22. April 2017

Mit Glück, Maxim und Mega-Terodde!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , , , – Franky @ 08:55

Der VfB Stuttgart schloss den 29. Spieltag mit einem Auswärtssieg bei Arminia Bielefeld ab und holte sich die Tabellenführung von Hannover 96 zurück.

Es war ein hartes Stück Arbeit, das den VfB auf der Alm erwartete. Die Bielefelder taten uns nicht den Gefallen an Jürgen Kramny als Trainer festzuhalten und holten seit seiner Entlassung beachtliche zehn Punkte aus vier Spielen. Der VfB indes kam nach zuvor fünf sieglosen Partien im Derby gegen den KSC zum ersten Dreier seit Ende Februar und meldete sich somit bereit für den Saison-Endspurt.

Erst zum zweiten Mal während seiner Amtszeit vertraute Hannes Wolf der Elf der Vorwoche. Der VfB begann forsch und deutete schon in der Anfangsphase an, dass man sich in Bielefeld etwas vorgenommen hatte. Vor allem über den wiedererstarkten Maxim, der nach Manés schwerer Verletzung noch DER Trumpf im Aufstiegsrennen werden könnte, liefen viele Angriffe in Richtung des Bielefelder Kastens, während sich die Ostwestfalen zunächst kaum befreien konnten.

In der zehnten Minute kam Simon Terodde wohl leicht außerhalb des Strafraums nach einem Laufduell zu Fall, die Pfeife des Hannoveraner (!) Schiedsrichters Harm Osmers blieb jedoch stumm. Pfeift er diese Aktion konsequent zu unseren Gunsten, kann man auch über eine rote Karte wegen Notbremse diskutieren. Mit der Theatralik eines Arjen Robben, der in Madrid für einen ähnlichen Kontakt den Elfmeter erhielt, wäre wohl auch hier mehr drin gewesen.

Gleich mit der ersten Torchance nach einem schönen Spielzug gingen dann die Arminen in Führung. Ausgerechnet Christoph Hemlein, der beim VfB den Durchbruch nicht schaffte, köpfte eine schöne Flanke unhaltbar für Langerak zur Führung der Arminen ein. Man merkte ihm förmlich an, wie gut ihm der Treffer gegen seinen alten Verein tat. Dennoch bot auch dieser Treffer Anlass zur Diskussion über fehlende Intensität im Abwehrverhalten. Man ließ die Bielefelder nach Belieben kombinieren, während Insúa bei Hemlein gerade mal ein Alibi-Hopserle machte und der Wucht des Bielefelders nichts entgegen setzen konnte. Nach der Führung war der VfB um eine schnelle Antwort bemüht, kam jedoch kaum zu nennenswerten Abschlüssen, weil der letzte Pass nicht ankam oder die Ballbehandlung zu schludrig vorgetragen wurde, was zu vielen unnötigen Ballverlusten führte.

Bielefeld hat seit dem Wechsel auf der Bank zum Luxemburger Jeff Saibene durchaus auch in Sachen Spielkultur etwas zu bieten und wurde mit der Führung im Rücken mutiger. Vom VfB kam in weiten Phasen der ersten Halbzeit wenig, ein insgesamt enttäuschender und auch ernüchternder Auftritt, war man doch angesichts dem fünf Spiel währenden Negativlauf und den Ergebnissen der Konkurrenz zum Nachlegen verdammt. Auf der Gegengerade, Reihe 1, wo es uns dieses Mal hinverschlagen hatte, ließ ich mich schon in Anbetracht der Atmosphäre auf der Alm zur Bemerkung hinreißen, dass überall, wohin wir reisen, beste Stimmung herrscht, was ja nicht unbedingt für den VfB spricht.

Der VfB hatte zwar über weite Strecken des Spiels ein Plus an Ballbesitz, wusste mit diesem jedoch wenig anzufangen. Dies änderte sich schlagartig in der 51. Minute, als der Bielefelder Keeper Davari außerhalb des Strafraums Alexandru Maxim den Ball vor die Füße spielte, dieser sich nicht zweimal bitten ließ und die Kugel aus 40 Metern per Bogenlampe in den Kasten drosch. Auch in Zeiten, als Maxim nicht spielte, ich die Entscheidung des Trainers aber akzeptierte und nachvollziehen konnte, betonte ich immer wieder, dass es manchmal eben doch gut tut, einen wie Maxim auf dem Rasen zu wissen. Dieses Tor, das behaupte ich mal, hätte kein anderer im Kader gemacht. Nicht nur in dieser Situation hat Maxim geglänzt, er war während des gesamten Spiels Dreh- und Angelpunkt und unheimlich engagiert und motiviert. Einer seiner besten Auftritte im VfB-Dress, an den ich mich erinnern kann.

Nur drei Minuten später dribbelte sich der Dreifach-Torschütze aus dem Hinspiel, Simon Terodde, durch die gegnerische Abwehr und lupfte den Ball im Stile eines Klassestürmers über Davari hinweg zur VfB-Führung. Danach ging es rauf und runter. Dem VfB gelang es nicht, Ruhe ins Spiel zu bekommen, während die Bielefelder vor Selbstvertrauen nur so strotzten und eine Viertelstunde vor Schluss durch Yabo zum Ausgleich kamen. Wieder war es Hemlein, der volley aus kurzer Distanz abzog, Langerak konnte nur noch vor die Füße von Yabo abklatschen und sah bei diesem Treffer nicht ganz so glücklich aus. Den Letzten beißen nun mal die Hunde, die entscheidenden Fehler passierten vorher, weil zu halbherzig agiert wurde und man keinen Zugriff auf die Gegenspieler bekam. Nun drängten beide Teams auf die Führung. Vor allem Terodde boten sich nach der Hereinnahme von Ginczek mehr Räume, doch, er scheiterte drei Mal in aussichtsreicher Position.

Ginzek kam nach dem Bielefelder Ausgleich für Anto Grgic, der erst zur Halbzeit für Özcan eingewechselt wurde. Die Höchststrafe für einen Spieler, ein- und kurze Zeit später wieder ausgewechselt zu werden, was Grgic auch überhaupt nicht schmeckte, wie sich an seiner Körpersprache und wie er sofort in die Kabine trottete, ablesen ließ.

Hannes Wolf begründete diese Maßnahme später mit den geänderten Vorzeichen und damit, dass es sonst Gentner getroffen hätte, der jedoch „noch gut im Spiel“ gewesen sei. Meinen Segen hätte Wolf bei der Herausnahme von Gentner gehabt. Es ist sowieso schwer nachzuvollziehen, weshalb Gentner nun die 10 geben darf, wo sich mit Özcan und Ofori eine Doppelsechs gefunden zu haben scheint, während der eigentliche 10er Maxim auf den Flügel ausweichen muss. Für mich hat das Ganze schon einen Touch von Wachablösung und deutet darauf hin, dass man Gentner in dieser Saison noch mitschleppt und kein Fass aufmachen möchte, im Sommer die Karten aber neu gemischt werden.

Nach Chancen hüben wie drüben spielte Daniel Ginczek zu einem Zeitpunkt, an dem man sich bereits mit einer Punkteteilung abgefunden hatte, Simon Terodde frei, der abermals mit feiner Technik Davari überwand und zum vielumjubelten 2:3 einschoss. Am Ende war es wieder einmal die individuelle Klasse und die starke Reservebank, die das Spiel zu Gunsten des VfB entschied.

Im Aufstiegsrennen indes ist man genau so schlau wie zuvor. Den Ersten VfB trennen gerade einmal drei Punkte vom Vierten Eintracht Braunschweig, so dass weiterhin jeder Ausrutscher schwerwiegende Konsequenzen haben kann.

Für den VfB bedeutet das, dass er keinen Deut nachlassen darf und sich in der Defensivarbeit tunlichst steigern sollte. Zu instabil wirkten die Auftritt zuletzt. Fünf Mal nicht gewonnen, dann ein glanzloser Sieg gegen das mit Abstand schwächste Team der Liga und jetzt auf der Alm letztlich mit Dusel und durch starke Einzelleistungen gewonnen. Ein Ruhekissen sieht anders aus.

Mit dem 1. FC Union Berlin kommt am Montag ein ganz anderes Kaliber ins Neckarstadion. Den Unionern geht zwar auswärts etwas die Wucht ab, mit der sie ihre Heimspiele bestreiten und doch stellt sich da ein ganz gefährlicher Gegner vor. Der lange verkannte Jens Keller scheint hier sein ideales Arbeitsumfeld vorgefunden zu haben und hat es geschafft, ein ausgeglichenes Kollektiv zu formen, das das Zeug zum Aufstieg hat. Mit den fantastischen Fans im Rücken könnte es das große Plus der Unioner sein, dass sie weitestgehend befreit aufspielen können, weil der Aufstieg kein Muss ist und viele es sogar lieber sähen, bliebe der 1. FC Union in der 2. Liga. Union ist der etwas andere Verein im Profifußball und versucht sich seine Traditionen, seine Fan-Nähe und seine Unabhängigkeit von Investoren zu erhalten. Gerade da haben viele Unioner Bedenken, dass sich der Verein im Falle des Aufstiegs öffnen müsse und das Ursprüngliche verloren gehen könnte.

Für den VfB könnte die Aufgabe leichter werden als gegen die Abstiegskandidaten. Es ist kaum zu erwarten, dass die Unioner, wie so viele Kontrahenten zuletzt, den Mannschaftsbus vor dem eigenen Tor parken werden. Als Tabellendritter und mit auch am Montag wieder überragender Unterstützung ihrer Fans werden sie versuchen mitzuspielen, ohne jedoch dem VfB ins offene Messer laufen zu wollen. Man darf gespannt sein, wie beide Teams mit dem Druck, der nun doch immer größer wird, umgehen werden und wer die besseren Nerven hat.

Wie wenn der Aufstiegskampf nicht genug Nerven kosten würde, wird dieser fast noch überstrahlt von der anstehenden Abstimmung über eine mögliche Ausgliederung der Fußballabteilung des VfB Stuttgart 1893 e. V. in eine Aktiengesellschaft.

Nach Jahren der Misswirtschaft beim VfB tue ich mich schwer damit, der „neuen“ Vereinsführung alles vorbehaltlos zu glauben, was uns so erzählt wird. Natürlich hört es sich charmant an, wenn Jan Schindelmeiser unmittelbar nach einer „erfolgreichen“ Abstimmung mit einem 40-Millionen-Euro-Scheck auf Shopping-Tour gehen darf. Diese Aussicht auf schnelles Geld darf uns jedoch nicht die Sinne vernebeln und dazu verleiten, ohne akribische Prüfung wichtige Werte und Mitspracherechte zu verkaufen. 40 Millionen Euro hört sich auf den ersten Blick zwar nach sehr viel an, ist im heutigen Fußballgeschäft aber auch nicht die Welt. Mit einem professionellen Scouting und den richtigen Leuten am richtigen Ort lassen sich solche Beträge durchaus auch aus eigener Kraft erwirtschaften, man stelle sich zum Beispiel nur einmal vor, wir besäßen heute noch die Transferrechte an einem Joshua Kimmich. Auch ein Leihgeschäft mit Kaufoption wie bei Carlos Mané, sollten wir die Zügel des Handelns komplett in useren Händen haben, könnte bei weiterhin positiver sportlicher Entwicklung des Spielers 25-30 Millionen Euro in die Kassen spülen, wenn man ihn für 15 Millionen Euro fest an den VfB bindet und nach ein, zwei Jahren auf die Insel verkauft und dabei unterstellt, dass er dann nicht weniger “wert” sein würde, als ein Leroy Sané, der letzten Sommer für eine Rekordsumme von 40-45 Millionen Euro zu Manchester City wechselte.

Was keiner bei der Debatte erwähnt, ist zudem, dass der neue TV-Vertrag, der ab der nächsten Saison in Kraft tritt, den Vereinen noch sehr viel mehr Geld als bisher in die Kassen spülen wird und sich die kolportierten 40 Millionen Euro somit weiter relativieren könnten.

Der VfB preschte mit dieser Mitgliederversammlung mehr oder weniger aus dem Nichts, mitten in einer sportlichen Krise und in einer Phase, in der im Grunde alles dem Ziel direkter Wiederaufstieg unterzuordnen wäre, vor und terminierte diese zudem mindestens diskussionswürdig auf einen Werktag um 18.30 Uhr. Damit werden sowohl viele, viele auswärtige Mitglieder bei dieser so zukunftsweisenden Entscheidung ausgegrenzt, als auch jene Mitglieder, deren persönliches Arbeitsumfeld es Ihnen nicht ermöglicht, zu dieser Zeit auf der Matte zu stehen.

Klar hat Präsident Dietrich immer wieder betont, dieses Thema habe den Verein (zu) lange gelähmt und müsse zeitnah zur Abstimmung kommen und dann ein für allemal (zumindest was seine Amtszeit betrifft) von der Agenda verschwinden. Und doch ist diese Entscheidung zu tiefgreifend, um sie einfach so mal hopplahopp, womöglich aufstiegstrunken und ohne Zeit und Gelegenheit sich ausreichend über die Für und Wider zu informieren, durchzupeitschen.

Der VfB wird dem entgegnen, dass Präsident Dietrich und andere Gesichter und Verantwortungsträger des Vereins in den kommenden Wochen von Veranstaltung zu Veranstaltung tingeln und für die Ausgliederung werben und dass dies Information genug sei.

Auch ich werde auf die eine oder andere dieser Veranstaltungen gehen und versuchen, mich noch tiefgreifender zu informieren, doch fehlt mir hier ein bisschen die “Gegenseite” oder zumindest das Aufzeigen des VfB von Alternativen zur Ausgliederung.

Bislang heißt es mehr oder weniger nur, entweder Ausgliederung oder wir wurschteln halt weiter wie bisher, was ja nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann. Warum steht der Daimler über allem, welche Unternehmen stehen eventuell noch zur Debatte? Gab es womöglich welche, die mehr als der Daimler bezahlt hätten? Wieso in eine AG ausgliedern, was spräche gegen andere Gesellschaftsformen?
Der VfB hat im Vorfeld der MV eigens die Seite http://www.ja-zum-erfolg.info/news/ an den Start gebracht, deren URL schon ein gewisses “Friss oder stirb” beinhaltet.

Zudem werden Dichtung und Wahrheit, Fake-News und Fakten aus VfB-Sicht beleuchtet und den Skeptikern, zumindest lese ich das so zwischen den Zeilen, suggeriert, wer dagegen ist, ist blöd oder sage nein zum Erfolg!

In welchem Zusammenhang steht denn mehr Geld mit Erfolg? Es verbessert zwar die Erfolgswahrscheinlichkeit, eine Garantie ist es aber nicht. So wie man das Daimler-Geld vergolden kann, kann man es genauso gut in den Sand setzen und dann hätte der VfB sich für Nichts und wieder Nichts und ein für allemal verkauft.

Davor habe ich Angst! Ich sehe zwar die Richtung, die der VfB seit dem Abstieg eingeschlagen hat, als positiv an. Meiner Meinung nach macht Jan Schindelmeiser einen ausgezeichneten Job. Er hat mit Hannes Wolf einen wahnsinnig interessanten und hoffnungsvollen Trainer geholt und, sollte der Aufstieg gelingen, bislang auch wirklich alles richtig gemacht.

Selbst von Präsident Dietrich, bei dem ich anfangs mehr als skeptisch war, bin ich angetan. Nach dem eher unsichtbaren Bernd Wahler wirkt Dietrich auf mich wie ein “Hans Dampf in allen Gassen”. Er ist omnipräsent, hält und knüpft Kontakte, holt alte VfB-Ikonen ins Boot oder baut durch sie (Hitzfeld, Klinsmann) auch “nur” sein Netzwerk aus. Das Fan-Sein merkt man ihm an, er gibt sich volksnah, hat stets ein offenes Ohr für jeden.

Und doch ist längst nicht alles eitel Sonneschein. Der Aufsichtsrat schwebt noch immer über allem, Dietrich ist der Kandidat des Aufsichtsrats und soll nun gefälligst die Ausgliederung durchdrücken. Dieser versucht die gute Stimmung, die im Falle des Aufstiegs herrschen wird, für diesen einschneidenden Beschluss zu nutzen.

Mir fehlt aufgrund der letzten Jahre und deshalb, weil eben dieser Aufsichtsrat, der den Verein sehenden Auges in den Abstieg schlittern ließ, noch immer die Zügel in der Hand hält, weiterhin das Vertrauen. Eine Saison in der zweiten Liga, in der wir mit dem besten und teuersten Kader der Liga erwartungsgemäß oben mitspielen, macht noch keinen Sommer.

Daher versuche ich mich auch anderweitig zu informieren und für mich herauszufinden, ob eine Ausgliederung wirklich so alternativlos ist und ob das denn alles stimmt, was uns der VfB gerade erzählt. Als Gegenpol zur Ausgliederungsseite vom VfB gibt es die Seite https://dervfbblog.wordpress.com/, in der unter anderem die angebliche Dichtung und Wahrheit zerpflückt und verdeutlicht wird, dass Bedenken durchaus berechtigt und angebracht sind. Es wird durchleuchtet, dass die versprochenen Einlagen vom Daimler zunächst einmal keinerlei Auswirkungen auf dessen Bilanz haben und deren Höhe für seine Aktionäre daher erst einmal völlig irrelevant ist.

Weshalb der Unternehmenswert vom VfB binnen eines Jahres so in die Höhe geschnellt sein soll, ist mir etwas schleierhaft und erscheint in diesem Zusammenhang in einem trüben Licht. Ist es denn gesagt, dass in absehbarer Zeit auch andere Unternehmen zu diesen Konditionen auf diesen Zug aufspringen, oder wird hier “nur” gönnerhaft vom Daimler eine Zahl in den Raum geworfen, um die Mitglieder zu ködern?

Bei mir überwiegt weiterhin die Skepsis und ich hätte es lieber gehabt, die Entscheidung darüber hätte man hintenan geschoben und dann zur Abstimmung gebracht, wenn verloren gegangenes Vertrauen zurückgewonnen wurde. Das wäre dann der Fall, wenn der VfB durch richtige Personalentscheidungen auch in der Bundesliga nachhaltig konkurrenzfähig wäre, nicht aber zum jetzigen Zeitpunkt, wo der Aufstieg selbst für den Krösus der Liga fünf Spieltage vor Schluss am seidenen Faden hängt.

Spannende Wochen stehen uns bis zur Abstimmung bevor. Eine Abstimmung, die die Fanszene bereits jetzt spaltet, was Gift im Aufstiegskampf ist. Auf der einen Seite die Traditionalisten, die die Werte des VfB unter keinen Umständen verkaufen wollen und wohl unter keinen Umständen je für eine Ausgliederung stimmen werden und eben jene, die jedem vorwerfen, der dagegen oder zumindest skeptisch ist, ewiges Herumdümpeln zu bevorzugen und “nein zum Erfolg zu sagen”.

Ich sehe mich dazwischen angesiedelt. Erfolg ist für mich nicht alles, die zunehmende Kommerzialisierung unschön, das Ursprüngliche des Fußballs ist längst verloren gegangen. Dieses Rad lässt sich zwar nicht zurückdrehen, aber vielleicht verlangsamen, zumal eine Ausgliederung, siehe zum Beispiel den Hamburger SV, keinerlei Garantien birgt.

Im Gegenteil, die Mitgliederversammlungen sind zu traurigen Veranstaltungen verkommen (381 Mitglieder bei der letzten HSV-MV am 8.1.17), von Meisterschaftsfeiern auf dem Rathausmarkt und der Championsleague ist man auch drei Jahre nach Entscheidung meilenweit entfernt. Weshalb soll man sich dann auch noch überhaupt die MV antun, wenn man gerade noch über die Belange der Faustball- und Hockey-Abteilung befinden darf, bzgl. der Fußballabteilung aber so gut wie kein Mitspracherecht mehr besitzt? Weshalb dann überhaupt noch Mitglied sein?

Das Tempo, mit der die Ausgliederung duchgeboxt werden soll, erscheint mir wie eine Verzweiflungstat, den Abstand nach oben möglichst schnell mit Hilfe eines Investors verringern zu wollen. Die letzte Patrone sozusagen, geht das schief, versanden auch diese Millionen im Nirvana, dann gute Nacht, VfB.

Es nervt mich wirklich extrem, mir zu dieser Unzeit diese Gedanken machen zu müssen, wo am Montag ein ganz richtungsweisendes Spiel ansteht. Die beiden bisherigen Montagsspiele gegen Mit-Aufstiegsaspiranten konnte der VfB nämlich nicht gewinnen, danach geht es zu einem in dieser Saison recht unberechenbaren 1. FC Nürnberg, der seit dem Pokalfinale 2007 als unser Angstgegner gilt. Schwere Aufgaben also, die es zu meistern gilt und auf deren Bewältigung der gesamte Fokus gelegt werden sollte. Lässt der VfB da nach oder es geht im im Endspurt die Luft aus, könnte sich das Thema Ausgliederung ohnehin fürs erste selbst erledigt haben.

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14. April 2017

Bereit für den Endspurt?

Seit längerer Zeit, genauer gesagt seit der Schmach von Fürth, melde ich mich auch mal wieder auf meinem Blog zu Wort. Nicht, weil es über den VfB nichts zu schreiben gäbe, sondern schlicht und einfach darin begründet, dass einem als Allesfahrer entweder die Zeit und nach Sonntags- und Montagsspielen unter der Woche manchmal auch der Kopf zum Schreiben fehlt.

Wenn man dann außerdem noch auf die Idee kommt, unsere Amateure in Elversberg oder gegen Lautern II im Schlienz-Stadion zu unterstützen und samstags einen Ausflug in die Ortenau zu unternehmen, um das Oberligaspiel zwischen dem SSV Reutlingen beim Offenburger FV anzuschauen, kann sich jedermann leicht ausmalen, dass irgendetwas auf der Strecke bleibt.

Was ist passiert seither? Nach der Länderspielpause gelang die Rehabilitation für das Hinspiel-Debakel gegen Dynamo Dresden nur bedingt, auch wenn man als moralischer Sieger aus dieser Partie hervorging. Im Anschluss an das Fürth-Spiel äußerte ich die Hoffnung, dass nach der Pause (endlich) die Stunde von Ebenezer Ofori schlagen könnte oder auch müsste.

Dies bewahrheitete sich, er feierte ein ordentliches Debüt, auch wenn die Abstimmung mit seinen Mitspielern in der einen oder anderen Szene noch fehlte. Dass er eine gute Ballbehandlung hat und ein weiterer Stabilisator im VfB-Spiel werden könnte, deutete er aber schon an.

Als die Gewinner der Länderspielpause, in der der VfB zwei Testspiele bestritt, galten vermeintlich Tobias Werner und Alexandru Maxim. Wie sich dann aber, als der Spielbetrieb wieder aufgenommen wurden, herausstellte, waren sie in den Tests doch mehr Lückenbüßer für die bei ihren Nationalmannschaften verweilenden VfB-Spieler, denn Hoffnungsträger für die restlichen Zweitligaspiele.

In Degerloch trafen während der Pause Timo Baumgartl und Carlos Mané mit ihren U21-Nationalmannschaften aufeinander. Auf diesen Kick verzichtete ich kurzfristig dann doch, weil es einerseits um nichts ging und andererseits solche Tests meist in Wechselarien ausarten, wo jeglicher Spielfluss auf der Strecke bleibt. Carlos Mané spielte dabei im Team mit der reiferen Spielanlage und gewann 1:0, während Timo Baumgartl nur in der zweiten Halbzeit ran durfte, sehr nervös wirkte und den einen oder anderen groben Schnitzer in sein Repertoire einbaute.

Vor dem Dresden-Spiel gab es dann die mit Spannung erwartete Jubiläums-Choreographie vom Commando Cannstatt 1997. Herzlichen Glückwunsch auch an dieser Stelle für 20 Jahre Emotionen, Hingabe, Einsatz und Support für unseren VfB Stuttgart.

Im ausverkauften Neckarstadion und im Beisein von etwa 8.000 Dresdnern erwischte der VfB eine rabenschwarze erste halbe Stunde. Mit einem lupenreinen Hattrick brachte die Nürnberger Leihgabe Stefan Kutschke die eigentlich Gelb-Schwarzen, die dieses Mal in weinroten Jerseys angetreten waren, schnell mit 0:3 in Führung.

Das Abwehrverhalten bei allen Toren, bis hin zum von Mitch Langerak verschuldeten Foulelfmeter trieb einem Sorgenfalten auf die Stirn und machte auch ein Stück weit wütend. Dass der Schiedsrichter den Lauf der Dynamos begünstigte, geschenkt, würden sich die Fehlentscheidungen zu Ungunsten des VfB nicht von Spiel zu Spiel fortsetzen. Vor dem 0:2 hätte es Elfmeter für den VfB geben müssen, zu allem Überfluss erhielt Simon Terodde für eine vermeintliche Schwalbe seine vierte gelbe Karte, obwohl er sich keineswegs fallen ließ und so mancher Schiedsrichter auf Elfmeter für den VfB entschieden hätte.

Weshalb der VfB nicht wenigstens gegen die gelbe Karte Protest eingelegt hat, erschloss sich mir nicht. Terodde gilt derzeit als die Lebensversicherung des VfB, so dass eine Sperre, die aus seiner nächsten gelben Karte resultieren würde, schmerzhaft wäre und mit schlimmstenfalls den Aufstieg kosten könnte. Bemerkenswert war in dieser Phase, in der dem VfB überhaupt nichts gelang, wie sehr das Publikum hinter dem Team stand und dass es zu so gut wie keinen Unmutsbekundungen kam. Im Gegenteil, die Mannschaft, der man das Bemühen nicht absprechen konnte, wurde vehement und lautstark nach vorne getrieben.

Eben jener Simon Terodde war es dann auch, der ein erstes (zählbares) Lebenszeichen vom VfB aussendete. Nach einem klasse Zuspiel von Carlos Mané vollendete er in Mittelstürmerposition und -manier zum Halbzeitstand von 1:3. Emiliano Insúa erhöhte eine Viertelstunde vor Schluss mit seinem allerersten Tor für den VfB sehenswert zum 2:3, ehe Terodde in der 94. Minute vom Elfmeterpunkt aus schließlich für den viel umjubelten Ausgleich sorgte.

Dass Mané schon eine ganze Weile nicht mehr rund lief sah man da bereits, dennoch hinderte es ihn nicht daran, diesen so wichtigen Elfmeter herauszuholen. Ausgerechnet der Ex-VfBler Philip Heise bot Mané (aus alter Verbundenheit?) sein Bein an, worüber dieser dankend fiel.

Wie Simon Terodde nach 94 kraftraubenden Minuten die Nerven behielt und Keeper Schwäbe keine Chance ließ war bemerkenswert und ist nicht hoch genug zu bewerten. Das ist das Holz, aus dem Führungsspieler geschnitzt sind, dafür braucht es keine Binde.

So stand am Ende eines stimmungsvollen und bemerkenswerten Spiels das 3:3 und bedröppelte Dresdner, die sich lange wie die sicheren Sieger fühlten.

Wenn Blicke töten könnten, wäre ich wohl nicht mehr auf dieser Welt. Als ein paar Dresdner unseren Haupttribünen-Block verließen, sagte ich in einer Lautstärke, die sie mitbekamen, „endlich sind die da drüben mal ruhig“, was sie ja durchaus auch als Kompliment hätten auffassen können.

Selten habe ich einen lauteren Gästeblock im Neckarstadion erlebt. Da zudem alles friedlich blieb, die Polizei zufrieden war und selbst die Dresdner Fanbetreuung sich lobend über das Sicherheitskonzept der Stuttgarter geäußert hat, könnte man von einem rundum gelungenen Fußballnachmittag sprechen.

Wäre da nicht die schwere Knieverletzung von Carlos Mané gewesen: Der Portugiese wird rund fünf Monate ausfallen und möglicherweise überhaupt kein Spiel mehr für den VfB bestreiten, sollte ihn sein Stammverein Sporting Lissabon bereits im kommenden Sommer zurückfordern.

Am Ende stand ein Punktgewinn, mit dem man aufgrund des Ergebnis-Verlaufes zufrieden sein musste. Ich schreibe bewusst nicht „Spielverlauf“, denn, bei einem Chancenverhältnis von 8:3 (lt. kicker.de) und allein vier Aluminiumtreffern wäre auch deutlich mehr drin gewesen.

Nur drei Tage nach dem emotionalen Spiel gegen Dynamo Dresden musste der VfB zum wiedererstarkten TSV 1860 München reisen, während der Gegner von der DFL zwei Tage länger Zeit zur Regeneration und für die Vorbereitung genehmigt bekam.

Nach nun schon vier Spielen in Serie ohne dreifachen Punktgewinn zählte in der Arroganz-Arena zur ungewohnten Anstoßzeit mittwochs um 17.30 Uhr eigentlich nur der Sieg. Trotz dieser arbeitnehmerunfreundlichen Ansetzung fanden sich knapp 15.000 VfB-Fans im Schlauchboot, wo man bislang fast nur Niederlagen zu sehen bekam, ein.

Da man in diesem auf der grünen Wiese von Fröttmaning gebauten Stadion gut rund herum laufen und durch die eine oder andere Luke auch gut fotografieren kann, nahm ich zum allerersten Mal in dieser Saison einen Stehplatz im Gästebereich. Während man bei Gastspielen bei den Münchner Bayern im Oberrang eingepfercht wird und lediglich Paulaner light ausgeschenkt wird, konnten wir bei den 60ern erstmals ein Spiel in diesem Schlauchboot vom Unterrang aus und bei Vollbier verfolgen.

Mit dem dringend benötigten Sieg wurde es zwar wieder nichts und doch durfte sich der VfB auch nach diesem Spiel als moralischer Sieger fühlen, weil Marcin Kamiński in der Nachspielzeit den Ausgleich erzielte.

Vom Spiel selbst war ich maßlos enttäuscht, so dass es dieses Mal fast schon ein Nachteil war, so nah dran zu sein. Nach gütiger Mitarbeit unserer Defensivabteilung erzielte der 60er-Neuzugang Lacazette die Führung, auf der sich die Löwen 70 Minuten lang ausruhten. Dabei stellte sich der VfB beim Gegentor einfach nur dämlich an, weil keiner, nachdem Lacazette die Kugel schon verstolpert hatte, sich zuständig fühlte, den Ball aus der Gefahrenzone zu dreschen. Dennoch musste man wieder, trotz des Bettelns um dieses Gegentor, konstatieren, dass das Tor aus einer Abseitsposition heraus erzielt wurde, der VfB also einmal mehr benachteiligt wurde.

Der VfB hatte zwar Ballbesitz fast schon „bayern-like“, fand jedoch keine Mittel, die beiden Fünferketten der 60er ernsthaft in Gefahr zu bringen. Sämtliche Offensivspieler, namentlich Julian Green, Takuma Asano und Christian Gentner waren Totalausfälle, so dass Überraschungsmomente Mangelware waren und Simon Terodde völlig in der Luft hing. In einem Spiel so gut wie ohne Torchancen wären Standardsituationen ein probates Mittel gewesen, doch, wenn diesen stets das Timing fehlt und kein Anderer die Verantwortung übernimmt und den glücklosen Anto Grgić erlöst, beraubt man sich auch dieser Möglichkeit. So hieß es bei einem Gegner, der zuvor immerhin zwei Siege in Folge einfuhr, sich mit diesem Pünktchen zufrieden zu geben und auf den Befreiungsschlag weiter zu warten.

Während und nach dem Spiel bei den Münchner Löwen hörte ich erstmals in der Zeit seines Wirkens lautere Stimmen gegen unseren Trainer Hannes Wolf. Hauptkritikpunkt war die neuerliche Nichtberücksichtigung von Alexandru Maxim und dass Wolf Spieler auf falschen Positionen einsetze und zu viel experimentiere.

Mein Vertrauen in Hannes Wolf ist hingegen grenzenlos, so dass ich notfalls auch nach einem verpassten Aufstieg an Schindelmeisers Stelle an ihm festhalten würde. Ich sehe derzeit vieles nicht ganz so negativ wie viele andere. Wir sind noch immer mitten im Umbruch und im Aufbau einer Mannschaft, die durchaus Hoffnungen für die Zukunft weckt. Punktuell verstärkt kann diese Mannschaft meiner Meinung nach im Falle des Aufstiegs eine gute Rolle in der Bundesliga spielen und wird spielerisch häufiger und leichter glänzen als zur Zeit in der 2. Liga. In der Bundesliga wären wir einer von vielen, zu Beginn gar Außenseiter, so dass sich kaum ein Team gegen uns derart hinten reinstellen wird wie jeder Gegner in dieser 2. Liga. Dieses Stahlbad muss eine junge Truppe erst einmal überstehen und wird, im Fall des Aufstiegs, ganz sicher gestärkt daraus hervorgehen.

Darüber hinaus hat Jan Schindelmeiser in der kurzen Zeit seines Wirkens ein Händchen dafür bewiesen, erschwingliche Jungs, die die Qualität spürbar anheben, mit kreativen Vertragsgestaltungen an den Neckar zu lotsen.

Ein paar Bekannte, mit denen ich mich nach dem Spiel bei den Löwen unterhalten habe, waren tatsächlich der Auffassung, dass, sollten wir aus den Aufstiegsrängen herausrutschen, ein neuer Akzent in Form eines Trainerwechsels gesetzt werden müsse. Auf meine Gegenfrage, wer es denn jetzt noch besser machen würde, hörte ich nur, wenn überhaupt, egal, „mit dieser Mannschaft MUSS man einfach aufsteigen“.

Ich sehe das konträr. Die Voraussetzungen sind zwar gegeben, Übermannschaften sind unsere Konkurrenten nicht und doch hat es Hannes Wolf mit vorwiegend jungen Menschen, die Formschwankungen unterliegen, zu tun.

Wenn sich dann noch während kleinerer Krisen die vermeintlichen Führungsspieler wegducken, weil sie schon genug mit sich selbst zu tun haben, wenn jeder Gegner nur aufs zerstören aus ist, wenn die Schiedsrichter die harte Gangart einiger Teams und taktische Fouls (zu jedem Zeitpunkt, auch in der 1. Minute und nicht nur weit in der 2. Halbzeit) nicht regelkonform ahnden, ergibt das eine Mixtur, die jedes Spiel extrem intensiv und schwierig werden lässt.

Hannes Wolf wird in den gut 200 Tagen, wo er nun beim VfB ist, mehr gelernt haben, als insgesamt während seiner doch schon einige Jahre andauernden Trainerkarriere. Die Öffentlichkeit und auch die Fans hinterfragen jeden Furz und Feuerstein, während Wolf die Dinge moderieren und Fragen auch offen lassen muss. Zum Thema Großkreutz hätten Schindelmeiser und er sicherlich mehr zu sagen gehabt, um die Entscheidung des Vereins plausibel und für alle nachvollziehbar zu erklären, die lange währende Nichtberücksichtigung von Alexandru Maxim wird ebenso seine Gründe haben, die man der Öffentlichkeit vorenthält, um den Spieler zu schützen und ihn nicht vollends zu demontieren.

Wolf ist für mich nach wie vor eine große Trainerhoffnung im deutschen Fußball und für den VfB erst recht, daher vertraue ich ihm voll und ganz, dass er alles dafür tun wird, das Beste für unseren VfB herauszuholen. Persönlich habe ich keine Lust mehr auf ständige Trainerwechsel und auf eines der bekannten Gesichter des Trainerkarussells, das zwar kurzfristig einen Effekt versprechen würde, der jedoch schnell wieder verpufft wäre und wir diesen für Jahre an der Backe hätten. Dass uns das Reagieren nach den „Gesetzen des Fußballs“ dort hin gebracht hat, wo wir momentan stehen, sollte wohl jedem klar sein.

Nach dem nunmehr fünften sieglosen Spiel in Folge stand der VfB beim Derby gegen unsere „Freunde“ aus Ostfrankreich gehörig unter Druck. Deren Anhänger hatten das Spiel bereits im Vorfeld als Krieg deklariert und meinten das durchaus ernst, wenn man sich ihr martialisches Auftreten während der gesamten 90 Minuten (und auch noch nach dem Schlusspfiff) vor Augen führt.

Außerhalb des Stadions funktionierte die Fantrennung perfekt, wie schon beim Hinspiel im Wildpark sorgte die schwer bewaffnete Ordnungsmacht für bestmögliche Sicherheit bei der An- und Abreise der knapp 60.000 Schlachtenbummler.

So sehr ein echtes Derby das Salz in der Suppe in einem bisweilen zum Einheitsbrei mutierenden Liga-Alltag darstellt, möchte ich Vorkommnisse wie 2009 auswärts im Wildpark erlebt, als sich bürgerkriegsähnliche Szenen beim Verlassen des Stadions abspielten, nicht mehr haben.

Es hat ja jeder Verein so seine Chaoten, kaum einer aber in der Vielzahl wie die Gelbfüßler. Sorgten sie beim letzten Abstieg in die 3. Liga gegen Jahn Regensburg schon für einen Eklat, als sie Spieler und die eigene Geschäftsstelle angriffen, stand das Spiel am Sonntag nach dem Abschießen von Feuerwerksraketen aufs Spielfeld kurz vor dem Abbruch.

Ich bin ja bekennender Verfechter von kontrolliertem Abbrennen von Pyrotechnik, jedoch nur dann, wenn das Material im Block bleibt und keine Böller, die schwerste Knalltraumata für Umstehende verursachen können, gezündet werden.

Was der schwarze (vermummte) Block der Karlsruher abzog, war gemeingefährlich und asozial. Da der letzte Abstieg des KSC seinen Anhang nicht zur Besinnung brachte, keine Selbstreinigung in der Fanszene stattfand und der Verein seine Pappenheimer offensichtlich nicht in den Griff bekommt, hätte ich nichts dagegen einzuwenden, würde dieser Verein zunächst einmal völlig von der Bildfläche verschwinden.

Seine „Fans“ arbeiten mit Hochdruck daran, indem sie ihrem ohnehin schon finanziell klammen Herzensclub Bärendienst um Bärendienst erweisen und möglicherweise, da vorbestraft, dem KSC nun ein Geisterspiel beschert haben. Der Verein muss sich diese zusätzlichen Kosten sprichwörtlich am Kader absparen, während der anstehende Stadionneubau sein Übriges tun könnte, dem KSC die Luft zum Atmen zu nehmen. Viel Spaß in und mit der 3. Liga kann man da nur wünschen!

Umso erfreulicher war es dann, dass der VfB den Bock endlich umstoßen und mit zwei Asano-Toren den zweiten Derbysieg der Saison einfahren konnte, während der KSC bereits acht Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz hat und für die 3. Liga planen kann.

Unseren Ultras verlangte es alles ab, dass zwischen dem Jubiläums-Heimspiel und dem Derby im Neckarstadion nur sieben Tage lagen. Auch vor dem Derby zauberten unsere Hardcore-Fans eine gigantische Choreo in die Cannstatter Kurve, dieses Mal, wen wundert’s, mit Bezug auf die Feindschaft zum Gegenüber. „Den Fächer fürs Gesindel – das Zepter für uns“ lautete das Motto und war perfekter Auftakt für den Saisonhöhepunkt, den das Derby für viele Fans darstellt.

„Wir steigen auf, wir steigen auf, wir steigen auf und ihr steigt ab“ hallte es durchs weite Rund. Schadenfreude ist doch irgendwie die schönste Freude, auch wenn dieser Sieg natürlich in erster Linie für uns selbst wichtig war.

Damit hat der VfB die Tabellenführung zurückerobert und doch ist noch nichts gewonnen. Es geht verdammt eng zu oben, weil sich (noch) keiner eine länger währende Krise nimmt und auf der anderen Seite auch kein Team oben steht, das souverän von Sieg zu Sieg eilt. Daher steigt der Druck unaufhörlich an, weil bei noch sechs ausstehenden Spielen Ausrutscher kaum mehr wettzumachen sind. Inwieweit die junge Mannschaft diesem standhält und daran wächst, wird sich erweisen.

Das Spiel gegen den KSC hatte der VfB ohne zu glänzen weitestgehend unter Kontrolle und man ließ nur wenige Torchancen des Gegners zu. Das spricht jedoch weniger für die Stärke vom VfB als für die Schwäche des seit diesem Spieltag abgeschlagenen Schlusslichts. Einzig, als wegen der von den Karlsruher Chaoten verursachten Verzögerungen drei Minuten Nachspielzeit in der ersten Halbzeit anstanden, hatte man den Eindruck, auf 48 Minuten sei der VfB nicht eingestellt gewesen. Was sich in diesen Minuten vor der Pause abspielte, war paradox. Das gesamte Team wirkte auf einmal, als habe es Blei in den Beinen, stand zu weit vom Gegner weg und ließ diesen gewähren. Nur der Karlsruher Ungefährlichkeit geschuldet, hat sich dieses kollektive Abschalten nicht gerächt.

Erfreulich im Spiel war, dass der VfB defensiv gefestigter wirkte als zuletzt und die Absicherung der letzten Zone des Spielfelds gut funktioniert hat. Es war gefühlt immer einer da, der den letzten Pass abgelaufen hat, so dass man bei frühsommerlichen Temperaturen einen beruhigten Nachmittag verleben konnte.

Lichtblicke beim VfB waren Benjamin Pavard, der immer stärker aufspielende Insúa, bis zu seiner Auswechslung Ofori sowie Alexandru Maxim, dem man die Freude anmerkte, wieder mitwirken zu dürfen. Nach dem Ausfall von Carlos Mané ist Maxim schon so etwas wie DER Hoffnungsträger in Sachen Kreativität. Ihm fehlte zwar in vielen Situationen die Genauigkeit, was jedoch seiner fehlenden Spielpraxis geschuldet gewesen sein dürfte. Man merkte ihm an, dass seine Füße oft nicht das taten, was der Kopf vor hatte. Die Standards schlug er gefährlicher vors Tor wie zuletzt Anto Grgić, zudem ist er ein Spieler, der immer für ein Überraschungsmoment gut ist, so dass er gerade nach Manés Ausfall noch sehr wertvoll für den VfB werden könnte.

So war er an der Entstehung von beiden Toren beteiligt und hat damit einen großen Anteil am Sieg. Was Maxim angeht, freue ich mich, wenn ich ihn so spielen sehe wie am Sonntag, respektiere es aber auch, wenn er nicht aufgestellt wird. Kein Spieler ist größer als der Verein, dass sich Maxim bei etlichen Trainern nicht durchsetzen konnte, wird schon seine Gründe haben.

Ich bin gespannt, ob Maxim jetzt in Selbstzufriedenheit verfällt und sich in Sicherheit wiegt, nach einem ordentlichen Spiel schon wieder Stammspieler zu sein, oder ob er bereit ist, sich noch einmal sechs Wochen lang zu schinden und sich jeden Einsatz aufs Neue zu verdienen.

Am Ostermontag heißt der nächste Gegner unseres VfB dann Arminia Bielefeld. Seit der Entlassung von Jürgen Kramny fuhren die Ostwestfalen drei Siege und ein Remis ein und sind auf dem besten Wege, dem Abstieg von der Schippe zu springen. Schon an dieser Statistik lässt sich ablesen, dass auch dort der Weg kein leichter sein wird. Weshalb man uns für dieses nicht unbedingt Spitzenspiel ein weiteres Montagsspiel aufs Auge gedrückt hat, verstehe wer will, ich nehm’s sarkastisch und pragmatisch und erfreue mich daran, dass es wegen des Feiertags „nur“ einen Tag Urlaub kostet.

Im Vergleich zum letzten Auswärtsspiel bei den Münchner Löwen sollte der VfB von Beginn an im Defensivverbund konzentriert zu Werke gehen und leichte Fehler, die zum Rückstand führen können, tunlichst unterlassen. Wenn schon nach vorne die Durchschlagskraft fehlt und alles auf ein 0:0-Spiel hinausläuft, sollte man sich die Dinger hinten nicht noch selbst einschenken.

Es ist zu hoffen, dass mit dem Sieg gegen den KSC das Selbstvertrauen zurückkehrte und das Gebilde wieder stabiler wird. Zuletzt schien es so, dass sich gleich mehrere Spieler auf einmal ihre Krise nehmen. Dieser Sieg und das insgesamt wieder bessere Arbeiten im Kollektiv sollte Mut für die anstehenden Aufgaben machen.

Der Deutsche Sportclub Arminia Bielefeld hat für dieses Spiel bereits 20.000 Tickets abgesetzt und rechnet mit 2.000 Schwaben. Am Ende werden es sicherlich wieder etliche mehr Brustringträger sein, die sich den Dienstag frei genommen haben, um unsere Jungs zum Auswärtssieg zu schreien.

Am Tag davor nehmen sich bereits Hannover 96 und Eintracht Braunschweig, deren Lastminute-Siege mittlerweile unheimlich werden, gegenseitig die Punkte ab, so dass der VfB der große Gewinner des nächsten Spieltags werden könnte.

Wie wenn wir derzeit durch die Schiedsrichterentscheidungen zuletzt nicht schon benachteiligt und gestraft genug wären, bewies die DFL mit der Schiedsrichteransetzung fürs Bielefeld-Spiel ihr nicht vorhandenes Fingerspitzengefühl. Harm Osmers aus Hannover ist der Leiter dieses wichtigen Spiels, aus der Stadt eines unserer größten Aufstiegskonkurrenten also!

Ob die Familie Osmers nachtragend ist und Harm Osmers die Chance beim Schopfe packt, seinem Vater Hans-Joachim Osmers späte Rache zukommen zu lassen, wird sich dabei zusätzlich zeigen. 1993 war es, im Neckarstadion bei einem Pokalspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern, an das ich mich noch gut erinnern kann. Axel Kruse, wie man ihn kannte, ein wenig übermotiviert, rannte Osmers über den Haufen. O-Ton Kruse dazu: „Ich rannte auf ihn zu, fing an zu schimpfen und packte ihn am Arm. Er versuchte sich loszureißen, stolperte aber dabei, drehte sich zweimal um die eigene Achse und fiel hin wie der Osterhase. Heute würde ich sagen: Schiri-Schwalbe“. Satte zehn Wochen Sperre hatte ihm das eingebracht, ich fand ihn trotzdem extrem cool beim VfB zu jener Zeit.

Ein paar Worte auch noch zur außerordentlichen Mitgliederversammlung am 1. Juni, zu der der VfB Anfang April geladen hat. Für mich kommt es auch zur Unzeit, mit dieser so richtungsweisenden Entscheidung mitten im Aufstiegsrennen vorzupreschen und damit unweigerlich einen Nebenkriegsschauplatz aufgemacht zu haben.

Dass die MV zudem Donnerstag Abends, 18.30 Uhr, stattfinden soll und damit vielen auswärtigen und auch berufstätigen „einheimischen“ Mitgliedern die Teilnahme verwehrt bleibt, ist ein Schlag ins Gesicht eben jener Mitglieder der VfB-Familie. Wenn dann Präsident Dietrich bei #vfbimdialog noch süffisant erklärt, für diesen wichtigen Tag für den VfB Stuttgart müssten die Mitglieder eben „mal“ einen Tag Urlaub opfern, ist das ein Affront gegen eben jene Auswärtigen, für die schon jedes Heim- ein gefühltes Auswärtsspiel ist und die wegen der vom Verein uns eingebrockten Zweitligasaison bereits genug Urlaub für Freitags- und Montagsspiele opfern mussten. Daher halte ich fest, dass die Terminwahl an sich äußerst unglücklich ist, von möglicher Ablenkung im Aufstiegsrennen ganz zu schweigen.

Und doch bleibt einem interessierten und engagierten Mitglied nichts anderes übrig, als sich pragmatisch mit dieser Tatsache zu arrangieren. Präsident Dietrich hat schon mehrmals anklingen lassen, wie sehr dieses Thema den Verein über Jahre in seinem Handeln eingeschränkt, wenn nicht gelähmt hat, und dass er diese Entscheidung genau einmal während seiner Regentschaft zur Abstimmung bringen und jedes Votum, so oder so, akzeptieren werde.

Das heißt, es bleibt dem verantwortungsvollen Mitglied nichts anderes übrig, als sich ernsthaft mit dem Für und Wider einer Ausgliederung zu beschäftigen und seine Stimme im Sinne und zum Wohl der Zukunft des Vereins abzugeben. Allein schon wegen der unpässlichen Terminierung dieser Abstimmung auf „bockig“ zu schalten und von vornherein auf „dagegen“ zu stellen, wäre eventuell kontraproduktiv.

Ich persönlich werde mir bis dahin sämtliche #vfbimdialog-Sendungen ansehen und auch die eine oder andere Veranstaltung mit Dietrich besuchen, um mir meine Meinung zu bilden. Derzeit bin ich ergebnisoffen, was das angeht, würde aber sicherlich nur „dafür“ stimmen, wenn handfeste Zahlen, Daten, Fakten auf dem Tisch liegen und nicht lediglich irgendwelche optimistischen Schätzungen. Der Verein hat also noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten, um die Dreiviertelmehrheit zu erlangen.

Weiter beschäftigte mich unter der Woche, wie wohl jeden Fußballfan, der Terroranschlag auf den Dortmunder Mannschaftsbus am Dienstag kurz vor dem ursprünglich angesetzten Championsleague-Spiel gegen den AS Monaco. Wenn selbst an Orten, die rund 1.000 Sicherheitskräfte absichern, Terroranschläge möglich sind und durchgeführt werden, verdeutlicht das, dass es eine hundertprozentige Sicherheit nicht gibt.

Dass die zum Teil schwer traumatisierten Spieler bereits gut 24 Stunden später aufgrund des Diktats der UEFA erneut im Mannschaftsbus Platz nehmen und ein so wichtiges Spiel bestreiten mussten, ist nicht nachvollziehbar. An der Stelle wird deutlich, dass Menschlichkeit im Fußball keinen Platz mehr hat und einzig der schnöde Mammon zählt.

Durch die Geister, die die Fußballverbände riefen, indem sie stets neue „Wettbewerbe“ ins Leben rufen oder altbewährte reformieren bzw. aufblähen, ist natürlich wenig Zeit für Ausweichtermine vorhanden. Und dennoch hätte hier der Verband ein Zeichen der Menschlichkeit setzen MÜSSEN und Trainern und Spielern die Entscheidung darüber, ob sie sich befähigt sehen, tags darauf wieder Fußball zu spielen, überlassen sollen, ganz gleich welche Konsequenzen dies für den ach so vollen Rahmenterminkalender gehabt hätte.

Am Tag des Anschlags hatte man aufgrund der Berichterstattung noch eher den Eindruck, ein übergroßer Böller habe im Bus eingeschlagen, während am darauffolgenden Tag herauskam, welch großes Glück die Dortmunder hatten, dass nicht mehr passiert ist. Jeder stinknormale Bus, mit dem wir alle zwei Wochen zu Auswärtsspielen unterwegs sind, wäre wohl in seine Einzelteile zerfallen, während das Panzerglas im Dortmunder Mannschaftsbus noch Schlimmeres abgewehrt hatte.

Mit diesem Wissen im Kopf, dass es sich um einen gezielten Anschlag auf das Leben der ganzen Mannschaft handelte und welch großes Glück im Unglück der BVB hatte, schickte man das Team also wieder auf den Platz. Hinzu kam, dass ein Spieler, der für die Partie vorgesehen gewesen war, so schwer beim Anschlag verletzt wurde, dass er noch in der Nacht operiert wurde.

Doch, dem BVB blieb wohl keine andere Wahl, zum Spiel anzutreten, bei einer Weigerung hätten dem BVB wohl drastische Strafen gedroht, bis hin zum Ausschluss aus UEFA-Wettbewerben im nächsten Jahr oder in den nächsten Jahren. Business as usal auch dann, wie es die Paragraphen eben vorschreiben.

Es bleibt zu hoffen, dass das Lieblingskind der Deutschen, der Fußball nämlich, nicht weiter von kriminellem Abschaum missbraucht und Ausnahmezustände wie in Paris 2015 oder am Dienstag in Dortmund Einzelfälle bleiben. Allein, mir fehlt der Glaube, gerade daran geilen sich die Terroristen ja auf, an der Erschütterung über solche Vorkommnisse der „normalen“ Menschen.

Zu guter Letzt wünsche ich Allen friedliche Ostern und uns allen am Montag eine gute Fahrt, wir sehen uns auf der Bielefelder Alm.

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30. August 2015

Trotz Fehlstart, bitte, keine Panik auf der Titanic!

Tja, was soll man sagen. Als Inhaber der roten Laterne fehlen einem die guten Argumente, die Schwarzseher und die Zweifler haben erst einmal Oberwasser. Zorniger als Trainer mit der schlechtesten Startbilanz aller VfB-Trainer hat zunächst einmal einen schweren Stand. Nicht nur nach außen, wo das große Murren schon wieder einsetzt, auch bei der Mannschaft, die sein System noch nicht mit der nötigen Überzeugung umsetzt und wohl auch schon daran zweifelt.
Ich dagegen sage (noch), kein Grund zur Panik, noch haben wir 31 Spiele Zeit, die nötigen Punkte für den Klassenerhalt zu schaffen. Um mehr geht es nicht, wer mehr erwartet hat nach den verkorksten letzten Jahren gehört zu den Phantasten und hat wohl nicht richtig hingesehen, wie der VfB fast schon systematisch heruntergewirtschaftet wurde.
Man muss einfach der Realität ins Auge blicken und sehen, dass seit der Meisterschaft 2007 zu viel schief lief auf dem Wasen. Zunächst einmal weckte der Erfolg Begehrlichkeiten, es wurde ein Gehaltsgefüge zugelassen, das nur mit dauerhaften Champions League Geldern zu stemmen gewesen wäre, danke Horst Heldt. Heldt machte (rechtzeitig) den Abflug und zog weiter zu Schalke, wo er im großen Managerspiel auf dem nächsthöheren Level sein Unwesen treiben darf.
Dann kam der Einzelhandelskaufmann und Sport-1-„Experte“ Fredi Bobic zu Manager- und Sport-Vorstands-Ehren, entließ zuerst Christian Groß, der davor noch eine sensationelle Rückrunde hingelegt hatte und installierte erst Jens Keller und später Bruno Labbadia als neue Übungsleiter. Der Kader wurde gnadenlos ausgedünnt und die Mannschaft Jahr für Jahr noch mehr geschwächt. Querdenker, die offen Kritik an den Personalentscheidungen Bobic‘ geäußert hatten, wurden mundtot gemacht oder weggemobbt, Ja-Sager und Bobic-Freunde wurden auf existentiell wichtigen Positionen installiert oder, auf Deutsch gesagt, „kamen unter“. Kritik war intern verpönt, ein Kuschelkurs begleitet vom sportlichen Niedergang. Der mächtige Aufsichtsrat sah diesem Treiben tatenlos zu, ging und geht es noch immer auch dort nur um das Behalten seines Postens und seiner Macht. Der Leistungsgedanke wurde lange Jahre ad absurdum geführt, der große Knall oder das Platzen dieser Seifenblase kam im letzten Jahr.
Zu einem Zeitpunkt, als es bereits klar war, dass die Liaison mit Labbadia sich dem Ende zuneigt, nickte der Aufsichtsrat sowohl dessen Vertragsverlängerung ab, wie 1 ½ Jahre später auch die Vertragsverlängerung von Vedad Ibisevic, der in der Fangemeinde spätestens seit seines Aussetzers gegen Augsburg eine persona non grata war. Die versprochene Aufarbeitung der vorletzten Saison blieb gänzlich aus, Bobic durfte noch weiter wursteln, um (endlich) im Herbst 2014 von seinen Aufgaben entbunden zu werden. Wie bei Labbadia im Übrigen erst nachdem die Kurve mobil gemacht hat, davor wurden die Probleme ausgesessen und dem weiteren Niedergang tatenlos zugeschaut.
Armin Veh, für mich inzwischen ebenfalls eines der Gesichter unseres sportlichen Niedergangs, man erinnere sich nur an seine Wunschspieler Bastürk, Ewerthon und Gledson, aber auch an die Naivität, mit der er in der letzten Saison in seine zweite Amtszeit ging, kam also gestern als Eintracht-Trainer zurück ins Neckarstadion. Ihm würde ich in Frankfurt einen ähnlichen Abgang wünschen, wie er ihn bei uns im letzten Jahr hingelegt hat, umso bitterer, dass wir ihm zumindest gestern dazu verholfen haben, dass er sich erst einmal nicht über mangelndes Glück zu beklagen braucht.
Aber, zurück zu den Sünden der Vergangenheit. Nach Veh kam Retter Huub, dessen Aufgabe es lediglich war, den Karren aus dem Dreck zu ziehen und uns die Bundesliga zu sichern, was er letztendlich, hauchdünn zwar, aber doch mit Bravour erledigt hat. Dennoch verstehe ich die Rufe nach einer erneuten Rückkehr des Niederländers nicht.
Für mich steht das Projekt Wiederaufbau unter Dutt/ Zorniger am Anfang und genießt eine Art Welpenschutz. Viele Jahre Misswirtschaft lassen sich nicht durch Handauflegen und auf einen Schlag wegwischen. Eine langfristig angelegte Strategie hat Dutt bei der vielbeachteten PK nach der Saison vorgestellt und uns dabei auch wissen lassen, dass es einige Transferperioden dauern würde, bis man sämtliche Altlasten beseitigt haben wird. Diese Geduld ist nicht nur gefragt, wenn es darum geht, Schwachstellen loszuwerden sondern auch, was Neuzugänge angeht, die Zornigers Personalpuzzle vervollständigen. Zorniger warb bei Amtsantritt ebenfalls um Geduld und bereitete uns darauf vor, dass das neue VfB-Spiel „wild“ werden würde.
So wild hat er es sich sicherlich auch nicht vorgestellt. Zehn Gegentore und zwei Platzverweise nach drei Bundesligaspielen sind eindeutig zu viel. Und trotzdem müssten wir darüber wohl nicht diskutieren, wenn alle hundertprozentigen Torchancen verwertet worden wären. Ich sehe eine Verbesserung und vor allem gesteigerte Attraktivität in unserem Spiel im Vergleich zu den Vorjahren. Phasenweise spielt der VfB einen begeisternden Fußball, der nicht mehr mit den einschläfernden Partien aus der Labbadia-Ära zu vergleichen ist. Es ist Action drin, Spielfreude, offensichtlich keine taktischen Fesseln für unsere Offensivkräfte. In Mittelfeld und Angriff sind wir sehr gut besetzt, die Abwehr ist und bleibt aber die Achillesferse. Das hohe Verteidigen, wie es im neuen System vorgesehen ist, birgt Risiken und hat einen Hauch von Harakiri, wenn man nicht die richtigen Spieler dafür hat. Dafür brauchst Du pfeilschnelle, aufmerksame und auch intelligente Spieler, die einen Blick für die Abseitslinie haben und gedankenschnell sind.
Hlousek ist zum einen kein gelernter Innenverteidiger, bringt für mich aber auch sonst nichts mit, was rechtfertigt, dass er Woche für Woche in der Startelf spielt. Sein gestriges Eigentor verstehe ich auch heute noch nicht, diesen Ball hätte er ins Aus klären müssen oder auch, mit einer gewissen Technik, gar mit der Hacke wegbefördern können. Zudem hebt er immer wieder das Abseits auf, so dass er für mich ein absolutes Sicherheitsrisiko darstellt und nach der Verpflichtung von Sunjic hoffentlich wieder ins zweite Glied zurückkehrt. Das eigentlich skandalöse bei diesem Trauerspiel Innenverteidigung ist, dass Schwaab und Niedermeier noch schwächer sind und wohl bis auf weiteres keine Alternative für die Position neben Timo Baumgartl sind. Konsequent wäre es also, in einer der nächsten Transferperioden auch Abnehmer für diese beiden zu suchen!
Schwaab durfte gestern dennoch (erwartungsgemäß) mal wieder sein Unwesen treiben, als Ersatz für den gesperrten Klein. Der Ex-Freiburger ist für mich einer derer Spieler, die nicht für #aufbruch1893 stehen sondern eher für #bauchschmerzenreloaded. In Co-Produktion mit Gentner und Werner leitete er unseren gestrigen Genickbruch, das 1:3 und damit auch die rote Karte von Tytoń ein.
Tytoń machte jetzt bereits im dritten Bundesligaspiel zum dritten Mal keine glückliche Figur, auch wenn er, wie erwähnt, gestern von seinen Vorderleuten sträflich im Stich gelassen wurde. Auf dieser Position haben wir uns noch nicht verbessert, was ich mir nach Ulreich nicht hätte vorstellen können. Umso bitterer, dass die vorgesehen Nummer 1 Mitch Langerak wohl mindestens noch zwei Monate ausfallen wird. Kommt jetzt die große Chance für Odisseas Vlachodimos oder wird doch noch ein weiterer Torwart, gestern soll Timo Hildebrand im Gespräch gewesen sein, verpflichtet? Bei Hildebrand würde zumindest die Zeit nicht drängen, da er derzeit vereinslos ist und somit auch noch nach dem 31.08. kommen könnte.
Sollte der Platzverweis Tytons aber der (vorgeschobene) Auslöser sein, doch noch einen Schlussmann zu verpflichten, wäre es ein Indiz dafür, dass man weder Tytoń noch Vlachodimos es so richtig zutraut Platzhalter für Langerak zu sein.
Apropos rote Karte, für mich hätte es gelb auch getan, weil ja noch Abwehrspieler auf gleicher Höhe angestürmt kamen und der Stürmer vom Tor weg zog. Der Schiri hat es aber allgemein nicht gut mit uns gemeint. Mindestens einen Elfer müssen wir bekommen. Auch Elfmeter, wie das Handspiel von Abraham, haben wir schon gegen uns bekommen, das sind immer die „Kann-„ aber nicht „Muss-Entscheidungen“, die einen Schiedsrichter gut aussehen lassen, egal was er zusammen pfeift. Die Leidtragenden, mal wieder wir.
Insgesamt habe ich zwei ordentliche Spiele vom VfB gegen Köln und in Hamburg gesehen, die wir aufgrund mangelnder Chancenverwertung und einer Dummheit von Florian Klein verloren haben. Natürlich ist es augenscheinlich, dass die Mannschaft gegen Ende platt ist und die Einwechselspieler mehr Chaos verursachen anstatt Ruhe reinzubringen, dennoch, verwerten wir unsere Chancen zu Beginn der Spiele, könnte man ein Spiel auch mal mit halber Kraft in den letzten 15-20 Minuten nach Hause schaukeln.
Auch nach dem Spiel gegen die Eintracht müssten wir heute nicht unsere Wunden lecken, wenn wir in der ersten Halbzeit die Chancen genutzt hätten. Unbegreiflich wie Martin Harnik es immer wieder „schafft“ in aussichtsreichsten Positionen den Ball zu verstolpern oder aus zwei Metern Torentfernung den Ball in Richtung Cannstatter Wasen zu dreschen. Ich habe lange meine schützende Hand über Harnik gehalten, was er aber in dieser Saison an hochkarätigen Chancen liegen gelassen hat, da fehlen mir die Worte. Stimmt es im Kopf nicht, ist es Unvermögen oder doch mangelnde Klasse? Hier wäre mal unser Psychologe Philipp Laux gefragt. Eine Denkpause auf der Bank dürfte ihm fürs erste gut tun.
Kostic und vor allem Didavi wirkten gestern teilweise gehemmt, kein Wunder nach den Wechselgerüchten dieser Woche und den Zahlen, mit denen den Jungs der Kopf verdreht wird. Es ist ein Unding, dass quasi mitten in der Saison durch einige Transfers eine Lawine losgetreten wird. Von den Engländern werden Summen ausgerufen, die jede menschliche Vorstellungskraft übersteigen. Wenn ein Son für 30 Millionen zu den Tottenham Hotspurs wechselt und Leverkusen, um diese Lücke zu schließen, einen erneuten Anlauf bei Didavi startet, ist das für einen Verein wie den VfB fatal. Natürlich kannst Du Deine Wertschätzung für den Spieler dokumentieren und ihm einen neuen Vertrag anbieten, gehst auch an Deine Schmerzgrenze, lass sie zwischen 2,5 Millionen und 3,5 Millionen Euro Jahresgehalt sein, wenn dann aber ein Verein wie Leverkusen lockt und zwischen 6 und 10 Millionen bietet, hast Du als VfB keine Chance, den Spieler langfristig zu halten. Da kann man nur darauf hoffen, dass Dankbarkeit und Heimatverbundenheit mehr zählen als der schnöde Mammon, Dida seinen Vertrag vielleicht noch verlängert, um uns irgendwann einmal eine stattliche Ablösesumme zu sichern.
Bei Kostic ist der Fall etwas anders gelagert. Wolfsburg, durch den De Bruyne Transfer um mindestens 75 (!) Millionen Euro reicher, sucht, zwei Tage vor Transferschluss, Ersatz und ist natürlich auch auf Filip Kostic aufmerksam geworden. Ein Verkauf ist aus VfB-Sicht nicht notwendig, da Kostic einen Vertrag bis 2019 besitzt und sicherlich noch günstigere Zeiten kommen werden, ihn für viel Geld abzugeben, nämlich dann, wenn man noch ein ausreichend großes Zeitfenster hat, um sich um einen adäquaten Ersatz zu bemühen.
Auf der anderen Seite aber wird es für den klammen VfB immer eine Schmerzgrenze geben, bei der man fast nicht anders kann, als einem Wechsel zuzustimmen. Daher nehme ich die Statements von Dutt, dass kein Leistungsträger mehr abgegeben werde, nicht ganz ernst. Im Fußballgeschäft ist doch alles nur noch eine Frage des Preises.
Ob die Meldungen stimmen, nach denen Kostic unbedingt weg möchte, weiß man nicht. Schwach wäre es von ihm auf jeden Fall, da er den Vertrag bei uns sicherlich im Zuge voller geistiger Zurechnungsfähigkeit unterschrieben hat. Außerdem fiele ihm das recht früh ein, dass er sich hier und mit seiner etwas anderen Rolle nicht mehr wohlfühle. Seine „Unzufriedenheit“ scheint also seine Ursache darin zu haben, dass Bewegung in den Transfermarkt gekommen ist. Holt Wolfsburg einen De Bruyne Ersatz? Hat man sich Kostic ausgeguckt oder doch Draxler? Wenn Draxler, ist dann Kostic ein Thema auf Schalke als dessen Nachfolger? Sportlich wäre sein Abgang ein herber Verlust, mit seiner Schnelligkeit ist er in unserem Spiel eine Waffe, auf der anderen Seite sagte Zorniger ja bereits vor Saisonbeginn, wer sich mit der Aufgabe beim VfB nicht identifiziere und wer nicht gerne und mit Überzeugung das Trikot mit dem Brustring überstreife, solle bei ihm vorstellig werden und man würde eine Lösung finden.
Diese Möglichkeit nutzte bereits Antonio Rüdiger, der nach langem Hickhack und möglicherweise unter Wert zur Roma wechselt. Dieses Theater und auch seine Verletzung, die er sich zuzog, als es schon keinen Weg zurück mehr gab, sind für mich maßgeblich dafür verantwortlich, dass wir mit einer Not-Innenverteidigung in die Saison gehen mussten. Dutt sind nun mal die Hände gebunden, so dass er zunächst Transfererlöse generieren musste, bevor er auf große Shopping-Tour gehen durfte. Das Ausdünnen des Kaders hat ja nicht nur Geld gebracht, sondern auch Abfindungszahlungen bis hin zu weiteren (Teil-)Gehaltszahlungen an Spieler, die uns verlassen haben, nach sich gezogen. Bis der Kader, an dem sich Fredi Bobic messen lassen wollte, endgültig Geschichte ist, dauert es also noch eine ganze Weile. Rüdiger war somit der einzige, für den ein fetter Transfererlös zu erwarten war. Daher umso ärgerlicher das Possenspiel, das sein Halbbruder Sahr Senesie und Rüdiger selbst über Wochen abgezogen haben, weil es den VfB wertvolle Zeit und mangelnde Planungssicherheit gekostet hat.
Heute wurde endlich der Abschied von Vedad Ibisevic, ausgerechnet zur Berliner Hertha, unserem nächsten Gegner, verkündet. Ich hätte ihn zwar lieber in der griechischen Liga gesehen bzw. nicht gesehen, aber, Hauptsache weg. Hoffentlich zahlt die Hertha wenigstens sein volles Gehalt, wenn auch schon vermutlich keine Ablöse fällig werden dürfte. Wie schon erwähnt, seine Vertragsverlängerung, eine dieser vielen nicht nachvollziehbaren Handlungen des Einzelhandelskaufmanns aus dem Hallschlag. Ich hoffe jetzt schon, dass sein bosnischer Nationalmannschaftskollege Sunjic in Berlin sein Debüt feiert und vor allem weiß, wie man Vedad an die Kette legt, sollte dieser überhaupt schon für die Hertha ran dürfen. Er wäre schließlich nicht der erste Ex-VfBler, der uns genüsslich ein Ei ins Nest legt.
Gut, dass auch dieses Kapitel beendet ist, ein Weg zurück in den Kader wäre schwer vorstellbar gewesen, auch wenn ich Ibisevic in St. Gallen fast schon als vorbildlichen und auch volksnahen Profi erlebt habe. Immer höflich, wohlerzogen und als vollwertiges Mitglied der Mannschaft. Als Tribünendauergast war er natürlich zu teuer, würde Ginczek mal wieder langfristig ausfallen, aber, wäre es noch einigermaßen beruhigend gewesen, auf einen Ibisevic zurückgreifen zu können. Kliment ist noch nicht so weit, Harnik und Werner treffen das Tor nicht und ob Dida und Kostic auch am Dienstag noch da sind, weiß man derzeit noch nicht. Daher darf Daniel Ginczek im Grunde nichts passieren, es sei denn, man holt noch eine weitere Alternative fürs Sturmzentrum.
Ich hoffe sehr, dass der VfB personell noch nachlegt bzw. auch nachlegen kann. Außer einem Stoßstürmer, evtl. einem Torwart, stünden uns auch ein weiterer Innenverteidiger (damit Hlousek nur noch zweite Alternative ist) und ein zentraler Mittelfeldmotor, der unserem Kapitän mal Beine macht, gut zu Gesicht.
Man weiß nicht, was Zorniger von Gentner hält, ob er ihn als Fixpunkt seines Systems sieht oder er ihn „nur“ übernommen hat und sich nicht getraute, gleich zu Beginn ein Denkmal, den Kapitän zu rasieren. Er ist für mich nach wie vor meist nur ein Mitläufer, im wahrsten Sinne des Wortes, einer, der mit dem Strom schwimmt und vor allem auch im Strom untergeht, ohne sich groß zu wehren. Sinnbildlich gestern vor dem 1:3, das durch seinen schlampigen Pass auf Schwaab eingeleitet wurde. Im Gegensatz zur Ära Bobic/ Labbadia sind die Stimmen zum Spiel von Dutt und Zorniger ja wohltuend selbstkritisch und vor allem realistisch. Keine Schönrederei, Klartext, man merkt endlich mal, dass diese Herren das gleiche Spiel gesehen haben. Wenn ich dann aber unter den Stimmen zum Spiel das Statement von Christian Gentner lese, führt mir dieses deutlich vor Augen, dass Gentner eben auch noch ein Überbleibsel aus der schlechten alten Zeit ist:
„Beim Spielstand von 1:3 zu zehnt gegen einen solchen Gegner zurückzukommen ist nicht einfach. Aber es ist, wie es ist. Und in der Pause gilt es, für die, die das sind, hart zu arbeiten, sodass wir topmotiviert zum nächsten Spiel zurückkommen.“
Hört sich fast so an, dass das Spiel erst beim Stand von 1:3 begonnen hat, „hart arbeiten“ und „topmotiviert zurückkommen“ kann man in den Stimmen aus den letzten vier Jahren wohl hundertfach nachlesen.
Aber, zurück zu den Transfergerüchten und der Hektik, die jetzt noch auf dem Transfermarkt herrscht. Meiner Meinung nach sollte der Transfermarkt vor Saisonbeginn geschlossen werden und, wenn nicht, ein Reglement ähnlich dem der europäischen Wettbewerbe eingeführt werden, wonach man innerhalb einer (wenigstens) Halbserie nicht für zwei Vereine im gleichen Wettbewerb auflaufen darf. Für die Öffentlichkeit und die zahlungskräftigen Vereine mag es ja ein Spektakel sein, für einen kleinen Verein wie den VfB, als den wir uns demütig zählen sollten, ist es sehr gefährlich, womöglich jetzt, zur Unzeit, noch einen Leistungsträger zu verlieren.
Zu Beginn dieses Berichts habe ich weit ausgeholt und Punkte aufgeführt, die zu unserem sportlichen Niedergang führten. Vom Deutschen Meister durchgereicht zu einer grauen Maus der Bundesliga, Vereine, die man 2007 noch gar nicht wahrgenommen hatte, haben uns inzwischen den Rang abgelaufen und uns überholt.
Wenn ich einmal die von Labbadia und Bobic vielzitierte Demut unterschrieben hätte, dann jetzt, wo alle Zeichen auf Neubeginn stehen. Darum ärgert es mich auch maßlos, wenn von vielen schon nach drei Spielen alles in Frage gestellt wird und dem Projekt keine Zeit zugestanden wird. Viel schlimmer wäre es für mich gewesen, wenn wir die Spiele chancenlos hergegeben hätten, dem war aber nicht so. Bis auf die zweite Halbzeit gestern waren wir die spielbestimmende Mannschaft, agierten aktiver, zwangen den Gegner zu Fehlern und arbeiteten uns hochkarätige Chancen heraus. Dass Zorniger diese offensive Ausrichtung selbst überdenken wird, hat er gestern verlauten lassen.
Was wir jetzt unbedingt brauchen, ist Ruhe im Umfeld und keine Panik. Diejenigen, die jetzt schon wieder nach Huub schreien oder zumindest prophezeien, dass Zorniger spätestens nach dem Schalke-Spiel nicht mehr auf der VfB-Bank sitzen würde, wünschen sich wohl den „Fußball“ der letzten Jahre zurück. Ich tue das nicht. Ich habe vollstes Vertrauen in die Arbeit von Dutt und Zorniger und bin bei ihnen, dass dieser Umbau Zeit braucht. Natürlich müssen schnellstmöglich Ergebnisse her, diese werden aber kommen, daran habe ich keine Zweifel. In der Liga gibt es einige Mannschaften, die wir am Ende hinter uns lassen können sollten, 30 Punkte plus „x“ zu erreichen sollte für die Truppe kein Problem darstellen.
Ich fände es fatal, schon jetzt wieder zurückzurudern und gegen seine eigene Überzeugung zu handeln. Zorniger trat seinen Dienst beim VfB topmotiviert an. Er hat es scheinbar geschafft – er darf erstmals als Trainer eines Bundesligisten fungieren, das dazu noch direkt vor der Haustür und wo man seinen schwäbischen Dialekt versteht und er zudem noch viele Bekannte aus seiner Co-Trainer-Tätigkeit 2009 wiedertraf. Ein richtiger Traumjob für ihn also und daher sicher als langfristiges Projekt angelegt. Er ist keiner derer Trainer, die eben weiterziehen, wenn es nicht funktioniert oder einfach abhauen, wenn das Glück fehlt. Zu letzterem wäre ja bereits nach den ersten drei Spielen der Anlass gegeben, aber, Zorniger wird kämpfen und versuchen mit aller Macht den Bock umzustoßen, bevor die Mechanismen der Branche zu greifen drohen. Er dürfte auch nicht so stur sein, die Mannschaft Woche für Woche ins Verderben rennen zu lassen, sondern wird, wenn man am Montagabend endlich weiß, wie die Mannschaft für den Rest der Vorrunde aussehen wird, die Mannschaft defensiv zu stabilisieren versuchen und sich vor allem auf die Suche nach einer ausgewogenen Balance zwischen Offensive und Defensive begeben, am besten ohne sich unseres enormen Offensivpotentials zu berauben. Zu denen, die ihm das nicht zutrauen, fällt mir immer noch der gute alte Trapattoni-Klassiker „Ein Trainer ist nicht ein Idiot“ ein.
Die Länderspielpause kommt für uns zur rechten Zeit. Der eine oder andere Nationalspieler wird mit einem Erfolgserlebnis und breiter Brust zurückkehren, Sunjic und vielleicht der eine oder andere weitere Neuzugang stehen in Berlin erstmals zur Verfügung und Leute wie Didavi und Kostic haben jetzt zwei Wochen lang Zeit, sich damit abzufinden, dass sie mindestens noch ein weiteres Jahr beim VfB bleiben werden. Als Schlusslicht werden wir dort erst einmal als Außenseiter antreten, ich bin aber vorsichtig optimistisch, dass wir dort die Wende einleiten können, wenn wir ähnlich forsch wie in Hamburg antreten. Freue mich schon darauf, den VfB in die Hauptstadt zu begleiten, und das ausnahmsweise mal nicht an einem Freitagabend.
Ein Wort noch zur gestrigen „Schweigeminute“ für unseren verstorbenen Ehrenpräsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder. Die Frankfurter Würstchen haben einmal mehr die Grenzen des schlechten Geschmacks unterschritten, ein No-Go und menschlich ein Armutszeugnis, wenn man nicht dazu imstande ist, einen Mann für einen Moment zu würdigen, der in seinem Leben allein mehr erreicht hat, als die 2.000 Assis im Gästeblock zusammen.

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9. September 2013

Hoch soll er leben,

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , , , – Franky @ 11:46

hoch soll er leben, drei Mal hoch!

Glückwunsch VfB, Glückwunsch 1893, mein Verein, der Du am 09.09.1893 das Licht der Welt erblicktest und heute 120 Jahre jung wirst.

Seit ich vor knapp 39 Jahren das erste Mal im Neckarstadion war, hast Du mich in Deinen Bann gezogen. Die glorreichen 50er-Jahre konnte ich noch nicht miterleben, doch auch „zu meiner Zeit“ gab es viele Highlights, angefangen mit dem Aufstieg 1977, dem Durchstarten in der Bundesliga mit dem 4. Platz auf Anhieb und einem Zuschauerschnitt von weit über 50.000. Danach hielt sich der VfB konstant in der Spitzengruppe der Liga und wurde schließlich und endlich 1984 mit Helmut Benthaus an der Seitenlinie zum dritten Mal deutscher Meister. 1986 machten wir zunächst in einem Spiel gegen Werder Bremen, in dem es für uns um nichts mehr ging, die Bayern zum Meister, indem wir Bremen mit 2:1 zurück an die Weser schickten. Eine Woche später dann in Berlin, Undank ist der Welt Lohn, zeigten die Bayern keine Gnade und holten durch ein 5:2 den DFB-Pokal. Den VfB und das VfB-Fan-Sein macht es einfach aus, dass bittere Niederlagen genauso dazu gehören wie große Siege. So setzte es 1985 eine bittere 0:6-Niederlage in Bremen, als Flieger noch nicht erschwinglich und ICEs noch ein Fremdwort waren. Wir saßen gefühlt das ganze Wochenende im Zug und hatten vor allem auf der Rückfahrt (leider) viel Zeit, über das Erlebte zu sinnieren. Noch dramatischer 1989 die 1:2 Niederlage in Neapel, als wir machen konnten, was wir wollten, der griechische Schiedsrichter hätte niemals einen Auswärtssieg geduldet. Keine Ahnung mit was ihn die Camorra & Co. bestochen hatten, es muss jedenfalls ein sehr lukratives Geschäft für ihn gewesen sein. Er hat, glaube ich, danach nie mehr ein Spiel geleitet. Im Rückspiel bedeutete das 3:3, dem letzten Spiel von Jürgen Klinsmann im VfB-Dress, die Finalniederlage gegen den SSC Neapel mit Diego Maradona. Schon damals wurden mir für dieses Spiel vom italienischen Wirt meiner damaligen Stammkneipe 500 DM für mein Ticket geboten, was ich natürlich ablehnte. Damals wir heute käme es für mich nie Frage, ein Ticket zu verhökern, erst recht nicht an einen Fan der gegnerischen Mannschaft.

Dies war im Grunde schon eine Zeit, wie wir sie heute kennen. Konstanz war beim VfB seit eh und je ein Fremdwort. Mal schaffte man es in die Phalanx an der Tabellenspitze einzubrechen, kurz danach setzte es wieder unsägliche Niederlagenserien und das Abrutschen in Richtung Abstiegsregionen. Die einzige Konstante zu dieser Zeit war unser Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder, der stets schnell, manchmal überstürzt, die Reißleine zog, wenn „sein“ VfB drohte im Niemandsland der Tabelle zu versinken. So auch im November 1990 (ja, auch damals schon war es im Herbst für VfB-Trainer ungemütlich…), als Christoph Daum Willi Entenmann beerbte. An sein erstes Spiel als Chef-Trainer erinnere mich noch gut, es ging ausgerechnet gegen seine alte Liebe 1. FC Köln, den man nach 0:2-Rückstand noch mit 3:2 niederringen konnte. Die Zeit mit Daum brachte uns die Meisterschaft 1992 und endete kurz nach dem ärgerlichen Wechselfehler gegen Leeds United. Auch heute noch ärgere ich mich darüber, dass dieser das Ende seiner VfB-Zeit einläutete, waren doch noch genug andere Leute um ihn herum, denen es hätte auffallen müssen, dass ein Ausländer zu viel auf dem Platz stand. Heute hat diese Aufgabe einer aus dem im Laufe der Jahre angewachsenen Betreuerstab inne, der darüber wacht, dass die Regularien eingehalten werden.

Ab Mitte der 90er-Jahre bereitete uns das magische Dreieck so viel Freude und bescherte uns unter Trainer-Newcomer Jogi Löw mit dem Pokalsieg 1997 sogar einen weiteren Titel. Im Folgejahr erreichte der VfB nach einer durchwachsenen Saison, die man am Ende immerhin noch im oberen Tabellendrittel abschloss, das letzte Finale im Wettbewerb „Europapokal der Pokalsieger“ im Rasunda-Stadion zu Stockholm, bei dem ich natürlich zugegen war.

Leider wurde auch dieses europäische Finale gegen den FC Chelsea London unglücklich verloren. Heute noch hallt mir der Stadionsprecher in den Ohren, der die Einwechslung Gianfranco Zolas in mehreren Sprachen durchsagte, einzig, unsere Jungs auf dem Rasen schienen dies nicht mitbekommen zu haben. Kurz nach seiner Einwechslung nämlich dribbelte er unbehelligt durch unsere Reihen und nagelte das Runde ins Eckige. Unserem in die Jahre gekommenen Präsidenten MV missfiel bedauerlicherweise die lockere, kumpelhafte Art von Jogi Löw und meinte festgestellt zu haben, dass seine Autorität darunter entscheidend gelitten habe, so dass er den allseits beliebten Löw durch das Hassobjekt der 90er-Jahre schlechthin, Winfried S. aus KA, ersetzte.

Völlig ohne Not also leitete MV eine Saison ein, die wohl als die „trainerreichste“ in die Annalen eingegangen ist. Schäfer wurde nach gerade einmal fünf Monaten durch seinen ebenfalls nicht beliebten „Co“ Wolfang Rolff ersetzt, dieser nach noch nicht einmal einem Monat Amtszeit durch die nächste Interims-Lösung Rainer Adrion, bis schließlich Ralf Rangnick das Zepter übernahm, der seinen Dienst eigentlich erst zum 1.7. antreten sollte. Zu Zeiten des Vertragsabschlusses stand er noch beim SSV Ulm in der Verantwortung, wo er jedoch, nachdem feststand, dass er den Verein verlassen würde, nicht mehr glücklich und schließlich vorzeitig gefeuert wurde.

Auch danach war beim VfB die einzige Konstante die Inkonstanz. Nach dramatischem Abstiegskampf 2001 und der Rettung durch Balakovs Treffer gegen Schalke 04, damals schon mit Felix Magath auf der VfB-Bank, führte uns dieser zunächst in den UEFA-Cup und später dann in die Champions League. Großartige Erlebnisse wie die Spiele gegen Celtic und gegen ManU und die Jungen Wilden Vol. 1 bleiben aus dieser Zeit für immer im weiß-roten Gedächtnis haften. Nachdem Magath seinen Wechsel zu den Bayern erzwungen hatte, folgten auf der Trainerposition kurze Gastspiele bzw. Missverständnisse von Sammer und Trapattoni, ehe Heldt, damals zum Manager-Azubi von den Profis weggelobt, seinen alten Spezi aus 1860er-Zeiten Armin Veh aus dem Hut zauberte und zum Nachfolger des Maestro kürte. Unter Veh wurde mit der Meisterschaft 2007 der größte Erfolg der Neuzeit gefeiert. Nach dem Sommermärchen 2006 setzte das Stuttgarter Publikum noch einen drauf. Unvergessen, der über mehrere Stunden andauernde Autokorso vom Neckarstadion zum Schlossplatz. Eine Viertelmillion Menschen säumten die Straßen, die Begeisterung für diese Truppe um Hitzlsperger, Delpierre, Gomez, Khedira, Hildebrand und die Mexikaner kannte keine Grenzen.

Es heißt ja so schön, die größten (Management-) Fehler mache man in Zeiten des Erfolgs, was sich nach der Meisterschaft 2007 und der damit verbundenen Teilnahme an der Champions League bewahrheitete. Für viel Geld wurde Masse statt Klasse verpflichtet. Verdienten Meisterspielern wurden zweitklassige bzw. dauerverletzte Großverdiener vor die Nase gesetzt, was bei den Platzhirschen natürlich zu Missgunst führte. Dadurch und durch eine erneute Champions League Teilnahme zwei Jahre später geriet das Gehaltsgefüge des VfB aus den Fugen, was zwangsläufig, ohne Champions League Einnahmen, zum finanziellen Kollaps führen musste.

Unter Anderem dadurch begann der schleichende Abstieg, mit Krisen allerorten, sei es auf der Präsidentenebene, der Managerebene, Trainerebene und auch was den Charakter der Herren Profis anging, die Jahr für Jahr auf ihre Weise beschließen, einen neuen Impuls auf der Trainerposition haben zu wollen und diesen Wunsch dann auch nach Monaten des Leidens erfüllt bekommen.

In meine Zeit als VfB-Fan fallen die höchsten Siege wie auch die derbsten Niederlagen. Beim 7:0 in Düsseldorf, als Klinsmann fünf Mal traf, war ich ebenso anwesend, wie bei den 7:0 Heimerfolgen gegen Nürnberg, Hannover, Dortmund (mit 3x Sverisson) und Mönchengladbach. Bemerkenswert, dass wir in der Meistersaison 1984 nach dem 7:0 zu Hause gegen den Club, ein 6:0 auswärts drauf setzten. Unvergessen, der damalige Stadionsprecher, der, berauscht von der Spielweise der Brustringträger,  bereits einige Spieltage vor Saisonende anmerkte „wohl den neuen Deutschen Meister gesehen zu haben“. Außer dem angesprochenen 0:6 in Bremen, setzte es in grauer Vorzeit zu Hause ein 0:4 gegen Bochum und ein 0:5 gegen Dortmund. Auch das 0:4 gegen Freiburg in ihrer ersten Bundesligasaison tat weh, als die gesamte Untertürkheimer Kurve in Freiburger Hand war. Aus der jüngeren Vergangenheit wären in der Kategorie „Größte Enttäuschungen“ noch das 0:3 gegen SAP Sinsheim sowie das 1:5 gegen die Bayern im Pokal zu nennen.

Beim VfB weiß man nie woran man ist und das macht das VfB-Fan-Dasein so spannend. Nach 2 ½ Jahren Labbadia, in denen wir Demut kennengelernt haben, schätzen gelernt haben, dass ein dreckiges 1:0 mehr zählt, als ein Fußballfest, bei dem man mit wehenden Fahnen untergeht, dass das Stuttgarter Umfeld zu anspruchsvoll wäre und „Nicht-Leistungen“ nicht noch mit entsprechendem Beifall goutiert, stehen wir einmal mehr vor dem Scherbenhaufen der vergangenen Jahre und einem Neubeginn. Der Anfang ist durch das 6:2 gegen Hoffenheim gemacht. Jetzt gilt es dran zu bleiben und Thomas Schneider eine glückliche Hand beim Formen der Mannschaft zu wünschen.

Die Voraussetzungen für den Aufbruch in eine bessere Ära scheinen gut zu sein. Wir haben einen neuen Präsidenten, der einen guten Eindruck macht. Mir kommt die Wahl auf Wahler immer noch so vor, als hätten wir die eierlegende Wollmilchsau gefunden. Ein VfB-Fan, ein Top-Manager, ein Mann des Sports mit Kontakten aus Wirtschaft und Sport, besser geht es eigentlich nicht. Ich hoffe, er kann diesen Vorschusslorbeeren gerecht werden und steuert das in Schräglage geratene Schiff VfB wirtschaftlich wieder in sicherere Fahrwasser. Die Voraussetzungen wären da, wichtig wäre jetzt ein Miteinander, vom Vorstand bis zum Kurvenfan, um verloren gegangene Harmonie wiederherzustellen. Außerdem noch bekommen wir das Wappen unserer Väter zurück und haben zu guter Letzt einen neuen Mann an der Linie, der jung und forsch wirkt und seinen Worten hoffentlich Taten folgen lässt, nämlich, indem er den Fundus unserer hervorragenden Jugendarbeit nutzt, um in naher Zukunft wieder einmal einen Nationalspieler aus Reihen des VfB hervorzubringen.

Das Feld ist bereitet, Aufbruch 1893, auf die nächsten 120 Jahre!

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3. März 2013

Happy Birthday, Mr. President!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , – Franky @ 12:03

Happy Birthday, MV. Ein Präsident mit Ecken und Kanten, mit dem Bundesligaaufstieg, zwei Deutschen Meisterschaften, dem Pokalsieg 1997, zwei Europacupfinalteilnahmen etc. pp sportlich sehr erfolgreich. Ein Mensch, der es schaffte namhafte Spieler wie Carlos Dunga an den Neckar zu locken, der Ausstrahlung versprühte und eine unbändige Leidenschaft für den VfB. Kurz: ganz und gar keine graue Maus, wie wir sie jetzt auf dem Präsidentensessel erdulden müssen. Von MV habe ich persönlich von klein auf profitiert, in dem ich als Bub zu jeder Saison Autogrammkarten en masse und das unterschriebene Mannschaftsposter sowie einiges mehr bekam, meist von seinem Fahrer. Da mein Vater als Beamter, auch direkt unter MV, bei Betriebskicks mit ihm Fußball spielte, wurde auch des öfteren über die Dörfer getingelt und für einen guten Zweck gespielt, wo natürlich immer Volksfest angesagt war, wenn MV aufkreuzte. Auch da war ich öfter dabei und hatte, letztmals vor etwa fünf Jahren, immer wieder die Gelegenheit mit ihm über den VfB zu sprechen. Ob ihm die Vorliebe für guten Sekt und Wein durch sein Geburtsdatum 3.3.33 in die Wiege gelegt wurde, vermag ich nicht zu sagen. Dieses kann aber sogar ich mir leicht merken. ;-) . Aus diesen Gründen habe ich mich prinzipiell an “Vorfelder-Raus-”-Rufen, die immer wieder mal durchs Neckarstadion tobten, nie beteiligt. Es war wahrlich nicht alles Gold was glänzte unter seiner Ägide, dennoch war er ein Präsident, über den ich heutzutage glücklich wäre. Der durch seinen Einfluss in DFB und UEFA die Interessen des VfB vertrat, damals waren wir wer, heute lassen wir uns von allen nur noch über den Tisch ziehen. Das einzige, das ich ihm nicht verzeihe war die Entlassung von Jogi Löw und die Intrhonisierung von W. S. aus KA, und das nach einer Saison in der wir ins Pokalsiegerfinale in Stockholm einzogen. Überwiegen tun aber eindeutig die posiviten Erinnerungen und deshalb wünsche ich MV von Herzen alles Gute, vor allem Gesundheit und etwas mehr Ruhe und Gelassenheit im neuen Lebensjahrzehnt. Sein Herz wird es ihm danken!

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