27. Juni 2010

Löws Fernbleiben löst Ärger aus

Es war alles angerichtet in Bloemfontein für die offizielle Pressekonferenz der FIFA am Samstagabend vor dem WM-Achtelfinale gegen England. Bundestrainer Joachim Löw wurde erwartet, zudem sollte ein Spieler der DFB-Auswahl den Journalisten zur Verfügung stehen. Doch die versammelte Presse musste mit Bundestorwarttrainer Andreas Köpke vorlieb nehmen.

“Wir konnten heute nicht im Stadion trainieren, sondern mussten auf einen anderen Platz ausweichen. Wenn der Bundestrainer selbst gekommen wäre, hätte das den ganzen Zeitplan durcheinandergebracht”, verteidigte Köpke das Fernbleiben von Löw, das vor allem bei den englischen Medienvertretern für Verdruss sorgte.

“Fabio Capello ist mit seiner Mannschaft erst heute aus Rustenburg hierher geflogen und beantwortet trotzdem persönlich Fragen”, ereiferte sich ein Journalist in Bloemfontein. Köpke unterstrich, dass ein zeitlicher Engpass für die Abwesenheit Löws gesorgt hatte und betonte zudem, dass es sich dabei nicht um einen Protest gegen den Weltverband FIFA gehandelt habe. “Auch England durfte nicht im Stadion trainieren, da ja dort gestern noch ein Spiel stattfand”, meinte er. “Es herrscht also Chancengleichheit und ich kann die Entscheidung auch nachvollziehen.”

Der FIFA passte es auch nicht, dass der Bundestrainer nicht erschienen war. Der Weltverband schloss aber eine Strafe gegen Löw und den DFB aus. Die FIFA teilte mit, dass sie die Deutschen zwar noch einmal kontaktieren und an ihre Verantwortung gegenüber den Medien und Fans erinnern wolle, Sanktionen sehe ein solcher Fall jedoch nicht vor.

(kicker.de)

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15. Juni 2010

Zwanziger lobt den Bundestrainer und will ihn halten

Löw: “Wir müssen vor Serbien höllisch aufpassen”

Im deutschen Lager herrschte nach dem 4:0-Auftaktsieg gegen Australien wie erwartet generelle Zufriedenheit. Vor allem DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, der im deutschen Mannschaftsquartier zu Gast war, lobte das deutsche Team und speziell Joachim Löw in den höchsten Tönen. Ob der Bundestrainer seine Zukunft weiter beim DFB sieht, blieb indes offen. Er hat nun erstmal das Spiel gegen Serbien im Kopf.

Erst nach 3 Uhr Ortszeit erreichte der DFB-Tross das WM-Quartier, die Nachtruhe dauerte bis 10 Uhr. Somit findet am Nachmittag nur eine leichte Fitnesseinheit im Hotel statt. Löw erklärte in der Pressekonferenz, dass nach dem geglückten Einstieg in die WM eine “erleichterte Atmosphäre” herrsche. Zugleich aber warnte er vor dem nächsten Gruppengegner Serbien, der sein erstes Spiel gegen Ghana mit 0:1 verlor. “Die Serben können ein Spiel dominieren und sie müssen gewinnen. Wir müssen also höllisch aufpassen”, gab er die Marschroute für die Partie am kommenden Freitag (13.30 Uhr) aus.

Dann sollen auch wieder die im Vorfeld der WM viel gescholteten Miroslav Klose und Lukas Podolski treffen. Löw stärkte dem Duo erneut den Rücken. “Die Diskussion über Klose und Podolski habe ich nie geführt. Ich war schon immer von ihren Qualitäten überzeugt. Sie passen in die Philosophie von mir.” Die Kritik an Podolski brachte Löw sogar ein wenig auf die Palme. “Warum über Podolski diskutiert wird, dafür fehlt mir jegliches Verständnis”, erklärte der Bundestrainer erzürnt. Dessen Pendant Klose, Torschütze zum 2:0, hatte sich die Kritik der vergangenen Wochen offensichtlich nicht allzu sehr zu Herzen genommen. “Ich zweifele nie an mir, und das wird auch nie so sein. Ich sehe es als eine Stärke von mir an, mich auf den Punkt zu konzentrieren.”

DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger hatte am Sonntag eine generell starke Mannschaft gesehen, er bedankte sich beim DFB-Team für den starken Auftrit gegen Australien. Er habe “spielerisches Können” und “Leidenschaft” gesehen. Eine wahre Lobeshymne sang er auf Joachim Löw und seine Assistenten. “Das Team hat in seiner Gesamtheit den deutschen Fußball weitergebracht. Der DFB weiß, was er an Löw hat.” Klar, dass nun die Frage nach der Vertragsverlängerung im Raum stand. “Wir werden sprechen, dann wird sich zeigen, ob man zusammenkommt. Ich bin zuversichtlich, dass das gelingt”, so Zwanziger.

Löw ließ sich indes keine Aussagen zu diesem Thema entlocken. “Ich habe im Moment andere Dinge im Kopf. Ich will mich zu hundert Prozent auf die WM konzentrieren.”

(kicker.de 14.6.10)

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