28. Juni 2010

Müller schießt England ab


Deutschland setzte sich im Klassiker gegen England eindrucksvoll mit 4:1 durch und setzte damit ein ganz dickes Ausrufezeichen. Wieder einmal war es ein geschichtsträchtiges Spiel, in dem Klose mit der brasilianischen Fußball-Legende Pele gleichzog, England erstmalig vier Tore gegen Deutschland kassierte, aber auch vom Schiedsrichter benachteiligt wurde – außerdem spielte sich Thomas Müller bei der Gala-Vorstellung ins Rampenlicht.

Bundestrainer Joachim Löw brachte Klose, der beim 1:0 gegen Ghana Gelb-Rot-gesperrt gefehlt hatte, wieder von Beginn an. Cacau musste wegen einer Bauchmuskelzerrung passen. Die angeschlagenen Schweinsteiger (muskuläre Probleme) und Boateng (Wade) wurden rechtzeitig fit. Englands Coach Fabio Capello hingegen setzte auf exakt dieselbe Elf, die 1:0 gegen Slowenien gewonnen hatte.

Der gegenseitige Respekt war beiden Mannschaften von Beginn an anzumerken. So tasteten sich die Kontrahenten in der ersten Viertelstunde weitestgehend ab und waren hauptsächlich auf Fehlervermeidung bedacht. Das aktivere und spielerisch bessere Team war dabei die DFB-Auswahl. Allerdings fehlte es den Löw-Schützlingen zunächst an Zug zum Tor, so dass Özils Chance vom rechten Fünfereck, die James in der vierten Minute parierte, lange Zeit die einzige ernsthafte Möglichkeit des dreifachen Weltmeisters war.

Doch auch von den Engländern, die stark über die Physis kamen und in den Zweikämpfen sehr präsent waren, kam offensiv kaum etwas. Dies lag vor allem an zahlreichen Fehlpässen und ideenlosen Angriffsversuchen. Meist ging es durch die Mitte, während über die Außen nahezu nichts kam. In der 20. Minute leitete schließlich ein präziser Abstoß von Neuer die Führung ein: Der Ball landete bei Klose, der in seinem 99. Länderspieleinsatz Upson abschüttelte und aus zehn Metern ins rechte untere Eck einnetzte (20.). Der Bayern-Stürmer stand beim Zuspiel zwar im Abseits, allerdings existiert dieses laut Reglement bei Abstoß, Ecke und Einwurf nicht. Folglich gab an seinem 50. Länderspieltreffer und seinem 12. WM-Tor nichts zu mäkeln. Zugleich zog Klose damit in der ewigen Torjägerliste bei Weltmeisterschaften mit Brasiliens Fußball-Legende Pele nach Treffern gleich.

Die “Three Lions” reagierten rasch und intensivierten ihre Angriffe. Hierdurch eröffneten sich Freiräume für die deutschen Akteure, die teils mit sehenswerten Kombinationen bei Kontern weiter die besseren Gelegenheiten kreierten. In der 31. Minute scheiterte Klose aber noch an James, während es nur eine Minute später Podolski besser machte. Müller bewies tolle Übersicht und passte über Johnson hinweg nach links zum Kölner, der aus spitzem Winkel James tunnelte und ins rechte Eck einschoss.

Deutschland schien alles in der Hand zu haben, doch England schaffte noch den Anschlusstreffer: Gerrard flankte von rechts in die Mitte, wo Mertesacker und Boateng Upson nicht angingen. Der Innenverteidiger stieg hoch und köpfte aus fünf Metern unter die Latte ein. Auch Neuer sah dabei nicht wirklich gut aus. Nur eine Minute später fiel sogar noch das 2:2! Lampard zog aus 17 Metern ab. Das Leder prallte an die Unterkante der Latte und klar hinter die Linie, von dort erneut an die Latte und anschließend in die Arme von Neuer. Zum Glück für das DFB-Team verweigerte Schiedsrichter Jorge Larrionda aus Uruguay den klaren Treffer, so dass die Löw-Elf mit der knappen 2:1-Führung in die Pause gehen durfte.

Ohne personelle Wechsel ging es nach dem Seitenwechsel, dafür mit einer DFB-Elf, die sich zu weit nach hinten zurück zog und weite Teile des Feldes den Engländern überließ. Diese nahmen das Angebot an und näherten sich durch Milner (48.) und Gerrard (49.) dem gegnerischen Gehäuse an. Kurz darauf hatte Lampard mit einem gewaltigen Freistoß aus 35 Metern erneut Pech, als das Leder nur an die Oberkante der Latte knallte (52.).

Der Druck der Briten wurde von Minute zu Minute größer, während Deutschland nur noch selten für Entlastung sorgen konnte. Allerdings stellte sich die deutsche Abwehr zusehends besser auf die wütenden Angriffe der Engländer ein und sorgte schließlich in 67. Minute vor die Vorentscheidung. Bei einem Freistoß waren die “Three Lions” zu weit aufgerückt und wurden eiskalt ausgekontert: Müller passte auf Schweinsteiger, der Johnson austanzte und zum mitgelaufenen Youngster zurückpasste. Müller vollendete schließlich aus 15 Metern halbrechter Position fulminant ins kurze Eck.

Nur zwei Minuten danach hätte Müller sein Torekonto ausbauen können, dieses Mal zielte er aber ein Stück zu weit nach rechts. In der 70. Minute machte es Müller wieder besser: Bei einem Konter ließ Özil Barry ganz locker stehen, drang dann in den Strafraum ein und legte quer zu Müller – 4:1. England zeigte sich danach geschockt, nichts war mehr vom zuvor an Tag gelegten Offensivdrang zu sehen. Deutschland hatte nun keine Mühe mehr, die Begegnung zu kontrollieren. Neuer bekam nur noch einmal etwas zu tun: Zehn Minuten vor dem Ende hatte Gerrard aus 14 Metern gegen den Schalker-Keeper das Nachsehen. Das war dann aber auch die letzte nennenswerte Aktion der Partie.

Deutschland trifft nun am kommenden Samstag, den 3. Juli um 16.00 Uhr in Kapstadt im Viertelfinale auf Argentinien, das Mexiko mit 3:1 ausschalten konnte – eine Neuauflage der WM 2006!

(kicker.de)

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21. Juni 2010

Deutschland vor dem Alles-Oder-Nichts-Spiel

Nach dem überzeugenden Sieg gegen Australien folgte gegen die Serben die große Ernüchterung. Nach verhaltenem Beginn beider Mannschaften und ausgeglichenem Spiel schwang sich der spanische Schiedsrichter Undiano zur Hauptperson des Abends auf. In einem an sich fairen Spiel brachte er durch leichtffertig verteilte gelbe Karten Hektik hinein, die darin gipfelte, dass Miroslav Klose bereits in der 37. Minute mit gelb-rot vom Platz gestellt wurde. Wenn jeder Körperkontakt mit gelb bedacht wird, kann man das Fußball spielen langsam einstellen. Es waren in diesem Spiel so gut wie keine brutalen Fouls vorhanden, die Attacken galten meist dem Ball. Wenn man dann andere Spiele, wie zum Beispiel gestern Brasilien-Elfenbeinküste, sieht, wo brutalste Fouls nicht einmal mit gelb geahndet wurden, grenzt das an Schiebung seitens der Schiedsrichterzunft, da wir, und natürlich auch die Serben, im weiteren Turnierverlauf stark benachteiligt sind, da eine ganze Reihe von Sperren drohen. Schon die gelben Karten gegen Özil und Cacau im ersten Spiel gegen Australien waren fragwürdig, da es beide Male keine offensichtlichen Schwalben waren. Man kann im Fußball durchaus auch zu Boden gehen, ohne gefoult worden zu sein, und ohne, dass Vorsatz im Spiel war. Ich bin normalerweise kein Freund davon, dass die FIFA Schiedsrichter aus Föderationen beruft, deren Nationalteams nie eine WM-Endrunde erreichen, wie z. B. aus Malaysia oder Indonesien, da man denen nicht unbedingt große Erfahrungen mit dem Profifußball unterstellen kann. Dass aber in den besagten Fällen Schiedsrichter aus den Fußballnationen Frankreich und Spanien so einen Stuss zusammen pfeifen, dafür fehlt mir jegliches Verständnis. Im Allgemeinen finde ich, dass die Schiedsrichter bei dieser Weltmeisterschaft erheblichen Einfluß auf den Ausgang der Spiele nehmen, sowohl durch fragwürdige Platzweise, als auch inkorrekt erzielte Tore. Ich plädiere schon lange für den Einsatz von technischen Hilfsmitteln, um Gerechtigkeit herbeizuführen. Es muß ja nicht jede Szene aufgearbeitet werden, aber besonders strittige Szenen könnten so in den meisten Fällen aufgelöst werden. Eine Möglichkeit wäre, beiden Mannschaften pro Spiel bspw. 3 Möglichkeiten einzuräumen, das Spiel unterbrechen zu lassen, um Szenen aufzuarbeiten. Die Argumentation der FIFA mit ihrem Ober-Guru Sepp Blatter, dass dies dann bis in die untersten Ligen gelten müsse, kann ich nicht nachvollziehen. Man könnte dies doch auf die höchsten Ligen, den Europ-Cup und kontinentale bzw. Weltmeisterschaften beschränken, eben immer dort, wo es um besonders viel geht und wo auch viel Geld im Spiel ist. Auf dieser Weltmeisterschaft, angefangen mit Henrys Handspiel bei der Relegation gegen Irland, liegt bereits jetzt aufgrund der vielen Fehlentscheidungen ein dunkler Schatten.

Widmen wir uns jetzt aber dem anstehenden Spiel der deutschen Mannschaft gegen Ghana. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: ich schiebe die Niederlage gegen die Serben nicht alleine dem Schiedsrichter zu. Er hat nur in einer Phase, in der das Spiel sehr ausgeglichen war, maßgeblich Einfluß genommen. Die Serben haben eine mit Top-Stars gespickte Mannschaft, gegen die man durchaus verlieren kann, zumal uns Mannschaften aus Ex-Jugoslawien auch nicht unbedingt liegen, siehe die Niederlage bei der Euro 2008 in Klagenfurt gegen Kroatien. Daher sollten wir jetzt auch nicht Trübsal blasen, sondern nach vorne schauen.

Gegen Ghana werden die Karten wieder neu gemischt und ich bin überzeugt davon, dass unser Team diese Hürde nehmen wird. Wovor sollten wir auch Angst haben? Es geht gegen die Nummer 32 der Weltrangliste, die es gegen 10 Australier nicht geschafft hat, eine Führung nach Hause zu bekommen. Auch den “Heimvorteil” in Afrika schätze ich als nicht entscheidend ein. Durch das eintönige Vuvuzela-Getröte kommt sowieseo keine Stimmung auf, die Atmosphäre ist in allen Stadien gleich und potentielle Schlachtgesänge nicht zu vernehmen. Wir haben die besseren Einzelspieler und nach Ballacks Ausfall die Führungsverantwortung auf mehrere Schultern verteilt. Bei Ghana wiegt der Ausfall Essiens schwerer, weil er schon DIE Führungspersönlichkeit in der Mannschaft ist. Die Abwehr Ghanas ist auf jeden Fall zu knacken. Sie geriet gegen 10 Australier gehörig ins Schwimmen, außerdem strahlt Torhüter Kingson keine allzu große Sicherheit aus und lässt Bälle oft nach vorne abprallen. Zweikampfstark und torgefährlich präsentiert sich allerdings im Mittelfeld Kevin-Prince Boateng, der Halbbruder unseres Nationalspieler Jerome Boateng. Kevin-Prince hat ja vor der WM unseren Kapitano Michael Ballack nach einigen Scharmützeln, an denen Ballack sicher auch nicht unschuldig war, mit einem dem Anschein nach absichtlichen Foulspiel aus dem WM-Kader getreten. Er hat sämtliche Jugendmannschaften des DFB durchlaufen, sich dann aber für die Nationalmannschafts-Karriere mit Ghana entschieden. In Deutschland hätte er es sicher schwerer gehabt, WM-Spieler zu werden, zumal ihm der Ruf des Ghetto-Boys und Rüpels vorauseilt, so dass er bei uns auch keine Lobby gehabt hätte. Er wird im Mittelfeld die Wege Özils kreuzen. Es bleibt zu hoffen, dass der Schiedsrichter bei der Zweikampfführung genau hinschaut und linke Touren sofort unterbindet, ohne natürlich so kleinlich zu sein wie der Spanier aus dem Serben-Spiel.  Stark auch Ayew, dribbelstark und schnell, der meist über die rechte Seite kommt. Hier sollte sich Joachim Löw genau überlegen, ob er die Bewältigung dieser Aufgabe dem gegen die Serben oft überforderten Holger Badstuber zutraut oder nicht doch ein Wechsel fällig wird. Auf die alleinige Spitze Gyan muss ebenfalls besonders aufgepasst werden. Er ist schnell und ballsicher und legt immer wieder passgenau auf die nachrückenden Mittelfeldspieler ab. Weitere Stützen des Teams sind Kapitän Mensah sowie die Bundesligalegionäre Vorsah, Sarpei und Prinz Tagoe, die Nationaltrainer Rajevac natürlich wertvolle Tipps über die deutschen Spieler geben können.

Für Deutschland besteht dennoch kein Grund Angst vor diesem Endspiel zu haben. Dass Deutschland das 2. Gruppenspiel vergeigt, hat inzwischen fast schon Tradition, um dann im alles entscheidenden dritten Gruppenspiel Nervenstärke zu beweisen. Die mentale Stärke könnte zum großen Vorteil Deutschlands erwachsen. Im Gegensatz dazu könnte der große Druck Ghana erdrücken. Nach dem schwachen Abschneiden nahezu aller afrikanischen Teams sollen die Black Stars die Ehre eines ganzen Kontinents retten. Deutschland muß hochkonzentriert zu Werke gehen und die gegen Australien gezeigten Stärken auf den Platz bringen. Nämlich eine Mannschaft ausspielen zu können und sich eine ganze Reihe von Torchancen erarbeiten.  Wenn das gelingt, ist mir vor dem Spiel nicht bange. Wer im Sturm den gesperrten Klose ersetzen darf, darauf bin ich gespannt. Nach den bislang gewonnenen Eindrücken, kann die Lösung nur Cacau heißen, der dem einstigen Super-Mario inzwischen den Rang abgelaufen hat. Dagegen könnte höchstens sprechen, dass Cacau auch als Einwechselspieler Schwung bringt und einen Wirbel entfacht, was Gomez nicht gelang, wenn er herein kam. Sollte die Denkweise unseres Bundes-Jogis dem entsprechen, wäre wieder einmal das Leistungsprinzip außer Kraft gesetzt. Nach den gezeigten Leistungen hätte es unser Cacau verdient.

Eine starke WM spielt auch Sami Khedira, der durch den Ausfall von Ballack plötzlich in den Blickpunkt rückte und seine Aufgaben bislang zur vollsten Zufriedenheit löste. Mit etwas mehr Glück hätte er gegen Serbien den Ausgleich besorgen und WM-Torschütze werden können. Der dritte Stuttgarter im Kader, Serdar Tasci, spielt derzeit keine Rolle. Nach den im Saisonverlauf gezeigten Leistungen für mich nachvollziehbar, auch wenn er das anders sieht und in einem Interview einen Startplatz für sich beanspruchte. Dass Christian Träsch kurz vor WM-Beginn ausgefallen ist, finde ich noch immer bitter. Er hatte eine Super-Saison, ist ein richtiges “Kampf-Schwein” und wäre im defensiven Mittelfeld erste Alternative zu Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira gewesen. Für das anstehende Spiel gegen Ghana wäre er sogar als Rechtsverteidiger denkbar gewesen, wenn man die bislang unsichere linke Seite durch Phillip Lahm hätte stärken wollen. Aber: hätte, wenn und aber hilft nicht. Träschi hat die WM unglücklich verpasst und kommt hoffentlich bald wieder auf die Beine, um mit dem VfB in der kommenden Saison wieder voll angreifen zu können.

Die deutsche Mannschaft hat also sicher das Zeug dazu, Ghana zu bezwingen. Wichtig ist Konzentration, “höckschte Disziplin” und auch ein bißchen mehr Glück im Torabschluss als gegen Serbien. Lukas Podolski, auf den Joachim Löw meiner Meinung nach zu Recht, nichts kommen lässt, versiebte zwei gute Chancen innerhalb weniger Minuten und kurz darauf noch den Elfmeter. Gerade nach diesen beiden vergebenen Chancen hatte ich schon ein ungutes Ungefühl, als er zum Punkt schritt, einfach weil ihm offensichtlich das Schussglück an diesem Tag fehlte. Hier hätte sich Bastian Schweinsteiger durchsetzen sollen oder Poldi vielleicht auch freiwillig verzichten sollen. Es ist natürlich hypothetisch zu mutmaßen, ob Schweinsteiger den Strafstoss verwandelt hätte…

Ich hoffe, dass uns die Mannschaft mit einem überzeugenden Spiel früh erlöst und wir nicht bis zum Schluss zittern müssen. Dazu gehört auch, dass man bei einer eventuellen Führung versucht nachzulegen und nicht Gefahr laufen muß, noch den späten Ausgleich zu kassieren. Eine sichere Führung hätte auch den Vorteil in der Höhe von Johannesburg dosiert weiter spielen zu können. Wer uns pfeift, darauf darf man natürlich auch gespannt sein. Bei einem Weiterkommen drohen ja jetzt schon etliche Sperren. Auch für diese Problematik ist Konzentration wichtig, nämlich nicht unbedacht in die Zweikämpfe zu gehen und Sperren zu riskieren. Hier muss die Mannschaft den Spagat finden zwischen nicht rohem Spiel, aber auch mal dazwischen zu hauen, wenn es notwendig ist. Hier bin ich aber überzeugt davon, dass das Trainerteam die Spieler darauf eindringlich hinweisen wird.

Ich bin sehr optimistisch vor dem Spiel, vielleicht auch, weil man es sich gar nicht vorstellen kann, dass Deutschland bei einer WM bereits nach der Vorrunde die Segel streichen muss. Aber, wie bereits erwähnt, es besteht kein Grund vor Ghana Angst zu haben. Unter normalen Umständen haben wir die stärkere Mannschaft, die stärkeren Einzelspieler und schon jede Menge Turniererfahrung in unseren Reihen. 2008 in Wien hatten wir eine ähnliche Konstellation. Gegen Österreich musste auch ein Sieg her, um sicher weiter zu sein. Dort, wir waren im übrigen im Ernst-Happel-Stadion dabei, erlöste uns ein gewisser Michael Ballack mit einem satten Freistoß und enormer Willenskraft. Für ihn müssen am Mittwoch die neuen Leitwölfe in die Bresche springen. Egal, wer spielt, sie spielen alle für Deutschland und damit für ein ganzes Volk. Sie werden sich zerreißen und alles geben, so dass die WM-Party in Deutschland auch nach dem Spiel weitergehen wird. Ich melde mich dann wieder mit einem Ausblick auf das Achtelfinale.

Bis dahin, viele Grüße

Franky

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Löw läutet Countdown ein

Bei strahlendem Sonnenschein hat Bundestrainer Joachim Löw am Sonntagvormittag alle 23 Spieler sowie das komplette Funktionsteam zum Training begrüßt. Mit einer fünfminütigen Ansprache läutete der 50-Jährige den Countdown für das “Endspiel” in der Gruppe D am Mittwochabend in Johannesburg gegen Ghana (20.30 Uhr) ein. Selbst ein negativer Ausgang würde laut Manager Oliver Bierhoff “nicht alles infrage stellen”. Auf dem Trainingsplatz der deutschen Nationalelf von Atteridgeville richtete Löw in einer Art Regierungserklärung die Worte an die um ihn versammelten Nationalspieler. Damit schwor er die Spieler auf die K.o.-Partie gegen Ghana ein. Dort muss Deutschland gewinnen, um das erstmalige Scheitern in der Vorrunde bei einer WM sicher zu vermeiden. Vor dem Spiel wird es übrigens kein Abschlusstraining im Stadion Soccer City in Johannesburg geben. “Die FIFA hat uns einen Termin zwischen 20 und 21 Uhr zugewiesen. Aber wir müssten knapp eine Stunde mit dem Bus fahren und trainieren deshalb lieber in Atteridgeville”, sagte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff. Am Mittwoch wird aber auch die Personalie Kevin-Prince Boateng im Mittelpunkt stehen. Der gebürtige Berliner, der sich erst kurz vor de WM entschieden hatte, für Ghana zu spielen, hatte im FA-Cup-Finale zwischen Chelsea und Portsmouth (1:0) Michael Ballack mit einem üblen Foul niedergestreckt und den Kapitän der deutschen Nationalelf dabei schwer verletzt. Wegen eines Teilrisses der Syndesmose sowie eines Innenbandrisses musste der 33-Jährige seine WM-Teilnahme absagen.

“Ich denke, es ist nicht richtig, die Emotionen nur auf eine Person zu richten. Das wäre Energieraub, das müssen die Spieler ausblenden. Wir spielen nicht gegen Kevin-Prince Boateng, sondern gegen Ghana”, appellierte Bierhoff am Sonntag auf der Pressekonferenz des DFB und warnte zugleich vor möglichen Rache-Gedanken: “Wir müssen ihn sportlich fair angehen.”

Bierhoff schätzt Ghana als starken und unbequemen Gegner ein, vor dem die deutschen Spieler allerdings keine Angst haben müssen. “Sie sind eine physisch sehr starke Mannschaft mit herausragenden Akteuren in der Offensive. Allerdings lassen sie hinten auch ab und an Chancen zu, was auch gegen Australien zu beobachten war. Das müssen wir nutzen”, so Bierhoff.

Das Spiel gegen die Westafrikaner könnte auch zu einem Bruderduell werden, falls Bundestrainer Joachim Löw erstmals bei der WM Jerome Boateng einsetzen würde. Der 21 Jahre alte Abwehrspieler des Hamburger SV ist der jüngere Halbbruder von Kevin-Prince Boateng.

Ein “Plan B” im Falle eines erstmaligen Ausscheidens einer deutschen Nationalelf in einer WM-Vorrunde existiert laut Bierhoff nicht. Ein “positives Ergebnis” würde der Elf aber einen Schub geben. Zwar glaubt Bierhoff, dass die Mannschaft und die vielen jungen Spieler auch bei einem Scheitern “ihren Weg weiter gehen” werden, doch von einem Weiterkommen könnten die Akteure noch lange “zehren”, so der ehemalige DFB-Kapitän.

Bierhoff warnt vor “angezogener Handbremse”

Von der Kartenproblematik sollen sich die betroffenen deutschen Spieler nicht bremsen lassen. Bastian Schweinsteiger, Mesut Özil, Sami Khedira, Kapitän Philipp Lahm und Cacau gehen mit jeweils einer Verwarnung in die Partie.

Bierhoff warnte jedoch, mit angezogener Handbremse zu spielen. “Es bringt nichts, wenn ein Spieler nachher sagen kann: ‘Super, ich habe keine Gelbe Karte bekommen’ – aber wir fahren nach Hause. Wenn wir ausscheiden, spielt er das nächste Spiel auch nicht.”

(kicker.de)

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13. Juni 2010

Löws Gute-Nacht-Mitteilungen

Es bleibt bis zum Sonntag spannend. Auch nach dem Abschlusstraining der deutschen Nationalmannschaft am Samstagabend in Durban ist noch nicht klar, wen Bundestrainer Joachim Löw in die Startelf für das Auftaktmatch gegen Australien beruft. “Ich kann es nicht sagen”, ließ DFB-Teammanager Oliver Bierhoff am Abend wissen.

Nach Auskunft von Bierhoff wird Löw aber vor der Nachtruhe noch mit allen Spielern sprechen, die am Sonntag zum Anpfiff auf dem Platz stehen werden. Zu der vieldiskutierten Personalie Miroslav Klose berichtete Bierhoff, dass der 32-jährige Stürmer jeweils eine Halbzeit im A-Team und im B-Team gespielt habe.

Dennoch gehen nach wie vor alle davon aus, dass Löw die Anfangself bringt, die zuletzt im Test gegen Bosnien begann. Also neben den gesetzten acht Spielern auch mit Holger Badstuber links hinten, Piotr Trochowski im rechten Mittelfeld und eben mit Klose ganz vorne.

“Alle werden jetzt ein bisschen ruhiger, mehr auf sich fokussiert”, sagte Bierhoff zur Stimmung rund um das Team. Dieses trainierte 15 Minuten öffentlich und dann eine weitere Stunde ohne Medienvertreter. Angeschlagene Akteure gibt es nicht: “Alle sind fit. Löw kann voll auswählen”, sagte Bierhoff.

Verbeek vermisst Ballack: “Ein Jammer”

Einen Tag vor dem ersten WM-Duell bedauerte Australiens Nationaltrainer Pim Verbeek nochmals das verletzungsbedingte Aus von Michael Ballack. “Ballacks Aus ist ein schwerer Schlag, da gibt es keinen Zweifel. Es ist ein Verlust für die WM und ein Jammer”, sagte der Niederländer. Dennoch habe die DFB-Auswahl immer noch “gute, aufregende Spieler. Aber wir müssen unser eigenes Spiel aufziehen und unser Bestes geben, um ein gutes Ergebnis zu erreichen.”

(kicker.de 12.6.10)

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12. Juni 2010

Johannesburg: DFB-Team ist gelandet

Für die deutschen Nationalspieler hat die WM- Mission in Südafrika begonnen. Nach etwas mehr als zehnstündigem Flug erreichte die DFB-Auswahl am Montag bei Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen planmäßig um 7.15 Uhr ihren Zielort Johannesburg. “Es war ein tolles Erlebnis, den ersten Flug mit dem A380 mitzumachen”, erklärte Bundestrainer Joachim Löw, bevor er seine Kicker am Nachmittag in Pretoria zum ersten Training bat. Die Spieler können den Startschuss kaum noch erwarten. “Es ist eine extreme Vorfreude da”, erklärte Bastian Schweinsteiger. Auch Deutschlands letzter Vorrundengegner Ghana traf am Montag im WM-Gastgeberland ein.

Auf einen Flug nach Südafrika noch in dieser Woche hofft Arjen Robben. “Ich kann allerdings noch nicht sagen, ob es in vier Tagen oder in einer Woche sein wird”, sagte der niederländische Star- Stürmer in Diensten des FC Bayern München nach einer Untersuchung beim angesehenen Physiotherapeuten Dick van Toorn in Rotterdam. Robben hatte sich am Samstag im Testspiel gegen Ungarn (6:1) einen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel zugezogen.

Vier Tage vor dem WM-Auftaktspiel zwischen Südafrika und Mexiko warfen Beobachter angesichts der chaotischen Zustände beim Testspiel zwischen Nigeria und Nordkorea mit 16 Verletzten wieder die Frage nach der Sicherheit auf. “Chaos durch Massenpanik”, titelte die Zeitung “The Star”. Andere Blätter wie der “Citizen” (“wilde Stadionflucht”) hatten ähnliche Schlagzeilen auf ihren Titelseiten. Die Verantwortung für die Vorfälle lehnten sowohl der Weltverband FIFA als auch die lokalen Organisatoren ab.

Den Wunschtraum der deutschen Fans formulierte Chefpilot Jürgen Raps beim Landeanflug auf Südafrika. “Wir würden uns freuen, wenn wir Sie am 12. Juli mit diesem Flugzeug wieder abholen könnten – als Weltmeister. Also Jungs, reißt Euch zusammen”, sagte Raps am frühen Montagmorgen zu Philipp Lahm & Co. Gleich nach der Ankunft im WM-Land ging es für das Team weiter zum Hotel Velmoré Grand nahe Pretoria, das der DFB bis zum Finale am 11. Juli komplett für sich gebucht hat. Dort wurde der Tross von den Angestellten mit Deutschland-Fähnchen sowie dem lautstarken Klang der Vuvuzelas empfangen.

Groß ausruhen vom Nachtflug konnten sich die Spieler nicht, denn nur neun Stunden nach der Landung setzte Löw für den Nachmittag die erste Trainingseinheit an. “Ich spüre in der ganzen Mannschaft, alle wollen etwas erreichen”, sagte der 50-Jährige.

Ernst wird es für die deutsche Elf am kommenden Sonntag in Durban gegen Australien. Mindestens zwei Positionen in der Startformation sind noch offen. Beim Linksverteidiger und im rechten Mittelfeld hat sich Löw noch nicht öffentlich festgelegt. Zudem erhöhte er den Druck auf den noch gesetzten Mittelstürmer Miroslav Klose. “Miro ist ein Wettkampfspieler, aber ihm fehlt die Praxis. Miro muss kämpfen”, sagte Löw der “Bild”-Zeitung (Montag) und lobte zugleich Kloses Konkurrenten Cacau und Mario Gomez. “Cacau hat gute Länderspiele gezeigt. Mario ist in sehr, sehr guter Form. Er ist so gut, wie ich ihn bei Bayern noch nie gesehen habe.”

(STZ online 7.6.10)

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