14. November 2010

Stuttgart verspielt den sicheren Sieg

Lange sah der VfB Stuttgart in Kaiserslautern wie der sichere Sieger aus. Doch eine 3:0-Führung sollte am Ende nicht ausreichen, um drei Punkte einzufahren. Nach 90. Minuten trennten sich beide Mannschaften mit 3:3 (0:2).

Der VfB Stuttgart startete schwungvoll in die Partie und erarbeitete sich bereits in den ersten beiden Spielminuten zwei Eckbälle sowie einen Freistoß, die sie allerdigs zu harmlos ausführten. Anschließend überließen die Stuttgarter den Gastgebern das Spiel und konzentrierten sich auf die Defensivarbeit. Umso überraschender fiel daher die Führung des VfB in der 19. Minute: Nach einem schönem Doppelpass zwischen Ciprian Marica und Arthur Boka überlupfte der Ivorer Kaiserslauterns Torhüter Tobias Sippel zum 1:0.

Nach der Führung zog der VfB wieder zurück, stellte geschickt die Räume zu und überließ den Gastgebern das Spiel. Der Aufsteiger aus Kaiserslautern, dem einige Abspielfehler im Aufbauspiel unterliefen, zeigte sich im Angriffsspiel zu harmlos. Bis Ex-VfB-Spieler Christian Tiffert mit vollem Tempo in Richtung Stuttgarter Tor marschierte und nach einem Duell mit Arthur Boka und Patrick Funk kurz vor der Strafraumgrenze zu Fall kam. Die roten Teufel aus der Pfalz forderten Foulelfmeter – doch der Pfiff von Schiedsrichter Babak Rafati blieb aus.

Die Aufregung in Reihen der Gastgeber nutzten die Stuttgarter aus: Den langen Befreiungsschlag von Kapitän Matthieu Delpierre verlängerte Marica auf Sturmpartner Cacau, der das Laufduell gegen Lauterns Martin Amedick gewann und auf 2:0 erhöhte (32.Minute).

Kurz vor der Pause kam der 1. FC Kaiserlautern dann doch noch zu einer guten Torchance. Srdan Lakic verfehlte das Tor von VfB-Schlussmann Sven Ulreich allerdings knapp.

Nach der dem Wiederanpfiff schien bereits die Entscheidung gefallen, als Christian Gentner per Foulelfmeter zum 3:0 traf (50.). Zuvor hatte FCK-Spieler Amedick Marica zu Fall gebracht. Mit der sicheren Führung im Rücken wurden die Stuttgarter allerdings zu unachtsam. Dies blieb nicht ohne Folgen. Nach einer Flanke von Christian Tiffert verkürzte der eingewechselte Ilian Macinski völlig freistehend auf 1:3 (58.). Die Lauterer drängten auf einen weiteren Treffer. Zunächst zu harmlos – und auf der Gegenseite verpasste Marica dagegen den vierten Stuttgarter Treffer nur um wenige Zentimeter (68.).

Doch nun drehten die Lauterer auf. Erst traf der ebenfalls eingewechselte Ivo Ilicevic (76.), dann erzielte Mathias Abel (78.) in einer dramatischen Schlussphase sogar den Ausgleich. Beide Treffer bereite wiederum Ex-VfB Spieler Tiffert vor. Der VfB Stuttgart hat somit einen sicher geglaubten Sieg hergeschenkt.

Entscheidende Szene:

Kaiserslauterns Trainer Marco Kurz wechselte mit Micanski und Ilicevic in der 52. Minute die Spieler ein, die die Wende des Spiels einleiteten.

Bester Spieler:

Ciprian Marica hat bereits beim 6:0-Sieg gegen Werder Bremen drei Tore vorbereitet. Auch gegen Kaiserlautern war der Rumäne an allen drei Toren beteiligt. Auch Christian Träsch und Christian Gentner überzeugten bis zum 3:0.

Kommentar:

Der VfB Stuttgart präsentierte sich lange Zeit äußerst diszipliniert. In der Defensive standen die Stuttgarter sicher, und im Angriffsspiel nutzten sie ihre Chancen konsequent aus. Warum die Mannschaft es dann nicht schafft, eine 3:0-Führung über die Zeit zu bringen, ist unfassbar.

1. FC Kaierslautern:

Sippel – Petsos , Amedick , Abel , Bugera – Schulz (52. Micanski), Tiffert – Kirch, Moravek (52. Ilicevic), Rivic (87. Jessen) – Lakic.

VfB Stuttgart:

Ulreich – Funk (46. Boulahrouz, 64. Degen)), Niedermeier, Delpierre, Molinaro – Träsch, Gentner – Gebhart, Boka – Cacau – Marica (90. Pogrebnjak).

Schiedrichter:

Babak Rafati (Hannover)

Zuschauer:

46.000

Tore:

0:1 Boka (19.Minute), 0:2 Cacau (32.), 3:0 Gentner(50., Foulelfmeter), 1:3 Micanski (58.), 2:3 Ilicevic (76.), 3:3 Abel (78.)

(STZ online 14.11.10)

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9. November 2010

VfB Stuttgart besiegt Werder Bremen mit 6:0

Der VfB gibt Gas und hat wieder Spaß

Natürlich hat sich Jens Keller das so erhofft, und natürlich hat der Trainer des VfB Stuttgart daran geglaubt, dass der Fußball-Bundesligist ein starkes Spiel abliefert. Doch das Werder Bremen es seiner Mannschaft so einfach machen würde, hat sich Keller wohl kaum vorstellen können. Am Ende stand jedoch ein begeisterndes 6:0 (3:0) – und vor allem die neu gewonnene Überzeugung, die Wende zum Guten nun endgültig erzwingen und erspielen zu können. Der Begriff Nachhaltigkeit machte im Stuttgarter Lager nach dem Erfolg jedenfalls die Runde. Doch in dieser Situation steckte der VfB nach Europacuppartien schon öfter: das Selbstvertrauen aus den internationalen Vorstellungen sollte sich auch national auswirken. Doch meist war der positive Effekt nach einem Spiel schon wieder vorbei. Nun hat der VfB jedoch nicht nur ein brauchbares Ergebnis nachgeschoben, sondern richtig aufgetrumpt.

Trotz einer Reihe von personellen Veränderungen im Vergleich zum erfolgreichen Europa-League-Spiel beim FC Getafe nahm der VfB den kompletten Schwung aus Spanien mit in die Partie in der Mercedes-Benz-Arena. Auf fünf Positionen veränderte Keller seine Anfangself. Teils verletzungsbedingt wie im Fall von Serdar Tasci, teils aus Kalkül wie im Fall von Zdravko Kuzmanovic, der zunächst auf der Bank saß. Für den Serben rückte Christian Gentner in die Mannschaft – und der bildete gemeinsam mit Christian Träsch das zentrale Mittelfeld der Gastgeber. Eine Variante, die der VfB bisher noch nicht ausprobiert hatte, die aber funktionierte. Gentner übernahm den eher defensiven Part und Träsch trieb das Spiel nach vorne an. Der Schlüssel zum Sieg war jedoch Kellers Plan, die Bremer Defensive schon früh unter Druck zu setzen.

Immer wieder störten gleich mehrere Stuttgarter den Spielaufbau der Gäste, immer wieder schaltete das VfB-Team nach der Balleroberung rasend schnell um, und immer wieder stießen sie in die Lücke in der Bremer Abwehr. So überzeugten die Gastgeber auf der einen Seite durch ihr Engagement und ihre Aggressivität, aber ebenso durch ihre Spielfreude. Als Paradebeispiel stand dafür Timo Gebhart. Der 21-jährige Mittelfeldmann war im ersten Abschnitt an der Enstehung aller drei Tore beteiligt. Einmal schloss Ciprian Marica erfolgreich ab (10.), zweimal Cacau (31./45.). Eine weitere Riesenchance von Christian Gentner vereitelte der Werder-Torhüter Tim Wiese mit einem Reflex (28.). Aber vielleicht wäre die Begegnung auch ganz anders gelaufen, wenn Torsten Frings beim Ausführen eines Elfmeters nicht einen Anglug von Schwäche erlitten hätte. Der Bremer Routinier schoss so erbärmlich, dass der VfB-Schlussmann Sven Ulreich den Ball sogar sicher fangen konnte (24.). Zuvor hatte Ulreich im Strafraum Aaron Hunt auflaufen lassen, so dass der Schiedsrichter Kinhöfer auf Strafstoß entschied. Nach der Pause erklärte der VfB den Ballbesitz vorübergehend zum verzichtbaren Luxus und überließ dem Team von Trainer Thomas Schaaf die Initiative.

Doch Werder wusste damit nichts anzufangen, und der VfB holte nur kurz Luft, um dann wieder seinem Tagesmotto nachzukommen: wir geben Gas und haben wieder Spaß. Selbst ein verschossener Foulelfmeter von Cacau (61.) wirkte sich nicht negativ aus. Die Stuttgarter bevorzugten es, ihre Treffer herauszuspielen. Und wie. Christian Gentner erhöhte auf 4:0 (68.), ehe Georg Niedermeier (73.) und Arthur Boka (86.) den Kantersieg perfekt machten. Nur ein VfB-Profi wollte sich dann nicht uneingeschränkt freuen. Cacau haderte nach seiner Auswechslung gegen Martin Harnik. Der Nationalstürmer schimpfte schon auf dem Platz, als er das Täfelchen mit der Rückennummer 18 sah – und konnte sich auch auf der Bank erst einmal nicht beruhigen.

Stuttgart

Ulreich – Funk, Niedermeier, Delpierre, Molinaro – Träsch, Gentner – Gebhart (81. Camoranesi), Boka – Cacau (66. Harnik) – Marica (78. Kuzmanovic).

Bremen

Wiese – Wesley, Mertesacker, Prödl, Silvestre – Frings (63. Arnautovic) – Marin, Jensen – Hunt (49. Balogun) – Pizarro, Wagner (73. Hugo Almeida).

Schiedsrichter

Kinhöfer (Herne).

Zuschauer

39.500.

Tore

1:0 Marica (10.), 2:0 Cacau (31.), 3:0 Cacau (45.), 4:0 Gentner (68.), 5:0 Niedermeier (73.), 6:0 Boka (86.).

Besondere Vorkommnisse

Ulreich (VfB Stuttgart) hält Foulelfmeter von Frings (23.), Cacau (VfB Stuttgart) scheitert mit Foulelfmeter an Wiese (61.).
(STZ online 7.11.10)

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30. Oktober 2010

3:1 Pokal-Krimi: Super-Joker Martin Harnik erlöst VfB

Category: Spielberichte — Tags: , , , , , , – Franky @ 05:03

Harnik, Harnik, Harnik! In der 76. Minute wechselte ihn VfB-Trainer Jens Keller ein. In der 79. Minute traf Harnik zum ersten Mal, glich den Rückstand durch Benjamin Förster (73.) aus. In der 106. Minute nahm Harnik ein Zuspiel von Cristian Molinaro auf, zog nach innen und hielt drauf. Und in der 119. Minute verwertete Harnik ein Zuspiel von Pawel Pogrebnjak zum 3:1. Der VfB steht im Achtelfinale, ist um rund 600000 Euro Prämie reicher und hat weiter die Chance, sich durch den Pokalsieg fürs internationale Geschäft zu qualifizieren. “Wenn ich reinkomme, will ich etwas bewegen. Das gelingt mir zurzeit ganz gut”, sagte Harnik.

Das besänftigte dann auch Jens Keller. “Wir können mit unserem Auftreten nicht zufrieden sein”, monierte der Trainer, “aber Harnik war heute wieder Gold wert. Nicht viele können von außen so viel bewegen wie er.” Auch Serdar Tasci war erleichtert: “Zum Glück kam Martin rein und hat das Spiel noch gedreht.” Das war auch bitter nötig. Denn die Chemnitzer quälten die Roten bis aufs Blut – weil die es zuließen. Drei Spiele in Folge hatte der VfB zuletzt nicht verloren, doch mehr Sicherheit verlieh ihnen das nicht. Sie stolperten und stümperten über weite Strecken vor sich hin. Das lag auch daran, dass Chemnitz bei gegnerischem Ballbesitz ein Bollwerk bildete, gegen das der VfB kaum ein Mittel fand. Ohne Ideen rannten die Roten an und ließen sich durch das giftige Auftreten des Außenseiters den Schneid abkaufen. Die Folge: viele Fehlpässe, wenig Struktur, kaum Druck nach vorn.

Dennoch kam Ciprian Marica gleich zu drei Torchancen (4., 19., 20.), die Torhüter Philipp Pentke allesamt zunichtemachte. Das war’s dann aber auch auf beiden Seiten – bis zur 42. Minute, als Timo Gebhart eine Flanke von Zdravko Kuzmanovic ins Tor köpfte. Das 1:0? Von wegen: Marica hatte zuvor sein Gegenüber Rene Trehkopf im Strafraum weggestoßen – Schiedsrichter Günter Perl pfiff die Aktion zu Recht ab. Um ein Haar wäre der erste Treffer auf der Gegenseite gefallen, doch Benjamin Förster bekam den Ball freistehend nicht unter Kontrolle und verlor ihn an Tasci. Der Nationalspieler trug die Kapitänsbinde, weil Spielführer Matthieu Delpierre und sein Vertreter Cacau verletzt fehlten. Bisher war die Binde dann an Georg Niedermeier gegangen, doch Trainer Keller entschied sich für Tasci – eine deutliche Aufwertung des Innenverteidigers, der zur Halbzeit seinen Nebenmann Niedermeier mit Verdacht auf Bänderriss verlor. Für ihn kam Ermin Bicakcic vom VfB II zu seinem ersten Profi-Einsatz. Nach dem Wechsel trat der VfB etwas energischer auf.

Marica scheiterte beim Freistoß erneut an Pentke (48.). Dann kam Chemnitz zu seiner ersten Torchance: Chris Löwe flankte auf Förster, VfB-Keeper Sven Ulreich faustete den Ball zur Ecke, die nichts einbrachte (59.). Es war Ulreichs erste Großtat, aber nicht seine letzte: Einmal lenkte er den Ball mit den Fingerspitzen übers Tor (74.), dann wehrte er einen Schuss von Raphael Schaschko ab (87.), wenig später pflückte er den Ball vor Ronny Garbuschewski aus der Luft (90.). Für den VfB vergab Marica die dickste Chance, als er nach Foul von Schaschko an Gebhart den Foulelfmeter an den Außenpfosten setzte (72.)! Nach 95 Minuten war Pogrebnjak durch, Chemnitz’ Kapitän Andreas Richter zog die Notbremse und sah Rot. Gegen zehn Mann tat sich der VfB nicht unbedingt leichter. Aber zum Glück hatte er ja noch Harnik.

(STN 27.10.10)

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2:0 gegen St. Pauli: VfB rumpelt aus dem Tabellenkeller

Category: Spielberichte — Tags: , , , , , , – Franky @ 04:59

Die Freude musste raus – und so konnte Zdravko Kuzmanovic nicht anders, als sich verbotenerweise das Trikot vom Leib zu reißen. Die Gelbe Karte sah der Mittelfeldspieler, doch das war ihm egal. Denn entscheidend war, dass Kuzmanovic in dieser 79. Spielminute das zweite Tor geschossen und so berechtigte Zweifel am Sieg des VfB beseitigt hatte.

Mit 2:0 (1:0) besiegten die Stuttgarter am Sonntagabend den FC St. Pauli und feierten damit vor 40.000 Zuschauern im neunten Bundesligaspiel den zweiten Sieg. Vom letzten Tabellenplatz ist der VfB dadurch auf Rang 14 geklettert und bleibt unter dem neuen Coach Jens Keller ungeschlagen. Der Trainerwechsel hat also vorerst die erhoffte Wirkung erzielt. Allerdings zeigte sich auch gegen den Aufsteiger, dass dem VfB weiterhin sehr viel Arbeit bevorsteht.

In allen Mannschaftsteilen hatte Keller sein Team im Vergleich zum 1:0-Sieg unter der Woche gegen Getafe verändert. In der Innenverteidigung kehrte Serdar Tasci für Khalid Boulahrouz zurück, der wegen einer Muskelverletzung kurzfristig nicht einmal auf der Bank saß. Timo Gebhart ersetzte im Mittelfeld Mauro Camoranesi – ein klares Signal an den Italiener, der bislang weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Und im Sturm erhielt diesmal Pawel Pogrebnjak den Vorzug – sehr zum Verdruss von Ciprian Marica, der am Donnerstag gegen Getafe den Siegtreffer erzielt hatte.

Vom neuen Selbstvertrauen seiner Spieler, von dem Jens Keller zuletzt gesprochen hatte, war dann aber herzlich wenig zu sehen. Im Gegenteil: der Aufsteiger aus St. Pauli war es, der in der Anfangsphase das deutlich bessere Spiel zeigte. Unerschrocken suchten die Hamburger den Weg nach vorne, während dem VfB die Verunsicherung und Nervosität deutlich anzumerken war. Und so fragte man sich, ob es von der Stuttgarter Seite eine gute Idee gewesen war, diese Partie mit derart großer Bedeutung aufzuladen.

Vom “wichtigsten Spiel meiner Karriere” hatte gar Christian Gentner gesprochen – und man mag sich lieber nicht vorstellen, wie es aussieht, sollte der VfB in der Schlussphase der Saison immer noch im Abstiegskampf stecken. Der große Druck jedenfalls lähmte sichtbar (nicht nur) Gentners Beine, bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechslung kurz vor der Pause gelang dem Mittelfeldspieler fast nichts. Sehr schmeichelhaft war es, dass der VfB zu diesem Zeitpunkt mit 1:0 in Führung lag. Im Anschluss an einen Eckball von Gebhart hatte der Verteidiger Georg Niedermeier mit einem Kopfball ins Tor getroffen (19.) – es war die erste gefährliche Szene vor dem Pauli-Tor. Sicherheit gab allerdings auch die Führung nicht.

Vor dem eigenen Tor brannte es derweil mehrmals lichterloh. Erst kratzte der glänzend aufgelegte Sven Ulreich einen verdeckten Schuss von Matthias Lehmann von der Torlinie (23.). Und als auch der VfB-Torhüter chancenlos gewesen wäre, verhinderte die Unterlatte bei einem 25-Meter-Schuss von Carlos Zambrano den Ausgleich (31.). Zumindest das Glück, das zuletzt gefehlt hatte, stand dem VfB diesmal also zur Seite, und das nicht nur im ersten Abschnitt.

Auch nach der Pause zeigte sich zunächst, warum der VfB vor dem Spiel Letzter und St. Pauli Sechster war. Die Hamburger kamen auch weiter gefährlich vors VfB-Tor. Wieder fehlten nur Zentimeter zum Ausgleich, als Tasci einen Heber von Max Kruse per Fallrückzieher von der Torlinie zurück ins Feld bugsierte (55.). Immerhin hielt der VfB mit großem Einsatz dagegen – und kam nach schöner Vorarbeit des eingewechselten Marica zum erlösenden 2:0. Schon am Mittwoch (20.30 Uhr) geht es für den VfB in der zweiten Pokalrunde in Chemnitz weiter. Übermut ist Fehl am Platz – in Runde eins kegelte der Regionalligist den FC St. Pauli aus dem Wettbewerb.

Stuttgart:

Ulreich – Celozzi, Tasci, Niedermeier, Boka (85.Molinaro) – Träsch, Kuzmanovic – Gebhart, Gentner (38. Harnik) – Cacau – Pogrebnjak (71. Marica).

St. Pauli:

Kessler – Lechner, Zambrano, Thorandt, Oczipka – Boll (63. Bruns), Lehmann – Kruse (58. Naki), Asamoah (83. Takyi), Bartels – Ebbers.

Schiedsrichter:
Welz (Wiesbaden).
Tore:

1:0 Niedermeier (19.), 2:0 Kuzmanovic (79.).

(STZ 24.10.10)

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20. September 2010

Fußballfeuerwerk in Stuttgart

Der VfB Stuttgart hat sich in weniger als zwei Tagen aus der Krise geschossen: Nur 41 Stunden nach dem Europa- League-Erfolg gegen Bern (3:0) feierten die Schwaben am Samstag beim eindrucksvollen 7:0 (2:0) gegen Borussia Mönchengladbach auch ihren ersten Saisonsieg in der Fußball-Bundesliga. Pawel Pogrebnjak schoss für den wie aufgedreht und mit völlig neuem Selbstvertrauen spielenden VfB gleich drei Tore (2., 54. und 60. Minute). Die weiteren Treffer erzielten Georg Niedermeier (21.), Zdravko Kuzmanovic (64.), Matthieu Delpierre (72.) und Ciprian Marica (80.). Für die erschreckend schwachen Gladbacher war es nach dem 0:4 gegen Eintracht Frankfurt das zweite Debakel in Serie. Spiele gegen Stuttgart sind zudem so etwas wie eine aussichtslose Angelegenheit für sie: In den vergangenen 15 Jahren gewannen sie nur eines davon. Der VfB siegte zum fünften Mal in seiner Bundesliga-Historie mit 7:0, zuletzt war ihm das am 23. Februar 1991 gegen Dortmund gelungen.
Dazu feierte Kapitän Delpierre nach viermonatiger Verletzungspause (Knie-Operation) sein von Christian Gross “sehnlich erwartetes” Comeback. Seine Wunschformation im Abwehrzentrum konnte der VfB- Trainer aber schon wieder nicht aufbieten, da Serdar Tasci kurzfristig mit Adduktoren-Problemen ausfiel. Ansonsten änderte Gross im Vergleich zum Bern-Spiel nichts. Der Faktor Stabilität war ihm bei seiner Aufstellung wichtiger, als mögliche frische Kräfte einzubauen. Dieser Plan ging von Anfang an auf. Stuttgart spielte mit enorm viel Schwung und einer positiven Körpersprache – das Spiel gegen Bern hatte nicht etwa Kräfte gekostet, sondern neue freigesetzt. Schon in der zweiten Minute traf Pogrebnjak per Abstauber zum 1:0. Gerade, als das hohe Anfangstempo etwas abzunehmen drohte, erhöhte Niedermeier per Kopf nach einem Eckball von Mauro Camoranesi auf 2:0. Vor 39 500 Zuschauern spielten die Gastgeber zum ersten Mal in dieser Saison genau den druckvollen Fußball, den ihr Trainer immer predigt.

Die starken Außenverteidiger Arthur Boka und Christian Träsch trieben das Spiel nach vorn, wo der agile Camoranesi und der junge Daniel Didavi die spielerischen Akzente setzen und Cacau sowie Pogrebnjak permanent in Bewegung waren. Der Russe hätte die VfB- Führung schon in der 25. und 35. Minute ausbauen können. Die völlig indisponierten Gladbacher liefen in dieser Partie nur hinterher. Daran änderte nicht einmal etwas, dass Thorben Marx nach überstandener Oberschenkelzerrung wieder dabei war, Trainer Michael Frontzeck seine Spieler zur Pause schon nach wenigen Minuten aufs Feld zurückschickte und die Stuttgarter sich für die zweite Halbzeit eigentlich vorgenommen hatten, Kräfte zu schonen. Doch dann machte der VfB einfach da weiter, wo er vorher aufgehört hatte. Pogrebnjak, Kuzmanovic, Delpierre und der eingewechselte Marica trafen, wie sie wollten, während die Borussia nicht eine nennenswerte Torchance besaß. “Der VfB ist wieder da”, sangen die versöhnten Stuttgarter Fans dazu.
(STZ 18.9.2010)

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