2. März 2015

Zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , – Franky @ 21:47

So in etwa ordne ich den Punkt in Hannover ein. Da uns schon seit geraumer Zeit nur Siege tatsächlich weiterhelfen würden, überwiegt nach wie vor die Enttäuschung. Natürlich ist ein Punkt in Hannover, wo wir schon einige Zeit lang nicht mehr gewonnen haben, aller Ehren wert. Dennoch wurde es verpasst, ein weiteres Team mit unten hineinzuziehen und auf dieses Druck auszuüben.
Stevens sprang zwar tatsächlich seit einer gefühlten Ewigkeit mal wieder über seinen eigenen Schatten und stellte offensiver auf als zuletzt. Alexandru Maxim stand ebenso in der Startelf wie auch Daniel Ginczek, der zuletzt bei den Amateuren vorspielen musste. So kehrte wenigstens etwas mehr Spielkultur ein und man hatte den Eindruck, dass etwas, auch nach vorne, gehen könnte. Da unsere Jungs, allen voran Martin Harnik, jedoch nicht von heute auf morgen ihre technischen Mängel ablegen konnten, war das Spielniveau dem Tabellenstand der beiden Teams entsprechend, nämlich äußerst armselig.
Da Timo Baumgartl kurzfristig krank (!?) ausgefallen war, rückte Daniel Schwaab in die Innenverteidigung an die Seite unseres zuletzt torgefährlichsten Mannes Georg Niedermeier. Wie fragil die Mannschaft derzeit ist, zeigte sich darin, dass bereits diese eine Umstellung dazu führte, die ohnehin große Verunsicherung in der Defensive noch zu verschlimmern. Einem minderbemittelten Gegner, der mit sich selbst und gegen das ebenfalls unruhige Hannoveraner Umfeld zu kämpfen hatte, musste man schon die Bälle selbst auflegen, dass dieser Torchancen kreieren konnte. Dies tat Georg Niedermeier vorzüglich, als er als letzter Mann den Ball an Joselu verlor, so dass dieser freie Bahn hatte. Dieser wiederum schloss überhastet ab und lupfte den Ball über den Kasten.
Im Stadion herrschte eine merkwürdige Stimmung. Der VfB-Block, mit über 2.000 Unentwegten gut gefüllt, war durchgängig zu hören, auch auf der Haupttribüne. Die 96er ihrerseits müssen schon die komplette Saison auf überbordende Unterstützung verzichten, da die 96er-Ultras aufgrund schwerwiegender Differenzen mit der Clubführung um Martin Kind ausschließlich die eigenen Amateure unterstützen. So war aus der 96er-Kurve nur sporadisch „Kind muss weg“ zu hören, was von den anderen Tribünen jedoch stets mit Pfiffen quittiert wurde.
Das Tischtuch zwischen den Ultras, dem Verein, aber auch den „Normalo-Fans“ auf der anderen Seite ist spätestens seit Ende der letzten Saison zerschnitten. Nach dem schon einige Konflikte, beispielsweise dem bezüglich der Häufigkeit der Verwendung von Pyro-Technik und der Umlegung der Strafen auf die aktiven Fans, länger schwelten, wollte 96 für das Auswärtsspiel in Braunschweig für die Anreise nur von der Polizei begleitete Konvois zulassen, wogegen Auswärtsdauerkarteninhaber erfolgreich geklagt hatten. Der Verein stellte daraufhin einen Befangenheitsantrag gegen die zuständige Richterin, so dass sie nicht mehr rechtzeitig zugunsten der Kläger entscheiden konnte. Ein Affront gegen die Fans, die daraufhin für den Rest der letzten Saison den Support einstellten, den Protest gegen Kind jedoch ausweiteten. Dadurch kam es dann zu allem Überfluss auch noch zu Streitigkeiten mit den Normalos, die in Kind den Gottvater von 96 sehen, der die Geschicke des Vereins schon viele Jahre mit Herzblut und auch recht erfolgreich leitet.
Wenn man so möchte, war das ein Vorgeschmack darauf, wohin der moderne Fußball steuert, wenn der aktive Fan ausgegrenzt wird und jedes Mittel Recht ist, den Fußball zu verteuern und unbequeme, allzu kritische Kundschaft, einfach mal ausgesperrt wird. Die Atmosphäre erinnerte etwas an die in englischen Stadien, bis auf wenige Gesangseinlagen, in denen auf allen Tribünen das „96 ole“ zu vernehmen war, war es ruhig und fast gespenstisch, so dass wir im Unterrang sogar vereinzelt Rufe auf dem Feld wahrnehmen konnten.
Nach dem Platzsturm der Kölner Chaoten in Gladbach waren schon wieder Rufe nach einer Abschaffung der Stehplätze zu hören, so dass der Weg zwar schleichend ist, man aber den Eindruck hat, jede „Gelegenheit“ soll genutzt werden, um diese Diskussionen wieder anzuheizen und um eines Tages wie in England reine Sitzplatzarenen und ein zahlungswilligeres (und unkritischeres) Publikum zu bekommen.
Ganz aktuell blickt ja die Liga neidisch nach England, wo in naher Zukunft über 3 Milliarden Euro Fernsehgelder pro Saison in den Fußball fließen werden, etwa das Vierfache dessen, was die Bundesliga aus seinen Fernsehverträgen einnimmt.
Müssen wir das noch mitmachen und dafür den Preis der weiteren Zerstückelung der Spieltage und damit einhergehend wohl auch von noch kurzfristigeren Terminierungen bezahlen? Ein Montagspiel haben, womöglich eines zum Frühschoppen und noch am späten Samstag- oder Sonntagabend? Von mir hierzu ein ganz klares Nein. Für die Aussage von DFL-Boss Seifert im Fernsehen, „was wollt ihr denn, wir haben ja bereits ein Montagspiel“, dieser Termin stelle ja überhaupt keine Veränderung dar, fällt mir nichts mehr ein. Zum einen haben wir hier bisher „nur“ ein Zweitligaspiel, zum anderen stößt dies aber bei niemandem auf Gegenliebe. Was hat denn der Fernseh-Zuschauer und vor allem der Fan im Stadion davon, wenn in die Liga das Vierfache an Euronen gepumpt wird?
Bekomme ich meine Dauerkarte dann geschenkt? Nein, diese wird weiterhin Jahr für Jahr teurer werden, auch hier genügt ein Blick auf die Insel. Die einzigen Profiteure davon wären die Spieler, Berater und Funktionäre, also diejenigen, die bereits heute schon überbezahlt sind. Soll ich eine weitere Zerstückelung der Spieltage gutheißen, nur damit ein Spieler wie Gentner anstatt geschätzt 2,5 Millionen jährlich das Doppelte einstreicht? Nicht einmal die Vereine werden dadurch reicher werden, da sie in der Regel die eingenommenen Gelder wieder reinvestieren und sich, na klar, teurere Spieler damit leisten können. Auch dann wird es Vereine geben, die mehr und welche, die weniger investieren können, was auch dann noch zu Neid und den einen oder anderen Verein zu Größenwahn verleiten dürfte.
Die DFL muss aufpassen, sich durch diesen Größenwahn kein Eigentor zu schießen. Der englische Fernsehmarkt ist ein anderer als bei uns, dort sind mehr Leute bereit dazu, immense Summen fürs Pay-TV zu bezahlen als hierzulande. Für Sky Deutschland dürfte mittlerweile fast das Ende der Fahnenstange erreicht sein, man merkt, wie schwer sie sich tun, neue und vor allem langjährige Abonnenten zu gewinnen. Je fanunfreundlicher die Anstoßzeiten werden, desto weniger Leute werden ins Stadion gehen und desto trostloser wird die Atmosphäre in den Stadien sein. Man merkt es ja bereits jetzt, beim Freitagabend-Termin, wie viele Plätze, auch die von Dauerkarteninhabern, leer bleiben, einfach, weil es sich nicht jeder leisten kann und möchte, zu übernachten, und eine Rückfahrt, zumindest mit öffentlichen Verkehrsmitteln oft nicht mehr möglich ist. Manch ein Verein hat Einzugsgebiete seiner Fans von mehreren hundert Kilometern, diese werden als erste fern bleiben.
Um zurück zum Boykott der 96-Ultras (und einiger Gruppierungen anderer Vereine) zu kommen. Die Vereine müssen den Spagat hinbekommen, sich zwar nicht die Vereinspolitik von den Ultras diktieren zu lassen, auf der anderen Seite aber stets bestrebt sein, einen Konsens mit ihnen zu finden. Es handelt sich hier durchaus um eine gegenseitige Abhängigkeit, bei der der eiserne Besen einfach der falscheste Ansatz ist. Wohl nicht zufällig steckt 96 gerade in dieser Saison im Abstiegsstrudel fest, in der sie der Bann des Liebesentzugs der Ultras getroffen hat…
Das Spiel war insgesamt geprägt von einer enormen Nervosität auf beiden Seiten, so dass es lange richtig niveauarm vor sich hin plätscherte. Beide Teams waren im Jahr 2015 noch sieglos, daher war die beiderseitige Verkrampfung auch irgendwie nachzuvollziehen.
Durch einen Abwehrfehler der Hannoveraner hatte Christian Gentner in der 52. Minute plötzlich freie Bahn, tauchte allein vor Zieler auf und erzielte mit links das 0:1. Erstmals in der Rückrunde lagen wir in Führung und waren dem so lang ersehnten Sieg sehr nah. Ein offensiver Doppelwechsel von Korkut aber brachte die Wende für die 96er. Einen solchen doppelten Offensivwechsel hätte Stevens überhaupt nicht vollziehen können, saß mit Kostic doch sage und schreibe nur ein einziger Offensivmann auf der Ersatzbank. Ibisevic wurde, nachdem der Entschluss gereift war, auf Ginczek in der Spitze zu setzen, gleich ganz zu Hause gelassen, hatte er nach Einwechslungen unlängst doch keine herausragenden Jokerqualitäten nachgewiesen. Der VfB hatte zwar in der Drangphase der Hannoveraner noch eine Chance durch Gentner, war aber jetzt mehr und mehr hinten gefordert und kassierte auch folgerichtig noch den Ausgleich. Nach verlorenem Kopfballduell von Niedermeier gegen Joselu kam der Ball in die Mitte, wo Stindl völlig frei stand und keine Mühe hatte, den Ball aus fünf Metern ins Tor zu bugsieren. Weder Sakai noch Schwaab waren hier auf der Höhe!
In der Nachspielzeit wurde es dann noch einmal turbulent. Als Stindl bei Freistoß für uns den Ball nicht herausrücken wollte, stieß Harnik ihn um und sah glatt rot, während Stindl, kurz zuvor verwarnt, „nur“ gelb-rot vor die Nase gehalten bekam. Von der Tribüne sah es für mich danach aus, dass Harnik auf gelb für beide spekuliert hatte, was das Aus lediglich für Stindl bedeutet hätte. So hatte er sich verkalkuliert und heute die Quittung dafür erhalten: zwei Spiele Sperre. Schon seit einiger Zeit rege ich mich nicht mehr darüber auf, wenn uns der eine oder andere Spieler eine Zeitlang fehlen wird. Brach früher schon mal eine Welt wegen eines „Verlustes“ zusammen, sehe ich es heute positiv und bin dankbar, diesen Spieler mal zwei Spiele nicht ertragen zu müssen. Ich mag Harnik eigentlich, erkenne bei ihm auch den Willen und merke ihm an, wie angefressen er ob unserer Lage ist, aber, was er seit einiger Zeit schon spielt, ist katastrophal, so dass ihm und uns die Pause gut tun wird. Schade nur beim VfB im Jahre 2015, was Besseres wird kaum nachkommen.
Am Ende stand also ein leistungsgerechtes Unentschieden, das den Hannoveranern wohl mehr nützen dürfte als uns. Wir treten auf Platz 18 auf der Stelle und brauchen bald, wenn wir nicht ganz gehörig aufpassen, ein Fernglas, um überhaupt den Relegationsplatz noch erspähen zu können. Die Reaktionen der Fans nach dem Spiel waren weitestgehend freundlich, bei einer möglichen Niederlage gegen Hertha BSC Berlin dürfte die Stimmung allerdings endgültig kippen.
Die Szenen nach dem Dortmund-Spiel waren schön und gut und vielleicht auch notwendig, um zu einem neuen Wir-Gefühl zurückzukehren. Die Wut der Fans richtet sich ja auch weniger gegen die einzelnen Spieler sondern gegen diejenigen, die die Spieler geholt und die letzte Saison nicht als letzten Schuss vor den Bug verstanden hatten. Für die katastrophale Zusammenstellung des Kaders können die Spieler ja nichts. Dass sie mit Absicht schlecht spielen, möchte ich ihnen auch gar nicht unterstellen, sie können es eben (leider) nicht besser.
Erschreckend fand ich die Szenen von vor gut einer Woche in der Cannstatter Kurve aber dennoch. Absolut untypisch in einer solchen Situation, dass enttäuschte Fans die Spieler aufrichten und ermutigen müssen und dies nicht andersherum der Fall ist.
Nachdem die Mannschaft seit Wochen nach den Spielen kaum weiter als bis zur Strafraumgrenze ging, um die Unmutsäußerungen in Empfang zu nehmen, führte Ersatzkapitän Georg Niedermeier da Team in die Kurve, um sich dem Anhang zu stellen. Was sich dann abspielte, war schon zwar herzzerreißend aber eben auch grotesk. Sie standen da wie kleine Kinder, gegen die sich die Welt verschworen hat, der Zuspruch der Fans muss sich da wie Balsam auf ihren geschundenen Seelen angefühlt haben.
Sie menschelten zwar, gaben aber zugleich auch ein jämmerliches Bild ab. Wir haben es mittlerweile offensichtlich nicht nur mit einem Qualitätsmangel im Team zu tun sondern auch noch mit nervlichen Wracks. Diese Verunsicherung war in Hannover greifbar. Die Füße zitterten, bei Ulle waren es die Hände. Gleich zwei Mal entglitt ihm ein sicher geglaubter Ball aus den Händen. Daher wiegt es doppelt schwer, den Sack in Hannover nicht einfach zugemacht und etwas fürs Selbstvertrauen getan zu haben. Jetzt müssen sie, komme was wolle, diesem immensen Druck standhalten und gegen Hertha BSC ohne Wenn und Aber gewinnen. Wenn mein Eindruck über den derzeitigen Zustand ihres Nervenkostüms nur annähernd zutrifft, ist der eine oder andere bestimmt schon jetzt feucht in der Hose, beim Gedanken daran, nächsten Freitag vor gut 40.000 Zuschauern beweisen zu müssen, dass er überhaupt noch eine Daseinsberechtigung im Oberhaus hat. Zusätzlich zur mangelhaften Qualität, zur miserablen Kaderzusammenstellung, zum aufgrund der letzten Ergebnisse und Darbietungen geschwundenen Selbstvertrauen kommen nun auch noch massive Versagensängste hinzu, die lähmen und einfachste Dinge nicht mehr gelingen lassen. Eigentlich hilft in einer solchen Situation nur noch ein guter Psychologe, der allerdings in begrenzter Zeit schon Wunderdinge vollbringen müsste, um diese Häufchen Elend wieder aufzurichten.
Das ist ein Problem, das meine Hoffnungen auf ein erfolgreiches Zu Ende bringen der Saison fast gegen null schrumpfen lässt.
Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, Robin Dutt die obligatorischen 100 Tage der Einarbeitung zuzugestehen und mich, trotz meiner Vorbehalte, mit Kritik an ihm zurückzuhalten. Die dramatische Tabellensituation und das Taumeln der Mannschaft in Richtung Zweiter Liga lassen mich von dem Vorhaben nun doch leicht abrücken. Ob es Zufall ist oder nicht, dass Werder Bremen seit seiner Entlassung die Liga mit begeisterndem Fußball aufmischt, sei dahingestellt. Jedenfalls schätzte er offensichtlich die vorhandene Qualität falsch ein, was die Frage aufwirft, ob er sie denn nun in Stuttgart richtig einschätzt, wenn er meint, die Qualität unserer Truppe wäre ausreichend, um die Liga zu halten. Wie er bei Interviews in der Trainerfrage herumeiert, wie er gequält lustig wirken möchte, das passt wie die Faust aufs Auge zur Außendarstellung, die der Verein uns schon seit einigen Jahren zumutet. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man sagen, da haben sich zwei gesucht und gefunden.
Dass Huub Stevens sich jetzt auch nur noch in Sarkasmus flüchtet und nicht gerade den Eindruck erweckt, mit vollem Herzen dabei zu sein, kann ich inzwischen sogar nachvollziehen. Er wird sich mittlerweile fragen, wo er hier hin geraten ist und weshalb er sich diesen Zirkus ein zweites Mal angetan hat. Wenn von oben kein klares Statement pro Stevens abgegeben wird, wenn die regionale Presse unwidersprochen Namen in den Ring werfen darf, die bereit stünden, sollte Stevens in Hannover oder jetzt aktuell gegen Hertha verlieren, dann ist es allzu verständlich, dass ein Mann, den man im letzten Mai noch auf Händen getragen hat, nur geduldig darauf wartet, bis man ihm den blauen Brief gibt.
Heute findet eine (turnusgemäße) Aufsichtsratssitzung statt, vielleicht kommen ja diese Herren dann schneller als gedacht zur Erkenntnis, dass sie sich von Stevens und Stevens wiederum von uns besser heute als morgen erlösen müssten. Der VfB muss diese Schmierenkomödie schnellstmöglich beenden, sind wir doch ohnehin schon das Gespött von ganz Fußball-Deutschland. Wenn Stevens sagt „die vier Monate werde ich auch noch überstehen“ und Dutt zum Besten gibt „Der Trainer und ich sind zu dem Ergebnis gekommen, dass wir einen Aufwärtstrend sehen“ ist es höchste Eisenbahn diesem Dilettantenstadel ein Ende zu setzen.
Stevens sendete ja schon seit dem Hoffenheim-Spiel (nicht erhörte) Hilferufe, weil er offensichtlich mit seinem Latein am Ende ist und mit dieser „Mannschaft“ nicht weiter kommt. Ihm, wie auch den Experten in den einschlägigen Diskussionsrunden, wird schlagartig plausibel, weshalb Armin Veh wohl von heute auf morgen die Brocken hingeschmissen hat.
Wenn denn der „richtige“ Zeitpunkt gekommen ist und wir Trainer Nummer sechs in den letzten 1 ½ Jahren suchen, hoffe ich, dass es nicht ein Alexander Zorniger oder sonst ein Konzepttrainer wird, der bereits den Aufbau und die Planungen für die zweite Liga forcieren soll. Zum einen befürchte ich dann, dass der Abstiegstrainer schneller verbrannt wäre, als er gucken könnte, zum anderen würde ich eher befürworten, einen Lautsprecher und Motivator an Land zu ziehen, der hier eine Minute vor Zwölf noch so etwas wie eine Aufbruchsstimmung entfachen könnte und der den Glauben (sofern er denn vorhanden ist) an den Klassenerhalt vorleben würde. Mir schweben da dann eher Typen wie Felix Magath, Christoph Daum, Peter Neururer oder Hans Meyer vor, die eine Menge Erfahrung haben und die auch den ganz großen Druck von der Mannschaft nehmen und auf sich selbst fokussieren würden.
Seit Stevens (wieder) hier ist, hatte ich die Hoffnung, dass er der nach Vehs Rücktritt die bestmögliche Lösung war und er uns erneut zum Klassenerhalt führen würde.
Jetzt aber wundere ich mich über jeden zusätzlichen Tag, an dem er unser Cheftrainer bleibt.
Das aus dem Grund, weil er offensichtlich resigniert hat und sicherlich (verständlicherweise) nicht dazu bereit ist, die Brocken selbst hinzuschmeißen, und auf eine Abfindung zu verzichten. Auf der anderen Seite aber wartet er förmlich darauf, bis man ihm die Papiere gibt, und er diesem Irrenhaus endliche entkommen kann.
Ich hatte dies in Ansätzen nach seinem „Ratlos-Interview“ direkt nach dem Hoffenheim-Spiel thematisiert, dass er im Grunde nach solchen Aussagen sofort abgelöst gehört. Dutt ist natürlich näher dran, daher schenkte ich ihm Glauben, als er dies abtat, nach dem Last-Minute-Knockout wäre Stevens sehr frustriert gewesen. Wenn man Stevens aber seither beobachtet hat, verdichten sich die Anzeichen, dass dies ein erstes Signal in Richtung Aufgeben war und er jetzt häppchenweise nachlegt, bis es schließlich irgendwann auch unsere Koryphäen in Aufsichtsrat und Vorstand kapieren. Wartet man bis zur Niederlage gegen Hertha BSC, um den längst fälligen Schlussstrich zu ziehen, hat man in fast aussichtsloser Lage im Abstiegskampf sage und schreibe drei Spiele verstreichen lassen, und ein weiteres Absacken in der Tabelle billigend in Kauf genommen.
Wie schon bei den zu späten Entlassungen von Labbadia, Schneider und Bobic, vom Zaudern bei Zu- und (nicht erfolgten) Abgängen von Spielern ganz zu schweigen, werden notwendige Entscheidungen einfach ausgesessen und aufgeschoben anstatt im Sinne des Vereins notwendige, auch unbequeme, Entscheidungen zu treffen. Wer die Vereinspolitik bestimmt, wer diese Entscheidungen zu treffen hat, ist bekannt. Vielleicht erhält Robin Dutt ja heute in einer Sitzungspause eine Audienz und es werden Nägel mit Köpfen gemacht. Ob und inwieweit Präsident Wahler in solche Gedankenspiele eingebunden ist, weiß ich nicht. Er lässt sich in diesen Krisenzeiten weder sehen noch hören.
Es ist ein durch und durch peinliches Bild, das der VfB in diesen Tagen abgibt. Wir alle stehen vor einem Scherbenhaufen, der Verein mit mehr als einem Fuß bereits in der zweiten Liga, wir sind das Gespött der Fußballnation und das nicht nur der Außendarstellung sondern auch der blutleeren Leistungen auf dem Platz wegen. Alles deutet daraufhin, dass wir nun die Quittung für die jahrelang andauernde Misswirtschaft erhalten und dies auch noch völlig zu Recht.
Meine Hoffnungen auf ein glückliches Ende sind auf dem Tiefpunkt. Natürlich haben wir noch elf Spiele Zeit, natürlich haben wir in fünf Heimspielen lösbare Aufgaben, aber, wie die gelingen sollen kann ich mir in Anbetracht eines einzigen Heimsieges in dieser Saison nicht vorstellen. Zu schlecht die Mannschaft, zu katastrophal der ganze Verein im Moment und dazu haben wir uns noch einen Sportvorstand ohne jegliche rote Identifikation ins Haus geholt, der lieber den lustigen Maxe gibt und sich hinter Durchhalteparolen versteckt, statt Lösungsansätze aufzuzeigen und sein Dasein zu rechtfertigen.
Für die restlichen Spiele, die ich, so Gott und der Terminierungsverantwortliche der DFL will, alle machen werde, wünsche ich allen Leidensgenossen viel Kraft und immer ein erfrischendes Kaltgetränk in der Hand, ohne ist das Elend nämlich immer schwerer zu ertragen!

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26. August 2012

Verpatzter Auftakt

Der VfB hat den Saisonauftakt 2012/2013 vermasselt. Eigentlich begann der Tag ja wieder super! Aufgrund des Europa League Playoff Rückspiels bei Dynamo Moskau bereits am kommenden Dienstag, konnte die Auftaktbegegnung gegen Wolfsburg nach zähem Ringen doch noch von Sonntag auf Samstag vorverlegt werden. Das allerdings zur ungewohnten Anstoßzeit um 20.45 Uhr, so spät hatte in 49 Jahren Bundesliga noch nie zuvor eine Begegnung begonnen. Schon traditionell fand vor dem ersten Heimspiel auch in diesem Jahr die Karawane Cannstatt statt, die wie immer ein farbenfrohes und lautstarkes Spektakel bot und der sich immer mehr Brustringträger anschließen.

Der VfB schien für den Auftakt gut gerüstet. Dem lockeren Aufgalopp in Babelsberg gegen den SV Falkensee-Finkenkrug im DFB-Pokal folgte die Geduldsprobe im Hinspiel gegen Moskau, die der VfB letztendlich mit Bravour bestand.

Dass es gegen den VfL Wolfsburg ein schweres Spiel werden würde, war mir von vornherein klar. Der VfL kalkuliert diese Saison mit einem 90 Millionenetat und startet erneut einen Großangriff auf die Champions League Plätze. Dagegen kommt der VfB mit seinem 40 Millionenetat ziemlich bescheiden daher. Anders als in den Jahren zuvor wirken die Wolfsburger Einkäufe auch nicht planlos sondern sehr wohl bedacht. So fällt es auch nicht ins Gewicht, dass ein Helmes mit Kreuzbandriss ein halbes Jahr lang ausfällt, wenn man dafür einen Olic und einen Dost aufbieten kann. Auch die im letzten Jahr löchrige Innenverteidigung wurde mit Pogatetz, Naldo und dem zuletzt verliehenen Kjaer gut verstärkt. Hinter den Spitzen wirbelt der geläuterte Diego wie in besten Zeiten. In den letzten Jahren war es immer von Vorteil schon früh auf die Wölfe zu treffen, da diese naturgemäß einige Zeit brauchten, um sich einzuspielen, präsentierte Felix Magath doch während des geöffneten Transferfensters fast täglich neue Spieler. Nicht so in diesem Jahr, die Mannschaft wirkt homogen und eingespielt und ist wohl, so schwer es fällt dies auszusprechen, eine andere Hausnummer als der VfB.

Trotzdem war die Niederlage unnötig und sehr ärgerlich. Die Wolfsburger waren zwar fast die gesamte Spieldauer über reifer und zielstrebiger in ihren Aktionen als der VfB. Wenn man aber zwei Minuten vor Spielende beim Stand von 0:0 einen zumindest diskussionswürdigen Elfmeter zugesprochen bekommt, muss man dieses Geschenk einfach annehmen. Entgegen des ungeschriebenen Fußballgesetzes, dass der gefoulte Spieler den Elfer nicht selbst schießen sollte, trat Ibisevic an und vergab kläglich. Dass er dann noch den Nachschuss fast in Slapstickmanier in den Nachthimmel setzte, ist eigentlich unfassbar. Leider stand unser etatmäßiger Strafstoßschütze Kuzmanovic nicht auf dem Platz. Dennoch liegt es mir fern, den Stab über Ibisevic zu brechen, er ist und bleibt einer unserer wichtigsten Spieler und ein Stück weit auch Lebensversicherung. Bitter war eben, dass sich der VfB unmittelbar nach dem vergebenen Elfer auskontern ließ, Boka zu spät raus rückte, um die Flanke zu verhindern und Tasci und Maza Dost aus den Augen verloren und ungehindert einköpfen ließen.

Die Gründe für die Niederlage liegen woanders. Der VfB hat einfach keinen Diego in der Mittelfeldzentrale, der das Spiel schnell machen und Situationen antizipieren kann. Hajnal hat schon bessere Zeiten erlebt und Kvist ist eben ein Spieler, der den sicheren Rückpass bevorzugt und das Spiel gestern zu sehr verlangsamt hat. Gerade gegen einen gut gestaffelten Gegner wünscht man sich schnörkelloses, schnelles Spiel nach vorne, anstatt ihm jedes Mal zu gestatten, sich neu zu formieren. Auch die Standardsituationen, meist von Diego getreten, waren klar besser als die kläglichen Hereingaben, oft von Traore, die Benaglio fast ausnahmslos problemlos herunter pflücken konnte. So gehörte die erste Halbzeit den Gästen und der VfB war mit dem torlosen Remis zur Pause gut bedient. Mit der Hereinnahme von Torun und später auch Cacau wurde der VfB nach der Pause gefährlicher und zielstrebiger, doch richtig zwingend wurde es auch im zweiten Durchgang selten.

So gesehen war der Sieg der Wölfe nicht unverdient und aufgrund der finanziellen Möglichkeiten auch logisch.

Der VfB hat jetzt zunächst einmal den schweren Gang nach Moskau vor sich, wo es gilt, die Europa League perfekt zu machen. Ich bin mir sicher, dass dies auch gelingen wird, hilfreich wäre natürlich ein frühes Auswärtstor, um einen einigermaßen ruhigen Abend zu erleben.

Danach geht es am kommenden Sonntag zum Triple-Vize-Meister nach München. Da droht dann der komplette Fehlstart, da auch die Bayern entscheidend aufgerüstet haben und es auf jeden Fall vermeiden möchten, erneut der Musik hinterher zu laufen.

Selbst im Falle einer Niederlage dort, ist es auch dann noch nicht an der Zeit schwarz zu malen und alles in Frage zu stellen. Insgesamt ist der VfB nach wie vor, im Rahmen seiner Möglichkeiten, auf einem guten Weg. Man muss hier einfach den Realitäten ins Auge sehen, dass in der Liga die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander klafft und es einfach, wie 2007, alles passen müsste, um in die Phalanx der finanzkräftigeren Vereine einzubrechen. Von den finanziellen Möglichkeiten her war der sechste Platz in der Vorsaison schon fast das Optimum, was zu erreichen war. Die Krösusse Bayern und Dortmund sind uns meilenweit enteilt, die Werksklubs Gazprom Schalke, SAP Hoffenheim, VW Wolfsburg und Bayer Leverkusen haben weitaus bessere finanzielle Möglichkeiten. Bor. M’Gladbach hat sich nach dem Reus-Verkauf gut verstärkt. Hier bleibt es abzuwarten, welchen Knacks das mögliche Champions League Aus mit sich bringt und ob der Neidfaktor im Kader irgendwann eine Rolle spielen wird oder ob es Favre und Eberl schaffen, das Team bei Laune zu halten. Es ist ja auch nicht gerade unproblematisch, wenn teure Leute kommen und plötzlich das Doppelte verdienen wie arrivierte Kräfte, namentlich z. B. Hanke, Herrmann oder Stranzl. Sollten diese nicht sofort einschlagen und dem Team auf Anhieb weiter helfen, entsteht ein nicht zu unterschätzendes Konfliktpotential. Wir beim VfB sind diesbezüglich ja „gebrannte Kinder“.

Jeden dieser genannten Vereine in der Tabelle hinter sich zu lassen wäre ein Erfolg. Bei diesem Bemühen hat der VfB meines Erachtens in Hannover 96 und Werder Bremen zwei Konkurrenten auf Augenhöhe, für alle anderen Teams wird es weitestgehend darum gehen, die Klasse zu erhalten.

Daher sind meine Erwartungen in die neue Saison nicht überbordend hoch. Ich bin da eher Realist und kann mich mit den Tatsachen abfinden und in gewisser Weise auch anfreunden. Der VfB hat seit dem Fastabstieg 2011 einen Schritt nach vorn gemacht. Die Kaderkosten wurden auf ein vernünftiges Maß herunter geschraubt, die (verschwenderische) Ära Heldt gehört endgültig der Vergangenheit an. Der VfB kehrt zurück zu den Wurzeln, setzt ein größeres Augenmerk auf den eigenen Nachwuchs, anstatt die zweite Reihe mit mittelmäßigen Großverdienern von außen aufzublähen. Auch wenn es viele nicht mehr hören können, stehen wir wohl wieder vor einer Übergangssaison, allerdings mit besseren Voraussetzungen als zuletzt, da das Team weitestgehend eingespielt ist und wenige Neuzugänge integriert werden müssen. Sakai wird hoffentlich bald zurückkehren und den als Ergänzungsspieler ausgeliehenen Hoogland ersetzen, ansonsten wird das Team der letzten Rückrunde das Gerüst bilden. Der in der Offensive flexibel einsetzbare Torun macht den Platzhaltern Druck und auch Cacau wirkt motiviert und drängt wieder ins Team.

Bange machen gilt also ebenso wenig wie zu hohe Erwartungen, die man mit diesen Möglichkeiten nicht oder nur bei optimalem Verlauf erfüllen kann.

Für den VfB geht es nun darum den totalen Fehlstart zu vermeiden und, wenn es in München nicht klappen sollte, das Spiel gegen Fortuna Düsseldorf zum eigentlichen Saisonbeginn auszurufen. Dazu muss man jetzt am Dienstag in Moskau die gute Ausgangsposition nutzen und die Europa League Teilnahme klar machen, was uns hoffentlich wieder schöne, unvergessliche Reisen mit dem VfB bescheren würde. Und, dann ist da ja auch noch der DFB-Pokal, bekanntlich der kürzeste Weg nach Europa, für den wir mit dem Heimspiel gegen den FC St. Pauli eine machbare Aufgabe zugelost bekamen. Vielleicht schaffen wir es in diesem Wettbewerb ja mal wieder, den Bayern, wenigstens bis zum Finale, aus dem Weg zu gehen.

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20. Juni 2011

Zum Trainingsauftakt vom VfB

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , – Franky @ 16:45

Hallo Zusammen,

heute geht die dieses Mal so kurze Sommerpause zu Ende. Beim VfB beginnt der Aufgalopp auf die neue Spielzeit mit Leistungstests, um zu erkennen, welche Profis im Urlaub gut gearbeitet und welche geschludert haben, bevor übermorgen, am 22.6.11, das erste öffentliche Training ansteht.

Leider ist es dem VfB einmal mehr nicht gelungen, den nahezu endgültigen Kader zum Trainingsauftakt zu präsentieren. Anders allerdings als in den Jahren zuvor, ist diese Tatsache wohl in der Tat darauf zurückzuführen, dass an der Wechselbörse bislang keinerlei Bewegung stattfindet.

Nach den Zugängen von Kvist, Traore und dem Rückkehrer Schieber wird viel davon abhängen, ob Christian Träsch den VfB verlassen wird. Der VfB wird sich sicherlich strecken bis zum geht nicht mehr, um den Vertrag zu verlängern. Wenn aber ein Spieler, gehetzt von einem Berater, die Intention hat, sich bis zum Karriereende die Taschen so voll wie nur möglich zu stopfen, kann und darf der VfB auch einfach nicht mitbieten. Richtigerweise ist der VfB im Moment dabei, sich finanziell zu konsolidieren und die wahnsinnigen Spielergehälter Stück für Stück herunterzufahren. Dabei gilt das Hauptaugenmerk sicherlich den extern zugekauften Spielern wir Boulahrouz, Kuzmanovic, Pogrebnjak und Marica, deren Gehälter ich noch einen viel dickeren Hund finde, als, wenn Spieler, die sich beim VfB hochgearbeitet haben, zumindest angemessen bezahlt werden. Ein Träschi hat sicherlich die Möglichkeit haben, in Sachen Gehalt in Regionen eines Serdar Tasci vorzustoßen, was er sich auch verdient hat. Was aber darüber hinaus geht, ist in meinen Augen nicht zu verantworten, zumal ein Bleiben Träschs dauerhaften Erfolg genauso wenig garantiert, wie sein Abgang den Niedergang des VfB zwangsläufig zur Folge hätte. Als vor zwei Jahren Sami Khedira für eine Vertragsverlängerung angeblich 5,5 Millionen Euro jährlich forderte, war es genau so richtig, sich nicht darauf einzulassen. Der VfB sollte schön bei seinen Leisten bleiben und sich nach wie vor als Ausbildungsverein sehen, der junge Spieler fördert, ins Team einbaut, somit Identifikationsfiguren schafft, die eines Tages für teuer Geld abgegeben werden (müssen). Der Optimalfall ist natürlich, dass ein Spieler aus Dankbar- und Verbundenheit, sich auf einen Vertrag einlässt, wie seinerzeit Mario Gomez, der dem VfB im Falle eines Abgangs diesen finanziell versüßt, wobei man auch nicht weiß, welche Zugeständnisse der Verein machen musste, um diese Klausel im Vertrag zu verankern.

Im Fall von Christian Träsch hoffe ich auf eine schnelle Entscheidung, egal in welche Richtung. Ich würde mich freuen, wenn die Fronten noch nicht so verhärtet sind, wie man es nach  den Presseerklärungen aus der letzten Woche befürchten muss. Es wäre klasse, wenn es Fredi Bobic gelänge, den Spieler weiterhin an den VfB zu binden. Für mich war im Fall von Christian Träsch der FC Bayern immer die größte Gefahr, da ich den gebürtigen Ingolstädter als sehr heimatverbunden einschätze, und er bei den Bayern jedes Jahr um Titel mitspielen würde. Beruhigt hat mich dann, dass die Bayern mit Schweinsteiger, Kroos, Luiz Gustava, Alaba, Tymoshchuk oder eventuell Vidal im defensiven Mittelfeld ein Überangebot und damit keinen Bedarf an Träsch haben. Auch die Option als Rechtsverteidiger hat sich nach der Verpflichtung von Rafinha erledigt. Somit stellen für mich die Bayern keine „Gefahr“ mehr dar.

Anders verhält es sich bei den Bemühungen der Volkswagen-Werkself und seines Despoten Felix Magath. Wenn dieser Verein ins Spielerwerben eingreift, hat ein Verein wie der VfB zumindest finanziell nichts entgegen zu setzen. Würde der Spieler diesen Weg wählen, würde meine erste These greifen, dass dem Spieler der finanzielle Aspekt über allem steht. Die sportliche Perspektive, neues Land, neue Sprache, dauerhaftes Mitwirken in der Champions League, schöne Stadt, Heimatnähe, all das wären dann wohl keine Gründe FÜR eine Unterschrift in Wolfsburg. Auf gut deutsch, dann könnte man dem Spieler wirklich nicht helfen… Sollte er aber den Verlockungen nicht widerstehen können, dann bitte SOFORT VERKAUFEN, um wenigstens noch eine Ablöse in Höhe von 10 Mios + x zu erzielen, damit er im nächsten Sommer nicht ablösefrei geht. Auch ein Träsch wird beim VfB zu ersetzen sein. Anstelle von Fredi Bobic würde ich in Verkaufsgesprächen sogar noch versuchen, Sascha Riether, der bekanntermaßen abwanderungswillig ist, als Zugabe zu bekommen. Er könnte unsere Baustelle auf der rechten Verteidigerposition beheben, im defensiven Mittelfeld dürften wir mit Kuzmanovic und Kvist auch ohne Träsch gut besetzt sein. So könnten wir am Ende sogar noch gestärkt aus dem Verhandlungspoker herausgehen.

Ich möchte aber noch einmal betonen, dass es mir am allerliebsten wäre, er würde bleiben und weiterhin Vollgas für den VfB geben. Er ist ein sehr sympathischer loyaler Spieler mit einer profihaften Einstellung, er wäre also auch als Mensch ein Verlust, wenn er gehen würde. Geht er aber, hake ich das auch schnell als „Business as usual“ ab. Spieler kommen und gehen, der Verein bleibt. So ist es und so wird es im Profibereich immer sein.

Sonst sehe ich den VfB eigentlich gar nicht schlecht aufgestellt bis jetzt, in der Innenverteidigung täte uns eine Verstärkung vielleicht noch gut, vor allem da Matthieu Delpierre lange ausfällt. Was mit unseren, ebenfalls hochdotierten Linksverteidigern Boka und Molinaro passiert, muss man abwarten. Ich denke, wenn für einen oder gar beide lukrative Angebote ins Haus flattern würden, würde der VfB, in Anbetracht ihrer hohen Gehälter, zumindest darüber nachdenken, billigere Lösungen zu installieren.

Ich jedenfalls freue mich, dass es so langsam wieder los geht. Am kommenden Freitag werden wir uns den ersten Test in Brackenheim, da noch ohne unsere Nationalspieler, live anschauen.

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5. März 2011

Beginn der Aufholjagd?

Letzten Sonntag gelang also nach den Niederlagen gegen Nürnberg, 2x gegen Lissabon und in Leverkusen endlich mal wieder ein Sieg. Der war natürlich überlebensnotwendig, um den Anschluss, zumindest an den Relegationsplatz, nicht abreißen zu lassen. Das Spiel bei der Torlos-Eintracht stand lang auf des Messers Schneide, ehe zwei blitzsaubere Konter binnen 3 Minuten die Weichen auf Sieg stellten.

Das Spiel begann ja denkbar ungünstig. Bereits nach einer Viertelstunde ließ sich unser Kapitän nach Provokation des Ekelpakets Maik Franz zu einer Tätlichkeit hinreißen und schwächte sein eigenes Team in unentschuldbarer Weise. Von solchen Disziplinlosigkeiten habe ich ehrlich gesagt die Nase gestrichen voll. In einem für den VfB solch vorentscheidenden Spiel nach 15 Minuten beim Stande von 0:0 die Nerven zu verlieren, dafür fehlt mir jegliches Verständnis. Als Fan auf der Tribüne, der so manche Strapaze für die vielen Auswärtsreisen auf sich nimmt, fühlte ich mich schlichtweg verarscht. Ähnlich wie in Hamburg, als der inzwischen suspendierte Ciprian Marica nach gut 10 Minuten den übrigens selben Schiedsrichter Stark ein Arschloch nannte, steht man auf der Tribüne und versteht die Welt nicht mehr. Den ersten Gedanken nach dem Platzverweis, erst einmal einen Bierstand aufzusuchen und von draußen zu verfolgen, wie die Dinge ihren Lauf nehmen, verwarf ich wieder. Dennoch hätte ich zu diesem Zeitpunkt keinen Pfifferling auf das Team mehr gegeben, das von nun an, mit dem schweren und auch demoralisierendem Europa League Spiel in den Köpfen und in den Knochen, 75 Minuten in Unterzahl bestehen musste.  Im Block unter den zahlreichen mitgereisten VfB-Fans spürte man Fassungslosigkeit und zugleich eine Trotzreaktion die verbliebenen zehn Kämpen bis zur Heiserkeit zu unterstützen und dem Team zu helfen. Die Mannschaft nahm den Kampf an. Boulahrouz rückte in die Innenverteidigung, Träschi auf die Rechtsverteidigerposition. So gelang es relativ schnell, die Ordnung wieder zu finden. Dass man vor der Eintracht keine Angst zu haben braucht, zeigt schon deren Torstatistik in 2011: auf 0:13 Tore haben es die Hessen nach diesem Spiel gebracht: Respekt! Dass die Eintracht 11 gegen 10 die Spielkontrolle erlangen würde war nicht wirklich überraschend. Insgesamt aber ließ der VfB den Umständen entsprechend wenig zu, konnte allerdings selbst kaum für Entlastung sorgen. In der Halbzeit brachte Labbadia dann Timo Gebhart für den abermals enttäuschenden Cacau. Ein Mittelfeldspieler für einen Stürmer, das bewirkte zunächst, dass die Überlegenheit der Eintracht immer drückender wurde. Die Torflaute indes wollte (zum Glück) nicht enden. Trotzdem war diese Auswechslung so etwas wie der Schlüssel zum Erfolg, da Gebhart ein ums andere Mal präsent war, wenn sich Kontermöglichkeiten eröffneten und unermüdlich ins Eins gegen Eins ging und den ein oder anderen Nadelstich setzte. Gebhart war es dann auch der sich nach einem von Harnik schnell ausgeführten Freistoss ein Herz fasste und abzog, Fährmann im Tor der Frankfurter konnte nur abklatschen und Harnik staubte ab. 0:1. Was für eine Befreiung dieses Tor. Doch damit nicht genug, schon 3 Minuten später überwand Tamas Hajnal, der sich mehr und mehr zum Lenker des VfB-Spiels mausert, mit einem sehenswerten Lupfer zum 0:2. Danach brachen im Gästebereich alle Dämme und 4000-5000 VfB-Fans hüpften und sangen, dass sich die Balken bogen. Die Eintracht drückte natürlich noch einmal aufs Tempo, machte hinten auf und hoffte, dass den VfB die Kräfte verlassen würden. Doch war für die Eintracht das Tor auch an diesem Tag wie vernagelt und dem VfB war das Glück hold.

Matchwinner dieses Mal war, man höre und staune, Sven Ulreich. So schnell geht es manchmal im Fußball. Knapp eine Woche zuvor zur Nummer 2 verbannt, dann die Verletzung von Ziegler, nach seiner Einwechslung ein ordentliches Spiel gegen Lissabon und in Frankfurt wird er zum Mann des Tages. Er wurde nach dem Spiel zu Recht von den Fans mit Standing Ovations gefeiert. Möglicherweise ist es in der Tat so, dass einiger Ballast von ihm abfiel und er, zumindest was seine persönliche Situation angeht, nichts mehr zu verlieren hat. Dieses Mal war er nicht nur auf der Linie stark, sondern war präsent im Strafraum und strahlte eine von ihm ungewohnte Sicherheit aus. Ich gehöre ja zu den Zweiflern, was die Personalie Ulreich angeht, kann er aber diese Leistung stabilisieren, werde auch ich mit Sicherheit keine Torwartdiskussion mehr anzetteln. Allerdings macht eine Schwalbe noch keinen Sommer, warten wir ab, wie er sich in den nächsten Spielen präsentiert.

Heute kommt es zum Duell gegen Schulden 04. Die Gelsenkirchener kommen mit dem Rückenwind aus München, wo sie unter der Woche die Bayern düpierten und ins DFB-Pokal-Finale einzogen. Der VfB konnte endlich mal wieder eine Woche verschnaufen und sollte frischer sein und darauf brennen, rausgelassen zu werden, um den Schwung vom Frankfurt-Spiel mitzunehmen. Ich hoffe sehr, dass erstmals gelingt, den zweiten Dreier in Serie einzufahren. Dieses Glücksgefühl, also den Hauch einer Serie, durften wir in dieser Saison noch nicht ein einziges Mal erleben. Ein Sieg zu zehnt wie in Frankfurt, der durch einen in dieser Saison selten erlebten Zusammenhalt der Mannschaft zustande kam, könnte für die kommenden Wochen beflügeln und das Team enger zusammen schweißen. Dass das Team nach dem Auswärtssieg unisono erklärte, sie hätten für ihren Kapitän gespielt, der bei einer Niederlage ganz sicher an den Pranger gestellt worden wäre, spricht für sie. Ich hoffe, das war nicht nur eine von der sportlichen Führung vorgegebene Sprachregelung. Mit einem solchen Zusammenhalt und der notwendigen Kompaktheit ist auch heute ein Erfolgserlebnis gegen die Schalker möglich. Es bedarf aber sicher einer gehörigen Portion Geduld, da die Schalker in der Defensive inzwischen wieder fast traditionell gut stehen. Die Offensive, allen voran Farfan und Raul, muss in Schach gehalten werden. Ich erhoffe mir, dass der VfB aus den Pleiten gegen den Club und gegen Freiburg gelernt hat. Ein frühes Gegentor wäre auch in diesem Spiel Gift. Lieber Geduld haben, vielleicht sogar mit einer defensiveren Ausrichtung und Taktik ins Spiel gehen, damit die Null stehen bleibt. Uns würde es auch reichen, wie anno 2001, wenn das Siegtor erst in der 90. Minute fiele. Damals stand man gegen Schalke, beim VfB auf der Bank im übrigen Felix Magath, noch mehr unter Druck als heute. Es war der 33. Spieltag, heute haben wir den 25. Dennoch muss der VfB eine Serie hinlegen, um die noch notwendigen 5-6 Siege in Angriff nehmen zu können. Ich bin mir sicher, dass es ein zähes, schwieriges Spiel werden wird. Am Ende werden wir sehen, was dabei herausspringt. Die Schalker haben in den letzten Jahren im Neckarstadion relativ wenig gerissen (allerdings setzte es in der letzten Saison die erste Heimpleite gegen die Knappen seit 1999), daher bin ich ganz optimistisch, dass wir heute zumindest nicht verlieren werden.

Ich muss zugeben, mittlerweile zähle ich schon die Spiele, die wir noch in dem halbfertigen Stadion verweilen müssen. Es ist schon ein Nachteil, wenn an vielen Ecken im Stadion die Gästefans fast lauter gehört werden als die heimischen. Da es den Spielern auf dem Platz auch nicht anders geht, ist das schon auch ein Nachteil in dieser Saison. Als Ausrede darf das aber natürlich nicht gelten.

Lamentieren wir also nicht darüber, sondern freuen uns, wenn wir nächste Saison wieder ein geschlossenens, richtiges Stadion haben, hoffentlich auch dann in der Bundesliga.

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15. März 2010

Unnötige Niederlage auf Schalke

Wie wenn der März 2010 mit den Spielen in Bremen, Barcelona und, sofern wir Karten bekommen, auch München, nicht schon genug zu bieten hätte, wollte ich mir auch das Freitag-Abendspiel auf Schalke nicht entgehen lassen. Da es nicht jedermann möglich ist, Freitags schon um 12 Uhr Feierabend zu machen, um mit dem Bus in den Ruhrpott zu fahren, stand ich mit diesem Vorhaben relativ alleine da. Also entschloß ich mich dazu, diese Tour mit dem RWS Berkheim anzutreten. Man kennt sich ja inzwischen ein wenig und die Touren waren bisher immer recht nett. Um 12.30 Uhr ging es in Berkheim los, nach einem Einstiegsstopp in Heimsheim über die A8, die A5 und die A45 nahmen wir Kurs auf Gelsenkirchen. Wir kamen relativ gut durch, so dass wir pünklichst gegen 19 Uhr am Stadion eintrafen. Mit Polizeieskorte wurde unser Bus direkt vor den Gästeeingang der in blau erleuchteten Veltins-Arena geleitet.

Nachdem wir noch in Ruhe ein Stuttgarter Bier tranken und sich die Menschentraube vor dem Eingang ein wenig gelichtet hatte, begaben wir uns zu den Eingangskontrollen. Bei einigen Mitfahrern, die mehr aus dem Bus fielen als ausstiegen, befürchteten wir schon, sie könnten an der vorgegebenen 1,6-Promille-Grenze scheitern, was sich aber als unbegründet herausstellte. Ich bekam von niemandem mit, dass er deswegen draußen bleiben mußte. Die Einlasskontrollen waren normal und nicht übertrieben, so dass wir uns schnell auf dem Gang zum Gästeblock befanden. Ich hatte allerdings den Block unterhalb des Gästeblocks, der gemischt besetzt war mit Schalkern und VfBlern. Ich muß sagen, dass ich für mehr Geld schon wesentlich schlechtere Plätze hatte. In der Arena saß ich in Reihe 7 mit Top-Sicht auf das Spielfeld. In meiner Denke ist Fußball immer noch ein Freiluftsport, deshalb war ich schon verwundert, dass das Dach geschlossen war, obwohl es ja keine Niederschläge an diesem Freitag abend gab. So bildetete sich schon früh eine Dunstglocke unter dem geschlossenen Dach.

Die Stimmung war schon vor Anpfiff prächtig. Die Schalker wittern natürlich unter Magath Morgenluft und erhoffen sich die Meisterschaft seit 50 Jahren. Mit einem Sieg konnten sie zumindest für einen Tag die Tabellenspitze erklimmen. Und auch die gut 2.000 VfB-Fans waren guter Hoffnung, wurde doch unter Gross noch kein Auswärtsspiel verloren. Das Commando Cannstatt zelebrierte seinen 13. Geburtstag mit einer netten Fahnen- und Bannerchoreo.

Der VfB mußte das zuletzt so siegreiche Team umstellen. Für den gelbgesperrten Kapitän Matthieu Delpierre spielte erwartungsgemäß Georg Niedermeier. Kurzfristig mußte auch noch Stefano Celozzi wegen einer Erkältung passen, für ihn übernahm Christian Träsch die Rechtsverteidigerposition, für diesen wiederum rückte Kuzmanovic ins defensive Mittelfeld. Zunächst entwickelte sich ein recht langweiliges Spiel mit mehr Ballbesitz für den VfB. Schalke trat auch zu Hause erwartungsgemäß sehr defensiv an und hat ja zudem die beste Abwehr der Liga. So verpufften die zaghaften Angriffsbemühungen des VfB meist im Ansatz. Erst etwa 10 Minuten vor dem Halbzeitpfiff gab es erste gute Gelegenheiten durch Pogrebnjak und Kuzmanovic, die aber beide am guten Manuel Neuer scheiterten. Die Schalker taten reichlich wenig fürs Spiel und traten in erster Linie in Erscheinung, wenn es darum ging, den Schiedsrichter zu beeinflussen. Dass dieses ständige Reklamieren nicht schon früh mit einer gelben Karte unterbunden wurde, hatte ich nicht verstanden. Neben mir saß ein sog. Schalke-Fan, vom Dialekt her eher von der Alb ra, der mir ständig ein nerviges Schalkö ins Ohr schrie und den Schiedsrichter erst mit Hitler verglich, um dann noch hinterher zu schieben, Amerell hätte sich auch ihm vergangen. Das rundete mein Bild vom primitiven Schalker Fan natürlich erst einmal ab. Um so mehr wünschte ich mir, dass die am Ende nichts zu lachen haben. Wie wir heute wissen, kam es leider anders.

Die erste Halbzeit plätscherte also ihrem Ende entgegen und so ging es folgerichtig mit einem 0:0 in die Kabinen. Ich hatte keine Lust, mir eine Knappenkarte zuzulegen, um etwas zu trinken zu holen, so dass ich auf meinem Platz dem Anpfiff der 2. Halbzeit entgegen fieberte. Magath war wohl mit dem Auftritt seiner Schalker nicht zufrieden, so dass er mit Baumjohann und Edu gleich zwei Neue brachte. Und eben dieser Edu war es, der bereits in der 46. Minute einen katastrophalen Schnitzer von Tasci zum schmeichelhaften 1:o für Schalke nutzte. Doch Tasci steckte den Kopf nicht in den Sand und besorgte bereits 4 Minuten später per Kopf den Ausgleich. Ein sehr wichtiges Tor dachte ich noch, da es gegen die massive Abwehr der Königsblauen schwer werden würde, einem Rückstand hinterher zu laufen. Doch gerade mal weitere 5 Minuten später hatten wir erneut diese Situation. Der VfB spielte dilettantisch auf Abseits, so dass mit Westermann und Kuranyi gleich zwei Schalker frei vor Lehmann auftauchten. Der Ex-Stuttgarter Kuranyi war es schließlich der zum 2:1 vollendete. Diese Passiv-Abseitsregel geht mir so etwas auf den Geist. Im Stadion ist es schier unmöglich, zu unterscheiden, wer aktiv ist, wer passiv und wann eine neue Spielsituation entsteht. Dies ist wohl eher eine Regel für Fernsehzuschauer, die dies dann bei der fünften Zeitlupe erklärt bekommen. Ich war jedenfalls sehr angefressen.

Danach versuchte der VfB weiter Druck zu entfachen, kam auch noch zu einigen Chancen, die aber allesamt, besonders durch Timo Gebhart, versemmelt wurden. So wurde Schalke tatsächlich an diesem Abend Tabellenführer und der VfB kann sich wohl endgültig von seinen Europacup-Hoffnungen verabschieden. Mir ist das relativ egal.  Einzig lukrativ ist sowieso die Champions League, in der Europaleague wird ja frühestens ab dem Achtelfinale Geld verdient, so dass eine Teilnahme zunächst wirklich nur dem Renommee dienen würde. Dann lieber eine Saison ohne Dreifachbelastung, in der sich das Team mal wieder konsolidieren kann und Christian Gross die Möglichkeit hat, eine Mannschaft nach seinen Vorstellungen zu formen. Dies traue ich ihm als Konzepttrainer zu.

Der Jubel auf Schalke war natürlich riesig, wieder scheiße gespielt und gewonnen. Und der VfB konnte es nicht begreifen, gegen eine solche Truppe verloren zu haben. Das ist eben die Handschrift des Trainer-Gurus Magath, der es immer wieder schafft, aus durchschnittlichen Mannschaften Spitzenteams zu formen. Er kitzelt aus seinen Spielern das Optimum heraus, so auch aus den Ex-Stuttgartern Bordon und Kuranyi. Bordon stand ja bereits kurz vor dem Karriereende und erlebt gerade seinen dritten Frühling, und Kuranyi ist mit seiner Präsenz auf dem Platz mittlerweile zum absoluten Führungsspieler aufgestiegen.

Schon als ich auf meinen Platz in der Arena kam, rechnete ich mir aus, endlich mal ein Trikot ergattern zu können. Leider waren unsere Jungs über den Ausgang enttäuscht, so dass sie nur zaghaft Richtung Kurve kamen und frühzeitig wieder abdrehten. Einzig Khalid Boulahrouz kam näher und warf ein Trikot, das ich auch gefangen hatte. Hinter mir krallte sich ein sog. VfB-Fan jedoch so daran fest und wollte sich notfalls um das Trikot prügeln, so dass ich es losließ, denn der Klügere gibt ja nach. Wenigstens war es dann schon zerrissen. :-) In Hannover letzten Herbst hatte ich schon ein ähnliches Erlebnis. Mir jedenfalls ist es nicht wert, mich darum zu prügeln, aber Primitivlinge gibt es halt überall, auf Schalke trifft man sie mehr an als sonstwo, sogar auch unter VfB-Fans.

Nach dem Spiel ging es dann gleich wieder in Richtung Bus. Die Abfahrt traten wir dann mit 2 Leuten weniger an, weil diese unauffindbar waren. Wir kamen erneut gut durch, unsere Busfahrer ließen es auch gut laufen, so dass wir gegen 5 Uhr wieder in Esslingen-Berkheim ankamen. Es war schon anstrengend, zumal es ja ein normaler Arbeitstag war, an dem ich früh aufgestanden bin. Aber, am Ende des Tages, war ich doch froh, diese Tour mitgemacht zu haben, auch wenn wir die erste Auswärtsniederlage seit dem Debakel in Leverkusen einstecken mußten.

Jetzt laufen unsere Vorbereitungen auf Barcelona schon auf Hochtouren, heute noch geht es Richtung Elsaß los, von wo aus wir morgen früh nach Barcelona fliegen. Der VfB muß sich zweifellos steigern, soll dort das große Wunder geschehen. Vor allem solche haarsträubende Abwehrschnitzer sollten tunlichst unterlassen werden. Aber, Delpierre kehrt ja wieder zurück und kann seinen Wert für die Mannschaft unterstreichen. Niedermeier, der ja nach Delpierres Genesung völlig ohne Not wieder aus der Mannschaft genommen wurde, scheint durch diese Maßnahme verunsichert worden zu sein und machte auf Schalke einen sehr nervösen Eindruck. Wie sagte Christian Gross nach dem Spiel auf Schalke und im Ausblick auf Barcelona so schön: wir dürfen hinten keine Fehler machen, vorne treffen wir immer.

In diesem Sinne, Bilder folgen am Donnerstag, ein Bericht voraussichtlich am Freitag.

Allen bis dahin eine schöne Woche und viele Grüße

Franky

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