10. Dezember 2015

Was nun, Herr Dutt?

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , – Franky @ 20:32

Der VfB spielt gerade seine schlechteste Vorrunde der Vereinsgeschichte, die „Mannschaft“ hat mit Alexander Zorniger mal wieder einen Trainer weggemobbt und was macht Robin Dutt? Er wartet sprichwörtlich auf den Weihnachtsmann.

Nach Zornigers Demission und dem damit verbundenen Abrücken vom eingeschlagenen und lange als alternativlos betitelten Weg, ist Dutt mehr denn je in der Pflicht zu liefern. Seine Saisonabschluss-PK und seine großen Worte bei Zornigers Vorstellung klingen mir noch in den Ohren und waren nach derzeitigem Stand wieder einmal nur leere Worthülsen.

Was Zorniger letztlich das Genick brach war seine Sturheit und dass er keinen Plan B besessen zu haben schien, seine Außendarstellung und das öffentliche Kritisieren seiner Spieler, wobei er letzteres ja zuletzt weniger tat. Für mich sind das alles Kriterien gewesen, an denen man hätte arbeiten können. Zorniger war ein Trainer, der zum VfB passte und die Motivation besaß, den VfB aus dem Tal der Tränen zu holen und besser zu machen. Er war es, der es Ulreich nahelegte, sich zu verändern, ihm hätte ich es auch zugetraut, dass er das Gesicht der „Mannschaft“ über kurz oder lang grundlegend verändert hätte.

So bleibt das Kardinalproblem bestehen. Der VfB hat zwar viele Indianer, jedoch keinen Häuptling. Diejenigen, die kraft ihres Amtes im Mannschaftsrat Führungsrollen innehaben, sind entweder Dauerreservisten und/ oder haben ihren Zenit scheinbar überschritten. Diesen Spielern geht es in erster Linie um die Wahrung ihres eigenen Status Quo, so schießen sie gegen jeden, der ihre Wohlfühloase anzutasten versucht, wodurch sie sich grundlegenden Neuerungen per se verschließen, was uns seit Jahren auf der Stelle treten lässt.

Welche Rolle Robin Dutt bei Zornigers Entlassung spielte, ob der Trainer in ihm hoch kam und er Zorniger „Tipps“ gab, wie er die Mannschaft doch besser auf- und einzustellen haben, wäre interessant zu wissen. Bei Stevens hatte dieser Eingriff in die Kernkompetenzen eines Fußballtrainers ja wohl ihre heilende Wirkung gehabt, Zorniger jedoch wollte die Ausrichtung der „Mannschaft“ partout nicht verändern, was dann letztlich zur Trennung führte.

Eigentlich ein Jammer, sahen wir doch über weite Strecken der Vorrunde begeisternde Vorstellungen wie schon lange nicht mehr. Bis zum Bayern-Spiel konnte man auch nicht erkennen, dass die „Mannschaft“ dem Trainer nicht folgen würde, die Körpersprache auf dem Platz jedenfalls war passabel. Was letztendlich dazu geführt hat, dass die „Mannschaft“ Zorniger gegen Augsburg durch eine kollektive Leistungsverweigerung die Gefolgschaft verweigerte, vermag ich nicht zu beurteilen. Und selbst nach diesem Spiel richtete sich der Zorn der Fans mehr gegen die „Mannschaft“ als gegen den Trainer, Trainer raus Rufe waren keine zu vernehmen.

Die „Mannschaft“ wurde durch die La Ola und die Gesänge „Oh, wie ist das schön“ verhöhnt, nicht der Trainer. Der Verein freilich interpretiert diese Reaktionen falsch und sah sich gezwungen, die Reißleine zu ziehen. Ich hätte es mir gewünscht, dass man sich irgendwie in die Winterpause rettet und dann den Personalumbau gnadenlos fortsetzt und sich von Spielern trennt, die nicht mitziehen und nur ihr eigenes Süppchen kochen. Der nächste auf der Trainerbank wird genau mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben, wenn es von Vereinsseite nicht zugelassen wird, die bestehende Hierarchie aufzubrechen und altgediente „Führungsspieler“ fortzuschicken.

Mit Zorniger musste, wie man die Mechanismen des Geschäfts kennt, das schwächste Glied in der Kette gehen, obwohl Dutt ihm zuvor, auch am Tag nach dem Augsburg-Spiel noch, die Nibelungentreue geschworen hat. Dutt wurde am Vortag von Zornigers Entlassung vor den Fanausschuss zitiert und scheint dort Denkanstöße erhalten zu haben, die ihn schließlich in der Trainerfrage umdenken ließen. Spötter würden an dieser Stelle sagen, „die Fans“ haben den Nächsten davongejagt, für mich war dies aber eine Fehlinterpretation Dutts, personelle Konsequenzen in der „Mannschaft“ hätten auch schon genügt.

Dass der Trainerwechsel Dutt und den VfB unvorbereitet traf wird darin deutlich, dass kein Feuerwehrmann parat stand und Jürgen Kramny nicht früh genug auf dem Baum war. Jürgen Kramny, der seit 2011 solide Arbeit bei den Amateuren leistet(e) und die Jungs seither stets in der 3. Liga gehalten hat, wurde als Interimstrainer installiert. Für welchen Spielstil er steht, kann ich, der immer, wenn die Gelegenheit besteht, Spiele der Amas besucht, nicht sagen. Die Spielanlage wirkt oftmals eher chaotisch und zufällig denn strukturiert, was aber natürlich auch der Tatsache geschuldet ist, dass er Jahr für Jahr ein neues Team formen und sich dieses im Lauf der Runde erst noch einspielen muss. Durch diese personelle Fluktuation, auch mittels temporärer „Verstärkung“ von oben, lässt sich auf Dauer auch keine Mannschaft einspielen. So gehe ich an den Trainer Kramny absolut neutral hin. Ein netter Kerl ist er, er sitzt bei Heimspielen normalerweise im Block neben uns und ist auch für ein kurzes Pläuschchen stets zu haben.

Und dennoch traue ich es ihm nicht zu, bei den Profis über den Status des Interimstrainers hinauszukommen. Dafür ist er in meinen Augen mittlerweile zu betriebsblind und auch zu obrigkeitshörig, möchte er doch diesen Posten unbedingt behalten. Für Dutt wäre dies mit Sicherheit die billigste und auch pflegeleichteste Lösung.

Personell hat er in seinen bisherigen beiden Spielen nicht viel geändert, mal abgesehen davon, dass Georg Niedermeier aus der Versenkung wieder aufgetaucht ist und zumindest wieder dem Kader angehört. Das Team steht erwartungsgemäß nicht mehr ganz so hoch, was mehr Kompaktheit im Defensivverbund verspricht, uns aber auf der anderen Seite auch zu weniger Torchancen kommen lässt. Das Spiel ist langweiliger geworden, es wird wieder, wie einst unter Labbadia, sehr viel hinten herum gespielt.

Von einem Trainerwechsel verspreche ich mir mehr. Aufbruchsstimmung, Motivation, unermüdlichen Einsatz und auch den einen oder anderen überraschenden Wechsel in der Startelf. Belässt man fast alles beim alten, hätte man auch den alten belassen können.

Der Inbegriff einer Initialzündung nach einem Trainerwechsel ist für mich, als Christoph Daum von Willi Entenmann übernahm und das Team danach nicht wiederzuerkennen war. Der Daum von 1990 hatte das Feuer und übertrug dieses auf die Mannschaft, unvergessen Daums erstes Spiel gegen seine alte Liebe 1. FC Köln, das wir nach 0:2-Rückstand in ein 3:2 drehten, so dass damals ein Ruck durch den ganzen VfB gegangen war.

Dutt und Kramny sind der Meinung, dass es mit einer freundlicheren Ansprache an die „Mannschaft“ schon getan wäre, verkennen dabei aber, dass es gerade der Charakterschwäche dieser „Mannschaft“ zu verdanken ist, dass Trainer um Trainer verschlissen wird. Meiner Meinung nach ist dort eher ein Feldherr gefragt, der mit harter Hand führt und die „Mannschaft“ notfalls einkaserniert, wenn sie nicht spurt. Nett zugeredet haben ihnen schon viele, gebracht hat es freilich nichts.

Worauf wartet Dutt dann eigentlich noch? Ob bei Kramny wider Erwarten der Schubert-Effekt eintritt und die Elf von Sieg zu Sieg eilt? Dass die „Mannschaft“ sich endlich mal rafft und das dauerhaft? Dass Gentner urplötzlich Führungsqualitäten an den Tag legt und sein Team mitreißt?
Für mich braucht es einen Impuls von außen und das so schnell wie möglich. Den hätte ich mir so sehr schon für das wichtige Auswärtsspiel morgen bei Mainz 05 gewünscht. Da in den bisherigen beiden Spielen unter Kramny kein wirklicher Aufwärtstrend und auch keine erfolgversprechende Besserung im Defensivverhalten erkennbar waren, blieb für mich der Aha-Effekt nach dem Trainerwechsel aus.

Manch einer wollte ja beim Dortmund-Spiel eine Steigerung und vor allem eine andere Körpersprache erkannt haben. Leute, wenn das der Maßstab ist und man sich schon daran aufgeilt, dass das Auftreten ein anderes als das erbärmliche gegen Augsburg war, dann gute Nacht.

Es waren allenfalls zwanzig ordentliche Minuten in Dortmund, und die zu einem Zeitpunkt, als man schon 3:0 hätte hinten liegen können. Zu einem Zeitpunkt, als Dortmund mit dem Europa League Spiel in Krasnodar (Russland) in den Knochen und einer sicheren Führung im Rücken einen Gang herunterschaltete fängt der VfB mit Fußballspielen an? Ich selbst, ohnehin von Augsburg noch sauer auf die „Mannschaft“ war jedenfalls so bedient, dass ich nach einer halben Stunde in die Stadionkneipe nebenan gegangen bin und den Rest des Trauerspiels auf Sky angeschaut habe.

Gegen Bremen folgte dann eine im Rahmen unserer Möglichkeiten akzeptable erste Halbzeit, nicht überragend, aber o. k. und vor allem ergebnisorientiert, was in diesem Sechs-Punkte-Spiel auch legitim war. Dann aber kam die „Mannschaft“ aus den Katakomben heraus und trottete über den Platz, als hätten sich Schlaftabletten im Pausentee befunden. Man bettelte förmlich um den Ausgleich, der dann auch fiel und konnte hinterher über den einen Punkt fast noch glücklich sein. Weniger als diesen Punkt hätte Zorniger vermutlich aus diesen beiden Spielen auch nicht geholt.

Bremen war, wie auch Augsburg ein eminent wichtiges Sechs-Punkte-Spiel, das man ohne Wenn und Aber gewinnen hätte müssen. Diese Gegner sind unsere Kragenweite und vor allem auch diejenigen, mit denen wir überhaupt noch konkurrenzfähig sind. Mainz hat zwar gerade einen Lauf, wäre aber auch ein Gegner, bei dem man an einem guten Tag punkten kann. Umso bedauerlicher, dass sich Dutt auch nach dem müden 1:1 gegen Bremen nicht zum Handeln gezwungen sah und einem neuen Trainer mit Mainz womöglich einen Bilderbuchstart beschert hätte.

Langsam aber sicher keimt in mir die Befürchtung auf, dass Dutt entweder keinen Plan hat wie es weitergehen soll oder dass er noch immer ernsthaft darauf hofft, die Interimslösung Kramny werde zu einer Billig-Dauer-Lösung.

Für diese Zauderei in einer Phase, in der uns das Wasser bis zum Hals steht und in der man kaum Hoffnung hat, dass die „Mannschaft“ in der derzeitigen Konstellation überhaupt ein Spiel gewinnen wird können, hätte ich im Nachhinein höchstens Verständnis, wenn man zum 1.1. die „große“ Trainerlösung präsentiert, mit einem Namen, der erst in der Winterpause übernehmen möchte, wie zum Beispiel Favre.

Lucien Favre, auch wenn man es sich kaum vorstellen kann, dass er sich den VfB in seiner derzeitigen Verfassung antun würde, ist so lang mein absoluter Favorit, bis er vom Markt ist. Hier darf sich der VfB zumindest nicht vorwerfen lassen müssen, nicht alles versucht zu haben.

Auch Pierluigi Tami, der bei den Grasshoppers aus Zürich herausragende Arbeit leistet, wäre ein interessanter Mann. Er muss sich entscheiden, ob er das unterschriftsreif vorliegende Vertragsangebot bei GC annimmt oder ob er mit seinen 58 Lenzen eine neue Herausforderung im Ausland annimmt und, falls ja, ob er sich gerne auf den Schleudersitz beim VfB setzen würde oder doch bessere Optionen hat.

Mit Schweizern und „gefühlten“ Schweizern auf der Trainerbank hat der VfB fast nur gute Erfahrungen gemacht. Über Jürgen Sundermann, den man von GC loseiste, Helmut Benthaus, der vom FC Basel kam, Rolf Fringer, dem wir immerhin den späteren und auch zuvor in der Schweiz tätigen Jogi Löw zu verdanken haben, bis hin zu Christian Gross standen die Schweizer für Innovation, Fußballsachverstand und Erfolg.

Da jeden Tag eine andere Sau durchs Dorf getrieben wird, geisterte heute zur Abwechslung der Name Dirk Schuster durch die Gazetten. Ihn finde ich einen äußerst interessanten Mann, der sowohl beim Nachbarn von den Golan-Höhen als auch aktuell bei Darmstadt 98 hervorragende Arbeit leistete bzw. noch leistet. Einige verbohrte VfBler würden ihn vermutlich schon deshalb ablehnen, da er als Spieler eine KSC- und als Trainer eine Kickers-Vergangenheit hat. Für mich wären dies überhaupt keine K.O.-Kriterien, wären „wir“ früher schon so eingestellt gewesen, hätte es wohl weder einen Karl Allgöwer, noch einen Jürgen Klinsmann, noch einen Guido Buchwald und auch keinen Fredi Bobic bei uns gegeben. Ich hoffe trotzdem, dass diese Meldung eine Ente ist und Dirk Schuster sein Werk in Darmstadt fortsetzt.

Mit den anderen üblichen Verdächtigungen konnte ich mich noch immer nicht anfreunden, im Gegenteil, die meisten auf der Liste machen mir nur Angst.

Da heute zu lesen war, Dutt wolle seinen ehemaligen Assistenten Damir Buric an den Neckar lotsen und da sein alter Torwarttrainer schon da ist, liegt die Vermutung nah, Dutt bringe, wie einst Bobic, „seine“ Leute unter, was es einem starken Trainer umso schwerer machen würde, bei uns einzusteigen. Murat Yakin (den ich nicht haben wollte) habe schon abgesagt, weil er eben nicht seinen Trainerstab hätte mitbringen dürfen. Es ist ein schmaler Grat auf dem Dutt sich damit bewegt, schon bei Christian Gross war es der Anfang vom Ende, als ihm eigene (Vertrauens-)Leute verwehrt wurden. Eine solche Denke, dass die Co-Trainer gefälligst aus dem Verein zu stammen haben, kann ja nur darauf gemünzt sein, dass die nächste Trainerentlassung nicht ganz so teuer wird. Absurd!

So steigt in mir die Befürchtung, dass Dutt eher einen ruhigen und pflegeleichten Trainer verpflichten wird, der zunächst einmal froh und dankbar ist, wieder untergekommen zu sein, anstatt sich mit einem Alpha-Tier auseinanderzusetzen und die Signale auf Aufbruch zu stellen.
Dutt ist sich hoffentlich im Klaren darüber, dass seine Position mit der nächsten Trainerverpflichtung steht und fällt. Noch eine solche Fehleinschätzung wie die Zornigers wird Dutt sich nicht leisten können. Misslingt dieser vermeintlich letzte Schuss, dürfte er kaum mehr zu halten und der VfB nicht mehr zu retten sein.

Wir stehen also vor einer eminent wichtigen zukunftsweisenden Entscheidung und Dutt hat die Ruhe weg. Wahler taucht weiter unter und lässt Dutt machen, geballte Fußballkompetenz, die Dutt bei der Trainersuche zur Seite stehen würde, sucht man beim VfB weiterhin vergebens. Unser Schicksal liegt in gewisser Weise nun in den Händen von Dutt, dem, angesichts eines großzügigen Vierjahres-Vertrags, noch am wenigsten passieren kann, sollte es schief gehen fällt er noch am weichsten, einfach grotesk.

Dutt ist sich der Tragweite der Entscheidung bewusst und zögert diese hinaus, während wir ungebremst dem Abgrund entgegen rauschen und wertvolle Zeit verlieren. Wenn das nur (wieder) mal gut geht…

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26. August 2013

Rien ne vas plus, Bruno

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Bilder von der Niederlage in Augsburg sind jetzt online. Nach einer desolaten Vorstellung beim Abstiegskandidaten hatten die Vereinsoberen ein Einsehen und erlösten Labbadia von dem Bösen (Stuttgarter Umfeld). Meiner Ansicht nach viel zu spät, krebste der VfB doch spätestens seit dem fast so miserablen Start in der Vorsaison von Krise zu Krise, von Debakel zu Debakel, von Blamage zu Blamage.

In diesem Zeitraum gelang ein sehr gutes Spiel, nämlich das 5:1 in Bukarest, also so etwas wie ein lichter Moment. Fast alle anderen Spiele waren mehr schlecht als recht. In der Europa League stolperte man durch die Gruppenphase, die man trotz Heimniederlage gegen den internationalen Top-Club Molde FK aufgrund der Schützenhilfe von Steaua Bukarest überstand. Da wir in der Vorsaison offensichtlich das Losglück gepachtet hatten erwischten wir mit dem KRC Genk für das Sechzehntelfinale die denkbar lösbarste Aufgabe, die wir trotz Heim-Remis meisterten. Hannover scheiterte am Öl-Oligarchen-Club Machatschkala, Leverkusen an Benfica Lissabon, Mönchengladbach an Lazio Rom, gegen die wir eine Runde später ebenfalls die Segel streichen mussten, und schon waren wir das deutsche Team, das in der Europa League am weitesten kam. Meiner Meinung nach kein Grund, sich etwas darauf einzubilden.

Im DFB-Pokal zogen wir nach Pflichtsiegen in Babelsberg gegen Falkensee-Finkenkrug, sowie Heimspielen gegen St. Pauli, den 1. FC Köln, VfL Bochum und den SC Freiburg ins Pokalfinale in Berlin ein. Das DFB-Pokalfinale ist immer ein Highlight und dabei sein ja bekanntlich alles. Danke dafür. Richtig etwas darauf einbilden hätten wir uns nur etwas können, wenn wir den Pott in den Berliner Nachthimmel stemmen hätten können. Gegen die übermächtigen Bayern kam der VfB nach dem 0:3 zwar zurück und verkürzte noch auf 2:3, mehr war aber nicht drin. Auch das ist kein Grund in Euphorie auszubrechen, jüngst kamen wir auch in Mainz und Augsburg zurück und haben trotzdem null Punkte auf dem Konto! Dennoch reichte diese Finalniederlage, um auch in dieser Saison an der Europa League teilzunehmen, allerdings nur deshalb, weil die Bayern in der Champions League spielen. Sportlich qualifiziert haben wir uns nicht!

Die Bundesligasaison war sowieso ohne Worte, Platz zwölf, fußballerische Magerkost, lediglich fünf Heimsiege, dazu Blamagen gegen die Bayern, Hoffenheim, Hannover, Freiburg, Düsseldorf, Bremen, Augsburg. Es schien gerade so, das Team ließe kein Fettnäpfchen aus und der Trainer habe keine Mittel diesem Treiben und der Unordnung auf dem Platz entgegen zu wirken.

Trotz dieser Stagnation, trotz Brunos öffentlichem Bekenntnis mit dem Stuttgarter Umfeld nicht warm zu werden, setzte sich Fredi Bobic plötzlich in den Kopf, den Vertrag mit Labbadia bis Ende Januar 2013 verlängert haben zu wollen. Ich hatte es schon damals in der Sache für falsch gehalten und den Druck, den er aufbaute, für völlig unnötig empfunden. Wie wir heute wissen, ein riesen Fehler! Wenn ich nach zwei Jahren beim Team keine Fortschritte erkenne, keinen Spieler benennen kann, der unter diesem „Trainer“ besser geworden ist, wenn ein Trainer öffentlich bekennt, dass wir unter diesen Voraussetzungen nicht mehr erwarten dürften, dann belohne ich ihn doch nicht mit einer Vertragsverlängerung, sondern lasse den Vertrag zum 30.06. auslaufen. Dann hätte die Möglichkeit bestanden, schon im Januar an einem Anforderungsprofil des neuen Mannes zu arbeiten und diesen zum 01.07. auch notfalls aus einem Vertrag heraus zu kaufen.

So ging man also mit einem Trainer, der unter dem Strich eines der katastrophalsten Jahre der VfB-Bundesligageschichte zu verantworten hatte, in die noch junge Saison. Zwar wurde das Team vor allem in der Breite verstärkt, Labbadia verstand es aber erneut nicht, ein Team daraus zu formen. In der Vorbereitung wurde die Start-Elf jedes Mal aufs Neue wild ausgewürfelt und zusätzlich noch während der Spiele komplett durchgewechselt. Es wurde nicht im Ansatz versucht, eine Stamm-Elf einzuspielen. Die Spielweise war ein Spiegelbild derer in der Vorsaison, Kreativmomente Mangelware und in der Abwehr anfällig, unter dem Strich viel zu einfach auszurechnen. Dass dann noch unsere Stamm-Innenverteidigung gleichzeitig ausfällt, ist natürlich bitter. Wenn aber das Kollektiv ohnehin nicht funktioniert, Führungsspieler nicht vorhanden sind oder mit eigenen Formschwächen zu kämpfen haben, ein dänischer Nationalspieler der bewiesen hat, ein Spiel ordnen zu können, plötzlich völlig außen vor ist, dann fällt es natürlich schwer Ausfälle zu kompensieren und jungen Spielern, die reingeworfen werden, zu helfen. Hier ist dann jeder auf sich alleine gestellt, es rächen sich Versäumnisse aus der Vergangenheit.

Ich bin Labbadia für den Klassenerhalt 2010/11 dankbar, für mehr aber auch nicht. Die darauf folgende Saison mit Platz sechs war ordentlich, auch wenn die Auftritte zumeist nicht vergnügungssteuerpflichtig waren, das Endergebnis stimmte wenigstens. Ich denke, das Stuttgarter Umfeld ist gar nicht so schlimm. Man erwartet nicht immer einen Champions League Platz und anerkennt auch, wenn der Gegner einfach besser ist und vom VfB alles gegeben wurde. Wenn die Trikots schmutzig und die Spieler ausgepowert sind, wenn sie selbst nichts vorzuwerfen haben, akzeptiert der kritische Schwabe eine Niederlage und auch eine Niederlagenserie. Wenn aber Fußballnachmittage mit dem VfB zur Qual verkommen, wenn Fußball nur noch gearbeitet und nicht mehr gespielt wird, wenn aufgrund taktischer Zwänge die kreativen Momente zu kurz kommen, wenn sich die Verbissenheit des Trainers auf die Spieler überträgt, wenn die Köpfe unten sind, wenn unerklärliche technische Defizite und Konzentrationsmängel öfter zu beobachten sind wie gelungene Spielzüge, wenn Standards zu hunderten im Nichts landen, wenn Flanken reihenweise auf Kniehöhe in den Strafraum segeln, wenn man sich fragt, was und ob überhaupt trainiert wird, dann bruddelt der Schwabe nun mal und das auch zu Recht.

Daher kann ich die ganzen Lobes- und Dankeshymnen auf Labbadia überhaupt nicht nachvollziehen und bin froh, dass wir fürs erste einmal erlöst sind.

Leider ist die Bundesliga ja ein verlogenes Geschäft, in dem jeder von jedem gut lebt und ja nicht mit der Wahrheit um die Ecke rücken möchte. Sonst könnte man auch noch etwas weiter hinterfragen, ob Labbadias Liaison mit Frau Trochowski ein einmaliger Ausrutscher war, oder die Gerüchte doch stimmen, dass er sich auch im Schwabenland an Spielerfrauen herangemacht hat. Und, wie das Verhältnis von Sözer zur Mannschaft wirklich war. Dies wären natürlich auch noch Punkte, die eine Mannschaft bocken lassen könnten. Es wird ja stets behauptet, das gäbe es nicht, dass eine Mannschaft gegen den Trainer spielt, für mich sah es in den letzten Monaten so aus, dass die Mannschaft das Trainerteam zum Abschuss freigegeben hat. Leider wurden von Bobic diese Alarmsignale erst jetzt erhört!

Soviel mein Blick zurück. Jetzt liegt es an jedem einzelnen Spieler Eier zu zeigen und den VfB dorthin zurück zu führen, wo er hingehört, nämlich zumindest einmal in die obere Tabellenhälfte.

Thomas Schneider halte ich für eine gute Wahl als Nachfolger. Ihm eilt ein exzellenter Ruf voraus, er kennt den Verein und auch den Nachwuchsbereich, er identifiziert sich mit der Aufgabe hier und gilt als ein großes Trainer-Talent. Wie er mit gestandenen Bundesliga-Profis umgehen kann, ob er eher ein Kumpel-Typ ist oder einer, der auch knallhart seine Vorstellungen umsetzen kann, wird sich erweisen. In erster Linie sind es die Spieler, die jetzt beweisen müssen, dass sie besser sind, als das was sie in letzter Zeit gezeigt hatten. Schneider wird hoffentlich schon in den letzten Wochen, als sich abzeichnete, dass es in diese Richtung gehen könnte, genau hingeschaut haben, wie seine erste Elf aussehen könnte und wer womöglich dem Teamspirit nicht zuträglich ist. Bis zum 02.09. noch läuft die Sommerwechselperiode, ein paar Tage Zeit wäre also noch, den einen oder anderen weg zu transferieren oder auch noch jemanden zu holen.

Seit heute sehe ich wieder weitaus optimistischer in die VfB-Zukunft als das gestern noch der Fall war. Zuletzt fragte ich mich, gegen wen der VfB überhaupt noch gewinnen könnte, jetzt bin optimistisch, dass wir gegen Rijeka weiter kommen können, wenn die Akteure auf dem Rasen ihre Fesseln ablegen können und einfach wieder Fußball spielen.

Die Situation erinnert mich irgendwie an Christian Gross‘ erstes Spiel, als man zuvor ein halbes Jahr kein Tor auf Seite der abgerissenen Untertürkheimer Kurve schoss und dann in seinem ersten Spiel gegen Urziceni innerhalb von acht Minuten drei Mal einnetzte. Ein solcher Knalleffekt wäre für das dann folgende Spiel gegen Hoffenheim sicherlich förderlich und würde dem Team wieder Selbstvertrauen einimpfen, um am Sonntag auch den ersten Sieg in der Liga einzufahren.

Daher ist das heute meiner Meinung nach ein guter Tag für den VfB Stuttgart, der Hoffnung auf wieder bessere Zeiten macht.

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11. Dezember 2009

Der peinliche Auftritt gegen Bochum, Trainerwechsel und Wiedergeburt gegen Urziceni

Am Samstag vor dem Spiel gegen Bochum war mein Gefühl wie die letzten Wochen auch schon: es war nicht vorhanden. Nichts von “die hauen wir weg”, eher Unbehagen, weil man bei der Schlappe von Leverkusen wieder vor Augen geführt bekam, wie schlecht unsere Mannschaft im Augenblick ist. Und so kam es wie es kommen mußte, wieder kein Sieg, wieder Unentschieden zu Hause gegen einen Abstiegskandidaten, wieder eine hilflose Vorstellung ohne Mumm, Esprit, Spaß. Als Fan leidet man auch schon seit Monaten. Nicht alleine, weil die Resultate nicht stimmen, auch weil das VfB-Spiel meist so dahin plätschert und nichts aufregendes passiert. Vor allem die ersten Halbzeiten sind in der Regel furchtbar, weil man ja 90 Minuten Zeit hat, ein Tor zu machen. Dabei vergißt derjenige, der diese Maxime ausgibt, daß wir derzeit auch hinten immer für ein oder mehr Gegentore gut sind. Ich denke, diesbezüglich hat sich Markus Babbel etwas zu viel von Giovani Trapatoni abgeschaut… Der hat es zum Schluß auch geschafft, die Zuschauer aus dem Stadion zu spielen.
Von den Vorkommnissen vor dem Spiel, als der Mannschaftsbus aufgehalten wurde und Spieler angeblich bedroht wurden, habe ich nichts mitbekommen. Wir waren bis kurz vor Ultimo beim SSC und waren erst knappe 10 Minuten vor Anpfiff im Stadion. Daß aber die Spieler die Hosen voller hatten als in den letzten Spielen, das ist mir als Beobachter nicht aufgefallen. Ich sah keinen Unterschied zu den letzten Monaten.
Auch nach dem Spiel bekamen wir nicht sehr viel mit. Dass es vor dem Stadion tumultartige Szenen gab und Bengalos gezündet wurden haben wir aus der Ferne gesehen. Da wir uns aber gesammelt haben, um mit der Bahn Richtung Innenstadt zu fahren, war es das dann aber auch schon. In meinem Bochum-Vorbericht hatte ich geschrieben, dass die Stimmung unter den Fans auch schnell umschlagen könnte. In diesem Ausmaß hätte ich das aber nicht erwartet, immerhin spricht man von 3.000 Fans. Sollten Einzelne tatsächlich Morddrohungen geäußert haben, verurteile ich das aufs Schärfste. Wir haben es immer noch “nur” mit der schönsten Nebensache der Welt zu tun. Da sind wohl einige über das Ziel hinausgeschossen. Auch dass es Verletzte unter den Fans und den Polizisten gab ist bedauerlich. Die Fanproteste an sich aber finde ich gerechtfertigt. Die Fanszene hat lange genug stillgehalten und wenn es auch keiner zugibt, oder demjenigen der es ausspricht (Jens Lehmann), Konsequenzen androht. ohne diese Eskalation wäre Babbel wohl noch unser Trainer. Dass aber Handlungsbedarf bestand, lag auf der Hand. Babbel hat, wie es auch jetzt immer mehr herauskommt, die Mannschaft nicht mehr im Griff gehabt. Es war schon die gesamte Vorrunde keine Besserung zu erkennen. Seit dem Bremen-Spiel (4.10.) hatte ich den Eindruck, dass der Verein handeln muß. Auch wenn ich das Trainerteam um Markus Babbel, Rainer Widmayer und Alex Zorniger gemocht hatte und mir insgeheim trotzdem wünschte, dass mit ihnen die Wende gelingt, fehlte mir der Glaube daran. Spätestens nach Pokal-Aus gegen Fürth war das Kind in den Brunnen gefallen. Immer weniger Leute, mit denen man sprach, konnten noch nachvollziehen, weshalb die Vereinsführung weiterhin am Trainerstab festhielt und damit sehenden Auges Richtung Abstiegszone steuerte. Und so entlud sich vergangenen Samstag die Wut und der Zorn der vergangenen Monate. Die Vereinsführung selbst zeigt sich jetzt überrascht über das Ausmaß der Proteste, hätte aber entsprechende Tendenzen erkennen müssen, da sie ja auch schon vor Wochen mit Vertretern der größten Fangruppierungen in Kontakt waren und die Unzufriedenheit über die Leistungen kundgetan wurde und daess es in der Masse brodelt.
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Am Sonntag dann kam es wie es kommen mußte. Wir wollten zum Training gehen und haben uns trotz unserer Weihnachtsfeier am Vorabend aus dem Bett gequält. Am Vereinsgelände angekommen erfuhren wir aber schnell, dass die Trainingseinheit abgesetzt wurde. Außer einigen Pressevertretern und enttäuschten Fans war wenig los. Einige wenige Spieler wie Cacau waren zur Behandlung da, der große Rest war ausgeflogen. Als sich auch das DSF für eine Live-Schaltung in den Doppelpass bereit machte, war auch dem letzten klar, dass der Tag der Entscheidungen angebrochen war. Also fuhren wir wieder nach Hause und informierten uns via Internet und Fernsehen über die neuesten Entwicklungen. Bald verdichteten sich die Gerüchte, Babbel wäre entlassen und Christian Gross der Favorit auf die Nachfolge und so kam es ja auch. Was folgte war die viel beachtete Pressekonferenz am Abend, auf der zunächst Babbel seine Abschiedslaudatio halten durfte, ehe Christian Gross, der schweizer Erfolgstrainer, als neuer Mann vorgestellt wurde.
Dass man dem entlassenen Trainer noch eine Plattform bot, um seinen Frust abzulassen, hat mich sehr gestört. Normalerweise schneidet man mit einer Trainerbeurlaubung alte Zöpfe ab und kartet beiderseits nicht mehr nach. Was sich Babbel aber noch geleistet hat, war in meinen Augen unverschämt. Er schert alle Fans über einen Kamm, vergisst aber dabei, dass gerade die Fans es waren, die ihn solange über Wasser gehalten haben. Er schiebt den Fans den schwarzen Peter zu und wirft ihnen Heuchlerei vor, und dass sie vom Selbstmord von Robert Enke nichts gelernt hätten. Höhepunkt seines Dampfablassens war dann, dass er den Fans auch noch die Schuld an dem schwachen Spiel gegen Bochum gab, weil angeblichvor allem die jüngeren Spieler mit Angst gespielt hätten, ob der Ereignisse vor dem Spiel. Null Selbstkritik, nicht einmal hat er eigene Fehler erwähnt und zugegeben, dass er bis zum Schluß aus der Mannschaft keine funktionierende Einheit formen konnte. Er hat nur zum Schluß den Knopf nicht mehr gefunden, wie er es formulierte. Gut, er ist ja noch Lehrling, ich wünsche ihm, dass er in den kommenden Monaten in Köln gut aufpasst und gerade in Sachen Psychologie und Menschenführung dazu lernt. Sonst wird er auch bei seiner nächsten Station Schwierigkeiten bekommen. Der Start beim VfB als Teamchef war ja verheißungsvoll und führte uns in die Champions League, mit seinen markigen Worten hat er zu Beginn den Nerv der Mannschaft getroffen, später verpuffte dieser Effekt mehr und mehr und zum Schluß tanzte ihm die Mannschaft auf der Nase herum. Da wer er zu sehr Freund der Spieler und er merkte nicht, als “seine Freunde” dieses Verhältnis immer mehr ausnutzten. Die Pressekonferenz zum Schluß war eine reine Selbstinszenierung. Damit hatte Babbel dann endgültig fertig in Stuttgart.
Ich bin guter Hoffnung, dass wir jetzt mit Christian Gross den Gegenentwurf bekommen haben. Seine Erfahrung wird der Mannschaft gut tun. Schon von seiner Erscheinung her wirkt er Respekt einflößend. Die ersten Interviews finde ich vielversprechend. Er scheint ein autoritärer Typ zu sein, der nach Leistung aufstellt und keine Rücksicht auf Namen nimmt. Dies spiegeln auch die ersten Aussagen der Spieler wieder. Ich denke, es wird wieder gerechter zugehen auf dem Wasen. Er erinnert die Spieler daran, dass sie den schönsten Job überhaupt haben und mit Freude an die Arbeit gehen sollen. Er möchte, dass um jeden Ball gekämpft wird, man jeden Ball haben möchte usw. Im Grunde alles Selbstverständlichkeiten, die aber zuletzt nicht mehr selbstverständlich waren.
So war ich sehr gespannt auf den ersten Auftritt und das gerade im alles entscheidenden Spiel gegen Unirea Urziceni in der Champions League. Aufgrund der ersten Eindrücke hatte ich seit langem mal wieder vor dem Spiel ein sehr gutes Gefühl, da mir klar war, dass die Mannschaft nicht so schlecht ist, wie sie zuletzt gespielt hat. Vor dem Spiel hatte ich dann auch im SSC zum besten gegeben, dass wir, wie im letzten Jahr gegen Standard Lüttich, was ja auch das letzte und entscheidende Spiel fürs Weiterkommen war, das Spiel in der ersten Hälfte entscheiden und erstmals in dieser Saison ins Tor auf der Untertürkheimer Seite treffen werden. Und genau so kam es ja auch. In der 5., 8. und 11. Minute legten die Jungs ein 3:0 vor, was die schnellste so hohe Führung in der Champions League Geschichte
bedeutete.
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Als Zuschauer rieb man sich die Augen, waren das die selben Jungs, die uns über Monate an den Rand der Verzweiflung trieben? Was hat Gross mit denen in so kurzer Zeit gemacht? Unglaublich einfach. Noch unglaublicher, dass unter den Torschützen Marica und Pogrebnjak waren, die in den Spielen davor kaum unfallfrei geradeaus laufen konnten und Torchancen dilettantisch versiebten. Und jetzt köpft Marica gekonnt gegen die Laufrichtung des Torwarts und Pogrebnjak umkurvt die rumänische Abwehr wie Slalomstangen. Zwischen den beiden Toren noch das Solo von Christian Träsch mit energischem Abschluss, der vom ebenfalls kürzlich noch auf dem Abstellgleis stehenden Gehart geschickt wurde. Damit war das Spiel entschieden und der VfB konnte einen Gang zurück schalten. Auch nach dem 3:1 kurz nach der Pause geriet der Sieg nicht mehr ernsthaft in Gefahr.Die Abwehr geriet zwar hin- und wieder ins schwimmen, richtig gefährlich waren die Rumänen aber auch nicht. Gut so, daß noch nicht alles lief wie am Schnürchen. So hatte Gross auch bei dem Spiel einiges gesehen, das ihm nicht gefallen hat. Stück für Stück kann er jetzt daran arbeiten die Stärken zu stärken und die Schwächen abzustellen.
Wir sind also noch dabei im Millionenspiel Champions League und es wartet sicher eine reizvolle Aufgabe auf den VfB. Die Möglichkeit wird wieder groß sein, eine englische Mannschaft zu erwischen, da eben Arsenal, Chelsea und ManU Gruppensieger wurden. Von diesen wäre mir Arsenal am liebsten. Das Spiel wäre für Aleks Hleb und Jens Lehmann sicher etwas ganz Besonderes, und für mich auch, da mir der Stil und die Philosophie des Vereins gefallen und ich auch mal gerne ins Emirates Stadium nach London kommen würde. Aber, die Auslosung ist kein Wunschkonzert, nehmen wir es, wie es kommt. Nächsten Freitag wissen wir mehr.
Jetzt gilt es erst noch, die Hinrunde einigermaßen versöhnlich zu beenden. Zunächst bei den heimstarken Mainzern, dann noch gegen Hopp Hoffenheim. Ein schweres Programm zum Jahresabschluss also, Gross hätte es auch einfacher gehabt, wenn er früher hätte kommen können. So sollte jetzt erst einmal am Sonntag in Mainz gewonnen werden. Mit Mut und Aggressivität, wie wir sie gegen Urziceni gesehen haben, sollte das was werden können. Torgefahr wurde gegen die Rumänen mal wieder das gesamte Spiel über ausgestrahlt und nicht nur in den letzten 20 Minuten mit dem Mute der Verzweiflung. Dieser Auftritt macht Hoffnung. Allerdings müssen unsere Jungs alles in die Waagschale werfen und zunächst den Kampf annehmen. In dieser Jahreszeit und Temperaturen um den Gefrierpunkt gibt es selten einen Schönheitspreis zu gewinnen. Ich bin guten Mutes, dass Christian Gross die Mannschaft wieder gut einstellen wird und die Spieler die Vorgaben auf dem Platz erfüllen werden. Wir sind dabei am Mainzer Bruchweg, Sonntag um 10 Uhr geht es los im Doppeldeckerbus vom Fanclub RWS Berkheim. Bilder und ein Bericht von der Auswärtsfahrt folgen dann schnellstmöglich.
Bis dahin, drückt die Daumen und Grüße
Franky
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