28. August 2018

Same procedure as every year

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , , – Franky @ 21:48

Der VfB verlor zum Saisonauftakt zuerst in Rostock, dann in Mainz und setzte fast schon traditionell den Saisonstart in den Sand.

Das Reiten auf einer Euphoriewelle ist nicht die Sache des VfB. Die fabelhafte Rückrunde, auf dem Papier ordentliche Transfers, die Rückkehr Benjamin Pavards als Weltmeister und eine harmonisch anmutende Vorbereitung ließen den gemeinen VfB-Fan seit Monaten mit einem Dauergrinsen durch die Gegend spazieren und von deutlich besseren Zeiten träumen, als wir sie im letzten Jahrzehnt zu durchleiden hatten.

Reschke bedeutete bereits, der VfB werde „nichts groß“ mit dem Abstiegskampf zu tun haben, was im Umkehrschluss ja nur bedeuten kann, Europa wir kommen. Das klassische Mittelfeld gibt es in der Bundesliga nicht mehr, wer nicht gegen den Abstieg spielt, spielt um Europa.

Der VfB wäre aber nicht der VfB, wenn er einen positiven Trend fortsetzen und die (Korkut-/ Reschke-)Kritiker endgültig verstummen lassen würde.

Das letzte halbe Jahr war für die VfB-Anhänger fast schon surreal, es gab nichts, aber auch überhaupt nichts zu bruddeln. Es war zwar nicht alles Gold, was glänzte, doch, entscheidend ist auf dem Platz, die Ergebnisse stimmten, also hatte der Trainer alles richtig gemacht. Die Spiele waren nicht immer ansehnlich, auch die immer gleichen Aufstellungen stießen hier und da sauer auf, aber, Korkut brachte das Glück zurück, so dass es wirklich nichts zu meckern gab. Die unberücksichtigten Reservisten ordneten sich unter und hielten, zumindest nach außen, ihren Mund und selbst die Rehawelt-Dauerpatienten Ginczek und Badstuber warf nichts mehr um.

Das Vertrauen in Korkut wuchs also, so dass die Hoffnung groß war, den Rückenwind in die neue Saison hinüber retten zu können.

Wie schon mehrmals auf dieser Plattform geschrieben, beurteile ich einen Trainer erst abschließend, wenn er mindestens eine Vorbereitung eigenverantwortlich durchgeführt hat und auch bei Personalentscheidungen ein Wörtchen mitreden durfte.

In der Rückrunde konnte Korkut nur gewinnen. Sein Ruf war ramponiert, erwartet wurde von ihm lediglich der Klassenerhalt. Zudem spielte ihm in die Karten, dass die Wintertransfers Thommy und Gomez saßen und die älteren Spieler, die Hannes Wolf wohl auf dem Gewissen hatten, bereit waren, für „den Neuen“ durchs Feuer zu gehen. Nicht zuletzt dürfte Korkut bis zum Saisonende auch von Hannes Wolfs Grundlagenarbeit profitiert haben, wäre ein solcher Schlussspurt doch nicht möglich gewesen, wenn im konditionellen Bereich geschludert worden wäre.

Das Wie war im vergangenen Jahr völlig egal, nur die Ergebnisse und der Abstand zu den Abstiegsplätzen zählten. Das Zauberwort hieß Stabilität, weshalb sich Korkut vor allzu großen Wechseln in der Anfangsformation scheute und gut und gerne mit zwölf, dreizehn Spielern ausgekommen wäre.

Nun haben sich die Voraussetzungen drastisch geändert. Früh, wie selten ein Trainer, hatte Korkut das Team beisammen. Der Kader liest sich auf dem Papier hervorragend, manch einer spricht vom besten seit 2007. Dass es bei dieser Fülle an Akteuren, die ihrem Selbstverständnis nach alle Stammspieler sein wollen, ein Hauen und Stechen um die begehrten Plätze geben würde, war vorauszusehen.

Korkuts Aufgabe bestand und besteht darin, dem Team (s)eine Spielphilosophie und Variabilität einzuimpfen und die Jungs auf den Ernstfall vorzubereiten. Dass es bei einem Kader von zwanzig potentiellen Stammspielern an jedem Wochenende Härtefälle geben wird, ist klar. Der Trainer muss diese moderieren und darauf hinwirken, dass alle an einem Strang ziehen.

Von einem echten Teamgeist erkenne ich in den ersten Wochen noch nichts. Noch scheint es in der Truppe nicht zu stimmen, wenn bereits nach zwei Spielen gemeckert wird, weil man einmal draußen saß und wenn die Nerven, verfolgt man die sozialen Netzwerke, blank zu liegen scheinen. Bis nächsten Freitag wäre noch Zeit, etwaige Stinkstiefel auszusortieren und im Kader nachzujustieren (wie es Michael Reschke formulierte).

Dass es in den ersten beiden Spielen auf dem Rasen weder spielerisch noch menschlich zusammenpasste, sah man. Es war kein Aufbäumen, kein sich helfen erkennbar und auch Trainer Korkut schien keinen Plan B in der Tasche zu haben, wie die stets positionsgetreuen Wechsel verdeutlichen. Die lange Phase des Trainierens, sich Findens und sich Einspielens hat offensichtlich (noch) keine Früchte getragen. Diesen Saisonstart hatte man sich wahrlich anders vorgestellt.

Seit Wochen stand für mich fest, dass ein erfolgreicher Auftakt in Rostock Signalwirkung für die kommenden Spiele haben würde.

Dass es leichtere und dankbarere Lose gegeben hätte, als über 830 Kilometer weit zu einem ambitionierten Drittligisten reisen zu müssen, der schon vier Ligaspiele absolviert hatte und demnach im Gegensatz zum VfB wusste, wo er steht, war klar.

Dass es im Kessel brodelt, wenn Ost auf West trifft und, wie man weiß, Schwaben im Nordosten Deutschlands nicht sehr wohlgelitten sind, war selbst jedem Fan klar, der sich mit der Reise und etwaigen Sicherheitsüberlegungen auseinandergesetzt hatte.

Ob Tayfun Korkut dem Team diese zu erwartenden äußeren Umstände vermittelt hat, weiß ich nicht. Jedenfalls ließ das Team nach einer ersten Chance durch Mario Gomez in der 3. Minute alles vermissen, was nötig gewesen wäre, sich gegen das frühe Aus zu stemmen.

Mit Hacke, Spitze, eins, zwei drei und ständigem Lamentieren, wenn einem ein Rostocker „aus Versehen“ mal auf den Fuß getreten ist, nimmt man den Kampf jedenfalls nicht an. Das alarmierende an diesem Pokal-Aus war, dass der VfB nicht nur in puncto Einstellung unterlegen war, sondern auch kein Klassenunterschied zu erkennen war. Die Statistiker zählten 4:26 „Torschüsse“, bei denen der Torhüter der Gastgeber nicht einmal ernsthaft eingreifen musste. Man vermisste Genauigkeit und Durchschlagskraft!

Mich nervt es extrem, dass das Pokalausscheiden und ein schlechter Ligastart auch noch kleingeredet werden. Das Pokal-Aus ist unumstößlich und nicht mehr gutzumachen. Viele tun dies mit „ist ja nur Pokal“ ab, ich nicht. Für den Verein ist der DFB-Pokal ein äußerst lukrativer Wettbewerb und DIE Chance sich in sieben Spielen für den Europapokal zu qualifizieren. Für uns Fans bieten vor allem die ersten Runden, wenn es nicht gerade gegen einen Bundesligisten geht, schöne Fahrten zu neuen und interessanten Grounds im sonst recht monotonen Bundesligaalltag.

Nichtsdestotrotz hätte ich nächstes Jahr gegen ein näheres Ziel nichts einzuwenden. Die Losfee meinte es in den letzten Jahren nicht besonders gut mit uns, mussten wir doch auch schon nach Cottbus, Kiel, zwei Mal Babelsberg und Lüneburg reisen.

Dagegen waren Homburg und Bochum zwischendurch echte Kurzstrecken dagegen. Doch, die Auslosung ist kein Wunschkonzert, so dass sich vor Rostock nicht die Frage des Ob sondern nur des Wie stellte.
Eine reine Busfahrt, hin- und gleich wieder zurück, schied aus, schließlich ist man(n) keine zwanzig mehr. Nach dem Abwägen mehrerer Optionen stieß ich auf eine Ostseekreuzfahrt ab Warnemünde (keine 15 km vom Ostseestadion entfernt) mit Rückkehr am Spieltag um 8 Uhr, was mir perfekt erschien und sich auch als perfekt erwies.

Rostock scheint prädestiniert zu sein für Anreisen der außergewöhnlichen Art, weshalb ich eine kleine Anekdote von anno dazumal erzählen möchte:

Bereits 1996, als ich zum ersten Mal im Ostseestadion war, zu Zeiten des magischen Dreiecks also, waren wir mit geliehenen DB-Netzkarten 1. Klasse unterwegs und gefühlt das gesamte Wochenende in irgendwelchen Zügen.

Als sich auf der Hinfahrt auf dem letzten Teilstück zwischen Lübeck und Rostock ein Herr zu uns ins Abteil gesellte und eifrig mit „kicker“-Statistiken und ausgedruckten Excel-Tabellen hantierte, fragten wir ihn, ob er denn beruflich mit dem Spiel zu tun hätte, was er bejahte. Es war der NDR3-Hörfunkreporter der guten alten Samstagskonferenz!

Er bot uns an, uns mit zum Spiel zu nehmen, da ihn ein Kollege am Bahnhof erwartete und sie nur zu zweit seien, was wir dankend annehmen, waren wir doch unsicher, was uns, in voller VfB-Montur, dort zu erwarten hätte.

So wurden wir also standesgemäß am damaligen Marathontor des Ostseestadions abgesetzt und fragten unseren neuen Freund zum Abschied noch nach seinem Namen, um seinen weiteren Werdegang verfolgen zu können. Es war Kai Dittmann, mittlerweile deutschlandweit bekannt als Sky-Reporter.

Das Spiel endete übrigens 2:2 nach 2:0-Führung (Tore: Bobic, Balakov). Akpoborie erzielte den Anschlusstreffer, weil unser Ösi Franz Wohlfahrt daneben griff, O-Ton Wohlfahrt: „da hat ein Maulwurf rausgschaut“.

Doch, zurück zur Neuzeit: Der VfB hat also in Rostock die erste Titelchance verschenkt und kaum einen schien das fürchterlich aufzuregen. Da verstehe ich die Welt nicht mehr.

Auch die Niederlage in Mainz schmerzt, läuft man doch von Anfang an einem Rückstand hinterher und setzt sich damit unnötig unter Druck. Die einkalkulierte Niederlage gegen Bayern vorausgesetzt dürfte es bereits nach zwei Spieltagen unruhig am Neckar werden.

Der VfB hätte es sich einfacher machen können. Die Hürden in Rostock (am Wochenende zuhause 0:4 gegen Kickers Würzburg) und Mainz waren nicht gerade unüberwindbar. Im Gegenteil, mit dem Rückenwind der Vorsaison hätte man so richtig durchstarten können. Doch, das VfB-Gen scheint es in sich zu haben, dass dem Team erst das Wasser bis zum Halse stehen muss, ehe es Beine bekommt, meist dann, wenn ein anderer Übungsleiter an der Seitenlinie das Zepter schwingt. Noch sind wir nicht so weit, noch ist genügend Zeit, diesen gefährlichen Trend zu stoppen und in ruhigere Fahrwasser zu kommen, doch, Nachtigall, ick hör dir trapsen.

Tayfun Korkut ist jetzt gefordert, Konsequenzen aus dem zuletzt harmlosen und pomadigen Auftreten zu ziehen. Gonzalo Castro ist (noch) nicht der Strippenzieher, den man sich erhofft hatte, völlig unverständlich für mich, dass in Rostock Santiago Ascacíbar für ihn weichen musste.

Gentner, der wenig erfreut über seinen Platz auf der Bank in Rostock gewesen ist, nach seiner Einwechslung jedoch auch keine Impulse setzte, wirkte auch in Mainz nicht fit und hätte ausgewechselt gehört wie Mario Gomez. Stattdessen mussten die Jungen, Gonzalez und Thommy dran glauben, nach Leistung ging es bei diesen Auswechslungen sicher nicht.

Wählt Korkut etwa den Weg des geringsten Widerstands, indem er Diskussionen mit den alten Haudegen aus dem Weg geht und es sich lieber mit den Jungen verscherzt? Zählen alte Meriten mehr als die aktuelle Leistung?

Dass es erneut Holger Badstuber war, der den Mainzern in einem typischen 0:0-Spiel den Weg zum Sieg ebnete, ist Fakt. Und doch stimme ich nicht in das allgemeine Badstuber-Gebashe ein. Zum einen hat er einen riesigen Anteil daran, dass wir in der Vorsaison so wenige Gegentore wie schon lange nicht mehr kassiert haben, zum anderen kann man sich durchaus auch fragen, wo Emiliano Insúa herumturnte, als Badstuber ins Laufduell musste, so in Rostock, so auch in Mainz.

Was sich in den sozialen Netzwerken derzeit abspielt, wie Badstuber beleidigt wird, ist für mich unterste Schublade. Ich hatte es zuletzt immer wieder geschrieben, dass es zum einen völlig legitim von ihm war, sich andere Vereinsoptionen anzuhören, weil sein Vertrag mit dem VfB ja ausgelaufen war und zum anderen ein ehrgeiziger Spieler, der sich nicht in der Wohlfühloase einrichtet sondern weiter kommen und besser werden möchte, um einiges wertvoller ist, als Spieler, die einfach zufrieden damit sind, überhaupt hier zu sein.

Badstuber stemmt sich gegen Niederlagen und wird unausstehlich nach Niederlagen, genau so sollte eigentlich jeder Leistungssportler sein. Wenn aber die sogenannten Fans weiter auf ihm herumhacken und seine Championsleague-Ambitionen (die er mit der Unterschrift ohnehin ad acta gelegt hat, es sei denn, er würde die Championsleague mit dem VfB erreichen) ins Lächerliche ziehen, könnte es ihn nur noch mehr verunsichern und kontraproduktiv für uns alle sein. Ich hoffe, Korkut lässt sich durch diese Negativstimmung nicht beeinflussen, indem er ihn herausnimmt, sondern stärkt ihm den Rücken und sieht zu, dass die Abwehr so organisiert ist, dass der langsamere Innenverteidiger nicht ständig in aussichtslose Laufduelle gehen muss.

Summa summarum waren auch nicht die beiden von Badstuber mitverschuldeten Gegentore schuld an den Niederlagen, sondern dass es gegen zwei durchschnittliche Mannschaften nicht gelang, auch nur ein Tor zu schießen. Gute Torchancen in den beiden Spielen lassen sich an einer Hand abzählen. Insgesamt war das Spiel zu behäbig, zu statisch, mit zu vielen Tempoverhinderern auf dem Platz.

Natürlich kann man konstatieren, dass es für Schnappatmung zu früh ist, dass es erst das erste Saisonspiel war und noch weitere 33 vor uns liegen. Man kann das Versagen in Rostock und Mainz auch damit kleinreden, dass wir in Rostock noch nie und in Mainz noch nie im neuen Stadion gewonnen haben. Auch der Verweis auf die Vorsaison könnte beruhigen, als wir in der Vorrunde auswärts drei mickrige Pünktchen eingefahren und dafür die Kohlen zu Hause aus dem Feuer geholt haben.

Dass wir mit Mainz auf Augenhöhe waren, kann man positiv wie negativ einordnen. Positiv sicherlich, weil Mainz nicht zu den ersten Abstiegskandidaten zu zählen ist, negativ aber auch, weil es eben nur Mainz war und noch wesentlich dickere Brocken in der Liga auf uns warten.

Auf den Heimnimbus, der Garant dafür war, dass wir in der letzten Saison nie auf einem direkten Abstiegsplatz standen, sollte man sich am Samstag nicht verlassen, wenn der Gegner Bayern München heißt. Dass die Bayern die schlechte WM und die blamable Schlussphase der letzten Saison nicht auf sich sitzen lassen wollen, unterstrich bereits das klare 5:0 im Supercup gegen Pokalsieger Eintracht Frankfurt. Nicht minder werden die Lederhosenträger motiviert sein, den VfB zu demütigen, der ihnen mit jenem 1:4 so genüsslich in die Meisterfeier-Suppe gespuckt hatte.

Nach den beiden Auftaktpleiten muss aus VfB-Sicht ein Sieg her, egal wer der Gegner ist. Man hätte es einfacher haben können, hätte man es in Rostock nicht an Einstellung und Konzentration vermissen lassen und hätte man sich in Mainz nach ordentlicher Anfangsviertelstunde nicht auf das gefährliche Vabanque-Spiel eingelassen, dass am Ende ein einziger Lucky Punch entscheidend sein würde.

Das hatte sich mit zunehmender Spieldauer abgezeichnet. Dass es dann ausgerechnet Anthony Ujah war, dem der von den Mainzern vielumjubelte Siegtreffer gelang, war zu befürchten. Von seinen nunmehr 24 Bundesligatoren gelangen ihm ein Viertel (!), nämlich sechs, gegen den VfB, so dass nicht nur Mainz Stuttgarts Angstgegner ist, sondern auch noch ein echtes Schreckgespenst in seinen Reihen hatte.

Gespannt darf man sein, was sich bis zum Transferschluss noch tut beim VfB. Özcan und neuerdings auch Donis gelten als Abgangskandidaten, wobei ich vor allem Letzteres nicht nachvollziehen könnte. Heute hat Korkut dementiert, Donis noch abzugeben, schaun mer mal, was sein Wort am Ende des Tages wert sein wird.

Der griechische Internationale soll ein schwieriger Charakter, ein schlampiges Genie und kein wirklicher Teamplayer sein. Das alles sollte dem VfB bekannt gewesen sein, als er ihn für ca. drei Millionen Euro von Juventus Turin verpflichtete. Ich kann es mir nicht vorstellen, dass ihm die Akzeptanz seiner Mitspieler nicht gewiss wäre, würde er regelmäßig auftrumpfen wie gegen die Bayern, doch dafür braucht er Einsatzzeiten. Noch denkt Korkut zu defensiv und bringt ihn dem Vernehmen nach deshalb nicht, weil er nicht genug nach hinten arbeitet und keiner ist, der auf Höhe des eigenen Strafraums einen Gegenspieler weggrätscht. Da nimmt man dann lieber eine 0:1-Niederlage in Kauf, anstatt Offensivpower aufzubieten, um auch mal 2:4 gewinnen zu können.

In Mainz war Donis nicht einmal im Kader, was als Indiz seines möglichen Abgangs bewertet werden muss. Für mich ist Donis mit seiner Schnelligkeit eine Waffe, einer, der Wege geht, mit denen die Gegenspieler nicht unbedingt rechnen, also einer der für Überraschungsmomente sorgen kann, was er vor allem beim 4:1-Sieg in München eindrucksvoll unterstrich.

Würde man sich gerade vor dem so schweren Spiel gegen die Münchner Bayern dieser Waffe berauben und den womöglich einzigen Spieler, vor dem die Bayern wirklich Respekt haben, abgeben, wäre das für mich schwer nachvollziehbar.

Man darf gespannt sein, wie Korkut das schwierige Unterfangen gegen die Bayern anzugehen gedenkt. Erfahrung oder junges Blut, das ist hier die Frage. Mit zu vielen (älteren) Spielern, die das Tempo verschleppen und das Spiel verlangsamen, würde man den Bayern in die Karten spielen.

Schlagen kann man sie jedoch mit schnellem, passgenauem Spiel und wenn man hinter ihre Abwehrreihe kommt, siehe das famose 4:1 zum Abschluss der letzten Saison, siehe das Pokalfinale, siehe auch die WM, bei der die Bayern-Verteidiger immer schlecht ausgesehen haben, wenn es schnell ging.

Wird Korkut den nicht wirklich fit wirkenden Gentner noch einmal auf die Bank setzen und stattdessen einen schnellen Mann wie Donis bringen? Wird er gar den Sturm-Messias Mario Gomez draußen lassen, an dem das frühe WM-Scheitern noch zu nagen scheint? Mit Nicolas Gonzalez stünde eine gute Alternative bereit und es wäre Platz für Didavi in der Mannschaft.

Dass Korkut Didavi nach dessen wenig erquicklichem Auftritt in Rostock für Mainz gleich herausnahm, verwunderte mich stark. Von ihm kann man sich, selbst wenn er nicht im Hochbesitz seiner Kräfte ist, noch etwas Außergewöhnliches erwarten. Seinen Spielmacher gleich nach dem ersten schwachen Spiel herauszunehmen und ihn indirekt zum Sündenbock von Rostock zu machen, zeugt von wenig psychologischem Geschick. Gerade die Kreativspieler, die im Spiel ständig etwas probieren und nicht nur Rückpässe nach Schema F spielen, sind oft die Sensibelsten und benötigen das Vertrauen des Trainers, Fehler machen zu dürfen. Ein Felix Magath, einst selbst Spielmacher, hat es mit Krassimir Balakov einst vorgemacht, wie man einen in der Kritik stehenden Spielmacher aufbaut.

Ich hoffe, Korkut findet die richtigen Schrauben, an denen er bis zum Bayern-Spiel drehen muss. Der VfB muss sich in allen Belangen verbessern, von der Einstellung her, im Defensivverhalten und vor allem im Offensivspiel.

Mit der Verstärkung des Kaders sind die Ansprüche zweifellos gestiegen. Rein ergebnisorientierter Fußball, der nicht einmal von Erfolg gekrönt ist, dürfte dem Umfeld in der noch jungen Saison schwer zu vermitteln sein. Korkut ist gefordert, auch in puncto Attraktivität zuzulegen, die Spieler dazu hat er bekommen. Die Hoffnung auf schnelle Besserung ist bei mir fast schon wieder weg, eher befürchte ich ein von Durchhalteparolen getragenes Hangeln von Spiel zu Spiel, nach denen wir von den Herren Korkut, Gentner & Co. vorgetragen bekommen, welche Fortschritte doch schon wieder zu erkennen waren (natürlich nicht für den Laien!). Tritt dies ein, dürfte dem VfB einmal mehr ein heißer Herbst bevor stehen (der meteorologische beginnt ja bereits am Samstag), same procedure as every year eben.

Nun hoffe ich auf eine Überraschung gegen die Bayern und freue mich tatsächlich bereits jetzt auf die Länderspielpause danach. So schnell hatte ich noch nie fürs erste genug!

So konnte es nicht weitergehen, das war nicht mehr mein VfB. Also, einmal den Reset-Knopf gedrückt und alles auf Anfang. Same procedure as every year! Wie diese Episode weitergeht, sollte sich nicht Grundsätzliches im Team und in der Ausrichtung ändern, ist absehbar. Schlechte Ergebnisse, schlechte Stimmung im Team, unzufriedene Spieler und ein immer lauter rumorendes Umfeld und wir stünden vor dem gefühlt tausendsten Neuanfang. Korkut, dessen Vertrag unnötigerweise jüngst erst verlängert wurde, muss sich nun beweisen. Er muss zeigen, dass er nicht nur Feuerwehrmann sondern auch ein Team entwickeln kann.
Die Voraussetzungen nach dem Urlaub waren perfekt. Der Kader stand fast vollständig fest, bis auf unseren Weltmeister standen so gut wie alle Akteure rechtzeitig auf der Matte, um sich kennenzulernen, dem Team eine Spielphilosophie einzubläuen und die Jungs um die Stammplätze kämpfen zu lassen.

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29. Juni 2017

Bye, bye, Alex!

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Obwohl schon seit Jahren immer mal wieder damit zu rechnen war, dass Alexandru Maxim den VfB verlässt, schlug die Vollzugsmeldung seines Wechsels zum 1. FSV Mainz 05 dann doch ein wie eine Bombe.

Weite Teile der Fangemeinde sind empört, den besten Fußballer in Reihen des VfB für vergleichsweise schlappe drei Millionen Euro Ablöse zu einem direkten Ligakonkurrenten ziehen zu lassen. Vielen klingen dabei noch die Versprechungen der Ausgliederungs-Propaganda in den Ohren, dass es im Falle einer Ausgliederung wieder gelänge, Spieler zu halten und man nicht gezwungen sei, diese aus wirtschaftlichen Beweggründen zu verkaufen.

Wenn man sieht, wie selbst Top-Spieler bei Top-Vereinen, wie derzeit zum Beispiel Lewandowski und Aubameyang, den Aufstand proben und ihren Abgang provozieren wollen, wird deutlich, dass es sich bei o. a. Aussagen um Wählerfang handelte und diese in der Realität nicht einhaltbar sind.

Beim Verkauf von Alexandru Maxim handelt es sich jedoch nicht um eine wirtschaftliche Notwendigkeit, man wollte den Spieler schlicht nicht um jeden Preis halten! Und warum? Darum! Hannes Wolf steht auf andere, laufstärkere, Spielertypen, die reinen „10er“ sterben im modernen Fußball mehr und mehr aus. Ich hatte kürzlich noch geschrieben, dass es gut sei, einen wie Maxim in der Hinterhand zu haben, weil er als Einwechselspieler schnell auf Betriebstemperatur ist und die Fähigkeit hat, einem Spiel in kürzester Zeit seinen Stempel aufzudrücken. In dieser Rolle war er in dieser Saison wertvoll, in dieser war er auch 2015 unter Huub Stevens DER Trumpf im Abstiegskampf, unvergessen sein geniales Zuspiel auf Daniel Ginczek in Paderborn.

Doch auf Dauer wollte und konnte Maxim sich mit der Joker-Rolle nicht anfreunden. Er war bitter enttäuscht, dass er nach Didavis Abgang zwar die „10“ auf dem Rücken trug, dies jedoch für sein Empfinden zu oft nur auf den Recaro-Sitzen der Ersatzbank. Nach außen blieb er zwar ruhig, innerlich brodelte es aber mit Sicherheit gewaltig. Schon deshalb, um kein unnötiges Pulverfass in die neue Saison hinein zu schleppen, ist die Trennung zum jetzigen Zeitpunkt richtig.

Meist nur mit Wut im Bauch, zeigte er, was in ihm steckt, so zuletzt nach Manés Verletzung im Aufstiegskampf. Da war er, nach einer Phase, in der er wochenlang nicht einmal im Kader stand, DER Hoffnungsträger und hat die Erwartungen erfüllt. Ein Tor wie jenes in Bielefeld machen ganz wenige Fußballer, besondere Fähigkeiten spreche ich ihm daher auch gar nicht ab. Ansonsten lieferte er seine besten Spiele meist als Joker ab.

Sein großes Manko während seiner VfB-Zeit war, dass er es nie schaffte, Konstanz in seine Leistungen zu bringen. Hannes Wolf sprach es schon kurz nach seiner Amtsübernahme an, dass sich Maxim zu lang an guten Szenen berauschen und danach zu wenig am Spiel teilnehmen würde. Diesen Schlendrian trieb ihm keiner seiner vielen Trainer (Labbadia, Schneider, Stevens, Veh, Stevens, Zorniger, Kramny, Luhukay, Janßen, Wolf) aus. In seinen viereinhalb Jahren beim VfB absolvierte Maxim von 153 möglichen Spielen gerade einmal 116, wovon er nur in 75 vom Kicker überhaupt benotet werden konnte und es dabei auf einen eher mäßigen Schnitt von 3,5 brachte.

Da Hannes Wolf ein Trainer ist, der keine Stammplatzgarantien ausspricht und bei dem man sich Tag für Tag im Training neu beweisen und aufdrängen muss, wählte Alexandru Maxim (mal wieder) den Weg des geringsten Widerstands und ergreift lieber die Flucht. Wenn etwas aus den viereinhalb Jahren Maxim beim VfB hängen bleibt, außer dass er tatsächlich ein begnadeter Fußballer ist, dann doch das, dass immer dann, wenn es für ihn schwierig wurde, sein Berater Herbert Briem auf der Matte stand und man, wie bspw. in Lagos 2015, täglich mit der Meldung seines Abgangs rechnen musste.

Maxim kam als junger Kerl zum VfB in ein fremdes Land, in eine neue Welt. Da Profifußballer meist verhätschelt werden und ihnen fast alles abgenommen wird, sah er sich nicht einmal veranlasst, die Sprache seiner neuen Heimat richtig zu erlernen. Natürlich wird beim VfB entgegnet werden, er „verstehe alles ganz gut“, doch ich finde, das ist ein bisschen wenig. Bringt man sich in einer neuen Umgebung ein, passt man sich den Gepflogenheiten an und versucht in der Landessprache zu kommunizieren. Nach viereinhalb Jahren müsste diese auch bei einem durchschnittlich begabten Menschen sitzen.

Sieht sich einer dazu partout nicht genötigt, erweckt er nach außen unweigerlich den Eindruck, auf gepackten Koffern zu sitzen und den VfB nur als eine Durchgangsstation anzusehen. Daher sehe ich den Abgang von Maxim recht emotionslos und werde ihm sicherlich auch keine Träne nachweinen. Das ist das Geschäft, da sind selbst viereinhalb Jahre „Vereinstreue“ nicht mehr ganz so selbstverständlich. Spieler kommen und gehen, der VfB Stuttgart, das sind wir!

Dass bei Maxim zudem der Lebenswandel nicht immer dem eines Muster-Profis entsprochen hat, tut in der Nachbetrachtung und bei der Ursachensuche, weshalb ihm der ganz große Durchbruch beim VfB verwehrt blieb, sein Übriges. Als Feierbiest, jüngst bei der Aufstiegsparty tanzend und mit der Bierflasche in der Hand in seinem Element befindlich, trat er gerne in Erscheinung, weshalb ihm vermutlich die Kondition auf dem Platz fehlte und er, wenn er denn von Beginn an ran durfte, in der zweiten Halbzeit stets abbaute und nur noch selten etwas von ihm zu sehen war.

Zudem verhindert sein Phlegma den Schritt zu einem Spitzenspieler. Er erweckt einen für sein Alter sehr unselbständigen Eindruck und bräuchte den regelmäßigen Arschtritt, um von seiner Selbstverliebtheit wegzukommen.

Er ist einer jener Spielergeneration, die in jungen Jahren ein Schweinegeld „verdient“ und es überhaupt nicht einsieht, mehr zu machen, um sich stetig zu verbessern. Er lebt auch so seinen Traum sich alles leisten zu können und nebenher noch ein wenig Fußball zu spielen. Tagsüber ein fettes Auto zu fahren und nachts der Partykönig zu sein, das genügt vielen Profis heutzutage, die dann den nächsten Schritt eben nicht schaffen. Dieses Phänomen soll selbst schon bei unseren Amateuren, natürlich im kleineren Stil, um sich gegriffen haben, so dass man sich auch nicht zu wundern braucht, dass seit Jahren nichts nachkommt. Erst seit Schindelmeiser und Wolf das Zepter schwingen, wird auch da wieder leistungsorientierter gearbeitet und es findet eine regelmäßige Auslese statt. Diese Mentalität, der, wenn man es hart ausdrückt, Leistungsverweigerung, zog sich (zu) lange durch den Verein, so dass es nur logisch ist, sich auch von topbegabten Spielern zu trennen, die es an der Einstellung vermissen lassen.

Maxim steht mit dem Wechsel zum selbsternannten Karnevalsverein am Scheideweg. Die Luftveränderung wird ihm sicher gut tun, es ist ihm zu wünschen, dass er erkennt, worauf es ankommt und nicht einfach wie bisher weiter macht. Die Mainzer werden sich sicherlich um ihn kümmern müssen und dürfen ihn nicht sich selbst überlassen. Hat er eine Vertrauensperson im Verein, die ihm zum richtigen Zeitpunkt die Leviten liest und zu gegebener Zeit auch Streicheleinheiten zukommen lässt, könnte Mainz sehr viel Freude an ihm haben.

Mainz dürfte Maxims letzte Chance sein durchzustarten und sich für in eine tragende Rolle in der rumänischen Nationalmannschaft zu empfehlen. Auch dort spielte er bislang nur eine Nebenrolle! Es liegt einzig und allein an ihm, was er noch aus seiner Karriere herausholt. Die fußballerischen Fähigkeiten hat er in jedem Fall, bei allem anderen, was dazu gehört, hapert es gewaltig.

Sein herzliches Naturell und seine kindliche Freude werde ich sicherlich ein wenig vermissen, sehe es aber positiv, dass Schindelmeiser und Wolf bei keiner Personalie groß herumeiern, sondern Tatsachen schaffen (wie bei Großkreutz und einigen weiteren Abgängen ja auch).

Ich kann es mir durchaus vorstellen, dass Maxim in Mainz einschlägt, was jedoch nicht automatisch bedeuten würde, dass dies beim VfB genauso gewesen wäre. In Stuttgart war viel eingefahren um nicht zu sagen zerfahren, in Mainz hingegen hat Maxim die Chance zu einem radikalen Neubeginn, und kann unbelastet in einem neuen Arbeitsumfeld starten.

Eigentlich ist es ein Jammer, wie wenig er beim VfB aus seinen Möglichkeiten gemacht hat. Wenn viele dem VfB jetzt mangelnde Dankbarkeit ihm gegenüber vorwerfen, bin ich eher verärgert darüber, dass er so selten funktioniert hat, wie man es bei seinem Gehalt hätte erwarten können müssen.

Viele seiner Fans argumentieren zum Vorwurf, dass er kein Trainingsweltmeister sei und gerne mal nachts um die Häuser zieht, dass dies ja egal wäre, wenn denn die Leistung auf dem Platz stimmt. Zum einen hat die Leistung zu selten wirklich gestimmt, zum anderen lebt der Mannschaftssport von Regeln, an die sich JEDER zu halten hat. Der Trainer bekommt schnell ein Autoritätsproblem, wenn er immer nur bei den gleichen ein Auge zudrückt.

Über die Höhe der Ablöse, für die man im heutigen Fußball kaum ein vielversprechendes Talent bekommt, kann sicher diskutiert werden. Auf der anderen Seite spart sich der VfB sein beträchtliches Gehalt und Maxim macht Platz für einen unverbrauchten Neuzugang. Nüchtern betrachtet ist Maxim als Zweitliga- und nur sporadischer rumänischer Nationalspieler auch nicht mehr wert.

Viele Fans schmerzt sein Abgang für dieses Nasenwässerchen auch in erster Linie deshalb, weil Maxim Publikumsliebling war und mit seinem Lächeln vor allem die Damenwelt zu verzaubern wusste. Dass er seine Rolle, zumindest nach außen, scheinbar klaglos hingenommen, nie ein schlechtes Wort über den VfB und seine Fans verloren hat und dem VfB auch nach dem Abstieg treu geblieben war, wird ihm (zu Recht) hoch angerechnet.

Nach wie vor habe ich vollstes Vertrauen in Jan Schindelmeiser und Hannes Wolf, dass sie uns in eine erfolgreichere Zukunft führen werden. Daher beteilige ich mich auch nicht an der aufkommenden Panik, weil noch fast keine Neuzugänge unter Dach und Fach sind.

Der Transfermarkt ist derzeit überhitzt wie noch nie. Selbst Spieler von den allergrößten Vereinen proben den Aufstand, um für ein Vielfaches ihres ohnehin schon viel zu hohen Verdienstes, die Farben zu wechseln. Hier gilt abzuwarten, wer tatsächlich auf die Insel oder nach China wechselt und welche Vereine dann erst einmal Ersatz benötigen. Da ist dann eher noch zu befürchten, dass uns Korsettstangen, die für die neue Saison fest eingeplant waren, weg gekauft werden.

Von oben nach unten werden sich die Vereine bedienen, so dass sich der VfB zunächst hinten anstellen muss, zumindest, wenn es um bekannte, erfahrene Spieler geht. Richtig Bewegung in den Transfermarkt dürfte kommen, wenn die U21-EM und der Confed-Cup beendet sind und die Vereine nächste Woche ihre Arbeit wieder aufgenommen haben. Ich hoffe es zwar, dass bis zum Trainingsauftakt noch das eine oder andere neue Gesicht präsentiert wird, verliere aber auch nicht die Nerven, wenn dem nicht so ist. Das Transferfenster ist bis Ende August geöffnet, ich habe vollstes Vertrauen in Jan Schindelmeiser, dass wir spätestens bis dahin eine konkurrenzfähige Truppe am Start haben werden.

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11. Mai 2016

Selbstaufgabe!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , , , , , – Franky @ 08:11

Der VfB ist nach dem Spiel gegen Mainz 05 endgültig am Abgrund angekommen. Es bricht mein Fan-Herz, das seit 1974 für diesen Verein schlägt, wenn man machtlos mit anschauen muss, was aus dem einst so stolzen Verein für Bewegungsspiele von 1893 e. V. gemacht worden ist.

Nach dem desaströsen 1:3 gegen den Karnevalsverein aus Mainz, sind die Chancen auf den Relegationsplatz vor dem letzten Spieltag nur noch theoretischer Natur. Man braucht sich als einer, der es mit dem VfB hält, auch nicht einmal darüber zu ärgern, dass der BVB die Eintracht aus Frankfurt „gewinnen lassen hat“, Darmstadt 98 in Berlin gewinnt und Bremen in Köln ein torloses Remis erreicht.

Wer nach dem Erreichen der 33-Punkte-Marke die Saison für beendet erklärt und innerlich darauf baut, dass vor zwei Jahren ja schon 32 Punkte zum Klassenerhalt genügten und das irgendwie schon wieder hinhauen würde, braucht die Schuld für sein Versagen nicht bei den Anderen zu suchen. Wer wochenlang den Anderen den Druck zuschiebt, weil man ja eine ach so tolle Ausgangssituation hatte, zahlt zum Schluss die Zeche.

Selbst in den Momenten während und nach dem Spiel, als sich das Schicksal abzeichnete, worauf jahrelang hingearbeitet wurde, nämlich der Abstieg, konnte ich nicht mal mehr bittere Tränen weinen. Ich bin in dieser Situation eher sauer denn traurig.

Sauer auf die Totengräber der letzten Jahre, auf die Herren Staudt und Heldt, die im Championsleague-Wahn die Personalkosten exorbitant in die Höhe schraubten und sich offensichtlich auch am Stadionumbau übernommen hatten.

Auf die Herren Hundt, Mäuser, Bobic, Labbadia, die den Kader kaputt sparten und Stück für Stück schwächten, Vereinskoryphäen und junge Hoffnungsträger vergraulten und eine katastrophale Außendarstellung an den Tag legten.

Und aktuell gilt dem wohl noch immer von der Championsleague träumenden Präsidenten Bernd Wahler, dessen einzige Sorge derzeit noch immer die geplante Ausgliederung zu sein scheint und der Robin Dutt einfach machen lässt, anstatt hin und wieder auf den Tisch zu hauen, wenn es angebracht wäre.

Robin Dutt hingegen ist der Meister des Aussitzens. Letztes Jahr ging es gerade nochmal gut, dieses Jahr nicht mehr. Er lässt es seit Monaten einfach laufen und hofft von Spiel zu Spiel auf Besserung, wohingegen seit Wochen jeder Blinde sah, dass diese Mannschaft tot ist und ohne Impuls von außen auch nicht mehr zu retten war. Jürgen Kramny ist die ärmste Sau in der Kette, ihn hätte man einfach nur zu erlösen brauchen.

Bereits am 29.03., als sich die Tabellensituation noch weitaus komfortabler darstellte, sich der Negativtrend aber bereits abzeichnete, warnte ich vor den kommenden Wochen und traute es Robin Dutt damals sogar zu, dass er diesen Trend erkennen und handeln würde: http://www.frankys-stadionpics.de/blog/?p=4005. Leider hatte ich ihn überschätzt.

Dutt hat nicht erkannt, dass Kramny die Mannschaft nicht mehr erreicht und mit der Aufgabe heillos überfordert ist. Oder hat er es erkannt und wollte es sich nicht eingestehen, dass er wie schon bei der Verpflichtung und möglicherweise auch Entlassung von Alexander Zorniger daneben lag.

Kramny war die Billiglösung, es zu versuchen auch legitim, zumal ihm die ersten Wochen ja auch Recht gaben, aber, dieses Experiment auf Kosten des Abstiegs und bis zum bitteren Ende fortzuführen, ist grob fahrlässig und vereinsschädigend.

Noch nach Augsburg, nach Dortmund, selbst nach Bremen, mit der lösbaren Aufgabe gegen Mainz vor der Brust, hätte ein Trainerwechsel Sinn gemacht und mir noch einmal Hoffnung gegeben. Oft sind es ja eine neue Ansprache, die eine oder andere Stellschraube, ein bereits in Vergessenheit geratener Reservist, die Autorität, der Wegfall der Alibis und vieles mehr, das einen Trümmerhaufen von Mannschaft, zumindest vorübergehend, zu neuem Leben erwecken könnte.

Und? Was tat Dutt? NICHTS! Er ließ diese letzte Patrone einfach stecken. Dutt ließ es weiterlaufen, ließ eine hilflose Mannschaft vor sich hin stümpern und lobte Kramny, weil er doch 100 Prozent VfB wäre. Wenn das allein genügt…. Dutt hat mehr oder weniger tatenlos zugesehen, wie der große Tanker (so Bobic) auf Grund lief.

Doch damit nicht genug, die VfB-Welt ist am Boden zerstört, sauer, fassungslos, tieftraurig und fragt sich, ob sich dieser Kollateralschaden jemals reparieren lässt, da setzt Robin Dutt noch einen drauf. „Wir haben uns letztes Jahr für einen Weg entschieden, der auch den Worst Case eines Abstiegs vorgesehen hat. Wenn es nun so kommt, dann werden wir sehr gut vorbereitet sein“. Herr Dutt möchte doch nicht allen Ernstes behaupten, sein „Plan“ sei es gewesen, einen 39 Jahre am Stück Bundesliga spielenden Verein in die 2. Liga zu managen? Das lässt auf Kommunikationsprobleme im Vorstand schließen, denn, Herr Wahler wollte ja eigentlich in die Championsleague.

So aber sind wir aller Wahrscheinlichkeit nach in der kommenden Saison Bestandteil der attraktivsten 2. Liga aller Zeiten. Abgesehen vom spielerischen Niveau und dem sicher ein oder anderen trostlosen Heimspiel, darf man sich auf Leckerbissen in fast jedem Auswärtsspiel freuen. Sandhausen und Heidenheim sind dabei noch so ziemlich das unattraktivste, was diese Liga zu bieten hat, wegen ihrer Nähe jedoch auch schon wieder attraktiv.

Sollte es denn so kommen, gehe ich absolut positiv ran und hoffe darauf, mal wieder etwas öfter jubeln zu dürfen und dass das Neckarstadion wieder zu einer Festung wird.

Seien wir doch ehrlich, die immer weiter auseinandergehende finanzielle Schere in der Bundesliga, in der mehr und mehr mit ungleichen Waffen gekämpft wird, machen die Liga langsam aber sicher gähnend langweilig.

Zehn Heimniederlagen in dieser Saison verlangen auch dem Hartgesottensten alles ab, Spiele gegen die Spitzenteams, zu denen man die Punkte gleich per Post verschicken könnte, haben ihren Reiz verloren und jetzt kommt auch noch Leipzig hinzu, die von Anfang an oben mitspielen möchten und an Neuzugänge denken, die wir uns im Leben nicht leisten könnten.

Daher sehe ich es eher positiv, den Verein konsolidieren zu können, kleinere Brötchen zu backen, das Gehaltsniveau herabzusenken und sich der einen oder anderen personellen Altlast elegant entledigen zu können.

Der Samstag indes begann hervorragend. Früh morgens ging es schon los zur traditionellen Saisonabschlussfahrt auf dem Stuttgarter Partyfloß, wie immer toll organisiert vom OFC Leintal Power 05.
Bei Kaiserwetter hüpften und sangen wir uns mit 190 Gleichgesinnten in Stimmung und waren vorsichtig optimistisch, was das Spiel anging. Mainz war in den letzten Jahren zu ähnlichen Zeitpunkten und als es für sie ebenfalls um nicht mehr viel ging (die Europaleague konnten sie nur noch theoretisch verspielen), ein dankbarer Gegner.

Frühlingsfest, ausverkauftes Haus und eine trotzige Stimmung, hat doch fast jeder, der der Fanszene eng verbunden ist, vor dem Spiel noch einmal mobil gemacht und dazu aufgerufen, bei diesem Spiel alles rauszuhauen und die Mannschaft bedingungslos zu unterstützen.

Alle in weiß war das Motto, ein tolles Bild im weiten Rund und (zunächst) ein Lautstärkepegel, der in der Liga seinesgleichen sucht. Von der Fanseite her war alles angerichtet für einen tollen Fußballnachmittag.

Dumm nur, dass die „Mannschaft“ nicht mitspielte! Sie ist dem sich mehr und mehr zuspitzenden Abstiegs- und Existenzkampf von Spiel zu Spiel nervlich weniger gewachsen. Auch in diesem Punkt rächt es sich, dass es einfach so laufen gelassen wurde. Es ist kein Führungsspieler da, der die Jungs mitreißt, keiner der sie aufrichtet und ein Trainer, dessen ständige Wechsel von Planlosigkeit und wenig Vertrauen in sein Personal zeugen.

Kramny krempelte die Mannschaft im Gegensatz zum 2:6 letzten Montag in Bremen auf gleich sechs Positionen um. Außer einer komplett neuen Viererkette durfte auch Mitch Langerak endlich sein Bundesligadebüt im Trikot mit dem Brustring „feiern“.

Dass es Kramny nicht schaffte, auf Mallorca, die Sinne zu schärfen, einen Teamspirit zu entwickeln und vor allem eine Formation zu finden, die es in den restlichen drei Spielen richten soll und dem Druck auch gewachsen ist, zeugt von der Sinnlosigkeit dieser „Auszeit“.

Dieses Trainingslager war also für die Katz, so dass man meinen kann, dieses habe den Charakter einer Saisonabschlussfahrt gehabt und Spaß und Erholung wären im Vordergrund gestanden.

Schlimmer noch, der Spannungsabfall seit der Rückkehr mutet fatal an. Bremen war eine Frechheit, von der ersten Minute an und Mainz, na ja.

Zwei eigentliche Führungsspieler, Christian Gentner und Kevin Großkreutz, kehrten zwar zurück, waren aufgrund ihrer Verletzungen jedoch noch nicht bei 100 Prozent, so dass auch sie es nicht schafften, mit Leistung voran zu gehen und spielerisch Zeichen zu setzen.

Das Spiel begann zwar wie gemalt für den VfB, in der 6. Minute brachte Gentner unsere Farben in Führung. Es hätte der Brustlöser sein können, nein, müssen, spürte man doch bei der Mannschaft und auch bei den Fans die pure Erleichterung und eine zarte Hoffnung auf DIE Trendwende.

Doch, wenn eine stark verunsicherte Mannschaft dann plötzlich meint, das Ergebnis verwalten zu wollen und den Betrieb nach vorne nahezu einstellt, braucht man sich nicht zu wundern, wenn der Schuss nach hinten losgeht.

Da der VfB ohne Stürmer spielte und ein Didavi an vorderster Front einmal mehr darauf konzentriert war, sich nicht zu verletzen, als dass er noch einmal alles für den VfB gegeben hätte, konnten vorne keine Bälle festgemacht und dadurch auch keine Gefahr erzeugt werden. Einzig in der 36. Minute wurde es noch einmal gefährlich, als ein Mainzer den Ball von Rupp von der Linie kratzte.

Das hätte die Vorentscheidung sein können, aber, das notwendige Quäntchen Glück haben wir offensichtlich in den letzten Jahren aufgebraucht. Bezeichnend, dass im direkten Gegenzug der Ausgleich fiel, als der Rückkehrer Kevin Großkreutz eine Hereingabe zuließ und Malli sich in der Mitte Freiheiten erfreute, die wohl in der Bundesliga einmalig sind. Es war Gegentor Nummer 70, was einmal mehr offenbarte, wo der Schuh drückt und wo die Versäumnisse des Robin Dutt liegen. Man kann über Antonio Rüdiger sagen, was man möchte, aber, der stand in der Schlussphase der letzten Saison seinen Mann und steckt die Schwaabs, Šunjić‘, Niedermeiers, Barbas und Baumgartls locker in die Tasche.

Nach dem Ausgleich, der im Fußball von Grund auf noch keinen Beinbruch darstellt und reparabel gewesen wäre, brachen beim VfB abermals alle Dämme. Die Knie wurden wackelig, der Kopf spielte nicht mehr mit, die Mannschaft agierte kopflos und bettelte um weitere Gegentore.

Nach dem 1:2 und schließlich dem 1:3 und wohl auch nachdem die Ergebnisse auf den anderen Plätzen durchgesickert waren, hatte es etwas von Selbstaufgabe. Robin Dutts Kopfwäsche, die er nach dem Zerfall der Mannschaft in Bremen angekündigt hatte, verpuffte, sofern er sie denn durchgeführt hat. Denn, analog zu Bremen ergab man sich wehrlos in sein Schicksal, kein Aufbäumen, keine Gegenwehr, ohne unseren Besten, Mitch Langerak, können wir das Ding gut und gern auch 1:6 oder 1:7 verlieren.

Wenn nicht noch ein Wunder geschieht und wir in Wolfsburg gewinnen, sowie Frankfurt in Bremen, war diese 39. Bundesligasaison am Stück die vorerst letzte.

Noch unwahrscheinlicher als ein Frankfurter Sieg in Bremen, die Hessen haben mit zuletzt drei Siegen in Folge immerhin einen Lauf, erscheint, dass der VfB etwas Zählbares aus Wolfsburg mitnimmt. Nicht nur die Statistik spricht gegen den VfB, nein, in der derzeitigen Verfassung würde das Team wohl auch gegen den Stadtrivalen von den Golan-Höhen verlieren, so dass ein Erfolgserlebnis bei den Wölfen, die sich mit ihrem Publikum für eine verkorkste Saison versöhnen möchten, nahezu ausgeschlossen erscheint.

Dass beim VfB selbst keiner mehr ernsthaft an ein Wunder glaubt, zeigt sich darin, dass hinter den Kulissen wohl schon eifrig die Köpfe zusammengesteckt werden, mit welcher Führungsmannschaft und welchen Spielern man das Abenteuer 2. Liga denn angehen solle. Dabei liegt der Fokus scheinbar weniger darin, wie der Super-GAU vielleicht doch noch abgewendet werden könnte, nein, jeder meint sich positionieren zu müssen und schreit „hier“, wer die Wohlfühloase auch nach dem Abstieg nicht verlassen möchte.

Christian Gentner und Daniel Ginczek haben ihre Verträge bereits vorzeitig verlängert. Sicherlich ist es ein gutes Zeichen, wenn der Kapitän an Bord bleibt und damit auch signalisiert, dass selbst bei einem Abstieg nicht alles auseinanderbrechen würde. Jetzt hat der fast 31-jährige Gentner also noch drei Jahre Vertrag, was schwer nach Rentenvertrag riecht.

Interessant zu Gentner waren die Aussagen von Hansi Müller bei Sport im Dritten. Müller, der Einblicke in das Innenleben des Vereins hat und nicht mehr in Amt und Würden steht und deshalb auch kein Blatt mehr vor den Mund nehmen muss, kritisierte Gentner, dass er eben nicht DIE Führungspersönlichkeit ist, die man sich in schwierigen Situationen wünschen würde.

Für mich ist Gentner DAS Gesicht des sportlichen Niedergangs und ein Bremser in der Mannschaft. So lang er vermeintlich eine Stammplatzgarantie besitzt und, wie Kramny kürzlich sagte, selbst entscheide, ob er spiele, wird es schwierig bis unmöglich weg von der Wohlfühloase und hin zu einer Leistungsgesellschaft zu gelangen.

Als Identifikationsfigur darf er ja gerne bleiben, hätte ohnehin noch einen Kontrakt bis 2017 gehabt, aber, die Kapitänsbinde MUSS ihm der nächste Trainer aber abnehmen. Ich hoffe schwer, sein Wort im Verein hat nicht dieses Gewicht, dass er Dutt auch noch die Vertragsverlängerungen weiterer Gesichter des Niedergangs schmackhaft macht, dann nämlich dürfte es eher noch weiter nach unten gehen.
Sehr positiv hingegen sehe ich die Vertragsverlängerung von Daniel Ginczek, der sich darüber hinaus dem Vernehmen nach eine Ausstiegsklausel streichen ließ und damit ein klares Bekenntnis für den VfB abgibt. Typen wie ihn wünscht man sich noch einige mehr in der Mannschaft. Geerdet, bodenständig, Familienvater, sympathisch und eben kein Spinner. Hoffentlich legt er die Seuche endlich ab und kann im Spätherbst wieder beschwerdefrei für uns auf Torejagd gehen.

Auch in der obersten Vereinsebene kündigt sich ein Beben an, wie mehrere Blätter in Berufung auf Aufsichtsratskreise berichten. Demnach sollen Wahler und Dutt im Falle des Abstiegs vor der Ablösung stehen. Ich denke, uns stehen spannende Wochen bevor.

Dutt gibt sich indes kämpferisch, so ist zu hören, er verzichte für eine Weiterbeschäftigung auf die Hälfte seines Gehaltes und dass er gerne bleiben würde, da er in der Region zu Hause ist. Dutt hat sicherlich einige Projekte auf den Weg gebracht, deren Früchte wir später ernten werden, wenn sie denn fruchten, aber, er lag eben bei vielen Transfers total daneben und hat zuletzt, als es dringend nötig gewesen wäre, nicht eingegriffen.

Auch die Stimmung unter den Fans hatte am Samstag etwas von Selbstaufgabe. Obwohl es erst der 33. Spieltag war und die theoretische Chance noch gegeben ist, war’s das für viele. Den Platzsturm hätte es meiner Meinung nach zu diesem Zeitpunkt (noch) nicht gebraucht und lässt den Schluss zu, dass es wohl besser ist, auswärts endgültig abzusteigen.

In Wolfsburg werden sich viele kurz nach dem Spiel zu Zug und Bus begeben müssen und nicht noch auf die „Mannschaft“ warten können. Dieser Platzsturm war in meinen Augen dumm, wobei ich die Besonnenheit unserer Ultras-Gruppierungen loben muss, die offensichtlich ihre Leute zurückgehalten haben.

So waren auf dem Feld hauptsächlich sensationslüsterne Selfie-Knipser und wütende „Normalos“, die ein Ventil für ihren Frust suchten. Es kam vereinzelt zu Schubsereien, Schlimmeres ist zum Glück nicht vorgefallen. Es ist ja nicht so, dass ich nicht auch der Meinung wäre, dass es an der Zeit ist, der Mannschaft die Meinung zu geigen, aber, erstens brauchen wir sie noch für dieses letzte entscheidende Spiel und zweitens dürfte dem VfB eine empfindliche Strafe drohen, bin hin zu einem Teilausschluss von Zuschauern, sollte die DFL Ermittlungen aufnehmen.

Dieses Platzstürmchen jetzt jedoch mit den Vorkommnissen der Kölner beim Abstieg gegen die Bayern oder in Mönchengladbach und anderen weitaus dramatischeren Ereignissen in Zusammenhang zu bringen, ist in meinen Augen überzogen und lächerlich. Die Security hatte alles im Griff, die Polizei musste nicht eingreifen, also, halb so wild.

Die Rolle des Sicherheitsdienstes ist hier trotzdem zu hinterfragen. Wohl wurde mit einem Sturm gerechnet, weshalb die Tore zum Innenraum vorab schon geöffnet wurden und Leute, die aufs Spielfeld wollten, nicht daran gehindert wurden.

Selbst Rollstuhlfahrer habe ich vor dem Kabineneingang gesehen. Das alles mutete schon seltsam an, wenn ich mir die Leute, die auf dem Rasen standen so angeschaut habe, glaube ich nicht, dass es zu einer gewaltsamen Stürmung gekommen wäre, hätte man die Tore einfach geschlossen gehalten.

Nun hoffe ich einfach, dass die DFL aus dieser Mücke keinen Elefanten macht und der VfB keine Konsequenzen zu tragen hat. Und natürlich darauf, dass die Spieler nicht zu sehr eingeschüchtert wurden und in Wolfsburg schon von Beginn an mit wackeligen Knie auf dem Platz stehen.

Bei aller Selbstaufgabe, noch sind drei Punkte zu gewinnen, noch sind wir nicht sicher abgestiegen. Für Wolfsburg gilt es seitens der Mannschaft noch einmal alles zu mobilisieren. Vielleicht hilft es ja dabei, dass der eine oder andere jetzt schon weiß, dass man auch in der 2. Liga auf ihn setzen würde, und die Mannschaft daher gieriger auftritt als zuletzt. Wenn nicht, geht die Welt auch nicht unter, alles hat seine zwei Seiten, ich sehe auch dann positiv in die Zukunft.

Lasst uns jedenfalls dieses vermeintlich letzte Bundesliga-Spiel für einige Zeit genießen. Alle in Rot nach Wolfsburg. Freue mich auf den Partyzug und einen abartig langen Tag. Bin auf alles vorbereitet, in diesem Sinne, prost und ahoi!

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6. Mai 2016

(Halb-)Finale furioso! Alle in Weiß zum Heimspiel gegen Mainz.

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , – Franky @ 12:01

Ich weiß, die Fanszene ist gespalten. Zwischen Resignation, Lethargie, Frust, Gleichgültigkeit, Hoffnung und Überzeugung schwanken die Gemüter.

Gestern hat unser Mentalitätsspieler Kevin Großkreutz einen rausgehauen und die Fanszene damit erfreut und ihr neue Hoffnung gegeben. Er wird wieder dabei sein, er tritt die Jungs in den Hintern, dass sie noch einmal alles raushauen und sich nicht ergeben wie zuletzt. Er bringt die Hoffnung zurück, die Hoffnung dass gegen Mainz eine Mannschaft auf dem Platz stehen wird, die sich zerreißen wird und dass kein Einzelner den Makel des erstmaligen Abstiegs unseres VfB seit 41 Jahren in seiner Vita stehen haben möchte.

Das Spiel morgen ist losgelöst von denen der letzten Wochen zu betrachten. Es ist DIE Chance, eine ganze Saison zu retten und die Weichen für eine bessere Zukunft zu stellen. Nach der Saison ist noch genügend Zeit, nachzukarten und getroffene und zu treffende Entscheidungen zu hinterfragen und zu kritisieren. Diese Saison muss und wird aufgearbeitet werden, sonst haben die Herren an der Mercedesstraße keine ruhige Minute mehr. Morgen zählt das alles aber nicht! Morgen geht es um den VfB und nicht um seine handelnden Personen.

Morgen muss die Hütte brennen! Morgen muss das gesamte Stadion wie eine Wand hinter dem VfB stehen, und zwar stehen, im wahrsten Sinne des Wortes und möglichst auf allen Tribünen. 90 Minuten Rambazamba, 90 Minuten alles geben für den VfB.

An uns Fans soll und darf es nicht liegen! WIR sind der 12. Mann, WIR sind der VfB! Kommt alle in weiß gegen Mainz und unterstützt die Mannschaft.

Morgen muss jeder Farbe bekennen und sich die Kehle aus dem Leib schreien. Alles, was war, ist und sich ohnehin an der Tabelle ablesen ist, zählt morgen nicht. Es steht eines von zwei Endspielen an, nach Dutt’scher Redensart Halbfinale und Finale.

Lasst uns ins Finale einziehen, alle gemeinsam, alle für den VfB, alle für den Ligaerhalt, alle für ein 40. Jahr Bundesliga am Stück.

Wir stimmen uns zur Feier des Spieltags wie immer vor dem letzten Heimspiel auf dem Stuttgarter Partyfloß chartered by OFC Leintal-Power 05 auf das Spiel ein. Ein gutes Omen! Die wichtigen Spiele, in denen es noch um etwas ging, haben wir danach stets für uns entschieden.

Also auf geht’s, schon heute Eure Stimmen und haut morgen noch mal alles raus!

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14. Dezember 2015

Zurück in die Zukunft!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , – Franky @ 10:19

Nicht Fisch, nicht Fleisch, möchte man meinen. Beim 1. FSV Mainz 05, der zuletzt gut drauf war und wo auch schon andere verloren haben, einen Punkt mitzunehmen wäre so schlecht nicht, hätte man in der Woche zuvor Werder Bremen geschlagen. So treten wir in der Tabelle nicht nur auf der Stelle, nein, wir haben mal wieder, auch daran hat man sich nach einigen Jahren Abstiegskampf fast schon gewöhnt, die rote Laterne wieder in unseren Händen.
Der VfB spielte auswärts erstmals zu null und findet zurück zu einem System, das er kann. Aus einer kompakten Abwehr heraus ließ man nicht viel anbrennen, beraubt sich damit aber seiner offensiven Stärken.
Im dritten Spiel unter Jürgen Kramny bot er das dritte Innenverteidiger-Duo auf, das dieses Mal aus Toni Šunjić und Georg Niedermeier bestand. Ein folgerichtiger Schachzug, wirkte der junge Timo Baumgartl in den letzten Wochen und Monaten doch meist überfordert und dem zunehmenden Druck nicht gewachsen. Šunjić und Niedermeier machten ihre Sache ordentlich und werden wohl auch in den letzten beiden Spielen des Kalenderjahres den Vorzug vor Timo Baumgartl erhalten.
Auch dem zweiten Youngster im Team, Timo Werner, würde man die eine oder andere Pause wünschen, er wirkt überspielt und ist als alleinige Spitze überhastet und kann kaum mal einen Ball festmachen. Hier rächt es sich, dass wir für den verletzungsanfälligen Daniel Ginczek keinen ernsthaften Backup mehr im Kader haben.
Vedad Ibišević wäre so einer gewesen. Nach dem Trainingslager in St. Gallen hatte ich schon meine Eindrücke geschildert, dass Ibišević Gas gegeben und bei weitem nicht wie ein Fremdkörper im Team gewirkt hat. Unter neuem Trainer besteht doch meistens auch für die Sündenböcke von gestern eine faire Chance auf einen Neuanfang. Nicht so bei Dutt/ Zorniger. Wie bei Georg Niedermeier auch, hat sich dieses „kongeniale“ Duo auch bei Ibišević (zu) schnell festgelegt, dass dieser keine Rolle mehr spielen würde, so dass ihm wohl auch in höchster Not keine Einsatzzeiten spendiert worden wären.
Da Bobic seinen Vertrag zur Unzeit verlängert hat, an der Ibišević schon bei weiten Teilen der Fans unten durch und der Inbegriff des raffgierigen Söldners war, Ibišević damit mit Abstand auch noch Top-Verdiener beim VfB war, war es logisch, dass er im letzten Sommer ganz oben auf der Verkaufsliste stand. Es fand sich jedoch (logischerweise) kein Abnehmer, der ihm auch nur ansatzweise sein VfB-Gehalt und auch noch eine Ablöse bezahlt hätte, so dass man ihn kurz vor Transferschluss an die Berliner Hertha verliehen hat und dem Vernehmen nach noch große Teile seines fürstlichen Gehalts selbst übernimmt.
An der Stelle hört mein Verständnis dafür dann auf. Da hätte man ihn lieber behalten und ihm noch die eine oder andere Chance geben sollen. Was ein Ibišević in einem System mit zwei Stürmern wert sein kann, zeigt sich aktuell bei Hertha BSC, wo er, trotz seiner zwischenzeitlichen Fünf-Spiele-Sperre, maßgeblichen Anteil am dritten Platz hat. Viele sind ja froh, dass er weg ist, weil er eine Drecksau ist, ich meine, gerade unsere Truppe, die in vielen Situationen zu brav ist, könnte eine Drecksau, zumindest in der Hinterhand, gut vertragen.
Martin Harnik fällt wohl, wie auch Daniel Ginczek, noch bis in den März hinein aus, Jan Kliment wurde als Perspektivspieler geholt und hilft uns (noch) nicht entscheidend weiter, während der Lastminute-Transfer Robbie Kruse mehr verletzt als einsatzbereit ist.
Wirklich überraschend kommt das nicht, hat Kruse doch seit Ende 2013 doch gerade einmal vier Bundesligaspiele (als Einwechselspieler; 46 Einsatzminuten!) für Bayer Leverkusen absolviert. Einen solchen Spieler zu holen birgt ein hohes Risiko, einen solchen Spieler holt man eben dann nicht, wenn man in der Offensive ohnehin dünn besetzt ist und auf dessen Dienste angewiesen wäre.
Da er am letzten Tag der Transferperiode vom VfB verpflichtet wurde, unterstelle ich mal, dass der Spieler weder gescoutet wurde, noch ein Probetraining absolviert hat und geschweige denn, dass man mit ihm an einem Tisch saß, um die Perspektiven und seine Fitness zu besprechen. Wenn man ihn, wie in der zweiten Halbzeit in Mainz, so anschaut und sieht, dass er nichts auf den Rippen hat und sich demzufolge körperlich nicht durchsetzen kann, möchte man ihm wünschen, dass er endlich richtig im Schwabenland ankommt und mehr Spätzle isst.
Im Sturm krankt es also gehörig, weil wegen des alten neuen Defensivstils, die Offensivkräfte zu spät nachrücken und ein Timo Werner damit allein auf weiter Flur ist. Filip Kostic war auch in Mainz nur ein Schatten seiner selbst ist. Er hat offensichtlich abgeschlossen mit dem VfB und wird den Verein möglicherweise im Winter schon verlassen.
Dem VfB wird wohl ohnehin nichts anderes übrig bleiben, als Qualität zu verkaufen und Transfererlöse zu generieren, um die größten Schwachstellen im Team anzugehen und zu verstärken. Die Schwaabs, Niedermeiers und Hlousek werden kein Geld bringen, sofern man überhaupt darüber nachdenkt, sie abzugeben.
Es bräuchte mindestens einen Abwehrchef und einen Stoßstürmer, aber auch ein überdurchschnittlicher Rechtsverteidiger und ein Sechser, der die Chefrolle im zentralen Mittelfeld übernehmen könnte, würden uns gut zu Gesicht stehen. Dutt steht mächtig unter Druck, da es sich mehr und mehr abzeichnet, dass wir mit dem vorhandenen Kader nicht konkurrenzfähig sind, zumindest dann nicht, wenn Leistungsträger langfristig ausfallen.
Die Wintereinkäufe müssen einschlagen, es müssen Spieler sein, die sofort weiterhelfen und nicht aus dem Lazarett eines anderen Vereins kommen. Stefan Kießling, der unter der Woche ins Gespräch gebracht wurde, wäre so einer, wobei man sich die Frage stellt, wenn man ihn am Samstag spielen gesehen hat, weshalb gerade er sich den VfB antun sollte. Er dürfte bessere Möglichkeiten haben, sowohl sportlich als auch finanziell. Wir müssen uns derzeit damit abfinden, dass der VfB für große Namen unattraktiv geworden ist, so wie der Verein inzwischen heruntergewirtschaftet wurde. Unattraktiv allein wäre gar nicht das große Problem, nur, unattraktiv und finanziell klamm zu sein, macht es schier unmöglich auch nur ansatzweise einen Kracher für den VfB zu begeistern.
Didavi, der ebenfalls mit dem Kopf nicht bei der Sache zu sein scheint, fehlte in Mainz angeschlagen, wohl auch, weil man ihn noch gegen Bremen zu einem Einsatz gedrängt habe, so jedenfalls die BILD-Zeitung. Für ihn tut mir diese neuerliche Katastrophensaison besonders Leid. Aus seinem Umfeld ist immer wieder zu vernehmen, dass er den Verein nicht um jeden Preis wechseln wolle, man aber auch noch nicht ernsthaft mit ihm bzgl. einer Vertragsverlängerung gesprochen habe. Das ganze Tohuwabohu aber und wohl auch der zwischenmenschliche Umgang untereinander vertreiben die guten Spieler, was uns bleibt sind dann noch die Schwaabs, Gentners & Co., die es sich hier so schön eingerichtet haben. Mittlerweile wäre eine Vertragsverlängerung Didavis eine große Überraschung, weil man ihm den Abgang auch nicht schwer macht. Von Vereinsseite nicht und auch von Seiten der Fans nicht, die ihn allzu schnell vorverurteilen und ihm fehlende Dankbarkeit unterstellen.
Für Didavi rückte Maxim ins Team, während Gentner, Serey Dié und Lukas Rupp im Mittelfeld die Räume eng machen sollten. Vor allem Serey Dié ist zurzeit nur noch eine billige Kopie dessen, was wir schon von ihm sahen. Eine Rolle mag spielen, dass er, unverzichtbar wie er eigentlich ist, oft schon angeschlagen aufs Feld geschickt wurde, ein anderer Grund ist für mich auch der Kapitän Christian Gentner, der ihn mit schlampigen Zuspielen ein ums andere Mal in die Bredouille bringt und Dinge tut, mit dem ein Mitspieler nicht unbedingt rechnen muss.
Serey Dié machte sein schwächstes Spiel im VfB-Dress und musste bereits zur Pause für Robbie Kruse weichen.
Zurück in die Zukunft lautet die Devise des VfB unter Jürgen Kramny. Nichts mehr ist übrig vom spektakulären Fußball, den Dutt und Zorniger vor der Saison propagierten. Es ist eine Rückkehr zum Stevens-Style, nicht schön, aber zwischendurch mit dem einen oder anderen Pünktchen auf der Habenseite. Die einen feiern den Punktgewinn, für mich ist er zu wenig. Mich erinnerte die Vorstellung und vor allem die letzte Viertelstunde, als man nur noch den Punkt sichern wollte, an den Auftritt im Februar in Köln. Damals wie heute mit einem Negativlauf ins Spiel gegangen und ein schweres Heimspiel vor der Brust, bei dem man nicht unbedingt Punkte einplant, fehlte der unbedingte Siegeswillen. Die erste Halbzeit wird von einigen Protagonisten, Fans und Medien gefeiert, mir war auch das zu wenig. Zwei ernsthafte Torschüsse, die noch aus der Distanz und ansonsten das Spiel, das man vom VfB kennt. Unzählige Stockfehler, die auf Konzentrationsmängel hindeuten, sind einer Profimannschaft nicht würdig. Es mag ja sein, dass man die Politik der kleinen Schritte wählt, und sich schon daran ergötzt auswärts ohne Gegentor geblieben zu sein. Da wir mit Schalke 04 letztmals 2013/2014 einen „Großen“ besiegen konnten und die Kluft zwischen oberer und unterer Tabellenhälfte immer größer wird, sind es dann eben Mannschaften wie Augsburg, Bremen und Mainz, die man schlagen muss, um da unten jemals noch herauszukommen. Zwei Lichtblicke im Team gab es in Mainz zu verzeichnen, Lukas Rupp und Przemysław Tytoń machten ihre Sache sehr ordentlich. Letzterer bewahrte und einmal vor einer Niederlage und stabilisiert sich mittlerweile auf akzeptablem Niveau.
Ich bin froh, wenn das Spiel gegen die Wölfe absolviert ist und endlich Klarheit darüber herrscht, welcher Trainer uns ins Jahr 2016 führen wird. Durch die Interimslösung mit Jürgen Kramny wurde die Chance auf eine schnelle Initialzündung vertan, das Team hat sich taktisch umgestellt und spielt das was sie über Jahre schon gespielt hat, nämlich behäbig, abwartend, langweilig und ist in erster Linie darauf ausgerichtet, das Spiel des Gegners zu zerstören. Destruktiv hätte man es früher genannt, heute heißt es eben erfolgsorientiert. Greift man diese These auf, dass das Team nichts anderes spielen kann, könnte man es tatsächlich mit Kramny so weiterlaufen lassen. Er wäre die billigste Lösung und man hätte noch einen frei, sollte dieser Schuss nach hinten los gehen. Bei der „Mannschaft“ scheint er ein gutes Standing zu haben und er ist einer, der den VfB lebt und sicher alles dafür tun wird, den VfB da unten herauszuführen. Aus der Mainzer Trainerschmiede kamen schließlich schon andere, anfangs unterschätzte!
Seine Art ist wohl auch fast die einzige, mit der man diese Weicheier zu Leistungsbereitschaft und zu einem Miteinander bewegen kann, durch eine freundliche und klare Ansprache und wenn man ja nicht zu viel von ihnen verlangt. Die Wahrscheinlichkeit eines großen Kaderumbruchs und dass Führungsspieler abrasiert werden ist im Winter derart gering, so dass jedem neuen Trainer zunächst nichts anderes übrig bleiben würde, die teaminterne Hierarchie so zu belassen wie sie ist und den Mannschaftsrat hinter sich zu bringen.
Da die „Mannschaft“ als untrainierbar gilt, könnte man es wirklich so belassen wie es derzeit ist, es sei denn, eine „große“ Lösung wäre realistisch und bspw. ein Lucien Favre wäre zu bewegen, das Engagement hier anzunehmen, was ich jedoch fast für ausgeschlossen halte.
Ich persönlich würde mir zwar eher einen Feldherrn wünschen, der den Jungs den Marsch bläst und mit eisernem Besen durch den Kader fegt, aber, ob unsere Mimöschen einem solchen Typen folgen oder sich nicht doch gleich von vornherein solchen Methoden verschließen würden, das ist die große Frage. Letztlich geht es um den VfB Stuttgart, möchte man meinen, und dass dem Wohl des Vereins alle persönlichen Eitelkeiten unterstellt werden sollten, dass bei diesem charakterlosen Sauhaufen aber eine profihafte Einstellung, bedingungsloser Einsatz und (sogar ihre eigene) Ehre Fremdwörter sind, ist hinlänglich bekannt.
Felix Magath ist noch immer auf dem Markt. Viele haben ihm nicht vergessen, wie schändlich er uns 2004 unter Androhung eines Babyjahres und trotz laufenden Vertrages in Richtung Nordösterreich verlassen hat, mir gefällt seine Art noch immer. Seine Methoden mögen antiquiert sein, topfit waren seine Mannschaften jedoch immer. Und, an der Fitness gilt es in der Winterpause zu arbeiten, es ist schließlich kein Zufall, dass wir regelmäßig schlechtere zweite als erste Halbzeiten spielen. Magath wüsste sicherlich, auf was er sich hier einlassen würde und dass ihm, was Zukäufe angeht, die Hände gebunden wären, wäre aber in Bezug dessen unrealistisch, dass er nach einer großen Machtfülle strebt und Robin Dutt überflüssig machen würde.
Seit gestern hat sich auf verschiedenen Portalen ein anderer Favorit herauskristallisiert. Thomas Schaaf solle nach dem Wolfsburg-Spiel einen Vertrag unterzeichnen. Für mich auf den ersten Blick keine Lösung, die begeistert. Er war Bremen, er ist Bremen und er ist in Frankfurt gescheitert, weil er es dort nicht geschafft hat, das Team defensiv zu stabilisieren. Man erinnere sich an unser 5:4 im Waldstadion. Wir brauchen aber genau einen scharfen Analytiker, der das Team im Defensivverhalten verbessert und die Balance zwischen den Mannschaftsteilen wiederherstellt.
Seine knorrige, eigenbrötlerische Art dürfte zum VfB genauso wenig passen wie zur Eintracht, auch weil er mit Dutt einen Trainer auf der Bank sitzen hat, der, um es vorsichtig auszudrücken, sich mehr einbringt, als es einem Schaaf recht sein dürfte.
Sollte dem so sein, und der Nachfolger Kramnys bereits in den Startlöchern stehen, während man Kramny eine ehrliche Chance vorgaukelt, wäre dies auch nicht die feine englische Art.
Aber, wir sind der VfB Stuttgart, ein ehrlicher Umgang mit der Öffentlichkeit und untereinander ist schon lange passé. Der VfB gibt in allen Bereichen ein derart schlechtes Bild ab, so dass gute Spieler und Trainer lieber einen Bogen um den Cannstatter Wasen machen, anstatt eine Rolle in diesem Kasperletheater zu übernehmen. Dutt lässt man vor sich wursteln, weil in Vorstand und Aufsichtsrat keine sportliche Fachkompetenz zu finden ist und die geplante Ausgliederung noch immer sämtliche Kräfte bündelt.
Ich habe mittlerweile resigniert, vom Aufbruch im Sommer ist nichts mehr zu spüren, einmal mehr geht es nur um Schadensbegrenzung. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese auch ein drittes Mal gelingt, sehe ich als gering an. Irgendwann sind wir fällig, sollte es im Mai 2016 so weit sein, ich bin schon mal drauf vorbereitet.

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