21. November 2010

Quo vadis Kölle?

Der 1. FC Köln steht derzeit am Scheideweg

In diesen Tagen ein zutreffendes Bild der aktuellen Lage des 1. Fußball-Clubs Köln zu zeichnen, fällt äußerst schwer. Vieles scheint in Bewegung zu sein bei den Domstädtern. Sportlich ist festzuhalten, dass Köln nach zwölf Spieltagen auf Tabellenplatz 18 rangiert und die Mannschaft am vergangenen Spieltag ausgerechnet dem niederrheinischen Erzrivalen Mönchengladbach mit 0:4 vor heimischem Publikum unterlag. Die Kernfrage, weshalb das Kölner Team hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt, konnte bislang niemand beantworten. Dabei sah es vor Kurzem noch so aus, als habe der Trainerwechsel von Zvonimir Soldo zu Frank Schaefer den gewünschten Effekt gebracht. Denn in Schaefers Premierenspiel im DFBPokal wurde mit einem klaren 3:0-Sieg gegen den TSV 1860 München der Einzug ins Achtelfinale geschafft, wo nun der MSV Duisburg als nächster Gegner wartet. Im darauffolgenden Bundesligaspiel rangen die Kölner den favorisierten Hamburger SV mit 3:2 nieder. Nach dem Führungstreffer durch Milivoje Novakovic gingen die Hanseaten ihrerseits mit 2:1 in Führung. Noch in der ersten Spielhälfte glich der slowenische Nationalspieler aus und war sechs Minuten vor Spielende erneut zur Stelle, um den Siegtreffer zu markieren. Eine Initialzündung für die große Aufholjagd waren jedoch beide Erfolge nicht und so schwebt weiterhin das Abstiegsgespenst drohend über dem Geißbockheim. Noch kann die Wende geschafft werden, noch darf der 1. FC Köln auf bessere Tage hoffen und auf Akteure im FC-Trikot die das Potenzial abrufen, das sie wirklich besitzen. Spieler wie Geromel, Milivoje Novakovic oder Lukas Podolski stehen jetzt in der Pflicht. Einer, der in Stuttgart kein Unbekannter ist, hat sich in Köln einen Stammplatz erkämpft: Martin Lanig. Der Mittelfeldakteur hat seinen Platz sicher und ist eine verlässliche Größe im FC-Team. Doch auch für den 26-Jährigen gilt: „Quo vadis Kölle? – wohin gehst du, FC?“, dies fragen sich viele in der alten Römerstadt. Die Antwort hierauf wird die Mannschaft in den kommenden Wochen und Monaten nur auf dem Platz geben können.

Top Facts: Die heutige Paarung im Fokus

  • Der VfB gewann keines seiner letzten sieben Heimspiele gegen den 1. FC Köln (drei Unentschieden, vier Niederlagen) – gegen keinen anderen aktuellen Bundesligisten wartet der VfB so lange auf einen Heimsieg. Die letzten drei Heimspiele verlor der VfB gegen den FC sogar alle (0:2, 1:3, 2:3). Hoffnung macht allerdings die Tatsache, dass der VfB noch nie in der Bundesliga-Historie gegen eine Mannschaft vier Heimspiele in Folge verlor.
  • Unter Trainer Jens Keller gewann der VfB alle seine drei Heimspiele und das jeweils ohne Gegentor (1:0 gegen Getafe CF, 2:0 gegen den FC St. Pauli, 6:0 gegen Werder Bremen).
  • Seine einzige Niederlage als Bundesligatrainer musste Jens Keller gegen einen Ex-Verein hinnehmen – am 10. Spieltag beim 0:2 in Wolfsburg. Jetzt trifft er zum zweiten Mal auf einen ehemaligen Klub: Der 39-Jährige
    spielte von 2000 bis 2002 für den 1. FC Köln und bestritt 55 Bundesligaspiele für den FC.
  • Beim letzten Spiel gegen den VfB kassierte Köln zum einzigen Mal seit dem Wiederaufstieg im Jahr 2008 mehr als vier Gegentreffer in einem Spiel (1:5). Cacau gelang dabei der erste Hattrick eines VfB-Spielers
    seit 24 Jahren.
  • Auch zum letzten Gastspiel in Stuttgart reiste der 1. FC Köln als Tabellenletzter an: Am 6. Spieltag 2009/2010 feierte der FC nach Toren von Sebastian Freis und Wilfried Sanou einen 2:0-Erfolg und damit den ersten
    Saisonsieg.
  • Der 1. FC Köln holte in den bisherigen sechs Auswärtsspielen erst einen Punkt, den aber ausgerechnet beim amtierenden Meister FC Bayern München (0:0 am 4. Spieltag).
  • Ciprian Marica war in den letzten beiden Spielen an sechs der neun VfB-Tore direkt beteiligt. Beim 6:0 gegen Bremen war er an vier Treffern direkt beteiligt (ein Tor, drei Torvorlagen), beim 3:3 in Kaiserslautern bereitete er das 1:0 durch Arthur Boka vor und holte den Strafstoß heraus, den Christian Gentner zum 3:0 verwandelte.

Gesamtbilanz:

78 Spiele, 25 VfB-Siege, 21 Unentschieden und 32 Köln-Siege, bei einem Torverhältnis von 132:130 für den VfB.

Heimbilanz des VfB gegen Köln:

19 VfB-Siege, 9 Unentschieden und 11 Köln-Siege bei einem Torverhältnis von 73:47 für den VfB.

(Quelle: Stadion Aktuell 21.11.2010)

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26. Februar 2010

Den Dom ließen wir in Kölle – die Punkte nahmen wir eindrucksvoll mit

Nachdem mich anfangs der Woche noch eine heftige Grippe plagte, wurde ich rechtzeitig zum Spiel in Köln wieder fit. So begaben wir uns an diesem Samstag pünktlichst zum Bahnhof, um den Intercity, der planmäßig um 7.37 Uhr starten sollte, ohne Streß zu erreichen. Aufgrund “technischer Probleme”, mehr wollte uns die Deutsche Bahn nicht mitteilen, verzögerte sich die Abfahrt aber leider um etwa 20 Minuten, Zeit, die uns natürlich in Köln fehlen würde. Zumal wir uns dieses Mal aufgrund der Sparpreise der Bahn für einen normalen IC und nicht den ICE entschieden hatten, und somit etwa eine Stunde länger unterwegs sein sollten. Wir begaben uns sofort in den Bistrowagen, in dem wir uns zunächst mit unseren mitgebrachten Fleischküchle-Wecka eine erste Grundlage schufen. So dauerte es dann auch nicht lange, bis ich mich dazu entschloss, zu testen, wie das Franziskaner Weißbier an diesem frühen Samstag-Morgen schmecken würde. Leider erstreckten sich die technischen Probleme der Bahn auch auf die Kühlung der Getränke. Das erste Weizen gleich soichwarm, das kann ja heiter werden… In Mannheim stiegen dann auch Heiko und Konrad von den Murgtalschwaben zu. Da wir dann natürlich sofort nachträglich auf Carles Geburtstag anstoßen “mußten”, trank ich eben noch ein Weizen, das zu meiner großen Freude deutlich kälter war, als das vorherige. Hätte die Bahnangestellte das erste doch auch nur von hinten weggenommen… ;-) . Im weiteren Verlauf der Fahrt, die über die schöne Strecke dem Rhein entlang über Mainz, an der Loreley vorbei und über Koblenz führte, klopften wir dann noch einen Skat, für mich mein erster seit bestimmt 15 Jahren, wir lasen die Tagespresse und diskutierten natürlich schon unsere Erwartungen für das Spiel. Da Marica gelbgesperrt ausfiel und Cacau sowie Schieber nach ihren Verletzungen noch kein Spiel bestritten haben, befürchteten wir fast, Christian Gross würde nur mit einer echten Spitze, nämlich Pavel Pogrebnjak antreten. Eine Taktik, vor der es mir immer graut, zeigt man doch damit indirekt dem Gegner, dass er mal schön die Initiative ergreifen darf. Wir haben einfach nicht die gefährlichen Flügelspieler, wie z. B. die Bayern mit Ribery und Robben, um nur mit einem Stoßstürmer spielen zu können.

Dadurch war die Fahrt natürlich sehr kurzweilig und ging im Zug um wie im Flug. Was machen Köln-Touristen, wenn sie aus dem Bahnhof kommen? Richtig! Ein Bild vom Dom. Dass das Bild noch den richtigen Touch bekam, gesellte sich schnell noch Charlie Chaplin zu uns.

Unsere erste Anlaufstelle in Köln war dann das Früh-Kölsch. Hier sind wir erfahrungsgemäß wohlgelitten, das Personal ist freundlich, die Bierversorgung klappt bestens und essen kann man dort auch noch etwas. Etwas störend für einen Süddeutschen sind natürlich die Reagenzgläser, in denen man in Köln sein Bier bekommt. Aber, wie geschrieben, die Versorgung klappte bestens, “unser” Kellner behielt uns ständig im Auge und brachte Nachschub, wenn wieder zu viel Luft in den Gläsern war.

Nachdem wir uns im Früh mit fester und flüssiger Nahrung gestärkt hatten, ging es ab ins Stadion. Da mir der Weg dorthin immer elends lang vorkommt, probierten wir es dieses Mal mit dem Taxi. Das war leider auch keine gute Entscheidung, schnell standen wir im Stau, brauchten somit mindestens genau so lang wie mit der Bahn und bezahlten noch 19 Euro für die Strecke. Da wir zu viert fuhren, ging das natürlich, dennoch lohnt sich das nur, wenn man eine Zeitersparnis dabei hat. Im Stadion dann trennten sich zunächst unsere Wege. Ich hatte mir zwar Karten über den VfB besorgen lassen, war mit diesen aber nicht einverstanden. Im gleichen Block über unserem Fanblock saßen wir letztes Jahr auch, damals hinter einer Plexiglasscheibe, schlecht zum Fotografieren natürlich. Auch den davor liegenden Strafraum konnte man nicht komplett einsehen. So entschloß ich mich kurzerhand dazu, beim FC Karten für die Gegentribüne zu bestellen, in einem Block, in dem im letzten Jahr massenhaft VfB-Fans waren, und meine Karten weiter zu geben. Am Einlaß gab es überhaupt keine Probleme, schnurstracks waren wir drin. Für mich ist es immer ein erhebendes Gefühl, in dieses Stadion zu kommen. Mir persönlich gefällt das Rheinenergiestadion von den neuen bzw. umgebauten Stadien in Deutschland mit am besten. Vor dem Spiel herrscht hier immer eine besondere Atmosphäre, vor allem, wenn Viva Colonia oder das Vereinslied Mer stonn zu Dir gespielt werden. Dann ist das weite Rund eine einzige rot-weiße Schalparade, die auch für mich als Gästefan schön anzusehen ist.

Ich fand die Plätze, die wir hatten, super. Der Block dürfte zu je 50% von Kölner und VfBlern belegt gewesen sein. Es gab aber keinerlei Probleme zwischen den Fangruppen. Rechtzeitig zum Verlesen unserer Mannschaftsaufstellung waren wir auf unseren Plätzen. Der leider angeschlagene Sami Khedira wurde durch Zdravko Kuzmanovic ersetzt, Marica also doch durch Cacau. Mich persönlich hätte es doch verwundert, wenn Gross anders aufgestellt hätte. Donnerstags war ich noch beim Training und da machte Cacau auf mich als Laien nicht den Eindruck, er wäre noch nicht fit genug.

Durch ein Spalier von Cheerleadern ging es für unser Team also hinein in das stimmungsvolle Stadion. Der VfB war gefordert heute. Es galt zu zeigen, dass die Niederlage gegen den HSV nur ein Ausrutscher war und Selbsvertrauen zu tanken vor dem bevorstehenden Highlight gegen den großen FC Barcelona. Außerdem war es interessant zu sehen, wie die Mannschaft reagieren würde, wenn zwei Stammspieler der vergangenen Wochen fehlen würden. Vor allem Sami Khediras Ausfall dürfte schwer wiegen, ist er doch mehr und mehr das Gesicht und die Lunge des neuen VfB.

Das Spiel begann dann recht schwungvoll. Der VfB hatte früh erste Torchancen durch Cacau (5.), Delpierre (6.) und Träsch (10.). Vor allem Delpierre hätte mit seinem Kopfball freistehend gerne für die Beruhigungspille sorgen dürfen. Dennoch stimmte der Auftakt zuversichtlich. Der Mannschaft merkte man das Vorhaben an, die Scharte der HSV-Niederliege auswetzen zu wollen. Die neuen fügten sich auch nahtlos in das Mannschaftsgefüge ein. Cacau wirkte sehr motiviert. Nachdem unter Gross zunächst Pogrebnjak und Marica gesetzt waren und er zu allem Überfluß noch durch eine Verletzung ausgebremst wurde, kam er in Köln erst zu seinem allerersten Rückrundeneinsatz. Viele schrieben ihn schon, vor allem in Bezug auf seine mögliche WM-Teilnahme, ab, was ihm deutlich zusetzt. In einigen Interviews in der Woche vor dem Spiel machte er deutlich, dass er nicht kampflos aufgeben und sich zeigen wolle. Eine Woche danach wissen wir, dass dies keine leeren Worthülsen waren. Er muß einfach besser und auch für die Mannschaft wertvoller sein, als seine direkten Konkurrenten, dann wird auch sicher Christian Gross der letzte sein, der ihn in seinem Eifer bremsen möchte. Diesen Kampfgeist hätte ich mir im übrigen auch von Thomas Hitzlsperger gewünscht, der sich möglicherweise gewaltig “verwechselt” hat. Wie ich Christian Gross bislang einschätze, kann sich jeder seine Einsätze verdienen oder er sagt ihm klipp und klar, dass er keine Zukunft unter ihm haben wird. Dem Hitz konnte er aber, und das sicher gerechtfertigt, keine Einsätze garantieren, Chancen hätte er aber durchaus gehabt.

Doch zurück zum Spiel. Die beiden Trainer verfolgten das Geschehen auf dem Spielfeld jeweils im Stehen. Für uns war es ja auch ein Wiedersehen mit Zvoni Soldo, der 10 Jahre lang die Kickstiefel für den VfB geschnürt hatte und lange unser Kapitän war. Ihm möchte man ja in Köln Alles Gute wünschen, aber bitte nicht in diesem Spiel.

Christian Gross wie immer engagiert an der Seitenlinie

Auch Zvonimir Soldo verfolgt das Geschehen im Stehen

Im Kölner Strafraum ging es bereits in der Anfangsphase heiß her

Nach den ersten guten VfB-Chancen gaben auch die Kölner in Person von Novakovic ihre erste Duftmarke ab, der in einer 1:1-Situation am glänzend reagierenden Jens Lehmann scheiterte. Im Gegenzug dann fiel das 0:1 durch Cacau, als die Kölner noch über die vergebene Chance haderten. Vorausgegangen war dem Tor ein glänzendes Zusammenspiel auf der linken Seite von Hleb und Molinaro, der sich immer mehr zu einem Glücksgriff mausert. Mit Verlaub: wer fragt heute noch nach Ludovic Magnin? Die Kölner brauchten eine gute Viertelstunde, um sich vom Gegentreffer zu erholen und näherten sich nun mal wieder zaghaft dem VfB-Tor. Christopher Schorch aber vertändelte den Ball. Postwendend folgte der Konter, der zum 0:2 nach 31 Minuten führte. Cacau war schon auf und davon, verstolperte dann fast die Kugel, so dass er die Situation nur noch mit einem Distanzschuß retten konnte. Dabei schlenzte er den Ball aber technisch anspruchsvoll und sehenswert ins rechte Toreck. Im VfB-Sektor brachen daraufhin natürlich alle Dämme. Mit 2 Toren lagen wir auswärts in dieser Saison bislang nur in Frankfurt in Front, da waren wir aber nicht mit dabei. Das Spiel lief also ähnlich gut wie letzte Saison an gleicher Stelle, als wir durch 3 Gomez-Tore mit 3:0 gewannen. Danach profitierte Novakovic abermals von einem Stellungsfehler von Delpierre, auch hier bügelte Lehmann die Gefahr glänzend aus, danach scheiterte Gebhart mit einem satten Schuß an Mondragon.

In der 38. Minute machte Cacau dann seinen Hattrick perfekt, als nach einer Ecke der Ball über Schorch und Mondragon Cacau der Ball genau vor die Füße sprang. Die VfB-Fans waren jetzt natürlich völlig aus dem Häuschen und die Kölner bedient.

Cacau macht seinen Hattrick perfekt

Kein Protest, nur Teil einer Hüpfeinlage :-)

Dass den Kölner durch Schorch noch vor der Pause der Anschluß gelang, tat unserer guten Stimmung keinen Abbruch. Trotz teilweise guter Chancen der Kölner sah es nicht danach aus, dass der VfB noch einbrechen könnte.  Nach dem Seitenwechsel war Köln zunächst optisch überlegen und hatte einige Chancen. Sie waren aber entweder zu unpräzise oder fanden in dem fehlerfreien Jens Lehmann ihren Meister. Köln konnte es sich allerdings auch nicht leisten, kopflos nach vorne zu rennen, da der VfB stets präsent war und immer wieder Nadelstiche setzte. In der 65. Minute war dann der Arbeitstag von Aleks Hleb beendet. Auch er steigert sich seit dem Amtsantritt von Gross kontinuierlich, warum ein Fußballprofi aber keine Luft für 90 Minuten hat, erschließt sich mir nicht. Er wurde von dem wiedererstarkten Roberto Hilbert ersetzt, der prompt 4 Minuten später die Flanke zum vorentscheidenden 1:4, ausnahmsweise durch Pavel Pogrebnjak, schlug.

Cacau traf schließlich in der 74. Minute zum Endstand von 1:5. Sein erster Viererpack in der Bundesliga. Für den VfB war es der erste lupenreine Hattrick seit 1986, als dies Jürgen Klinsmann beim 0:7 in Düsseldorf gelang. Auch damals war ich schon dabei. :-) . Jetzt waren nicht nur die VfB-Fans aus dem Häuschen, jetzt waren auch die Kölner aus dem Stadion. Mit dem 1:4 begann eine Massenflucht, zum Schlußpfiff waren wir dann fast unter uns.

Hellseher?

Nach dem 1:5 war es dann mehr oder weniger ein Schaulaufen. Die Kölner hatten längst resigniert, der noch immer torhungrige VfB hätte sogar noch um das ein oder andere Tor höher gewinnen können. So ließ sich die Mannschaft natürlich nach Schlußpfiff feiern, vor allem Cacau wurde natürlich besungen. Er hat sich hoffentlich jetzt in die Mannschaft hineingespielt. In dieser Form wäre er eine Bereicherung für jede Bundesligamannschaft und so bleibt zu hoffen, dass sich beide Parteien in vernünftigem Rahmen auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit einigen können. Hervorzuheben ist aber auch die insgesamt gute Mannschaftsleistung. Lediglich Delpierre und mit zunehmender Spieldauer Hleb fielen hier ab, die besten beim VfB waren Lehmann und Cacau.

Nach dem Feiern der Mannschaft gingen wir hinunter, um die anderen wieder zu treffen. Den VfB-Sportshop hatten wir als Treffpunkt ausgemacht. Doch diese Rechnung hatten wir ohne die Kölner gemacht. Im Gegensatz zu vor dem Spiel war der Zugang zum Gästebereich mit Zäunen und Ordnern zugestellt. Wir, natürlich in voller VfB-Montur, sprachen dann einen Ordner an, der uns zu jemandem brachte, der uns Zugang zum Gästebereich verschaffen konnte. Also ganz freundlich das Personal dort, er wunderte sich selbst über die Organisation, indem er “tolle Fantrennung” murmelte. Schnell haben wir uns dann also wiedergefunden und machten uns auf den Weg zur Straßenbahn. Auf dem Weg dorthin kam uns dann ein Bierstand sehr gelegen, nachdem es im Stadion nur alkoholfreies Bier gab. Dort trafen wir dann noch Freunde aus dem Bierhexle und begossen erst einmal den Sieg.

Danach ging es mit der Straßenbahn zurück zur Kölner Altstadt. In der Pfaffen-Brauereigaststätte am Heumarkt aßen wir erst einmal etwas, danach gingen wir noch in die Bar Keks direkt in der Altstadt, wo es laute Musik und reichlich Kölsch gab. Hier gab es auch keine Fantrennung, Kölner und VfBler feierten gemeinsam.

Kurz vor 10 Uhr fuhr dann leider wieder unser Zug Richtung Heimat. Letztes Jahr hatten wir in Köln übernachtet, das wäre auch dieses Mal eine gute Wahl gewesen. So ging die Party eben im Zug weiter, der überwiegend von fröhlichen Schwaben bevölkert war.

Fröhliche Schwaben überall

Um 0.40 Uhr kamen wir planmäßig und vom langen Tag gezeichnet wieder in Stuttgart an. Es war ein klasse Tag mit einem Super-Auswärtssieg und guten Freunden. Kurz gesagt: PERFEKT!

Ein Bericht über das Barcelona-Spiel und den Ausblick auf Frankfurt folgt in Kürze.

Viele Grüße

Franky

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23. Februar 2010

Cacau gibt sich mit einem Hattrick nicht zufrieden

Der 1. FC Köln kam zu Hause gegen den VfB Stuttgart trotz einer über weite Strecken soliden Vorstellung gehörig unter die Räder und kassierte am Ende eine bittere 1:5-Pleite. Besonders im Blickpunkt stand dabei Stuttgarts Cacau, der bei seinem ersten Einsatz in der Rückrunde gleich viermal erfolgreich war.

Kölns Trainer Zvonimir Soldo musste im Vergleich zur 0:2-Niederlage bei Schalke Maniche wegen eines Blutergusses im Oberschenkel verzichten. Tosic fand sich dafür in der Startelf wieder. Auch Stuttgarts Coach Christian Gross war nach der 1:3-Niederlage gegen dem Hamburger SV zum Handeln genötigt. Für Marica (Gelb-Sperre) und Khedira (muskuläre Probleme) begannen Cacau und Kuzmanovic.

Von Anfang an entwickelte sich ein temporeiches Duell zweier Mannschaften, die jeweils über gepflegtes Kombinationsspiel zum Erfolg kommen wollten. Den Geißböcken fehlte es aber zunächst an geeigneten Mitteln, um die gegnerische Abwehrreihen in Bedrängnis zu bringen. Die Schwaben dagegen hatten mehr Struktur in ihrem Spiel, wodurch sie auch zu ersten Einschussgelegenheiten durch Cacau (5.), Delpierre (6.), und Träsch (10.) kamen.

Nach zwölf Minuten wurde es dann auf der Gegenseite erstmals brenzlig: Novakovic tankte sich gegen Delpierre durch, zog dann aber im Eins-gegen-Eins gegen VfB-Schlussmann Lehmann aus spitzem Winkel den Kürzeren. Die bis dato beste Chance der Begegnung wurde damit von den Rheinländern liegen gelassen, zudem kassierten sie im direkten Gegenzug das Tor. Hleb passte wunderbar in die Schnittstelle der Abwehr zu Molinaro, der von der linken Grundlinie in die Mitte zu Cacau flankte – 0:1 (13.).

Dem FC war das Bemühen nicht abzusprechen, allerdings konnten sich die Gastgeber kaum gegen die gut sortierten Schwaben durchsetzen. Nach 31 Minuten schaffte es Schorch dann doch einmal in den Sechzehner einzudringen. Sein anschließender Pass missriet aber vollends und landete beim Gegenspieler. Postwendend folgte das 0:2. Cacau startete aus der eigenen Hälfte und wurde angespielt, der gebürtige Brasilianer behauptete sich dann gegen Geromel und vollendete schließlich aus 17 Metern sehenswert ins rechte Eck (31.).

Kurz darauf profitierte Novakovic von einem Stellungsfehler von Delpierre, der Slowene zog aber erneut im Eins-gegen-Eins gegen Lehmann den Kürzeren (36.). Zwei Zeigerumdrehungen später zwang Gebhardt Mondragon mit einem satten Schuss zu einer Parade. Bei der anschließenden Ecke musste der kolumbianische Keeper der Kölner erneut eingreifen, diesmal gegen Tasci. Der Abpraller landete aber bei Cacau, der aus kürzester Distanz seinen lupenreinen Hattrick perfekt machte (38.).

Es schien bereits alles klar, doch kurz vor der Halbzeit hauchte Schorch den Domstädtern wieder Leben ein. Nach einer Eckballvariante verkürzte der Rechtsverteidiger per Kopf auf 1:3 (44.). Damit blieb die Hoffnung auf ein “Wunder” in der zweiten Hälfte erhalten.

In dieser ging es zunächst mit unverändertem Personal weiter. Die Kölner drängten nun vehement auf den Anschluss, den der inzwischen deutlich agilere Podolski dann auch gleich zweimal auf dem Fuß hatte. Zuerst schoss er aber knapp links vorbei (47.), ehe er per Kopf am glänzend reagierenden Lehmann scheiterte (51.). Auf der Gegenseite gab Kuzmanovic per Freistoß, der haarscharf über die Latte ging, ein Lebenszeichen für den VfB ab (53.).

Beim Freistoß des Serben war das Spiel für Kölns Chihi allerdings bereits beendet. Der Deutschmarokkaner war leidtragender eines Foulspiels von Geromel an Pogrebnyak, bei dem der Russe unglücklich auf Chihi fiel. Freis kam rein. Am Spielverlauf änderte sich jedoch nichts, Köln drängte nach vorne. Doch sowohl Freis (58.) als auch Brecko (68.) waren zu unpräzise.

Wie man es besser macht, zeigten die Schwaben in der 69. Minute: Hilbert – mittlerweile für Hleb gekommen – durfte von der linken Außenbahn unbedrängt flanken, Pogrebnyak schraubte sich hoch und nickte kompromisslos aus fünf Metern ein. Danach fügten sich die Soldo-Schützlinge in ihr Schicksal, vom FC kam nun nichts mehr. Anders die Schwaben, die Torhunger hatten. Dies galt insbesondere für Cacau, der dann auch nach 74 Minuten wunderbar von der Strafraumgrenze ins linke Eck traf und somit den Endstand besorgte.

Der 1. FC Köln ist kommende Woche wieder samstags bei Bayer Leverkusen gefordert. Für den VfB Stuttgart wird es dagegen bereits am Dienstag ernst. Dann steigt zu Hause der Kracher in der Champions League gegen den FC Barcelona, ehe in der Bundesliga Eintracht Frankfurt am Samstag einen Besuch im Ländle abstattet.

kicker.de 20.2.10

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