28. April 2013

Aufbauhilfe Augsburg

Gestern war wieder einer dieser Tage bei dem ich ein deutliches Kribbeln verspürte. Das Hannover-Spiel, Sonntag 17.30 Uhr, hatte ich leider sausen lassen müssen, da es mit dem Job nicht vereinbar war. So war das letzte Auswärtsspiel schon wieder eine gefühlte Ewigkeit her. Es stand so etwas wie ein (schwäbisches) Derby an, wenn auch ein ganz junges. Gegen den FCA hatte der VfB noch nie verloren, weder in der Bundesliga noch in den 70er-Jahren in der 2. Liga Süd. Zugegebenermaßen lief man sich aber auch noch nicht allzu oft auf Augenhöhe über den Weg. Beim VfB gibt die Entwicklung der letzten Wochen durchaus Anlass zur Hoffnung auf bessere Zeiten. Seit dem Frankfurt-Spiel, als Arthur Boka erstmals als Sechser den in dieser Saison schwach agierenden William Kvist ersetzte, als Alexandru Maxim, damals Reservist, sich als Standardspezialist in die Stammelf spielte, ist spürbar eine Weiterentwicklung festzustellen. Seitdem ist so etwas wie Spielkultur zu erkennen und die Ergebnisse stimmen auch. Der Ausfall von Kapitän Serdar Tasci konnte durch Antonio Rüdiger gut kompensiert werden. Georg Niedermeier schwang sich zum Turm in der Schlacht auf, natürlich mittlerweile durch den Abgang von Maza wieder gestärkt und unumstrittene Stammkraft und Abwehrchef. Diese Entwicklung gab mir Anlass zur Hoffnung, dass sich das Team zum Saisonende hin weiter steigern kann, und womöglich noch Chancen auf die Qualifikation für die Europa League über die Liga schaffen kann. Dies könnte keine oder eine verkürzte Qualifikationsphase zur Europa League nach sich ziehen, als wenn wir als unterlegener Pokalfinalist teilnehmen würden.

Los ging es gestern gegen 10.30 Uhr mit dem RWS-Bus. Wir erreichten das Stadion schon sehr frühzeitig gegen 13 Uhr. Da es in Augsburg am Stadion, wie eigentlich rund um alle neuen „Arenen“, so gut wie nichts gibt, wo es sich aufzuhalten lohnen würde, entschloss ich mich noch in die Stadt zu fahren und Kumpels zu treffen, die zudem noch meine Eintrittskarte bei sich hatten. Ich machte mich also auf zur Tram-Station, wo allerdings gähnende Leere herrschte und es eine gefühlte Ewigkeit dauerte, bis die erste Bahn ankam. Als diese an mir vorbei fuhr, sah es aus, als ob die Leute teilweise „quer liegen“ würden, andere waren an die Scheiben gepresst, total überfüllt, ob dies den Sicherheitsauflagen entspricht, wage ich mal zu bezweifeln. Zunächst sah ich diese Überfüllung als Folge davon an, dass ewig keine Bahn gen Stadion fuhr und sicherlich an allen Haltestellen das Gedränge groß gewesen wäre. Als dann aber die Polizei auffuhr und sich zur Eskorte formierte, war mir schnell klar, dass hier das Commando Cannstatt und andere Insassen des Sonderzugs eintrafen. Ein Bekannter sprang mir schnell entgegen, der aufgrund der heißen Temperaturen in der Bahn glitschig wie ein Aal war.

Skandalöse Umstände wenn hier Fußballfans wie Vieh behandelt werden und diese bis zum geht nicht mehr in eine Straßenbahn gepresst werden. Dass der eine oder andere, aufgrund von Platzangst, von Erstickungsängsten, Hitzewallungen oder Geruchsbelästigungen mit Reaktionen wie Sachbeschädigungen oder Beleidigungen reagiert, kann ich nachvollziehen. Ich war auch schon mal, in Nürnberg, zur falschen Zeit am falschen Ort und wurde ebenfalls, wo ich nur auf eine Bahn wartete, aufgrund meiner VfB-Utensilien gegen meinen Willen in eine Bahn gepresst, woraufhin auch meine gute Laune verflogen war. Die ganzen Umstände, rund um eine Auswärtsfahrt, werden immer menschenunwürdiger, es scheint fast, als würde man seine Menschenrechte beim Verlassen der eigenen Stadt zurücklassen. Sei es, dass man gezwungen wird, in dieser einen Bahn mitzufahren, ob man möchte oder nicht, sei es auch dass Strafen ohne Verfahren und Ermittlungen verhängt werden, sei es, dass man sich von auswärtigen Ordnungsdiensten und –hütern alles gefallen lassen muss, weil sie doch „am längeren Hebel“ sitzen und man sich nach Widersetzungen gegen noch so irrsinnige Anweisungen des Ground verwiesen werden könnte und ein Verfahren, das ein Stadionverbot nach sich ziehen könnte, am Hals hätte. Also, gilt es Ruhe zu bewahren und alles in sich hinein zu fressen. Hier bin ich ehrlich gesagt froh schon ein gesetzteres Alter erreicht zu haben und ruhiger zu sein, als vor 20 Jahren. Damals war der Rebell in mir noch weitaus ausgeprägter als heute, wo ich es, wenn auch sehr zähneknirschend, einsehe, dass man bestimmte Dinge einfach nicht zum positiven ändern kann, so schwachsinnig sie sind, welch Schikane sie auch darstellen.

Den Tramfahrer konnte ich überreden, mit der Bahn in die Stadt zurück fahren zu dürfen, obwohl es eigentlich eine Leerfahrt hätte werden sollen und die Tram offensichtlich abgestellt und einer Grundreinigung unterzogen werden sollte. Aufgrund dieser Verzögerungen, war es leider schon 14.30 Uhr als ich im Brauhaus 1516 ankam, wo meine Kumpels bereits warteten. Viel Zeit war also nicht mehr, zumal sich der Weg vom Stadion in die Innenstadt als zeitaufwändiger als gedacht erwies. Kurz nach 15 Uhr entschlossen wir uns dann, eines derer Taxis zu nehmen, die scharenweise am Bahnhof auf Kundschaft warteten. Ich hatte die Hoffnung noch nicht gänzlich aufgegeben, rechtzeitig zum Intro auf den Rängen meinen Platz eingenommen zu haben. Der Taxifahrer machte uns allerdings wenig Hoffnung auf ein schnelles Ankommen, er fuhr diese Tour zum vierten Mal an diesem Tag und war spürbar genervt, von den Staus, die er schon hinter sich hatte. Also motivierten wir ihn, sein Bestes zu geben und auf die Tube zu drücken. Unser Kutscher, ein Kroate, tat sein Bestes, uns auf dem schnellsten Weg zum Stadion zu bringen. Wir hatten großes Glück, kein Stau weit und breit, wir wurden direkt vors Stadion gefahren, gerade einmal 20 Meter neben unserem Eingang. Die Einlasskontrolle war zu meiner großen Freude sehr relaxt, nicht einmal meine Kamera wollten sie sehen, was heutzutage leider nicht mehr selbstverständlich ist. Pünktlich zur Zelebration der Augsburger Mannschaftsaufstellung nahmen wir unsere Plätze ein. Beim Verlassen des Brauhauses hätte ich mir dies nie und nimmer vorstellen können.

Nachdem der VfB wieder einigermaßen in der Spur zu sein schien, gab Trainer Labbadia dem Kader (und sicherlich sich selbst auch!) drei Tage frei, um nach der englischen Woche mit dem Einzug ins Pokalfinale, die Köpfe frei zu bekommen und regenerieren zu können.

Gut, hinterher ist man immer schlauer, nach dem gestrigen Spiel kann man zu der Ansicht gelangen, dass die Jungs innerlich schon auf Urlaub getrimmt waren und vor allem das Spiel in Augsburg als unwichtig erachteten. Der VfB begann mit derselben Aufstellung wie beim letzten Spiel gegen Freiburg, dieselbe Einstellung jedoch fehlte von Beginn an. Dem FCA merkte man gleich an, dass sie um jeden Zentimeter fighten würden und sich mit Vehemenz gegen den drohen Abstieg stemmen würden. Der VfB dagegen begann wieder einmal viel zu abwartend und überließ dem Gegner die Initiative, was bei uns einfach selten erfolgversprechend ist. So ließen die ersten guten Chancen der Gastgeber nicht lange auf sich warten und die Brust wurde noch breiter. Breit genug war sie eigentlich sowieso schon, weil eine hervorragende Rückrunde hingelegt wird und zwei Wochen davor Eintracht Frankfurt aus dem Stadion gefegt wurde. Dies war dem VfB jedoch nicht Warnung genug, zu behäbig wurde zu Werke gegangen. Nach dem Spiel sind die Augsburger schon die viertbeste Rückrundenmannschaft, und weisen nach jämmerlichen neun Punkten in der Vorrunde, eine Bilanz auf, die aller Ehren wert ist.

Der Auftritt des VfB dagegen erinnerte eher an einen lustigen Betriebsausflug. Sie ließen sich den Schneid abkaufen und machten nicht den Eindruck, als würden sie es schaffen, die Spannung (bis zum Pokalfinale) hochzuhalten. Dies wäre eine Charakterfrage gewesen, offensichtlich ist dieser Charakter bei unserer Truppe jedoch nicht vorhanden, was wir allerdings schon vorher wussten, wenn man sich diese Saison re vu passieren lässt. Daher können wir wirklich froh sein, wenn die Saison zu Ende ist und wir nicht noch ernsthaft unten rein rutschen. Es kann uns ja theoretisch noch der Relegationsplatz drohen, auch wenn nicht unbedingt davon auszugehen ist, dass Augsburg bei den Bayern gewinnt. Von der notwendigen Grundspannung für den Ligabetrieb war gestern wenig zu spüren. Klar hatte der VfB die eine oder andere Chance und hätte kurz nach der Pause durch Martin Harnik in Führung gehen müssen. Klar hat Schiedsrichter Gräfe wieder einmal ein Spiel zerpfiffen. Wenn man aber ehrlich ist, war das Spiel nur deshalb bis weit in die zweite Hälfte offen, weil die Augsburger einmal mehr ein Problem mit der Chancenverwertung hatten. Bei einem Torschussverhältnis von 22:7 für einen Abstiegskandidaten kann man nicht wirklich von einer unglücklichen Niederlage reden.

In Augsburg waren einfach zu viele Spieler überfordert, dem Kampfgeist der Augsburger etwas entgegen zu setzen und luden sie schließlich durch haarsträubende Fehler zum Tore schießen ein. Angefangen bei Ulle, der (mindestens) am ersten Gegentor schuld war, Rüdiger, dieses Mal schwach,  leitete das zweite ein, Okazaki, nach seiner Einwechslung nicht bundesligatauglich, schließlich verlor den Ball zum endgültigen Knockout.  Harnik schon seit Monaten nur noch ein Schatten seiner selbst. Natürlich hat er die Messlatte letzte Saison hoch gelegt, so dass man von ihm mehr erwartet, als er in den letzten Monaten auf den Platz bringt. Er selbst sieht sich wohl schon in England und kokettiert immer wieder mit einem Wechsel auf die Insel. Gemessen am gestrigen Spiel ließe sich noch der eine oder andere ebenfalls aufführen.

Labbadia höchstpersönlich gab Mitte der zweiten Halbzeit dann noch das komplett falsche Signal, in der er die beiden einzigen Aktivposten Traore und Maxim auswechselte und sein Team damit unnötig schwächte.

Letztendlich war es viel zu wenig, was uns die Jungs geboten haben. Uns und natürlich auch den anderen Kandidaten im Abstiegskampf. Dass Hoffenheim durch unsere Niederlage auf dem Abstiegsplatz verbleibt, ist eine positive Begleiterscheinung, die wohl jeder VfB-Fan goutieren wird. Vereinen wie Werder Bremen und Fortuna Düsseldorf haben wir jedoch einen Bärendienst erwiesen. Die sind jetzt wieder mittendrin statt nur dabei im Abstiegskampf. Ich bin grundsätzlich weder Freund eines Auslaufenlassens am Ende der Saison, wenn es um nichts mehr geht, genauso wenig wie der eines übertriebenen Rotationsprinzips, wie es Bayern und Dortmund momentan an den Tag legen. Deren Qualität ist allerdings groß genug, ihre Spiele trotzdem zu gewinnen, so dass von Wettbewerbsverzerrung keine Rede aufkommen muss. Wenn aber ein VfB so leidenschaftslos daherkommt, zudem nach einer dem Vernehmen nach nicht (ausreichend) vorhandenen Vorbereitung, kann ich den Unmut der anderen Abstiegskandidaten verstehen, haben wir doch Augsburg zum Rekordsieg ihrer Bundesligazugehörigkeit verholfen. Andererseits bräuchte sich gerade Werder Bremen nicht darüber zu beklagen, hatten sie doch 2004 als feststehender Meister ein 2:6 zu Hause gegen Leverkusen, das mit uns um die CL-Qualifikation buhlte, hingelegt, ein Ergebnis, das zwei Wochen zuvor natürlich nie und nimmer zustande gekommen wäre. Am letzten Spieltag dann überholte uns Leverkusen schließlich im direkten Duell, dem letzten mit Felix Magath auf unserer Trainerbank, bevor er zu den Bayern wechselte. Wenn man sich die finanzielle Diskrepanz zwischen Champions League und dem damaligen UEFA-Cup anschaut, hat uns diese Abschenken der Bremer richtig Geld gekostet.

Spätestens seit damals ärgert es mich sehr, wenn sich Mannschaften, für die es um nichts mehr geht, einfach hängen lassen.

Beim VfB muss diese Saison nach dem Finale in Berlin gnadenlos aufgearbeitet und tunlichst vermieden werden, dieser Saison Schönes abzugewinnen, weil wir ins Finale eingezogen und für die Europa League qualifiziert sind. Zu gut meinte es die Losfee in beiden Wettbewerben mit uns, um dass man das Erreichen des Pokalfinales im DFB-Pokal bzw. des Achtelfinals in der Europa League überbewerten sollte. Der Alltag in der Bundesliga war trist, die Leistungen oft erschreckend schwach, sowohl spielerisch als auch vom Engagement her, dazu wurden einige sang- und klanglose Niederlagen hingenommen, die richtig weh taten.

Trotzdem soll dies die Vorfreude auf das große Finale in Berlin nicht schmälern. Wenn ich denn aus der Ticketlotterie erfolgreich herausgehen werde, wird es nach 1986, 1997 und 2007 mein viertes Finale mit dem VfB werden. Die Aussichten auf „meinen“ zweiten Pokalsieg nach 1997 sind sicherlich überschaubar, doch muss auch dieses Spiel erst einmal gespielt werden. Um den in dieser Saison übermächtigen Bayern ernsthaft Paroli bieten zu können, muss auf jeden Fall ein Sahnetag her. Es muss der gleiche Biss an den Tag gelegt werden wie gegen den BVB vor ein paar Wochen, auch wenn es den großen Bayern weh tun sollte. Legt man eine Passivität an den Tag wie in beiden bisherigen Saisonduellen gegen die Bayern oder wie auch gestern, dann werden wir wohl einer historischen Schmach beiwohnen müssen. Bis dahin jedoch ist es noch ein weiter Weg. Einiges dürfte auch vom Abschneiden der Bayern in der Champions League abhängen. Nach einer Final-Niederlage in Wembley gegen den BVB könnten unsere Chancen sprunghaft ansteigen, weil dann bei dem einen oder anderen Bayern-Spieler die große Leere aufkommen dürfte.  Auch wird man bis dahin sehen, ob es der VfB schafft, die Spannung hochzuhalten. Der VfB hat nach dem letzten Spieltag zwei Wochen Zeit, sich auf Berlin vorzubereiten. Ich hoffe, sie nutzen diese Zeit, um zu trainieren, trainieren, trainieren. Freie Tage scheinen das falsche Signal ans Team zu sein!

Wenn man sich die Namen vor Augen führt, die beim VfB schon so gut wie fix sein sollen für die kommende Saison, macht es mir durchaus Hoffnung, dass die mageren Jahre vorbei sein könnten. Leute wie Schwaab, Rausch, Leitner und Lasogga haben zum Teil schon das Zeug dazu, die Qualität anzuheben und den Konkurrenzkampf auf einem höheren Niveau anzuheben. Spannend würde dann werden, wer uns im Gegenzug verlassen wird. Allerdings hege ich immer große Zweifel, wenn ich höre, an wem Interesse bestehen würde, jedoch noch kein Vertrag unterzeichnet ist. Dieser Status ruft bekanntlich andere Vereine auf den Plan, die ein paar Euro fuffzig mehr bieten können und die Spieler zum „umdenken“ bewegen könnten.

Wenigstens ist Sararer bereits fix. Aus dem Frankenland, von Leuten, die den Spieler besser kennen als ich, wurde mir bereits zu diesem Transfer gratuliert und in Aussicht gestellt, dass wir uns auf ihn freuen dürften.

Für mich war das Augsburg-Spiel das letzte Auswärtsspiel des VfB in dieser Saison, Schalke lasse ich aus, da wir sonntags am Millerntor beim Spiel FC St. Pauli (mit Paddy Funk) gegen das seit diesem Wochenende als Aufsteiger feststehenden Eintracht Braunschweig (Glückwunsch Ermin Bičakčić!) zu Gast sein werden. Ich war lange am überlegen, samstags noch Schalke mitzunehmen und von dort aus nach Hamburg zu fahren. Das wäre insgesamt jedoch ziemlich stressig geworden. Außerdem ist in Hamburg an besagtem Wochenende auch einiges, wie u. a. der Hafengeburtstag geboten und zählt auch die Turnhalle nicht unbedingt zu meinen Lieblingsstadien. Angesichts der Leistung von gestern hält sich meine Enttäuschung heute auch in Grenzen, mich so entschieden zu haben.

Auch danach warten noch einige Highlights, auf die ich mich freue, wie die inzwischen schon traditionelle Floßtour mit dem OFC Leintalpower 05 vor dem letzten Heimspiel, dem Champions League Finale in London, wofür ich in der Verlosung endlich einmal erfolgreich war und schließlich das DFB-Pokalfinale in Berlin.

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27. September 2012

Indiskutabel

Acht Spiele lang ist es gutgegangen gegen den Dorfverein aus dem Kraichgau. Acht Spiele, in denen Ruhm und Ehre gewahrt blieben und der klamme Sparverein VfB Stuttgart den Hopp-Millionen getrotzt hatte. Acht Spiele ohne Niederlage gegen das mit Ex-VfBlern auf Feld und Bank gespickte Volk ohne Heimat. Acht Spiele, die ich alle live gesehen habe und wo es am Ende immer richtig gut tat, deren zugelaufenen „Fans“ die lange Nase zu zeigen.

Dass jede Serie einmal zu Ende geht, war mir auch in diesem Fall durchaus bewusst. Dass sich jedoch einmal die Angestellten des VfB in kurzen Hosen in einem solchen Prestigeduell so präsentieren würden, das hätte ich in meinen schlimmsten Träumen nicht erwartet. Der VfB ließ die Kraichgauer nach Belieben gewähren und kombinieren und präsentierte sich herz-, kampf- und charakterlos und vor allem nicht als Team. Es kochte ein jeder sein eigenes Süppchen und ergab sich wehrlos in sein Schicksal. In dieser „Mannschaft“ scheint es vorne und hinten nicht zu stimmen. Bereits zum zweiten Mal in der noch jungen Saison ergab sich der VfB noch auf dem Platz und ließ die Dinge ihren Lauf nehmen. Auch in Bremen fehlte nicht allzu viel und der VfB hätte sich abschießen lassen. Dort folgte immerhin in der zweiten Halbzeit eine Trotzreaktion und das Team wehrte sich.

Nach fünf Spieltagen muss man ganz klar konstatieren, dass es in dieser Saison (wieder einmal) einzig und allein um den Klassenerhalt geht. Wenn man durchschnittlichen Bundesligamannschaften schon hoffnungslos unterlegen ist, gegen wen möchte man dann überhaupt noch gewinnen.

Die Frage ist auch, wie lange schaut sich das unsere Führung noch an? Oder ist die Darbietung auf dem grünen Rasen mittlerweile zweitrangig, Hauptsache die schwarze Null steht? Mir wird es Angst und Bange, wenn ich an die kommenden Aufgaben gegen Nürnberg und Leverkusen denke. Beide zählen schon seit Jahren nicht unbedingt zu unseren Lieblingsgegnern. Sollte Labbadia, wovon ich ausgehe, noch eine Gnadenfrist erhalten, ist es dann überhaupt realistisch, dass wir auch wieder einmal dreifach punkten? War es gestern nicht offensichtlich, dass die Mannschaft gegen den Trainer spielte? Kann es nicht sein, dass Georg Niedermeier die öffentlich formulierte Kritik mit Rückendeckung der übrigen Führungsspieler getätigt hat? Wurde Labbadia nicht schon dadurch zum Abschuss freigegeben? Es ist nicht so, dass ich es gutheiße, wenn eine Mannschaft einen Trainer abschießt, beim VfB scheint dies aber seit Jahren zum guten Ton und damit zur „Firmenkultur“ zu gehören, gebilligt von den Vereinsoberen. Oder hat von denen einer schon mal Tacheles geredet und den Jungs die Leviten gelesen, dass man sich im Brustringtrikot NIEMALS so präsentieren darf? Ich glaube es nicht. Mäuser zeigt sich lediglich auf offiziellen Anlässen und referiert vom Stuttgarter Weg, an den er wahrscheinlich selbst nicht mehr glaubt, sonst macht er sich rar und arbeitet daran, das Betriebsklima durch seine cholerische Art mehr und mehr zu vergiften, wie der Flurfunk so berichtet.  Nicht umsonst verlassen langjährige, loyale Mitarbeiter den VfB und wechseln den Verein, weil ihre Ideen und Visionen zu wenig Beachtung finden und die im sportlichen Bereich Verantwortlichen in die Gegenrichtung rudern. Quo Vadis also, VfB?

Auch jetzt noch, fast einen Tag danach, bin ich tief deprimiert, ratlos und vor allem stinksauer, wenn ich an gestern denke. Nach einer solch miserablen Vorstellung, möglicherweise der schlechtesten und blamabelsten, die ich je vom VfB gesehen habe, könnte man eigentlich den Laden direkt zu machen. Geht natürlich nicht, also fahre ich am Samstag nach Nürnberg und glaube an das Gute in unseren Spielern und dass sie gewillt sind, dort Wiedergutmachung zu betreiben. Allen Querelen oder Disharmonien zum Trotz, die Jungs müssen sich am Riemen reißen, sich konzentrieren und darauf besinnen, dass es gegen einen Gegner geht, der ebenfalls angeschlagen daher kommt. Wir wissen ja alle, dass sie es eigentlich besser können. Es geht um die Gegenwart und die Zukunft unseres VfB. Ich bin mir ziemlich sicher, wenn unsere Spieler sich noch einmal so blutleer, ohne Kampf und ohne Wille präsentieren und damit die Zukunft des Vereins aufs tiefste gefährden und das Image weiter beschädigen, werden wir wieder Verhältnisse vorfinden wie vor zwei Jahren nach dem Spiel gegen Bochum.

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21. September 2012

Der Stuttgarter (Irr-)Weg

Auch gegen den Tabellenführer aus der großen Fußballnation Rumänien war gestern nicht mehr als eine Punkteteilung drin. Erneut konnte bzw. musste man ein über weite Strecken behäbiges Spiel vom VfB mit ansehen, gespickt mit haarsträubenden Schnitzern in der Defensive und abermals großen technischen Unzulänglichkeiten. Da sie es ja eigentlich besser können, ordne ich dies unter mangelnder Konzentration ein. Diese war auch verantwortlich für den 1:1-Ausgleich, der unmittelbar nach dem eigentlich so wichtigen frühen Führungstor fiel. Mein Gott, auf dem Platz stehen Profis – es ist doch keiner böse, wenn diese bei dem euphorischen Ole-Ola NICHT mitmachen. Sie brauchen sich auch selbst auf die Schulter klopfen, ein jeder, der dem VfB die Daumen drückt, wäre einfach nur froh, wenn sie nach dem Anstoß die Ordnung wieder aufnähmen…

Am Ende konnte man dann noch froh sein, überhaupt einen Punkt ergattert zu haben, da man kurz vor Schluss durch einen Foulelfmeter in Rückstand geriet. Nach dem Ausgleich durch Schorsch Niedermeier hatten wir sogar noch hochkarätige Chancen um zu gewinnen, doch es hat nicht sollen sein. Vielleicht ist es ja tatsächlich so, wie Martin Harnik bei Sport im Dritten sagte, dass momentan die Geilheit auf Tore fehle. Ich kann so etwas zwar nicht nachvollziehen, für mich geht es nämlich im Fußball gerade darum, ein Tor mehr als der Gegner zu erzielen. Aber, ich bin ja auch kein Experte! Diese sitzen bei uns auf der Bank und auf der Tribüne. Vielleicht sollte ich auch langsam einfach mal die Sportart wechseln, denn langsam komme ich nicht mehr mit, was sich bei uns derzeit auf dem Rasen abspielt. Die an und für sich gute und harmonische Vorbereitung, wie weggeblasen. Der Umstand, der eigentlich zu unserem Vorteil gereichen sollte, nämlich, dass wir aufgrund der recht geringen Fluktuation in der Sommerpause auf ein eingespieltes Team zurückgreifen konnten, stellt sich als haltlos heraus. Auch die Mär vom Stuttgarter Weg und dem propagierten Vorhaben, dem eigenen Nachwuchs eine Chance zu geben, ist das Papier nicht wert auf dem er beschrieben ist. Ich war mit diesem Vorhaben hundert prozentig d’accord und sah es auch als erfreulich an, dass im Sommer fast keine neuen Spieler verpflichtet wurden, um unseren talentierten Nachwuchskickern den Weg nicht zu verbauen.

Nur, jetzt nach drei Spieltagen sind wir bei den Vereinen, die am wenigsten Spieler unter 23 Jahren eingesetzt haben. Mittlerweile gehören wir zu den vom Durchschnittsalter her ältesten Mannschaften in der Liga. Welche Mogelpackung möchte man uns hier verkaufen? Warum erhält gegen Düsseldorf im erweiterten Teamkader ein angeschlagener Tasci den Vorzug vor Antonio Rüdiger. Wie ist es zu erklären, dass nach dem verletzungsbedingten Ausfall Hoglands kein Rechtsvereidiger, oder einer der ihn spielen kann, mehr auf der Bank ist und daher Kvist, auf der für ihn ungewohnten Position, in die Bresche springen muss. Wäre Rüdiger im Kader gewesen, wäre er, obwohl gelernter Innenverteidiger, die erste Option gewesen, so, hatte man Tasci für alle Fälle auf die Bank gesetzt, traute ihm den Einsatz aber offensichtlich nicht zu.

So aber dachte man mit den Hochgeschwindigkeitsfußballern Kvist, Gentner, Kuzmanovic und Hajnal den Düsseldorfer Abwehrriegel knacken zu können. Weshalb ist es einem Raphael Holzhauser nicht gestattet, Koryphäen wie Gentner, Kvist oder Kuzmanovic im defensiven Mittelfeld einmal Druck zu machen. Warum ist es aussichtslos für Kevin Stöger an Tamas Hajnals Unverzichtbarkeitsstatus zu kratzen? Kein Mensch, verlangt, dass alle auf einmal, für immer oder von Anfang an alle drei Tage 90 Minuten zum Einsatz kommen. Aber, die Jungs über Kurzeinsätze heranzuführen und sie spüren zu lassen, dass man auf sie baut, wäre ein tolles Zeichen. Ich kann es mittlerweile verstehen, wenn uns immer mehr Talente und Eigengewächse den Rücken zukehren, weil der Stuttgarter Weg nur auf dem Papier existiert und nicht in die Tat umgesetzt wird. Ist doch klar, dass die Jungs, die mittlerweile alle 19 Jahre alt sind, langsam die Geduld verlieren.

Derzeit ist es ja wahrlich nicht so, dass die von Labbadia auserkorene Stammmannschaft Bäume ausreißen und begeisternden Fußball spielen würde. Das Gegenteil ist der Fall. Mindestens die Hälfte des Teams derzeit könnte man beliebig aus der Mannschaft nehmen und keiner würde sich beschweren. Ich für meinen Teil sehe lieber junge Talente in der Mannschaft, die noch etwas erreichen wollen, als etablierte Kräfte, bei denen man manchmal den Eindruck hat, die Spiele sind lästige Pflichtübungen inmitten des so schönen Profifußballerlebens.

Derzeit habe ich ein schlechtes Gefühl, was den weiteren Verlauf der Vorrunde anbelangt. Es scheint ja auch einige Misstöne im Team untereinander und teilweise auch gegen die Aufstellungen und Ansichten des Trainerteams zu geben, so dass es durchaus einen „stürmischen Herbst“ geben könnte. Das Gute allerdings am Fußball ist, dass das Geschwätz von heute morgen, oder besser gesagt am Sonntag, schon wieder total überholt sein könnte, nämlich, nach einem Sieg an der Weser. Allein, mir fehlt der Glaube!

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29. Juli 2012

Trainingslager in Donaueschingen

Vom 23. bis 27.7.12 hielt ich mich in Donaueschingen auf und besuchte alle Trainingseinheiten während dieser Zeit unseres VfB. Bilder davon gibt es in den Bildergalerien auf www.Frankys-Stadionpics.de Fünf Tage in Donaueschingen sind mehr als ausreichend, nicht zuletzt, da wir vor zwei Jahren bereits mit dem VfB dort waren und die “Stadt” langsam in- und auswendig kennen. Zudem ist der Aufenthalt nicht gerade fanfreundlich. Am Trainingsplatz gibt es weder ein Vereinsheim, noch einen Getränkeverkauf, noch Toiletten, und das bei Temperaturen von teilweise 35°. Die Infrastruktur und das Ambiente waren in Leogang und Längenfeld um Klassen besser. Fragt man mich heute, werde ich sicher nicht noch ein drittes Mal nach Donaueschingen gehen.

Meine Eindrücke von der Mannschaft sind im Grunde positiv. Wer jetzt aufschreit, weil der VfB nicht den oft zitierten Kracher verpflichtet hat, ist wahrscheinlich der selbe, der sich über wahnsinnige Personalkosten aufregt und dass der Nachwuchs nicht zum Zuge kommt. Der VfB ist Junioren-Rekordmeister und hat die beste Reserve in ganz Deutschland. Aus diesem Faustpfand muss endlich wieder Kapital geschlagen werden. Ich habe großes Vertrauen in die Arbeit von Fredi Bobic. Seine Transfers saßen allesamt, Camoranesi in der Anfangszeit mal ausgenommen. Die Strukturreformen greifen langsam und der VfB bewegt sich unaufgeregt auf dem Transfermarkt und macht mehr durch Taten als durch Worte auf sich aufmerksam. Die Jungs, die von der zweiten Mannschaft aufgerückt sind, machen einen technisch versierten Eindruck und werden es in dieser Saison wissen wollen. Durch die vielen namhaften Abgänge (übrigens KEIN Stammspieler) werden sie zwangsläufig zu mehr Einsatzzeiten kommen und sich zeigen können. Alle Positionen sind doppelt besetzt. Einzig, ein Ausfall Ibisevics dürfte schwer zu kompensieren sein und müsste wohl mit einer Systemänderung einhergehen. Ein wenig Bauchschmerzen bereitet mir auch die Olympia-Teilnahme Sakais. Sonst bin ich sehr optimistisch, dass der Stuttgarter Weg nicht so schlecht ist, wie er oft dargestellt wird!

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26. September 2011

Aufbaugegner VfB

Ein Tag wie gemalt am letzten Freitag. Ich hatte frei, Auftakt Cannstatter Volksfest, herrlichster Sonnenschein und abends dann ein Flutlichtspiel gegen das Schlusslicht Hamburger Sport Verein. Was sollte schon schief gehen, nachdem der VfB mit breiter Brust nach zuletzt zwei Siegen in Folge antreten konnte und der HSV es bis dahin auf ein mickriges Pünktchen gebracht hatte. Der HSV hatte zu Wochenbeginn dem erfolglosen bisherigen Übungsleiter Oenning trotz tags zuvor erklärter Jobgarantie den Laufpass gegeben, was die Spielvorbereitung natürlich erschwerte. Interimsmäßig übernahm Rodolfo Esteban Cardoso den Job an der Linie, welcher sich seine ersten Trainermeriten als Jugend- und Amateurtrainer beim HSV verdiente. Wie erwartet vertraute Cardoso einigen Youngstern, wie etwa Lam, dem er zum Bundesligadebut verhalf. Auch Bruma, Son und Töre durften von Beginn ran.

Der VfB trat zum dritten Mal in Folge mit unveränderter Aufstellung an. Hajnal stand wegen muskulärer Probleme nicht einmal im Kader. Der VfB machte vor 55.700 euphorisierten Zuschauern von Beginn an Dampf und ging folgerichtig nach Torwartfehler von Drobny durch Harnik in Führung. Das Bemühen nachzulegen war dem VfB zunächst anzumerken. Cacau hatte das 2:0 auf dem Fuß, scheiterte aber am Pfosten, den Abpraller jagte Okazaki in den Cannstatter Nachthimmel. Danach war es vorbei mit der VfB-Herrlichkeit. Die Hamburger schöpften neuen Mut und übernahmen mehr und mehr die Initiative. Begünstigt durch die Lässigkeit im VfB-Spiel und durch Fehlpassfestival sondersgleichen trauten sich die Hamburger immer mehr zu und drehten die Partie. Der VfB war ab der 30. Minute an Harm- und Ideenlosigkeit kaum zu überbieten und schenkte dem HSV den ersten Sieg. Das VfB-Problem in diesen Tagen ist u. a., dass die Ersatzspieler zwar eine große Klappe haben und auf Einsatzzeiten pochen, diese aber nicht zu nutzen im Stande sind. Weder ein Gebhart noch ein Pogrebnjak lieferten an diesem Freitagabend Argumente, näher an die Stammformation herangekommen zu sein. Im Gegenteil: Gebhart verhaspelte sich und lief sich in den Gegnern fest, anstatt in einem zerfahrenen Spiel kühlen Kopf und Konzentration an den Tag zu legen. Pobgrebnjak war nach seiner Einwechslung ein Totalausfall, dem nahezu jeder Ball versprang. So ist nach diesem ernüchternden Auftritt guter Rat teuer.

Nach sieben Spieltagen hat es der VfB zu drei Siegen, einem Unentschieden und drei Niederlagen gebracht, was absoluten Durchschnitt darstellt. Man darf allerdings nie vergessen, wo wir hergekommen sind und dass die Zeichen auf eine deutlich entspanntere Saison als der vergangenen hindeuten. Aber eben auch nicht mehr. Dazu fehlt uns schlicht und einfach die Qualität. Es war am Freitag eine schlechte Mannschaftsleistung, wobei einige Spieler noch abfielen. Molinaro zum Beispiel war ein Unsicherheitsfaktor, der von den jungen Hüpfern der Hamburger fast mühelos überlaufen wurde. Gentner ist kein Zehner, er kann sich noch so mühen. Für die Spielmacherposition fehlt ihm einfach die Klasse, die Technik und die Handlungsschnelligkeit. Er sucht des öfteren den Risikopass, den er aber nicht findet und der meist in den Beinen der Gegner landet. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sich ihm gegenüber der Unmut der Zuschauer entlädt, auch weil bei ihm alles besonders lässig aussieht. Er mag ein anerkannter Bestandteil und vielleicht auch Stimmungskanone des Teams sein, von seiner Rückkehr haben sich die meisten eben mehr erwartet. Zu guter Letzt möchte ich mich über Cacau auslassen. In den ersten Spielen hatte ich noch den Eindruck, dass er zurück zu alter Stärke fände und das Spiel wieder als Mannschaftssport versteht. Leider war der Freitag bei ihm ein Rückfall in alte Zeiten. Lauffaul und ständig am Reklamieren und das nicht nur gegen die Referees sondern auch gegen die Mitspieler, was ihn isoliert erscheinen lässt. Zudem bringt er momentan keine Leistung, was mich stark auf eine baldige Rückkehr von Julian Schieber hoffen lässt.

Da von der Bank kein Druck gemacht wird, würde ich mir vom Trainerteam mehr Mut zum Risiko wünschen und, sofern die Position von einem Kaderspieler nicht deutlich besser besetzt ist, den ein oder anderen Spieler unserer Reserve zumindest auf die Bank setzen und die Jungs ins kalte Wasser werfen. Die besitzen vielleicht noch ein klein wenig Unbekümmertheit und brennen darauf, sich ins Rampenlicht zu spielen. Im Pokalspiel in Wehen-Wiesbaden zeigte Patrick Bauer doch eine ansprechende Leistung, als wir plötzlich außer ihm keinen Innenverteidiger mehr hatten. Eine solche Maßnahme wäre für die Jungs eine tolle Belohnung für ihre starken Leistungen in der 3. Liga und ein Zeichen, dass sie Anerkennung und Wertschätzung genießen. Es wird sicher auch in diesem Kreis den ein oder anderen geben, der das Zeug zum Durchstarter hat und zwar bevor er, wie bspw. Bernd Leno, beim VfB die Lust verliert und ungeduldig wird.

Das nächste Freitagabendspiel erwartet uns am nächsten Spieltag in Kaiserslautern. Dort gilt es, verlorenes Terrain zurück zu erobern und die Scharte der Heimniederlage auszuwetzen, um mit einem guten Gefühl in die Länderspielpause zu gehen. Allerdings müssen die Jungs dort ernsthafter in die Zweikämpfe gehen als zuletzt und dem unbändigen Kampfeswillen der Pfälzer vor ihrem enthusiastischen Publikum gewachsen sein. Wenn unsere Schönspieler wie Gentner und Cacau auch dort anfangen Hacke, Spitze, eins, zwei drei zu spielen und lamentieren, wenn ihnen jemand auf den Fuß tritt, spielen wir faktisch in Unterzahl und brauchen uns keine Hoffnungen auf einen Auswärtssieg zu machen. Der VfB befindet sich einmal mehr am Scheideweg. Entweder wir schaffen es, Gegner wie Kaiserslautern, die über weniger Mittel und weniger Qualität verfügen, in die Schranken zu weisen und uns tabellarisch von ihnen zu distanzieren oder wir werden von eben solchen Vereinen in den Sog gezogen und zählen die Punkte zum Relegationsplatz.

Wie immer sind wir auch in der Pfalz dabei und werden mit dafür sorgen, dass der VfB mit einer lautstarken Unterstützung rechnen darf. Wie in der letzten Saison habe ich mir beim FCK Karten bestellt und greife somit das VfB-Kontingent nicht an. :-) Bis dahin sollte auch mein Ärger über die unnötige Niederlage verraucht und mein Optimismus zurückgekehrt sein. In Lautern müssen wir einfach etwas reißen und uns für die bitteren Ergebnisse der Vorsaison revanchieren. Mit der Aufbauhilfe für angeschlagene Teams muss es einfach vorbei sein.

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