30. Juli 2010

Die letzten Tage des Trainingslagers in Donaueschingen

Nach dem Wochenende kehrte wieder ein wenig mehr Ruhe in Donaueschingen ein, da einige Wochenendurlauber wieder den Heimweg angetreten und so mancher nur bis Sonntag gebucht hatte. Wir jedoch blieben bis zum Ende, wie es sich gehört. ;-) Auf die Tage im einzelnen Tage möchte ich gar nicht mehr groß eingehen, da sich im Laufe der Zeit doch einiges an Übungen wiederholt. So habe ich von den letzten drei Tagen noch einige Bilder ausgewählt, die mir gefallen, und die dokumentieren, wie nah man eigentlich dran ist. Am Mittwochmorgen wurde auch noch trainiert, obwohl abends der Test gegen die Stuttgarter Kickers im Gazi-Stadion Degerloch an stand.

Wir waren natürlich immer sehr erfreut, wenn Christian Gross seine Jungs direkt vor unserer Fahne, zu den Übungen bat. Ich habe es bereits mehrfach betont, ohne jetzt der absolute Fachmann zu sein, dass mir die Trainingsarbeit von Gross sehr gut gefällt. Er ist ständig präsent. Wie in den Spielen, wo ihn fast nichts auf der Bank hält, so engagiert präsentiert er sich auch in den Trainingseinheiten. Jede Standardsituation wird so lang wiederholt, bis sich die Spieler an seine Vorgaben gehalten haben. Er gibt vor, wohin der Ball zu kommen hat und wie die Abwehrspieler zu stehen haben. Babbel im letzten Jahr stand meist im Mittelkreis und hat sich das ganze angeschaut, Gross dagegen steht mitten auf dem Platz und spricht auch viel mit den Spielern. Er kommt wirklich hart aber herzlich daher, auch der Spaß kommt in den Einheiten nicht zu kurz. Es wird hart gearbeitet, man hat aber auch das Gefühl, dass die Stimmung untereinander gut ist. Allerdings hatte ich diesen Eindruck auch in Leogang schon…

Stefano Celozzi ist im Vergleich zum Vorjahr in Leogang nicht wieder zu erkennen. War er dort noch der Neue, den es wohl beeindruckt hatte, dass er gleich an einem seiner ersten Tage in Stuttgart aufgrund seiner Karlsruher Vergangenheit angepöbelt wurde, hat er in seinem ersten Jahr beim VfB enorm an Selbstvertrauen getankt. in Leogang beim Fanfest saß er bei uns am Tisch und brachte fast den Mund nicht auf. Das ist jetzt anders geworden. Mittlerweile wirkt er eher wie ein Schnösel, der meint, er wäre es. Diese Einschätzung wird ihm sicher auch nicht gerecht und dürfte eher eine Schutzhaltung sein. Er ist auch ein Gewinner des Trainerwechsels, unter Christian Gross spielte er eigentlich immer, wenn er fit war. Mich hat er auf der Rechtsverteidigerposition noch nicht so überzeugt. Er hat schon einige entscheidende Zweikämpfe in der Defensive verloren und bringt nach vorne zu wenig. Vor allem einen erfolgreichen Flankenlauf würde ich mir mal von ihm wünschen. Er kommt aber selten mal bis zur Grundlinie vor, da er meiner Meinung nach, nicht intelligent genug in die Zweikämpfe geht. Aber, er ist ja noch jung und lernt auch täglich dazu. Hoffentlich wird es noch. Persönlich hätte ich mir gewünscht, dass mit Ricardo Osorio noch eine Einigung erzielt hätte werden sollen. Dieser hat Celozzi die letzten Spiele der vergangenen Saison gut vertreten und wollte ja eigentlich nicht weg. Auch über Christian Träsch würde ich auf dieser Position nachdenken, auch wenn Sami Khedira uns verlassen sollte. Sollte Gross seine beiden Außenbahnspieler noch bekommen, könnte man die Doppel-Sechs mit Kuzmanovic und Gentner besetzen und Träschi wieder nach rechts hinten beordern. Sonst müsste zwangsläufig ein Hochkaräter auf die Bank, was man eigentlich nicht machen kann, wenn alle fit und in Form sind. Egal, für wen sich aber Gross entscheidet, wie immer wünsche ich mir nur das Beste für den VfB und sollte Celozzi dem gerecht werden und sich noch steigern, werde ich ihn wie jeden anderen auch unterstützen.

Am Dienstag trainierte schließlich erstmals wieder Arthur Boka mit, dessen WM-Urlaub beendet ist. Er hatte natürlich an dem Vorrundenaus mit der Elfenbeinküste zu knabbern, die abermals die Erwartungen nicht erfüllen konnten. Allerdings hatten sie, wie schon 2006, als sie auf Argentinien, Serbien-Montenegro und Holland trafen, dieses Mal mit Brasilien und Portugal wieder Hämmer in der Gruppe, gegen die sie letztendlich bei der ersten WM auf dem afrikanischem Kontinent den Kürzeren zogen. Zudem bangt Boka um seinen Vater, der während seines Urlaubs schwer erkrankt ist.

Beim VfB kämpft Boka einen Kampf, der schon verloren scheint. Er muss sich auf der Linksverteidiger-Position mit Kristian Molinaro messen. Molinaro war der beste Bundesliga-Abwehrspieler der Rückrunde und ist schlichtweg eine Granate auf dieser Position. Für mich ein Fingerzeig in Bezug auf die Fähigkeiten von Christian Gross, war er doch der erste, der in Gross’ Ära geholt wurde. Boka ist aber auch keiner, den man dauerhaft auf die Bank setzt. Dafür ist er zu teuer. Was aber tun mit ihm? Ich sehe ihn durchaus auch im linken Mittelfeld, er könnte sich durch seine technischen Fähigkeiten auf der linken Seite gut mit Molinaro ergänzen und seine Defensivschwächen kaschieren.

Mit Beginn der Vorbereitung zur neuen Saison wurden vom VfB Daniel Didavi, Patrick Funk und Clemens Walch hochgezogen. Ob sie höheren Ansprüchen genügen, wird sich zeigen müssen. Bislang habe ich da meine Zweifel. Didavi traue ich den Sprung am ehesten zu, allerdings muss er noch körperlich zulegen und an Zweikampfhärte gewinnen. Seine technischen Fähigkeiten sind unbestritten, auch seine Standards kommen oft punktgenau. Er ist aber eher ein Typ Spielmacher, für den in unserem Spiel, siehe auch Elson, kein Platz ist. Für die linke Außenbahn ist er zu langsam. Er wird diese Saison Lehrgeld bezahlen und Edeljoker werden. Vielleicht kommt er das ein oder andere Mal herein und kann dem Spiel Impulse verleihen, wenn mal nach vorne überhaupt nichts geht.

Patrick Funk tat sich im Trainingslager auch als Standardspezialist hervor. Er ist aber ein weiterer Spieler, der um eine Position auf der Doppel-Sechs kämpft, dem Zentrum, das bei uns, auch wenn Sami Khedira uns verlässt, noch immer überfüllt ist.

Clemens Walch schließlich wäre ein Mann für die Außenbahn, wo ja händeringend jemand gesucht wird und die Konkurrenz ebenfalls sehr groß ist. Besonders aufgefallen ist er mir während des Trainingslagers nicht, er wirkte auf mich wie ein Platzhalter für die noch im WM-Urlaub verweilenden Spieler. Er ist mittlerweile 23 Jahre alt und müsste den Durchbruch jetzt schaffen, wenn er seiner Karriere einen Schub versetzen möchte.

Unser Maskottchen Fritzle ließ sich dann auch noch, ebenso wie unser Fanbetreuer Peter Reichert, am Trainingsplatz blicken. An diesem Tag machte sich eine Delegation auf in die Nachsorgeklinik Tannheim, der der VfB bei seinen Aufenthalten im Schwarzwald schon traditionell einen Besuch abstattet. Außer Fritzle und Peter Reichert bestiegen auch Christian Träsch, Marc Ziegler, Sebastian Rudy, Martin Harnik und Timo Gebhart den Kleinbus.

Bei der letzten Trainingseinheit in Donaueschingen am Mittwoch morgen stand noch ein lockeres Training mit Teambildungsübungen auf dem Programm, wo es lustige Figuren zu bestaunen gab. Die Spieler hatten dabei sichtlich Spaß.

Christian Gentner war die letzten Tage leicht angeschlagen und musste individuell trainieren. Er wird beim Testspiel gegen die Kickers ebenso fehlen, wie die erst zur Mannschaft gestoßenen Boka und Kuzmanovic, dem verletzten Delpierre und den WM-Urlaubern. Auch Sven Ulreich wird das Testspiel nicht bestreiten, er wird von Marc Ziegler vertreten.

Zum Abschluss, also vor unserer Rückfahrt nach Stuttgart, ließ ich mich noch mit meinen derzeitigen Lieblingsspielern Moli und Träschi ablichten. Da wir an diesem Mittwoch fast die letzten Mohikaner am Trainingsplatz waren, blieb auch noch Zeit für ein kurzes Gespräch mit den beiden.

Danach galt es Abschied nehmen von Donaueschingen. Schon abends hatten wir ja den nächsten Termin, Derby gegen die Kickers auf den Golan-Höhen im ungeliebten Degerloch.

Das Trainingslager war wieder sehr schön. Auch wenn mir die Gegebenheiten und auch die Umgebung in Leogang im letzten Jahr besser gefielen. Im nächsten Jahr dürfte wieder eine normale Vorbereitung stattfinden. Hoffentlich erreicht der VfB seine Ziele dann direkt und muss nicht bereits im Juli in die Qualifikation einsteigen. Dann klappt es vielleicht auch wieder mit einem Trainingslager in Österreich. So schön es auch war, richtige Urlaubsstimmung kommt doch nicht auf, wenn man gerade mal 1 1/2 Stunden von zu Hause weg ist.

Für uns stand danach wie gesagt das Derby gegen die Kickers an, darauf folgt ein Ruhetag und am Freitag geht es schon nach Hamburg. Mehr dazu demnächst an gleicher Stelle.

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28. Juli 2010

Beginn des Trainingslagers in Donaueschingen und WM-Halbfinale gegen Spanien

Durch die ereignisreichen letzten Wochen mit Donaueschingen, Hamburg und Grenchen kam ich leider nicht dazu, den ein oder anderen Bericht zu schreiben. Aufgrund der durchweg großen Hitze wurden die Trainingszeiten der Witterung angepasst, was für uns meist “früh aufstehen” hieß. Dann waren wir ja in der Gruppe unterwegs, so dass meistens irgend etwas auf dem Programm aufstand. Daher achtete ich lediglich darauf, zeitnah die Bilder der Trainingseinheiten und Testspiele online zu stellen und vernachlässigte meinen Blog. Dies möchte ich in den kommenden Tagen noch nachholen und meine Eindrücke der letzten drei Wochen schildern.

Letztes Jahr in Leogang waren wir erstmals bei einem VfB-Trainingslager dabei. Schon damals stand fest, dass es nicht unser letztes war. Zu schön waren die Eindrücke. Wir genossen es, so nah dran zu sein und die Arbeit, die in der Saisonvorbereitung geleistet wird, hautnah mitzubekommen. Wir lernten eine tolle Clique kennen, mit der wir in der letzten Saison sehr viel Zeit verbrachten, “den Trainingslagerstammtisch”. Wie der Name schon sagt, hat sich die Gruppe bei VfB-Trainingslagern gefunden und ist im Laufe der Jahre peu a` peu gewachsen. So manchem Bruddler, der meint, wir hätten nichts besseres zu tun, als dem VfB hinterher zu reisen, sei gesagt, dass der VfB sein Quartier meist in sehr schönen Regionen aufschlägt, wo allerhand unternommen werden kann.

In diesem Jahr erwies sich die Sommerplanung als sehr schwierig. Der VfB erreichte am letzten Spieltag der vergangenen Saison durch das 1:1 in Sinsheim gegen Hoffenheim als Tabellensechster die Qualifikation zur Europa League, was uns Qualifikationsspiele am 29.7 und 5.8. beschert, also mitten in der Saisonvorbereitung. Zusätzlich wird die Vorbereitung durch die Tatsache erschwert, dass Tasci, Khedira, Cacau und Boulahrouz im WM-Halbfinale standen und somit erst Ende Juli aus dem Urlaub zurückkehren. Die in der Vorrunde ausgeschiedenen Boka und Kuzmanovic stiegen bereits am 18. bzw. 19 . Juli wieder in den Trainingsbetrieb ein.

Aufgrund dieser Umstände entschloss sich der VfB gleich vier Trainingslager abzuhalten. Da war natürlich klar, dass wir nicht alles mitnehmen konnten in diesem Jahr. Ende Juni ging es nach St. Moritz, wo in erster Linie Teambuilding auf dem Programm stand und wenig mit dem Ball gearbeitet wurde. Vom 7.7. bis 14.7. ging es nach Donaueschingen, vom 20.-24.7. reiste der VfB-Tross nach Grenchen in die Schweiz, wo am 49. Uhren-Cup teilgenommen und in Solothurn trainiert wurde. Schließlich reist der VfB nach dem Europa League Qualifikationsspiel in Molde/ Norwegen direkt weiter zur Friedrichsruhe, wo der letzte Feinschliff einstudiert werden soll und auch die restlichen Nationalspieler, hoffentlich auch der von Real Madrid umworbene  Sami Khedira, zum Team stoßen werden.

Nachdem diese Planung irgendwann im Mai feststand, entschlossen wir uns, den VfB nach Donaueschingen und nach Grenchen zu begleiten. Nach Öhringen, wo der VfB bei seinem letzten Trainingslager in der Hohenlohe trainieren wird, werden wir sporadisch hinfahren, ob mit oder ohne Übernachtung überlegen wir uns noch.

Am 7.7. ging es also für uns los nach Donaueschingen, nachdem ich morgens noch die Fäden von einer Schleimbeutel-OP am Ellenbogen gezogen bekam. Die erste Nacht buchten wir, wie unser Stammtisch, im Hotel Hirschen im Zentrum von Donaueschingen. Ab der zweiten Nacht hatten Anita und ich dann eine Ferienwohnung in Bad Dürrheim gebucht. Die meisten anderen unseres Stammtisches erwarteten wir erst am Freitag zum Spiel gegen die Grasshoppers Zürich in Waldshut Tiengen, so dass wir zunächst “nur” zu sechst waren.

Wir testeten nach dem Einchecken im Hirschen natürlich als erstes den Biergarten und genossen bei großer Hitze erst einmal ein Fürstenberg-Radler und ließen ein erstes Gruppenbild machen.

Da wir am ersten Tag natürlich die Trainingszeiten noch nicht wussten, fanden wir uns gegen 16 Uhr beim Mannschaftshotel “Öschberghof” ein. Beruhigend war natürlich, dass der Mannschaftsbus und damit auch offensichtlich die Mannschaft bereits eingetroffen waren.

Wie wir erfuhren, waren wir etwas zu früh dran und hatten noch 1-1,5 Stunden Zeit bis zum Beginn des ersten Trainings im Schwarzwald. So setzten wir uns in den zum Hotel gehörenden “Hexenweiher”, um die Zeit zu überbrücken und bei brütender Hitze noch ein wenig Schatten abzubekommen. Herbert Rudel, Fotograf der Bildzeitung und vor allem Geli bestens bekannt, saß auch bereits dort und erklärte sich freundlicherweise bereit, ein nächstes Gruppenfoto von uns zu schießen. Die Preise im Hexenweiher waren erwartungsgemäß stattlich, so hätte ein Eiskaffee 7 Euro gekostet; so trank ich dann doch lieber erneut ein Radler.

Wenig später nahmen wir dann den Fußweg, zum Trainingsplatz vorbei am Golfplatz, in Angriff. Geli blies zur Begrüßung der Mannschaft dann zunächst einmal die Vuvuzela. Schließlich war ja noch WM und am Abend stand das Halbfinale Deutschland-Spanien an, dem wir alle entgegen fieberten.

Zu Beginn einer jeden Einheit bittet Trainer Christian Gross erst einmal das gesamte Team, inklusive aller Betreuer, einen Kreis zu bilden und klärt über die Trainingsinhalte des jeweiligen Tages auf.

Unser erster Weg eines jeden Trainingstages ist der, unsere Fahne, die wir im letzten Jahr fertigen ließen, zu platzieren. Diese sollte sich während der folgenden Wochen noch schön in Szene setzen.

Nach einer Laufeinheit und Koordinationsübungen stand noch ein kleines Trainingsspielchen auf dem Programm, wo Zweikampfverhalten trainiert wurde. Mehr als ein Aufgalopp war das erste Training nicht. Uns wurde schnell klar, dass es sicher eine heiße, im wahrsten Sinne des Wortes, Woche werden würde. Die Temperaturen sollen fast durchweg jenseits der 30° liegen, Schatten findet man auf dem Gelände des Trainingsplatzes allenfalls hinter den Toren und damit hinter den Fangnetzen, wo es sich allerdings schlecht fotografieren lässt. Diesbezüglich hatten wir in Leogang weitaus bessere Bedingungen.

Dass das Auftakttraining nicht übermäßig in die Länge geschoben wurde, lag sicherlich daran, dass die Mannschaft, wie auch wir, dem Halbfinale gegen Spanien entgegen fieberte. So fuhren wir schnell zurück zum Hotel, machten uns ein wenig frisch, und sicherten uns schon einmal die besten Plätze vor der Großbildleinwand im Hotel. Nach den großartigen Spielen gegen England und Argentinien waren wir sehr optimistisch, dass auch ein gegen Spanien ein Sieg drin war. Leider war dann gegen die Spanier nichts von dem zu sehen, was die deutsche Mannschaft zuvor so stark gemacht hatte. Dass das Fehlen des Shooting-Stars Thomas Müller schwer wiegen könnte, war mir vorher klar. Dass aber ohne jegliche Inspiration und Zweikampfhärte gespielt wurde und somit den Iberern in die Karten gespielt wurde enttäuschte mich doch schwer. Hoffnung hatte ich dennoch lang. Diese machte ich daran fest, dass nach der torlosen ersten Halbzeit Jogi Löw das Team noch einmal wachrütteln und der Schalter umgelegt werden kann. Doch auch in der zweiten Halbzeit änderte sich nichts. Und so kam es schließlich wie es kommen mußte. Puyol traf per Kopfball zur spanischen Führung. Danach plätscherte das Spiel dem abermaligen Halbfinal-Aus entgegen und Spanien triumphierte verdient. Dennoch hat Deutschland eine großartige, nicht für möglich gehaltene, WM gespielt. Wie vor vier Jahren waren wir erneut bis zum letzten WM-Wochenende dabei. Deutschland hat bei dieser WM einen erfrischenden Offensivfußball gespielt und war spielerisch die beste Mannschaft des Turniers. Im Halbfinale war leider Spanien die bessere Mannschaft. Die Spanier duselten sich ansonsten durchs Turnier, wie es früher die Deutschen machten, und waren da, als sie gefordert wurden. Nach der Auftaktniederlage gegen die Schweiz wäre ein Vorrunden-Aus möglich gewesen. Im zweiten Spiel gegen Honduras ließ sich David Villa zu einer Tätlichkeit hinreißen, die weder vom Schiedsrichter, noch nachträglich von der Sportsgerichtsbarkeit der FIFA geahndet wurde. Dass ausgerechnet Villa in den folgenden Spielen zur Lebensversicherung der Spanier werden sollte ist Ironie des Schicksals. Im dritten Spiel gegen die an sich bei dieser WM sehr spielstarken Chilenen, profitierte Spanien von einem ebenso unnötigen wie unmotivierten Herauslaufen des chilenischen Keepers, der es David Villa ermöglichte, aus 43 Metern aufs leere Tor und damit Spanien in Führung zu schießen. Dazu kam die harte Gangart der Chilenen, die bereits ab der 37. Minute zu zehnt spielen mußten und somit gegen die Dominanz der Spanier chancenlos waren. Im Achtelfinale war es erneut Villa, der aus schwer erkennbarer, aufgrund der Fernsehbilder aber doch klaren Abseitsstellung heraus, den Siegtreffer erzielte. Im Viertelfinale gegen Paraguay wurde erst ein korrektes Tor von Valdez für Paraguay nicht anerkannt. Als Paraguay dann einen Elfmeter, der verschossen wurde, bekam, hätte dieser aufgrund des in den Strafraumlaufens mehrerer Spieler wiederholt werden müssen. Schließlich war es wieder Villa, der Spanien in der 83. Min. erlöste. Mit diesen Ausführungen möchte ich aber behaupten, dass die Spanier ein unverdienter Weltmeister sind. Sie haben nach dem Titelgewinn bei der Euro 2008 fast durchweg überzeugt und ihre Spiele gewonnen. Dennoch wäre auf ein früheres Scheitern der Spanier möglich gewesen, was womöglich den Weg für Deutschland frei gemacht hätte. Allgemein haben die Schiedsrichter aber einen erheblichen Einfluss auf den Ausgang des Turniers genommen, was den Ruf nach technischen Hilfsmitteln, denen sich die FIFA bislang immer verschlossen hat, erneut lauter werden ließ.

Wir waren also restlos bedient an unserem ersten Tag in Donaueschingen und gingen dann auch relativ früh geschlossen auf unsere Zimmer.

Letztes Jahr in Leogang waren wir erstmals bei einem VfB-Trainingslager dabei. Schon damals stand fest, dass es nicht unser letztes war. Zu schön waren die Eindrücke. Wir genossen es, so nah dran zu sein und die Arbeit, die in der Saisonvorbereitung geleistet wird, hautnah mitzubekommen. Wir lernten eine tolle Clique kennen, mit der wir in der letzten Saison sehr viel Zeit verbrachten, “den Trainingslagerstammtisch”. Wie der Name schon sagt, hat sich die Gruppe bei VfB-Trainingslagern gefunden und ist im Laufe der Jahre peu a` peu gewachsen. So manchem Bruddler, der meint, wir hätten nichts besseres zu tun, als dem VfB hinterher zu reisen, sei gesagt, dass der VfB sein Quartier meist in sehr schönen Regionen aufschlägt, wo allerhand unternommen werden kann.

In diesem Jahr erwies sich die Sommerplanung als sehr schwierig. Der VfB erreichte am letzten Spieltag der vergangenen Saison durch das 1:1 in Sinsheim gegen Hoffenheim als Tabellensechster die Qualifikation zur Europa League, was uns Qualifikationsspiele am 29.7 und 5.8. beschert, also mitten in der Saisonvorbereitung. Zusätzlich wird die Vorbereitung durch die Tatsache erschwert, dass Tasci, Khedira, Cacau und Boulahrouz im WM-Halbfinale standen und somit erst Ende Juli aus dem Urlaub zurückkehren. Die in der Vorrunde ausgeschiedenen Boka und Kuzmanovic stiegen bereits am 18. bzw. 19. Juli wieder in den Trainingsbetrieb ein.

Aufgrund dieser Umstände entschloss sich der VfB gleich vier Trainingslager abzuhalten. Da war natürlich klar, dass wir nicht alles mitnehmen konnten in diesem Jahr. Ende Juni ging es nach St. Moritz, wo in erster Linie Teambuilding auf dem Programm stand und wenig mit dem Ball gearbeitet wurde. Vom 7.7. bis 14.7. ging es nach Donaueschingen, vom 20.-24.7. reiste der VfB-Tross nach Grenchen in die Schweiz, wo am 49. Uhren-Cup teilgenommen und in Solothurn trainiert wurde. Schließlich reist der VfB nach dem Europa League Qualifikationsspiel in Molde/ Norwegen direkt weiter zur Friedrichsruhe, wo der letzte Feinschliff einstudiert werden soll und auch die restlichen Nationalspieler, hoffentlich auch der von Real Madrid umworbene  Sami Khedira, zum Team stoßen werden.

Nachdem diese Planung irgendwann im Mai feststand, entschlossen wir uns, den VfB nach Donaueschingen und nach Grenchen zu begleiten. Nach Öhringen, wo der VfB bei seinem letzten Trainingslager in der Hohenlohe trainieren wird, werden wir sporadisch hinfahren, ob mit oder ohne Übernachtung überlegen wir uns noch.

Am 7.7. ging es also für uns los nach Donaueschingen, nachdem ich morgens noch die Fäden von einer Schleimbeutel-OP am Ellenbogen gezogen bekam. Die erste Nacht buchten wir, wie unser Stammtisch, im Hotel Hirschen im Zentrum von Donaueschingen. Ab der zweiten Nacht hatten Anita und ich dann eine Ferienwohnung in Bad Dürrheim gebucht. Die meisten anderen unseres Stammtisches erwarteten wir erst am Freitag zum Spiel gegen die Grasshoppers Zürich in Waldshut-Tiengen, so dass wir zunächst “nur” zu sechst waren.

Wir testeten nach dem Einchecken im Hirschen natürlich als erstes den Biergarten und genossen bei großer Hitze erst einmal ein Fürstenberg-Radler und ließen ein erstes Gruppenbild machen.

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Da wir am ersten Tag natürlich die Trainingszeiten noch nicht wussten, fanden wir uns gegen 16 Uhr beim Mannschaftshotel “Öschberghof” ein. Beruhigend war natürlich, dass der Mannschaftsbus und damit auch offensichtlich die Mannschaft bereits eingetroffen waren.

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Wie wir erfuhren, waren wir etwas zu früh dran und hatten noch 1-1,5 Stunden Zeit bis zum Beginn des ersten Trainings im Schwarzwald. So setzten wir uns in den zum Hotel gehörenden “Hexenweiher”, um die Zeit zu überbrücken und bei brütender Hitze noch ein wenig Schatten abzubekommen. Herbert Rudel, Fotograf der Bildzeitung und vor allem Geli bestens bekannt, saß auch bereits dort und erklärte sich freundlicherweise bereit, ein nächstes Gruppenfoto von uns zu schießen. Die Preise im Hexenweiher waren erwartungsgemäß stattlich, so hätte ein Eiskaffee 7 Euro gekostet; so trank ich dann doch lieber erneut ein Radler.

http://www.frankys-stadionpics.de/blog/wp-content/2010/07/P1380741.jpg

Wenig später nahmen wir dann den Fußweg, zum Trainingsplatz vorbei am Golfplatz, in Angriff. Geli blies zur Begrüßung der Mannschaft dann zunächst einmal die Vuvuzela. Schließlich war ja noch WM und am Abend stand das Halbfinale Deutschland-Spanien an, dem wir alle entgegen fieberten.

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Zu Beginn einer jeden Einheit bittet Trainer Christian Gross erst einmal das gesamte Team, inklusive aller Betreuer, einen Kreis zu bilden und klärt über die Trainingsinhalte des jeweiligen Tages auf.

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Unser erster Weg eines jeden Trainingstages ist der, unsere Fahne, die wir im letzten Jahr fertigen ließen, zu platzieren. Diese sollte sich während der folgenden Wochen noch schön in Szene setzen.

http://www.frankys-stadionpics.de/blog/wp-content/2010/07/P1380755.jpg

Nach einer Laufeinheit und Koordinationsübungen stand noch ein kleines Trainingsspielchen auf dem Programm, wo Zweikampfverhalten trainiert wurde. Mehr als ein Aufgalopp war das erste Training nicht. Uns wurde schnell klar, dass es sicher eine heiße, im wahrsten Sinne des Wortes, Woche werden würde. Die Temperaturen sollen fast durchweg jenseits der 30° liegen, Schatten findet man auf dem Gelände des Trainingsplatzes allenfalls hinter den Toren und damit hinter den Fangnetzen, wo es sich allerdings schlecht fotografieren lässt. Diesbezüglich hatten wir in Leogang weitaus bessere Bedingungen.

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