11. März 2015

Weiß bleibt Bad Cannstatt, jagt sie aus der Stadt!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , – Franky @ 17:42

Viel Zeit blieb nicht, sich über die neuerliche Nullnummer im Neckarstadion aufzuregen. Dafür sorgten DFL, Deutsche Bahn und die Polizei, die das größere Ärgernis an diesem Abend waren und die maßgeblich dafür verantwortlich zeichnen, dass wir mehr über die Geschehnisse rund um und nicht mehr über das Spiel sprechen.
Zunächst einmal war es höchst fahrlässig, dieses Spiel gegen die Hertha an einem Freitag-Abend austragen zu lassen, während der KSC sein Heimspiel erst am Montag zu bestreiten hatte. Hier standen offensichtlich die Sender- über den Sicherheitsinteressen. Man kann davon ausgehen, bei gleicher Konstellation auswärts, wäre das Spiel aufgrund dortiger Sicherheitsbedenken kurzfristig verlegt worden, scheiß drauf, wer schon alles die Reise gebucht und sich auf den einmal festgelegten Termin eingestellt hat.
Nicht so in Stuttgart! Sehenden Auges rannte man ins Chaos, ein Schelm, der dabei nicht vermutet, dass es mal wieder ordentlich krachen sollte, um den Forderungen nach weiteren Restriktionen rund um den Fußball Nachdruck zu verleihen. Dass es kein normales Aufeinandertreffen werden würde, merkte man bereits Stunden vor dem Spiel, da in Cannstatt ein massives Polizeiaufgebot zu sehen war. Da es Verschwendung von Personalressourcen gewesen wäre, sie waren ja nun mal schon da und sollten nicht „arbeitslos“ herumstehen, wurde von Polizeiseite alles getan, einen arbeitsreichen Tag zu bekommen.
So beorderten sie etwa 150 Hertha- und KSC-Fans in Bad Cannstatt aus der S-Bahn, um sie von dort zum Stadion geleiten zu wollen. Eine Schnapsidee, wie es von vornherein absehbar war und sich auch als solche herausstellte. Man weiß, sicherlich auch die oberschlaue Polizei, dass sich stets am Bahnhofsvorplatz die VfB-Ultras sammeln, um dann gemeinsam zum Stadion zu marschieren. Dass, geleitet man eine Gruppe von Fans bzw. Krawallmachern des Erzfeindes an ihnen vorbei, diese nicht nur freundlich zuwinken würden, war wohl jedem klar, nur eben nicht den vom Steuerzahler finanzierten Ordnungshütern. Es mag daran liegen, dass für solche Einsätze mittlerweile Einsatzkräfte aus dem ganzen Land herangezogen werden, aber, selbst dann, wie im normalen Berufsleben auch, heißt das Zauberwort „Arbeitsvorbereitung“. Hinzu kommt, dass für uns VfB-Fans Bad Cannstatt ein heiliges Pflaster ist, das es notfalls auch zu verteidigen gilt. Die KSCler, die sich in die Landeshauptstadt aufmachten, waren ja nun auch keine „normalen“ Fans, die hatten es darauf abgesehen zu pöbeln, VfB-Devotionalien zu ziehen, sich zu prügeln und Sachbeschädigungen in der aus ihrer Sicht verbotenen Stadt zu verüben. Einen solchen Mob durch Cannstatt zu führen geht überhaupt nicht. Nachdem die Polizei damit die ersten Auseinandersetzungen erfolgreich provoziert hatte, zogen sie den Rückzug an und verstauten den Mob in der nächsten Bahn, um sie doch im Neckarpark abzuladen. Auch in dieser Bahn muss es zu übelsten Provokationen gegenüber „normalen“ Fahrgästen und VfBlern gekommen sein, da man ja nicht, wie in anderen Städten durchaus üblich, eine leere Bahn bereitgestellt hatte, die ausschließlich dem blauen Gesindel vorbehalten gewesen wäre.
Nach dem Spiel dann eskalierte die Situation zunehmend. Dies aber nicht etwa wegen randalierender Schwaben, sondern, weil die Polizei kurzerhand den Bahnhof zusperrte, um einer vom Neckarpark kommenden Bahn mit Gästefans eine störungsfreie Durchfahrt zu gewährleisten. Vor dem Bahnhof wuchs natürlich die Menschenmenge an, es war bereits nach 23 Uhr und auch die VfBler wollten nach Hause. Wir haben ein großes Einzugsgebiet, so dass viele noch ihren (letzten) Zug bekommen mussten, um nicht in Stuttgart stranden zu müssen.
Normalerweise ist es bei Hochrisikospielen Usus, dass dem Gästeblock eine Blocksperre auferlegt wird und die Gäste so lang im Block bleiben müssen, bis die Luft rein ist und die meisten Heimfans das Stadionumfeld verlassen haben. So war es vor ein, zwei Jahren auch in Berlin, dass wir freundlich aber bestimmt darum gebeten wurden, noch eine halbe Stunde zu warten, bis die meisten Berliner (und Karlsruher) weg waren. Bei uns aber, ein Hoch auf die Gastfreundschaft, ist es genau andersherum. Die Gästefans werden hofiert, wir dagegen müssen sehen, wo wir bleiben. Ähnliches war mir bereits während des Stadionumbaus sauer aufgestoßen, als uns der Zugang zum Neckarpark so lang verwehrt wurde, bis sich der Bayern-Block geleert hatte. Es war damals auch ein Abendspiel, unter der Woche, wo man eigentlich nur noch heim möchte.
Das gibt’s wohl exklusiv nur in Stuttgart, wie mit den eigenen Leuten umgegangen wird. Dass es sich bei solchen Umständen die einen oder anderen drei Mal überlegen, vor allem diejenigen, die eine weitere Anfahrt haben, ob sie auch die nächsten Abendspiele besuchen sollen, ist verständlich. Auch so vergrault man seine Zuschauer. Inwieweit der VfB ein Mitspracherecht bei den Terminierungen hat und in das Sicherheitskonzept eingebunden ist, kann ich nicht sagen. Ich würde mir aber wünschen, dass man sich hier mehr für seine eigene Kundschaft einsetzt und zu allererst Sorge dafür trägt, dass diese ohne Komplikationen den Heimweg antreten kann.
Ich selbst hatte nicht allzu viel mitbekommen und muss mich auf Presseberichte und Erzählungen von Bekannten verlassen. Lediglich gegen 23.15 Uhr, als wir am Bahnhof vorbei kamen, gab es zwei Mal eine Rennerei, der wir ausweichen mussten, weil vorne am Bahnhofseingang Pfefferspray zum Einsatz kam. Obwohl die Leute zwar ungeduldig, dennoch äußerst diszipliniert waren, sprühte die Polizei durch einen offenen Spalt an der Bahnhofstür Pfefferspray hinaus und hatte offensichtlich Spaß dabei. Welch eine feige, welch eine fiese Aktion! Dass durch solche Handlungen der Respekt vor und die Kooperationsbereitschaft mit den Ordnungskräften nicht wächst, ist doch ganz klar. So schufen die Einsatzkräfte ein aggressives Klima, welches sich später in ausufernder Gewalt einiger Unverbesserlicher niederschlug.
Angeblich wurden Polizisten von „Fans“ in einen Hinterhalt gelockt und angegriffen, so dass sich diese nur mit Warnschüssen in die Luft zu helfen wussten, ebenso wurden einige Autos beschädigt. Für solche Exzesse habe ich null Verständnis und hoffe, dass die Täter gefasst und zur Rechenschaft gezogen werden. So verfahren die Situation war, so unverhältnismäßig und dilettantisch der Polizeieinsatz war, das alles rechtfertigt es nicht, fremdes Eigentum zu beschädigen und mit etwa 80 Mann zwei (!) Polizisten anzugreifen. Das ist purer Vandalismus, den ich im Zusammenhang mit Fußballspielen nicht sehen will.
Wie eingangs erwähnt liegt die Vermutung nahe, dass so manchem solche Geschehnisse gerade recht kommen. Die Reaktion von Polizeigewerkschaftsboss Wendt und auch Innenminister Gall folgte dann auch auf dem Fuß. Wendt meint, der Polizei würde es die Arbeit ungemein erleichtern, wenn er Leute einfach festnehmen lassen könnte, ohne dass sie eine Straftat begangen hätten, einfach so, nur um Ruhe zu haben. Wo kommen wir denn hin, wenn wir noch mehr der Polizeiwillkür ausgesetzt wären, wie ohnehin schon? Bei solchen und ähnlich lautenden Forderungen treten hoffentlich Juristen auf den Plan und verhindern die Einführung dieser. Man musste sich ja zwangsläufig in den letzten Jahren schon fast daran gewöhnen, dass die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland rund um ein Stadion, manchmal schon in der ganzen Stadt, nichts mehr wert sind, was für mein Rechtsempfinden schon sehr bedenklich ist.
Ich habe selbst keinerlei Verständnis für Gewaltausbrüche und versuche mich auch stets fernzuhalten, wo es danach aussieht, aber, als Vielfahrer bekommt man eben öfter unverhältnismäßige Einsätze mit und kann es verstehen, dass beim einen oder anderen Gewalt zu Gegengewalt führt.
Passend dazu gestern ein Vorfall im Kickers-Stadion. Wir waren oben auf den Golan-Höhen, um Chemie Halle bei den Blauen zu unterstützen. Ein Kumpel aus dem Fanclub, der aus Halle stammt und dessen zweite Liebe der Hallesche FC ist, nahm uns mit. Einige waren bereits mal in Halle dabei, letzte Saison waren wir mit ihnen schon in Degerloch gegen die Kickers im Block und auch letzten Samstag bei den Amateuren saßen wir nett mit Hallensern zusammen. Spricht grundsätzlich ja nichts dagegen, zumal wir in absolut friedlicher Absicht dort waren. Neutral angezogen, äußerlich identifizierte uns nichts als VfB-Fans. Wir waren also auf keinerlei Pöbeleien gegen die Kickers aus gewesen, wollten nur das Fußballspiel sehen und ein paar Bier mit den Hallensern trinken und hätten uns gefreut, wenn die Kickers eine auf den Sack bekommen hätten.
Nach unserem Eintreffen am Eingang genügte es dann schon, dass wir Bekannten „hallo“ sagten, die von der Polizei wohl in die Kategorie Problemfans eingestuft wurden. Jedenfalls wurden wir eingekesselt, einer Personenkontrolle unterzogen und schließlich nach kurzer (sinnloser) Diskussion in einen leeren Block verfrachtet, weil es angeblich bei den Hallensern nicht gut ankam, dass VfBler mit ihnen im Block sein wollten, „zu unserer eigenen Sicherheit“, wie uns der Bulle weismachen wollte. Dadurch verpassten wir schon einmal das Intro und den Anpfiff und fanden uns kurze Zeit später im Käfig wieder, so dass ich meine Kamera gleich mal stecken lassen konnte. Komisch nur, als wir uns nach der Halbzeit in der Menschenmenge doch noch in den Block schmuggelten, dass alle freundlich und uns wohlgesonnen waren. So viel zu der viel beschworenen Gefahrenabwehr. Für mich machen es sich die Ordnungshüter nur einfach und wollen Leute gleich mal wegsperren, bevor der eine oder andere ihnen Arbeit machen könnte, anstatt einfach nur ihren Job zu tun und die wirklichen Übeltäter mittels polizeilicher Ermittlungsarbeit festzustellen und zu sanktionieren. Uns war die Lust auf Fußball jedenfalls schon vor dem Spiel gründlich vergangen.
Am Tag danach sprach also kaum mehr jemand über das Spiel, das man erneut nicht gewinnen konnte. Aus VfB-Sicht war es ein 0:0 der besseren Art, 70% Ballbesitz und vor allem in der ersten Halbzeit ein recht gefälliges Spiel nach vorne. Man merkte, wie gut es dem VfB tat, mit Maxim und Kostic gleich zwei Spieler auf dem Platz zu haben, die den Ball zum Freund haben. Geburtstagskind Timo Werner auf links mühte sich zwar redlich, er brachte zwar seine Schnelligkeit gut ein, dafür aber keinen einzigen (!) guten Ball zum Mitspieler. Zudem vergab er die wohl beste Chance des Spiels nach einer Viertelstunde kläglich. Ein Stürmer muss diesen Ball einfach mit Wucht aufs Tor bringen, stattdessen kullerte der Ball ins Aus. Es ist inzwischen ein ausgemachtes Kopfproblem, die Stürmer wirken in den wenigen vielversprechenden Aktionen vor dem Tor zu überhastet und nervös im Wissen diese eine Chance, die sich ihnen bietet, nutzen zu müssen. Je länger dann ein Spiel dauert, desto fahriger wird man in den Aktionen und desto mehr sind Selbstzweifel festzustellen. Am Ende kann man den Kick sogar noch verlieren, so ist es eben, wenn man selbst kein Tor zustande bringt. Es war das neunte von zwölf Heimspielen ohne eigenes Tor, eine fatale Bilanz, die einem vor Augen führt, was uns Dauerkarteninhabern in diesem Spieljahr bereits zugemutet wurde.
Fast schon sensationell mutet es an, dass wir dennoch nicht den Kopf in den Sand zu stecken brauchen und noch Hoffnung, zumindest auf den Relegationsplatz, haben dürfen.
Paderborn scheint langsam aber sicher einzubrechen und hat seit Sonntag bei drei Punkten Vorsprung mittlerweile das schlechtere Torverhältnis. Auch die Freiburger treten nach dem 0:1 gegen Werder auf der Stelle und haben ein schweres Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg vor der Brust.
Für den VfB geht es nun nach Leverkusen, wo es in den letzten Jahren wenig zu erben gab. Vielleicht ist es ja ein Vorteil für den VfB, dass Leverkusen vier Tage später der schwere Gang zu Athletico Madrid in der Champions League bevorsteht, wo sie nach dem 1:0 im Hinspiel realistische Chancen aufs Weiterkommen haben. Es könnte durchaus sein, dass Trainer Roger Schmidt den einen oder anderen Leistungsträger schont oder auch herausnimmt und schützt, wenn der VfB endlich einmal eine härtere Gangart an den Tag legt. Mit Serey Dié haben wir jetzt wenigstens einen Spieler, der wie ein Löwe kämpft, keinen Ball verloren gibt und zudem noch ein gefälliger Ballverteiler im Mittelfeld ist. Der Rest aber holt sich seine Karten höchstens durch Festhalten oder Meckern ab, jedoch nicht durch harten Kampf um den Ball. Mit einem kampfbetonten Auftreten wäre in Leverkusen durchaus etwas drin. Der erste Sieg 2015 muss langsam mal her, auch, um die Köpfe wieder oben zu tragen und Selbstvertrauen zu tanken. Martin Harnik wird dort ebenso noch pausieren müssen wie Moritz Leitner, der sich gegen Hertha die fünfte gelbe Karte einhandelte. Wie die Sperre von Harnik sehe ich auch die von Leitner eher als Vorteil für uns an. Was Stevens geritten hat, in den Schlussminuten, in denen wir unbedingt ein Tor brauchten, Leitner einzuwechseln, weiß wohl nur er. Ein Signal zur Schlussoffensive hätte jedenfalls anders aussehen müssen. Leitner hat nun in über eineinhalb Saisons nicht zu überzeugen gewusst und ist ohnehin im Sommer weg. Auf ihn würde ich nicht mehr setzen, der nie den Eindruck erweckt, mit dem Herzen beim VfB zu sein. Er ist ein Schönwetterfußballer, der meint, er wär’s, dafür weder ein Teamplayer noch einer, bei dem man den Eindruck hätte, die Tabellensituation des VfB belaste ihn. Im Abstiegskampf sind andere Tugenden gefragt, die er nicht mitbringt. Von daher, Daumen hoch, dass er sich gleich nach seiner Einwechslung durch ein plumpes Foul die Verwarnung abgeholt hat. An der Startaufstellung würde ich gar nicht allzu viel ändern, Hlousek vielleicht ist immer diskutabel, er hat auch gegen Hertha wieder viele Bälle durch technische Unzulänglichkeiten verloren. Die ehemaligen Hannoveraner Haggui und Abdellaoue konnte ich am Samstag bei den Amateuren begutachten, ich denke, in die beiden brauchen wir keine Hoffnungen zu setzen…
Nach Leverkusen kommt dann der wohl momentan geeignetste Gegner ins Neckarstadion, um seine Torflaute zu beenden, die Frankfurter Eintracht. Der 1. FC Köln konnte am Sonntag gegen sie eine ähnliche Tordurststrecke vor eigenem Publikum, wie sie der VfB hat, beenden und siegte 4:2. Vielleicht ein gutes Omen!
Dass, wie wenn unsere Probleme und Baustellen derzeit nicht groß genug wären, Anfang der Woche noch ein Bericht der Freiburger Evaluierungskommission publik wurde, in dem angebliche Beweise für systematisches Anabolika-Doping in den frühen 1980er-Jahren im Fußball beim SC Freiburg und beim VfB enthalten sein sollen, passt auch noch ins Bild. Natürlich müssen diese Vorwürfe vom VfB ernst genommen werden und es wurde auch via Pressemitteilung darauf reagiert, aber, seien wir mal ehrlich, seit Toni Schumachers Buch „Anpfiff“ waren solche Praktiken bekannt, es wollte nur keiner der Protagonisten wissen und sich ernsthaft damit beschäftigen. Ob es nach über 30 Jahren noch Sinn macht, in dieser unrühmlichen Vergangenheit zu wühlen, bezweifle ich. Die Verantwortlichen sind meist schon im greisen Alter, die „Täter“ vertrauten damals noch blinder als heute den (Vereins-)Ärzten, gab es doch noch kein Internet, durch das man das eine oder andere heute ja auch selbst nachlesen kann. Wichtig ist doch, ob der Sport aktuell sauber ist und dies scheint er aufgrund einer Vielzahl an Dopingkontrollen ja zu sein. Zudem ist es immer noch sehr umstritten, ob Doping im Fußball tatsächlich zu einer Leistungssteigerung führt oder sich nicht lediglich der Sportler selbst schädigt.
Dies galt es also von Robin Dutt ebenso zu kommentieren, wie die Trainerdiskussion, in der er Huub Stevens weiterhin nur halbherzig den Rücken stärkt. Einige Medien wollen ja bereits erfahren haben, dass zur neuen Saison Alexander Zorniger als Trainer feststehen würde, er aber auch im Falle einer Entlassung Stevens‘ jetzt schon auf Abruf bereit stünde. Zu dieser Meldung habe ich kein eindeutiges Dementi von Dutt vernommen, so dass Stevens weiterhin ein Trainer auf Zeit zu sein scheint. Nach wie vor ist es für mich ein unwürdiges Spiel, das man mit ihm spielt, daher kann ich seine Dünnhäutigkeit und seinen Sarkasmus bei Interviews verstehen.
Bislang erfüllt Dutt meine Vorbehalte gegen ihn voll und ganz. Mit ihm ist ein weiterer Schönredner auf dem Wasen dazugekommen, dem außer Durchhalteparolen zu verkünden auch nichts einfällt. In der verfahrenen Situation, in der der VfB schon die ganze Saison, also auch bereits zu Dutts Amtsantritt, steckt, wäre es wünschenswert gewesen, einen Mann auf die Kommandobrücke zu bekommen, der die Leute mitnimmt und für einen Aufbruch in eine neue Zeitrechnung steht.
Einem Jens Lehmann beispielsweise gegenüber wäre ich zwar auch skeptisch gewesen, aber „nur“ weil er nach Heldt und Bobic der dritte Sportdirektor hintereinander gewesen wäre, der mit null Erfahrung auf dieser Position ins kalte Wasser geschmissen worden wäre. Als Typ aber wäre er einer, der den Finger in die Wunde legt und Missstände klar ansprechen und angehen würde, statt sie lediglich zu verwalten. Dutt bringt jetzt ebenfalls keine Erfahrung mit und redet zudem (bisher) nur recht dumm daher.
Vor ein paar Wochen noch äußerte er sich in die Richtung, eventuell mit Huub Stevens verlängern zu wollen, jetzt soll Zorniger bereits als Trainer feststehen. Sollte dies der Wahrheit entsprechen, ist es ein fatales Zeichen an die Mannschaft, wenn nicht, muss er diese Meldung endlich glaubhaft dementieren.
Momentan ist noch überhaupt nicht absehbar, wohin die Reise gehen wird. Wer weiß, vielleicht rettet uns Huub noch einmal sensationell und hinten hinaus auch mit gutem Fußball und einem Gerüst, auf das wir in der nächsten Saison setzen könnten, dann spräche nichts dagegen, Huub einfach weitermachen zu lassen. Natürlich bin ich mit seiner Spielweise nicht immer einverstanden, aber, eines muss man ihm lassen, die defensive Stabilität hat er in Anbetracht der vorhandenen Mittel gut hinbekommen. Der Fußball, den er spielen lässt, ist sicherlich auch nicht seine Vorstellung von Fußball, er ist aber dem völlig verkorkst zusammengestellten Kader geschuldet.
Zuletzt stellt er immerhin etwas offensiver auf, so dass noch Hoffnung auf Steigerung besteht, der Knoten muss einfach nur platzen. Wir können froh sein, dass Stevens Profi durch und durch ist und sich durch die Spielereien außerhalb des Platzes nicht seine Motivation rauben lässt. Er ist sich seiner Verantwortung und der Ernsthaftigheit der Mission bewusst, so dass er sich auch weiter mit aller Kraft gegen den Abstieg stemmen wird. An Stelle des VfB hätte ich mir die Option einer Weiterbeschäftigung bis zum Ende offen gelassen.
Zorniger dagegen, würde er noch als Feuerwehrmann einspringen (müssen), wäre im Falle des Abstiegs verbrannt. Daher eine gefährliche Situation, in die sich der VfB, wie so oft hausgemacht, gebracht hat. Ob Zorniger ein guter Trainer ist, darüber mag ich nicht zu urteilen. Wer bei Red Bull zwei Aufstiege geschafft hat, muss jetzt noch nicht zwangsläufig der Heilbringer sein. Dort durfte er eben, in Zusammenarbeit mit Rangnick, einen Wunschzettel schreiben und die Spieler wurden ihm auf dem Silbertablett serviert. Unter diesen Voraussetzungen lässt es sich natürlich erfolgreich arbeiten. Beim VfB würde er ganz andere Voraussetzungen vorfinden. Was ausgerechnet ihn jetzt dazu prädestinieren soll, bei uns eine erfolgreichere Ära einzuläuten, weiß ich nicht. Als 2. Co-Trainer unter Babbel und nach Widmayer scheint er jedenfalls keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen zu haben, sonst hätte man ihn schließlich nicht mit Babbel vor die Tür gesetzt. Danach war er noch in Großaspach tätig, wo er zu Regionalligazeiten ebenfalls mehr investieren durfte, als die meisten Ligarivalen.
DER Übertrainer, den man sich jetzt unbedingt fix sichern musste, scheint er für mich jetzt nicht zu sein. Als derjenige, der Red Bull letztendlich in den bezahlten Fußball geführt hat, wird er bei uns zunächst sicherlich einen schweren Stand haben und Überzeugungsarbeit leisten müssen.
Da von VfB-Seite kein Dementi wie „da ist nichts dran“ kam, muss davon ausgegangen werden, dass es sich hierbei um mehr als ein Gerücht oder eine BLÖD-Zeitungsente handelt.
Wie man auf Zorniger kam wäre noch interessant zu wissen. War es Ralf Rangnick, der noch gute Kontakte zum VfB hat, der ihn wegloben möchte, um Zorniger (Vertrag bei Red Bull bis 2016) von der Gehaltsliste zu bekommen? Oder ist er wieder einmal der Mann mit Stallgeruch, weil die Vereinsführung offensichtlich nicht über den Tellerrand hinausschaut? Ich träumte ja noch immer von der großen Lösung Thomas Tuchel und hoffe, der Verein muss es nicht vorwerfen lassen, es nicht wenigstens versucht zu haben.
Was die Zukunft auch bringen mag, diese Trainerdiskussion kommt zur Unzeit. Stevens muss der Verein nun tunlichst Vertrauen und Wertschätzung entgegenbringen und ihm nicht, wie derzeit der Fall, suggerieren, dass sein Zenit überschritten wäre und er nur der Trainer bis zur nächsten Niederlage ist. Dutt versuchte nach dem Hertha-Spiel in dieser Angelegenheit krampfhaft zurück zu rudern, was bei ihm jedoch eher tollpatschig anmutete.
Nächste Ausfahrt, Leverkusen. Dort müssen wir mit aller Macht versuchen, das Unmögliche möglich zu machen und einen wahren Big-Point zu landen. Ich freue mich drauf, „leider“ musste ich meine Fahrt mit dem RWS absagen, weil ich eine Krombacher Fan-Tour mit Übernachtung und VIP-Besichtigung- und Verköstigung in der Krombacher Brauerei gewonnen habe. Auch da freue ich mich drauf, neue Leute, ein anderes Ambiente, wenn wir gewinnen, fahre ich mit denen öfter mit. ;-)

VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 7.0/10 (13 votes cast)
VN:F [1.9.7_1111]
Rating: +4 (from 6 votes)
13. Oktober 2014

Hertha-VfB/ St. Pauli-Union – ein WE im Zeichen des Fußballs!

Gut eineinhalb Wochen ist die unnötige Niederlage von Berlin schon wieder her. Wegen des anstrengenden Wochenendes und einer noch stressigeren Woche kam ich leider nicht früher dazu, meine Eindrücke und Erlebnisse zu schildern.
Wir machten uns am frühen Morgen des Tags der Deutschen Einheit auf den Weg nach Berlin, jedoch nicht, um den Feierlichkeiten zu selbigem in der Hauptstadt beizuwohnen, sondern, um den VfB zu unterstützen, der, wie schon fast traditionell, das Freitagabend-Spiel im 625 Kilometer entfernt liegenden Berliner Olympiastadion zu bestreiten hatte. Die Fahrt dorthin verlief feuchtfröhlich, ohne besondere Zwischenfälle und ohne Verspätung, so dass wir wie geplant gegen 14.45 Uhr unser Domizil am Berliner Kaiserdamm, nur drei U-Bahn-Stationen vom Olympiastadion entfernt gelegen, erreichten und uns kurz darauf in einer Pizzeria mit Freunden treffen konnten. Ein paar Bier und ein paar leckere Bruschetta später begaben wir uns in Richtung Stadion.
Eigentlich wollten wir noch im Biergarten direkt vor dem Stadion Freunde treffen, da wir aber auf der falschen Seite ankamen und es auch im Stadioninnern Vollbier gibt, gingen wir sofort hinein ins altehrwürdige und denkmalgeschützte Stadion.
Erst später fiel mir ein, dass ich eigentlich noch Karten zum verkaufen gehabt hätte, da ich kurz vor Abreise noch zwei Eintrittskarten auf der Gegengeraden gewonnen hatte. Wenn schon, denn schon, dachte ich mir und nahm diesen Platz dann selbstverständlich auch ein, versprach er doch eine bessere Perspektive zum fotografieren. Schade eben, dass ich dadurch einige Leute, die man sonst immer trifft im Gästeblock, dieses Mal nicht sehen konnte. Aber, einen Tod muss man eben sterben. Der Platz war jedenfalls super, unsere Reihe fast leer, von den insgesamt in Stuttgart verlosten 20 Karten waren offensichtlich nur vier in Anspruch genommen worden.
Noch heute kann man den verlorenen Punkten hinterher trauern, denn, viel einfacher als bei der alten Dame dürfte es in den nächsten Wochen nicht werden, das Punktekonto aufzubessern. Man hatte die Berliner gut im Griff, die Führung lediglich durch einen höchstfragwürdigen Elfmeter aus der Hand gegeben, als Antonio Rüdiger anfangs der zweiten Halbzeit die Geduld verlor und mit dem Kopf durch die Wand einen Angriff starten wollte. Das Ende ist bekannt, Ballverlust, schulmäßiger Hertha-Konter und das (vor-) entscheidende 2:1 für die Hertha, die wohl selbst nicht wusste, wie ihr geschah. Bis dahin hatte der VfB das Spiel gut und die Hertha wartete „nur“ darauf, bis der allgegenwärtige Fehlerteufel seinen Auftritt hatte.
Bezeichnend diese Aktion für Toni Rüdiger. Zuletzt hatte ich ihn ja gelobt, dass er, seit er sich zum Stamm des Kaders der Nationalmannschaft zählen darf, eine stärkere Präsenz zeigt, gewillt ist Verantwortung zu übernehmen und vor allem eine Körpersprache an den Tag legt, die man sich vom Rest der Truppe wünschen würde. Dass er mit 21 Jahren (noch) überfordert ist, die Führungsrolle in der Mannschaft zu übernehmen, liegt auf der Hand. Er sollte zunächst sein eigenes Spiel verbessern und daran arbeiten seine Fehlerquote zu minimieren, hat er doch auch schon gegen Köln das vorentscheidende Tor maßgeblich mit verursacht. Dennoch liegt es mir fern, Rüdiger zum Sündenbock für die Niederlage in Berlin abzustempeln. Es ist doch traurig genug, dass es sonst keinen gibt in unserer Mannschaft, der Verantwortung übernimmt und voran geht.
Ein Christian Gentner trägt im Aktionsradius eines Bierdeckels die Kapitänsbinde spazieren, während sich Jungspunde im Team aufopfern und es wenigstens versuchen, den Karren aus dem Dreck zu ziehen. DIE Achse im VfB-Spiel muss sich erst noch finden.
Hier, so finde ich, sind wir auf gar keinem ganz so schlechten Weg. Spielerisch sind Fortschritte erkennbar. Kirschbaum als Ulle-Nachfolger macht seine Sache ordentlich und strahlt eine wohltuende Sicherheit aus.
Rüdiger befindet sich in einer Entwicklung und kann durchaus in absehbarer Zeit Abwehrchef werden, allerdings hielte ich es nach wie vor für notwendig, ihm einen erfahrenen Haudegen an die Seite zu stellen. Rüdiger und Schwaab bildeten bei der fürchterlichen Niederlagenserie unter Thomas Schneider weitestgehend unsere Innenverteidigung, Ergebnis bekannt. Hier hat es der VfB durch seine nicht erfolgte Saisonnachbereitung einfach versäumt, an den Stellschrauben zu drehen, die schon lang als die Achillesferse des VfB bekannt waren. Ich wünsche es mir, dass Rüdiger auf dem Boden bleibt und an seinen Schwächen arbeitet. Es ist sicherlich nicht einfach für den Jungen die Bodenhaftung zu wahren, wenn er, wie heute geschrieben, als einer der heißesten Transferkandidaten gehandelt wird und angeblich selbst der FC Chelsea seine Fühler nach ihm ausgestreckt habe.
Im zentralen Mittelfeld sind Romeu, Gruezo und zuletzt auch Leitner Lichtblicke, während Gentner im modernen Fußball eigentlich ein Auslaufmodell ist. Es nützt nichts, sinnlos Kilometer abzuspulen. Uns nützt auch ein Kapitän nichts, den man im Spiel 90 Minuten so gut wie nicht wahrnimmt. Ich bin mir relativ sicher, dass er die nächste „Ikone“ ist, die dem „neuen“ VfB zum Opfer fallen wird. Auch Vedad Ibisevic, dem ich allerdings in Berlin eine verbesserte Form attestiere und der das 0:1 schön vorbereitet hat, wird sich sehr bald einer neuen Konkurrenzsituation stellen müssen, denn, Daniel Ginczek scharrt schon mit den Hufen.
Armin Veh, das zeigt auch die Absetzung von Sven Ulreich, macht vor Namen, alten Verdiensten oder dem Standing im Verein keinen Halt und ist auf der Suche nach der bestfunktionierenden Mannschaft. Somit haben wir jetzt eine Situation wie schon seit vielen, vielen Jahren nicht mehr, nämlich, dass allein die Leistung zählt. Veh hat es sich in den Kopf gesetzt, den VfB wieder in angenehmere Tabellengefilde zu führen und hier nicht zu scheitern. Für einen Trainer ist es doch ein leichtes irgendwo ein Himmelfahrtskommando zu übernehmen, einiges zu probieren und gegen Windmühlen anzukämpfen, um sich dann mit einer fetten Abfindung oder unter weiterem Kassieren der Bezüge wieder entlassen zu lassen. Das hat Veh ganz sicher nicht vor. Für ihn ist der VfB eine Herzensangelegenheit, also wird er weiter kämpfen und sämtliche Register ziehen. Sollte, wie man munkelt, an der Möglichkeit etwas dran sein, dass Veh vor hat, auf Sicht den Posten des Sportdirektors zu übernehmen und man womöglich Thomas Tuchel als Trainer auf den Wasen locken möchte, auch dann wäre es eminent wichtig, dass Veh sich nicht verbiegen lässt und vor allem nicht an Widerständen aus dem Verein und dem Umfeld scheitert und damit verbrannt wäre. Ich drücke ihm fest die Daumen, dass das Umfeld geduldig bleibt und dass wir mit ihm die Kurve bekommen. Natürlich probiert er einiges, natürlich macht er dabei auch Fehler, dennoch sehe ich Bewegung wie lange nicht in der ersten Elf und bin daher weiter guter Dinge, dass wir schon bald die Früchte dieses Umbruchs ernten können.
In Sachen Bobic-Nachfolge ist fürs Erste Ruhe eingekehrt. Wie man vernimmt, gibt Jochen Schneider den Manager auf Probe, mindestens bis zur Winterpause. Damit kann ich persönlich gut leben, wenn Veh als eine Art Teammanager fungiert und Schneider lediglich in Sachen PR mehr in den Vordergrund tritt. Wie schon öfter von mir thematisiert, ist einfach der Zeitpunkt für die Managersuche beschissen, so dass eine wirklich große Lösung erst nach Ende der Saison möglich sein dürfte. Gute Leute wachsen nicht auf den Bäumen, gescheiterte Manager (z. B. Kreuzer) oder erneut ein Anfänger (Lehmann, Kahn, Effenberg, etc.…) würden meine Kopfschmerzen, die mir mein Verein sowieso schon bereitet, eher noch verstärken. Der einzige der Namen, die bisher so durch die Presse geisterten, der einen gewissen Charme versprüht, wäre Jan Schindelmeiser. Ich gebe es zu, dass ich zunächst erschrocken bin, als ich seinen Namen las, den ich in erster Linie mit dem Nachbarn von der Autobahnraststätte in Verbindung bringe. Bei näherem Hinschauen und einem genaueren Blick auf seine Vita aber, brächte er eine große Eignung für diesen vakanten Posten mit. Und, es wäre ein Mann mit Erfahrung im Fußball-Business und ohne Stallgeruch. Ob sich unsere Granden eine solche Lösung ernsthaft vorstellen können, bezweifle ich allerdings. Es ist ja sooo wichtig, dass man den Verein und die ach so eigenen Abläufe darin kennt, ein Außenstehender würde da gar nicht durchblicken. So lang sich Vorstand und Aufsichtsrat nicht neuen Wegen öffnen, wird sich grundlegend in näherer Zukunft nichts ändern.
In der Bundesligapause fand auf dem Trainingsgelände des VfB ein Trainingsspiel gegen den Landesligisten Germania Bargau statt. Dieses Spiel wurde auf der VfB-Seite nicht beworben, allerdings konnte man auf der Seite von Bargau, regionalen Sportseiten und auch Tageszeitungen wie dem Schwarzwälder Boten Kenntnis davon erlangen. Als Austragungsort war das Robert-Schlienz-Stadion angegeben, zur besten Frühschoppenzeit, Samstagmorgen 11 Uhr. Trotz Wasen-Besuchs am Vortag standen wir rechtzeitig auf, um uns diesen Kick nicht entgehen zu lassen, was einigermaßen schwer fiel. Da die Bundesligapause meist langweilig ist, einfach etwas fehlt, und wenn man die Gelegenheit hat, die Daheimgebliebenen am Ball zu sehen, ist es fast klar, dass man diese nicht auslässt. Das böse Erwachen folgte auf dem Fuß. Angekommen auf dem Trainingsgelände war das Robert-Schlienz-Stadion verwaist, also pilgerten wir weiter in Richtung Trainingsplatz, wo wir von der Straße aus Action vernommen hatten. Dort standen wir vor verschlossenen Türen, ein Ordner wies uns ab, weil ich eine VfB-Jacke an hatte. Bargauer dagegen wurden rein gelassen.
Da verstand ich mal kurz die Welt nicht mehr. Als Allesfahrer darf man einem solchen Kirmeskick nicht beiwohnen, Gäste dagegen schon? Wo ist da die Logik? Laut Ordner „wollte der Trainer ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit“.
Mir erschließt sich der Sinn dieser Aussperrung überhaupt nicht, da es sich wohl kaum um einen ernsthaften Test handeln konnte, wenn mehr als zehn Nationalspieler fehlen. Es dürfte ja wohl nicht möglich gewesen sein, etwas einzuspielen, das Leverkusen im nächsten Spiel das Fürchten lehren soll. Ich war wirklich perplex und verzichtete spontan auf den Fanshop-Besuch, weil ich in diesem Moment vom VfB nichts mehr sehen und hören mochte. Das Spiel endete 7:1 und hatte eine gute und eine bittere Nachricht im Köcher. Daniel Ginczek traf vierfach und kommt immer besser in Schuss, während der große Pechvogel Daniel Didavi einen Muskelbündelriss erlitt und erneut vier bis sechs Wochen fehlen wird. Ganz, ganz bitter für ihn und auch für das Team, ist er doch zum Taktgeber unseres Spiels herangereift. Gute Besserung, Dida, kann man da nur sagen.
Schließlich noch ein paar Worte zu unserem Berlin-Trip. Unweit unseres Hotels befindet sich das Cancun, ein mexikanisches Restaurant und Cocktailbar, bei dem wir uns schon vor einem Jahr bestens aufgehoben fühlten und wo es bis weit in die Nacht Essen und Getränke vom feinsten gibt. Da wir Samstags relativ früh raus mussten, wollten wir nicht mehr in die Stadt oder ins vom Berliner Fanclub „CKB08“ betriebenen Rössle nach Neukölln fahren, sondern verweilten in „Bettnähe“ und hofften auf mehr als nur eine Mütze voll Schlaf.
Weit gefehlt, trotz der Niederlage wurde der Abend noch richtig lustig, so dass wir erst gegen halb fünf Uhr im Zimmer waren. Gut zwei Stunden später klingelte der Wecker schon wieder, da uns unsere Tour weiter nach Hamburg führen sollte. Auf dem Programm stand das 2. Liga-Spiel FC St. Pauli-Union Berlin.
Mein zweiter Verein, spätestens seit unseren UEFA-Cup-Spielen gegen Celtic Glasgow, mit denen St. Pauli eine Fanfreundschaft verbindet, sind ja die braunweißen, zumindest wenn sie in einer anderen Liga spielen als wir.
Der gemeinsame Abstiegskampf 2010/2011 war da schon eine harte Probe dieses besonderen Verhältnisses und für das zu meinen Freunden beim magischen FC. Sonst aber finde ich es ziemlich wohltuend, wie anders St. Pauli im Vergleich zu „normalen“ Profivereinen ist.
Wegen der unchristlichen Anstoßzeit um 13 Uhr verließen wir Berlin also gegen 8.30 Uhr und traten die 1 ½-stündige Fahrt im ICE an. Sichtlich übermüdet und dennoch voller Vorfreude waren wir unterwegs. Nach Ankunft in der Hansestadt kurz das Gepäck in unser Bestwestern Hotel gebracht und schon ging es weiter in Richtung Kiez.
Bereits beim Umstieg in die U3 hatten wir den ersten Bekannten getroffen, mit ihm zogen wir weiter in die neu errichteten Fanräume im Bauch der neuen Gegengeraden. Dort bekamen wir gleich mal eine Einführung, wie sich jeder Fanclub dort einbringen durfte und welche Devotionalien der alten Stadiongaststätte dort ihren neuen Platz fanden.
Ganz interessant, zudem war das Astra, das schon wieder extrem gut mundete, für Stadionverhältnisse recht günstig. Kurz noch die hinterlegten Eintrittskarten abgeholt und schon ging es hinein ins Millerntorstadion. Diese Paarung hatte ich schon lang mal auf dem Zettel, pflegen diese beiden Fanszenen nach gegenseitigen Unterstützungsaktionen, als die Clubs finanziell am Tropf hingen, ein recht gutes Verhältnis miteinander. Einer der wenigen Ost-Vereine, die am Millerntor wohl gelitten und gerne gesehen sind. So war außer dem Spiel also auch noch ein gemeinsamer Umtrunk mit den Union-Fans zu erwarten. Wir hatten Sitzplätze auf der Süd, oberhalb des Ultra-Blocks und inmitten der braun-weißen Fangemeinde. Die Stimmung war während des gesamten Spiels bombastisch, der Spielverlauf tat ein Übriges. Nach einer Notbremse, der daraus resultierenden Roten Karte und dem verwandelten Elfmeter Mitte der ersten Halbzeit war das Spiel quasi entschieden. Es dauerte dann zwar noch bis zur 73. Minute, ehe St. Pauli mit dem 2:0 das Spiel endgültig entschied, große Spannung kam dennoch nicht auf, zu überlegen war St. Pauli, zu wenig hatten die Unioner entgegen zu setzen. Beiden Teams stand vor dem Spiel das Wasser bis zum Hals, so dass die Erleichterung über den am Ende deutlichen 3:0-Sieg überall spürbar war.
Die Union-Ultras hängten in der Halbzeit ihre Zaunfahnen ab und stellten den Support ein, offensichtlich jedoch nicht wegen der Leistung der eigenen Mannschaft. Angeblich gab es vor dem Block Tumulte zwischen einigen St. Pauli-Fans und Berliner Stadionverbotlern, woraufhin einige Ultras das Stadion verlassen wollten, von der Polizei jedoch daran gehindert wurden. In Folge dessen soll es zu einem massiven Pfeffersprayeinsatz der Wachtmeister im Gästeblock gekommen sein, was die Ultras dazu bewegte, den Block geschlossen zu verlassen. In der ersten Halbzeit noch machten sie richtig Alarm.
In den St. Pauli-Bereichen dagegen herrschte 90 Minuten lang Dauersupport. Im Gegensatz zum Neckarstadion wird auf allen Tribünen mitgemacht, im Gegensatz zu unseren Ultras werden von den St. Pauli Ultras fast nur Lieder angestimmt, die der eigenen Mannschaft huldigen, sie nach vorne peitschen und manchmal auch voller Selbstironie getragen sind. Sind bei uns gefühlte 80% der Songs, in denen sich die Ultras selbst feiern oder den Gegner verunglimpfen, wird diesem in St. Pauli meistens Respekt entgegengebracht. Natürlich lassen sich diese beiden Vereine und vor allem die Stadien schlecht miteinander vergleichen, dennoch würde ich mir ein wenig Umdenken in der Fanszene wünschen. Ich stelle jedes Mal dort fest, dass schon die Grundstimmung eine bessere ist, was vielleicht auch daran liegen mag, dass nicht jeder das Stadion mit dem Messer zwischen den Zähnen betritt.
Wir haben den Besuch im ausverkauften Millerntor sehr genossen. Abends auf dem Kiez verließen uns dann aber leider irgendwann einmal die Kräfte und die Müdigkeit gewann die Oberhand. War zwar schade, jedoch nicht zu vermeiden. Wäre ich in diesem Jahr nicht schon zwei Mal in Hamburg gewesen, stünde das vierte Mal Hamburg im Dezember nicht schon wieder fast vor der Tür, hätte es mich sicherlich richtig genervt, so war es gerade noch zu verkraften, gegen 22 Uhr in Richtung Hotel aufzubrechen zu müssen.
Schließlich wurde gestern noch die SWR-Dokumentation „Fußballfieber – der VfB Stuttgart und seine Geschichte ausgestrahlt“. Als einer der Gewinner beim SWR-Gewinnspiel durfte ich beim Preview beim SWR am vergangenen Dienstag dabei sein und mir den Streifen schon vorab zu Gemüte führen. Johannes Seemüller moderierte, Talkgäste waren Hansi Müller, Günther Schäfer, Lothar Weise sowie die für die Doku verantwortlich zeichnenden SWR-Sportjournalisten Jens Ottmann und Thomas Wehrle. Da ich an diesem Tag höllische Rückenschmerzen hatte, war lang nicht klar, ob ich mir das tatsächlich antue. Im Nachhinein kann man fast sagen, dass es mir gereicht hätte, die Doku sonntags im Fernsehen anzuschauen. Da ich direkt vom Geschäft dort hin ging, hätte ich mir wenigstens einen kleinen Imbiss und ein Bierchen dazu gewünscht, doch leider, außer einem Sektempfang gab es nichts für Gaumen und Leber. Mir ist zwar klar, dass man das jetzt nicht unbedingt erwarten konnte, aber, darauf hoffen durfte man ja schon, wenn schon so mit Exklusivität geworben wird. Die Doku war absolut sehenswert, vor allem an die Sternstunden, die ich selbst hautnah miterlebt habe, erinnert man sich immer wieder gerne zurück und genießt die Bilder dazu. Ehrensache, dass gestern der HDD-Receiver einprogrammiert wurde und der Streifen aufgehoben wird.

Die Talkrunde war relativ kurz, aber aufschlussreich und amüsant. Bei Hansi Müller, als Aufsichtsrat und Würdenträger, wirkte es für mich aufgesetzt, als er meinte „der VfB ist noch immer ein geiler Club“. Auch befremdlich und realitätsfern fand ich, als er von regelmäßig 50.000 und mehr Zuschauern schwärmte. Gerade als Amtsträger sollte ihm doch bewusst sein, dass der Verein drauf und dran ist sein Klientel vollends zu vergraulen und weniger als 40.000 zahlende Zuschauer keine Seltenheit mehr sind. Lothar Weise, VfB-Spieler von 1958-1963 und Siegtorschütze im Pokalfinale 1958 gegen Fortuna Düsseldorf plauderte von der guten alten Zeit, als VfB noch „Vorbild für Bayern“ bedeutete und die Bayern keine Chance gegen den VfB hatten. Und, dass heutzutage der beste VfB-Spieler keine Chance mehr hätte, bei den Bayern zu spielen.
Wie er bei Heimspielen noch bis zwei Stunden vor Spielbeginn an seiner Tankstelle den Tankwart gab, ehe seine Frau das Kommando zur Abfahrt ins Neckarstadion gab.
Und, schließlich war da noch „Günne“ Günther Schäfer, mein Held der Meistermannschaft 1992, der durch seine unfassbare Rettungsaktion das 2:0 für Leverkusen verhinderte und dadurch den Titel erst möglich machte. Er gefiel mir am besten, beschrieb, wie er bei einem seiner ersten Trainings bei den Profis von Bernd Förster umgesenst wurde, was ihm drei Wochen Verletzungspause einbrachte. Wie er nach dieser Pause sich dann jenen Bernd Förster schnappte und ihn ebenfalls niederstreckte. Wie er am Blick des Gefoulten erschrak und „Wunder was“ dachte, was er wohl gleich mit ihm anstellen würde. Und, wie überrascht er dann gewesen ist, als Förster ihm die Hand reichte und trocken meinte „ich bin der Bernd“. Diese Anekdote sollte verdeutlichen, wie die damaligen Platzhirsche ihr Revier verteidigt haben, aber auch, wie man sich als Jungspund selbst Respekt im Mannschaftskreis erarbeiten konnte. Weiter führte Schäfer aus, wie wichtig ihm als Verantwortlichem der Fußballschule Respekt ist, wie er versucht, den Jungs Werte zu vermitteln und den Wächter gibt, ob die Jungs diese auch annehmen.
Hier schließt sich für mich wieder der Kreis zu unserer aktuellen Spielergeneration, zu unserer Profimannschaft, hat doch Armin Veh in jüngster Vergangenheit gerade bemängelt, die Jungs heutzutage wüssten überhaupt nicht mehr, was Respekt bedeute, würden ihn unberechtigterweise einfordern, diesen anderen jedoch nicht entgegenbringen. Bleibt zu hoffen, dass Günne den Jungs etwas von seinen Werten vermitteln kann. Er war für mich der Inbegriff von Vereinstreue, gepaart mit steter Leistungsbereitschaft und Loyalität. Einen solchen Mann sucht man schon seit längerer Zeit, vermutlich seit Soldo, in unseren Reihen vergeblich!

VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 0.0/10 (0 votes cast)
VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 0 (from 0 votes)
18. August 2014

Der Kater nach dem Pokal-Aus!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , – Franky @ 18:21

Mein Blog nach dem Pokal-Aus fällt ausnahmsweise einmal anders aus wie gewohnt. Mir fehlt heute schlicht die Zeit, ein Pamphlet niederzuschreiben, das meine Gefühle seit dem Schlusspfiff bis jetzt richtig widerspiegelt. Auf der anderen Seite kenne ich schon die Sprüche meiner Stammleser, von wegen, „na, hat’s Dir die Sprache verschlagen?“, was natürlich nicht der Fall ist. Auf Facebook war ich dieser Tage dagegen sehr aktiv und habe einige geistige Ergüsse von mir gegeben, so dass ich diese heute einmal in chronologischer Folge online stelle, weil damit vieles schon gesagt wurde, was mich in diesen Tagen bewegt.

Einzig ein Thema liegt mir noch am Herzen. Allerorten und von sehr vielen Leuten lese ich Kritik am Trainer, weil er mit Klein, Romeu und Kostic gleich drei Neue brachte und diese ja gar nicht eingespielt sein können. Auf der einen Seite muss sich Armin Veh diese Kritik natürlich gefallen lassen, auf der anderen Seite aber, „wer nichts wagt, der nichts gewinnt“. Wie oft habe ich mich schon darüber aufgeregt, dass Neuzugänge so lang behutsam herangeführt wurden, bis sie wegen ihrer weniger Einsatzzeiten schon keine Lust mehr auf den VfB hatten. Wie sehr habe ich mich über die immer gleichen Aufstellungen in den letzten Jahren aufgeregt, weil wir ja nicht gerade verwöhnt wurden. So sah ich diese Aufstellung erst einmal positiv, zumal sich gute Fußballer normalerweise problemlos in ein neues Team einfügen könnten. Beim letzten Test gegen Hull City haben sich die Platzhalter schließlich nicht gerade nachdrücklich empfohlen. Der moderne Fußball wird mir viel zu sehr verkompliziert. Wer weiß, wie das Spiel verlaufen wäre, hätte Ulle nicht diesen Katastrophenpass auf Romeu gespielt, der ihm den Einstand aber so was von vermiest hat. Im allerersten Pflichtspiel, in dem man sich viel vornimmt, nicht negativ auffallen und Werbung in eigener Sache betreiben möchte, bekommt man vom eigenen Torwart einen solchen Ball serviert! Hoch anzurechnen ist Romeu jedenfalls, dass er in der Situation das Hirn einschaltete und nicht einen der drei, die gegen ihn standen, umgehauen hat und vom Platz geflogen ist.
Ab dieser Situation war sein Debüt eigentlich schon nicht mehr zu bewerten. Er ist doch noch kein alter Hase, an dem so etwas spurlos vorübergeht! Daher ist mir diese Kritik an Veh zu überzogen. Vehs Statements zum Spiel haben mir sogar richtig gut gefallen. Im Gegensatz zu den meisten seiner Vorgänger hat er nichts beschönigt, sondern unverblümt zugegeben, dass man in vielen Situationen einfach dumm agiert und falsche Entscheidungen getroffen hat. Hirn einschalten meinte er unter anderem, was genau die richtige Erkenntnis ist. Er hätte auch sagen könnten, das Gros der Pässe war alibimäßig und nicht zielorientiert. Mir gefällt Armin Veh bislang sehr gut, wie ich ihn im Zillertal, gestern in Fellbach oder auch im TV erlebe. Er hat Bock auf den VfB und hat vor allem Bock darauf, den VfB aus dem Schlamassel zu holen, nachdem er uns, wie er selbst sagte, einige Jahre im Stich gelassen hat.

Nun aber zu meinen Posts:

Dieser Post stammt von der Rückfahrt, also von unmittelbar nach dem Spiel bzw. als ich endlich wieder Empfang auf dem Handy hatte und mich beim Lesen der „Stimmen zum Spiel“ fast am Wulle Bier verschluckt hätte. So habe ich erst einmal das neue Motto des VfB umgetextet, weil „furchtlos und treu“ an diesem Tag überhaupt nicht passte. Eher ängstlich und den Fans nicht verpflichtet wirkte der erste Pflichtspielauftritt.

#furchtbarundscheu Unentschuldbar und kein Dämpfer, wie Gentner sagt. Den ersten Titel verloren. Mit solchen Auftritten gewinnt man in der BL kein Spiel. Da kann man Angst kriegen vor den nächsten Wochen.

Nach der Rückkehr aus Bochum lag ich um 1 Uhr im Bett, gegen 8 Uhr war die Nacht schon wieder zu Ende. Ich hätte noch weiter schlafen können, doch die „Pflicht“ rief. Bilder bearbeiten und online stellen, schließlich wollte ich um 11 Uhr schon wieder in Fellbach beim Krombacher-Spiel SV Fellbach-VfB zugegen sein. Ein Wunder, dass ich überhaupt schlafen konnte, zu angefressen war ich noch immer. Da wir jedoch für gewöhnlich nicht im 5-Sterne-Bus unterwegs sind und die Fahrten manchmal an die Substanz gehen, fällt man dann eben doch noch in den Schlaf. Hier also mein Post von Sonntag früh:

Bilder vom DFB-Pokal-Aus in Bochum sind online unter http://www.frankys-stadionpics.de/bilder/thumbnails.php?album=487. Auch 16 Stunden nach dem Schlusspfiff kann ich es kaum fassen, wie „unsere Jungs“ gestern den Brustring spazieren getragen haben. Das war null Komma null, einfach NICHTS. Wenn man es in 90 Minuten gegen einen Zweitligisten nicht schafft, auch nur ein einziges Mal aufs Tor zu schießen, schwant einem für die in einer Woche beginnende Bundesligasaison Böses. Es wird wieder in erster Linie darum gehen, darauf zu hoffen, dass es drei noch schlechtere Teams gibt und wir auch in der übernächsten Saison an der Bundesliga teilnehmen dürfen.
Klar, ist es noch früh für solch düstere Prognosen. Aber, gestern fand ich nichts, was Hoffnung machen würde. Die Körpersprache erschreckend, Führungsspieler nicht vorhanden, Qualität Mangelware, individuelle Fehler zuhauf, fußballerische Mängel, erschreckend. Vermeintliche Führungsspieler wie Sven Ulreich leiten durch einen völlig unnötigen Pass auf den von drei Bochumern umringten Romeu die Niederlage ein (wann bekommt eigentlich Kirsche eine Chance), die Abwehr einmal mehr ein Hühnerhaufen, Kapitän Gentner rennt viel, allerdings oft auch herum wie Falschgeld, Harnik (exemplarisch für einige andere, weil er in der 2. HZ auf „meiner“ Seite, rauf und runter rannte), kann keinen Ball stoppen, Ibisevic, wie eh und je, mehr am lamentieren, als dass er am Spiel teilnimmt. Die Neuen Romeu und Kostic noch Fremdkörper im Team, der 15-Millionen-Mann Rüdiger mit Licht aber noch mehr Schatten (blieb beim 2:0 einfach stehen…). Veh hat noch eine Menge Arbeit vor sich, es bleibt zu hoffen, dass der Abstand ans Mittelfeld nicht zu groß wird, bis seine Arbeit Früchte trägt.
Bin maßlos enttäuscht, nicht, weil ich dachte, es würde gleich alles besser würden. Durch ein Verbleiben im DFB-Pokal aber hätte ein erstes positives Signal gesetzt werden können und am Ende kann eine durchwachsene Saison durch den Pokal auch schon mal gerettet werden. Diese Karte wurde völlig unnötig und uninspiriert aus der Hand gegeben, der erste Titel erbärmlich schwach verspielt. Hoffe, gleich in Fellbach, schickt Veh die „erste Elf“ aufs Feld, gestern sah es schließlich so aus, als haben sie sich für dieses Spiel geschont. Habe fertig!

Auf der Rückfahrt aus Fellbach erreichte mich eine satirische Whatsapp-Nachricht, die ich sogleich gepostet habe, Verfasser unbekannt. Bitter, aber, als VfB-Fan lernt man auch mit Selbstironie zu leben und sie manchmal sogar auch noch lustig zu finden:

„Der VfB Stuttgart macht einen weiteren großen Schritt in Richtung Meisterschaft. In der 1. Runde des DFB-Pokals verlor der VfB souverän mit 2:0 und entgeht nun der drohenden Doppelbelastung.

Gegen den VfL Bochum spielten die Schwaben gut und ließen den VfL durch ein gekonntes Missverständnis in Führung gehen. Der Grundstein war gelegt und der VfB spielte locker weiter und sicherte sich mit dem zweiten Gegentreffer das Ausscheiden aus dem DFB-Pokal. Einen kleinen Schockmoment gab es dann doch noch: Der eingewechselte Timo Werner stand einschussbereit vor dem leeren Tor, besann sich jedoch im letzten Moment auf die vorgegebene Taktik.
Sportvorstand Fredi Bobic sprach von einem “weiteren wichtigen Grundstein auf dem Weg zur Meisterschaft.” Bereits in der Vorsaison war es dem VfB gelungen, sich einen der begehrten Plätze im hinteren Mittelfeld der Bundesliga zu sichern. Bobic weiter: “Durch das Ausscheiden in der 1. Runde des DFB-Pokals haben wir einen großen Vorteil gegenüber vielen anderen Bundesligavereinen. Die Mannschaft kann sich nun voll auf das große Ziel fokussieren, Armin Veh hat das erfolgreiche Spielsystem der letzten Saison grandios weiterentwickelt. Ich bin froh dass wir die Doppelbelastung erfolgreich abwenden konnten. Angesichts dieser tollen Leistung des Teams können wir durch den Verkauf wichtiger Leistungsträger die Finanzen weiter aufpolieren.” Die nächste Meisterfeier sei bereits geplant!“

Nach der Rückkehr aus Fellbach dann dieser Post. Es war insgesamt ein netter Spätvormittag. Frühschoppen und ein VfB-Spiel verbinden zu können, diese Gelegenheit bietet sich einem auch nicht alle Tage. Meine Enttäuschung war noch immer riesig, so dass es mir gerade geschliffen kam, dass sich das Team volksnah zeigen musste.

Bilder vom Kick der Reservisten in Fellbach sind online unter http://www.frankys-stadionpics.de/bilder/thumbnails.php?album=488. Knapp an einer Blamage vorbeigeschrammt. Wenn man bedenkt, dass Fellbach gestern noch den Landesliga-Auftakt gegen Ludwigsburg zu bestreiten hatte und bei uns ausschließlich Akteure am Werk waren, die gestern nicht von Beginn an spielten, liest sich das 2:2 zur Halbzeit noch blamabler als ohnehin schon. Am Ende hatte man den Gegner müde gespielt und leichtes Spiel. Wenigstens war der gesamte Tross anwesend, auch die, die nicht spielten. Bloß nicht ins Wochenende schicken, ich hoffe, es ging direkt weiter zum Clubgelände und dass der traditionell freie Montag gestrichen wurde. Nach der gestrigen Darbietung darf eigentlich nur eines auf dem Plan stehen: trainieren, trainieren, trainieren!
Nach der Rückkehr aus Fellbach dann dieser Post. Es war insgesamt ein netter Spätvormittag. Frühschoppen und ein VfB-Spiel verbinden zu können, diese Gelegenheit bietet sich einem auch nicht alle Tage. Meine Enttäuschung war noch immer riesig, so dass es mir gerade geschliffen kam, dass sich das Team volksnah zeigen musste.
Bilder vom Kick der Reservisten in Fellbach sind online unter http://www.frankys-stadionpics.de/bilder/thumbnails.php?album=488. Knapp an einer Blamage vorbeigeschrammt. Wenn man bedenkt, dass Fellbach gestern noch den Landesliga-Auftakt gegen Ludwigsburg zu bestreiten hatte und bei uns ausschließlich Akteure am Werk waren, die gestern nicht von Beginn an spielten, liest sich das 2:2 zur Halbzeit noch blamabler als ohnehin schon. Am Ende hatte man den Gegner müde gespielt und leichtes Spiel. Wenigstens war der gesamte Tross anwesend, auch die, die nicht spielten. Bloß nicht ins Wochenende schicken, ich hoffe, es ging direkt weiter zum Clubgelände und dass der traditionell freie Montag gestrichen wurde. Nach der gestrigen Darbietung darf eigentlich nur eines auf dem Plan stehen: trainieren, trainieren, trainieren!

Dem folgenden Post habe ich in Facebook 13 Bilder von mir mit Spielern bzw. mit Armin Veh beigefügt. Geplant war es nicht, da ich aber am Gitter direkt vor dem Bus noch Platz erspähte, stellte ich mich hin und gab dem einen oder anderen Glückwünsche für die Zukunft aber auch Kritisches zum Pokalspiel mit auf den Weg. Armin Veh meinte, mein Gesicht sei ihm noch aus dem Zillertal bekannt, so dass sich ein netter Smalltalk entwickelte.

Normalerweise ist mir es echt zu blöd, mich bei solchen Vereinsfesten ins Getümmel zu stürzen und nach Fotos zu fragen. Heute aber fand ich es zum einen recht entspannt – in eine große Schlange hätte ich mich mit Sicherheit nicht gestellt. Zum anderen war es mir echt ein Anliegen, den einen oder anderen zu fragen, was das gestern war und ob sie eine gemütliche Rückfahrt hatten. Ich kam nämlich ziemlich gerädert und total angefressen zurück. Heute allerdings, als die Reservisten ran durften bzw. mussten, wie es sicherlich der eine oder andere auffasste, hat sich auch keiner wirklich aufgedrängt. Wenigstens merkte man Leuten wie Werner und Maxim an, dass sie gerne Fußball spielen, während Leitner ein Gesicht wie drei Tage Regenwetter aufsetzte. Der hat sich gedacht, er wäre im falschen Film nach seinem grandiosen Auftritt gestern.
Veh wirkte sehr angefressen und knurrig und sagte immerhin, dass er auch nicht zufrieden gewesen wäre. Er bat um Geduld, als ich meinte, dass wir gegen Gladbach gerne wieder einen anderen VfB sehen würden. Zum einen ließ diese Aussage und auch die Art, wie er es sagte, für Gladbach nichts Gutes vermuten. Zum Anderen unterstreicht das aber, was mir schon auch bewusst ist. Wir werden leidensfähig bleiben müssen und dürfen auch, sollten die erwarteten Ergebnisse zum Start eintreten, nicht die Nerven verlieren. Veh hat bei mir zu Beginn allen Kredit. Ich erwarte lediglich, dass man (von Spiel zu Spiel) eine Weiterentwicklung sieht. Das fehlte mir gestern, es war mehr oder weniger eine Fortsetzung der Leistungen der Testspiele, die mich teilweise fast schon erschreckt hatten.
Jetzt sind auf jeden Fall die Spieler in der Pflicht, es in den nächsten Wochen besser zu machen. Auch wenn das Pokal-Aus durch nichts wieder gut gemacht werden kann, es sollte wenigstens eine heilende Wirkung und den Jungs vor Augen geführt haben, dass man in KEIN Spiel mit einer solch laschen Haltung gehen darf.
Knapp zwei Wochen ist der Transfermarkt noch offen. Ich hoffe, dass sich beim VfB noch einiges tut. Ein 30-Mann-Kader kann einem guten Arbeitsklima nicht förderlich sein. Es sollten mindestens fünf (bei weiteren Zugängen entsprechend mehr!) Mann abgegeben werden können, auch, um vielleicht noch zukaufen zu können. In der Abwehr fehlt ein Typ Abwehrchef, auch einen guten Außenverteidiger könnten wir noch gebrauchen. Sollte es die 15 Millionen-Offerte für Rüdiger tatsächlich geben, würde ich ihn abgeben. Nicht nur, weil es höchst fragwürdig ist, ob es sich ein Verein wie der VfB wirtschaftlich leisten kann, solch ein Angebot auszuschlagen, auch, weil ich es ihm nicht zutraue, dass er sich noch steigert. Für mich hat er nicht den Biss besser zu werden und ist er ein abgehobener Jungprofi, der es heute abermals nicht nötig hatte, Autogramme zu geben, zumindest da, wo ich ihn im Blick hatte und er bei Wünschen abgewunken hat. Von einer ähnlichen Szene beim Training hatte ich ja schon vor einiger Zeit berichtet. Solche Spieler sind nicht nur keine Teamplayer sondern sie schaden auch dem Image des Vereins. Es gehört gewaltig ausgemistet, um auf Dauer wieder Fußball zu sehen, der Spaß macht. Wir haben zu viele Egoisten (Ich-AG’s, Söldner, Partykönige) und zu wenig Spieler im Kader, die den Brustring im Herzen tragen oder Profis durch und durch sind, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind. Vielleicht bin ich ja diesbezüglich ein unverbesserlicher Nostalgiker, es ist aber noch immer meine innere Überzeugung, “Fußball ist ein Mannschaftssport”.
Viel Arbeit also für Fredi Bobic, der das Gros der Spieler geholt hat und dem es offensichtlich schwer fällt, sich von der einen oder anderen Fehleinschätzung zu trennen oder diese überhaupt einzugestehen. Es dürften spannende Wochen werden, auf dem Platz und auch außerhalb. ich verfolge sie gespannt weiter und bin mir seit gestern fast sicher, dass mich nichts, aber gar nichts mehr erschrecken kann. Ich bilde mir ein, auf alles gefasst zu sein!

Heute (Montag) früh auf der Bahnfahrt ins Geschäft verfasste ich dann noch folgenden Text, was nur einmal mehr zeigt, wie sehr es in mir arbeitet, wie sehr es in mir brodelt. Dies wiederum zeigt auf, dass Fußball manchmal eben nicht nur die schönste Nebensache der Welt ist, sondern manchmal auch noch mehr!

So, nach der ersten Pokalrunde sieht es fast so aus, die größten Konkurrenten im Abstiegskampf sind Augsburg, Mainz und Paderborn, die ich auch schon davor so auf dem Zettel hatte. Wenn man bedenkt, dass wir in der letzten Saison gegen Augsburg und Mainz keinen Punkt holten, kann das heiter werden.
Nach dem Auftreten im Pokal muss man sich wirklich Sorgen machen, auch wenn noch kein Ligaspiel gespielt ist. Dass die Automatismen noch nicht da sind, dass noch nicht alles funktioniert, das ist klar, wenn ein Umbruch ansteht. Dass jedoch abermals keine Mannschaft auf dem Feld stand, es an Lauf- und Kampfbereitschaft, also an der Einstellung fehlte, ist für mich auch noch zwei Tage nach der Blamage unentschuldbar. Das ist das, was mir Angst wird. Ich bin mir sicher, Armin Veh wird den Karren wieder flott bekommen, es ist nur die Frage, wie lang er dafür braucht. Es gibt zu viele Baustellen, die er angehen muss. Die Mannschaft muss über kurz oder lang ein völlig neues Gesicht erhalten. Mir nützen Spieler nichts, die den Brustring im Herzen tragen und eine Führungsrolle beanspruchen, wie Gentner und Ulle, wenn man sie mitschleppt und nicht genügend Qualität mitbringen. Dann soll Veh lieber ohne Rücksicht auf irgendwelche Namen oder das Standing Einzelner bei den Fans auf andere Pferde setzen, um den VfB mittel- und langfristig wieder in die Erfolgsspur zurückzubringen. In dieser Saison ist lediglich Konsolidierung angesagt. Was ich gestern schon geschrieben habe, hat Veh bei SiD auch so gesagt. Man sollte von Spiel zu Spiel eine Besserung erkennen, sehen, dass es voran geht, damit wäre ich schon zufrieden. Bochum war ein Rückschritt diesbezüglich, auch wenn es der schwerstmögliche Gegner in der ersten Runde war. Auch die weitaus höher eingeschätzten Wolfsburger haben es gestern zu spüren bekommen, wie schwer es ist, sein erstes Pflichtspiel bei einem im Saft stehenden Zweitligisten zu bestreiten. Daher hielt ich eine Niederlage in Bochum schon seit der Auslosung für möglich, was ein No Go war, war eben die Art und Weise und die Tatsache, dass wir eigentlich nie eine Chance hatten, das Spiel in andere Bahnen zu lenken. So halten sich meine Erwartungen an den Bundesligaauftakt in Grenzen. Ich möchte, dass im Verlauf der Saison, spätestens in der Rückrunde, die Kurve wieder nach oben geht und wir bis dahin nicht schon hoffnungslos im Keller festsitzen.

Dann schließlich noch ein Beitrag zu unserem Leihspieler Moritz Leitner, der es bei mir ein für allemal versch… hat. Ich war wirklich einst froh, als man ihn verpflichten konnte. Ich hatte die Hoffnung, hier, wo er mehr Möglichkeiten zu spielen hat als beim vor allem in der Zentrale herausragend besetzten BVB, würde er zeigen wollen, dass er eigentlich in die Dortmunder Mannschaft gehört. Das Gegenteil ist der Fall. Er gibt die Diva, der sich für sämtliche Drecksarbeit zu schade ist. Den arroganten Schnösel, dem „Fanarbeit“ ein Graus ist. Er gibt sich, als würde er seine Zeit hier absitzen. Meine Hoffnungen, dass er uns weiter helfen könnte, habe ich bereits nach zwei Drittel der Vorsaison zu Grabe getragen. Er ist ein ganz schwacher Charakter und es ist nicht verwunderlich, dass ihn Rainer Adrion, bei aller Wertschätzung für sein Talent, als U21-Nationaltrainer aus dem Team geworfen hat. Ein solcher Spieler, der sein eigenes Ego über alles stellt, sollte sich eine Einzelsportart suchen, im Mannschaftssport ist er fehl am Platze. Mir ging Leitner in Fellbach ob seiner Lustlosigkeit schon gehörig auf den Sack, als ich dann noch einen „Insider“ zu seinem gestrigen Verhalten las, war mir auch das einen Post wert:

Und dann ein Beitrag aus der Gruppe “VfB-Forum”, der meine Eindrücke von gestern bestätigt. Leitner war pampig und davor an Lustlosigkeit nicht zu überbieten. Ich wollte u. a. auch ein Foto mit ihm machen lassen, da meinte er “schnell”. Alle anderen waren aufgeschlossen und freundlich, wenn auch sichtlich angefressen, das Spiel vom Vortag wirkte noch nach (ich wertete das als positives Signal, wie oft schon hat man sich aufgeregt, wenn Spieler nach derben Niederlagen kurz darauf wieder strahlen konnten…). Sie kamen ihren Aufgaben, die eben auch dazugehören, nach und nahmen sich Zeit für Bilder und Autogramme.
Als ich Leitner dann fragte, “so schnell wie gestern auf dem Platz?” hat er abgewunken und ist weiter, das Ganze mit einer Schnute wie drei Tage Regenwetter. Sollte man die Möglichkeit haben, ihn “zurückzugeben”, lieber heute als morgen. Das ist ein Typ Stinkstiefel, den keine Mannschaft braucht oder anders ausgedrückt auch nicht vertragen kann. Hier der Post aus einer VfB-Gruppe:

“Moritz Leitner muss wohl super aufgefallen sein heute……

Die Fellbacher Spieler in einer Tour blöd von der Seite angemacht während dem Spiel, sich teilweise lustig gemacht, wenn mal was nicht geklappt hat oder auch angepöbelt. Als Sahnehäubchen sich dann wegen einer Einwurfsituation mit dem Fellbacher Trainer angelegt, ganz nebenbei ein alter VfBler der u.a. mit Gente zusammen deutscher Juniorenmeister wurde.

Unfassbar wie man gegenüber einer Amateurmannschaft so auftreten kann (als einziger VfBler und das in einer Tour)..und mit ein bisschen Hirnschmalz weiß man auch, dass die heutigen Gegenspieler größtenteils Fans und Mitglieder des eigenen Vereins sind, wenn man 3 Kilometer von Cannstatt entfernt antritt..”

VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 9.8/10 (4 votes cast)
VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 0 (from 2 votes)
8. Dezember 2013

Sieg im letzten Heimspiel des Jahres!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , – Franky @ 17:28

Bilder vom Spiel und von der Demo gegen die geplante Verschärfung der SV-Richtlinien sind jetzt online!

Endlich wieder ein Sieg. Dadurch dass Hannover auswärts noch punktlos war bzw. ist und weil in den restlichen verbleibenden Hinrundenspielen in Wolfsburg und gegen die Bayern nicht unbedingt Punkte eingeplant werden können, war es gestern fast schon ein Pflichtsieg.

Thomas Schneider, der bislang meist im Großen und Ganzen an „seiner“ Aufstellung festgehalten hatte und auch nach dürftigen Vorstellungen keinen Anlass zu tiefgreifenden Änderungen sah, sprang gestern gewaltig über seinen Schatten. Gleich vier Änderungen im Vergleich zum Schalke-Debakel, außer dem zuletzt völlig von der Rolle agierenden William Kvist und Christian Gentner, der verletzt hatte passen müssen, traf den Bannstrahl auch Schorsch Niedermeier und Alexandru Maxim.

Dafür durften Moritz Leitner, der heute seinen 21. Geburtstag feiert, Sakai, Harnik und erstmals von Beginn an auch Rani Khedira ran. Leitner avancierte in der Mittelfeldzentrale, neben Ibrahima Traore zum „Man of the match“ und unterstrich eindrucksvoll, dass er ein zentraler Mittelfeldspieler und eben kein Flügelflitzer ist. Ob Schneider selbst zu dieser Erkenntnis gelangt ist oder sich durch die in dieser Woche zunehmende Medien- und Expertenschelte umstimmen ließ, sei dahingestellt. Auch dass Kvist (endlich) eine Pause bekam und durch Rani Khedira gut ersetzt wurde, ist als ein Zeichen an die Arrivierten zu verstehen. Auch der Niedermeier Schorsch hat schon bessere Zeiten als zuletzt erlebt, so dass ich auch seine Herausnahme nachvollziehen konnte. Auch optisch erweckte Thomas Schneider den Eindruck, eine neue Zeitrechnung einläuten zu wollen, stand er doch erstmals im Anzug an der Seitenlinie.

Die Jungs machten ihre Sache im Großen und Ganzen sehr ordentlich und spielten Hannover vor allem in der zweiten Halbzeit phasenweise an die Wand. Wermutstropfen waren die Aussetzer von Daniel Schwab und Sven Ulreich, die uns fast auf die Verliererstraße brachten. Da können wir uns beim verbesserten Martin Harnik bedanken, der unmittelbar nach dem 1:2 Ibisevic mit einer klasse Hereingabe bediente und dadurch schnell der Ausgleich fiel.

Schon als der VfB etwa eine Stunde vor Spielbeginn die Aufstellung in die Welt hinaus twitterte fand ich sie höchstinteressant und einen Mutmacher, vor allem wegen des frischen Bluts im Zentrum. Hätte ich dort wieder Gentner (von dem ich zu dem Zeitpunkt nicht wusste, dass er ausfallen würde) und Kvist gelesen, wäre meine Erwartungshaltung abermals auf den Nullpunkt gesunken. Dieses Tandem genügt einfach den Ansprüchen im modernen Fußball nicht, da sie das Spiel verlangsamen und sich damit kein Gegner überrumpeln lässt. Was ein handlungsschneller Spieler wie Leitner auf dieser Position wert ist, durften wir ja gestern bestaunen. Richtig klasse, seine zwei Torvorbereitungen, einige Flankenwechsel, „No-Look-Pässe“ uvam.

Für Wolfsburg wäre ich fast geneigt zu sagen „never change a winning team“. Gut, Gentner sofern fit, dürfte Rani Khedira wieder ersetzen. Am Kapitän rüttelt man nicht so einfach, zumal es in seine alte Heimat geht. Aber ansonsten hat sich vor allem der offensiv ausgerichtete Mannschaftsteil eine Wiedernominierung verdient. Schaun mer mal, was bei VW so geht. Eine gefühlte Ewigkeit schon haben wir dort nichts mehr mitgenommen, es wäre mal wieder an der Zeit. Doch, wenn man den Kader der Wolfsburger mit dem unseren vergleicht, ist das schon eine andere Qualität. Und, mit Allofs und Hecking haben sie inzwischen Leute am Ruder, die die im Übermaß vorhandenen finanziellen Mittel mit Bedacht einsetzen und sogar das eine oder andere Eigengewächs einbauen. Ich fahre natürlich hin, zum letzten Spiel des Jahres und hoffe, dass die lange Rückfahrt im Bus eine heitere wird. :-)

VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 4.3/10 (4 votes cast)
VN:F [1.9.7_1111]
Rating: -1 (from 1 vote)
19. Mai 2013

Endlich: Saisonende!

Schon traditionell findet vor dem letzten Saison-Heimspiel die vom OFC Leintal-Power organisierte Fahrt auf dem Partyfloß statt, zu der alle OFC’s eingeladen sind. Wie in jedem Jahr war die Nachfrage riesig und das Boot somit schnell ausgebucht. Ich war bereits zum dritten Mal dabei und freute mich auch in diesem Jahr wieder, an Bord auf viele bekannte Gesichter zu treffen. Treffpunkt war wie immer der Bahnhof in Ludwigsburg von wo aus uns ein Shuttleservice zum Anleger nach LB-Poppenweiler brachte. Der Wettergott meinte es richtig gut mit uns, weitestgehend strahlender Sonnenschein, angenehme Temperaturen, kühles Bier und toller Service an Bord, was will man mehr. Für mich bedeutet diese Floßfahrt auch immer so etwas wie eine Reise in die Vergangenheit, lassen wir doch ehemalige Wohnorte, oder Orte, an denen ich anderweitig viel Zeit verbrachte links und rechts liegen, wie bspw. Aldingen, Hofen, den Max-Eyth-See, Münster und natürlich Bad Cannstatt. Gegen 13 Uhr erreichten wir wohl behalten unseren Zielhafen Mercedes Benz Museum, von wo aus es sofort in Richtung Otto’s Vesperstüble ging, um sich vor dem Spiel noch stärken zu können.

Ursprünglich war für den letzten Spieltag eine Saisonabschlussfete mit dem Live-Auftritt des Hofbräuregiments avisiert. Aufgrund wohl hoher Auflagen der Behörden in Bezug des Verkehrsabflusses nach dem Spiel wurde die Veranstaltung Mitte der Woche leider abgesagt. So war eben Business as usual angesagt, schade!

Daher lag am frühen Nachmittag der Höhepunkt des Tages schon hinter mir, abgesehen davon, dass ich nach dem Spiel noch mit einigen Bekannten zu einer „kleinen“ Saisonabschluss-Kneipentour verabredet war.

Und, genau, da war ja auch noch ein Bundesligaspiel, das man der Vollständigkeit halber, auch noch besuchen sollte. Positiv daran schon einmal, nach dem langen Vorprogramm an diesem Tage war es erhol- und auch ratsam eine etwa 2 ½-stündige bierfreie Phase  einzulegen. Im Stadion fällt mir das nicht allzu schwer, boykottiere ich doch bis heute mehr oder weniger das bargeldlose Bezahlsystem im Stadion. Wenn ich zufällig einmal Guthaben auf meiner Fankarte habe, vermeide ich es für gewöhnlich mich an Stoßzeiten an den Ständen anzustellen, also bin ich, wenn ich denn mal was hole, kurz vor der Halbzeit am Stand und habe schon des Öfteren ein Bier erhalten, das sie wohl zu Spielbeginn eingeschenkt hatten und das auch entsprechend schmeckte. Daher übe ich bei Heimspielen lieber Verzicht und freue mich dann eben auf die dritte Halbzeit.

Eigentlich bedenklich, wenn dies meine größten „Sorgen“ vor einem Bundesligaheimspiel sind. Selten war ich emotionsloser dabei, selten war ich glücklicher, dass eine elendige Saison sein Ende gefunden hat. Auch freute ich mich selten mehr beim Gedanken, viele Spieler des diesjährigen Teams in der nächsten Saison nicht mehr sehen zu müssen.

Wenn man sich die Anzahl der schon feststehenden Neuzugänge und dazu die der gehandelten Neuzugänge anschaut und von letzterem auch nur die Hälfte wahr wird, dürfte uns erneut ein großer  Umbruch bevorstehen. Und, das ist auch gut so. In mittlerweile rund 37 Jahren, in denen ich den VfB aktiv begleite und verfolge habe ich eine VfB-Elf noch nie schlechteren Fußball spielen sehen. In einer Saison, in der man sich von Erzfeinden demütigen lässt, von Absteigern und Abstiegskandidaten abschießen lässt, historisch am wenigsten Heimpunkte holt, die drittharmloseste Bundesligamannschaft stellt und über weite Strecken Fußball zum Abgewöhnen bietet, darf der Einzug ins Pokalfinale und die damit verbundene neuerliche Qualifikation fürs internationale Geschäft nicht alles übertünchen, was schief gelaufen ist. Es müssen Änderungen her und zwar in allen Ebenen des Vereins.

Dieter Hundt, der alternde Aufsichtsratschef, muss bei der nächsten Mitgliederversammlung im Juli zum Rückzug bewogen werden. Entsprechende Anträge sollen bereits eingegangen sein. Ein wichtiger Aspekt, dieses Vorhaben zu einem positiven Abschluss zu bringen, dürfte sein, dass auch in der Wappenfrage Entscheidungen erwartet werden und somit sicherlich auch viele Mitglieder aus der Kurve zugegen sein werden. Der Termin wurde erneut auf einen Montag-Abend gelegt, was es weiter weg wohnenden und nicht mobilen Mitgliedern natürlich erschwert, an dieser wichtigen MV anwesend sein zu können. Ein solches „den Leuten Steine in den Weg legen“, genauso wie die ins Leben gerufene Präsidentenkandidatenfindungskommission, sind wohl so etwas wie das letzte Pfeifen im Walde von Hundt. Ein Aufsichtsrat, am besten der gesamte, der wissentlich aufgrund vetternwirtschaftlicher Verflechtungen ein Porsche-Sponsoring verhindert und stattdessen mit Gazi eine schlechter vergütete Sponsoring-Partnerschaft eingeht, um die Mercedes-Leute rund um den Verein nicht zu vergraulen, gehört auf die Straße gesetzt und auf Regresszahlungen verklagt.

Über Mäuser ist jedes Wort zu viel, dieses Thema hat sich zum Glück erledigt! Schade nur, dass eine solche Pflaume wohl noch eine Abfindung in Höhe von gut 700.000 Euro für Nichts erhalten wird. Er täte gut daran, läge ihm der VfB am Herzen, zumindest auf einen Teil davon zu verzichten, wobei mir auch klar ist, dass dies eine unrealistische Hoffnung darstellt.

Unseren Manager Fredi Bobic sehe ich nach wie vor positiv. Er ist ein VfBler durch und durch und leistet gute Arbeit. Nur, stehe ich immer noch zu dem, was ich vor einigen Wochen schon einmal geschrieben habe: er muss sich nach meinem Geschmack mehr von seinem Trainer abgrenzen und ihm nicht nur nach dem Mund reden. Mich ärgert es wahnsinnig, wenn jeder Blinde sieht, was für ein Murks zusammen gekickt wird und dieser dann von Labbadia und Bobic unisono schön geredet wird, so dass man sich zwischendurch schon einmal Gedanken über deren Zurechnungsfähigkeit machen darf. Hier fehlt uns eindeutig eine Abteilung Attacke, wie es Sammer derzeit bei den Bayern gibt. Ein Mahner, der auch einmal unbequeme Wahrheiten ausspricht, anstatt auf Weichspülermentalität zu setzen und so zu hoffen, dass sich weiterhin alle lieb haben. Vom Naturell her wäre Bobic dazu  prädestiniert, er hat aber wohl Angst davor, durch ein Vorpreschen nach außen Unruhe zu schüren und intern Reibungen zu erzeugen. Jedoch sind gerade diese wichtig, dass man sieht, dass der Verein lebt. Derzeit plätschert es sowohl im Verein als auch auf dem Rasen nur noch dahin, was zur Folge hat, dass wir mehr und mehr zur grauen Maus verkommen, keine interessante Marke mehr darstellen, der Fußball unattraktiv und wenig spektakulär ist. Wenn uns dann noch weisgemacht wird, dass nicht mehr drin wäre mit unseren Möglichkeiten, dass unsere Erwartungen zu hoch seien, dass wir Schwaben mit unserer Bruddlermentalität mit nichts zufrieden wären, und, und, und, dann haben die Herren den Schuss nicht gehört. Ein Stadiongänger hat durchaus ein feines Gespür für das, was er erwarten kann. Dass der VfB in naher Zukunft wohl nicht um die Champions League mitspielen kann, damit haben wir uns abgefunden. Dass es auch nicht immer zum Erreichen der Europa League reicht, auch damit haben wir kein Problem. Ein zehnter Platz am Ende, akzeptabel, wenn der Einsatz und die Leidenschaft stimmen, womöglich noch Pech hinzukam und/ oder die anderen einfach besser waren. Alleine aus diesen Gründen laufen dem VfB nicht die Zuschauer davon und werden auch nicht alleine deshalb so  emotionslos, wie sie über weite Strecken der Saison waren. Was die Leute fernbleiben lässt, was die, die kamen, auf ihren Plätzen erstarren lässt, ist das leblose Gekicke auf dem Rasen, der langweilige Fußball, den wir vorgesetzt bekommen, eine Mannschaft, die kein Team zu sein scheint, ein System, das nicht als solches zu erkennen ist, fußballerische Schwächen von Berufsfußballern, die unerklärlich sind, individuelle Patzer, die den Gegner in schöner Regelmäßigkeit zu Toren einlädt. Das kapiert der Zuschauer auf der Tribüne nicht, wenn permanent Fehler passieren, die selbst in der Kreisliga nicht zu entschuldigen wären. Wenn dann die Statements nicht etwa in Richtung von „wir können Euren Unmut verstehen, dafür laufen sie eine Runde um den Bärensee“ sondern stattdessen von ordentlichen Auftritten geredet wird, für die man sich nicht belohnt hätte, fängt der „normale“ Zuschauer an, an sich selbst zu zweifeln, meint, dieses Spiel ist zu hoch für ihn, und bleibt eben das nächste Mal zu Hause und bildet sich fort.

Die Zuschauerzahlen in der Rückrunde sollten Mahnung genug sein. Passend dazu wurden in dieser Woche die Dauerkartenpreise für die nächste Saison veröffentlicht. In vfb-direkt schreiben sie von einer moderaten Preiserhöhung von 2%, in etwa also der Inflationsrate. Ich sage, unverschämt, unmittelbar nach einer solchen Katastrophensaison noch mehr Geld als ohnehin schon zu verlangen. Der Verein sollte seine Preispolitik der letzten Jahre mal überdenken und vor sich vor allem die Jahre ansehen, in denen sie die Preise weit über der Inflationsrate erhöht haben bzw. in den Umbaujahren, als wir in einem halben und offenen Stadion den vollen Preis zu entrichten hatten.

Ich sehe überhaupt keine Gründe für eine Preiserhöhung, oder darf ich für mehr Geld besseren Fußball und besseren Komfort erwarten? Nein, als zahlender Zuschauer und Teil des Spiels muss ich alles ohne Murren und ohne Geld-Zurückgarantie so hinnehmen.

Dem Fan in der Kurve kann man das Geld ja aus der Tasche ziehen, der wird immer wieder kommen, die Lücken zuletzt auf den teuren Plätzen aber, sollten zum Nachdenken anregen.

Solang ein Herr Hundt, siehe oben, ein besseres dotiertes Sponsoring ausschlägt, solang genau der gleiche Hund(t), einen Präsidenten, den keiner will, durchdrückt und ihm jetzt den Lebensabend mit einer saftigen Abfindung versüßt, ist es schon grotesk, dass aus solchen Gründen der kleine Mann tiefer in die Tasche greifen soll. Aber, ich bin ja kein Phantast: würde der Verein ein ausgeprägtes Taktgefühl und ein Gespür für die Stimmung rund um den Verein an den Tag legen, wäre es wohl nicht mein VfB.

Bobic, wie gesagt, für mich nach wie vor der richtige Mann am richtigen Ort. Seine Transferbilanz kann sich im Großen und Ganzen sehen lassen. Letzten Winter wurde mit Alexandru Maxim ein dicker Fisch an Land gezogen, mir bereitet es große Freude, dass da jetzt wenigstens einer ist, dessen Freund der Ball ist. Die schon feststehenden Zugänge lesen sich prominenter als in den letzten Transferperioden, käme jetzt noch der eine oder andere der gehandelten Namen wie Leitner, Lasogga, Volland, etc. könneen wir uns sicherlich auf die neue Saison freuen.

Bzgl. der Trainerposition habe ich mich ja in letzter Zeit auf Labbadia eingeschossen. Ihm traue ich es nicht mehr zu, den Karren wieder flott zu bekommen. Er ist mir taktisch zu unflexibel, kann es offensichtlich nicht mit jungen Spielern, erscheint ratlos, wenn ein Spiel in eine andere Richtung läuft als auf dem Reißbrett aufgemalt. Dies spiegelt sich auch in seinen späten und oft nicht nachvollziehbaren Auswechslungen wider. Ein Matchplan sieht sicher anders aus.

Dazu dieses ständige Herumgejammere über das anspruchsvolle Umfeld, die schlechte Stimmung, die begrenzten finanziellen Möglichkeiten, das mangelnde Vertrauen in ihn, die Überbelastung der Spieler. Durch dieses ständige madig machen von allem rund um den VfB, ist er auch nicht der Typ, der eine Aufbruchsstimmung erzeugen und Leute überzeugen kann, ins Stadion zu kommen. Eher das Gegenteil ist der Fall, wenn Ihr kommt, erwartet bloß nicht zu viel. Dies ist auch eine Art von Geschäftsschädigung, ist es doch vergleichbar mit dem Filialleiter, der seine potentiellen Kunden davor warnt, seinen Laden zu betreten.

Den Umgang mit jungen Spielern hat unlängst Silvio Meißner, Berater von Christoph Hemlein, so beschrieben, dass Hemlein vor 1 ½ Jahren, nachdem er einige Male bei den Profis zum Zuge kam, ohne Begründung und persönliche Erklärung wieder zurück zur zweiten Mannschaft degradiert wurde und überhaupt nicht wusste, weshalb. Ich konnte das genauso wenig nachvollziehen und kann mich erinnern, dass er im Pokal gegen den FSV Frankfurt und in Nürnberg ordentliche Auftritte hinlegte. Bei den Amateuren hat er mir meist gut gefallen, vor allem sein Einsatz und die Gier an den Ball zu kommen, haben mir imponiert. Solche Spielertypen mag eigentlich der Zuschauer, Spieler, die sich in jeden Zweikampf reinhauen, die keinen Ball verloren geben und auch einmal über das Ziel hinausschießen. Labbadia sah ihn wohl nicht so, jetzt verlässt uns Hemlein in Richtung Nijmwegen.

Ähnlich muss es Antonio Rüdiger gegangen sein, als er ein ordentliches Spiel gegen Ribery zu Beginn der Rückrunde ablieferte und im nächsten Spiel in Düsseldorf wieder draußen saß. Gerade für unsere junge Spieler, die Kapital für die Zukunft darstellen, benötigen wir einen Trainer, der sowohl psychologisch als auch als Fußballlehrer das Gespür für den Umgang mit ihnen hat, der sie fordern aber zugleich auch fördern kann. Labbadia wird immer einen erfahrenen einem jungen Spieler vorziehen. Ich bin gespannt, was mit Didavi passiert, wenn er denn mal wieder richtig angreifen kann. Ihm hat er ja auch das Blaue vom Himmel versprochen, um dann mit Hajnal den Vertrag zu verlängern.

Daher würde ich mir ein rasches Umdenken in der Trainerfrage wünschen. Die Zeit ist jetzt gekommen, zwischen Bundesligaabschluss und Trainingsbeginn könnte man durchaus an einen Kandidaten herantreten, der woanders unter Vertrag steht. Nach einem neuerlichen Fehlstart, dem Labbadia mit seinen in dieser Woche geäußerten Bemerkungen, die Spieler würden durch die jetzt noch anstehenden Länderspiele ausgepresst wie Zitronen, schon die Ausreden geliefert hat, wäre dieser Zug abgefahren und man müsste abermals auf einen arbeitslosen Fußballlehrer zurück greifen, weil er gerade frei ist und nicht, weil man von seiner Philosophie überzeugt wäre. So dreht man sich auf Dauer im Kreis.

Dafür, dass bei mir nach dem letzten Bundesligaspieltag die Luft raus ist, spricht auch, dass ich dem Pokalfinale mit allem anderem als mit Vorfreude entgegenblicke. Ich freue mich auf die Tour, eine tolle Party mit VfBlern in der Stadt, befürchte für das Spiel jedoch das Schlimmste. Wenn alles normal läuft und beide Teams ihr Leistungsvermögen abrufen, müsste es eine Klatsche setzen, wie sie Berlin in einem Finale noch nicht gesehen hat.

Meiner Meinung nach hängt vieles vom Verlauf des Champion League Finals nächsten Samstag in London ab. Sollte Bayern sein drittes Finale innerhalb von drei Jahren verlieren, der BVB also triumphieren, könnte ich mir vorstellen, dass die Bayern in ein tiefes Loch fallen werden, aus dem es schwer sein dürfte innerhalb von einer Woche positiv gestimmt heraus zu kommen. Spieler wie Lahm und Schweinsteiger würden zu grübeln beginnen, ob ihnen bis Ende ihrer Karriere jemals noch ein internationaler Titel vergönnt sein würde. Daran hätten sie zu knabbern, davon bin ich überzeugt. Daher drücke ich am Samstag den Dortmundern die Daumen, auch wenn sie mich gestern bitterlich enttäuscht haben, durch das Reanimieren des Dorfclubs von der Autobahnraststätte Kraichgau. Gestern früh noch war ich total davon überzeugt, dass wir abends eine Abstiegsparty würden feiern können. So traf es leider die Düsseldorfer, die eben eine grottenschlechte Rückrunde gespielt hatten und selbst gegen eigentlich rechte Gegner zur richtigen Zeit wie Bremen und Nürnberg nicht gewinnen konnten. Der Sieg gegen uns war einer von zweien in der gesamten Rückrunde.

Für eine Einschätzung zum Pokalfinale melde ich mich dann kurz davor noch einmal. Ich mag momentan noch nicht daran denken, es ist einfach noch zu weit weg, angesichts des bevorstehenden Finals in London.

VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 9.3/10 (3 votes cast)
VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 0 (from 0 votes)