5. Dezember 2009

„Es wird packende Zweikämpfe geben“ Bochums Mittelfeldspieler Christoph Dabrowski im Interview

Mit bislang 257 Erstliga-Einsätzen für den SV Werder Bremen, Arminia Bielefeld, Hannover 96 und den VfL Bochum ist Christoph Dabrowski der erfahrenste Spieler im Kader des heutigen Gegners. Der 31-jährige
defensive Mittelfeldspieler stand, abgesehen vom zwölften Spieltag, als er aufgrund seiner fünften gelben Karte gesperrt fehlte, in allen Spielen diese Saison auf dem Feld und gibt der VfL-Defensive die notwendige Stabilität.
Herr Dabrowski, heute spielt der 17. gegen den 16., das hört sich nach Kampf um den Ligaverbleib an. Auf was für ein Spiel müssen sich die Zuschauer einstellen?
Christoph Dabrowski: „Auf ein Spiel mit viel Leidenschaft. Beide Mannschaften sind sicherlich gewillt, so schnell wie möglich unten rauszukommen. Es wird packende Zweikämpfe geben und am Ende wird sich hoffentlich die Mannschaft durchsetzen, die mehr fürs Spiel getan hat.“
Überrascht es Sie, dass der VfB nach Platz drei in der Vorsaison in der Bundesliga so abgestürzt ist?
Christoph Dabrowski: „Auf jeden Fall. Denn trotz des Abgangs von Mario Gomez steckt große individuelle Klasse in dieser Mannschaft. Das hat man nicht zuletzt in der Champions League gesehen. Ich rechne damit, dass der VfB am Ende der Saison nicht auf einem Abstiegsplatz steht.“
Mit Heiko Herrlich haben Sie seit vier Spieltagen einen neuen Trainer. Was zeichnet seine Arbeit aus?
Christoph Dabrowski: „Er hat viel Ahnung vom Fußball und geht sehr analytisch vor. Der Trainer zeigt uns unsere Fehler, aber auch Wege, wie wir die in Zukunft vermeiden können. Mir gefällt zudem seine Begeisterungsfähigkeit. Ich bin davon überzeugt, dass wir unter ihm Schritte in die richtige Richtung machen.“
Im Trikot von Bielefeld, Hannover und Bochum haben Sie bei insgesamt 15 Begegnungen keinen Sieg gegen den VfB landen können. Ist der VfB Ihr persönlicher Angstgegner?
Christoph Dabrowski: „Ist das so? War mir bisher gar nicht so bewusst. Jetzt wo ich es höre, muss ich aber eingestehen, dass wir selten etwas in Stuttgart mitnehmen konnten. Dabei haben wir einige Fans in Süddeutschland, die so ein Erlebnis sicherlich verdient hätten.“
Sie gehen in Ihre vierte Saison beim VfL Bochum und schafften immer das Saisonziel Klassenerhalt. Was stimmt Sie zuversichtlich, dass nach dem 34. Spieltag weiter von den „Unabsteigbaren“ gesprochen werden kann?
Christoph Dabrowski: „Die Mannschaft. Es steckt viel Qualität in ihr. Wenn es uns gelingt, als Einheit aufzutreten, dann ist es sehr schwer, gegen uns zu gewinnen.“

Top Facts: Die heutige Paarung im Fokus

Gesamtbilanz:
62 Spiele, 32 VfB-Siege, 15 Unentschieden und 15 Bochum-Siege, bei einem Torverhältnis von 110:79 für den VfB Stuttgart.
Heimbilanz des VfB gegen den VfL: 23 VfB-Siege, 4 Unentschieden und 4 Heimniederlagen bei einem  Torverhältnis von 77:37 für den VfB Stuttgart.

VfL Bochum unter der Lupe

1 Es ist fast neun Jahre her, dass es zum letzten Mal die Konstellation gab, dass sich Stuttgart und Bochum in der Bundesliga gegenüberstanden und dabei beide einen Abstiegsplatz beziehungsweise Relegationsplatz belegten.

2 Sieben Bundesliga-Spiele ohne Sieg erlebte der VfB zuletzt im Frühjahr 1999. Damals blieb man sogar zehn Mal hintereinander ohne dreifachen Punktgewinn.

3 Als Spieler verlor VfL-Coach Heiko Herrlich keines seiner acht Duelle mit Markus Babbel (zwei Siege, sechs Remis).

4 Bochum und der VfB sahen ligaweit bislang am häufigsten den gelben Karton, jeweils 36 Mal. Dazu kam beim VfB eine Gelb-Rote Karte, beim VfL gleich zwei Ampelkarten. 5 Der VfL ließ im Liga-Vergleich die meisten
gegnerischen Schüsse aufs Tor zu (92) und nur Freiburg sowie Hertha mussten mehr Gegentore (30) hinnehmen, als der VfL (25).

6 Den letzten Auswärtssieg in Stuttgart feierte der VfL am 29. Mai 1987. Damals gewann Bochum mit 4:2 im Neckarstadion.

Stadion Aktuell 5.12.09

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