18. März 2013

“Wir haben uns endlich einmal belohnt”

Erleichterung pur. Der VfB holte in Frankfurt einen immens wichtigen Dreier, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass Augsburg tags zuvor beim HSV gewann und somit der Relegationsplatz bei Anpfiff nur noch fünf Punkte entfernt war. Der VfB mit vier Pflichtspielniederlagen in Folge, die Hessen mit fünf Spielen ohne eigenem Tor, die Folge war ein anfangs zerfahrenes Spiel ohne Torszenen. Der VfB hatte nach gut einer Viertelstunde die erste Chance, als Ibisevic einen Ausflug von Kevin Trapp nicht bestrafen konnte. Just im Gegenzug kassierte der VfB das 0:1 durch Aigner. Ein Tor aus dem Nichts also, das einmal mehr verdeutlichte, welch große Probleme wir in der Viererkette haben. Die Frankfurter verpassten es in der Folge gegen nun noch mehr verunsicherte Schwaben das zweite Tor nachzulegen. Der VfB war zwar kämpferisch da, doch wie schon in den letzten Wochen und Monaten fehlte die Genauigkeit, so dass gewonnene Bälle sofort wieder verloren wurden. Zu dieser Zeit hätte ich keinen Pfifferling mehr auf den VfB gewettet, war es doch ein Spiegelbild der bisherigen Saison und war zuletzt doch so oft ein 0:1 Rückstand gleichbedeutend mit der Niederlage.

Unverändert kam der VfB aus der Pause und auch zurück ins Spiel. Schwegler legte Boka, den Labbadia überraschend im defensiven Mittelfeld neben Kvist aufbot, elfmeterreif, Ibisevic verwandelte eiskalt, 1:1. Von da an wurde die Partie munterer, beiden Teams merkte man an, dass sie gewinnen wollten. Die besseren Chancen hatte zunächst die Eintracht, das Tor aber erzielte der VfB. Der kurz zuvor eingewechselte Alexandru Maxim schlug die bis dahin mit Abstand beste Ecke des Spiels direkt auf den Kopf von Schorsch Niedermeier, der brachial und mit Anlauf einköpfen konnte. Sein erstes Tor seit zwei Jahren, ein ganz wichtiges in der derzeitigen Situation vom VfB. Damit baute der VfB seine Serie in Frankfurt aus, wo man seit 2001 nicht mehr verloren hatte und verbesserte sich in der Tabelle auf Platz 12 bzw. auf Platz 9 der Teams, die das Mittelfeld und die Abstiegszone der Liga bilden. Die Bayern, Dortmund und Leverkusen spielen in einer anderen Liga, der überwiegende Rest darf sich gar noch Hoffnungen auf Platz vier und damit die Champions League Qualifikation machen. Paradox, dass dieser vierte Platz plötzlich näher ist als der Relegationsplatz.

Dennoch ist der VfB natürlich gut beraten, den Blick weiterhin nach unten zu richten und vor allem nur von Spiel zu Spiel zu denken. Jetzt steht erst einmal die Länderspielpause mit den Spielen der Nationalelf gegen Kasachstan auf dem Programm. Für den VfB bzw. die überraschend wenigen Spieler, die nicht zu ihren Nationalteams geladen wurden, die Gelegenheit nach der Vielzahl von englischen Wochen die Seele baumeln zu lassen, den Resetknopf zu drücken und den Akku wieder ein wenig aufzuladen. Denn, nach der Länderspielpause geht es gleich weiter gegen den Deutschen Meister Borussia Dortmund. Also sofort gegen eine Mannschaft mit einer unfassbar hohen Qualität, die man einfach gerne spielen sieht. Ein gutes Gefühl gibt einem aber auch, dass nicht nur wir vor dem BVB einen Heidenrespekt haben sondern wohl auch wir nicht zu den allerliebsten Gegnern der Dortmunder zählen. Immerhin endeten die letzten vier Liga-Duelle allesamt Remis, so dass kein Grund besteht, die Punkte von vornherein abzuschreiben.

Der VfB muss natürlich einen (sehr) guten Tag erwischen und auch das nötige Quäntchen Glück haben, um am Ende nicht mit leeren Händen da zustehen, doch, wer weiß, vielleicht setzt dieser Sieg in Frankfurt wieder neue Kräfte frei. Da der VfB in dieser Saison eher als Serientäter bekannt ist, war dies vielleicht ein neuer Anfang.

Was aber auch klar sein dürfte, ob der Absenz des Großteils des Kaders kann vor dem Dortmund-Spiel natürlich wenig daran gearbeitet werden, die Abstimmungsprobleme in der Defensive abzustellen. Ich möchte ja nicht unken, ob die Sperren von Molinaro, der Aigner vor dem 0:1 laufen ließ, und Kvist, der sich zwar verbessert zeigte, aber dennoch sehr verunsichert wirkt, ein Schlüssel zu einem guten Resultat sein könnten. Ein Maxim z. B. drängt in die Startelf. Er kann etwas am Ball und vor allem Standards. Ich bin guter Dinge, dass wir noch sehr viel Freude an ihm haben werden.

Die nächsten Wochen mit den Spielen gegen den BVB, in Hannover und gegen Mönchengladbach werden aufzeigen, wohin wir unseren Blick in der Tabelle zu richten haben. Ich kann es mir nach wie vor nicht vorstellen, dass wir mit den in dieser Saison gezeigten Leistungen noch viele Spiele gewinnen werden. Dieser Sieg nimmt natürlich jetzt Labbadia ein wenig aus der Schusslinie. In ruhigere Fahrwasser kommt er jedoch nur, wenn das Team konstant mehr Herz, Konzentration, Einsatzfreude und Spielkultur zeigt, als über weite Strecken seiner bisherigen Amtszeit. Die Zuschauerzahlen zuletzt sollten eigentlich Warnung genug sein, dass sich vor allem der Kunde, der sich teure Karten auf der Haupt- oder Gegentribüne kauft, Gedanken über das Preis-/ Leistungsverhältnis macht und lieber fern bleibt, als sich wegen Darbietungen wie zuletzt über sein rausgeschmissenes Geld aufzuregen. Wie bereits erwähnt, mittlerweile bin ich mehr als skeptisch, ob mit Trainer Labbadia diesbezüglich eine nachhaltige Verbesserung möglich ist. Seit zwei Jahren wird eigentlich nur auf Situationen reagiert anstatt agiert, ist das meiste (von außen betrachtet) auf Zufall aufgebaut. Auch gestern hätte das Spiel leicht in die andere Richtung laufen können, daher möchte ich den Sieg auf keinen Fall überbewerten. Es war ein Sieg der Moral zum richtigen Zeitpunkt und hoffentlich die Wende zum Besseren.

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2. Dezember 2012

Englische Woche endet versöhnlich

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , – Franky @ 14:21

Zum vierten Spiel, dabei dem dritten Auswärtsspiel, binnen neun Tagen ging es also mal wieder ins Frankenland. Erstmals in 50 Jahren Bundesliga trat der VfB dabei beim Fusionsclub SpVgg Greuther Fürth an, den selbst ernannten Unaufsteigbaren, die es in der letzten 2. Liga Saison dann aber doch mal geschafft haben, diesen Nimbus zu durchbrechen. Nach 15 Spieltagen spricht allerdings vieles dafür, dass es sich dabei nur um ein einjähriges Intermezzo handelt, zu grün, nicht nur wegen ihrer Vereinsfarben, kommen die Fürther daher.

Eigentlich meint es der Spielplan mit dem VfB ja gut, in Zeiten, in denen eine englische Woche die andere jagt, und in denen der VfB sichtlich auf dem Zahnfleisch daher kommt. Nach der weiten und kraftzehrenden Bukarest-Reise ging es ins beschauliche Breisgau, um danach hintereinander gegen die beiden abgeschlagenen Schlusslichter Augsburg und Fürth antreten zu dürfen. Nach der Schmach in Freiburg, wurden wenigstens gegen Augsburg und Fürth sechs wichtige Punkte eingefahren, die dazu taugen, den Blick in der Tabelle wieder nach oben richten zu dürfen und vor allem, aller Voraussicht nach, in dieser Saison mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben. Letztere ist die wichtigste Erkenntnis in dieser weiteren „Übergangssaison“.

Von mehr zu träumen verbietet sich fast von selbst. Der VfB ist nach wie vor ein sehr fragiles Gebilde, wo Kleinigkeiten den Anlass geben können, dieses einstürzen zu lassen. Dem VfB fehlen bundesligataugliche Alternativen, um dem einen oder anderen Leistungsträger auch einmal eine Pause gönnen zu können. So durfte gestern mal wieder ein Tamas Hajnal auf dem Platz sein Unwesen treiben, der nur noch ein Schatten seiner selbst ist. Ihn stufe ich zwar nicht in die Kategorie „Fehleinkauf“ ein, da er uns in der Rückrunde 2010/11 sehr weitergeholfen und maßgeblichen Anteil am Klassenerhalt hatte. Mittlerweile aber, sicherlich auch der wenigen Einsatzzeiten geschuldet, fehlt ihm jegliches Selbstvertrauen, so dass er auf dem Platz wie ein Fremdkörper wirkt. Seine Zeit dürfte abgelaufen sein. Zu langsam und statisch wirkt er, zu fahrig, wenn er den Ball hat. Dabei würde uns gerade ein Kreativspieler sehr gut tun, kommt doch aus dem Mittelfeld viel zu wenig Inspiration. Sollte diese Aufgabe in naher Zukunft einem Kevin Stöger nicht zugetraut werden, würde ich mir wünschen, dass der VfB in der Winterpause Geld in die Hand nimmt und handelt.  Wir sind es ja mittlerweile gewohnt, dass in der Wintertransferperiode als Vorgriff auf den Sommer Mittel freigesetzt werden, so würde ich es begrüßen, wenn der personelle Umbruch schon zu dieser Zeit seine Fortsetzung finden würde und unzufriedene Spieler wie bspw. Kuzmanovic und Maza abgegeben werden würden, sofern sich Abnehmer finden. Dann böte sich die Möglichkeit, junge Spieler noch näher an die Stammelf heranzuführen und Erfahrungen sammeln zu lassen, auch mit dem Risiko, dass sie Lehrgeld bezahlen. Nach dem Sieg in Fürth haben wir 22 Punkte auf dem Konto, gegen Schalke und in Mainz besteht noch die Möglichkeit, das Punktekonto weiter zu erhöhen, so dass, in Anbetracht der Schwäche einiger Abstiegskandidaten nach unten nichts mehr anbrennen sollte. Lieber also jetzt schon das Gerüst für 2012/13 einspielen, als wieder mit aller Macht in die Europa League zu drängen, um dann eine ähnlich konfuse nächste Saison zu spielen.

Vergnügungssteuerpflichtig sind die Auftritte des VfB in dieser Saison keineswegs. Besonders in den Heimspielen, wo gerade einmal zwei glückliche Siege heraussprangen, bietet der VfB meist fußballerische Magerkost. Die Spiele plätschern so dahin, das Team präsentiert sich äußerst einfallslos und versteht es nicht, eine kompakte Abwehr zu knacken. Gegen das Schlusslicht Augsburg ließ sich die Labbadia-Truppe phasenweise an die Wand spielen. Anstatt nach einer 1:0-Führung auf das 2:0 drängen, wird die Führung mehr schlecht als recht verwaltet und der Rückwärtsgang eingelegt, um so einen am Boden liegenden Gegner aus der Reserve zu locken. Ob dieses Sicherheitsdenken von der Bank vorgegeben wird oder die Spieler auf dem Platz dies eigenmächtig an den Tag legen, weiß ich nicht. Sicher ist nur, dass es von der Regionalliga aufwärts gegen jedes Team schwer sein dürfte, zu Torchancen zu kommen, wenn durch ständiges zurück spielen, Tempo aus dem Spiel genommen wird und sich der Gegner wieder in aller Ruhe formieren kann.

Auswärts dagegen läuft es deutlich besser. In der Auswärtstabelle belegt der VfB derzeit Platz zwei. In der Fremde kommt es dem VfB entgegen, nicht das Spiel machen zu müssen und man hat auch das eine oder andere Mal das Quäntchen Glück, das man braucht. Gestern brauchte es dieses Glück wie auch das Unvermögen des Gegners, das auch in Überzahl den Ball nicht über die Linie brachte. Die Fürther unterstrichen damit, weshalb sie in dieser Saison noch keinen Heimsieg zustande brachten, zu harmlos kamen sie über weite Strecken daher. Dem VfB genügte eine durchschnittliche Leistung, in dem der Kampf angenommen wurde. Das Tor des Tages erzielte der agile Shinji Okazaki, nachdem Ibisevic einen an ihm selbst verursachten Elfmeter noch vergab, Okazaki jedoch am schnellsten schaltete.

Der VfB hätte deutlich früher seine Ruhe haben können, wären die Konter sauberer zu Ende gespielt worden. Exemplarisch Martin Harnik, der, nach seiner Leistung gegen Augsburg zu Recht erst einmal draußen saß und zur zweiten Halbzeit eingewechselt wurde. Er ist derzeit nur ein Schatten seiner selbst und vergab mehrere Konterchancen kläglich schon im Ansatz. So hieß es mal wieder zittern bis zum Schluss und man benötigte einen gut aufgelegten Sven Ulreich, um den wichtigen Auswärtssieg einzufahren. Diesen konnte letztendlich auch Thorsten Kinhöfer nicht verhindern, der nur so mit Karten um sich warf und unseren Kapitän Serdar Tasci vorzeitig zum Duschen schickte. War diese Hinausstellung hart, aber mit etwas Wohlwollen gerade noch vertretbar, waren die Karten danach mehr oder weniger lächerlich. In ein Spiel, das zwar kampfbetont aber keineswegs unfair ablief, brachte er eine Hektik rein, die sich gewaschen hatte. Gräbt der DFB weiterhin solche Pfeifen aus, braucht man sich nicht wundern, wenn die Emotionen auch außerhalb des Spielfelds hochkochen und manch einer durchdreht. Dieses divenhafte Auftreten von Kinhöfer und sein künstliches ringen um Autorität ging überhaupt nicht. Zudem „glänzte“ er durch eine sehr zweifelhafte Zweikampfauslegung und schwang sich zum Hauptdarsteller des Spiels auf. Immer ein tolles Armutszeugnis für einen Pfeifenmann, wenn sowohl Heim- als auch Auswärtsteam und –fans mit ihm hadern und ihm am liebsten an den Kragen gehen würden.

Apropos DFB bzw. DFL. Auch bei diesem Spiel wurde der Aktion „Ohne Stimme keine Stimmung“ gefolgt. Die Fürther blieben 12 Minuten, 12 Sekunden, ihrem Stimmungsblock komplett fern, auch das CC97 verzichtete in dieser Zeit auf jeglichen Support und hielt lediglich den Banner „Für den Erhalt der Fankultur“ hoch. Es bleibt zu hoffen, dass die Aktion Früchte trägt und am 12.12. keine Entscheidungen gegen die Millionen von friedlichen Fans fallen. Im Übrigen, auch gestern wieder fühlte ich mich im Stadion sicher, https://www.ich-fuehl-mich-sicher.de/!

Weiter geht es bereits am Donnerstag gegen Molde FK und um den Einzug in das Sechzehntelfinale in der Europa League. Nach den Auswärtssiegen in Kopenhagen und in Bukarest hat der VfB das Weiterkommen in der eigenen Hand. Bei eigenem Sieg und wenn Bukarest in Kopenhagen nicht gewinnt, wäre der VfB sogar Gruppensieger. Dass dies aber sicher kein Selbstläufer wird, spätestens seit dem Hinspiel sollte der VfB gewarnt sein. Auch wenn Molde außer diesen drei Punkten keinen weiteren mehr gesammelt hat, dürfte es wieder ein hartes Stück Arbeit werden, denn auch die Norweger werden sicher nicht bestrebt sein, im Neckarstadion das Spiel zu machen. Trotzdem wäre natürlich alles andere als ein Sieg indiskutabel. Jedoch erscheint mir selbst dieses Unterfangen nicht als selbstverständlich, geht dem VfB doch die Leichtigkeit ab.

Wie der VfB wohl das Ende der Hinserie herbei sehnt, so geht es mir selbst auch. Alle drei, vier Tage ein Spiel, dazu mittlerweile eisige Temperaturen wie gestern in Fürth, man zählt die Spiele langsam herunter. Molde, Schalke, in Mainz und zum Abschluss das Pokalspiel gegen den 1. FC Köln, dann geht ein durchwachsenes VfB-Jahr zu Ende. Die Punkteausbeute ist im Großen und Ganzen in Ordnung. Das Auftreten der Mannschaft weniger. Es fehlen mir die Begeisterung und der Spaß am Spiel. War der VfB lange durch herzerfrischenden Offensivfußball bekannt, wird bei uns Fußball über weite Strecken „nur“ noch gearbeitet. Dass die Mannschaft es besser kann als sie es zeigt, war in Bukarest zu sehen, als ein tolles Offensivfeuerwerk gezeigt wurde, das begeisterte.

In der Bundesliga dagegen gewannen wir nur in Nürnberg mit zwei Toren Unterschied, ansonsten waren es äußerst knappe Siege, die auf des Messers Schneide standen. Demgegenüber stehen deftige Niederlagen, ausgerechnet gegen die Vereine und Betriebssportgemeinschaften, die uns Fans besonders weh tun. Deswegen bin ich auch in dieser Saison schwer zu versöhnen, zu sehr drücken die 1:6, 0:3 und 0:3-Klatschen auf mein Gemüt. Bezeichnend, und das spricht für die oben angesprochene Fragilität, dass in diesen Spielen ein, zwei dumme oder unvorhergesehene Aktionen ausreichten, um das Team in sich zusammen fallen zu lassen.

Die von Labbadia vielfach erwähnte Stabilität ist also höchstens in Ansätzen zu erkennen. So wird sich auch ob des gestrigen Spiels auf die Schulter geklopft, dass man endlich einmal ein dreckiges Spiel nach Hause gebracht habe. Dass dieser dreckige Sieg aber erneut am seidenen Faden hing, blieb unerwähnt.

Schaun mer mal, was die Wundertüte VfB gegen Molde und zwei Tage später gegen Schalke zu bieten hat. Die Tabelle ist so eng, dass wir Schalke durch ein 7:0 überflügeln könnten, wobei mir ein (dreckiges) 1:0 natürlich auch genügen würde. :-) . Eine Konstellation, die vor einem Monat noch undenkbar gewesen wäre!

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3. April 2010

VfB Stuttgart – Mönchengladbach: VfB will Personalsorgen verdrängen

Nach der Sternstunde beim FC Bayern folgt für den VfB am Samstag (15.30 Uhr) gegen Mönchengladbach wieder der fußballerische Alltag. “Jeder erwartet, dass es so weitergeht wie in München – aber so einfach ist das nicht”, sagt der VfB-Trainer Christian Gross und erwartet ein schweres Spiel gegen “eine erfahrene, robuste und gut organisierte Mannschaft”.

Trotzdem möchte der VfB Stuttgart mit einem Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach seine Europacup-Chancen wahren. Als beste Mannschaft der Rückrunde sind die Stuttgarter dem internationalen Wettbewerb so nah gekommen wie noch nie in dieser Saison. Nur noch drei Punkte beträgt der Rückstand auf Rang sechs. Und der könnte nach Lage der Dinge schon reichen für die Qualifikation zur Europa League.

Fest steht, dass die Stuttgarter Startelf ein verändertes Gesicht bekommt. Alexander Hleb (Oberschenkelzerrung) und Sami Khedira (Kreuzbandanriss) fallen ebenso aus wie der gesperrte Cacau, an dessen Verpflichtung 1899 Hoffenheim nun verstärktes Interesse zeigt, wie Trainer Ralf Rangnick am Freitag bestätigte. “Wir brauchen zwei neue Stürmer, die uns richtig weiterhelfen”, sagte Rangnick.

Zudem muss Georg Niedermeier in der Innenverteidigung für Serdar Tasci Platz machen, der sich vor einer Woche über seine Reservistenrolle in München beklagt hatte. “Serdar wird sehr gut spielen müssen, denn Georg hat zuletzt starke Leistungen gezeigt”, sagt Gross. Erstmals seit August 2009 und seinem Kreuzbandriss steht Martin Lanig wieder im VfB-Kader. “Er macht wöchentlich Fortschritte und hat seine Angst vor Zweikämpfen abgelegt”, sagt der Trainer.

(STZ 2.4.10)

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11. Dezember 2009

Der peinliche Auftritt gegen Bochum, Trainerwechsel und Wiedergeburt gegen Urziceni

Am Samstag vor dem Spiel gegen Bochum war mein Gefühl wie die letzten Wochen auch schon: es war nicht vorhanden. Nichts von “die hauen wir weg”, eher Unbehagen, weil man bei der Schlappe von Leverkusen wieder vor Augen geführt bekam, wie schlecht unsere Mannschaft im Augenblick ist. Und so kam es wie es kommen mußte, wieder kein Sieg, wieder Unentschieden zu Hause gegen einen Abstiegskandidaten, wieder eine hilflose Vorstellung ohne Mumm, Esprit, Spaß. Als Fan leidet man auch schon seit Monaten. Nicht alleine, weil die Resultate nicht stimmen, auch weil das VfB-Spiel meist so dahin plätschert und nichts aufregendes passiert. Vor allem die ersten Halbzeiten sind in der Regel furchtbar, weil man ja 90 Minuten Zeit hat, ein Tor zu machen. Dabei vergißt derjenige, der diese Maxime ausgibt, daß wir derzeit auch hinten immer für ein oder mehr Gegentore gut sind. Ich denke, diesbezüglich hat sich Markus Babbel etwas zu viel von Giovani Trapatoni abgeschaut… Der hat es zum Schluß auch geschafft, die Zuschauer aus dem Stadion zu spielen.
Von den Vorkommnissen vor dem Spiel, als der Mannschaftsbus aufgehalten wurde und Spieler angeblich bedroht wurden, habe ich nichts mitbekommen. Wir waren bis kurz vor Ultimo beim SSC und waren erst knappe 10 Minuten vor Anpfiff im Stadion. Daß aber die Spieler die Hosen voller hatten als in den letzten Spielen, das ist mir als Beobachter nicht aufgefallen. Ich sah keinen Unterschied zu den letzten Monaten.
Auch nach dem Spiel bekamen wir nicht sehr viel mit. Dass es vor dem Stadion tumultartige Szenen gab und Bengalos gezündet wurden haben wir aus der Ferne gesehen. Da wir uns aber gesammelt haben, um mit der Bahn Richtung Innenstadt zu fahren, war es das dann aber auch schon. In meinem Bochum-Vorbericht hatte ich geschrieben, dass die Stimmung unter den Fans auch schnell umschlagen könnte. In diesem Ausmaß hätte ich das aber nicht erwartet, immerhin spricht man von 3.000 Fans. Sollten Einzelne tatsächlich Morddrohungen geäußert haben, verurteile ich das aufs Schärfste. Wir haben es immer noch “nur” mit der schönsten Nebensache der Welt zu tun. Da sind wohl einige über das Ziel hinausgeschossen. Auch dass es Verletzte unter den Fans und den Polizisten gab ist bedauerlich. Die Fanproteste an sich aber finde ich gerechtfertigt. Die Fanszene hat lange genug stillgehalten und wenn es auch keiner zugibt, oder demjenigen der es ausspricht (Jens Lehmann), Konsequenzen androht. ohne diese Eskalation wäre Babbel wohl noch unser Trainer. Dass aber Handlungsbedarf bestand, lag auf der Hand. Babbel hat, wie es auch jetzt immer mehr herauskommt, die Mannschaft nicht mehr im Griff gehabt. Es war schon die gesamte Vorrunde keine Besserung zu erkennen. Seit dem Bremen-Spiel (4.10.) hatte ich den Eindruck, dass der Verein handeln muß. Auch wenn ich das Trainerteam um Markus Babbel, Rainer Widmayer und Alex Zorniger gemocht hatte und mir insgeheim trotzdem wünschte, dass mit ihnen die Wende gelingt, fehlte mir der Glaube daran. Spätestens nach Pokal-Aus gegen Fürth war das Kind in den Brunnen gefallen. Immer weniger Leute, mit denen man sprach, konnten noch nachvollziehen, weshalb die Vereinsführung weiterhin am Trainerstab festhielt und damit sehenden Auges Richtung Abstiegszone steuerte. Und so entlud sich vergangenen Samstag die Wut und der Zorn der vergangenen Monate. Die Vereinsführung selbst zeigt sich jetzt überrascht über das Ausmaß der Proteste, hätte aber entsprechende Tendenzen erkennen müssen, da sie ja auch schon vor Wochen mit Vertretern der größten Fangruppierungen in Kontakt waren und die Unzufriedenheit über die Leistungen kundgetan wurde und daess es in der Masse brodelt.
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Am Sonntag dann kam es wie es kommen mußte. Wir wollten zum Training gehen und haben uns trotz unserer Weihnachtsfeier am Vorabend aus dem Bett gequält. Am Vereinsgelände angekommen erfuhren wir aber schnell, dass die Trainingseinheit abgesetzt wurde. Außer einigen Pressevertretern und enttäuschten Fans war wenig los. Einige wenige Spieler wie Cacau waren zur Behandlung da, der große Rest war ausgeflogen. Als sich auch das DSF für eine Live-Schaltung in den Doppelpass bereit machte, war auch dem letzten klar, dass der Tag der Entscheidungen angebrochen war. Also fuhren wir wieder nach Hause und informierten uns via Internet und Fernsehen über die neuesten Entwicklungen. Bald verdichteten sich die Gerüchte, Babbel wäre entlassen und Christian Gross der Favorit auf die Nachfolge und so kam es ja auch. Was folgte war die viel beachtete Pressekonferenz am Abend, auf der zunächst Babbel seine Abschiedslaudatio halten durfte, ehe Christian Gross, der schweizer Erfolgstrainer, als neuer Mann vorgestellt wurde.
Dass man dem entlassenen Trainer noch eine Plattform bot, um seinen Frust abzulassen, hat mich sehr gestört. Normalerweise schneidet man mit einer Trainerbeurlaubung alte Zöpfe ab und kartet beiderseits nicht mehr nach. Was sich Babbel aber noch geleistet hat, war in meinen Augen unverschämt. Er schert alle Fans über einen Kamm, vergisst aber dabei, dass gerade die Fans es waren, die ihn solange über Wasser gehalten haben. Er schiebt den Fans den schwarzen Peter zu und wirft ihnen Heuchlerei vor, und dass sie vom Selbstmord von Robert Enke nichts gelernt hätten. Höhepunkt seines Dampfablassens war dann, dass er den Fans auch noch die Schuld an dem schwachen Spiel gegen Bochum gab, weil angeblichvor allem die jüngeren Spieler mit Angst gespielt hätten, ob der Ereignisse vor dem Spiel. Null Selbstkritik, nicht einmal hat er eigene Fehler erwähnt und zugegeben, dass er bis zum Schluß aus der Mannschaft keine funktionierende Einheit formen konnte. Er hat nur zum Schluß den Knopf nicht mehr gefunden, wie er es formulierte. Gut, er ist ja noch Lehrling, ich wünsche ihm, dass er in den kommenden Monaten in Köln gut aufpasst und gerade in Sachen Psychologie und Menschenführung dazu lernt. Sonst wird er auch bei seiner nächsten Station Schwierigkeiten bekommen. Der Start beim VfB als Teamchef war ja verheißungsvoll und führte uns in die Champions League, mit seinen markigen Worten hat er zu Beginn den Nerv der Mannschaft getroffen, später verpuffte dieser Effekt mehr und mehr und zum Schluß tanzte ihm die Mannschaft auf der Nase herum. Da wer er zu sehr Freund der Spieler und er merkte nicht, als “seine Freunde” dieses Verhältnis immer mehr ausnutzten. Die Pressekonferenz zum Schluß war eine reine Selbstinszenierung. Damit hatte Babbel dann endgültig fertig in Stuttgart.
Ich bin guter Hoffnung, dass wir jetzt mit Christian Gross den Gegenentwurf bekommen haben. Seine Erfahrung wird der Mannschaft gut tun. Schon von seiner Erscheinung her wirkt er Respekt einflößend. Die ersten Interviews finde ich vielversprechend. Er scheint ein autoritärer Typ zu sein, der nach Leistung aufstellt und keine Rücksicht auf Namen nimmt. Dies spiegeln auch die ersten Aussagen der Spieler wieder. Ich denke, es wird wieder gerechter zugehen auf dem Wasen. Er erinnert die Spieler daran, dass sie den schönsten Job überhaupt haben und mit Freude an die Arbeit gehen sollen. Er möchte, dass um jeden Ball gekämpft wird, man jeden Ball haben möchte usw. Im Grunde alles Selbstverständlichkeiten, die aber zuletzt nicht mehr selbstverständlich waren.
So war ich sehr gespannt auf den ersten Auftritt und das gerade im alles entscheidenden Spiel gegen Unirea Urziceni in der Champions League. Aufgrund der ersten Eindrücke hatte ich seit langem mal wieder vor dem Spiel ein sehr gutes Gefühl, da mir klar war, dass die Mannschaft nicht so schlecht ist, wie sie zuletzt gespielt hat. Vor dem Spiel hatte ich dann auch im SSC zum besten gegeben, dass wir, wie im letzten Jahr gegen Standard Lüttich, was ja auch das letzte und entscheidende Spiel fürs Weiterkommen war, das Spiel in der ersten Hälfte entscheiden und erstmals in dieser Saison ins Tor auf der Untertürkheimer Seite treffen werden. Und genau so kam es ja auch. In der 5., 8. und 11. Minute legten die Jungs ein 3:0 vor, was die schnellste so hohe Führung in der Champions League Geschichte
bedeutete.
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Als Zuschauer rieb man sich die Augen, waren das die selben Jungs, die uns über Monate an den Rand der Verzweiflung trieben? Was hat Gross mit denen in so kurzer Zeit gemacht? Unglaublich einfach. Noch unglaublicher, dass unter den Torschützen Marica und Pogrebnjak waren, die in den Spielen davor kaum unfallfrei geradeaus laufen konnten und Torchancen dilettantisch versiebten. Und jetzt köpft Marica gekonnt gegen die Laufrichtung des Torwarts und Pogrebnjak umkurvt die rumänische Abwehr wie Slalomstangen. Zwischen den beiden Toren noch das Solo von Christian Träsch mit energischem Abschluss, der vom ebenfalls kürzlich noch auf dem Abstellgleis stehenden Gehart geschickt wurde. Damit war das Spiel entschieden und der VfB konnte einen Gang zurück schalten. Auch nach dem 3:1 kurz nach der Pause geriet der Sieg nicht mehr ernsthaft in Gefahr.Die Abwehr geriet zwar hin- und wieder ins schwimmen, richtig gefährlich waren die Rumänen aber auch nicht. Gut so, daß noch nicht alles lief wie am Schnürchen. So hatte Gross auch bei dem Spiel einiges gesehen, das ihm nicht gefallen hat. Stück für Stück kann er jetzt daran arbeiten die Stärken zu stärken und die Schwächen abzustellen.
Wir sind also noch dabei im Millionenspiel Champions League und es wartet sicher eine reizvolle Aufgabe auf den VfB. Die Möglichkeit wird wieder groß sein, eine englische Mannschaft zu erwischen, da eben Arsenal, Chelsea und ManU Gruppensieger wurden. Von diesen wäre mir Arsenal am liebsten. Das Spiel wäre für Aleks Hleb und Jens Lehmann sicher etwas ganz Besonderes, und für mich auch, da mir der Stil und die Philosophie des Vereins gefallen und ich auch mal gerne ins Emirates Stadium nach London kommen würde. Aber, die Auslosung ist kein Wunschkonzert, nehmen wir es, wie es kommt. Nächsten Freitag wissen wir mehr.
Jetzt gilt es erst noch, die Hinrunde einigermaßen versöhnlich zu beenden. Zunächst bei den heimstarken Mainzern, dann noch gegen Hopp Hoffenheim. Ein schweres Programm zum Jahresabschluss also, Gross hätte es auch einfacher gehabt, wenn er früher hätte kommen können. So sollte jetzt erst einmal am Sonntag in Mainz gewonnen werden. Mit Mut und Aggressivität, wie wir sie gegen Urziceni gesehen haben, sollte das was werden können. Torgefahr wurde gegen die Rumänen mal wieder das gesamte Spiel über ausgestrahlt und nicht nur in den letzten 20 Minuten mit dem Mute der Verzweiflung. Dieser Auftritt macht Hoffnung. Allerdings müssen unsere Jungs alles in die Waagschale werfen und zunächst den Kampf annehmen. In dieser Jahreszeit und Temperaturen um den Gefrierpunkt gibt es selten einen Schönheitspreis zu gewinnen. Ich bin guten Mutes, dass Christian Gross die Mannschaft wieder gut einstellen wird und die Spieler die Vorgaben auf dem Platz erfüllen werden. Wir sind dabei am Mainzer Bruchweg, Sonntag um 10 Uhr geht es los im Doppeldeckerbus vom Fanclub RWS Berkheim. Bilder und ein Bericht von der Auswärtsfahrt folgen dann schnellstmöglich.
Bis dahin, drückt die Daumen und Grüße
Franky
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26. November 2009

Horst Heldt im Gespräch “Wir haben gezeigt, was wir können”

Glasgow – Der VfB-Sportvorstand Horst Heldt freut sich riesig darüber, dass die Stuttgarter in Glasgow gewonnen haben. “Das war ein wichtiger, guter, eindrucksvoller Sieg”, sagt er im Interview.

Horst Heldt, wie erleichtert sind Sie nach dem Sieg in Glasgow?

Ich freue mich riesig. Das war ein wichtiger, guter, eindrucksvoller Sieg. Man darf ja nicht vergessen, wo wir herkommen. Die ganze Mannschaft hat endlich mal wieder gezeigt, wozu wir in der Lage sind.

Warum gelingt dies der Mannschaft nicht immer?

Wenn wir das wüssten, würden wir es abstellen. Aber der Sieg sollte uns auf jeden Fall Selbstvertrauen geben, das war ein wichtiges Erfolgserlebnis.

Ist es denn beruhigend, dass sie, egal wie das letzte Gruppenspiel gegen Unirea Urziceni ausgeht, auf jeden Fall weiter im Europacup spielen?

Es ist beruhigend und schön, dass wir im Europapokal überwintern, von daher ist es ein Erfolg. Aber jetzt wollen wir auch die Chance nutzen, in der Champions League weiterzukommen. Wir müssen dieses Spiel gewinnen, obwohl jetzt langsam auch jeder wissen sollte, das das ein schwieriger Gegner ist, der nicht nur einen komischen Namen hat. Aber auch wir haben in Glasgow gezeigt, dass wir was können.

Wie schwer wird es, den Sieg in Glasgow in der Bundesliga zu bestätigen? Am Sonntag spielen sie bei Tabellenführer Bayer Leverkusen.

Das ist auch schon wieder egal … Wir müssen uns dieser Herausforderung stellen. Aber wir sind krasser Außenseiter. Ich hoffe, dass die Spieler mit einem gewissen Selbstvertrauen in die nächsten Spiele gehen, aber das wird nicht einfach in Leverkusen. Trotzdem: Jetzt hätte ich auch in der Bundesliga gerne mal wieder ein paar Punkte.

Wie sehr hat Sie der Sieg in Glasgow für ihren Freund Markus Babbel gefreut?

Mich hat es für den Verein gefreut und für die 2500 Fans, die nach Glasgow gekommen sind. Die Fans haben uns immer unterstützt, für die war es auch sehr wichtig, dass wir gewonnen haben.

STZ online 25.11.09

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