:2-Rückstand gewannen die Borussen 1994 noch mit 4:2.
3 Gladbachs Roel Brouwers ist mit seinen sieben Saisontreffern der torgefährlichste Verteidiger der gesamten Liga. Der letzte hat sich das Frontzeck-Team erspielt. Kontinuierlicherarbeitete sich der Vorjahres-Aufsteiger Abwehrspieler, dem so viele Saisontore gelangen, war Frank Fahrenhorst, der in der Spielzeit 2003/04 sieben Mal für den VfL Bochum traf.
4 In den letzten elf Begegnungen zwischen beiden Teams fielen nur einmal mehr als zwei Treffer, beim 3:1-Auswärtserfolg des VfB in der Vorsaison.
5 Am 15. August 1987 musste Borussia Mönchengladbach gegen den VfB die höchste Auswärtsniederlage in der Bundesliga einstecken. Gegner war damals der VfB. Beim 6:0 im Neckarstadion erzielte Jürgen Klinsmann
einen lupenreinen Hattrick.
6 Aus den letzten sechs Spielen holte die Elf von Christian Gross 13 Punkte und ist zudem mit 25 gesammelten Zählern die beste Rückrundenmannschaft.
7 Borussen-Coach Michael Frontzeck spielte von 1989 bis 1994 auf dem Wasen. Beim Gewinn der Meisterschaft 1992 avancierte der gebürtige Mönchengladbacher zum VfB-Dauerbrenner und stand bei allen 38 Spielen

der Saison auf dem Platz.

Gesamtbilanz:

79 Spiele, 32 VfB-Siege, 25 Unentschieden und 22 Mönchengladbach-Siege, bei einem Torverhältnis von
133:101 für den VfB Stuttgart.

Heimbilanz des VfB gegen Borussia Mönchengladbach:

20 VfB-Siege, 10 Unentschieden und 9 Heimniederlagen bei einem Torverhältnis von 85:40 für den VfB.

(Stadion Aktuell 3.4.10)

in den letzten Monaten den Ruf, eine
Mannschaft zu sein, die eine ordentliche Rolle
in der Bundesliga spielen kann und die vor
allem eines hat: Viel Perspektive. Ex-VfBler
Michael Frontzeck und Sportdirektor Max
Eberl ist es gelungen, bei der Kaderzusammenstellung
auf eine gute Mischung aus erfahrenen
Spielern und hungrigen Youngstern
zu achten. Frontzeck gibt jungen Spielern
aus dem eigenen Nachwuchs auch regelmäßig
Chancen, im Profi-Team Fuß zu
fassen und vielleicht sogar auf den Spuren
von Marco Reus zu wandeln. Der technisch
versierten U21-Nationalspieler, der im vergangenen
Sommer von Rot-Weiss Ahlen
verpflichtet worden ist, zählt inzwischen zu
den Stammkräften und ist mit seinen fünf
Toren auch der bisher erfolgreichste Stürmer
der Borussia. Vieles scheint dieser
Tage also wunschgemäß zu laufen in Mönchengladbach.
Einzig die Spielbilanz auf
fremden Plätzen bereitet noch Kopfzerbrechen.
Denn in der Auswärtstabelle stehen
Der Erfolg trägt in Mönchengladbach derzeit
vor allem einen Namen: Roel Brouwers.
Der niederländische Innenverteidiger trumpft
zum einen in der Abwehr auf und setzt mit
seinen nunmehr sieben Saisontoren auch in
der Offensive immer wieder Ausrufezeichen.
Brouwers hat in den vergangenen Monaten
wie viele seiner Teamkollegen einen Schritt
nach vorne gemacht. „Roel spielt eine super
Saison“, befand Borussia-Kapitän Filip Daems
jüngst nach dem 1:0-Sieg über den Hamburger
SV, bei dem der Abwehrmann das Tor
des Tages erzielt hatte. Neben Brouwers entwickelten
sich in dieser Spielzeit auch Akteure
wie Michael Bradley, Dante oder Tobias
Levels zu echten Leistungsträgern der Fohlen-
Elf, die als Tabellenzwölfter eigentlich
mit dem Abstiegskampf nichts mehr zu tun
haben sollte. Rein rechnerisch wäre das Undenkbare
zwar noch möglich, aber aus sportlicher
Sicht spricht nichts dafür, dass Borussia
noch einmal um den Ligaerhalt zittern müsste.
Zu stark präsentierte sich die Elf vom Niederrhein
in den vergangenen Wochen. Zehn
Punkte Vorsprung auf Relegationsplatz 16
die Gladbacher nur auf dem 17. Rang. Gerade
einmal zehn Punkte konnten in 14 Gastspielen
eingefahren werden – zu wenig um
einen einstelligen Tabellenplatz anzupeilen,
aber gerade noch ausreichend, wenn man
wie die Borussia vor heimischer Kulisse regelmäßig
Siege feiert.
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30. Dezember 2009

Der VfB Stuttgart im Januar 2009

Januar

4.1.2009

Der Vertrag mit Pavel Pardo wurde aufgelöst.

Aufgrund seiner Verdienste beim VfB, vor allem seiner tollen Saison 2006/2007, legte der Verein Pavel keine Steine in den Weg, um bei “seinem” Verein CF América anzuheuern. Pavel kam auf 71 Bundesligaspiele, in denen er 4 Tore erzielte. Alles Gute Pavel Pardo.

6.1.2009

Manuel Fischer wird zur TUS Koblenz in die 2. Liga verliehen.

8.1.2009

Start des Trainingslagers in Portimão,

mit dabei Neuzugang Timo Gebhart sowie die Youngsters Patrick Funk und Julian Schieber.

10.1.2009

3:2-Sieg im Test gegen Ajax Amsterdam,

Torschützen des VfB waren Lanig, Schieber und Hitzlsperger.

13.1.2009

3:2-Sieg nach 0:2-Rückstand gegen Rot-Weiß Oberhausen,

Torschützen 2x Bastürk und Gomez

14.1.2009

Arthur Boka verlängerte seinen Vertrag vorzeitig bis 2012

17.1.2009

Rückkehr des VfB-Trosses aus Portugal

20.1.2009

2:2 im Test gegen den SC Freiburg in der Mercedes-Benz-Arena,

Der VfB sucht noch nach seiner Form für die Rückrunde. Die Schwaben kamen am Dienstagabend in einem Testspiel gegen den Zweitligisten SC Freiburg nicht über ein 2:2 (1:1) hinaus. Vor 1200 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena rettete der eingewechselte Brasilianer Elson den Gastgebern mit einem Traumtor in der 83. Minute das Remis. Angreifer Mohamadou Idrissou (37./56. Minute) erzielte beide Treffer für die Breisgauer. Torjäger Mario Gomez (44.) hatte zum zwischenzeitlichen 1:1 getroffen. (aus STZ online)
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21.1.2009

Schieber (bis 2011), DiDavi und Träsch (beide bis 2012) verlängern ihre Verträge

27.1.2009

1:5 gegen die Bayern: Der mutlose VfB erlebt ein Debakel

Spielbericht STZ online: Der VfB Stuttgart hat das erste Pflichtspiel im neuen Jahr verloren. Der Fußball-Bundesligist unterlag am Dienstagabend im Achtelfinale des DFB-Pokals dem FC Bayern mit 1:5 (0:3). “Wir waren viel zu ängstlich”, sagt der Teamchef Markus Babbel.

So haben sich weder der Teamchef Markus Babbel noch seine Mannschaft den Einstieg nach der Winterpause vorgestellt. Es sollte ein großer Abend für den VfB Stuttgart in der Mercedes-Benz-Arena werden. Alles schien bereitet. Das heimische Stadion war mit 55 500 gespannten Zuschauern ausverkauft, die Spieler hatten sich einiges vorgenommen – und dann das. Der VfB ließ sich vom FC Bayern München vorführen, die Fußballer vom Wasen schlichen nach der 1:5-Lektion gegen den Rekordmeister vom Platz.

Zurück blieben mehr Fragen als Antworten. Denn erstmals gab es im sechsten Pflichtspiel unter Babbel eine Niederlage, und es ist schwer abzusehen, wie der Teamchef und die Mannschaft dieses Debakel bis zum Rückrundenstart am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach verarbeiten werden. Vor Selbstvertrauen werden die Stuttgarter jedenfalls nicht mehr strotzen. Dabei schien Babbel der Mannschaft nach der Trennung von Armin Veh den Glauben an die eigene Stärke wieder eingeimpft zu haben. Nun aber griffen die Maßnahmen von Babbel erstmals nicht.

Um die Münchner zu verblüffen, hatte sich der VfB-Teamchef taktisch etwas einfallen lassen. Er stellte im Angriff weder Ciprian Marica noch Julian Schieber neben Mario Gomez, sondern er zauberte Yildiray Bastürk für die Anfangself hervor. Den verletzungsanfälligen Türken hatte niemand mehr so richtig auf der Rechnung gehabt, doch nach einer guten Vorbereitung vertraute Babbel ihm – und der kleine Mittelfeldmann erhielt den Auftrag, den groß gewachsenen Bayern-Innenverteidigern in vorderster Reihe mit Dribblings Probleme zu bereiten. Allerdings kam die Nummer zehn der Stuttgarter in der neue Rolle nicht zurecht.

Die zweite Überraschung für die Bayern dürfte gewesen sein, dass der VfB so ziemlich alles vermissen ließ, was ihn seit dem Amtsantritt von Babbel am 23. November 2008 ausgezeichnet und noch vor wenigen Wochen im Bundesligaduell gegen die Münchner zum 2:2 geführt hatte. Diesmal fehlte es jedoch an Leidenschaft und Aggressivität, dafür leisteten sich die Gastgeber Fehlpässe in Serie. Vor allem Roberto Hilbert brachte kaum einen Ball zum Mitspieler, und nur Thomas Hitzlsperger hielt dagegen.

Das war aber deutlich zu wenig, wie sich schnell zeigte. Nach einem Patzer von Arthur Boka erzielte Bastian Schweinsteiger das 1:0 (14.). Der VfB hatte sich noch nicht von dem Schock erholt, da landete das Spielgerät wieder im Tor. Franck Ribéry schloss einen Angriff erfolgreich ab (16.) – und der Stuttgarter Schlussmann Jens Lehmann tobte, fassungslos über die Lethargie der Mitspieler.

Dann bekam Lehmann die Kugel doch erstmals zu fassen, ausgerechnet nach einem Elfmeter (21.). Ribéry hatte nach einem Handspiel von Boka in arroganter Weise versucht, den Ball lediglich in die Mitte zu lupfen. Der VfB-Keeper durchschaute das Spiel des Franzosen jedoch und fing den Ball locker.

Doch wer gehofft hatte, der VfB würde eine Trotzreaktion zeigen und sich aufbäumen, weil die Bayern versuchten, ihn lächerlich zu machen, sah sich getäuscht. Das Team blieb emotionslos, die zarten Angriffsbemühungen verfingen sich in der Münchner Defensive, und es entwickelte sich eine Partie, wie sie der FC Bayern liebt: Ball und Gegner kontrollieren – und dann zuschlagen. Luca Toni vollendete nach Vorarbeit von Ribéry zum 3:0 (43.).

Nach der Pause brachte Babbel mit Marica einen zweiten gelernten Stürmer – und der Rumäne stand gleich im Mittelpunkt. Wegen Abseits wurde sein Treffer aber nicht anerkannt (47.). Nichts war es also mit mehr Spannung und schon gar nicht mit einer Wende. Nach einem Foul von Lehmann an Zé Roberto verwandelte Schweinsteiger den Strafstoß sicher (54.). Das Debakel war perfekt, doch die Elf des Bayern-Trainers Jürgen Klinsmann hatte noch nicht genug. Mühelos erzielte Zé Roberto das fünfte Tor (59.).

“Wir waren viel zu ängstlich”, sagte Babbel. Immer wieder hatte er versucht, seine Schützlinge von der Seitenlinie aus anzutreiben, und wie versteinert erlebte er von der Bank aus erstmals die Machtlosigkeit eines Trainers. Was zum einen an der Stärke des Gegners lag, zum anderen aber auch an der Schwäche der eigenen Elf, für die Mario Gomez traf (84.). Die von Personalsorgen geprägte Vorbereitung mag da einen Erklärungsansatz für die unterirdische Leistung bieten, eine Entschuldigung liefert sie jedoch nicht. Die Gründe für das Versagen muss nun Babbel suchen – und das möglichst schnell.

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30.1.2009

Georg Niedermeier wird für 1 1/2 Jahre vom FC Bayern ausgeliehen

31.1.2009

VfB gewinnt 2:0 gegen Bor. M’Gladbach

STZ online: Vier Tage nach der 1:5-Pleite gegen Bayern München hat der VfB Stuttgart einen weiteren Rückschlag mit viel Mühe verhindern können. Die Mannschaft von Teamchef Markus Babbel kam zum Auftakt der Bundesliga-Rückrunde gegen Schlusslicht Borussia Mönchengladbach trotz einer erneut enttäuschenden Leistung zu einem 2:0 (0:0).
Für die ambitionierten Schwaben war es im Kampf um einen Platz im internationalen Geschäft ein wichtiger Erfolg. Für Gladbach, das in der Winterpause rund fünf Millionen Euro in vier Neuzugänge investiert hatte, war es im Abstiegskampf ein weiterer Rückschlag. Für die fünfte Borussen-Niederlage in Folge sorgten der Rumäne Ciprian Marica (67.) und Nationalspieler Mario Gomez mit seinem achten Saisontor (86.).

41.300 Zuschauer erlebten allerdings eine spielerisch schwache Bundesliga-Partie mit viel Kampf und noch mehr Krampf. Dem VfB war nach der Demontage gegen die Bayern die Verunsicherung deutlich anzumerken. Zwar agierten die Schwaben überlegen, aber oft zu harmlos und statisch, um Gladbach in Verlegenheit zu bringen.

Allerdings trafen die Gastgeber auch auf eine von Trainer Hans Meyer sehr defensiv eingestellte Borussen-Elf, in der Nationalspieler Marko Marin und Oliver Neuville zunächst auf der Bank saßen. Die Gladbacher zogen sich bei Angriffen des VfB weit zurück, Neuzugang Tomas Galasek spielte dabei sogar eine Art Libero hinter der Viererkette. Der neue Borussen-Keeper Logan Bailly musste in der ersten Hälfte deshalb auch nur einmal eingreifen, als er gegen Gomez aus kurzer Distanz parierte (36.).

Dagegen hatte VfB-Torhüter Jens Lehmann, der nach seiner Kritik an Mitspielern und Trainer eine Geldstrafe erhalten hatte, vor der Pause zwei brenzlige Situationen zu überstehen. In der neunten Minute verpasste Rob Friend, die einzige echte Gladbacher Spitze, eine Hereingabe von Karim Matmour nur um Zentimeter. Dann schoss der Kanadier freistehend über das Stuttgarter Gehäuse (29.). Nach dem Wechsel erhöhte der VfB den Druck und hätte mit Hilfe des nicht immer sicher wirkenden Bailly in der 55. Minute fast die Führung erzielt. Den Kopfball von Gomez kratzte Steve Gohouri aber von der Linie. Auf der anderen Seite verfehlte ein Kopfball von Roel Brouwers (60.) nach einer Unsicherheit von Lehmann nur knapp das Ziel, ehe Marica nach einem Stellungsfehler in der Gladbacher Defensive für das erlösende 1:0 sorgte.

Bei Stuttgart konnten Khedira und Gomez noch am ehesten gefallen. Gladbach hatte in Matmour seinen auffälligsten Spieler.

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