22. Mai 2018

Es hat nicht sollen sein!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , , – Franky @ 09:19

Völlig unerwartet haben die Bayern am Samstag nach dem Triple auch das Double verpasst und stehen nun als Dubbl da.

Die Bayern waren, wie schon gegen uns, ein Schatten ihrer selbst. Man merkt, dass sie in die Jahre gekommen sind und vor allem die Krücken in der Abwehr schnell vorgetragenen Konterangriffen nach einer langen Saison nicht mehr gewachsen sind. Wenn dann auch noch vorne ein inzwischen 35-jähriger Franck Ribéry weniger durch Tempodribblings denn durch bemitleidenswertes Hängenbleiben und sich fallen lassen auffällt und sich ein Lewandowski wohl endgültig bei einem Verein wähnt, der an der Championsleague nicht nur teilnehmen darf, sondern sie auch gewinnen kann, kommt es vor, dass die Bajuwaren nicht einmal mehr ihrem großen Trainer Jupp Heynckes einen würdigen Abschied zu bescheren imstande sind.

Wäre diese bittere Niederlage für die Bayern nicht schon bitter genug gewesen, verspielten sie nach dem Schlusspfiff weiteren Kredit, indem sie entgegen der Gepflogenheiten nicht bis zum Spalier geblieben sind, sondern beleidigt in den Katakomben verschwanden.

Für den Gipfel der Peinlichkeiten sorgte dann der selbsternannte beste Stürmer Deutschlands, indem er seine Silbermedaille respektlos ins Publikum warf. Da dieses Wurfgeschoss durchaus jemanden hätte schwer verletzen können, hoffe ich, dass der Sittenwächter unter den Fußballverbänden, der DFB, Ermittlungen aufgenommen hat und endlich auch Stadionverbote gegen die Rüpel auf dem Platz verhängt. Die Sportgerichtsbarkeit des DFB dürfte ohnehin allerhand zu tun haben und gegen sich selbst ermitteln, verhinderte er doch als Veranstalter das Einschmuggeln von Pyrotechnik beider Fanszenen ins Stadion nicht.

Jogi Löw darf sich bestätigt fühlen, den Flegel Sandro Wagner noch rechtzeitig vor der WM ausgebootet zu haben. Wagner war für mich ohnehin schon immer überschätzt und durfte sich glücklich schätzen, als Lückenbüßer beim Confed-Cup an der großen weiten Fußballwelt einmal schnuppern zu dürfen. Bei einem WM-Turnier aber, an dem sechs, sieben Wochen lang bestmögliche Harmonie innerhalb des Trosses herrschen sollte, kann man Stinkstiefel, die sich selbst über das Team stellen schlicht nicht gebrauchen.

Bayern-Niederlagen an sich sind ja schön, liefern sie doch Bilder der Bosse Rummenigge und Hoeneß zum Genießen, die man so schnell nicht vergisst.

Für mich als Fan, der den VfB gerne nächste Saison in der Europaleague-Qualifikation gesehen hätte, war es ohnehin befremdlich, den Bayern die Daumen drücken zu müssen. Fast grotesk war es dann, dass die Bayern in der letzten Minute der Nachspielzeit trotz Hinzuziehens des Video-Assistenten einen glasklaren Elfmeter nicht zugesprochen bekamen und somit das letzte Fünkchen Hoffnung auf eine EL-Teilnahme zerplatzt war. Dass in gefühlt tausend Jahren bei einem Spiel ohne VfB-Beteiligung EINMAL der FC Bayern benachteiligt wird und der VfB der Dumme ist, ist an Absurdität kaum zu überbieten.

Unabhängig davon, dass die Europaleague in der kommenden Saison ohne den VfB stattfinden wird, gönne ich der Frankfurter Eintracht den Pokalsieg von Herzen. Genau 30 Jahre nach dem letzten Triumph wieder ein Titel, der in die Mainmetropole geht, herzlichen Glückwunsch. Wenn man die Bilder der Triumphfahrt vom Flughafen zum Römer gesehen hat, wie eine ganze Stadt den Helden von Berlin huldigte, konnte man sich eigentlich nur mitfreuen.

Da der VfB die EL-Teilnahme nicht mehr in der eigenen Hand hatte und auf „fremde“ Ergebnisse angewiesen war, hält sich meine Enttäuschung in Grenzen. Bitter ist es eben, dass die Bayern wohl in zehn Versuchen gerade eines solcher Endspiele gegen einen absoluten Underdog vergeigen und das ausgerechnet dann, wenn der VfB durch einen Bayern-Sieg in den Europapokal einziehen würde.

Hätten wir uns qualifiziert, hätte es mich sehr gefreut. Vor allem den VfB auswärts, ob auf den Balkan, in den Ostblock oder nach Skandinavien zu begleiten und zu repräsentieren, danach lechzt vor allem der Allesfahrer nach fünf Jahren europäischer Abwesenheit geradezu.

Das demütige Gerede vieler, Europa käme zu früh, wir müssten schauen, wo wir herkommen und davon, dass wir als EL-Teilnehmer erster Abstiegskandidat seien, ist für mich großer Quatsch. Da hat wohl die jahrelang von oben herab gepredigte Demut, das sich retten von einem Übergangsjahr zum nächsten auf weite Teile der Fans abgefärbt.

Für mich zerbrechen sich da zu viele den Kopf der Vereinsführung. Diese hätte einen Kader auf die Beine stellen müssen, der der Doppelbelastung sowohl physisch als auch mental gewachsen gewesen hätte sein müssen, während der Fan sich doch einfach mal über die Abwechslung und das Privileg Deutschland international vertreten zu dürfen, hätte freuen können.

Pragmatisch wie ich bin sehe ich natürlich auch Positives an der Nichtteilnahme. Die Heimspiele vor 15.000 Zuschauern hätten mich weniger erfreut, ebenso wie die vielen Sonntag- oder gar Montagspiele, die eine Teilnahme zur Folge gehabt hätte. Auch dass Leipzig diese Ochsentour ab Ende Juli jetzt bestreiten „darf“ und mit ihren handgezählten „Fans“ auf Fanszenen, die nicht „ohne“ sein dürften, treffen wird, das gönne ich ihnen. Denke, die sind weitaus weniger begeistert, als wir es gewesen wären.

Die Saison 2017/2018 ist nun Geschichte, nachdem sich gestern auch der VfL Wolfsburg den Verbleib in der Liga gesichert hat. Wann werden diese unsäglichen Relegationsspiele endlich wieder abgeschafft? Es ist ein ungleicher Kampf, in dem sich fast immer der Bundesligist durchsetzt und für seine grottenschlechten Darbietungen letztlich noch belohnt wird, während der unterlegene Zweitligist danach fast immer mit einem großen personellen Aderlass zu leben hat und nicht selten in der Folgesaison gegen den Abstieg kämpft oder gar absteigt, siehe Eintracht Braunschweig.

Für den VfB endete die Saison auf einem für einen Aufsteiger hervorragenden siebten Platz, wenngleich nach dem letzten Aufstieg sogar Platz vier heraussprang. In den allgemeinen Tenor „danke für eine geile Saison“ möchte ich jedoch nicht einstimmen, weil in der schwächsten Bundesliga aller Zeiten noch bedeutend mehr drin gewesen wäre. Ohne Zweifel, die Rückrunde war richtig geil, sensationell sogar, doch, um die Saison komplett zu bewerten gehören aber nun mal zwei Halbserien.

Die Vorrunde hat mir nämlich eher wenig Spaß bereitet. Ein einziger Auswärtspunkt und destruktiver Fußball über fast das gesamte Halbjahr bleiben hängen. Im Nachhinein betrachtet erfolgte der Trainerwechsel zu spät und wurde nur so lang hinausgezögert, weil der Heimnimbus oder auch der ordentliche Auftritt zu Hause gegen die Bayern Hannes Wolf ein ums andere Mal retteten.

Schade, dass Wolf offensichtlich zu großen Respekt vor dieser Liga hatte und nicht mutiger spielen ließ. So begann man meist erst mit Offensivfußball, als das Kind bereits im Brunnen lag, sprich, man einem Rückstand hinterherlaufen musste. Das Positivste an der Vorrunde war noch, dass man der einen oder anderen Negativserie ein Ende setzte, ob Wolfsburg, Augsburg oder Köln, seit dieser Saison sind diese keine Angstgegner mehr.

Die Rückrunde allerdings hat dann gerockt, vor allem das Ende, so dass ich es jetzt schon kaum erwarten kann, bis es Ende August endlich wieder weitergeht. Die Auftritte, der Zusammenhalt des Teams und auch die individuelle Klasse einiger lassen mich hoffnungsfroh auf die neue Saison blicken. Noch immer hoffe ich, dass Holger Badstuber bleibt und für Pavard nicht ein unmoralisches Angebot ins Haus flattert, bei dem der VfB nicht anders kann, als dieses anzunehmen und den Franzosen ziehen zu lassen. Hier ist die Fußball-AG gefragt, ihren hehren Versprechungen vor der Ausgliederung Taten folgen zu lassen und die derzeit funktionierende Mannschaft zusammenzuhalten. Dann und ergänzt durch „interessante Neuzugänge“ stünde ein vielversprechendes Gerüst, so dass wir uns vor den wenigsten Bundesligisten verstecken müssten.

Von der vergangenen Saison in Erinnerung bleiben, dürfte am nachhaltigsten die Einführung des Videoassistenten. Der VfB hat von ihm profitiert, wie kaum ein anderes Team. Vor allem nach dem Heimspiel gegen Köln stellte ich mir die Frage, ob es denn gerechter gewesen wäre, durch einen unberechtigten Elfmeter kurz vor Schluss zu verlieren, anstatt dieses gefühlt ewige Warten auf eine endgültige Entscheidung in Kauf zu nehmen. Die Geschichte ist bekannt, der Elfer für Köln wurde zurückgenommen und im Gegenzug gelingt Akolo durch ein Kullertor der Siegtreffer für den VfB.

Ich war schon immer ein Verfechter des Videobeweises, gerade wegen solcher Szenen und weil im Fußball einzelne Tore über Millionen entscheiden können. Auf der anderen Seite ist der Videobeweis, wie er in der Premierensaison praktiziert wurde, eine einzige Farce.

Die Entscheidungen dauern zu lang und es ist oft nicht einheitlich, wann sich der Mann am Ohr denn zu melden hat. Emotionen gehen verloren, weil man kaum mehr unvermittelt jubeln kann, sondern erst noch abwarten muss, ob der Referee ein Signal bekommt. Das Problem am Videoassistenten ist, dass dieser eben auch nur ein Schiedsrichter ist, der schon auf dem Platz nicht den richtigen Durchblick hat. Wird dann auch noch ein und dieselbe Szene von drei Schiedsrichtern dreimal verschieden bewertet, kann die beste technische Neuerung nicht funktionieren. Bestes Beispiel das Pokalendspiel, der eine gibt den Elfer, der andere nicht, also sind wir genauso weit wie ohne Videobeweis, so dass man diesen in dieser Form schleunigst wieder abschaffen sollte.

Schauen wir, wie sich der Videoassistent bei der WM, wo in der Regel bessere Schiedsrichter eingesetzt sind, bewähren wird. Meine Vorfreude auf die WM in Russland hält sich noch in Grenzen. Immer neue Vorwürfe über Staatsdoping, Einschränkung der Pressefreiheit und eine FIFA, die das alles nicht anzugehen scheint, weil es schließlich völlig egal ist, wie schmutzig das Geld ist, das man „verdient“.

Dazu eine deutsche Mannschaft, in der, nicht nur die Bayern, die Protagonisten auf dem Zahnfleisch daher kommen. Ich hoffe, Jogi Löw bringt die Truppe, wie es ihm bislang immer gelungen ist, auch dieses Mal rechtzeitig wieder auf Vordermann.

Zudem ist es mir sauer aufgestoßen, dass der DFB die Herren Özil und Gündogan nach deren Treffen mit „ihrem Präsidenten“ nicht suspendiert hat. Ich bin ohnehin noch vom alten Schlag und spreche von der Nationalmannschaft und nicht von „Die Mannschaft“, so erwarte ich, dass Spieler, die den Adler auf der Brust tragen, sich mit den Gepflogenheiten und Werten unseres Landes identifizieren und sich mindestens genauso deutsch wie türkisch fühlen, die Entscheidung für Deutschland also nicht nur wegen der größeren Erfolgsaussichten getroffen wurde.

Dass diese sich vor den Wahlkampfkarren von Erdogan spannen lassen, einem Despoten, der keine Gelegenheit auslässt über Deutschland zu wettern und unser Land mit dem Nasenring durch die Manege zieht, dafür fehlen mir die Worte. Dass sich die beiden, immerhin erwachsenen, Männer der Tragweite ihres Handelns nicht bewusst waren, kann mir keiner erzählen.

Das nationale Interesse des Traums von der Titelverteidigung muss derart groß sein, dass sich selbst unser Bundespräsident instrumentalisieren lässt, schön Wetter zu machen und diese beiden Integrationsaushängeschilder medienwirksam ins Schloss Bellevue einlädt. Wie lang dauert es eigentlich beim Otto-Normalverbraucher, einen Termin beim Staatsoberhaupt zu bekommen?

Ich für meinen Teil möchte diese beiden nicht mehr im Nationalelftrikot sehen und hoffe, dass die deutschen Fans sie gnadenlos auspfeifen werden. Es widerstrebt zwar meinem Naturell, eigene Spieler während des Spiels auszupfeifen, doch hier sehe ich keine andere Möglichkeit, dem DFB und den beiden Spielern klarzumachen, dass der mögliche sportliche Erfolg nicht über allem steht.

Löw hat, man denke nur an Kuranyi und Kruse, Spieler wegen vergleichsweiser Lappalien aus dem Dunstkreis der Nationalmannschaft verbannt. Hier und jetzt, wenn ein Exempel statuiert werden müsste, kneift der gute Jogi, handelt es sich doch um vermeintliche Schlüsselspieler. Fußball ist halt doch nur ein verlogenes Geschäft.

Ich wünsche Euch eine schöne Sommerpause und mir einen nicht allzu heißen Sommer. Macht’s gut, man sieht und liest sich!

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12. März 2017

Ein 1:1 der anderen Art

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , – Franky @ 15:24

Es ist schon faszinierend, wie sich binnen vier Tagen ein und dasselbe Ergebnis so grundverschieden anfühlen kann. Hat man bei heimstarken Braunschweigern in Unterzahl bravourös einen Punkt erkämpft und einen direkten Kontrahenten auf Distanz gehalten, kam man gegen eine graue Maus der Liga zu Hause nicht über eine Punkteteilung hinaus.

Immerhin kamen die Bochumer als Tabellenzwölfter und derzeit tabellarisch jenseits von Gut und Böse stehendes Team zum Tabellenführer, was sollte da also schon schief gehen? Als wir vor dem Spiel zusammensaßen und dem Spiel entgegenfieberten, fiel dennoch schon die Befürchtung, dass es ein schwieriges Spiel werden könnte, an dessen Ende man sich möglicherweise mit einem Punkt zufrieden geben müsse. Warum? Einfach weil die Bochumer taktisch hervorragend agieren und ein sehr unangenehmes Pressing spielen und es fraglich sei, was der VfB dem, das Montagspiel noch in den Knochen, entgegen setzen werde können.

Der Taktikblogger Jonas Bischofsberger formulierte dies hinterher bei STN online so: „Am Freitagabend erwartete den VfB die taktisch wohl komplizierteste Herausforderung der Saison gegen den VfL Bochum. Gertjan Verbeeks VfL Bochum hebt sich mit mutigem Offensivfußball, extremer Mannorientierung und hohem Pressing deutlich von den anderen Mannschaften der Liga ab“. So entwickelte sich ein Spiel, indem sich der VfB der Manndeckung der Bochumer kaum entziehen konnte, zumal in den ersten dreißig Minuten Bewegung im Stuttgarter Spiel fehlte. Wenn mal ansatzweise Kombinationsfußball versucht wurde, wurden diese Bemühungen jäh durch taktische Fouls der Bochumer gestoppt. Der Schiedsrichter „Meister Proper“ Benedikt Kempkes, erst in seinem sechsten Zweitligaspiel, war äußerst gnädig bei der Vergabe persönlicher Strafen, bei härterem Durchgreifen hätten die Bochumer mit dieser Gangart das Spiel nie und nimmer zu elft beendet.

Dem VfB fehlte spürbar die Frische und er musste nach der gelb-roten Karte von Kamiński in Braunschweig zudem die zuletzt eingespielte Viererkette sprengen. Ehe man sich auf das harte Bochumer Spiel richtig einstellen konnte und sich versah, lag man auch schon mit 0:1 in Rückstand.

Aus einer Kontersituation heraus, in der Emiliano Insúa nicht schnell genug zurück eilte, offenbarten sich auch just Abstimmungsprobleme zwischen Timo Baumgartl und Benjamin Pavard. Letzterer orientierte sich in die Mitte und stand Timo Baumgartl auf den Füßen anstatt sich links zu Losilla hin zu bewegen. Dieser stand dadurch mutterseelenallein stand und konnte problemlos zur Führung einschieben. Auf eine Reaktion der Mannen von Hannes Wolf wartete man als VfB-Fan vergeblich, im Gegenteil, Mlapa und Wurtz verpassten es, die Bochumer Führung höher zu schrauben, so dass wir nach einer halben Stunde mit dem 0:1 noch sehr gut bedient waren.

Erst als Hannes Wolf in der 31. Minute reagierte und Matthias Zimmermann für den dieses Mal schwach agierenden Anto Grgić brachte, wurde das VfB-Spiel griffiger und zielstrebiger. Grgić schmeckte die Manndeckung der Bochumer überhaupt nicht, so dass seine Auswechslung nachvollziehbar war. Bis zum Pausenpfiff hatte der VfB dann auch die große Ausgleichschance durch Takuma Asano, der das Gehäuse mit einem Schuss aus der zweiten Reihe nur knapp verfehlte.

Zur zweiten Hälfte riss der VfB das Spiel zwar mehr und mehr an sich, musste bei Bochumer Kontern aber weiterhin hellwach und auf der Hut sein. Klare Torchancen der Brustringträger blieben Mangelware. Auch nach den Einwechslungen von Ginczek und Maxim änderte sich zunächst wenig an der Ideenlosigkeit, es fiel den Jungs vom VfB nach wie vor schwer gegen den kompakten VfL klare Chancen herauszuspielen.

Just jenen Moment, in dem die Bochumer wegen einer Behandlungspause des ehemaligen VfBlers Tim Hoogland nur zu zehnt auf dem Feld standen, nutzte der VfB mit einem schnell hervor getragenen Angriff zum Ausgleich. Carlos Mané wurde von Terodde steil geschickt, drang bis zur Grundlinie vor und passte scharf in die Mitte, wo Daniel Ginczek stand und nur noch den Fuß hinhalten musste. Tonnenschwere Steine hörte man im weiten Rund plumpsen. Die Hoffnung, doch noch den Heimsieg einzufahren, war zurückgekehrt. Da die Bochumer bereits drei Mal ausgewechselt hatten, schleppte sich Hoogland bis zum Schluss durch, was der VfB jedoch zu keinem weiteren Treffer nutzen konnte.

Für Daniel Ginczek war es nach seiner schier endlosen Verletzungspause sein erstes Pflichtspieltor seit dem 26.09.2015, damals beim 1:3 gegen Borussia Mönchengladbach am 7. Spieltag der Vorsaison. Wohl jeder im Stadion gönnte ihm diesen Moment und hofft darauf, dass bei ihm nun endgültig der Knoten geplatzt ist. Er macht eine schwierige Phase durch, weil er sich schon weiter sieht als es Hannes Wolf tut und dieser wohl kaum zum System mit zwei Spitzen wechseln wird. Simon Terodde herauszunehmen verbietet sich aufgrund seiner Leistungen von selbst, zudem arbeitet Terodde noch mehr fürs Team als es Daniel Ginczek tut. Dieser wollte im Anschluss dann auch zu viel und verzettelte sich lieber in einer Einzelaktion als den besser postierten Mitspieler zu sehen. Diesen Egoismus, der sicherlich auch in seiner Ungeduld begründet liegt, wird ihm Hannes Wolf hoffentlich für die nächsten Spiele austreiben.

Insgesamt zeigte der VfB zu wenig von dem, was ihn in den Wochen zuvor stark gemacht hat. Terodde schien mit seiner Gesichtsmaske im wahrsten Sinne des Wortes der Durchblick zu fehlen, ein Mittelfeld war kaum vorhanden und die Müdigkeit und die daraus resultierende Schwierigkeit, aufopferungsvoll verteidigende Bochumer in größere Gefahr zu bringen, ließen sich einfach nicht verleugnen.

Von Alexandru Maxim, der zuletzt überhaupt nicht mehr im Kader stand und erst zu seiner zweiten Einwechslung im Kalenderjahr 2017 kam, war ich gelinde gesagt enttäuscht. Ob es die Vorgabe vom Trainergespann war, auf links außen festzukleben, weiß man natürlich nicht. Dennoch hätte ich von ihm, der der mit Abstand frischeste Spieler hätte sein müssen, mehr erwartet, nämlich, dass er sich die Bälle weiter hinten abholt, wenn sie schon nicht von selbst zu ihm kommen. Mit dieser „Leistung“ konnte er keine Eigenwerbung für weitere Einsätze in den nächsten Spielen betreiben.
Auch wenn ich mich normalerweise zurück halte, was das Klagen über die Belastung von Profifußballern angeht und Gründe von schlechten Spielen selten darin suche, grenzte diese Ansetzung Freitags nach einem Montagsspiel schon fast an Wettbewerbsverzerrung.

Während Bochum zwischen dem Freitagspiel zu Hause gegen Fortuna Düsseldorf und dem Spiel den Freitag darauf beim VfB eine ganze Woche Zeit zur Regeneration und Vorbereitung zur Verfügung hatte, blieben dem VfB gerade einmal vier Tage Zeit, inklusive der Rückreise aus Braunschweig.
Der VfB hatte dabei nicht nur eine der weitesten Reisen, die die Liga zu bieten hat, zu bewältigen, sondern auch ein schwieriges Spiel bei einem Spitzenteam, bei nasskaltem Wetter, auf tiefem Geläuf, welches als Rasen zu bezeichnen noch geschmeichelt wäre, und wo man zudem aufgrund der zu harten gelb-roten Karte für Marcin Kaminski fast fünfzig Minuten in Unterzahl alles reinwerfen musste, was die geschundenen Körper hergaben.

Dass Trainer Hannes Wolf auf der Prä-Spieltags-Pressekonferenz das Montagspiel als mögliches Alibi für eine schlechte Leistung gegen Bochum nicht gelten lassen wollte, ehrt ihn zwar, es ist aber nicht von der Hand zu weisen, dass diese Tatsache für das Spiel gegen die Pressingmaschinen des VfL Bochum bei der Analyse durchaus herangezogen werden kann und einen Nachteil bedeutete. Einem defensiv stark arbeitenden und kompakt stehenden Kollektiv wie dem der Bochumer ist am ehesten, wie beim Ausgleich kurz aufgeflammt, beizukommen, wenn schnell gespielt wird. Dieses schnelle Offensivspiel, das der VfB in dieser Saison immer wieder phasenweise herausragend gezeigt hat, bedingt geistige und körperliche Frische, die am Freitag einfach nicht da waren.

Da der VfB in dieser Saison bereits zum zweiten Mal nach einem Montagspiel freitags ran musste und zum zweiten Mal seine „normale“ Leistung dabei nicht abrufen konnte (im August 0:1 in Düsseldorf), interessierte es mich, wie es um die anderen Vereine, die nach einem Montagspiel freitags schon wieder ran mussten, bisher bestellt war. Und siehe da, elf Spiele, ein Sieg, drei Remis, jedoch sieben Niederlagen stehen zu Buche für die so belasteten Mannschaften. Dabei stechen außer unseren Punktverlusten, die ohnehin stets ungewöhnlich anmuten, das 1:4 von Hannover 96 in Fürth und ein 0:3 vom 1. FC Union Berlin in Heidenheim heraus.

So bringt es den VfB zwar nicht weiter, über solche Ansetzungen, die es auch in Zukunft geben wird, zu lamentieren, aber, man muss Niederlagen, die ihre Ursache möglicherweise mit in einer solchen Terminierung haben, auch nicht überbewerten. Ein Vergleich mit dem Europapokalmodus, der gerne herangezogen wird, verbietet sich sowieso, weil die meisten Zweitligakader nicht breit genug aufgestellt sind, um ausreichend rotieren zu können.

In Anbetracht dieser Widrigkeiten fühlt sich ein Punkt gegen Bochum zu Hause zwar immer noch nicht viel besser an, wird aber pragmatisch an- und mitgenommen. Es handelte sich auf jeden Fall um ein gerechtes Ergebnis, das sich die Bochumer redlich verdient haben. Der Bochumer Trainer Gertjan Verbeek bleibt damit gegen den VfB ungeschlagen, ob als Trainer vom VfL Bochum, dem 1. FC Nürnberg oder auch 2004 in der Europa League mit dem SC Heerenveen.

In der Fangemeinde gehen die Meinungen auseinander, ob man sich daran erfreuen sollte, dass wir in der Rückrunde noch ungeschlagen sind (5 Siege, 2 Unentschieden) oder ob schon sämtliche Alarmglocken schrillen sollten, weil wir zuletzt zwei Mal in Folge nicht gewonnen haben.
Ich bin zwar auch ein gebranntes Kind, der Absturz letzte Saison nach kurzem Zwischenhoch ist schließlich noch sehr präsent, und doch lehne ich Vergleiche mit der Vorsaison kategorisch ab.

Zum einen spielen wir inzwischen eine Liga tiefer, die Gegner sind entsprechend schwächer. Zum anderen wurschteln auf dem Wasen nicht mehr Kramny und Dutt vor sich hin, die mit freien Tagen um sich werfen und das Team am Ballermann auf die entscheidenden Wochen einstimmen, sondern es ist Seriosität eingekehrt. Jan Schindelmeiser und Hannes Wolf werden wachsam bleiben und nicht nachlassen, die Konzentration hochzuhalten.

Für mich ist auch nach diesen zwei sieglosen Spielen noch nicht allzu viel passiert, auch wenn die Konkurrenz etwas näher gerückt ist. Daher ist es mir weiterhin nicht bange und ich bin zu 100% überzeugt, dass wir am Ende relativ ungefährdet aufsteigen werden.

Die Zuschauer werden die Mannschaft weiter von Sieg zu Sieg tragen und Erstligaflair ins Neckarstadion hinein tragen. 45.300 Zuschauer auch zu dieser frühen Anstoßzeit am Freitagabend unterstreichen den Rückhalt, den die Truppe heute und schon die ganze Saison über genießt.

Erfreulich empfand ich es, dass die Personalie Kevin Großkreutz überhaupt keine Rolle mehr spielte, zumindest habe ich kein einziges Banner in diese Richtung gesehen. Das Thema ist abgehakt und lediglich ein paar Wichtigtuer, für die einzelne Spieler über dem Verein stehen, geben noch nicht auf, von einer Rückholaktion zu träumen.

Die nächsten beiden Heimspiele gegen Dynamo Dresden und die Abordnung aus Ostfrankreich werden auf jeden Fall ausverkauft sein, danach steht zu Hause dann noch das Gipfeltreffen mit dem 1. FC Union Berlin an, das schon wegen der Tabellensituation hochfrequentiert sein dürfte, ehe Erzgebirge Aue im Neckarstadion antritt.

Bis dahin fließt zwar noch viel Wasser den Neckar hinunter und doch träume ich auch da von einem ausverkauften Haus, nämlich dann, wenn das Timing so passen würde, pünktlich zu diesem Spiel den Aufstieg perfekt machen zu können. Das allerletzte Saisonspiel gegen die Würzburger Kickers ist ohnehin ein Selbstläufer, so dass der VfB die Saison mit einem Zuschauerschnitt von über 50.000 abschließen könnte. Kein Mensch hätte nach dem Abstieg mit einem solch immensen Zuspruch, trotz der oft unsäglich blöden Anstoßzeiten, gerechnet.

Meine Aufstiegshoffnungen sind nach den beiden sieglosen Spielen zuletzt jedenfalls nicht gedämpfter als davor. Dass kein Spiel in der 2. Liga ein Selbstläufer ist, wissen wir seit es los ging, dass der Weg zum Aufstieg steinig und schwer werden würde, war auch bekannt. Dies reflektiert doch schon allein, dass kein Mensch erwarten kann, dass wir jedes Spiel gewinnen und mit Siebenmeilenstiefeln durch die Liga eilen. Punkteteilungen, ja, vielleicht sogar auch mal wieder eine Niederlage, gehören dazu und werden das Team nicht umwerfen. Jetzt hat man fast eine Woche lang Zeit, die Wunden von Braunschweig und Bochum zu lecken und in Fürth mit neuer Kraft anzugreifen. Ich bin dabei, bleibe optimistisch und freue mich darauf.

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7. Oktober 2016

Der VfB vor der Mitgliederversammlung

Wie aus einem Guss!

Oh wie ist das schön, wann hat man diesen Freudengesang zuletzt im Neckarstadion gehört? Gut, vermutlich gegen Hoffenheim, dem bis dato letzten Bundesligasieg und doch fühlt sich die Darbietung vom Montag anders an. Dieser deutliche Sieg verheißt einen Neuanfang, macht Lust auf mehr, könnte eine neue, erfolgreichere Epoche, einleiten. Alles neu, macht der Wolf!

Der VfB musste vor dem Aufeinandertreffen mit der SpVgg Greuther Fürth einige personelle Nackenschläge verkraften. Der wegen Ginczeks andauernder Absenz einzige Stoßstürmer, Simon Terodde, musste wegen eines „kleinen“ Muskelfaserrisses passen und Tobias Werner fehlte wegen muskulärer Probleme im Adduktorenbereich.

Mit Verletzungen muss man leben, mit Verletzungen muss man rechnen, dafür ist der Kader breit zusammengestellt! Dass einem aber mitten im Ligabetrieb Spieler zu ihren Nationalmannschaften abgezogen werden, hat mit einem fairen Wettbewerb nichts mehr zu tun. Takuma Asano wurde vom japanischen Verband angefordert, was die Personalnot im Offensivbereich weiter verschärfte. Auch die Österreicher hatten kein Erbarmen mit dem VfB und beorderten Florian Klein pünktlich zum Treffpunkt der Alpenrepublik.

Dessen Ausfall wiegt bei weitem nicht so schwer wie der von Asano, nicht nur weil bei Klein Welten zwischen eigener Wahrnehmung und Wirklichkeit liegen, sondern auch weil der VfB auf der rechten Seite mit Jean Zimmer, Kevin Großkreutz und Matthias Zimmermann personell ausreichend bestückt ist.

Nachdem unser neuer Trainer Hannes Wolf gegen Bochum wegen Zeitmangels weitestgehend auf die unter Olaf Janßen eingespielte Formation vertraute und die Jungs mit zu viel Neuem nicht überfordern wollte, lagen nun zwischen dem Remis im Ruhrstadion zu Bochum und dem Aufeinandertreffen am Tag der Deutschen Einheit gegen das Kleeblatt neun Tage. Zeit genug, das Team kennenzulernen, sich einen Eindruck zu verschaffen und mit diesen Erkenntnissen das optimale Team für Fürth auszutüfteln.

Auch wenn man geneigt war zu sagen, die Mannschaft stelle sich wegen der Ausfälle von selbst auf, bewies Hannes Wolf Mut. Sowohl Carlos Mané als auch Benjamin Pavard gaben (endlich) ihr Debüt im VfB-Dress. Unter anderem an diesen beiden Spielern hatte sich der Streit zwischen Ex-Coach Jos Luhukay und Sportdirektor Jan Schindelmeiser entladen. Schindelmeiser begründete deren Verpflichtung damit, dass er an die Zukunft des Vereins denken müsse, während Luhukay lieber alte Weggefährten geholt hätte.

So war Jos ein Dorn im Auge, dass sich durch die Neuzugänge die im Kader vertretenen Nationalitäten auf 16 erhöht hätten, worauf er eine Integrationsphase von zwei Monaten prophezeite. Dass die Fußballersprache aber international ist und sich gute Fußballer in jede Mannschaft der Welt einfügen und zurechtfinden, unterstrichen die beiden gegen Fürth eindrucksvoll.

Da wegen der Ausfälle nur noch ein echter Stürmer zur Verfügung gestanden war, entschied sich Hannes Wolf dafür, Borys Tashchy in der Hinterhand zu halten und stellte stattdessen Youngster Berkay Özcan in die vorderste Front.

In der Abwehr erhielt Benjamin Pavard den Vorzug vor Toni Šunjić. Hannes Wolf nimmt man es als bisherigem BVB-Jugendtrainer ab, dass er den vermutlich zukünftig in der Satzung verankerten Leitsatz „Der VfB ist die Heimat der Jungen Wilden und bleibt eine Talentschmiede – wir setzen Vertrauen in den eigenen Nachwuchs“ konsequent beherzigen wird.

Wolf bewies somit bereits in seinem ersten „echten“ Spiel auf der VfB-Bank Mut und schenkte der Jugend sein Vertrauen.

Dass wir seit Jahren ein eklatantes Abwehrproblem haben, ist hinlänglich bekannt. Dass man sich schon längst einen alten Hasen an die Seite von Timo Baumgartl gewünscht hätte, auch. Wenn aber der junge und mit wenig Spielpraxis angetretene Benjamin Pavard seine Leistung vom Montag regelmäßig auch nur annähernd abruft, wäre dieses Abwehrproblem endgültig gelöst.

Mit der Rückkehr Timo Baumgartls kehrte ohnehin etwas mehr Stabilität ins VfB-Spiel ein, auch ihm sind die zehn Punkte aus den letzten vier Spielen maßgeblich mit zu verdanken. Wie aber Pavard sein Debüt zelebrierte, dafür fehlen mir auch nach einigen Tagen Abstand fast noch die Worte.

Was der Junge machte, hatte Hand und Fuß! Sensationell sein Vertikalpass über 50 Meter in den Lauf von Carlos Mané, aus dem das 1:0 schon in der zweiten Spielminute resultierte. Darüber hinaus bestach Pavard durch eine kluge Spieleröffnung und eine gute Technik. In der Defensivarbeit gefiel mir seine Körpersprache, wie er sich den Gegnern in den Weg stellte und dabei einen grimmigen Blick aufsetzte, der dem Gegenspieler gleich einmal suggerierte, „mit mir ist heute nicht gut Kirschen essen“. Ganz großes Kino was dieser Junge bot, verknüpft mit der großen Hoffnung, dass die Tage eines Toni Šunjić in der Stammelf endgültig gezählt sein dürften. Das i-Tüpfelchen und die Krönung einer überragenden Leistung setzte er mit seinem 3:0, welches er mit einer Dynamik erzielte, die man beim VfB schon lange nicht mehr gesehen hatte.

Auch Carlos Mané legte bei seinem ersten Einsatz im Brustring-Trikot los wie die Feuerwehr. Dem schnellen 1:0 ließ er nur zwei Minuten später das 2:0 folgen. Nicht nur wegen seiner beiden Tore war Mané eine absolute Bereicherung im VfB-Spiel. Pfeilschnell und spielintelligent, kaltschnäuzig im Torabschluss und (wenn Terodde und/ oder Ginczek wieder fit sind) auch ein guter Vorbereiter. Aus höchster Bedrängnis vermag er sich zu befreien und noch brauchbare Flanken in die Mitte zu schlagen, dieser Auftritt machte Lust auf mehr. Zusammen mit Kevin Großkreutz gab er auf der rechten Seite ein starkes, technisch beschlagenes Duo ab.

Anto Grgić schließlich, auch einer der schwer integrierbaren Neuen, bereitete das 4:0 durch Gentner wegen seiner Beharrlichkeit vor, als er einem scheinbar schon verlorenen Ball noch einmal nachsetzte, und dem Kapitän die Gelegenheit eröffnete, etwas für seine eigene Statistik zu tun.
Gentner, wie auch Maxim, hatten phasenweise sichtlich Probleme, mit dem zweitweise dargebotenen Hochgeschwindigkeitsfußball Schritt zu halten. Diese Probleme wurden dann zwar durch Maxims Torbeteiligung am 3:0 und Gentners 4:0 kaschiert, könnten aber in der Zukunft noch ein Thema werden, vor allem in puncto Schnelligkeit und Kondition liegt die Messlatte bei Wolf nämlich sehr hoch.

Für den Anfang und Wolfs erstes Heimspiel aber war es ein Spiel, wie aus einem Guss. Es war nicht nur die individuelle Klasse der Neuen, die diesen Sieg bescherte. Die Ordnung auf dem Platz war eine andere, es waren ständig Anspielstationen vorhanden, das Team half sich auf dem Platz, so dass es den Jungs immer wieder gelang, sich aus einer Umklammerung zu befreien und das Spielfeld breit zu machen. Jammerschade, dass es nicht gleich weiter geht, sondern erst noch eine Länderspielpause ansteht.

Doch es wird in dieser spielfreien Woche nicht nur auf internationalem Parkett um die WM-Teilnahme 2018 gekämpft, nein, auch die mit Spannung erwartete Mitgliederversammlung steht an.

Mir steht es selbstredend überhaupt nicht zu, anderen Mitgliedern Ratschläge mit auf den Weg zu geben, das muss jeder mit sich selbst ausmachen, wie er abstimmt.

Und doch kann ich hier meine Meinung kundtun und das werde ich auch.

Gestern war ich bei #vfbimdialog in der Würth-Soccer-Lounge im Neckarstadion zugegen und konnte mir erstmals selbst ein Bild von Wolfgang Dietrich machen. Bisher war ich unentschieden und eher der Auffassung, Dietrich als Präsident wäre zumindest mal besser als überhaupt kein Präsident.

Diese Meinung habe ich nach seinem gestrigen Auftritt revidiert. Er ist DER Kandidat des in Ungnade gefallenen Aufsichtsrates und spricht unverblümt auch deren Sprache.

Viele Statements von Dietrich hören sich für mich an, als habe er sie auswendig gelernt und spreche den Leuten nach dem Mund, damit sie ihn auch ja wählen. Wenn Themenkomplexe, zu denen er sein „Sprüchchen“ schon aufgesagt hat, näher hinterfragt werden, neigt er zu einer gewissen Dünnhäutigkeit, so dass ich befürchte, dass sich der VfB was das Binnenklima betrifft einen Gerd E. Mäuser II ins Haus holen würde.

Vieles wirkte auf mich aufgesetzt, so dass ich befürchte, dass wir Herrn Dietrich erst nach seiner Wahl richtig kennen lernen. Mit diesen Eindrücken kann ich ihn beim besten Willen nicht wählen, wenngleich ich schon davon ausgehe, eben, weil er der einzige Kandidat ist, dass er die erforderliche einfache Mehrheit auch bekommt.

Gut vorbereitet war Dietrich in allen Punkten, zu denen Fragen wegen seines Werdegangs und möglicher Interessenskonflikte zu erwarten waren und die er während seiner Wahlkampftour wohl auch bereits dutzendfach beantwortet hat.

Weniger kompetent wirkte er bei der Kenntnis des Sponsorenpools. Dass die Mercedes-Benz Bank unser Hauptsponsor ist und nicht Mercedes Benz, weiß so ziemlich jeder, der den VfB im Herzen trägt. Dietrich nicht, er nannte mehrfach Mercedes-Benz als unseren Hauptsponsor und griff dadurch der angestrebten Ausgliederung (unabsichtlich) bereits vor.

Zu einer möglichen Ausgliederung befragt, gab Dietrich an, völlig unvoreingenommen zu sein, um im gleichem Atemzug eine schnellstmögliche Entscheidung zu fordern, mit dem Hinweis der Finanzvorstand Heim brauche Planungssicherheit. Mein kaufmännisches Grundwissen sagt mir, als Finanzvorstand plane ich die fixen Einnahmen ein und lasse die variablen und unsicheren Einnahmen bei einer Budgetplanung außen vor. Wo ist also das Problem? Herr Dietrich merkte dazu jedoch richtig an, dass eine Ausgliederung nicht das Allheilmittel ist, wenn weiterhin so schlecht gewirtschaftet wird, wie in den letzten Jahren.

Als Bundesligist hätte uns eine Ausgliederung wohl maximal 50 Millionen Euro in die Kassen gespült, als Zweitligist wären es kaum mehr als 25 Millionen Euro. Im heutigen Fußball-Geschäft sind das Peanuts-Beträge, die man schon mit einem einzigen misslungenen Transfer in den Sand setzen könnte. Der VfB würde mit einem solchen Geldregen kaum mehr anfangen, als irgendwelche Löcher zu stopfen, so dass dieses Geld versickern würde wie schon viele Millionen zuvor und das zu einem für die Mitglieder sehr hohen Preis.

Der VfB müsste unter einer neuer Führung zunächst einmal liefern und Vertrauen gewinnen, bevor überhaupt darüber nachgedacht wird, sich vollends seinen ach so tollen Sponsoren hinzugeben.

25 Millionen Euro hätten in den letzten Jahren von innen heraus erwirtschaftet werden können, wenn man Didavi und Harnik rechtzeitig verkauft hätte oder wenn man Filip Kostic nicht völlig ohne Not eine Ausstiegsklausel in den Vertrag gekritzelt hätte. Über Kimmich, Leno und viele andere zu schwadronieren, damit möchte ich erst gar nicht anfangen.

Für Carlos Mané zum Beispiel besitzt man Medienberichten zufolge eine Kaufoption über 15 Millionen Euro. Sollte er, mit seiner Technik, seiner Schnelligkeit, seiner Spielintelligenz und seinem Torabschluss weiter so bestechen wie am Montag gegen Greuther Fürth, könnte der Junge eine Granate werden und in Dimensionen eines Leroy Sané vorstoßen, der im Sommer für 50 Millionen Euro zu Manchester City gewechselt ist.

Natürlich darf man den Jungen nicht unter Druck setzen und muss seine weitere Entwicklung abwarten, daher soll dies nur als Beispiel dienen, wie es im Profifußball möglich ist, Gelder zu generieren, ohne für ein paar Peanuts seine Seele zu verkaufen.

Dietrich betonte auch, wie wichtig ihm ein guter Umgang untereinander, mit den Spielern und auch den Ex-Spielern wäre, um bei einer Frage, bei der es um den Umgang mit dem lieben Geld ging, unter anderem zu meinen, dass man es vermeiden müsse, Spieler mit einer Abfindung „davon zu jagen“. Ob dies sein gewöhnlicher Sprachjargon ist und er darunter einen guten Umgang mit Ex-Spielern versteht, würde man ja bald erfahren, wenn er denn gewählt werden sollte.

Bei jedem seiner Auftritte unterstreicht Dietrich, dass er Gegenwind aushalten könne und davon nicht umfalle. Wenn er dann in anderem Zusammenhang erklärt, er könne auch auf „Teile der Fans“ verzichten, lässt das nach meinem Verständnis tief blicken. Er kann es dabei nur auf die Ultras und damit eine Spaltung der gesamten Fanszene abgesehen haben…

Dieser Verdacht würde es schon wieder logisch erscheinen lassen, dass die Wahl des Aufsichtsrats auf Wolfgang Dietrich gefallen ist, und das nicht, obwohl er seit Stuttgart 21 den Ruf eines Spalters inne hat, sondern WEIL er ihn inne hat.

Für den Aufsichtsrat ist er DER Kandidat, der die Ausgliederung mit dem Kopf durch die Wand versucht durchzuboxen und sich nebenbei noch des „Problems“ mit den Ultras entledigt. Nicht mit mir!

Ich kritisiere das Wahlprozedere nicht per se. Hätte der Aufsichtsrat den Mitgliedern die eierlegende Wollmilchsau vorgeschlagen, die alle erforderlichen Eigenschaften mitbringt und die Mitgliederschaft eint und nicht spaltet, hätte ich damit schon leben können. Was jetzt aber, so kurz vor der Wahl, alles heraus kommt und was man alles zwischen den Zeilen lesen kann, macht mich wütend.

Dieser Kandidat ist rein ein Kandidat des Aufsichtsrats und nicht für die Mitglieder. Der Kandidat eines Aufsichtsrats, dessen Entlastung unwahrscheinlich und dessen Abwahl möglich ist. Es hätte den Herren gut zu Gesicht gestanden, erst reinen Tisch zu machen und ggf. Konsequenzen zu ziehen und dann über einen neuen Präsidenten befinden zu lassen.

Ob ich dem Aufsichtsrat „nur“ die Entlastung verweigere oder für dessen Abwahl stimme, lasse ich für mich noch offen. Wie ich mich auch entscheiden werden, die 75% der Stimmen für eine Abwahl werden nie und nimmer zusammen kommen, so dass ich mir auch in keinem Fall einen Kopf machen müsste, dazu beigetragen zu haben, den Verein „in Schutt und Asche zu legen“.

Der Aufsichtsrat versucht derzeit alles, sich rein zu waschen und von seiner besten Seite zu zeigen. Nahezu täglich erscheinen von den Haus –und Hofberichterstattern der Stuttgarter Käseblätter sympathische Home-Stories, so dass man sie eigentlich nur liebhaben können muss und knuddeln möchte.

Martin Schäfer nehme ich seine Statements zudem fast ab und verübele es ihm auch nicht, dass er nach dem Abstieg vier Tage mit der Familie auf Mallorca verbrachte, wie er bei #vfbimdialog so rührend berichtete. Auch ein Top-Manager hat ein Anrecht auf ein Privatleben, zudem stand er ja in ständigem Kontakt mit seinen Kollegen. Mit Schäfer im Aufsichtsrat kann ich auch durchaus etwas anfangen, er ist ein sympathischer Typ und scheint ganz und gar nicht abgehoben zu sein.

Wilfried Porth hingegen hatte ich jüngst schon für seinen Auftritt bei Sport im Dritten kritisiert, weil er sämtliche Schuld an den Geschehnissen der jüngsten Vergangenheit, versuchte, auf die Vorgänger abzuwälzen.

Natürlich zeichnet der Aufsichtsrat in dieser personellen Besetzung nicht für die Einstellung von Robin Dutt verantwortlich, aber, als Kontrollorgan ist man auch nicht eingeschritten, als der VfB rasant dem Abstieg entgegen steuerte und als Dutt stoisch an Kramny festhielt. Dazu bemerkte Porth am Dienstag bei #vfbimdialog, dass gebruddelt werde, wenn ein Aufsichtsrat sich einmischt und Personal zu schnell entlässt, wie auch, wenn lange an Mitarbeitern festgehalten wird.

Falsch, Herr Porth! Von einem Aufsichtsrat darf man erwarten, dass dieser mit Weitblick agiert und nicht erst dann einschreitet, wenn das Kind schon im Brunnen liegt. Mir fallen einige Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit ein, als zu spät die Reißleine gezogen wurde.

In der deutschen Fußballszene macht schon länger die Runde, „die Fans“ würden beim VfB das Personal vom Hof jagen. Und warum? Weil die Vereinsführung immer erst dann handelt, wenn das Fass übergelaufen ist die feinen Herren im Nadelstreifenanzug es mit der Angst vor dem Mob aus der Kurve zu tun bekommen, Bochum 2009 lässt grüßen. Immer erst, als man dachte, es knallt, wurde in der jüngeren Vergangenheit gehandelt. So war es bei der Labbadia-Entlassung, bei der Bobic-Entlassung, bei der Schneider-Entlassung und zuletzt auch bei Zorniger.

Obwohl sich Dietrich und auch der Aufsichtsrat auf die Fahnen geschrieben haben, nur noch nach vorne zu blicken, und damit, was den Aufsichtsrat betrifft, unangenehmen Fragen zur Vergangenheit aus dem Weg zu gehen, ließ sich Porth dann am Dienstag doch, bemerkenswerterweise, aus der Reserve locken und trat gegen Luhukay nach.

Martin Schäfer gelang es nicht, Herrn Porth in seinem Eifer zu bremsen. Porth gab nicht nur zu, dass er am Tag vor Luhukays Rücktritt dem ehemaligen Trainer mit auf den Weg gegeben hatte „entweder du ordnest dich ein oder deine Tage hier sind gezählt“. Nein, er feuerte nach und gab Luhukay die alleinige Schuld, dass es nicht funktioniert hat, weil sich der Trainer bei den Einstellungs-Gesprächen ganz anders dargestellt habe.
Auch wenn die Aussagen nicht wirklich schlimm sind, sind sie meiner Meinung nach äußerst dumm. Sollte es der Wahrheit entsprechen, dass Luhukay aus freien Stücken zurückgetreten ist und uns nicht doch eine Entlassung verschwiegen wurde (man könnte ja sonst Unfähigkeit des Aufsichtsrats/ Vorstands unterstellen…), hat man sicherlich vertraglich festgelegt (oder es gibt den Ehrenkodex), öffentlich keine schmutzige Wäsche zu waschen. So gibt es hier jetzt im Grunde zwei logische Möglichkeiten: entweder Luhukay verklagt den VfB auf die Zahlung einer Vertragsstrafe oder aber, er feuert zurück, um seine Ehre zu bewahren. Beides könnten wir im Moment gebrauchen wie’s Bauchweh!

Wie bereits im letzten Blog klargestellt, möchte ich gegen Luhukay nicht nachtreten. Er ist ein Aufstiegstrainer, nur, es hat eben hier, spätestens seit der Schindelmeiser-Verpflichtung, überhaupt nicht (mehr) zusammengepasst. Punkt!

Vernetzt, wie man in der heutigen Fußball-Welt als Verantwortungsträger eigentlich sein sollte, hätte man sich Informationen zu Luhukay einholen können. Dann wäre man darauf gestoßen, dass Luhukay schon öfters mal aus verletzter Eitelkeit hingeschmissen hat und als eigenbrötlerisch gilt.
In dieser kurzen Liaison haben sich beide Seiten nicht mit Ruhm bekleckert, so dass der gesamte VfB gut daran täte, die Akte Luhukay als Missverständnis abzuheften und es damit gut sein zu lassen.

Dass der Aufsichtsrat am Sonntag tatsächlich zum Teufel gejagt wird, kann ich mir, wie gesagt, nicht vorstellen. Die Drohungen über mögliche Folgen bei #vfbimdialog waren deutlich und dürften beim einen oder anderen Mitglied das Ziel der Einschüchterung erreicht haben.

Dass dem VfB von heute auf morgen der Boden unter den Füßen weggezogen werden würde, glaube ich nicht. Alle Sponsoren sind vertraglich gebunden und könnten allenfalls fristgerecht ihre Sponsoring-Verträge kündigen, es sei denn, der VfB hätte sich für diesen Fall auf ein Sonderkündigungsrecht eingelassen.

Außerdem soll am Sonntag auch über einschneidende Satzungsänderungen abgestimmt werden. Da über diese nur im Gesamtpaket befunden werden kann, werden diese auch von mir auch.

Schon das Thema Briefwahl stößt mir sauer auf. Damit bezweckt der Verein wohl vor allem, die Ultras zu schwächen, die es immer wieder schaffen, ihre Mitgliederschar zu motivieren zur Mitgliederversammlung zu kommen und dem Diktat des Vereins somit eine ernstzunehmende Opposition entgegen steht.

Es ist zwar nichts dagegen einzuwenden, dass auswärtige Mitglieder mehr in die Entscheidungsprozesse des Vereins mit eingebunden werden sollen, ABER, sie sollten wenigstens der Versammlung beiwohnen und sich ein eigenes Bild vom Versammlungsverlauf machen können. Wenn schon nicht persönlich, meinetwegen online, wenn die Technik in unabhängige Hände gegeben und das Ganze notariell begleitet wird, denn, Vertrauen in die Gremien des Vereins zu setzen ist derzeit mindestens so schwierig, wie an die Championsleague in ein paar Jahren zu glauben. Ein weiterer Nachteil der Möglichkeit zur Briefwahl wäre der, dass während einer MV keine Anträge mehr eingereicht werden könnten.

Da für mich bereits dieser eine Punkt der geplanten Satzungsänderung ein No-Go ist, muss ich auf die anderen, die Mitgliederrechte teils gravierend beschneidenden Punkte, auch nicht näher eingehen.

Zu diesem Thema tauchte heute auf der Facebook-Seite „Für eine neue Vereinsführung des VfB Stuttgart 1893“ ein interessanter und sich fundiert recherchiert lesender Artikel auf, der die geplanten Satzungsänderungen in seine Einzelteile zerpflückt. Dort heißt es unter anderem über das Mitglied, welches in Eigenregie eine Änderung der Satzungsänderung vorgeschlagen haben will, „Allerdings ist Dirk Freiland sehr gut befreundet mit Haver & Mailänder, die wiederum die Planung und Organisation der Mitgliederversammlung des VfB durchführen.“ Ein Schelm, der nicht Böses dabei denkt, das mit dem Vertrauen in den Verein ist nun mal so eine Sache.

Auffallend vehement versuchen Vorstand und Aufsichtsrat ihren Präsidenten, ihre Aufsichtsrats-Kandidaten, ihre Satzungsänderungen und schließlich auch die Stärkung der bisherigen Sponsoren durchzudrücken, so dass bei mir alle Alarmglocken schrillen.

Was den Stuttgarter Blätterwald dazu getrieben hat, für diesen Inner Circle eine peinliche Propaganda zu betreiben, ist mir rätselhaft. Da es im Fußball-Profi-Business stets ein Geben und Nehmen ist und ich den Protagonisten nicht über den Weg traue, kann ich nur mutmaßen, dass man ihnen versprochen hat, sie künftig wieder mehr mit Informationen zu füttern, nachdem der Informationsfluss nach Hansi Müllers Rücktritt vom Aufsichtsratsposten abrupt beendet war.

Derzeit sickert erfreulich wenig durch, was für uns aller Ehren wert, für die Medien aber höchst unerfreulich ist.

Unter Jan Schindelmeiser, dem man bisher eine ausgezeichnete Arbeit attestieren kann, blieben die jüngsten Verpflichtungen bis zur Vollzugsmeldung fast völlig unter Verschluss. Da diese sportlich einzuschlagen scheinen und dem VfB einen enormen Qualitätsschub verliehen haben, besteht nun die große Hoffnung, dass der VfB endlich seiner Favoritenrolle in der 2. Liga gerecht wird und in der Tabelle zum Überholvorgang ansetzt.

Unruhe im Verein ist sicherlich nicht förderlich für die Protagonisten im sportlichen Bereich, meiner Meinung nach jedoch unvermeidlich.

Man darf sich von Vorstand und Aufsichtsrat nicht einlullen lassen, nur weil wir durch die Korrektur eigener Fehlentscheidungen und einem 4:0-Sieg gegen die SpVgg Greuther Fürth vermeintlich in die Erfolgsspur zurückgekehrt sind.

Der VfB ist nach 39 Jahren ununterbrochener Bundesligazugehörigkeit abgestiegen und steht noch immer am Tiefpunkt. In der ersten Mitgliederversammlung, auch wenn sie bewusst in eine vermeintlich ruhigere Zeit nach hinten verschoben wurde, muss die Abrechnung mit den Verantwortlichen (die noch da sind) erfolgen.

Verständlich, dass sich sowohl Dietrich als auch der Aufsichtsrat dagegen wehren, zurückzublicken, weil es „niemandem weiterhilft“. Es hilft vielleicht niemandem weiter und doch haben die Mitglieder ein Anrecht darauf, zu erfahren, was getan wurde und vor allem, ob man es beim nächsten Mal möglicherweise besser machen würde.

Vorstand und Aufsichtsrat geht spürbar die Düse, dass sie inzwischen bei zu vielen Mitgliedern jeglichen Kredit verspielt haben. Nur so ist es zu erklären, dass man mit Werbe-Post und Mails bombardiert wird und hier schon, wie es mein Fanclub-Präsident formuliert hat, ein Spam-Charakter erkennbar ist. Die Mitglieder werden derzeit hofiert, werden von einer Veranstaltung zur nächsten eingeladen und die Medien hat man offensichtlich auch bearbeitet, damit sie der Werbeveranstaltung den vermeintlich neutralen Touch geben.

Paradoxerweise wird dieser Aufwand betrieben, um einen einzigen Präsidentschafts-Kandidaten ins Amt zu hieven, um als Aufsichtsrat weiter auf seinem Posten zu kleben und um durch die Satzungsänderung einschließlich einer weiteren Beschneidung von Mitgliederrechten, den Weg zur Ausgliederung durch die Hintertür zu ebnen.

Ich hoffe sehr, dass sich die Mehrheit der Mitglieder durch derartige Kampagnen nicht einlullen lässt und dass zahlreiche Redebeiträge, pro und contra, zur Meinungsfindung beitragen. Vor allem jenen Mitgliedern, die mit den sozialen Medien nicht so firm sind, könnten dadurch im letzten Moment noch die Augen geöffnet werden.

Auch ich lasse mich gerne noch im einen oder anderen Punkt umstimmen, wenn es unerwartete Wendungen geben sollte. Auf jeden Fall sollte jedes Mitglied bestmöglich vorbereitet auf die Versammlung gehen und für das abstimmen, was es meint, was für den VfB am besten ist.

Das vereint uns, die Fangemeinde, wir wollen alle nur das Beste für unseren VfB, wollen keinen Posten und wollen auch nicht die Position unseres Arbeitgebers durch eine bestimmte Wahl halten oder ausbauen. Wir sind unabhängig, VfB Stuttgart, das sind wir! Also, alle zur Mitgliederversammlung kommen und Euer Stimmrecht wahrnehmen!

So oder so, ich stelle mich auf eine äußerst hitzige Versammlung ein und entscheide kurzfristig, ob ich einen Schlafsack mitnehme.
Nach den getroffenen Entscheidungen, nach etwaigen Weichenstellungen, nach den fälligen Abstrafungen darf der Verein sehr gerne zur Ruhe kommen und sich wieder ausschließlich auf die sportlichen Ziele konzentrieren. Vorher nicht!

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